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Burkina Faso - Source: Wikipedia-Inhalten

Burkina Faso

Burkina Faso

Flagge Wappen

Wahlspruch: « Unité, Progrès, Justice »


(frz., „Einheit, Fortschritt, Gerechtigkeit“)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Ouagadougou
Staatsform Republik
Regierungsform Semipräsidentielles Regierungssystem
Staatsoberhaupt Präsident Blaise Compaoré
Regierungschef Premierminister Tertius Zongo
Fläche 274.200 km²
Einwohnerzahl 13.730.258 (Zensus 2006)[1]
Bevölkerungsdichte 51 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 449 US-$ (2006)
Human Development Index 0,389 (177.)
Währung 1 CFA-Franc BCEAO
1 € = 655,957 XOF
100 XOF = 0,152449 €
(Fixer Wechselkurs)
Unabhängigkeit 5. August 1960 (von Frankreich)
Nationalhymne Ditanyè
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen BF
Internet-TLD .bf
Telefonvorwahl +226
Burkina Faso (deutsche Aussprache: [bʊrˌkiːnaˈfaːzo]) ist ein Staat in Westafrika, der im Inneren
des Nigerbogens liegt und an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana sowie die Elfenbeinküste (Côte
d'Ivoire) grenzt. Die ehemalige französische Kolonie Obervolta erlangte am 5. August 1960 unter
diesem Namen ihre Unabhängigkeit. Am 4. August 1984 wurde der Name des Landes unter
Präsident Thomas Sankara in Burkina Faso („Land der ehrenwerten Menschen“ oder „Land der
Aufrichtigen“) geändert. Der vorwiegend flache Binnenstaat mit Anteilen an den Großlandschaften
Sudan und Sahel ist durch tropisches Klima und verschiedenartige Savannenlandschaften geprägt.
Administrative und kulturelle Hauptstadt des 13.730.258 Einwohner (Zensus 2006) zählenden
Landes ist die zentral gelegene Millionenstadt Ouagadougou. Etwa die Hälfte der Burkiner
(Burkinabe) zählt zur politisch dominierenden Ethnie der Mossi, die bis zur Kolonisierung durch
Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren streng hierarchisch organisierten Reichen lebten.
In Burkina Faso werden etwa 60 einheimische Sprachen gesprochen, der Islam ist neben den
traditionellen Glaubensvorstellungen die meistpraktizierte Religion. Nach einer Phase politischer
Instabilität mit zahlreichen Putschen kam es 1983 zur Revolution des panafrikanistisch-sozialistisch
orientierten Thomas Sankara.
Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, zeichnet sich heute aber durch eine gewisse
Stabilität und die kulturelle Vielfalt der friedlich zusammenlebenden Ethnien aus. Regelmäßig
wiederkehrende Dürreperioden sorgen oft für große Not der hauptsächlich als Bauern lebenden
Bevölkerung. Präsident ist seit 1987 Blaise Compaoré, der das Land seit dem Putsch gegen Sankara
semiautoritär regiert und stabile Verhältnisse zugunsten ausländischer Investitionen geschaffen hat.
Burkina Faso richtet unter anderem das alle zwei Jahre stattfindende panafrikanische Filmfestival
FESPACO aus.
Inhaltsverzeichnis
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• 1 Etymologie
• 2 Geographie
• 2.1 Lage
• 2.2 Relief
• 2.3 Gewässer
• 2.4 Klima
• 2.5 Vegetation
• 2.6 Fauna
• 2.7 Umwelt
• 3 Bevölkerung
• 3.1 Sprachen
• 3.2 Religion
• 3.3 Besiedlung
• 3.4 Diaspora
• 3.5 Gesundheit
• 4 Geschichte
• 4.1 Vor- und
Frühgeschichte
• 4.2
Präkoloniale
Ära
• 4.3
Französische
Kolonialzeit
• 4.4
Unabhängigkei
t Obervoltas
1960
• 4.5 Revolution
1983
• 4.6 Jüngste
Geschichte
• 5 Politik
• 5.1 Politisches
System
• 5.2 Präsident
• 5.3
Innenpolitik
• 5.4
Menschenrecht
e
• 5.5
Außenpolitik
• 6 Militär
• 6.1 Luftwaffe
• 7
Verwaltungsgliederun
Etymologie [Bearbeiten]
Der Name Burkina Faso ist zweisprachig; burkĩna ist Mòoré und bedeutet etwa „ehrenwerte
Person“.[2] Das Wort faso entstammt der Sprache Dioula und heißt „Vaterland“ (von fa „Vater“ und
so „Haus, Dorf'“). Burkina Faso bedeutet dementsprechend wörtlich „Vaterland der ehrenwerten
Menschen“. Die in Burkina Faso offizielle Einwohnerbezeichnung lautet Burkinabè, wobei dieses
Wort nicht flektiert wird. Das Pluralsuffix -bè ist der dritten Hauptsprache des Landes, dem
Fulfulde der Fulbe, entnommen. Im amtlichen Sprachgebrauch sind in Deutschland die
Einwohnerbezeichnungen Burkiner und Burkinerin vorgeschrieben.[3]

Geographie [Bearbeiten]

Topographie Burkina Fasos

Lage [Bearbeiten]
Burkina Faso ist ein Binnenstaat im Inneren Westafrikas mit 274.200 km² Fläche, von denen
400 km² auf die Gewässer entfallen. Es liegt unterhalb des Nigerbogens und der Sahara und teilt
sich seine 3.193 km lange Landgrenze mit sechs Nachbarstaaten; im Nordwesten und Norden mit
Mali (1.000 km Länge), im Osten mit Niger (628 km) sowie im Südosten mit Benin (306 km) und
Togo (126 km). An Burkina Faso grenzen außerdem Ghana (549 km) im Süden und die
Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire, 584 km) im Südwesten.[4] Der größte Teil des Landes liegt in der
Großlandschaft Sudan, außerdem hat Burkina Faso im Norden Anteil am Sahel.

Relief [Bearbeiten]

Inselberg im Norden Burkina Fasos, zwischen Yalgo und Dori


Etwa drei Viertel des Landes werden von einer Rumpffläche geprägt, die zum niedrigen
Mittelabschnitt der Oberguineaschwelle gehört. Es handelt sich um eine flachwellige Hochebene,
deren durchschnittliche Höhe etwa 250–350 über NN beträgt und die Teil eines vor etwa 2–3
Milliarden Jahren entstandenen präkambrischen Sockels aus Granit und Gneis ist. Etwa 32 %
(70.778 km²) der Landesfläche entfallen auf das Zentralplateau (nach seinen Bewohnern auch
Mossiplateau genannt).[5] Die Landschaft des Plateaus ist vorwiegend flach mit vereinzelten
Hügeln, Senken, Kuppen, Inselbergen und freistehenden Granitfelsen, die der Erosion widerstanden
haben. Ein Sandsteintafelland prägt den Südwesten Burkina Fasos, das mit dem Ténakourou, dem
höchsten Berg des Landes, 749 m Höhe erreicht. Dieses Massiv, das überwiegend die Form eines
monotonen Hochplateaus aufweist, hat eine durchschnittliche Höhe von 450 bis 500 m, fällt zu den
mit Sedimenten bedeckten Sockeln steil ab und bildet dort den Höhenzug Chaîne de Banfora. Diese
Kette erstreckt sich bei einer durchschnittlichen Höhe von 150 m in Nordost-Südwest-Richtung. Im
Südosten befindet sich die Chaîne de Gobnangou, ein Massiv, das etwa 100 m über das
Zentralplateau hinausragt. Quartäre Formationen existieren vor allem in Form von Altdünen im
Norden des Landes, die bis zu 20 m Höhe und 10–20 km Länge erreichen. 40 % der Flächen
nördlich von Markoye sind von Dünen bedeckt.[6] Der tiefste Punkt des Landes liegt im Flusstal
des Pendjari mit 125 m.

Gewässer [Bearbeiten]

Ufer des Kompienga-Stausees im Südosten, nahe der Grenze zu Togo


Die Wasserläufe in Burkina Faso können drei Becken zugeordnet werden; von diesen ist das
Voltabecken mit einer Fläche von 120.000 km² das Bedeutendste, es umfasst die Becken des
Mouhoun (Schwarzer Volta), des Nakambé (Weißer Volta) und des Pendjari. Im Norden Ghanas
nimmt der Mouhoun das Wasser der genannten Nebenflüsse sowie des Nazinon (Roter Volta) auf.
Mit 18.000 km² Fläche ist das Becken des Comoé, dessen Lauf durch Stromschnellen und
Wasserfälle (zum Beispiel den Cascades de Karfiguéla) unterbrochen wird, deutlich kleiner. Zum
72.000 km² großen Entwässerungssystem des Nigerbecken zählen die kleinen temporären
Wasserläufe, die diesem im Norden Burkina Fasos rechts zufließen (unter anderem Béli, Gorouol
und Sirba).
Viele der zahlreichen kleinen Seen und abflusslosen Tümpel, darunter das Ramsar-Schutzgebiet
Mare d'Oursi, liegen saisonabhängig trocken. Sie stellen wichtige Wasserreservoirs für Mensch und
Vieh dar. Die beiden größten natürlichen Seen Burkina Fasos, der Bamsee und der Demsee, liegen
etwa 100 km nördlich von Ouagadougou. Zahlreiche Flüsse wurden zu Seen gestaut, so liegen im
Südosten der Kompienga- und im Süden der Bagré-Stausee, die beide jeweils ein Speicherkraftwerk
antreiben. Im Nordwesten wurde der Sourou gestaut, während der Ziga-Stausee seit Juli 2004 die
westlich gelegene Hauptstadt mit Wasser versorgt.
Klima [Bearbeiten]

In der Regenzeit ist der sonst karge Boden von grüner Vegetation bedeckt.
Burkina Faso unterliegt tropischem Wechselklima mit sudanosahelischem Charakter und einem
Wechsel aus Regen- und Trockenzeit. Von Nord nach Süd hat das Land Anteil an den Klimazonen
Sahel, Sudan-Sahel und Sudan. Erstere umfasst etwa 25 % der Landesfläche und ist von
Trockenheit geprägt; die Niederschläge können auf unter 300 mm pro Jahr fallen, die Regenzeit
zum Teil weniger als zwei Monate dauern. Die Hälfte des Landes unterliegt dem Sudan-Sahel-
Klima, für das eine Regenzeitdauer von vier bis fünf Monaten charakteristisch ist. Etwa sechs
Monate beträgt die Regenzeit in der im Süden gelegenen Sudan-Zone; Niederschläge von bis zu
1300 mm pro Jahr sind hier keine Seltenheit. Durchschnittstemperaturen bewegen sich zwischen
25° C und 30° C. Die niedrigste je gemessene Temperatur war 5° C, 1971 bei Bobo-Dioulasso und
1975 in Markoye. Dort wurde mit 46° C auch die höchste je gemessene Temperatur des Landes
aufgezeichnet.[7] März und April sind die heißesten Monate, Januar und Dezember die kältesten. In
der Regenzeit strömen warmfeuchte Winde aus Südwest über das Land, während im Winter der
trockenheiße Harmattan Sand und Staub aus der Sahara in Richtung Südwest weht. In den
vergangenen 35 Jahren konnten einige klimatische Veränderungen festgestellt werden, darunter ein
Sinken der Niederschlagswerte sowie die Zunahme der Temperaturen. Extreme
Klimaerscheinungen wie große Trockenheiten und Überschwemmungen haben in den vergangenen
Jahrzehnten ebenfalls zugenommen.[8]

Klimadiagramm Ouagadougou

Klimadiagramm Bobo-Dioulasso
Vegetation [Bearbeiten]

Karitébaum
In Burkina Faso gibt es etwa 1700 Pflanzenarten, den größten Anteil daran haben die Süßgräser und
Schmetterlingsblütler[9]. Zahlreiche Wildpflanzen werden genutzt, sei es als Rohstoff, Viehfutter,
Nahrung oder Medizin. Besonders wichtige Nutzbäume sind etwa Karitébaum, Afrikanischer
Affenbrotbaum (Baobab) und Néré, aber auch Anabaum, Niembaum, Äthiopische Palmyrapalme
und Tamarindenbaum. Im Zuge von Nutzungsveränderungen und Klimawandel verschiebt sich das
Areal vieler sahelischer Arten gen Süden.

