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Das Magazin der Studierenden der Universität St.

Gallen
Mai 2011 Nummer 334

Die grosse
Umfrage
„Ein neues Zeitalter beginnt.
Mit einem neuen Denken.
Mit neuen Strategien.
Mit mir.“

Mehr denn je befindet sich die Welt im Wandel. Und nur wer sich
viel in ihr bewegt, kann selbst viel bewegen. Darum sind Sie bei
Booz & Company von Anfang an international im Einsatz, um für
unsere Klienten nachhaltig Erfolg zu realisieren. Wir flankieren Ihre
Karriere dabei mit zwei persönlichen Mentoren, intensiven Trainings
und jeder Menge wunderbarer Teamplayer. So können Sie es bei
uns – nicht nur in Kilometern – sehr schnell sehr weit bringen.

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grössten Strategieberatungen weltweit. Wir verbinden anspruchs-
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Präsidentin Editorial
Charlotte Claesson

Ressorts
Tristan Swysen
Zeiten des
Ressortleiter Aktuell
Aufruhrs
Katrin Stutz
Ressortleiterin Campus D er Mensch ist allgemein der Ansicht, man dürfe alles kriti-
sieren – nur ihn selbst nicht. Kein Wunder, dass die prisma-
Umfrage schon vor dem Erscheinen auf Widerstand stiess. Vor-
behalte der Universitätsleitung waren voraussehbar; unerwartet
kamen Einsprüche von Seiten der SHSG: Ob wir uns bewusst
Vladimir Mijatovic
Ressortleiter Thema seien, was für ein Bild wir von den HSGlern zeichneten, wurden
wir gefragt. Wir würden die Uni in Verruf bringen!

Derartige Vorwürfe im Vorfeld sind meist ein gutes Zeichen –


Gabriel Schmid über 1'000 teilnehmende Studenten bestätigten dies. Es war
Ressortleiter 360° überfällig, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die wirk-
lich interessieren. Dabei stellte sich manches Klischee als Mythos
heraus. So bewältigt eine grosse Mehrheit das Studium, ohne auf
unlautere Methoden wie Ritalin zurückzugreifen (Seite 39). An-
Annegret Funke
dererseits konnten wir einige Vermutungen bestätigen, die bisher
Ressortleiterin Menschen
als Märchen abgetan wurden – zum Beispiel die problematischen
Zustände im Studierendensekretariat (Seite 36).

Vor allem zeigt die rege Rückmeldung: Es ist Zeit für eine neue
Offenheit. Zu lange wurden Entscheidungen im stillen Kämmer-
lein getroffen. Weder bei den Beschränkungen der Masterstudien-
Layout gänge, noch bei der Erhöhung der Studiengebühren konnte eine
öffentliche Diskussion stattfinden. In der Chefetage der SHSG
Michael Pum
glaubte man die Probleme technokratisch lösen zu können – in
Layoutchef
Expertenkommissionen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und
mit Vertretern, die durch mehr Enthaltungen als Stimmen gewählt
wurden. Kein Wunder, dass sich viele Studierende nicht mehr für
Pascal Fischer die Uni-Politik interessieren. In dieser Hinsicht ist diese Umfrage
Layouter ein wichtiger Schritt hin zu mehr Demokratie an der HSG.

Der Wandel ist bereits im Gange. Im März wurden die Statuten


der SHSG revidiert, jüngst wurde mit hoher Beteiligung ein neuer
Präsident gewählt (Interview Seite 26). Auch beim prisma weht fri-
scher Wind: Ab nächster Ausgabe übergebe ich die redaktionelle
Leitung an Zanet Zabarac – mit der Gewissheit, dass unser Magazin
weiterhin kritisch zu studentischen Themen berichten wird. In die-
sem Sinne wünsche ich dem neuen Team und dir – liebe Leserin,
lieber Leser – alles Gute für die kommenden Semester.

Viel Spass bei der Lektüre!

Titelblatt: Ein Dankeschön an alle, die


ihr Portrait für das Titelbild zur Ver-
fügung gestellt haben: Sei es über
Facebook oder vor der Linse unserer
Fotografinnen Alev Kurucay, Annegret
Funke, Charlotte Claesson und Zanet
Zabarac. Luc-Etienne Fauquex
Chefredaktor

Mai 2011 – prisma 3


Inhaltsverzeichnis ht
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ut 4.01
lecht
S ehr sch
3.58

=924) 4.39
schd ienst (n
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lle (n=917) 3.37
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9 31) 3.59
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10 00) 100%
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Studie =101 8) 40%
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Die «Frontschweine» im Studierendensekretariat «Ich kann mir keine Banker-Karriere vorstellen»

Seite 36 In der aktuellen Umfrage schneidet


das Studierendensekretariat von
allen universitären Institutionen am schlechtesten ab. prisma
Seite 48 Was kommt nach dem HSG-Stu-
dium: «Banker werden? Nee! Ich
werde Popstar!» sagt sich Adriel von Grünigen. Der Luxem-
begab sich in die Niederungen der HSG-Bürokratie, sprach burger studiert im 6. Semester BWL an der HSG und spielt
mit Studiensekretär Jan Metzger und mit den Damen vom daneben in der Band Angel at my table». Im Interview mit
Studierendensekretariat. prisma spricht er über Sex, Drugs and RocknRoll, die Doppel-
belastung als Student und Musiker und seine Zukunftspläne.

Meinung Studentenschaft
3 Editorial 14 Kommentar des Präsidenten
63 Cartoon Mission Completed
Gewinnspiel 15 Challenging the Best
66 Das Gerücht 17 Tidy Switzerland's Diversity – an Indian
Bilderrätsel perspective
67 Zuckerbrot & Peitsche

Aktuell Campus
8 Agenda
10 Kurzmeldungen 20 Strategieberatung einmal anders
21 Medieninteressierte, aufgepasst!
22 STARTFELD bringt HSG Start-ups zum Fliegen
24 Burnout - oder «wenn wir an unsere eigenen
Grenzen stossen»
26 «Die Uni schadet sich selbst!»
28 Die Geschmeidigkeit des Moralischen
29 Homecoming Year 2011: Zurück an die HSG
30 Nach wie vor nicht umsonst
Of the students, by the students, for the students
4 prisma – Mai 2011
Impressum
Ausgabe 334, Mai 2011
Studentenschaft Universität St. Gallen
Redaktion prisma
Oberer Graben 3, 9000 St. Gallen,
prisma@myunisg.ch, 076 579 92 21

Präsidentin: Charlotte Claesson


Chefredaktor: Luc-Etienne Fauquex
Finanzen: Tristan Swysen
Layoutleitung: Michael Pum
Online-Chefredaktor: Simone Steiner
Vertriebsleiter: Andreas Schulze

Cartoon: Moritz Runge

Anzeigenregie: Metrocomm AG,


St. Gallen, 071 272 80 50
Druck: dfmedia, Flawil, 058 344 96 96
Profs privat: Dirk Schäfer Lektorat: Monika Künzi

Seite 56 Gute Erinnerungen an das Fach


Finanzielle Führung sind in der
Regel auch mit dem Namen Dirk Schäfer verbunden. Um ein
Wiedergabe von Artikeln und Bildern,
auch auszugsweise, nur mit Genehmigung
der Redaktion.
Haar wäre der Dozent Bankangestellter und nur im Nebenjob
Nachhilfelehrer geworden – wie es doch anders gekommen Die Redaktoren sind unabhängig. Die
ist, erzählt er uns in seinem Domizil in Zürich. in den Texten vertretenen Meinungen
repräsentieren folglich nicht unbedingt
die Meinung des Herausgebers oder der
gesamten prisma-Redaktion.

Thema Menschen
32 Das ist für euch! 54 Umfrage: Wie nehmen Sie die HSG-Studier-
33 Eine HSG-Romanze enden in St. Gallen wahr?
34 Der Durchschnitts-HSGler 56 Profs privat: Dirk Schäfer
36 Die «Frontschweine» im Studierendensekre- 58 «Die HSG könnte heute an der Weltspitze der
tariat Unis stehen»
38 Eine Uni voller Pessimisten 61 Herausgepickt: Lisa Gampp
39 Sündenpfuhl oder Taufbecken? 63 Partypics: AC Bad Taste Party
40 Der «zu Guttenberg» in uns
42 Kinder? Nein, danke!

360°
44
46
prisma empfiehlt
«Ich kann mir keine Banker-Karriere vorstellen»
prisma-hsg.ch @
47 «Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der • Sieh dir das aktuelle Heft – und alle vor-
Tasche trägt» hergehenden Ausgaben – auch online an!
48 Feel the Music oben ohne • Auf unserem Blog informieren wir dich über
50 Essen lernen mit dem Online-Doktor das Welt- und Webgeschehen.
52 Biete deine Couch dem Frieden an! • Ob Buch, Verein oder Dozenten – bei uns
findest du zu allem was …

Mai 2011 – prisma 5


www.hsgshop.ch

DER ALLESKÖNNER
Hoody, grün
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Gebäude 01, Raum 007 l Tel. +41 (0)71 224 30 15 l shop@unisg.ch
A ktuell
8 Terminkalender
10 Kurzmeldungen

Foto: Andrin Buchli


Agenda

Mai
MO Amnesty International SA HSG
16 Ein Toast auf die Freiheit
01-013 – 19.15
21 Dies academicus
Campus
Seit 1961 im Einsatz für die Menschenrechte:
Feiert mit uns das 50-jährige Jubiläum von Am-
nesty International.

Mo CIP
Minigolf-Turnier
DI Unichor 23 Minigolf Dreilindenstrasse 49 – 18.00
Konzert des Unichors
17 Aula der Universität – 20.15
Zum Semesterende lädt die CIP zum Minigolf-
Turnier. Die Kosten für das Spiel werden über-
Frühlingsgefühle: Swing, Groove und Pop. nommen. Anmeldung auf cip@myunisg.ch. Bitte
Handynummer angeben, damit wir bei Schlecht-
wetter informieren können.

MI Unigay
Letztes Get2gether
18 Nuts Bar – 20.30
Orchester der Universiät St. Gallen
Konzert des Uniorchesters
Aula der Universität – 20.15
Eventuell auch mit Grillen. Nähere Infos auf
www.unigay.ch. Programm: Tchaikovsky «Marche Slave», Schu-
bert «Die Unvollendete», Dvorák «Aus der Neu-
en Welt – Allegro con fuoco», Dirigent: Prof.
SHSG & Red Bull Francisco Obieta.
HSG Bobby Car Battle
Gatterstrasse, Universität West
Das HSG Bobby Car Battle geht in die zweite
SHSG
Runde. Das Ziel: Den Titel des «HSG Bobby Car
No Business – live in Convert
Backstage – 20.30
Champions 2011» für den eigenen Rennstall zu
sichern. Dieses Jahr werden auch andere Schwei- Eintritt: 8,- CHF
zer Universitäten teilnehmen. Weitere Informa-
tionen findest du auf der Facebook Gruppe HSG
Bobby Car Battle. Lasst die Spiele beginnen!
DI International Students' Committee
Join the Team Event
24 ISC-Haus Dufourstrasse 83 – 18.15
DO AV Emporia Das ISC lädt Interessierte zur Infoveranstaltung
Schlusskommers
19 Restaurant Goldener Ochsen – 20.00
über die Mitwirkung im Organisationskommit-
tee des 42. St. Gallen Symposiums ein.

Aktuell 8 prisma – Mai 2011


MI prisma DO STARTFELD
Semester-Fade-Out-Party STARTFELD live! bei KUK AG
25 Elephant 30 Appenzell – 17.30
prisma lädt euch alle ein, im Elephant das Seme- Weitere Informationen jeweils unter www.start-
ster ausklingen zu lassen. Auflegen wird DJ EN/ feld.ch.
ER/GEE. Be there or be square

DO Jazz an der Uni


The Blues Brothers Cover Band
September
26 Aula der Universität – 21.00
Erlebt live, wie  die Blues-Legende auf unserem SO Unisport
European Universities Tennis
Campus wieder zum Leben erweckt wird!
04

SA
Championship 2011
St. Gallen

SA Unigay 10 Als Zuschauer bei hochklassigem Tennis oder als


Helfer/Helferin – ihr seid herzlich willkommen.
Ausflug mit dem Gay-Schiff
28 Gay-Schiff Zürich – 20.00
www.unisg.ch/euctennis2011.

HSG MO HSG
Einstellung Lehrbetrieb 12 Startwoche 2011

FR
Campus

16

Juni HSG
MO

SA Lacrosse Club Sunnyboys 19 Beginn Lehrbetrieb


NLA gegen Herzogenbuchsee
04 Kunstrasen HSG – 13.00

prisma-hsg.ch @
Kurzfristige Änderungen und
die neusten Termine findest
du auf dem prisma-Blog!
www.prisma-hsg.ch/blog

Mai 2011 – prisma 9 Aktuell


Bilanz gezogen: Aus sportlicher Sicht Inventx, Sprungbrett Event GR und Su-
stand der Monat März klar im Fokus, vretta Snowsports St. Moritz, welche ein
da drei Turniere anstanden. Die Gek- weiteres legendäres Bündnerfest ermög-
kos können mit ihrer Leistung zufrieden licht haben.
sein, da erfolgreiche Resultate heraus- Der Vorstand wünscht allen eine
schauten. Anfang Monat der 3. Platz an erfolgreiche Prüfungsphase und erhol-
der internationalen Hochschulmeister- same Ferien. Wir hoffen, viele von euch
Erneut erfolgreich schaft in Füssen (GER). Und nur zwei auch im nächsten Semester wieder in
Während des 41. St. Gallen Sym- Wochen später wurde die Trophäen- der «Zwüschawelt» anzutreffen.
posiums vom 12.–13. Mai 2011 war sammlung bereits erweitert – mit dem Bis dahin: Vivà la Grischa!!
der Campus der Universität St. Gallen Siegerpokal an der Trauben Trophy in
Austragungsort von interkulturellem, Weinfelden. Ende Monat stand noch die
interdisziplinären und generationen- internationale Schweizermeisterschaft
übergreifendem Dialog. Nachdem die in Grindelwald auf dem Programm. Wie
Sonnensegel wieder abgebaut wurden, bereits im letzten Jahr war auch heuer
kann das 41. International Students’ die Besetzung sehr gut, da einige Unis
Committee (ISC) auf ein herausfor- sogar NLA-Spieler in ihren Reihen hat- Modische Polo-Shirts
derndes und erlebnisreiches Teamjahr ten. Damit konnten die Gekkos trotz ei- Schau doch mal rein! Der HSG Shop
zurückblicken. ner kämpferischen Leistung nicht ganz lanciert im Mai 2011 erstmals exklusive
Jedes Jahr steht ein Team von etwa mithalten. So schaute am Schluss der 8. Poloshirts in Zusammenarbeit mit Tom-
30 Studierenden hinter der Organisa- Platz heraus. my Hilfiger. Die Poloshirts sind sowohl
tion des St. Gallen Symposiums. Die Doch auch neben dem Eis lässt sich in einer Damen- wie auch in einer Her-
Aufgaben des ISC-Teams umfassen weit ein positives Fazit ziehen. Bereits legen- renversion erhältlich.
mehr als die eigentliche Durchführung där ist die Beer-and-Wings-Night und Neu im Sortiment: Sportliches Da-
der «drei Tage im Mai». Neben der in- auch sonst konnte sich der Verein an der menshirt in frischem Türkis!
haltlichen Ausgestaltung des St. Gallen Uni etablieren. Wir hoffen, dass sich die- Der HSG Shop befindet sich im
Symposiums liegt es in den Händen des ser positive Trend auch in der nächsten Hauptgebäude, Raum 01-007. Während
ISC-Teams, internationale Kontakte zu Saison fortsetzen wird und wünschen dem Frühjahrssemester 2011 ist er je-
pflegen und auszubauen sowie Men- allen einen schönen Sommer – doch die weils am Dienstag (10–14 Uhr) und am
schen mit den unterschiedlichsten Hin- nächste Eiszeit kommt bestimmt! Game Donnerstag (12.30–16 Uhr) geöffnet. Ab
tergründen von der Idee des ISC und on. Ende Mai bis anfangs September 2011
vom St. Gallen Symposium zu begei- werden die Öffnungszeiten reduziert
stern. (siehe Homepage). Onlineshop: www.
Bewirb dich für das 42. ISC-Team hsgshop.ch.
und werde Teil einer einmaligen stu- Wir freuen uns auf euren Besuch!
dentischen Initiative. Das ISC-Team lädt
dich herzlich zum Join the Team Event
ein, welches am Dienstag, 24. Mai 2011, Bündner: Werdet Vorstand
im ISC-Haus, Dufourstrasse 83, stattfin- Das Semesterende naht und damit
den wird. neigt sich auch die Amtszeit vieler Vor-
Weitere Informationen zum ISC und standsmitglieder langsam dem Ende zu.
dem St. Gallen Symposium findest du Wer Lust hat, sich ab dem kommenden
unter www.stgallen-symposium.org. Vereinsjahr im Vorstand des Calanda Jubiläum bei Amnesty
Bündnervereins zu engagieren, kann Seit nun schon 50 Jahren setzt sich
sich gerne bis zur Vereinsversammlung Amnesty International weltweit für den
anfangs Herbstsemester beim jetzigen Schutz von Menschenrechten ein. Dies
Vorstand melden und informieren (bu- würdigen dieses Jahr nicht nur die ins-
endner@myunisg.ch). gesamt drei Millionen Unterstützer der
Wir können wiederum auf einige ge- Organisation, sondern auch die Lokal-
lungene Veranstaltungen zurückschau- gruppe AI an der HSG. Zu diesem Anlass
en und möchten uns an dieser Stelle bei wird heute, am Montag, den 16. Mai um
allen Mitgliedern für ihren tollen Einsatz 19.15 Uhr, eine Jubiläumsveranstaltung
Erfolgreiche Gekkos während des letzten Jahres bedanken. in Raum 01-013 stattfinden. Der Natio-
Mit dem Anstieg der Temperaturen Ein besonderer Dank gebührt den Hel- nal- und Europarat Andreas Gross wird
neigte sich auch die Hockeysaison zu fern, dem OK sowie unseren Sponsoren hierzu ein Referat zu folgendem Thema
Ende – die erste für die St. Gallen Gekkos. Graubündner Kantonalbank, Corvatsch, halten: «Demokratie und Menschen-
Und wie üblich wird am Ende der Saison Griston Holding, Heineken (Calanda), rechte dürfen nicht gegeneinander aus-

Aktuell 10 prisma – Mai 2011


gespielt werden – beide sind aufeinander Uhr in Zürich auf der Saalsporthallen- lengaa.com, unter «Saint Gallen Bears»
angewiesen: Wie wir eine in der Schweiz wiese ihr erstes Gaelic-Football-Spiel auf Facebook oder per E-Mail an secre-
gestörte Beziehung harmonisieren dieser Saison. Im Derby gegen die Zu- tary.stgallen.europe@gaa.ie.
könnten.» Die anschliessende Diskus- rich GAA erhofft sich die Mannschaft
sion wird von Professor Christoph Frei einen Achtungserfolg, wie Spielertrainer Neu: Bloomberg-Terminals an
geleitet, bevor der Vortrag mit einem Stephen Murphy sagt. Die Chancen ste- der HSG
Apéro und einer Fotoaktion zu Amnesty hen gut, dass gegen die sich vor allem Seit einigen Wochen gibt es an der
International abgerundet wird. Wir freu- auf Hurling – die zweite grosse gälische HSG, gut versteckt im Raum 01-U206,
en uns auf einen spannenden Abend! Sportart, die von GAAs praktiziert wird – eine Reihe neuer Bloomberg-Terminals.
fokussierten Zürcher ein Sieg drin liegt. Unentbehrlich vor allem für die Finance-
Interessierte sind sowohl als Zu- Brigade unter den HSG-Studis, aber auch
schauer wie auch als Spieler herzlich allen anderen offen zugänglich. Zu ver-
willkommen. Danach findet ein Sociali- danken ist das Angebot der Kooperation
sing Event im Paddy Reilly’s Pub an der zwischen Lehrprogramm Wirtschafts-
Sihlpforte statt – ideal auch für alle, die journalismus (LWJ) und Bloomberg –
ihr Englisch praktizieren möchten. Wer mit Unterstützung durch die Deutsche
zuvor noch im Football-Training vorbei- Bank. HK-Kurse auf Bachelor-Stufe und
schauen möchte, kann jeweils dienstags weitere Schulungsangebote für Interes-
Sunnyboys: Sieg zum Auftakt und mittwochs um 18 Uhr auf der Kin- sierte sind in Vorbereitung. Anfragen zu
Die Sunnyboys starteten erfolgreich derfestwiese mitmachen. Mehr Infos den Terminals können an bloomberg@
in die neue Saison. In einem körperbe- findet man im Internet unter www.stgal- unisg.ch gerichtet werden.
Inserat Prisma HSG St. Gallen 19.8.2010_Layout 1 20.08.10 10:40 Seite 1
tonten und schnellen Spiel besiegten sie
Basel mit 11:3 und nahmen erfolgreich
Revanche für die bittere Niederlage vom
letzten Jahr.
Anfangs gestaltete sich die Partie
äusserst ausgeglichen und eng mit Vor-
teilen für das Heimteam. Nach einem www.molino.ch
zwischenzeitlichen Durchhänger schal-
teten die St. Galler nochmals einen
Gang höher. In der Folge gab sich Basel
teilweise auf, was die Sunnyboys aus-
nützten, in dem sie das Spielgeschehen
kontrollierten und im letzten Viertel fünf
weitere Tore erzielten.
Die nächsten beiden Heimspiele
finden am 4. und 12. Juni, jeweils ab
13:00 Uhr in der SwissLax Arena (Kunst-

Studentenrabatt
rasen HSG), statt (freier Eintritt, Fest-
wirtschaft). Natürlich sind auch immer
Neuinteressierte willkommen! Weitere
Infos unter www.sunnyboys.ch oder ian. SchülerInnen, StudentInnen und Lehrbeauftragte
schoch@student.unisg.ch. essen gegen Vorweisung ihrer Legi

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Bohl 1, 9000 St. Gallen
Telefon 071/ 223 45 03
7 Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr offen
Montag bis Samstag 08.00 bis 24.00 Uhr
Sonntag 09.00 bis 23.30 Uhr
Irisches Derby in Zürich
Die Saint Gallen Bears Gaelic Athle- Durchgehend warme Küche
tic Association spielt am 22. Mai um 11

Mai 2011 – prisma 11 Aktuell


S tudentenschaft
14 Kommentar des Präsidenten
Mission Completed
15 Challenging the Best
17 Tidy Switzerland's Diversity – an Indian perspective
Kommentar des Präsidenten
Die übergrosse Familie HSG
D as Besondere an der HSG war und
ist noch immer ihre Kultur. Die
Möglichkeit, sich bei einem Problem
HSG. Einmal erzählte mir die Frau eines
ehemaligen Rektors, dass sie zu ihren
Zeiten noch alle (etwa 350) Studieren-
einfach und unkompliziert an jeden den einigermassen persönlich kannte,
wenden zu können – vom Dozenten bis und dass, wer Probleme hatte, zu ihr
zum Rektor – und die Probleme sachlich kommen konnte. Die HSG hat sich diese
und konstruktiv zu lösen, ist etwas, das Kultur erhalten – aber wer kennt heute
man nur noch selten an Universitäten von circa 6‘700 Studierenden noch die SHSG - Präsident Christian Funk
findet und was für mich eine der interes- Frau des Rektors persönlich? Für die
santesten Erfahrungen in diesem Jahr meisten Studierenden liegt längst der denwachstum stellt sich daher die Frage,
war, welches ich nun als Präsident der bürokratische Instanzengang der Ver- wie sich die HSG neu organisieren kann,
Studentenschaft verbringen durfte. waltung – der aufgrund der Grösse der will sie ihre traditionelle Kultur behal-
HSG auch verständlich ist – zwischen ten. Das neue Rektorat hat sich bereits
Gleichzeitig stellt diese Kultur im ihnen und einer informellen Problemlö- den Erhalt dieser HSG-Kultur gross auf
Moment eine der grössten, wenn nicht sung. Das Privileg des direkten Kontakts die Fahnen geschrieben. Es wird daher
die grösste Baustelle der HSG dar – haben nur noch wenige. abzuwarten bleiben, ob es ihm gelingt,
nachdem die physische Baustelle nun die Gross- und Grösser-Familie HSG als
endlich verschwunden ist. So familiär Die HSG wird sich hier wandeln Familie zu erhalten, in der die Eltern die
und informell die Kultur der HSG auch müssen. Eine informelle Kultur ist nur Kinder noch kennen.
sein mag, sie bezieht sich auf einen im- in kleinen Organisationseinheiten mög-
mer kleineren Teil der Studierenden der lich. Mit dem zu erwartenden Studieren-

