Sie sind auf Seite 1von 73

Faust

PDF erstellt mit Hilfe des OpenSource-Werkzeugs „mwlib“. Für weitere Informationen siehe http://code.pediapress.com/
PDF generated at: Sun, 18 Jul 2010 21:04:12 UTC
Inhalt
Artikel
Fauststoff 1
Johann Faust 9
Häresie 13
Mephistopheles 20
Goethes Faust 23
Urfaust 23
Faust. Eine Tragödie. 27
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 52

Referenzen
Quellen und Bearbeiter der Artikel 67
Quellen, Lizenzen und Autoren der Bilder 68

Artikellizenzen
Lizenz 70
Fauststoff 1

Fauststoff
Der Fauststoff, die Geschichte des Doktor Johannes Faustus und seinen Pakt mit Mephistopheles, gehört zu den am
meisten verbreiteten Stoffen in der europäischen Literatur seit dem 16. Jahrhundert. Das lückenhafte Wissen über
den historischen Johann Faust (wohl etwa 1480–1540) und sein spektakuläres Ende begünstigten
Legendenbildungen und ließ Schriftstellern, die sich mit seinem Leben befassten, einigen Spielraum. Eigenschaften
des Fauststoffs, die in den unterschiedlichsten Versionen wiederkehren, sind Fausts Erkenntnis- oder Machtstreben,
sein Teufelspakt und seine erotischen Ambitionen.
Während sich in der Populärkultur ältere Vorstellungen von Faust als Narr und Scharlatan hielten, geschah seit dem
18. Jahrhundert eine literarische Aufwertung des Fauststoffs. Der menschliche Zwiespalt zwischen der Kraft des
Glaubens und der Sicherheit wissenschaftlicher Erkenntnis wurde zu einem Hauptthema. Faust ist der über seine
Grenzen hinaus strebende Mensch, der im Konflikt zwischen egozentrischer Selbstverwirklichung und sozialer
Anerkennung steht.

Faust als literarische Figur

Vorbilder
Unter dem Namen des historischen Johann Faust verbinden sich mehrere antike, mittelalterliche und neuzeitliche
Figuren: Prometheus (der den Göttern Konkurrenz macht), Pygmalion (der Künstler, der sein Kunstwerk lebendig
machen will), Allegorien der Todsünde Hochmut (die im mittelalterlichen Theater zu sehen waren, vgl. Vice), Don
Juan (der überhebliche Frauenheld), oder die Figur des Dottore aus der Commedia dell'Arte (der gelehrte
Schwätzer). Aber auch der Gnostiker und Häretiker Simon Magus, der Kirchenvater Cyprian, der aus der Artussage
bekannte Zauberer Merlin, [1] oder der biblische Ijob mögen zu diesen archetypischen Vorbildern gehören.

Renaissance und Barock


Zauberbücher (Grimoires) enthielten seit 1500 sogenannte
Höllenzwänge (Zaubersprüche), die einem Johann Faust zugeschrieben
wurden. Da der Wunderglaube abnahm, wurde das Interesse gegenüber
Faust ein literarisches. Als Sinnbild eines Menschen, der sich aus
mittelalterlicher Demut befreit, dessen Selbstbewusstsein aber in
Hybris umschlägt, wurde er zu einem beliebten Vanitas-Symbol. In
aller Regel blieb er dabei ein Narr oder Bösewicht.

Ein erstes umfassendes Werk, das sich mit dem Leben Johann Fausts
befasste, erschien im Jahre 1587. Der Buchdrucker Johann Spies
veröffentlichte die Historia von D. Johann Fausten, auch bekannt als
Volksbuch. Es enthält eine Vielzahl von Geschichten und Anekdoten,
viele mit legendenhaften Elementen. Spies berichtet von Fausts
Theologie- und Medizinstudium, seiner Beschäftigung mit der
Zauberei und von seinem Bündnis mit dem Teufel, der Faust
schließlich mit in die Hölle nimmt. Deutlich ist die christliche
Einstellung des Autors zu erkennen. Das Buch vermittelt ein negatives
Titelseite des Volksbuchs
Faustbild und eine Ermahnung zu gottesfürchtigem Leben. Es erlangte
große Bekanntheit. Zwischen 1588 und 1611 wurde es ins Englische,
Niederländische, Französische und Tschechische übersetzt. Der Fauststoff gelangte so auch ins Ausland.
Fauststoff 2

1589 schuf der Engländer Christopher Marlowe eine dramatisierte


Version der „Historia“. Die tragische Historie vom Doktor Faustus
enthält all ihre wesentlichen Stoffelemente. Die Faustfigur trägt aber
deutliche Züge einer Renaissancegestalt. Faust verlangt anmaßend die
Macht über die Welt und verachtet die Theologie und ihre
Jenseitsorientierung. Er verschreibt sich der Magie und dem Teufel,
was auch hier zu seinem bösen Ende führt. Trotzdem ist bei Marlowe
deutlich die Sympathie für seinen Protagonisten erkennbar. Es ist die
erste Faustbearbeitung, die der Figur des Faust positive Aspekte
abgewinnt.
Fassung von 1695
Marlowes Drama wurde um 1600 von englischen Schauspielergruppen
nach Deutschland gebracht und von deutschen Wanderbühnen
übernommen. In der folgenden Zeit wurde es allerdings zerspielt und
auf komische Elemente reduziert. Faust wurde zu einer komischen
Figur, vergleichbar mit dem Kasperl der Stegreifkomödie.
Zwischen Witzfigur und dämonischem Ungetüm bewegen sich die
Faust-Figuren der zahlreichen Bühnenfassungen des Stoffs. Oft dienen
sie als Vorwand zu einem Zirkus-Spektakel zwischen Puppenspiel,
Dressur, Ballett und Feuerwerk.
Der Augsburger Schausteller Rudolf Lang zog mit einer
Bearbeitung des „Faust“-Stoffes aus dem Jahre
Hundenummer zum Thema Faust 1717–21 durch Österreich und 1726 von einem „Christlich-Meynenden“
Deutschland und musste sich einmal ernsthaft gegen den Vorwurf der
Hexerei verteidigen.
Berühmt sind die beiden englischen Faust-Pantomimen zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Necromancer von John Rich
und Doctor Faustus von John Thurmond (beide London 1723). Sie sind eine Sammlung von Vanitas-Motiven:
Verträge, Prognosen, Musik, Tanz, Geldverleih, Prostitution, heidnische Antike werden unter dem Motto der
Nichtigkeit und Vermessenheit bunt zusammengestellt.
Josef Anton Stranitzky setzte in seiner Dramatisierung von 1725 der Faust-Figur den Wiener Hanswurst gegenüber.

Seit 1750
An der Verwendung des Fauststoffs lässt sich eine zunehmende Scheidung zwischen Hochkultur und Populärkultur
ablesen. Im Zeitalter der Aufklärung begannen die Versuche, die Faust-Figur zu rechtfertigen und grundsätzlich
aufzuwerten. Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte 1759 in seinem 17. Literaturbrief einige Szenen eines von
ihm geplanten Faust-Dramas. Faust wird hier als ein nach Erkenntnis strebender Renaissancemensch dargestellt.
Aufgrund eben dieses Strebens nach Wissen wird er vor dem Teufelspakt bewahrt. Der aufgeklärte Künstler und
Wissenschaftler, den Faust zunehmend symbolisierte, sollte keine grundsätzlich negative Figur mehr sein. Lessing
vollendete dieses Werk nie. Ein anderes Schwergewicht hatten die Aufwertungsversuche seit 1775 in der Epoche des
„Sturm und Drang“. Viele junge Dichter befassten sich mit der Thematik. Faust verkörperte bei ihnen den Willen
zum geistig-sinnlichen Abenteuer in einer eintönigen, überzivilisierten und naturfremden Welt. Paul Weidmann
verfasste ein allegorisches Drama, in dem Faust von seinen Eltern besucht wird und umkehrt. In J. M. R. Lenz’ Werk
Höllenrichter schildert er Fausts Leben ohne Liebe als höllische Qual.
In der Populärkultur gibt es parallel dazu immer noch die alte, durchwegs negativ gemeinte Faust-Figur: In Hamburg
etwa führt ein Pyrotechniker namens Girandolini 1785 ein musikalisch-physikalisches Freilichtspektakel Doctor
Fausts Höllenfarth auf. Ebenso wurde diese ältere Bedeutung des Fauststoffes für aufklärerische Satiren benutzt.
Friedrich Maximilian Klingers Roman Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt (1791) ist eine Mischung aus
Fauststoff 3

Aufklärungssatire und Sturm-und-Drang-Novelle.


Bruchlos geht diese Tradition ins Bühnenmelodram des 19.
Jahrhunderts über. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind
Ferdinand Kringsteiners Johann Faust (1811) und Ernst August
Klingemanns Faust (1815)[2] als populäre Schauerdramen. Noch Louis
Spohr suchte im Stoff für seine Oper Faust (1818) eher einen
reißerischen Aufhänger für seine Musik als einen bedeutenden Inhalt.
Dass man die Vanitas-Symbolik im 19. Jahrhundert nicht mehr ernst
nehmen konnte, zeigt sich in Travestien wie derjenigen von Franz
Xaver Gewey 1815: Die Gegenstände in Fausts Studierstube,
Totenköpfe, Skelette, Folianten, Waffen, Himmelskugeln, Landkarten
beginnen sich dort wie in einem Disney-Film zu bewegen und im Chor
zu singen.

In der neueren Rezeptionsgeschichte hat allerdings die Nobilitierung


der Faustfigur ihre ältere Bedeutung verdrängt, obwohl sie in der
Populärkultur unverändert präsent war. 1808 erschien Goethes Faust.
Der Tragödie erster Teil. Goethe versuchte, dem Stoff seinen
Pessimismus zu nehmen. Er gab seinem Faust ein zaghaft
hoffnungsvolles Ende, ohne sich dem Religiösen unterzuordnen.
Ary Scheffer: Faust et Marguerite. – Die
Dieses Werk wurde zum wichtigsten der gesamten Faustdichtung. Der
französischen Versionen des Fauststoffs seit
1832 veröffentlichte zweite Teil ist eher ein kulturkritischer Essay als Gounods Oper legen ihr Schwergewicht meist auf
ein Bühnenstück. Goethe beschäftigte sich insgesamt fast 60 Jahre lang die Gretchentragödie.
mit dem Fauststoff. Er stellte Faust als Renaissancemenschen und
Humanisten dar, als einen modernen Intellektuellen, der sich aus kirchlicher Bevormundung befreit hat. Seine
Faustbearbeitungen konzentrieren sich auf Fausts Wunsch nach Erkenntnis und Erfahrungsvielfalt („Daß ich
erkenne, was die Welt/ im Innersten zusammenhält.“ Faust I, V. 382/383). Die Gelehrtentragödie gelangt zu einem
Höhepunkt, als Faust sich eingestehen muss, die von ihm gewünschte Welterkenntnis aus eigener Kraft nicht
erlangen zu können. Goethe rechtfertigte damit den Teufelspakt durch eine nicht grundsätzlich verwerfliche
Gesinnung. Schon Lessing bezeichnete die Wissbegier als den edelsten Trieb des Menschen. Außerdem verband
Goethe Fausts Suche nach Erkenntnis mit der Gretchentragödie. Gretchen, die von Faust Verführte, wird zur
Personifikation der ihm gegenübergestellten reinen Unschuld („Über die hab ich keine Gewalt“, V. 2626).

Die Goethe-Parodie von Friedrich Theodor Vischer Faust. Der Tragödie dritter Teil (1862) konnte sich nicht
durchsetzen. Der Fauststoff blieb dennoch auf der Ballett- und Opernbühne in zahlreichen Versionen präsent. Am
berühmtesten wurde Charles Gounods schwärmerisch-empfindsamer Faust von 1859. Aus Respekt gegenüber
Goethe nannte man die Oper im deutschen Sprachgebiet Margarethe. Noch das „erste“ US-amerikanische Musical
The Black Crook (1866) nimmt den Fauststoff als Aufhänger zu einem unterhaltenden Bühnenspektakel.

20. Jahrhundert
Die Verschärfung der Faust-Figur ins „Faustische“, wie sie seit dem Fin de siècle vor allem mit nationalistischem
Unterton üblich wurde, lässt sich nicht auf Goethe zurückführen. In diesem Zusammenhang stehen Oswald
Spenglers unheilvolle Aussagen über die „faustische Kultur“ in Der Mensch und die Technik (1931). Geglückte und
misslungene deutsche Vergangenheitsbewältigung begegnen sich bei der Behandlung des Fauststoffs auf irritierende
Weise, wie die germanistische Karriere von Hans Ernst Schneider gezeigt hat, der sich nach seinem
Identitätswechsel über Faust habilitierte.
Fauststoff 4

Im 20. Jahrhundert prägte der endgültige Untergang des Ancien Régime und die Erfahrung der Weltkriege die
Beschäftigung mit dem Fauststoff. Heinrich Mann schuf in Professor Unrat (1905) wiederum eine negative,
anmaßende und lächerliche Faust-Figur. Sein Bruder Thomas Mann knüpft mit seinem 1947 erschienenen Roman
Doktor Faustus an die „Historia“ von 1587 an. Er verlegt die Handlung in die Zeit ab 1900 und übt mit der Figur des
Faust Kritik an der bürgerlichen Klasse Deutschlands. Michail Bulgakows Satire Der Meister und Margarita
parodiert das Leben im Sowjetreich. In Hanns Eislers unvertont gebliebenem Opernlibretto Johann Faustus von
1952 vertritt Faust die Rechte der Unterdrückten in den Bauernkriegen um 1525.
Ebenfalls im 20. Jahrhundert erlebte die Faustfigur im Puppenspiel eine Wiederbelebung, nachdem das
Puppentheater durch die Hohnsteiner Puppenbühne unter Max Jacob von einer Jahrmarktsunterhaltung zur
anerkannten Theaterform aufgestiegen war. Prominente Autoren und Spieler von Faust-Puppenspielen waren neben
Max Jacob Friedrich Arndt (Hohnsteiner Kasper), Walter Büttner (Der Heidekasper) und Otto Schulz-Heising
(Ulenspeegel Puppentheater). Heute noch zeigen traditionsbewusste Puppenspieler ein Faust-Spiel, zum Beispiel
Gerd J. Pohl (Piccolo Puppenspiele), Andreas Blaschke (Figurentheater Köln), Harald Sperlich (Hohenloher
Figurentheater), Dr. Johannes Minuth (Freiburger Puppenbühne) und Stefan Kügel.

Werke mit Bezug zum Fauststoff

Dramen
• Christopher Marlowe: Tragicall History of Doctor Faustus (1589) , dt. Die tragische Historie vom Doktor
Faustus (1604)
• John Rich: The Necromancer (1723)
• Johann Wolfgang von Goethe: → Goethes Faust
• Urfaust (1775)
• Goethes Faust, Tragödie in zwei Teilen:
• Faust. Eine Tragödie (Faust I, 1808)
• Faust. Der Tragödie zweiter Teil (Faust II, 1832)
• Friedrich Maximilian Klinger: Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt (1791)
• Ernst August Klingemann: Faust (1816)
• Christian Dietrich Grabbe: Don Juan und Faust (1828)
• Nikolaus Lenau: Faust. Ein Gedicht (Versepos, 1836)
• Friedrich Theodor Vischer: Faust. Der Tragödie dritter Teil (1862)
• William Gorman Wills: Faust (Theaterstück, 1885)
• Dorothy L. Sayers: The Devil to Pay (1939)
• Friedrich Dürrenmatt: Urfaust (Bearbeitung von Goethes Urfaust für das Schauspielhaus Zürich)
• Wolfgang Bauer: Herr Faust spielt Roulette (1986, Erstdruck in: Wolfgang Bauer: Werke. Bd. 3: Schauspiele
1975–1986. Graz: Droschl 1986, S. 193-241.)
• Günther Mahal (Hrsg.): Doktor Johannes Faust - Puppenspiel. Stuttgart: Reclam 1991. ISBN 3-15-006378-7
(Puppenspiel von Karl Simrock und Text des Ulmer Puppenspiels)
• Werner Schwab: Faust:: Mein Brustkorb: Mein Helm. (1992. Musik: Einstürzende Neubauten. Erstdruck in:
W.S.: Dramen 3. Graz: Droschl 1994.)
• Pohl, Gerd-Josef: Faust - Geschichte einer Höllenfahrt Textfassung für die Piccolo Puppenspiele, Bonn 1995
• Paul Valéry: Mon Faust (1946)
Fauststoff 5

Sekundärliteratur
• Friederich van Gendel: Der Mythos Faustalismus- Eine phänomenologische empirische Untersuchung aus Sicht
zeitgenössischer Postmoderne (1989)

Schriften, Erzählungen
Siehe auch: Höllenzwang, Liste magischer Schriften
• Dr. Fausts vierfacher Höllenzwang (1501)
• Fausts dreifacher Höllenzwang (1501)
• Dr. Fausts Mirakel, Kunst und Wunderbuch (1504)
• Fausts Höllenzwang (1509)
• Johannis Fausti Manual Höllenzwang (Wittenberg 1524)
• Praxis Magia Fausti (Passau 1527)
• Johann Spies: Historia von D. Johann Fausten. (1587)
• Das Wagnerbuch von (1593)
• Das Widmann'sche Faustbuch von (1599)
• Dr. Fausts großer und gewaltiger Höllenzwang (Frankfurt 1609)
• Dr. Johannes Faust, Magia naturalis et innaturalis (Passau 1612)
• Das Pfitzer'sche Faustbuch (1674)
• Dr. Fausts großer und gewaltiger Meergeist (Amsterdam 1692)
• Das Wagnerbuch (1714)
• Faustbuch des Christlich Meynenden (1725)
• Paul Weidmann: Johann Faust (1775)
• Heinrich Heine: Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem (1851)
• Theodor Storm: Pole Poppenspäler (1875)
• Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray (1890)
• Waleri Jakowlewitsch Brjussow: Der feurige Engel (1908)
• Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita (entstanden 1928–1940)
• Thomas Mann: Doktor Faustus (1947)
• Otfried Preußler: Krabat (1971)
• Hans Wollschläger: Herzgewächse oder Der Fall Adams (1982)
• Helmut Krausser: Der große Bagarozy (1997)

Musik
Der böhmische Komponist Johann Ignaz Walter brachte 1797 als erster den Fauststoff auf die Opernbühne (Doktor
Faustus. Romantische Original-Oper in 4 Akten).

Klassik
• Ludwig van Beethoven: Opus 75 Nr. 3 Es war einmal ein König [„Flohlied des Mephisto“] (Lied, 1809)
• Louis Spohr: Faust (Oper, 1818)
• Konradin Kreutzer Gesänge aus Goethes „Faust“, 1820
• Hector Berlioz:
• Huit scènes de Faust (Kantate, 1828)
• La damnation de Faust (Oratorium, 1845–46)
• Albert Lortzing: Don Juan und Faust, 1829 (Bühnenmusik zu Grabbes gleichnamigem Drama)
• Louise Bertin: Fausto (1831)
• Richard Wagner: Eine Faust-Ouvertüre (1839/40, Neufassung 1855)
Fauststoff 6

• Robert Schumann: Szenen aus Goethe's Faust für Solostimmen, Chor und Orchester, 1844–1853
• Franz Liszt: Eine Faust-Sinfonie, 1854–57
• Charles Gounod: Faust et Maguerite (Oper, 1859)
• Arrigo Boito: Mefistofele (Oper 1868)
• Hervé: Le petit Faust (Oper 1869)
• Gustav Mahler: 8. Sinfonie, Sinfonie der Tausend, 1906–1907
• Ferruccio Busoni: Doktor Faust, 1916–25
• Hermann Reutter: Doktor Johannes Faust (Oper 1936/1955)
• Hanns Eisler: Libretto zu einer unvollendeten Oper Johann Faustus (1952)
• Josef Prokopetz & Wolfgang Ambros: Fäustling, 1973 (Singspiel, anlässlich der Wiener Festwochen)
• Alfred Schnittke: Faust (Kantate, 1982–83)

Rockmusik
• Einstürzende Neubauten: Faustmusik, 1994 (= Musik zu Werner Schwabs Bühnen Stück Faust:: Mein Brustkorb:
Mein Helm.)
• Randy Newman: Randy Newman's Faust, 1995
• Michael Postweiler und Erik Rastetter: Faust & Fisto (Musical frei nach Goethe), 1995 (UA 1997)
• Subway to Sally: Mephisto, 1997
• Current 93: Faust, 2000
• Tanzwut: Götterfunken
• Cradle of Filth: Absinthe with Faust
• Schandmaul: Der Spielmann

Film
• Georges Méliès: La Damnation de Faust, 1903
• Friedrich Murnau: Faust - eine deutsche Volkssage, 1926
• Peter Gorski, Gustav Gründgens, Faust, 1960 (Verfilmung von Goethes Faust I)
• Richard Burton, Nevill Coghill: Doktor Faustus, 1967 (mit Elizabeth Taylor; Adaption von Marlowes Schauspiel)
• Peter Ustinov: Hammersmith is out, 1972 (mit Beau Bridges, Richard Burton und Elizabeth Taylor; freie
Adaption von Goethes Faust I)
• Dieter Dorn: Faust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle, 1988 (Verfilmung von Goethes Faust I)
• Jan Švankmajer: Faust, 1994
• Harold Ramis: Teuflisch (Bedazzled), 2000
Fauststoff 7

Tonkunst
• Faust I (1954), Schallplattenproduktion von Faust I, die als erstes deutschsprachiges kommerzielles Hörbuch gilt

Bilder und Illustrationen

Inschrift zur Rembrandt:Faust, 1650-52 Ludwig G. C. Nauwerck: Eugène Delacroix:


Faustsage in Faust mit Erdgeist, 1810 Studierzimmer, Faust allein,
Staufen im 1827
Breisgau

Wilhelm Hensel: Sie ist Tony Johannot: Wilhelm von James Tissot: Faust und
gerichtet! ist gerettet, 1835 Faust und Kaulbach: Margarete im Garten, 1881
Mephisto, Gretchen vor der
1845-1847 Mater Dolorosa,
vor 1860

Ary Michail Harry Clarke: Margret Hofheinz-Döring: Faust


Scheffer:Faust Alexandrowitsch Faust, 1925 und der Erdgeist, 1969
und Margarete, Wrubel: Flucht von
1861 Faust und Mephisto,
1896
Fauststoff 8

Literatur
• Horst Jesse: ‚Faust‘ in der bildenden Kunst. München: Utz 2005, ISBN 3-8316-1202-1
• Andreas Meier: Faustlibretti. Geschichte des Fauststoffs auf der europäischen Musikbühne […]. Frankfurt am
Main: Lang 1990. ISBN 3-631-42874-X
• Carl Kiesewetter: Faust in der Geschichte und Tradition. Leipzig: Spohr 1893. Nachdruck Hildesheim: Olms
1963
• Karl Theens: Faust auf dem Puppentheater. Knittlingen 1957.
• Karl Theens: Geschichte der Faustgestalt vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Meisenheim 1948.
• Fritz Brukner, Franz Hadamowsky: Die Wiener Faust-Dichtungen von Stranitzky bis zu Goethes Tod. Wien 1932.

Weblinks
• Wilhelm Creizenach: Faust, Johannes. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6. Duncker &
Humblot, Leipzig 1877, S. 583–587.
• Faust als Spiegel der Geschichte: [3] Vortrag im Rahmen der Reihe Wissenschaft, Technik und Ethik
• Zeittafel zu Faust [4]
• Gunter E. Grimm: Faust-Opern [5] (PDF-Datei; 450 kB)
• Doctor Faustus, Notgeld der Stadt Roda [6]

Referenzen
[1] Rüdiger Bernhardt: Faust - Ein Mythos und seine Bearbeitungen, Bange Verlag, Hollfeld, 2009, S. 13
[2] Elisabeth Frenzel, Stoffe der Weltliteratur,S.262
[3] http:/ / www. heim2. tu-clausthal. de/ ~kermit/ wte/ faust. shtml
[4] http:/ / www. heim2. tu-clausthal. de/ ~kermit/ faust. shtml
[5] http:/ / www. goethezeitportal. de/ fileadmin/ PDF/ db/ wiss/ goethe/ faust-musikalisch_grimm. pdf
[6] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=4113
Johann Faust 9

Johann Faust
Johann Faust (* wahrscheinlich 1480, 1481 oder 1466 in Knittlingen,
Helmstadt oder Roda als Georg Faust; † um 1541[1] in oder bei Staufen
im Breisgau) war ein wandernder Magier, Astrologe und Wahrsager.

Die Sage
Die erste gedruckte Fassung der Sage ist die Historia von D. Johann
Fausten aus dem Jahr 1587 des Frankfurter Verlegers und
Buchdruckers Johann Spies.[2] Sie wurde von dem Hamburger Georg
Rudolph Widmann 1599 überarbeitet. Einen Auszug daraus
veröffentlichte der Nürnberger Arzt Johann Nikolaus Pfitzer 1674.
Goethe kannte die Sage von einer weit verbreiteten anonymen Schrift
vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Richard Stecher[3] fasst die Sage in
dieser letzten Version folgendermaßen zusammen:

Johann Faust ist der Sohn eines Bauern, der nach dem Besuch der Faust, Radierung von Rembrandt, 1650-1652
Schule in Wittenberg Theologie studiert und den Doktorgrad erwirbt.
Später studiert er auch „Medizin, Astrologie und was sonst mit der Magie zusammenhing.“ Er ererbt ein Vermögen
von seinem Vetter, gibt dies aber schnell aus. „Sein unbegrenzter Durst nach Erkenntnis“ führt dazu, dass er in einem
Wald bei Wittenberg den Teufel beschwört, der „in der Gestalt eines grauen Mönches“ erscheint und am nächsten
Tag wiederkommen will. Dies geschieht, wobei der Teufel „zunächst als Schatten hinter dem Ofen und dann als
zottige Bärengestalt mit einem Menschenkopf“ auftritt. Faust schließt einen Bund mit dem Teufel ab. Der Teufel soll
ihm 24 Jahre lang dienen, dafür soll er Fausts Seele bekommen. Der Vertrag wird mit Fausts Blut unterzeichnet. Der
Teufel „solle ihn nach 24 Jahren holen dürfen; wenn bis dahin alle seine Wünsche erfüllt würden.“ Der Teufel nennt
sich Mephistopheles und dient Faust gemäß dem Vertrag. „Er verschafft ihm auch einen Famulus, Christoph Wagner
mit Namen, und den wunderbar gelehrigen Pudel Prästigiar.“ Faust frönt fortan dem Genuss. Er beginnt zu reisen
und „seine magischen Künste“ zu zeigen. In Leipzig reitet er auf einem Weinfass aus Auerbachs Keller, in Erfurt
zapft er Wein aus einer Tischplatte, er besucht den Hof des Papstes in Rom, den Sultan in Konstantinopel, den
Kaiser in Innsbruck und den Grafen von Anhalt.

Nach 16 Jahren bereut er den Vertrag und will ihn aufheben, doch der Teufel schließt einen erneuten Pakt mit ihm.
Er verschafft ihm Helena aus Griechenland, mit der Faust einen Sohn namens Justus zeugt, unter der Auflage, dass
beide mit Faust sterben müssten. Darum bestimmt Faust seinen Famulus zu seinem Erben. Am letzten Tag der 24
Jahre erscheint ihm „Satan, der Oberste der Teufel“ in furchterregender Gestalt und kündigt ihm für die kommende
Nacht den Tod an. Zweimal verhindert Mephistopheles den Suizid des Verzweifelten. Den letzten Abend verbringt
er im Dorf Rimlich in der Gesellschaft seiner Freunde. Er bewirtet sie, „ermahnt sie zur Buße und Frömmigkeit“ und
nimmt Abschied von ihnen. Zwischen Mitternacht und ein Uhr zieht ein starker Sturm auf. In Fausts Zimmer
entsteht „ein Höllenlärm“. Am nächsten Morgen finden die Freunde die Wände im Zimmer mit Blut und Hirnmasse
bespritzt, Fausts Augen liegen auf dem Boden, sein Leichnam im Hof „auf dem Miste“. Er wird „in aller Stille“
begraben.
In der ersten Fassung von 1587 findet der Abschiedsabend in einem Wirtshaus statt, die Freunde sind Studenten und
übernachten im Haus „nahe bei der Stuben, da D. Faustus innen war“. Es erhebt sich mit dem Sturm ein lautes
Getöse, der Wirt flieht, die Studenten hören Faust „um Hülf und Mordio zu schreien, aber kaum mit halber Stimm.“
Später wird es still, doch die Studenten wachen die ganze Nacht. Am Morgen gehen sie in die Stube „darinnen D.
Faustus gewesen war.“ Auch hier kleben Blut und Hirnmasse an der Wand, „weil ihn der Teufel von einer Wand zur
Johann Faust 10

andern geschlagen hatte.“ Sie beweinen Faust „und suchten ihn allenthalben. Letztlich aber funden sie seinen Leib
heraußen bei dem Mist liegen, welchher greulich anzusehen war, dann ihm der Kopf und alle Glieder
schlotterten.“[4]

Der historische Faust


Das Problem, das sich bei der Betrachtung des historischen Faust stellt,
ist die geringe Anzahl verfügbarer Quellen. Insgesamt gibt es nur neun
Dokumente, auf die man sich beziehen kann. Diese enthalten
größtenteils auch nur wenige und von den jeweiligen Autoren subjektiv
eingefärbte und widersprüchliche Informationen.

Unklare Herkunft
Nach nicht gesicherten Quellen kommen als Geburtsort das
baden-württembergische Knittlingen, aber auch Helmstadt bei
Heidelberg oder das thüringische Roda (heute Stadtroda) in Frage. In
Knittlingen befinden sich heute ein umfangreiches Faust-Archiv und
ein Museum.
Johann „Doktor“ Faust
Auch das genaue Geburtsjahr ist umstritten. Es wird entweder mit 1480
oder 1481, aber auch mit 1466 angegeben. Letzteres erscheint nach
Forschungen von Frank Baron[5] wahrscheinlicher. In einem Brief eines Ingolstädter Gelehrten vom 27. Juni 1528 ist
von einem „Doctor Jörg Faustus von Haidlberg“ die Rede.[6] In anderen Berichten wird ein „Georgius Faustus
Helmstet(ensis)“ genannt, was Frank Baron den Hinweis gab, in den Archiven der Heidelberger Universität nach
Studenten aus Helmstet zu suchen, wo er auf einen Georgius Helmstetter stieß. Dieser besuchte die Universität in
Heidelberg von 1483 bis 1487. Auffällig ist dabei, dass er einer von zwei Studenten war, die sich weigerten, ihren
Familiennamen anzugeben, was die Möglichkeit offen lässt, dass es sich dabei um Faust handelt. Falls es sich bei
Georgius Helmstetter wirklich um den historischen Faust handelt, lägen einige Informationen über seinen
Bildungsgang vor, da dieser Student am 12. Juli 1484 mit einem Bakkalaureat seinen Abschluss machte und am 1.
März 1487 den Magistergrad erwarb.

Umstrittenes Wirken
Für die Zeit bis 1506 existieren keine gesicherten, sondern lediglich widersprüchliche Belege für Fausts Wirken.
Belegt ist erst wieder ein Aufenthalt im Jahre 1506 in Gelnhausen als Vorführer magischer Kunststücke und
Horoskopsteller. In den folgenden 30 Jahren erschien Faust in vielen Städten im süddeutschen Raum. Er trat auf als
Arzt, Doktor der Philosophie, Wunderheiler, Alchemist und Wahrsager in einer Person. Viele sahen in ihm
allerdings nur einen Betrüger und Hochstapler.
Besondere Anfeindung erfuhr er von der Kirche, die ihn als Teufelsbündler und Gotteslästerer bezeichnete. Diese
und weitere Vorwürfe, etwa dass er in Kreuznach „mit Knaben die schändlichste Unzucht“ getrieben habe, finden
sich in einem schon im Jahre 1507 verfassten Brief des Abtes Johannes Trithemius. Auch in einem Brief vom 7.
Oktober 1513 von Conrad Mutianus Rufus, der Faust angeblich in einer Herberge getroffen hat, wird Faust negativ
bewertet, indem er als „ein reiner Prahler und Narr“ bezeichnet wird.[7]
Es gibt allerdings auch Zeitdokumente, in denen Faust positiv dargestellt wird: Beispielsweise beschrieb ihn der
Tübinger Professor Joachim Camerarius 1536 als einen ernst zu nehmenden Sterndeuter. Der Wormser Stadtarzt
Philipp Begardi äußerte sich 1539 anerkennend zu Fausts Kenntnissen der Arzneikunst.
Am 23. Februar 1520 war Faust anscheinend in Bamberg, um dem Bischof der Stadt ein Horoskop zu erstellen. Dies
geht aus den Rechenbüchern des Bischofs hervor, in denen es heißt „X. guld(en) geben und geschenckt Doctor
Johann Faust 11

Faustus ph(ilosoph)o […]“.[8]


Im Jahre 1528 besuchte Faust Ingolstadt, von wo er allerdings bereits nach kurzer Zeit verbannt wurde. Einigen
Berichten zu Folge hielt er sich vier Jahre später in Nürnberg auf. Dies geht aus einem Kommentar des damaligen
stellvertretenden Bürgermeisters hervor, welcher sich in den Archiven der Stadt befindet. Darin heißt es, „Doctor
Faustus, dem großen Sodomiten und Nigromantico in furt glait ablainen [freies Geleit ablehnen]. Burgermeister
iunior.“[9] (vgl. Nigromantie, Sodomiterverfolgung)
Am 25. Juni 1535 wird Faust in der belagerten Stadt Münster das letzte Mal in Quellen erwähnt. Über den
Hintergrund seines Aufenthalts in der Stadt wie auch über seinen Verbleib nach der Einnahme ist nichts bekannt.

Tod
Fausts Tod wird auf die Jahre 1540/41 datiert. Er soll im „Hotel zum Löwen“ in
Staufen im Breisgau bei chemischen Experimenten infolge einer Explosion
umgekommen sein. Faust soll versucht haben, Gold herzustellen. Sein
Leichnam wurde in „grässlich deformiertem Zustand“ vorgefunden. Man
schloss daraus, dass der Teufel höchstpersönlich sich seiner Seele bemächtigt
habe.