Akaziensavanne im Osten Burkina Fasos

Im Schutzgebiet Réserve partielle de Pama, nahe der Grenze zu Benin


Burkina Faso umfasst drei zum sudanosambesischen Savannengürtel zählende phytogeografische
Zonen; Sahel im Norden, Sudan im Zentrum und Sudan-Guinea im Süden. Die Unterscheidung
basiert unter anderem auf den niedrigeren Niederschlägen (weniger als 600 mm
Niederschlagsmenge pro Jahr) und der längeren Trockenzeit im Norden. In der Sahelzone sind
Dornstrauchsavannen vorherrschen – zum Teil mit Tigerbuschvegetation, die eine Form der
Anpassung an die Trockenheit darstellt. Bäume wachsen zumeist vereinzelt, teils zu Hainen
gruppiert. Vorherrschende Arten sind unter anderem Verek-Akazie, Duftende Akazie, Wüstendattel,
Indische Jujube sowie der für den Sahel charakteristische Afrikanische Affenbrotbaum (Baobab).
Trockensavannenlandschaft westlich von Ouagadougou
Die Sudanzone, durch Niederschläge im Bereich zwischen 600 mm und 1000 mm pro Jahr
gekennzeichnet, ist wie der Sahel von Akazienbewuchs und Dorngewächsen geprägt, unterscheidet
sich aber unter anderem durch das Aufkommen weiterer Arten, wie Néré, Karitébaum und vor allem
Flügelsamengewächsen als dominierendem Element der sudanesischen Savannen. Die Baumdichte
nimmt nach Süden hin zu und bildet vereinzelt Haine, Wälder und entlang der Flüsse Galeriewälder.
In den dichtbesiedelten Gegenden des Zentralplateaus dominieren durch menschlichen Einfluss
degradierte Savannenlandschaften. Die Krautschicht besteht nach Arten und Abundanz zu einem
großen Teil aus Gräsern, wobei der Anteil hoher und ausdauernder Arten zum Süden hin zunimmt.
In der Sudan-Guinea-Zone sind Niederschläge über 1000 mm pro Jahr üblich. Zu den auch in den
nördlicheren Zonen beheimateten Arten gesellt sich hier unter anderem die Guineapflaume. In den
Galeriewäldern finden sich Arten wie Breitblättrige Feige, Westafrikanischer Butterbaum, Ölpalme
oder Juckbohne. In den Galeriewäldern gedeihen vor allem Pflanzen, die feuchtwarmes Klima
bevorzugen.

Fauna [Bearbeiten]

„Heiliges Krokodil“ in Bazoulé (Tanghin-Dassouri)


Die meisten der großen, die Savannen bewohnenden Säugetiere sind auch in Burkina Faso zu
finden, durch den enormen Bevölkerungsdruck aber in ihren Lebensräumen bedroht. Einige
Tierarten, wie zum Beispiel Giraffen und Geparden sind im Land nicht mehr anzutreffen. In den
Schutzgebieten leben Flusspferde, Elefanten, Antilopen, Affen, Gazellen und Leoparden, die durch
Jagd dezimiert wurden. Es gibt Afrikanische Buschratten und Schlangen. Im Land wurden 495
Vogelarten nachgewiesen[10], unter anderem der Afrikanische Strauß, mehrere Storcharten, etwa 50
verschiedene Greifvögel, Nashornvögel, Eisvögel und Bienenfresser. In den Seen und mares leben
Krokodile, die von der Bevölkerung als „heilige Krokodile“ besonders geehrt werden. Für
bestimmte Tierarten bestehen Jagdverbote.

Umwelt [Bearbeiten]
Zu den Naturschutzgebieten in Burkina Faso zählen vier Nationalparks. Der Nationalpark Arly liegt
wie der burkinische Teil des Nationalpark Ws im Südosten, der Nationalpark Kaboré-Tambi im
Süden und der Nationalpark Deux Balés im Westen des Landes. Es existieren weiterhin ein
UNESCO-Biosphärenreservat Mare aux Hippopotames und ein Ramsar-Schutzgebiet Mare d'Oursi
sowie zahlreiche, réserves und forêts classés genannte Schutzgebiete.

Bei den Unwettern 2007 zerstörtes Regenrückhaltebecken im Südosten des Landes


Der seit etwa 35 Jahren in Burkina Faso zu beobachtende Klimawandel, der sich in sinkenden
Niederschlagswerten und höheren Temperaturen ausdrückt, sowie die von Landwirten zur
Erschließung von Ackerland entfachten Buschfeuer, Abholzung sowie Erschöpfung der Böden sind
Gründe für eine wachsende Desertifikation, ausgehend vom sahelischen Norden des Landes. Im
Jahre 1984 wurde der Plan national de lutte contre la désertification (PNLD) erstellt, mit dem die
noch intakten Naturräume geschützt, die Praxis der Buschfeuer bekämpft, die Bodenqualität
verbessert und Wiederaufforstungsprogramme organisiert werden sollen. Allein in den Jahren 1996
bis 2000 wurden zu diesem Zweck rund 23 Millionen Bäume gepflanzt. Es wurde davon Abstand
genommen, reine Eukalyptusplantagen anzulegen, wie in den 1960er-Jahren geschehen, als man
relativ schnell Bäume zur Feuerholzgewinnung bekommen wollte.
Bei den schweren Unwettern, die in der Regenzeit 2007 in zahlreichen Ländern Westafrikas
Überflutungen zur Folge hatten, kam es auch in Burkina Faso zu Schäden. Etwa 9000 Häuser
wurden zerstört und 28.000 Menschen obdachlos, 51 Menschen starben. Zahlreiche Straßen und
Brücken wurden beschädigt sowie die Ernten zerstört; der Ernteausfall wird mit 13.268 Tonnen
beziffert.[11]

Bevölkerung [Bearbeiten]

Burkiner (Burkinabe)
Zahlenmäßig stärkste Ethnie sind die Mossi (40 %), deren Vorfahren etwa im 15. Jahrhundert aus
dem Süden eingewandert waren und sich im Laufe der Zeit mit den alteingesessenen Bewohnern,
darunter den Yonyoose, assimiliert haben. In der Folge entwickelte dieses Gemisch aus
autochthonen Gruppen (tẽng-biisi genannt) und Eroberern (nakombse) durch gemeinsame Sprache,
Gründungsmythen, Rituale und hierarchisch organisierte Machtstrukturen eine ethnische
Identität[12] mit dem Moogo naaba als geistigem Oberhaupt und hat heute eine politisch
dominierende Rolle in Burkina Faso inne[13]. Eng verwandt mit ihnen sind die im Osten lebenden
Gulmancema (8 % der Bevölkerung). Dem Gründungsmythos beider Völker zufolge stammen die
jeweiligen Stammväter – Ouédraogo bei den Mossi und Diaba Lompo bei den Gulmancema – aus
derselben Familie. Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind die Fulbe (5 %), die hauptsächlich im
Norden siedeln, als viehzüchtende Nomaden allerdings im ganzen Land anzutreffen sind. Sie
stammen ursprünglich aus dem Fouta Toro im heutigen Senegal. Ebenfalls nomadisch leben hoch
im Norden, im Sahel, die Tuareg (7 %). Sprachlich eng miteinander verwandt sind die im Süden
lebenden Bissa und die im Nordwesten siedelnden Sanan. Der Südwesten des Landes zeigt sich
ethnisch weniger homogen; neben den Bobo (14 %), Senufo (9 %), Lobi (6 %) und Bwaba leben
dort zahlreiche kleinere ethnische Gruppen. Zu den früher unter dem Begriff Gurunsi
zusammengefassten Ethnien zählen unter anderem die Kassena, Nuna, und Lyéla. Die traditionellen
Scherzbeziehungen (parenté à plaisanterie) zwischen den verschiedenen Gruppen leisten einen
wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben: Bestimmten Ethnien ist es hierbei erlaubt, sich
nach festgelegten Regeln gegenseitig zu verspotten, zum Beispiel Mossi und Sanan oder Fulbe und
Bobo.
Etwa 3200 Franzosen leben dauerhaft in Burkina Faso, dazu kommen etwa 20.000, die sich unter
anderem im Rahmen von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit temporär im Land aufhalten.
[14] Die wirtschaftlich bedeutende libanesische Gemeinschaft zählt ungefähr 600 Mitglieder.[15]

Demografische Entwicklung Burkina Fasos (Zahlen in Tausend)


In den letzten Jahren ist die Bevölkerungszahl sprunghaft angestiegen (pro Jahr um 2,4 %). Bedingt
durch die geringe Lebenserwartung (52 Jahre) und hohe Geburtenraten besteht ein hoher Anteil von
jungen Menschen an der Gesamteinwohnerzahl.

Sprachen [Bearbeiten]
Mit der Unabhängigkeit wurde die Sprache der ehemaligen Kolonialherren, Französisch, alleinige
Amtssprache. Sie wird allerdings nur von einer Minderheit beherrscht. Deshalb finden
Alphabetisierungskurse für diejenigen, die nie eine Grundschule besucht haben, unter anderem in
den Nationalsprachen Moore (Sprache der Mossi), Dioula, und Fulfulde (Sprache der Fulbe) statt.
Dioula besitzt eine große Bedeutung als Verkehrs- und Handelssprache im sprachlich heterogenen
Westen des Landes. Auch Arabisch besitzt eine Funktion als Handelssprache und wird unter
anderem an Koranschulen gelehrt. Weitere Sprachen sind das Tuareg und die zahlreichen Niger-
Kongo-Sprachen, die den Hauptanteil der im Land gesprochenen Sprachen ausmachen: darunter die
Mande-Sprachen Bissa, San, Boboda, die Gur-Sprachen Gulmancema, Lobiri, Koromfe und
Bwamu sowie die zahlreichen Gurunsi-Sprachen.
Religion [Bearbeiten]

Große Moschee von Bobo-Dioulasso

Kathedrale von Ouagadougou


Die Bedeutung der traditionellen Religionen der einzelnen ethnischen Gruppen konnte sich bis
heute stärker halten als in anderen Staaten, so sind ungefähr 40 % der Burkiner Anhänger einer
indigenen Religion. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass sich die Mossi der Islamisierung
aus dem Norden lange widersetzten. Erst Ende des 18. Jahrhunderts konvertierte Moogo naaba
Doulgou zum Islam. Etwa die Hälfte der Burkiner sind heute Muslime. Bis heute wird im Land eine
undogmatisch-pragmatische Variante des Islam gelebt, der Elemente des Animismus einbezieht.[16]
Infolge intensiver Mission jedoch ist der Islam in stetigem Wachstum begriffen.[17]
Sammelverband der burkinischen Muslime ist die Communauté musulmane du Burkina Faso
(CMBF), gegründet 1962.
Die Zahl der Christen wird mit 10 % angegeben, in der Mehrzahl Katholiken, sowie Angehörige
verschiedener protestantischer Glaubensrichtungen. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis
bestehen die Freiheit der Religionswahl und -ausübung und auch im alltäglichen Zusammenleben
kommt es zu keinen Problemen.[18] Dies wird der traditionell hohen religiösen Toleranz der
Burkiner zugeschrieben.[16] Es bestehen 13 katholische Bistümer, davon drei Erzbistümer, die in
der Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger organisiert sind. Erzbischof von Ouagadougou
ist Jean-Marie Untaani Compaoré.
Mit Ausnahme unter anderem der vorwiegend im Norden siedelnden Fulbe sind die ethnischen
Gruppen religiös heterogen. Vor allem die Hauptstadt Ouagadougou ist religiös durchmischt,
während die Wirtschaftsmetropole Bobo-Dioulasso mehrheitlich muslimisch ist. Die libanesische
Gemeinschaft ist zu 90 % christlich.[18]
Im traditionellen Glauben der Mossi existiert ein Gott Wẽnde, der das Universum erschaffen hat und
sich anschließend von den Menschen zurückgezogen hat. Als Vermittler haben sich in der Folge an
verschiedenen Plätzen, in Objekten und Tieren verschiedene Geister angesiedelt. Ahnenverehrung
hat bei den Mossi große Bedeutung.
Besiedlung [Bearbeiten]