Mission Completed
«Was ist eigent- Z u Beginn des Herbstsemesters be-
gannen wir, den Prozess zu planen.
Studium koordinieren wir die Vereine,
führen ressourcenintensive Grossprojekte

lich die Aufgabe Mit Hilfe von zwei McKinsey Beratern,


die dieses Projekt pro bono betreuten,
durch und unterstützen Projekte in der
Aufbauphase, sofern diese im Interesse
der Studenten- trugen wir zunächst Vorstellungen von
der Studentenschaft aus Vergangenheit
eines Grossteils der Studierenden liegen
und diesen zugänglich sind.»
schaft?», mag und Gegenwart zusammen. Darauf auf-
bauend führten wir Workshops mit dem Anhand dieses Auftrages soll im kom-
sich manch einer Vorstand, Mitgliedern und anderen An- menden Vorstandsjahr ein umfassendes
spruchsgruppen durch. Abschliessend Portfoliomanagement durchgeführt
fragen. Viele stellten wir die Ergebnisse vor allen in- werden. So kehrt die SHSG zu ihren

erkennen hinter teressierten Studierenden zur Diskuss-


ion. Das Ergebnis ist ein breit getragener
Kernaufträgen der Interessenvertretung
und der studiennahen Dienstleistungen

der SHSG keinen Konsens, der sich in Form des folgenden


Mission Statements zeigt:
zurück und kann fokussierter handeln.
Auch die Strukturreform trägt dazu bei,
klaren Auftrag. «Als Studentenschaft der Universität St.
dass die Studentenschaft zukünftig ent-
sprechend ihres Kernauftrages einen
Aus diesem Grund Gallen vertreten wir einerseits die Inte-
ressen aller an der HSG immatrikulierten
Schwerpunkt auf die Interessensvertre-
tung legt und flexibler handeln kann.
haben wir, der Stu- Studierenden, andererseits bieten wir
Dienstleistungen in allen direkt studien- Die beschriebene Ausrichtung war
dentenschaft eine bezogenen Bereichen an. Wir vertreten vielen bereits implizit klar, soll nun aber

Mission gegeben. die aktuellen Interessen und nachhaltigen


Anliegen der Studierenden im Rahmen
innerhalb der SHSG für mehr Zusam-
menhalt und unter allen Studierenden
einer konstruktiven Zusammenarbeit mit für mehr Transparenz sorgen.
allen universitären Anspruchsgruppen. Marie Lechler
Neben den Dienstleistungen im Bereich Vorstand Lehre der SHSG

SHSG 14 prisma – Mai 2011


Challenge the Best

The participants and the Nobel Laureates

Challenging the Best


One of the most frustrating things about conferences or
seminars in general is that their title does not always live up
the claim that it makes. Which is one of the reasons why
the 2011 edition of «Challenge the Best» was more than
just a pleasant surprise.

T he premise was this: Get together 42


students with a proven level of intel-
lect and aptitude for the set topic (this year
Gallen, Switzerland, saw six eminent per-
sonalities being challenged: Dr. Lale Ak-
gün, former member of the Bundestag,
First, the friends I made and the peo-
ple I met. It was remarkable that we ma-
naged to build such a great rapport and
it was «exploring the hidden potential in Lewis Feldstein, former President of the bonds that should hopefully last a while.
the European mosaic of diversity»). Steer New Hampshire Charitable Foundation, The one evening that will be particularly
them academically, so that abstract con- Dr. Eberhard von Koerber, Co-President etched in my memory is that of the ope-
cepts such as identity, conflict and social of the Club of Rome, Sir James Alexander ning dinner, when I was seated next to the
involvement can be envisioned in more Mirrlees, Nobel Laureate in Economics, debate moderator, Nisha Pillai, a BBC an-
concrete terms. Push them to come up with Dr. Heinrich Rohrer, Nobel Laureate in chor and journalist who is also a fantastic
targeted and precise solutions, the viability Physics, and Professor Daniel Thürer, an motivational speaker. We spent an incre-
of which they debate with prominent poli- eminent jurist and the President of the dibly interesting few hours chatting about
ticians, academics and civil rights activists German Society of International Law. a whole range of issues; from CERN’s lar-
in the field. In short, the final output is a ge hadron collider, to how 9/11 has chan-
true challenge to these guests instead of I’m not going to bore you with what ged us forever. Incidentally, Nisha did
proposing feeble suggestions. exactly happened at the conference. In- blog about the event and had a lot of nice
stead, I’m going to talk about the one or things to say about it. You can have a look
The conference, organised by the two things that are going to stay with me at it at http://www.nishapillai.com.
Student Union of the University of St. for a long time.

Mai 2011 – prisma 15 SHSG


conference was a sociologically amazing
feat. Just 60 years back, such a gathering
of Germans, Poles, Czechs, Austrians
and Asians, laughing, joking, debating
and playing beer pong together, would
have been unthinkable. Growing up,
our grandparents would have scoffed at
such an idea. I realised at that time that
we are never going to be free of stereo-
types and prejudices. The challenge thus
is in overcoming the prevalent cleavages
and accepting the fact that in the future,
there are going to be different reasons
for conflict. Challenge the Best was illus-
trative of the fact then, that by purging
the ghosts of WWII to this extent, Europe
has risen to this task very well.

To sign off: Challenge well accepted.


Challenge well completed (Ulrich, you
still need to colour your nose red for not
high fiving a Nobel Laureate).
Priya Kale
Participant, Master International Political
Economy, London School of Economics

Gut zu wissen
«Challenge the Best» ist ein Projekt
der Studentenschaft. Vom 25. bis zum
28.3. haben 40 Studierende aus 20
verschiedenen Ländern gemeinsam
mit Nobelpreisträgern und Entschei-
dungsträgern über das hochaktuelle
Thema «The European Mosaic of Hu-
Raphael Güller

man Diversity – The hidden potential»


diskutiert.

Nach der Konferenz ist vor der Konfe-


Nisha Pillai, (BBC) during the panel discussion renz: Wenn auch du dich einbringen
willst, einzigartige Erfahrungen sam-
Second, I found Professor Rohrer’s team then has to work as a group, collec- meln und mehr lernen willst als in
views on diversity particularly intri- tively. Prof. Rohrer’s thoughts were met allen Kursen zusammen, dann sei Teil
guing. By emphasising the individual with a certain amount of disconcertion. des Organisationsteams von Challen-
and discarding the notion of collective/ However, the irony is that this isolated ge the Best 2012. Weitere Informati-
group identity, he caused quite a stir. I view is in itself demonstrative of diver- onen findest du unter www.challen-
personally disagreed with his idea of the sity. It added to the thrill of the challen- gethebest.org.
individual as a lone ranger, with no so- ge. At the end of it, that was the point of
cial influence, with just his brain to defi- the whole conference; we don’t have to
ne him. The concept may work in acade- agree with every point of view, but just
mia, where you have the time and space accept it as it is.
to research at your own pace, but I don’t
see how this could work in business. For Third, there was much talk of
instance, a car company, which wants Europe’s lack of assimilation as far as
to roll out a new model in seven weeks immigrants were concerned and the
because it knows that its competitor is prejudices and stereotypes that continue
coming out with a new product in two to fester in the minds of the masses. Yet,
months, does not have the luxury of ap- at one of the post-session parties, this
preciating individual ideas. Its design thought hit me like a freight train; this

SHSG 16 prisma – Mai 2011


Woher kommt Student Participant Priya Kale?
- Gewinnspiel auf Seite 63

Tidy Switzerland's Diversity – an


Indian perspective
In the context of this year's «Challenge the Best» conference
on the topic of «The European Mosaic of Human Diversity»
we interviewed student participant Priya Kale from India.

Priya, it's your first time in Switzer- Akgün, a German politician with Tur- Do you think this conference, at which
land. What astonished you the most? kish background, and Sir James Mirr- you have been discussing diversity on a
Looking down from the descending lees, Nobel Laureate in Economics. What very abstract and theoretical level, will
airplane, the landscape seemed to have main ideas did your group present to the have any impact at all for real life?
been painted with perfect strokes of a very guests? Definitely. You always find fitting
fine brush. Everything just looked so neat We concluded that immigrants data or charts proving whatever point
and adjusted and very tidy from above. cannot adopt the culture and ideas of you want to make. But there are things
their host country completely, but they we cannot infer from data alone. Dis-
This year’s «Challenge the Best» Confe- should try to contribute to society with cussing with all the participating stu-
rence was about human diversity in Eu- their specific abilities. Integration is a dents coming from so many different
rope. How would you define this rather process rather than a static fact. We pro- fields of study and representing so many
abstract term in your own words? posed, for example, a mentoring system conflicting opinions, we all had to learn
For me, a symbol of diversity would with monetary incentives, so that local how to deal with our diverging thoughts
be a charm bracelet like the one I am people serve as a mentor for the newly to get some results. We had to compro-
wearing. The different charms, like the arrived and help them to get integrated mise and get to a consensus and at the
four-leaved clover or the tiny cat here, into society, for example. The govern- same time not lose our focus. This sort
stand for our different mindsets and ment should provide some sort of re- of personal development everyone of us
personalities whereas the bracelet its- muneration for this task as this would shared. And we will be able to take this
elf embraces and connects each one of probably increase people’s willingness knowledge back home and try to work
us by a set of common values and basic in the first place. on it in our own societal environment.
principles of understanding.
This all sounds quite easy to adopt, but Before you return to London, is there
So how do we transfer metaphors into isn‘t it a little bit too optimistic? Where anything you might like to add?
actions? do you personally see the limits of diver- Oh yes, I really would like to men-
Well, I really feel attracted to the to- sity? tion that all the Germans and Austrians
pic of diversity as I have been studying Coming from India, which is a coun- should stop complaining about the qua-
political economy in my home country try full of clashes, different casts, 26 lity of Swiss bread. It is just so delicious.
India and am now at LSE for my Master’s spoken languages and so many colorful Apart from that, I just loved being here
degree. Diversity is something that we traditions, I think that the only approach and the campus is very nice and – I feel
tend to ignore although it is present eve- that works is rooted on the individual like having to mention that once again –
rywhere. In my opinion, diversity often level. We have to accept the people who amazingly tidy.
is viewed as a source of conflict, and are our neighbors and try to encoura- Ursina Schaede
people wonder how to achieve positive ge them to be a part of society, which
results stemming from diverse back- only works if everyone makes an effort. About Priya Kale
grounds. «Challenge the Best» really fo- On the other hand, I think that institu-
cused on the potentials in society, on the tionalizing diversity with a top-down She is doing her Master in Internatio-
hidden or not yet realized social capital, approach with binding quota systems nal Political Economy at the London
and I am impressed by the eagerness of or within a legal framework just causes School of Economics. Originally she is
all of the students to get concrete results even more conflicts because we are con- from India and is experiencing diver-
out of this conference. stantly reminded of the differences bet- sity at first hand as a foreign student
ween us. We have to believe in society in London.
Together with six other students, you at- itself as the driving force in enhancing
tended a workshop session with Dr. Lale social capital.

Mai 2011 – prisma 17 SHSG


LOCATION: ZURICH

one you
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ALEXANDER WOLLTE MEHR VERANTWORTUNG. WIR VERTRAUTEN IHM UNSERE
WICHTIGSTEN KUNDEN AN. Als Alexander mit der Betreuung seiner neuen Private Banking Kunden
startete, war nicht abzusehen, wohin ihn sein Engagement führen würde. Heute berät er 50 unserer grössten
Kunden in Nahost. Seine Empfehlungen sind für die Kunden sehr wertvoll – die Erfahrung für ihn unbezahlbar.
Lesen Sie Alexanders Geschichte unter credit-suisse.com/careers
C ampus
20 Strategieberatung einmal anders
21 Medieninteressierte, aufgepasst!
22 STARTFELD bringt HSG Start-ups zum Fliegen
24 Burnout - oder «wenn wir an unsere eigenen Grenzen sto-
ssen»
26 «Die Uni schadet sich selbst!»
28 Die Geschmeidigkeit des Moralischen
29 Homecoming Year 2011: Zurück an die HSG
30 Nach wie vor nicht umsonst
Of the students, by the students, for the students

Foto: Andrin Buchli


Strategieberatung einmal anders
Warum das klassische BWL-Wissen nicht einmal in einem
anderen Kontext anwenden? Das dachten sich acht Stu-
denten des aktuellen SIM-Jahrganges und gründeten im
Rahmen des SIMagination Projekts die Initiative «Helping
KAKO».

I m Zuge dieses Projekts arbeitet das


Team mit Mitgliedern aus der Schweiz,
Deutschland, Italien und China mit
der kambodschanischen NGO KAKO
(Khmer Akphiwat Khmer Organisa-
tion – Kambodschaner helfen Kambod-
schanern) zusammen. KAKO engagiert
sich seit ihrer Gründung auf dem Gebiet
der informellen Bildung. Das Herzstück
ihrer Tätigkeiten stellt heute ein Stipen-
dienprogramm dar, das jährlich etwa 50
bedürftigen Studierenden in Dörfern
rund um Siem Reap den Schulbesuch –
und somit die Chance auf eine bessere
Zukunft – ermöglicht. Aufgrund interner

Kaspar Weilemann
Uneinigkeiten hat sich KAKO letzten
Herbst von der damaligen Partnerorga-
nisation getrennt und ist froh, bei der
strategischen und operativen Neuge-
staltung auf die Unterstützung des HSG-
Teams zählen zu können. Zur Letzteren Die KAKO hat mit dem HSG-Team aus SIM-Studierenden einen starken
zählt zum Beispiel die Unterstützung bei neuen Partner gefunden.
Fragen bezüglich Buchhaltung und des
Personalwesens. Um den Fortbestand zudem das Thema Fundraising eine be- Leser, die Möglichkeit, einen bedeut-
der dringend benötigten Aktivitäten deutende Rolle für Helping KAKO – hier samen Beitrag zu leisten!
von KAKO langfristig zu sichern, spielt sehen wir auch für euch, liebe prisma-
Persönliches Engagement ist für
das Team von Helping KAKO beson-
ders wichtig: Durch persönliche Zusam-
menarbeit vor Ort in Siem Reap und die
Besetzung von zwei Aufsichtsratsposi-
tionen steht das Team nicht nur theore-
tisch, sondern auch mit Herz dafür ein,
einen nachhaltigen Beitrag zu leisten.

Um KAKO weiterhin unterstützen


zu können, freut sich das Team von Hel-
ping KAKO über jegliche Hilfe. Infos so-
wie Möglichkeiten zum Spenden oder
Mithelfen findet ihr auf unserer Website
www.kako-cambodia.org.
Stephanie Sparber
Stephanie Sparber

Verantwortliche Marketing & Communica-


tions Helping KAKO

Campus 20 prisma – Mai 2011


Medieninteressierte, aufgepasst!
Wolltest du schon immer mal einen Einblick in die Medi-
enbranche erlangen? Dank der Zusatzqualifikation «Buch-
und Medienwirtschaft» kannst du deinem Wunsch Gestalt
verleihen.

D as Lehrprogramm, ehemals Buch-


wissenschaften genannt, erscheint
in neuem Kleid und gibt dir die Mö-
nach qualifizierten Führungskräften,
die sich mit diesen Themen auskennen.
Die Zusatzqualifikation wurde an die-
Anrechenbare Credits, Kurse
und Aufwand
Die Zusatzqualifikation steht allen
glichkeit, die Medienbranche kennen zu se Nachfrage angepasst. Wie bis anhin Studierenden der HSG sowie externen
lernen. Nebst den bereits bestehenden lernen die Studierenden die Branche Studierenden anderer Universitäten ab
Fächern befasst du dich im neuen Kurs aus einer ökonomischen, kulturellen der Bachelorstufe offen. Die Kurse um-
«Innovationen, Trends und Medien» mit und juristischen Perspektive kennen. fassen insgesamt 23 ECTS. Diese sind
aktuellen Herausforderungen und Fra- Der neue Kurs füllt eine Lücke und gibt je nach Major vollumfänglich an das
gestellungen. Mach den ersten Schritt, einen Einblick in aktuelle Trends und HSG-Bachelor-Studium anrechenbar.
um in der spannenden Branche Fuss zu IT-Entwicklungen. Ein weiteres High- Du hast also keinen Zusatzaufwand. Das
fassen. light des Programms ist das praxisnahe Programm kannst du jeweils im Herbst
Integrationsseminar «Wir machen ein beginnen. Dazu musst du einfach das
Was ist neu? Buch». In den letzten zwei Jahren ent- Formular (zu finden unter www.lbw.
Ausgelöst durch die Digitalisierung standen in diesem Seminar ein Studi- unisg.ch) herunterladen, ausfüllen und
hat sich ein Umbruch in der Medien- enführer und ein Kinderbuch. In einem einschicken. Weitere Informationen fin-
branche abgezeichnet, dem sich tradi- Team erarbeitet ihr selbständig ein Kon- dest du ebenfalls unter www.lbw.unisg.
tionelle Medienhäuser stellen müssen. zept, plant und implementiert es unter ch.
Diese zunehmende Komplexität schreit professioneller Anleitung. Desirée Germann

Teilnahmecodes gibt’s auf jedem ovo drink: www.ovo.ch/shoppingtrip

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STARTFELD bringt HSG
Start-ups zum Fliegen
STARTFELD bietet die ganze Palette, um erfolgreich ein
Start-up zu gründen. Von der Erstberatung über ein wei-
teres Coaching, Finanzierung bis hin zur Bereitstellung
von Räumlichkeiten werden die Jungunternehmer voll-
ständig betreut. Nur die Geschäftsidee muss selbst mit-
gebracht werden.
Simone.Steiner@student.unisg.ch
Online-Chefredaktorin

D er Anstoss zur Gründung von START-


FELD ist unter anderem durch den
ehemaligen Rektor Prof. Ernst Mohr ge-
Mitarbeiter der HSG können über die
STARTFELD-Sprechstunde an der HSG
oder über die Internetseite www.start-
Jungunternehmer in den Genuss eines
Förderpaketes kommen, welches ne-
ben einem langfristigen Coaching auch
kommen. Im Jahr 2009 wurde Prof. Chris- feld.ch Kontakt aufnehmen. Bei einer Checks beinhaltet, welche bei akkredi-
toph Müller beauftragt, mit Partnern ei- kostenlosen Erstberatung steht ein Pro- tierten Dienstleistern (Rechtsanwälten,
nen Verein ins Leben zu rufen, der als Treuhändern und sonstigen) für Unter-
Plattform für Jungunternehmer in der nehmenszwecke eingelöst werden kön-
Ostschweiz fungiert. Die Hauptidee be- nen. Bei einem hohen Investitionsbe-
stand darin, einen übergreifenden In- darf kann das Projekt an den Stiftungsrat
kubator zwischen der HSG, der FHSG, weiterverwiesen werden.
der EMPA und der Stadt St. Gallen zu
schaffen. Es sollte nicht nur Beratung Der Verein arbeitet gemeinnützig
und Coaching für Start-ups angebo- und zieht keinen Gewinn aus den un-
ten werden, sondern auch eine Ver- terstützten Projekten. Durch START-
mittlung von Finanzierungen und FELD soll der Brain-Drain, also die
Räumlichkeiten. Seit April können Abwanderung von Fachkräften und
bis zu 300‘000 Franken Seedmoney Start-ups aus der Ostschweiz, gesenkt
von der mit der St. Galler Kantonal- werden. STARTFELD will die Jungun-
bank gegründeten Stiftung STARTFELD ternehmer von Anfang bis Ende beglei-
zinsfrei geliehen werden. ten und sie so an den Wirtschaftsraum
Ostschweiz heranführen.

Innovativ und ostschweizerisch Interessenten finden weitere Infor-


Um sich bei STARTFELD zu bewer- jektpate dem Gründerteam mit seinem mationen über STARTFELD unter www.
ben, benötigt man eine innovative Ge- Fachwissen zur Verfügung. Danach ent- startfeld.ch oder auf der Seite des Center
schäftsidee, welche ein wirtschaftliches scheidet ein Expertenkomitee, ob das for Entrepreneurial Excellence www.cee.
Wachstumspotenzial in der Ostschweiz Projekt weiter gefördert wird, und wenn unisg.ch. Gründungsinteressierte sind
(SG, AR und AI) besitzt. Studenten und ja, in welchem Umfang. So können zudem eingeladen, den STARTFELD-
Jungunternehmertreff zu besuchen, der
jeweils am ersten Donnerstag im Monat
um 19:00 Uhr stattfindet.

Bei weiterem Interesse melde dich


bei:
Prof. Dr. Christoph Müller (christoph.
mueller@startfeld.ch)
oder
Dipl. oec. Claudius Habisreutinger
Der Verein STARTFELD unterstützt Start-ups in der Ostschweiz mit vielfäl- (claudius.habisreutinger@startfeld.ch)
tigen Services und Know-how.

Campus 22 prisma – Mai 2011


People. Passion. Results.