In der Zimmerischen Chronik schreibt Froben Christoph von Zimmern um


1564:
„Es ist auch umb die zeit“ – gemeint ist der Reichstag in Regensburg 1541
– „der Faustus zu oder doch nit weit von Staufen, dem stetlin im
Breisgew, gestorben. Der ist bei seiner zeit ein wunderbarlicher
nigromanta gewest, als er bei unsern zeiten hat mögen in deutschen
landen erfunden werden, der auch sovil seltzamer hendel gehapt hin und
wider, das sein in vil jaren nit leuchtlichen wurt vergessen werden. Ist ain
alter mann worden und, wie man sagt, ellengclichen gestorben. Vil haben
allerhandt anzeigungen und vermuetungen noch vermaint, der bös gaist,
den er in seinen lebzeiten nur sein schwager genannt, hab ine
umbbracht.“

„Die büecher, die er verlasen, sein dem herren von Staufen, in dessen
herrschaft er abgangen, zu handen worden, darumb doch hernach vil leut
haben geworben und daran meins erachtens ein sorgclichen und
unglückhaftigen schatz und gabe begert. Den münchen zu Lüxhaim im
Inschrift am Gasthaus Löwen in
Wassichin hat er ain gespenst in das closter verbannet, desen sie in vil Staufen
jaren nit haben künden abkommen und sie wunderbarlich hat molestirt,
allain der ursach, das sie ine einsmals nit haben wellen übernacht behalten, darumb hat er inen den
unrüebigen gast geschafft …“[10]

Hier spiegelt sich die zeitgenössische Ambivalenz zu dieser neuen wissenschaftlichen Beschäftigung wider. Froben
Christoph hatte bei seinen Studien in Frankreich selbst heimlich alchemistische Experimente betrieben und sich auch
entsprechende Literatur besorgt, andererseits konnte er dies mit seinen Glaubensgrundsätzen nicht vereinbaren und
beendete diese Forschungen wieder. Was wir heute als Aberglauben bezeichnen, dass Geister und Gespenster
heraufbeschworen werden könnten, war Überzeugung. In einem späteren Nachtrag, die Chronik blieb unvollendet,
bleiben zwar noch die Glaubenszweifel, aber die Gespenstergeschichten entfallen:

„Das aber die pratik solcher kunst nit allain gottlos, sonder zum höchsten sorgclich, das ist unlaugenbar, dann
sich das in der erfarnus beweist, und wissen, wie es dem weitberüempten schwarzkünstler, dem Fausto,
ergangen. Derselbig ist nach vilen wunderbarlichen sachen, die er bei seinem leben geiebt, darvon auch ain
Johann Faust 12

besonderer tractat wer zu machen, letzstlich in der herrschaft Staufen im Preisgew in großem alter vom bösen
gaist umbgebracht worden.“[11]
Mit der zeitlichen Entfernung vom realen Ereignis wurden die Darstellungen über sein Leben und Sterben immer
dramatischer. Das dramatische Ende Fausts kam seinen geistlichen und gelehrten Widersachern sehr entgegen.
Sowohl die katholische Kirche als auch die protestantischen Geistlichen sahen in ihm einen Gegner ihres Glaubens.
Letztere verdammten ihn sogar als Teufelsbündler. Für Gelehrte und offiziell zugelassene Ärzte war er ein
Konkurrent, der ihnen Hörer bzw. Patienten abwarb.
Eine abschließende Bewertung der historischen Faustgestalt erweist sich als schwierig. In der heutigen
Faust-Forschung wird er größtenteils als hochintelligenter Autodidakt gesehen, der seine Fähigkeiten spektakulär
darstellte und geschäftstüchtig nutzte.

Literatur
• Hans-Gert Roloff: Artes et doctrina. Struktur und Intention des Faust-Buchs von 1587, in: Kleine Schriften zur
Literatur des 16. Jahrhunderts, Amsterdam: Rodopi 2003, S. 71–98. ISBN 9042008067, Google-Books [12]
• Günther Mahal: Faust: Untersuchungen zu einem zeitlosen Thema. Neuried: ars una 1998 (Abdruck der
Dokumente über Faust mit Erläuterungen). ISBN 3893913068
• Frank Möbus, Friederike Schmidt-Möbus, Gerd Unverfehrt (Hrsg.): Faust – Annäherung an einen Mythos.
Göttingen: Wallstein 1995.
• Günther Mahal: Faust. Die Spuren eines geheimnisvollen Lebens. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1995. ISBN
3499137135
• Frank Baron: Faustus on Trial. The Origin of Johann Spies's Historia in an Age of Witch-hunting. Tübingen:
Niemeyer 1992. ISBN 3484365099
• Frank Baron: Dr. Faustus: From History to Legend. München: Fink 1978. ISBN 3770515390
• Carl Kiesewetter: Faust in der Geschichte und Tradition. Leipzig: Spohr 1893. Nachdruck Hildesheim: Olms
1963

Weblinks
• Volksbuch von Dr. Faust in der Bibliotheka Augustana [13]
• Faust-Museum Knittlingen [14]
• Hans-Ulrich Stoldt: Der Mogeldoktor [15], Spiegel Online, 29. September 2009.

Referenzen
[1] die Zimmerische Chronik, Band 3, Seite 529 schreibt um die Zeit des Regensburger Reichstags. Da die Zimmern im Kontext bereits als
Grafen benannt sind, muss dies nach 1538 sein. Da Froben Christoph von Zimmern noch unverheiratet ist vor 1544. Es kommt also nur der
Reichstag 1541 in Frage
[2] Hans-Gert Roloff: Artes et doctrina. Struktur und Intention des Faust-Buchs von 1587
[3] Richard Stecher: Erläuterungen zu Goethes „Faust“ I. Teil; erschienen in: Dr. Wilhelm Königs Erläuterungen zu den Klassikern. 21–21a
Bändchen (Doppelheft). Leipzig: Hermann Bayer Verlag, o.J.10
[4] Beilage zum Reclam-Heft: Johann Wolfgang Goethe Faust. Der Tragödie erster Teil. 1987, Philipp Reclam jun., Stuttgart.
[5] siehe Baron: Faustus on Trial. The Origin of Johann Spies’s Historia in an Age of Witch-hunting
[6] Stadtarchiv Ingolstadt: Ingolstädter Ratsprotokolle
[7] siehe Kiesewetter: Faust in der Geschichte und Tradition, Bd 1; S. 3
[8] siehe Baron: Doctor Faustus from History to Legend; S. 42
[9] Staatsarchiv Nürnberg: Nürnberger Ratserlasse, Nr. 870f., 12
[10] Zimmerische Chronik, Band 3, Seite 529
[11] Zimmerische Chronik, Band 1, Seite 577. Dass die spätere Version in Band 1 zu finden ist, ist auf die Edition Baracks im 19. Jhd.
zurückzuführen
[12] http:/ / books. google. at/ books?id=roBKKBW5cjoC& pg=PA5& source=gbs_selected_pages& cad=0_1&
sig=dFcrZRg0u-A45J4aKY_SEUi_mNA#PPA71,M1
Johann Faust 13

[13] http:/ / www. fh-augsburg. de/ ~harsch/ germanica/ Chronologie/ 16Jh/ Faustus/ fau_intr. html
[14] http:/ / www. knittlingen. de/ 2345_DEU_WWW. php
[15] http:/ / www. spiegel. de/ spiegelgeschichte/ 0,1518,652397,00. html

Häresie
Als Häresie (von griechisch αἵρεσις, haíresis „Wahl, Auswahl“) oder Heterodoxie (Andersgläubigkeit) wird eine
Lehre bezeichnet, die im Widerspruch zur Lehre einer christlichen Großkirche oder einer anderen vorherrschenden
Auffassung steht und beansprucht, selbst die Wahrheit richtiger zum Ausdruck zu bringen. Gegenbegriff ist
Orthodoxie (Rechtgläubigkeit). Eine Lehre oder Lebensform kann prinzipiell nur relativ zu einer anderen – als
„orthodox“ beurteilten – als häretisch bezeichnet werden.[1]
Der Begriff Häresie wird sowohl im Kontext der katholischen Kirche gebraucht als auch in orthodoxen Kirchen,
protestantischen bzw. evangelischen Kirchen, im Judentum, im Islam und in einigen anderen Religionen (siehe
unten).

Begriffsabgrenzung
Der Ausdruck Ketzerei (und Ketzer, nach dem Namen der mittelalterlichen Bewegung der Katharer) war
ursprünglich synonym zu Häresie und wird in der Gegenwartssprache oft im Sinn einer beliebigen Abweichung von
„einer allgemein als gültig erklärten Meinung oder Verhaltensnorm“ verwendet, die durchaus sympathisch gesehen
werden kann, während Häresie und Häretiker auch heute noch auf die spezifische kirchlich-theologische und
historische Bedeutung beschränkt sind.[1]
Häresiologie ist die Lehre von Häresien. In der Häresiologie beschreibt eine Kirche, was sie als Häresie sieht und
wie sie sie erkennt. Eine Häresiologie ist immer der subjektive Standpunkt einer Kirche.[1]
Häresiographie ist eine Abhandlung, die Häresien beschreibt.
Von der Häresie unterschieden wird das Schisma, wo in einem Konflikt um die kirchliche Ordnung die
organisatorische Einheit der Kirche nicht aufrechterhalten wird.[1] Ein Schisma kann mit einer Häresie einhergehen
wie beispielsweise beim Donatismus, aber es ist ebenso möglich, dass zwei schismatische Gruppen die gleichen
Glaubensinhalte teilen, wie das beispielsweise beim abendländischen Schisma der Fall war.
Ebenfalls von Häresie unterschieden wird Apostasie, bei der jemand der kirchlichen Lehre widerspricht, weil er sich
persönlich nicht mehr als Glaubender sieht und sich von seiner früheren Religion völlig losgesagt hat[1] , und
Blasphemie, eine gotteslästerliche Äußerung.
Angehörige anderer Religionen werden nicht als Häretiker bzw. Ketzer, sondern als Andersgläubige oder
Ungläubige bezeichnet.

Häresie im Christentum

Häresien in der Alten Kirche


Im Urchristentum gab es ebenso wie im Neuen Testament einen Pluralismus von theologischen Sichtweisen. Schon
im Neuen Testament wurde unterschieden zwischen Adiaphora (z. B. 1. Korintherbrief: Dürfen Christen Fleisch von
Tieren essen, die den heidnischen Göttern geopfert wurden) und verbindlichen Lehren (z. B. Galaterbrief: Man darf
Heidenchristen nicht zur Beschneidung zwingen).
Zu Lebzeiten der Apostel lag die letzte Autorität über die richtige Lehre bei den Aposteln (zum Beispiel beim
Apostelkonzil).
Häresie 14

Die Alte Kirche kannte bis ins 4. Jahrhundert zunächst keine zentrale Autorität, die über solche Fragen der Lehre
hätte entscheiden können (auch der Bischof von Rom war zur damaligen Zeit keine Autorität). Es entwickelten sich
zuerst drei gleichberechtigte kirchliche Metropolen in Antiochia, Alexandria und Rom. Konstantinopel und in weit
geringerem Maße Jerusalem kamen später hinzu. Deren Bischöfe waren in ihrem Umkreis bestimmend.
Daneben entstanden durch herausragende Personen im Laufe der Zeit auch noch andere theologische
Schwerpunktzentren wie zum Beispiel in Nordafrika durch Augustinus und in Kleinasien durch die Kappadozier.
Diese Theologen setzten sich mit den in ihrer Umgebung kursierenden abweichenden Lehren auseinander, wobei
ihnen außer Argumenten und der Exkommunikation (dem Kirchenausschluss) nicht viele Machtmittel zur Verfügung
standen. Eine solche Exkommunikation traf den Häretiker in der damaligen Zeit weit weniger als im europäischen
Mittelalter, da das Christentum noch nicht Staatsreligion war. Außerdem war der Häretiker ja davon überzeugt, dass
er dem rechten Glauben anhing, und sich die Kirche im Irrtum befände.
Vom 4. bis ins 10. Jahrhundert waren es die ökumenischen Konzilien, die Lehrentscheidungen für die ganze Kirche
trafen. Diese Lehrentscheidungen sind bis heute bei den orthodoxen, katholischen und den meisten protestantischen
Kirchen anerkannt. Sie wurden ja auch zeitlich weit vor dem morgenländischen Schisma und der protestantischen
Bewegung beschlossen. Gewöhnlich ging einer Verurteilung einer Lehre durch ein ökumenisches Konzil eine Zeit
der intensiven Auseinandersetzung, Diskussion und Argumentation voraus.
Die Lehrentscheidungen der ersten Jahrhunderte wurden in der Regel auf der Basis eines Mehrheitskonsenses
getroffen. In einigen Fällen, zum Beispiel bei der Auseinandersetzung mit dem Arianismus, lag die politische Macht
allerdings auf der nicht-orthodoxen Seite (siehe auch Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Ambrosius von
Mailand).

Synkretistische Häresien
Eines der frühen Probleme des Christentums war, sich in der synkretistischen Kultur des Hellenismus gegenüber
synkretistischen Religionen wie Gnostizismus und Manichäismus abzugrenzen, die die christlichen Dogmen ganz
oder teilweise mit anderen Religionen oder Eigenkonstruktionen vermischten. Solche Bewegungen waren:
• Gnostizismus
• Markionismus
• Montanismus
• Manichäismus

Christologische Häresien
Die orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchen lehren, dass Christus völlig göttlich („wahrer Gott“) und
gleichzeitig völlig menschlich sei („wahrer Mensch“) und dass die drei Personen der Trinität gleichrangig und ewig
seien. Die Formulierung der trinitarischen Lehre wurde im Verlauf von Jahrhunderten entwickelt, wobei die
Definitionen immer wieder verfeinert wurden, um neu aufgekommene Meinungen bezüglich der Natur Jesu Christi,
dem Verhältnis zwischen Christus und Gott Vater sowie der Trinität abzuwehren.
Zu diesen Häresien gehörten:
• Adoptionismus oder dynamischer Monarchianismus erstmals im 2. und 3. Jahrhundert: Jesus sei bei seiner Taufe
von Gott adoptiert worden. Jesus sei nicht Gott, sondern ein Mensch, durch und in dem Gott wirke. Wird heute
von Christadelphians und Unitariern vertreten.
• Apollinarianismus, von Apollinaris von Laodicea dem Jüngeren um 360 in Syrien: Jesus Christus könne nicht
gleichzeitig Gott und Mensch sein, sondern der göttliche Logos sei an die Stelle einer menschlichen Seele
getreten. Nur sein Körper sei menschlich geblieben.
• Arianismus, als Lehre erstmals im 3. Jahrhundert: Jesus Christus stände unter Gott und sei eine geschaffene
Kreatur, allerdings vor allen anderen Wesen geschaffen und somit auch nicht Mensch im üblichen Sinne.
Häresie 15

• Modalismus, modalistischer Monarchianismus, Patripassianismus, Sabellianismus, erstmals im 2. und 3.


Jahrhundert: Gott sei eine einzige Person, die sich während der Geschichte auf verschiedene Art (als Schöpfer, als
Jesus Christus, als Heiliger Geist) offenbart habe. Wird heute von manchen Pfingstgemeinden (Oneness
Pentecostals) und der Vereinigten Apostolischen Kirche vertreten.
• Monophysitismus, Doketismus 2. Jahrhundert, 5. Jahrhundert: Jesus habe nur eine – göttliche – Persönlichkeit,
sei entweder nur scheinbar Mensch, oder seine menschliche Natur sei in der göttlichen aufgegangen wie ein
Tropfen im Ozean.
• Nestorianismus: 5. Jahrhundert, lehrt, Jesus habe zwei klar unterschiedene Persönlichkeiten als Gott und Mensch,
die vor allem den Körper gemeinsam hatten.
Das nicänische Glaubensbekenntnis ist als Reaktion auf christologische Häresien entstanden.

Ekklesiologische Häresien
• Donatismus 4. Jahrhundert: Gültigkeit christlicher Sakramente (insbesondere Taufe, Priesterweihe) hingen vom
Charakter und Glauben des Priesters ab (das heißt Taufen und Priesterweihen durch während der Verfolgung
abgefallene Priester sind ungültig und müssen von einem nicht abgefallenen Priester neu gespendet werden;
Abgefallene dürften nach der Verfolgung nicht wieder in die Kirche aufgenommen werden.)
• Pelagianismus: 5. Jahrhundert. Lehnt die Erbsünde ab und lehrt, der Mensch könne von sich aus alle Gebote
Gottes einhalten.

Judenchristliche Häresien
Gruppierungen, die in irgendeiner Form am jüdischen (Ritual-)Gesetz festhalten wollten:
• Nazoräer, Nazarener
• Ebioniten
• Elkesaiten

Häresie im Mittelalter
Im Gegensatz zur Situation der Alten Kirche mit vielen theologischen Zentren, die einen theologischen Konsensus
entwickeln mussten, gab es im Mittelalter in West- und Mitteleuropa nur noch eine dominierende geistliche
Autorität, die der römisch-katholischen Kirche, die vom Hochmittelalter an auch eine dominierende politische Kraft
war. Diese andere Situation der Kirche führte auch zu einer anderen Sicht von Häresie.

Definition von Häresie in der Katholischen Kirche


Die katholische Kirche differenziert zwischen einzelnen abweichenden Erscheinungsformen des Glaubens und deren
Nähe zur ausdrücklichen Häresie.
Nur ein Glaube, der direkt einem Artikel des Glaubens zuwiderhandelt oder der ausdrücklich festhält, was durch die
Kirche zurückgewiesen wird, wird tatsächlich Häresie genannt, wobei zwingende Voraussetzung ist, dass der
Häretiker vorher katholischer Christ war. Häresie ist demnach die beharrliche Leugnung oder das beharrliche
Zweifeln an einer zu glaubenden Wahrheit, nachdem die Taufe empfangen wurde. Während die Bezeichnung häufig
von Laien verwendet wurde, um jeden möglichen falschen Glauben als Heidentum zu denunzieren, kennzeichnet
diese Definition nur jenen als Häretiker, der als ursprünglicher Gläubiger der Katholischen Kirche später von dieser
rechtgläubigen Kirche zugunsten eines gegensätzlichen Glaubens abwich.
Einen Glauben, den die Kirche nicht direkt abgewiesen hat, oder der im Gegensatz zu einer weniger wichtigen
Kirchenlehre steht, nennt man sententia haeresi proxima, „eine Meinung nahe der Häresie“.
Ein theologisches Argument oder ein Glaubenssystem, das keine Häresie behauptet, aber zu häretischen
Schlussfolgerungen führen könnte, nennt man propositio theologice erronea, eine „irrige theologische
Angelegenheit“.
Häresie 16

Wenn eine theologische Position nur Konflikte wohl denkbar macht, aber nicht notwendigerweise dazu führt, sprach
man abgemildert von suspecta sententia de haeresi, „vermuteter Abweichung“.

Vorgehen gegen Häresie


Siehe Hauptartikel: Inquisition
Im Mittelalter war Häresie nicht nur ein Problem der Kirche, sondern ebenso der weltlichen Macht, die eine
Abweichung vom rechten Glauben einer staatsfeindlichen Haltung gleichsetzte und zwar deshalb, weil Häretiker oft
die Leistung von Eiden verweigerten, die jedoch ein zentraler Bestandteil des mittelalterlichen Vertragswesens
waren. Es kam vor, dass weltliche Fürsten von der Kirche forderten, Häretiker zur Ordnung zu rufen.
Im 11. und 12. Jahrhundert befahlen Päpste, Häresie mit Gefangenschaft und Einzug des Eigentums zu bestrafen und
drohten den Fürsten, die Häretiker nicht bestraften, mit Exkommunikation.
Exkommunikation galt im Mittelalter als schwerste Bestrafung, und wurde auch so empfunden, da sie die einzelne
Person vom Leib Christi, seiner Kirche, trenne und somit die Erlösung verhindere. Die Exkommunikation oder die
Androhung der Exkommunikation genügten oft, Häretiker zum Abgehen von ihren Überzeugungen zu bewegen.
Nach Auseinandersetzungen mit Häresien wie den Katharern (Albigensern) oder den Waldensern wurde in der ersten
Hälfte des 13. Jahrhunderts die Inquisition gegründet. Die Inquisition war von Anfang an eine Zusammenarbeit
zwischen Kirche und Staat gegen Häretiker.
So klagte König Philip IV. von Frankreich (Philip der Schöne) den Templerorden wegen Ketzerei und
Homosexualität an. Da er hoch verschuldet war, unter anderem auch bei den Templern, wollte er sich die legendären
Reichtümer des Ordens aneignen. Am 13. Oktober 1307, einem Freitag, wurden alle Templer in Frankreich
verhaftet. Am 22. März 1312 hob Papst Klemens V. auf dem Konzil von Vienne unter dem Druck von König Philip
den Orden auf. Am 18. März 1314 wurden der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, zusammen
mit Geoffroy de Charnay in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Im 16. Jahrhundert wurden die Häresien von Alfonso de Castro systematisch geordnet und in einer alphabetischen
Enzyklopädie zusammengefasst.

Die katholische Kirche und die Reformation


Die Reformation wurde von der katholischen Kirche zuerst auch als Häresie angesehen und in katholischen
Gegenden entsprechend verfolgt.
Die Lehre der evangelischen Kirche bzw. der moderne Protestantismus wird heute von der katholischen Kirche nicht
mehr als Häresie angesehen, dies war bis in die Zeit Papstes Pius X. so; wohl aber wurden die einzelnen Personen,
die an der Entstehung des Protestantismus beteiligt waren und die der katholischen Lehre in wesentlichen Punkten
widersprachen, durch die Kirche zu Häretikern erklärt. Einige der Lehren des Protestantismus, die die katholische
Kirche als häretisch einstuft, sind der Glaube, dass die Bibel einzige Quelle und Richtschnur des Glaubens sei („sola
scriptura“) (und nicht wie im katholischen Verständnis Schrift und Tradition), dass nur der Glaube alleine zum Heil
führen könne („sola fide“) und dass das allgemeine Priestertum der Glaubenden das Weihepriestertum nicht nur
ergänze, sondern überflüssig mache.
Sobald die Protestanten grundsätzlich die römisch-katholische Kirche in Frage stellten, galten sie als Schismatiker,
nicht als Häretiker.
Eine Reaktion auf die Reformation war die Einrichtung der Kongregation für die Glaubenslehre (Sanctum Officium),
die bis heute in der katholischen Kirche die letzte Instanz für Glaubensfragen ist.
Häresie 17

Häretische Gruppen in der Neuzeit


In der Neuzeit wurde die Lehre von häretischen Gruppen offiziell vom Papst als Häresie verurteilt, es kam jedoch
nicht mehr zu weltlichen Bestrafungen von Häresie.
Neuzeitliche Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche, die als Häresie verurteilt wurden:
• Jansenismus, 17. Jahrhundert, lehrt absolute Prädestination (ähnlich wie Johannes Calvin, aber innerhalb der
katholischen Kirche).
• Gallikanismus: Der Papst unterstehe dem Konzil, sei nicht unfehlbar und habe keine Macht über weltliche
Fürsten.
• Sozinianismus und Psilanthropie: Unitarische Bewegung im 17. Jahrhundert, besonders in Polen.

Evangelische Kirchen und Häresie


Auch der Protestantismus glaubte bereits in der Reformationszeit die Notwendigkeit zu sehen, sich gegen radikale
Bewegungen abzugrenzen, wobei die Bezeichnung Häresie im protestantischen Kontext kaum gebräuchlich ist. Zu
weltlichen Strafen wegen Häresie kam es im evangelischen Raum nur im 16. und 17. Jahrhundert.
Dabei wurde in protestantischen Gegenden das Bündnis von Staat und Kirche gegen Häresien weitergeführt, wobei
die abweichende Lehre manchmal auch eher das war, was der Staat als gefährlich ansah.
Lehren der katholischen Kirche, die bereits in der Reformation als Häresie gegen das biblische Christentum gesehen
wurden, sind die Heiligenverehrung und die Lehre von der Transsubstantiation. Später kam auch die
Marienverehrung dazu, die von den Reformatoren selbst nicht verurteilt wurde.
Verfolgt und verurteilt wurden bereits während der Reformationszeit Vertreter der radikalen Reformation, zum
Beispiel Thomas Müntzer, die Täufer (abwertend auch Wiedertäufer), oder der Antitrinitarier Michael Servetus. Das
Augsburger Bekenntnis von 1530 verdammt die Lehren der Täufer.
Im 18. Jahrhundert kam es zu gegenseitigen Lehrverurteilungen von Calvinisten und Methodisten, insbesondere
wegen der unterschiedlichen Auffassung von Prädestination. Dies blieb jedoch im Rahmen von theologischen
Disputen ohne weltliche Konsequenzen und da die Kontrahenten meist unterschiedlichen Kirchen angehörten auch
ohne Kirchenstrafen. Allein in den Niederlanden wurden die an die Willensfreiheit glaubenden Remonstranten aus
der calvinistischen Reformierten Kirche ausgeschlossen.
Im 20. Jahrhundert hat der Gnadauer Verband und die deutsche Evangelische Allianz in der Berliner Erklärung von
1909 die Pfingstbewegung als Bewegung von unten (das heißt vom Teufel) verurteilt, was mittlerweile jedoch nur
noch von manchen pietistischen Kreisen so gesehen wird. Auch da handelt es sich um eine theologische
Stellungnahme ohne weltliche oder kirchliche Strafen.
1934 erklärte die Barmer Theologische Erklärung, verfasst vom evangelisch-reformierten Theologen Karl Barth, die
damalige protestantische Mehrheit der Deutschen Christen, das Führerprinzip und den nationalsozialistischen
Weltanschauungsstaat zur „falschen Lehre“ (= Häresie). Diese „Verwerfung“ wurde zum Bekenntnis der
Bekennenden Kirche, die sich damit als die wahre evangelische Kirche verstand. Die Evangelische Kirche in
Deutschland (EKD) hat die Barmer Erklärung nach 1945 in ihre Bekenntnisschriften aufgenommen. Einige ihrer
Landeskirchen ordinieren ihre Pastoren ausdrücklich darauf.
1974 erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) den Rassismus für unvereinbar mit dem christlichen
Glauben. Dies richtete sich in erster Linie gegen rassistische Theologien, wie sie etwa unter weißen reformierten
Buren Südafrikas vertreten wurden. Auch damit wurde faktisch eine „Häresie“ verurteilt und ausgegrenzt.
Ein Versuch von Christen in der Traditionslinie Karl Barths, auch die Massenvernichtungsmittel als
„bekenntniswidrig“ (häretisch) zu verwerfen, wurde 1958 von der Mehrheit der evangelischen Synodalen abgelehnt.
Häresie 18

Häresien im Judentum
Das orthodoxe Judentum stuft als häretisch ein, was von den traditionellen – biblisch-talmudischen – jüdischen
Überlieferungen abweicht. Zwei schon in der Antike beziehungsweise Spätantike bekannte heterodox-häretische
Gruppen bilden die nationale Sondergruppe der Samaritaner und die antitalmudischen Karäer. Im 17. Jahrhundert
haben die messianisch inspirierten Anhänger des Sabbatai Zwi als jüdische Häretiker von sich reden gemacht.
Das heutige ultraorthodoxe Judentum ist der Ansicht, dass überhaupt alle Juden, die ihr spezifisches Verständnis von
Maimonides' 13 Grundregeln des jüdischen Glaubens zurückweisen, Häretiker sind. Ultraorthodoxe Juden und die
meisten modernen orthodoxen Juden betrachten jüdische Reformbestrebungen (Reformjudentum,
Rekonstruktionismus, teilweise sogar schon das konservative Judentum) als häretische Bewegungen.
Allerdings bedeutet eine Verurteilung als Häretiker im Judentum nicht, dass die Verurteilten aus Sicht der
Verurteilenden keine Juden mehr wären. Ihr Judentum, als Zugehörigkeit zur jüdischen Schicksalsgemeinschaft,
bleibt bestehen, nur ihr rechter Glaube wird in Frage gestellt. Nichtjüdische Konvertiten, die zu einer als häretisch
angesehenen Richtung des Judentums übertreten, werden allerdings von den Orthodoxen auch nach ihrer Konversion
als nichtjüdisch betrachtet.

Häresien im Islam
Die zwei islamischen Hauptbekenntnisse, die Sunna (offizielles Bekenntnis der meisten arabischen Länder und
Hauptströmung in der Türkei) und die Schia (Staatsreligion in Iran seit 1501), sahen einander lange Zeit als häretisch
an. In den 1930er Jahren haben sich beide zu gegenseitiger Anerkennung durchgerungen.
Folgende Gruppierungen im Islam können als häretisch gelten: al-Habasch (andere Bezeichnung: Ahbash),
Ahmadiyya, Aleviten, Assassinen, Babis und Bahai, Drusen, Hurufi, Karmaten, Chawaridsch, Mu'tazila, Kadariyya,
Murdschia.
Jedoch gibt es Unterschiede in den beiden Glaubensrichtungen: So gilt der Parsismus in der Sunna als häretisch, in
der Schia aber ist er anerkannt.
Andere Bewegungen oder religiöse Haltungen, vor allem mystisch inspirierte (vergleiche beispielsweise Sufismus,
Derwisch, Bektaschi), sind wohl allgemein einem erhöhten Misstrauen von Seiten der Orthodoxie ausgesetzt,
können aber keinesfalls an sich als häretisch bezeichnet werden. Zudem werden heute je nach Land einige dieser
Gruppen zugelassen, beziehungsweise von islamischen Gerichten und religiösen Institutionen respektiert, während
andere, zum Beispiel die Ahmadis seit 1974 in Pakistan, ausgeschlossen und verfolgt werden.

Häresien im Buddhismus
Im in Japan begründeten Buddhismus der Nichiren-Tradition betrachten einige Schulen einander sowie nahezu alle
anderen buddhistischen Schulen, die nicht auf dem Lotos-Sutra aufbauen (insbesondere Amida- und
Zen-Buddhismus, sowie Shingon-shū und Risshū) bzw. dieses anders als sie interpretieren (also auch andere
Nichiren-Schulen), als häretisch und verhalten sich daher gegenüber diesen oft mit den Methoden des Shakubuku
(折伏; wörtlich „brechen und unterwerfen“, eine aggressiv-argumentative Verurteilung der häretischen Lehren mit
dem Ziel der Bekehrung) und des Fuju-fuse (不受不施; wörtlich „kein Geben, kein Nehmen“, d.h. es findet keinerlei
Transfer von Leistungen oder Gütern statt).
Häresie 19

Weitere Religionen und Weltanschauungsgruppen


Die Häresie ist ein grundlegendes Problem fast aller Weltreligionen, aus strukturellen Gründen aber besonders der
monotheistischen – von fundamentalistischen Sondergruppierungen („Sekten“), die Häretiker (wenn nicht gar
„Dämonen“) am laufenden Band produzieren und bekämpfen, ganz zu schweigen.
Die Scientology Organisation verwendet die Bezeichnung squirreling für nicht autorisierte Änderungen ihrer Lehre
oder Methoden, bezeichnet Häretiker als Verbrecher und verfolgt sie, insbesondere unter der Anklage wegen
angeblicher Copyright-Verletzungen. Die Freie Zone wird von der Scientology Kirche als Häretiker angesehen und
mit allen Mitteln bekämpft.
Auch rein säkulare Ideologien der Moderne sind hier oft als Erben des alten monotheistischen Einzigkeits- und
Einheitsanspruches zu erkennen. Besonders oft hervorgehoben oder vermutet wird diese Parallele für den
Marxismus-Leninismus: In der Form des Stalinismus und auch des Maoismus hat die Verfolgung und Verurteilung
von Abweichlern (von der offiziellen Parteidoktrin), die man als Opportunisten, Revisionisten, Reaktionäre,
Trotzkisten oder Renegaten brandmarkte, in ihrer mörderischen Intoleranz deutliche Parallelen zur den christlichen
und islamischen Ketzerverfolgung und übertraf diese oft noch an Opferzahlen. Das gleiche gilt, oft mit starken
Einschränkungen, auch für viele nationale, oft antikoloniale Erweckungsbewegungen weltweit. Schließlich ist zu
erwähnen, dass in vielen schulbildenden Beiträgen zum Ideenreservoir der Moderne (zum Beispiel Psychoanalyse,
Surrealismus, Ökologiebewegung und so weiter) das häretische Problem zumindest latent anwesend ist.

Siehe auch
• Hexenverfolgung, Minderheit, Apostat
• Liste der christlichen Häresien
• Chronologie der christlichen Kirchen, Konfessionen und Sondergruppen
• Liste der Konfessionen
• Messianische Bewegungen

Literatur
• Christoph Auffarth: Die Ketzer. Katharer, Waldenser und andere religiöse Bewegungen C. H. Beck Verlag,
München 2005, ISBN 3-406-50883-9, (Beck'sche Reihe 2383).
• Alfonso de Castro: Adversos omnes haereses libri XIIII. Iod. Badio & Ioanni Roigny, Paris 1534), (Auch:
Antwerpen 1556 und öfter).
• Peter L. Berger: Der Zwang zur Häresie. Religion in der pluralistischen Gesellschaft. Durchgesehene und
verbesserte Auflage der Ausgabe von 1980. Herder, Freiburg u. a. 1992, ISBN 3-451-04098-0, (Herder-Spektrum
4098).
• Herbert Grundmann: Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Untersuchungen über die geschichtlichen
Zusammenhänge zwischen der Ketzerei, den Bettelorden und der religiösen Frauenbewegung im 12. und 13.
Jahrhundert und über die geschichtlichen Grundlagen der deutschen Mystik. Lizenzausgabe. 3. unveränderte
Auflage. Reprografischer Nachdruck der 1. Auflage. Berlin 1935. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt
1970, (Zugleich: Leipzig, Univ., Habil.-Schr., 1933).
• Herbert Grundmann: Ketzergeschichte des Mittelalters. 3. durchgesehene Auflage. Vandenhoeck und Ruprecht,
Göttingen 1978, ISBN 3-525-52327-0, (Die Kirche in ihrer Geschichte Lieferung G, Teil 1, Bd. 2).
• Alister McGrath: Heresy. A History of Defending the Truth. HarperCollins, New York NY 2009, ISBN
978-0-281-06215-7.
• Johann Ev. Hafner: Selbstdefinition des Christentums. Ein systemtheoretischer Zugang zur frühchristlichen
Ausgrenzung der Gnosis. Herder, Freiburg u. a. 2003, ISBN 3-451-28073-6, (Zugleich: Augsburg, Univ.,
Habil.-Schr., 2001: Selbstdefinition des Christentums am Beispiel der Ausgrenzung der Gnosis durch Justin und
Häresie 20

Irenäus, rekonstruiert mit Luhmanns Codetheorie).


