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Ein Grieche betritt in Deutschland eine Bank: «Ich möchte ein Gyros-Konto eröffnen.» Darauf der Bankangestellte: «Das ist bei uns nicht Ouzo.» Sofern Sprachwitze mit Gleichklängen arbeiten, sind sie im strengen Sinn Kalauer. Viele dieser Witze gelten als «doof», bringen uns aber doch zum Lachen. Andere Sprachwitze machen sich Ironie, Übertreibung, Doppelsinn oder Stilbrüche zunutze. In diesem Band wurden klassische und neue Sprachwitze gesammelt. Ein Vorwort analysiert die grammatisch-rhetorischen Techniken dieser Witze und versucht, ohne Pedanterie etwas Klarheit zu schaffen. Hans-Martin Gauger war von 1969 bis 2000 o. Professor für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Freiburg i. B.

Hans-Martin Gauger Das ist bei uns nicht Ouzo! Sprachwitze Verlag C. Beck . H.

H. Willich Printed in Germany isbn 978 3 406 55963 1 www.Dem Andenken an Georg Hensel 1925–1996 gewidmet 1. 2007 (Limitierte Sonderausgabe) © Verlag C. + malsy. Nördlingen Umschlagentwurf: + malsy.de . H. Beck. Auflage. Beck oHG. Auflage.beck. 2006 2. Willich Umschlagabbildung: Jussi Steudle. München 2006 Gesamtherstellung: Druckerei C.

Wer nun aber ‹erzählt›. ihn allenfalls kurz lockern. wie Gottfried Benn ganz zutreffend sagt. Sie sollen darüber lachen – oder lächeln. wer also in dieser abgehobenen Weise (und dies gilt auch schon für Witze) ‹erzählt›. du bist da. muß zumindest zwei Dinge wissen. um gleich das Paradigma des Ernsten zu nehmen. eigentlich das Erzählen überhaupt. nicht um etwas handelt. Witze sind also nicht nur dann unpassend oder unmöglich. Also sollen in diesem Buch die Leserinnen und Leser keineswegs aufgefordert werden. die Witze die hier zusammengestellt sind. wenn der Ernst der Situation sie verbietet. Man möchte nicht immer aussteigen. ist nicht tot». immer eine Unterbrechung des Sprechens. wir reden miteinander: «Wer redet. daß es sich bei dem. Nicht jede Situation ist dazu geeignet. Eine Unterbrechung auch des Sprechens. etwa.Was ist das – ein Sprachwitz? Witze-Erzähler sind schrecklich. wenn es sich um etwas wie ein ‹Arbeitsgespräch› handelt – und da erst recht –festhalten an dem anvisierten Handlungsbezug. Auch wenn sie ihre Witze gut erzählen. sondern in der Situation des Sprechens selbst bleiben. der gegenseitigen Affirmation dient – ich bin da. Dies kann sehr unwillkommen sein. in dem Sinne also. Zweitens beansprucht der Witze-Erzähler und eigentlich jeder Erzähler etwas wie 5 . steigt aus und zwingt die Zuhörenden auszusteigen. Erstens ist das Erzählen von Witzen oder Anekdoten. bei einem Begräbnis. Wer aber Witze erzählt. Andererseits kann man niemandem das Weitererzählen verbieten. zu erzählen. Oder jedenfalls: sie können es sein. was er erzählt. das einfach auf die Situation geht und nur dem Austausch. das sich auf das Hier und Jetzt des Gesprächs richtet. ja. Oder man möchte.

Eben weil sie unterbrechen. Nehmen wir den Witz mit dem blinden Bettler in Jerusalem. Jemand gibt dem Mann etwas. Eine Stunde später geht er ins Kino und sieht. hörten wir. die keine Sprachwitze sind. weil sie auflockern. Auch wissen zum Beispiel viele Redner. Die anderen müssen sich dies gefallen lassen. Merke: Wenn dir nichts wirklich Witziges einfällt. die wir aus amerikanischen Filmen kennen. ernst bleiben! Nun also Sprachwitze! Sie sind eine besondere Art von Witzen. erst einmal einige seiner Witze zu erzählen. ebenfalls. wenn auch vielleicht mit Ingrimm. Wenn sie es sind.Herrschaft. Witze zu machen. bei den Gesprächen zur Bildung der Großen Koalition. wo sie die Witze allenfalls noch höflich tolerieren. So wurde. und in diesem Fall haben sie auch sozial-psychisch eine genaue Funktion. und er gibt ihm etwas mehr als üblich und geht zufrieden weiter. Die Wendung «Die Witze mache hier ich». den Blinden neben sich. So liegt im Erzählen von Witzen auch immer etwas wie Anmaßung. zu Beginn einer Sitzung Peer Steinbrück eigens gebeten. In diesem Augenblick wendet sich dieser an ihn und 6 . zur «Auflockerung». Offenbar ist er dafür bekannt. Aber wenn es geht. sogar bei ernsthaftem Thema nicht undankbar ist für einen gelegentlichen Scherz. Nur muß dieser einigermaßen gut sein. Da ist immer etwas wie: «Alle mal herhören: ich erzähle!» Verbale Herrschaft ist auch Herrschaft. Ein Beispiel. Der Boss – und nur er – hat das Recht. in denen man für Witze dankbar ist. weil er gerade in guter Stimmung ist oder der Mann ihm leid tut (oder weil beides zusammenkommt). kommt schnell der Punkt. Oktober 2005. hieß es. Sie müssen damit einverstanden sein. denn offensichtlich gibt es viele Witze. geht es unter Umständen sogar gut. einen «Sitz im Leben». indem er sich hinsetzt. deutet eben darauf. daß selbst ein ernsthaftes Publikum. geht es. So sehen es die Bosse und die anderen. Nun gibt es allerdings Situationen. Sonst wäre er besser unterblieben.

Das kennt man. Er kann sich nicht entschließen. ja historischer Witz. daß eine Forelle fließendes Wasser braucht oder liebt – «In einem Bächlein helle. sagt man ihm./Da schwamm in froher Eil» usw. ob er einziehen soll oder nicht. Man redet ihm zu.fragt: «Bin ich hier richtig im Bus nach Tel Aviv?» Das ist ein Witz. die alle mit einer gewissen Wasser-Scheuheit zu tun haben. aber etwas Sprachliches mag hier hereinspielen. daß es sich bei dem Forellen-Witz nicht um einen Sprachwitz. ist das sozusagen allgemeine Wissen einer Gemeinschaft enthalten. Denn in einer Sprache. Doch wie immer: Man wird sagen müssen. auch zur Sprache. zur Sprache selbst gehört. Sachlich gehört er zur Gruppe der «Bade-Witze» (so nennt sie Freud). Darauf der Zögernde (typisch auch die Form der Frage als Antwort): «Bin ich a Forell?» Das ist auch kein Sprachwitz. Also kein Sprachwitz. Ein Jude (aus dem Osten) zögert vor der Rezeption eines Hotels. das im Sprechen jeder bei jedem ohne weiteres voraussetzt. ob solch ein Element ein «außersprachliches». Übrigens hat Salcia Landmann in ihrer schönen Sammlung «Jüdische Witze» (1963) gerade diesen Witz dadurch erheblich verdorben (und es ist 7 . genauer: der an keiner Stelle auf Sprachliches rekurriert. Ein weiteres Beispiel – und nun ein typisch jüdischer und sehr alter. sondern um einen Sachwitz handelt. kann oder muß man sagen. ob das Wissen «fließendes Wasser» bei «Forelle» zu diesem fest Voraussetzbaren gehört. also sozusagen rein «enzyklopädisches» Wissen ist oder ob. dieses Wissen. das Wissen also (dies wäre das Kriterium). denn ein Wissen ist es ja ohne Zweifel. in ihrem Wortschatz. Da kann man sich nun in einem Einzelfall wie hier fragen. es gehört zum allgemeinen Wissen und somit. Die Linguisten allerdings streiten sich prinzipieller: darum nämlich. denn zur Bedeutung «Forelle» gehört ja das doch auch sprachliche Wissen. empfiehlt das Haus. in dem Sprache nicht vorkommt. «Wir haben fließendes Wasser». wie eben gesagt.

auf erheblich niedrigerem Niveau.gar nicht leicht zu sagen. nebenbei. während in Baden oder jedenfalls in dessen südlichem Teil. «Württemberger» zu sagen. Wenn man ‹Schwaben› sagt. Und nun ein Witz aus dem Südwesten Deutschlands. zumindest fast immer. Nun aber ein sprachlicher Schwabenwitz. wird also unvermeidlich «Fisch» weit schwächer finden. aus dem südlichen Baden. Das mit den Möwen hat ja nun wirklich mit Sprache nichts zu tun. besonders die nördlich der Schwäbischen Alb. ist das Konkretere besser. machen sich also lustig über sich selbst. weil es Schwaben auch in Bayern gibt und im nördlichen Württemberg auch Franken. Also: Wie kann man auf dem Bodensee ein schwäbisches Schiff sogleich von einem badischen unterscheiden? Antwort: Hinter dem schwäbischen fliegen keine Möwen (da wirft nämlich niemand irgendetwas raus). wo noch immer viel Irritation gegenüber den Schwaben zu finden ist. versteht sich. Auch dies ist ein reiner Sachwitz. denn die Schwaben wiederholen in ihren Witzen. denn dies tun unter den deutschen ‹Stämmen› allenfalls. Noch immer sind sie dort die erfolgreichsten Witze. Immer. eines der Kennzeichen des alten jüdischen Witzes – sie machen sich selbst zum Gegenstand ihrer Witze. Übrigens ist jene Irritation ganz einseitig: es gibt in Württemberg keine Badener-Witze. «Fisch» assoziiert eben nur «Wasser». aber nicht 8 . warum das so ist). daß den Schiffen Möwen folgen. Das ist bemerkenswert. weil sie den Mann fragen läßt: «Bin ich ein Fisch?» Sicher ist «Forelle» hier viel besser – eben wegen der konkreten Assoziation «fließendes Wasser». Besser wäre es. Wer auch nur einmal den Witz mit «Forelle» gehört hat. der. Freilich: wieder muß man zum Verständnis wissen (und weiß es). meint man praktisch die Württemberger. vermuten wir. denn im nördlichen Baden ist diese Irritation weit geringer. eher von den Schwaben selbst stammt. überall Schwaben-Witze kursieren.

rekurriert auf zwei verschiedene Bedeutungen des Wortes «Ausgabe». Ein weiterer Sprachwitz. welche Ausgabe?». Nun also der Witz. Ja. Er ist somit ganz klar ein Sprachwitz – er arbeitet. gegen die Bayern. eben mit den zwei verschiedenen (hier relevanten) Bedeutungen von «Ausgabe». Der Minister mißversteht die Frage nun aber als Ausruf und sagt nach kurzem Zögern: «Ja. Nun. fragt die Buchhändlerin. Wieder ein klarer Fall. er stößt den Hörer darauf. Anderswo. Dieser Witz. Fachlich geredet: er arbeitet mit einer lexikalischen Mehrdeutigkeit. da haben Sie eigentlich ganz recht. in Bayern. und dann seien sie nicht zur Tür rausgekommen. sei in München ein Polizeiwagen umgestürzt. Vielen Dank!» Und verläßt die Buchhandlung.so durchgehend. «Ja. denn da saß ein Zuhälter. Auch der wahrhaft große Humor Karl Valentins zielt nicht. einer «Polysemie». wird berichtet. neben der als bekannt vorausgesetzten Knickerigkeit der Schwaben (das ist der sachliche Hintergrund). auch nicht am Rande. etwa badische) geht in Tübingen in die Buchhandlung «Osiander» und will sich Mörikes Werke kaufen. In der vergangenen Nacht. ja. Der Witz stellt also diese unübertragene Bedeutung – gegen den Sprachgebrauch – 9 . niemand denkt da an Kilogramm. in Berlin. während es ja bei den ‹leichten Mädchen› und den ‹schweren Jungs› darum gar nicht geht. in Köln geschieht dies so gut wie nie. mit seinem starken Überraschungseffekt. auf der anderen nur schwere Jungs. ausschließlich mit einem Element der Sprache. Ein schwäbischer Minister aus Stuttgart (denn es gibt dort auch nicht-schwäbische. hier der Adjektive ‹leicht› und ‹schwer›. ein Wunder sei dies ja wahrlich nicht gewesen: auf der einen Seite seien nur leichte Mädchen gesessen. wobei der Witz die Verschiedenheit der Bedeutungen bewußt macht und diese Wörter in ihrer konkreten Bedeutung nimmt. die den Schwaben auch sonst nicht unähnlichen Sachsen. Wieder der Rekurs auf verschiedene Bedeutungen.

die derjenige. der reine Blödsinn. Denn es ist ja seltsam: warum lacht man über so etwas überhaupt und noch dazu ganz besonders? Sachwitze also und Sprachwitze. üblichen Gebrauch. Andere Einteilungen sind in anderer Weise sinnvoll oder gar näherliegend. wie gesagt. Jedenfalls: von den Sprachwitzen her erscheinen die anderen. wenn Witze überhaupt passend oder. der sich für Sprachliches interessiert (und eigentlich nur für diesen) eine besondere Art von Witzen. die nicht Sprachwitze sind. sagen wir. Wobei es dann wieder sinnvoll ist. er ist albern. wie auch im Falle von «leicht» und «schwer». nicht geradezu unpassend sind. Der Witz stellt sich gleichsam mit der Sprache gegen sie. ihn überraschend und überrumpelnd. zugegeben. indem er den Ausdruck ganz wörtlich nimmt und den Hörer. von der aus es dann ‹anständige› gibt. Darauf müssen wir zurückkommen. zwischen bloß ‹unan- erstellt von ciando 10 . Immerhin ist zwischen den beiden Bedeutungen noch ein gefühlter Zusammenhang. die sozusagen ‹immer› erzählt werden können. Aber der Höhepunkt des Witzes ist ja «Zuhälter». so formulierte: «Über die doofsten Witze lacht man am meisten». Übrigens ist dies eine Erfahrung. wie Freud dies (vielleicht in Anlehnung an andere Autoren) treffend nennt. Oder eigentlich: er war da in unserem Bewußtsein nie. hat er ihn erzählt). Und das. auf etwas stößt. wobei das Sachliche – Zuhälter – schon auch mitspielt. aber seine «Lachkraft». der den Witz erzählte (und deshalb. Zum Beispiel die Kategorie (und die ist nun dem ‹Witzbewußtsein› ziemlich klar) der ‹unanständigen› Witze. allgemeine Witzbewußtsein unterscheidet die Sprachwitze nicht von den anderen. Da lachen wir sozusagen direkt über die Sprache oder etwas Sprachliches. woran er nie gedacht hatte. als Sachwitze. Der Witz ist. ist nicht gering. In anderen Worten: Sprachwitze sind für denjenigen. gegen den. und da ist die Bedeutung von «zuhalten» ganz und gar nicht mehr drin. gerade zur Illustrierung seiner These.wíeder her.

oder Mehrsprachigkeit zum Sprachwitz? Auch dafür spricht einiges. wenn zwei Wörter oder auch ganze Sätze oder Satzteile gleich 11 . Was diese Sprache angeht. aufgrund von Zweisprachigkeit. der (immer irgendwie auftrumpfende) Berliner Witz dafür besonders disponiert? Sehr bekanntes (zumindest halbsprachliches) Beispiel: «Guten Tag. aber der Unterschied ist für uns hier unerheblich) reden wir. Zur Zote gehört der derbe und offene Rekurs auf konkret Sexuelles und zwar eben und nahezu ausschließlich um dieses Rekurses willen. Und dort waren ja auch einst die Hugenotten am Werk. ein gesteigertes Sprachbewußtsein hatten. für das Französische? Ferner: animiert Zwei. Können Sie mir den Weg sagen? Ich will zum Zoo» – «Als was?» Oder dann der jüdische Witz? Übrigens dürfte der alte Berliner Witz einiges vom jüdischen enthalten. Schließlich die zweite Frage: gehören zu jenen Bedingungen auch die jeweiligen Sprachen? Dies hieße: sind bestimmte Sprachen für den Sprachwitz günstiger als andere? Gilt es etwa. Der große Romanist Walther von Wartburg redet sogar in seinem sehr bekannt gewordenen Handbuch «L’évolution et structure de la langue française» (erstmals 1946) von «der Wunde der Homonymie». die diese Sprache zeige. unter welchen lokalen und sozialen Bedingungen Sprachwitze besonders gedeihen. Nun ein kurzer Einschub zum Französischen. Von «Homonymie» oder «Homophonie» (es ist nicht genau dasselbe. sind die Möglichkeiten zum Sprachwitz vor allem der in ihr ganz besonders häufigen Homophonie zu danken. die unvermeidlich. Ist etwa. um im Raum unserer Sprache zu bleiben.ständigen› und eigentlichen ‹Zoten› noch einmal zu unterscheiden. die witzig sind und gar einer gewissen Feinheit nicht entbehren. Es gibt aber auch unter den Zoten solche. diesen Verdacht wird man sogleich haben. Interessant wäre es zu untersuchen.

bei uns oft als ‹Kalauer› bezeichnet (obwohl nur ein Teil der Sprachwitze ‹Kalauer› 12 . daß ein bestimmter Typ von Sprachwitz. schöne Tyrannin. Da las oder hörte er also etwas heraus.» las er somit «tira nos nez» als verkappten und natürlich gar nicht mitgemeinten ‹Subtext› heraus. das es zwar als Wort nicht gibt. aux Né . .».». «er (oder sie) zog an unseren Nasen» – aus «Tyranne. die französisch genau gleich lauten oder lauten können: «Il est tailleur». den Neronen (oder Neros) vergleichbar . Und neben Desportes’ Vers «Quelle manie est égale à ma rage». «Il est ailleurs». Aber Homonymie und Homophonie gibt es auch anderswo. indem er einfach an den Rand schrieb: «tira nos nez». . aux Nérons comparable . also etwa sot. . . die er liebt» – das kann von der Sache her zusammenkommen. «dumm» und saut «Sprung». Gesprochen ist da immer nur s plus o! Einige der hier gesammelten Witze aus dem Französischen illustrieren diese Nähe von Homonymie und Sprachwitz. die «Homophone». schrieb er bloß: «ga la ma ra». aber doch (und schon dies ging nicht) ein Wort sein könnte! Und die Monotonie der vier a-Laute kommt dazu! Dann die zahlreichen verschiedenen Wörter im Französischen. . muß es aber sehr bekanntlich gar nicht. sie sind französisch nur weit häufiger. die ihn liebt» und «Er hat eine Frau. und seau «Eimer» und sceau «Siegel» gibt es zumindest auch noch. Und auch die in ihrer Bedeutung ganz disparaten Sätzchen: «Er ist Schneider» und «Er ist anderswo». Der Kritiker (und Dichter) François Malherbe (17. . Wartburg nennt dieses Beispiel. «Er hat eine Frau. Und vielleicht hängt mit dieser besonderen Häufigkeit auch zusammen. belle tyranne. «Welche Verrücktheit gleicht meiner Wut». Französisch klingen diese beiden also doch wirklich nicht bedeutungsgleichen Sätze jedenfalls genau gleich: «Il a une femme qui l’aime» und «Il a une femme qu’il aime».klingen. «Aber Ihr. Jahrhundert) beanstandete einmal diese Verse von Philippe Desportes: «Mais vous. die sich lautlich nicht unterscheiden.

daß in einem bestimmten Sinn alle Witze Sprachwitze sind. die Pointe. von der «Lebenswelt» her. in die hinein der Witz erzählt wird. das sich auf die Bedeutungsverschiedenheit zweier Wörter gründet. «Jeu de mots fondé sur la différence de sens entre deux mots qui se prononcent de la même façon». wäre es deutsch. die gleich ausgesprochen werden». keineswegs dasselbe wie ‹doof›. die – unverdorben – möglichst nahe an den Schluß gebracht werden sollte. man kann ihn gut oder schlecht erzählen. als bekannt voraussetzen. Das Wort meint bei uns einen «wenig geistreichen Witz». er hat einen Höhepunkt. und die Pointe sollte den Hörer zum Lachen oder zum Lächeln bringen. von der Stimmung ab. im Französischen. eigentlich darf ihr nichts mehr folgen. Es muß aber hier klärend gesagt werden. und es ist uns ja bekannt – pragmatisch. Und dann gibt es gute und schlechte Witze.sind). hängt stark von den Umständen. Wir wissen: der Witz ist kurz. das wir. weit höher gestellt wird als etwa im Deutschen. Alle werden ja 13 . als ausgesprochenen ‹Kalauer› bezeichnen würden: «Persönlichkeit» und eine (wegen Krankheit) «im Bett liegende Person». Wir wollen hier nicht erneut zu klären suchen. für unsere Zwecke. er wird erzählt. vor allem weil wir dazu nicht gerüstet wären. das lautet französisch in der Tat genau gleich: personnalité und personne alitée. und es kommt aus dem französischen (und etymologisch unklaren) calembour. im geistigen Raum dieser Sprache. Und dann wird gleich ein Beispiel genannt. was der Witz als solcher eigentlich sei. Wir können es. wie gesagt. oder sie sollte geradezu der Schluß sein. Auch auf diesen wichtigen Unterschied zwischen dem Lachen und dem Lächeln müssen wir zurückkommen. das der «Petit Larousse» ganz positiv und eben unter Bezugnahme auf Homophonie so definiert: «Wortspiel. Schließlich: was wir als ‹doof› oder ‹schlecht› und als ihr Gegenteil betrachten. und ‹schlecht› ist hier.

Daher gehört zum Witz unbedingt Mündlichkeit. der Kürze will. Und nun dem Erzähler eigentümliche Befriedigung bringen. etwas Histrionisches. sind sprachlich verfaßt. Genauer: nicht er selbst. außerhalb ihrer. und es gibt gewiß auch witzige Bilder und Statuen. in anderen Medien? Zweifellos gibt es kompositorisch witzige oder (und) witzig aufgeführte Musikstücke. es sollte vermündlicht sein. sagt etwas. durch ein Bild oder eine Statue einen Witz machen? Man sollte nicht zu schnell ‹nein› sagen. Gibt es Witze auch ohne Sprache. Offenbar gehört zum Witz Sprache. Außerhalb des Sprachlichen würde man von einem «Scherz» oder einem «Jux» reden. Wer einen «Witz macht». Mimik und Gestik. Dann vor allem Kürze. sondern unser Bewußtsein von ihm. Aufgeschriebene Witze sind ein Substitut. das aber keineswegs. was leicht geschieht. hat nicht notwendig etwas gesagt. Kann man aber durch Musik. was zur Realisierung der Pointe nötig ist. Metaphorisch aber ist es in der Tat ‹er selbst›. Wer einen Scherz oder einen Jux gemacht oder sich erlaubt hat.sprachlich mitgeteilt – sie geschehen in Sprache. dann so mündlich wie möglich. Andererseits muß alles – dann aber wieder nur das – gesagt werden. Es ist der Witz selbst. dabei sein. Somit: 14 . fügen sich verlebendigend hinzu. Er will also möglichst schnell zur Pointe und – mit ihr und durch sie – zu der kleinen Explosion kommen. Worauf übrigens kommt es beim Erzählen eines Witzes gerade auch sprachlich an? Zunächst sollte parasprachlich eine gewisse Schauspielerei. Ein Witz sollte um des Hörers oder Lesers willen schnell sein Ziel erreichen. sprachliche Artikulation. Zielstrebigkeit. wenn schon aufgeschrieben werden muß. Und die sogenannten parasprachlichen Elemente. die mündliche Mitteilung. Ganz sicher aber hat der Witz ein privilegiertes Verhältnis zur Sprache. Und das Geschriebene sollte. überhand nehmen darf. die das Lachen oder das Lächeln des Hörers sind.

habe ihn «ganz famillionär» empfangen. soweit ein Millionär das zustande bringt».so lang wie nötig. so überraschend wie möglich. also durchaus nicht nur das rein logisch oder intellektuell Notwendige. eine gewisse andeutend situierende Ausgestaltung. Trockenheit im Vortrag. aber die Witzschaffung durch «Technik» ist auch bei Witzen zu beobachten. Zu dem. Und dann natürlich: die Pointe muß überraschend kommen. ganz familiär. genauer: Mündlichkeit. d. Und der Witz sollte trocken erzählt werden – mit Pokergesicht. Lachen oder Lächeln. Zur nötigen Länge gehört aber auch (rien n’est simple) eine gewisse Farbigkeit. Somit: Sprachlichkeit. die keine 15 . Da müßte die Untersuchung einsetzen. Pointe am Ende. Überraschung mit der Pointe. etwas Schauspielerei. Der Gedanke dahinter. «Rothschild». sagt eine Figur bei Heine. Knappheit gehört zum Witz. ja erwünschter sparsamer Ausgestaltung. h. Kürze bei erlaubter. sei für sich selbst gar nicht witzig: «Rothschild behandelte mich ganz wie seinesgleichen. ist diese «Technik» für den Witz entscheidend. sagt Freud zu Recht. Die anderen sollen lachen. was Freud in seinem berühmten. haben wir damit freilich noch nichts gesagt. immer ist da etwas ‹nett gesagt› – warum aber ist nicht jede Verknappung und nicht jedes ‹nett Gesagte› ein Witz? Wie wird aus einem schlichten. nicht bereits der Erzähler. mehr oder weniger vernünftigen Gedanken ein Witz? «Famillionär» ist ein Sprachwitz. also an der durch Wortmischung (familiär plus Millionär) schlagend herbeigeführten Verknappung. Hier liegt der Witz in der Tat an seiner «Technik». nun genau hundert Jahre alten Buch «Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten» (1905) «die Technik des Witzes» nennt. Offenbar. so kurz wie möglich. darauf macht Freud gleich eingangs aufmerksam. Auch deshalb steht sie am besten am Schluß. Er zeigt es an dem «als ausgezeichnet anerkannten und sehr lachkräftigen» Beispiel von «famillionär».