BAINVESTOR
Bainies machen den Unterschied. Wir reden Klartext. Und sind konsequent ergebnisorientiert. Der Erfolg gibt uns Recht: Als eine der drei weltweit
führenden Strategieberatungen gewinnt Bain & Company seit Jahren kontinuierlich Marktanteile.
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Our philosophy: True North – we tell it like it is.
Burnout - oder «wenn wir an
unsere eigenen Grenzen stossen»
Das Studium an der HSG ist kein Ponyhof. Das ist jedem
bewusst, der das Assessment-Jahr hinter sich gebracht
hat. Aber was, wenn sich der vermeintliche Ponyhof in
ein Wildtiergehege verwandelt, das uns keine Ruhe mehr
lässt? prisma berichtet zum Umgang mit Burnout an der
Universität St.Gallen.
Vladimir.Mijatovic@student.unisg.ch
Ressortleiter Thema

M eistens fängt es unbemerkt an:


Man schläft weniger, arbeitet
mehr, widmet sich voll und ganz dem
Beratungsstelle an der HSG betreut, be-
gründet den prozentualen Anstieg mit
der gestiegenen Zahl der Studierenden.
ker an. Auch er bestätigt zwar, dass der
Nimbus der HSG untrennbar mit dem
Leistungsgedanken verbunden sei, kri-
Studium. Arbeiten tagaus, tagein. Das Hinzu komme der so genannte «My- tisiert aber zugleich, dass das Studium
Studium wird zum primären Lebensin- thos Assessment», ein überzeichnetes etwas mehr Platz zur persönlichen Ent-
halt, und plötzlich kann man nicht mehr. Leistungsprofil, das laut Dörte Resch faltung bieten könnte. Zeitlich wäre dies
Nicht weil der Körper nicht will, sondern durch die älteren Semester geprägt wer- durchaus im Studium umsetzbar, wo-
weil der Geist den Gehorsam versagt. de. Diese würden bei den Erfahrungsbe- bei viele Studierende diesen Umstand
Meistens hilft hier ein Tag Abstand, um richten aus ihrem eigenen Assessment- gar nicht realisierten. Und das liegt
die Batterien wieder aufzuladen, um Jahr gerne übertreiben, um damit die nicht nur allein am «Mythos Assess-
sich dann mit neuem Elan in die Arbeit eigene Leistung glänzender erscheinen ment», sondern auch an der Universität
zu stürzen. Aber was, wenn auch am zu lassen. Auch dadurch kann sich im St. Gallen: «Wenn Studierende gleich
folgenden und am darauffolgenden Tag Kollektivbewusstsein das Bild des un- zu Beginn ihres Studiums mit einer bis
das Studium, anstatt zu intellektuellen erbittlichen Leistungsapparates Assess- in den letzten Winkel geplanten Start-
Höhenflügen anzuspornen, uns, Beton- ment-Jahr zementieren. In der Realität woche konfrontiert werden und wenige
schuhen gleich, zum Grund zieht? präsentiert sich aber ein anderes Bild. Wochen später in LWA der Spoun‘sche
Natürlich kann niemand abstreiten, Wochenplan vorgestellt wird, was für
Der Mythos Assessment dass das Assessment-Jahr anspruchs- einen Eindruck bekommen da die Stu-
Burnout, auch als Erschöpfungs- voll ist, aber gerade das macht auch die denten?», fragt sich Markus Anker.
depression bekannt, ist seit langem Universität St. Gallen aus: ein klares Be-
keine Seltenheit mehr unter Studieren- kenntnis zum Leistungsgedanken. Der Das Studium an der HSG wird da-
den. Laut einer im Spiegel publizierten sei, so Dörte Resch, eines der kultur- und durch, zumindest in den Augen der
Umfrage leide jeder siebte Student in identitätsstiftenden Merkmale der Uni- Studierenden, zu einer Zweckveranstal-
Deutschland unter depressiven Ver- versität St.Gallen. Sie betont aber auch, tung degradiert. Die Weiterentwicklung
stimmungen. Die am häufigsten ange- dass die Studierenden dabei nicht nur des eigenen intellektuellen Habitus hin
gebenen Ursachen sind Zeitstress und aus einem Blickwinkel gesehen werden zu einer gereiften Persönlichkeit rückt
Hektik. Auch die Universität St.Gallen dürften. Vielmehr sehe die Universität dabei in den Hintergrund. Nicht zu-
kennt diese Problematik: Ausgehend den ganzen Studierenden, der sich wäh- letzt, weil das Studium aufgrund seines
vom Assessment-Jahrgang 2009 konnte rend seines Studiums unterschiedlichen durchgeplanten Charakters kaum noch
man einen Anstieg der psychologischen Anforderungen zu stellen hat. organisatorischen Leerlauf zulässt.
Beratungen um zehn Prozent im Ver- Dabei spielt die zunehmende Digita-
gleich zu den Vorjahren verzeichnen. Systematische Erschöpfung lisierung und Optimierung des Studi-
Dr. Dörte Resch vom Lehrstuhl für Orga- Grundlegend nachdenkliche Töne ums und unseres Lebens eine wichtige
nisationspsychologie (kurz OPSY), die zum HSG-Studium schlägt der evange- Rolle. Auch die Universität St. Gallen
seit 2000 ebenfalls die psychologische lische Universitätspfarrer Markus An- schwimmt schon lange mit dem Trend:

Campus 24 prisma – Mai 2011


Dr. Dörte Resch, OPSY Markus Anker, Universitätspfarrer

Das StudyNet ermöglicht einen welt- die eigene Situation beispielsweise als Glauben, so entwickeln sich stressbe-
weiten und zeitlich unbeschränkten Zu- prekärer eingeschätzt, als sie sich in der dingte Krankheitsbilder zu einem ernst-
griff auf die Vorlesungsunterlagen und Realität gestaltet, oder Aufgaben werden zunehmenden wirtschaftlichen Faktor.
-inhalte. Dies birgt zwar viele Vorteile, nicht nach Prioritäten geordnet, sondern Firmen wie SAP oder Henkel haben dies
führt aber auch dazu, dass theoretisch wahllos und unter grossem Zeitdruck erkannt und erste weltweite Programme
zu jeder Tages- und Nachtzeit gearbeitet bearbeitet. Dass man in diesem Fall in gestartet, um ihre Angestellten zu sen-
werden kann. Dadurch fällt es Studie- allererster Linie bei der Person selber sibilisieren. Auch an der Universität
renden zunehmend schwer, Abstand zu ansetzen muss, bevor man versucht, das St. Gallen scheint ein Umdenken einge-
nehmen, die nötige Freizeit einzubauen Studiensystem zu ändern, liegt auf der setzt zu haben: Im letzten Jahr konnte
und sich so zu erholen. «Ineffizienz kann Hand. man sich zwar nicht zu einem weltwei-
im Bildungswesen sehr effizient sein», ten Programm, aber immerhin zu einem
so Markus Anker. Wobei er sich nicht HSG in der Pflicht eigenen Beratungsraum für die psycho-
nur auf die Studierenden bezieht. Denn Die Universität nimmt hierbei eine logische Beratungsstelle durchringen.
besonders burnoutgefährdet sind ne- Schlüsselrolle ein. Im Rahmen der
ben den Studierenden auch die wissen- Studiengestaltung, aber auch auf indi-
schaftlichen Mitarbeiter sowie Profes- vidueller Ebene, im Rahmen der Per-
soren auf den mittleren Arbeitsebenen. sönlichkeitsentwicklung der Studieren-
Sie müssen sich im Rahmen ihrer For- den. Natürlich ist es nicht einfach, aus
schungsarbeiten immer wieder selber Universitätssicht die richtige Balance Kontakt
motivieren, denn grundsätzlich kann zwischen Leistungsanforderung und in-
zwar eine Arbeit abgeschlossen werden, dividueller Gestaltung zu finden. Aber Die psychologische Beratungsstelle
die Forschung zu einem bestimmten gerade das könnte eine Chance sein, an der HSG
Thema dauert jedoch immer weiter an. sich zu positionieren und so nicht nur Varnbüelstr. 19
Das münde, laut Pfarrer Anker, immer Manager auszubilden, für die das The- Erdgeschoss, Raum 34-006
öfter in einen permanenten Zustand der ma Nachhaltigkeit bei der eigenen Ge- Termine per Mail unter
Unzufriedenheit, was wiederum als eine sundheit aufhört. Dass das Thema Burn- beratung@unisg.ch
der Hauptursachen für Burnout gesehen out auch in Zukunft an Brisanz nicht
werden kann. verlieren wird, zeigt eine Umfrage der Seelsorge
Deutschen Gesellschaft für Personal- Pfarrer Markus Anker (evangelisch)
Viele sehen deshalb den Auslöser führung (DGFP): In der im Tagesspiegel Steinbockstr. 1
der Erschöpfungsdepression im Arbeits- veröffentlichten Umfrage rechnen circa 9010 St. Gallen
und Studiensystem selber. Das stellt 85 Prozent der befragten Manager mit Tel.: +41 (0)71 744 71 77
aber nur die eine Seite der Medaille dar. einem Anstieg der stressbedingten Per- Mail: markus.anker@unisg.ch
Denn nicht minder wichtig ist auch der sonalausfälle im Zeitraum der nächsten
individuelle Umgang mit Stress. Oft wird fünf Jahre. Schenkt man der Umfrage

Mai 2011 – prisma 25 Campus


«Die Uni schadet sich selbst!»
Philipp Wellstein wurde kürzlich mit 59.3 Prozent der Stim-
men zum künftigen Präsident der Studentenschaft gewählt.
Im Interview mit prisma sprach er exklusiv über den Wahl-
kampf, sein Verhältnis zum Dialog Klub und die aktuelle Unipo-
litik – von Masterbeschränkungen bis Studiengebühren.

Tristan.Swysen@student.unisg.ch Luc-Etienne.Fauquex@student.unisg.ch
Ressortleiter Aktuell Chefredaktor

Kannst du dich mit der HSG identifizieren? matisch, ohne Erfahrung in dieser Or- des bisherigen SHSG-Vorstandes unzu-
Ich identifiziere mich mit den ganisation das Präsidentenamt zu über- frieden – und erhoffen sich durch diese
Grundwerten der HSG in Bezug auf nehmen? Wahl einen Wandel.
nachhaltiges Wirtschaften, solider öko- Ich sehe es als Chance und bin opti-
nomischer Ausbildung und dem Ver- mistisch, dass ich mich in der Übergangs- Vor allem der Dialog Klub hat aktiv für
ständnis der gesamtwirtschaftlichen Zu- phase genügend informieren und mir das dich Werbung gemacht. Wie kam es dazu?
sammenhänge. nötige Know-how aneignen kann. Das Das ist eine gute Frage. Ich kann mir
Argument «wir haben es immer schon so das auch nicht abschliessend erklären.
Hast du wirklich das Gefühl, dass Nach- gemacht, also machen wir es weiterhin Von den Konflikten, die zwischen der
haltigkeit und Ethik die HSG ausschlag- so» ist nicht annehmbar. Es ist sicher nicht Uni und dem Dialog Klub stattgefunden
gebend prägen? unser Ziel, die SHSG komplett neu auszu- haben, habe ich nur aus der Zeitung und
Ich kann das nur aus meiner persön- richten. Aber wir wollen mit unserer Aus- offiziellen Schreiben erfahren. Die aktu-
lichen Sicht beurteilen: Jeder einzelne senperspektive motiviert ans Werk gehen, elle Vereinspräsidentin habe ich gerade
hat die Aufgabe, das Gesagte kritisch zu kreative Ideen einbringen und frische Lö- eben am Vereinspräsidententreffen das
hinterfragen und seine eigenen Schlüs- sungsansätze verfolgen. erste Mal gesehen.
se daraus zu ziehen. Und ich bin davon
überzeugt, dass sich jeder Studierende Es wird auf jeden Fall einen Umbruch Trotzdem ist von Seiten Dialog Klub er-
diese kritischen Fragen stellt. geben? staunlich viel gekommen: Facebook-Grup-
Man darf nicht vergessen, dass be- pen, Rundmails etcetera. Das ist mehr als
Und von Seiten der Uni kommt hier reits durch die Statutenreform ein grund- nur punktuelle Unterstützung; das war
nichts? legender Umbruch eingeleitet wurde. Das eine koordinierte Kampagne. Hat das alles
Sicherlich. Aber meiner Ansicht ist der Auslöser für die neue Ordnung. wirklich ohne dein Wissen stattgefunden?
nach ist es nicht die Aufgabe einer Uni, Ich hatte bis Donnerstagabend der
zu sagen, was richtig und was falsch ist. Wie erlebst du die Übergangsphase und die Wahl-Woche nicht mal einen Facebook-
Wir sollten so ausgebildet werden, dass Zusammenarbeit mit dem alten Team? Account. Dann wurde ich dazu einge-
wir uns eine eigene Meinung selbst bil- Konstruktiv, positiv. Ich möchte mich laden, ein offizielles Statement für die
den können. an dieser Stelle für ihr Engagement, das Gruppe «Philipp Wellstein als Präsi-
sie im vergangenen Jahr geleistet haben, dent» abzugeben. Ich muss offen und
Wie bist du eigentlich nach St. Gallen ge- ganz herzlich bedanken. ehrlich sagen, dass ich von dem, was ihr
kommen? hier ansprecht, wenig mitbekommen
Das war ein langjähriger Prozess. Du bist mit einer deutlichen Mehrheit ge- habe. Selbstverständlich haben mich
Ursprünglich wollte ich Linienpilot bei wählt worden. Wie erklärst du dir das? Leute angerufen. Ich bin jederzeit per
der Swissair werden. Nach meiner Ma- Ich versuche, es wie folgt einzu- Mail und Telefon erreichbar – wenn man
tura im Jahre 2005 wurden aber keine ordnen. Einerseits hatte ich eine grosse Fragen oder Anliegen hat, kann man
Piloten gebraucht. So hat mich nicht zu- Unterstützung aus meinem Umfeld. An- einfach auf mich zukommen.
letzt auch der Niedergang der Swissair dererseits gab es Leute, die zwei Master-
wegen falscher Managemententschei- studenten eine Chance geben wollten, Viele wählten dich, weil du Schweizer
dungen an die HSG gebracht. weil sie den Überblick über die Jahre bist. Spielt die Nationalität für das Amt
hinweg haben. Da hatte die Gegenkan- überhaupt eine Rolle?
Du warst bei der Studentenschaft bis jetzt didatur vielleicht ein Handicap. Zu guter Grundsätzlich besteht sicher der
ein Aussenstehender. Ist es nicht proble- Letzt waren einige wohl mit der Arbeit Wunsch nach derselben Diversität, wie

Campus 26 prisma – Mai 2011


Tristan Swysen

Philipp Wellstein, designierter SHSG-Präsident, steht prisma Rede und Antwort

wir sie an der Uni haben. Offenbar ist di- FH oder ein Fernstudium irgendwo im Und die steigende Differenz zwischen den
ese in den vergangenen Jahren nicht ad- Ausland an dubiosen Unis zu absolvie- Gebühren von Ausländern und Schwei-
äquat abgebildet worden. Deshalb gab ren, um bessere Noten und somit grös- zern: Ist sie in dieser Grösse begründbar?
es wohl auch einige Wähler, die dieser sere Chancen für die Masterzulassung Eine gewisse Differenz, wie es sie
Entwicklung entgegentreten wollten. All in St. Gallen zu haben, dann ist das eine schon immer gab, ist nachvollziehbar
jene, die das jetzt beschäftigt, kann ich besorgniserregende Entwicklung. Da und angebracht. Aber ich habe den Ein-
beruhigen: Mit drei Schweizern, zwei schadet sich die Uni selbst! druck, dass wir in dieser Frage an der
Deutschen und einem Österreicher ist Uni zwei deutliche Lager haben (lacht).
im neuen Vorstand diese Diversität ein- Und du hältst es für realistisch, das än-
deutig zu erkennen. dern zu können? Welchem würdest du dich zuordnen?
Ich kann sicher keine Versprechen Es ist meine Aufgabe, dass eine wei-
Was wird sich nach einem Jahr Philipp machen. Was ich machen kann, ist mein tere Erhöhung der Studiengebühren in
Wellstein an der Spitze der SHSG geän- Bestes dafür zu geben, dass das Thema meinem Amtsjahr nicht vorkommt. Die
dert haben? wahrgenommen und angesprochen Legitimität differenzierter Gebühren und
Ich hoffe, wieder ein breites Inte- wird. Wir wollen den HSG Bachelor- deren Ausmass hingegen ist eine rein
resse der Studierenden an der Tätigkeit Abschluss im Bezug auf die Zulassung politische Frage – und es ist nicht meine
der Studentenschaft zu wecken. Das ist zu den Masterstudiengängen stärken. Aufgabe, mich politisch zu äussern.
ein ambitiöses Ziel, aber wir können es Denkbar wäre, dass man das aussercur-
erreichen. Ich möchte beispielsweise riculare Engagement der Studierenden Warum? Siehst du dich denn nicht als
versuchen, als Präsident präsenter an oder entsprechende Empfehlungsschrei- Politiker?
der Uni zu sein – sei es dadurch, dass ich ben höher gewichtet, so hätten HSG-Stu- Nein, auf keinen Fall. Ich bin ja nicht
selbst in Vorlesungen gehe, um Sachen dierende wieder fairere Chancen. Mitglied einer Partei.
anzukünden, oder indem ich Vereinsan-
lässe besuche. Wie stehst du zu den Erhöhungen der Aber du bist doch Teil der Uni-Politik,
Studiengebühren? das ist dein Job!
Hat das bis jetzt gefehlt? Ich kann heute nichts mehr daran Es ist klar, dass die Studierenden kei-
Das ist eine berechtigte Frage, ich ändern. Das war im Amtsjahr meines ne weiteren Studiengebührenerhöhungen
kann sie aber nicht abschliessend be- Vorgängers. möchten – egal in welchem Rahmen sie
antworten. ausfallen. Das ist meine Meinung.
Wurde auch dieser Aufgabe unzurei-
Die Beschränkungen der Masterstudi- chend nachgegangen? Was möchtest du deinen Mitstudieren-
engänge waren Wahlkampfthema. Was Das kann ich nicht beurteilen, da den zum Abschluss dieses Interviews mit
wollt ihr ändern? ich die Faktenlage nicht kenne. Für mich auf den Weg geben?
Wir möchten auf verschiedenen geht es schlussendlich darum, die In- Ich freue mich, gemeinsam mit
Ebenen tätig werden. Einerseits soll die- teressen aller zu wahren. Aber wenn es meinem Vize-Präsidenten Tobias Weid-
se Diskussion sofort auf den Tisch kom- nicht mehr möglich sein sollte, aufgrund mann und dem Vorstand das Amtsjahr
men. Andererseits müssen wir das Beste zu hoher Gebühren ein Studium auf- am 1. Juni anzutreten und danke jetzt
aus der gegebenen Situation machen. zunehmen, dann werden wir handeln schon für alle Unterstützung, konstruk-
Aber wenn ich hören muss, dass Studi- müssen. Ob wir einen grossen Hand- tive Anregungen und dem Interesse der
eninteressierten anscheinend empfoh- lungsspielraum haben, kann ich im Mo- Studierenden für unsere Arbeit.
len wird, lieber einen Bachelor an einer ment noch nicht einschätzen.

Mai 2011 – prisma 27 Campus


Die Geschmeidigkeit des
Moralischen
«Überzogene Boni sind unanständig» – warum eigent-
lich? Die Haniel-Seminare beleuchteten auch im Frühjahr
wieder den kontroversen Begriff des Anstands. Zu Kursen
und öffentlicher Diskussion kamen der Sozialpsychologe
Harald Welzer und der Filmemacher Christian Petzold an
die HSG.

A nstand» – was kann ein so aufgela-


dener und zugleich so missbrauchter
Begriff – auch Heinrich Himmler hielt
spruchnahme des Grosskonzepts An-
stand sein kann: Man tötete Menschen,
blieb aber anständig, weil man sich
genen Filmen erklärte Petzold den Stu-
dierenden Einstellung für Einstellung
praxisnah das Handwerk des präzisen
sich für anständig – heute noch bedeu- nicht an ihnen bereicherte. Für Welzer Sehens, das jeder angemessenen Abbil-
ten? Dieser Frage nahmen sich die Hani- gilt: Wenn Moral nicht äusserlich blei- dung von Welt im Kino vorausgeht.
el-Seminare nach den Veranstaltungen ben soll, muss gruppen- und kontextab-
im Herbst auch im Frühjahrsemester hängig gefragt werden, wie angemessen Seit 2003 werden mit Unterstützung
wieder an. Mit den Beiträgen der bei- jemand handelt. der Duisburger Haniel-Stiftung Haniel-
den deutschen Gastdozenten Prof. Dr. Seminare an der HSG abgehalten. Das
Harald Welzer und Christian Petzold ist Der deutsche Autorenfilmer Chris- Jahresthema 2011/12 lautet «Affekte
das Jahresthema um moralische und äs- tian Petzold («Yella», «Jerichow») ging und Emotionen». Dafür konnten bereits
thetische Facetten erweitert worden. im Seminar «Der unanständige Blick» die bekannte israelische Soziologin Eva
seiner Beobachtung nach, dass die Ver- Illouz («The Making of Emotional Capi-
Der bekannte Publizist Welzer («Tä- folgung die Urszene jedes Kino-Plots sei. talism») und die dänische Management-
ter», «Klimakriege») stellte in seiner Mehr als etwa Liebes- oder Kussszenen Forscherin Dorthe Staunaes («Psy-Ma-
Haniel-Vorlesung zur «Geschmeidigkeit präge unsere Lust am heimlichen oder nagement») gewonnen werden.
des Moralischen» sein neues Bestseller- actionreichen Verfolgen von anderen Dr. Jörg Metelmann
Buch «Soldaten. Protokolle vom Kämp- das filmische Geschehen; dabei über- Programmleitung Handlungskompetenz im
fen, Töten und Sterben» vor. Am Beispiel schreite die Kamera notwendig Grenzen Kontextstudium
von Wehrmachtssoldaten zeigte er, wie der Intimität. An Klassikern wie «Verti-
missbräuchlich eine abstrakte Inan- go» oder «French Connection» und ei-

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Das begeistert mich.

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Homecoming Year 2011:
Zurück an die HSG
Vor knapp 60 Jahren begann die Tradition der Norweger
Community an der HSG. Im Rahmen des «Homecoming
Year 2011» kehren zahlreiche Ehemalige
an die HSG zurück und hauchen der
alten Tradition an diversen Anlässen
wieder neues Leben ein.

G emeinsam mit der Universität hat


HSG Alumni das «Homecoming
Year 2011» ausgerufen: Unter diesem
ckeren Art in den Bars und Re-
staurants der Region waren die
Norweger gute Studierende. Die
Motto wird eine Reihe von Anlässen meisten der circa 400 erreich-
durchgeführt mit dem Ziel, möglichst ten einen guten Abschluss, bis-
viele Ehemalige zurück an der HSG be- her promovierten elf von ihnen an
grüssen zu dürfen. Neben dem HSG der HSG. Seine Majestät König Harald bergplatz oder im «Peter und Paul» anfing
Alumni Forum, der Wiedereröffnung V. unterstützte das International Stu- und mit einem Fest an der Sitter endete.
des HSG-Hauptgebäudes und der Rück- dents‘ Committee (ISC) von Anfang an Die «Norwegerbar» am jährlichen Hoch-
kehr des HSG-Balls findet die Alma Ma- und wählte 2006 die HSG als einen der schulball war immer als «Wasserloch» be-
ter Night statt, deren diesjähres Gastland wenigen Besuchsorte anlässlich seines rühmt für ihre Grosszügigkeit.
Norwegen ist. Staatsbesuches mit Königin Sonja.
Wo sind die Norweger denn
Norweger: «back in town» Früher hatte der Weltverband «Al- heute?
Der erste norwegische Absolvent an lianz Norwegischer Studenten im Aus- Auch heute sind etliche Norweger an
der HSG war Jon Hoem im Jahre 1949. land» (ANSA) einen eigenen Verein in der HSG und im Alumni-Netzwerk aktiv:
Danach wuchs die Anzahl der Norweger St. Gallen. Viele wurden auch Mitglieder Prof. Dr. Odd Gisholt ist in der Jury des
ständig und erreichte im Jahre 1963 den der AV Mercuria und fanden dort le- St.Gallen Wings of Excellence Award des
Höhepunkt mit 103 immatrikulierten benslang schweizerische Freunde. An ISC, Dr. Flemming Ruud HSG-Professor
Studierenden. Zusammen mit Har- den Wochenenden im Winter domi- für Interne und Externe Revision und Dr.
vard stand die HSG ganz oben auf der nierten die Langläufer das Appenzeller Peder Greve Forschungsassistent für In-
Wunschliste der Norweger. Heute ist das Land, aber auch die Skihänge in St. Mo- ternationales Management. Weil es doch
Bildungsangebot in Norwegen grösser, ritz, Davos und Zermatt wurden von den deutlich weniger norwegische Studie-
und wer ins Ausland möchte, studiert Norwegern eingenommen. Eine ganz rende an der HSG gibt, schliessen sich di-
vielfach ausserhalb Europas. 2007 wur- spezielle Aufmerksamkeit wurde den ese vermehrt mit den Kommilitonen aus
de der HSG-Alumni-Club Norge auf In- HSG-Norweger zuteil, als sie 1970 die anderen skandinavischen Ländern zu-
itiative von Paal Østmoe gegründet und jährlichen ANSA-Skiwinterspiele in Un- sammen, veranstalten Stammtische und
hat heute 162 Mitglieder. Trotz ihrer lo- terwasser für norwegische Studierende Ausflüge und organisieren Events wie die
in Europa ausserhalb von Norwegen ANSA-Winterspiele in der Schweiz.
organisierten. 1000 Teilnehmende
kämpften um Medaillenplätze Auch wenn das Café Seeger früher
in den nordischen und alpi- mit «Hunde und Norweger kein Zutritt»
nen Disziplinen. markiert war, kann man wohl mit Recht
sagen, dass die Schweizer diese glück-
«Syttende Mai» in lichen und sportlichen Norweger mit
St. Gallen einer Kombination von Horror und Be-
Die Feier des National- wunderung ansahen. Wir Norweger bit-
tages am 17. Mai war jedes ten um Vergebung und danken demütig
Jahr ein grosses Ereignis, das für die wunderbaren Jahre in St. Gallen.
mit Crevetten-Frühstück in Charlotte Claesson
der ehemaligen Norweger- & Daniel Bargetze
beiz «Biland» am Blumen- Kommunikation und Alumni Relations

Mai 2011 – prisma 29 Campus


Wo spielte das HSG-Orchester vor Kurzem?
- Gewinnspiel auf Seite 63

Nach wie vor nicht umsonst


So lautete der Slogan des Weihnachtskonzertes, mit dem
nicht nur musikalisch ein neues Kapitel für das Orchester
der Universität St. Gallen begann. An das Erfolgsrezept
halten wir uns auch diesmal.