• Jörg Oberste: Ketzerei und Inquisition im Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, ISBN
978-3-534-15576-7, (Geschichte kompakt).
• Alexander Patschovsky: Ketzer, Juden, Antichrist. Gesammelte Aufsätze zum 60. Geburtstag. (PDF) [2]. Mit
einem Vorwort von Horst Fuhrmann. Konstanz 2001.
• Alfred Schindler: Häresie (Theologische Realenzyklopädie).

Weblinks
• Herbert Fronhofen: Aktuelle Literatur zur Häresie und zur Wahrheit des christlichen Glaubens [3]
• Leff, Gordon: „Heresy in the middle Ages“ [4] im Dictionary of the History of Ideas (englisch, inkl.
Literaturangaben)
• Holland, D. L.: „Heresy, Renaissance and Later“ [5] im Dictionary of the History of Ideas (englisch, inkl.
Literaturangaben)
• J. Patrick Hornbeck II: Orthodoxy and Heresy [6], Auswahlbibliographie, in: Marginalia, Cambridge 2004

Referenzen
[1] Theologische Realenzyklopädie: Häresie
[2] http:/ / kops. ub. uni-konstanz. de/ volltexte/ 2001/ 673/ pdf/ PatschovskyFS. pdf
[3] http:/ / www. theologie-recherche. de/ erkenntnislehre/ 7wahrheit. htm
[4] http:/ / xtf. lib. virginia. edu/ xtf/ view?docId=DicHist/ uvaGenText/ tei/ DicHist2. xml;chunk. id=dv2-47
[5] http:/ / xtf. lib. virginia. edu/ xtf/ view?docId=DicHist/ uvaGenText/ tei/ DicHist2. xml;chunk. id=dv2-48
[6] http:/ / www. marginalia. co. uk/ shared/ orthodoxy_heresy. php

Mephistopheles
Mephistopheles (kurz: Mephisto) ist der Name des Teufels in der Faust-Thematik. Es handelt sich um einen
dienstbaren Geist, der um Beistand angerufen oder als Paredros (spiritus familiaris) magisch herbeigezwungen
wurde und scheint dem Namen nach den Abfallgruben mittelalterlichen Zauberwesens entsprungen zu sein und hat
so Eingang in die Literatur gefunden.
Die etymologische Herkunft des Namens ist nicht genau geklärt. Bei
William Shakespeare findet sich die Form „Mephistophilus“, während
es bei Christopher Marlowe „Mephostophilis“ ist. In den alten
Volksbüchern und Puppenspielen finden sich verschiedene Varianten
wie „Mephostophiles“, „Mephostophilus“, aber auch die heute
geläufigste und bei Johann Wolfgang Goethe verwendete Form
„Mephistopheles“.

Daraus folgen unterschiedliche Herkunftsmöglichkeiten:


1. Nahe liegt eine Herleitung aus dem Hebräischen, nämlich eine
Verbindung der zwei Partizipien mephir (Zerstörer, Verderber) und
Neuzeitliche Theatermaske des Mephisto
tophel (Lügner), weitere Schreibweise „mefir“ (Lügner).
2. Die ältere Form Mephostophiles lässt sich (mit griechisch me
„nicht“ und phosto entweder „Licht“ oder „Faust“) deuten als „der das Licht/den Faust nicht liebt“.
3. Mephistophiles könnte auf Latein mephitis (=schädliche Ausdünstung der Erde) und Griechisch phílos (=Liebe)
zurückgehen (der den Gestank Liebende).
Mephistopheles 21

Eventuell bezieht sich das Faustbuch von 1587, in welchem die Sage erstmals in gedruckter Form erscheint, auch auf
Mephitis, die italienische Schutzgöttin der schwefelhaften Ausdünstungen. Unter mephistischen Gasen verstand man
gasförmige Substanzen, die beim Einatmen schädliche oder tödliche Wirkung erzielen.

Mephistopheles-Figuren in der Literatur

Johann Faust
In den Sagen um die historische Person Johann Faust ist Mephistopheles ein Teufel, der mit Faust einen Teufelspakt
eingeht: Mephisto verpflichtet sich, Faust solange zu dienen, bis er einen ganz bestimmten Satz sagt. Erst dann
tauschen sie die Rollen und Faust ist dem Teufel verpflichtet.

Christopher Marlowe
In Christopher Marlowes Drama The Tragical History of Doctor Faustus (Die tragische Historie vom Doktor
Faustus) aus dem Jahre 1589 tritt Mephistopheles neben Beelzebub als Abgesandter Luzifers auf und schließt mit
Faust einen Teufelspakt.

Goethe
Als Antagonist in Johann Wolfgang Goethes Tragödie „Faust“ (Urfaust, Faust I, Faust II) versucht Mephisto, eine
Wette mit Gott abzuschließen. Er sagt, es werde ihm gelingen, den Doktor Heinrich Faust vom rechten Wege
abzubringen. Nach einer späteren Abmachung mit Faust selbst ist dies schon dann gelungen, wenn Faust einen
Augenblick so schön findet, dass er ihn auf Dauer festhalten möchte.
Diese Darstellung des Mephisto hat nicht mehr viel mit der mittelalterlichen und volkstümlichen Vorstellung des
Teufels zu tun. Goethes Mephisto verkörpert das Prinzip der Negation. So lässt Goethe Mephisto von sich selbst
sagen: „Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht, denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde
geht; Drum besser wär's, daß nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
mein eigentliches Element.“
Er verkörpert die materialistische Einstellung zu den Dingen.
Bereits im Prolog gibt sich Mephistopheles selbst als Element der Welt zu erkennen und somit auch als eine
„Schöpfung“ des Herrn. Als eine solche Schöpfung ist er eingebunden in den göttlichen Plan. Dieser besteht im
ewigen Wandel, der sowohl die Schöpfung, als auch die Zerstörung beinhaltet. Mephisto, als das Prinzip der
Negation, ist deshalb für das Funktionieren der Welt notwendig. Sein eigentliches Ziel, die Zerstörung bzw.
Verneinung der gesamten Schöpfung, kann er aber natürlich nie erreichen, da er ja im Grunde von Gott gelenkt wird.
Und obwohl Mephisto sich seiner Rolle voll und ganz bewusst ist, geht er seiner Arbeit immer mit ganzer Kraft
nach. Er gilt als der beeindruckendste Charakter in Goethes Faust.
Es ist niemals wirklich zu erkennen, was ihn treibt, doch gibt er sich alle Mühe in einem Wettstreit, dessen Ergebnis
schon längst feststeht.
Ein weiterer Interpretationansatz ist es, die dramatische Figur des Mephistopheles als Veräußerung des Inneren
Fausts zu sehen. Er stellt den zerstörerischen Teil Fausts dar.
Mephistopheles 22

Klaus Mann
Der Roman „Mephisto“ von Klaus Mann (erschienen 1936 im Exil) erzählt die Geschichte des Schauspielers Hendrik
Höfgen (basierend auf der realen Person Gustaf Gründgens), der sich während der Zeit des Nationalsozialismus mit
den Machthabern arrangiert. Die Rolle des Mephisto in Goethes Faust gehört zu Höfgens (wie Gründgens')
Paraderollen. 1981 wurde der Roman von István Szabó mit Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle verfilmt
(Mephisto (Film)).

Weitere Verwendung
Zusätzlich zu den Beispielen in der Literatur kommt die Figur des Mephistopheles auch noch in der Verfilmung des
Marvel-Comics "Ghost Rider" vor. Hier wird er vom amerikanischen Schauspieler Peter Fonda verkörpert.

Weblinks
• Informationen zu Mephistopheles [1] im BAM-Portal

Literatur
• Irene Gerber-Münch (1997) :"Goethes Faust "Eine tiefenpsychologische Studie über den Mythos des modernen
Menschen
• Carl Gustav Jung :Psychologie und Alchemie
• Carl Gustav Jung :Symbolik des Geistes

Siehe auch
• Hermetik
• Alchemie
• Schatten (Archetyp)

Referenzen
[1] http:/ / www. bam-portal. de/ searchExpert. do?action=search& query=Mephistopheles
Goethes Faust 23

Goethes Faust
Mit Goethes Faust wird Johann Wolfgang von Goethes Bearbeitung des Fauststoffes bezeichnet. Es kann damit
speziell der erste Teil gemeint sein, oder gemeinsam der erste und der zweite Teil, oder insgesamt Goethes im
Verlauf von sechzig Jahren immer wieder neu aufgenommene Arbeiten am Fauststoff, einschließlich der Entwürfe,
Fragmente, Paralipomena und Kommentare.
• Urfaust, entstanden zwischen 1772 und 1775.
• Faust. Ein Fragment., erschienen 1790.
• Faust. Eine Tragödie. (auch Faust. Der Tragödie erster Teil oder kurz Faust I), erschienen 1808.
• Faust. Der Tragödie zweiter Teil (auch kurz Faust II), erschienen 1832.

Urfaust
Unter Urfaust (auch als Faust. Frühe Fassung oder Faust in
ursprünglicher Gestalt bekannt) versteht man Goethes ersten Entwurf
für sein Literaturwerk Faust. Er entstand in den Jahren zwischen 1772
und 1775, parallel zu Die Leiden des jungen Werthers in Frankfurt am
Main. Goethes Arbeitsprozess am Urfaust ist nicht mehr zu
rekonstruieren. Auslöser für die Entwicklung des Urfaust war die
Verurteilung und Hinrichtung der Kindesmörderin Susanna
Margaretha Brandt. Vermutlich verfolgte Goethe den gesamten
Prozess, da nach seinem Tod in seinem Haus Abschriften von
Prozessakten gefunden wurden. Die Kindesmörderin diente Goethe als
Ansatz für die Gretchenfigur.

Es existiert nur eine Abschrift des Urfaust aus dem Besitz von Luise
von Göchhausen. Sie enthält in der heute noch erhaltenen Version
einige der Szenen, die dann später in Faust I eingearbeitet wurden. Im
Urfaust sind viele Passagen noch in Prosa verfasst, während im Faust I
nur noch die Szene Trüber Tag. Feld ohne Versform auskommt.

Szene aus dem Urfaust mit Joana Maria Gorvin


Goethes Faust im Wandel der Epochen als Gretchen und Konrad Wagner als Faust,
Berlin 1945
Der Arbeit am Faust war ein bedeutender Teil des Dichterlebens
Johann Wolfgang Goethes gewidmet. Sie zog sich über insgesamt
sechs Jahrzehnte hin. Daher können die Werke insgesamt drei unterschiedlichen Epochen zugeordnet werden, die
ebenso wie die Entwicklung des Autors einen gewissen Einfluss auf Stil und Inhalt hatten.
Urfaust 24

Titel Entstanden in den Alter Goethes (* 28. August 1749; † Epoche, die am ehesten auf das
Jahren 22. März 1832) jeweilige Werk zutrifft

Urfaust (bzw. Faust. Frühe Fassung) ~ 1772–1775 ~ 23–26 Sturm und Drang

Faust. Ein Fragment* ~ 1788–1790 ~ 39–41 Weimarer Klassik

Faust. Eine Tragödie (später: Der ~ 1797–1805 ~ 48–56 Sturm und Drang, Weimarer Klassik
Tragödie erster Teil)

Faust. Der Tragödie zweiter Teil** ~ 1825–1831 ~ 76–82 Weimarer Klassik, Romantik

* Faust. Ein Fragment war eine Weiterentwicklung des Urfaust (einige Szenen wurden neu eingefügt, andere
gestrichen). Im Folgenden wird dieser „Zwischenschritt“ nicht näher betrachtet.
** Faust. Der Tragödie zweiter Teil wurde im Sommer 1831 vollendet. Nachdem Goethe seit der Fertigstellung des
ersten Teils im Jahr 1805 zwanzig Jahre lang nicht mehr am Fauststoff gearbeitet hatte, erweiterte er ab 1825 frühere
Notizen zu einem zweiten Teil seiner Tragödie. Das Werk wurde 1832, einige Monate nach Goethes Tod,
veröffentlicht.

Vergleich: Urfaust und Faust I (Faust. Der Tragödie erster Teil)


In der folgenden Tabelle werden alle Szenen aus den einzelnen Werken grob verglichen, anschließend in Textform
die wichtigsten Unterschiede erläutert. Die Bezeichnung der Szenen im Urfaust stehen in der Originalfassung, in
Klammern stehen Auftritte, die in der Szene darüber enthalten sind, also keinen eigenen Namen haben.
Legende:
• X: Szene ist in einer Fassung nicht vorhanden bzw. nicht vergleichbar
• ~: Szenen ähneln sich bis auf wenige, aber entscheidende Merkmale
• =: Szenen sind (bis auf kleinere Unterschiede) gleich bzw. gleichwertig

Urfaust Vergleich Faust I

X Zueignung

X Vorspiel auf dem Theater

X Prolog im Himmel

Nacht ~ Nacht

X Vor dem Tor

X Studierzimmer I

(Schülerszene) ~ Studierzimmer II

Auerbachs Keller in ~ Auerbachs Keller in


Leipzig Leipzig

Land Strase X

X Hexenküche

Strase = Straße I

Abend = Abend

Allee = Spaziergang

Nachbaarinn Haus = Der Nachbarin Haus

(gleiches Gespräch) = Straße II

Garten = Garten

Ein Gartenhäusgen = Ein Gartenhäuschen


Urfaust 25

X Wald und Höhle

Gretgens Stube = Gretchens Stube

Marthens Garten = Marthens Garten

Am Brunnen = Am Brunnen

Zwinger = Zwinger

~ (s.u.) Nacht

Dom = Dom

Nacht ~ (s.o.)

X Walpurgisnacht

X Walpurgisnachtstraum

(gleiches Gespräch) = Trüber Tag. Feld

Nacht. Offen Feld = Nacht. Offen Feld

Kerker ~ Kerker

Wichtigste Unterschiede
• Die Zueignung ist an die Gestalten des Urfaust gerichtet, daher natürlich auch erst im Faust I zu finden.
• Durch den fehlenden Prolog im Himmel gibt es keine „Wette“ zwischen dem Herrn und Mephisto.
• Die Szene Nacht ist kürzer. Faust versucht nicht, sich umzubringen.
• Mephisto tritt erstmals in der Szene Nacht beim Schülergespräch auf. Es gibt keine ausdrückliche Einführung
seines Charakters und auch keinen Pakt zwischen ihm und Faust.
• Auerbachs Keller in Leipzig: Erste gemeinsame Szene von Faust und Mephisto, zahlreiche geänderte Dialoge,
oftmals ohne Reimform. Auffallend ist, dass Faust statt Mephisto Wein „ausgibt“ und die anwesenden Studenten
sowohl ver- als auch entzaubert.
• Hexenküche: Wie die Szene fehlen auch Fausts Verjüngungstrank und das Bild der Helena im Spiegel.
• Wald und Höhle: Auch dieses Kapitel wurde erst nachträglich eingebaut. Dies zeigt erneut die geringere
Bedeutsamkeit Mephistos.
• Nacht: Valentin tritt zwar auf, es bleibt allerdings beim ersten Monolog. Einen Hinweis auf den Kampf und
anschließenden Tod Valentins durch Faust gibt es nicht, ebenso fehlt das Gespräch mit Gretchen.
• Wie die Hexenküche sind auch die Walpurgisnacht und der zugehörige Traum nicht enthalten. Damit fehlt beim
Urfaust ein Großteil des metaphysischen und mythologischen Hintergrunds.
• Viele Enjambements (Prosaform) knüpfen in der Szene im Kerker stilistisch an Auerbachs Keller und das
Gespräch vor Nacht. Offen Feld an. Am Ende wird Gretchen nicht erlöst (Es fehlt das „Ist gerettet!“ der Stimme
von oben). Stattdessen gibt es hier einen Hinweis auf Valentins Tod (Blutige Hand und Degen – ähnlich Faust I,
Z. 4512-4517).
• Zusammenfassend lässt sich also sagen:
• Es gibt keine Wetten.
• Mephisto ist mehr Neben- als Hauptfigur, Faust ist selbstständiger.
• Der Fokus liegt auf der Liebestragödie um Gretchen.
Urfaust 26

Resonanz in der Öffentlichkeit


Goethe las erstmals 1775 am Hof zu Weimar aus dem Urfaust vor. Das Publikum war überwiegend begeistert ob der
neuen Stilrichtungen und der frechen Missachtung allgemein gültiger Formen und Muster. Goethe wurde im
Anschluss immer wieder auf Fertigstellung gedrängt, unter anderem auch von seinem Freund Friedrich Schiller.

Einordnung
In Anbetracht des Alters, in welchem Goethe den Urfaust schrieb, kann man von einem gelungenen Frühwerk
sprechen. Die spätere Überarbeitung der teilweise lückenhaften Szenenfolgen für Faust I zeigt Goethes
hinzugewonnene Reife und Erfahrung. Erst durch die Neufassung konnte der Fauststoff die verdiente Anerkennung
erlangen.

Ausgaben
• Zuerst veröffentlicht im Jahr 1887, herausgegeben von Erich Schmidt: Goethes Faust in ursprünglicher Gestalt
nach der Göchhausenschen Handschrift. Weimar: Hermann Böhlau.
• Urfaust / Faust. Ein Fragment, bearbeitet von Ernst Grumach, Berlin (DDR): Akademie-Verlag, 1954 (Werke
Goethes, herausgegeben von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin unter Leitung von Ernst
Grumach, Faust, Bd. 1).
Angelegt als historisch-kritische Ausgabe; Apparat fehlt.

Weblinks
• Text des Urfaust [1]
• Eine Zeittafel zur Figur des Faust in der Literatur [4]
• Faust als Spiegel der Geschichte [3] - Vortrag im Rahmen der Reihe Wissenschaft, Technik und Ethik an der TU
Clausthal.

Referenzen
[1] http:/ / www. fh-augsburg. de/ ~harsch/ germanica/ Chronologie/ 18Jh/ Goethe/ goe_uf00. html
Faust. Eine Tragödie. 27

Faust. Eine Tragödie.


Faust. Eine Tragödie. (auch Faust. Der Tragödie erster Teil oder Faust I), von Johann Wolfgang Goethe gilt als
das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur.
Die 1808 veröffentlichte Tragödie greift die Geschichte des historischen Doktor Faustus auf und wird im Faust II zu
einer Menschheits-Parabel ausgeweitet.

Inhalt

Ort und Zeit


Die Handlung spielt zu Lebzeiten des
historischen Faust (ca. 1480–1538),
also während der Wende vom
Mittelalter zur Neuzeit. Die
Handlungsorte liegen im heutigen
Deutschland, beispielsweise sind es
Leipzig oder der Harz.

Die Handlung in Kürze


Titelblatt der Erstausgabe von 1808
Heinrich Faust, wie der historische
Faust (ca. 1480–1538) ein angesehener
Forscher und Lehrer zu Beginn der Neuzeit, zieht die Bilanz seines Lebens und kommt zu einem doppelt
niederschmetternden Fazit: Als Wissenschaftler fehle es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren Ergebnissen, und als
Mensch sei er unfähig, das Leben in seiner Fülle zu genießen. In dieser verzweifelten Lage verspricht er dem Teufel
seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, Faust aus seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit zu befreien. Der
schließt mit Faust einen Pakt, verwandelt ihn zurück in einen jungen Mann, nimmt ihn mit auf eine Reise durch die
Welt und hilft ihm, die Liebschaft mit der jungen Margarete, genannt Gretchen, einzufädeln.

Figuren
• Direktor, ein Theaterdirektor (nur im Vorspiel auf dem Theater)
• Dichter, der Dichter eines Theaterstücks (nur im Vorspiel auf dem Theater)
• Lustige Person, ein Schauspieler (nur im Vorspiel auf dem Theater)
• die drei Erzengel Raphael, Gabriel und Michael
• Der Herr
• Mephistopheles, der Teufel (oft zu Mephisto abgekürzt)
• Heinrich Faust, ein Gelehrter
• Erdgeist, wird von Faust beschworen
• Wagner, Fausts Famulus
• Schüler, der bei Faust studieren will
• Hexe, in Diensten Mephistos
• Margarete, genannt Gretchen, ein junges Mädchen, Fausts Geliebte
• Marthe, Gretchens Nachbarin
• Lieschen, Gretchens Bekanntschaft
• Valentin, Gretchens Bruder
Faust. Eine Tragödie. 28

ferner: Chor der Engel, Chor der Weiber, Chor der Jünger, Spaziergänger aller Art, Bauern, Geister, Lustige
Gesellen, Hexentiere, Böser Geist, Walpurgisnacht-Figuren, Stimme von oben, ein Pudel

Einleitung

Zueignung
Bei dem Gedicht „Zueignung“ handelt es sich inhaltlich um eine
Elegie, formal um eine Stanze. Goethe spricht darin die Personen des
Dramas selbst an, berichtet vom Erwachen des Schaffensprozesses und
gibt die Gefühle wieder, die sich seiner dabei bemächtigt haben. Er
trauert den vergangenen Zeiten nach, seiner Jugend, seiner ersten Liebe
und Leidenschaft und den verlorenen Gefährten dieser Zeit.

Vorspiel auf dem Theater


Ein Theaterdirektor, ein Dichter und die Lustige Person (gemeint ist
ein Schauspieler) streiten über Sinn und Zweck eines gelungenen
Theaterspiels. Der Direktor betont dessen unternehmerische, der
Dichter die künstlerische, die Lustige Person die unterhaltende
Absicht. Ihr Kompromiss sei das nun folgende Universalstück, der Satan wettet mit Gott.
Faust: So schreitet in dem engen Bretterhaus | den ganzen Kreis der Szene aus der Hiobslegende auf einem Fresko im
Campo Santo di Pisa, von Taddeo Gaddi (um
Schöpfung aus | und wandelt mit bedächt'ger Schnelle | vom Himmel
1290–1366)
durch die Welt zur Hölle!

Prolog im Himmel
Der Prolog im Himmel ist an die Hiobswette im Alten Testament angelehnt. Der Herr bringt die Sprache auf Doktor
Faust, seinen Knecht, der ihm bisher nur verworren diene. Mephisto wettet, er könne Faust verführen, vom rechten
Weg abzuweichen. Der Herr nimmt die Wette an und sagt voraus, dass Mephisto verlieren werde: Ein guter Mensch
in seinem dunklen Drange | ist sich des rechten Weges wohl bewusst.
Faust. Eine Tragödie. 29

Der Tragödie erster Teil


Die Handlung (Szenentitel nach Goethe, Einzelheiten kursiv)

Nacht – Faust, Erdgeist, Wagner


Der Gelehrte Heinrich Faust zweifelt am Erkenntniswert der
Wissenschaft, die weit davon entfernt sei zu erklären, was die Welt im
Innersten zusammenhält. Er zieht die Summe seiner langjährigen
Studien und sieht, dass wir nichts wissen können! Um der
realwissenschaftlichen Sackgasse zu entkommen, greift er nach dem
Vorbild des Nostradamus zur Magie und beschwört den Erdgeist. Faust
hofft, durch dessen Kraft in höhere Sphären zu gelangen: Der Du die
weite Welt umschweifst, geschäftiger Geist, wie nah fühl ich mich dir!,
wird aber von jenem Geist nur verhöhnt und schmerzvoll an seine
eigene Sterblichkeit erinnert: Wo ist der Seele Ruf? Wo ist die Brust,
die eine Welt in sich erschuf? Wo bist Du, Faust, des Stimme mir
erklang? Ein furchtsam weggekrümmter Wurm!. So entzieht sich der
Erdgeist Faust und Wagner tritt auf.

Fausts lerneifriger Famulus Wagner ist der Typus des auf reine
Buch-Gelehrsamkeit bauenden, dabei optimistischen und „Geschäftiger Geist, wie nah fühl ich mich Dir!“

fortschrittsgläubigen Wissenschaftlers. (Er wird im zweiten Teil des
„Du gleichst dem Geist, den du begreifst,
Faust als Professor und Reagenzglas-Genetiker auftreten und die Nicht mir!“
nüchtern wissenschaftliche Position gegenüber dem Faustschen Faust und Erdgeist, Illustration von Goethes
Schwärmertum vertreten. Durch die Erschaffung eines künstlichen eigener Hand

Menschen (Homunculus) erweist aber auch er sich als Visionär.)

Aus Verzweiflung und mit dem letzten Wunsch nach Grenzüberschreitung beschließt Faust sich das Leben zu
nehmen, wird jedoch durch das Glockengeläut zum Ostersonntag, das ihn weniger an die christliche Botschaft als an
glückliche Kindertage erinnert, davon abgehalten.
Faust. Eine Tragödie. 30

Vor dem Tor – Osterspaziergang


Am nächsten Tag unternimmt Faust mit Wagner einen festtäglichen
Frühlingsspaziergang und mischt sich unter das promenierende Volk.
Bei dieser Gelegenheit zeigt sich, welch hohe Achtung Faust seiner
medizinischen Verdienste wegen bei der Landbevölkerung genießt.
Die Szene gibt einen Querschnitt durch die mittelalterliche ständische
Gesellschaft. Es treten Bürger und Bauern auf, Studenten,
Handwerksburschen und Soldaten, Bürgertöchter und Mägde. In ihren
Gesprächen werden unterschiedliche Haltungen und Anschauungen
innerhalb der Stände, aber auch der Generationen deutlich.
Faust offenbart Wagner sein inneres Zerrissensein zwischen
körperlichen und geistigen Bedürfnissen, zwischen irdischen und
himmlischen Ambitionen: Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
die eine will sich von der andern trennen: die eine hält in derber
Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt
gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen.[1]
Faust und Wagner auf dem Osterspaziergang,
Ein seltsamer schwarzer Pudel folgt den beiden Spaziergängern; Faust Lithographie von Gustav Schlick
nimmt ihn mit in sein Studierzimmer.

Studierzimmer 1 – Pudelszene: Faust, Mephisto


Faust übersetzt den Anfang des Johannesevangeliums. Um den Sinn des griechischen Wortes Logos zu erfassen,
schlägt er die Übersetzungen Wort, Sinn und Kraft vor, entscheidet sich aber schließlich für: Im Anfang war die Tat
(also für das Gegenteil von „Wort“, lógos).
Unterdessen wird der zugelaufene Pudel unruhig und entpuppt sich, von Faust mit Zaubersprüchen beschworen, als
der Teufel Mephisto, der sich vorstellt als ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft
und als Geist, der stets verneint.
Faust. Eine Tragödie. 31

Studierzimmer 2 – Teufelspakt, Schülerszene


Im sogenannten Teufelspakt verpflichtet sich Mephistopheles, Faust im
Diesseits zu dienen und hier alle Wünsche zu erfüllen. Im Gegenzug ist
Faust bereit, dem Teufel seine Seele zu überantworten, falls es diesem
gelinge, ihm Erfüllung und Lebensglück zu verschaffen (Faust: Werd'
ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schön! / Dann
magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zugrunde
gehn! (1699–1702).)

Mephistopheles macht sich Fausts Enttäuschung über sein


Studierstubenleben zunutze, um ihm den banalen Lebensgenuss
schmackhaft zu machen. Wir müssen das gescheiter machen / Eh' uns
des Lebens Freude flieht. (1818–1819) Hinter seinem Rücken verhöhnt er
ihn: Verachte nur Vernunft und Wissenschaft ... (1851).
In Fausts Professorentalar gekleidet, hält Mephisto einen soeben neu
angekommenen Studenten mit einer zynischen Studienberatung zum
Der Teufelspakt, Stahlstich von Julius Nisle (um
Narren und holt aus zu einem satirischen Rundumschlag gegen die
1840)
Universitätsgelehrsamkeit im Allgemeinen und die Engstirnigkeit
einzelner Fakultäten im Besonderen.

Auerbachs Keller in Leipzig


Vier angetrunkene Studenten in Auerbachs Keller versuchen, sich mit zotigen Scherzen und ordinären Liedern in
Laune zu bringen. Mephisto führt Faust ins Lokal, um ihm zu zeigen, wie leicht sichs leben lässt. Als Ortsfremde
erregen beide das Interesse der Zechenden. Durch ein dreistes Lied versteht Mephisto, sich schnell in den Kreis
einzuschmeicheln, und als er jedem die gewünschte Weinsorte aus dem Tisch zaubert, steigt die Stimmung.
Faust hat vom derben Treiben bald genug, aber Mephisto bittet um Geduld: Gib nur erst acht, die Bestialität wird
sich gar herrlich offenbaren. Der Wein verwandelt sich plötzlich in Feuer und die Trinkenden wollen Mephisto mit
Messern ans Leder. Dank seiner magischen Kräfte gelingt es diesem jedoch, mit Faust aus dem Trubel zu fliehen.
Die Studenten bleiben verstört zurück: Nun sag mir eins, man soll kein Wunder glauben!

Hexenküche
Mephisto führt Faust in eine Hexenküche, in der ihm ein Zaubertrank verabreicht wird, der ihn verjüngt und ihm
jede Frau begehrenswert erscheinen lässt. Faust wehrt sich zunächst, fügt sich dann aber doch, überrumpelt von
Mephistos schmeichelnden Worten und der verwirrenden Umgebung in diesem Wust von Raserei. Er trinkt das
Zaubergebräu.
Nach der Jungbrunnen-Prozedur erblickt er in einem zerbrochenen Spiegel das Idealbild einer Frau und ist von deren
Anblick vollkommen verzückt — Oh Liebe, leih mir den schnellsten deiner Flügel und führe mich in ihr Gefild!.
Von diesem Bild will er nicht lassen, doch Mephisto führt ihn, unter Hinweis auf zukünftige Liebesfreuden, mit den
Worten fort: Du siehst mit diesem Trank im Leibe | bald Helenen in jedem Weibe.
Faust. Eine Tragödie. 32

Straße 1 – Begegnung mit Gretchen


Faust bietet dem von der Beichte kommenden Gretchen seine
Begleitung an. Das aus einfachen Verhältnissen stammende Mädchen
weist ihn zurück. Faust ist von Gretchens Aussehen und Wesen
eingenommen: So etwas hab ich nie gesehn.
Mit der Drohung, andernfalls den Pakt zu brechen, fordert Faust von
Mephisto, ihm Gretchen noch am gleichen Tag als Geliebte zu
verschaffen. Mephisto, der die Beichte belauscht hat, wendet ein, er
habe keine Gewalt über das unschuldige Mädchen. Faust entgegnet: Ist
über vierzehn Jahr doch alt. Mephisto, Fausts Lüsternheit verspottend
(Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos!), mahnt, man müsse mit
Geduld und List vorgehen.
„Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Vorerst soll Faust sich damit begnügen, Gretchens verwaistes Zimmer meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“ –
„Bin weder Fräulein, weder schön,
zu sehen. Faust verlangt von Mephisto, ein Geschenk für das Mädchen
kann ungeleitet nach Hause gehn.“Faust bietet
zu besorgen. Gretchen den Arm, von Peter von Cornelius
(1811)
Abend
Zu Hause angekommen, fragt sich Gretchen, wer wohl der Herr gewesen sei, der sie auf der Straße angesprochen
hat. Aufgrund seiner stattlichen Erscheinung und seines kecken Auftretens hält sie Faust für einen Edelmann.
In Gretchens Abwesenheit führt Mephisto Faust in deren Zimmer und lässt ihn allein. An diesem Ort spürt Faust
süße Liebespein. Er malt sich Gretchens bisheriges Leben aus und erfreut sich an der Vorstellung eines „reinen“, in
seiner ärmlichen, aber ordentlichen Umwelt verwurzelten Mädchens. Hier möcht ich volle Stunden säumen, erklärt
er beim Betrachten ihres Bettes.
Unversehens erkennt Faust sein Eindringen als Frevel und ist von seinem eigenen Vorgehen befremdet: Armselger
Faust, ich kenne dich nicht mehr! Mephisto drängt wegen Gretchens baldiger Rückkehr zur Eile. Er versteckt ein
von ihm gestohlenes Schmuckkästchen im Schrank und macht sich über Fausts Bedenken lustig.
Gretchen kommt zurück, entkleidet sich und singt dabei das Lied vom König in Thule. Sie findet das Kästchen und
rätselt über dessen Herkunft. Sie legt den wertvollen Schmuck um und posiert damit vor dem Spiegel.

Spaziergang
Ein tobender Mephisto berichtet Faust, Gretchen habe den Schmuck ihrer Mutter gezeigt, die daraufhin einen Pfarrer
einschaltete. Der habe den verdächtigen Schatz prompt für die Kirche eingezogen und himmlischen Lohn dafür
versprochen. Mephisto verhöhnt die Bereitwilligkeit, mit der die Kirche Güter einstreiche, ohne sich um deren
Herkunft zu scheren.
Mephisto erzählt, Gretchen denke ans Geschmeide Tag und Nacht, Noch mehr an den, ders ihr gebracht. Faust
verlangt umgehend ein neues, noch wertvolleres Geschenk. Außerdem soll Mephisto Gretchens Nachbarin zu seiner
Komplizin machen.
Faust. Eine Tragödie. 33

Der Nachbarin Haus


Nachbarin Marthe Schwerdtlein denkt an ihren verschollenen Mann,
der sie auf dem Stroh allein zurückgelassen habe. Sie will ihn in seiner
Abwesenheit nicht betrügen, hätte nur gern, falls er tot sei, eine
amtliche Bestätigung dafür.
Gretchen kommt und zeigt Marthe den neuen Schmuck. Diese rät ihr,
ihn vor der Mutter zu verbergen und einstweilen nur heimlich in
Marthes Haus zu tragen.
Mephisto bringt Marthe eine Nachricht: Ihr Mann ist tot und lässt Sie
grüßen. Der Verstorbene liege in Padua begraben. Zu einem
abendlichen Treffen in Marthes Garten will er den für einen
Totenschein benötigten zweiten Zeugen für diesen Sachverhalt
mitbringen. Nachdem er Gretchen zuvor bereits geschmeichelt hat, reif
für einen vornehmen Verehrer zu sein, beschreibt er diesen Zeugen als
feinen Gesellen, der Fräuleins alle Höflichkeit erweist. Marthe sichert
zu, auch Gretchen werde beim Treffen zugegen sein.

