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Musikgeschichte

2/3. Vorlesung

Christliche Musik und griechische Musik überlappen sich.

Kirchlich => Gregorianische Choral


Mysterienspiele

Weltlich => Minnesänger

Gregorianischer Choral
Basis für viele Kompositionen (zb.: Tropen)

Greg. Choral : eher schwierige Musik + von Mönchen gesungen = Aufzeichnungen


(weil sie schreiben konnten)

Kurzer Ausflug in die Geschichte des Christentums:

Jesus: „Verbreitet meine Lehre“


Seine Apostel verbreiten die Lehre => Missionierungsaufgabe (hat vielen „Politikern“ als
Konzept gepasst)
Erste Zusammenkünfte in: Antiochia
Frühen Rom

Zentren im Mittelalter in Byzanz / Konstantinopel


Jerusalem

Jedes Zentrum hat eigenen Bischof (=christlicher Führer)


Bischof von Rom: „Petrus ist als erstes nach Rom gekommen, also hab ich das Sagen

Wie reagiert die säkulare Welt (da Kaiser) auf das Christentum?

Tolerante römische Kaiser: eher misstrauisch und gegen das Christentum


Dominante römische Kaiser: eher tolerant gegenüber Christentum

Warum? Eigentlich ist das ziemlich kontraintuitiv,…


Erklärung: Das Römische Reich = Expansionsreich
= Feldzuge, viele verschieden Völker
= nicht alle glücklich mit der Übernahme

Lösungsvorschläge:

Toleranter Kaiser: Lasst den Völkern ihren Glauben und akzeptiert ihre Unterschiede!

Dominanter Kaiser: Es gibt nur einen richtigen Weg! Wie kann ich den Leuten klar machen,
dass nur m(ein) Weg der richtige ist. Ein Gott! Ein Glaube!
Ein guter Staat!

Kaiser Konstantin: zuerst Toleranz, Verstärkung für das Christentum


Bis dann: 381 n. Chr. Christentum = Staatsreligion

Zentrum => Konstantinopel

Kurz darauf: Teilung des röm. Reiches

2 Reiche: röm.kath. im Westen


byzantinisch orthodox im Osten

!Augustinus!: „DE MUSICA“


Philosoph, Theologe und Musiktheoretiker
zw. 350 und 430;
war für mitverantwortlich für die Vereinheitlichung von konkurrierenden christlichen
Glaubensideen
zb Gottesstaat, Dreieinigkeit, Erbsünde, …

Trennung von Person und Amt => Schutz der Institution (kann weiter bestehen)

Ideen von PLATON im Sinne des Christentums weitergeführt:

 nicht hinterfragbare soziale Weltordnung: Gold


Silber
Bronze

 im Christentum: Kirche
Adel
Bauern

Alle 3 Schichten leben zum Ruhm Gottes => Orientierung auf Jenseits

Augustinus Hauptwerk für Musik: De Musica (1-5)


Als Rhetoriklehrer verfasst! Über den Rhythmus!
Der erste in der Antike der Takt, Pausen und Synkopen erklärt.
Aber leider kein Teil 2 über Harmonie…

Septem artes liberales: im Mittelalter durch Martialus Cappella vermittelt


Für die Musik sind vor allem die Werke von Boethius im Studienplan

Boethius:
Philosoph, aber kein Theologe
Ca 480 – 520;
War mit dem Kopf noch in der Antike
Schrieb in Latein; (Westen = Latein; Osten = Griechisch)
Über die antike griechische Harmonik;
Vermittelt also dem Mittelalter die Musiktheorie der Antike!

Im Mittelalter bleibt die Musik weiterhin auch wissenschaftliche Arbeit.


 Sichtweise: Es gibt Musik, 1. die mit der Musiktheorie übereinstimmen
2. die nicht wissenschaftl. erklärbar ist, aber praktiziert
wird

=> zwischen Musiktheoretiker (musicii) und Sänger (cantores) gibt es einen großen Abstand
( wer was tut, was er nicht versteht, ist ein Tier)

Musik wird wie ein Handwerk gelehrt

Musicii: artifizielle geistliche Musik


Wird in Klöstern gesungen

Zum Beispiel: Benediktiner-Mönche haben in Klöstern gelebt.