Die Sprachwitze unterscheiden sich insofern von den übrigen. und das Silber wird frei». Das ist knapp zusammengefaßt und ganz nachvollziehbar. Sie sind «metasprachlich». technisch gesehen. Churchill. die jeweilige Sprache. denkt nach. Das Sprachliche. was ihm nun fehle. abrupt vom Premierminister zum Privatmann geworden und gefragt. sich also nicht auf das Sprachliche in ihnen zurückbeziehen. Man hört. haben uns schon die beiden Sprachwitze mit der «Mörike-Ausgabe» und dem umgestürzten Polizeiwagen gezeigt. Alle Witze sind in der Sprache. aber nicht alle sind durch Sprache. der Macht hat und dem. mehr oder weniger explizit. der in demselben Ausgang ‹-eischn› der beiden Substantive liegt. so gesehen. ist. Der «Ausgabe»Witz bezieht sich auf zwei ganz verschiedene Bedeutungen des Worts. «dann hört das Pappeln» (also das Gerede) «auf. in dem man sich in eine Silberpappeln-Allee begibt. wo denn der eigentliche Unterschied sei zwischen jemand. versteht überrascht – und lächelt. der sie verlor. den Freud zitiert. Sprachliches – und zwar als Witz. bleibt rein instrumentell. ganz bewußt aus dem Stoff. in dem ein Wort wie ein Ding behandelt wird: man gewinnt Silber. Die Sprachwitze dagegen sind. Sie nehmen. So in dem Silber-Witz. 16 . während die Sachwitze rein «objektsprachlich» sind. unbewußt. aber ansatzweise witzig wird es erst durch den sprachlichen Parallelismus.Sprachwitze sind. aus dem auch sie bestehen. als Witzquelle – ins Visier. Und sie nehmen das Sprachliche ganz ernst und wörtlich und manchmal geradezu verdinglicht. als sie – in sehr verschiedener Weise – auf Sprachliches rekurrieren. sprachlich. Beide Bedeutungen haben mit dem Verb ‹ausgeben› viel zu tun: ‹Geld ausgeben› und dann ‹ein Werk herausgeben›. aus dem die Sprache. Alle Witze sind also. sagte im Blick auf das. Wie verschieden dieses Metasprachliche sein kann. mehr oder weniger bewußt und bewußt machend. nur zwei Worte: «Information and transportation». dort Schweigen gebietet.

wohl möglich. Max Weber. einer Mörike-. von einer ‹Herausgabe›. Ein Sprachwitz kann nur mit dem ‹arbeiten›. Sie sagt uns aber nichts im Blick auf das. seit 1989. Der «Kluge». was jetzt oder. Was er ja ‹eigentlich› gar nicht tut. Trotzdem: ‹ausgeben› und ‹herausgeben› sind in unserem Bewußtsein nicht weit voneinander. Aber so ist nun einmal auch das Deutsche nicht.‹Herausgabe› und nicht von einer ‹Ausgabe› sprechen sollte. Die Etymologie – dies wird immer wieder (und gerade von den Sprachinteressierten und Sprachkultivierten) übersehen – ist nur historisch interessant. sondern ‹Zuhälterin› (ein Wort. nicht anders – hält etwas zu. Schiller-. was jetzt in der Sprache ist. Das etymologische Problem wäre also gar nicht ‹Zuhälter›. gebildet.Aber hier stellen wir nun fest. die nicht übertragenen. fachlich gesprochen (was wie hier nicht wollen). die konkreten wieder her. Dies zeigen auch die Sprachwitze! Sprachwitze also beziehen sich auf Sprachliches. Der Polizeiwagen-Witz stellt. Jedenfalls: mit unserem Witz hat dies gar nichts zu tun. daß es so war und so lief. ausgehend von den übertragenen Bedeutungen von «leicht» und «schwer». und im Falle von «Zuhälter» schafft er dem Wort gar eine ganz neue Bedeutung: ein Zuhälter – er kann nun einmal. Sie sind Sprachwitze eben aufgrund dieses Rekurses. das es so nicht mehr gibt). in seiner jeweiligen «Synchronie» ist. Es läßt sich hören. das «Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache» oder. Etymologisch (aber dies bringt hier nichts) kam übrigens der Ausdruck im 19. wird suggeriert. Am besten ist es 17 . aber auf Anhieb durchschlagend ist dies nicht. «der Kluge-Seebold» erläutert: «Mit einem zuhalten = ‹zu einem halten› bezeichnet das außereheliche Verhältnis einer Frau zu einem Mann». wäre die Sprache stringent. Jahrhundert «wohl in der Sprache der Polizei» auf und wurde nach dem schon sehr viel älteren ‹Zuhälterin›. Keine Sprache ist so. «Dirne». Das ist ja auch schon viel. daß man eigentlich.

muß man sich klarmachen. in der eigenen Sprache gelernt): bestimmte Gebrauchsweisen. die aus anderen Wörtern gebildet wurden (Gärtner.hier in der Tat. Den Jäger tötet der Löwe). Eine Sprache besteht ja. ihre Materialität betrifft. wobei die Abfolge ebenfalls wichtig ist: the hunter kills the lion. aber jeweils Bedeutungen haben. wie die Scholastiker sagten. schließlich gibt es fünftens. Gartenhaus). also den einzelnen Lauten. was ihre Qualität. ohne es zu merken. drittens. die Verbindung der Wörter – im Blick auf ihre Abwandlungen und auf andere grammatische Elemente – zum Satz. die ja aus Lauten (aus einem mindestens) bestehen. was man unter «Idiomatik» zusammenfaßt – all das. nicht einfach von ‹Sprache›. zweitens aus Wörtern. sind die eigentlichen ‹Mittel› der Sprache knapp: es sind letztlich sehr wenige. und die Intonation). erstens aus Lautlichem. Zusammenfügungen. also üblich ist. grob geredet. aber beide Sätzchen meinen Gegenteiliges (anders im Deutschen. was zu ihnen an Lautlichem (übrigens sehr komplex) noch hinzukommt (zum Beispiel der Akzent. man sieht auch gleich. die Abwandlungen also der Wörter. Es ist. viertens aus der eigentlichen ‹Grammatik›. schwach: es sind ja. wenn es um eine Fremdsprache geht. alles in allem. in ihrer Gesamtheit. was man also. einzeln lernen muß (so hat man es aber ja auch. nur ein 18 . dann Syntax. insoweit es solche gibt. so allgemein wie möglich von ‹Sprachlichem› zu reden. aus Wörtern also. bloß «gehauchte Zeichen». dem Lexikon. die Bedeutungen dieser Abwandlungen. Zudem sind sie alle. und doch. eine ganze Welt. im sprachwissenschaftlichen Sinne des Begriffs. feste Wendungen und so weiter. was ohne eigentliche Regel eben so oder so festgelegt. und dem. die man zweckmäßig als ‹Morphosyntax› zusammenfaßt: Morphologie. aus dem Wortschatz. eher zum Wortschatz als zur Grammatik gehörend. the lion kills the hunter – genau dieselben Wörter. aus der sogenannten Wortbildung. also. warum: Der Jäger tötet den Löwen.

jedenfalls als solche. «Die Grenzen meiner Sprache». damit sie wirken. Helle. wie immer es von ihm gemeint wurde (oder was immer dies von der Sache her meinen kann). sagte Königin Victoria in so einem Fall. daß das entsprechende Sprachliche bewußt ist oder (es ist fast dasselbe) bewußt gemacht werden kann. Oft also lacht nur der eine und der andere nicht. Was nun die Sprache angeht. Witze muß man verstehen. Grammatiker müssen ja. Bewußt sind den Sprechenden die Laute. oder auch die durch fremdsprachigen «Akzent» bedingten (der Akzentbegriff des Laien hat mit dem der Linguistik gar nichts 19 . nicht auf die Couch. Man lacht halt. Und oft lacht einer und derselbe in einer Situation nicht. «sind die Grenzen meiner Welt». «We are not amused». «flatus vocis». von dem was uns anrührt und wichtig ist. Doch ist dies – die komplexe Psychologie des Lachens und Lächelns – ein anderes Thema. besonders in ihren Abweichungen vom Üblichen. tief unbewußt. Voraussetzung ist nur. Dies gerade nicht. so ist uns vieles.«Hauchen der Stimme». sagt Ludwig Wittgenstein. und es war vernichtend. wenn auch vielleicht mit einiger Mühe. Denn dies gehört ja auch noch (und nun ganz generell) zum Witz: da ist überall. daß es zum «Unbewußten» gehöre. Um so erstaunlicher. Oder tut es halt nicht. der in einer anderen sehr gelacht hätte oder tatsächlich gelacht hat. An vielen und recht verschiedenen Stellen kann nun der Sprachwitz einsetzen. Bewußtheit. denn es kann demjenigen. Verstehen. zupacken und – spielen. daß man sich ihre Wirkung ohne weiteres erklären könnte. etwa die dialektalen. alles. der Morphosyntax. was diese wenigen und materiell schwachen Mittel alles ‹tragen›. taugt es nicht zum Witz. bewußt gemacht werden. denn eigentlich tragen sie. besonders in der Grammatik. Da ist. Klarheit. Was keineswegs heißt. der sich wirklich dafür interessiert. womit nicht gesagt ist. Wenn dies nicht geht. schon sehr viel dran. trotz aller «Beziehung zum Unbewußten».

wenn sie dialektal sind oder mit fehlender ‹Bildung› zu tun haben. weil sie sich auf deren Handwerk und auf deren spezifische Sprachbewußtheit beziehen und weil diese Sprachbewußtheit eine ganz andere ist als die der Laien. die Laute selbst sind es. daß auch gerade das literarische Sprachbewußtsein naiv – im Sinne des Vorwissenschaftlichen – ist: es ist nur eine quantitative und qualitative Steigerung des normalen. schließlich eben das professionelle. Was nun das Sprachbewußtsein generell angeht. Etwa auf Rechtschreibung (der Witz mit den 20 . besonders im Blick auf ihre affektive Tönung und die ‹Sprachebene›. Man könnte auch an Sprachwitze denken. Sprachwitze rekurrieren also auf Sprachliches sehr verschiedener Art. so gibt es eigentlich drei Arten oder Typen davon: das durchschnittlich normale. Einige (sehr wenige) Witze dieser Art wurden in unsere Sammlung aufgenommen. das sprachwissenschaftliche. Es wurde übrigens bisher nicht zusammenhängend erörtert. das literarische. dann die Wörter überhaupt. was man eben ‹so nicht sagt›.zu tun). Ihnen beiden steht das sprachwissenschaftliche entgegen. Das normale und das literarische Sprachbewußtsein gehören also zusammen. für den sprachwissenschaftlichen Laien) ist schon wieder ein fachliches Thema. die dies nur für Sprachwissenschaftler sind. das insbesondere den literarischen Autor auszeichnet oder auszeichnen kann (denn da gibt es große Unterschiede unter diesen Autoren). die Dialektales nachahmen. denn nur wegen dieser Bewußtheit ist Nachahmung – und vor allem das Erkennen von Nachahmung – als Quelle von Komik möglich. der sie zugehören. Entscheidend ist. dann Verstöße gegen die Idiomatik. Aber die Frage der Bewußtheit sprachlicher Elemente (und zwar. wenn man etwas sagt. dies ist die Chance für alle. denn nur darum geht es hier. Lassen wir hier die Frage fallen. auch Lautvertauschungen sind sehr bewußt. dann aber auch bestimmte grammatische ‹Fehler›.

auf Gleichklänge unter Wörtern («Poste restante» – «Katholisch»). weil viele Witze direkt oder indirekt auf die Charakterisierung fremder Sprachen zielen. sondern Dialekte überhaupt.«hungrigen Vögeln») oder auf die Analyse oder (fachlich geredet) Re-Analyse von Wörtern («Er ist der beste Architekt seines Landes. auf Kontaminationen. Dann der Sprachwitz. lautlich vor allem. im zweiten Stock. weil Bildung auch heißt. oder ein witziger Döner-Verkäufer bietet im Winter. auf Mißverständnisse oder falsche Verwendung von ‹Fremdwörtern› («Herrliche Kadaver hängen in dem Schloß». daß sie mit Hilfe der eigenen Sprache fremdsprachig klingende Sätze bilden (es gibt auch ein Fremdsprachenbewußtsein): so klingt etwa das Türkische. Wortmischungen also (das genannte und berühmte «famillionär» – ein wahrer Klassiker). hierher. und da ist. was in Freiburg als häufigste Frage gilt). auch literarische Zitierungen gehören. das Sächsische hochprivilegiert. Heißt Fink»). daß man sich von seinem Dialekt etwas zu distanzieren vermag (also etwa die mir/mich-Verwechslung im Berliner ‹Volksmund› oder eigentlich die Reduktion des Akkusativs auf den Dativ – da ist der Dativ dem Akkusativ sein Tod. wenn sie witzig sind. auf das Türkischbewußtsein der Einheimischen zählend. heißt es bei uns scherzhaft dann. die ja zusammenhängen. in 21 . auf grammatische und dialektale Bildungsfehler. was die Sprachwitze angeht. gemeint: Kandelaber). «Radio Ülülü». oder der in Freiburg sogenannte «badische Akkusativ». daß jemand realisiert. schließlich (diese Liste ist alles andere als vollständig) nicht nur Dialektales. Ihm ist nie etwas eingefallen») oder dann von Namen («Wohnt hier ein gewisser Vogel?» – «Ja. auf Wortdefinitionen. der darin besteht. was er gerade zu bestreiten sucht – wie in dem Witz. in welchem der Akkusativ dem Nominativ zum Opfer fällt – «Trinke mer noch einer?». zusätzlich «Gülühwein» an. auch dadurch. auf Lesen und auf Schreiben. dann auch Fremdsprachiges.

Von diesen übrigens sind zwar viele. das Katalanische klinge doch wie ein Nußknacker und dieser dann antwortet «Das glaub ich nicht. das glaub ich nicht. Zu den ersteren zählen nur die. Wir haben fürs erste einfach alle genommen. daß dabei erläutert und übersetzt wird. keineswegs aber alle für solche Scherze aufgeschlossen. weil dieses Buch ja kein Fachbuch ist und sich allenfalls auch an Zunftgenossen richtet. dann auf das leider immer unbekannter werdende Französische (französische 22 . derer wir habhaft werden konnten und dann. nach anderen Kriterien. no crec!» Zu unterscheiden wäre nun zwischen Sprachwitzen im engeren Sinn und solchen. denn jeder (dies war unsere Absicht) sollte auch den hier aufgeführten Sprachwitzen folgen können. durchaus auch Fremdsprachiges mit aufnehmen. Und sie sollte dazu. Zu erörtern. die sich auf das Englische beziehen. die in irgendeinem Sinne Sprachliches zum Thema machen und insofern (dies war das Kriterium) «metasprachlich» sind. schon um noch vielfältiger zu sein. no crec. nicht wenige wieder ausgeschieden. katalanisch: «No crec. wäre nun wieder eine fachlich linguistische Untersuchung. die dies bloß in einem weiteren Sinne sind. es ‹instrumentalisieren›. Es gibt auch im Hause der Sprachwissenschaft «viele Wohnungen». aber so. in ihrer «Technik».dem der Spanischsprechende einem Katalanischsprechenden sagt. und in einigen wird nicht gelacht. wie dies jeweils erfolgt (wir haben es ja nur ungeordnet und unvollständig aufzählend angedeutet). das glaub ich nicht». die sich unmittelbar. Dieses Buch will vor allem eine kurzweilig lustige Sammlung präsentieren. die wir hier nicht anstreben. Auch aus diesem Grund haben wir uns nicht an den engeren Begriff von Sprachwitz gehalten und uns großzügig für alle Witze interessiert. Die Sammlung sollte einigermaßen vielfältig sein. des Sprachlichen bedienen.

Und noch etwas: was sich hier als «Witz» findet. Das Sprachliche ist da oft anderem Witzpotential. bierernstes Argument). pure Albernheiten. daß man auch darüber streiten kann. ist wirklich nur so – als Witz – gemeint. die längst zu unserer Sprache gehören. Denn lustig und.Wörter. übrigens auch einen Hispanophonen. daß sie gegenüber Fremdsprachigem einigermaßen aufgeschlossen sind und es für normal halten. in der Sammlung gute und weniger gute Witze. Diese Sprachwitze verstehen sich nicht als Beiträge zur Wissenschaft. englisch ausgesprochen – «Dschurnalisten» zum Beispiel. und sich dabei auf seine Sprache beruft: le sentiment das meine doch eigentlich: «das Gefühlte lügt». Die Deutschsprachigen unterscheiden sich ja von vielen anderen darin. aber auch inhaltlich Hochstehendes und Gewichtiges ist darin. fürs erste eher erstaunt. werden jetzt immer häufiger. daß Sprachwitze. Und es gehört dazu. auch in den Medien. nebenbei. seien sie dies nun im engeren oder im weiteren Sinne. oder umgekehrt: dem Sprachlichen ist dieses Witzpotential aufmontiert. Wenn etwa der hochbegabte Scharlatan Jacques Lacan argumentiert (wirklich: es ist für ihn ein. aufmontiert. das Gefühl lüge. versteht sich. bei allem Augenzwinkern. wie wir dies heute in den ‹weicheren› Wissenschaften ‹postmodern› (es kommt ja nicht so darauf an) vielfach finden. «le senti 23 . daß andere Menschen anders sprechen. dies zeigt unsere kleine Sammlung auch. dann auf das Italienische. das von außerhalb des Sprachlichen kommt. besonders lehrreich («Semper aliquid haeret») sind diese ‹lateinischen› Witze ebenfalls. nie nur Sprachwitze sind – anderes kommt vielfach hinzu. Ferner ist zu sagen. diese sprechen es nunmehr selber so. Es sind. was einen Anglophonen. oder dann skandalöserweise «Rissohsen» für «Ressourcen»). das Spanische und gar auf das Lateinische.

der «Schleiermacher zugeschrieben» werde: «Eifersucht ist eine Leidenschaft. . nicht um Erkenntnis. was Leiden schafft». . das zur Sprache. Er nennt den bekannten Witz (es ist ein Sprachwitz). nicht um Wahrheit. Schließlich lobt er diesen Witz erneut und zwar – eben als Witz: «Und doch ist es ein Witz. sich wieder an sie erinnert. die hier zusammengestellt wurden. Im Gegenteil – es wurde auch auf «Klassiker» Wert gelegt.» Dann aber: «Der im Wortlaut ausgedrückte Gedanke ist wertlos. Es ist ja bemerkenswert. den kenn ich schon» zu sagen: «Einen Moment. in der Sie diesen vorzüglichen Witz jetzt von mir hören werden!» Dies ist ein Gesichtspunkt! Witze sind in der Tat auch etwas wie ein Schatz. er gibt jedenfalls eine recht ungenügende Definition der Eifersucht». den Lacan ja fortsetzen wollte. Friedrich Torberg pflegte als Witze-Erzähler auf den Einwand «Ja. Also: es geht hier um Witze. hier etwas wie einen «Kanon» zusammenzustellen – nicht also die Witze. Nein. Das Überraschungsmoment. so geht es nicht. sondern. was wir einen «LächelWitz» nennen. der bewahrt werden muß. wenn man sie schon kennt. die in einer Gemeinschaft etwas wie kanonische Geltung erlangt haben.» Er ist ja in klassischer Weise. genauer: zu unserem Verhältnis 24 . sind ganz ‹neu›. Und erklärt dazu trocken: «Dies ist unstreitig witzig. Beileibe nicht alle Witze. wiewohl nicht gerade kräftig als Witz . Im Grunde aber sollte hier überhaupt nicht nur und primär der Sprachwitz als solcher vorgeführt werden. in einem weiteren und sozusagen anthropologischen Sinne. denn bestimmte Witze dieser Art muß man einfach kennen. was Sie kennen. die mit Eifer sucht. das sie in ihrer Pointe haben.ment». daß gute Witze auch erfreuen. Es wäre auch gar nicht sinnlos. Anders sah es Freud. nicht die Form. ist seltsamerweise erneuerbar. das ist die vulgäre Variante. sondern die. selbst ein sehr vollkommener. die irgendjemand besonders gerne mag. das Spielerische.

zunächst. «Grattez l’homme et vous trouverez l’enfant!». feministisch korrekter. wie dankbar gerade sie für Sprachspiele sind und wie lustig für sie ausgesprochener sprachlicher Unfug oder Blödsinn sein kann.zu ihr. Und wieder ist es unerheblich. was jetzt synchronisch ist. daß in den Bahnhöfen die am Schalter gelösten Fahr25 .gelautet haben muß. Freilich gibt es auch hier beträchtliche Unterschiede des Temperaments. das germanisch manon. Es kommt bei der Beurteilung dessen. Besonders übrigens. ja müßte man dies wohl auch als Regression ins Infantile begreifen. nicht hat. Und was die Kinder angeht. ja geradezu dankbar. könnte. wie es früher war. die voraussetzt. Und wie gern sie derlei wieder und wieder hören. «Kratze ein wenig am Mann. wenn im Sprachwitz plötzlich etwas aus der Sphäre des Exkrementellen erscheint. Zwei Beispiele für solche Kinderwitze: die (unterstellte) Mitteilung. daß Mann etymologisch auf ein Wort zurückgeht. eines (schwäbischen) Mädchens: «Meine Zähn sind eigentlich no recht gut. und ebenfalls «Mann» und ¯ «Mensch» bedeutete. und du wirst das Kind finden!». Wenn es in solchen Situationen um Erwachsene geht. Doch zurück zu den Frauen: diese infantile Regression als latente Möglichkeit gilt für sie wohl doch ebenso wie für Männer. sagten die Franzosen lange vor Freud. bloß im hintere hab ich a Löchle!». immer mögliche Aushängen. oder die Geschichte. die Suspendierung auf kurze Zeit des sprachlichen Ernstes. also jenes immer latente. darauf nicht an. die das Deutsche. auch gehört. Und in bestimmten Situationen wollen wir uns eben – und nun gerade auch sprachlich – entspannen und sind in ihnen selbst für erhebliche Albernheiten zugänglich. weiß jeder. Und natürlich könnte man wieder fragen: ist da primär der Mann (l’homme) gemeint («das Kind im Manne») oder der Mensch überhaupt (l’homme) – eine berühmte Polysemie aller romanischen Sprachen und auch des Englischen.

die denn auch nicht in unserer Sammlung sind – sie entsprechen jedoch genau einer psychischen Realität. Vielleicht liegt in dieser durch bestimmte Situationen geförderten Regression ins Infantile. Warum sollte denn auch der Mensch als Spieler. . Es gibt auch ernste Wortspiele.karten vor Betreten des Bahnsteigs. die Antwort auf die Frage. der Kontrolleur wurde nun gefragt. und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen . warum denn eigentlich die Karten unbedingt gelocht werden müßten. Wir wollen dies nicht kritisieren. Und dieser höchst einflußreiche Philosoph bezieht sich mit «Sprachspiel» nun gerade auf das Sprachspielerische kaum oder gar nicht. innerhalb seines philosophischen Projekts. und dann und vor allem die Freude an solchem Spiel. obwohl genau passend. daß «Sprachspiel». Leider aber ist bekanntlich dieses Wort.» 26 . nicht mehr als Oberbegriff für ‹Sprachwitz› verwendbar ist. das Ludische. wie die Anglophonen und Frankophonen sagen. «Sprachspiel» wäre daher für den Sprachwitz genau das rechte Wort. gerade mit seiner Sprache nicht spielen? Eigentlich. von einem Kontrolleur gelocht wurden. der rechte Oberbegriff. die Antwort war: «Ohne Loch kann man keinen fahren lassen!» Pardon für diese beiden Witze. etwas anderes. als Terminus. «in letzter Analyse». für welche der Witze-Beobachter und Sammler nichts kann. Dieses Ludische ist also wohl die Quelle des Sprachwitzes. Übrigens muß solches Spielen mit der Sprache nicht immer witzig sein. warum wir auch und vielleicht gerade über die doofsten Witze besonders lachen. «Du bist Petrus. ob nun mit exkrementellem Anteil oder nicht. die etwas von Sprachwitz haben. ein Spielen mit der Sprache. vor der sogenannten «Sperre». durch Wittgenstein definitiv besetzt. allenfalls schließt er es nicht aus. der «homo ludens». Hinter dem Sprachwitz steht also letztlich das Spielerische. ist der Sprachwitz ein Spielen. sondern nur bedauernd feststellen. aber doch keine Sprachwitze sind. . Er meint mit ihm.

Sie sind kein Witz. somit mangelhaft. meint er. was doch wohl auszuschließen ist. nämlich (und eigentlich. die es sonst hat. zeigt der lateinische Text (der griechische Urtext sowieso): «tu es Petrus. . auch) Simon Bar Jona. Daß ein Wortspiel vorliegt. nämlich «das Unzureichende».oder zureichend. eben: das Unzulängliche. also nicht aus. Übrigens macht Goethe zwei Seiten davor ein analoges Wortspiel mit dem Adjektiv überflüssig: «Bei der reinen reichen Quelle/Die nun dorther sich ergießet/Überflüssig.» Petrus hieß ja eigentlich (und dieser Name erscheint hier. Er nimmt das Wort. das Mangelhafte werde hier. eine Arbeit sei unzulänglich. und doch sind sie ernst. Oder nehmen wir (wieder eine ernste Stelle) den Schluß von «Faust II». Sonst würde da ja gesagt. . . Dies ist nun nicht zum 27 . und daraus wurde. Nein. was eigentlich (von uns aus) nicht erreicht werden kann.18)./Das Unzulängliche/Hier wird’s Ereignis . Die zwei Sätze dieses Worts sind sicher ein Wortspiel. ewig helle. was die Linguisten eine «Re-Analyse» nennen. ins Lateinische übersetzt. daß «überflüssig» hier etwas ganz anderes meint als sonst. Petrus. das wir nicht erreichen. also Realität./Rings durch alle Welten fließet» – da ist es doch wieder unzweifelhaft. im Sinne von «dasjenige. wohin wir nicht langen können». also in der Aufnahme Fausts in den Himmel. .» Ist nicht in dem substantivierten Adjektiv «das Unzulängliche» ein (wiederum ernstes) Wortspiel? Denn dieses Wort kann doch an der Stelle unmöglich die Bedeutung haben. wird Ereignis. den «Chorus Mysticus»: «Alles Vergängliche/ Ist nur ein Gleichnis. so wie wir sagen. aber eben spielerisch und gegen den Sprachgebrauch): »über alle Maßen flüssig». et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam . was sich von seiner Beschaffenheit her ohne weiteres rechtfertigen läßt. Hier.(Matthäus 16. was auf petra «Felsen» deutet. Ereignis. im Vers zuvor. Jesus gab ihm nun den Übernamen Kephas. hier nimmt Goethe ganz offenbar spielerisch vor.

wenn er ‹nur› zu einem Lächeln führt und nicht ‹bis› zu einem Lachen. Lachen und Lächeln sind zwei verschiedene. Darauf weist auch Helmuth Plessner hin. als sei das Lächeln ein kleines. gelegentlich. Die Lächel-Witze stehen intellektuell (und emotional) höher als die Lach-Witze. Ganz im Gegenteil. nach Stunden. das Diminutiv von Lachen. denn sie präsentiert die Dinge so. verbindende. zeigt gerade der Witz (und nun natürlich der Witz allgemein). Beide Reaktionen auf einen Witz sind möglich. Man kann aber auch ohne ihn darauf kommen.Lachen. Auch dies deutet gewiß auf den fundamentaleren Charakter des Lächelns. gleichsam entgleisendes Lächeln. denn eine psychisch-soziale Funktion des Witzes ist nun einmal das herzliche. Und daß Lachen und Lächeln verschieden sind und doch zusammenhängen. Kein Kind kommt herzlich lachend zur Welt. kräf28 . schon da. Und: wenn Goethe es bei «überflüssig» macht. und ein Witz ist nicht schlechter. wie man hört. als sei das Lächeln die Verkleinerung. gegen die aber gar nichts gesagt werden soll. In Wirklichkeit ist das fundamentale Phänomen das Lächeln. noch dazu in großer Nähe. Das Lächeln ist keineswegs ein kleines Lachen. müssen wir nun etwas klarstellen und dabei zunächst unsere Sprache kritisieren. der nach «Lachen und Weinen» (1941) noch einmal eigens über das Lächeln geschrieben hat. Unsere Sprache sieht dies also falsch. sondern eher umgekehrt: das Lachen ist ein sich steigerndes. ein gleichsam nicht zur Erfüllung gekommenes Lachen. Psychologisch stimmt es ganz und gar nicht. warum nicht auch. sehr bekanntlich. nicht das Lachen. Aber das Lächeln ist vielfach bereits nach wenigen Tagen. ansteckende. Das Lachen erscheint erst viel später. wenn auch natürlich nicht unzusammenhängende Phänomene. aber zum Lächeln schon. bei «unzulänglich»? Was das Lächeln angeht. Das ist aber nur in einem rein äußerlich phänomenologisch beschreibenden Sinne ungefähr vertretbar.