Mephisto flirtet mit Marthe, zieht sich aber schnell zurück, als die
frischgebackene Witwe darauf einzugehen scheint: Die hielte wohl den „Wer konnte nur die beiden Kästchen bringen?
Es geht nicht zu mit rechten Dingen.“Gretchen
Teufel selbst beim Wort.
und Marthe, Stich nach Alexander von
Liezen-Mayer
Straße 2
Faust erkundigt sich bei Mephisto nach den Fortschritten der Werbung um Gretchen. Mephisto hofft hier auf
Marthes Hilfe, im Gegenzug müsse Faust aber den Tod ihres Gatten bezeugen. Zunächst will Faust dies nur tun,
wenn er zuvor das Grab in Padua in Augenschein nehmen könne.
Mephisto verhöhnt Fausts Doppelmoral: Habe dieser als Wissenschaftler nicht auch Aussagen über Gott, Welt und
Menschen gemacht, ohne wirklich Kenntnis darüber zu haben? Werde er bei Gretchen nicht bald Versprechungen
von ewiger Treu und Liebe abgeben, die er nicht einhalten könne? Faust ärgert der Vergleich: Sei sein tiefes
Wahrheitsstreben für Mephisto etwa nichts anderes als ein teuflisch Lügenspiel? Trotzdem lässt er sich auf den
Betrug ein.

Garten
Beim verabredeten Treffen spazieren die beiden Paare Faust–Gretchen
und Mephisto–Marthe in Marthes Garten auf und ab. Mephisto hat
dabei alle Mühe, die unverhüllten Eheanträge der Hausherrin
abzuwehren.
Gretchen schildert Faust ihren arbeitsreichen Alltag. Starken Eindruck
in ihrem jungen Leben hat die Liebe zum verstorbenen Schwesterchen
hinterlassen. Gretchen hatte das Kind anstelle der kranken Mutter
selbst aufgezogen.
„Er liebt mich – liebt mich nicht.“ –
Faust und Gretchen kommen einander näher. Sie beschreibt ihre
„Du holdes Himmelsangesicht!“
Gefühle bei der ersten Begegnung, er spricht von der Möglichkeit, sich Faust und Margarethe im Garten, von James
hinzugeben ganz und eine Wonne zu fühlen, die ewig sein muss. Tissot (1861)
Faust. Eine Tragödie. 34

Ein Gartenhäuschen
Faust und Gretchen küssen sich, ein Glücksmoment, den Mephisto stört, indem er Faust zum Aufbruch drängt. Das
zurückbleibende Gretchen versteht nicht, was der gebildete Faust an ihr findet (Bin doch ein arm unwissend Kind),
erwidert aber voller Naivität seine Zuneigung.

Wald und Höhle


Allein in der Natur dankt Faust dem Erdgeist, der ihm alle Wünsche erfüllt habe. Statt sie mit der kühlen Distanz des
Wissenschaftlers nur zu betrachten, könne er die Natur nun direkt erfassen und in ihre tiefe Brust schauen. Doch
Faust beklagt auch seine wachsende Abhängigkeit vom Zyniker Mephisto und den von ihm offerierten
Verlockungen.
Die Meditation wird von Mephisto gestört, der über Fausts Begeisterung an der öden Natur spottet (Dir steckt der
Doktor noch im Leib!) und dessen Seligkeit mit Selbstbefriedigung vergleicht. Derweil, so Mephisto, warte Gretchen
sehnsüchtig auf den Geliebten.
Faust verdammt Mephisto, weil dieser seine Begierde wieder anstachelt (Und nenne nicht das schöne Weib!), kann
sich des Sogs der Gedanken an Gretchen aber nicht erwehren. Sei die Verführung des Mädchens durch höllischen
Einfluss schon unvermeidlich, mags gleich geschehn, auch wenn Gretchen dann mit ihm zugrunde gehn werde.

Gretchens Stube
Am Spinnrad sitzend, sinniert Gretchen über den Verlust ihres seelischen Gleichgewichts: Meine Ruh ist hin, mein
Herz ist schwer,| ich finde sie nimmer und nimmermehr. All ihre Gedanken werden von Faust bestimmt, den sie
küssen will, bis sie an seinen Küssen vergehen sollt.

Marthens Garten – Gretchenfrage


Gretchen spürt, wie distanziert Faust der Kirche gegenübersteht, und stellt ihm daher die „Gretchenfrage“: Nun sag,
wie hast du’s mit der Religion? Widerstrebend und ausweichend erläutert Faust, wie unzulänglich ihm traditionelle
Religiosität erscheine. An feste Begriffe wie „Gott“ oder „Glauben“ will er seinen Pantheismus nicht binden: Ich
habe keinen Namen / Dafür! Gefühl ist alles; / Name ist Schall und Rauch / Umnebelnd Himmelsglut. Gretchen
akzeptiert zwar Fausts Antwort, hält ihm aber vor, kein Christentum zu haben. In diesem Zusammenhang erwähnt sie
ihre starke Abneigung gegen Mephisto, der ihr ein heimlich Grauen einflöße. Zum Abschied klagt Faust: Ach kann
ich nie / Ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen / Und Brust an Brust und Seel in Seele drängen? Er gibt
Gretchen ein angeblich harmloses, letztlich jedoch tödliches Schlafmittel, das sie ihrer Mutter am nächsten Abend
verabreichen soll, damit er Gretchen unbemerkt aufsuchen kann.
Faust. Eine Tragödie. 35

Am Brunnen
Beim Wasserholen trifft Gretchen auf Lieschen. Diese klatscht, eine
gemeinsame Bekannte, Bärbelchen, sei von ihrem Liebhaber
geschwängert und dann verlassen worden. Gretchens Mitleid mit dem
Mädchen teilt Lieschen nicht. Bärbelchen habe sich ihr Geschick
aufgrund von Eitelkeit und Koketterie selbst zuzuschreiben: War doch
so ehrlos, sich nicht zu schämen, Geschenke von ihm anzunehmen.

Wieder allein, bereut Gretchen, früher ähnlich den Stab über gefallene
Mädchen gebrochen zu haben. Nun sei sie selbst eine Sünderin: Doch
– alles, was dazu mich trieb, Gott! war so gut! ach, war so lieb!

Zwinger
Vor einem Andachtsbild ruft Gretchen die Mater Dolorosa an, ihr in
ihrer Not beizustehen und sie vor Schmach und Tod zu bewahren, denn
nur sie, die um ihren gekreuzigten Sohn trauernde Maria, könne
Gretchens Leid nachvollziehen. „Ach neige,
Du Schmerzensreiche,
Dein Antlitz gnädig meiner Not!“Gretchen vor
Nacht
der Mater dolorosa, von Wilhelm von Kaulbach
Gretchens Bruder Valentin, Soldat und einst stolz auf die Tugend
seiner Schwester, hat von ihrem Fehltritt erfahren. Er fürchtet die ihm deswegen drohenden Sticheleien. Vorm
elterlichen Hause wartet er auf den nahenden Verführer. Dieser soll nicht mit dem Leben davonkommen.
Faust und Mephisto schmieden Pläne, den Kirchenschatz zu stehlen. Faust hofft, ein Halsband für Gretchen zu
finden, die er ungern ohne Geschenk besuche. Mephisto bietet an, Gretchen einstweilen durch ein Lied auf eine
weitere Nacht mit Faust einzustimmen.
Valentin tritt hervor und zerschlägt die Zither des singenden Mephisto. Angestachelt von Mephisto und mit dessen
Hilfe, ficht Faust mit Valentin. Als Letzterem die Hand erlahmt, nutzt Faust nach Mephistos Aufforderung Stoß zu!
die Gelegenheit und ersticht Gretchens Bruder. Faust und Mephisto fliehen vor dem drohenden Blutbann aus der
Stadt.
Gretchen wird vom sterbenden Valentin vor aufgeschreckten Bürgern der Zuchtlosigkeit beschuldigt. Er prophezeit
der Schwester ein Ende als gewöhnliche Hure. Marthes Ermahnung, sich nicht im Tode noch zu versündigen, kontert
er mit Vorwürfen an die Kupplerin. Er selbst sterbe als Soldat und brav.
Faust. Eine Tragödie. 36

Dom
Gretchen nimmt an einem Gottesdienst teil. Ein böser Geist erinnert sie angesichts jener Schuld, die sie nun am Tod
von Mutter und Bruder trägt, an die verlorenen Tage ihrer kindlichen Unschuld und bestätigt Gretchens Ahnung,
schwanger zu sein.
Als der Chor den Hymnus Dies irae intoniert, der auf das Jüngste Gericht vorausweist, fällt Gretchen in Ohnmacht.

Walpurgisnacht
Faust wird von Mephisto zum Hexentanz der Walpurgisnacht auf den
Brocken gelockt. Sie geraten in eine Windsbraut, ein Gewimmel von
Hexen, die zur Bergspitze hinauf reiten, wo der Teufel Hof hält. Faust
wünscht sich, selbst zum Gipfel vorzudringen: Dort strömt die Menge
zu dem Bösen; Da muss sich manches Rätsel lösen. Mephisto überredet
Faust, stattdessen an einer Hexenfeier am Hang teilzunehmen. Er bietet
an, dort als Fausts Kuppler zu fungieren. Bald ergehen sich beide im
Tanz und anzüglichem Wechselgesang mit zwei lüsternen Hexen.

Faust bricht den Tanz ab, als er sich vor seiner Partnerin ekelt (ihr
springt ein rotes Mäuschen aus dem Mund) und ihm ein blasses,
schönes Kind erscheint, das ihn an Gretchen erinnert und ein rotes
Schnürchen um den Hals trägt (ein Vorverweis auf Gretchens
Hinrichtung). Um Faust von dem Zauberbild abzulenken, führt
Mephisto diesen auf einen Hügel, wo ein Theaterstück aufgeführt
werden soll.
„Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei.
Walpurgisnachtstraum So spukt mir schon durch alle Glieder, die
herrliche Walpurgisnacht.“
Der Walpurgisnachtstraum ist ein auf dem Blocksberg zur goldenen Kupferstich von W. Jury nach Johann Heinrich
Hochzeit des Elfenkönigspaares Oberon und Titania aufgeführtes Ramberg (1829)

Theaterstück, ein „Stück im Stück“ mit zahlreichen zeitgenössischen


Anspielungen (vor 1808).

Trüber Tag. Feld


Faust hat erfahren, dass Gretchen in ihrer Verzweiflung ihr neugeborenes Kind ertränkt hat, dafür zum Tode
verurteilt worden ist und nun ihre Hinrichtung erwartet. Er macht Mephisto Vorhaltungen, ihm dies verheimlicht und
ihn mit den Ausschweifungen der Walpurgisnacht abgelenkt zu haben. Mephisto verhöhnt Fausts Reaktion als
typisch für einen Menschen, der sich zwar mit teuflischen Mächten einlasse, aber die Konsequenzen nicht tragen
könne: Drangen wir uns dir auf, oder du dich uns?
Faust fordert von Mephisto, Gretchen zu retten, andernfalls sei dieser auf Jahrtausende verflucht. Auf Mephistos
Erinnern an Fausts eigene Verantwortung (Wer war’s, der sie ins Verderben stürzte? Ich oder du?) weiß dieser
nichts zu entgegnen.
Trotz der schweren Strafe, die ihn wegen Valentins Tod in der Stadt erwartet, will Faust zu Gretchen in den Kerker
gebracht werden. Mephisto erklärt, er könne zwar den Wächter einschläfern und Zauberpferde für die Flucht stellen,
befreien müsse Faust Gretchen aber selbst.
Faust. Eine Tragödie. 37

Nacht. Offen Feld


Faust und Mephisto sind auf schwarzen Pferden unterwegs, um Gretchen zu befreien. Sie passieren den Rabenstein,
also den Hinrichtungsplatz. Faust beobachtet schwebende Wesen, die streuen und weihen. Mephisto nennt sie eine
Hexenzunft.

Kerker – Gretchens Erlösung


Faust dringt in den Kerker ein. Das verwirrte und von Schuldgefühlen
gequälte Gretchen hält ihn zunächst für ihren Henker. Als sie ihn
schließlich erkennt, schwankt sie zwischen ihrer Liebe und ihrer Angst,
noch tiefer ins seelische Verderben gezogen zu werden. Faust will sie
zur Flucht überreden, doch sie weigert sich: Von hier ins ewige
Ruhebett und weiter keinen Schritt! Als Gretchen Mephisto hinter
Faust auftauchen sieht, erschrickt sie und empfiehlt sich Gott: Gericht
Gottes! dir hab ich mich übergeben!

Mephisto drängt Faust aus dem Gefängnis: Sie ist gerichtet. Doch eine „Dein bin ich, Vater! Rette mich! Ihr Engel! Ihr
Stimme von oben offenbart Gretchens Erlösung: Ist gerettet. Mephisto heiligen Scharen, lagert euch umher, mich zu
und Faust fliehen. bewahren! Heinrich! Mir graut's vor dir.“
Gretchen empfiehlt sich Gott, Mephisto zieht
(Das Drama ist damit noch nicht abgeschlossen. Im Faust II wird die Faust mit sich. Lithografie von Wilhelm Hensel
Tragödie fortgesetzt und in andere dramaturgische Dimensionen nach den Angaben des Fürsten Radziwill (1835)
überführt.)

Hinweise zum Verständnis

Gliederung
Nach der Zueignung und dem Vorspiel auf dem Theater, die nicht bei jeder Aufführung des Faust gespielt werden,
gehört der Prolog im Himmel bereits zur Handlung, da die Wette zwischen dem Herrgott und Mephisto den Anlass
für Fausts Schicksal gibt.
Die beiden Haupthandlungsstränge sind die Tragödie des verzweifelten Wissenschaftlers, der sich dem Teufel
verschreibt, sowie die daraus erwachsende Tragödie des verführten und ins Unglück gestürzten Mädchens Gretchen.
Man unterscheidet daher zwischen „Gretchentragödie“ und der „Gelehrtentragödie“. Mit Gretchens Hinrichtung und
der Errettung ihrer Seele endet der erste Teil des Faust; die Gelehrtentragödie findet ihre Fortsetzung und Erfüllung
im zweiten Teil.
Die Szenen Auerbachs Keller in Leipzig und Walpurgisnacht treiben eigentlich nicht die Handlung voran. Sie sind
Beispiele für tiefere Einblicke in das Weltgeschehen, die dem nach Erkenntnis suchenden Faust von Mephisto
ermöglicht werden.
Die Szene Walpurgisnachtstraum oder Oberons und Titanias goldne Hochzeit ist im Untertitel als Intermezzo
gekennzeichnet und wird ebenfalls nicht bei jeder Aufführung des Faust gespielt.
Faust. Eine Tragödie. 38

Sprache
Mit Ausnahme der Szene Trüber Tag. Feld ist der Faust in Versen
geschrieben. Goethe verwendete den am Versende reimenden
Knittelvers, wie er in ähnlicher Form schon zu Lebzeiten des
historischen Doktor Faust, etwa von Hans Sachs benutzt wurde, und
den Madrigalvers. Das Versmaß des Faust passt also nicht nur gut zum
historischen Hintergrund, es ermöglicht auch eine lebensechte Sprache
der Personen.

Der Endreim unterstützt überdies die zahlreichen komödiantischen


Dialoge im Faust. Einige Beispiele:
Wagner: Verzeiht! ich hör Euch deklamieren;
Ihr last gewiss ein griechisch Trauerspiel?
In dieser Kunst möcht ich was profitieren,
denn heutzutage wirkt das viel. (522)
Bürger: Nichts bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
wenn hinten, weit, in der Türkei,
Faust in seinem Studierzimmer, von Eugène
die Völker aufeinanderschlagen. (860)
Delacroix (1827).
Faust: Und was soll ich dagegen dir erfüllen?
Mephisto: Dazu hast du noch eine lange Frist.
Faust: Nein, nein! Der Teufel ist ein Egoist
und tut nicht leicht um Gottes Willen,
was einem andern nützlich ist. (1649)
Faust: Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.
Mephisto: Das ist noch lange nicht vorüber. (2553)
Ein bekanntes Beispiel für einen unreinen Reim im Faust weist auf die mundartliche Prägung des Verfassers hin
(„dialektischer Reim“). Gretchens Anrufung Mariens, Ach, neige, | Du Schmerzenreiche (3587–3588), reimt sich nicht
im Hochdeutschen, aber im Frankfurter Hessisch, in dem Goethe aufwuchs.

Historischer Hintergrund
Ort der Handlung ist Deutschland, unter anderem Leipzig und der Harz. Die Zeit ist etwa die Lebenszeit des
historischen Faust (ca. 1480–1538), also die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit.
Wir begegnen Faust in seiner gotischen Studierstube. Als Zeitgenosse Luthers (1483–1546) beschäftigt er sich mit
einer Bibelübersetzung. Die mittelalterliche Alchemie, wie sie sein eigener Vater betrieben hat, beurteilt er sehr
kritisch. Er selbst setzt dagegen auf Magie und Geisterbeschwörung, auf Offenbarungen aus einer anderen Sphäre –
hierin Nostradamus (1503–1566), einem anderen Zeitgenossen, ähnelnd. Es kommen Anachronismen vor, zum
Beispiel Marthe Schwerdtleins Wunsch, einen „Totenschein“ zu erhalten (2872), um das Hinscheiden ihres Mannes im
„Wochenblättchen“ anzeigen zu können (3013). Beides gab es zu Fausts Zeiten noch nicht. Auch sind Anspielungen
auf technische Errungenschaften des 18. Jahrhunderts zu finden, z. B. den Heißluftballon (2065–2072).
Faust. Eine Tragödie. 39

Verweise, Anspielungen und Konnotationen


Goethes Tragödie steht in einer Reihe von literarischen Bearbeitungen des Faust-Stoffes, und es lassen sich
entsprechende Bezüge zu den Vorgängertexten herstellen. Durch die Übernahme des Hiob-Motivs ist die Szene
Prolog im Himmel eine Neugestaltung der Bibel-Stelle Buch Hiob 1, 6 – 12.
Besonders in den Szenen Walpurgisnacht und Walpurgisnachtstraum hat Goethe Anspielungen eingearbeitet, die für
seine Zeitgenossen unmissverständlich waren. So ist zum Beispiel mit der Figur Proktophantasmist (deutsch:
Steißgeisterseher) der Schriftsteller Friedrich Nicolai gemeint.
Bei Betrachtung von Goethes vielfältigem Gesamtwerk lassen sich zahlreiche Stellen im Faust mit anderen Texten
Goethes in Verbindung bringen. So gilt zum Beispiel Mephistos Einlassung über Herkunft und Eigenschaften des
Lichtes (Vers 1350 ff.) als Hinweis auf Goethes Farbenlehre.

Interpretationen
Faust I ist (im Unterschied zu Faust II) auf den ersten Blick kein
schwieriger Text, Sprache und Handlung sind bei der ersten Lektüre
oder dem ersten Besuch einer Aufführung unmittelbar zugänglich.
Die Sprache ist zuweilen poetisch überhöht, etwa in Gretchens Klagen,
jedoch niemals kompliziert. Zum Beispiel lässt Fausts großer Monolog
zu Beginn der Handlung an Klarheit nichts zu wünschen übrig; so
spricht ein frustrierter Intellektueller: „Habe nun ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert
mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug
als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an
der zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an
der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will
mir schier das Herz verbrennen!“ (354–365)

Handlungsverlauf und Charaktere geben ebenfalls keine Rätsel auf:


Ein nicht mehr junger Wissenschaftler ist beruflich und privat durch Faust-Szene vor Auerbachs Keller (Leipzig)
und durch unzufrieden. Als sich ihm eine Gelegenheit bietet, seiner
verzweifelten Situation zu entkommen, nimmt er sie rücksichtslos wahr und verschreibt sich dem Teufel. Der Teufel
Mephisto, dem neben Zauberkräften auch Humor und Charme zu Gebote stehen, ist bestrebt, Faust vom rechten Weg
abzubringen. Ein von Mephisto besorgter Zaubertrank bewirkt, dass Faust sich spontan in Gretchen, ein sehr junges
und naives Mädchen, verliebt. Seine Liebe zu ihr erscheint zwar aufrichtig, dennoch richtet er das Mädchen
zugrunde, indem er es verführt, schwängert und dann sitzenlässt.

Probleme der Interpretation


Zum Faust entstanden seit seinem Erscheinen unzählige Interpretationen, die einander nicht selten widersprechen.
Der Grund liegt u.a. darin, dass das Stück viele grundsätzliche Fragen und Themen zur Sprache bringt. Ein scheinbar
banales Beispiel liefert die Szene "Straße" (3025-3072): Mephisto will mit einem Schwindel bei Marthe Schwerdtlein
Einlass finden, Faust lehnt das ab, mit der Begründung, er wolle nicht lügen. Mephisto hält ihm jedoch vor, er habe
nicht nur als Wissenschaftler zahlreiche unbeweisbare Aussagen gemacht, sondern er belüge auch Gretchen, wenn er
ihr ewige Treue und Liebe verspreche. Damit ist nicht weniger gesagt, als dass Liebesschwüre potenzielle Lügen
sind, weil für ihre Einhaltung kein Mensch garantieren kann – eine ziemlich entwaffnende Behauptung, wenn man
etwa an die Versprechen im Rahmen einer Eheschließung denkt. – Die Stelle ist also durchaus
interpretationsbedürftig, wenn man nicht einfach Mephistos Auffassung beipflichten will.
Faust. Eine Tragödie. 40

Ein anderes Beispiel (1335–1336): Mephisto stellt sich selbst vor als „ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will
und stets das Gute schafft“. Das lässt sich zunächst so verstehen, dass auch aus Unfällen, Irrtümern und sogar
böswilligen Taten etwas Gutes entstehen kann. Doch wer oder was ist „die Kraft“, von der Mephisto ein Teil ist? Der
Zufall, das Schicksal, Gott? Ist Mephisto überhaupt frei, etwas zu wollen, noch dazu etwas, was ihm „stets“ ins
Gegenteil umschlägt? Oder ist er nur ein Werkzeug, wie der Prolog es nahelegt? Aber warum sollte sich ein
allmächtiger Gott eines Teufels bedienen, um über den Umweg des Bösen zum Guten zu gelangen? Kann das Gute
nicht ohne das Böse existieren und umgekehrt, weil sich beides (vgl. Strukturalismus, 2. Abschnitt) nur im Kontrast
zueinander "definieren", also voneinander abgrenzen lässt?
Es sind weitreichende „letzte Fragen“ um Liebe, Wahrheit, Willensfreiheit, Verantwortung, Gut und Böse, die
Goethe in seinem Stück zur Sprache bringt und die auch die Titelfigur beschäftigen. Das Universaldrama, das „vom
Himmel durch die Welt zur Hölle“ verläuft, ist so gut oder schlecht interpretierbar wie die Welt selbst, weshalb viele
Interpretationen möglich, aber nicht eindeutig oder gar endgültig sind.

Interpretationen vor ihrem historischen Hintergrund


Viele Interpretationen werden auch von vorherrschenden politischen und wissenschaftlichen Denkrichtungen ihrer
Zeit beeinflusst.
Zum Beispiel war lange Zeit die Auffassung verbreitet, Fausts Charakter, sein grüblerischer, teils introspektiver,
furchtlos auf letzte Dinge gerichteter Erkenntnisdrang, sei spezifisch deutsch. Dies führte zu aus heutiger Sicht so
befremdlichen Überzeugungen wie etwa der, die deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges seien „mit dem Faust im
Tornister“ in den Kampf gezogen. Auch Thomas Mann schrieb 1943 seinen Roman Doktor Faustus nicht nur über
einen durch und durch deutschen Helden, sondern auch als Gleichnis auf den Teufelspakt, den das deutsche Volk mit
den Nationalsozialisten eingegangen war.
Ein anderes Beispiel für eine historisch bedingte Interpretation bilden die am Faust festgemachte Wissenschaftskritik
bzw. Fragen nach der Ethik des Wissenschaftlers. Diese Perspektive ergab sich in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts angesichts der sichtbar werdenden Umweltzerstörung und insbesondere angesichts der entfesselten
Nuklearkräfte. So wird in Gustaf Gründgens Verfilmung des Faust aus dem Jahre 1960 unvermittelt eine
Atombombenexplosion eingeblendet. Unter der Fragestellung: „Wie weit darf ein Wissenschaftler gehen?“ wird
Goethes Faust bis heute im Schulunterricht mit explizit wissenschaftskritischen Stücken wie Dürrenmatts Physikern
oder Kipphardts In der Sache J. Robert Oppenheimer verglichen.
Darüber hinaus bemühen sich natürlich alle literarischen Deutungsmethoden am Faust. Man hat ihn u. a.
psychoanalytisch, dialektisch und poststruktualistisch auszulegen versucht. Ein Ende dieser Bemühungen ist nicht
abzusehen.
Faust. Eine Tragödie. 41

Entstehungsgeschichte
Die Legenden um Leben, Charakter und Schicksal von Johann Faust
waren seit Erscheinen des Volksbuches 1587 ein bekannter und
vielfach bearbeiteter literarischer Stoff.
Urfaust – Goethe begann die Arbeit an seinem Faust um 1770,
angeregt von dem Prozess gegen die Kindesmörderin Susanna
Margaretha Brandt (deren Hinrichtung Goethe wahrscheinlich
miterlebt hat), weshalb in dieser ersten, Urfaust genannten Fassung die
Liebestragödie um Gretchen im Vordergrund steht. Der Urfaust
beginnt mit Fausts Monolog im Studierzimmer. Mephisto tritt auf, aber
der eigentliche Teufelspakt fehlt. Nach der Szene in Auerbachs Keller Titelblatt des Fragmentes «Faust» von 1790
nimmt die Gretchentragödie ihren Lauf; die Hexenküche und die anlässlich der ersten Gesamtausgabe von Goethes
Walpurgisnacht fehlen. Diese Fassung wurde erst 1887 nach Vorlage Werken

einer Handschrift gedruckt, als man ihr die Bedeutung von Goethes
Gesamtwerk und insbesondere des Faust beilegte.

Faust. Ein Fragment. – Aus dem Urfaust entwickelte Goethe die Fassung Faust, ein Fragment, die 1788 vollendet
war und 1790 gedruckt wurde. Gegenüber dem Urfaust ist das Faustfragment um einen Dialog mit Mephisto
erweitert, in dem der Teufelspakt jedoch noch unausgesprochen bleibt. Neu hinzugekommen ist die Szene
Hexenküche, dafür fehlt Gretchens Ende im Kerker. Neben der Liebestragödie um Gretchen wird die Tragödie des
zweifelnden und scheiternden Wissenschaftlers sichtbar.
Faust. Eine Tragödie. – 1797 fügte Goethe dem Fragment die einleitenden Szenen Zueignung, Vorspiel auf dem
Theater und Prolog im Himmel hinzu. Die endgültige Fassung der bereits im Urfaust und im Fragment enthaltenen
Szenen sowie die Ausführung der Walpurgisnacht erfolgten bis 1806. Das Werk ging als Faust. Eine Tragödie. für
die Ostermesse 1808 in Druck. Aus der Geschichte um ein unglücklich gemachtes Mädchen und einen verzweifelten
Wissenschaftler war ein Menschheitsdrama zwischen Himmel und Hölle geworden.
Goethe hat von seinem 21. bis 57. Lebensjahr am ersten Teil des Faust gearbeitet. Die drei Fassungen dokumentieren
neben der inhaltlichen Erweiterung auch eine bedeutende stilistische Entwicklung.
Schon während der Arbeit an Faust I hatte Goethe Entwürfe und Szenen zum zweiten Teil des Faust angelegt,
obwohl er selbst nicht daran glaubte, dieses Projekt verwirklichen zu können.

Äußerungen zum Faust


Dank der überragenden Bedeutung Goethes und seines Faust dürfte es schwerfallen, eine Persönlichkeit des
literarischen Lebens namhaft zu machen, die sich nicht zum Faust geäußert hätte. Einige Beispiele:
„Was ist das für ein erbärmliches Gewäsch über den „Faust“! Alles erbärmlich! Gebt mir jedes Jahr 3000
Thaler, und ich will Euch in drei Jahren einen Faust schreiben, dass Ihr die Pestilenz kriegt!“
– Christian Dietrich Grabbe
„Da die meisten Volksbücher über Faust aus dem Widmanschen Werke entstanden, so geschieht darin von der
schönen Helena nur kärgliche Erwähnung und ihre Bedeutsamkeit konnte leicht übersehen werden. Auch
Goethe übersah sie anfänglich, wenn er überhaupt, als er den ersten Teil des Faust schrieb, jene Volksbücher
kannte und nicht bloß in den Puppenspielen schöpfte. Erst vier Dezennien später, als er den zweiten Teil zum
Faust dichtete, läßt er darin auch die Helena auftreten, und in der Tat, er behandelte sie con amore. Es ist das
Beste oder vielmehr das einzig Gute in besagtem zweiten Teile, in dieser allegorischen und labyrinthischen
Wildnis, wo jedoch plötzlich, auf erhabenem Postamente, ein wunderbar vollendetes griechisches Marmorbild
sich erhebt und uns mit den weißen Augen so heidengöttlich liebreizend anblickt, daß uns fast wehmütig zu
Faust. Eine Tragödie. 42

Sinne wird. Es ist die kostbarste Statue, welche jemals das Goethesche Atelier verlassen und man sollte kaum
glauben, daß eine Greisenhand sie gemeißelt. Sie ist aber auch viel mehr ein Werk des ruhig besonnenen
Bildens, als eine Geburt der begeisterten Phantasie, welche letztere bei Goethe nie mit besonderer Stärke
hervorbrach, bei ihm ebensowenig wie bei seinen Lehrmeistern und Wahlverwandten, ich möchte fast sagen
bei seinen Landsleuten, den Griechen. Auch diese besaßen mehr harmonischen Formensinn als
überschwellende Schöpfungsfülle, mehr gestaltende Begabnis als Einbildungskraft, ja, ich will die Ketzerei
aussprechen, mehr Kunst als Poesie.“
– Heinrich Heine
„So ruft der Faust des ersten Teiles der Tragödie, der leidenschaftliche Forscher in einsamen Mitternächten,
folgerichtig den des zweiten Teiles und des neuen Jahrhunderts hervor, den Typus einer rein praktischen,
weitschauenden, nach außen gerichteten Tätigkeit. Hier hat Goethe psychologisch die ganze Zukunft
Westeuropas vorweggenommen.“
– Oswald Spengler
„Im Grunde genommen ist es die Liebesgeschichte eines Intellektuellen mit einer Kleinbürgerin. Das muss ja
mit dem Teufel zugegangen sein.“
– Bertolt Brecht
„In Goethes Dichtungen dominiert die Natur. Man weiß bei ihm immer welche Witterung herrscht, welche
Tages- und Jahreszeit, unter welchem Himmelsstrich man sich befindet, auch wo nicht die geringste
Andeutung darüber gemacht wird; die äußere Atmosphäre, in der seine Menschen atmen, ist um sie herum
gelegt, hüllt sie ein wie ein bestimmter Farbton ein Gemälde. Dies gilt selbst von den abstraktesten Szenen im
zweiten Teil des Faust. …Er war immer Amateur, Liebhaber, Gelegenheitsdichter, Gelegenheitsdenker,
Gelegenheitsforscher. … Er entdeckt heute den Zwischenknochen und schreibt morgen seine
Lebensgeschichte oder Teile des Faust, vielleicht aber auch nur irgendeinen ganz gleichgültigen Bericht über
Bergwerke oder Unterrichtswesen.“
– Egon Friedell
„Ich lasse mir Hände und Füße dafür abhacken, daß der Faust mit der Grundkomponente des hehren deutschen
Denkers nichts zu tun hat und daß man diese Figur nicht aus einer philosophisch bedeutsamen Grundhaltung
heraus erwischen kann. Das macht dem deutschen Bildungsbürger mit seiner Sucht, die hehren Werte zu
erhalten, Probleme.“
– Helmut Griem

Goethes Äußerungen über seinen Faust


• Gespräch mit Eckermann am 25. Januar 1827:
„Aber doch ist alles (besonders im Helena-Teil von Faust II) sinnlich und wird, auf dem Theater gedacht, jedem gut
in die Augen fallen. Und mehr habe ich nicht gewollt. Wenn es nur so ist, daß die Menge der Zuschauer Freude an
der Erscheinung hat; dem Eingeweihten wird zugleich der höhere Sinn nicht entgehen, wie es ja auch bei der
Zauberflöte und anderen Dingen der Fall ist.“
• Gespräch mit Eckermann am 6. Mai 1827:
„Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute! – Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie
überall suchen und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig. – Ei! so habt doch endlich einmal die
Courage, Euch den Eindrücken hinzugeben, Euch ergötzen zu lassen, Euch rühren zu lassen, Euch erheben zu
lassen, ja Euch belehren und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen; aber denkt nur nicht immer, es
wäre Alles eitel, wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre! Da kommen sie und fragen: welche Idee
ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht? – Als ob ich das selber wüßte und aussprechen könnte. […] Je
inkommensurabler und für den Verstand unfaßlicher eine poetische Produktion, desto besser.“
Faust. Eine Tragödie. 43

• Gespräch mit Eckermann am 17. Februar 1831:


„ Der erste Teil ist fast ganz subjektiv; es ist alles aus einem befangenerem, leidenschaftlicheren Individuum
hervorgegangen, welches Halbdunkel den Menschen auch sowohl tun mag. Im zweiten Teile aber ist fast gar nichts
subjektives, es erscheint hier eine höhere, breitere, hellere, leidenschaftslosere Welt, und wer sich nicht etwas
umgetan und einiges erlebt hat, wird nichts damit anzufangen wissen. Es sind darin einige Denkübungen, sage ich,
und es möchte auch mitunter einige Gelehrsamkeit erfordert werden. …Ich habe immer gefunden, sagte Goethe
lachend, daß es gut sei etwas zu wissen.“

Geflügelte Worte
Wegen seines großen Bekanntheitsgrades und der Bedeutung, die man dem Text und seinem Autor beimisst, und
auch wegen der leichten Reproduzierbarkeit von Versen, ist Goethes Faust die Quelle zahlreicher geflügelter Worte,
die bis heute oft zitiert werden, vielfach auch, ohne dass dem Zitierenden ihre Herkunft bewusst ist. Der Büchmann
führt über fünfzig geflügelte Worte aus dem ersten Teil des Faust an.[2] Einige Beispiele:
• Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn! (214)
• Es irrt der Mensch, solang er strebt. (317)
• Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor! (358) – selbstironischer Ausdruck von
Unverständnis
• Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält (382)
• Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. (682)
• Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. (765) – Ausdruck von Zweifel
• Hier bin ich Mensch, hier darf ich′s sein (940) – Betreten eines persönlichen Freiraumes, wo die gesellschaftlichen
Sittlichkeitsvorschriften nicht durchgesetzt werden.
• Was man nicht weiß, das eben brauchte man, und was man weiß, kann man nicht brauchen. (1066)
• Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust! (1112) – Ausdruck eines inneren Interessenkonflikts
• Das also war des Pudels Kern! (1323) – In der abgeleiteten Redensart steht „des Pudels Kern“ für einen
wesentlichen Sachverhalt, der lange Zeit verborgen war und plötzlich aufgedeckt wird.
• Name ist Schall und Rauch (3457)
Faust. Eine Tragödie. 44

Bedeutende Inszenierungen
• 1819/1820 – In Berlin Aufführung einzelner Szenen zur Musik von
Fürst Anton Radziwiłł. – Radziwiłł hatte sich seit 1808 an
Compositionen zu Göthe's Faust versucht und im privaten Kreise
darbieten lassen. Goethe zeigte sich von einem Gesangsvortrag
Radziwiłłs in Weimar 1814 so begeistert, dass er zwei neue
Librettoeinlagen beisteuerte. Ab 1816 arbeitete Radziwiłł an einer
dramaturgischen Einbettung seiner Lieder bzw. an der
Durchkomposition des gesamten Stoffes. Proben, einige davon vor
der Hofgesellschaft des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III.,
wurden nun von Lesungen nicht vertonter Passagen begleitet.
Neben Laien nahmen geschulte Schauspieler teil. Gleichzeitig gab
es erste öffentliche Konzerte mit Radziwiłłs Faust-Musik, an deren
Ausarbeitung auch Komponisten wie Carl Friedrich Zelter und
Georg Abraham Schneider mitwirkten. Am 24. Mai 1819 kam es zu
einer ersten dramatischen Aufführung der Studierzimmer-Szenen im
Theatersaal von Schloss Monbijou in Berlin. Gesang und
Sprechvortrag waren personell getrennt. Für die
Erdgeist-Erscheinung benutzte Radziwiłł die Laterna
magica-Projektion eines Goethekopfes, wodurch der Dichter sich Theaterzettel der Uraufführung von Goethes
sehr geehrt fühlte. Die Aufführung wurde gleichen Orts am 13. Juni „Faust“ im Braunschweiger Hof-Theater am 19.
1819 wiederholt. Sechsstündige Aufführungen am 24. Mai 1820 im Januar 1829.