Im Südwesten Ouagadougous gelegener Stadtteil

Die place des Nations-Unies im Zentrum Ouagadougous


Der Volkszählung von 2006 zufolge leben in Burkina Faso 13.730.258 Menschen, davon 20,3 % in
städtischen Siedlungen. Von 1975 an kam es zu einer schnell zunehmenden Urbanisierung der
Bevölkerung; waren zu diesem Zeitpunkt nur 6,4 % der Burkiner Stadtbewohner, so verdoppelte
sich diese Zahl innerhalb von zehn Jahren auf 12,7 %. Trotz dieser Zunahme liegt der
Urbanisierungsgrad niedriger als in Ländern wie Senegal oder der Elfenbeinküste (47 %,
beziehungsweise 50 %).[19] Vorrangiges Ziel der zum großen Teil jungen Landbevölkerung, die in
ihren Dörfern keine Perspektiven sieht, ist die Hauptstadt Ouagadougou, deren Bevölkerungszahl
sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat, und mit einem Anteil von 50 % Unter-20-
Jähriger an der Gesamtbevölkerung eine junge Stadt ist. Zweitgrößte Agglomeration ist die im
Westen des Landes gelegene Wirtschaftsmetropole Bobo-Dioulasso. Um den Zuzug in diese beiden
Städte abzuschwächen, wird seit Ende der 1980er-Jahre versucht, weniger große Städte
infrastrukturell aufzuwerten.
Die zehn größten Städte des Landes, links nach Einwohnerzahl der Kernstadt, rechts nach
Einwohnerzahl des Gemeindegebiets:[1]
Rang Name Einwohner Rang Name Einwohner
1. Ouagadougou 1.181.702 1. Ouagadougou 1.273.355
2. Bobo-Dioulasso 435.543 2. Bobo-Dioulasso 497.462
3. Koudougou 82.720 3. Koudougou 131.825
4. Banfora 72.144 4. Tenkodogo 124.053
5. Ouahigouya 70.957 5. Fada N'Gourma 123.594
6. Kaya 51.778 6. Ouahigouya 122.677
7. Tenkodogo 40.839 7. Solenzo 118.424
8. Fada N'Gourma 40.815 8. Kaya 114.807
9. Dédougou 37.793 9. Banfora 106.815
10. Houndé 34.669 10. Gorom-Gorom 104.587
Diaspora [Bearbeiten]
Die zahlenmäßig größte Gruppe der Auslandsburkiner ist diejenige in der Elfenbeinküste, ihre Zahl
betrug 1998 ungefähr 2,2 Millionen Menschen. Sie leben dort zum Teil seit mehreren Generationen,
da von 1932 bis 1947 ein Teil des heutigen Burkina Faso von den Franzosen der Kolonie
Elfenbeinküste zugeschlagen worden war, um die Beschäftigung von Arbeitern auf den dortigen
Plantagen zu erleichtern. Im Zuge des Bürgerkriegs in der Elfenbeinküste ab 2002, bei dem unter
anderem die burkinische Diaspora Zielscheibe von Verfolgung war, sind mehrere Hunderttausend
Burkiner zurück in ihre Heimat oder die ihrer Vorfahren geflohen.[20]
In Italien leben ungefähr 35.000[21], in Frankreich etwa 4000–5000 Burkiner, dort zum Teil in der
dritten Generation.[22] Die Diaspora ist im Conseil supérieur des Burkinabè de l’étranger (CSBE)
organisiert.
Zum 31. Dezember 2007 waren in Deutschland 1173[23], in Österreich zum 1. Januar 2007 60[24]
und in der Schweiz 393[25] burkinische Staatsangehörige gemeldet.

Gesundheit [Bearbeiten]
Die Fertilitätsrate liegt bei 6,1 und die Kindersterblichkeitsrate bei 204 von 1000 Geburten.[26] Die
weibliche Lebenserwartung bei der Geburt lag 2004 bei 48 Jahren und die männliche bei 47.[27]
Das Bevölkerungswachstum beträgt etwa 3 %.[28] 2001 beliefen sich die Gesundheitsausgaben der
Regierung von Burkina Faso auf 3 % des Bruttoinlandsprodukts.[29] Für 2004 wurde die
Ärztedichte auf 6 pro 100 000 Einwohner geschätzt.[27] Zusätzlich gab es lediglich 41
Krankenschwestern und 13 Hebammen pro 100 000 Einwohner.[27]

Geschichte [Bearbeiten]
Hauptartikel: Geschichte Burkina Fasos

Vor- und Frühgeschichte [Bearbeiten]


Etwa 400.000 Jahre alte Hackwergzeuge (Chopping Tools) wurden im Norden des Landes bei
Markoye gefunden.[30] Es konnte nachgewiesen werden, dass vor etwa 14.000 Jahren Jäger und
Sammler im Nordwesten des heutigen Burkina Faso lebten. Zwischen 3600 und 2600 v. Chr. wurde
von jungsteinzeitlichen Kulturen Landwirtschaft betrieben. Für die Zeit vor etwa 3000–3500 Jahren
lassen Grabbeigaben auf ein erwachendes spirituelles Bewusstsein der Menschen schließen. Der
Gebrauch von Eisenobjekten und Keramiken konnte nachgewiesen werden.[31]

Präkoloniale Ära [Bearbeiten]

Kavallerie der Mossi um 1890


Einige der heute in Burkina Faso existierenden Ethnien waren schon zum Ende des ersten
Jahrtausends nach Christus auf dem heutigen Gebiet des Landes ansässig und in autonomen
Dorfgemeinschaften organisiert, so die Dogon, die im 15. Jahrhundert in ihr heutiges
Siedlungsgebiet im Grenzbereich von Mali und Burkina Faso weiterzogen sowie die Bobo und
Senufo. Zu den am längsten ansässigen Gruppen gehören die Yonyoose, die sich mit den ab dem 15.
Jahrhundert aus dem Süden vordringenden Mossi assimilierten. Diese waren aus dem Norden
Ghanas – der Legende nach unter der Führung der Prinzessin Yennenga – nach Norden gezogen. Ihr
Sohn Ouédraogo soll das Reich Tenkodogo gegründet haben. Dies war das Älteste von insgesamt
20 Reichen, darunter Ouagadougou und Yatenga. Dieses Moogo bezeichnete Gebiet war ein
kultureller und linguistischer Raum, dessen administrative Elemente allerdings unabhängige
Einheiten bildeten, den Moogo naaba aber als geistiges und spirituelles Oberhaupt ansahen. Im
Osten lag Gulmu, das Reich der Gulmancema, das seine Ursprünge ebenfalls im Norden Ghanas
hat. Nördlich davon gründeten 1809/1810 Fulbe aus Massina das Emirat Liptako. Es war ein
religiöser und kriegerischer Staat, der im Zuge des von Usman dan Fodio inspirierten „Dschihad der
Fulbe“ entstand.[32] 1827 wurde ein Teil des Emirats von Tuareg erobert, die dort das Reich
Oudalan errichteten. Die westlich dieser Formationen siedelnden Ethnien waren unter anderem in
segmentären Gesellschaften organisiert, das heißt ohne zentrale Institutionen in autonomen
Dorfgemeinschaften. Im einzelnen unterschieden sich die Organisationsformen bei den
verschiedenen Ethnien. Weiter im Westen kamen die dort lebenden Gruppen im 18. Jahrhundert
unter den Einfluss der Herrscherdynastien von Kong in der heutigen Elfenbeinküste. In der
Historiografie der frühen Kolonialzeit angenommene Reiche namens Gwiriko und Kénédougou
haben vermutlich nie existiert: Vielmehr übten die Herrschergruppen zum Teil in Allianz, zum Teil
in kriegerischem Konflikt mit den Dorfgemeinschaften zahlreicher Ethnien ihren Einfluss auf die
wirtschaftliche Produktion der Region aus. Dies geschah ohne Bemühen um politische
Machtausübung.[33]

Französische Kolonialzeit [Bearbeiten]

Karte Französisch-Westafrikas (1909)


Der erste Europäer, der das heutige Burkina Faso bereiste war Heinrich Barth. Er erreichte Liptako
von Norden kommend und besuchte auf dem Weg nach Timbuktu die Stadt Dori. Nach der
Kongokonferenz 1884/1885 in Berlin äußerte sich der „Wettlauf um Afrika“ im Westsudan im
Versuch von Briten, Franzosen und Deutschen durch Protektoratsverträge mit den Mossiherrschern
das Hinterland der Küste unter Kontrolle zu bringen. Es waren schließlich die Franzosen, die 1896
mit militärischer Gewalt Ouagadougou einnehmen konnten und den Moogo naaba zur Flucht
zwangen. In der Folge wurde durch zahlreiche Protektoratsverträge das gesamte Gebiet des
heutigen Burkina Faso unter Kontrolle gebracht und unter Militärverwaltung gestellt. 1904 wurde
es Teil der Kolonie Obersenegal und Niger und 1919 eine neue Kolonie Obervolta (französisch La
Haute Volta, nach dem Fluss Rio Volta) geschaffen, die zu Französisch-Westafrika gehörte. Der
Versuch der wirtschaftlichen Entwicklung unter Gouverneur Édouard Hesling war erfolglos und
aufgrund mangelnder Rentabilität wurde das Territorium 1932 unter den Nachbarkolonien
Französisch-Sudan (heutiges Mali), Niger und Elfenbeinküste aufgeteilt. Damit sollte unter
anderem der Einsatz von Zwangsarbeitern auf den Plantagen an der Küste erleichtert werden;
Obervolta diente aufgrund seiner relativ hohen Bevölkerungszahl als Reservoir für Arbeitskräfte.
Wie im Ersten nahmen auch im Zweiten Weltkrieg Obervoltaer als Soldaten bei den Einheiten der
sogenannten Senegalschützen (tirailleurs sénégalais) für Frankreich teil.

Luftaufnahme von Ouagadougou (1930/31)


Nach dem Krieg wurde die französische Kolonialordnung unter Charles de Gaulle mit der
Gründung der Union française neu gestaltet. Vor allem die Mossi unter Führung des Moogo naaba
Koom II. drängten auf Wiederherstellung Obervoltas in den Grenzen von 1932 und so wurde
Obervolta 1947 Überseeterritorium (territoire d'outre-mer, TOM). In den folgenden Jahren
entwickelte sich das politische Leben und Obervoltaer waren im Parlament des Mutterlandes in
Paris vertreten (Nazi Boni, Joseph Conombo, Henri Guissou, Gérard Kango Ouédraogo und
Mamadou Ouédraogo). Parteien boten allerdings kaum programmatische Unterschiede und waren
vor allem auf die Persönlichkeiten der Parteiführer orientiert. Zur bedeutendsten Partei in einer
konfliktreichen und von Spaltungen und Zusammenschlüssen geprägten Parteienlandschaft
entwickelte sich die obervoltaische Sektion des interkolonialen Parteienbündnisses Rassemblement
démocratique africain (RDA) unter Daniel Ouezzin Coulibaly und nach dessen Tod Maurice
Yaméogo.[34] In diesen Jahren wurden die Weichen für die Unabhängigkeit gestellt. Mit dem loi
cadre von 1956 gab die Kolonialverwaltung Macht an neu zu wählende Territorialversammlungen
und -regierungen ab. Mit dem Referendum 1958 kam es im Rahmen der Communauté française zu
einer Assoziation mit Frankreich als autonomer Republik. Doch schließlich erklärte auch Obervolta
im „Afrikanischen Jahr 1960“ seine Unabhängigkeit.