(Vorher waren die ersten Mönche als Einsiedler, Augustinus)

Klöster wurden einfach auf den alten Jupitertempeln gebaut


Das Zusammenleben der Mönche wurde durch Stunden eingeteilt (Horen)
Dieser Zeiteinteilung (den Horen) wurden Gesänge zugeordnet = Stundenofficien

Benedikt: „Ora et Labora“

Vorher lebten Mönche nur von Gaben => ab Benedikt: auch Arbeiten

Arbeit der Mönche: - Landwirtschaft (3 Felderwirtschaft)


- Soziale Einrichtung (Medizinisches Wissen, Schule)
- Wissenschaften (Septem Artes Liberales)

Dh: Abschreibungen von Texten

Messfeier: Liturgie zusammengestückelt aus verschiedenen Messfeiern (zb jüdisch)

Messordinarien: immer gleiche Text


Proprien: Text ändert sich je nach Sonntag (passt nur einmal im Jahr)

Texte sind so wichtig, dass sie gesungen nicht zählen.


Beim Singen wurde der Text oft noch mitgelesen

Liturgische Feiern haben sich ganz langsam entwickelt.

Zentren dieser Entwicklung waren die Klöster. (wegen Datum: wann ist Ostern)
Zentren hatten in verschiedenen Regionen unterschiedliche Entwicklungsstände.
Vorlesung am 6.11.08

Gregorianischer Choral:

Papst Gregor: westl. Kirche (katholisch)


Ca 600 nC

„Der Heilige Geist“ gibt Gregor die Vision, dass Gesänge gottesgegeben und unveränderbar
seien.

Charakter: nach Rom orientiert, obwohl Byzanz zur Zeit stärker ist
Nicht der erste Vereintlicher, aber dennoch wichtig

Vereinheitlichung:
-Regeln für die Tätigkeit des Klerus
-Ausbildung
-Vereinheitlichung der Texte (einheitlicher Gesang für einheitliche Lithurgie)(einheitl. Ritus)
-Verwaltung des kirchlichen Eigentums

dies führte zu einem großem Abstand zwischen Volk und Klerus


(wenig „Kollaboration“)

Gesänge sind artifiziell gewesen


In Schola cantorum wird „Gesangskunst“ gelehrt.

Gesang war in einem römischen Dialekt

Antiphonar-Sammlungen (= liturgisches Buch für das Stundengebet der röm.kath. Kirche)


(alle Texte und Melodien der Gesänge des Stundengebets =Antiphone, aber auch Hymnen
und Psalmen)
(unterschiedliche regionale Antiphonare)

Politisch gesehen:
Wegen Völkerwanderungen => uneinheitliche Bevölkerung in größeren Gebieten
zB: im Karolinger Reich (Frankreich, Deutschland + Expansion)

Wie kann man so was ideologisch vereinheitlichen?


 Missionierung

Wegen der größeren Verbreitung der christlichen Lehre,


benötigte man mehr „Messbücher“ und Sänger.

In Frankreich: fränkischer Choral vermischt sich mit röm. Choral


Nicht nur Verbreitung der Gesänge, sondern auch Theoretisierung.

Alkuin : Berater von Karl der Große;


Gelehrter und Sammler (Alkuin forderte das Hadrianum an =röm. Buch)

Hucbald: Beschreibung der Gesänge (welche Kirchentonarten)


=> Veränderung der Gesänge (Wenn nicht klar welcher Modi, dann verändert, oder
weg)

Solistischer Gesang: Priester singt Lesungen

Chorischer Gesang: Stundengebete

Hin und wieder wurde das Volk mit eingebunden

Choräle: Psalmen (werden in gewissen Floskeln „gesungen“, wie man rezitiert)


Hymnen

Wichtige Formen des Gregorianischen Chorals:

Vor dem Mittelalter: Psalmodie (= Rezitativ)


Besteht aus Psalmen und Responsorien

Im Mittelalter: Tropen
Sequenz
Hymnen

Tropen: eingeschobener Text in bereits bestehenden Gesang

Melismen: auf einer Silbe viele Noten

Aufzeichnung des Greg. Chorals: NEUMEN


(Neumen sind Winkzeichen für Tonhöhe, aber kein
Rhythmus)

Erfindung
um ca 1000 n.Chr. Guido v. Arrezzo
erfand 4 –Liniensystem
neu jetzt mit C- und F-Schlüssel!
Allerdings ist die Tonhöhe nicht klar.