Z ählte das Orchester vor Beginn des


akademischen Jahres rund 25 Mit-
glieder, also etwa ein Drittel eines pro-
Neunten kombinieren. Zudem wird der
sinfonische Teil mit populären Stücken
der Unterhaltungs-Musik ergänzt. In
len der «École des hautes études com-
merciales».

fessionellen Sinfonieorchesters, sind es Planung steht ein Klavierkonzert, das Das Sommerkonzert in St. Gallen
nun stolze 60 Musiker, die für die halb- kommenden Winter zur Aufführung findet am Montag, den 23. Mai, um 20:15
jährlichen Konzerte auf ihren Instru- gebracht werden soll. Der Solist ist ein Uhr in der Aula statt. Dirigiert wird das
menten ackern. Nun ja, musizieren ist HSG-Studierender. Orchester von Prof. Francisco Obieta.
das richtige Wort. Tatsächlich kommen Wir danken der Universität, den HSG-
das Orchester und sein Publikum neu- Bereits Anfang Mai feierte unser Alumni sowie der Studentenschaft für
erdings in den Genuss wahrer Meilen- Programm Premiere. Es war ein ganz ihre grosszügige und wertvolle Unter-
steine der Klassik: So ist das Herzstück besonderes Konzert, denn das Orchester stützung.
des Sommerprogramms Schuberts der HEC Paris und das HSG-Orchester Cung Truong Hoang
«Unvollendete», die wir mit Dvoraks fu- konzertierten auf gemeinsamer Bühne Verantwortlicher Marketing &
riosem «Allegro con fuoco» aus seiner vor französischem Publikum in den Sä- Sponsoring Uniorchester

Of the students, by the students,


for the students
Über den Versuch von Studierenden, einen Kurs für Stu-
dierende zu entwerfen. Ein Perpetuum mobile?

S oll es Aufgabe einer Universität sein,


Studierende zu Trägern gesellschaft-
licher Verantwortung zu machen? Vor
Die Zusammenarbeit im Team ist
betont offen. Wer kann, hilft mit. Auf
eine hierarchische Struktur wird ver-
knapp einem Jahr sind Studierende und zichtet, genauso wie auf Frontalun-
Unileitung in der Diskussionsrunde GO terricht im Kurs. Die Kooperation mit
BEYOND dieser Frage nachgegangen. Organisationen wie SEKEM aus Ägyp-
Der Ausgang ähnelt so manchem Welt- ten, die für ihren Ansatz der agrarwirt-
klimagipfel: gegenseitige Zugeständ- schaftlichen Erneuerung 2003 mit dem
nisse, aber kein verbindliches Ergebnis. alternativen Nobelpreis ausgezeichnet
worden ist, schafft Praxisnähe. Ein opti-
Auch zahlreiche studentische Initi- onales Praktikum kann angehängt wer-
ativen waren vertreten, deren Anliegen den. Vor kurzem ist das gemeinsame
es ist, das gesellschaftliche Engagement Konzept schliesslich offiziell angenom-
an unserer Universität zu fördern. Doch men worden und ab Frühjahrssemester
dem Wunsch einer inhaltlichen Neuaus- 2012 kann der Kurs «International Deve-
richtung des Lehrplans wurde von offi- lopment» auch gewählt werden. Wenn
Sebastian Camarero

zieller Seite nicht entgegengekommen. euer Interesse geweckt wurde oder ihr
Von dem Gedanken getragen, dann eben mithelfen möchtet, dann meldet euch
alleine aktiv werden zu müssen, hat sich doch über www.indeed.blum-group.de.
im Herbst eine elfköpfige Gruppe das Wir freuen uns auf euch!
Ziel gesteckt, einen Kurs über Entwick- Dennis Büchel
lungspolitik auszuarbeiten und akkredi- Mitgründer des Kurses
Kursentwicklung in der Praxis
tieren zu lassen.

Campus 30 prisma – Mai 2011


T hema
32 Das ist für euch!
33 Eine HSG-Romanze
34 Der Durchschnitts-HSGler
36 Die «Frontschweine» im Studierendensekretariat
38 Eine Uni voller Pessimisten
39 Sündenpfuhl oder Taufbecken?
40 Der «zu Guttenberg» in uns
42 Kinder? Nein, danke!
Das ist für euch!
Über 1'000 HSGler haben an der
grossen prisma-Umfrage teilgenommen.
Wir haben die Ergebnisse ausgewertet
und in diesem Heft zusammengefasst.
Fabian.Fechner@student.unisg.ch
Redaktor

D as hier ist nicht für die Uni, die Pro-


fessoren oder die Studentenschaft.
Es ist auch nicht für uns, die hin und wie-
men wird. Dennoch gibt es natürlich Ten-
denzen, und wenn man den typischen
HSG-Studierenden einmal überspitzt in
Prozent Veganern, den 8.7 Prozent, die
in einer Verbindung sind, oder den 1.4
Prozent, die sich tapfer für den Kommu-
der selbstverliebten Hobbyjournalisten wenige Worte fassen will, kommt unge- nismus einsetzen. Oder du bist sonst ir-
von prisma. Das ist nur für euch, die Stu- fähr Folgendes dabei heraus: Der durch- gendwie besonders. Wie eigentlich jeder
dierenden der Universität St. Gallen. schnittliche HSGler hat eine liberal-frei- an der HSG.
sinnige Einstellung, isst Fleisch, trinkt
Um genau zu sein: Das ist nicht nur zwei- bis dreimal wöchentlich Alkohol, Und das ist das beruhigendste Er-
für euch – das seid ihr. Das Thema dieses wohnt entweder in St. Fiden oder am Ro- gebnis dieser Studie. Zwar wurden eini-
Heftes fasst wie keine andere Umfrage, senberg, geht meistens in die Vorlesung, ge Klischees bestätigt (Männer trinken
die je an dieser Uni durchgeführt wur- ist mit dem Service des Studierendense- lieber Bier als Frauen; HSGler sind we-
de, zusammen, wie der typische HSGler kretariats eher unzufrieden, ist aufgrund gen des Rufs an dieser Uni), aber den-
wirklich tickt. Die volle Dröhnung HSG! persönlicher Interessen Mitglied in einem noch hat diese Umfrage einige Details
Von ganz banalen Dingen wie den durch- studentischen Verein, hatte bereits zwei ans Licht befördert, die man in dieser
schnittlichen Vorlesungsbesuchen über ernsthafte Beziehungen, möchte später Form vielleicht nicht vermutet hätte.
intime Details zum Sexleben bis hin zu zwei Kinder haben, hat mehr Angst vor
den Zukunftsängsten der Studierenden einem unerfüllten Leben als vor Atom- Wie das im Einzelnen aussieht, ob
wollten wir sehr viel wissen. kraft und glaubt, dass es unsere Generati- die BWLer mehr Angst vor der Finanzkri-
on schwerer haben wird als die Generati- se haben als die VWLer und ob die Män-
Wir waren auf eure Hilfe angewie- on unserer Eltern. ner wirklich mehr Pornos konsumieren,
sen und wir wurden nicht enttäuscht. erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Über 1‘000 Studenten haben an der Klischees und Unerwartetes
Erhebung teilgenommen, wofür wir Du findest dich darin nicht wieder? Das ist für euch.
uns an dieser Stelle herzlich bedanken Dann gehörst du entweder zu den 0.4
möchten. Mit freundlicher und fachkräf-
tiger Unterstützung von Klaus Edel von
der Betriebswirtschaftlichen Abteilung, Verteilung der HSGler in St. Gallen
der seine Freizeit opferte und seine Ge- (umso höhere Dichte, desto dunkler)
duld auf die Probe stellte, haben wir eine
repräsentative Umfrage nach den Stan-
dards der empirischen Sozialforschung
erstellt. Stets mit einem Augenzwin-
kern, aber immer wissenschaftlich. Die
Guttenberg‘sche Methode ist schliess-
lich für die Mehrheit der HSG-Studenten
kein Thema. Auch das haben wir durch
diese Umfrage erfahren.

Der typische HSG-Studierende


Aber wie ist er nun, der durchschnitt-
liche HSGler? Natürlich ist er vielfältig, da
sind wir wirklich sehr beruhigt. Er ent-
spricht keineswegs dem Stereotypen, wie
es unterhalb des Rosenbergs, ausserhalb
von St. Gallen und sogar über die Gren-
zen der Schweiz hinaus oft wahrgenom-

Thema 32 prisma – Mai 2011


Eine HSG-Romanze
Wenn wir uns in einer statistischen
Welt bewegen würden, wie würde
die ultimative HSG-Liebesgeschichte
aussehen?
Simone.Steiner@student.unisg.ch
Online-Chefredaktorin
Beziehungsstatus
verlobt verheiratet

E r hiesse Christian und sie Julia.


Beide hätten ihr erstes Mal mit 17 ge-
habt, sie vermutlich etwas früher als er.
Und wenn sie sich dann endlich
gefunden hätten, wie sähe ihre Bezie-
hung aus? Vermutlich würde ihre Bezie-
offene Beziehung

Dafür wäre er schon mit sieben Frauen hung 26 Monate halten, so lange wie die suchend
vergeben

im Bett gewesen, sie nur mit fünf Män- durchschnittlich längste Beziehung der
nern. Julia allerdings hätte schon mal HSG-Studierenden. Sie hätten zwei- bis
mit jemandem von der HSG geschlafen, viermal Sex pro Woche und Christian ledig
Christian nicht. Wir schieben es auf die würde nebenher noch ein- bis zweimal
n=1026
Frauenquote: Nur 35.4 Prozent der be- pro Woche Pornos schauen – Julia nicht.
fragten Studierenden an der HSG sind Rein statistisch gesehen sind zwar beide
weiblich und von diesen sind gerade treu; Julia würde aber mit einer höheren Schon einmal Fremdgegangen?
mal 43.2 Prozent single (ledig, suchend Wahrscheinlichkeit fremdgehen.
oder in einer offenen Beziehung). Armer
Christian! So oder ähnlich würde die typische
HSG-Beziehung entlang vorgefertig-
Beide glauben an die grosse Liebe, ter Datenstränge ihren Lauf nehmen; Ja Ja

manchmal mehr, manchmal weniger. uns bliebe nichts anderes übrig, als zu
Und beide zögen die Liebe dem Sex vor hoffen, dass wir zu den wenigen sta-
Nein Nein
– allerdings entscheiden sich bei den tistischen Ausreissern gehören, die in
HSG-Männern nur 58.3 Prozent für die den Genuss des Unerwarteten kommen. n=619 n=345
Liebe, während es bei den HSG-Frauen Seien wir also dankbar, dass wir nicht
85.4 Prozent sind. Christian und Julia in einer statistischen Welt leben und
hätten beide bereits zwei ernsthafte Be- wir nicht alle Durchschnitt sind. Wie Glaubst du an die grosse Liebe?
ziehungen gehabt, doch mit niemandem könnten wir sonst unbekümmert un-
von der HSG. seren süssen Sitznachbarn nach seinen
Notizen fragen oder die Hübsche aus
Wo würde es sich kennen lernen, unserer BWL-Gruppe zu einem Kaffee Vielleicht
unser durchschnittliches HSG-Pärchen? einladen?
Vermutlich nicht in einem Verein oder Ja
einer Verbindung. Nur 7.8 Prozent der
Nein
Studierenden engagieren sich, um ex-
plizit Männer beziehungsweise Frauen
kennen zu lernen. Aber wo dann? Im n=970
Ausgang? Auch diese Möglichkeit ist eher
auszuschliessen. Erstens, weil das Män- Frequenz: Sex Frequenz: Pornokonsum
ner-Frauen-Verhältnis im Ausgang nicht seltener täglich
besser wird, und zweitens, weil auch hier
nur 18.1 Prozent explizit in den Ausgang 1-2 mal wöchentlich 3-4 mal wöchentlich
gehen, um rumzumachen oder einen 1 mal im
Monat täglich
Sexpartner zu finden (17.5 Prozent). Chri- 2-4 mal nie 1 mal
im Monat
stian und Julia würden sich also in einer 1 mal
wöchentlich
1 mal 1-2 mal
Vorlesung kennenlernen; vielleicht, weil wöchentlich im Monat wöchentlich

er sie nach ihren Notizen fragen würde 3-4 mal


nie

oder weil sie irgendeine Gruppenarbeit wöchentlich


n=914 n=604 n=341
gemeinsam schreiben müssten.

Mai 2011 – prisma 33 Thema


Thema 34 prisma – Mai 2011
Foto:
Mai 2011 – prisma 35AnnegretThema
Funke
Die «Frontschweine» im
Studierendensekretariat
Die prisma-Umfrage quantifizierte nicht nur den
Style und das Liebesleben an der HSG, mit kon-
struktiven Absichten konnte zudem die Service-
qualität der Uni bewertet werden. Warum das
Studierendensekretariat die mit Abstand nega-
tivste Bewertung bekam, versuchte prisma her-
auszufinden.

Raffael.Hirt@student.unisg.ch Tristan.Swysen@student.unisg.ch
Redaktor Ressortleiter Aktuell

D ass keine der Servicegremien der


HSG mit einer durchschnittlich gu-
ten oder gar sehr guten Note bewertet
den Studierenden eigentlich als gut, «al-
les andere sind Einzelfälle», sagt sie. Wir
haken nach, erzählen von Bekannten,
tige wie der Gefängnisaufseher und der
Polizist oder der Gärtner?» Im Rahmen
der hoheitlichen Aufgaben in Bezug auf
wurde, ist nicht verwunderlich. Nicht, bei denen ein Telefonat ohne Abschied Noten und Prüfungen, die das Sekretariat
weil es Grund gibt, unzufrieden mit beendet wurde, und von genereller Un- wahrnehme, müsse man eben auch mal
Mensa, Austauschdienst und Co. zu sein. freundlichkeit im direkten Kontakt. «Das «nein» sagen. Dass das Enttäuschung
Sondern einfach weil der Studierende sind alles Märchengeschichten», wirft seitens der Studierenden verursache, sei
an sich – der HSGler insbesondere – sehr eine andere Mitarbeiterin ein. «Und unausweichlich. Doch so einfach kann
hohe Ansprüche hat, nachtragend und manchmal gibt es einfach Probleme mit die Lösung nicht sein. Immerhin ist bei-
schwer zufrieden zu stellen ist. Einmal den neuen Telefonapparaten.» Unsere spielsweise auch die Anrechnungsstelle
ein zähes Steak in der Mensa gegessen, Gesprächspartnerin präzisiert, dass sie mit hoheitlichen Verwaltungsaufgaben
und schon ist in der Bewertung maximal schon verstehe, dass man unzufrieden betraut, und doch schneidet sie nicht so
eine Vier drin. Die von den rund 1'000 sei, wenn man einfach nur weiterver- schlecht ab wie das Studierendensekre-
Umfrage-Teilnehmern abgegebenen wiesen wird. «Wir haben aber sehr we- tariat.
Noten müssen also entsprechend rela- nig Entscheidungskompetenz», führt sie
tiviert werden. Dennoch ist es eklatant, aus. Insgesamt sei man aber offen für «Ja, zunehmende Komplexität
wie viele ungenügende Noten insbe- Feedback und froh um jede Rückmel- und Masse sind ein Problem»
sondere das Studierendensekretariat dung. In der Tat scheint das Ergebnis ei-
bekam – mehr als die Hälfte der abgege- nen Missstand zu bestätigen, der in-
benen Noten waren ungenügend. Ist der Von Gärtnern und Polizisten nerhalb der universitären Verwaltung
Service dort wirklich so schlecht? Wenn Dieselbe Offenheit zeigen der Stu- längst bemerkt wurde. Die lange Liste
ja, warum? Und wer kann daran etwas diensekretär Jan Metzger und die Be- der Probleme beginnt bei der Zahl an
ändern? reichsleiterin Jolanda Dähler, die wir Arbeitskräften. So ist das Sekretariat bei-
zum persönlichen Gespräch treffen. spiellos unterbesetzt und die wenigen
«Alles Märchengeschichten» Beide bemängeln, dass bei der Umfrage Angestellten kämpfen mit der Vielzahl
Unangemeldet gehen wir im Studie- nicht angegeben werden konnte, womit detaillierter Anfragen, die sie täglich er-
rendensekretariat vorbei, um der Sache man unzufrieden ist, und geben sich reichen. Und das in Büros, die im Som-
auf den Grund zu gehen. Zuerst will dementsprechend defensiv. «Wundert mer zu heiss und das ganze Jahr zu klein
niemand mit uns reden, dann zeigt sich es Sie, dass ausgerechnet das Studieren- sind. Die Fülle individueller Anfragen ist
eine der Verwaltungsmitarbeiterinnen, densekretariat so schlecht abgeschnit- ein nicht einfach zu lösendes Problem.
die nicht mit Namen genannt werden ten hat?», werden wir gefragt. «Welche Der Ursprung liegt hier in der Zen-
möchte, bereit, uns einige Fragen zu be- Behörde, glauben Sie, ist beliebter in der tralverwaltung der Universität. Während
antworten. Sie empfinde den Kontakt mit Gesellschaft? Hoheitlich Verwaltungstä- andere Universitäten über Sparten und

Thema 36 prisma – Mai 2011


Fakultäten verfügen und dementspre- Servicequalität
chend auch ihre Verwaltung dezentraler
gliedern, hat sich die HSG gegen ein Sehr schlecht Sehr gut Weiss nicht
solches Modell entschieden – dies wird Ø
bei immer stärker steigenden Studieren- 4.01
Austauschdienst (n=924)
denzahlen und stärkerer Internationa-
lität zum Verhängnis. Der Vorteil dieses 3.58
Anrechnungsstelle (n=917)
zentralen Systems ist auf Seiten des Stu-
dierenden: Doppelspurigkeiten und sich 4.39
Sportbüro (n=931)
überschneidende Prüfungstermine kön-
nen grösstenteils vermieden werden. 3.37
Studierendensekretariat (n=1000)

Die Komplexität fordert ihren Mensa (n=1018)


3.59
Tribut
Für die Angestellten und Auskunft- 20% 40% 60% 80% 100%
geber unserer Verwaltung heisst dies
aber, dass sie sich nicht nur im Bereich
der Sonderregeln für die Prüfungsnach- gieren und ernten als Ansprechpartner
holtermine von Jus-Studierenden aus- letztlich den Ärger der Studierenden.
kennen müssen, sondern gleichermas-
sen die Eigenheiten von Praxiscredits Der Umgang miteinander
des BIA-Programmes im Kopf haben All diese Umstände sollten wir uns
sollten – zumal Studierende viel zu oft beim nächsten Besuch der Dienstleis-
mit Anfragen im Sekretariat landen, tungssparten der Uni bewusst machen.
die dort nicht bearbeitet werden kön- Beide Parteien profitieren von einem
nen. Die Aufarbeitung dieser Komple- freundlichen und respektvollen Umgang.
xität wird einerseits durch den geringen Die Mehrzahl der Studierenden sei auch
Personalbestand erschwert und zudem freundlich, wurde uns versichert. Nur ei-
durch eine hohe Fluktuationsrate unter nige kämen mit dem Motto: «Also zuerst
den Sachbearbeiterinnen verkompli- mal: Ich hab hier Anrecht auf alles, ich
ziert. Was hierbei auch ein entschei- zahl' für den Laden Studiengebühren.»
dender Faktor ist: Im Gegensatz zu den Dass es so nicht funktioniert, ist klar.
Angestellten der Anrechnungsstelle Wir haben gleichsam erfahren, dass die
sind diejenigen des Studierendensekre- Verwaltungsangestellten bei uns keinen
tariates keine Akademiker und haben leichten Stand haben. Da können die
folglich eher eine Aussenperspektive auf Studierenden aber letztlich auch nichts
universitäre Sachverhalte. dafür – es besteht sicherlich noch Poten-
zial, sich hinsichtlich Freundlichkeit zu
«Die Frontschweine der Uni» verbessern. Damit wäre schon mal das
Besonders kompliziert ist die vor- wichtigste Detail als Grundstein gesetzt.
liegende Problemstellung deshalb, weil
die Verwaltung nicht über sich selbst Um aber nachhaltig dafür zu sorgen,
entscheiden kann. Das ist grundsätzlich dass es in der Verwaltung besser läuft
richtig so, da dies auch nicht die Aufga- und sich die Missstände auflösen, müs-
be einer Verwaltung sein soll. Wenn alle sen sich die Studierenden zu Wort mel-
die entscheidenden akademischen Gre- den. Umso erschreckender ist es, dass
mien scheinbar nicht fähig sind, in ihren von Seiten der bisherigen SHSG in den
Beschlüssen ausreichend Rücksicht auf vergangenen Jahren konstruktive Ände-
die sich ändernden Bedürfnisse sowie rungen zum Beispiel bezüglich der Öff-
die Umsetzungs- und Auskunftsfähigkeit nungszeiten des Sekretariats regelmäs-
der Verwaltung zu nehmen, läuft irgend- sig mit dem Motto «Es ist gut so wie es
etwas schief. Diese Entscheidungsträger ist» abgelehnt werden. Verbesserungen
werden uns aber beim sporadischen können jedoch nur erzielt werden, wenn
Besuch der Verwaltungseinheiten nicht konstruktive Kritik erbracht wird; darin
begegnen. Die Verwaltungsangestellten sind sich Metzger, Dähler und die ano-
sind quasi als «Frontschweine der Uni» nyme Verwaltunsgmitarbeiterin einig.
dazu verpflichtet, die Beschlüsse der Wenn man unzufrieden sei, solle man
Hierarchie umzusetzen und diese ver- sich direkt melden und so zur Verbesse-
bindlich zu kommunizieren; das heisst rung der Umstände beitragen – für beide
sie müssen sich irgendwie damit arran- Seiten.