Zum Beispiel der Ausruf (synonym zu «Das ist doch ein Witz!»): «Da lachen ja die Hühner!». sondern nur feststellen – ist der Witz in doppelter Weise heruntergekommen – geschichtlich und im gegenwärtigen Gebrauch. Im Deutschen – dies wollen wir nicht kritisieren. vielleicht noch dies. womit doch impliziert ist. Und man wird daran wohl festhalten müssen. Konsequent wurde dies zum Argument für die These: «Das sind Menschen». daß sie keineswegs lachen . . Übrigens bestätigen die Menschlichkeit des Lachens auch Wendungen unserer Sprache. ob sie denn Menschen seien. was Freud mit der Kategorie der «Lachkraft» eines Witzes meint. so daß das Gemeinte als deutlich getrennt und jeweils eigenständig erscheint: to smile und to laugh. Das ist es. Auffallend und bemerkenswert. als Columbus Indios mit nach Spanien brachte und dort die theologisch gemeinte Frage erörtert wurde. Also: da lachen selbst die. . erscheint das Lächeln ebenfalls als ein pures Weniger des Lachens. denn im Unterschied von sourire. Wir haben im Blick auf lachen und lächeln das Deutsche kritisiert.tig lockernde. Aggressionen auflösende oder gar erlösende Lachen. «lächeln» und rire. daß diese Indios lächelten. die sonst keinesfalls lachen. 29 . Nur Menschen lächeln. Was sollen wir noch sagen? Da wir schon bei der Sprache sind und das Deutsche gerade kritisieren mußten. Zur Menschlichkeit des Lachens und des Lächelns ist schon viel gesagt worden. Übrigens war dies seinerzeit ein wichtiges Argument. Und nun stellte es sich heraus. in gleicher Weise müßte aber auch das Französische kritisiert werden. Im Englischen hingegen wird lexikalisch klar unterschieden. Dagegen unterscheidet das Englische in to cry nicht zwischen «schreien» und «weinen». daß sich die Sprachwitze von den übrigen in diesem Punkt nicht unterscheiden: es gibt auch unter ihnen beide Varianten: LächelWitze und Lach-Witze. «lachen».

wenn man die Treppe (etwa des Rathauses) wieder hinuntergeht . Also sind die Bedeutungen «Wissen». . Witz war also vormals. Aber halt. Da meinen wird irgendetwas auf lächerliche und unerfreuliche Weise Lustiges. nebenbei. auch in aberwitzig und Mutterwitz hat sich jene alte Bedeutung bis heute erhalten. was einem leider erst einfällt. «Das Neueste aus dem Reich des Geistes» – wer aber. Der Ausdruck ist eine Übersetzung des französischen und da noch immer geläufigen esprit d’escalier. erst im 18. Aber noch Lessing gab eine Zeitschrift heraus. also das. Dies war auch im Deutschen der ursprüngliche «Treppenwitz». das sich verspätet und anders als erwartet ergab. So aber verwenden wir das Wort kaum mehr. es sei «ein Treppenwitz der Geschichte». . abgewertet worden 30 . wenn wir von etwas sagen. Einspruch! Dies alles heißt doch nicht. was wir jetzt mit Witz meinen. In gewitzt und gewitzigt. «Verstand». nachdem die Möglichkeit. wie Jost Trier sagte. die also noch immer die unsere ist. und ist nun herabgestuft und an die Peripherie des Intellektuellen abgedrängt worden – er bleibt aber doch (und dies stimmt mit dem zuvor Gesagten überein) in diesem Bereich. «im vorliterarischen Deutsch das Urwort des Verstandesbereichs». womit das bekannte Phänomen gemeint ist. was wir eigentlich hätten sagen sollen. vorüber ist. Übrigens ist ja auch in dem heute meist mißverstandenen «Treppenwitz der Geschichte» die alte Bedeutung noch anzusetzen.Die althochdeutschen und mittelhochdeutschen Substantive wizzí. eine Zeitschrift so zu nennen? Eigentlich ja doch ein ganz sachlicher Titel! Aber zurück zum Wort Witz. würde es heute wagen. in den Sinn kommt. daß. die wir hatten. Jahrhundert kam die Bedeutung «Scherz» für Witz auf. «Klugheit» auf «Witz» heruntergekommen. sondern «Geist». «Verstand». und hier war ja offensichtlich nicht «Witz» gemeint. witze hießen «Wissen». die sich «Das Neueste aus dem Reich des Witzes» nannte. «Klugheit». daß uns oft erst nachher.

Nur im Bayrischen bekanntlich drückt es Hochachtung aus. offensichtlich nicht hoch. wie festgestellt. aber dermaßen geschickt. was (metaphorisch geredet) die Sprache selbst über ihn weiß und sagt. aber die negative Bewertung bleibt dieselbe: «Das ist ja ein wunderbarer Witz!» Da wird also etwas als Witz gelobt.sei. daß. daß für die Bedeutung «Witz» gerade dieses «Urwort» herangezogen worden ist. daß der Hund durch unsere Sprache negativ bewertet werde. als irreal abgewertet. sei eine Aufwertung. Der Witz steht somit. ein Witz eben nur etwas Erzähltes ist und zudem etwas nur zum Spaß. nicht. das kann doch gar nicht ernst genommen werden. Da meint man das Gegenteil von seriös. wenn man also sagen will: das ist Unsinn. Und heute. Freilich ist die Sprache hier unzuverlässig. wenn von jemandem (einem Mann) gesagt wird: «Jo. wie ist es heute und nun also nicht mehr geschichtlich gesehen? Da haben wir die eben genannte und enthüllende Wendung (und in charakteristischem Ton gesprochen) «Aber das ist doch ein Witz!». er ist schlau. Somit ohne Realitätsgehalt. aber gerade damit als substanzlos. So müssen wir auch vorsichtig sein mit ‹Das ist ja ein Witz!›. Ganz im Gegenteil könnte man sagen. daß der Hund bei uns. treibt alles mögliche. denn von der Sprache her sieht es ja so aus. a Hund is er scho!» Man meint damit: Hut ab. Erzähltes. von dem her gesehen. Warum ist zum Beispiel das Adjektiv hündisch so negativ? Sollte man daraus schließen. Nur das Wort Witz ist also heruntergekommen. negativ bewertet wird? Auch ist ja ‹Du Hund!› eine arge Beschimpfung. Übrigens gibt es die Wendung auch scheinbar positiv. was es meint. daß ihm niemand an den Wagen fahren kann. 31 . damit es also lustig sei. Aus hündisch also kann man nicht schließen. In Wirklichkeit fand einfach eine neue Verteilung statt. Und dies paßt nun wieder dazu. Sonst würde man doch nicht etwas Negatives einfach als ‹Witz› bezeichnen.

denn jeux de mots wäre zu eng. von denen jeder einen begrenzteren Umfang hat. stammen vielfach aus dem Fundus dessen. aber kein so umfassendes: bon mot. dachten scharf der Sprache entlang). unseren Titel «Sprachwitze» ins Französische zu übersetzen. boutade.Bemerkenswert ist übrigens auch. ohne es immer eigens zu zitieren. calembour. die ihn angeregt haben und von denen er einiges. Die Witze. das Witzbuch von Sigmund Freud (also: «Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten»). Und wieder geschichtlich gesehen: der pure Zufall kann dies schwerlich gewesen sein. das mit einem neuen Titel 32 . das ja auch und auf jeden Fall eine grandiose Witzsammlung ist. übernommen hat. mot d’esprit. Im Englischen haben wir joke als Zentralwort («thing said or done to excite laughter»). die hier gesammelt wurden. So wäre es gar nicht leicht. Valentin noch besonders. daß es da französisch keine rechte. was das Fehlen eines zentralen Begriffs und ein solch differenziertes Angebot an Begriffen. natürlich zunächst französische Wort im Deutschen hat – da heißt es nur eben «Dummheit»). Wichtig waren ihm. dann das schöne und so sympathische Buch von Herbert Schöffler «Kleine Geographie des deutschen Witzes». neben den (für ihn) klassischen Sprachwitz-Produzenten wie Karl Valentin und Johann Nepomuk Nestroy (da wäre viel mehr auszuwählen gewesen – beide. Dann gibt es Sammlungen. ebenso im Spanischen el chiste und im Italienischen la barzelletta. von wem und bei welcher Gelegenheit er ihn hörte. die das entsprechende. plaisanterie. astuce und das familiäre blague (sottise hat die Bedeutung nicht. jeu de mots. er hat dafür ein ärgerlich gutes Gedächtnis und könnte von jedem einzelnen sagen. Und dann – wichtiger – wäre zu untersuchen. bedeutet. was es an Folgen mit sich bringt. was das Wort Witz angeht. Aber im Französischen? Da gibt es viele Wörter. mot pour rire. keine so allgemeine Entsprechung gibt. was der Sammler ‹gehört› hat.

Gerade auch deshalb wurde hier. erst die zweite im deutschen Sprachraum.(und einem schönen Essay von Helmuth Plessner) nach dem Krieg wieder herauskam (erstmals. zuvor. denn hier braucht man wirklich das Original. wie es scheint. Ihr Titel: «Neues aus Sankt Eiermark. natürlich auch «Jüdische Witze. dann immer wieder). Beck» (und ebenfalls unter dem freundschaftlich angenehmen Lektorat von Raimund Bezold). was Churchill angeht. Wulf Oesterreicher. darauf verzichtet. Die erste erschien (sie ist inzwischen vergriffen) vor acht Jahren. von Joachim Kalka trefflich ins Deutsche gebracht (1998). Diese Sammlung von Sprachwitzen ist. Bergers «Erlösendes Lachen. und. Und diese Sammlung hatte indirekt mit dem ‹Verfasser› dieser jetzt vorgelegten zweiten zu tun. handelt es sich hier. denn sie war ihm gewidmet und dreien seiner sprachwissenschaftlichen Schüler (und Freunde) zu danken: Peter Koch. 1955. 33 . im Vorwort und überhaupt. Da finden sich im «Nachwort» auch eine klar ins Linguistische gehende Analyse und vier Seiten ‹harter› Anmerkungen mit Hinweisen auf wissenschaftliche Literatur. um den Witz und gerade auch den enormen und differenzierten Sprachwitz des Mannes. H. 1997. eine englisch-deutsche Ausgabe (1967). Ausgewählt und eingeleitet von Salcia Landmann» (1963). hatte die in Fortsetzungen erschienene Sammlung zeitgemäß «Der Witz der deutschen Stämme» geheißen (ein Beispiel für eine sprachwitzige Titeländerung!). dann die «Heiteren Erinnerungen» des Philosophen Erich Rothacker (1963). auch im «Verlag C. Bill Adlers «Winston Churchills gesammelte Bosheiten». Das Komische in der menschlichen Erfahrung» (1997). Das schönste und wohl auch tiefste Buch über den Gegenstand ist Peter L. Thomas Krefeld. also unter den Nazis. und der englische Titel ist natürlich viel besser: «The Churchill Wit» (1965) – warum wäre «Churchills Witz» nicht gegangen? Denn genau darum. Das kleine Buch der Sprachwitze».

sondern amüsiert und wie angesteckt. Über die Sprachen und über die Sprache. auch weit speziellere für die Sprachen. was nun wieder mich ermunterte. den unvergessenen Theaterkritiker. Wir waren nicht befreundet (das darf ich keinesfalls behaupten). sprachwissenschaftlich stets gehen sollte. die in diesem Buch vertreten sind. eine grandiose (und auch überaus witzige. Und dann wäre es an der Zeit. Ihm hätte sie gefallen. da er viel Sinn für dergleichen hatte.Natürlich wäre es schön. unter modernen sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten die speziell sprachliche «Technik» der Sprachwitze innerhalb der Witze überhaupt zum Gegenstand zu machen. Man würde dabei nicht nur über die Witze. und für andere auch. Das war fast zwanzig Jahre nach dem «Requiem». Dieses Buch widme ich dem Andenken an Georg Hensel. schließen läßt: «Alles in der Welt ist ein Spaß» oder auch – «ein Witz». sondern auch über die Sprachen nicht weniges erfahren. wie indirekt auch immer. Und er nahm. tätigen Anteil an dieser Sammlung. zum Teil grimmig witzige) Autobiographie geschrieben: «Glück gehabt» (1994). in gewaltigem Fugenchor. wie sie damals schon im Entstehen war. haben uns aber. worum es letztlich. Im übrigen. nicht nur freundlich. Zum Beispiel hat er. wie Verdi den «Falstaff». dem «Falstaff» folgten aber noch die «Quattro pezzi sacri». Er war aber auch einiges mehr. gut verstanden und nicht wenige Briefe gewechselt. seine letzte Oper. 34 . neben dem Groß-Handbuch «Der Spielplan». nachdem wir leider spät (spät von ihm aus gesehen) zusammengetroffen waren. «Tutto nel mondo è burla». und reagierte auf sie. wenn noch weitere solcher Sammlungen kämen.

Sprachwitze .

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gehen Sie weiter!» Nach einigen Schritten ruft ihn der Polizist zurück: «He. auf der anderen nur schwere Jungs. antwortet das Tier. Scheißstaat In den siebziger Jahren murmelt jemand auf einer großen Straße in Ostberlin.» – «Ach so». Skeptischer Igel Ein Igel trifft im Wald auf einen Wolfshund. kommen Sie doch mit! Ich hab mir’s überlegt: es gibt nur einen Scheißstaat!» 37 .» – «Ein Wolfshund?» – «Ja. also gut.Der umgestürzte Polizeiwagen Heute nacht ist in München ein Polizeiwagen umgestürzt. welchen Staat ich meine. War ja auch kein Wunder: auf der einen Seite saßen nur leichte Mädchen. denn da saß ein Zuhälter. sagt der zu ihm. Sie.» Der Polizist antwortet: «Na. Und dann kamen sie nicht zur Tür raus. sagt der Igel und geht weiter. «ich hab’ doch gar nicht gesagt. Darauf der Igel: «Das glaub’ ich nicht». Er fragt ihn: «Was bist denn du?» – «Ich bin ein Wolfshund. fragt der Mann zurück. «Kommen Sie mal mit!». immer wieder vor sich hin: «Scheißstaat!» Schließlich fällt er einem Polizisten auf. mehr oder weniger hörbar. «Wieso?». mein Vater war ein Wolf und meine Mutter eine Hündin. Dann trifft er auf ein anderes Tier und fragt: «Was bist du?» – «Ich bin ein Ameisenbär».

wenn sie reden könnten?» Ein anderer Besucher mischt sich ein: «Als erstes wohl: ‹Wir sind Leoparden. Jemand hatte darunter gekritzelt «Ick zittere». Nachdem er zwei. sagte Possart wohlgelaunt: «Ach. die er erreichte. 38 . Herr Generalintendant. Als jemand Schwierigkeiten hatte bei der Nennung seiner Titel. gestorben 1921.oder dreimal mit «Spectabilis» angeredet worden war. Doktor Ritter Ernst von Possart›!» Spectabilis Der Dekan einer Philosophischen Fakultät rief zu Beginn der vorrevolutionären sechziger Jahre alle Assistenten zu einer Besprechung zusammen.Tiger Eine Frau steht vor einem hochumzäunten Gehege in einem Zoo und sagt zu ihrem Begleiter: «Was würden diese Tiger wohl sagen. Jedenfalls war dies die höchste Position. sagte er: «Ach. war zuletzt Intendant des Münchener Hoftheaters. lassen Sie doch dieses entsetzliche ‹Spectabilis›! Sagen Sie doch ganz einfach ‹Herr Dekan›!» Deutschland Berliner Antwort auf ein im letzten Kriegsjahr offiziell angebrachtes Plakat mit der Frage «Was tust Du für Deutschland?». gnädige Frau!›» Possart Der große Schauspieler und Theaterverwalter Possart. lassen Sie doch diese lästigen Titelgeschichten! Sagen Sie doch ganz einfach: ‹Exzellenz.

was noch ein Glück ist» (Die Tante Jolesch).» oder. . daß . Einst speiste in einer LPG der Staats39 .» Nach einer solchen Schilderung. habe Tante Jolesch. das «Tiefgründigste» gesagt. . Volkseigener Betrieb (VEB) Diese Abkürzung der DDR wurde auch übersetzt mit: «Vatis ehemaliger Betrieb».» Bobby Dem als Witzfigur bekannten Grafen Bobby in Wien wurde einst in einem naturkundlichen Museum ein Straußenei gezeigt. «Donnerwetter». «Glück im Unglück war. . der Katholik.» oder «Zum Glück hatte wenigstens .Neue Feiertage Viktor Klemperer notiert in seinem Tagebuch: «Ein besonders guter Witz: Hitler. berichtet Friedrich Torberg. LPG «LPG» war in der DDR eine «Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft». habe zwei neue Feiertage kreiert: Maria Denunziata und Mariä Haussuchung. direkter. Er blieb wie angewurzelt stehen. beinahe absichtslos. . daß . das sie je gesagt habe. «hätte ich nicht gedacht – der Walzerkönig!» Tante Jolesch «Die Schilderungen von Unglücken. sagte er schließlich. . größeren oder kleineren. nämlich: «Gott soll einen hüten vor allem. . Katastrophen. werden oft mit der Bemerkung abgeschlossen: «Es war noch ein Glück.

ratsvorsitzende Ulbricht. Er war mit dem Essen äußerst zufrieden und sagte beim Weggehen: «Ich hätte gar nicht gedacht, daß man in einer LPG so gut essen kann.» Da klärte man ihn auf: es handle sich nicht um eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, sondern um die letzte private Gaststätte.

Otto von Habsburg Dr. Otto von Habsburg, Enkel Kaiser Franz-Josephs und hochgebildeter Politiker Österreichs, hält oder hielt, wie man weiß, nicht wenige Vorträge. Als es wieder einmal um einen Termin ging, sagte ihm sein Adjutant: «Kaiserliche Hoheit, an diesem Tag ist es nicht günstig, wenn Sie sprechen, da ist nämlich ein wichtiges Fußballspiel.» – «So», sagte Otto von Habsburg, «gut, das versteh ich. Und wer spielt denn?» – «Österreich – Ungarn, Kaiserliche Hoheit». – «So, das ist ja interessant . . . Ja und – gegen wen?»

Solferino Kaiser Franz Joseph kam 1848 zur Regierung. Sein Vorgänger war Kaiser Ferdinand, der von 1835 an regierte, dann aber, 1848, mehr oder weniger auf Druck, wegen Unfähigkeit zugunsten seines Neffen Franz Joseph abdankte. Als 1859 Napoleon III. und die Piemontesen die Österreicher in der Schlacht von Solferino (bei Mantua) vernichtend besiegt hatten, sagte Ferdinand leise triumphierend: «So hätt’ i’s a no troffen.»

Der Name des Lachses Für gläubige Juden gilt die Regel, daß etwas keine Verfehlung ist, wenn es ohne Wissen geschieht. Wenn also ein solcher Jude zum Beispiel Schweinefleisch ißt und meint, es sei etwas ande40

res, ist dies keine Verfehlung. Ein Jude nun sieht in einem Geschäft einen wunderbaren Schinken und gerät in Versuchung. Schließlich sagt er dem Verkäufer: «Geben Sie mir, bitte, ein halbes Pfund von diesem Lachs!» Der Verkäufer sagt: «Das ist kein Lachs, das ist Schinken.» Darauf der Jude empört: «Hab ich Sie gefragt, wie dieser Lachs heißt?»

Wortdefinition Herr Pfleiderer: «Können Sie definieren, was ein Vakuum ist?» Herr Häberle: «Natürlich kann i das. Ein Vakuum, ein Vakuum, das ist ein . . . ja, also i hab’s em Kopf, aber i kann’s net sage» (Häberle und Pfleiderer, also Oscar Heiler und Willy Reichert; «Vakuum» ist hier mit ‹f› zu sprechen).

Meineid Zwei Zeugen verabreden sich, vor Gericht unter Eid dasselbe auszusagen. Einer faßt das Verabredete abschließend zusammen: «Mein Eid ist dein Eid, und dein Eid ist mein Eid.»

Akustisch Ein Professor (Sprachwissenschaftler) hält einen Vortrag. Nach einigen Sätzen unterbricht er sich mit freundlicher Geste zum Mikrophon: «Können Sie mich verstehen?» Ein Kollege (Philosoph) ruft zurück: «Nur akustisch!»

Tel Aviv Hinweisschild in öffentlichen Verkehrsmitteln in Tel Aviv: «Nicht mit dem Wagenführer sprechen. Er braucht seine Hände zum Fahren.» 41

Der kürzeste Schüttelreim (vielleicht) «Du bist – Buddhist.»

Ein andrer «Erst scherzt er mit dem dreisten Lieschen, Jetzt schmerzen ihn die Leistendrüschen.«

Der kompletteste Schüttelreim «Ein Auto fuhr durch Gossensaß Und kam durch eine Soßengaß, So daß die ganze Gassensoß Sich über die Insassen goß« (dieser Schüttelreim stammt wohl von Karl Fuß, alias Wendelin Überzwerch).

Keyserling Schüttelreim (von dem damals hochberühmten Germanisten Friedrich Gundolf) auf den Philosophen Hermann Graf Keyserling: «Als Gottes Atem leiser ging,/Schuf er den Grafen Keyserling.» Darauf soll Keyserling, wenn die Geschichte stimmt, mit einfachem Reim geantwortet haben: «Und als sein Atem noch geringer,/Schuf er den Friedrich Gundelfinger.» Friedrich Gundolf hieß nämlich von Haus aus Gundelfinger (vielleicht nach dem Ort Gundelfingen bei Freiburg).

Gespräch in einer Bäckerei in Darmstadt (oder Heidelberg) «Sin die Weck weg?» – «Jo, sin all all.» – «Wer war’n do do?» 42

der eilig vorbeigeht. antwortete der Lahme dem Blinden. «Wie Sie sehen». sagt ihm: «Ist doch mir egal. «Hast du genommen ein Bad?» fragt der eine. «Wieso?» fragt der andere zurück. «fehlt eins?» Frosch Ein Frosch hüpft in eine Milchhandlung. Badehaus Zwei Juden treffen sich in der Nähe des Badehauses. wo sammer denn?» Würstchen In einer Bahnhofshalle steht ein Verkäufer und ruft: «Heiße Würstchen!» Jemand. meinte. daß die Münchener offenbar unter einem eigentümlichen Orientierungsverlust leiden. der in München lebt. Die Verkäuferin fragt ihn: «Was wünschen Sie?» Der Frosch antwortet: «Quak. bei jeder Gelegenheit nämlich würden sie fragen: «Ja. wie Sie heißen!» Der Blinde und der Lahme – klassisch «Wie geht’s?» fragte der Blinde den Lahmen.Münchener Ein Schweizer Komiker.» Famillionär Der Hühneraugenoperateur und Lotteriekollekteur HirschHyacinth bei Heinrich Heine («Die Bäder von Lucca»): «Und 43 .

Gehen Sie wieder nach Hause.» 44 . Trauring Ein junger Mann.» Der Mann schüttelt den Kopf und geht. sicher.so wahr mir Gott alles Gute geben soll. Freud. und er behandelte mich ganz wie seinesgleichen. der nun mit Überraschung den Ehering an der Hand des Besuchers bemerkt. besucht nach längerer Abwesenheit einen hier (also in Wien) wohnenden Freund. wir verheiratet. Dann fragte er. Amsel Ein verwirrter. drei Jahre. Herr Doktor. ganz famillionär» (zit. Was? ruft er aus. lautet die Antwort: «Trauring. Sie sind verheiratet. nur ganz notdürftig deutsch sprechender Ausländer erscheint auf dem Polizeirevier. II). II). Einladung Er lud mich zu einem Whisky Soda ein: Er trank den Whisky – ich saß so da. Nach zwanzig Minuten ist er wieder da und erklärt: «Ich habe meine Frau gedrosselt. aber wahr» (Freud. ob er mir eine Erfrischung anbieten dürfe: Da machte er das Fenster auf. der bisher in der Fremde ein heiteres Leben geführt. ich saß neben Salomon Rothschild. Ja. bei S. Er getraut sich nicht zu reden. dann ist dies doch kein Fall für uns. oder nicht?» – «Ja. Sie sind doch verheiratet mit dieser Frau oder leben jedenfalls mit ihr zusammen. ich denke.» Der Polizeikommissar lächelt verständnisvoll und sagt: «Nun. Schließlich stockend: «Ich habe meine Frau geamselt. Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten.» – «Ja also.

Großschreibung Die Wichtigkeit der Großschreibung im Deutschen zeigt ein Satz wie dieser: «Helft den hungrigen vögeln!» Durch den Unterschied von Groß. und der auf einem Rappen ritt. Und der zu seiner Rechten ging. der war ein goldner Mann. Weithin erklirrte jeder Schritt. mit Schwung und Schwing und Klang und Kling. Und da geht es Klingelingelings! Unten liegt das teure Dings« (Wilhelm Busch. Lautmalerisches 2 «Was brachten die nicht alles mit. zum Stall von Bethlehem. 45 .und Kleinschreibung kann dieser sonst – akustisch und graphisch – zweideutige Satz eindeutig gemacht werden. Ach! – Die Venus ist perdü – Klickeradoms! – Von Medici! Weh! Mit einem Satze ist er Vom Kamine an dem Lüster. Siebentes Capitel). Die fromme Helene. Lautmalerisches 1 Zum Kater Munzel: «Sehr in Ängsten sieht man ihn Aufwärts sausen am Kamin. und der zu seinen Linken fing. saß samten und bequem.

46 . Einer sagt: «Wir gehen nach Neuseeland. zum Glück bereits außerhalb Deutschlands.» Die anderen: «Das ist uns zu weit. nach einem Abendessen. ganz blau zu rauchen an« (Rilke. Widmung Hofmannsthal wurde einst. ihnen eines seiner Bücher. Der fehlende Bezugspunkt Während der Zeit der Verfolgung überlegen sich einige Juden. Er zögerte einige Minuten und schrieb dann: «Nach langer Überlegung – Hugo von Hofmannsthal». Die Heiligen Drei Könige).» Darauf die Rückfrage: «Weit von wo?» Schuhe Zwei Berliner Schuhgeschäfte heißen «Leiser» und «Stiller». von seinen Gastgebern gebeten. das ihm vorgelegt wurde. wohin sie nun gehen sollen. zu widmen. das wiegend und in Ringen hing. weniger laut.aus einem runden Silberding. Jemand fragt an der Rezeption eines Hotels: «Wo kann man hier gute Schuhe kaufen?» Die Antwort: «Leiser!» Darauf der Fragende. noch einmal: «Wo kann man hier gute Schuhe kaufen?» Die Antwort ist nun: «Stiller!» Worauf der Fragende nun direkt flüsternd seine Frage noch einmal wiederholt.

daß ein Kardinal beinahe von einem herabstürzenden Betthimmel erschlagen worden sei. . aus dessen Werk sich eigentümlicherweise kaum Sentenzen herausholen lassen.» So ein berühmter Satz Thomas Manns. rief er aus: «Gerechter Himmel!». dem das Schreiben schwerfällt. sagte er: «Brentano – brennt-a-no. «Juste ciel!» Kontamination 1 «Das ist ein Steckengebiet von ihm».» Himmel Als Voltaire erfuhr. der Satz fiel denn auch außerhalb seines literarischen Werks.» 47 . der große klassische Philologe.Schriftsteller «Ein Schriftsteller ist jemand. Eines Tags. und Thomas Mann trug jenen Satz ein. in einer Reihe nicht weit hinter Thomas Mann. Wilamowitz las und murmelte. bevor er sich selbst eintrug: «Dann soll er’s doch bleiben lassen!» Spätes Brennen Als ein Kollege von der späten Heirat des Wiener Philosophen Franz Brentano hörte. sich in ein Gästebuch bei einem offiziellen Treffen einzutragen. .» Kontamination 2 Ein (Freiburger) Oberbürgermeister – erregt und mehrmals: «Ich finde das einfach unverantwortungslos . stand Ulrich von WilamowitzMoellendorff. «Die Sache ist mir über den Berg gewachsen. berichtet Golo Mann. Es galt. «Darauf leg ich jetzt keine Rolle».