Neumen gibt es auch für Minnesänger und Troubadoure


Gesänge wurden auswendig gelernt: Schwere Arbeit auch mit 4-Liniensystem

Hildegard von Bingen:


Kräuterheilige, auch Komponistin
Visionen -> Mariengesänge

Vorlesung 13. Nov

Gregorianische Choral: sakrosankter Gesang (feststehend,


nicht veränderbar)

Auch Frauen sind Autorinnen:


(aus besseren Familien, Wahl eines guten Klosters)

 Bildung ist nicht nur für Adelige, sondern


 Im Kloster ist Bildung auch für Frauen, und aus ärmeren Schichten

Ausgelöst durch Greg. Choral => Neue Textformen und Dichtungen

1-stimmigkeit und Mehrstimmigkeit:


Entwicklung ist komplex (Evolution der Ideen?)

Greg Choräle sind Inspiration für andere


(Komponisten haben zb Sequenz, Tropus,

zB: Notkar Balbulus (40 Sequenzen)


9.Jhdt unter Karolinger (Zeit der Auseinandersetzung zw. Papst und fränk. Karolinger)

TROPUS
Liturgie:

Stundengebete ausführen,
normale Choräle an normalen Tagen
besonderer Choral an Feiertagen

Besonderer Choral = Choral + Eingeschobener Gesang


= Tropus
TROPUS:
erläutert den Gesang näher

ABAB…
(A= Originalchoral,
B= Tropus)

 Originalchoral ist cantus firmus (feststehende Melodie)

Cantus firmus + Tropus

Vorsicht:
Tropus kann Lokalkolorit und eigene Kreativität beinhalten

SEQUENZEN:
Spezialfall der Tropen
Haben ihren Ursprung auch im Greg Choral

Klassische Sequenz: Lange Melisma auf Alleluja (entspricht eigentlich auch Tropus)
Weiter Formen: Sequenz löst sich als Komposition von Choral ab

Notker Balbulus (Mönch, ca 9.Jhdt)


(balbulus = der Stotterer)
hat angeblich Sequenz erfunden

5000 Sequenzen bis 15.- 16.Jhdt geschrieben


dann Konzil von Trient => alle bis auf 4 Sequenzen verboten
im 18. Jhdt kommt als 5. Sequenz „Stabat mater“

Victimae Paschalis Laudes (dem Osteropfer Ehre erweisen)

Veni Sancti Spiritus (Komm, Heiliger Geist)

Lauda Sion (Lobe deinem Heiland, Lehrer)

Dies Irae (Tag des Zorns)

(Stabat Mater) (Es stand eine Mutter schmerzerfüllt)

Die anderen Sequenzen wurden verboten (zu weltlich?)


Das „dies irae“ wurde aber im 19. Jhdt. auch für Programmmusik herhalten müssen.
(Hector Berlioz – symphony fantastique)

Dies irae ist als „idee fix“, klar erkennbares Thema in Symphony fantastique oft zu finden

Zusammenfassung der einstimmigen Gesänge:

Greg. Choral (600 nChr. Gregor der Große)


Tropen (900 nChr.)
Sequenzen (900. nChr. Notker Balbulus)

Zur gleichen Zeit (900 nChr.) in Frankreich => Mehrstimmigkeit

MEHRSTIMMIGKEIT

Musica enchiriadis = Lehrbuch für mehrstimmigen christlichen Gesang (=Organum)


(vermeintlich von Hucbald)

Organi wurden mit Hilfe der Dasia-Notation vermittelt


Erlaubt 2 Stimmen gleichzeitig 2 verschiedene Töne zu singen

Dh. Statt Monophonie (also eigentlich unerlaubte parallele Oktaven) jetzt neu Homophonie
(parallele Quinten und Quarten und erlaubte parallele Oktaven)