Mai 2011 – prisma 37 Thema


Eine Uni voller Pessimisten
Wir werden es einmal schlechter
haben als unsere Eltern. Das ist halb so
schlimm, wie es klingt.
Jeffrey.Voegeli@student.unisg.ch
Redaktor

E s sieht nicht gut aus. Das könnte man


zumindest denken, wenn man liest,
dass 54 Prozent der HSGler glauben, sie
Immerhin wissen wir genug über
den Lauf der Welt, um uns nicht von der
Finanzkrise der letzten Jahre aus dem
Gebrauch von
Ritalin
würden es einmal schwerer haben als Konzept bringen zu lassen. 60 Prozent Bekommst
dazumal ihre Eltern. Als Autor für pris- von uns sind der Meinung, dass diese du Ritalin
vom Arzt?
ma hat man da den Reflex, sich an die unsere Zukunft nicht beeinflusst. Einzig
Nein
Stirn zu tippen. Klar, denn gerade wenn die Studenten der Studienrichtungen
Ja
man sich für den Printjournalismus in- MiQE/F und MEcon sind noch nicht ganz Ja
teressiert, könnten die Aussichten bes- so sicher. Das ist verständlich, waren doch
ser nicht sein ... frühere Absolventen dieser Studienrich- Nein
n=1025
tungen schuld an der ganzen Misere. n=30
Wenn die Eltern Recht haben
Doch auch wenn wir tatsächlich in Sorgen um den Lebensinhalt
der von Pangloss beschworenen besten Dass wir uns trotz leicht verschlech- Welche Drogen schon
aller Welten leben, auch wenn wir alles terter Aussichten auf einem sehr hohen einmal genommen?
tun können, überall hinkönnen, alles Niveau sorgen, zeigt die Frage danach,
Kokain,LSD,Heroin
wissen können und an einer tatsächlich worüber wir uns eigentlich sorgen. Anders
recht guten Universität studieren – un- als die im Sorgenbarometer der Credit Su- Marihuana, Ecstasy, Pilze
sere Eltern hatten es scheinbar besser. isse befragten «Stimmberechtigten», die
Oder stellen es in ihren Erzählungen zu- sich zu 76 Prozent von der Arbeitslosigkeit Tabak und Kaffee

mindest so dar. im Allgemeinen um den Schlaf bringen nichts


lassen, klickten dieses Kästchen bei uns n=1029
Und sie haben – entgegen der In- nur 20.6 Prozent an. Lediglich Terroris- 0 200 400 600 800 1000
tuition der prisma-Autoren – recht. An- mus, Naturkatastrophen und – natürlich
genommen, unsere Eltern sind in der – die Atomkraft sind uns noch egaler.
Regel so um die dreissig Jahre älter als Vorlesungsbesuch
wir. Dann lebten sie zwar in einer Zeit, Auch wenn wir es härter haben wer-
Männer (n=669) Frauen (n=370)
in der sogar in Zürich einmal ein paar den als unsere Elterngeneration: Das 80%
Pflastersteine flogen. Aber die Anfangs- Härteste wird sein, unsere eigenen Er- 70%
jahre seines Berufslebens brachte ein wartungen zu erfüllen. Denn die grösste 60%

frischgebackener Absolvent damals Sorge gilt eben nicht der Arbeitslosigkeit 50%

eben auch in dem Umfeld zu, das Mi- oder dem Geld. Unsere grössten Sorgen 40%
30%
chael Lewis in seinem Buch «Liar‘s Po- sind Krankheit und die Angst davor, ein
20%
ker» beschreibt: Leute ohne Abschluss «unerfülltes Leben» leben zu müssen,
10%
konnten Millionen machen, indem sie mit 57 respektive 56.4 Prozent. Das eine
zur richtigen Zeit am richtigen Ort wa- kann man fast nicht steuern und das an- Immer meistens selten nie

ren, und wer einen Abschluss von einer dere nicht einmal definieren. Die Ängste
«Eliteschule» vorweisen konnte, wurde des durchschnittlichen Kommilitonen Motivation: extrac. Engagement
vom Fleck weg angestellt. Entsprechend drehen sich also in etwa darum, dass er
war bestimmt auch in der Schweiz alles entweder krank im Bett liegen muss (das Pimp my CV
etwas einfacher. Heute müssen wir uns wäre schlimm) oder dass er auf einem persönliches Interesse
dagegen damit abfinden, dass unter Haufen Geld sitzt und nicht weiss, wie er Campus Credits
Note fünf keine «ordentlichen Jobs» (das damit seine innere Leere füllen soll. Wenn Frauen/Männer
Idealismus
heisst mit einem Lohn von mindestens das die Definition von «es schwer haben»
zum Wohle der Uni
100‘000 Franken) zu haben sind. Und ist, dann ist auch abgesehen von der wirt-
Förderung des Studienerfolgs
dass wir selbst mit diesem Lohn keine schaftlichen Gesamtsituation klar, wes- n=1046
ordentliche Wohnung in Zürich finden, halb unsere Eltern ins Schlaraffenland 20% 40% 60% 80% 100%
weil es einfach keine gibt. geboren wurden und wir nicht.

Thema 38 prisma – Mai 2011


Sündenpfuhl oder Taufbecken?
Ein Blick hinter die Fassade des Ritalin-, Drogen- und
Alkoholkonsums an der HSG.
Vladimir.Mijatovic@student.unisg.ch
Ressortleiter Thema

J eder vierte amerikanische Student


und jeder fünfte Professor nimmt
laut eines ZEIT-Artikels Ritalin, um sei-
ner mit umgekehrtem Luftstrom funkti-
onierenden Miniaturform des Alphorns.
Das hatte auch Auswirkungen auf den
im Rahmen der unterschiedlichen wö-
chentlichen Stämme irgendwie auf der
Outputseite bemerkbar machen.
ne Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Cannabiskonsum der Schweizer Ju-
Zahlen sind erschreckend hoch und er- gendlichen. Laut der Sucht-Info Schweiz Trotz der teilweise hohen Prozent-
innern eher an eine Dopingstudie aus gaben 2007 circa 30 Prozent der Schwei- werte müssen wir uns wohl an der HSG
dem Radsport als an eine Untersuchung zer Jugendlichen zwischen 15 und 19 keine Sorgen machen, obwohl so man-
im universitären Umfeld. Wie aber sieht Jahren an, bereits Cannabis konsumiert cher Studierende neben seinem B.A.
die Rate an der HSG aus, einer Wirt- zu haben. Im Vergleich dazu waren es in HSG auch eine extracurriculäre Zusatz-
schaftsuni, die Effizienzsteigerung von Deutschland in der Altersgruppe zwi- ausbildung im inoffiziellen Studiengang
Haus aus begrüsst? schen 12 und 17 nur 11.9 Prozent. Spirituosenverköstigung erwirbt. Bei
allem Spass bleibt aber kein Trinkgela-
Das Ergebnis stimmt positiv. Nach Was dem Schweizer sein Hanf, ge ohne Folgen. Ein drastisches Beispiel
Auswertung der prisma-Umfrage ergab ist dem Deutschen sein Alk hierfür bieten wieder die USA, wo laut
sich, dass an der HSG lediglich 3.1 Pro- Ganz anders verhält es sich jedoch in FAZ das «National Institute on Alcohol
zent der befragten Studenten (Anm. d. Bezug auf den Alkoholkonsum. Während Abuse and Alcoholism» jährlich circa
Red.: 32 positive Antworten bei 1025 Be- hier lediglich 11.2 Prozent der Schweizer 1'700 Todesopfer als Ergebnis von ex-
fragten) Ritalin zur Leistungssteigerung Studierenden angaben, vier bis sechs zessiven Trinkgelagen auf dem Univer-
nehmen oder dies zumindest zugeben. Mal die Woche beziehungsweise täglich sitätscampus verzeichnet.
Ganz augenscheinlich hat sich der Trend Alkohol zu konsumieren, war es bei den
zum pharmazeutischen Leistungsschub Deutschen schon fast jeder fünfte Stu-
in der Ostschweiz noch nicht durchge- dierende (18.3 Prozent). Dieser Trend
setzt. Dafür vertrauen 81 Prozent der schlägt sich auch auf den Einzelkonsum Vorliebe Alkohol im Ausgang
HSG-Studierenden auf altbewährte Mit- nieder: So sind die Deutschen in jeder
tel wie Kaffee und Tabak. Dabei waren Kategorie von Bier, Wein, Shots bis hin
die Deutschen mit 85 Prozent Zustim- zu den Longdrinks führend. Lediglich Bier
mung in dieser Kategorie leicht über- bei den Cocktails machen die Schwei- Wein
durchschnittlich vertreten (Schweizer: zer Studierenden wieder Boden gut und Longdrinks
80.5 Prozent Zustimmung). überholen die Deutschen erstmals mit
Shots
ihrer Präferenzangabe. Der typische
Die Schweiz, die Niederlande deutsche Studierende ist in Bezug auf Cocktails
n=1012
des Hochgebirges den Alkohol also nicht sonderlich wäh-
0 100 200 300 400 500 600 700 800
Geht es jedoch um den Konsum von lerisch – Hauptsache Promille.
Marihuana, Ecstasy, Pilzen, oder Am-
phetaminen, so haben die Schweizer die Übertroffen wird der deutsche Durst Frequenz: Alkoholkonsum
Nase vorn: Über 50 Prozent haben ein- nach Alkohol lediglich durch die Mit- seltener Täglich
mal davon probiert, bei den Deutschen glieder der Verbindungen. Diese liegen 1 mal im 4-6 mal
Monat wöchentlich
sind es 43.7 Prozent. Dieser Trend lässt mit 22 Prozent (15 von 68 Befragten)
sich mit ziemlicher Sicherheit auf die ganze 3 Prozent höher als die Deut-
Schweizer Haltung zum Thema Canna- schen und ganze 10 Prozent über dem
bis zurückführen. Während die Grünen Universitätsschnitt von 11.9 Prozent in 1 mal
wöchentlich 2-3 mal
in Deutschland noch Ende der 90er-, dieser Kategorie. Natürlich muss man wöchentlich
Anfang der 00er-Jahre lauthals «Gebt hier auch bedenken, dass in den Verbin-
den Hanf frei!» forderten, wurden in der dungen so mancher Deutsche den Bier- n=1027
Schweiz munter die so genannten «Duft- durst überproportional nach oben treibt.
säckchen» legal unters Volk gebracht. Nichtsdestotrotz bleibt der Konsum in
Ganz nach dem Motto «Was meine Kuh den Verbindungen hoch – was aber nie-
frisst, kann ich schon lange rauchen» manden sonderlich überraschen dürfte.
landete so manches Duftsäckchen in ei- Schliesslich muss sich der erhöhte Input

Mai 2011 – prisma 39 Thema


Der «zu Guttenberg» in uns
Seit der Affäre rund um den deut-
schen Ex-Verteidigungsminister steht
die Plagiarismus-Debatte wieder hoch
im Kurs. Passend dazu: die Ergebnisse
aus unserer prisma-Umfrage

E s ist schon beeindruckend: Wer sich


durch die derzeit wie Pilze aus dem
Boden schiessenden Plagiatjäger-Blogs
der Assessment-Stufe: Der Hinweis auf
die elektronische Kontrolle der ersten
Seminararbeiten in LWA und die Thema-
Verwendung fremden
geistigen Eigentums
und -Wikis klickt, ist erstaunt, mit wel- tisierung der Unredlichkeit des Gedan-
cher Akribie die «Mitarbeiter» dieser kenklaus scheint zu wirken. So geben
keine Zitation
Seiten die Arbeiten prominenter Träger immerhin 90.9 Prozent der befragten
des Doktor-Titels durchforsten. Man Studierenden auf der Assessment-Stufe
Ghostwriting
kann dieses beinahe schon genüss- an, bislang weder plagiiert noch falsch
liche Zerpflücken einer Dissertation als oder nicht zitiert oder gar einen Ghost-
Plagiarismus
ehrenwerten Beitrag zur Aufdeckung writer beschäftigt zu haben.
n=1032
eines Betrugsfalls sehen. Man kann die
Art und Weise des Vorgehens und der Allerdings könnte man durchaus 0 20 40 60 80 100 120

Darstellung unter halbironischen Titeln den Eindruck gewinnen, dass dieses


(«VroniPlag-Wiki») und mässig kreativen Verhalten nur auf die erste Einschüch- Betrug im nationalen Vergleich
Decknamen («PlagDoc», «Dr. Martin terung im ersten Semester zurückzu-
Klicken») als unseriös empfinden. Eines führen ist. Zwar liegt der Anteil derer,
kann man jedoch in keinem Fall: als Stu- die sich keines Betrugsversuchs der drei Ghostwriting und/oder
dierender und Jungwissenschaftler über abgefragten Kategorien bewusst sind, Plagiarismus und/oder
keine Zitation
Nichts von allen drei

dieses Thema grosszügig hinwegsehen. auch auf Ebene aller Befragten in allen
Deutsche (n=215)
Natürlich gab es auch schon früher Pla- Fächern und Stadien des Studiums noch
giate, doch mit dem Internet hat sich das bei 86.3 Prozent, doch die Ergebnisse
Problem des systematischen Abkupferns innerhalb einzelner Programme lassen Schweizer (n=747)
potenziert. Mittlerweile spricht manch aufhorchen: Innerhalb der Masterpro-
20% 40% 60% 80% 100%
einer von einer «Verluderung der Wis- gramme Law and Economics und Volks-
senschaften» – und das sollte allen, die wirtschaftslehre verzichteten zumindest
Teil des Wissenschaftsbetriebs sind, zu 26.2 Prozent beziehungsweise 25.0 Pro- Lernhilfen
denken geben. zent der Befragten darauf, das Häkchen
bei «Keiner der drei genannten Betrugs-
Erfolgsmodell LWA? versuche» zu setzen – womit wir uns hier Vorbereitungsseminare
Dass auch die HSG in dieser Hin- schon in ganz anderen Dimensionen Karteikarten
sicht keine Insel der Seligen ist, wird bewegen. Deutlich ehrlicher (oder beim
gekaufte Zusammenfassungen
kaum einen überraschen. Interessant Ankreuzen unehrlicher?) sind da die
ist da schon eher, wie gross das Ausmass Master-Studierenden im MiQE/F und eigene Zusammenfassungen

der unwissenschaftlichen Arbeitsweise MLS: Hier bekannte sich kein einziger Keine
n=1046
gemäss der freiwilligen Umfrage unter Studierender zu einem der drei mög-
20% 40% 60% 80% 100%
Studierender an unserer Universität nun lichen Betrugsversuche.
wirklich ist – obwohl die Universitätslei-
tung mit aufwändigen Überprüfungen Plagiat als Ausnahmefall
und rigorosen Gegenmassnahmen ent- Beruhigend vielleicht, dass auf ge-
schieden gegensteuert. Dieses Gegen- samtuniversitärer Ebene sowohl Ghost-
steuern beginnt bekanntlich bereits auf writing als auch Plagiarismus Rand-

Thema 40 prisma – Mai 2011


Zu Guttenberg an der HSG – zu mindest im Geiste?

erscheinungen darstellen. Lediglich «Keiner der drei genannten Betrugsver- die Form der Präsentation der Untersu-
(oder müsste man doch schon sagen suche» ihr Kreuz. Dennoch stehen die chungsergebnisse durchaus fragwürdig
«immerhin»?) 1.3 Prozent der Befragten Deutschen damit an der Spitze der Pla- ist und teilweise ins Unseriöse abgleitet.
bekannten sich jeweils dazu, in der giatoren. Von den Schweizer Studieren- Hier geht es um Kritik an einer mangel-
Vergangenheit schon einmal auf einen den fischten demnach nur 1.2 Prozent haften, weil unwissenschaftlichen Ar-
Ghostwriter gesetzt beziehungsweise im Netz nach passenden Textpassagen, beitsweise. Insofern geht die HSG einen
plagiiert zu haben. Der Verzicht auf die von den Studierenden aus Österreich konsequenten und absolut richtigen
korrekte Zitation hingegen kommt bei und Liechtenstein jeweils angeblich Weg, wenn sie uns von Beginn an ver-
knapp über einem Zehntel der Studie- überhaupt niemand. mittelt, wie seriöses wissenschaftliches
renden vor. Arbeiten auszusehen hat, anschlies-
Frage von Integrität und Glaub- send penibel prüft und gegebenenfalls
Faule Deutsche? würdigkeit strikt durchgreift. Wenn jedoch uns als
Ganz besonders interessiert na- Was also nehmen wir aus den Er- Studierenden unser Abschluss – und es
türlich die Frage nach dem «zu-Gut- gebnissen dieser Umfrage mit? Eine ein- muss gar nicht zwangsweise der Dok-
tenberg-Virus». Ist es wirklich so, dass deutige Interpretation bleibt angesichts tortitel sein – noch etwas wert ist und
dieses vermehrt unter den deutschen der sozialen Erwünschtheit im Rahmen wir uns als Teil eines seriösen wissen-
Studierenden grassiert? Tatsächlich ge- der Datenerhebung und des Mangels schaftlichen Betriebs begreifen, sollten
hen laut der deutschen Tageszeitung an Vergleichswerten in der Bewertung wir unser Verhalten auch immer wieder
«Die Welt» manche Schätzungen von schwierig. Doch egal ob die Zahlen nun selbst kontrollieren. Letztlich handelt es
bis zu 30 Prozent plagiierten Arbeiten überraschend hoch, angemessen tief, sich um eine Frage wissenschaftlicher
im grossen Nordkanton aus. Ganz so realistisch oder unrealistisch erschei- Integrität und Glaubwürdigkeit – und
schlimm sieht es unter den deutschen nen: Letztlich ist jeder einzelne Betrugs- integer und glaubwürdig sein, das wol-
HSG-Studierenden wohl nicht aus: 2.3 versuch ein kleiner Mosaikstein, der len wir doch alle. Da passt das «Gutteln»
Prozent der Befragten deutscher Na- zum Gesamtbild der «verluderten» Wis- einfach nicht ins Bild.
tionalität gaben zu, schon einmal der senschaften beiträgt. Deshalb geht es im Maximilian Schaal
Verlockung des Copy&Paste erlegen zu Kern selbst bei der Plagiatjagd im Inter-
sein, immerhin 82.0 Prozent setzen bei net nicht um Rufschädigung – auch wenn

die grosse iPad 2 gesponsert von

Umfrage

Gewinnerin des iPad 2 ist Claudia Riklin!

Allen anderen danken wir vielmals für


die Teilnahme!

Mai 2011 – prisma 41 Thema


Was wollen 9.2 Prozent der HSGlerinnen nicht haben?
- Gewinnspiel auf Seite 63

Kinder? Nein, danke!


9.2 Prozent der Frauen geben an, keine
Kinder haben zu wollen. Interessant,
vor allem wenn man beachtet, dass es
bei den Männern nur 7.9 Prozent sind.
Macht das HSG-Studium herzlose, karri-
eregeile Egoistinnen aus uns?

W elche Frau kennt sie nicht? Diese


Uhr, die in uns allen tickt und im
Laufe der Jahre immer lauter zu werden
ten Kinds hat. Zum fünften Typus gehört
die Partner-Orientierte, die sich sorgt,
dass ein Kind die Partnerschaft gefähr-
Kinderwunsch

scheint – die berühmt-berüchtigte bi- den könnte, oder ihren Partner als un-
ologische Uhr. Schon manch eine Stu- geeignet ansieht, ihren eigenen Kindern
Keines Keines
dentin wird sich gefragt haben, wie es ein guter Vater zu sein.
4 1
nach dem Studium an der HSG im Pri- 4
1

vatleben aussehen könnte und soll. Die Nichtsdestotrotz ist sich die Mehr- 3 3

Studentin von heute weiss, dass ihr nach heit aller Studierenden, die sich an der
dem Studium viele Möglichkeiten offen Umfrage beteiligt haben, bezüglich der 2
2
stehen. Längst sind die Zeiten vorbei, als Familienplanung einig: Bei den Frauen
n=640 n=358
Karriere noch reine Männersache war. gaben 52.4 Prozent an, dass sie sich zwei
Klingt doch alles super, wäre da nicht Kinder wünschen, und bei den Männern
dieses nervende Ticken. Stellt sich also 54.4 Prozent. Die Idealvorstellung von Zukunftsängste
die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, einem Haushalt mit zwei Kindern wird
so viel Fleiss und Aufwand in ein Studi- somit auch bei uns an der HSG bestätigt. Krankheit
um zu stecken, wenn man schon vorab unerfülltes Leben
Unfall
weiss, dass man vor den Dreissigern Umdenken insgesamt Tod
eine Familie gründen möchte. Gerade Langfristig betrachtet, könnte eine Arbeitslosigkeit
einmal drei bis vier Jahre gearbeitet zu bessere Familienpolitik dazu beitragen, Naturkatastrophe
haben und dann wieder auszusteigen, dass Karriere und Kind nicht länger als Terrorismus
Atomkraft
wird kaum eine Frau beruflich erfüllen. Widersprüchlichkeit angesehen wer- n=1046
Und vergessen wir nicht die Schwierig- den. Nötig ist ein Umdenken insgesamt: 0 100 200 300 400 500 600
keiten, die sich bei einem gewünschten Die Unterprivilegierung von Frauen in
Wiedereinstieg ins Berufsleben ergeben der Arbeitswelt muss aufhören und der
können. Wiedereinstieg in den Beruf muss er- Beweggründe für HSG
leichtert werden. Aber das Wichtigste
Karrierefrau oder doppelte bleibt der Kinderwunsch – wenn dieser
Mutter? nicht vorhanden ist, hilft auch die beste Ruf
Demzufolge scheint es verständlich, Familienpolitik nichts. Nähe
dass knapp 10 Prozent aller Studen- hervorragende Lehre
tinnen an der HSG beim Ticken der Uhr Selbstverständlich fliessen noch reiche Männer
hübsche Frauen
auf Durchzug geschaltet haben und ih- viele weitere Faktoren in die Entschei-
Studienzeit
ren Kinderwunsch rechts liegen lassen. dung für oder gegen ein Kind mit ein. Zufall
n=1046
Soziologin Mariella Hager hat in ihrer Betrachtet man beispielsweise das Er-
Studie «Kinderwunschlos glücklich?» gebnis auf die Frage, ob wir es in der Zu- 20% 40% 60% 80% 100%

unter den kinderlosen Akademike- kunft schwerer haben werden als unsere
rinnen fünf Typen ausgemacht: Es gibt Eltern, so antworteten 54.3 Prozent aller
die klassische Karrierefrau, die Freiheits- Befragten mit Ja. Wenn man davon aus-
liebende, die als Single unabhängig sein geht, dass die Zukunft eine nicht enden
will, und die Kinderfeindliche, die den wollende Anzahl von immer grösseren
Kontakt mit Kindern grundsätzlich mei- Herausforderungen darstellt, ist es ver-
det. Dazu kommt die ängstliche Pessimi- ständlich, dass man diese einem Kind
stin, die sich durch ein Kind überfordert lieber erspart.
sieht oder Angst vor dem Schmerz der Zanet Zabarac
Geburt oder dem Risiko eines behinder-

Thema 42 prisma – Mai 2011


3 60°
44 prisma empfiehlt
46 «Ich kann mir keine Banker-Karriere vorstellen»
47 «Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche
trägt»
48 Feel the Music oben ohne
50 Essen lernen mit dem Online-Doktor
52 Biete deine Couch dem Frieden an!

Foto: Raffael Hirt & Simone Steiner


prisma empfiehlt
«Tiger fressen keine Yogis» von Helge
Timmerberg
Man sagt, dass Menschen drei Minuten brauchen, um sich in
einen anderen Menschen zu verlieben. Ich bin überzeugt, das
dies auch auch für die Liebe zu anderem gilt. Ich jedenfalls habe
drei Seiten gebraucht, um mich in Helge Timmerbergs Buch zu
verlieben.