» Norddeutsch «Es wird schon wieder wern. .» (Th.» Amtliches Schreiben Alte preußische Stil-Anweisung für die Abfassung eines amtlichen Schreibens: «Es muß kurz sein und verletzend. Kapitel 8). es ist eine Qual . . eine unbestimmte Qual.» (Th. Teil. Buddenbrooks. Sie sind ganz einfach alle zu kurz . sagte die Mutter Bern. . . Mann. daß alle Vokale ihre Plätze gewechselt hatten. das Weihnachtskapitel verlesen . 8.« Vokale «Therese Weichbrodt hatte mit soviel Nachdruck. . An den Fastentagen pflegten die Kellner vor der Tür des Restaurants zu stehen.Fastentage Gegenüber der großen Synagoge in Berlin befand sich ein gutes jüdisches Restaurant. 48 . . Kein Schmerz Christian Buddenbrook: «Es ist kein Schmerz. sie flüsterten den aus der Synagoge Heraustretenden zu: «Für die Herren Fastenden ist im Hinterzimmer serviert. Buddenbrooks. denn bei der Mutter Korn is es ja auch wieder worn. weil hier alle Nerven zu kurz sind. Achter Teil. Kapitel 8). wißt ihr. Mann.

nicht lange nach der Öffnung. Die Sängerin antwortete ihm nicht mehr auf seine Fragen. heute werde sie ihm aber antworten. sagte der Bankdirektor. Während der Vorstellung. Szene. Wotan. aber eindrucksvolle Rolle der «Urmutter» Erda hatte. übrigens mit der Sängerin Elisabeth Schwarzkopf verheiratet. pflegte zu sagen: «Immer ist Undank/Legges Lohn!» (er zitierte damit den listigen Feuergott Loge aus Wagners ‹Ring des Nibelungen›. fragte er sie leise. 2. der im ‹Rheingold›. verkracht. in einem Westberliner Aldi-Geschäft über die lange Schlange 49 . nach Wotans Worten «Laßt mich in Ruh!/Den Rest geb ich nicht». Der Sänger sagte zu seinen Kollegen. weiche! Flieh des Ringes Fluch!» Börse «Die Börse ist wie eine Lawine». welche die kurze. in der 4. der große und höchst verdienstvolle Plattenproduzent. wie sie. aus der Erdtiefe hervortaucht: «Mögen Sie lieber harte Eier oder weiche?» Darauf hat Erda zu singen («Die Hand mahnend gegen Wotan ausstreckend»): «Weiche. Antwort Ein Sänger. «mal geht sie runter.Undank Walter Legge. der in Wagners «Ring» den Wotan zu spielen hatte. singt: «Immer ist Undank Loges Lohn!»). war mit einer Sängerin. mal geht sie rauf!» Ossi Ein ‹Ossi› beschwert sich. Szene.

vor der Kasse. Kind: Schokolarde!» Intelligent Ein Berliner Leutnant zu seinen vor ihm angetretenen. das darf der!» – «Daß er das darf!»).und Ausländer «Lernen Sie erst mal richtig deutsch!» – «Sie mir auch so verstanden!» Ruhrgebiet Dialog: «Daafdadat?» – «Jadatdaafda!» – «Datadadaaf!» («Darf der das?» – «Ja. Ein Türke dreht sich um: «Warum du motzen? Wir nicht haben gerufen dir!» Aldi Im Ruhrgebiet fragt jemand aus dem Auto heraus einen Türken: «Geht’s hier nach Aldi?» Der Türke antwortet korrigierend: «Zu Aldi». Darauf der im Auto: «Wieso? Is schon halb sieben?» Dialog In. Deutlichkeit Ruhrgebiet: «Du mußt deutlich nach der Schrift reden. weithin akademisch gebildeten Rekruten: «Telljent wollense sein? Ich will Ihnen was sagen: intelljent sind Sie!» 50 .

Er müsse da fehlen. während des Kaiserreichs.Feiertage Ein Rekrut. Der Leutnant grummelt: «Immer diese verdammten jüdischen Feiertage!» Hydrant Ein Leutnant kommandiert: «Stillgestanden!» Er ist etwas kurzsichtig und sagt in Richtung auf einen Hydranten. armes Herz. Er habe Immatrikulation. den er auch für einen Rekruten hält: «Das gilt auch für Sie dahinten!» Man sagt ihm: «Das ist ein Hydrant. entschuldigt sich für den nächsten Tag.» Der aber tönt zurück: «Meine Anweisungen gelten auch für Akademiker!» Frühlingsglaube Uhlands vormals sehr bekanntes Gedicht «Frühlingsglaube» («Die linden Lüfte sind erwacht») endet mit diesen Versen: «Es blüht das fernste. und dann gehn wir.« 51 . vergiß der Qual!/Nun muß sich alles. tiefste Tal:/Nun. alles wenden!» Ein preußischer Offizier zum letzten Vers: «Das hätte der Dichter nun doch wirklich viel kürzer ausdrücken können. Da sprach der Emir zum Scheich: Wir zahlen nicht und gehen lieber gleich. Herr Leutnant. Ich hätte einfach gesagt: ‹Kehrt!›» Bayrisch «Es sprach der Scheich zum Emir: Jetzt zahln wir. Da sprach der Abdul Hamid: Dös Tischtuch nemma a mit.

Hofbeamter der Kandake. es heißt doch: ‹Holder Knabe. ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandaze in Mohrenland. Der Bruder erklärt: «Der Kämmerer aus dem Mohrenland. auch in gewissem Sinn postmoderne Deutung. ein Kämmerer. dem der Apostel Philippus den Propheten Jesaja erklärt. Eine (schwächere) Variante hierzu: «Hol. . unmittelbar neben der Krippe stehend. einen kleinen Jungen. Kapitel 8. welcher war über ihre ganze Schatzkammer . zwei Hirten. ja – kämmern sollt ihr euch um euer Seelenheil!» Bei Luther heißt die Stelle: «Und siehe. ein Mann aus Mohrenland.» – «Der Owi?» – «Ja. Owi Ein Kind malt die Weihnachtsszene: Maria und Josef. wird die Geschichte vom «Kämmerer aus dem Mohrenland». ja. wie Luther übersetzt. das Kind. das ist der Owi. der Knabe im lockigen Haar .›». . erzählt. .» Der Kämmerer aus dem Mohrenland In der Apostelgeschichte. . . der Königin der Äthiopier. Man lobt die Zeichnung und fragt: «Und wer ist denn der kleine Junge neben der Krippe?» Das Kind antwortet: «Ja. die Krippe. Owi lacht . .Bethlehem Ein schwäbisches Kind deutet in dem Lied «Ihr Kinderlein. kommet!» die Stelle «in Bethlehems Stall» als – «ein Bettle im Stall». Ochs und Esel.» – «Wie kommst du denn da drauf?» – «Ja.» 52 .» In der sogenannten «Einheitsübersetzung» heißt es jetzt: «Nun war da ein Äthiopier. . dann. . das ist der Owi. Hierzu die pietistische. der lacht. der ihren ganzen Schatz verwaltete .

Herr Meier. Herr Meier. daß Sie auch Maier heißen. ich weiß net. man sagt halt so» (K. Valentin. ob Sie das Haus kennen. das wär ja lächerbar. wir gehn auf die Stiege nauf. Herr Maier. aber ich schreibe mich Maier mit ai und Sie. nicht in der Sendlinger Straße. der ist unterm zweiten Stock und ober dem Parterre. in dem. so zwischen drin. genau wie ich. Herr Meier. haben wir noch mehrere Meier in unserer 53 . Das Aquarium). aber wies der Kuckuck haben will. in den Häusern hab ich gwohnt in der Sendlinger Straße. ich hab nämlich früher – nicht im Frühjahr – früher in der Sendlinger Straße gewohnt. Nun ja. in der Sendlinger Straße könnt man ja gar nicht wohnen. Jawohl. weil immer die Straßenbahn durchfährt. Es ist natürlich wieder ein Verhängnis. In der Sendlinger Straße Karl Valentin: «Weil wir grad vom Aquarium redn. Jawohl. und da geht in den zweiten Stock eine Stiege nauf.Anrede «Meine lieben Gäste und Gästinnen!» (K. in einem davon. aber nicht im ganzen Haus. die Stiege geht nicht nauf. Vereinsrede). das zwischen den andern so drin steckt. Und da wohn ich. sondern nur im ersten Stock. mit ei. Valentin. Nicht in allen Häusern. Sie beginnen heute Ihre Tätigkeit in meinem Geschäft als Buchhalter. die geht schon wieder runter auch. Die vielen Meier «Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Also.

das muß ja zu Verwechslungen führen. Dann haben wir noch einen weiteren Meier bei uns. also Meirrr. Meir! Aha! Also hinten ohne e. Was Sie nicht sagen! Aha! Das ist natürlich tafal – fatal. und zwar mein Teilhaber. So? Nur vorne? Das ist natürlich kinderleicht. Valentin. den und die andern Meier auseinanderzukennen. dann natürlich nicht. Aha! Natürlich Herr Meier. das will ich nicht sagen! Der Hausmeister Meir muß nur sehr prägnant ausgesprochen werden. Sturzflüge im Zuschauerraum). Von Sinnen «Direktor: ‹Was fällt Ihnen ein. Na. denn der Teilhaber schreibt sich ja Meyer mit Ypsilon. der heißt auch Meyer. Der neue Buchhalter). Verwechslungen gibt es da nicht. Verzeihung! So. Nein. So? Was Sie nicht sagen! Der heißt aber Gott sei Dank Meir. so. Valentin. 54 .Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Fabrik. hier im Theater mit einem Benzinmotor zu fliegen. sind Sie denn von Sinnen?› Flieger: ‹Nein von hier›» (K. nein.» (K. und zwar den Hausmeister.

aber Semmelknödel sind Semmelknödel. dieselben! Unsinn – andere hab ich halt gemacht. Aber wie tät man denn zu einem Dutzend Semmelknödel sagen? Auch Semmelnknödeln – Semmel ist die Einzahl. deln Was deln? Semmelnknödeln heißt’s. . man sagt schon von jeher Semmelknödel. Ich hab ja g’sagt. . der mit seiner Partnerin vom Direktor hinausgeworfen wird: «Wir lassen uns das nicht gefallen. ebenda). aber wir auf Sie. Was. solang die Semmelnknödeln 55 Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin Karlstadt Valentin . dieselben? Ah. also aus mehreren Semmeln . Nein. Ja zu einem – aber zu mehreren Semmelknödel sagt man Semmelnknödeln. Die Semmelnknödeln werden aus Semmeln gemacht.Angewiesen Ein aufgebrachter Darsteller. Semmelknödel «Karlstadt Und ausgerechnet Semmelknödel hat er sich bestellt. wo doch ich heute auch Semmelknödel gemacht habe. das müssen Sie sich merken!» (K. Sie sind auf uns nicht angewiesen. das mußt Ihnen merken. das sind also mehrere einzelne zusammen. Semmelknödel. Valentin. und Semmeln ist die Mehrzahl. Semmelnknödeln. Nein.

daß der große Regenwasserforscher Rembremerdeng das nicht gewußt hat» (K. Doch nur an der Nublition scheiterte der Versuch. Haidhausen – volkstümlicher Stadtteil von München). Aber mit Kleinem fängt man an und mit Großem hört man auf. beinand san ma. zwega der Haidhauser Grammatik›» (K. um binocke Minilien zu erzeugen. Und heut hätt man so ziemlich alles. daß’s zwischen der Burgoassi und uns koan Unterschied gibt. – nix – als wia a kloans Kind. Kreszens Hiagelgwimpft. Wissenschaftssprache «Der Regen ist eine primöse Zersetzung luftähnlicher Mibrollen und Vibromen. 56 . Es ist interessant zu wissen. Valentin. dann san ma verlorn. Sprachsoziologie «Kreszenz Hiagelgwimpft ist die Gattin eines hiesigen Großkaufmanns aus der goldenen Inflationszeit 1919 usw. – Lassen wir sie selbst reden: ‹Was moanans. sagt man unerbitterlich: Semmelnknödeln» (K.aus mehreren Semmeln gemacht werden. Der Regen). wie schnell wir uns emporg’schwunga ham. i und mei Mo. – Blos’s Maü wenn ma aufmacha. was unser Herz begehrt. – nix ham ma ghabt. ‹Semmelknödel›). daß man noch nicht weiß. Alles könn ma uns kaffa. Valentin. deren Ursache bis heute noch nicht stixiert wurde. dann hauts uns naus aus der Rolln. Valentin. Schon in früheren Jahrhunderten wurden Versuche gemacht. Regenwasser durch Glydensäure zu zersetzen.

is aber in ihrem Leben schon viel jünger gewesen als jetzt» (J. eine Auguste ernst und stolz. drum is es eine liebe Dummheit. eine Julie geistreich und etwas leichtsinnig. denn es gibt erstens nix Romantischeres als eine ungebildete Geliebte. Nestroy). eine Amalie sanft und hingebend. – Und in noch mancher andern Hinsicht ist der Mangel an Bildung recht gut. und drum find’ ich es sehr g’scheit von ihr. Wenn der Urwald der Unwissenheit noch durch keine Axt der Kultur gelichtet. schauet sie sich um was G’scheiters um. eine Anna wirtschaftlich. N. Weibliche Vornamen «Wer kann sich eine Klara anders als fromm vorstellen. sie zeichnen. nix Einstudiertes drin. Marie ernst. sie spielen dumm Klavier. die Prärie der Geistesflachheit noch durch keine Ansiedlung von Wissenschaft 57 . eine Rosa kindlich. während auf andre Mädln Summen spendiert werd’n. alles Mögliche. kurzum. es liegt nix Gezwungenes. eine Louise sentimental. was s’ für dumme Mädln sind. trotzdem sprachwitzig «Meine Geliebte is ein dummes Mädl. schwermütig oder unglücklich» (J. Ein dummes Mädl – sehr unfeministisch. daß sie ein dummes Mädl is. was man von einem gebildeten Mädl nur Dummes verlangen kann.Jugend «Sie will sehr jung sein. sie tanzen dumm. und aus demselben Grund hat auch ihre Dummheit kein Geld gekost’t. sie reden dumm Französisch. Vielleicht is sie bloß aus diesem Grund meine Geliebte. Nestroy). N. wenn’s g’scheit wär’. damit man’s nur recht sieht. Bei ihr is die Dummheit eine Gabe der Natur.

Nestroy). aber etwas ungebildeter Basler Politiker trat in den Ruhestand. N. Gebeten beruhend. Es stellte sich heraus. Es gab eine Abschiedsfeier. bei E. daß einer der Redner erklärt hatte. München 1991). de Rivarol. Danach beschwerte sich der Verabschiedete. von dem dieses Wort sich ableitet» (A. wörtlich: auf Bitten. Etymologie 1 «Das Wort ‹prekär› bezeichnet heute eine mißliche Sache. Sisyphus Ein volkstümlicher und tüchtiger. sondern nur von dem Mondlicht der Liebe ein wenig bemagischt wird – das wird doch.unterbrochen ist. wenn auf den starren Felsen der Albernheit die Gedanken wie Steinböck’ herumhupfen und das Ganze von keiner augenblendenden Aufklärungssonne bestrahlt. Schöne Nächte «Die schönen Tage sind das Privileg der Reichen. Vieles ist auf Erden zu thun. dies verrät. Rivarol). 58 . Jünger. Prekär von französisch précaire. hoff’ ich. bei Joachim Kaiser. er habe «eine wahre Sisyphusarbeit» geleistet. Man sei wirklich sehr zurückhaltend gewesen in der Anerkennung seiner Leistung. Und man habe ihm auch noch unglaublicherweise eine peinliche Krankheit nachgesagt. wie wenig wir durch das Gebet erlangen. unbändig romantisch sein!» (zit. dieses aus lateinisch precarius. aber die schönen Nächte sind das Monopol der Glücklichen» (J.

Sie faßt. über ihn nieder.» Heidegger «Das Fassende des Faßbaren ist die Nacht. Was faßt – Was nachtet? Dasein nachtet fast. . die um ihn kämpften und starben. Sein Wesen ist die Gefaßtheit in der Nacht. Dies ist seine Verfassung. vergaß die Treue für die Tapferen. sie fügen einander wechselweise in ihr Faßbares. Das Fassende des Fasses aber ist die Leere. Die Nacht ist das Faß des Seins.» Diese Parodie auf Martin Heidegger wurde 1954 in Freiburg in der (lokalen) Zeitschrift «Flecklehäs» veröffentlicht. Aus dem Geschenk dieses Gusses west die Faßnacht. so zwar.Domaszewski Erich Rothacker zitiert in seinen «Heiteren Erinnerungen» einen wunderschönen Satz des Althistorikers Domaszewski aus Heidelberg. So gefaßt nachtet das Faß in der Nacht. Dort wurde sie einem «Denker» Maxim Feldweger zugeschrieben. Der Mensch ist der Wächter des Fasses. daß das Faßbare im Gefaßtwerden durch die Nacht das Anwesen des Fasses hütet. Es ist unfaßbar. Jahrhunderts eine römische Kaisergeschichte geschrieben». Im Erscheinen des Fasses als solchem aber bleibt das Faß selbst aus. Die Nacht übergießt das Faß mit seinem Bleiben. . Nicht das Faß faßt die Leere – und nicht die Leere das Faß. da senkte sich die Nacht des Wahnsinns . indem sie übernachtet. Der Mann habe «in dem schwülstigen Stil des späten 19. deren Truggestalt ihn in den letzten Abgrund der Selbstvernichtung nach sich zog. Es hat sein Bleibendes in der Nacht. Daraus nun dieser Satz: «Als Antonius das Purpursegel der Geliebten entschwinden sah. Er vergaß Ehre und Pflicht. 59 . Übernächtig west es in der Umnachtung durch das Faß. den gellenden Hohn seiner Feinde. und folgte den Spuren des Weibes.

» Nicht empfindlich Ein Tübinger Gymnasialprofessor.» Vogel Jemand fragt beim Hineingehen in ein Haus einen Mann. und zweitens warum hat Erfolg er?» Der Gefragte sagt: «Ja. im dritten Stock. Er sagte es so: «Befruchtung ist keine Einbahnstraße. pflegte zu sagen. daß hat viel Erfolg er. was hinten rauskommt. wenn man ihn 60 .» Befruchtung Helmut Kohl als Bundeskanzler in Japan bei der Eröffnung des Goethe-Instituts in Kyoto. er hat einen sehr großen Erfolg. er heißt Fink. Er wollte zum Ausdruck bringen. muß sein spirituell!» Kohl (unbewußt) «Entscheidend ist. der auch an der Universität Lateinunterricht erteilte.» Er versucht dann darzulegen. die Deutschen die Japaner und die Japaner die Deutschen. Darauf der Metropolit abschließend: «Psychologisch nicht gutt. nicht nur bei Frauen. aber doch ganz besonders bei Frauen. daß dieser Erfolg wohl vorwiegend psychologisch motiviert sei. daß man sich gegenseitig befruchten solle.Spirituell Ein rumänischer Metropolit auf Besuch in Deutschland erkundigt sich nach Eugen Drewermann: «Erstens ist richtig. der am Eingang steht: «Wohnt hier ein gewisser Vogel?» Er erhält zur Antwort: «Jawohl.

Gómez de la Serna. «Das X ist der Klappstuhl des Alphabets». was Sie zu hawwe hawwe. wisset Se.» Journalisten Ein noch nicht sehr welterfahrener Kardinal wird in heikler Mission vom Vatikan aus nach New York geschickt. auch Nachtlokale in New York zu besuchen. Sobald er nun das Flugzeug verläßt. zurück: «Ja.» Buchstaben «Das M wird sich dem N immer überlegen fühlen». des ‹Gymnasial› könnet Se ruhig weglassa. . Da fragt ihn einer. «Mit dem O gähnt das Alphabet» (R. Vor der Abreise warnt man ihn eindringlich insbesondere vor den Journalisten. .mit «Herr Gymnasialprofessor» anredete: «Ach. den Ahnungslosen spielend. ob er die Absicht habe. findet er sich von Journalisten umringt. Er gibt diplomatisch Auskunft.» Haben Anweisung eines Pedells in Heidelberg an einen Studenten: «Sie hawwe mitzuhawwe. Greguerías). Der Kardinal fragt weltmännisch ironisch. Sie hawwe zu hawwe. was Sie hawwe. i ben do net empfindlich. Malapropismen Eine glänzende Vertreterin für diese Art von Fehlern – falsche Verwendung von Fremdwörtern und Vermischungen (Konta61 . gibt es hier denn Nachtlokale?» Am folgenden Tag ist die Schlagzeile zu lesen: «Erste Frage des Kardinals auf amerikanischem Boden . Er könne da nicht vorsichtig genug sein.

minationen) solcher Wörter – ist Frau Karoline Stöhr aus Cannstatt in Thomas Manns «Zauberberg». vermischt also «infizieren» und «konfiszieren». ‹insolvent›. Mit den liegenden Schneemassen. 62 . sie lese zur Zeit ein der Anstaltsbilbliothek entnommenes Buch. wenn sie jemandem Frechheit zum Vorwurf machte. sagt sie. sei es ‹eine wahre Kapazität›. was ebenfalls eine gewisse Erstarrung der Umsitzenden hervorgerufen hatte. «Ihr Kranksein. sagte sie. die «Erotika» gespielt werden (also statt «Eroica»). Geschichtszahlen seien nun einmal ihr ‹Ring des Polykrates›. die Goethe übersetzt hat.» Fremdwörter Eine Figur bei Hofmannsthal über eine andere: «Ja. erklärt. Sie spricht Fremdwörter falsch aus: «Sie sagte ‹Agonje› statt ‹Todeskampf›. dann «Sterilett» statt «Stilett». Noch kürzlich hatte sie bei Tische von der ‹Affektation› ihrer Lungenspitzen gesprochen und. den greulichsten Unsinn zum besten. und gab über die astronomischen Vorgänge. nämlich ‹Benedetto Cenelli in der Übersetzung von Schiller›!» Bei letzterem handelt es sich (der Erzähler erklärt es nicht) um die Autobiographie des Bildhauers Benvenuto Cellini. das ihn angehe. Dann verwechselt sie klassisches Bildungsgut: ‹Tantalus› statt ‹Sisyphus›. und eines Tages setzte sie Herrn Settembrini in lang andauerndes Erstaunen durch die Mitteilung. war mit großer Unbildung verbunden. gewiß. also Vermischung mit «steril». die eine Sonnenfinsternis zeitigen. am Grabe Joachim Ziemssens solle. als das Gespräch auf historische Dinge gekommen war. der Fieberstand ihres Körpers. mit den Fremdwörtern hätt’ er sich a bisserl menagiern können!».» Sie sagt «desinfiszieren». Der Erzähler hebt ihre «namenlosen Bildungsschnitzer» mehrfach entsetzt hervor: «sie schändete ihre Krankheit durch namenlose Bildungsschnitzer.

» Wien Fragt man in Wien einen Jungen. antwortet er sogleich: «O na. ob er masturbiere. nicht ganz zu Unrecht. ist. oft substantiell und jedenfalls immer klar geschrieben sind. Die Abkürzung S. wie geht’s uns denn? Und was macht unser Fuß? Ach ja. hinter deren Namen dies Zeichen steht. Also ein Jesuit. ob ein Analphabet Mitglied der sowjetischen Akademie werden könne.» 63 . J. Allerdings nicht korrespondierendes Mitglied. hinter einem Eigennamen bedeutet bekanntlich. nie!» (schon bei S. diese Abkürzung auch auf mit «Sehr jut». «Societas Jesu». sagte er: «Wie schade. Die Antwort: «Im Prinzip ja.Picadilly Circus Als Gilbert K. Analphabet Frage an Radio Eriwan seinerzeit. lösen manche. daß wir mit dem noch einige Zeit Ärger haben werden. beweglichen Leuchtschriften am Picadilly Circus betrachtete. Wir Ein Arzt begrüßt seinen Patienten: «Ja. Da die Bücher von Autoren. J. ich befürchte. Haben wir die Medizin denn auch regelmäßig eingenommen?» Der Patient: «Ich glaube. Freud). wir sollten mal den Arzt wechseln. daß der Betreffende Mitglied der «Gesellschaft Jesu». Chesterton eines späten Abends die vielfarbigen. daß man lesen kann!» S.

sein Gebiet war die Geschichte der Konzilien.» Entbunden Aus einem Gerichtsprotokoll: «Die Zeugin. die beim letzten Termin wegen unmittelbar bevorstehender Niederkunft nicht erscheinen konnte. nein. Pentameter Alter Tübinger Vers: «Im Hexameter steigt der Studio auf die Laterne. Auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (1869/ 1870) war er ein entschiedener Gegner der Lehre von der Unfehlbarkeit (Infallibilität) des Papstes. Infallibilität Karl Joseph von Hefele war ein bedeutender Kirchenhistoriker. katholisch.Postlagernd Ein Wiener möchte auf der Post einen erwarteten postlagernden Brief abholen. Der Beamte fragt: «Poste restante?» Darauf der Wiener erschrocken: «Nein./Im Pentameter drauf holt ihn der Schutzmann herab.» (nach Schillers Distichon: «Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule. die hier festgelegt wer64 . Er war Theologieprofessor in Tübingen und seit 1869 Bischof von Rottenburg. Hexameter.» Niesen Definition des Niesens: Orgasmus des kleinen Mannes. hat inzwischen entbunden und kann wieder geladen werden./Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab»).

eine Schule. wie es früher unter Studenten üblich war.den sollte und dann auch tatsächlich beschlossen wurde. hinter dem Rücken des Lehrers. helfen und zeigt auf seine Glatze. Der Schüler strahlt und antwortet: «Die Lausitz. ist der Nero des Neuen Testaments . Herr Bischof. kommet Se. . Übrigens unterwarf sich Hefele schließlich. i halt Sie fest: es ist wegen der Hinfallibilität!» Vergebliche Hilfe Ein Schulinspektor besuchte einst im östlichen Deutschland.» 65 . Der Schüler kommt nicht auf den Namen. Der Lehrer gibt sich alle Mühe. Er fragt einen Schüler nach der Grafschaft Glatz. antwortet diesem eigentümlichen Satz. erneut in sein Manuskript blickend: «Doch. Der freundliche Schulrat will ihm.» Nero Der alte Theologieprofessor in seiner Vorlesung über das Neue Testament: «Paulus. ich muß darauf bestehen: Paulus ist der Nero des Neuen Testaments. sagte ihm beim Hinausgehen sein Kirchendiener: «Passet Se auf. Als einmal die Straße in Rottenburg im Winter vereist war. meine Herren. .» Die folgende Stunde beginnt der Professor dann mit dem Hinweis: «Meine Herren. lange vor dem letzten Krieg.» Lebhaftes Scharren. meine Herren. wissenschaftliche Redlichkeit gebietet mir. Der Professor insistiert. das in der letzten Stunde Vorgetragene zu berichtigen: Paulus ist der Nerv des Neuen Testaments.