Unabhängigkeit Obervoltas 1960 [Bearbeiten]

Flagge des unabhängigen Obervolta


Erster Präsident des unabhängigen Obervolta wurde Maurice Yaméogo, der in der Folge eine
Einparteiendiktatur des RDA errichtete. Sein verschwenderischer Regierungsstil, Korruption und
wirtschaftliche Fehlentwicklung führten schließlich zu einem Volksaufstand. Yaméogo dankte nach
Straßenprotesten unter dem Druck von Gewerkschaften und der Untergrundopposition im Januar
1966 ab. Sein Nachfolger wurde Sangoulé Lamizana, der Oberbefehlshaber der Armee. Unter der
Militärregierung des pragmatischeren und bescheidener auftretenden Lamizana wurde eine neue
Verfassung ausgearbeitet, die nach einem Referendum 1970 im Januar 1971 die Zweite Republik
schuf. Nach den anschließenden Parlamentswahlen, den ersten freien Mehrparteienwahlen in
Westafrika[35] wurde Gérard Kango Ouédraogo (RDA) Premierminister. Innere Streitigkeiten der
Partei führten dazu, dass 1974 wieder das Militär die Macht übernahm und die Gouvernement du
renouveau national (GRN: „Regierung der nationalen Erneuerung“) schuf. Angesichts der
Unzufriedenheit der Bevölkerung aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Probleme Mitte der
1970er-Jahre ernannte Lamizana eine Regierung der nationalen Einheit, die eine neue Verfassung
ausarbeiten sollte. Nach deren Annahme per Referendum wurde Lamizana bei den Wahlen 1978
Präsident der Dritten Republik und ernannte Joseph Conombo zum Premierminister. Auch diese
Regierung war aufgrund interner Querelen handlungsunfähig und nach einem Streik von Lehrern
putschte am 25. September 1980 eine Gruppe von Militärs um Saye Zerbo, der daraufhin Präsident
wurde. Im Rückblick werden Lamizana seine ausgleichenden Fähigkeiten und die Tatsache, dass es
unter ihm keine politischen Gefangenen gab, zugute gehalten.[36] Eher zufällig an die Macht
geraten, hatte das Militär unter Lamizana zunehmend Gefallen daran gewonnen.[34]
Mit dem Putsch von 1980 stürzte Obervolta für drei Jahre in ein Chaos, das durch den Machtkampf
der alten Garde des Militärs und einer Gruppe junger Offiziere, die den Stillstand des Landes
überwinden wollten, verursacht wurde. Zerbo regierte das Land mit einem Comité militaire de
redressement pour le progrès national (CMRPN), verlor durch unpopuläre Maßnahmen – darunter
dem Verbot von Streiks – rasch seine Popularität. Zu dieser Zeit begann der Aufstieg des
charismatischen linksgerichteten Thomas Sankara. Schließlich kam es am 7. November 1982 zu
einem erneuten Militärputsch. Da der als Drahtzieher angesehene Sankara nicht die Macht
anstrebte, wurde der Militärarzt Jean-Baptiste Ouédraogo Präsident. Während in einer
Übergangsphase die Rückkehr zu einer verfassungsgemäßen Ordnung angestrebt wurde,
intensivierte Sankara – zum Premierminister ernannt – Kontakte zum antiwestlichen Regime
Muammar al-Gaddafi in Libyen. Zum Missfallen Ouédraogos, der die Untergrabung seiner Macht
zu verhindern versuchte und die Bindungen zu Frankreich und den gemäßigten Staaten Afrikas
aufrecht erhalten wollte.[37] Sankara wurde schließlich festgenommen, was Unruhen in den Reihen
des Militärs und Proteste bei der Bevölkerung auslöste. Nachdem der Offizier Blaise Compaoré mit
der ihm unterstehenden Fallschirmspringereinheit nach Ouagadougou zog, um seinem Freund
Sankara zu befreien, kam es am 4. August 1983 zum Staatsstreich, der später als Revolution
bezeichnet wurde und Sankara an die Macht brachte.

Revolution 1983 [Bearbeiten]

„Pioniere der Revolution“ (1987)


Sankara errichtete eine linksgerichtete Militärdiktatur mit dem Conseil national de la révolution
(CNR: „Nationaler Revolutionsrat“) als Exekutivorgan, betrieb eine energische Sozial- und
Entwicklungspolitik, die den ländlichen Raum zu Ungunsten der Stadtbevölkerung und Staatsklasse
fördern sollte und forcierte die Gleichstellung der Frauen.[34] Ziel war eine radikale Umgestaltung
der Gesellschaft[38] und das Beenden der Abhängigkeit vom Ausland. Bei einem
Gegenputschversuch kamen in der Nacht vom 9. auf den 10. August zwei der Beteiligten ums
Leben. Damit war es in Obervolta zum ersten Mal bei einem Umsturzversuch zu Blutvergießen
gekommen. In Folge schuf Sankara Comités de défense de la révolution (CDR: „Komitees zur
Verteidigung der Revolution“), die in allen Orten des Landes den Verlauf und den Fortbestand der
Revolution gewährleisten und überwachen sollten. Die CDR hatten Anteil am erfolgreichen Verlauf
zahlreicher Entwicklungskampagnen, wie einem großangelegten von WHO und UNICEF
unterstützten Programm zur Impfung von Kindern oder dem als bataille du rail bezeichneten
Ausbau der Eisenbahnstrecke unter Beteiligung der Bevölkerung. In der Anfangsphase der
Revolution kam es zu Verhaftungen und Denunzierung von der Gegenrevolution verdächtigten
Personen, darunter Joseph Ki-Zerbo. An der Spitze des Staates stand eine Gruppe, die neben
Sankara aus Blaise Compaoré, Henri Zongo und Jean-Baptiste Lingani bestand.

1984 eingeführtes Wappen des in Burkina Faso umbenannten Staates

Emblem der Partei FFS mit einem Porträt Sankaras


Am 2. Oktober 1983 präsentierte Sankara der Bevölkerung in einer als discours d'orientation
politique (DPO) bezeichneten Rede die politischen Ziele der Revolution. Ziel sei es, die mit dem
Imperialismus verbundene Bourgeoisie zu Gunsten der arbeitenden Klassen zu neutralisieren und
die landwirtschaftliche Selbstversorgung zu ermöglichen. Dazu wurden Grund und Boden
verstaatlicht, deren Nutzung zuvor von traditionellen Autoritäten in den Dörfern organisiert wurde.
Alphabetisierung und Gleichstellung der Geschlechter waren weitere Schwerpunkte Sankaras. Vor
den tribunaux populaires de la révolution (TPR: „Volkstribunale der Revolution“) mussten sich
ehemalige Politiker und Beamte wegen Vergehen wie Korruption, und Unterschlagung von
öffentlichen Geldern verantworten. Ex-Präsident Zerbo bekam mit 15 Jahren Haft, davon sieben auf
Bewährung, die höchste Strafe. 1985 wurden die ausgesprochenen Urteile wieder aufgehoben. Um
mit der kolonialen Vergangenheit zu brechen, benannte Sankara den Staat 1984 in Burkina Faso
(„Land der ehrenwerten Menschen“) um, schuf eine neue Flagge in den panafrikanischen Farben
und führte eine neue, von ihm selbst verfasste Nationalhymne (Ditanyè) ein. Im Mai 1984 wurden
sieben Personen wegen eines versuchten Putsches verurteilt und hingerichtet. Diese vorher nicht
erlebte Gewaltanwendung schockierte die Bevölkerung[39], ebenso wie die Brandstiftung in den
Räumen der unabhängigen Zeitung L’Observateur (heute L’Observateur paalga), die in Folge ihr
Erscheinen einstellen musste. Der 1985 ausgebrochene Grenzkrieg mit Mali um einen schmalen
Grenzstreifen im Sahel endete mit einer militärischen Niederlage der deutlich unterlegenen
Burkiner[40] und einem Richterspruch des Internationalen Gerichtshofes. Dem Konflikt
vorangegangen waren Beschuldigungen Sankaras malischer Subversion, seine Ermunterung einer
Revolution in Mali, das unter Diktator Moussa Traoré „im Dienste des amerikanischen
Imperialismus handele“. In einem Klima von Verdächtigungen, Machtmissbrauch der CDR, und
politischen Gefangennahmen – bis hin zu Folter und Tod[41] – wuchs die Unzufriedenheit der
Bevölkerung. Der repressive Charakter des Regimes entfremdeten die Bevölkerung vom Projekt der
Revolution. Innerhalb des CNR kam es zu Meinungsverschiedenheiten bezüglich der
Geschwindigkeit weiterer Reformen und der Art ihrer Umsetzung. Thomas Sankara, dem Abgleiten
in an Blindheit grenzenden Dogmatismus und Verrat an der Revolution vorgeworfen wurden, wurde
im Laufe eines Putsches am 15. Oktober 1987 mit etwa 30 weiteren Personen erschossen. Blaise
Compaoré wurde neuer Präsident Burkina Fasos.

Jüngste Geschichte [Bearbeiten]

Präsident seit 1987: Blaise Compaoré


Compaoré regierte das Land zunächst an der Spitze einer Front populaire (FP: „Volksfront“) an der
Seite von Zongo und Lingani. In einer als rectification („Verbesserung“) bezeichneten Entwicklung
sollte es zu einer Normalisierung und politischen Öffnung kommen, allerdings im Geiste der
revolutionären Ziele einer Entwicklung von innen. Doch auch nach dem Umsturz herrschten
Instabilität – es gab drei missglückte Putschversuche – und ein Klima der Repression; zahlreiche
Tote waren zu beklagen[42], darunter auch Zongo und Lingani, die 1989 erschossen wurden.
Diejenigen Parteien und Organisationen, die Compaorés Wandel mittrugen, vereinigten sich in der
Organisation pour la démocratie populaire-Mouvement du travail (ODP-MT), der Vorgängerin der
heutigen Regierungspartei Congrès pour la démocratie et le progrès (CDP). Unter dem Einfluss der
weltpolitischen Ereignisse 1990/91, kam es auch in Burkina Faso zum Prozess einer formalen
Demokratisierung; Compaoré ließ eine Verfassung ausarbeiten, die 1991 in einem Referendum von
der Bevölkerung angenommen wurde. Die folgenden Präsidentschaftswahlen wurden von der
Opposition boykottiert und zu einem Misserfolg für Compaoré, der seine Macht bei einer
Wahlbeteiligung von nur 27 % nicht legitimieren konnte. In den folgenden Jahren gelang die
gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilisierung, trotz der Entwertung des CFA-Francs im Jahre
1994. Nachdem Compaoré bei den Wahlen von 1998 in seinem Amt bestätigt wurde, kam es nach
der Ermordung des kritischen Journalisten Norbert Zongo zu einer großen Krise mit zum Teil
gewalttätigen Protesten. Bei den Parlamentswahlen 2002 verlor die Regierungspartei CDP
zahlreiche Sitze an die zersplitterte Opposition. Dank einer umstrittenen Verfassungsänderung
konnte Compaoré 2005 erneut zum Präsidenten gewählt werden.
Schwer wiegende Vorwürfe, in den Bürgerkriegen von Liberia und Sierra Leone beteiligt gewesen
zu sein und am Handel von Waffen und sogenannten „Blutdiamanten“ profitiert zu haben, konnten
bisher nicht bewiesen werden.[43] Der ehemalige liberianische Präsident Charles Taylor, der als
Freund Compaorés gilt, organisierte seinen Angriff von Burkina Faso aus, das ihm Asyl gewährt
hatte. Einige Nachbarländer beschuldigten Compaoré, destabilisierenden Einfluss auszuüben, indem
er Oppositionelle und Rebellen unterstütze und beherberge. Gleichzeitig bemühte sich Burkina Faso
um eine Rolle als Vermittler und Friedensstifter bei zahlreichen Krisen in Afrika, zum Beispiel nach
dem Tod des Präsidenten von Togo, Gnassingbé Eyadéma.
Mit dem Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste kam es zur wohl schwersten außenpolitischen Krise des
Landes. Burkina Faso wurde von der Elfenbeinküste beschuldigt, die Rebellen zu unterstützen und
wollte seinerseits ein militärisches Eingreifen nicht ausschließen, um den etwa zwei Millionen
Burkinern oder Burkinischstämmigen beizustehen, die bei den Unruhen Zielscheibe von Gewalt
wurden. Die Normalisierung der Beziehung und die Vermittlung des Vertrags von Ouagadougou zur
Beendigung des Bürgerkriegs gelten als Erfolg der Diplomatie Burkina Fasos und Compaorés.