H elge Timmerberg, der 1952 im hes-


sischen Dorfitter geboren wurde,
beschloss mit zwanzig Jahren, Journalist
sucht nach einer eigenen Familie, die
ihn packte, als er für eine Story in Tan-
ger, Marokko, verweilte. Auch einfache
zu werden. In seinem Buch «Tiger fres- Wünsche wie der nach Klopapier finden
sen keine Yogis» finden einige seiner un- sich in seinen Geschichten. So berichtet
zähligen Reisereportagen aus aller Welt er von einer Klopapier-Not in Indien,
Platz. Seine Reise Berichte veröffentlich- die darin endete, dass er ein ganzes
te er unter anderem in der Süddeutschen vollgeschriebenes Notizbuch und so-
Zeitung, der Zeit, Allegra, Stern, Spiegel, mit gleichzeitig Stoff für einige Reporta-
dem Playboy und der Bunten. Er zählt gen opfern musste. Die Sehnsucht nach
zu den Enfants terribles des deutschen menschlicher Nähe kommt auch nicht
Journalismus, was er seinem manchmal zu kurz: Im Verlaufe des Buches erfährt
zu direkten Schreibstil und seinen Dro- der Leser regelmässig von verschie-
gengeschichten aus Amsterdam und an- denen Geliebten. Mal beschreibt er sei-
deren Orten der Welt verdankt. ne Beziehung zu seiner marokkanischen
Freundin in Tanger, die wöchentlich den
Timmerberg gehört zu denjenigen Hexer aufsucht, um sich seiner Liebe zu
Geschöpfen unserer Welt, welche die vergewissern, oder von einer Freundin
Hippiebewegung der 60er-Jahre hervor- aus Argentinien, mit der er eine Reise
gebracht hat. So handelt eine seiner Ge- nach Indien unternimmt.
schichten von der berühmten Strasse von
Istanbul nach Indien, die unter anderem Timmerbergs Texte sind ehrlich
auch durch den postrevolutionären, isla- und persönlich, sein Schreibstil ist di-
misierten Iran von 1979 führt. Sein Gespür rekt. Wie ein roter Faden zieht sich seine Tiger fressen keine Yogis: Stories
für heikle Situationen und sein Wissen Kraft, mit der er die Welt entdeckt und von unterwegs
darüber, wie man mit fremden Kulturen erobert, durch seine Storys. Schnell wird
umgeht, sind bemerkenswert und füh- klar, was Helge Timmerberg zu einem Autor: Helge Timmerberg
ren dazu, dass der Leser regelmässig ins erfolgreichen Journalisten macht. Sein 258 Seiten
Staunen versetzt wird. So auch bei der Rezept sind Mut und die Gabe, alles los- Erschienen bei: Piper, 2004.
Geschichte, die er während eines Aufent- zulassen, um an einem anderen Ort der
haltes in Tel Aviv zu Zeiten des ersten Golf- Welt etwas Neues zu finden. Sein Mut
krieges schrieb. Seine Beschreibungen überwältigte seine Angst und veran-
sind detailgetreu. Die Konsequenz daraus lasste ihn, in die Pestgebiete Indiens der
ist, dass man beim Lesen Figuren aus sei- 90er-Jahre zu reisen oder in das Weisse
nen Erzählungen plötzlich vor sich sieht eines Tigerauges zu blicken. Seine Er-
und die Wirkung einer solchen Begeg- zählungen sind interessant, menschen-
nung zu spüren scheint. Neben Ernst und orientiert und zeugen von einer Entde-
Tragödie versteht es Timmerberg auch ckungslust, wie man sie seit Kolumbus
immer wieder, den Leser zum Lachen zu nicht mehr gesehen hat.
bringen, was die Geschichte über das Jod-
lerfest in den Schweizer Alpen beweist. Wer herausfinden möchte, wieso
@
Tiger keine Yogis fressen, oder versu- Mehr zu prisma empfiehlt
Wenn man so lange auf Reisen ist chen will, seine unbefriedigte Reiselust sowie den Trailer zum Film
wie Timmerberg, so scheint es legitim, ein bisschen zu stillen, sollte sich Helge «Der Himmel über Berlin»
findest du online auf:
dass man Sehnsüchte verschiedenster Timmerbergs Buch vornehmen. www.prisma-hsg.ch/heft
Art entwickelt. Zum Beispiel die Sehn- Alev Kurucay

360° 44 prisma – Mai 2011


Wie heisst der Protagonist in «Der Himmel über Berlin»?
- Gewinnspiel auf Seite 63

In der Furt der Zeit


Wie denkt eine Stadt? Diese und andere Fragen versucht Wim Wenders in seinem
Film «Der Himmel über Berlin» zu beantworten. Das Resultat ist ein expressionis-
tisches Meisterwerk.
Raffael.Hirt@student.unisg.ch
Redaktor

D ie Welt in schwarz und weiss wahr-


nehmen, Gedanken lesen und ewig
existieren; oder Farben sehen, Gefühle
Odyssee vor. Die Beschreibung dieser
Vielfalt inmitten des Chaos mutet an wie
eine schöne Seite des Expressionismus,
meint damit mehr, als wir in unserem
Alltagsstress von der Welt wahrzuneh-
men pflegen. Kaffee und Tabak, sich die
verspüren und bewusst die Endlichkeit der in Döblins «Berlin Alexanderplatz» Hände reiben in der Kälte. Und, natür-
des menschlichen Daseins in Kauf neh- in Schlachthof- und Pendlerszenen gro- lich, die Inhärenz des eigenen Seins.
men? Vor dieser Entscheidung steht der teske Ausmasse annimmt. Und doch ge-
Engel Damiel – er, der seit Urzeiten im nügt dies alles Damiel nicht, weil nichts
Himmel über Berlin existiert hat, ohne davon wahrhaftig, weil er nicht Teil da-
jedoch richtig am Leben zu sein. Noch von ist.
als Engel verliebt er sich in die Bohémi-
enne Marion. Die versucht, hinter den Damiel entscheidet sich, Mensch
geschlossenen Augen auch die Augen zu werden. «Etwas wird geschehen, und
ihres Verstandes zu verschliessen. Am es wird gelten!», verspricht er seinem
Trapez, an dem Marion im Zirkus turnt, Freund Cassiel, bevor er sich verab-
hängt die Welt. Und sie ist ständig bereit, schiedet. Er durchschreitet die Mauer
herunterzufallen. von ihrer weissen, östlichen Seite, um
aufzuwachen inmitten der Farben der
Die Welt – das ist Berlin, die geteilte Graffiti. Die Furt der Zeit, die er seit
Stadt, in der ein alter Mann den Potsda- immer am Ufer des Flusses, der heute
mer Platz nicht findet, weil dieser ver- Spree heisst, beobachtet hat, umgibt ihn
schandelt ist von der Mauer. Und doch ist nun. «Jetzt sind wir die Zeit», sagt Mari-
Berlin von einer Schönheit, auf die sich on ihm, als die beiden sich endlich ken-
die zahllosen Engel im Himmel über der nen lernen. Aufgrund ihrer Liebe bereut
Stadt stürzen, wie Insekten auf Honig. Damiel seinen Entscheid nie. «Ich weiss
Da liest ein Mann einem Kind aus der jetzt, was kein Engel weiss», sagt er und

Energiegeladener Powerpop mit Hitpotenzial


«Angel at my table» stehen noch ganz am Anfang einer voraussichtlich erfolgreichen Pop-
Karriere. Doch schon vor der Veröffentlichung ihres ersten Studioalbums beweist die
luxemburgische Band Mainstream-Tauglichkeit.

O b in einem kleinen Brüsseler Theater


oder auf der grossen Open-Air-Bühne
bei Rock a Field im heimischen Luxem-
schreiben ihre Musik als «emotionalen,
energiegeladenen Powerpop, mit einer
Mischung aus eingängigen Melodien und
naus in jedem Radioprogramm
laufen könnte.

burg, «Angel at my table» (AAMT) beherr- fetten Gitarrenriffs». Und das geht ins Ohr. Ob die junge Band die Erwartungen
schen die intimen Akustik-Gigs ebenso Inspiriert von jungen amerikanischen auch über die gesamte Distanz einer
wie die richtig lauten Töne. Sie selbst be- Bands wie Paramore, Flyleaf, Thrice oder Platte erfüllen kann, wird sich bald zei-
Saosin begeistern die fünf Bandmitglieder gen: Zur Zeit arbeiten die fünf an ihrem
eine wachsende Fangemeinde. ersten richtigen Studioalbum, das An-
fang nächsten Jahres erscheinen soll.
Nicht zuletzt, weil ihre Texte auf Fabian Fechner
persönlichen Erfahrungen aus dem
alltäglichen, zwischenmenschlichen ▶ Ein Interview mit
Leben beruhen und ganz bewusst eine Adriel, HSGler und Bassist
breite Masse ansprechen sollen. Auf ih- von AAMT, findest du auf
rer kürzlich veröffentlichten EP findet
man dann auch genau diesen gefühls-
der nächsten Seite.
@
betonten Pop mit emotionalen Lyrics, Gewinne eine von drei EPs
«City Romance» mit fünf
vorwiegend zum Thema Liebe. Und mit Songs von AAMT. Schicke
«City Romance» ausserdem einen Song, dazu einfach eine Mail an
redaktion@prisma-hsg.ch
der jetzt schon absolut hitverdächtig er- Einsendeschluss: 22.05.11
scheint und auch über Luxemburg hi-

Mai 2011 – prisma 45 360°


«Ich kann mir keine Banker-
Karriere vorstellen»
Adriel von Grünigen studiert BWL im sechsten Semes-
ter. Gleichzeitig spielt er in seiner Heimat Luxemburg in
der Band «Angel at My Table». Im Interview spricht er von
der Vereinbarkeit von Uni und Musik und verrät, wo er am
liebsten auftreten würde.
Fabian.Fechner@student.unisg.ch
Redaktor

Wie hat man sich das Leben als Musiker sein zu können. Ich kann
vorzustellen? mir ehrlich gesagt nicht
Heute ist das Musikerleben nicht vorstellen, dass ich später
mehr mit dem Klischee des «Sex, Drugs eine typische Banker-Kar-
& Rock ‘n‘ Roll Lifestyles» vergleichbar. riere anvisieren werde.
Hinter dem lässigen Image einer Rock-
band steckt ein knallhartes Musikbusi- Was ist die Gründungsge-
ness. Die meiste Zeit verbringen wir mit schichte von AAMT?
Proben, Songwriting, und dem Spielen Joe (Drums), Tom (Gui-
von Konzerten. Hinzu kommt ständige tar) und ich (Bass) spielten
Promotion – eine stressige und zeitauf- bereits seit acht Jahren in
wändige Beschäftigung, die uns aber einer anderen Band. Es
enorm viel Freude bereitet. ist ein einmaliges Gefühl,
mit einer Band aufzutre-
Was für Schwierigkeiten bringt es mit ten und den Leuten deine
sich, das «Rockstarleben» mit dem Studi- Musik zu präsentieren.
um an der HSG zu verbinden? Wenn du einmal angefan-
Es ist nicht einfach, beides problem- gen hast, ist es schwierig,
los unter einen Hut zu kriegen. Obwohl damit aufzuhören. Du ver-
ich etwas weniger in studentischen Ver- bringst so viel Zeit mit dei-
einen aktiv bin als der Durchschnitts- nen Bandmitgliedern, dass
HSGler, ist meine wöchentliche Agenda über die Jahre ein famili-
mindestens genauso voll. Selbstmanage- äres Umfeld entsteht. 2009
Cedric Letsch

ment und eine klare Prioritätensetzung hatten wir das Bedürfnis,


sind nicht wegzudenken. Um mit der etwas Neues und Frisches
Band so professionell wie möglich wei- anzufangen, was es in der
terzukommen, bin ich gezwungen, wäh- Form in Luxemburg noch
rend des Semesters oft hin- und herzu- nicht gab. Auf der Suche Adriel von Grünigen, Bassist «Angel at My Table»
reisen. Die Bücher nehme ich meist mit, nach einer geeigneten Sän-
auch wenn es nicht jedes Mal für die gerin fand ich Joelle auf Fa- Jahres geplant ist. In der Schweiz stehen
Lektüre reicht. cebook. keine Auftritte an, da wird sich aber hof-
fentlich bald etwas ergeben. Wer ständig
Siehst du dich mehr als BWLer oder Mu- Wo sind die nächsten Gigs, die ihr spielt? informiert bleiben möchte, kann uns
siker? Sind Auftritte in der Schweiz geplant? gerne auf MySpace, Twitter oder Face-
Primär konzentriere ich mich natür- Wir haben gerade ein Konzert in book besuchen.
lich auf mein BWL-Studium, nebenbei Trier gespielt und mehrere Auftritte in
probiere ich, mit der Band so professio- Luxemburg gehabt, unter anderem als Was wäre euer absoluter Traum-Gig?
nell und erfolgreich wie möglich aufzu- Support von One Republic. Ende Mai Ein Traum-Gig wäre, eine von un-
treten. Ich bin der Meinung, dass die zwei spielen wir in Paris, eventuell werden seren Lieblingsbands auf ihrer Tour
Bereiche viele Gemeinsamkeiten haben. wir Anfang Juni auch in Prag und in durch die USA oder Kanada unterstü-
Eine betriebswirtschaftliche Ausbildung Wien auftreten. Im Moment sind wir tzen zu dürfen. Ein Auftritt in Amerika
bietet auch in der Musikbranche diverse vor allem mit Songwriting beschäftigt, – davon träumen wir alle.
Möglichkeiten, um später erfolgreich da eine neue CD für Anfang nächsten

360° 46 prisma – Mai 2011


Wie heisst die Veranstaltung zu Ehren des Buches?
- Gewinnspiel auf Seite 63

«Ein Buch ist wie ein Garten, den


man in der Tasche trägt»
Am 15. April fand in der Lokremise die erste St. Galler Buch-
Biennale statt. Thema des von Vincent Kaufmann moderier-
ten Abends: «Wozu Bücher in digitaler Zeit?»
Simone.Steiner@student.unisg.ch Raffael.Hirt@student.unisg.ch
Online-Chefredaktorin Redaktor

D ie Buch-Biennale wurde durch das


St. Galler Zentrum für das Buch ins
Leben gerufen und soll alle zwei Jahre
sierung. In der heutigen Zeit kann jeder
Autor sein und sich ausdrücken. Zwei,
drei Klicks, und der Text steht im Netz.
sie in ihrer Rolle als Gatekeeper beste-
hen, so zumindest die Ansicht von Karin
Graf, einer Literaturagentin aus Berlin.
als dessen Leitanlass stattfinden. Das Doch wenn alle ungehindert produzie-
Zentrum selbst wurde 2006 gegründet ren können, wer sagt uns Konsumenten Doch die Digitalisierung bringt auch
und dient dem Ziel, regionale und inter- dann noch, was wirklich lesenswert ist? eine Veränderung in die Natur des Wis-
nationale Forschung rund um das Medi- Martin Meyer, Feuilleton-Chef der NZZ, sens. So ist Jean-Frédéric Jauslin, Direktor
um Buch zu fördern. Dass die Biennale hat dazu eine klare Meinung: «Die ande- des Bundesamts für Kultur, der Ansicht,
etwas nützen wird, dieser Meinung ist ren dürfen zetern und streiten, uns muss dass durch aufgrund der Digitalisierung
auch Vincent Kaufmann: «Interessierte man zuhören.» So sei die Funktion sei- immer schwerer wird, den Überblick
Studierende haben nun eine Möglich- nes Feuilletons durchaus gerechtfertigt. über das Meer an Daten zu behalten.
keit, die Problematik auch ausserhalb Auch wenn im Internet jeder eine Rezes- Insbesondere in der Aus- und Weiterbil-
des akademischen Kreises zu sehen, sion zu allem schreiben kann: Es kommt dung birgt das Internet die Gefahr einer
in einem breiteren Kontext sozusagen. auf die Qualität des Schreibenden an Überflutung: Man weiss nicht mehr, was
Und die zweihundert Gäste sind ein – man muss sich als Kritiker eine auto- relevant, was wirklich wichtig ist. Dazu
Statement dafür, dass Buchkultur nach ritäre Rolle erarbeiten. Dies ist auch die Vincent Kaufmann: «Man hat Zugang zu
wie vor ein wichtiges Thema ist.» Antwort auf die Frage, ob Verlage in Zu- sehr viel Literatur, liest dort ein bisschen,
kunft noch bestehen können. Die Ver- übernimmt dies und jenes von da und
Den Einstieg für die Diskussion gab lage müssen das Vertrauen der Kunden dort. Die Guttenberg-Affäre ist kein Zu-
Prof. Kaufmann mit der Frage nach den erhalten und ihnen einen hohen Quali- fall; der gute Mann hat sich lediglich ein
kulturellen Konsequenzen der Digitali- tätsstandard garantieren. Nur so können wenig ungeschickt verhalten.»

Einig waren sich alle Diskutierenden:


Es wird eine Veränderung im Bücher-
markt stattfinden. Wozu Bücher?, mag
man sich im digitalen Zeitalter fragen.
Zum Lesen, vor allem – das Buch ist im-
mer noch erstes Medium der Literatur.
Doch wird das Buch nie vollständig von
digitalen Medien verdrängt werden. Es ist
wie mit dem Auto: Obwohl man ein Auto
fahren kann, bevorzugt man manchmal
doch das Reisen mit dem Fahrrad.

@
Das gesamte Interview mit
Vincent Kaufmann zum The-
ma «Wozu Bücher in einer
Raffael Hirt

digitalen Welt?» und was


er über die Buch-Biennale
und die Lesegewohnheiten
der HSGler denkt, findest du
online auf
Jean-Frédéric Jauslin, Moderator Vincent Kaufmann und Jochen Hörisch www.prisma-hsg.ch/heft
im Gespräch

Mai 2011 – prisma 47 360°


Feel the Music oben ohne
Auch diesen Sommer haben Openair-Fans in der Schweiz
wieder die Qual der Wahl. Zahlreiche Openairs und Festivals
buhlen um die Gunst der feierwütigen Besucher. prisma stellt
euch die vier Beachtenswertesten vor.
Simone.Steiner@student.unisg.ch Gabriel.Schmid@student.unisg.ch
Online-Chefredaktorin Ressortleiter 360°

W arum in die Ferne schweifen, wenn


das Gute so nah liegt? Am OpenAir
St.Gallen haben Partymachen und gute
rungsphase im Schnelltempo zu durch-
laufen. Dieses Jahr findet das OpenAir
St.Gallen vom 30. Juni bis zum 3. Juli
St.Gallen wieder eine grandiose Show.
Daneben finden sich im Line-up auch
zahlreiche Bands für den exquisiten
Musik unter freiem Himmel bereits seit statt. Diejenigen, die nach dem Open- Geschmack, sodass Musikliebhaber der
1977 eine lange Tradition. Nach einigen air noch Prüfungstermine wahrneh- verschiedensten Genres auf ihre Kosten
Ausgaben in Abtwil wechselte es ins Sit- men müssen, können es auch ein biss- kommen.
tertobel, wo es auch dieses Jahr wieder chen gemässigter angehen lassen und
stattfindet. Dieser Durchführungsort bie- sich ausserdem gleich noch gratis mit Ebenfalls nicht weit von St. Gallen
tet den grossen Vorteil, dass man die nö- Oropax zum Lernen eindecken. Sicher- findet sich die Hip-Hop-Hochburg des
tige Abkühlung nach besonders heissen heitshalber sollten die mitgebrachten Festivalsommers. Das Openair Frauen-
Acts durch einen Sprung ins kühle Nass Skripten und Bücher jedoch wasserdicht feld öffnet am 8. Juli seine Tore für alle,
der Sitter kriegt. Badezeug ist also Pflicht! verpackt sein, schliesslich gehört nicht die hippen und hoppen, groven und
nur der Regen zu den regelmässigen Fe- chillen wollen. Seit 1987 wird die All-
Prüfungstrauma: Im Sittertobel stivalbesuchern, sondern auch das Bier mend in Frauenfeld im Sommer zum
sofort vergessen soll ja bekanntlich in Strömen fliessen. Tummelplatz für Musikbegeisterte.
Das OpenAir St.Gallen bietet vielen
HSGlern eine Gelegenheit, unmittelbar Mit Acts wie Linkin Park und Queens Als grosser Wurf aus den USA sind
nach ihren Semesterprüfungen richtig of the Stone Age verspricht auch das dieses Mal Snoop Dogg und Wu-Tang
Party zu machen und die Resozialisie- diesjährige Programm des OpenAir Clan dabei. Die Clubhitlieferanten dieses
Gabriel Schmid

Gabriel Schmid

OpenAir St. Gallen von der Bühne aus Mittendrin im Gurtenfestival

360° 48 prisma – Mai 2011


Welcher Festivalgänger bist
du?
Das Hippiechick
Sie ist das Mädchen, das versucht, in
ihrer hohlen Hand Wasser zum Zelt
zu transportieren, weil Plastikfla-
schen schlecht für die Umwelt sind.
Sie achtet beim Zeltaufbau darauf,
mit ihren Heringen keine Regenwür-
mer zu verletzen. Man erkennt sie
leicht an den nackten Füssen, dem
Gabriel Schmid

übergrossen Strickjäckchen und der


farbigen Peace-Flagge am Zelt.

Der ekstatische Tänzer


Ihm ist es egal, ob er gerade auf dem
Schlammcatchen am Gurtenfestival
Boden, deinen Füssen, oder Scherben
tanzt, denn er fühlt die Musik. Man
Jahres, darunter Pitbull, Taio Cruz und Far der Anreise bemerkbar: Statt per Bus könnte seinen Tanzstil zwar auch als
East Movement, geben sich ebenfalls die oder Tram wird das letzte Stück, der Auf- Symptom für eine psychische Stö-
Ehre. Doch nicht nur aus Übersee kom- stieg zum Gipfel, mit der Zahnradbahn rung deuten, doch meistens handelt
men die Künstler in Scharen, auch aus zurückgelegt. Kommt man gerade von es sich nur um eine vorübergehende
dem grossen Nordkanton wurden einige einem Bad in der Aare, so ist der Auf- Überdosis von Drogen, Alkohol und
angeworben, unter anderem Bushido, stieg ein Kulturschock: Von der Zahn- Sonne oder um einen unglücklichen
was nicht bei allen Festivalbesuchern für radbahn aus sieht man auch schon mal Cocktail von allen dreien. Er erinnert
Begeisterung gesorgt hat. Regelmässigen Sherpas mit ihren Mauleseln auf den sich zwar Stunden später nur an we-
Frauenfeldbesuchern wird das Line-up ausgetrampelten Fusspfaden neben den nig, doch er weiss: Er hat das Festival
allerdings nur allzu bekannt vorkommen. Schienen und oben angekommen liegt so was von gerockt!
Deshalb: Warum nicht den Openair- auch im Hochsommer nicht selten ein
Frischling dieses Jahres besuchen? halber Meter Schnee. Zudem können Die minderjährige Tussi
die teilweise sintflutartigen Regenfälle Ihre Ausrüstung eignet sich eher für
Der Assessi unter den Open- das Gelände in eine gigantische Spiel- einen Shoppingtrip in Paris als für ein
airs wiese für Schlammcatcher verwandeln, Festival. Ihre Absätze bleiben dau-
Das Touch the Air in Wohlen, der wie das obige Bild eindrücklich zeigt. ernd im Schlamm stecken und ihr
Nachfolger des letztjährigen Touch- Es lohnt sich daher, die Highheels und Kleidchen rutscht, dennoch ist sie die
the-Lake-Festivals, bietet heisse Acts Segelschuhe im Schrank zu lassen und Königin des Openair-Geländes. Ihre
aus dem Hip-Hop-, Elektro- und R&B- stattdessen die Bergschuhe und Armee- erste Mission ist erfüllt, sobald der
Bereich. Unter anderem Laserkraft 3D, stiefel auszugraben. Hennaplayboyhase auf ihrer Schulter
Timbaland, Redman & Method Man sitzt. Ihr Erkennungszeichen sind die
und Ludacris. Das Openair findet vom Hügel der mystischen Erkennt- abgebrochenen Fingernägel, denn
23. bis 26. Juni statt. Der 4-Tages-Pass nis Papis Nobelzelt war doch etwas stör-
kostet maximal 149 Franken. Wer sein Während des Gurtenfestivals umgibt rischer als erwartet. Ausserdem hat
Ticket früh kauft, kriegt es günstiger: Die den Hügel eine dunstige Mischung aus sie nicht nur ihr Blackberry, sondern
ersten 1000 Stück wurden für 89 Franken Rauch von den Grillfeuern und Schwa- auch ihre Louis Vuitton immer bei
rausgegeben, momentan liegt der Preis den von gerauchtem Cannabis. Zusam- sich. Und auch wenn sie das Open-
bei 129 Franken. men mit den wunderbaren letzten Son- air nur knapp überlebt, auf Facebook
nenstrahlen gipfelt dies gegen Abend bei fand sie es dann doch «uh huere
Wer dagegen eher auf Altbewährtes einem Besuch der – meist den Newco- geil».
setzen will, ist beim Gurtenfestival ge- mern und Nischenbands vorbehaltenen
nau richtig. Auf dem Berner Hausberg
findet schon seit 1977 ein Musikfestival
– Waldbühne in einer fast mystischen
Erfahrung. Schliesslich erklingen dort
@
statt, welches zu Beginn als Folkfestival auch schon mal psychedelische Klänge. Gewinne eines von zwei
bekannt war. Ab 1991 wurde das Gur- Auf der Hauptbühne hingegen finden Nachtschwärmer-Tickets
des Openairs St. Gallen oder
tenfestival zu einem normalen Openair sich auch zahlreiche bekannte Namen. einen von zwei 4-Tages-Päs-
mit gemischtem Sound. Auf 850 Metern So rocken vom 14. bis 17. Juli unter an- sen des Gurtenfestivals! Zur
Teilnahme an der Verlosung:
über Meer und mit fantastischer Aus- derem die Arctic Monkeys und Kaiser Schreib bis 22.05.11 eine
sicht auf die Stadt Bern ist das Gurten- Chiefs den Berg. Daneben finden sich Mail mit Ticketwunsch an
redaktion@prisma-hsg.ch.
festival quasi die Bergvariante unter den auch die Namen von Hip-Hop-Acts wie
Openairs. Dies macht sich bereits bei The Streets und Blumentopf im Line-up.