Eine Variante hierzu: ‹ein Lockenblödchen› (Roggenbrötchen). Wie ist dies zu erklären? Antwort: er hatte ‹ein Blödchen› verlangt. dat is ja nich jerade für Lieschen Müller. die ziemlich oben im Regal stehen: «Ich hole Ihnen gern einen runter!» 66 . es waren keine Pariser mehr da. ihm rasch einige «Pariser» zu besorgen. Gern Die Verkäuferin in dem Keramikgeschäft zu dem Herrn. Lieschen Müller. der sich für die Krüge interessiert. dat is sozusajen für Dr. da habe ich halt Berliner genommen!» Elch Kommentar zu Ikea: «Laß diesen Elch an mir vorüber gehen. Nach einiger Zeit kommt er mit einer relativ großen Schachtel zurück.» Pariser Ein Lehrjunge erhält vom Direktor den Auftrag.Spiegel Adenauer seinerzeit über «ein Hamburger Nachrichtenmagazin»: «Der Spiegel. Der Direktor fragt: «Um Gottes willen! Was soll denn die Riesenschachtel? Wieviele hast du denn gekauft?» Der Junge antwortet: «Ja.» Blondine Ein Japaner geht in Deutschland in eine Bäckerei und kommt mit einer Blondine am Arm wieder heraus.

ob er auch schon in Rom gewesen sei: «In Rom persönlich nicht. Er beginnt seine nächste Predigt so: «Trara. trara. ich habe den janzen Krieg an die Heeresverwaltung Spack jeliefert!» Darauf der andere (ein pensionierter General): «Was heißt das? Ich habe Schlachten geliefert!» – «Mäinen Se etwa. Ich bin en anjesehener Mann. der davon berichtet hatte. seine Predigten etwas lebendiger zu gestalten.Rom 1 Antwort auf die Frage an jemanden. daß er schon mehrmals in Italien war. traten beide nacheinan67 . als Chruschtschew Generalsekretär war. «Ein Tschech. die Post ist da! Was bringt sie uns denn? Einen Brief vom Apostel Paulus.» Alt-Österreich Der Corpsadjutant meldet dem General: «Für die Manöver sind uns drei neue Attachés zugewiesen worden» – «Was sans für Leut?» fragt der General. ein Ungar und ein Chines» – «Könnens Deutsch?» – «Der Chines ja.» Schlachten Gespräch in einem Königsberger Hotel in der Inflationszeit: «Mir kennen Se nischt vormachen. Also wollen wir ihn lesen!» Freie Rede Bei dem Staatsbesuch de Gaulles in der Sowjetunion. ich hätte juten jeliefert?» Post Ein Pfarrer wird aufgefordert.

«wir haben den ganz klaren Text. daß es äinen Hirrsch wahrschähnlich nie jejeben hat im Häilijen Lande. der winselt. so schräiet mäine Seele. zu Dir. das ist ja ein hervorragender Redner. dieser de Gaulle. Danach sagten die Russen: «Also. Das ist vom Gottesmann Martinus Luther. Chruschtschew verlas seine Ansprache. Er lernte kürzere Texte. frei.der mit kurzen Ansprachen im Fernsehen auf. einfach auswendig und trug sie mit imposanter Gestik und Mimik vor. sehr beeindruckend. so sticht mäine Milz nach Dir. der schräit nicht. Wie der Hirrsch schräiet nach frischem Wasser. fast schwanzlose Klippschlieferdachs jemäint ist. Sie wäist vielläicht errstens nach.› ‹Großer Gott nochmal. in der Aeile nach der Vulgata anjefertichte Übersetzung Luthers. und so häißt die ganze Stelle plötzlich äijentlich und ganz jenau: ‹Wie der Klippschlieferdachs winselt nach denaturiertem Naphta. das muß man sagen. daß er nicht lesen kann!» Entmythologisierung Herbert Schöffler berichtet von einem ostpreußischen Pastor: «Sehen Sie». und daß an dieser Stelle der kläine. der Ausdruck in diesem Verse bedeutet vielläicht nach den neuesten Forrschungen denaturiertes Naphta oder so etwas. Und von Wasser ist wahrschäihnlich auch nicht die Rede in diesem zwäiundvirrzichsten Psalm. Gott. sagt der Mann. – «schräit mäine Seele zu Dir’ ist dann vielläicht äine ganz oberflächliche. Nur schade. was fange ich vor äiner livländischen Landjemäinde mit solcher Exegese an?›» 68 . wie er es meistens tat. auch in fremden Sprachen. De Gaulle sprach auch bei dieser Gelegenheit. Nun kommt diese jämmerliche Textkritik. wirklich.

Gott Ein ostpreußischer Gutsbesitzer verabschiedet. . mein Herz. Er schrieb an den Rand. Am nächsten Morgen stand in der Zeitung zur hellen Empörung der Münchener: «Alles Brot den Schwaben und Franken». die im Westen ihres Landes wohnen. zweitens mit den Franken. . die im Norden Bayerns sind. Schwaben und Franken Die Bayern im engeren Sinn haben (außerhalb Bayerns nicht immer bekannt) ein Problem erstens mit den «Schwaben».» (Choral von Paul Gerhardt. als die Nahrungsmittel sehr knapp waren. Rotarier Eine mögliche Definition: sozialistischer Nichtjude. würd’ ich sagen ‹Gott mit euch!›» Rezeptionsästhetik «Wie soll ich dich empfangen . 1653). Psychoanalyse «Geh aus. 69 . . vor der Kutsche stehend. und suche Freud . dick unterstreichend: «Verbessern!!».» (Choral von Paul Gerhardt. seine Gäste: «Wenn der Wajen nicht so voll wäre. 1653). Sie war für die «Schwachen und Kranken» bestimmt. Nach dem ersten Weltkrieg. wurde eine große Lieferung Brot nach München getätigt. . Der Redakteur einer Münchener Zeitung fand als Überschrift der Meldung im Manuskript vor: «Alles Brot den Schwachen und Franken».

Die Annonce im «Schwäbischen Tagblatt» soll gelautet haben: «Zimmer an Studenten zu vermieten. Auf dem einen sei «Verschiedenes» gestanden.Frustration Die Verdeutschung von «Frustration» auf Schwäbisch – schwäbisch. Eines seiner Zimmer pflegte er. sagte er: «So. Herr Maier. in den Saal hinein: «Ond so Leit werdet später Vorschtend von verschiedne Sacha!» Bei einer anderen Gelegenheit. Tübingen 1 Ein Polizist. berichtete. der sich über das unmäßig laute und alberne Treiben von Studenten in einer Gaststätte geärgert hatte. rief. Ende der fünfziger Jahre. als es wirklich zu grobem Unfug gekommen war. Tübingen 2 Dort gehört: «Wisset Se was? Sie solltet sich amol behandla lassa von ema gueta Psychopatha!» 70 . Ein Pedell (Hausmeister) der Universität hatte oben im Hauptgebäude eine Dienstwohnung. Oberpedell Günther. weil sie da expressiver ist als ‹hochdeutsch› –: Luschtverluscht. an Studenten zu vermieten. sein Vorgänger sei noch mit zwei Leitz-Ordnern ausgekommen. auf dem anderen «Allgemeines». jetzt muß ich Sie um Ihren Namen bitten!». Universität im Hause». sich an der Tür noch einmal umdrehend.

Professoren Zum Unterschied zwischen «ordentlichen» und «außerordentlichen» Professoren: die ordentlichen leisten nichts Außerordentliches und die außerordentlichen nichts Ordentliches. eine Konkursprüfung (eigentlich französischen Typs). et phil. Partizipien Im alten Württemberg gab es vormals das sogenannte «Landexamen». Man pflegt in solchen Fällen zu sagen: «Da war ich weniger» oder noch typischer «Da komm’ i etzt weniger na».» Ordentlich – Außerordentlich Klassische Anrede in einer Tübinger Studentenverbindung bei Veranstaltungen. daß man irgendwo noch nicht war. an der Schüler aus dem ganzen Land teilnehmen konn71 . nat. du Sempl.nat. Tübingen. Weniger Im Schwäbischen sagt man ungern. zu denen – was ausnahmsweise geschah – Professoren geladen wurden: «Ordentlich verehrte außerordentliche Professoren und außerordentlich verehrte ordentliche Professoren!». pragmatisch ist damit immer gemeint: da war ich noch nie.» heiße. et phil. Praktisch. Somit: «In London war ich weniger. was «stud. des hoißt: studiert natirle et viel». Der Vater erklärt: «Des isch doch ganz oifach. Ein Sohn fragt seinen Vater.

Aus ganz Württemberg reisten also Schüler an einem bestimmten Tag zum «Landexamen» nach Stuttgart. Der hot doch koi eigne Meinong. i sei a Rindvieh. wobei dann nur die Besten Aufnahme fanden in die (kostenlosen) Seminare in Schöntal. Der Norddeutsche lächelt verständnislos: «Wie bitte?» Ein Stuttgarter. der anstelle des schriftdeutschen sagt das dialektale secht benutzt hatte: «Mr sagt net ‹er secht›. der seine Prüflinge zum Bahnhof gebracht und dann in den Zug gesetzt hatte.» Spaghetti Auf der Speisekarte eines Tübinger Lokals: «Spaghetti Polonaise. Blaubeuren und Maulbronn. Ein Lehrer. Natürlich war dabei das Latein besonders wichtig. des brauchet’se doch net ernscht nehma. Der hat scheint’s gsagt. riß vor der Abfahrt die Abteiltüren noch einmal auf und rief hinein: «Ond machet au Partizipia!» Schwäbisch Ein schwäbischer Lehrer zu einem Schüler. Der schwätzt halt nach. «Send Sie z’Züri gsi?» fragt er ihn.» Übersetzung Ein Schweizer kommt rund zwanzig Minuten nach der Abfahrt von Zürich mit einem Norddeutschen ins Gespräch. der auch im 72 . Urach. was de andre saget. gegen den hab i was. mr secht ‹er sagt›!» Häberle und Pfleiderer Häberle: «Wisset’se der Meier.» Pfleiderer: «Ha.ten.

Aber ich steige an der nächsten Station wieder aus. kommt ihm zu Hilfe und erläutert: «Er moint ‹gwä›.Abteil ist. wie das neugeborene Söhnchen denn heißen soll. Dankward In Dresden auf dem Standesamt fragt der Beamte. Sie damischer!» Nächste Station Sachsen gelten sehr zu recht als gesprächsfreudig. Ein Sachse betritt höflich grüßend ein Abteil in der Bahn. Sie Lackel. wo er kennt het!» Französisch «Ton si tu fils avec. der auch recht bedeutend war und zu Unrecht heute oft vergessen wird: Gorgon Zola. daß ich kein Gespräch beginne. Nach einigen Minuten wendet er sich an die drei Mitreisenden: «Ich bitte um Verzeihung. si laquelle si d’ami cher.» Merci Ein Deutschschweizer über einen Französischschweizer: «Und ‹merci› war’s einzige schweizerdeutsche Wort.» Dies ist französisch transkribiertes Bayerisch: «Ton Sie die Fiass aweg.» Gorgonzola 1 Emile Zola hatte einen jüngeren Bruder. «Dankward» wird ihm 73 .

Endlich bringt sie einen Bernhardinerhund. Dann bringt sie einen Leoparden. Den erste habe mer Arnscht geheiße.geantwortet. «Das ist auch kein Löwe» wird ihr gesagt.» Sächsisches Alphabet Ein sächsischer Vater erzählt: «Mer habbe siebe Gindä. dann kam de Edipus und de Filipp. egal wech. und wenn mer jetzt rufe ‹Gindä›. jo. Er wird zurückgewiesen. also zwei verschiedene Sätze: «Regenwürmer kriechen» oder «Regen werden wir kriegen». e direkter Lewe is es ja nich. de dridde Cacharias und de vierde Deodor.» Direkter Löwe Zur diplomatisch vermittelnden Art der Sachsen. Darauf er: «Nu. de zweide Beder. lauter Jungs. do habbe mer en Fehler gemacht. sächsisch gesprochener deutscher Satz. 74 . dann komme se alle. Die Verkäuferin bringt einen Jaguar. wir habbe se konseguent nachem Olphobet geheiße.» Sächsisches Zweideutigkeit «Rächn wärmer kriechen» – ein zweideutiger. «Das ist doch auch kein Löwe!» Darauf sie konzedierend: «Nu. In einem Dresdener Geschäft für Stofftiere sucht ein Kunde einen Löwen für seinen kleinen Neffen. und dann beim siebde. Hierher gehört auch die Frage in einem Restaurant: «Kann mer hier Rum griechen?» und die Antwort: «Hier wird nicht rumgegrochen». Berufsbezeichnungen sind als Vornamen nicht gestattet. den habbe mer Gindä geheiße.

ein Schüler Mommsens. Rehbock Ein Jäger im Schwarzwald schießt einen Wanderer an. indem er sagte: «Frau Thoma’s Mann – Herr Thomas Mann. daß mir Sockse geen Diolekt hom. Wie er vor dem Zusammengebrochenen steht. den «Gatten einer sehr beliebten und temperamentvollen Frau». der Römischrechtler Otto Gradenwitz.» 75 . weil man nämlich dann Gurkensalat erhält. nach Erich Rothacker das berühmteste Heidelberger Original der zwanziger Jahre. Thomas Mann vor. murmelt er zu seinen Begleitern: «Aber ’sisch doch ‹Reebok› druf gschtanda!» Ostfriesland Warum es mit Fotoarbeiten immer so lang geht in Ostfriesland? Antwort: Weil sie ihre Filme immer in Entwicklungsländer schicken. stellte einmal den Juristen Richard Thoma. Gradenwitz Ein berühmtes. als es um deutsche Dialekte ging: «Is bloß gut.Dialekt Ein Sachse.» Gorgonzola 2 In einem sächsischen Restaurant soll man keinen Gorgonzola bestellen.

der fromm und Zionist wurde und 1923 Deutschland verließ. daß dir sämtliche Jesichtszüje entjleisen!» Lohengrin Ein Berliner mit seiner Frau im «Lohengrin». die ihm sehr national vorkamen. wurde spät. der große israelische Gelehrte aus Berlin. man habe gehört. . Antwort: «Dä Jrossvatter ess dat Zeitlische am Sechnen. er spreche das Hebräische (Iwrit) auf Berlinerische Weise aus. Er entgegnete: «Mein Jott.» stößt er seine Frau an und sagt: «Mich is juut!» Großvater Gespräch in Köln: «Wat mäht dä Jrossvatter?».» Rangierbahnhof Berlin: «Ik hau dir vor den Rangierbahnhof. meine Herren.Um die Ecke Zu Beginn der Nazi-Zeit bat Otto Gradenwitz nachts beim Nachhauseweg zwei Studenten. ihn ein Stück zu begleiten. Sie hätten einen alten Juden um die Ecke gebracht!» Scholem Gershom Scholem. darauf angesprochen. Nachdem sie um die nächste Ecke gegangen waren. und det is doch mindestens jenauso falsch. Er sei schlecht zu Fuß. Bei der berühmten Stelle «Nie sollst du mich befragen . 1981 im Wissenschaftskolleg zu Berlin. nun können Sie sagen. de anderen sprechen det alle russisch aus. .» 76 . entließ er seine Begleiter und sagte: «So.

was eine Idee ist. Er mustert aufmerksam ihre Haltung. Busch. geht über zu Plotin und erklärt den schwierigen Begriff bis hin zu Kant. Vor einem. so. Mingers Bundespräsidentenzeit (Bundesräte werden im Turnus auch Bundespräsidenten) fiel in die Zeit Hitlers. bleibt er stehen und sagt: «Sie studieren doch Philosophie. Herr Leutnant!» Er setzt dann historisch ganz richtig bei Platon an. das ist ein sehr guter Brief. bloß also ‹Schoofseckel› schreibt man mit ck und nicht mit zwei g. Neuntes Capitel). den er kennt. Dann können Sie uns sicher erklären. «So. zeigte er die Kopie einem Freund. Er wollte dessen Meinung wissen. Minger.Brief an Hitler Über den Schweizer Bundesrat Minger kursieren viele Anekdoten. «Dann rücken Sie mal Ihre Mütze ’ne Idee nach links!» Polizisten Warum Polizisten immer zu zweit gehen? In Rumänien gab es darauf unter Ceausescu zwei Antworten: der eine kann lesen.» Veuve Cliquot «Wie lieb und lustig perlt die Blase Der Witwe Klicko in dem Glase« (W. Die fromme Helene. Eines Tages schrieb er diesem einen Brief.» Darauf der Student: «Zu Befehl. sagt der Leutnant. Der Freund las und sagte: «Ja. Nachdem er ihn abgeschickt hatte. Idee Die Rekruten sind vor dem Leutnant angetreten. sehr schön». ¸ 77 .

schrieb zum Neujahr aus Seoul seinem früheren Lehrer und beendete den Brief mit dem Satz: «Bleiben Sie gesund.der andere kann schreiben. daß die Juden am sinnlichsten seien in der Liebe und die Indianer am ausdauerndsten. 78 . dann hört das ‹Pappeln› (Schwätzen) auf. Fürstenberg fragte: «Bescheiden auf was?» Silber «Wie gewinnt man auf die billigste Art Silber? Man begibt sich in eine Allee. Kap. oder: der eine kann lesen und schreiben. gebietet Schweigen. Nach einigen Sätzen unterbricht sie ihr Gesprächspartner: «Übrigens möchte ich mich noch vorstellen: Winnetou Goldstein. und das Silber wird frei» (S. der in Freiburg studiert hatte. und der andere muß diesen Intellektuellen überwachen. Sie erklärt. sie glaube zu wissen. bis ich mich wieder melde!» Ausdauernd sinnlich Im Flugzeug in den Vereinigten Staaten kommt ein Mann ins Gespräch mit einer attraktiven.» Bescheidenheit Dem Bankier Fürstenberg wird ein junger Mann von dessen Onkel empfohlen: Der Neffe sei sehr ordentlich und bescheiden. Die Traumdeutung. Bleiben Sie gesund Ein sympathischer Koreaner. etwas exaltierten Frau. Freud. VI). in der Silberpappeln stehen.

liege mit Angina im Bett. welches der schönste Tag ihres Lebens gewesen sei. weshalb sich Polonius auch nicht mit ihr zufriedengibt und zurückfragt: «What is the matter.» Er erhält zur Antwort: «Laß sie liegen und komm!» Wörter Polonius: «What do you read. «Um was geht es. my lord?» – Hamlet: «Words. Als noch mein Leben licht war. II. aus dem Gedicht «Im Nebel»).Angina Jemand entschuldigt sich telegraphisch für sein Fernbleiben: «Kann nicht kommen.» Marylin «Das einzige. Ist keiner mehr sichtbar« (Hermann Hesse. my lord?» Brischit Auf die Frage. was ich an hatte». words. my lord?».» licht war/sichtbar «Voll von Freunden war mir die Welt. 79 . Nun. Hamlet. berichtete Marylin Monroe. »war das Radio. da der Nebel fällt. antwortete einst Brigitte Bardot: «Eine Nacht. words» (Shakespeare. 2) – eine sozusagen linguistische oder textlinguistische Antwort.

und «Bergsteiger» chinesisch: Hing am Hang. Türkisch Wie heißt der Chefkoch der türkischen Botschaft? Antwort: Is mir schlecht. Die Antwort: «Ha noi!» Vietnam 2 Ruhrgebiet: «Wissen Sie. 80 . wie et nam Bahnhof geht?» Japanisch Berlin: Icke? – Bana! Schakal «Schakalfööss»: auf Kölnisch «Ich habe kalte Füße». Gänsefleisch Vormals zur Zeit der DDR die berühmte sächsische (als Aufforderung gemeinte) Frage: «Gän Se vleisch mal’n Gofferraum aufmach’n?» Verkehrsminister Name des chinesischen Verkehrsministers: Um Lai Tung.Vietnam 1 Frage an einen Schwaben: «Kennst du die Hauptstadt von Vietnam?».

Islam Aus einem Etablissement in Wien rufen zwei Mädchen einem Vorübergehenden zu: «Komm eini!». Arabisch Was heißt auf Arabisch Glatze? – Dawaramalhaarda. Astronautenkost – Nasa Wasa. Irak Motto der Bäcker-Innung im Irak: – Back dat! Ägyptisch Was heißt auf Ägyptisch Kuhstall? – Mubarak. Der Angerufene erwidert: «Nix. Fast food Fast food auf Italienisch: Frescobaldi. is lahm!» 81 . Schwedisch Milchstraße – Sahnebahne. Heiratsantrag – Görebeswöre. Domina – Böse Möse. und kleine Dirne: Nutella. Und Photograph? – Allemalacha.Italienisch Schnellkochtopf auf Italienisch: Garibaldi.

Kapitel). ein langer Herr mit braunem Backenbart und munteren Augen. sondern Jahren!› – Wobei er ‹Quäta› statt ‹Quarta› sagte und nicht ‹Jahre›. Buddenbrooks. Zölibat Während der Kaiserzeit lernt ein Major anläßlich eines Manövers den katholischen Ortsgeistlichen kennen und findet ihn sympathisch. der ihm begegnet. sondern beinahe ‹Schahre› aussprach .Altgriechisch Ohne Unterbrechung zu sprechen: Mähn Äbte Heu? Äbte mähn nie Heu. 3. ein gewisser Pastor Hirte. 2. Oder zu einem Faulen: ‹Du sitzest in Quarta nicht Jahre. Mägde mähn Heu! Marcellus Stengel und Pastor Hirte Marcellus Stengel. Teil. Mann. Das Manöver soll mit einem großen Ball abgeschlossen werden. Seine Lieblingsredensart lautete ‹grenzenlos borniert!› Und es ist niemals aufgeklärt worden. der philosophische Unterscheidungen liebte.» Ein anderer Lehrer war «ein ehemaliger Prediger. Lehrer von Thomas und Christian Buddenbrook. Er «war ein witziger Kopf. Es ist der erste katholische Pfarrer. Der Major lädt auch den netten Pfarrer ein: «Es würde uns 82 . ob dies ein bewußter Scherz war» (Th. dessen Lebensglück geradezu in dieser Übereinstimmung seines Namens mit seinem Titel bestand. mein gutes Kind. wie etwa: ‹Du sollst ’ne Linie machen. Zu ihm werden die Damen des Orts eingeladen. will ich dir sagen. der im Lateinischen unterrichtete. und was machst du? Du machst ’nen Strich!› – Er sagte ‹Line› statt ‹Linie›. und der nicht oft genug die Vokabel pastor sich übersetzen lassen konnte. . .

warumse. wir haben doch den Zölibat. Nach zwei Wochen fragt er. Ein guter Freund schrieb ihm: «Ja. wiesose». er soll als Gärtner arbeiten. warumse. Nur sollten Sie sich ihre Hände nicht im Weihwasserkessel waschen. weshalbse. die Rose. – «Aber. ja gut. wiesose. bescheinigt Obiger». was ist denn los?» Er antwortete mit schönem Reim: «Du fragst ja auch nicht die Rose. weshalbse.sehr freuen. ob er bleiben dürfe. Man nimmt ihn zur Probe auf. Und dabei zeigte man auf die Oberseite des Kopfs. Im Nonnenkloster Ein aus Deutschland geflohener Jude noch ohne neue Beschäftigung findet Aufnahme in einem Nonnenkloster in England. trotz des Wohlwollens von Rektor und Minister. schließlich doch pensioniert wurde. Herr Major. Herr Pfarrer. dann bringen Sie doch den Kleinen einfach mit!» Die Rose Ein Philologie-Professor trieb es in einer Kleinstadtuniversität so wild. Und bringen Sie doch bitte auch Ihre Frau Gemahlin mit».» – «Ach so. Damals hieß es: «Das Leben genossen zu haben. Die zuständige Schwester teilt ihm mit: «Ja. Glatze Eine Glatze galt früher offensichtlich als Zeichen für fröhliches oder gar ausschweifendes Leben. daß er. 83 . Sie dürfen bleiben. wenn Sie mit dabei wären.» Variante: «Fragense die Lilie.

. sagt der Chinese.» Darauf der Jude: «Ach. das ist doch alles einerlei: alles Asiaten!» Der Chinese besinnt sich. daß einem Leute. brauche er nicht gleich mit Philipp im «Don Carlos» zu sagen: «Der Aufruhr tobt in meinen Niederlanden. schon auf die Nerven gehen könnten. Der Chinese kleinlaut: «Aber das waren doch die Japaner .und ihre Zigarette sollten Sie sich bitte nicht am ewigen Licht anstecken. Wenn jemand Bauchschmerzen habe. nimmt sich zusammen und haut schließlich dem Juden eine runter. Chinesen.» Zitate Der Stilkritiker Ludwig Reiners meinte. Und außerdem sollten Sie zu unserer ‹Mother Superior› nicht ‹mother Shapiro› sagen. . die ständig Klassisches zitieren.» Marx/Engels Reklameaufschrift einer Fahrradwerkstätte in Kreuzberg: «Sie haben nichts zu verlieren als ihre Ketten!» Einerlei In einer Bar in Chicago schlägt einer der nicht wenigen sehr national denkenden Juden einen Chinesen: «Pearl Harbour!» schreit er dabei. Japaner. Rosenberg – alles einerlei!» Sozialarbeiter Ein Sozialarbeiter wird von einem Jugendlichen auf der Straße angesprochen: «Wie komm ich hier zum Bahnhof?» Er ant84 . «Eisberg. indem er ruft «Titanic!» Darauf der verdutzte Jude: «Aber das war doch der Eisberg!» «Ach was».

Wut «Der Mensch ist. galt es. miteinander reden können – besonders dann. Ein Pfarrer soll einmal in sein Gebet. Einmal. den Satz eingeflochten haben: «Schütze. Aufgeregtheit «Es ist immer wieder erstaunlich.wortet: «Du. wenn sie aufgeregt sind»(Manfred Rommel). das weiß ich auch nicht. bei einem ökumenischen Treffen. auch wohl etwas Portugiesisch.» Aphorismus «Nicht jeder Gedanke.» Einen Tag später fragt ihn jemand. Niemand 85 . aber ich find’s echt gut. ist deshalb ein Aphorismus» (Manfred Rommel). wo er sich im Augenblick befindet. Bei solchen Gelegenheiten Landesbischof Lilje aus Hannover war ein weltläufiger Mann. Er reiste viel. Spanisch. der dabei war: «Weißt du jetzt. der weder zu Ende geführt noch begründet wird. wo der Bahnhof ist?» – «Nein. Herr. wie lange Menschen. aber ich kann damit umgehen. die sich völlig mißverstehen.» Lilje beherrschte mehrere Fremdsprachen: Englisch und Französisch natürlich. daß du die Frage mal aufwirfst. wenn er wütend wird. die Grußansprache eines Vertreters der russischen Orthodoxie zu übersetzen. während des Gottesdienstes. in seiner besten Verfassung – das heißt: zu allem fähig» (Manfred Rommel). unseren Landesbischof! Nur du weißt. dann Italienisch.

» Per Telephon Eine Kranz-Beschriftung für ein Begräbnis wird telephonisch aufgegeben. wenn noch Platz ist.›» (Rivarol) Üble Nachrede Rivarol: «Von zehn Personen. er werde die Ansprache übersetzen. Französisch. «ich kann gar nicht Russisch. einen Übersetzer kommen zu lassen. der sich vier Sprachen zu kennen rühmte: ‹Ich beglückwünsche Sie – Sie haben dann immer vier Worte gegen einen Gedanken.» – «Ach.» 86 . Vielsprachigkeit «Zu einem Dummkopf. sagen neun Übles. entgegnete Lilje. Lilje sagte. geläufig dessen Ansprache. war mir nicht bekannt. ein Wiedersehen im Himmel». die über uns sprechen. Man hatte versäumt. Nach dem Ende der Veranstaltung sprach jemand den Landesbischof an: «Ich wußte ja. Italienisch und Spanisch können. und meist bringt der Einzige.war zugegen. was man bei solchen Gelegenheiten sagt. der Russisch konnte. daß Sie gut Englisch. Der russische Vertreter sprach. aber daß Sie auch das Russische so vorzüglich beherrschen. nachdem der Redner geendet hatte. Ich weiß aber. Lilje machte sich einige Notizen und übersetzte. wissen Sie». es übel vor. Auf der Schleife des Kranzes vor dem Sarg steht dann zu lesen: «In tiefer Trauer auf beiden Seiten und. der Gutes sagt.