Palais Radziwiłł (als Reichskanzlei später Amtssitz der deutschen


Reichskanzler) und am 7. Juni 1820 im Schloss Monbijou waren
dann die bis dahin vollständigsten Darbietungen eines über Jahre
gewachsenen Bühnenprojekts, an dem die Berliner Geisteswelt trotz
des Laiencharakters regen Anteil nahm. Der Schwerpunkt lag auf
der Gelehrtentragödie bis zu Auerbachs Keller, ergänzt durch
einzelne Gretchen-Szenen. Wegen des höfischen Rahmens stand
Goethe dem Unternehmen insgesamt offenbar skeptisch gegenüber,
ließ sich aber von Vertrauten regelmäßig darüber berichten.[3]

• 1829 – Hoftheater in Braunschweig am 19. Januar. Zur


Uraufführung kam eine textlich, inhaltlich und vom
Handlungsablauf gegenüber dem als unspielbar gehaltenen
Originaltext Goethes radikal veränderte, für die Bühne redigirte
Fassung in sechs Abtheilungen. Gestrichen waren unter anderem die
beiden Vorspiele sowie die Szenen „Abend“ und „Walpurgisnacht“.
Die Inszenierung von Ernst August Friedrich Klingemann betonte
vor allem die Gretchentragödie. Die Aufführung dauerte über
dreieinhalb Stunden und war ein großer Erfolg.

• 1829 – Hoftheater in Weimar am 29. August zu Goethes


achtzigstem Geburtstag, zeitgleich zu Aufführungen in Leipzig, Theaterzettel der Weimarer Uraufführung des
Dresden und Frankfurt am Main. Es handelte sich um eine an die Faust, Tragödie in acht Abtheilungen von Goethe
am 29. August 1829
Faust. Eine Tragödie. 45

Braunschweiger Inszenierung angelehnte Fassung, deren Text Johann Peter Eckermann, Friedrich Wilhelm
Riemer und Regisseur Friedrich August Durand so überarbeitet hatten, dass acht statt sechs Szenen gespielt
wurden. Die begleitende Musik stammte von Franz Carl Adelbert Eberwein. Zensurbedingte Streichungen
betrafen vor allem als anzüglich empfundene und kirchenkritische Passagen; auch alle Verweise auf Gott mussten
entfallen. – Goethe, der verärgert war, weil man den Beschluss zur Aufführung des „Faust“ getroffen hatte, ohne
ihn zu konsultieren, hielt sich offiziell von den Vorbereitungsarbeiten fern. Trotzdem nahm er über Eckermann
Einfluss auf Inszenierung und Textänderungen. Mit Carl von La Roche, dem Mephisto, probte er privat so
intensiv, dass der Schauspieler später meinte, jede Gebärde, jeder Schritt, jede Grimasse, jedes Wort stamme von
Goethe selbst. In einer insgesamt kritischen Stellungnahme zur Weimarer Inszenierung verglich Karl von Holtei
La Roches jovialen Mephisto dann auch positiv mit der blassen Faust-Darstellung Durands. An der Uraufführung
nahm Goethe ebenso wenig teil wie an einer zweiten Aufführung am 8. November 1829, der letzten in Weimar zu
seinen Lebzeiten. Bis 1873 wurde die Inszenierung insgesamt neununddreißig Mal in der Stadt auf die Bühne
gebracht.[4]
• 1875/76 – Uraufführung, inklusive des postum 1832 veröffentlichten zweiten Teils, im Hoftheater zu Weimar von
Otto Devrient. Diese Inszenierung, die Devrient auch in Berlin, Köln und Düsseldorf zur Aufführung brachte,
hatte noch einen starren dreigliedrigen Bühnenbau. Zusätzliche Aufbauten waren für schnelle Szenenwechsel
erforderlich.
• 1895 – Savits arbeitete bereits variabler mit offenen Verwandlungen.
• 1909/11 – Max Reinhardt nutzte am Deutschen Theater in Berlin die neue Drehbühne für beide Teile des Faust.
• 1932 – Aufführungsserie von Lothar Müthels Faust I mit Gustav Gründgens als Mephisto am Preußischen
Staatstheater in Berlin, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauerte. Hier begann der gefeierte
Schauspieler und (ab 1935) Generalintendant Gründgens die klassische schwarz-weiße Maske zu entwickeln, die
man heutzutage mit dem Mephisto identifiziert.
• 1933 – Max Reinhardt inszenierte die erste Aufführung von Faust I bei den Salzburger Festspielen als
Freiluftspiel in der Felsenreitschule. Clemens Holzmeister baute hierfür eine bis zu 20 Meter hohe, durch
versteckte Gänge und Treppen verbundene Fauststadt mit Zitaten aus der Architektur Salzburgs. Auch die
Galerien wurden ins Schauspiel einbezogen. Die Ausstattung war naturalistisch, da Reinhardt eine perfekte
Illusion des ausgehenden Mittelalters erzeugen wollte. Den Schwerpunkt legte er auf die kleinstädtische Welt
Gretchens. Weil alle Szenenorte von Faust I erstmals gleichzeitig zur Verfügung standen, konnte auf
Umbaupausen verzichtet werden. Eine raffinierte Beleuchtungsdramaturgie betonte die Simultanität von
Ereignissen und durch Farbgebung die Grundstimmung einer Szene. Bernhard Paumgartner komponierte eine auf
akustischen Realismus ausgerichtete Begleitmusik sowie Lieder, die dem Lokalkolorit angepasst waren. Die
Leitung der Bühnenmusik oblag dem jungen Herbert von Karajan. Premiere war am 17. August 1933. Ein Teil
der Aufführung musste wegen Regens ins Festspielhaus verlegt werden. Erst am 25. August gelang eine
komplette Vorführung in der Felsenreitschule. Die Kritiken waren gespalten: Lobten einige Rezensenten die
Sinnenfreude der Inszenierung, bemängelten andere eine opernhafte Melodramatik und eine Vernachlässigung
von Goethes Text gegenüber optischen Effekten. Kritik an Reinhardt und Mephisto-Darsteller Max Pallenberg
hatte dabei auch antisemitische Untertöne. Einhellig gelobt wurde die ungewohnt unsentimentale
Gretchen-Interpretation Paula Wesselys. Den Faust spielte Ewald Balser. Die Inszenierung wurde mit
wechselnden Mephisto-Darstellern (Raoul Aslan, Franz Schafheitlin, Werner Krauß) bis 1937 gezeigt, nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich aber abgesetzt.[5]
• 1933 – Auch im Theater in der Josefstadt inszenierte Reinhardt den Faust I in der Intendanzzeit seines
Nachfolgers als Direktor Otto Preminger. Die Premiere war dort am 4. September 1933. Die Realisierung seines
Projekts Faust II wurde durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten verhindert.
• 1938 – Marie Steiner inszenierte die erste ungekürzte Aufführung beider Teile als
weltanschaulich-anthroposophisches Weihe- oder Festspiel.
Faust. Eine Tragödie. 46

• 1939 – Das Burgtheater in Wien setzte Faust I mit Ewald Balser als Faust ins Repertoire. Diese gefeierte Serie
dauerte bis zum Ende des 2. Weltkriegs.
• 1948 – Im Ronacher in Wien spielte das Burgtheater-Ensemble (das Haus an der Wiener Ringstrasse war
zerstört) Faust I. Regie: Ewald Balser, Oskar Werner als Schüler.
• 1949 – In Hannover machte Alfred Roller mit seinem „Aluminium-Faust“, in der Titelrolle Gerhard Just, den
Neuanfang nach dem Krieg. Ostern war Faust I zu sehen und Faust II am 28. August. Roller brach mit den
Prinzipien der Faust-Inszenierungen des 19. Jahrhunderts. Die Bühne von Rudolf Schulz bestand aus einem
halb-kugelförmigen Gerüst aus Leichtmetall. Im Hintergrund spiegelte eine Aluminiumwand die Lichtreflexe (der
Phantasie). Das Metallische symbolisiert das Kosmische. Die Räumlichkeiten vom Studierzimmer bis zum Kerker
wurden nur angedeutet. Die fünfstündige Version von Faust I wies nur einen Strich auf: der
Walpurgisnachtstraum entfiel. Auerbachs Keller war eine derbe Saufszene, die Walpurgisnacht mit Lichtreflexen
auf der metallenen Wand eine Sinnesorgie. Faust war nicht mehr die wohlredende Prunkfigur des
19. Jahrhunderts, sondern der an seinem Wissen und Denken verzweifelnde Mensch, der abtrünnige Humanist.
• 1949 – Am Broadway in New York inszenierte der Wiener Schauspieler und Regisseur Leon Askin den Faust I
mit großen Erfolg.
• 1952 – Das Berliner Ensemble unter der Regie von Egon Monk inszenierte den Urfaust als provokative
Neudeutung vor dem Hintergrund spießiger Inszenierungen in der DDR. Parteischelte war die Folge. Bert Brecht
formte Goethes Vorlage episch um: Im Prolog macht Mephisto den Zuschauer mit den wichtigsten
Dramengestalten bekannt. Da der Urfaust ein Fragment ist, füllte Brecht diese Leerstellen mit Brückenversen, die
dem Zuschauer aus einem voluminösen Buch vorgelesen werden. Wirkungsgeschichtlich begann mit dieser
Urfaust-Inszenierung die Abkehr vom realistisch-naturalistischen Bühnenbau, die von Gustav Gründgens und
Claus Peymann fortgesetzt wurde.
• 1954 – Im Deutschen Theater in Berlin spielten Kurt Oligmüller (Faust) und Ernst Busch (Mephisto) unter der
Regie von Wolfgang Langhoff den Faust I. Der westliche Vorwärts-Verlag kritisierte am 7. Januar 1954: „Die
Aufführung trug alle Merkmale der kommunistischen Schauspielkunst Ernst Buschs. Nicht die Worte Goethes in
ihrer Bedeutung standen im Mittelpunkt der Interpretation, sondern die weltanschauliche Sinngebung des
Handlungsganges, aus der ostzonalen ‚Hexenküche‘…“ So ideologisch vorbehaltvoll blieb die westliche Kritik bis
in die sechziger Jahre, die östliche sogar bis in die achtziger Jahre.
• 1955 – Staatsakt im Burgtheater am 14. Oktober zur Neueröffnung nach dem Wiederaufbau infolge der
Zerstörungen des 2. Weltkriegs: Vorspiel auf dem Theater; Werner Krauß (Der Direktor), Raoul Aslan (Der
Dichter), Hermann Thimig (Lustige Person).
• 1956/1957 – Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg erfolgte unter der Regie und Intendanz von Gustaf
Gründgens die Neuinszenierung des Faust mit Will Quadflieg (Faust), Gründgens (Mephisto), Ella Büchi
(Gretchen), Elisabeth Flickenschildt (Marthe), Max Eckard (Valentin), Eduard Marks (Wagner), Uwe
Friedrichsen (Schüler). Gründgens erarbeitete mit seinem Bühnenbildner Teo Otto Schritt für Schritt eine
entrümpelte Fassung. Beide bekannten sich zu ihrer „Einfallslosigkeit“ und zeigten die Bühne als nacktes Gerippe.
Gründgens entwickelte seine Konzeption anhand des Vorspiels auf dem Theater. Entsprechend ist alles (Himmel,
Hölle, große oder kleine Welt) die Welt des Theaters. Die Inszenierung gastierte auch in Moskau und wurde 1960
mit großem Erfolg verfilmt.
• 1976 – Am Wiener Burgtheater, in der Intendanzzeit Gerhard Klingenbergs entstand ein weiterer Höhepunkt des
avantgardistischen Regietheaters von Otomar Krejča: Faust I mit Rolf Boysen als Faust und Heinz Reincke als
Mephistopheles. Dies war bis 2009 die letzte Burg-Inszenierung von Goethes Faust im Haus am Ring.
• 1977 – In Stuttgart inszenierten Claus Peymann, Achim Freyer und Hermann Beil einen frivolen Spieltext. Faust
I und II an zwei Tagen als zusammenhängendes Stück zur Geschichte des Heraustretens aus dem Mittelalter bis
zur Entwicklung des Bürgertums. Das Bühnengerüst war zum Teil dreistufig. Ganz oben residierte der Herr mit
Faust. Eine Tragödie. 47

seinen Engeln, Fausts Welt blieb zunächst dunkel. Die Beleuchtungstechnik erschloss beispielsweise die
Gretchen-Szene. Alle Szenen wurden durch Striche gekürzt mit Ausnahme der Zueignung und des Prologs im
Himmel. Die Vorstellungen waren zwei Jahre lang ausverkauft. Große Teile des jugendlichen Publikums
umjubelten die Darsteller. Als Peymann Stuttgart 1979 aus politischen Gründen verlassen musste, lagen so viele
schriftliche Bestellungen vor, dass der Faust fünf Jahre hätte gespielt werden können. Martin Lüttge (Faust),
Therese Affolter (Gretchen).
• 1979 – In Schwerin inszenierte Christoph Schroth Faust I und Faust II an einem Abend mit einer Reihe
politischer Bezüge. So spielte alles hinter einem Eisener Vorhang. Die Inszenierung wurde über 100 mal in
ausverkauften Häusern gezeigt u. a. 1982 zur Tagung der Goethe-Gesellschaft in Weimar.
• 1984 – Das Berliner Ensemble spielte unter Horst Sagert Faust-Szenen mit Hermann Beyer (Faust) und Corinna
Harfouch (Gretchen). Sagert knüpfte an die fragmentarische Brecht/Monk-Inszenierung von 1952/53 an und
verwendete für seine Inszenierung Texte aus dem Umkreis der Dichtung, die zu einer Abrechnung mit dem
„Sturm und Drang“ wird. So grenzte er Fausts Titanismus und den Titan Prometheus gegeneinander ab.
• 1986 – Dieter Dorns Inszenierung an den Münchner Kammerspielen. (siehe auch Verfilmungen)
• 1990 – Faust I & II als drei Abende dauerndes Stück am Staatsschauspiel Dresden von Wolfgang Engel. u. a. mit
Freunde der italienischen Oper
• 1990 – Faust I im Schauspiel Frankfurt von Einar Schleef.
• 2000 – von Peter Stein; Erste professionelle Gesamtaufführung beider Teile.[6] – mit Bruno Ganz als „altem“ und
Christian Nickel als „jungem“ Faust. Johann Adam Oest und Robert Hunger-Bühler teilten sich die Rolle des
Mephisto. Dorothee Hartinger gab die Margarete. Insgesamt waren 80 Mitarbeiter, davon
33 Ensemble-Schauspieler beschäftigt. Dieses 15 Mio. Euro Großprojekt wurde durch das bis dato größte
Kunstsponsoring Europas aus privater und öffentlicher Hand finanziert. Das Projektmarketing beinhaltete neben
dem üblichen Programmbuch, einen preisgekrönten, hochprofessionellen Web-Auftritt und Online-Videos im
ZDF. Die Sponsoren waren: EXPO 2000, Deutsche Bank, DaimlerChrysler, Mannesmann, Ruhrgas, die Deutsche
Bundesregierung, der Berliner Senat, die Stadt Wien und 850 Privatsponsoren. Premiere am 22./23. Juli und Serie
bis 24. September 2000 auf der EXPO 2000 in Hannover, Gastspiel in Berlin (21. Oktober 2000 bis 15. Juli 2001)
und Wien (8. September bis 16. Dezember 2001). Die Aufführungsdauer incl. Pausen betrug 21 Stunden; reine
Spielzeit 15 Stunden, aufgeteilt auf 3 Wochenend- bzw. 4 (oder 5?) Abendvorstellungen, in eigens für dieses
Großprojekt adaptierten Hallen. In den beiden Spielhallen wurden 18 unterschiedliche Bühnenräume realisiert,
zwischen denen das Publikum gehend wechselte. Der einheitliche Eintrittspreis betrug 233 €.
• 2008 – Zum »Faust«-Jubiläum inszenierte Tilmann Köhler den Faust I am Weimarer Nationaltheater als ein Stück
gegen die kollektive Strichfassung der Bibel des Bildungsbürgers. Es wird ein Totentanz.[7]
• 2009 - Unter der Intendanz und Regie von Matthias Hartmann, mit Tobias Moretti als Faust und Gert Voss als
Mephisto, werden beide Teile auf die Bühne des Wiener Burgtheaters gebracht. Die Gesamtspieldauer beträgt 7
Stunden. Premiere war am 4. September. Dies ist die erste Neuinszenierung des Faust am Haus am Ring seit
1976, und die Erstaufführung des - allerdings stark gestrichenen- zweiten Teils an der Burg.[8]
Faust. Eine Tragödie. 48

Aktuelle Bühnenpräsenz
Goethes Faust ist das meistbesuchte Theaterstück an deutschsprachigen Bühnen. In der Spielzeit 2004/2005 sahen
insgesamt 150.000 Zuschauer 440 Aufführungen verschiedener Inszenierungen.

Verfilmungen
• Faust – eine deutsche Volkssage – Deutschland 1926, Stummfilm,
106 Min. (verschiedene Fassungen vorhanden), Regie: Friedrich
Wilhelm Murnau, Darsteller u. a.: Gösta Ekman als Faust, Emil
Jannings als Mephistopheles, Camilla Horn als Gretchen, Yvette
Guilbert als Marthe Schwerdtlein. Faszinerende, in der
Handlungsführung eigenständige Verfilmung des Faust-Stoffs;
kombiniert Goethes Version mit Teilen aus Christopher Marlowes
Drama. [9]

• Faust – BR Deutschland 1960, Spielfilm, 128 Min., Regie: Peter


Gorski, Dreharbeiten: 23. Mai 1960 – Juli 1960 in Hamburg,
Deutsches Schauspielhaus, Darsteller u. a.: Will Quadflieg als
Faust, Gustaf Gründgens als Mephistopheles, Ella Büchi als
Gretchen. Keine Verfilmung im eigentlichen Sinn, sondern
vielmehr eine Dokumentation der Theaterinszenierung Gründgens
Filmplakat der "Faust"-Adaption von 2009
am Hamburger Schauspielhaus, die nur in Ansätzen filmische
Gestaltungsmittel aufweist; beabsichtigt war, die herausragende
Theaterinszenierung mittels einer Kinoauswertung Zuschauern über Hamburg hinaus, in ganz Deutschland,
nahezubringen. [10]

• Faust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle – BR Deutschland 1987/88, Spielfilm, 169 Min., Regie: Dieter
Dorn, Kamera: Gernot Roll, Produzent: Günter Rohrbach. Darsteller u. a.: Helmut Griem als Faust, Romuald
Pekny als Mephistopheles, Sunnyi Melles als Gretchen, Cornelia Froboess als Marthe, Katja Riemann als
Lieschen. Ähnlich wie die Verfilmung von Gründgens und Gorski keine eigentliche Filmversion, sondern in
starker Anlehnung an Dieter Dorns Theaterinszenierung an den Münchner Kammerspielen (1986) fürs Fernsehen
entstanden. Harte Schnitte und häufiger Großaufnahmen, Perspektivwechsel und die direkte Präsenz der Kamera
im Bühnengeschehen vermitteln einen deutlich filmischeren Eindruck als in der 1960er Version. Wolfgang
Kröger bei Reclam: "Ein hervorragender Film; allerdings kann man die zugrunde liegenden Inszenierungsideen
erst dann wirklich 'genießen' und in ihrer Aussagekraft einschätzen, wenn man mit Goethes 'Faust' hinreichend
vertraut ist. Ein Film also nicht zur Einführung in das Werk, sondern zur Anregung weitergehender
Interpretationsüberlegungen." [11]
• Faust — der Tragödie erster Teil — Deutschland 2008/09, Spielfilm, 78 Min., Regie: IJ.Biermann, Kamera: Kai
Miedendorp, Produzent: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, Hartmut Bitomsky. Dreharbeiten: 26. Juni
– 20. Juli 2008 in Berlin und Brandenburg. Darsteller: Adolfo Assor als Heinrich Faust, Robert Gwisdek als
Mephistopheles, Katharina Rivilis als Margarete, Irene Kugler als Marthe, Laina Schwarz als Lisa. In enger
Zusammenarbeit mit Béla Tarr, ausgehend von einem Regieseminar zum Thema "Faust" an der Deutsche Film-
und Fernsehakademie Berlin im Sommer 2008, entstand diese Verfilmung, mit dem Ziel, nach Murnau endlich
wieder eine tatsächliche, zeitgenössische Verfilmung von Goethes "Faust" zu drehen. So wurde für jede der 25
Szenen aus Faust I eine filmische Entsprechung gefunden, um Goethes Theatertext in eine visuelle Erzählung in
der deutschen Gegenwart zu übertragen. Gedreht wurde im Breitwandformat 1:2,35, sog. Super35 mm, d. h. mit
dem Effekt von Cinemascope. Im Film sind zahlreiche Bezüge zur Faust-Rezeption und Werkgeschichte, u. a. zur
Theateraufführung 1982 an der Freie Volksbühne Berlin mit Bernhard Minetti als Faust, Regie: Klaus-Michael
Faust. Eine Tragödie. 49

Grüber, sowie zu Michail Afanassjewitsch Bulgakows Faust-Adaption Der Meister und Margarita und zu Richard
Wagners "Faust-Liedern". [12]

Ausgaben von Faust. Der Tragödie erster Teil

Ausgaben zu Lebzeiten Goethes


• 1808: Faust. – Eine Tragödie von Goethe. – Tübingen: Cotta'sche Verlagsbuchhandlung, 309 S.
Erste vollständige Ausgabe des ersten Teils.

Textausgaben mit wissenschaftlichem Anspruch


• Faust. Der Tragödie erster Theil. Bearbeitet von Erich Schmidt. Böhlau, Weimar 1887 (Goethes Werke.
Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen [Weimarer Ausgabe]. Abteilung I, Bd. 14]).
Bislang einzige historisch-kritische Ausgabe, die abgeschlossen wurde. Darlegung der
Überlieferung (Handschriften und Drucke). Variantenapparat.
• Faust. Eine Tragödie. In: Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Textkritisch durchgesehen und
kommentiert von Erich Trunz, Bd. 3: Dramatische Dichtungen, Bd. 1. Christian Wegner Verlag, Hamburg 1949,
S. 7–145. 16. Auflage: C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-31234-9.
• Der Tragödie erster Theil. Bearbeitet von Ernst Grumach und Inge Jensen. Akademie-Verlag, Berlin
1958 (Werke Goethes. Herausgegeben von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin unter Leitung
von Ernst Grumach. Faust, Bd. 2). Angelegt als historisch-kritische Ausgabe. Vor Erscheinen des Apparatbands
eingestellt.
• Faust. Eine Tragödie. In: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Texte. Hrsg. von Albrecht Schöne. Deutscher
Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-618-60270-7, S. 9–199. Taschenbuch: Insel Verlag, Frankfurt
am Main 2003, ISBN 3-458-34700-3. Der Text folgt der Ausgabe letzter Hand bzw. der Druckvorlage zu ihr.
• Faust. Eine Tragödie [1808]. Historisch-kritisch ediert und kommentiert von Karl Heinrich Hucke. Aschendorff,
Münster 2008. ISBN 978-3-402-12755-1 (Inhaltsverzeichnis [13]). Der Text folgt dem Erstdruck.
• Faust. Eine Tragödie. In: Johann Wolfgang Goethe: Faust-Dichtungen. Faust, erster Theil. Faust, zweyter Theil.
Frühere Fassung („Urfaust“). Paralipomena. Hrsg. und kommentiert von Ulrich Gaier, Reclam, Stuttgart
2010 (Reclam Bibliothek), S. 7–213. Der Text folgt der Ausgabe letzter Hand.
• Historisch-kritische Edition von Goethes Faust [14]. DFG-Projekt unter der Leitung von Anne
Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Silke Henke (Goethe- und Schiller-Archiv) und Fotis Jannidis
(Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Seit 2009 in Arbeit.

Ausgaben mit kunstgeschichtlichem Aspekt


• Goethe. Faust. Mit einer Einleitung Faust und die Kunst von Max von Boehn. Hundertjahrs Ausgabe im
Askanischen Verlag. Berlin: Carl Albert Kindle, 1924. Die Einleitung umfasst 221 Seiten mit zahlreichen
Abbildungen zur Kunstgeschichte.

Leseausgaben
• Faust. Der Tragödie erster Teil, Stuttgart: Reclam, 1986 (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 1).
• Johann Wolfgang von Goethe: Faust – Erster Teil, Hamburger Leseheft Nr.29, ISBN 3-87291-028-0
Ausgabe für Schüler, mit Nachwort und Anmerkungen
Faust. Eine Tragödie. 50

Ausgaben von Faust. Ein Fragment


• 1790: Faust. – Ein Fragment von Goethe. – Aechte Ausgabe. – Leipzig: G. J. Göschen, 168 S.

Literatur (Kommentare)
• Hans Arens: Kommentar zu Goethes Faust I. Winter, Heidelberg 1982, ISBN 3-533-03184-5 Wissenschaftlicher
Standardkommentar. Zeilenkommentar
• Rüdiger Bernhardt: Erläuterungen zu Johann Wolfgang von Goethe, Faust Teil I. 2., korrigierte Auflage. Bange,
Hollfeld 2003, ISBN 3-8044-1671-3
• Alwin Binder: Faustische Welt. Interpretationen von Goethes Faust in dialogischer Form. Urfaust –
Faust-Fragment – Faust I. LIT, Münster u. a. 2002, ISBN 3-8258-5924-X Kommentare und Interpretationen
• Theodor Friedrich, Lothar J. Scheithauer: Kommentar zu Goethes Faust. Mit einem Faust-Wörterbuch und einer
Faust-Bibliographie. Reclam, Stuttgart 1996 (1932), ISBN 3-15-007177-1 (Reclams Universal-Bibliothek.
Nr. 7177)
• Ulrich Gaier: Faust-Dichtungen. Bd. 2: Kommentar 1. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-030019-3 Szenen- und
Zeilenkommentar in verschiedenen Lesarten
• Heinz Hamm: Goethes ‚Faust‘. Werkgeschichte und Textanalyse. 6., völlig neu bearbeitete Auflage.
Volk-und-Wissen-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-06-102821-8
• Albrecht Schöne: Faust. Kommentare. In: Friedmar Apel u. a. (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Sämtliche
Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche. Abt. 1, Bd. 7. Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1994,
ISBN 3-618-60270-7 Moderner Kommentar
• Erich Trunz (Hrsg.): Faust. Der Tragödie erster und zweiter Teil, Urfaust. Herausgegeben und kommentiert von
Erich Trunz. Beck, München 2007 (Hamburger Ausgabe, zuerst erschienen 1949), ISBN 3-406-55250-1

Weblinks
Faust-Texte
• Faust I aus „Freie digitale Bibliothek“ [15]
• Faust I nach Kapiteln geordnet, mit Versnummerierung [16]
• Faust I und II in moderner Formatierung, mehrsprachig [17]
Multimedia
• Hörspielaufnahme (im MP3-Format) einer Theatergruppe aus dem Ort [[Finsing [18]]]
• Bemühte Laienaufführung – Videoclips: Faust 1 des Odyssee Theaters in Wien [19]
• Szene: Mephisto – Schüler Das geistige Band mit [[Gustaf Gründgens [20]]]
• Lied über den Ring am Finger — G. Gründgens als Mephisto [21]
• Hörspiel mit Illustrationen — Des Pudels Kern [22]
• Vorspiel auf dem Theater Ausschnitt — Originaltonaufnahme aus dem Burgtheater [23] vom 14. Oktober 1955
Sonstiges
• Interpretation der Gelehrten- und Gretchentragödie [24]
• Aktueller Spielplan deutschsprachiger Theater [25]
• Zeittafel des Faust in der Literatur [4]
• Faust als Spiegel der Geschichte – Vortrag [3]
• Faust- und Gretchenmotive im Goethezeitportal [26]
• Über die Uraufführung der redigirten Fassung in Braunschweig 1829 [27]
• Moritz Retzsch, Umrisse zu Goethes „Faust“, 1820 [28]
• Gustaf Gründgens und Will Quadflieg auf der Titelseite der Oster Ausgabe 2008 der ZEIT [29]
• 200 Jahre Faust [30]
Faust. Eine Tragödie. 51

• Peter Cornelius: Illustrationen zu Goethes Faust [31]


• Johann Heinrich Ramberg: Zeichnungen zu Goethes Faust I [32]
• Gabriel von Max: Zeichnungen zu Goethes Faust I [33]
• Website der "Faust"-Verfilmung 2008/2009 [34]
• Carl Vogel von Vogelstein: Die Hauptmomente aus Goethe's Faust, Dante's Divina Commedia und Virgil's
Aeneis, 1861 [35]
• Goethes Literatur-Klassiker als Comic-Version von Flix [36]

Referenzen
[1] Erklärung des Wortes Dust aus dem Goethe-Wörterbuch (http:/ / germazope. uni-trier. de/ Projects/ WBB/ woerterbuecher/ gwb/
wbgui?lemid=JD03117)
[2] Georg Büchmann: Geflügelte Worte. Der Citatenschatz des deutschen Volkes. 19. Auflage. Haude & Spener'sche Buchhandlung (F.
Weidling), Berlin 1898, III, S. 174–177, 183 ( S. 174 (http:/ / aronsson. se/ buchmann/ 0208. html) – S. 177 (http:/ / aronsson. se/ buchmann/
0211. html), S. 183 (http:/ / aronsson. se/ buchmann/ 0217. html)).
[3] Beate Agnes Schmidt: Musik in Goethes 'Faust'. Dramaturgie, Rezeption und Aufführungspraxis. Studio-Verlag, Sinzig 2006. S. 203–214.
[4] Georg Menchén: Faust in Weimar. Stadtverordnetenversammlung, Ständige Kommission f. Kultur, Weimar 1968. S. 7–11.
[5] Pia Janke: Max Reinhardts „Faust“-Inszenierung bei den Salzburger Festpielen 1933. In: Jahrbuch des Wiener Goethe-Vereins. Bd. 102/103,
1998/1999. S. 179–187.
[6] Der Regisseur Stein auf Seite 9 in: Peter Stein inszeniert Faust von Johann Wolfgang von Goethe. (Das Programmbuch Faust I und II,
Herausgeber Roswitha Schieb u. a., Verlag DuMont) ISBN 3-7701-5418-5
[7] Besprechung der Premiere (http:/ / www. neues-deutschland. de/ artikel/ 124848. html) im Neuen Deutschland vom 1. März 2008
[8] Artikel des ORF vom 5. September 2009: (http:/ / orf. at/ 090902-42114/ ?href=http:/ / orf. at/ 090902-42114/ 42115txt_story. html)
[9] Eintrag (http:/ / www. filmportal. de/ df/ 37/ Uebersicht,,,,,,,,CFF7C3B9E2FA42808CA1AA64B803765F,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,. html) bei
Filmportal.de mit vielen Materialien.
[10] Inhaltsangabe (http:/ / www. filmportal. de/ df/ 5d/ Credits,,,,,,,,A32DAF2EBD19469995A6E10E85BF89A6credits,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,. html)
von Filmportal.de
[11] Eintrag (http:/ / www. filmportal. de/ df/ 39/ Uebersicht,,,,,,,,60A43DF7C1D44925AFFC282E3382DF3C,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,. html) bei
Filmportal.de
[12] Eintrag (http:/ / www. filmportal. de/ df/ 90/ Credits,,,,,,,,3DEE2BF1DC7444ACA392719002328C21credits,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,. html) bei
Filmportal.de
[13] http:/ / d-nb. info/ 986366684/ 04
[14] http:/ / www. faustedition. net/ project/ about
[15] http:/ / www. digbib. org/ Johann_Wolfgang_von_Goethe_1749/ Faust_I
[16] http:/ / sciencesoft. at/ index. jsp?link=literature& book=Faust1& lang=de
[17] http:/ / de. goethe-faust. org
[18] http:/ / www. theateraufcd. de/ Faust2. aspx
[19] http:/ / www. archive. org/ details/ faust_1_2005
[20] http:/ / www. youtube. com/ watch?v=PcKfYAjKH6g& feature=related
[21] http:/ / www. youtube. com/ watch?v=2p0ghJmJOd8& feature=related
[22] http:/ / www. youtube. com/ watch?v=pQifGONOLvw& feature=related
[23] http:/ / www. staatsvertrag. at/ Literatur/ Burgtheater/ seite1_neu_1. htm''
[24] http:/ / www. ikg. rt. bw. schule. de/ virkla/ names/ schuels/ deutsch2/ klassfaust
[25] http:/ / www. theaterportal. de/ detail_search?stueck=Faust& autor=Goethe
[26] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=779
[27] http:/ / www. biblio. tu-bs. de/ ausstellungen/ faust. html
[28] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=2942
[29] http:/ / www. zeit. de/ 2008/ 13/ index?filter=print& from=alias
[30] http:/ / www. zeit. de/ 2008/ 13/ L-Faust-Ostern
[31] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=3510
[32] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=4389
[33] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=4171
[34] http:/ / www. goethe-faust. com
[35] http:/ / www. goethezeitportal. de/ index. php?id=4384
[36] http:/ / www. comicradioshow. com/ Article3258. html
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 52

Faust. Der Tragödie zweiter Teil.