Politik [Bearbeiten]

Seit 2007 Premierminister: Tertius Zongo

Politisches System [Bearbeiten]


Mit der Annahme der Verfassung 1991 wurde die Vierte Republik errichtet, die präsidialen
Charakter nach französischem Vorbild aufweist. Blaise Compaoré konnte bei den
Präsidentschaftswahlen im November 2005, die zum ersten Mal nicht von der Opposition
boykottiert wurden, 80,4 % der Stimmen gewinnen und damit seine dritte Amtszeit antreten. Der
Premierminister wird vom Präsidenten ernannt und heißt seit dem 4. Juni 2007 Tertius Zongo. Er
übernahm das Amt von Paramanga Ernest Yonli. Alle fünf Jahre wird das Parlament gewählt. Von
den derzeit 111 Abgeordneten gehören 73 der Regierungspartei Congrès pour la démocratie et le
progrès (CDP) an.[44]
Präsident [Bearbeiten]
Staatsoberhaupt ist der Président du Faso, der nach der Verfassungsänderung von 2000 alle fünf
Jahre (vorher alle sieben Jahre) gewählt wird und einmal wiedergewählt werden kann.
Bisherige Präsidenten:
Name Amtszeit
Maurice Yaméogo 5. August 1960 – 3. Januar 1966
Sangoulé Lamizana 3. Januar 1966 – 25. November 1980
Saye Zerbo 25. November 1980 – 7. November 1982
Jean-Baptiste Ouédraogo 7. November 1982 – 4. August 1983
Thomas Sankara 4. August 1983 – 15. Oktober 1987
Blaise Compaoré seit 15. Oktober 1987

Innenpolitik [Bearbeiten]
Die Opposition des Landes ist in zahlreiche kleine Parteien zersplittert und konnte daher noch kein
Gegengewicht zu Präsident Blaise Compaoré bilden. Zu nennen sind die von Gilbert Ouédraogo
geführte Alliance pour la Démocratie et la Fédération - Rassemblement Démocratique Africain
(ADF-RDA), die 2003 von ihr abgespaltene Union nationale pour la démocratie et le
développement (UNDD) von Hermann Yaméogo und den bis vor kurzem vom 2007 verstorbenen
Historiker Joseph Ki-Zerbo geleiteten Parti pour la démocratie et le progrès/Parti socialiste
(PDP/PS). Mehrere sankaristische Bewegungen sind im Parlament vertreten; die ideologische
Zersplitterung der Erben Sankaras konnte in den letzten Jahren nicht überwunden werden.
Das Land besitzt aktive Gewerkschaften, die zu Streiks und Demonstrationen mehrere Tausend
Menschen mobilisieren können.

Menschenrechte [Bearbeiten]
Die Lage der Menschenrechte hat sich, laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung, verbessert. Die Regierung von Burkina Faso hat in den
vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte ergriffen. Unter
anderem wurde ein Menschenrechtsministerium eingerichtet, ein Fonds für die Opfer politischer
Gewalt gegründet und es wurden Reformen im Justizwesen eingeleitet. Allerdings werden auf dem
Land die Grundrechte – und besonders die Frauenrechte – noch wenig respektiert; Frauen sind
kaum an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt. In vielen ländlichen Gebieten wird, obwohl
die Regierung mit gravierenden Strafen dagegen vorgeht, immer noch die Genitalverstümmelung
von Mädchen praktiziert. Laut UNICEF geht die Verbreitung des Ritus, aufgrund einer breiten
Bildungsbewegung, langsam zurück.[45]
Auch die Kinderrechte sind ausreichend gesetzlich verankert, doch werden sie wegen der enormen
Armut im Land alltags kaum respektiert und umgesetzt, so werden immer noch viele Kinder zu
schwerer Arbeit herangezogen und dürfen deshalb die Schule nicht besuchen. Auch gibt es immer
noch Kinderhandel, der zu sklavenähnlichen Lebensbedingungen führen kann.[46]
Nach Kenntnis der Bundesregierung sind sogar einvernehmliche homosexuelle Handlungen unter
Erwachsenen in Burkina Faso verboten. Homosexualität findet im Strafgesetzbuch als
Straftatbestand keine explizite Erwähnung, kann aber als „Störung der öffentlichen Ordnung“ oder
„Verstoß gegen die guten Sitten“ strafrechtlich verfolgt und mit bis zu drei Jahren Gefängnis
bestraft werden.[47] Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften stoßen in Burkina Faso auf
heftige gesellschaftliche Ablehnung.[48][49]
Bei Protesten gegen die steigenden Lebenshaltungskosten wurden im Jahr 2009 laut Amnesty
International über 300 Personen festgenommen. Mehr als 80 der Festgenommenen wurden ohne
anwaltlichen Beistand zu Freiheitsstrafen verurteilt.[50]

Außenpolitik [Bearbeiten]

Ein Visum der Republik Burkina Faso


In der Außenpolitik sind die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich besonders seit
dem Konflikt in der Elfenbeinküste wieder intensiver geworden, wichtiger Partner der burkinischen
Diplomatie ist aber auch Libyen. Das Land unterhält ebenfalls gute Beziehungen zur Republik
China auf Taiwan. Deutschland ist traditionell sehr in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert.
Es bestehen viele Kontakte und Partnerschaften auf der Ebene von Nichtregierungsorganisationen
(NGOs) zwischen deutschen Vereinen oder Kommunen und Orten in Burkina Faso. Die Deutsch-
Burkinische Freundschaftsgesellschaft ist seit 1990 das Netzwerk dieser Partnerschaften in
Deutschland. Burkina Faso bemüht sich in den letzten Jahren intensiv, auf internationaler Ebene
wahrgenommen zu werden, und bietet sich immer öfter als Ausrichter von Großereignissen an, wie
beispielsweise dem Frankophoniegipfel 2004 und Treffen der Afrikanischen Union. Die Hauptstadt
Ouagadougou gilt seit Jahren als sicherer und stabiler internationaler Mittelpunkt Westafrikas.
Im Rahmen der 62. ordentlichen Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde Burkina Faso
am 16. Oktober 2007 als nichtständiges Mitglied für die Periode 2008–2009 in den UN-
Sicherheitsrat gewählt.[51][52]

Militär [Bearbeiten]
Die Armee (Forces armées nationales) (FAN) wurde 1960 gegründet, 1961 wurde die
Befehlsgewalt von den französischen auf die obervoltaischen Behörden übertragen.[53] In der
Folge übernahm das Militär mehrmals die Macht durch Staatsstreiche. In den Achtzigerjahren kam
es zum Krieg mit Mali (Malisch-Burkinischer Grenzkrieg).
Die Beziehungen zum Nachbarland Elfenbeinküste, in dem mehrere Millionen Burkiner oder
Burkinischstämmige leben, sind infolge des dort herrschenden Bürgerkrieges sehr angespannt.
Abidjan beschuldigt Burkina Faso, die Rebellen im Norden des Landes zu unterstützen. Mehrere
Hunderttausend Flüchtlinge sind in den vergangenen Jahren vor der Gewalt gegen die Immigranten
aus den Sahelländern zurück nach Burkina Faso geflohen. Die Möglichkeit eines Eingreifens der
burkinischen Armee wurde nicht ausgeschlossen.
In Folge eines Putschversuchs aus Reihen des Militärs wurde im Jahre 2004 Verteidigungsminister
Kouamé Lougé entlassen.
Zum Jahreswechsel 2006/2007 kam es in Ouagadougou zwischen unzufriedenen Soldaten und
Polizeikräften zu Schießereien, die auf beiden Seiten mehrere Tote sowie verletzte Zivilisten
forderten. Hunderte von Soldaten zogen nachts schießend durch die Stadt und ließen etwa 600
Insassen des Hauptgefängnisses entkommen. Der Unmut der Soldaten beruhte unter anderem auf
dem Gefühl der Benachteiligung gegenüber der immer besser ausgestatteten Polizei durch
schlechtere Ausstattung und niedrigerer Besoldung.[54]
Burkina Faso beteiligt sich an verschiedenen Friedenseinsätzen der UN-Blauhelme.

Luftwaffe [Bearbeiten]
Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle Ausrüstung der Luftwaffe Burkina Fasos:[55]
Flugzeug Herkunft Verwendung Version Aktiv
Transportflugzeuge
Casa CN-235 Spanien Taktisches Transportflugzeug CN-235 1
Hawker-Siddeley HS Vereinigtes
Transportflugzeug HS.748 2
748 Königreich
King Air
Beechcraft King Air Vereinigte Staaten Transportflugzeug 3
200
Aérospatiale N 262 Frankreich Transportflugzeug 262 2
Kampfhubschrauber
UdSSR,
Mil Mi-17 Mehrzweckhubschrauber Mi-17 3
Russland
Leichter
Aérospatiale SA-316 Frankreich SA316 1
Mehrzweckhubschrauber

Verwaltungsgliederung [Bearbeiten]
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Burkina Fasos

Burkina Faso ist in 13 Regionen (régions) unterteilt, die jeweils von einem Gouverneur verwaltet
werden. Diese Regionen gliedern sich in 45 Provinzen (provinces), denen Hochkommissare
vorstehen. Darunter folgen 350 von Präfekten verwaltete Departements (départements), die
deckungsgleich mit den im Rahmen der Dezentralisierungsmaßnahmen geschaffenen Gemeinden
(communes urbaines und communes rurales) sind. Nach den Kommunalwahlen im Jahre 2006
bestehen auf dem gesamten Territorium des Landes nun basisdemokratisch organisierte
Verwaltungseinheiten mit Gemeinderäten und Bürgermeistern.

Regionen [Bearbeiten]
Karte Nr Region Hauptstadt Provinzen
Balé, Banwa,
Kossi,
Boucle du
1 Dédougou Mouhoun,
Mouhoun
Nayala,
Sourou
2 Cascades Banfora Comoé,
Léraba
3 Centre Ouagadougou Kadiogo
Boulgou,
4 Centre-Est Tenkodogo Koulpélogo,
Kouritenga
Bam,
5 Centre-Nord Kaya Namentenga,
Sanmatenga
Boulkiemdé,
6 Centre-Ouest Koudougou Sanguié,
Sissili, Ziro
Bazèga,
7 Centre-Sud Manga Nahouri,
Zoundwéogo
Gnagna,
Gourma,
8 Est Fada N’Gourma Tapoa,
Kompienga,
Komondjari
Houet,
9 Hauts-Bassins Bobo-Dioulasso Kénédougou,
Tuy
Loroum,
Passoré,
10 Nord Ouahigouya
Yatenga,
Zondoma
Ganzourgou,
Plateau
11 Ziniaré Kourwéogo,
Central
Oubritenga
Oudalan,
12 Sahel Dori Séno, Soum,
Yagha,
Bougouriba,
Ioba,
13 Sud-Ouest Gaoua
Noumbiel,
Poni

Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Bahnhof in Koudougou
Burkina Faso besitzt eine Eisenbahnstrecke (Abidjan-Niger-Bahn), die in die ivorische
Wirtschaftsmetropole Abidjan führt und bis zu den Unruhen dort eine der wichtigsten Lebensadern
des Binnenstaates war. Es verkehren täglich Güter- und Personenzüge nach Abidjan. Die Linie
wurde während der Herrschaft Sankaras bis Kaya ausgebaut (bataille du rail), um die Bodenschätze
aus dem Sahel leichter abtransportieren zu können. Nach seinem Sturz wurde der Ausbau
eingestellt, die Strecke ist heute nur bis Ouagadougou befahrbar. Über zwei internationale
Flughäfen ist das Land zu erreichen; europäische Fluglinien, die die Hauptstadt bedienen, sind Air
France und die Chartergesellschaft Point-Afrique Voyages. Nationale Fluglinie ist Air Burkina. Das
Straßennetz verbindet Burkina Faso mit allen Nachbarländern über Asphaltstrecken, deren Ausbau
zum Teil von der Europäischen Union finanziert wird. Der Großteil des Netzes besteht aus
Lateritstraßen; Asphaltierungsarbeiten sind auf der West-Ost-Achse abgeschlossen, auf den diversen
Nordstrecken noch im Bau.

Versorgung [Bearbeiten]

Der Wasserversorgung dienender Stausee in Ouagadougou


Der Versorgungsgrad mit Strom und Wasser ist im ganzen Land sehr niedrig. Mit dem neuen
Stausee in Ziga in der Nähe von Ouagadougou sollte jedoch zunächst der Wasserbedarf der
Hauptstadt zu decken sein. Staatliche Elektrizitätsgesellschaft ist die SONABEL, für das Wasser
zuständig ist ONEA. Strom wird zum größten Teil aus der Verbrennung von importierten fossilen
Brennstoffen (Erdöl, Erdgas) gewonnen. Ein weiterer Teil des Strombedarfs wird durch Importe aus
Ghana und der Elfenbeinküste gedeckt; außerdem liefert ein Wasserkraftwerk am
Kompiengastausee Elektrizität.[56] Solarenergie dient der punktuellen Stromversorgung von
Krankenhäusern oder Schulen vor allem in ländlichen Gebieten.