Zensur etc. Der König wollte ein Bonmot von ihm hören. lautete eine alte Auskunft. Der Marquis sagte: «Sire. «Ein Buch. habe sich nun gespalten: die einen wandern jetzt nur noch. le Roi n’est pas un sujet». 87 . Sein letztes Wort. «Machen Sie eines (ein Bonmot) über mich. falls wir uns wiedersehen.» Auf Wiedersehen Mark Twain starb 1910. Distichon Rivarol sagte zu jemandem.» Worauf schlagend der Marquis entgegnete: «Sire. empfangen.» Wandervogel Die Wandervogel-Bewegung. das unterstützt wird.» Der König ist kein Thema Ein wegen seiner geistreichen Aussprüche bekannter Franzose des 18. donnez-moi un sujet. das fällt» (Rivarol – er meinte natürlich unter den Bedingungen seiner Zeit. an seine Tochter gerichtet. ist ein Buch. der ihm ein Distichon vorgelegt hatte: «Es ist gut. aber es sind Längen darin. der Marquis Le Bièvre. also Zweideutigkeit von «sujet»: «Der König ist kein Gegenstand». aber auch: «Der König ist kein Untertan. wurde von Ludwig XVI.: ‹offiziell gestützt›). faites-en un sur moi». Liebe. Jahrhunderts.Das unterstützte Buch «Un livre qu’on soutient est un livre qui tombe». war dieses: «Auf Wiedersehen.» Darauf der König: «Eh bien.

» Wort «Je näher man ein Wort ansieht. kein anderer Mund als der deutsche könnte die ganze runde rauschende Fülle eines Baumes aussagen für das indogermanische Sprachgefühl als das Wort Baum: diese schwellende Weiche des B. desto ferner sieht es zurück. mit dieser Sinnhaftigkeit und sinnlichen Wahrnehmbarkeit auszudrücken als das Wort: Axt. selbst nicht die Wirklichkeit einer Axt. dieses ächzende x und dies abhackende t. kein Bild. in diesem Umfang. aber es hat nicht gearbeitet. 1933. das raunende m am Ende» (Von der Kraft des deutschen Wortes als Ausdruck der Nation. Berufsbedingte Todesarten «Der Gärtner beißt ins Gras Der Maurer springt von der Schippe Der Koch gibt den Löffel ab 88 . in der Diskussion nach seinem Vortrag: «Man hat es versucht. noch gut deutsch sprechend. Kein Wort der Welt. zitiert – zustimmend – in der Duden-Grammatik von 1959). schneidende A. den eigentlichen Begriff des Dinges in unserem Bewußtsein mit dieser Sicherheit. als Kind aus Österreich emigriert.» (Karl Kraus) Die Kraft des deutschen Wortes – unfreiwilliger Sprachwitz Rudolf Georg Binding: «Kein Wort würde Axt besser aussagen als das Wort Axt. würde die Kraft haben. die volle Dehnung des geräumigen halbdunklen au.It didn’t work Ein Israeli. dieses kurze.

Sein Name sei hinderlich für sein Fortkommen im Beruf. dafür eine Bestätigung zu bringen. Namensänderung Ein ehrgeiziger Bankbeamter im alten Prag mit dem (jüdisch klingenden) Namen Nelkenblum reicht ein Gesuch um Namensänderung ein.Der Turner verreckt Den Elektriker trifft der Schlag Der Pfarrer segnet das Zeitliche Der Spachtelfabrikant kratzt ab Der Schaffner liegt in den letzten Zügen Der Beamte entschläft sanft Der Fromme muß dran glauben Der Zahnarzt hinterläßt eine schmerzliche Lücke Der Gemüsehändler schaut sich die Radieschen von unten an Der Fechter springt über die Klinge Die Putzfrau kehrt nie wieder Der Anwalt steht vor dem Jüngsten Gericht Der Autohändler kommt unter die Räder Der Kfz-Mechaniker schmiert ab Der Förster geht in die ewigen Jagdgründe ein Der Gynäkologe scheidet dahin Der Schornsteinfeger erbleicht Der Rabbi geht über den Jordan Der Optiker schließt für immer die Augen Der Tenor hört die Englein singen Der Spanner ist weg vom Fenster Der Eremit wird heimgerufen» (Text aus dem Internet. Er erhält von der Direktion seiner Bank folgendes Dokument: «Auf Wunsch von Herrn Bern89 . Verfasser oder Verfasserin leider nicht zu ermitteln). Die Behörde fordert ihn auf.

Man fragt sie. Pferdegroßhändler: Rossist. Maxirock: Wadenhüter.hard Nelkenblum bestätigen wir gerne die Notwendigkeit der von ihm angestrebten Namensänderung.» Elazar Benyoëtz (Diese der deutschen Sprache scharf abgehörten. Konkursbilanz: Saldo mortale. Leitende Optikerin: Prismadonna. Schlummernder Missetäter: Dösewicht.» Geduld Heine: «Bis mir endlich.» Thomas Mann In den zwanziger Jahren soll in München ein Dienstmädchen eingestellt werden. da sich der Name Nelkenblum auf sein berufliches Fortkommen nachteilig auswirken könnte. Befolgung des Pillenverbots: Papstinenz. Prokurist). endlich alle Knöpfe rissen. Generaldirektor. Die Antwort: «Platterdings bei Thomas Mann. an der Hose der Geduld. Rosenblatt.» Wortschöpfereien (Raimund Vidrany) «Autobahn mit Baustellen: Verwünschelroute. 05 aus Jerusalem der 90 . 11. wo sie denn vorher in Stellung war. Nächtlicher Liebhaber: Somnambuhle. zum Teil ernsten Scherze schickte mir am 17. Schiffbrüchiger Seeoffizier: Kenteradmiral. (Gezeichnet Feilchenfeld. Erhitzte Prostituierte: Glühdirne. Fauler Froschmann: Tauchenichts. Kuckucksei: Brutschande.

wir uns dadurch kennengelernt und er – durch mich – von meiner entstehenden Sprachwitz-Sammlung gehört hatte) «Mehr Wirbel denn Säule Oder Funmerkungen Durchstehen – absitzen Alle – der größte Niemand Altväterisch – psalmodisch Aufgeschlossen – zugetan Ausgebildet – eingerahmt Anekdote – das Schlüsselloch Zum Tiefsinn Baptismus – Waschechtes Christentum Begrenzt – uneingeschränkt Bedächtig – obschonend Bedenklich – leugwahr Begreifen – handhaben Begriffe – Fehlschlüssel Bejaht – unterbestätigt Beschlossen – wollendet Beschränkt – an uns grenzend Lautstarke Unstimmigkeit 91 .Dichter Elazar Benyoëtz. nachdem ich sein Buch «Finden macht das Suchen leichter» (2004) besprochen.

Vorsänger seines Nachrufs Die lästige Last – Eine Bürde Folter – Rädliche Behandlung Krücken – VorschubLeisten Albert Speer – Perphidias Pornographie – Geilschrift Paradiesisch – Sündenfällig Die Nachtgiebige Frigid – Radikühl Geil – triefsinnig Potent – allnächtig Impotent – beischläfrig Wonne – Triebseligkeit Orgie – Konzärtlichkeit Beim Haupttreffer Verliert man seinen Kopf Entweder kurz oder bedauerlich Spätromantik: Die versungene Locke Gelage – Optimahl 92 .

Strafrede – Rügveda Dringend – scheineilig Vollkommen – unlücklich Assimilation – Identitäuschung Glaube – HellHörigkeit Orakel – Nebelsatz Wortamsonntag – Theobaldriantropfen Salongespräch – Plüschplausch Blaustrumpf – Zitatenschätzchen fanatisch – glaubheftig borniert – scheukläppisch frömmlerisch – theoviel arabesque – orienziert lachhaft – zwerchfällig» 93 .

FREMDSPRACHIGES Knochenlos Im «Zauberberg» läßt Thomas Mann den Russen Anton Karlowitsch Ferge. läßt sich von ihm Russisch vorsprechen: «Rasch. nämlich: ‹Welcher Fluß ist so breit wie der Fluß Okà?›» Englisch Oscar Wilde reiste zu einer Vortragstournee in die Vereinigten Staaten. hervor». . zum Baispiel: ‹Wie befinden Sie sich?› Und wie waich is russischer Sprach: ‹Kakája reká tak shiroká kak reká oká?›» Das heißt nun freilich etwas anderes. denn Ferge ist das alte Wort für «Fährmann». wildfremd und knochenlos ging das östliche Idiom unter Herrn Ferges gutmütigem Schnurrbart . Hans Castorp. indem er sie der Weichheit seiner eigenen Sprache entgegenstellt: «Wie charf is deutscher Sprach. . Der Dichter kabelte zurück: «Learn English!» 94 . auftreten. den Totenfergen erinnert. verwaschen. einen sympathischen Versicherungsbeamten. womit der Autor an Charon. Übrigens enthält der Name Ferge auch eine makabre Sprachwitz-Anspielung. Vor seiner Abfahrt erreichte ihn ein Kabel aus Amerika mit der Frage. wie man sich auf seinen Besuch vorbereiten könne. Russisch 1 Ein Russe beklagt die Härte der deutschen Sprache. der ja zum Russischen über Madame Chauchat eine besondere Beziehung hat.

Large black-and-white bear-like mammal. 1). Wilde. except. Der erschrockene Kellner fragt ihn verwundert: «Warum?» Der Pandabär zieht ein Handbuch über «Tiere in der Wildnis» heraus. «England und Amerika haben vieles gemeinsam. the language». ist Gefühl mein Forte» (O. ißt es. sentiment is my forte».England und Amerika Oscar Wilde: «England and America have many things in common. In zwei Worten Wie der bekannte Filmregisseur mit entschiedener Geste zu sagen pflegte: «In two words: impossible!» 95 . außer natürlich der Sprache. bestellt ein Sandwich. zieht danach ein Gewehr heraus und feuert zweimal in die Luft. also: «Er frißt Schösslinge und Blätter». schießt und entfernt sich. The importance of being earnest. wirft es dem Kellner hin und sagt ihm: «Schauen Sie mal unter ‹Panda› nach!» und verschwindet.» Das heißt also: «Er frißt. Der Kellner schlägt nach und liest: «Panda. «Ich spiele nicht genau – jeder kann genau spielen –. und da ist ein Komma zuviel: «Eats shoots and leaves».» Wichtigkeit des Kommas Ein Pandabär geht in ein Café. As far as the piano is concerned. Was das Piano angeht.» Gemeint ist aber. shoots and leaves. Piano «Algernon: I don’t play accurately – anyone can play accurately – but I play with wonderful expression. ich spiele mit wundervollem Ausdruck. Eats. I. of course. native to China.

Präsident. daß es auch auf die Stelle (sprachwissenschaftlich: die Distribution) ankommt.» – «Denken Sie daran. die so ordinär und unartikuliert redet: «Remember that you are a human being with a soul and the divine gift of articulate speech: that your native language is the language of Shakespeare and Milton and the Bible . Also für denjenigen.Vizepräsident James Joyce: vicepresident – «the president of the vice». Er forderte eine Reform und setzte gar einen beträchtlichen Teil seines beträchtlichen Vermögens dafür aus. . zu der Blumenverkäuferin. Fish George Bernhard Shaw war ein enragierter Gegner der Orthographie des Englischen. der sich Notizen macht) eingeführt. weil Shaw nicht berücksichtigt. zunächst als «note taker» (also als einer. daß Sie ein menschliches Wesen mit einer Seele und der göttlichen Gabe artikulierter Rede 96 . der eine solche Reform durchzusetzen imstande sei. ebensowenig wie ti den Laut sch am Ende eines Worts. also. . Zum Beispiel bezeichnet ein gh im Anlaut eines Worts nie den Laut f. der Linguist in Shaws «Pygmalion». Bibel Henry Higgins. Ganz richtig ist die Darlegung nicht. Sie schien ihm völlig irrational. Den irrationalen Charakter der englischen Schreibung illustrierte er an dem Wort fish – es könne nach den Regeln der englischen Orthograhie genausogut ghoti geschrieben werden. des Lasters. das o entspräche dem i-Laut in women und das ti dem Zischlaut sch in nation. Das gh entspräche dem Laut f in enough.

Higgins einen wirklichen und in der Tat bedeutenden Sprachwissenschaftler (und Phonetiker) zur Vorlage: Henry Sweet. sind am allerbesten. «Herr Chamberlain liebt den Arbeiter. einfache Brüche Churchill auf dem Parteitag der Konservativen. wenn sie kurz sind. Pygmalion. Kurze Wörter. Diese Übersetzung wurde für England ein nationales Buch. Übrigens hat Shaws Mr. er liebt es. .» Churchill wendet sich hier implizit gegen die meist viel längeren aus dem Lateinischen oder Griechischen kommenden «hard words». ist die sogenannte «Authorised Version». Chamberlain loves the working man. he loves to see him work».sind. daß Ihre Muttersprache die Sprache Shakespeares. ihn arbeiten zu sehen. Die Bibel. I like short words and vulgar fractions». B.» Arbeiter Churchill.» (G. Miltons und der Bibel ist . «Kurze Wörter sind am besten und alte Wörter. «Was mich angeht. 1904. . Oktober 1953: «Personally. Margate. 97 . über Premierminister Joseph Chamberlain: «Mr. Act I). so liebe ich kurze Wörter und einfache Brüche. alte Wörter Churchill: «Short words are best and the old words when short are best of all». Shaw. die hier gemeint ist.» Unentschlossenheit Im Jahre 1937 beschrieb Churchill die Regierung (Neville) Chamberlains so: «They are decided only to be undecided. Kurze Wörter.

du lernst französisch?» – «Ja. eingehüllt in ein Geheimnis. adamant for drift.» Schreibung Churchill: «The maxim ‹Nothing avails but perfection› may be spelled ‹Paralysis›». all-powerful for impotency».» 98 . es ist jetzt acht Monate alt. und ich will doch mit ihm reden können. eisern lassen sie die Zügel schleifen. «Die Maxime ‹Nur das Vollkommene zählt› kann als ‹Lähmung› geschrieben werden. wenn es anfängt zu sprechen. «Sie sind nur dazu entschlossen. nichts zu entscheiden.resolved to be irresolute.» Fanatiker Churchill: «A fanatic is one who can’t change his mind and won’t change the subject».» Französisch 1 «Ach. «Russland ist ein Rätsel. unentschlossen zu sein.» Russland Churchill Oktober 1939 in einer Radioansprache: «Russia is a riddle wrapped in a mystery inside an enigma». allmächtig sind sie in ihrer Ohnmacht. das von einem Mysterium umgeben ist. wir haben doch ein französisches Kind adoptiert. der seinen Kopf nicht ändern kann und sein Thema nicht ändern will. «Ein Fanatiker ist jemand. sie haben entschieden.

Der Satz müßte entweder heißen «Ich bin Berliner» oder dann expliziter «Ich bin auch ein Berliner». that I should receive assistance on a classical matter from such a quarter». auf einer Karteikarte. König von Preußen In London gab es ein Hotel mit dem Namen «The King of Prussia».» So steht es. Der kultivierte Hugh Gaitskell von der Labour Party unterbrach ihn: «Should it not be man. the singular instead of the plural?». gestrichen. «Kaum hätte ich erwartet. «Die Waffen und den Mann besinge ich». Churchill fuhr fort: «Little did I expect. ganz idiomatisch ist er eigentlich nicht. von der er am 26. übermalt oder abmontiert. ein Phonem. das Hotel hieß nun: «The King of Russia». in einer Frage des klassischen Altertums Hilfe aus solcher Ecke zu erhalten. den Beginn also von Vergils «Aeneis».» Berliner «Ish bin ein Bearleener. Ganz korrekt.Arma virumque Im März 1953 sagte Churchill in einer Rede im Unterhaus. Während des Ersten Weltkriegs wurde der nun anstößige Name auf einfachste Weise geändert. handschriftlich notiert von John F. Churchill jedoch übersetzte es mit «Arms and the men I sing». Es handelte sich um die Stelle «Arma virumque cano». Kennedy selbst. Kennedy ist hier nicht völlig zutreffend beraten worden. er werde nun ein lateinisches Zitat bringen. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus den danach so berühmten Satz ablas. Es wurde also nur ein Buchstabe. 99 .

sagte Meany. was er denn eigentlich wolle: «What do you really want?» – «More». Frau Thatcher sagte. gleichlautend.» Der Satz – eine dem späten Napoleon unterstellte Aussage über sich selbst – ist. rückwärts gelesen. Das berühmte (schwächere) Beispiel des Deutschen: «Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie». «Ich war fähig. bevor ich Elba sah.» Der Kellner fragte zurück: «With fucking potatoes?» 100 . Kohl Gleich zu Beginn seiner Kanzlerschaft bestellte Helmut Kohl nach einer Europa-Konferenz für die britische Premierministerin Thatcher und für sich selbst ein Bier. noch bevor er sich hingesetzt hat: «I want a bloody beefsteak. ihr Glas hebend: «To your health!» Kohl überlegte kurz und sagte: «To your dunkels!» Kartoffel Ein Gast stürmt ins Lokal und sagt dem Kellner. Kohl ein helles. Natürlich unübersetzbar! Palindrom «Able was I ere I saw Elba». Geist und Materie «What is mind?» – «No matter!» – «What is matter?» – «Never mind!». Frau Thatcher wurde ein dunkles Bier gebracht.Was wollen Sie? Der amerikanische Gewerkschaftsführer Meany seinerzeit auf die Frage.

N. a lamp. a basin. etwas Seife. eine Wasserschüssel.» einzutragen.: bread und butter. du beurre etc. eine Bürste und einen Kamm (für alle von uns). eine Lampe. To say nothing of the dog. Dies soll heißen: «Nomen nominandum». wenn der Dozent noch nicht feststeht.). Eine neuere aufs Englische rekurrierende Deutung der Abkürzung lautet: «Nobody knows». und das «some» war dann Signal für den fälligen Teilungsartikel: some bread. a toothbrush (each). statt des Namens ein «N. In den Vorlesungsverzeichnissen der Universitäten ist es üblich. also: «Noch zu nennender Name». some shaving tackle (sounds like a French exercise. etwas Zahnpulver. doesn’t it?) and a couple of big towels for bathing» (J. in diesem seinerzeit und weit darüber hinaus überaus erfolgreichen Produkt britischen Humors von 1889. a brush and comb (between us). some butter – du pain. nicht?) und ein paar große Badetücher. «article partitif»: englische Sätze mit vielen Ausdrücken mit «some» (das ja vielfach eigentlich – rein vom Englischen her – gar nicht nötig ist). aber damals gewiß für auch nur einigermaßen Gebildete gleich erkennbare Weise auf den französischen «Teilungsartikel». die ins Französische zu übersetzen waren (oder aus dem Französischen so übersetzt wurden). hätten ja genügt. wie auch im Deutschen Brot und Butter. 101 . some tooth-powder.N. N. Französischübung «George said that in that case we must take a rug each. eine Zahnbürste (für jeden von uns). auf eine sehr implizite. K.» Angespielt ist hier. Three men in a boat. «George sagte. chapter III. Jerome. daß in diesem Fall jeder eine Decke mitnehmen müsse. some soap. etwas Rasierzeug (hört sich wie eine Französischübung an.

Mitverfasser des monumentalen «Oxford English Dictionary». laut Concise Oxford Dictionary: «Illicit partner of married man or woman» und paragon «model of excellence». A Midsummer Night’s Dream IV. sondern eben «schwierige Wörter» – man muß sich mit ihnen besondere Mühe geben. Much Ado About Nothing IV. nicht als «Fremdwörter». «hard words». a thing of nought» (Shakespeare. hard words Quince: «He is a very paramour for a sweet voice» – Flute: «You must say ‹paragon›: a paramour is. . Ein Beleg für die grenzenlose Aufgeschlossenheit des Englischen zumindest gegenüber dem Lateinischen und Griechischen. Also: zu «fortwährender Erlösung» soll der Schurke verdammt werden. God bless us. die wir im Deutschen «Fremdwörter» nennen würden. heißen englisch nicht «foreign words».2). Solche Wörter gelten da. Paramour meint. .2). sondern bloß als «schwierige Wörter». Derartige Wörter. Also hat Flute recht. wie gesagt. Dogberry: «O villain! Thou wilt be condemn’d into everlasting redemption for this» (Shakespeare.Schwere Wörter. in seinem Buch «The Making of English» (1937). Ein weiteres Beispiel.» So Henry Bradley. Lateinische Wörter «It has come to be felt that the whole Latin vocabulary . ‹redemption› wurde also mißverstanden. Vom Erhabenen zum Lächerlichen Ein Engländer und ein Franzose auf der Überfahrt von Calais nach Dover. is potentially English. Der Engländer zitiert das Wort «Du sublime au 102 . Beide führen auf französisch ein philosophisches Gespräch.

kein großer Unterschied. der Ärmelkanal. noch dazu im Blick auf Westfalen.» Voltaire will hier die Konsonantenhäufung deutscher Wörter dartun. Natürlich kommt uns das fiktive Beispiel Thunder-ten-tronckh eher niederländisch vor. dem die Natur die sanfteste Veranlagung geschenkt hatte. 103 . «Candide oder Über den Optimismus» (1759). un jeune garçon à qui la nature avait donné les mœurs les plus douces». Deutsche Namen Voltaires «Philosophisches Märchen».ridicule il n’y a qu’un pas». le baron de Thunder-ten-tronckh. lebte ein junger Bursche. le pas de Calais». Voltaire soll den König nicht wenig irritiert haben durch den Hinweis. Die preußische Aussprache ist ja «sángsusi» mit sehr starker (eben preußischer) Betonung der ersten Silbe. Entscheidend für ihn war das barbarisch harte Konsonantengestrüpp. Darauf der Franzose sogleich: «Oui. Doch war dies für Voltaire. Sanssouci «Sanssouci» nannte Friedrich II. dieser Name («ohne Sorge») könne genauso gut «hundert Sorgen» («cent soucis») bedeuten. «In Westfalen. sehr bekanntlich sein Schloß bei Potsdam. beginnt so: «Il y avait en Westphalie. also Meerenge von Calais. also «Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist es nur ein Schritt». Le Pas de Calais. dans le château de M. im Schloß des Herrn Baron von Thunder-ten-tronckh. «Conte philosophique».

der dem Sätzchen «J’ai rime à dait» oder «je rime à dait».» Wörtlich: «Alles schlief in Ur und in Jerimadeth. und die sahen aus wie Perlenkörner von verschiedener Farbe. . . .» (So in dem berühmten und schönen Gedicht «Der schlafende Boas». Les astres émaillaient le ciel profond et sombre. Nous y vismes des mots de gueule.» Ich reime auf dait Victor Hugo: «Tout reposait dans Ur et dans Jérimadeth. . Natürlich muß sich der so gefundene (oder gerechtfertigte) Name an hebräisch Klingendes anlehnen./Die feine und helle Sichel unter diesen Blumen des Schattens/Glänzte im Westen. blaue Wörter. et Ruth se demandait . des mots dorés. 56): «Lors nous jecta sus le tillac pleines mains de paroles gelées. denn dies ist ein zweideutiges Wort: Zoten). aus der Sammlung «La légende des siècles». Kap. «Booz endormi». und dann konnten wir sie wirklich hören. Und diese Wörter schmolzen wie Schneeflocken. Offenbar ist dies ein Kunstname. und Ruth fragte sich . nachdem sie sich in unseren Händen etwas erwärmt hatten. Le croissant fin et clair parmi ces fleurs de l’ombre Brillait à l’occident. des mots de sable. et les oyons réalement». grüne Wörter.Die gefrorenen Wörter Rabelais (Quart Livre. des mots d’azur. 104 . et sembloient dragée perlée de diverses couleurs. Lesquels estre quelque peu eschauffés entre nos mains fondoient comme neiges. des mots de sinople. «ich habe einen Reim auf dait» oder «ich reime auf dait» entspricht. goldene Wörter. «Dann warf er uns mehrere Hände voll gefrorener Wörter aufs Oberdeck hin./Die Sterne besprenkelten den tiefen und dunklen Himmel. Wir sahen da rote Wörter (gleichzeitig. sandgelbe Wörter.

«heiße Doktor gar» übersetzt worden sein mit «Je suis le docteur Gar». .» Faust In einer der ersten Faust-Übersetzungen ins Französische soll die Stelle. ob jemand französisch könne. Jemand stand auf und sagte: «Je. . Gemeinsame Fahrt Jemand berichtet: «Ich bin tête-à-bête mit ihm gefahren. Bedenklich ist auch die Übersetzung für «das ewig Weibliche».Französisch 2 Es wurde in der Versammlung gefragt. einen französischen Gast zu begleiten. Es gehe darum.» wurde übersetzt mit «Il frappe le livre». Die Tradition.» 105 . . eine Zeit lang. «Was sie doch für einen kurzen Rock anhatte». kurz danach: «Er schlägt das Buch auf . auf den französischen Bühnen Gretchen in kurzem Röcklein auftreten zu lassen. Schließlich: «Wie sie kurz angebunden war. Und die Szenenanweisung. «le charme éternel». scheint auf diesen Übersetzungsfehler zurückzugehen. gleich zu Beginn im Eingangsmonolog. Das ist nun zum Entzücken gar!» mit (klassisches französisches Mißverständnis) «Comme elle avait la jupe courte .». .