Faust. Der Tragödie zweiter Teil in fünf Akten, bekannt auch als
Faust II, ist die Fortsetzung von Johann Wolfgang von Goethes
Faust I.
Nachdem Goethe seit der Fertigstellung des ersten Teils im Jahr 1805
zwanzig Jahre lang nicht mehr am Fauststoff gearbeitet hatte,
erweiterte er ab 1825 bis Sommer 1831 frühere Notizen zum zweiten
Teil der Tragödie. Das Werk wurde 1832, einige Monate nach Goethes
Tod, veröffentlicht.

Titelblatt des 1831 vollendeten zweiten Teils der


Tragödie

Inhalt
Das Drama besteht aus fünf Akten, die in sich abgeschlossene Inhalte
haben. Erst der Bezug auf die Gesamtheit der Teile I und II stellt den
Sinnzusammenhang der Tragödie her. Im Unterschied zum ersten Teil
steht nicht mehr das Seelen- und Gefühlsleben des einzelnen Menschen
im Mittelpunkt, sondern die Person Faust entwickelt sich stetig weiter,
wird zum sozial und geschichtlich handelnden Unternehmer, scheitert
auch in dieser Rolle und vollendet sich in der politischen Vision einer
freiheitlichen Weltordnung.

Faust widmet sich im zweiten Teil aktiv verschiedenen Tätigkeiten und


entspricht damit einem Ideal der Klassik: Der Mensch soll alle seine
Fähigkeiten ausbilden. Als Künstler schafft er im ersten Akt ein
Schauspiel, scheitert aber daran, es in die Wirklichkeit zu übertragen.
Im dritten Akt begibt sich Faust auf eine Zeitreise durch die Epochen.
Dabei wird der nordisch-romantische Künstler Faust mit der
griechisch-klassischen Helena, dem Sinnbild der Schönheit in der
Antike, verheiratet. Das Produkt dieser Synthese, ihr gemeinsamer Vorabdruck des noch unvollendeten Faust II von
Sohn Euphorion, der, kaum geboren, blitzschnell zum 1828

leidenschaftlichen jungen Mann heranwächst, steht für den Geist der


Poesie. Mit ihm veranschaulicht Goethe, wie es zur Deutschen Klassik kam: Durch Rückbesinnung der deutschen
Kunst auf die Antike. Der frühe Tod Euphorions (eine Anspielung auf den von Goethe verehrten Zeitgenossen und
Dichterkollegen Lord Byron) lässt Faust zu der Erkenntnis kommen, dass die Poesie, das Kind der Schönheit und der
Kraft, die Welt nicht dauerhaft verändern, sondern nur flüchtige Eindrücke erschaffen kann.
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 53

Drei Hauptthemen sind im Faust 2 zu unterscheiden:


1. Faust und Kaiser: der 1. und 4. Akt. Kultur, Macht, Schuld.
2. Faust und Helena: der 2. und 3. Akt. Natur, Sehnsucht, Trieb.
3. Fausts Tod und Gnade: der 5. Akt. Sinn, Vergebung.

Erster Akt
• Anmutige Gegend. Faust, auf blumigen Rasen gebettet, ermüdet, unruhig, schlafsuchend. Dämmerung.
Geisterkreis, schwebend bewegt, anmutige kleine Gestalten.
Der Luftgeist Ariel weist die Elfen an, dem durch die Gretchentragödie schuldig gewordenen Faust den Heilschlaf
des Vergessens zu bereiten. Vom Schlaf erquickt, will Faust sofort wieder nach dem höchsten Dasein streben - wie
schon im ersten Teil der Tragödie. Während ihn in seiner Studierstube der Erdgeist blendete, verhindern nun die
grellen Strahlen der Sonne den Blick auf das, was die Welt im Innersten zusammenhält. Er wendet sich der Erde zu
und erkennt in ihr das farbige Abbild des Lebens - im zwischen Klarheit und Zerfließen wechselnden Regenbogen
sieht Faust den Spiegel des menschlichen Strebens. Goethe zeigt so gleich zu Anfang, dass eine unmittelbare
Erkenntnis des Lebens nicht möglich ist. Vorerst gilt es das diesseitige Leben zu leben. Erst jenseitige Gnade wird
Faust zu höhern Sphären führen.

Kaiserliche Pfalz
• Saal des Thrones. Staatsrat in Erwartung des Kaisers. Trompeten. Hofgesinde aller Art, prächtig gekleidet tritt
vor. Der Kaiser gelangt auf den Thron; zu seiner Rechten der Astrolog.
Mephisto wird neuer Narr des Kaisers. Der hört sich, bereits in Karnevalslaune, die Sorgen und Nöte von Kanzler,
Heermeister, Schatzmeister und Marschalk an: Es fehlt überall an Geld. Mephisto spricht alle Bodenschätze und
Schatzfunde dem Kaiser zu und verändert die Deckung des Papiergelds: Nach diesem Mummenschanz wird deutlich,
dass eine Deckung durch ungehobene Schätze die Golddeckung abgelöst hat.
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 54

• Weitläufiger Saal mit Nebengemächern, verziert und aufgeputzt zum


Mummenschanz.
Karneval:
Erste Abteilung - Gärtnerinnen, Ährenkranz, Phantasiestrauß,
Fischer, Vogelsteller,...
Zweite Abteilung - Holzhauer, Naturdichter, Hofsänger,
Rittersänger, Satiriker,...
Dritte Abteilung - Grazien, Parzen, Furien.
Vierte Abteilung - Fortitudo- Wagen: Furcht, Hoffnung,
Klugheit,...
Fünfte Abteilung - Plutus- Wagen: Knabe Lenker, Plutus, Geiz,...
Sechste Abteilung - Wildgesang: Faune, Satyr, Gnome, Riesen,
Nymphen, Pan.
Dieser weitaus umfangreichste Abschnitt des ersten Aktes beschreibt
den florentinischen Karneval aus der Sicht Goethes, vor allem basierend
auf Antonio Francesco Grazzinis Tutti i Trifoni (1559) - einer
Sammlung zeitgenössischer Festaufzüge und Lieder. Die als
Mummenschanz bezeichnete Darstellung zeigt ein sinnenfrohes
Panoptikum der höfischen Gesellschaft sowie historischer und antiker
Figuren. Das ordnende Element in dieser Szene wird von der Figur des
Herolds übernommen, der die verschiedenen Abteilungen und Figuren
hervorzutreten bittet, sie beschreibt und protokolliert. Eine bedeutende Hof-Dame, als sich der hervortretende Geist
Helenas Faust zuwendet: Ich merke schon, sie
Rolle spielen hierbei auch vermehrt Allegorien wie die Furcht,
nimmt ihn in die Lehre; In solchem Fall sind
Hoffnung und die Klugheit. Auch Faust, Mephistopheles und der Kaiser alle Männer dumm, Er glaubt wohl auch, dass
selber mischen sich unter die Gäste, wobei sich u. a. folgende er der erste wäre.
allegorischen Figuren-Analogien ergeben: Helena von Troja von Evelyn de Morgan, 1898

Zolio-Thersites = Mephistopheles (→ Allegorie: Hässlichkeit)


Plutus = Faust (→ Allegorie: Geld)
Knabe Lenker = Euphorion (→ Allegorie: Poesie)
Der Abgemagerte = Mephistopheles (→ Allegorie: Geiz)
Kaiser = Pan (→ Allegorie: Vergnügungssucht)
Nach den Deputationen der ersten drei Abteilungen und dem Erscheinen von Plutus’ Prachtwagen entwickelt sich die
Szene zu einem höfischen Schauspiel, in dem die Geldsorgen des als Pan maskierten Kaisers aufgezeigt werden.
Diese sollen von Faust (in Gestalt des Reichtums) beseitigt werden. Ein flammendes Inferno, das die Masken der
Anwesenden verbrennt und schließlich von Faust gelöscht wird, beschließt den Mummenschanz.
• Lustgarten, Morgensonne. Faust, Mephistopheles, anständig, nicht auffallend, nach Sitte gekleidet; beide knien.
Der Kaiser beschreibt Faust, wie sehr er die vergangenen Feierlichkeiten genossen habe, und wünscht sich mehr
dergleichen Scherze (5988). Die Berater des Kaisers erscheinen und preisen das von Mephisto neu eingeführte
Papiergeld. Der Kaiser beginnt dessen Sinn zu verstehen und es, wie seine Berater, zu verprassen.
• Finstere Galerie. Faust. Mephistopheles.
Faust berichtet Mephisto davon, dass der Kaiser ihm aufgetragen habe, Helena und Paris, die Urbilder der Schönheit,
an seinen Hof zu holen. Denn: Erst haben wir ihn reich gemacht, Nun sollen wir ihn amüsieren (6190-6191).
Mephisto erklärt ihm, das Mittel, die beiden heraufzubeschwören, sei ein "glühender Dreifuß" (6283), den Faust mit
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 55

Hilfe eines magischen Schlüssels im Reich der Mütter, dem tiefsten Mysterium, finde: Göttinnen thronen hehr in
Einsamkeit, um sie kein Ort, noch weniger eine Zeit (6213-6215). Faust macht sich daraufhin auf, hinunter ins Reich
der Mütter zu steigen.
• Hell erleuchtete Säle. Kaiser und Fürsten, Hof in Bewegung.
In dieser Szene wird Mephisto vom Hofvolk bedrängt, ihre persönlichen Wehwehchen (Sommersprossen, steifer
Fuß, Liebeskummer) mit seinen Hexenküchenkünsten zu heilen.
• Rittersaal. Dämmernde Beleuchtung. Kaiser und Hof sind eingezogen.
In einem illusionären Flammengaukelspiel treten Helena und Paris für den Kaiser auf. Deren Geister erweisen sich
jedoch als flüchtige Erscheinung. Im Rittersaal entbrennt eine Diskussion über die antike Schönheit: die männliche
Gesellschaft empfindet Helena als vollkommen schön, Paris jedoch als flegelhaft, da ohne Hofmanieren (6460).
Beim weiblichen Publikum verhält es sich umgekehrt. Als Faust bemerkt, dass es sich bei der dargestellten Szene um
den "Raub der Helena" handelt, will dieser Helena bewahren und greift in die Gespenster-Inszenierung ein, womit
der Spuk sich auflöst und Faust paralysiert zurücklässt: Er hat den Fehler begangen, seine Kunstschöpfung – die ihm
nur durch den Gang zu den Müttern ermöglicht wurde – als sein Eigentum zu betrachten, sich also überschätzt und
sein Kunstwerk mit der Realität verwechselt.

Zweiter Akt
• Hochgewölbtes, enges, gotisches Zimmer, ehemals Faustens, unverändert. Mephistopheles hinter dem Vorhang
hervortretend. Indem er ihn aufhebt und zurücksieht, erblickt man Fausten hingestreckt auf einem altväterischen
Bette. Famulus. Bakkalaureus.
Mephisto tritt in Fausts alte Stube und erkennt die Feder wieder, mit der Faust sich dem Teufel verschrieb. Er legt
sich Faustens alten Mantel an, um sich als Dozent zu verkleiden. So empfängt er den neuen Famulus, der an
Wagners Stelle getreten ist. Wagner – mittlerweile selbst praktizierender Naturwissenschaftler – soll an einem
großen, geheimnisvollen Werk arbeiten. Mephisto fordert den Famulus auf, Wagner herbeizuschaffen.
Es folgt die Fortsetzung der Schülerszene aus dem Faust I: Der inzwischen zum Bakkalaureus herangereifte
ehemalige Schüler behauptet von sich selbst, nun entwachsen akademischen Ruten (6723-6724) und seinem alten
Meister (Mephisto) ebenbürtig, ja überlegen zu sein. Er symbolisiert das anmaßende Selbstbewusstsein der Jugend:
Des Menschen Leben lebt im Blut, und wo Bewegt das Blut sich wie im Jüngling so? (6776-6777). Mephisto spielt
zwar ironisch den Unterlegenen (Nun komm ich mir recht schal und albern vor, 6763), dem Theaterpublikum aber
eröffnet er, dem abgehenden Bakkalaureus hinterherblickend: Original, fahr hin in deiner Pracht! – Wie würde dich
die Einsicht kränken: Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, Das nicht die Vorwelt schon gedacht?
(6807-6810).
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 56

• Laboratorium im Sinne des Mittelalters, weitläufige unbehilfliche


Apparate zu phantastischen Zwecken. Wagner am Herde.
Homunkulus in der Phiole.
Mephistopheles hat den bewusstlosen Faust in seine alte Studierstube
versetzt. Im Laboratorium nebenan trifft er Wagner, der gerade dabei
ist, eine wissenschaftliche Großtat zu vollbringen und einen
künstlichen Menschen zu schaffen, den Homunkulus. Das zarte
Kunstgebilde vermag allerdings nur in seiner Phiole zu existieren.
Bezeichnender Weise ist bei seiner Herstellung der Teufel anwesend.
Homunkulus begrüßt ihn: Du aber, Schalk, Herr Vetter, bist du hier? Homunkulus [in der Phiole]: Was gibt's zu tun?
Im rechten Augenblick, ich danke Dir (6885-6886). Als Homunkulus, Mephistopheles, auf eine Seitentüre deutend:
Hier zeige deine Gabe (Die Traumbilder des
Faust erblickend, in dessen Gedankenspiegel liebliche Frauen sieht,
schlafenden Faust zu beschreiben)
darunter auch Helena, beschließt er, zur klassischen Walpurgisnacht (Umriss-Radierung nach Moritz Retzsch 1836)
nach Griechenland aufzubrechen. Mephisto, der nur wegen der
Aussicht auf dort gastierende thessalische Hexen einwilligt, folgt Homunkulus und trägt den immer noch
schlafenden Faust mit sich.

Klassische Walpurgisnacht
• Pharsalische Felder. Finsternis: Erichtho. Die Luftfahrer oben. Faust den Boden berührend. Mephistopheles
umherspürend. Sirenen präludieren oben. Faust herantretend. Mephistopheles verdrießlich.
Zu Beginn der Szene erscheint die thessalische Hexe Erichtho auf den Pharsalischen Feldern als Vorbotin der
Klassischen Walpurgisnacht. Die düstere Berichterstatterin der Geschichte verwirrt, indem sie die vorolympische
Epoche, die römische Zeit und den griechischen Befreiungskampf aus Goethes Zeit miteinander vermischt. Sie
flüchtet beim Herannahen der Luftfahrer Faust, Mephisto und Homunkulus.
Faust erwacht nach der gescheiterten Helena-Beschwörung auf dem antiken Schlachtfeld, auf dem Pompeius von
Caesar besiegt wurde. Ihm fließen neue Kräfte zu, als er den Boden fühlt, auf dem die Gottheiten und Heroen der
klassischen Antike zu Hause sind. Der mittelalterliche, nordische Teufel fühlt sich dagegen fehl am Platze. Doch zu
seiner Verwunderung erkennt er in einigen der antiken Schreckgestalten leider Nahverwandte (7741).
• Am obern Peneios' – Greife, Sphinxe, Ameisen, Arimaspen und
Sirenen
• Am untern Peneios' – Peneios, Nymphen, Chiron und Manto.
Faust sucht hier Helena bei den Sphinxen und Chiron, halluziniert
Leda und wandelt am Fluss. Der Kentaur Chiron, der Lehrer Herakles',
Arzt und der Erzieher von Kastor und Pollux, der Halbbrüder Helenas,
bringt Faust zu Manto, die mit ihm in die Unterwelt steigt und damit Von allen Seiten hundert Quellen vereinen sich
Fausts Irren durch die Klassische Walpurgisnacht beendet. im reinlich hellen, zum Bade flach vertieften
Raum. Gesunde junge Frauenglieder, vom
• Am oberen Peneios wie zuvor. Sirenen. Mephistopheles in der feuchten Spiegel doppelt wieder ergetztem Auge
Ebene. Homunkulus. Mephistopheles an der Gegenseite kletternd. zugebracht! … Wundersam! auch Schwäne
kommen aus den Buchten hergeschwommen,
Der ein galantes Abenteuer suchende, aber schon bei den Sphinxen
majestätisch rein bewegt. Ruhig schwebend, zart
abgeblitzte, völlig erregte Mephisto wird durch die Lamien bezirzt, gesellig, aber stolz und selbstgefällig.
dann aber durch seine Mühmichen Empuse, der Trauten mit dem Nymphen und Schwäne von J. H. Tischbein
Eselsfuße (7737) - und den Phiolen-Homunkulus, der seine (1817/20)

Menschwerdung und Vervollkommnung bei Anaxagoras und Thales


Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 57

sucht, in seinen nun direkten sexuellen Ambitionen gestört. Anaxagoras und Thales tragen zwei philosophische
Gedanken zur Lebensentstehung mit sich. Während ersterer glaubt, dass Lebendiges im Feuer entstanden sei, ist
Thales ebenso überzeugt, dass der Ursprung allen Lebens im Wasser zu finden sei. Mephisto gelangt schließlich zur
Bergeshöhle der drei Phorkyaden, von denen er sich Zahn und Auge leiht, und im folgenden Akt als Phorkyas
auftritt.
• Felsbuchten des Ägäischen Meers. Mond im Zenit verharrend. Telchinen von Rhodus auf Hippokampen und
Meerdrachen, Neptunens Dreizack handhabend. Galatee auf dem Muschelwagen nähert sich.
Thales, noch immer bemüht, Homunkulus bei seiner Menschwerdung zu helfen, versucht bei Nereus, dem Greis des
Meeres, das Geheimnis des Entstehens zu ergründen. Dieser, ein ausgesprochener Hasser des Menschenvolkes, weiß
keinen Rat, verweist jedoch auf Proteus, der die Kunst des Verwandelns kenne. Proteus, sich in vielfältige Formen
verwandelnd, weist Homunkulus den Weg zum Zug des Muschelwagen der Galatee. Homunkulus besteigt den
Proteus-Delphin und zerschellt am Muschelwagen der Meeresgöttin Galatee, der Tochter des Nereus. Es entsteht ein
Meeresleuchten. Der Akt endet mit einem Lobgesang auf den allmächtigen Eros und die vier Elemente.

Dritter Akt
• Vor dem Palaste des Menelas zu Sparta
Hier geht es um Fausts Beziehung zu Helena, mit der er einen Sohn –
Euphorion - hat, der am Ende des Aktes zu Tode stürzt, woraufhin
auch Helena verschwindet. Die Verbindung Fausts mit Helena
symbolisiert die Verbindung von klassischer Antike und
romantischem, germanischem Mittelalter.
Menelas kehrte mit Helena aus dem Krieg um Troja zurück und
schickte Helena voraus, um eine Opferzeremonie vorzubereiten. Er
sagte jedoch nicht, was geopfert werden solle. Helena ahnt, dass sie
das Opfer sein wird, und beklagt ihr Schicksal, doch ein Chor von
gefangenen Trojanerinnen muntert sie wieder auf. Helena will nach der Helena: Da seht sie selbst! sie wagt sogar sich
Rückkehr die Diener und den Palast inspizieren, trifft jedoch auf leere ans Licht hervor! Hier sind wir Meister, bis der
Gänge und auf Mephisto in Gestalt der Phorkyas, die den Palast und Herr und König kommt. Die grausen
Nachtgeburten drängt der Schönheitsfreund
Hof während ihrer Abwesenheit verwaltete. Diese sagt Helena, dass sie
Phöbus hinweg in Höhlen, oder bändigt sie.
das Opfer sein werde, da Menelas fürchte, sie noch einmal zu verlieren Bühnenbild von Goethe (1810).
oder nicht ganz besitzen zu können, und bietet ihr und dem Chor an,
sie mit auf eine mittelalterliche und angeblich uneinnehmbare Burg zu nehmen, die während der zehn Jahre des
Krieges um Troja und der anschließenden Irrfahrten des Menelas bis Ägypten nicht weit von Sparta errichtet wurde.
Sie stimmen zu und flüchten, umhüllt von Nebel, vor dem anrückenden König.

• Innerer Burghof , umgeben von reichen phantastischen Gebäuden des Mittelalters.


Nach dem Sieg über Menelas führt Faust Helena in das von ihm geschaffenen Arkadien ein. Ein Hort des Glücks
und der Harmonie. In seiner mittelalterlichen Burg angekommen, wirbt Faust um Helena. Begeistert nimmt sie seine
unbekannte, nordische Form des Sprechens - den gereimten Vers - auf:
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 58

Helena: Ein Ton scheint sich dem andern zu bequemen, Und hat ein
Wort zum Ohre sich gesellt, Ein andres kommt, dem ersten
liebzukosen. […] So sage denn, wie sprech' ich auch so schön? Faust:
Das ist gar leicht, es muß von Herzen gehn. Und wenn die Brust von
Sehnsucht überfließt, Man sieht sich um und fragt - Helena: Wer
mitgenießt. (9369-9380) Der Chor besingt indessen die Frivolität der
Frauen. (siehe Bild rechts)

Fraun gewöhnt an Männerliebe, Wählerinnen


sind sie nicht, aber Kennerinnen. Und wie
goldlockigen Hirten, vielleicht schwarzborstigen
Faunen, wie es bringt die Gelegenheit, über die
schwellenden Glieder vollerteilen sie gleiches
Recht. Satyrn von J. W. v.Goethe, um 1790

• Schattiger Hain. Der Schauplatz wandelt sich durchaus. An einer


Reihe von Felsenhöhlen lehnen sich geschloßne Lauben. Schattiger
Hain bis an die rings umgebende Felsensteile hinan. Faust und
Helena werden nicht gesehen. Der Chor liegt schlafend verteilt
umher.
Phorkyas berichtet dem Chor von der Geburt Euphorions, der aus der
Verbindung Fausts mit Helena - der schönen, personifizierten
Destruktivkraft der Sexualität - hervorgeht. Euphorion stirbt kurze Zeit
später bei einem übermütigen Flugversuch. Seine letzten Worte Laß
mich im düstern Reich, Mutter, mich nicht allein! (9905-9906 )
schallen nach, woraufhin Helena Persephone auffordert, sie und den
Knaben aufzunehmen. Während sich die Chorführerin Panthalis
ebenfalls zum Hades aufmacht, verweilen die Chormitglieder in
Arkadien, verwandeln sich jedoch in Naturgeister. Am Ende des
Schlussgesanges, nachdem der Vorhang gefallen ist, sieht man, wie
sich Phorkyas im Proszenium riesenhaft aufrichtet und als Mephisto zu
erkennen gibt, um, falls nötig, im Epilog das Stück zu kommentieren.

Vierter Akt Faust und Helena, Statue am Kunsthistorischen


Museum in Wien
• Hochgebirg, starre, zackige Felsengipfel. Eine Wolke zieht herbei,
lehnt sich an, senkt sich auf eine vorstehende Platte herab. Sie teilt
sich. Faust tritt hervor.
Faust, der aus Arkadien weggetragen wurde, phantasiert beim Betrachten einer Wolke. Bei ständiger Veränderung
derselben glaubt er einmal Helena darin zu erkennen, ein anderes Mal treten Bilder aus seiner Kindheit und Jugend
wieder hervor.
Mephistopheles, der zur Fortbewegung einen Siebenmeilenstiefel nutzt (Das heiß ich endlich vorgeschritten!,
10067), beginnt einen Diskurs über die Entstehung der Erdoberfläche, speziell des Hochgebirges, welches durch
teuflische Gase geformt und geprägt worden sei. Faust wiederum äußert das Verlangen, von nun an weder weltliche
Macht noch die Liebe einer Frau zu erlangen, ein höheres Ziel stellt für ihn dar, die Natur (speziell das Meer) zu
kontrollieren. Dies soll in Form von Landgewinnung durch Einsatz von Dämmen und Kanälen durchzuführen sein.
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 59

Mephisto stellt Faust die drei Gewaltigen vor: Raufebold, Habebald und Haltefest, die den Sieg für den Kaiser
erlangen und Fausts ehrgeizige Pläne der Landgewinnung verwirklichen sollen.
• Auf dem Vorgebirg. Trommeln und kriegerische Musik von unten. Des Kaisers Zelt wird aufgeschlagen. Kaiser.
Obergeneral. Trabanten.
Mephistopheles und Faust treten ins Kriegsgeschehen ein und werden davon unterrichtet, dass nun ein
polarisierender Gegenkaiser Krieg gegen den eigentlichen Kaiser führt und dessen Land zu erobern sucht. Die
Schlacht, die zu Gunsten des Gegenkaisers auszugehen scheint, wird mit der Hilfe Mephistos und der drei
Gewaltigen gewendet.
• Des Gegenkaisers Zelt. Thron, reiche Umgebung.
Kurz nach dem Sieg über den Gegenkaiser betreten die beiden Plünderer Habebald und Eilebeute das Zelt des
besiegten Gegenkaisers, mit dem Ziel, die dort befindlichen reichen Schätze zu raffen. Beide werden allerdings bald
von den vier Trabanten des Kaisers verjagt. Der Kaiser tritt mit vier Fürsten auf, die er für ihre Verdienste belohnt,
indem er das gewonnene Land unter ihnen aufteilt und sich somit von einem absoluten dynastischen Prinzip der
Staatsführung abwendet. Nach ihnen folgt der Erzbischof, der Gaben für die Kirche einmahnt. Dem Erzbischof, der
erkannte, dass der vorausgegangene Sieg über das Heer des Gegenkaisers nicht mit frommen rechten Dingen
zugegangen ist, steht es nun frei, übermäßige Forderungen an den Kaiser zu stellen. Allerdings kann er nicht
verhindern, dass Faust einen Bezirk am Strand zugesprochen bekommt. Der mittelalterlich-frühneuzeitliche
Wissenschaftler und Suchende, mit liebevoll-bewunderndem Hang zur griechischen Phantasie und Schönheit, wird
ins Staats- und Herrschaftsleben gesetzt und muss jetzt, zum Tatmensch gewandelt und zwischen Gemeinwohl und
Eigennutz abwägend, handeln.

Fünfter Akt
• Offene Gegend. Philemon und Baucis
Ein durch eine offene Gegend ziehender Wanderer erkennt eine kleine, von Linden umstandene Hütte, deren
freundliche Bewohner ihn vor langer Zeit aufnahmen, als er, in Seenot geraten, Hilfe benötigte. Früher lag die Hütte
der beiden Alten am Meer, heute ist das Meer nur noch in der Ferne an den Segeln der Schiffe zu erahnen. Der
Wanderer tritt ein und erkennt Baucis wieder, die, mittlerweile uralt, ihn seinerzeit freundlich aufnahm und pflegte.
Auch ihr Gatte Philemon lebt noch. Er erzählt von den seltsamen Vorgängen, die sich seit dem ersten Besuch des
Wanderers hier an diesem Ort zugetragen haben. In der Schilderung des Philemon und der anschließenden
Wechselrede der beiden Alten erfährt der Wanderer (und mit ihm der Leser), dass der neue Herr des Landes - Faust,
der aber ungenannt bleibt - vom Kaiser als Lohn für den Kampf gegen den Gegenkaiser mit dem Strand belohnt
worden ist. Kaum im Besitz dieses Landes, ging man daran, dem Meer Land abzutrotzen. Während die Arbeit
tagsüber kaum vorankam, sah man des Nachts Flammen umherirren, wo am anderen Morgen bereits ein Damm
stand. Die Erschaffung neuen Landes war offensichtlich nur mit Hilfe von Zauberei möglich. Die Hütte ist das letzte
Gebäude aus alter Zeit, und selbst dieses möchte der neue Herr des Landes für sich haben, weshalb er die beiden
Alten unter Druck setzt. Mit der Aufforderung Philemons, sich in die nahe Kapelle zum Gebet an den Gott der alten
Zeit zurückzuziehen, endet die Szene.
• Palast. Weiter Ziergarten, großer gradgeführter Kanal. Faust im höchsten Alter, wandelnd, nachdenkend.
Lynceus der Türmer beschreibt das neue, dem Meer entrissene Land als Idylle. Doch der Klang des Glöckchens in
der Kapelle von Philemon und Baucis lässt Faust auffahren. Für ihn ist sein dem Meer entrissenes Land keine Idylle,
solange die beiden Alten in ihrem kleinen Häuschen mit den alten Linden auf der Düne leben. Über dieses kleine
Fleckchen Erde hat er kein Recht. Es ist seinem Zugriff entzogen. Dieser kleine Makel nagt an ihm so sehr, dass er
sich seines neuen Landes nicht erfreuen kann. Nicht einmal die schönen Worte des Türmers mindern Fausts
Verdruss, als Mephisto mit den drei gewaltigen Gesellen - Krieg, Handel und Piraterie, Dreieinig sind sie, nicht zu
trennen (11187-11188) - auf einem voll beladenen prächtigen Kahn in den künstlichen Kanal einläuft. Mephisto
erzählt von der erfolgreichen Fahrt, die aber weniger eine friedliche Handelsunternehmung als vielmehr eine mit
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 60

kalter Rücksichtslosigkeit durchgeführte Kaperfahrt war. Enttäuscht von der unfreundlichen Begrüßung durch ihren
Herrn schaffen die Drei die reiche Beute beiseite und lassen sich von Mephisto beschwichtigen, der ihnen ein großes
Flottenfest in Aussicht stellt. Mephisto tadelt Fausts Ärger über Philemon und Baucis angesichts des bisher
Erreichten. Schließlich verlangt Faust von Mephisto die Umsiedlung der beiden: So geht und schafft sie mir zur
Seite! (11275).
Auf ihrem Grundstück möchte er sich zwischen den alten Linden einen „Luginsland“ errichten lassen, um von dort
aus seinen Welt-Besitz zu genießen: Dort wollt ich, weit umher zu schauen, Von Ast zu Ast Gerüste bauen, Dem Blick
eröffnen weite Bahn, Zu sehn was alles ich getan (11243-11246).
• Tiefe Nacht
Lynceus singt auf seinem Turm sein Lied Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt. Er preist darin die Schönheit
der Natur und die Vollkommenheit der Schöpfung und all das, was er je sah. Nicht ganz ohne Selbstgefälligkeit
rühmt er nicht nur seine besondere Fähigkeit, alles zu sehen, sondern auch sich selbst: So seh ich in allen Die ewige
Zier, Und wie mir's gefallen, Gefall ich auch mir (11296-11299). Er unterbricht sein Lied, denn er erkennt in der
Dunkelheit Funkenflug und Feuer. Das Häuschen von Philemon und Baucis steht in Flammen. Eindringlich
beschreibt Lynceus, wie die alten Linden, das Häuschen, die Kapelle und schließlich die Alten selbst ein Raub der
Flammen werden: Das Kapellchen bricht zusammen Von der Äste Sturz und Last. Schlängelnd sind, mit spitzen
Flammen, Schon die Gipfel angefaßt (11330-11333). Hatte er sich noch eben seines großen Könnens stolz gerühmt,
so bedauert er nun angesichts des schlimmen Unglücks so weitsichtig zu sein.
Faust hört das Jammern des Türmers, tritt auf den Balkon hinaus und entdeckt ebenfalls das brennende Grundstück
von Philemon und Baucis. Er bedauert den Brand nur insofern, als auch die Linden in Mitleidenschaft gezogen
wurden, die ihm ja für seinen geplanten Aussichtsposten dienen sollten. Vom Balkon aus erkennt er auch das neue
Haus, das er Philemon und Baucis großmütig als Ersatz zugedacht hat und in dem er die beiden, von seiner Großmut
erfüllt, ihre Tage glücklich beschließen glaubt. Von Mephisto erfährt er allerdings eine andere Geschichte. Er und
die drei Gewaltigen Raufebold, Habebald und Haltefest drangen gewaltsam in das Haus der Alten ein und drohten
ihnen. Da sie ihr kleines Häuschen nicht aufgeben wollten, wurden die beiden mit Gewalt weggeräumt. Der Schreck
tötete sie. Der ebenfalls anwesende Wanderer, dem man in der Szene Offene Gegend begegnete, wehrte sich, konnte
aber der Gewalt nichts entgegensetzen und fiel. Im Getümmel fing das Haus Feuer: Von Kohlen, ringsumher
gestreut, Enflammte Stroh. Nun lodert's frei, Als Scheiterhaufen dieser drei. (11367-11369) Wütend fährt Faust
Mephisto und seine Gesellen an: Wart ihr für meine Worte taub! Tausch wollt ich, wollte keinen Raub.
(11370-11371) Er schiebt die Verantwortung für den Tod der drei auf Mephisto und die drei Gewaltigen. Allerdings
hatte Faust in seinem Befehl zur Umsiedlung von Philemon und Baucis nicht von „Tausch“ gesprochen. So geht und
schafft sie mir zur Seite., waren seine Worte. Rauch und Dunst steigen von den noch schwelenden Resten des
Brandes auf und schweben hinan zu Faust.
• Mitternacht
Vier graue Weiber treten auf. Hier wird die Handlung von außen nach innen verlagert und Faust will sich von der
Magie lösen: Nimm dich in Acht und sprich kein Zauberwort. Die Begegnung mit den alten Weibern Mangel, Not
und Schuld beeindruckt Faust nicht, sein Bund mit Mephisto garantiert ihm Wohlstand und Gesundheit. Nur die
Sorge kann ihn erreichen, lässt ihn erblinden und reduziert ihn auf seine Innenwelt.
• Großer Vorhof des Palasts
Mittlerweile hundert Jahre alt und blind, hält Faust die lärmenden Lemuren, die ihm das Grab schaufeln, für seine
Arbeiter, die einen Deich errichten sollen, mit dem er dem Meer Land für Besitzlose abgewinnen will: Eröffn’ ich
Räume vielen Millionen, Nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen. (11563-11564) […] Solch ein Gewimmel
möcht’ ich sehn, Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. (11579-11580) Im Streben nach dem höchsten Dasein hat
Faust seinen Egoismus überwunden. Er will nun seine Fähigkeiten für das Wohl der Bedürftigen einsetzen, von
denen viele Millionen existieren. Mit dieser späten Sinnfindung kann Faust sich endlich akzeptieren und sicher sein,
durch eine solche Großtat der Nachwelt im Gedächtnis zu bleiben. Glücklich bekennt er: Zum Augenblicke dürft’ ich
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 61

sagen: Verweile doch, du bist so schön! Es kann die Spur von meinen Erdentagen Nicht in Äonen untergehn. – Im
Vorgefühl von solchem hohen Glück Genieß’ ich jetzt den höchsten Augenblick(11581-11586). Mit dem Ausspruch
der alten Schwurformel Zum Augenblicke dürft’ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön! verliert er die Wette
nicht, da der Konjunktiv (Irrealis) „dürft’“ andeutet, dass Faust dies gerne sagen würde, es jedoch nicht tut. Seinem
Tod aber entgeht er nicht.
• Grablegung
Die Grablegung hat Goethe als Posse gestaltet. Mephistopheles kommt vor dem toten Faust auf den
blutunterzeichneten Vertrag zu sprechen und befürchtet, leer auszugehen, auf den fehlenden Höllenglauben der
Protestanten anspielend (Auf altem Wege stößt man an, / Auf neuem sind wir nicht empfohlen). Der Chor der
Himmlischen Heerscharen fordert, Sündern zu vergeben. Der Teufel geht beunruhigt näher an das Grab heran, um
Fausts Seele nicht entwischen zu lassen. Der Chor der Engel tritt auf und streut Rosen, die auf magische Weise
Liebesgelüste bei Mephistopheles auslösen. Seine Gehilfen, die Lemuren, stürzen ärschlings in die Hölle (11738).
Mephistopheles ist nun mit den Engeln allein. Sie wenden sich. – Von hinten anzusehen! - Die Racker sind doch gar
zu appetitlich (11799-11800). Als Mephistopheles wieder zur Besinnung gekommen ist, haben die Engel Fausts
Seele mit sich genommen, und er klagt: Die hohe Seele, die sich mir verpfändet, Die haben sie mir pfiffig
weggepascht (11830-11831).
• Bergschluchten . Wald, Fels, Einöde. Heilige Anachoreten
gebirgauf verteilt, gelagert zwischen Klüften.
Die in den Bergschluchten verteilten Anachoreten (klösterliche
Einsiedler) reflektieren über die Liebe und das Leben. Ihre Äußerungen
repräsentieren verschiedene Haltungen innerhalb des Glaubens und der
Theologie: Rationalität, Ekstase und liebevolle Hingabe. Ein Chor
seliger Knaben (Mitternachtsgeborne, die kurz nach der Geburt
verstorben sind) durchschwebt die Szene und wird von dem
Anachoreten Pater Seraphicus in sich aufgenommen [1] , um durch ihn
zu den höchsten Gipfeln aufzusteigen und sie zu umkreisen.