Telekommunikation [Bearbeiten]
Das Verlegen von Telefonleitungen war bisher kaum zu bezahlen. Entsprechend blüht das Gewerbe
privater Telecenter, in denen Privatleute eine kleine Anzahl Telefonapparate zur öffentlichen
Nutzung bereitstellen. Neue Möglichkeiten bietet die Mobiltelefonie; drei Anbieter buhlen um die
Kundschaft und sorgen auch in kleineren Städten für die nötige Netzabdeckung. Internetzugänge
existieren für Privatleute und kleine Organisationen entweder als Dial-in-Anbindung über die
Telefonleitung der ONATEL oder über die in den größeren Städten boomenden Internet-Cafés. Seit
2006 ist im ganzen Land Zugang über ADSL möglich. Größere Organisationen verfügen auch über
Standleitungen zu den Internetanbietern. Die Zahl der regelmäßigen Internetnutzer wird auf 30 000
geschätzt. Studien zufolge nutzen die Burkiner das Internet weniger zur Recherche von
Informationen als zur Kommunikation per E-Mail oder Instantmessaging.[57]
Wirtschaft [Bearbeiten]

Reichhaltiges Angebot auf dem Markt von Banfora


Burkina Faso ist einer der ärmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Erde und wird zur
Gruppe der HIPC (Heavily Indebted Poor Countries), der „hochverschuldeten
Entwicklungsländer“, gezählt. 2005 wurde im Rahmen der HIPC-Entschuldungsinitiative von
Weltbank und IWF die Streichung seiner Auslandsschulden vereinbart. Im Human Development
Index des United Nations Development Programmes (UNDP) lag Burkina Faso im Jahre 2006 auf
Platz 174 bei 177 untersuchten Ländern.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Kaufkraftparität (PPP) betrug 2005 etwa 16,6 Milliarden US-
Dollar, was einem Wert von 1200 Dollar pro Kopf entspricht.[4] Der Anstieg des BIP im Jahre 2005
betrug 7,1 %, die Inflationsrate 2004 2,8 %. Das Wirtschaftswachstum kommt allerdings nur einer
kleinen, von Mossi dominierten Schicht in den städtischen Zentren zugute. Ungefähr 61 % der
Bevölkerung müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen.
Jahr BIP-Wachstum
2005 7,1 %
2004 4,6 %
2003 8%
2002 4,6 %
Burkina Faso nimmt an der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA teil;
Währung ist der CFA-Franc BCEAO.
Der befürchtete Einbruch der Wirtschaft in Folge der Konflikte in der Elfenbeinküste ist weitgehend
ausgeblieben; Burkina Faso hat rechtzeitig die Bindungen zu anderen Nachbarländern gestärkt, vor
allem zu Ghana.

Landwirtschaft und Bodenschätze [Bearbeiten]

Burkinische Bauern
Etwa 90 % der Bevölkerung[4] betreiben Subsistenzwirtschaft, also den Anbau von Obst, Gemüse
und Getreide für den Eigenbedarf. Den Grundbedarf der Nahrungsversorgung deckt der Anbau von
Hirse, Mais, Sorghum, Fonio und Reis, der etwa 85 % der 110.000 km² landwirtschaftlich
nutzbaren Fläche des Landes in Anspruch nimmt. Im Süden des Landes werden außerdem
Jamswurzel, Maniok und Zuckerrohr angebaut. Für den Export wichtig sind Erdnüsse und vor allem
Baumwolle, das Hauptexportgut des Landes. Die klimatischen Ungunstbedingungen erschweren die
Ausübung der Landwirtschaft; jährliche Schwankungen der Niederschläge können Dürren und
damit lokale Hungersnöte (besonders im Norden des Landes) verursachen.

Baumwollverladung in Dédougou
Trotz der guten Qualität der burkinischen Baumwolle hat das Land aufgrund hoher
Agrarsubventionen in westlichen Industrieländern große Probleme, seine Ernteerträge auf dem
Weltmarkt zu verkaufen.[58] So subventionieren die USA ihre Baumwollwirtschaft mit drei bis vier
Milliarden US-Dollar pro Jahr, in der EU betragen die jährlichen Subventionen ca. 700 Millionen
Euro.[59] Staatspräsident Blaise Compaoré setzt sich zusammen mit anderen betroffenen
afrikanischen Staaten für die Aufhebung dieser Subventionen und freien Zugang afrikanischer
Baumwolle auf den Weltmarkt ein. Die Wirtschaft Burkina Fasos, die maßgeblich vom Export der
Baumwolle abhängt (50 % der Exporte), hat unter schwankenden Weltmarktpreisen zu leiden. Das
halbstaatliche Unternehmen Sofitex ist das drittgrößte Textilunternehmen Afrikas.[60] Seit der
Schließung der Fabrik Faso Fani im Jahre 2000 ist in Burkina Faso keine Weiterverarbeitung der
Baumwolle in größerem Stil mehr möglich.
Mit einem Projekt zum Anbau von Weizen soll das Land von Importen unabhängig werden; die
erste Ernte konnte 2006 eingefahren werden. Langfristig ist sogar der Weizenexport geplant.[61]
Burkina Faso ist Exporteur von Vieh (vor allem Rindern) in die Nachbarländer. Traditionell wird
die Viehzucht von den nomadisch lebenden Fulbe ausgeübt.
Nur wenige der zahlreichen natürlichen Ressourcen sind abbauwürdig; Gold wird seit
Jahrhunderten zu Tage gefördert und ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Das
kanadische Unternehmen Orezone sieht großes Potenzial in den Goldvorkommen Burkina
Fasos[62]. Der Manganabbau soll in Zukunft ausgebaut werden. Problematisch ist vor allem der
Transport; die Vorkommen befinden sich hauptsächlich im verkehrstechnisch schlecht
erschlossenen Norden. Der geplante Ausbau der einzigen Bahnlinie Burkina Fasos zu den Minen
von Tambao wurde nie zu Ende geführt.

Industrie und Dienstleistungen [Bearbeiten]


Mit dem Anschluss an die Eisenbahnlinie nach Abidjan 1933 konnte in Bobo-Dioulasso die
industrielle Entwicklung beginnen; es wurden eine Brauerei, eine Ölmühle und eine Fabrik für
Mopeds gegründet. Die Nähe zu den Baumwollanbaugebieten im Nordwesten des Landes spielte
eine große Rolle beim wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Erst 30 Jahre später wurde die
Eisenbahn bis Ouagadougou fertiggestellt, die Voraussetzung für das Entstehen industrieller
Betriebe. Heute befinden sich 64 % davon in der Hauptstadt, vor allem im Bereich der
Lebensmittelindustrie. Nach der Unabhängigkeit entstand in Koudougou eine Baumwollspinnerei,
die aber bald ihre Arbeit einstellen musste. Ein Wiederbelebungsversuch von Faso Fani scheiterte
im Jahre 2000. In Banfora befinden sich eine große Zuckerfabrik (SOSUCO) und die Grands
Moulins du Burkina, die vorwiegend Mehl produzieren. Seit 2004 werden in Ouagadougou von
Mégamonde Autos aus chinesischer Fertigung unter dem Markennamen Tenga montiert.
Staatliche Unternehmen wurden in den letzten Jahren privatisiert, so das
Telekommunikationsunternehmen ONATEL; 51 % der Besitzanteile hält seit 2006 die
marokkanische Maroc Telecom.[63]
Steigende Ölpreise sind ein großes Problem, trotzdem konnte die Inflationsrate im Rahmen der
Konvergenzkriterien der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion gehalten werden.
Staatlicher Importeur ist die SONABHY.
Im Handels-, Bau- und Dienstleistungssektor ist die libanesische Gemeinschaft stark vertreten, die
seit etwa 1900 im Lande anzutreffen ist.
Ein großer Teil der Bevölkerung ist im informellen Sektor beschäftigt; viele Menschen verdienen
sich mit dem Handel auf der Straße oder kleinen Dienstleistungen ihren Lebensunterhalt. Dem Staat
entgehen dadurch Steuereinnahmen; Arbeitslosenzahlen werden durch dieses Phänomen erheblich
verzerrt.

Staatshaushalt [Bearbeiten]
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,91 Mrd. US-Dollar, dem standen
Einnahmen von umgerechnet 1,394 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein
Haushaltsdefizit in Höhe von 7 % des BIP.[4]
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
• Gesundheit:[64] 6,3 %
• Bildung:[4] 4,2 %
• Militär:[4] 1,2 %
Kultur [Bearbeiten]
Traditionen [Bearbeiten]

Skulptur aus dem Gebiet von Léo

Traditionelle Hütten im Südosten des Landes


Die etwa 60 Ethnien in Burkina Faso sorgen für eine große Vielfalt an kulturellen Traditionen; Tanz,
Musik und die Verwendung von Masken sind prägend für die sudanischen Savannenvölker. Zu
vielen Anlässen des Gemeinschaftslebens finden Feste und Zeremonien statt, bei denen das
kulturelle Repertoire präsentiert wird. Bedeutend sind die Griots, die für die Wahrung und
Weitergabe der Geschichte und Traditionen zuständig sind. Dies geschieht durch mündliche
Überlieferung von einer Generation auf die nächste.
Bedeutend ist das Kunsthandwerk, das etwa 960.000 Personen beschäftigt und dem die alle zwei
Jahre stattfindende Messe SIAO gewidmet ist. Neben Arbeiten aus Leder und Holz, Korbflechterei
und Töpferei sind Bronzegussskulpturen, die im Verfahren der Verlorenen Form hergestellt wurden,
charakteristisch für Burkina Fasos Kunsthandwerk.
Jean-Luc Bambara ist ein Bildhauer, der auch in Europa ausstellt. Die Sculptures de Laongo sind
ein 1989 geschaffener Skulpturenpark, in dem Granitsteine von nationalen und internationalen
Künstlern bearbeitet werden.
Zwei kulturelle Veranstaltungen, die regelmäßig stattfinden sind die Semaine Nationale de la
Culture (SNC) in Bobo-Dioulasso und die Nuits Atypiques de Koudougou (NAK) in Koudougou.
Musik [Bearbeiten]
Musik begleitet in Burkina Faso den Alltag der Menschen und ist in diesen eng eingebunden.[65]
Die traditionelle Musik der Ethnien Burkina Faso ist geprägt von verschiedenen Arten von
Trommeln und dem Balafon. Die Balafongruppe Farafina aus Bobo-Dioulasso, die in wechselnder
Besetzung seit 1978 existiert, hat unter anderem mit den Rolling Stones zusammengearbeitet und
konnte wie auch Gabin Dabiré eher in Europa Erfolge feiern. Äußerst populär war Black So Man,
der für seine kritischen Texte bekannt war und 2002 an den Folgen eines Autounfalls von 1997
starb. Viel Beachtung im In- und Ausland findet auch Victor Démé, welcher nach zahlreichen
Gastauftritten 2008 sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat.
Als bedeutender Musikpreis wird seit 2001 der Kundé d'Or verliehen. Bisher zweimal konnte Bil
Aka Kora den Preis für seine auf den traditionellen Rhythmen der Kassena basierenden Musik
gewinnen. Weitere Sieger waren Solo Dja Kabaco, Georges Ouédraogo, der seit 1973 aktiv ist, die
Sängerin Amity Méria, sowie Yoni, der wie Ouédraogo moderne und traditionelle Melodien und
Rhythmen zu musique tradi-moderne zusammenbringt. Sieger 2009 wurde Hamed Smani. Als
Vertreter des burkinischen Hiphop wurden Produzent und Rapper Smockey und die Gruppe Yeleen
ausgezeichnet. Beide gehören, wie auch Faso Kombat oder La Censure, zu den zentralen Figuren
des Hiphop in Burkina Faso.[66] Jährlich findet das Festival Waga Hip Hop mit Künstlern aus
Afrika und Europa statt.
Ein bekannter Reggaekünstler ist Zêdess, Jazz à Ouaga ist ein regelmäßig stattfindendes
Jazzfestival.

Film [Bearbeiten]

Filmemacher Dani Kouyaté

Kino Ciné Sanyon in Bobo-Dioulasso


Burkina Faso gilt als bedeutendes Zentrum des Afrikanischen Kinos und richtet seit 1972 das
panafrikanische Filmfestival FESPACO aus, das seit 1979 alle zwei Jahre stattfindet und Cineasten
aus der ganzen Welt anzieht. Der burkinische Film erfährt Unterstützung durch die Regierung, ist
aber auf ausländische Finanzierung angewiesen.
Zum ersten Mal wurden in Obervolta in den 1920er-Jahren Filme durch katholische Missionare
vorgeführt. 1947 wurde der erste Film in Obervolta gedreht; Paysan noir ou Famoro le tyran von
Georges Régnier, der im Dienste der Kolonialpropaganda produziert wurde. Nach der
Unabhängigkeit schufen Franzosen zahlreiche ethnografische Filme, während sich obervoltaische
Eigenproduktionen zumeist einem Bildungsauftrag für die Bevölkerung widmeten. Ab 1980 begann
vermehrt die Produktion von Spielfilmen. Wend Kuuni, der erste Langspielfilm von Gaston Kaboré,
brachte eine neue Ästhetik und Qualität in das Kino Afrikas und erlangte internationale
Anerkennung.[67] 1990 wurde Tilaï von Idrissa Ouédraogo mit dem Großen Preis der Jury bei den
Internationalen Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet, sein Film Kini and Adams wurde beim
Festival 1997 für die Goldene Palme nominiert. Seit den 1990er-Jahren erlangten Filmemacher wie
Pierre Yaméogo, Dani Kouyaté oder Fanta Régina Nacro internationale Beachtung.
Bekanntester Schauspieler ist Sotigui Kouyaté – Vater von Dani Kouyaté – der unter anderem in
Filmen von Peter Brook mitspielte.