» Variante zu dem Satz der Gewerkschaften. sprachlich schlagende Satz leidet. wenn man ihn ins Deutsche übersetzt. «Einheit». Es handle sich da um Carthaginoiseries – eine Kontamination aus Carthage oder Carthaginois und chinoiserie.» Sprachähnlichkeit Tomás Masaryk. und «union». beruht: «L’union fait la force. offenbar jedoch mit sehr unzulänglicher Aussprache. «Zwiebel». «Chineserei».» 106 . in einer Sprache. Herriot bedankt sich danach für «ce discours admirable dans une langue qui me paraissait parfois si près de la nôtre». Der französische Premier Edouard Herriot.Flaubert Über den Roman «Salammbô» von Flaubert. der mit viel Detailmalerei das alte Karthago schildert. wegen des Unterschieds zwischen Ihnen und Sie.» Zwiebel «L’oignon fait la force. Masaryk hält eine Rede in französischer Sprache. empfängt ihn. die mir zuweilen der unseren so nah zu sein schien. «Was ich an Ihnen nicht mag. prägte der Kritiker Sainte-Beuve ein schönes Wortspiel. besucht Frankreich. Vous «Ce que je n’aime pas en vous c’est vous. «diese wundervolle Rede.» Der schöne. erster Präsident der 1918 gegründeten tschechoslowakischen Republik. der hochkultivierte Politiker und große Redner der «Radikalen». deren Witz auf dem Quasi-Gleichklang von «oignon». sind Sie.

was den Kaffee so bitter macht.» 107 . wenn man keinen hineintut. weil man gesehen hat. parce qu’on voyait que c’était la lune». Mond Ein französisches Kind: «On a appelé la lune la lune.» Quitte «Je voudrais me retirer dans un coing. «Man hat den Mond Mond genannt.» Zucker Ein französisches Kind definierte den Zucker so: «C’est ce qui rend le café si amer.8). Der Satz ist eine – nicht lautliche. vous êtes un sot. sondern rein graphische – Variante zu «Je voudrais me retirer dans un coin» (le coin «Ecke»). statt «will» also «kann». quand on n’en y met pas».» Variante zu dem korrekten «L’esprit souffle où il veut» (Johannes 3.» Le coing heißt «Quitte». was französisch nur den Unterschied von einem Laut (und Buchstaben) ausmacht. «Zucker ist. daß es der Mond ist. je dirais presque un Clément sot. Das Wehen des Geistes Paul Valéry: «L’esprit souffle où il peut.Clemenceau Ein französischer Lehrer zu dem Schüler Clément: «Clément.

nachdem er [bordó] gehört hatte: «Französisch schreibt man soviel und sagt fast nichts!» Fremdenlegion Ein Berliner. im Extremorient» – französisch in der Tat «Extrême-Orient» für «Ferner Osten». das Etikett einer Flasche Bordeaux buchstabierend. antwortete auf die Frage. «je cherche une vierge!». Es ist aber ein Antiquitätengeschäft. der gerade erst Schreiben gelernt hatte. Er sieht ein Geschäft mit einer rötlichen Lampe davor und glaubt sich am Ziel. fragt: «Womit kann ich dienen?» – «Eh bien». fünfundfünfzigjährig. der ihm entgegentritt. Monsieur.» Auszusprechen Boschur. 108 . wo er denn mit der Fremdenlegion gewesen sei: «Ja. «Ich suche eine Jungfrau». Bonjour In der Schweiz gehörter Gruß: «An guete Bonjour. l’arrondissement je m’en fous. Darauf der Händler: «Ah. bei starker Betonung des o und schwacher oder abwesender Nasalierung. Der freundliche ältere Herr. vous avez de la chance: justement j’en ai une du seizième» – also «aus dem 16.Man schreibt soviel Der kleine deutsche Junge. vous savez. früheres Mitglied der französischen Fremdenlegion. Jahrhundert».» Das «seizième» ist ein besonders feiner Bezirk (arrondissement) in Paris. Antiquitätenhandlung Ein Franzose sucht in Paris ein Etablissement. sagt er. Der Kunde wohlgelaunt: «Ah.

Bürgerlich In einem Arbeitervorort von Paris steht über einem Lokal: «Restaurant ouvrier», darunter der Hinweis: «Cuisine bourgeoise». «Arbeiter-Restaurant» also und «Gutbürgerliche Küche».

De Lattre de Tassigny Der ab 1945 im Südwesten Deutschlands bekannte französische General Jean de Lattre de Tassigny hatte einen Sohn, der in der Gegend von Ravensburg als Rekrut diente. Der Feldwebel rief eines Tages seinen Namen auf mit «Lattre». Er wurde ja auch auf der Liste unter «L» geführt. Der Rekrut beschwerte sich: «de Lattre» wollte der Aristokrat genannt werden. Darauf der offensichtlich proletarische, aber geistreiche Feldwebel: «De Lattre de Tassigny demain matin de bonne heure de corvée de chiottes». Also: «De Lattre de Tassigny morgen früh, sehr früh, mit der Reinigung des Scheißhauses beauftragt.»

La Garde Das Elsaß wurde unter Ludwig XIV. durch Eroberung französisch. In sprachlicher Hinsicht gab dies keine Veränderung. Nach 1870 wurde dann das Elsaß deutsch, nach 1918 wieder französisch und 1940 wieder deutsch, bis es, nach der Befreiung 1944, wieder französisch wurde. Die Franzosen sprachen die deutschen Namen einfach französisch aus, während die Deutschen, wenn sie das Wort führten, die französischen Namen übersetzten. Einmal, als wieder die Deutschen das Sagen hatten, wurden die Bürger mit französischen Namen ins Rathaus einbestellt. Ein Franzose, der sich meldete, hieß La 109

Garde. Man erklärte ihm: «Gut, also Sie heißen ab sofort Wache!» Darauf der Franzose: «Dann will ich gleich ‹Arsch› heißen.» – «Wieso?» – «Ja, wieso nicht? Wenn nun wieder die Franzosen bestimmen, wird mein Name Wasch (vache) ausgesprochen, dann werde ich also bei den Deutschen, die das dann übersetzen, ‹Kuh› heißen, dann sprechen die Franzosen dieses Wort französisch aus, also wie französisch cul, und die Deutschen, wenn sie wiederkommen, übersetzen das dann wieder und zwar ganz richtig mit Arsch.»

Alter Ein Landser aus München will in Paris, in den Jahren der deutschen Besetzung, für seine Freundin daheim etwas Unterwäsche kaufen. Die Verkäuferin erkundigt sich: «Quel âge?» Der Münchener stutzt ein wenig und sagt dann, mit den Händen die Breite markierend: «Jo, i denk, so a dreiviertels Meta.»

Ein Nebensatz – über den Akt «l’acte de la possession physique – où d’ailleurs l’on ne possède rien», «der Akt des körperlichen Besitzes, in dem man übrigens gar nichts besitzt» (Marcel Proust, zit. bei Ernst Robert Curtius, Marcel Proust).

Etymologie 2 Ein französischer Offizier hat die Aufgabe, Rekruten in die Kunst des Reitens einzuführen. Er erklärt zuerst – etymologisch – das hierher gehörende Wort hippologie «Pferdekunde». Er sagt: «C’est un mot grec, ça vient du grec hippos qui veut dire science, comme dans hypothèse, et du mot logis 110

qui veut dire ‹cheval›, comme dans maréchal des logis.» Der «maréchal des logis» (von loger «wohnen») ist beim Militär unter anderem zuständig auch für die Pferde. Also Hippologie von hippos «Wissenschaft» und von logie «Pferd». Es ist alles falsch, aber das Ganze stimmt dann doch wieder. Griechisch «hippos» heißt ja «Pferd» und «logía» «Lehre» . . .

Pompidou Präsident de Gaulle besuchte eines Tages mit Georges Pompidou, seinem Premierminister, ein Pariser Theater. In der Pause gehen beide auf die Toilette. De Gaulle ist schweigsam, während beide nebeneinander stehen. Pompidou sagt schließlich: «C’est une bonne pièce, mon Général.» Darauf de Gaulle: «Pompidou, regardez devant vous!»

Zwanzig Herzen General Bonaparte wird nach einem Sieg in einer Stadt von zwanzig jungen Mädchen, die ihm der Bürgermeister vorführt, begrüßt: «Vingt cœurs au vainqueur!» erklärt der Bürgermeister. Also: «Zwanzig Herzen dem Sieger.» Bonaparte fragt wohlgelaunt, wie er denn empfangen worden wäre, falls er die Schlacht verloren hätte. Die Antwort: «Vingt culs au vaincu!», «Zwanzig Hintern dem Besiegten.»

Charlatans! Ludwig XVIII. von Frankreich, der 1824 starb, sagte auf dem Totenbett zu den Ärzten, die sich um ihn bemühten: «Dépêchez-vous, charlatans!», «Beeilt euch, ihr Charlatane!» Der Satz war gewollt zweideutig, denn der König wußte, daß sein Bruder Karl ihm nachfolgen würde, also: «Dépêchez111

» Die entsprechenden lateinischen Wörter – quinque. «Wenn sechs Sägen sechs Zypressen sägen. sie sind dies auch in den anderen romanischen Sprachen. alla. finissons-en. Charles attend!».» Auch dieser Satz veranschaulicht den Reichtum des Französischen an gleichlautenden Wörtern (Homonymen. sanctus – waren alle lautlich verschieden. etwa im Italienischen. Galammant de l’arène à la tour Magnes à Nîmes. Spanischen und Portugiesischen. Die Möglichkeit eines (einigermaßen) sinnvollen Satzes bei Homophonenhäufung soll hier illustriert werden. signum. Frische Fische fischt Fischers Fritz». trugen in ihrem Busen das Siegel des Heiligen Vaters. sinus.vous. amant de la reine. Si «Si six scies scient six cyprès.« 112 . charlatans!» Gleichlautende Wörter «Cinq moines sains de corps et d’esprit portaient dans leur sein le seing du Saint-Père. Es gibt auch die Variante: «Allons. Französischer Satz für Gleichlautendes (Homophonie). Der Satz ist also nicht (er ist ja keineswegs schwer zu sagen) ein «Zungenbrecher» in Sinne unseres «Fischers Fritz fischt frische Fische. genauer: Homophonen). tour magnanime. gesund an Körper und Geist. im Französischen jedoch fielen sie durch die Lautentwicklung zusammen zu der nur aus zwei Lauten bestehenden Folge [s] und [e ˜]. Binnenreim «Gal. sanus. une scie scie un cyprès» (einleitend sechsmal [si]). «Karl wartet». sägt eine Säge eine Zypresse». Übersetzt: «Fünf Mönche.

ich fahre nach Caen!». habe man in einem Provinzstädtchen den Bundespräsidenten auf einer Straßenbank schlafend angetroffen. quelle heure?» – «Pour où?» – «Pour Caen?» «Mais comment voulez-vous que je vous dise quand./Auf galante Art und Weise von der Arena zum Turm Magnes in Nîmes». Eines Tages. Er hatte sich kurzfristig von seiner Begleitung entfernt. 113 .?». . «Wann endlich kommen die Ferien . großherzige Wendung. Caen Der Name dieser normannischen Stadt wird ohne das e ausgeprochen. si vous ne me dites pas où?» – «Mais je vous ai dit ‹Caen›!» – «Oui. . Geliebter der Königin.?» und sich sagt: «Schön. aber aus ganz verschiedenen Wörtern bestehenden – Verse stammen wohl von Marc Monnier. also genauso wie quand «wann». mais vous ne m’avez pas dit où!» etc. Er geht zum Bahnhof und fragt: «Pour Caen. ging.Also: «Gal. ähnliche Anekdoten wie über den ehemaligen Bundespräsidenten Lübke (es gibt aber Unterschiede: Minger galt als ungebildet. Diese beiden – lautlich völlig identischen. weil er nämlich versteht: «A Caen les vacances!». Auf deutsch wäre dergleichen kaum möglich. unübersetzbare Monolog des großen Wortkomikers Raymond Devos von dem Mann. je vais aller à Caen!». gest. wie gesagt. Schlaf Über den früheren Schweizer Bundesrat Minger. während eines Staatsbesuchs in Frankreich.. aber schlau). kursieren. Hierzu der glänzende. also sich durchgehend reimenden. der dann auch turnusmäßig Bundespräsident wurde. der irgendwo in Paris das Liedchen hört «A quand les vacances . «Ferien in Caen!». 1885. . . «Tiens. etc.

je m’appelle François. Papéterie Vom Papst soll sich der protestantische Minger nach der Audienz mit folgenden Worten verabschiedet haben: «Maintenant. Warum nehmen sie einen Schwamm mit? A cause de laver Maria! (L’Ave Maria). gleich nach unten tauchen. Watte mit. wenn sie im Schwimmbad sind. Belgier 2 Warum Belgier so gerne.» – «Helmut». nachdem sie angestoßen hatten. Weil die Franzosen sagen: «Au 114 .» Also: transformer statt transmettre. Sie können hier doch nicht einfach schlafen!» Minger sagte: «Warum? Da ist doch ein Schild. um sie sich dort in die Ohren zu stopfen? Parce que Jésus crie (Jésus-Christ). also ausgesprochen wie «perdus». . und papéterie heißt «Papierladen» . hinzu: «Maintenant nous sommes per Du». . je vous prie de transformer mes meilleurs vœux à Madame la papesse et à toute la papéterie. auf dem steht ‹Ruhe du Kollege›!» Es war das Schild «Rue du Collège». enchanté. sagte Kohl. wenn sie zur Kirche gehen.Schließlich fand man ihn: «Aber Herr Bundespräsident. «verloren». «je m’appelle Helmut» und setzte dann. Belgier 1 Warum nehmen die Belgier. Mitterrand Beim ersten Zusammentreffen Kohls mit dem französischen Präsidenten Mitterrand bat Kohl diesen um das Du. Mitterrand lächelte und sagte: «Mais bien sûr.

ils ne sont pas si bêtes» («im Grunde» oder «auf dem Grunde sind sie gar nicht so dumm»). der frühere Premierminister. während er in London spazierenging. gnädiges Fräulein». irgendwo von Thomas Mann genannt. Regenschirm Im Hessischen muß jemand. denn er sprach fließend französisch (es heißt natürlich volontiers – das ist schon ein Adverb). pflegte er zu sagen. Schlechte Übersetzung Hübsches Beispiel.fond. der ein wenig französisch kann. mein Fräulein?» – «Was wollen Sie.» Das Original wäre also: «Vous n’aimez donc pas le monde. «Ein anderes Mal. Mademoiselle?» – «Que 115 . soll. mein Herr? Ich langweile mich in ihr.» Fließend französisch «Très volontièrement». für eine schlechte Übersetzung aus dem Französischen: «Sie lieben also nicht die Welt. beim Besuch eines französischen Beamten beim Bürgermeister dolmetschen. jetzt bleib isch hänge. hochverehrt. oft kostenlose Angebote von Dirnen erhalten haben. Disraeli Der alte Disraeli. Isch waas net. Mademoiselle». An einer Stelle sagt er leise zu seinem Begleiter: «Oh Gott. Er pflegte dann höflich zu antworten (offenbar sprach man damals in London mit diesen Frauen französisch): «Ce sera pour une autre fois. was ‹Parapluie› auf Französisch haaßt.

Les raisons.» 116 . .» Deutsch-französischer Austausch Auf der Papiertischdecke fand sich. während des deutschfranzösischen Austauschtreffens in Frankreich. das spät am Abend endete. der im Quartier beschriebene Marmorplatten herumträgt: «Il y a beaucoup de marbrerie dans l’armée» (Goscinny. c’est un millurion». es ist von tausend Dingen her bekannt. . die der Verstand (die Vernunft) nicht kennt. Papierkrieg Ein Soldat. somit: «Das Herz hat seine eigenen Gründe.voulez-vous.Je t’aimes. article sixième. Centurio Astérix erklärt die römische Heeresordnung: «et au-dessus d’un centurion. Astérix et les Normands). on le sait en mille choses» (Pensées. Des divers moyens de croire: la raison et le cœur).» Ein wenig ähnlich ist der Beginn von «Renée Mauperin» der Brüder Edmond und Jules de Goncourt (1864). am Morgen dieser Eintrag: «Grrr . La serpe d’or). «und über dem Centurio gibt’s den Millurio» (Goscinny/Uderzo. Das (nicht existierende) marbrerie ist gebildet nach paperasserie «Papierkrieg» oder eigentlich «Papiererei». Monsieur? Je m’y ennuie. que la raison ne connaît point. Uderzo. la raison Pascals hochberühmter Satz über «les raisons» und «la raison» ist auch ein freilich schwermütiger und tiefsinniger Sprachwitz: «Le cœur a ses raisons.

(italienisch Pio Nono). papè Satàn aleppe!› begann Pluto mit rauher Stimme . seine Wut ausdrückt («rabbia»).» «‹Papè Satàn. und so wurde das Konzil zusehends teurer für den Vatikan. So hebt der siebte Höllengesang von Dantes «Commedia» (Inferno.» Pluto «‹Papè Satàn. vom Namen «Satán» abgesehen. 1–2) an: es sind unverständliche Worte. Offensichtlich hat Dante – in die Richtung ‹Sprachwitz› gehend – die Wörter «papè» und «aleppe» – zwei Vokale. Der Streit um die päpstliche Unfehlbarkeit. «Die Italiener sind Banditen». . Er sagte ihr: «Gli italiani sono dei banditi». «Zu einem guten Teil. . Buonaparte Napoleon tanzte auf einem Ball mit einer italienischen Gräfin.Richtig natürlich (aber darauf kommt’s hier nicht an): «Je t’aime. Vergil und Dante. zog sich länger hin als erwartet. . . Pio Nono soll damals erklärt haben: «Questi infallibili mi faranno fallire». ja. papè Satàn aleppe!› Cominciò Pluto con la voce chioccia . mit denen Pluto gegenüber den beiden Ankommenden. 7.» Unfehlbarkeit Der Papst zur Zeit des Ersten Vatikanischen Konzils (1869/ 1870) war Pius IX.» Auch gute (oder bessere) Variante: «Gli italiani danzano male.». Sie antwortete schlicht: «Buona parte si». zwei Konsonanten – erfunden. die damals für den Vatikan Hauptgegenstand war. also sinngemäß: «Diese Unfehlbaren (und auch: die 117 .

«Era meglio quando era peggio. Weihnachten und Neujahr Italienisches Dictum: «Natale con i tuoi. Danach wurde die Stadt italienisch.» Somit: «Weihnachten mit den deinigen. Lange hatten sich die natürlich italienisch sprechenden Bewohner (Triest ist die Stadt des großen Schriftstellers Italo Svevo) nach dieser Veränderung gesehnt. Da sagt der eine: Du. Kurze Zeit danach jedoch schrieb eine vornehme Italienerin ihrer Freundin nach Wien: «Es war besser.» Rom 3 Zwei deutsche Journalisten zu Besuch in Rom wissen nicht mehr.mit ihrer Unfehlbarkeit) werden mich noch in den Ruin treiben. 118 .» Pavarotti Meister des «bel conto». mit denen du willst.» Dabei ist (und hierin liegt ein Teil des Witzes) «con chi vuoi» zweideutig: «mit irgendwelchen Leuten» oder «mit denen. Triest Triest./Silvester mit denen. die Hafenstadt auf der Halbinsel Istrien. Capodanno con chi vuoi. Zum Glück hab ich mir den Namen der Straße notiert: «senso unico». wo sie ihren Wagen abgestellt haben. war bis zum Ersten Weltkrieg österreichisch. mit denen du wirklich willst». als es schlechter war».

also: die werden nicht geschält. Italienisch-französisches Gespräch Auf dem Markt in Florenz fragt ein französischer Tourist einen Händler. «Quanto è facile parlare con i francesi!» Großes Haus Die Italiener und Spanier in Deutschland passen oder paßten zur Zeit der «Gastarbeiter» einige deutsche Namen an ihre Sprachen an.» Schiacciare heißt «zerdrücken» und pelare «schälen». die «Maricastraße». Aus der «Wilhelmstraße» machten die Spanier «Virgenstraße». Und aus der «Mörikestraße». «das Vertrauen». So wurde die «Krankenkasse» zu «Gran casa». «Wenn Sie nicht kaufen. del salame e del vino bianco» (diese Variation zu «Nel nome del Padre. in reduziertem Französisch.» Der Italiener entgegnet: «Se non compra lei. der Nüsse verkauft. compra altro». wie Italiener die Anekdote erzählen: «Comment s’appelle?» Der Italiener antwortet: «Non si pelano. kauft halt ein anderer. sagt der Italiener zum Kollegen am nächsten Stand: «Wie leicht ist es doch. also «Im Namen des Vaters. mit den Franzosen zu reden». sondern zerdrückt. Das Finanzamt wurde zu «La fidanza».» Während der Franzose weitergeht. si schiacciano. del Figlio e dello Spirito Santo». also «Jungfrauenstraße» (la virgen). Der Franzose antwortet: «Comprends pas.Blasphemisches «Nel nome del pane. also «Homo119 . steht in dem Roman «Fontamara» von Ignazio Silone). des Sohns und des Heiligen Geistes». also zum «Großen Haus» oder auch (italienisch «Gran cassa») zur «Großen Kasse».

die sich vor allem mit der spanischen Sprache befaßt. «Mir fehlt noch der Stempel. des spanischen mittelalterlichen Nationalepos) auf den großen spanischen Philologen und Historiker Ramón Menéndez Pidal. für seinen Vater. . Nobelpreisträger. – Wieso? – Ja. Unterscheidung Der spanische Schriftsteller José Camilo Cela. war natürlich Mitglied der «Königlichen Spanischen Akademie».» Beethoven Spanisch Beethoven schrieb die fünfte Symphonie. «für Papa». dice Calderón de la Mierda» – barca meint «Schiff» und mierda «Scheiße». Das Leben «La vida es una barca. Der Cid «El Cid por la mañana de su casa sale/y saluda a su amigo Menéndez Pidale» – «Der Cid tritt am Morgen vor sein Haus/ und begrüßt seinen Freund Menéndez Pidal» – zwei Verse (sehr ungefähr im Stil des «Cid». . der sich – neben vielem anderen – auch mit diesem Epos. wegen des Anfangs: parapapá . «die Unpäßlichkeit»: «Me falta todavía el destemple». 120 . dem «Cantar del mío Cid» ausführlich befaßt hat: Er war sozusagen der «Vikar» dieses mittelalterlichen Helden Spaniens. sagen die Spanier.straße» (el marica). «die Verstimmung». Aus dem oft so entscheidenden «Stempel» wurde spanisch «el destemple». Also: para papá.

mit aus. Cela erklärte ihn mit Hilfe des Verbs joder (es ist das vulgäre Verb für den Verkehr): «Estoy jodido – ‹ich bin dumm dran› – quiere decir otra cosa que – ‹meint etwas anderes als› – estoy jodiendo». Die andere fragt: «Was ist los mit dir? Warum bist du so nervös?» – «Ja. gut. está usted dormido. wo denn da der Unterschied sei. «Ja. . meldet sich die Zuständige mit «Santa Teresa de Jesús». Die eine flattert unruhig hin und her. beno. Sie schlafen». pero la u no se pronuncia!».» Cela wachte auf und sagte: «No estoy dormido. das hier nicht ausgesprochen wird.Während einer Sitzung schlief Cela ein. pues cuelgo»).» Nach der Sitzung wurde er gefragt. «Gut. ‹ich bin dabei zu . Einmal antwortete jemand: «Ora pro nobis.› Santa Teresa de Jesús In Madrid gibt es ein Studentinnenheim. Die Antwort lautet: «Si. estoy durmiendo. Ruft man an.» Rodríguez Jemand ruft die Familie Rodríguez an und fragt: «Ist dort Rodríguez?» Dabei spricht er das u. aber das u wird nicht ausgesprochen. Was anziehen? Zwei weibliche (spanische) Unterhosen hängen auf der Wäscheleine. bueno. pes kelgo!» (es müßte heißen: «Bueno. . ich lege also wieder auf». das den Namen der großen Heiligen aus der Stadt Ávila trägt.» Der Anrufende antwortet: «Beno. «Señor Cela. ich bin heute abend eingeladen. Der Präsident interpellierte ihn amüsiert: «Herr Cela. hay una fiesta y no se qué coño 121 .

so»). wie Logroño. «Und ich. «Mensch.» Dies ist nun eine Stadt im Südwesten Spaniens. bien. ich bin aus Donostia. das eigentlich Hostie heißt.» Antwort: «Vaya.» Coño ist also das Wort für das weibliche Organ. reg dich doch nicht auf!» 122 . Nun muß man wissen. pragmatisch heißt dies aber auch: «Ich weiß verdammt nochmal nicht.» Die dritte: «Yo soy de Vizcaya. in der Extremadura. vaya» («So. «Ich bin aus Don Benito. und Vizcaya ist eine Provinz.» Darauf der erste: «Hombre. Der andere sagt: «Pues.ponerme.» Er vermeidet hier also das vom Reim her fällige «coño». caramba. meine Tochter?». Städtenamen. Er kommt mit ihnen ins Gespräch. «Bien. vielfach als derber.» Die Nonnen und der Pfarrer Ein Pfarrer steigt in Spanien in einen Zug. «¿De dónde eres. yo soy de Donostia». es bezeichnet vulgär das weibliche Organ – überaus häufig – als Ausdruck des Erstaunens und zur Bekräftigung verwendet. Donostia Die spanische Stadt San Sebastián heißt auf baskisch (sie liegt ja im Baskenland) Donostia. Die vierte: «Yo soy de Logroño. was ich mir anziehen soll. Jaén und Alfaro sind. claro. Er fragt die erste: «Woher bist du.» Der Pfarrer sagt: «Gut. blasphemischer Fluch verwendet wird.» Antwort: «Claro.» Dann die zweite: «Yo soy de Alfaro. Jemand sagt: «Yo soy de Don Benito». daß das Wort «hostia» (oder auch im Plural «hostias»).» Da sagt der Pfarrer: «Caramba. hija mía?» Sie antwortet: «Yo soy de Jaén. ¡no lo tomes así!». das mit dem Namen dieser Stadt in der Gegend «La Rioja» ohnehin fest assoziiert ist. Im Abteil sitzen Nonnen. gut».

Meticuloso Die Spanier sagen zu einem Suppositorium scherzhaft auch «un meticuloso». Diese Paprikaschoten haben. genannt «pimiento de Padrón». «pedantisch» oder «pingelig». ein regelrechtes Entsetzen: «Angst hat er nicht. Zwei gehen vorüber. von außen nicht erkennbar. «Ist das Plácido Domingo?» Der andere sagt: «¡Qué va! – es puto lunes. «kleinlich». Es meint jedenfalls eine gesteigerte Angst. ähnlich den Mandeln. «stecken» und culo.» Paprika In Spanien gibt es eine besondere.» Übersetzt: «Ach was. der nie Angst hat: «Miedo no tiene. sehr kleine Paprikaschote. Angst Die Spanier sagen über jemand. Aber hier wird es in Verbindung gebracht mit meter. daß die meisten von ihnen milde sind. Der eine fragt: «¿Es Plácido Domingo?». einige aber. die Eigenschaft. es wird also auf falsche Weise «durchsichtig» gemacht.» Das letztere Wort läßt sich nur schlecht mit «Panik» übersetzen. Domingo heißt ja «Sonntag» und plácido «friedlich». in Galizien. Das Eigenschaftswort meticuloso meint etwas wie «ängstlich». es ist verdammter Montag!». Plácido Domingo Aus einem Haus in Spanien dringt aus dem geöffneten Fenster die prachtvolle Stimme eines Tenors. «Hintern». ist eine regelrechte Panik. was er hat. Padrón ist eine Stadt an der Nordwestküste. sehr 123 . lo que tiene es pánico.

» 124 . Russisch 2 Es war an der französisch-spanischen Grenze. «Ins Gefängnis. Der Grenzpolizist. einem Unbekannten gegenüber. Er studierte während der Fahrt im griechischen Urtext Platons Schrift über den Staat. «¡Y además en ruso!» Gefängnis Die spanischen Münzen trugen zur Zeit Francos das Bild des Generalísimo und auf der Rückseite einen schräggestellten Adler mit einem kurzen und einem langen Flügel. so daß die Polizeimarke sichtbar wird und sagt: «¡A la cárcel!». Griechische Werke führen ja nun oft ihren Titel in lateinischer Sprache. sondern no. auf die Rückseite der Münze deutend: «Ala grande. Schon sein Titel alarmiert ihn: «Aha! Republik!» Er blättert dann in dem Buch und sagt triumphierend: «Und dazu noch auf Russisch!». der die Reisenden kontrolliert.» Dann dreht er die Münze um und sagt: «¡A la mierda!» Also wörtlich: «Zur Scheiße mit ihm!» Darauf dreht der Unbekannte sein Revers um. kleiner Flügel.scharf. ala chica. daß die Verneinungspartikel spanisch nicht non lautet. spanisch ala. Jemand erlaubt sich. Ein spanischer Student der Altphilologie kehrte nach einigen Wochen in Deutschland in seine Heimat zurück.» Also: «Großer Flügel. die anderen nicht.» Also: «Die einen brennen. Er sagt. otros non. in einem Lokal einen Scherz und erklärt diesem die Münze. in Port Bou. Also in diesem Fall: «De re publica». möchte das Buch sehen. Der Spruch hierzu lautet: «Los pimientos de Padrón – unos pican.» Der Witz liegt (auch) darin. zur Zeit des Generalísimo Franco.