Über den Anachoreten erscheinen drei Engel, die Faustens


Unsterbliches tragen. Sie werden von den seligen Knaben empfangen
und begrüßt. Sie berichten von Fausts Errettung: Wer immer strebend
sich bemüht, den können wir erlösen (11936-11937).
Einschweben der Mater gloriosa, begleitet von verschiedenen Engel (schwebend in der höheren Atmosphäre,
biblischen Frauen und Una Poenitentium [2] (sonst Gretchen genannt). Faustens Unsterbliches tragend): Gerettet ist das
edle Glied der Geisterwelt vom Bösen, wer immer
Die Mater gloriosa fordert Gretchen auf, sich mit ihr zu höheren
strebend sich bemüht, den können wir erlösen.
Sphären zu erheben. Faust bleibt vorerst zurück, doch: Wenn er dich Und hat an ihm die Liebe gar von oben
ahnet folgt er nach. Doctor Marianus betet alle reuig Zarten... dankend teilgenommen, begegnet ihm die selige Schar mit
umzuarten und um Gnade der Jungfrau ... und Göttin. herzlichem Willkommen.
Dantes Himmelsspirale von (W. Blake 1824/27)
Der Chorus mysticus beschließt das Drama: Alles Vergängliche Ist nur
ein Gleichnis; Das Unzulängliche, Hier wird's Ereignis; Das Unbeschreibliche, Hier ist's getan; Das
Ewig-Weibliche, Zieht uns hinan (12104-12111).
Die Szene wurde als Seelenreinigung Fausts in Anlehnung an den Neuplatonismus gedeutet, da auch dort die
jenseitige Welt nach einem triadischen Prinzip geordnet ist, welches in den drei verschiedenen Ebenen der Szene
wiedererkennbar ist. Die verwendeten Motive entstammen zwar der christlichen Tradition, sie sind hier jedoch
metaphorisch zu verstehen. Die oft gedeuteten vieldeutigen Schlussverse des Chorus Mysticus können teilweise als
metasprachliche Äußerungen interpretiert werden. Das Ewig Weibliche kann als das Prinzip der Liebe betrachtet
werden, welches dem Ewig-Männlichen, dem faustischen Titanismus entgegengesetzt ist.
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 62

Bedeutende Inszenierungen von Faust 2


• 1852 – Eckermann richtete eine weitgehend authentische und vollständige Fassung des für unspielbar gehaltenen
Stücks für die Bühne ein, indem er es in drei Teile gliederte:Faust am Hofe des Kaisers, der 1. Akt, wurde am 20.
Oktober 1852 einmalig anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums des Komponisten Eberwein - der den
musikalischen Rahmen verfasste - gegeben. Die beiden restlichen Teile Faust und Helena und Faust´s Tod
wurden erst nach dem Tode Eckermanns zweimal - am 24. Juni und am 28. September 1856 - in Weimar
aufgeführt.
• 1875/76 – Uraufführung, inklusive des posthum 1832 veröffentlichten zweiten Teils im Hoftheater zu Weimar
von Otto Devrient. Das festliche Erlebnis unter dem Titel Goethes Faust als Mysterium in zwei Tagwerken
dauerte - trotz drastischen Streichens im 2.Teil - von 6 bis 11 1/2 h. Zitat G.von Loeper: Die wiederholten
Aufführungen des zweiten Theils in neuerer Zeit lassen die ungeheure Bedeutung der Anschauung erkennen. Dies
Vermag mit einem Schlage die Schwierigkeiten des Verständnisses beseitigen; sie stellt alles Einzelne in das
richtige Licht, verbindet es zu einem Ganzen und giebt Allem Physiognomie und das normale Verhältniß.
Gesehen haben ist eben wissen. Leute aus dem Volke, Frauen, welche beim Lesen des Stückes nicht über die
ersten Seiten hinaus gelangen konnten, fühlten sich gefesselt und bewegt von der Anschaulichkeit und Bildlichkeit
der Scenen, von der Eindringlichkeit, dem Witz und der Weisheit, der Kraft und der Klarheit des Worts.
Hochgebildete erlebten einen Tag von Damaskus.[3] Diese Fassung, die Devrient drucken ließ und auch in Berlin,
Köln und Düsseldorf zur Aufführung brachte, hatte noch einen starren dreigliedrigen Bühnenbau. Zusätzliche
Aufbauten waren für schnelle Szenenwechsel erforderlich. Übrigens ist dies der erste Weimarer Faust seit 1829.
Egon Friedell schrieb über die „Weimarer Schule“: Goethe und Schiller haben…eine geradezu schreckliche Art
des Theaterspielens über Deutschland verbreitet … Goethes Grundmaxime lautete: der Schauspieler soll stets
bedenken, daß er um des Publikums willen da ist… infolgedessen soll er nicht aus mißverstandener Natürlichkeit
so spielen als wenn kein Dritter dabei währe… in einer Weise wörtlich genommen, veräußerlicht und überspannt,
die ans Unbegreifliche grenzt. Die Darsteller mußten stets einen anmutigen Halbkreis bilden, durften nie nach
dem Hintergrund sprechen, niemals dem Zuschauer den Rücken, ja auch nur das Profil zeigen. Das Hauptgewicht
wurde auf kultivierten Vortrag gelegt: eine übertrieben deutliche Artikulation, die die Persönlichkeit des
Schauspielers und den Charakter der Figur verwischt, und eine Art singende Deklamation, die man für den
Höhepunkt der Schönheit hielt, kurz, es war die Reduktion der Schauspielkunst auf bloße Rezitation und eine
Anzahl fixer Repräsentationsgesten;…
• 1909/11 – Max Reinhardt nutzte am Deutsches Theater in Berlin die neue Drehbühne für beide Teile des Faust.
Zunächst von 14 Uhr bis 1 Uhr des nächsten Tages gespielt, dauerte die Aufführung von Faust II nach einigen
kürzenden Strichen schließlich acht Stunden.
• 1933 – Clemens Holzmeister baute seine 20 Meter hohe - durch Gänge und Treppen miteinander verbundene -
Fauststadt für Max Reinhardts Salzburger Festspiele in die Felsenreitschule, wodurch alle Spielorte für Faust 1
erstmals simultan zur Verfügung standen und durch den Auftritt der Schauspieler in Funktion gebracht wurden.
Auch im Theater in der Josefstadt inszenierte Reinhardt den Faust 1 in der Intendanzzeit seines Nachfolgers als
Direktor Otto Preminger. Die Premiere war dort am 4. September 1933. Die Realisierung seines Projekts Faust 2
wurde durch die Machtergreifung der Nazis verhindert.
• 1938 – Aufführung beider Teile an sieben Tagen als weltanschaulich-anthroposophisches Weihe- oder Festspiel,
ungekürzt im Goetheanum in Dornach (Schweiz). Inszeniert von Rudolf Steiners Witwe Marie Steiner.
• 1949 – In Hannover machte Alfred Roller mit seinem „Aluminium-Faust“, in der Titelrolle Gerhard Just, den
Neuanfang nach dem Krieg. Ostern war Faust I zu sehen und Faust II am 28. August. Roller brach mit den
Prinzipien der Faust-Inszenierungen des 19. Jahrhunderts. Die Bühne von Rudolf Schulz bestand aus einem
halb-kugelförmigen Gerüst aus Leichtmetall. Im Hintergrund spiegelte eine Aluminiumwand die Lichtreflexe (der
Phantasie). Das Metallische symbolisierte das Kosmische. Die Räumlichkeiten vom Studierzimmer bis zum
Kerker wurden nur angedeutet. Die fünfstündige Version von Faust I wies nur einen Strich auf: der
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 63

Walpurgisnachtstraum entfiel. Auerbachs Keller war eine derbe Saufszene, die Walpurgisnacht mit Lichtreflexen
auf der metallenen Wand eine Sinnesorgie. Faust war nicht mehr die wohlredende Prunkfigur des
19. Jahrhunderts, sondern der an seinem Wissen und Denken verzweifelnde Mensch, der abtrünnige Humanist.
• 1957/58 – Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg erfolgte unter der Regie und Intendanz (ab 1955)
Gründgens’ die Neuinszenierung des Faust mit Will Quadflieg (Faust), Gustaf Gründgens (Mephisto), Ella Büchi
(Gretchen), Elisabeth Flickenschildt (Marthe), Max Eckard (Valentin), Eduard Marks (Wagner), Uwe
Friedrichsen (Schüler). Gustaf Gründgens erarbeitete sich mit seinem Bühnenbildner Teo Otto Schritt für Schritt
die entrümpelte Fassung. Beide bekannten sich zu ihrer „Einfallslosigkeit“ und zeigten die Bühne als nacktes
Gerippe. Gründgens entwickelt seine Konzeption anhand des Vorspiels auf dem Theater. Entsprechend war alles
(Himmel, Hölle, große oder kleine Welt) die Welt des Theaters. Diese gefeierte Neufassung beider Teile (?)
gastierte auch in Moskau und wurde 1960 mit größten Erfolg verfilmt. Lediglich in der DDR wurde der zweite
Teil negativ gesehen (Faust als kapitalistischer Ausbeuter). Damit begannen in der DDR die Bemühungen, Faust
II zu übertreffen.
• 1965 - Kayser inszenierte in Leipzig.
• 1965/1967 - Fritz Bennewitz inszenierte in Weimar.
• 1977 – In Stuttgart inszenierten Claus Peymann, Achim Freyer und Hermann Beil einen frivolen Spieltext. Faust
I und II an zwei Tagen als zusammenhängendes Stück zur Geschichte des Heraustretens aus dem Mittelalter bis
zur Entwicklung des Bürgertums. Das Bühnengerüst war zum Teil dreistufig. Ganz oben residierte der Herr mit
seinen Engeln, Fausts Welt blieb zunächst dunkel. Die Beleuchtungstechnik erschloss beispielsweise die
Gretchen-Szenen. Alle Szenen wurden durch Striche gekürzt mit Ausnahme der Zueignung und des Prologs im
Himmel. Die Vorstellungen des Faust waren in Stuttgart zwei Jahre ausverkauft. Große Teile des jugendlichen
Publikums umjubelten die Darsteller. Als Peymann Stuttgart 1979 aus politischen Gründen verlassen musste,
lagen so viele schriftliche Bestellungen vor, dass der Faust fünf Jahre hätte gespielt werden können. Martin Lüttge
(Faust), Therese Affolter (Gretchen).
• 1990 - Wolfgang Engel inszenierte zur Neueröffnung des Dresdner Schauspielhauses einen Faust für drei Abende
unter Einbeziehung fremder Texte. Zitat Bernd Mahl aus [3] So gab es zuhauf Einschübe in der Walpurgisnacht,
die im Treppenhaus eines typischen Plattenbau-Hochhauses spielt; die Gemeinschaft oder einzelne Personen
grölen fröhlich schunkelnd mehrere Bierzelt-Volkslieder. Im dritten Akt spielten die Freunde der italienischen
Oper als Band von Euphorion auf, der von R.J.K.K. Hänsch gespielt wurde.
• 2000 – von Peter Stein: erste ungestrichene Gesamtaufführung beider Teile durch ein Berufstheaterensemble –
mit Bruno Ganz als „alter“ und Christian Nickel als „junger“ Faust. Johann Adam Oest und Robert Hunger-Bühler
teilten sich die Rolle des Mephisto. Dorothee Hartinger gab die Margarete. Insgesamt waren 80 Mitarbeiter,
davon 33 Ensemble- Schauspieler beschäftigt. Sponsoren: EXPO 2000, Deutsche Bank, DaimlerChrysler,
Mannesmann, Ruhrgas,die Deutsche Bundesregierung, der Berliner Senat, die Stadt Wien und
850 Privatsponsoren. Premiere am 22./23. Juli und Serie bis 24. September 2000 auf der EXPO 2000 in
Hannover, Gastspiel in Berlin (21. Oktober 2000 bis 15. Juli 2001) und Wien (8. September bis
16. Dezember 2001). Die Aufführungsdauer (ìncl. Pausen) betrug 21 Stunden, reine Spielzeit 15 Stunden,
aufgeteilt auf 3 Wochenend- bzw. 4 (oder 5?) Abendvorstellungen, in eigens für dieses Großprojekt adaptierten
Hallen. In den beiden Spielhallen wurden 18 unterschiedliche Bühnenräume realisiert, zwischen denen das
Publikum gehend wechselte. Der einheitliche Eintrittspreis betrug 233 €. Der Regisseur Peter Stein,
selbstkritisch, fünf Jahre nach dem 15 Mio. € Großprojekt: Du gehst in die dritte oder vierte Vorstellung und
siehst, was das für ein Schrott ist. (Der Tagesspiegel, 1. Oktober 2005)
• 2009 - Unter der Intendanz und Regie von Matthias Hartmann, mit Tobias Moretti als Faust und Gert Voss als
Mephisto, werden beide Teile auf die Bühne des Wiener Burgtheaters gebracht. Die Gesamtspieldauer beträgt 7
Stunden. Premiere war am 4. September. Dies ist die erste Neuinszenierung des Faust am Haus am Ring seit
1976, und die Erstaufführung des - allerdings stark gestrichenen- zweiten Teils an der Burg.[4]
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 64

• 2010 - Ab 16. April Aufführung der Rockoper "Faust II" im Goethesaal auf dem Brocken, Deutschlands
höchstgelegenen Bühnenhaus (1146 m). Regie und Produktion: Rudolf Holz.

Ausgaben
• 1827, Helena. Klassisch - romantische Phantasmagorie. Zwischenspiel zu Faust in Band 4 der Taschenausgabe
und der Groß-Oktav-Ausgabe (C1 1827 u. C 1828), Stuttgart: J.G. Cotta´sche Buchhandlung. Teildruck von Faust
2- von Goethe autorisiert.
• 1828, Faust. Zweiter Teil in Band 12 der Taschenbuchausgabe und der Groß-Oktav-Ausgabe (C1 1828 u. C
1829). Stuttgart: J.G. Cotta´sche Buchhandlung. Teildruck von Goethe autorisiert. Diese Ausgaben enden mit
Vers 6036 der Szene Kaiserliche Pfalz im ersten Akt, mit der Unterschrift: «Ist fortzusetzen».
• 1832 und 1833, Faust. Der Tragödie zweyter Theil in fünf Acten. (Vollendet im Sommer 1831.) in: Vollständige
Ausgabe letzter Hand Band 41, Stuttgart: J.G. Cotta´sche Buchhandlung, redigiert von Friedrich Wilhelm Riemer
und Johann Peter Eckermann (C1 1832 und C 1833), mit zweifelhaften redaktionellen Eigenmächtigkeiten.
• 1888, Weimarer Ausgabe Bd.15, in zwei Teilbänden (Textband und Lesarten) hrsg. von Erich Schmidt. Weimar:
Böhlau. Hier lag die, ursprünglich versiegelte, vollständige Haupthandschrift aus dem Jahre 1831 der Bearbeitung
zugrunde.
• 1949, Hamburger Ausgabe Bd.3, hrsg. von Erich Trunz. Hamburg : Wegner.
• 1949, Neue Gesamtausgabe des Originalverlags Bd. 5 hrsg. von Liselotte Lohrer. Stuttgart: Cotta o. J., 1949ff.
• 1950, Gedenkausgabe Bd. 5, hrsg. von Ernst Beutler. Zürich: Artemis
• 1965, Berliner Ausgabe Bd.8, hrsg. von Gotthard Erler. Berlin: Aufbau
• 1971, Reclam-Heft auf Basis der Weimarer Ausgabe von Erich Schmidt, Universal Bibliothek Nr.2. Stuttgart:
Philipp Reclam jun.
• Faust. Der Tragödie zweiter Theil in fünf Acten. (1831.). Textkritisch bearbeitet von Uvo Hölscher. In: Johann
Wolfgang Goethe: Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens. Münchner Ausgabe. Bd. 18.1: Letzte Jahre.
1827–1832, hg. von Gisela Henckmann und Dorothea Hölscher-Lohmeyer. Hanser, München 1997, S. 103–351.

Sekundärliteratur
• Theodor W. Adorno: Zur Schlußszene des Faust. In: Noten zur Literatur. Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 1974.
• H. Arens: Kommentar zu Goethes Faust I. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1982, ISBN
3-533-03184-5. Wissenschaftlicher Standardkommentar. Zeilenkommentar.
• Rüdiger Bernhardt: Johann Wolfgang von Goethe: Faust II. In: Königs Erläuterungen und Materialien (Bd. 43).
Bange Verlag, Hollfeld 2002, ISBN 978-3-8044-1727-4
• A. Binder: Faustische Welt. LIT Verlag, Münster 2002, ISBN 3-8258-5924-X. Kommentare und Interpretationen.
• Theodor Friedrich, Lothar J. Scheithauer: Kommentar zu Goethes Faust. (Reclam 7177, Ausgaben: 1932, 1959,
1980)
• Ulrich Gaier: Fausts Modernität.
• Ulrich Gaier: Faust-Dichtungen. Kommentar I. Enthalten in: Johann Wolfgang Goethe: Faust-Dichtungen.
Philipp Reclam jun. Verlag Stuttgart 1999, ISBN 3-15-030019-3. Szenen- und Zeilenkommentar in verschiedenen
Lesarten.
• Heinz Hamm: Goethes »Faust«. Werkgeschichte und Textanalyse, 1997
• Michael Jäger, Fausts Kolonie, Goethes kritische Phänomenlogie der Moderne
• Gerhard Kaiser: Ist der Mensch zu retten? Vision und Kritik der Moderne in Goethes Faust.
• C. Eller u. T. Kaminski, Faust-Spektrum
• Literatur-Blatt. Redigirt von Wolfgang Menzel. Mai 1833.[5]
• Alexander Reck: Friedrich Theodor Vischer – Parodien auf Goethes Faust. Heidelberg 2007 (Beihefte zum
Euphorion 53).
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 65

• Albrecht Schöne: Faust. Kommentare. Enthalten in: Goethe: Faust. Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am
Main 1994, ISBN 3-618-60270-7. Moderner Kommentar.
• Erich Trunz: Goethe: Faust – kommentiert von Erich Trunz C.H. Beck, ISBN 3-406-55250-1.
• Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon. Stuttgart (Kröner) 1998, ISBN 3-520-40701-9

Vertonungen
• Carl Loewe: Scene aus Faust, op. 9, Heft 9, no. 1 (1835/6)
• Robert Schumann: Szenen aus Goethes Faust für Soli, Chor und Orchester WoO 3 (1844-1853)
• Gustav Mahler: Achte Sinfonie, 2. Teil (1906/1907)
• Franz Liszt: Faust-Sinfonie
• Lili Boulanger: Faust et Hélène (T: Eugène Adenis), Kantate für Tenor, Bariton, Mezzosopran und Orchester
(1913)
• Freunde der italienischen Oper: (1989) Euphorion-Szene, Faust II Inszenierung von Wolfgang Engel am
Staatsschauspiel Dresden
• Moritz Eggert: Das Ewig Weibliche zieht mich hinan für Tenor und Klavier (1997)
• Kamelot: Epica (2003) und The Black Halo (2005)

Bilder

Zeitgenössischer Titelblatt des vollendeten Schluss-Verse des Vorabdruck des noch


(klassizistischer) zweiten Teils der Tragödie zweiten Teils der unvollendeten Faust II von 1828
Einband des als Erstdruck Tragödie im
Erstdruckes, sog. Erstdruck
Taschenausgabe

Eröffnungs-Monolog in Faust II,


Erstdruck 1828
Faust. Der Tragödie zweiter Teil. 66

Weblinks
• E-Text bei zeno.org, Hamburger Ausgabe [6]
• Faust 1 + 2, aktweise [7]
• Faust. Der Tragödie zweiter Teil.. [8] Online-Text, Project Gutenberg.
• Faust II- ökonomisch Tröstliches in der Krise [9] Aktikel des Der Standard.

Referenzen
[1] Andere, sich selbst verleugnend, durch sich zu erheben als Ausdruck hoher Liebe. Aus: Commentar zum zweiten Theile.... von Dr. Loewe,
1834: (http:/ / books. google. at/ books?id=lUkYIMozkgEC& pg=PA103& lpg=PA103& dq=Mitternachtsgeborne& source=bl&
ots=sEBCeSptT8& sig=j1UM8MSHi9uzdf3kmndDq1kIC-o& hl=de& sa=X& oi=book_result& resnum=4& ct=result).
[2] = Genitiv Plural (Genitivus partitivus) des lat. Adjektivs. poenitens, -ntis = büßend, reuig; also: Eine der (von den) Reuigen
[3] Aus: Peter Stein inszeniert Faust von Johann Wolfgang von Goethe: Das Programmbuch. Faust I und II. / hhrsg. von Roswitha Schieb unter
Mitarbeit von Anna Haas, Köln: DuMont 2000 ISBN 3-7701-5418-5
[4] Artikel des ORF vom 5. September 2009: (http:/ / orf. at/ 090902-42114/ ?href=http:/ / orf. at/ 090902-42114/ 42115txt_story. html)
[5] http:/ / www. phf. uni-rostock. de/ institut/ igerman/ forschung/ litkritik/ litkritik/ start. htm?/ institut/ igerman/ forschung/ litkritik/ litkritik/
Rezensionen/ VorJunBie/ TfMenzel5orig. htm
[6] http:/ / www. zeno. org/ Literatur/ M/ Goethe,+ Johann+ Wolfgang/ Dramen/ Faust. + Eine+ Trag%C3%B6die/ Faust. + Der+
Trag%C3%B6die+ zweiter+ Teil
[7] http:/ / www. wissen-im-netz. info/ literatur/ goethe/ faust/ 2teil/ 01. htm
[8] http:/ / www. gutenberg. org/ ebooks/ 2230
[9] http:/ / derstandard. at/ ?id=1231152761502
Quellen und Bearbeiter der Artikel 67

Quellen und Bearbeiter der Artikel


Fauststoff  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=76655380  Bearbeiter: ADK, Andrest, Baskerwilly, Brigitte-mauch, Chaka KwaZulu, César, Darev, Dr. Belotz, Entlinkt,
FordPrefect42, Frog, Georg Jäger, Ghettoblaster, Hardenacke, Hawobo, Hopsee, Howwi, Hozro, Hubertl, Jed, Jutta234, Konrad Lackerbeck, Konrad Stein, Lung, MFM, Meezy, Meister-Lampe,
Newme, Nolispanmo, Peter200, Polarlys, Popmuseum, Raffaele, Regi51, Revvar, RoterSand, Sebesta, Secular mind, Senfi, Sigune, Sinn, Small Axe, Spuk968, Stilfehler, Summ, Thomas
Willerich, UrLunkwill, W!B:, Wildtierreservat, Wst, 42 anonyme Bearbeitungen

Johann Faust  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=76525881  Bearbeiter: AHZ, Acetobacter, Achates, Aka, Alex Anlicker, Alvanx, Andibrunt, Andix, AndreasPraefcke,
AnhaltER1960, ArtMechanic, Arzach, Balubaer, Bernd Hohmann, Bogart99, Brotschafter, Cajadeahorros, Catrin, Cfroehler, Christophe Watier, Cookiez, Cornelia-etc., DaQuirin, Density, Der
Andy, Der Leo, Dietrich, Dishayloo, Duderer, Dundak, EdvonSchleck, El, Ephraim33, ErikDunsing, Felix Stember, Fg68at, Florian Adler, FordPrefect42, Frank C. Müller, Freddiefox, Georg
Jäger, Gonzalez, Groogokk, H.-P.Haack, Hajo Keffer, Heied, Henning.Schröder, Highpriority, Hopsee, ISBN, Ist nicht wichtig, Japhi, Jed, Jemibabe, JensG, Kaeng, Kajk, Karl-Henner, Kinimod,
Klaus Frisch, Kliojünger, Kolja21, Kurt Jansson, Le-max, Lesefreund1, Little525, Logograph, Lonet, Louie, Loyola, Magnus Manske, Marsupilami04, Marthikoras, Matt1971, Matthäus Wander,
Meniok, MirkoTiedemann, Muns, Myukew, Necrophorus, Nerd, Newme, Ortwin mohnkern, Osalkah, Osterritter, Pelz, Penny Lane, Penta, Plehn, Polarlys, Qcomp, Qwertz, Ralf-Henning
Steinmetz, Robodoc, STBR, Saehrimnir, Sansculotte, Schewek, Schmelzle, Secular mind, Sigune, Sol1, Solid State, Southpark, StYxXx, Stefanbw, Summ, Svenman, Tabasco da Gammla,
Tamarfant, Tankwart, Taxiarchos228, The Ear, The weaver, ThinkPit, ThomasKloiber, Thomasgraz, Toblu, Torsten Schleese, Tsca, Tullius, W!B:, WikiCare, WolfgangRieger, Wst, Wuselig,
Yorg, Zaungast, Zerwas, Zickzack, Zumbo, 107 anonyme Bearbeitungen

Häresie  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=76055643  Bearbeiter: 4tilden, 790, Adrian Suter, Aka, Albinfo, AlexR, Amano1, Anachron, Andrsvoss, Anima, Armin P., Arved,
Asthma, Attoexa, Beastie Boy, Belthil, Bene16, Bodenseemann, Ca$e, Catflap08, ChrisHamburg, ChristophLanger, DerHexer, Deutschblitz, DorisAntony, Elian, Eugen Ettelt, Extensive, Feetjen,
Felix1, Fomafix, Forevermore, Fristu, G.hooffacker, GGraf, Galaxy07, Gerhardvalentin, Gugganij, Gödeke, HajoDry, HansCastorp, Heidelbaer, Henriette Fiebig, HenrikHolke, Herzbert, Hoschi
2003, Hydro, Innerlight, Insomnia, Irmgard, JCIV, JEW, Jacob Burckhardt, Jed, Jergen, Jesusfreund, Johannes von Salem und Seborga, Joriki, Jutta234, Jörny, Karl-Henner, König Alfons der
Viertelvorzwölfte, Liberal Freemason, Lupussy, Magipulus, Magnus, Mahatma, Manfred-Manuel, Marcus Cyron, Margl09, Martin Windischhofer, Martin-vogel, Matalegro, Mathias Schindler,
Media lib, Mini, Mipago, Mounir, Ninety Mile Beach, Nixred, Nobody.de, Otfried Lieberknecht, PaulePanter, Perennis, Perrak, PeterRR, Peterlustig, Philipp Sªsse, Pit, Pjacobi, Rabanus Flavus,
Ri st, SVG, Schewek, Schulpädagoge, Sebastian Hagedorn, Seewolf, Sfinx, Silenus, Sputnik, Stefan Kühn, Steffen, Tarantelle, Tim Pritlove, Tiroinmundam, Tjoern, Tobszn, Ulrich.fuchs, Varina,
Waschi, WikiMax, Wikiroe, Wirthi, Wissling, Woches, Wolfgang K, WolfgangRieger, Wolpertinger, Wortsportler, Wst, Yorg, Zenit, °, 120 anonyme Bearbeitungen

Mephistopheles  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=76568540  Bearbeiter: Aka, Alfasachsen, Andiwolf, Blaufisch, Chemiewikibm, Duke Edwards, Ephraim33, Euseson,
Fontane44, FordPrefect42, Frank Reinhart, Gardien, Hafenbar, Hans-AC, Hektate, Herrick, Hirpex, Histo, Howwi, Hyena, Irmgard, Jakob S., Johnny Controletti, Joni2, LKD, Langec, Logograph,
Louie, Manecke, Matsch-Klon, Matterator, Maya, Mitja, Much89, Muck31, Mw, Myrisa, Nitnatsnok, Oge, Osalkah, Peter200, Polarlys, Pöt, Q'Alex, Rdb, Sbaitz, Schreibschaf, Seewolf, Serpens,
Sinn, Smial, Spuk968, Steilbergauf, StopTheBus, Sturmbringer, Theredmonkey, WAH, Wst, Yorg, Zebbo, €pa, 93 anonyme Bearbeitungen

Goethes Faust  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=73956119  Bearbeiter: Ahellwig, Aktionsheld, Flominator, FordPrefect42, Jens Liebenau, JiriJanicek, Knopfkind, Logograph,
W!B:, 2 anonyme Bearbeitungen

Urfaust  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=75930995  Bearbeiter: Abena, Bahnmoeller, Chb, Darev, Diba, DominikM, Duesentrieb, ECeDee, Elchjagd, Fewskulchor,
FordPrefect42, GeraldLanghanke, Gerrit.bruening, Geschichtenerzählerin, Gnu1742, Gudrian, Haeck himself, Hafenbar, Joho345, Jonathan Groß, Katimpe, Kohte, Krischaan, Kristjan, Lung,
MARVEL, Mbdortmund, Mwka, Peter Dürmüller, Peter200, Polarlys, Raboffel, Sinn, Speifensender, Sporado, Summ, Tankwart, Thomas25, Tosh-90, Wst, Yorg, 39 anonyme Bearbeitungen