Parallele Quinten und Quarten + Oktavverdoppelung statt Monophonie

=>aber keine Tritoni

Organum Entwicklung:
Vor dem 9.Jhdt, aktive Paxis der Organum-Technik=> Improvisation
9.Jhdt, in Frankreich beschrieben
danach, nach Verbreitung in Europa
11.Jhdt, immer mehr Stimmen werden hinzugefügt (zb. Perotin 4-stimmiges Organum)

Organum besteht aus:

Vox principalis (Hauptstimme = Cantus) liegt oben im Tonraum

Und

Vox organalis (Nebenstimme) liegt unten

Die Musiker wollten einfach nur den bestehenden Gesang verstärken


Nicht nur Sänger, sondern auch Instrumentalisten
„Kritik“ an musica enchiriadis:
-kurz vor der Weiterentwicklung der Notation=> Beschreibung der Musik rein verbal
-Keine Aufzeichnung, wie genau die Lehrschrift befolgt wurde
-eigentlich versuchen beide etwas anderes zu erklären: Hexachord und Kirchentonleiter

Quint-Organum:
Strenges Einhalten der Quintenparallele (Oben: principalis, unten in der Quint: organalis)

Quart-Organum:
Einhalten der Quartenparallele schwierig, wegen Tritonus
 Zwischentöne sind gefragt
Ablauf der Quarten-Organi: Zuerst gemeinsam gleicher Ton
Dann Principalis weiter
Bis Quart erreicht wird
Dann gemeinsam parallel
Bis wieder gleicher Ton und Schluss

Darum => Quartorganum führt zu schweifendes Organum (10.-11.Jhdt)

Schweifende Organi: zb in England:Winchester Tropar


Johannes Cotto…
Parallelbewegung
Seitenbewegung
Gerade Bewegung
Gegenbewegung

Schon ab 9.Jhdt neue Entwicklung von Improvisation zu Komposition:

Saint Martial-Schule:
Kompositionsschule, 9.Jhdt bis frühes 13.Jdht
St Martial Abtei in Limoges

Neue Komposition:
Versus;
Neuartiges -gereimtes Strophenlied- in Latein
Versus wird in Messe, Offizium und außerhalb des Gottesdienstes gesungen
Solistisch und chorisch vorgetragen
Später 11.Jhdt stärkere Anlehnung an Volkstümliche

Unklar ob Kompositionen von St.Martial selbst oder ob von der Region


Keine Namen der Komponisten bekannt
Die Nebenstimme war nun so schwer, dass nur noch Profis sie singen konnten

Musiker, die das weiterentwickelten, haben oft dann in Kathedralen gesungen;

Umfeld dieser Musik:

Erste Universitäten in Italien


Frankreich
England…

Neue architektonische Innovation: Statt Romanik (wuchtig)


Gotik (filigran)

Bischof von Paris = Maurice de Sully


Maurice de Sully stärkt Rolle der Geistlichen in Paris
 mehr Priester

Schmuck und Ornamente spielen in der Zeit große Rolle:


Einfluss auch auf Musik => Kunst des Verzierens in der Musik

Kathedrale Kunst ist das Gegenteil der Bettelorden


(Kleriker wurden weltlicher)

Bildung(septem artes liberalis) kommt auf die Kathedralen


Musiker sehen sich nicht als Komponisten, sondern als Lehrer

NOTRE-DAME-Schule
1160 – 1250

Ein besonderer Kanoniker: Leoninus

Leoninus:
Magister in der Klosterkirche und Kathedrale zu Notre Dame von Paris

Kompositionstechnik:
Gedehnte liturgische Melodie (vox principalis)
+ rhythmische Oberstimme

Werk: Magnus liber organi


Darin enthalten viele Quartorgana für Messe und Officium
Auch Quadruplen (4-stimmig)

Was macht es möglich dass Leoninus so rhythmisch sogar 4-Stimmig schreiben konnte?

Neue Erfindung die Modalnotation!


Modalnotation: Nur bestimmte Rhythmen sind möglich
 6 Rhythmen, die aber Modi genannt werden

Problem bei Modalnotation ist:


Rhythmus nur im Zusammenhang erkennbar;

Je mehr Verzierungen, desto langsamer ist der Choral

 Kompliziert!!