Benítez Ein lateinamerikanischer Potentat namens Juan Benítez. una estatua ecuestre. was es wolle».» Was heißt: «Der geringste der Benítez. falsche Verwendung von «schwierigen Wörtern» – drei Fehler (aber das Ganze ergibt dann doch etwas wie Sinn): imponente «imposant» statt impotente.» Maritimes Leben Ein Spanier erklärt: «Yo soy imponente. bitte die Schmerzensreiche!» 125 . Der König geht auf ihn zu und sagt: «El mayor de los placeres. Also etwa: «Camarero. scherzhaft und volkstümlich. mi mujer es esmeril. also: «Ich bin imposant. so haben wir kein See-Leben. la dolorosa. por favor!». Er sagte seinem Adjutanten: «Una estatua ecuestre.» Also: «Es ist mir das größte Vergnügen. pues – cuestre lo que cuestre. versteht sich. zu Besuch beim spanischen König. «Herr Ober. «es möge kosten.» Die Schmerzensreiche Die Rechnung wird im Spanischen auch.» Eine Variante zu der üblichen Wendung cueste lo que cueste.» Hier sind – «Malapropismen».» Der Lateinamerikaner stutzt und antwortet sich verbeugend: «El menor de los Benítez. meine Frau ist ein Schmirgel.Diktator Ein lateinamerikanischer Diktator wollte unbedingt ein Reiterstandbild von sich haben. así que no tenemos vida marítima. als «la dolorosa» bezeichnet. esmeril «Schmirgel» statt estéril «steril» und marítima «maritim» statt marital «ehelich».

Carmina Burana 1 Carmina, betont auf dem i, ist Spanisch ein Diminutiv, eine Verkleinerungsform des Vornamens Carmen. Und dann könnte Burana in der Tat auch ein Nachname sein. Jedenfalls soll ein Kunde in einem Madrider Schallplattengeschäft, der Orffs «Carmina Burana» verlangt hatte, die Antwort erhalten haben: «Wir kennen dieses Fräulein nicht», «No conocemos a esta señorita.»

Andalusien In einem andalusischen Dorf gibt es in einer Gaststätte eine Auseinandersetzung mit einem Reisenden. Der Reisende fragt einen der Umstehenden, ob es hier einen Friedensrichter gebe. Dies heißt spanisch «juez de paz». Andalusisch ausgesprochen: «chues de pas». Er erhält zur Antwort: «No, aquí tenemos sólo ‹chues de naranja› y ‹chues de limón›.» Der Antwortende meinte, denn dies ist ziemlich genau die andalusische Aussprache dieses Eigen- und Markennamens: «Schweppes de naranja» und «Schweppes de limón».

Argentinier Die Argentinier (und speziell die aus Buenos Aires) gelten in Spanien und auch im übrigen Lateinamerika als Angeber, namentlich auch im Erotischen. Ein Argentinier trug in das bekannte Formular, das im Flugzeug für die Einreise nach Spanien auszufüllen ist, in die Spalte «Sexo» ein: «Enorme». Sexo bedeutet spanisch sowohl «Geschlecht» als auch das «Organ».

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Spanier in deutschsprachigem Restaurant Der Rat, den man in Spanien gibt, bezüglich dessen, was man in einem deutschen Restaurant, nachdem man sich gesetzt hat, zuerst zu sagen habe: «Joroba, ¡Espasa Calpe!» Das spanische Wort joroba, gesprochen choróba, heißt «Buckel», «Espasa Calpe» ist der Name eines großen spanischen Verlags. Gemeint ist der deutsche Satz: «Herr Ober, die Speisekarte.»

Deutsch auf Spanisch «Suban, estrujen, bajen.» Zu sprechen: Súbanestrúchenbáchen. Was auf Spanisch wörtlich heißt (und es bezieht sich auf die Untergrundbahn): «Sie sollen einsteigen, Sie sollen drücken, Sie sollen aussteigen.»

Arabisch auf Spanisch ¡Bája la jaula, Jaime, bájala! Zu sprechen: Báchalachaúlacháimebáchala. Was auf Spanisch heißt: «Bring den Käfer herunter, Jaime, bring ihn herunter!»

Japanisch auf Spanisch Der Name des japanischen Finanzministers auf Spanisch: Nikita Nipone. Es sieht japanisch aus und hört sich so an, heißt aber auf Spanisch: «Ni quita ni pone», was bedeutet: «Er nimmt weder (etwas) weg noch fügt er (etwas) hinzu.»

Spanisch vom Portugiesischen her Dort, wo im Portugiesischen ein o ist, ist im Spanischen oft ein ue; zum Beispiel «pode», portugiesisch «er kann» – spanisch 127

heißt dies «puede». Spanisch heiße es, sagen die Brasilianer, die ja portugiesisch reden, nicht «Coca Cola», sondern also «Cueca Cuela». Wir wissen es schon Die Mönche eines besonders strengen Ordens in Spanien müssen sich, wenn immer sie sich begegnen, mit dem altspanischen Gruß begrüßen: «Morir habemos.» Der Begrüßte hat dann zu antworten: «Ya lo sabemos.» Also: «Wir werden sterben.» – «Wir wissen es schon.» Lateinische Zahlen Papst Johannes XXIII. mußte einmal, wie ihm dies gewiß häufig geschah, Dokumente verlesen, die römische Zahlen enthielten. Einmal, in feierlicher Audienz, verhedderte er sich im Vorlesen bei diesen in der Tat nicht leicht ins Mündliche zu übersetzenden Zahlen. Danach, beim Hinausgehen, sagte er lächelnd zu seinen Begleitern: «Abbiamo fatto brutta figura», «Wir haben uns blamiert.» Latein Ein alter, pensionierter Studienrat erfuhr von der geplanten Abschaffung des Lateins an seiner alten Schule. Er erregte sich, er halte dies für verantwortungslos: «Wie sollen die Abiturienten denn die Lateinprüfung bestehen, wenn man sie nicht vorher in dieser Sprache unterrichtet?» Vizepräsident Quayle Der frühere Vizepräsident der Vereinigten Staaten beim Besuch in einem lateinamerikanischen Land: «Leider habe ich in 128

in den jeder. der andere antwortet mit einem einzigen Buchstaben (und Laut). Menge. Der eine schreibt nur: «Eo rus».» Der kürzeste Brief Lateinisch. Durchgesehen und überarbeitet von E. «Die Einwohner der Insel bereiten ein Mahl»: Filia agricolae aram ornat. sondern vielmehr als einen Bach. Materialien zur Erlernung und Wiederholung der lateinischen Grammatik für Schule und Selbstunterricht. Regina rosis delectat. «Die Königin ergötzt sich an Rosen». Incolae insulae cenam parant.der Schule nicht Latein gelernt. der typisch ist für die Sätze und Ausdrücke.» Ein Satz. Vielleicht ist übrigens dieser Satz gar nicht 129 . Darmstadt 1963). Menge-Deutsch «Die Alten betrachteten den Staat nicht als einen Strom. die auf deutsch gewissermaßen schon lateinisch sind (H. «Ich gehe aufs Land». aus dem möglichst viel Wasser zu schöpfen. die ins Lateinische unter ausschließlicher Zuhilfenahme von Hauptwörtern der a-Deklination und Zeitwörtern der a-Konjugation zu übersetzen sind (also Anfängersätze): «Die Tochter des Landmanns schmückt den Altar». dem Imperativ von ire «gehen»: «I!» «Geh doch!» a-Deklination. sich jeder zum Verdienst anrechnete. bestrebt war. Sonst könnte ich mich jetzt mit Ihnen in Ihrer Sprache unterhalten. sein eigenes Wasser hineinzuleiten. die Hermann Menge in einem 1885 erstmals aufgelegten Buch zusammengestellt hat zum Zweck der Übersetzung ins Lateinische: deutsche Sätze. a-Konjugation Deutsche Sätze. Krause.

das die Tuba mit schrecklichem Geräusch «sagte». Neun Tage Latein.bei Menge enthalten und nur erfunden (er findet sich zitiert bei Bruno Snell.» Der Satz meint (und könnte eigentlich auch nur so übersetzt werden): «Jedermann hätte ihn des Herrschens für fähig gehalten. Tacitus’ Kürze Eines der berühmten Beispiele für die geballte Kürze der Schreibweise des Tacitus ist diese Aussage – beinahe ist sie (für uns) ein Sprachwitz – über den Soldatenkaiser Galba: «Capax imperii nisi imperasset. das Pferdegetrappel – «Mit lautem Galopp stampft der Huf in lockeres Feld» – und das Fluchen der lykischen Bauern. suchen sie doch. Eine steigernde und (von der lateinischen Sprache her) sehr bedenkliche Variante dieses Ausdrucks für «sozusagen» ist: «Cum kilo salis». «Quadrupedante putrem sonitu quatit ungula campum» (Vergil). Snell) Cum grano salis Also: «Mit einem Korn Salz». wenn er nicht tatsächlich geherrscht hätte» – vierzehn Wörter anstelle von vieren! Lautmalerische lateinische Verse «At tuba terribili sonitu taratantara dixit» (Ennius).» (B. Also das «taratantara». Plaudereien). unter Wasser zu fluchen. die in Frösche verwandelt worden waren – «Wenn sie auch unter Wasser sind. «Quamvis sint sub aqua. 130 . sub aqua maledicere temptant» (Ovid).

Pferd im Frühling Die sogenannte «Praefatio communis» der Messe.Doktor h. «die Männer». zu sagen: «Doctor honoraris causa». «die Kräfte» mit «viri». so ist doch der Wille zu loben. ist dennoch die Lust zu loben. billig und heilsam. . aber ungefähr «hinkommende» Übersetzung lautet: «Auch im Frühling (ver) ist es würdig und recht. «Wille» mit «voluptas».» Eine andere natürlich inkorrekte. c. Dir immer und überall dankzusagen. beginnt mit den Worten: «Vere dignum et justum est.» Latein 2 «Ut desint vires. ein Pferd (equus) zu grüßen . aequum et salutare.» Also: «Es ist in Wahrheit würdig und recht. . 131 . Für den Vater Caesar schrieb «De bello gallico» für seinen Vater. das zweite Buch». pflegte man früher. . tamen est laudanda voluntas». nos tibi semper et ubique gratias agere .» Sie verwechselt «vires». die dem «Sursum corda». «Lust». «Wenn auch die Kräfte fehlen. «Doctor honoris causa» Geld im Spiel war. denn der zweite Teil hat die Überschrift «Lieber Alter» («Liber alter»). «Höher die Herzen». . «Das andere. und «voluntas».» Ein Mädchen übersetzt den Vers so: «Wenn auch die Männer fehlen. folgt. mit bedenklichem Latein. Wenn bei einem «Ehrendoktor».

» Cogito Umberto Eco schrieb einst einen Aufsatz gegen die postmodernen oder poststrukturalen französischen Denker und gab ihm den schönen Titel «Cogito interruptus». ich bin Altphilologe. sagte der Schwabe. ein wenig auf: «Verzeihung. und zwar wegen Körperverletzung. es muß ‹morietur› heißen. Der sterbende Altphilologe In einem Feldlazarett geht der Arzt durch die Reihen der Verwundeten. Als 132 . Seculus «Das ist».» Einer der fiebernden Verwundeten richtet sich. Der erstere Satz hieße dann.» Schopenhauer Arthur Schopenhauer mußte der Näherin Karoline Marquet eine Rente bezahlen. seinem Adjutanten lateinisch zu: «Morebit. Gelegentlich flüstert er. «in allen Jahrhunderten der Jahrhunderte». «Die Kunst ist mir Gesetz». denn er war ein Lateiner. um den Betreffenden zu schonen. Der Schwabe verwechselte dies mit seinem klassischen Schimpfwort ‹Seckel›.Lex «Lex mihi ars». sozusagen deutschlateinisch: «Das Gesetz ist mir scheißegal. «ein seculus seculorum!» Also statt des liturgischen «in omnia saecula saeculorum». statt «Ars est mihi lex». wie er dies hört. somit ‹Seckel aller Seckel›.

sie starb.» Gutes Latein Einem Bischof wird beim Besuch in einem Weinort am späten Vormittag Wein kredenzt. Lieder aus dem Burenkrieg.» Das Wortspiel bedeutet: «Das alte Weib stirbt. Der Kandidat erwies sich aber im Blick auf diese mittellateinischen Gedichte als vollkommen unkundig. Friedrich bat ihn. nach der Pre133 . den Titel zu übersetzen und erhielt zur Antwort: «Ja. Hochwürdiger Herr Bischof. ihn zu fragen: «Weshalb. abit onus. notierte er knapp: «Obit anus.» Per aspera ad astra Eine kongeniale Übersetzung dieses Satzes («Durch rauhe Dinge hindurch zu den Sternen») lautet: «Durch Scheiße zum Preise. haben Sie vorher ‹vinus bonus› gesagt?» Darauf der Bischof: «Je besser der Wein. desto besser das Latein!» Bischof und Nonnen Ein Bischof besucht ein Nonnenkloster. Etwas später. zu diesem argen Fehler etwas zu sagen. mit der der Besuch beginnt. Diesmal erklärt er mit emporgezogenen Brauen: «Vinum bonum!» Da wagt einer. Er probiert und lobt: «Vinus bonus!» Niemand getraut sich. singen die Nonnen.» Carmina Burana 2 Der Romanist Hugo Friedrich berichtete. Während der Messe. er sei einmal während einer Prüfung auf die «Carmina Burana» zu sprechen gekommen. beim Mittagessen wird ihm wieder Wein vorgesetzt. die Last geht.

meist sogleich gefragt: «Und wieviele Sprachen sprechen Sie?» Denn es ist eine ganz unangemessene Frage. «Ob nun gezeugt oder geschaffen – Friede sei mit euch. er habe mit fortschreitenden Jahren auf diese Frage immer weniger Sprachen genannt. 134 . der wahrlich viele Sprachen kannte. verweilen sie lange. non factum». wie in der Messe vorgesehen. insistieren: «genitum.» Griechisch «Trefflich. das Englische (in England hat er viele Jahre gelehrt) und das Deutsche. Auch in Deutschland. man sei Sprachwissenschaftler oder Linguist (es ist dasselbe). non factum». sive factum – pax vobiscum». Ein alter Kollege. Schließlich schreitet der Bischof in sanfter Ungeduld ein: «Sive genitum. «gezeugt. weil ein Linguist nicht viele Sprachen sprechen können muß. nicht geschaffen». aus dem Griechischen. in Bezug auf die Erkenntnis der Wahrheit.digt. ins Deutsche übersetzter Satz. genau unter Berücksichtigung der sogenannten «Abtönungspartikel». non factum». Wieviele Sprachen? Sagt man jemandem. das Credo. Bei der Stelle «genitum. setzen immer wieder ein. «genitum. die also sanft differenzieren. Jetzt nenne er nur noch drei: das Ungarische (er stammte aus Ungarn). wird. sagte einmal. hat Oswald Szemerényi lange gelehrt. in Freiburg.» Ein typischer. in der Tat bist du ja nun wohl in etwa. o Freund. was uns Sprachwissenschaftler sehr irritiert.

Sanskrit Ein indogermanistischer Sprachwissenschaftler hielt ziemlich regelmäßig eine Vorlesung über das Sanskrit. auch schon mit anderen zusammen. sauf le premier tome qui a été fait par Robert». das Riesenwörterbuch von Emile Littré. Regelmäßig jedoch pflegte er. ist dagegen noch nicht so gut. der eigentlich Kaufmann war. das im 19. besonders Alain Rey. prenez le ‹Robert› qui est excellent. weil sich schließlich wirkliche und noch dazu ausgezeichnete Fachleute damit befaßten.» 135 . Magnifizenz. seine Vorlesung bereits in der Mitte des Semesters abzubrechen. Das Werk wurde so hervorragend. auf den jedenfalls ein Fachmann nie verfallen wäre. für das 20. verfiel auf den ehrgeizigen und eigentlich ‹unmöglichen› Gedanken. Er erhielt von dem Gelehrten die Antwort: «Ja. als es um Wörterbücher ging: «Eh bien. «Nun.» Robert Paul Robert. die alte heilige Sprache der Inder. den Robert. selbst machte. nämlich den. für das man im Deutschen nichts Vergleichbares findet. Sanskrit ist nicht länger. So entstand das jetzt als «der Robert» («le Robert») bekannte riesige Wörterbuch: «Dictionnaire alphabétique et analogique de la langue française». den Robert gemacht hat. Der Linguist Bernard Pottier erklärte einmal in einer Diskussion. Jahrhundert neu zu schreiben. «Le Littré du vingtième siècle» – es war sein erklärtes Ziel. stellte ihn der Rektor zur Rede. der ausgezeichnet ist. nehmen sie den ‹Robert›. Der erste Band. Jahrhundert entstand. außer dem ersten Band. Als sich dies bis ins Rektorat herumgesprochen hatte.

der nur eben Englisch kann 136 . ich habe diese Sprache mit einem Wörterbuch und einer Grammatik gelernt. und Gerhard Rohlfs. gut spanisch spricht und den ich nach dem Grund fragte. Fremdsprachendidaktik Ein sympathischer Brasilianer. deren er fähig war). «einer. der im Zweifel eher für eine lateinische Etymologie eintrat. er rede protoromanisch. was gar nicht so häufig ist. soll alle romanischen Sprachen ungefähr gleich ausgesprochen haben.» Gruß Über Etymologien gab es einst einen berühmten Streit zwischen den Romanisten Harri Meier. Wilhelm Meyer-Lübke. in gewissem Sinn – und jedenfalls unter den Sprachwissenschaftlern – der bedeutendste des letzten Jahrhunderts. die sehr lange und schöne Haare hatten. Man sagte damals. also. in diesem Fall: einer «Substratsprache»). der. sagte mir lächelnd: «Ja. der eher den Einfluß einer anderen Sprache annahm (fachlich.Meyer-Lübke Der große Romanist. Einen seiner (öffentlichen) Briefe an Meier beendete Rohlfs: «Mit vulgärlateinischen Gruß!» Autofahren Ein Dozent für Anglistik in Tübingen pflegte seine Einführung ins Mittelenglische mit diesen gewählten Sätzen zu beginnen: «Einer. der nur eben Englisch kann» (und in diese Worte legte er in Betonung und Mimik die ganze Verachtung.

137 . der ist wie einer. phanaluogisch Mama. sprach ganz ordentlich französisch. Was das Französische angeht. das können drüben fünfzig Millionen.» Gamillscheg Ernst Gamillscheg. seine Tochter habe als erstes Wort «schküs» gesagt. der zwar Autofahren kann. Und er sprach natürlich auch andere romanische Sprachen. Also der sozusagen normalste Vokal und die Lippenlaute. dargelegt in seinem unter Sprachwissenschaftlern bekannten Buch «Kindersprache. m und p. hilflos am Straßenrand sitzt und warten muß. ja. Darauf Jakobson unbeirrt: «Ja. in den vierziger Jahren. der an seinem Fahrzeuge sich meldet. der den Schaden beheben kann. phanjetisch schküs. als Reibelaut und als Verschlußlaut. aber bei dem geringsten Schaden. vertrat die These.» Phonetisch – phonologisch Roman Jakobson.und über die älteren Zustände dieser großen Sprache nicht unterrichtet ist. Gleichwohl verachtete er diese Fertigkeit. der russischer Herkunft war. Schüler des großen Meyer-Lübke. ein bedeutender Sprachwissenschaftler der Romanistik.» Wieviele Frauen? Der große Sprachwissenschaftler Roman Jakobson wurde bei der Einreise in die Vereinigten Staaten. bis jemand kommt. jedes Kind sage als erstes Wort entweder «Mama» oder «Papa». Was soll ich mich da auch noch dazugesellen?» Oder er erklärte: «Das ist was für Kellner und Friseure. pflegte er zu sagen: «Ja. Bestürzt teilte ein türkischer Kollege Jakobson mit. Aphasie und allgemeine Lautgesetze» (1962).

und vielleicht standen auch zufällig mehrere Frauen hinter ihm. Coseriu formulierte dies – unbewußt. aber eindeutigen Verkehres. also im Sinne des Sprachbesitzes. Natürlich konnte.» 138 . vorausgehe. wieviele Frauen er habe.» Potenz Der Linguist Eugenio Coseriu legt an einer Stelle auf spanisch dar. ja. Es wird ja tatsächlich nicht unausgesetzt gesprochen. die Verständigung ergibt sich weithin im gemeinsamen Tun und Handeln von selbst. wie er versicherte – so: «La potencia precede al acto». Karl Bühler drückt diesen Sachverhalt so aus: «Sprachinseln tauchen auf im Meer des schweigsamen. nur gelegentlich tritt dann etwa eine Sprachäußerung hinzu. also der Potentialität des Sprachbesitzes schon voraus. also der «parole». mußte er da als Sprachwissenschaftler nur die um Präzisierung bemühte Gegenfrage stellen: «Meinen Sie dies diachronisch oder synchronisch?» Zweideutig Der große Sprachtheoretiker Karl Bühler führt in seinem 1934 erschienenen. der Sprachäußerung. Offenbar machte er den Beamten einen orientalischen Eindruck. Der konkrete einzelne Sprechakt setze die Vorhandenheit der Virtualität.gefragt. daß bei zahlreichen alltäglichen Verrichtungen die Verständigung auch ohne Sprechen möglich sei. daß die Sprache im Sinne von «la langue» (Saussure). «Die Potenz geht dem Akt voraus. noch immer aktuellen Werk «Sprachtheorie» neben vielem anderen aus.

Joseph Hanse. «Nehmen wir zum Beispiel». Grevisse Seit rund sechzig Jahren gibt es die «klassische» französische Grammatik des Belgiers Maurice Grevisse mit dem schönen. daß das Portugiesische allen anderen Sprachen an Rationalität überlegen sei. Verfasser des wichtigen «Dictionnaire des difficultés grammaticales et lexicologiques» (erstmals 1949). Jahrhundert und dessen Richtmaß anspielenden Titel «Le Bon Usage».» Irrationale Sprachen Ein portugiesischer Sprachwissenschaftler will.» Dieses Wort bezeichnet auf portugiesisch den Hintern. In der Tat: und eine Blitzreinigung könnte auch ein Geschäft sein. mehreren Kollegen. was heißt dieses Wort in Ihrer Sprache?» Der Franzose antwortet: «Also. beweisen. avec Goosse c’est le plusqueparfait. auf den großen Vaugelas im 17. auch jemanden bezeichnen könne. Ein weiterer Belgier und großer Kenner des Französischen. vom System der deutschen Sprache aus. «das Wort cu. Die zwölfte Auflage des Grevisse wurde neu bearbeitet von dem Belgier André Goosse. sagt er. der mit Straßen handelt. am Rande eines Kongresses.Straßenhändler Eugenio Coseriu wies darauf hin. in dem Blitze gereinigt werden – Unterschied zwischen der reinen «Systembedeutung» und der durch den Gebrauch und die Realität festgelegten. sagte dazu: «Avec Grevisse c’était parfait. daß das Wort Straßenhändler. französisch bezeichnet es den Hals oder auch einen 139 . Er fragt seine Kollegen: «Nun also. die bei ihm stehen.

» Darauf der Portugiese: «Da könnt Ihr einmal sehen. je m’en vais». le cou oder le coup. Er macht verschiedene Geräusche vor (er hatte entsprechende Instrumente mitgebracht) und läßt sich die passenden «lautmalenden» Ausdrücke zurufen: Klirren. oder?» Der sterbende Grammatiker Ein französischer Grammatiker.» Man kann in der Tat in gleicher Weise mourir und se mourir sagen und das se dire hier entweder im Singular oder im Plural verwenden. Schließlich gibt er die Antwort selbst: «Ist doch ganz einfach.» Der Deutsche sagt: «Bei uns bezeichnet es die Kuh. «Es geht mir nicht: ich gehe». jedenfalls ungefähr. Auf die Frage. Schließlich schlägt er mehrfach mit der flachen Hand gegen die Tür: «Und was ist das?» fragt er. L’un ou l’autre se dit . «Et il rend l’âme. . meine Damen und Herren. Und dann soll er hinzugesetzt haben: «Ou je m’en vas. ou se disent. . «Já podem ver que linguas irracionais têm. Niemand traut sich zu antworten. em português cu é o cu mesmo». Geräusche Ein Professor für Sprachwissenschaft will seinen Studenten im Oberseminar klarmachen. Knirschen und so weiter. L’un ou 140 . man kennt die Weltfremdheit dieses Professors. Im Portugiesischen ist cu der Arsch selbst». ich würde sagen: bumsen. Es gibt da eine Variante. bei uns ist es halt der Buchstabe q.Schlag. wie es ihm gehe – «comment allez-vous?» soll der Sterbende geantwortet haben: «Je ne vais pas. wie genau die Sprache Geräusche nachzuahmen imstande ist. in seinen letzten Atemzügen. Knistern.» Der englische Kollege: «Nun. sagte: «Je mœurs ou je me mœurs . .» Und nun stirbt er. . was Ihr für irrationale Sprachen habt. Scheppern.

Er hat in der Tat – welcher Grammatiker konnte oder kann dies schon? – seine Sprache selbst mitgestaltet. Lalu lalu lalu lalu la! Hontraruru miromente zasku zes rürü? Entepente. Das große Lalula ¯ Kroklokwafzi? Semememi! Seiokrontro – prafriplo: Bifzi. Claude Favre de Vaugelas (gestorben 1650) zu. . . bafzi. hulalemi: quasti basti bo .l’autre se dit ou se disent. .)! Marjamar dos: Quempu Lempu Siri Suri Sei [ ]! Lalu lalu lalu lalu la! Dieses Gedicht von Christian Morgenstern ist auch ein – genialer – Sprachwitz.» Manche schreiben diese Sätze dem einflußreichsten Grammatiker aller Zeiten. leiolente klekwapufzi lü? Lalu lalu lalu lalu la! Simarar kos malzipempu silzuzankunkrei(.

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126 Seiten mit 18 Abbildungen. McCormack Travel Overland Eine anglophone Weltreise 2. Paperback Beck’sche Reihe Band 1640 Martin Borré/Thomas Reintjes Warum Frauen schneller frieren Alltagsphänomene wissenschaftlich erklärt 9. Paperback Beck’sche Reihe Band 1297 Hermann Ehmann Endgeil Das voll korrekte Lexikon der Jugendsprache 2005. 2007. 2006. Paperback Beck’sche Reihe Band 1736 Eike Christian Hirsch Der Witzableiter oder Schule des Lachens 3. B. Paperback Beck’sche Reihe Band 1434 Richard W. 344 Seiten.Beck’sche Reihe Wilfried Ahrens Der Angeklagte erschien in Bekleidung seiner Frau Die neuesten juristischen Stilblüten 2. Auflage. Paperback Beck’sche Reihe Band 1647 Eike Christian Hirsch Gnadenlos gut Ausflüge in das neue Deutsch 2007. Auflage. 176 Seiten mit 29 Grafiken im Text. 160 Seiten. 2005. Auflage. 160 Seiten. Paperback Beck’sche Reihe Band 1654 Verlag C. Auflage. 180 Seiten. Beck München . 2002. H.