Mai 2011 – prisma 49 360°


Start-Up
Essen lernen mit dem
Online-Doktor
Kinder von der Magensonde entwöhnen und ihnen
das Essen beibringen – mit «NoTube.at» etablierte
HSG-Student Samuel Scheer ein weltweit einzigartiges
telemedizinisches Beratungsangebot.

E s ist eine Vorstellung, die Eltern er-


schauern lässt: Wenn das eigene
Kind jegliche Nahrungsaufnahme ver-
gibt über eine Art Internet-Chat auf der
NoTube-Plattform Anweisungen für die
erfolgreiche Fortführung der Behand-
weigert, leidet die ganze Familie. Da- lung. Der Vorteil: Das Kind erlernt die
bei ist es unerheblich, ob das Kind das Nahrungsaufnahme in der gewohnten
Essen nie gelernt hat oder nach einem familiären Umgebung, ein teurer Aufent-
medizinischen Eingriff mit anschlies- halt im Krankenhaus ist somit überflüs-
sender Sondenernährung einfach nicht sig. Für das telemedizinische Angebot
mehr dazu fähig ist: Die psychologische mit einer Erfolgsquote, die annähernd
Belastung für die Eltern ist erdrückend, 100 Prozent beträgt, berechnet NoTube.
die Lebensqualität des Kindes stark ein- at 2‘500 Euro – was nur rund einen Sieb-
geschränkt. tel der stationären Behandlungskosten
im Grazer Spital ausmacht.
Die Eltern des 21-jährigen HSG-
Studenten Samuel Scheer verfügen als Wenn BWL auf Medizin trifft
renommierte Ärzte im Bereich der Pä- Seit 2009 betreiben Samuel Scheer
diatrie und Sondenentwöhnung am und seine Eltern NoTube.at, er trägt als
Maximilian Schaal

Universitätsklinikum Graz über jahr- CEO die Verantwortung für Finanzen,


zehntelange Erfahrung in der Behand- rechtliche Angelegenheiten und PR.
lung solcher Fälle. Grund genug für den Der BWL-Student im sechsten Semester
engagierten Jungunternehmer, dieses ist zugleich der einzige Wirtschaftswis-
Know-how in einem Familien-Start-up senschaftler im achtköpfigen Team der
zu bündeln – und mittels eines Net-Coa- GmbH, das vor allem aus Experten und Samuel Scheer, CEO von NoTube.at
chings kleinen Patienten auf der ganzen Studierenden aus den Bereichen der
Welt zugänglich zu machen. Medizin und Psychologie besteht – kann Wie also sehen die nächsten Schritte
das denn gut gehen? «Sicherlich treffen für das junge Unternehmen aus? Samuel
Diagnose übers Internet da zwei Welten aufeinander. Aber gera- hat klare Vorstellungen: «Wir streben ein
Das internetbasierte Sondenent- de der Austausch mit den Medizinern ist nachhaltiges, organisches Wachstum
wöhnungsprogramm auf NoTube.at unheimlich anregend und bereichernd», von jährlich 30 Prozent beim Umsatz an.
dauert typischerweise zwei bis vier Wo- findet der Gründer. «Schliesslich bringt Die Patientenzahlen sollen auf über 100
chen. Danach ist das Kind vollständig jeder seine ganz eigenen Sichtweisen pro Jahr steigen – und die Behandlungs-
von der Sonde entwöhnt und kann wie- und Erfahrungen ein.» Hilfreiche Erfah- gebühren weiterhin günstig bleiben.»
der normal essen. 45 junge Patienten rungen konnte der junge CEO bereits vor Dabei schliessen sich gesellschaftlicher
konnten so im letzten Jahr von ihrer seiner Unternehmensgründung wäh- Nutzen und Profit nicht aus: Die Selb-
Sonde befreit werden. Vater und Mutter rend insgesamt zwei Jahren bei diversen ständigkeit mit NoTube.at nach dem be-
des Unternehmensgründers leiten dabei internationalen Jobs und Praktika sowie reits ins Auge gefassten Masterstudium
via World Wide Web Eltern in aller Welt als Mitglied im Organisationsteam des kann sich Samuel durchaus vorstellen.
bei der selbständigen Entwöhnung ihres St. Gallen Symposiums sammeln. Dass Maximilian Schaal
Kindes an. Dies funktioniert mittels Er- ihm Einsichten daraus in der Startphase
nährungsprotokollen und Videos, wel- geholfen haben, davon ist Samuel über-
che die Eltern regelmässig elektronisch zeugt: «Ohne diese Erfahrungen hätte
einreichen. Das Ärzteehepaar reagiert ich bei der Gründung die Hosen wohl
binnen 24 Stunden auf die Eingaben und ziemlich voll gehabt.»

360° 50 prisma – Mai 2011


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Eine günstige Übernachtungsgelegenheit sagen die einen,
eine Lebenseinstellung die anderen. prisma zeigt euch, wie
die Onlinecommunity www.couchsurfing.org funktioniert
und was sie alles bietet, wenn man sich darauf einlässt.
Gabriel.Schmid@student.unisg.ch
Ressortleiter 360°

W ir hatten ausgemacht, dass du


nächste Woche auf meinem Sofa
schlafen kannst. Leider muss ich dir nun
absagen, denn ich bin dann doch nicht
in Izmir. Meine Mutter hat gesagt, sie
hätte Sehnsucht nach mir, und deshalb
bin ich nächstes Wochenende in un-
serem Sommerhaus in Burhaniye. Wenn
du willst, kannst du mich gerne beglei-
ten. Das Haus liegt am Meer, und die
nächste Stadt, Ayvalik, bietet wie Izmir
ebenfalls viel zu entdecken.»

Was klingt wie eine Nachricht unter


engen Freunden ist in Wirklichkeit die Tänzer bei einer Sufi-Zeremonie in Bursa, Türkei
Kommunikation zwischen zwei Men-
schen, die sich noch nie gesehen haben Faszination bei dieser Art zu Reisen liegt beim Gastgeber voraus, dass sie sich auf
und erst seit einer Woche über Internet nicht im Schlafplatz selber, sondern im neue Leute, Kulturen und Erfahrungen
in Kontakt stehen. Kennen gelernt ha- direkten Eintauchen in die Kultur des einstellen können und diesen offen ge-
ben sie sich durch die Onlinecommunity Reiselandes sowie das Leben des Gastge- genüberstehen. So sind sich auch viele
www.couchsurfing.org, weil er, der Verfas- bers. Sofort steht man mit Einheimischen Couchsurfer in ihrer Denkweise ähnlich:
ser, sein Sofa Fremden als Übernachtungs- in Kontakt und erlebt das Reiseland viel Offenheit, Neugierde und Unkompli-
möglichkeit zur Verfügung stellt. Sie, die intensiver und authentischer, als wenn ziertheit sind für die meisten Commu-
Adressatin der obigen Nachricht, möchte man es auf eigene Faust erkunden würde. nitymitglieder kennzeichnend und prä-
ebendieses Sofa als Schlafstätte nutzen. Man sieht, was den Gastgeber im Alltag gen die gesamte Plattform. Der Leitsatz
beschäftigt und was diesen Alltag prägt. «Participate in Creating a Better World,
Weltweit tun es den beiden über drei Man begleitet ihn zu Ausflügen oder An- One Couch at a Time» zeigt, dass es um
Millionen Mitglieder gleich: Sie stellen ihr lässen, wodurch man auch seine Familie weit mehr geht als um den praktischen
Sofa oder Bett zur Verfügung, nutzen eine und sein Umfeld kennen lernt. Aspekt: Menschen verschiedenster Kul-
der weltweit angebotenen Schlafgelegen- turen sollen sich kennenlernen, Freund-
heiten oder tun beides abwechslungswei- Beispielhaft ist hier das Erlebnis ei- schaften sollen sich entwickeln und ge-
se. Zwar kann man auch nur Gastgeber ner Couchsurferin in der Türkei: Weil genseitiges Verständnis soll entstehen.
oder nur Gast sein, letzlich basiert das ihr Gastgeber eine Gemeinschaft reli- Durch die unmittelbare Nähe zu ande-
Prinzip jedoch auf Gegenseitigkeit. giöser Derwisch-Tänzer kannte, konnte ren Communitymitgliedern werden Er-
sie einer Sufi-Zeremonie beiwohnen, lebnisse ermöglicht, die man als norma-
Täglich gewinnt die Community die heute kaum mehr stattfindet. Wenn ler Reisender – oder auch als Gastgeber
mehr Mitglieder und die Anzahl ange- überhaupt, werden solche Tänze sonst bei sich zu Hause – sonst niemals hätte.
botener Schlafgelegenheiten wächst als Touristen-attraktion arrangiert und
pro Minute durchschnittlich um fast ein müssen teuer bezahlt werden. Damit will www.couchsurfing.org
Bett, eine Hängematte oder ein Sofa. dazu beitragen, dass sich Menschen rund
Offenheit & Neugier zählen um die Welt miteinander verbunden füh-
Mehr als nur gratis schlafen Durch diese Nähe zu Einheimischen len und die gegenseitige Gleichgültigkeit
Was sich wie eine Möglichkeit an- profitiert man also automatisch von vermindert wird. Ob ein solcher Frieden
hört, während Erkundungszügen durch deren Wissen über die lokalen Zustän- jemals Realität wird, bleibt abzuwar-
die weite Welt günstige Schlafgelegen- de – man erfährt und erlebt Dinge, die ten. Fest steht, dass man ihn dank der
heiten zu finden, ist für viele Anhänger kein Reisender sonst wahrnimmt. Dies Couchsurfing-Community zu sich nach
des Couchsurfing wesentlich mehr. Die setzt jedoch beim Reisenden und auch Hause auf die Couch einladen kann.

360° 52 prisma – Mai 2011


M enschen
54 Umfrage: Wie nehmen Sie die HSG-Studierenden in
St. Gallen wahr?
56 Profs privat: Dirk Schäfer
58 «Die HSG könnte heute an der Weltspitze der Unis
stehen»
61 Herausgepickt: Lisa Gampp
63 Partypics: AC Bad Taste Party

Foto: Zanet Zabarac


Umfrage
Wie nehmen Sie die HSG-Studieren-
den in St. Gallen wahr?
Dank der grossen prisma-Umfrage wissen wir nun, wie wir HSGler selbst ticken. Wie sehen uns
aber die Bewohner St. Gallens? Gibt es wirklich ein vorherrschendes Klischee? prisma hat sich
für euch in der Stadt umgehört.
Die Fragen stellte Manuela Frey, Fotos von Lisa Jaeggli

Emil Melanie
«Früher, in den 50er-Jahren, als die Universität noch eine «Ich bin mit einem ehemaligen HSG-Studenten verheiratet –
Hochschule war, fielen mir vor allem die ausländischen Studie- habe also nur gute Erfahrungen gemacht! Allgemein sagt man
renden auf. Es hatte zum Beispiel viele Norweger, welche dann von den HSGlern, dass sie eine hervorragende Ausbildung ha-
zu laute Feste in der Seeger-Bar feierten. Aber heute fallen mir ben und viel arbeiten.»
die Studierenden eigentlich nicht mehr auf.»

Heidi, Gabriela und Alice Ralf


«Die HSGler sind eher unauffällig. Auffallend ist aber, dass sie «Als ehemaliger Türsteher bin ich Mittwoch abends oft in
einem auf der Treppe in Richtung Uni oder im Quartier nie Kontakt mit HSG-Studierenden gekommen. Dabei sind sie mir
«Grüezi» sagen. Das macht man eigentlich so in St. Gallen – es eher negativ aufgefallen, da sie sich teilweise arrogant beneh-
wäre schön, wenn sich auch die Studierenden an diesen schö- men und sich aufführen, als ob ihnen die Welt gehöre – und
nen Brauch halten würden.» zwar vor allem die Deutschen. Mir ist aber klar, dass diese nur
einen Teil der Studierenden ausmachen.»

Menschen 54 prisma – Mai 2011


Piero Simone
«Ich habe ein gutes Bild von den HSG-Studierenden. Ich sehe «Ich sehe viele HSG-Studierenden im Ausgang, zum Beispiel
sie oft Fussball spielen und Sport machen. Das ist wichtig als in der Galleria oder im Casa. Sie sind mir sympathisch, und ich
Ausgleich neben dem sicher sehr strengen Studium.» finde, sie sind meistens sehr gut gekleidet!»

Manuela und Karin Sabine


«Der typische HSGler ist etwas hochnäsig. Und er trinkt und «Die Studierenden fallen mir eigentlich nicht auf, ausser wenn
feiert viel. Das ist aber auch verständlich, weil die ja so viel ar- sie diese lustigen Verbindungshütchen tragen. Ich finde, die Stu-
beiten müssen, weil sie sonst nach dem ersten Jahr rausflie- dierenden und ihre Anlässe beleben St. Gallen, und ich finde sie
gen.» sympathisch.»

Mai 2011 – prisma 55 Menschen


Profs privat: Dirk Schäfer, Dozent für Finanzielle Führung

«Es gilt immer, die Balance


zwischen Beruflichem und
Privatem zu finden»
A n einem sonnigen Samstagmorgen
besuchen wir Dirk Schäfer in Zü-
rich. Von Balkon und Terrasse am Fusse
lehrer in einer Familie verhalf, die man
zur Wirtschaftselite zählen darf. Von
seinen Fertigkeiten begeistert, meinte
des Zürichbergs aus geniesst man einen der Herr des Hauses schliesslich, dass
wunderschönen Blick über die ganze die HSG genau das Richtige für den heu-
Limmatstadt. Auffallend ruhig ist die tigen Dozenten wäre. Diesen Rat beher-
Gegend, und das ist es, was dem Do- zigte dieser dann auch, packte seine Sie-
zenten für Finanzielle Führung daran bensachen und zog von seinem gerade
auch so gefällt – die Kombination aus erst bezogenen Studienort Aachen nach
Privat

hektischem Stadtleben und natürlicher St. Gallen.


Idylle. Im Haus fallen zunächst die mo-
Zur Person dern-geradlinigen Möbel und die vielen Nach seinem Studium war er am
Kunstwerke auf. Mit ausdrücklichem Management Zentrum St. Gallen als Be-
Dirk Schäfer Hinweis aber auch der Sessel im Wohn- rater tätig. «Ich bin der HSG aber von
zimmer, der geradezu zum stunden- Anfang an treu geblieben», ergänzt Dirk
Geboren: langen Lümmeln einlädt. «Das ist mein Schäfer, der sich neben dieser Anstel-
2.9.1965 in Hilden (Nordrhein-West- Lieblingsort. Hier kann ich in aller Ruhe lung auch in Lehraufträgen engagiert
falen) meine Zeitung oder Arbeiten lesen.» hat. Als ihm die Universität eine Vollzeit-
Praktisch ist auch sein leichtes Gewicht, stelle als Dozent anbot, zog er sich nach
Hobbys: so dass man an der Fensterfront mit der und nach aus dem Beratungsgeschäft
Freundschaften pflegen, Architektur, Sonne wandern kann. Der Sessel ist je- zurück. Einige Kunden betreut er aber
moderne Kunst, Tennis, Joggen doch nur einer der vielen heimelig an- heute noch. Kontaktfreude und Arbeit
mutenden Orte im Haus des Dozenten. mit Menschen ist auch eine seiner per-
Lieblingsfilm: sönlichen Vorlieben. Gerne erinnert er
«Love Actually» Vom Nachhilfelehrer zum Do- sich heute zurück an Projekte, die er mit
zenten anderen Personen zusammen gemacht
Lieblingsmusik: Zunächst möchten wir wissen, wie hat. So zum Beispiel an Kontakte aus
Aktuelles aus dem Radio, Klassik zur er denn zu seinem Job gekommen sei dem Coaching-Programm oder der Ent-
Entspannung und was ihm daran Spass bereitet. «Man wicklung des Masters.
könnte meinen, die Freude an der Lehre
Lieblingsessen: nutze sich mit der Zeit ab, dies ist bei mir
Wiener Schnitzel (mit Preiselbeeren!) aber überhaupt nicht so», beschreibt
Dirk Schäfer seine Lehrtätigkeit. Im «Er ist sowieso ein
Lieblingsort: Zuge der Bologna-Reform konnte er
Sessel im Wohnzimmer zudem den Master in Accounting and Meister darin, Ausre-
Finance massgeblich mitgestalten und
ist heute sowohl administrativ als auch
den zu finden, wenn
inhaltlich für das Programm verantwort- es um Sport geht!»
lich. Besonders gefallen ihm die Vielfalt,
die seine Arbeit mit sich bringt, und der
Kontakt zur Praxis.
Kunstführer und Sportmuffel
Doch bis zu seiner heutigen Tätig- Grosse Freude bereitet Dirk Schäfer
keit war es ein langer Weg. Nach Abitur auch die konstruktiv-konkrete Kunst.
und Militärdienst absolvierte Dirk Schä- Im Haus hängen mehrere Bilder von
fer eine Banklehre bei der Sparkasse, die Künstlern aus dem deutschsprachigen
ihm auch zu einer Stelle als Nachhilfe- Raum, mit entsprechender Literatur im

Menschen 56 prisma – Mai 2011


Privat

Dirk Schäfer entspannt in den Ferien

Bücherregal. Sogar im Garten kann man den Passivsport auf dem Sofa begeistern Flughafen sehr entgegen. «Ich brauche
noch Kunstwerke finden, die mit an- könne und eigentlich keine Sportmann- nicht den Massentourismus, aber die
deren Stücken im Gästezimmer gleich schaft hat, für die er sein letztes Hemd Balearen haben auch sonst viel zu bie-
nebenan eine Einheit bilden. «Es soll geben würde. «Ich kann Ihnen zwar ei- ten.» Zudem seien die täglichen Flüge
hier eine Wohlfühlwohnung für beide niges über Fussball erzählen, aber mein von grossem Vorteil, auch für Kurzent-
sein», meint er auf die Frage nach dem Wissen erstreckt sich nicht über die Be- schlossene.
auffallenden Mix aus verschiedenen richterstattungen in den Medien hinaus.
Kunstrichtungen, die ihm und seinem 90 Minuten sind mir sowieso zu lang, Einen Blick in die Glaskugel und sei-
Lebenspartner gefallen. Dieser scheint da gefällt mir das Executive Summary ne persönliche Zukunft wagt Dirk Schä-
nämlich nicht nur dem Modernen zu- gleich viel besser!» fer aber nicht, vielmehr will er sich gar
geneigt, sondern hat auch einen alten nicht daran messen müssen, was man
Sekretär in die Gemeinschaft einge- Wahlfreiheit ist wichtig sich selbst vorausgesagt hat. Durchaus
bracht, der auf den ersten Blick so gar Ausserdem wollen wir von Herrn vorstellen kann er sich aber, Verwal-
nicht in den Raum passt. Wer den Kauf- Schäfer wissen, was ihm denn an Zürich tungsratsmandate anzunehmen oder
entscheid beim dazugehörigen braunen besonders gut gefällt. «Die Wahlfrei- Projekte mit ehemaligen Studierenden
Lederhocker in Form eines Weihnachts- heit! Ich kann hier im Grünen wohnen zu verwirklichen, die sich mit einer gu-
päckchens gefällt hat, dürfte dann aber und bin trotzdem in zehn Minuten am ten Idee selbständig machen wollen.
wieder klar sein. Bahnhof.» Die Stunde Pendelzeit nach Auf die Abschlussfrage, ob er den Stu-
St. Gallen sieht er übrigens als positiven dierenden noch etwas mitgeben wol-
Als wir ihn fragen, ob er denn Zeitgewinn, insbesondere, wenn er die- le, meint er scherzhaft: «Der MAccFin
auch sportliche Hobbys habe, meint se im Zug verbringt. Wäre er gezwungen, ist natürlich das beste Sprungbrett in
Dirk Schäfer: «Hier driften Eigen- und der Limmat den Rücken zuzukehren, eine erfolgreiche Karriere überhaupt!»
Fremdbild klar auseinander.» Früher sähe er sich vor allem in Wien, Hamburg Wirklich freuen würde er sich aber über
habe er oft Tennis gespielt und ging jog- oder Köln. Keinesfalls aber liesse er sich persönliches Feedback, denn nur so
gen, heute finde sich kaum mehr Zeit den Wohnort vom Beruf aufzwingen. könnten Weiterentwicklungen effektiv
dafür – ausser der Sport werde fest in ei- «Es gilt immer, die Balance zwischen vorangetrieben werden. Oder anders
nen Stundenplan eingebaut. Zu diesem Beruflichem und Privatem zu finden.» ausgedrückt: Nur so können Eigen- und
Thema meldet sich auch plötzlich die Ebenfalls vorteilhaft ist seine Wohnlage, Fremdbild zumindest im akademischen
Stimme seines Lebenspartners aus dem wenn es um Ferien geht. Als Mensch, Bereich zur Übereinstimmung gebracht
Hintergrund: «Er ist sowieso ein Meister der seinen Urlaub gerne im Süden Eu- werden.
darin, Ausreden zu finden, wenn es um ropas verbringt und dem insbesondere Roman Schister
Sport geht!» Etwas später gesteht Dirk Mallorca ans Herz gewachsen ist, kommt
Schäfer sogar, dass er sich auch nicht für ihm eine halbe Stunde Tramfahrt zum

Mai 2011 – prisma 57 Menschen


Wie bezeichnet Prof. Malik die gravierenden Umwälzungen unserer Zeit? - Grosse ...
- Gewinnspiel auf Seite 63

«Die HSG könnte


heute an der Welt-
spitze der Unis stehen»
Prof. Fredmund Malik, berühmter Pionierdenker,
monierte kürzlich am StartSummit die häufig unaus-
geglichene Konzeption der Ausbildung an Business
Schools, lobte aber dennoch die Universität St.
Gallen als eine der besten. prisma hat nachgefragt.