Noch Komplizierter für große Festtage:


Elitäre Musik, die nur mehr für Menschen singbar,
die das Handwerk gelernt haben.

Bei 2-stimmigen Organa konnte man noch improvisieren,


ohne sich in die Quere zu kommen.
(Vox principalis, organalis)

Bei mehrstimmigen Organa benötigt man eine rhythmische Einteilung


((Choral+ Duplum)+Triplum+ Quadruplum)

 das ist eindeutig Musikkomposition


 Notre Dame war das Zentrum für artifizielle Musik

Aus dem Magnus Liber Organa wurden dann Organa abgeschrieben


=> Repertoire auch in manchen anderen Büchern

Weiterentwicklung von Versus zu:


Conductus:
Begleitmusik beim Einschreiten eines Würdenträgers

In StMartial-Zeit – Versus gereimt strophisch


Ab 12.Jhdt nicht nur kirchlich, sondern auch für Kaiser,…

Der Conductus ist nicht choralabhängig,


im weltlichen Bereich alles möglich, aber eher feierlich

Bestimmte Musik für bestimmte Würdenträger:


Wie Markenzeichen, oder später der Ausrufer

Ludus Danielis: Choral mit Thema Buch des Daniels


ca 1220 bis 1230
in Beauvais Kathedrale ur-aufgeführt => neue Architektur Gotik

Perotinus ist ein Schüler des großen Leonin gewesen


Perotinus hat das Magnus Liber Organa angereichert
Seine Musik könnte man als Minimal Music bezeichnen

Kurze Zusammenfassung der Notre-Dame- Zeit

Leonin => Neue Errungenschaft Modalnotation

Organum mit Stimmen kann erweitert werden (Duplum, Triplum,…)

Nächste Epoche ist die Ars Antiqua

ARS ANTIQUA
1220 – 1300
Name der Bezeichnung kommt von ars nova-epoche,
die sich von der alten Musik unterscheiden wollten

Musiktheoritiker der ars nova über die ars antiqua


Jakobus v. Lüttich (verteidigt a a, aber er verdammt a n nicht)
Phillipe de Vitry (Komponist (Gelehrter) 14.Jhdt schreibt Traktat „ars nova“ neue Motette)

Neue Errungenschaft der ars antiqua:

Mensuralnotation
beschrieben von Franco v. Köln in „ars cantus mensurabilis“

rhythmisch eindeutig lesbare Schrift

Longa
Brevis brevis brevis
Semibrevis semibrevis semibrevis
=> Dreiteilung

auch wenn 2 brevis, dann Dreiteilung


die zweite brevis ist dann doppelt so lang wie die erste

Rhythmische Einteilung:
Perfectio (Longa)
Tempus (Brevis)
Aber keine Metrik: (keine Taktstriche,
keine Einteilung)
Taktstriche erst im 17.Jhdt

Neue Epoche:
ARS NOVA

Phillipe de Vitry: neue Erfindung =>Erweiterung des Notensystems


1291-1361

Kreis (perfekte Dreiteilung)


Kreis mit Punkt (imperfekte Dreiteilung, aber Semibrevis ist perfekt)
Halbkreis(imperfekte Dreiteilung = 4/4)
Halbkreis mit Punkt (Semibrevis ist perfekt)

Neue Kleinste rhythmische Einheit: Minima

Verschiedene Sammlungen und Codexe:


Organa werden noch gesungen , aber nicht mehr geschrieben (viele Interpretationen)
Conductus werden aber noch komponiert

=> neu: Motette


(Mot = Wort) = Strophe, Refrain beeinflusst von Minnesang
Motette ist eher weltliche Musik
(Entwicklung von Organum Duplum zur Motette)

Schema gleich:

Motettus (darüber mit neuen Text)


Choral (Grundthema, ein Teil wird ausgeschnitten => Cantus firmus)

 neue Stimme – 4.Text


 neue Stimme – 3.Text
 Motetus – 2. neuer Text
 Cantus firmus – 1. Teil aus Choral

