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Elsbeth Groh stellt eine kleine Energie-Revolution vor, an der Sie mitwirken

können.
Sie denken vielleicht: „Ich liebe die frische Ware, das bunte Treiben und die Begegnungen auf dem
Wochenmarkt. Jetzt soll es auch noch mit Energie zu tun haben, wenn ich dort einkaufen gehe?“

Auch wenn Sie noch nie darüber nachgedacht haben: der geringere Energieverbrauch spricht für das
Kaufen auf dem Markt! Denn Produkte, die Sie dort erwerben, haben meistens eine positivere
Energiebilanz als solche aus dem normalen Supermarkt.

Ihnen wird ohne Zweifel bewusst sein, dass Sie auf den Märkten heimische Händler unterstützen,
aber haben Sie schon vom „Peak Oil“ gehört?

Unabhängiger werden vom Erdöl

Mit „Peak Oil“ bezeichnet man den Zeitpunkt des Ölfördermaximums, dem höchst wahrscheinlich ein
radikaler Rückgang der Erdölvorkommen folgen wird.

Seit einigen Jahren gibt es, ausgehend von Großbritannien, eine Reihe von Kommunen, in denen sich
Menschen mit dem Thema des „Peak Oil“ auseinander setzen. Man will sich auf eine möglicherweise
radikale Verteuerung von Erdöl vorbereiten. Im Moment ist unser ganzes Wirtschaften noch von der
Verwendung billigen Öls abhängig und ein radikaler Rückgang der Ölförderung könnte extreme
Auswirkungen auf unser alle Leben haben. Deshalb machen sich die sogenannten Transition Towns
oder Energiewendestädte für die regionale Wirtschaft und Landwirtschaft stark.

Verschwenderischer Lebensstil
Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass es auf die Dauer erschwinglich sein wird, Lebensmittel
aus weit entfernten Orten mit großem Energieaufwand zu uns in die Supermärkte zu bringen.

Ständig steigende Preise an den Tanksäulen, aber auch die Abrechnungen für das Heizen mit Öl oder
Gas zeigen uns schon jetzt, dass unser verschwenderischer Lebensstil an ein Ende gekommen sein
könnte.

Innerhalb einiger Jahrzehnte wird Erdöl nicht nur als günstige Energiequelle ausfallen, sondern
ebenso als billiger Rohstoff zur Herstellung vieler Dinge des täglichen Gebrauchs. Aus Erdöl werden ja
nicht nur Kunststoffe aller Art produziert, selbst die konventionelle Landwirtschaft hängt am Ölhahn,
denn Kunst-Dünger wird aus Erdöl hergestellt! Der biologische Anbau hat also auch wegen seiner
geringeren Abhängigkeit vom Erdöl erhebliche Vorzüge vor dem konventionellen Ackerbau.

Unser ganzes modernes Leben ist praktisch auf der günstigen Verfügbarkeit von Öl aufgebaut. Dass
der Handel mit dem schwarzen Gold darüber hinaus auch ein Politikum ist, macht die Sache der
Abhängigkeit nicht leichter für uns.

Transition Towns
Weil das Bewusstsein um Nachhaltigkeit bei vielen Menschen gestiegen ist, gibt es seit einiger Zeit
auch in Deutschland sogenannte Energiewende-Städte. Diese machen es sich zur Aufgabe, die vor
Ort vorhandenen Ressourcen zu entdecken und entwickeln. So erproben Menschen, wie nachhaltiges
Wirtschaften funktioniert. Dabei wird auf altes, bewährtes Wissen zurückgegriffen, zum Beispiel auf
die alte Kunst des Einweckens, aber es werden auch neue Techniken verwendet.

Übrigens zeigt sich eine positive Nebenwirkung dieser Basisbewegung darin, dass Nachbarschaft
wieder eine größere Rolle spielt. Denn um die Möglichkeiten vor Ort kennenzulernen, muss man sich
begegnen. Man lernt sich unter neuen Aspekten neu oder anders kennen. Und feiert gemeinsam,
wenn man ein selbstgesetztes Ziel erreicht hat.

Wieso damit nicht auf dem Wochenmarkt beginnen? Wenn Sie nicht sicher sind, woher die
angebotenen Waren kommen, fragen Sie doch einfach nach und geben den Produkten aus
heimischem Anbau eine Chance.

Also: global denken, aber lokal handeln!

Hier können Sie sich über Energiewendestädte informieren: www.transition-initiativen.de.

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