Faust. Eine Tragödie.  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=76799825  Bearbeiter: .noob, 2bears, 2rock, AHZ, ALoK, Achates, Adridon, Aka, Aktionsheld, Alexkin, Allander,
Alterwein60, Andreas 06, Andrest, Andy king50, Apfelhut, Apm, Armin P., ArtMechanic, Baird's Tapir, Bananer, Beek100, Ben Nevis, Benedikt Gleich, Benedikt Nientied, Bernardissimo,
BlackPhoenix, BlueCücü, Boemmels, Brigitte-mauch, Brokalhaus, Brunswyk, Bua333, Bücherhexe, Cactus26, Cholo Aleman, Chrisfrenzel, Chrissinr1, Christianju, Christoph Radtke, Chrkl,
Cleverboy, Cwolfdietrich, D, DL5MDA, DaBone, DaQuirin, DaSchorn, Daniel Mex, DannUndWann, Darev, Der.Traeumer, DerHexer, Die Winterreise, DiiDschai, Don Magnifico, Don
Quichote, Don-kun, Dossi, Dplusplus, Dr.tux, Dullnraamer, Dundak, Dusty Roy, Edelweiss2, Elmar1, Elmrunner, Entlinkt, Ephraim33, Ersatzersatz, Euseson, Fabian R, Fabienmalouin, Fabize,
Fafner, Failure, Falott, Feitscher g, Felistoria, Fewskulchor, Florian Adler, FordPrefect42, Frakturfreund, Freakypedia, Freddieprince, FredericII, Fritz, Fullhouse, Fusslatscher, Fuzzy,
Galliformes, Gans Möhre, Gatria, Geher, Geist, der stets verneint, Georg Jäger, GeraldLanghanke, Gerbil, Gerhardvalentin, Gerrit.bruening, Gesichtsgünther, Gnu1742, Godi 83, Gohnarch,
GrîleGarîle, Guenther0815, Gulp, H.-P.Haack, HaSee, HaeB, Halbarath, Hans Dunkelberg der Jüngere, Hans Werder, Hardenacke, Harro von Wuff, Harry8, He3nry, Heinte, Hens, Hofres,
Hoheit, Howwi, Hoyy, Hubertl, Hukukçu, Hus0070, Idler, Ifrost, Ijb, Imperator, Informatik, Inkowik32, Inspektor.Godot, Invisigoth67, Irmgard, Itti, Itu, JanBromberger, Janz, Jarlhelm, Jed,
JensG, Jivee Blau, John.constantine, Johnny Yen, Jonesey, Joscha Feth, Joth80, Jowereit, Juesch, Julika-chan, Julius1990, KV 28, Kam Solusar, Karl Gruber, Karl-Henner, Karlak1, Keichwa,
Kerubim, Kildarby, KingArthur4255, Knoerz, KooBooLdd, Krido, Kubrick, Kungfuman, Kurt Jansson, Kuru, L4ur1tz, LKD, Laibwächter, LauraSD, Leopold, Liberaler Humanist, Liesel,
Logograph, Louie, Lukas P., Lupino, Lächeln-der-Fortuna, Magnummandel, Mahatma, Maidenchild, Maikthiel, Manuel Strehl, Maqz, Marcinator, Markus Mueller, Martin Aggel, Martin-vogel,
Mastergruendgens, Matlechner, Matt1971, MatthiasKabel, Max4288, MdE, Melancholie, Michael Bednarek, Michail, Millbart, Mnh, Mnntoino, Moros, Morricone, Mr. Nattydread, Mrc24, Mvb,
Müllerzpta, Nasenatmer, Nerenz, Newme, NiTenIchiRyu, NicoHaase, NightBeAsT, Nightflyer, Nipisiquit, Nornen3, Nuklearer Winter, OecherAlemanne, Oge, Olaf Kosinsky, Olaf Simons, Olei,
Olivergerull, Olli42, Onee, Osalkah, Ot, Oudeís, PDD, Papiermond, Paramecium, Patrick Hanft, Paulunke, Pelz, Peter Hammer, Peter200, Pfalzfrank, Philip Singh, Philipendula, Philipp Wetzlar,
PhilippWeissenbacher, Philoquiet, Pittimann, Plauz, Polarlys, Postmodernorange, Potti, Quintero, Quirin, RAFPeterM, Rabanus Flavus, Rainer Lewalter, Rax, Rdb, Redf0x, Regression Tester,
Reinhard Trinkler, Rene-Kropp, Ri st, Robert Huber, Rorkhete, Rybak, Röder-Rörig, S1, SEM, SOIR, Salmi, San José, Sap123, Sascha1994, Scarred, Schandolf, Schewek, Scooter,
Scorpion2211, Sebastian Stein 84, Seewolf, Sig11, Sister Ray, Skraemer, Slader, Slllu, Small Axe, Solid State, Somewhereelse, Speedator, Sporado, Spss, Spuk968, Squeak, StYxXx, Star,
Steevie, Stefan Kühn, Stefanbw, Stern, Stmult, Stylor, Summ, T.a.k., TF240576, TagtraeumerFF, Tankwart, Tegernbach, Terabyte, ThomasKloiber, ThomasPusch, Thorbjoern, Timdietz, Tinz,
Tobi B., Tobias Hess, Toddy, Toffel, Tooor, Tot natalia, Trainspotter, Tsukasa, UGutteck, UTh, Umweltschützen, UncleOwen, Unsterblicher, Update, Uwe Gille, Vodimivado, WAH, Walter
Falter, Weiacher Geschichte(n), Wiegels, Wildtierreservat, Wolf, WonderBlood, Wst, Xls, Xocolatl, Yorg, YourEyesOnly, Zaltvyksle, Zealandman, Zinnmann, Zumbo, €pa, 文学, 832 anonyme
Bearbeitungen

Faust. Der Tragödie zweiter Teil.  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=76662205  Bearbeiter: Active-green, Aka, Allander, Amodorrado, Andim, Aristeides, ArtMechanic,
Asdrubal, Assaya, Autschi, Avoided, AwOc, Ayacop, BKSlink, BLueFiSH.as, Bagradian, Bastihitzi, Bender235, BesondereUmstaende, Bgdnoy, BjekicBorg20, Björn Bornhöft, BladeRunner99,
BlueCücü, Btr, Bua333, Caffeine, Carbidfischer, Carolin, CdaMVvWgS, Chef, CommonsDelinker, DL5MDA, DannUndWann, DerHexer, Diba, Ding1dong, Don Magnifico, Dr. Crisp,
Dr.Ohropax, Dusty Roy, Dwarry Gon, Eggomusic, Eike sauer, Engie, Eoc, EoltheDarkelf, Ephraim33, EvaK, Felistoria, Fermigh, Fewskulchor, Flurax, FordPrefect42, Frakturfreund, Freyae,
Fullconductor, G j, GLGerman, GNosis, Geist der stets verneint, GeraldLanghanke, Gerrit.bruening, Grey Geezer, H.-P.Haack, HaeB, Hafenbar, Hardenacke, Harro von Wuff, Head, Hedwig
Storch, Hedwig in Washington, Hei ber, Heinte, Henriette Fiebig, Historiograf, History06, Howwi, Hubertl, HugoRune, Ifrost, Igno-der-ant, Inspektor.Godot, Invisigoth67, Itti, JKS, Jan Sende,
Jed, Jmsanta, Jofi, Jstruck, Kasei-jin, KingLion, Konrad Stein, Koppi2, Krawi, Kwer Wolf, LUZIFER, Leopold, Liberaler Humanist, Logograph, Lorenz Steinke, Luki ri, Lynkeus, Maha, Martin
Windischhofer, Mermer, NiTeChiLLeR, Nolispanmo, Olaf Kosinsky, Operivar, Osalkah, PaulaK, Pendulin, Peter Hammer, Peter Paule, Peter200, Pfriemler, Pittimann, Polarlys, Potti,
QualiStattQuanti, Quintero, Raphael Frey, Rdb, Reiner3000, Rene-Kropp, Robert Huber, Rr2000, Rybak, Röder-Rörig, SEppl, SSauer88, Salmi, Sandale, Seewolf, Seriousness, Shanul, Sinn,
Sitacuisses, Sommerkom, Speedator, Sporado, Spuk968, Stefan Uhlemann, Summ, Susanne Meier, Tafkas, Tankwart, TheK, Thomas Schultz, ThomasPusch, Tobiask, Tolliver, ToulouseLautrec,
Trg, Tuxman, Tönjes, Udo Schüller, Uwe Gille, Victor Eremita, Wiegels, WissensDürster, Wittib-Hurtig, WolfgangRieger, Wst, Xayal, Yamitakeo, Yorg, Zaphiro, Zaxxon, Zumbo, 266 anonyme
Bearbeitungen
Quellen, Lizenzen und Autoren der Bilder 68

Quellen, Lizenzen und Autoren der Bilder


Bild:VolksbuchFaust-portada.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:VolksbuchFaust-portada.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Denniss, Kauderwelsch, Man vyi
Bild:Pfitzer Doktor Johann Faust 1695.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Pfitzer_Doktor_Johann_Faust_1695.jpg  Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0
 Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Bild:Bundesarchiv Bild 183-1989-0728-005, Weimar, Stück der Faust-Sammlung.jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_183-1989-0728-005,_Weimar,_Stück_der_Faust-Sammlung.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Ludwig, Jürgen
Bild:Ary Scheffer Faust et Marguerite.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ary_Scheffer_Faust_et_Marguerite.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: AndreasPraefcke,
Goldfritha, Ies, Infrogmation
File:Faust Staufen.PNG  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_Staufen.PNG  Lizenz: GNU Free Documentation License  Bearbeiter: Frank-m, Ies, W-j-s
File:Rembrandt, Faust.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Rembrandt,_Faust.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Anne97432, DionysosProteus, Ies, Ilse@, Lokal
Profil, Vincent Steenberg, Warburg
File:Faust mit Erdgeist.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_mit_Erdgeist.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, Ies, Kilom691, Mattes
File:Delacroix Faust 1.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Delacroix_Faust_1.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Andreagrossmann, Ies, Jarekt, Logograph, Mattes
File:Gretchen ist gerettet.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gretchen_ist_gerettet.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, Beek100, Ies, Kilom691, 1
anonyme Bearbeitungen
File:Faust und Mephisto, Stich von Tony Johannot.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_und_Mephisto,_Stich_von_Tony_Johannot.jpg  Lizenz: Public Domain
 Bearbeiter: Tony Johannot (died 1852)
File:Wilhelm von Kaulbach - Gretchen vor der Mater Dolorosa.jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Wilhelm_von_Kaulbach_-_Gretchen_vor_der_Mater_Dolorosa.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Wilhelm von Kaulbach (died 1874)
File:James Tissot - Faust and Marguerite in the Garden.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:James_Tissot_-_Faust_and_Marguerite_in_the_Garden.jpg  Lizenz:
unbekannt  Bearbeiter: Ies, Mattes, Rlbberlin, Shakko
File:Ary Scheffer Faust et Marguerite.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ary_Scheffer_Faust_et_Marguerite.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: AndreasPraefcke,
Goldfritha, Ies, Infrogmation
File:Vrubel Faust Mefisto.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Vrubel_Faust_Mefisto.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Alex Bakharev, Ies
File:Page 003 (Faust, 1925).png  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Page_003_(Faust,_1925).png  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Original German text by w:Johann
Wolfgang von GoetheJohann Wolfgang von Goethe, translation by w:Bayard TaylorBayard Taylor, illustrations by w:Harry ClarkeHarry Clarke.
File:Faust spricht mit dem Erdgeist, Margret Hofheinz-Döring, Öl, 1969 (WV-Nr.4385).jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_spricht_mit_dem_Erdgeist,_Margret_Hofheinz-Döring,_Öl,_1969_(WV-Nr.4385).jpg  Lizenz: Creative Commons Attribution-Sharealike
3.0  Bearbeiter: user:galbrima
Bild:Rembrandt, Faust.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Rembrandt,_Faust.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Anne97432, DionysosProteus, Ies, Ilse@, Lokal
Profil, Vincent Steenberg, Warburg
Datei:Doktor faust.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Doktor_faust.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Ies, Mattes, Schimmelreiter, Wst
Datei:Faust Staufen.PNG  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_Staufen.PNG  Lizenz: GNU Free Documentation License  Bearbeiter: Frank-m, Ies, W-j-s
Datei:Mephisto_maske.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Mephisto_maske.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Original uploader was Herrick at de.wikipedia
File:Fotothek df pk 0000024 a 016 Szenenbilder "Urfaust" mit Otto Eduard Hasse als Mephisto.jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Fotothek_df_pk_0000024_a_016_Szenenbilder_"Urfaust"_mit_Otto_Eduard_Hasse_als_Mephisto.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter:
Mbdortmund
Datei:Goethe Faust I 1808.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Goethe_Faust_I_1808.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Datei:Satans Pakt mit Gott.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Satans_Pakt_mit_Gott.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, Beek100, David Angel, Frank
C. Müller, G.dallorto, Wildfeuer, 1 anonyme Bearbeitungen
Datei:Faust und Erdgeist, Illustration von Goethe.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_und_Erdgeist,_Illustration_von_Goethe.jpg  Lizenz: Public Domain
 Bearbeiter: Johann Wolfgang Goethe (died 1832)
File:Schlick-Faust.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Schlick-Faust.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Ies, Martin H., Андрей Романенко
Datei:Teufelspakt Faust-Mephisto, Julius Nisle.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Teufelspakt_Faust-Mephisto,_Julius_Nisle.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter:
Julius Nisle (died 1850)
Datei:Peter von Cornelius - Faust bietet Gretchen den Arm.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Peter_von_Cornelius_-_Faust_bietet_Gretchen_den_Arm.jpg  Lizenz:
Public Domain  Bearbeiter: Peter von Cornelius (died 1867)
Datei:Gretchen und Marthe, Stich, Alexander von Liezen-Mayer.jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gretchen_und_Marthe,_Stich,_Alexander_von_Liezen-Mayer.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: unknown engraver, illustration by
Alexander von Liezen-Mayer (died 1898)
Datei:James Tissot - Faust and Marguerite in the Garden.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:James_Tissot_-_Faust_and_Marguerite_in_the_Garden.jpg  Lizenz:
unbekannt  Bearbeiter: Ies, Mattes, Rlbberlin, Shakko
Datei:Wilhelm von Kaulbach - Gretchen vor der Mater Dolorosa.jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Wilhelm_von_Kaulbach_-_Gretchen_vor_der_Mater_Dolorosa.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Wilhelm von Kaulbach (died 1874)
Datei:Walpurgisnacht.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Walpurgisnacht.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, Beek100, Deadstar, Ies, Kilom691, 1
anonyme Bearbeitungen
Datei:Gretchen ist gerettet.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gretchen_ist_gerettet.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, Beek100, Ies, Kilom691, 1
anonyme Bearbeitungen
Datei:Delacroix_Faust_1.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Delacroix_Faust_1.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Andreagrossmann, Ies, Jarekt, Logograph,
Mattes
Datei:Auerbachs Keller.JPG  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Auerbachs_Keller.JPG  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: 32X, Baisemain, Concord, Enst38, Gerardus,
Mahlum, Maksim, Rüdiger Wölk
Datei:Goethe Faust Fragment 1790.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Goethe_Faust_Fragment_1790.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Datei:Braunschweig Faust-Urauffuehrung 19 Jan 1829.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Braunschweig_Faust-Urauffuehrung_19_Jan_1829.jpg  Lizenz: unbekannt
 Bearbeiter: Brunswyk
Datei:Faust.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: User:Allander
Datei:Faust_Filmplakat.png  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_Filmplakat.png  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Benutzer:Ijb
Datei:Goethe faust II titelblatt.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Goethe_faust_II_titelblatt.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Benutzer:Allander,
Benutzer:H.-P.Haack
Datei:Faust II vorabdruck bis vers 6036 bearbeitet.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_II_vorabdruck_bis_vers_6036_bearbeitet.jpg  Lizenz: unbekannt
 Bearbeiter: Benutzer:Allander, Benutzer:H.-P.Haack
Datei:Helen of Troy.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Helen_of_Troy.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Jkelly, Kilom691, Mattes, Schimmelreiter, Startaq, Wst,
Xenophon, 1 anonyme Bearbeitungen
Datei:Ernst Moritz Retzsch1836 Faust II.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ernst_Moritz_Retzsch1836_Faust_II.jpg  Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0
 Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Datei:Nymphen und Schwäne.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Nymphen_und_Schwäne.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, Kilom691
Quellen, Lizenzen und Autoren der Bilder 69

Datei:Bühnenbild Faust 2 Phorkas, Goethe.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bühnenbild_Faust_2_Phorkas,_Goethe.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter:
Allander, Kilom691
Datei:Satyrn.JPG  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Satyrn.JPG  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Allander
Datei:Faust-und-helena-museum-wien.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust-und-helena-museum-wien.jpg  Lizenz: GNU Free Documentation License  Bearbeiter:
Benutzer:Bgdnoy
Datei:Dantes Himmelsspirale.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dantes_Himmelsspirale.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: Allander, AnonMoos, Lithoderm
Bild:441.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:441.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Bild:Titelblatt Faust II 1832.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Titelblatt_Faust_II_1832.jpg  Lizenz: Public Domain  Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Bild:Faust_II,_Chorus_mysticus.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_II,_Chorus_mysticus.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter: Benutzer:H.-P.Haack
Bild:Faust_II_vorabdruck_bis_vers_6036.jpg  Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Faust_II_vorabdruck_bis_vers_6036.jpg  Lizenz: unbekannt  Bearbeiter:
Benutzer:H.-P.Haack
Bild:Goethe Faust II Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig.jpg  Quelle:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Goethe_Faust_II_Des_Lebens_Pulse_schlagen_frisch_lebendig.jpg  Lizenz: GNU Free Documentation License  Bearbeiter: User:H.-P.Haack
Lizenz 70

Lizenz
Wichtiger Hinweis zu den Lizenzen
Die nachfolgenden Lizenzen bezieht sich auf den Artikeltext. Im Artikel gezeigte Bilder und Grafiken können unter einer anderen Lizenz stehen sowie von Autoren erstellt worden sein, die nicht in der Autorenliste
erscheinen. Durch eine noch vorhandene technische Einschränkung werden die Lizenzinformationen für Bilder und Grafiken daher nicht angezeigt. An der Behebung dieser Einschränkung wird gearbeitet.
Das PDF ist daher nur für den privaten Gebrauch bestimmt. Eine Weiterverbreitung kann eine Urheberrechtsverletzung bedeuten.
Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported - Deed
Diese "Commons Deed" ist lediglich eine vereinfachte Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages (http:/ / de. wikipedia. org/ wiki/ Wikipedia:Lizenzbestimmungen_Commons_Attribution-ShareAlike_3. 0_Unported)
in allgemeinverständlicher Sprache.
Sie dürfen:
• das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen
• Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen
Zu den folgenden Bedingungen:
• Namensnennung — Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
• Weitergabe unter gleichen Bedingungen — Wenn Sie das lizenzierte Werk bzw. den lizenzierten Inhalt bearbeiten, abwandeln oder in anderer Weise erkennbar als Grundlage für eigenes Schaffen verwenden, dürfen Sie die
daraufhin neu entstandenen Werke bzw. Inhalte nur unter Verwendung von Lizenzbedingungen weitergeben, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch, vergleichbar oder kompatibel sind.
Wobei gilt:
• Verzichtserklärung — Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die ausdrückliche Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten.
• Sonstige Rechte — Die Lizenz hat keinerlei Einfluss auf die folgenden Rechte:
• Die gesetzlichen Schranken des Urheberrechts und sonstigen Befugnisse zur privaten Nutzung;
• Das Urheberpersönlichkeitsrecht des Rechteinhabers;
• Rechte anderer Personen, entweder am Lizenzgegenstand selber oder bezüglich seiner Verwendung, zum Beispiel Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen.
• Hinweis — Im Falle einer Verbreitung müssen Sie anderen alle Lizenzbedingungen mitteilen, die für dieses Werk gelten. Am einfachsten ist es, an entsprechender Stelle einen Link auf http:/ / creativecommons. org/ licenses/
by-sa/ 3. 0/ deed. de einzubinden.

Haftungsbeschränkung
Die „Commons Deed“ ist kein Lizenzvertrag. Sie ist lediglich ein Referenztext, der den zugrundeliegenden Lizenzvertrag übersichtlich und in allgemeinverständlicher Sprache, aber auch stark vereinfacht wiedergibt. Die Deed selbst
entfaltet keine juristische Wirkung und erscheint im eigentlichen Lizenzvertrag nicht.

GNU Free Documentation License


Version 1.2, November 2002
Copyright (C) 2000,2001,2002 Free Software Foundation, Inc.
51 Franklin St, Fifth Floor, Boston, MA 02110-1301 USA
Everyone is permitted to copy and distribute verbatim copies
of this license document, but changing it is not allowed.
0. PREAMBLE
The purpose of this License is to make a manual, textbook, or other functional and useful document "free" in the sense of freedom: to assure everyone the effective freedom to copy and redistribute it, with or without modifying it,
either commercially or noncommercially. Secondarily, this License preserves for the author and publisher a way to get credit for their work, while not being considered responsible for modifications made by others.
This License is a kind of "copyleft", which means that derivative works of the document must themselves be free in the same sense. It complements the GNU General Public License, which is a copyleft license designed for free
software.
We have designed this License in order to use it for manuals for free software, because free software needs free documentation: a free program should come with manuals providing the same freedoms that the software does. But this
License is not limited to software manuals; it can be used for any textual work, regardless of subject matter or whether it is published as a printed book. We recommend this License principally for works whose purpose is instruction or
reference.
1. APPLICABILITY AND DEFINITIONS
This License applies to any manual or other work, in any medium, that contains a notice placed by the copyright holder saying it can be distributed under the terms of this License. Such a notice grants a world-wide, royalty-free
license, unlimited in duration, to use that work under the conditions stated herein. The "Document", below, refers to any such manual or work. Any member of the public is a licensee, and is addressed as "you". You accept the license
if you copy, modify or distribute the work in a way requiring permission under copyright law.
A "Modified Version" of the Document means any work containing the Document or a portion of it, either copied verbatim, or with modifications and/or translated into another language.
A "Secondary Section" is a named appendix or a front-matter section of the Document that deals exclusively with the relationship of the publishers or authors of the Document to the Document's overall subject (or to related matters)
and contains nothing that could fall directly within that overall subject. (Thus, if the Document is in part a textbook of mathematics, a Secondary Section may not explain any mathematics.) The relationship could be a matter of
historical connection with the subject or with related matters, or of legal, commercial, philosophical, ethical or political position regarding them.
The "Invariant Sections" are certain Secondary Sections whose titles are designated, as being those of Invariant Sections, in the notice that says that the Document is released under this License. If a section does not fit the above
definition of Secondary then it is not allowed to be designated as Invariant. The Document may contain zero Invariant Sections. If the Document does not identify any Invariant Sections then there are none.
The "Cover Texts" are certain short passages of text that are listed, as Front-Cover Texts or Back-Cover Texts, in the notice that says that the Document is released under this License. A Front-Cover Text may be at most 5 words, and a
Back-Cover Text may be at most 25 words.
A "Transparent" copy of the Document means a machine-readable copy, represented in a format whose specification is available to the general public, that is suitable for revising the document straightforwardly with generic text editors
or (for images composed of pixels) generic paint programs or (for drawings) some widely available drawing editor, and that is suitable for input to text formatters or for automatic translation to a variety of formats suitable for input to
text formatters. A copy made in an otherwise Transparent file format whose markup, or absence of markup, has been arranged to thwart or discourage subsequent modification by readers is not Transparent. An image format is not
Transparent if used for any substantial amount of text. A copy that is not "Transparent" is called "Opaque".
Examples of suitable formats for Transparent copies include plain ASCII without markup, Texinfo input format, LaTeX input format, SGML or XML using a publicly available DTD, and standard-conforming simple HTML,
PostScript or PDF designed for human modification. Examples of transparent image formats include PNG, XCF and JPG. Opaque formats include proprietary formats that can be read and edited only by proprietary word processors,
SGML or XML for which the DTD and/or processing tools are not generally available, and the machine-generated HTML, PostScript or PDF produced by some word processors for output purposes only.
The "Title Page" means, for a printed book, the title page itself, plus such following pages as are needed to hold, legibly, the material this License requires to appear in the title page. For works in formats which do not have any title
page as such, "Title Page" means the text near the most prominent appearance of the work's title, preceding the beginning of the body of the text.
A section "Entitled XYZ" means a named subunit of the Document whose title either is precisely XYZ or contains XYZ in parentheses following text that translates XYZ in another language. (Here XYZ stands for a specific section
name mentioned below, such as "Acknowledgements", "Dedications", "Endorsements", or "History".) To "Preserve the Title" of such a section when you modify the Document means that it remains a section "Entitled XYZ" according
to this definition.
The Document may include Warranty Disclaimers next to the notice which states that this License applies to the Document. These Warranty Disclaimers are considered to be included by reference in this License, but only as regards
disclaiming warranties: any other implication that these Warranty Disclaimers may have is void and has no effect on the meaning of this License.
2. VERBATIM COPYING
You may copy and distribute the Document in any medium, either commercially or noncommercially, provided that this License, the copyright notices, and the license notice saying this License applies to the Document are reproduced
in all copies, and that you add no other conditions whatsoever to those of this License. You may not use technical measures to obstruct or control the reading or further copying of the copies you make or distribute. However, you may
accept compensation in exchange for copies. If you distribute a large enough number of copies you must also follow the conditions in section 3.
You may also lend copies, under the same conditions stated above, and you may publicly display copies.
3. COPYING IN QUANTITY
If you publish printed copies (or copies in media that commonly have printed covers) of the Document, numbering more than 100, and the Document's license notice requires Cover Texts, you must enclose the copies in covers that
carry, clearly and legibly, all these Cover Texts: Front-Cover Texts on the front cover, and Back-Cover Texts on the back cover. Both covers must also clearly and legibly identify you as the publisher of these copies. The front cover
must present the full title with all words of the title equally prominent and visible. You may add other material on the covers in addition. Copying with changes limited to the covers, as long as they preserve the title of the Document
and satisfy these conditions, can be treated as verbatim copying in other respects.
If the required texts for either cover are too voluminous to fit legibly, you should put the first ones listed (as many as fit reasonably) on the actual cover, and continue the rest onto adjacent pages.
If you publish or distribute Opaque copies of the Document numbering more than 100, you must either include a machine-readable Transparent copy along with each Opaque copy, or state in or with each Opaque copy a
computer-network location from which the general network-using public has access to download using public-standard network protocols a complete Transparent copy of the Document, free of added material. If you use the latter
option, you must take reasonably prudent steps, when you begin distribution of Opaque copies in quantity, to ensure that this Transparent copy will remain thus accessible at the stated location until at least one year after the last time
you distribute an Opaque copy (directly or through your agents or retailers) of that edition to the public.
It is requested, but not required, that you contact the authors of the Document well before redistributing any large number of copies, to give them a chance to provide you with an updated version of the Document.
4. MODIFICATIONS
You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of sections 2 and 3 above, provided that you release the Modified Version under precisely this License, with the Modified Version filling the role
of the Document, thus licensing distribution and modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it. In addition, you must do these things in the Modified Version:
• A. Use in the Title Page (and on the covers, if any) a title distinct from that of the Document, and from those of previous versions (which should, if there were any, be listed in the History section of the Document). You may use
the same title as a previous version if the original publisher of that version gives permission.
• B. List on the Title Page, as authors, one or more persons or entities responsible for authorship of the modifications in the Modified Version, together with at least five of the principal authors of the Document (all of its principal
authors, if it has fewer than five), unless they release you from this requirement.
• C. State on the Title page the name of the publisher of the Modified Version, as the publisher.
• D. Preserve all the copyright notices of the Document.
• E. Add an appropriate copyright notice for your modifications adjacent to the other copyright notices.
• F. Include, immediately after the copyright notices, a license notice giving the public permission to use the Modified Version under the terms of this License, in the form shown in the Addendum below.
• G. Preserve in that license notice the full lists of Invariant Sections and required Cover Texts given in the Document's license notice.
• H. Include an unaltered copy of this License.
• I. Preserve the section Entitled "History", Preserve its Title, and add to it an item stating at least the title, year, new authors, and publisher of the Modified Version as given on the Title Page. If there is no section Entitled
"History" in the Document, create one stating the title, year, authors, and publisher of the Document as given on its Title Page, then add an item describing the Modified Version as stated in the previous sentence.
• J. Preserve the network location, if any, given in the Document for public access to a Transparent copy of the Document, and likewise the network locations given in the Document for previous versions it was based on. These
may be placed in the "History" section. You may omit a network location for a work that was published at least four years before the Document itself, or if the original publisher of the version it refers to gives permission.
• K. For any section Entitled "Acknowledgements" or "Dedications", Preserve the Title of the section, and preserve in the section all the substance and tone of each of the contributor acknowledgements and/or dedications given
therein.
• L. Preserve all the Invariant Sections of the Document, unaltered in their text and in their titles. Section numbers or the equivalent are not considered part of the section titles.
• M. Delete any section Entitled "Endorsements". Such a section may not be included in the Modified Version.
• N. Do not retitle any existing section to be Entitled "Endorsements" or to conflict in title with any Invariant Section.
• O. Preserve any Warranty Disclaimers.
If the Modified Version includes new front-matter sections or appendices that qualify as Secondary Sections and contain no material copied from the Document, you may at your option designate some or all of these sections as
invariant. To do this, add their titles to the list of Invariant Sections in the Modified Version's license notice. These titles must be distinct from any other section titles.
You may add a section Entitled "Endorsements", provided it contains nothing but endorsements of your Modified Version by various parties--for example, statements of peer review or that the text has been approved by an organization
as the authoritative definition of a standard.
You may add a passage of up to five words as a Front-Cover Text, and a passage of up to 25 words as a Back-Cover Text, to the end of the list of Cover Texts in the Modified Version. Only one passage of Front-Cover Text and one of
Back-Cover Text may be added by (or through arrangements made by) any one entity. If the Document already includes a cover text for the same cover, previously added by you or by arrangement made by the same entity you are
acting on behalf of, you may not add another; but you may replace the old one, on explicit permission from the previous publisher that added the old one.
The author(s) and publisher(s) of the Document do not by this License give permission to use their names for publicity for or to assert or imply endorsement of any Modified Version.
5. COMBINING DOCUMENTS
You may combine the Document with other documents released under this License, under the terms defined in section 4 above for modified versions, provided that you include in the combination all of the Invariant Sections of all of
the original documents, unmodified, and list them all as Invariant Sections of your combined work in its license notice, and that you preserve all their Warranty Disclaimers.
The combined work need only contain one copy of this License, and multiple identical Invariant Sections may be replaced with a single copy. If there are multiple Invariant Sections with the same name but different contents, make the
title of each such section unique by adding at the end of it, in parentheses, the name of the original author or publisher of that section if known, or else a unique number. Make the same adjustment to the section titles in the list of
Invariant Sections in the license notice of the combined work.
Lizenz 71

In the combination, you must combine any sections Entitled "History" in the various original documents, forming one section Entitled "History"; likewise combine any sections Entitled "Acknowledgements", and any sections Entitled
"Dedications". You must delete all sections Entitled "Endorsements".
6. COLLECTIONS OF DOCUMENTS
You may make a collection consisting of the Document and other documents released under this License, and replace the individual copies of this License in the various documents with a single copy that is included in the collection,
provided that you follow the rules of this License for verbatim copying of each of the documents in all other respects.
You may extract a single document from such a collection, and distribute it individually under this License, provided you insert a copy of this License into the extracted document, and follow this License in all other respects regarding
verbatim copying of that document.
7. AGGREGATION WITH INDEPENDENT WORKS
A compilation of the Document or its derivatives with other separate and independent documents or works, in or on a volume of a storage or distribution medium, is called an "aggregate" if the copyright resulting from the compilation
is not used to limit the legal rights of the compilation's users beyond what the individual works permit. When the Document is included in an aggregate, this License does not apply to the other works in the aggregate which are not
themselves derivative works of the Document.
If the Cover Text requirement of section 3 is applicable to these copies of the Document, then if the Document is less than one half of the entire aggregate, the Document's Cover Texts may be placed on covers that bracket the
Document within the aggregate, or the electronic equivalent of covers if the Document is in electronic form. Otherwise they must appear on printed covers that bracket the whole aggregate.
8. TRANSLATION
Translation is considered a kind of modification, so you may distribute translations of the Document under the terms of section 4. Replacing Invariant Sections with translations requires special permission from their copyright holders,
but you may include translations of some or all Invariant Sections in addition to the original versions of these Invariant Sections. You may include a translation of this License, and all the license notices in the Document, and any
Warranty Disclaimers, provided that you also include the original English version of this License and the original versions of those notices and disclaimers. In case of a disagreement between the translation and the original version of
this License or a notice or disclaimer, the original version will prevail.
If a section in the Document is Entitled "Acknowledgements", "Dedications", or "History", the requirement (section 4) to Preserve its Title (section 1) will typically require changing the actual title.
9. TERMINATION
You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Document except as expressly provided for under this License. Any other attempt to copy, modify, sublicense or distribute the Document is void, and will automatically terminate
your rights under this License. However, parties who have received copies, or rights, from you under this License will not have their licenses terminated so long as such parties remain in full compliance.
10. FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE
The Free Software Foundation may publish new, revised versions of the GNU Free Documentation License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to the present version, but may differ in detail to address new
problems or concerns. See http:/ / www. gnu. org/ copyleft/ .
Each version of the License is given a distinguishing version number. If the Document specifies that a particular numbered version of this License "or any later version" applies to it, you have the option of following the terms and
conditions either of that specified version or of any later version that has been published (not as a draft) by the Free Software Foundation. If the Document does not specify a version number of this License, you may choose any version
ever published (not as a draft) by the Free Software Foundation.
ADDENDUM: How to use this License for your documents
To use this License in a document you have written, include a copy of the License in the document and put the following copyright and license notices just after the title page:
Copyright (c) YEAR YOUR NAME.
Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document
under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2
or any later version published by the Free Software Foundation;
with no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no Back-Cover Texts.
A copy of the license is included in the section entitled
"GNU Free Documentation License".
If you have Invariant Sections, Front-Cover Texts and Back-Cover Texts, replace the "with...Texts." line with this:
with the Invariant Sections being LIST THEIR TITLES, with the
Front-Cover Texts being LIST, and with the Back-Cover Texts being LIST.
If you have Invariant Sections without Cover Texts, or some other combination of the three, merge those two alternatives to suit the situation.
If your document contains nontrivial examples of program code, we recommend releasing these examples in parallel under your choice of free software license, such as the GNU General Public License, to permit their use in free
software.