Man fügt hier eher die Stimmen zusammen, man denkt noch nicht akkordisch

Motette ist für den Kenner gedacht, nicht für das einfache Ohr
Aber auch Messen können motettisch komponiert werden

Hoquetus (Schluckauf, Zerschneiden), Löcher im Stück

Weiterentwicklung der Motette des 13.Jhdt


Petrus de Cruce: Weitere Teilung der Brevis
 Oberstimmen bewegter, um perfectio zu halten
Weitere Formenentwicklungen der Notation:
Mensuralnotation nach Ars Antiqua
Ars Nova
Trecento-Mensuralnotation
Weiße Mensuralnotation

Vorlesung gefehlt?

Nächste Vorlesung

Weltliche Musik des Mittelalters

Musik teilweise rekonstruierbar, teilweise nicht

Ansehen der Musiker ist unterschiedlich


(so unterschiedlich wie die Musiker)

hängt von vielen Faktoren ab:

Stand
Instrument
Männlich, weiblich
Herumziehend
Bildungsstand
Materieller Besitz
Begabung
Repertoire
Stammbaum

Straßenmusikanten
Tradition im Mittelalter; auf öffentlichen Plätzen
Märkte
Feste,..

In Städten sammeln sich Musiker zu Bünden,


mit Spielleuten und Artisten

Spielgrafenamt regelt die „Organisation“


(nur bestimmte Zunft darf zu bestimmten Fest)

Kontrolle der Spielzunft ist gut für die Stadt

Bezahlung hängt auch vom Instrument ab: Bläser besser bezahlt

Musik des Himmels: Engelsgesänge


Gesänge des Davids

Musik der Hölle: Lärm


Oder Stille
Thomas Chobham: Summa sacramentis
-musizieren um, ad laszivum zu verführen
-andere zu erfreuen
- aber Tänzer sind Sünder

Konzil von Trier bestimmt


 keine fremden Musiker in der Kirche
 dürfen keine bestimmte Stücke singen

Kirche hielt generell von Musikern nicht viel,


besonders von weiblichen Musikern

Ausnahme:
Agnes von Böhmen (jüngste Prinzessin von Ottokar…, aber der Bruder Wenzel wurde dann
König)

Altatrix Matilda Makejoy


Mit König

Joulatrix Adelinda

Joglaressa Guillerma Monja


(Spitzname, monja = nonne; sie war aber bestimmt keine Heilige)

Codex Buramus
1230
(Carmina burana)
wahrscheinlich im Süden Bayerns geschrieben,
bestehend aus Spottlieder
Liebeslieder
Trinklieder
Geistliche Theaterstücke

Unterschiedliche Reimformen mit Anleihen aus Kirche und Antike

Bei 40 der Lieder gibt es Notation der Melodien,


allerdings nur in linienlosen Neumen,

berühmtester „Autor“ eines Liedes: Archipoeta (1120-1160)


war ein Vagant (= ehemaliger Geistlicher)
Vorlesung

Sänger => Minnesänger, Troubador

12. 13. Jhdt besser Unterscheidung zw. Spielleute und Troubadour

bei Adeligen sehr in Mode

troubar = erfinden

Man erfand Worte und Lieder, aber die Lyrik hat höheren Stellenwert

Troubadoure mussten nicht alles erfinden


Recyclen der Melodien => neuer Text unterlegen
 Kontrafraktur (nur der Name dieser Methode, nichts gebrochen :->)

Sänger, die Zeitungen verkauft hatten


(Nachrichtenüberbringer) => Medium

Medium, = Nachrichtensänger manchmal mit kleinen Blättern ausgestattet

Zeitung war eigentlich sinnlos, weil man nicht lesen konnte

Unterscheidung Troubadour und Trouvere

TROUBADOUR
in Südfrankreich (Aquitanien) 11.12 Jhdt
Sprache: languedoc
Kunstsprache, vorher und nachher Latein

Nördlich von Aquitanien= languedloil

Dante wollte göttliche Komödie in die languedoc-Sprache übersetzen

Der erste Troubadour => Adeliger


Wilhelm von Aquitanien,
Spanien (vorher arabisch) hat Einflüsse auf Aquitanien(=Südfrankreich)

Kirche macht Aquitanier schlecht, wegen ihrer Religion

Albigenser-kriege: Albigenser = Katharer = Adeligen in dieser Region

Katharer => Ketzer,…


Albigenser wurden von Nordfrankreich aus verfolgt!