F redmund Malik, Unternehmer und


Titularprofessor der HSG, ist Gründer
und Chef von Malik Management. Mit
Sprachen publiziert wurden. Darunter
sind zahlreiche grundlegende Innova-
tionen. Dass dies von vielen, darunter
Unsere durchdeklinierten
netzten Modelle sind ganzheitlich ein-
ver-

setzbar, weil sie speziell für das Meistern


rund 300 Mitarbeitern, zahlreichen Nie- auch solchen, die bei uns als Mitarbei- von Dynamik hochkomplexer, vernetzter
derlassungen und internationalen Part- ter überhaupt erst das Handwerk gelernt Systeme gebaut sind. Möglich wurde dies
nerschaften ist es die grösste Wissens- haben, gerne geflissentlich übersehen durch unsere fundamentalen Innovatio-
Organisation für system-kybernetisches wird und dann bemüht unzitiert bleibt, nen in den Komplexitätswissenschaften
Management. In der ausseruniversitären ist ein Thema für sich, das uns aber Systemik, Kybernetik und Bionik.
Knowledge Factory werden Zehntausen- kaum beschäftigt, denn uns interessiert
de von Führungskräften beraten sowie die Zukunft, nicht die Vergangenheit. Wieso gibt es diese Form der Beratung
aus- und weitergebildet. Der mehrfach nicht viel häufiger?
ausgezeichnete Autor von mehr als zehn Die Autoren dieser Publikation Weil man dafür ganz neue Wege
Büchern sowie über 300 weiteren Publika- sind Prof. Dr. Hans Ulrich und Prof. Dr. beschreiten muss. Ich spreche hier von
tionen gehört zu den profiliertesten Ma- Walter Krieg, die beiden Schöpfer des konzeptionellen und methodischen
nagement-Vordenkern. Seine ganzheit- ursprünglichen Modells. Beide haben Fundamental-Innovationen. In meinem
lichen «Malik Management Systeme» sind jahrelang in den Leitungsorganen des Buch über „Systemisches Management“
hoch entwickelte Tools für das zuverläs- Management Zentrums mitgewirkt. habe ich 1993 die gesellschaftlichen
sige Funktionieren von komplexen Orga- Prof. Krieg ist weiterhin Mitglied un- Umbrüche von heute als die „Grosse
nisationen. Der Doyen des Managements seres Verwaltungsrates. Unsere Modelle Transformation“ beschrieben. Folge-
Peter F. Drucker kategorisierte Fredmund sind weltweit im Einsatz, wofür wir glo- richtig haben wir die herkömmlichen
Malik einst als den «führenden Analytiker bal rund ein Dutzend Büros etablierten. Management-Approaches hinter uns
und Experten des Managements in Eur- Besonderes Interesse besteht in den gelassen, um neue Methoden und Tools
opa». Business Week bezeichnete ihn als Emerging Markets, z. B. in China, Rus- zu entwickeln, die wir jetzt zeitgerecht
„one of the most influential business thin- sland und Brasilien und seit der Krise einsetzen. Dazu gehören auch unsere
kers in Europe”. auch in den USA, wo unsere Konzepte bahnbrechenden sozialtechnologischen
immer mehr Beachtung finden. Innovationen, mit denen wir das Makro-
Eine gewisse Ähnlichkeit der Konzepte Change Management neu erfunden ha-
Ihres Unternehmens mit dem neuen St. Sie sehen die Dienstleistungen Ihres Ma- ben. Mit diesen können wir das Schaffen
Galler Management Modell ist unver- nagementzentrums St. Gallen als nicht von Konsens, sowie das Entscheiden
kennbar. Was hat es mit Ihrem Abschied vergleichbar mit jenen gängiger Strate- und Umsetzen um mehr als das hun-
aus der Forschung an der HSG und der gieberatungen an. dertfache beschleunigen und die Wirk-
alten Diskussion um das ideelle Eigen- Strategie ist eine unserer Kern- kraft des Topmanagements um mehr als
tum am St. Galler Management Modell kompetenzen. Wir beherrschen jedoch das achtzigfache erhöhen, weil wir mit
auf sich? sämtliche Management-Themen inklu- diesen Methoden Intelligenzverstärkung
Die originale Publikation des St. sive Governance und Leadership im und Wissensnutzung revolutionieren.
Galler Management Modells trägt das Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes.
Copyright des Management Zentrums Aufgrund dessen kommen wir für die Als besonders beeindruckend em-
St. Gallen 1972 und 1974. Das ist das Ein- meisten Managementfragen zu weitge- pfinden unsere Kunden auch die Kul-
zige, was man wissen muss. Zwischen hend anderen Lösungen als der Main- turveränderungen, die dadurch spontan
1981 und 2011 haben wir mehr als zehn stream. Ausserdem verwenden wir fast entstehen, speziell die Freisetzung sozia-
Modell-Releases gemacht, die in vielen durchgängig andere Methoden. ler Energie.

Menschen 58 prisma – Mai 2011


Was genau macht die Universität St.
Gallen besser als andere Business Schools
und wodurch zeichnen sich Absolventen
dieser Institution in Ihren Augen aus?
An der HSG ist zwar vieles besser
als anderswo – der Vergleich nach un-
ten ist aber weit weniger wichtig als die
Frage, um wieviel man noch besser sein
könnte. Die HSG könnte heute insbe-
sondere in Management, das eben nicht
identisch mit BWL ist, an der Weltspitze
der Universitäten stehen, wenn man ei-
nige Weichen anders gestellt hätte. Im
Prinzip ist das zwar noch immer mög-
lich, aber die Zeit für grundlegende und
rasche Reformen läuft aus. In der Pole
Position ist man allein und muss da-
her innovativ und schnell sein – heute
aufgrund der globalen Transformation
noch viel mehr als je zuvor.

Welche Weichen hätte man Ihrer Mei-


nung nach anders stellen müssen und
sollte man jetzt anders stellen?
Ich spreche natürlich nicht über
alle Fakultäten, wovon ich zu wenig ver-
stehe, sondern nur über die BWL. Einige
Vorschläge sind:

1. Ein neues Verständnis von Ma-


nagement, nämlich mehr „Right
Tobias Brunner

Practice“ und weniger „Best Prac-


tice“, weil diese schon morgen die
„Worst Practice“ von gestern ist.
2. Mehr echte Wissenschaft und weni-
ger bemühte Verwissenschaftlich- Prof. Fredmund Malik beim Gespräch mit prisma
ung.
3. Mehr selbstbewusste Global nur dann zu vermeiden sein werden, auch in den technischen Fächern und
Swissness und weniger Imitation wenn man die neuen Changemethoden der Medizin der Fall ist. Die praktische
des rasch veraltenden Anglo-Ap- anwendet. Da diese sehr rasch greifen, Anwendung ist unser Forschungsla-
proaches. kann die kurze verbleibende Zeit optimal boratorium. Mehr als zwei Drittel der
4. Die Rankings selbst neu erfinden, genutzt werden. Aber weit mehr als das: Managementbücher würden gar nicht
und weniger die Diktate der Mehr- Der herkömmliche am Aktien- und Un- geschrieben, wenn die Autoren ihre
heiten erfüllen; ternehmenswert orientierte angelsäch- Konzepte auch an den praktischen Er-
5. Mehr Innovation und weniger Bo- sische Approach veraltet immer schnel- folgen messen müssten.
logna; ler, und funktioniert in der Dynamik und
6. Die innovative Praxis von morgen Komplexität des sich beschleunigenden Prestige hilft nur, wenn es auch
erfinden und weniger das Heute Wandels immer weniger. Die Pioniere durch solides Wissen unterfüttert ist,
und Gestern empirisch kartogra- unter den Topmanagern distanzieren andernfalls nützt es sich rasch ab.
phieren. sich immer öfter vom «Anglo-MBA», Severin Bischof
den sie als ein Durchgangsstadium ver-
Es gäbe noch ein paar radikale Ma- stehen.
növer für die Beschleunigung, aber das
sollte vorerst genügen. Sie selbst gelangten von einer langjäh-
@
rigen Forschungskarriere in die Praxis. Weitere Gespräche mit
Was sind aktuelle häufig nicht hinterfragte Wie beurteilen Sie die Wichtigkeit ei- Malik zur «Grossen Trans-
formation» , der Auswirkung
«Worst Practices» in Unternehmen und ner möglichst extensiven akademischen der Finanzkrise auf die
im Wirtschaftsleben, die junge Studieren- Laufbahn für Führungskräfte? Zählt Pre- wirtschaftswissenschaftli-
che Ausbildung sowie den
de in Zukunft anders angehen sollten? stige oder das erlangte Wissen? Kontakt zu seinem Man-
Das Finanzsystem wird sich von Forschung und Praxis gehörten für agement-Zentrum findet ihr
unter www.prisma-hsg.ch
Grund auf umgestalten, wobei Crashes mich untrennbar zusammen, so wie das

Mai 2011 – prisma 59 Menschen


meet me on tuesdays at 20.15, oberer graben 3, and suit up!
60 prisma – Mai 2011
Wo macht Lisa gerade ihr Praktikum?
- Gewinnspiel auf Seite 63

Lisa Gampp

Herausgepickt
«Hier gibt es viele Möglichkeiten für
mich»
Du machst zurzeit ein Praktikum in Ta- be dabei ist es, ein Konzept und das De-
dschikistan, obwohl du eigentlich gerade sign einer Expansionsstrategie für dieses
an der HSG mitten im IA-Studium steckst. RGP-Projekt in den anderen Regionen Ta-
Was hat dich dorthin verschlagen? dschikistans zu entwerfen. Zudem orga-
Für viele ist diese Region ein schwar- nisiere ich eine Situationsanalyse der
zer Fleck auf der Landkarte und so gut migrationsspezifischen Initiativen der
wie niemand wusste, was oder wo Tad- Sughd-Region. Durch das Centre for De-
schikistan eigentlich ist. Bevor ich an der velopment and Environment der Uni-
Universität St. Gallen meinen Bachelor versität Bern habe ich die Möglichkeit
begann, war ich eineinhalb Jahre in Asien erhalten, in ein weltweites Projekt zum
und dem Nahen Osten rumgereist. Lei- Klimawandel Einblick zu erhalten. Das
der musste ich dann zurückkommen, um Pilotprojekt, bei dem ich mitwirke, plant,
rechtzeitig zum Semesterstart wieder in Systeme zur Produktivitätssteigerung des
Privat
der Schweiz zu sein. Seit dieser Zeit bin Landes zu dokumentieren und öffentlich
ich etwas rastlos und nutze jede Gelegen- zugänglich zu machen. Damit sollen die
heit, noch mehr zu sehen und zu erleben. Ökosysteme des Landes verbessert und
die landwirtschaftliche Bewirtschaftung
Wie bist du zu diesem Praktikum gekom- belastbarer und anpassungsfähiger ge- Lisa Gampp
men? macht werden.
Im Sommer 2009 habe ich ein Prak- Alter 21
tikum bei einer lokalen NGO in Banga- Worin bestand die grösste Herausforde-
lore gemacht. Meine Chefin hat dort an rung für dich? Herkunft Schönenbuch, BL
einer Konferenz in Bangladesch von mir Momentan leben 80 Prozent der Be-
erzählt, woraufhin ich von einer lokalen völkerung unter der Armutsgrenze und Studium International Affairs,
NGO aus Tadschikistan eine Anfrage er- die Arbeitslosigkeit liegt bei 20 Prozent. 4. Semester
halten habe, ob ich nicht Lust hätte, auch Viele Tadschiken arbeiten daher unter
bei ihnen reinzuschauen. So ein Angebot sehr schlechten Bedingungen im Aus- Lieblingslektüre «Kafka am Strand»
konnte ich unmöglich abschlagen. Als land, um ihre Familien versorgen zu kön- von Haruki Mura-
ich hier angekommen bin, habe ich aber nen. Die grösste Herausforderung ist der kami
schnell gemerkt, dass es viele Möglich- Umgang mit diesen Tatsachen und dem
keiten für mich gibt. Ich habe eine 50-pro- historischen Hintergrund des Landes. Lieblingsmusik Radiohead, Tool,
zentige Festanstellung bei Caritas Inter- Eine alltägliche Herausforderung ist auch Tori Amos, Muse
national bekommen. Dasselbe bei der die Sprache. Tadschikisch spreche ich fast
International Organisation for Migration, gar nicht und mein Russisch reicht nicht Lieblingsfilm Die fabelhafte Welt
die mir ebenfalls ein Teilzeitpraktikum wirklich aus, um mich hier zu verständi- der Amélie
angeboten haben. gen.

Was machst du in Tadschikistan gerade Wo siehst du dich nach deinem Studium


genau? an der HSG?
Bei Caritas International arbeite ich Das weiss ich noch nicht. Ich werde
im Rahmen eines Income Generation alles versuchen, um im öffentlichen Sek-
Project mit, an der Verbesserung des Er- tor etwas zu finden. Um herauszufinden,
scheinungsbildes einer lokalen Partner- wo genau und auf welchem Gebiet ich
organisation. Bei der International Orga- mich spezialisieren möchte, nutze ich die
nisation for Migration arbeite ich in der Praktika, um mir klarzumachen, was in
«Migration for Development Unit» im diesem Bereich möglich ist.
Rural Growth Programme. Meine Aufga- Zanet Zabarac

Mai 2011 – prisma 61 Menschen


BLOG CAMPUS ONLINE
15.05.11 / Entweder -
oder?
Von Simone Steiner
Wohnungsmarkt
Ob Luxusloft oder
Rattenloch, bei über
1'000 Angeboten fin-
dest bestimmt auch du
eine passende Bleibe.
Du kannst nicht nur
Von grässlicher Schön- Suchabos aufgeben,
heit sondern auch selber
Eine Rezension von Jonathan kostenlos inserieren.
Immobilienkrise adé!
Littells Roman «Die Wohlge-
sinnten». Inseriere/Suche deine Wohnung auf
prisma-hsg.ch/campus/wohnungsmarkt

Neuster Vereinszugang
Es war einmal
Entweder, oder. Immer gibt es in unserem Leben Alterna-
vor langer
tiven, zwischen denen man sich entscheiden muss. Seien
Zeit: einige
wir mal ehrlich, es fängt schon bei der Geburt an: männlich
mutige Luzer-
oder weiblich. Wobei sich, ich gebe es zu, unsere Mög-
ner stiessen vom Wissenshunger getrie-
lichkeit diese Wahl zu beeinflussen doch sehr in Grenzen
ben bis weit in den wilden Osten vor.
hält. Auch wenn wir in unseren ersten Lebensjahren sehr Was von einer Reise Gemeinsam pflegen sie nun schon seit
wenig wirklich bewusst entscheiden, vieles nur aufgrund wirklich hängen bleibt mehr als 45 Semestern die "rüüdig
von aktuellen Reizen und nicht wegen langfristigen Über-
Ein Bericht über einen dreiwö- schöni" Mundart, treffen sich zu gesel-
legungen, entscheiden wir uns doch von Kindesbeinen
chigen Aufenthalt in Nicaragua ligen Anlässen und unterstützen sich
an. Entscheidung gehört also zu unserem Alltag. Auch
mit dem P.I.E.C.E.S Project. gegenseitig im Studium.
ganz kleine Handlungen wie zum Beispiel der Einkauf
fordern uns: Kaufe ich light und zahle dafür mehr, werde
aber nicht dick? Oder doch die Familienpackung Chips,
schliesslich ist Geiz geil. Das „Entweder-Oder“ unserer Supporte deinen Verein auf
Umfrage zielte genau auf diesen Umstand ab. Auf Grup- prisma-hsg.ch/campus/vereine
pierungen, zwischen denen wir uns entscheiden müssen,
weil sie entgegengesetzt und nicht vereinbar sind. So
bevorzugen die HSGler die Migros, ob sie sich dort für Das prisma
Legere oder M-Budget entscheiden, bleibt aber offen. Dozentenrating
Und trotz der hohen Macdichte an der Uni bevorzugt die
Mehrheit Windows, das iPhone obsiegt aber gegenüber
Von Globalisierung und
dem Blackberry. Und trotz seinem neuen Gewand verliert
das A-Gebäude gegen das B-Gebäude. Die ausdrehbaren Effizienz Top 5
Stühle sind wohl doch bequemer als die harten Holzbänke, Ein Resümee des 41. St. 1. Frei Christoph (5.83)
die einen um ein paar hundert Jahre zurückversetzen. Gallen Symposiums. 2. Metelmann Jörg (5.67)
3. Kull Stefan (5.6)
Doch nicht nur bei Banalitäten, auch in wirklich ernsthaf-
4. Fieseler Christian (5.47)
ten Angelegenheiten müssen wir wählen, ob wir wollen
5. Härter Andreas (5.2)
oder nicht. Wir wählen die Liebe vor (weiter...)

Kommentiert: Carl Cornichon zu «Die HSG findet ihre soziale Ader» 5. Meckel Miriam (3.39)
4. Ferlic Flora (3.17)
Ein freier Stammzellen-Markt würde jegliches Problem der Knappheit schlagartig beheben. Während irgendwel- 3. Frauendorfer Karl (2.75)
che staatlichen Moralapostel einen Handel aus “ethischen” Gründen verbieten, sterben täglich tausende Leute an
2. Wolf Carola (2.67)
1. Spoun Sascha (2.42)
fehlendem Blut, Stammzellen oder Organen. Bravo, Scheiss-Ethiker!

Bottom 5
Vote für deine Dozenten auf
prisma-hsg.ch/campus/dozentenrating
62 prisma – Mai 2011
Gewinnspiel
58
30 Löse das Rätsel und gewinne
jetzt eine von fünf Lizenzen für
17 den Online-Speicher Memonic!

45 Damit nichts mehr verloren geht


und du deine Notizen, Erinne-
67 rungen und immer dabei hast.
Verfügbar für: Mac,iPhone, iPad,
61 Web, Android und Windows

47 Memonic ist ein Online-Speicher


für Termine, Gedankenblitze,
42 Web-Recherchen, Bilder, Musik,
Dokumente und vieles mehr.

Cartoon Löse das Rätsel indem du die Frage auf der jeweiligen Seite
(Seitenzahl im schwarzen Kästchen) beantwortest.

Sende das Lösungswort bis zum 22. Mai 2011 an


redaktion@prisma-hsg.ch oder per SMS an 076 579 92 21.

Die Gewinner vom Sponsored by


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• Sven Vock
• Fiona Waldburger

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Mai 2011 – prisma 63 Menschen


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64 prisma – Mai 2011


AC 28
Das Gerücht
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Nachdem die zweite Erhöhung der ihnen vertrauten Betonumgebung sollen
Studiengebühren an der HSG knapp ge- die rational überzüchteten und sozial be-

Anonyme scheitert ist, hat die Kantonsregierung


einen geheimen Zusatzartikel in den
schränkten Teilnehmer wieder an Basis-
Rituale des menschlichen Miteinanders

Zwischen-
Sparmassnahmen-Katalog aufgenom- herangeführt werden. Die Tage sollen
men. In den Sommermonaten Juli und für die Teilnehmer zunächst mit Medi-
August werden die heiligen Hallen der tationen vor schwarzen Bildschirmen

mieter HSG erstmals an Dritte vermietet. Aber


es sind nicht Studierende in schwitzigen
Sprachkursen oder sinnigen Summer
oder im grellen Tageslicht beginnen.
Statt Bäume werden auf dem Rosenberg
dann die Skulpturen von Hans Arp um-

Nach der Gebüh- Schools, die den Campus beleben wer-


den. Die St. Galler Kantonsregierung
armt und in «Flirten ohne Geometrie»
wird beispielsweise ausgeführt, wie man

renerhöhung ist hat eine Klientel mit weitaus höherer


Zahlungsbereitschaft gefunden: die AA
Komplimente an sein Gegenüber auch
ohne Masse-Verteilungsfunktionen oder
die HSG bemüht, – die Anonymen Analysten, welche enge
Verbindungen zu den HSG Alumni in
Sinuskurven formulieren kann.

alternative Erträge London und New York besitzen. Um den Therapieerfolg nicht zu ge-
fährden, lassen die Anonymen Analy-
zu generieren. Nachdem der Resozialisierungsbe- sten das Gelände der HSG weiträumig
darf seit der Finanzkrise drastisch gestie- abriegeln – prisma bedankt sich den-
gen ist, reagieren die Anonymen Analy- noch schon jetzt für die Zusendung wi-
sten in diesem Jahr und bieten erstmals derrechtlich erlangten Bildmaterials.
ein exklusives Sommercamp an: In einer Annegret Funke

Finde die 9 Unterschiede...

66 prisma – Mai 2011


Welche neue Sportveranstaltung soll HSGlern jetzt alles abverlangen?
- Gewinnspiel auf Seite 63

Zuckerbrot & Peitsche

Vorbei sind die Zeiten, in denen man In einem zugegebenermassen leicht


im mit fensterlosen Containern gefüllten qualvollen Selbstversuch wagte ich mich

Zuckerbrot Provisorium endlos erscheinende Reko-


Kurse und einschläfernde Vorlesungen
abgesessen hat oder bei Prüfungen ins
in eine der neuen «Boot Camp»-Kondi-
Lektionen. «Boot Camp» ist dabei eine
völlig zutreffende Beschreibung, allerdings
Mens sana in Schwitzen kam. Heute wird zwar im- ist der Kurs dank einer sehr motivierenden
mer noch geschwitzt, aber aus anderen Trainerin, guter Musik und vielen Mit-
corpore sano Gründen: Die Sporthalle wurde endlich «Leidenden» keine reine Folter. Man geht
ihrem eigentlichen Zweck zugeführt mit dem Gefühl nach Hause, mal wieder
und seit Mitte März kann man seinen im etwas richtig Gutes für seinen Körper und
Audimax platt gesessenen Hintern auf seine Fitness getan zu haben. Dieses Gefühl
die Bikinisaison vorbereiten oder allfäl- hielt unweigerlich die nächsten drei Tage
lige Aggressionen wegboxen. Die Sport- an, da der «Boot Camp»-Selbstversuch
halle sieht zudem nicht mehr wie eine einen Muskelkater der höchsten Güte her-
depressiv machende Containerbienen- vorgerufen hatte. Wer also ein effektives,
wabe aus, sondern ist unerwartet gross unterhaltsames Konditionstraining sucht,
und hell. Dank der neu entstandenen ist damit gut bedient. Wer’s nicht ganz so
Kapazitäten konnte das Unisport-Ange- extrem mag, findet sicher eine Alternative
bot erweitert werden. So gibt’s nicht nur im umfangreichen Unisport-Programm.
häufigere Trainings, sondern es wurden Jedenfalls gibt es keine Ausreden mehr, auf
auch einige neue Sportarten eingeführt. der faulen Haut zu sitzen.
Manuela Frey

Peitsche Der Bachelor-Graduation-Day im


März war ein wirklich schöner Tag. Nicht
weil nun endlich feststand, dass ich die
zusetzen, oder das Trischli ist einfach zu
geldgeil und verbohrt. Wie auch immer:
Eine Graduation-Party, bei der selbst die
Frustration HSG für immer verlassen würde, son- Absolventen noch eine Dreiviertelstun-
dern weil ich tatsächlich froh war, nach de anstehen müssen, um dann drinnen
Graduation-Party einigen Wochen noch einmal für einen keinen Platz zum Tanzen zu haben, ist
entspannten Anlass an die Uni zurück- der sonst üblichen HSG-Organisation
kehren und gute Freunde wiedersehen unwürdig. Diese Feier sollte dazu da
zu können. Gerne hätte ich am Abend sein, sich ein letztes Mal in St. Gallen
dieses Tages ebenso entspannt im Trisch- mit seinen Mitabsolventen und Freun-
li gefeiert. Doch die nächtliche Party den zu amüsieren und seinen Abschluss
wurde dem Anlass in keinster Weise ge- zu feiern. Es stellt sich hier schon die
recht. Zwar hatte man die Eintrittspreise Frage, warum es nicht möglich ist, den
für Begleitpersonen seit der letzten Ver- Club an diesem einen Tag im Semester
anstaltung im Herbst auf akzeptable 15 für das weitere Publikum zu schliessen
Franken gesenkt, doch auch für diesen und für die nötige Exklusivität zu sorgen,
Preis kann man sicherlich etwas mehr die sich die HSG auch in allen anderen
erwarten als einen Stehplatz von einem Lebenslagen stets selbst zuschreibt. So
halben Quadratmeter abseits der Tanz- bleibt ein feierlicher Tag mit schalem
fläche ohne jegliche Bewegungsfreiheit. Beigeschmack in Erinnerung.
Entweder ist die HSG nicht in der Lage, Fabian Fechner
sich gegenüber den Veranstaltern durch-

Mai 2011 – prisma 67


erdmannpeisker
annpeisker
rdmannp
Erst denken,

erdm
dann drehen.
deric
Fede o, SSppeeeeddccuubbeerr & Rivellutionär
rico,

ERFRISC
SCHE
CHEE
DEINEN
GEIST!
MIT RIVELLA
GRÜN. lang-lebe-anders.ch

Federico in
Action sehen:
iPhone-App «Paperboy»
laden, Anzeige fotogra-
68
fieren, prisma
Inhalt – Mai
anschauen. 2011