Literatur [Bearbeiten]
Bedingt durch die Schriftlosigkeit der sudanischen Kulturen und damit der Tradition mündlicher
Überlieferung sowie dem hohen Anteil von Analphabeten an der Bevölkerung, hat die Literatur nur
nachrangige Bedeutung im heutigen Burkina Faso. Zur Zeit der literarischen Entwicklung in
anderen Teilen Westafrikas, waren die Intellektuellen des Landes mit politischem Engagement –
insbesondere dem Kampf um die Wiederherstellung Obervoltas nach dem Zweiten Weltkrieg –
beschäftigt, und so beginnt die Literaturgeschichte erst nach der Unabhängigkeit. Hatte Antoine
Dim Delobsom schon 1934 ein Werk zu den Mythen und Legenden der Mossi veröffentlicht, zählt
das 1962 veröffentlichte Crépuscule des temps anciens von Nazi Boni als Beginn der burkinischen
Literatur.[68] In diesem in der Tradition der Négritude stehenden Roman beschreibt Boni die
Bedrohung der traditionellen Strukturen und Werte seiner Ethnie, der Bwaba, durch die
Kolonialisierung. In den folgenden Jahren erschienen nur wenige Werke, darunter von Pierre
Dabiré, Roger Nikiéma und Titinga Frédéric Pacéré.
Erst mit der Revolution begann der Staat mit der Literaturförderung. Neben einer Aufwertung der
Literatur und Motivierung der Autoren hatte dies aber auch Einfluss auf die verarbeiteten Themen
der Literatur, die sich zum Großteil dem offiziellen staatlichen Bildungsauftrag und der Vermittlung
von traditionellen Werten unterwirft und wenig kritisches Potenzial entfaltet, da sie vom
Wohlwollen der staatlichen Förderer abhängt. Kritik wird allenfalls, wie bei Norbert Zongo oder
Pierre Claver Ilboudo, verschlüsselt oder auf eine abstrakte Ebene gehoben, indem die Handlung
zum Beispiel in fiktive Länder verlegt wird. Aufgrund eines fehlenden Verlagswesens und Marktes
für Literatur entstehen die meisten Werke in Eigenproduktion in niedriger Auflage.[65] Die
zeitgenössische Literatur ist von Frauen geprägt, darunter Mathilde Ilboudo, Bernadette Sanou und
Sophie Kam.
Zu den großen Intellektuellen Afrikas zählt Joseph Ki-Zerbo, der als erster Afrikaner ein Werk zur
Geschichte des Kontinents herausgab und bis zu seinem Tod politisch engagiert war.[69]
Zwei bedeutende Theatergruppen sind das Théâtre de la Fraternité des Wissenschaftlers, Autors
und Regisseurs Jean-Pierre Guingané sowie das ATB von Prosper Kompaoré.
Sport [Bearbeiten]

Erstligaspiel im Stade municipale von Ouagadougou


Das Nationale Olympische Komitee Comité National Olympique et des Sports Burkinabè
(CNOSB), das 1972 vom IOC anerkannt wurde, entsandte sechs Sportler zu den Olympischen
Spielen 2008 in Peking; zwei Leichtathleten, zwei Schwimmer, einen Fechter und eine Judoka.
Nationalsport von Burkina Faso ist Fußball, der nationale Verband ist die Fédération Burkinabè de
Football (FBF), die mit der Unabhängigkeit 1960 gegründet und 1964 Mitglied des Weltverbandes
FIFA wurde. Größter Erfolg der Nationalmannschaft war der vierte Platz bei der
Afrikameisterschaft 1998 im eigenen Land. Um die burkinische Meisterschaft kämpfen jedes Jahr
14 Vereine, von denen der größte Teil aus Ouagadougou stammt. Bekannte Auslandsprofis sind
Charles Kaboré (Olympique Marseille), Jonathan Pitroipa (Hamburger SV), Moumouni Dagano
(Al-Khor), Wilfried Sanou (FC Köln) und Aristide Bancé (Al-Ahli). Die U-17-Nationalmannschaft
konnte bei der U-17-WM 2001 den dritten Platz erreichen.
Jedes Jahr finden die Radrennen Tour du Faso und Boucle du Coton statt, ersteres ist Bestandteil
der UCI Africa Tour. Zu den erfolgreichen Radfahrern der letzten jahre zählen Jérémie Ouédraogo
und Abdoul Wahab Sawadogo.
Der als lutte traditionelle bekannte Kampfsport ist eine Art Ringen und wird besonders von den
Sanan praktiziert. In Toma findet jährlich ein Wettbewerb statt.

Medien [Bearbeiten]
Hauptartikel: Medien Burkina Fasos

Die Wochenzeitung L’Indépendant wurde von Norbert Zongo gegründet


Seit dem Beginn der formalen Demokratisierung 1990/91 hat sich ein vielfältiger Pressemarkt
herausgebildet. Die von der Verfassung garantierte Pressefreiheit ist bei bestimmten Themen
allerdings eingeschränkt; so wurde 1999 der Journalist Norbert Zongo unter bisher nicht geklärten
Umständen ermordet, als er mit Recherchen über einen Mordfall in der Präsidentengarde
beschäftigt war. Zu den Problemen der defizitären Presse zählen niedrige Verkaufs- und
Anzeigenerlöse, mangelnde technische Ausstattung und Ausbildung der Journalisten.[70] Die drei
in Ouagadougou erscheinenden Tageszeitungen sind der dem Informationsministerium
unterstehende Sidwaya, der 1973 gegründete L’Observateur paalga, der während Sankaras
Revolution sein Erscheinen einstellen musste, sowie Le Pays. In Bobo-Dioulasso erscheint seit
1998 L’Express du Faso, dessen Schwerpunkt die Berichterstattung aus Burkina Fasos Westen ist.
[71] Regierungskritische Zeitungen, die wöchentlich oder zweiwöchentlich erscheinen sind unter
anderem L’Événement, L’Indépendant, Bendré, San Finna und das satirische Wochenblatt Journal
du Jeudi. Weitere Wochenzeitungen sind L’Opinion und L’Hebdomadaire du Burkina.
Das staatliche Fernsehen der RTB sendet seit 1963 und stellt bisher das einzige Vollprogramm dar.
Mit CANAL 3 besteht ein privater Sender der Groupe Fadoul. Satellitenfernsehen, darunter die
Programme der französischen Sender TV5MONDE und Canal+ Horizons, kann empfangen werden,
ist allerdings nur für wenige erschwinglich.
Das Radio ist das wichtigste Informationsmedium in Burkina Faso. Seit 1959 sendet das staatliche
Radio der RTB, die außerdem den Sender Canal arc-en-ciel unterhält. Zahlreiche private
Radiostationen entstanden in den vergangenen Jahren, Horizon FM war bei seiner Gründung einer
der ersten privaten Sender Westafrikas, es folgten unter anderem Ouaga FM oder Radio Pulsar.
Zahlreiche konfessionelle Sender wie RED oder Radio Ave Maria bieten neben religiösen Themen
auch Informationen für die Landbevölkerung.
Zu den burkinischen Internetangeboten zählen LeFaso.net, das eine Zusammenstellung von
Zeitungsartikeln bietet[72] sowie www.fasozine.com, das als die erste Internettageszeitung
Westafrikas gilt.[73] Die Zahl der regelmäßigen Internetnutzer wird auf 30.000 geschätzt. Studien
zufolge nutzen die Burkiner das Internet weniger zur Recherche von Informationen als zur
Kommunikation per E-Mail oder Instant Messaging.[74]

Küche [Bearbeiten]

Soumbala ist ein typisches Gewürz


Bissap ist ein beliebtes Getränk aus den Kelchblättern von Hibiscus sabdariffa

Getrocknete Raupen auf dem Markt von Orodara


Als Grundnahrungsmittel dienen vor allem Reis und tô, ein Brei, der aus Mais, Hirse oder Sorghum
zubereitet wird. Dazu werden Soßen auf Basis von Tomaten, Gemüse, Ampfer, Okra,
Affenbrotbaumblättern oder Erdnussbutter gegessen, mit oder ohne Beigabe von Fleisch. Als riz
gras/riz au gras wird Reis zusammen mit Tomaten und Zwiebeln gekocht.[75] Basis für Gerichte
sind auch Kuskus aus Reis, Fonio oder Maniok, (Attiéké bekannt) oder der aus den Küstenländern
stammende Fufu (Maisbrei). Fleisch stammt zumeist von Rind, Hammel, Ziege, Huhn oder
Perlhuhn, auch Wildfleisch von Savannentieren und Fisch werden gegessen. Brathähnchen sind sehr
beliebt und als poulets télévisions („Fernsehhühner“) bekannt. Sie sind so benannt, da sie am
Straßenrand in rechteckigen Glaskästen gebraten werden. Frittierte Kochbananen werden Aloco
genannt, außerdem gibt es frittierte Süßkartoffeln und Jamswurzel, die jeweils mit einer scharfen
Soße serviert werden können. Bei einigen Ethnien gibt es samsa genannte Krapfen aus weißen
Bohnen, auch Raupen werden in Burkina Faso gegessen.[76] Soumbala ist ein Gewürz, das zum
Beispiel bei den Lyela für riz au soumbala verwendet wird.
Erfrischungsgetränke sind Ingwersaft, Tamarindensaft, das Hirsemehlwasser zom-koom oder
Bissap, ein Getränk aus getrockneten Rosellenblättern. Lokale alkoholische Getränke sind das
Hirsebier Dolo, Palmwein und Palmschnaps, der aufgrund seiner Gefährlichkeit allerdings verboten
wurde.
Einheimische Biermarken sind Brakina und So.B.Bra., Mineralwassermarken unter anderem Lafi
und Jirma.
Feiertage [Bearbeiten]
Die 14 gesetzliche Feiertage in Burkina Faso sind, neben denen, die an nationale Ereignisse
erinnern, zumeist religiöse Feste des Christentums und des Islams. Im Jahr 2000 wurden die
Feiertage, die an Thomas Sankaras Revolution (4. August) und Sturz (15. Oktober) erinnerten, vom
Parlament aus dem Kalender gestrichen. Burkina Faso ist das einzige Land weltweit, in dem der
Internationale Frauentag zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde. Der 11. Dezember, der wie der 5.
August die Unabhängigkeit des damaligen Obervolta würdigt, wurde eingeführt, um die
Feierlichkeiten in der Trockenzeit nach der Erntesaison stattfinden lassen zu können. Vor einiger
Zeit wurde der Pfingstmontag als Feiertag gestrichen. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird der
darauffolgende Montag arbeitsfrei.[77]
Datum Name Anmerkungen
1. Januar Jour de l'an Neujahr
Commémoration Sturz Maurice Yaméogos
3. Januar
du 3 janvier 1966 1966
Journée
8. März internationale de Internationaler Frauentag
la femme
Internationaler Tag der
1. Mai Fête du Travail
Arbeit
Proclamation de Unabhängigkeitserklärung
5. August
l'Indépendance 1960
15. August Assomption Mariä Himmelfahrt
1.
Toussaint Allerheiligen
November
11.
Fête Nationale Nationalfeiertag
Dezember
25.
Noël Weihnachten
Dezember
Variierend Pâques Ostern
Variierend Ascension Christi Himmelfahrt
Mouloud (arab.
Variierend Geburtstag Mohammeds
mawlid an-nabī)
Tabaski (arab. ’īd
Variierend Opferfest
al-’aḍā)
Ramadan (arab.
Variierend Ramadanfest
’īd al-fiṭr)