Auch die Sänger wurden gejagt=> ab 13. Jhdt keine Sänger in Aquitanien

Flucht nach England mit den Adeligen


(Marie v. Champagne)

Comtessa de Dia war eine Gräfin, die auch Troubaritze war

=>in ihrer Vida heißt es, sie sei verheiratet;


aber trotzdem viele Liebesgedichte für Raimbaut de Vaqueiras

TROUVERE

Nordfranzösische Form zu Troubadour

Entwicklung parallel zu Troubadour; aber noch mehr nach 13.Jhdt

Chanson de toile:
Liebeslied, Weberlied;
Autoren unbekannt

Einfache Formen ähnlich der Troubadoure

Zw. 1150 und 1300


Viele berühmte Trouvere (zB: Retter von Richard Löwenherz)

Im 13. Jhdt übernehmen Trouvere neue Kompositionstechniken

Adam de la Halle:
13.Jhdt
Komponiert Mehrstimmig!!!
Also Rondeaus und Motetten

Adam de la Halle gründet so was wie die Meistersinger


Merkmale der franz Sangesvereinigungen:
Sehr genaue Reglements
Bestimmte Formeln
Streit als Gesang
Streitgesänge für Wettbewerbe

Vorbild in Trouverliteratur

Ausgebildet in septem artes liberalis

Rundgesänge = Rondeau = ABACADA…


Ab 13. Jhdt mehrstimmig
Auch Balladen mehrstimmig
Guillaume de Machaut:
14.Jhdt
Mitten in ars nova
Bedeutender Komponist von mehrstimmigen Rondeaus und Balladen
Also Weltliche Musik

MINNESANG

Minnesänger kannten Kompositionstechniken der Franzosen


Frankreich war „in“

Zb: Dietmar von Aist (österreichischer Minnesänger)


Bernhard de Tromelei

Quellen sind meistens nur als Text erhalten,


bei wenigen sind auch Neumen enthalten

erste Liederhandschriften erst im 14. 15. Jhdt


Leider zu spät da Hochblüte schon im 11. 12 Jdht
Dh: 200 Jahre zu spät

Vorlesung

Liedformen der Minnesänger sind mit Vorsicht zu genießen


Viele Lieder wurden erst im 19.Jhdt erklärt und sogar angepasst
(Schöne eindeutige Formen)

Inhalt des Minnesanges:


Liebeslieder
Kreuzzugslieder
Spruchdichtungen
Religiöse Lieder
Spottlieder

Spottlieder bis ins 19. Jhdt;

Hohe Minne: zu einer Frau, die erreicht werden kann

Minnesänger:

Walther v. Vogelweide
schrieb Palestina-Lied, so als ob er dort gewesen wäre => Propaganda
Neidhart von Reuenthal (sehr viel Volkstümliches)
1180-1240
Höfische Dorfpoesie
Gleicher Zweck wie Walther von der Vogelweide,
aber macht sich auch ein wenig lustig über die Adeligen

„Willekommen Summerwetter Sueze“


(Reigentanz, adelige tanzen lustig)

Oswald von Wolkenstein


Um 1500
Erst viel später als Hochblüte des Minnesang

Über Oswald weiß man sehr viel

 niederer Adel (Ritter)


 Mittelkind
Eigenes Lied über sich selbst

Ein außergewöhnlich langes Lied

Über sich selbst => Individueller Geist? (viel beschrieben, aber auch wahr?)Propaganda

Eigenes Bild (kein Minnesänger hatte ein eigenes Bild)

Oswald v. Wolkenstein hat sehr deftige Lieder geschrieben

Tageslieder im bäuerlichen Milieu. Sehr derb

Auch mehrstimmige Sachen!!!


(Oswald hat sich mit der Musik auseinandergesetzt)

Hauptstimme zuerst gesetzt,


dann Nebenstimme

trouvergesang wird verwertet im Motette als eine Stimme

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