Bildung [Bearbeiten]
Die Alphabetisierungsrate in Burkina Faso beträgt rund 25%.[78] Der Anteil der Männer über 15,
die lesen und schreiben können, ist wesentlich höher als der Anteil von Frauen.[78] Die
Grundschulbildung ist durch vielschichtige Probleme gekennzeichnet. So ist z.B. die
Unterrichtssprache immer noch Französisch, obwohl Ansätze zu einer bilingualen Ausbildung
bestehen (Satellitschulen der UNESCO).[79] Viele Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur
Schule, doch die Schule ist nicht die einzige Ausbildungsmöglichkeit (traditionelle Bildung,
Koranschulen, Einrichtungen von NGOs uvm.).[79] [80] Es gibt Universitäten, z.B. die Universität
von Ouagadougou.[81]
Quellen und weiterführende Informationen [Bearbeiten]
Siehe auch [Bearbeiten]
Portal:Burkina Faso – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Burkina Faso

Literatur [Bearbeiten]

Verwendete Literatur [Bearbeiten]


• Frédéric Lejeal: Le Burkina Faso. Karthala, Paris 2002, ISBN 2-84586-143-5
• Danielle Ben Yahmed (Herausgeberin): Atlas du Burkina Faso. J.A., Paris 2005, ISBN 2-
86950-397-0
• Sylviane Janin: Burkina Faso. 2. Auflage. Olizane, Genf 2003, ISBN 2-88086-292-2
• Yénouyaba Georges Madiéga, Oumarou Nao (Herausgeber): Burkina Faso. Cent ans
d'histoire, 1895–1995. (2 Bände). Karthala, Paris 2003, ISBN 978-2-84586-431-3
• Richard Kuba, Carola Lentz, Nurukyor Claude Somda (Herausgeber): Histoire du
peuplement et relations interethniques au Burkina Faso. Karthala, Paris 2003, ISBN 2-
84586-459-0

Weiterführende Literatur [Bearbeiten]


• Erich Schmitz: Politische Herrschaft in Burkina Faso. Von der Unabhängigkeit bis zum
Sturz Thomas Sankaras, 1960–1987. Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg 1990, ISBN 3-
9801944-7-7
• Raimund Hörburger, Helmut Nehr, Sabine Neuweg: Burkina Faso. Unterentwicklung und
Selbsthilfe in einem Sahel-Land. Brandes & Apsel, Frankfurt 1991 ISBN 3-925798-49-8
• Jacques Barrat, Derek El Zein, Nicolas Lambret: Géopolitique du Burkina Faso. SEM, Paris
2008, ISBN 2-35764-044-8
• Michel Izard: Moogo. L’émergence d'un espace étatique ouest-africain au XVIe siècle.
Karthala, Paris 2003, ISBN 2-84586-449-3
• Gabriel Massa, Yénouyaba Georges Madiéga: La Haute-Volta coloniale. Karthala, Paris
1995, ISBN 2-86537-480-7
• René Otayek, Michel Sawadogo, Jean-Pierre Guingané: Le Burkina entre révolution et
démocratie, 1983–1993. Karthala, Paris 1996, ISBN 2-86537-702-4
• Salaka Sanou, Jean-Marie Grassin: La Littérature burkinabè. L’histoire, les hommes, les
oeuvres. Presses universitaires de Limoges 2000, ISBN 2-84287-190-1
• Vladimír Sattran, Urbain Wenmenga: Géologie du Burkina Faso/Geology of Burkina Faso.
Czech Geological Survey 2002, ISBN 80-7075-516-4
• Auguste Ferdinand Kaboret, Oger Kaboré: Histoire de la musique moderne du Burkina
Faso. Genèse, évolution et perspectives. EDIPAP International 2004, ISBN 2-914707-31-2
• Katrin Langewiesche: Mobilité religieuse. Changements religieux au Burkina Faso. LIT
2003, ISBN 3-8258-5679-8
• Marietta Mayrhofer-Deák: Sprache-Macht-Schule. Neokoloniale Erfahrungen in Burkina
Faso. VDM Verlag, Saarbrücken 2009, ISBN 3-639-20159-0

Weblinks [Bearbeiten]
Commons: Burkina Faso – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary: Burkina Faso – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme,
Übersetzungen
Wikimedia-Atlas: Burkina Faso – geographische und historische Karten
• Länder- und Reiseinformationen des deutschen Auswärtigen Amtes
• Website des Staatspräsidenten (französisch)
• Informationen über Burkina Faso auf der Website der Regierung (französisch)
• LeFaso.net – Portal mit Nachrichten aus Burkina Faso (französisch)
• Linksammlung der Columbia University Libraries (englisch)
• burkina.at – Netzwerk privater Entwicklungszusammenarbeit mit Burkina Faso

Einzelnachweise [Bearbeiten]
1. ↑ a b Vorläufige Ergebnisse des Zensus 2006 (PDF-Datei; 3,2 MB) (Abgerufen: 29. Januar
2008)
2. ↑ Jules Kinda: Lexique. Français – Mòoré, Mòoré – Français. Ouagadougou 2003
3. ↑ Verzeichnis der Staatennamen für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik
Deutschland (PDF-Datei; 100 KB) (Abgerufen: 18. Februar 2011)
4. ↑ a b c d e f CIA World Factbook: Burkina Faso (englisch) In: Central Intelligence Agency
(Herausgeber): CIA World Factbook: The World Factbook 2008 (englisch). Washington
2008, ISSN 1553-8133
5. ↑ Ousmane Nébié: Dégradation du milieu et aménagement dans le Plateau central, Burkina
Faso. In: Berichte des Sonderforschungsbereiches 268. Band 7, Frankfurt am Main 1996, S.
149–177 (Abgerufen: 30. Januar 2008)
6. ↑ Ben Yahmed, S. 63
7. ↑ Ben Yahmed, S. 67–68
8. ↑ Ben Yahmed, S. 68
9. ↑ Marco Schmidt: Pflanzenvielfalt in Burkina Faso. Analyse, Modellierung und
Dokumentation. 2006
10.↑ Yvan Perré: Liste des oiseaux du Burkina Faso. African Birds Club, 2006 (XLS-Datei; 102
KB)
11.↑ IRIN News, 29. Oktober 2007 (Abgerufen: 25. März 2008)
12.↑ Noraogo Dominique Nacanabo: Le Moogo au XIXe siècle : aspect politique et
administratif. In: Madiéga, Nao 2003, S. 341
13.↑ In: The Africa Report 2007. Africa in 2007. S. 185
14.↑ Französische Botschaft in Burkina Faso (Abgerufen: 3. Februar 2008)
15.↑ Le Pays, 18. Februar 2005 (Abgerufen: 1. November 2008)
16.↑ a b Janin S. 167
17.↑ Meyers Großes Länderlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2004.
18.↑ a b United States Department of State: International Religious Freedom Report 2007.
(Abgerufen: 3. Februar 2008)
19.↑ Ben Yahmed, S. 86
20.↑ Mahamadou Zongo: La Diaspora burkinabè en Côte d'Ivoire. In: Politique Africaine. Nr.
90, Juni 2003 (PDF-Datei; 119 KB) (Abgerufen: 4. Februar 2008)
21.↑ LeFaso.net, 2. April 2008 (Abgerufen: 6. April 2008)
22.↑ L'Opinion, 21. Juni 2006 (Abgerufen: 3. Februar 2008)
23.↑ Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ausländische Bevölkerung,
Ergebnisse des Ausländerzentralregisters. Wiesbaden 2008
24.↑ STATISTIK AUSTRIA: Bevölkerungsstand 2007. Wien 2007 (PDF-Datei; 3,1 MB)
(Abgerufen: 2. November 2008)
25.↑ Bundesamt für Statistik: Wohnbevölkerung nach detaillierter Staatsangehörigkeit, 1995–
2007. Neuchâtel 2008 (XLS-Datei; 51 KB) (Abgerufen: 2. November 2008)
26.↑ UNICEF-Statistik (Abgerufen: 1. November 2008)
27.↑ a b c Country Health System Fact Sheet 2006 Burkina Faso
28.↑ https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/uv.html (inzwischen
toter Link)
29.↑ http://globalis.gvu.unu.edu/indicator_detail.cfm?IndicatorID=142&Country=BF
30.↑ Jean-Baptiste Kiéthéga, Yénouyaba Georges Madiéga: Une brève introduction à l’histoire
du Burkina Faso. (PDF-Datei; 430 KB) (Abgerufen: 5. Februar 2008)
31.↑ www.primature.gov.bf/burkina (Abgerufen: 5. Februar 2008)
32.↑ Anne-Marie Pillet-Schwartz: Prélude à une approche de l'histoire coloniale de l'émirat du
Liptako. In: Madiéga, Nao 2003
33.↑ Mahir Şaul: Les Maisons de guerre des Watara dans l'ouest burkinabè précolonial. In:
Madiéga, Nao 2003
34.↑ a b c Christoph Marx: Geschichte Afrikas. Von 1800 bis zur Gegenwart. Ferdinand
Schöningh, Paderborn 2004, S. 287, ISBN 3-8252-2566-6
35.↑ Janin, S. 101
36.↑ Janin, S. 101–102
37.↑ Lejeal, S. 113
38.↑ Lejeal, S. 115
39.↑ Lejeal, S. 126
40.↑ Lejeal, S. 128
41.↑ Lejeal, S. 131
42.↑ Lejeal, S. 146
43.↑ Lejeal, S. 205
44.↑ Sitzverteilung nach den Parlamentswahlen 2007
45.↑ Welt Online Artikel Unicef kämpft gegen Genitalverstümmelung (eingesehen am 19.
Januar 2010)
46.↑ BMZ Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
47.↑ http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/028/1602800.pdf
48.↑ http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-
SiHi/Nodes/BurkinaFasoSicherheit_node.html#doc362284bodyText7
49.↑ http://www.welt-sichten.org/artikel/art-10-009/cm/verdeckter-einsatz.html
50.↑ Jahresbericht 2009 Amnesty International
51.↑ Mitgliederverzeichnis des UN-Sicherheitsrates auf der Website der Vereinten Nationen
52.↑ Nachrichtenagentur Burkina Fasos
53.↑ Verteidigungsministerium Burkina Fasos
54.↑ Jean-Baptiste Marot: Jusqu'au ira la grogne ?, In: Jeune Afrique, Nr. 2401, Januar 2007
55.↑ Flight International, 11.-17. November 2008, S. 54, DIRECTORY: WORLD AIR
FORCES, Stand: November 2008
56.↑ Société nationale d'électricité du Burkina
57.↑ In: Jeune Afrique. Nr. 2391, November 2006
58.↑ Wolfgang Uchatius: Der Norden sät den Hunger. In: Die Zeit. Nr. 34, 14. August 2003
59.↑ vgl. WWF Hintergrundinformationen, Dezember 2005, Seite 3]
60.↑ In: The Africa Report. Africa in 2007. S. 109
61.↑ Regierung Burkina Fasos
62.↑ Orezone
63.↑ [1] lefaso.net. 29. Dezember 2006
64.↑ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September
2009, ISBN 978-3-596-72910-4
65.↑ a b Sonja Lehner: „On s’en fout“. Intermedialität und politische Kritik in der Literatur und
Musik Burkina Fasos: In: Papa Samba Diop, Hans-Jürgen Lüsebrink: Littératures et sociétés
africaines. Gunter Narr 2001, ISBN 3-8233-5854-5
66.↑ Daniel Künzler: Hip Hop-movements in Mali and Burkina Faso. (PDF-Datei; 32 KB),
(Abgerufen am 15. Februar 2008)
67.↑ Clément Tapsoba: Histoire du cinéma au Burkina Faso. In: Madiéga, Nao 2003
68.↑ Salaka Sanou: Quelques repères pour l’histoire littéraire du Burkina Faso. In: Madiéga,
Nao 2003
69.↑ Lejeal, S. 320f
70.↑ Frank Wittmann: Medienpluralismus in einem semiautoritären System. In: medienheft. 29.
März 2005
71.↑ Sidwaya, 12. Dezember 2008
72.↑ Jeune Afrique, 11. Dezember 2008
73.↑ Jeune Afrique, 11. Dezember 2008
74.↑ Jeune Afrique, Nr. 2391, November 2006
75.↑ Janin, S. 115
76.↑ ABESF: La Cuisine au Burkina Faso. 3. Auflage 2004
77.↑ Janin, S. 120f
78.↑ a b Human Development Report 2009 Burkina Faso
79.↑ a b Oxfam
80.↑ [2]
81.↑ http://www.bc.edu/bc_org/avp/soe/cihe/inhea/profiles/Burkina_Faso.htm