P. 1
Das kleine Waldcafé

Das kleine Waldcafé

|Views: 2,708|Likes:
Veröffentlicht vonmiau24

More info:

Published by: miau24 on Aug 03, 2011
Urheberrecht:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

12/25/2011

pdf

text

original

Die ehemalige Klostermühle ist heute Wohnhaus und Café.

Das Mühlrad am Rickebach

Antike Kronleuchter spenden warmes Licht.

Tortenstücke auf der Terrasse genießen

Der Blick durch das Tor

Land &     Lecker

Wo der Rickebach rauscht
Zu Gast im kleinen Waldcafé in Willebadessen (Nordosten Nordrhein-Westfalens)

W

er die Kuchen und Torten von Gabriele Mersch kosten möchte, muss zunächst ein Stückchen laufen. Durch das schmiedeeiserne Tor, die Lärchenallee entlang, über die kleine Brücke – so lange, bis nur noch das Rauschen des Rickebaches zu hören ist, der über das Mühlrad strömt. Hier, wo Müller vor Jahrhunderten Mehl für das einstige Benediktinerinnenkloster in Willebadessen mahlten, veredelt Gabriele Mersch die Zutat heute zu feinen Backwaren. Die Waldmühle von Gabriele und Josef Mersch liegt versteckt zwischen hohen Buchen und Fichten, mitten im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Wanderer schätzen diesen südlichen Zipfel Willebadessens für seine abwechslungsreichen Wege. Sie führen durch Bergwälder, zu Quellen, durch grüne Flussauen, entlang eines Schmetterlingspfades oder zu historischen Bauwerken. Nur einen Steinwurf von der Waldmühle entfernt, ragen die Gewölbe des 1853 aus Bruchsteinen erbauten Viadukts über das Hellebachtal. An dem Ort, wo einst Friedrich Wilhelm IV. die ersten Züge beim Befahren der Brücke beobachtete, liegt heute zur

Erinnerung im Wald von Familie Mersch der sogenannte Königsstein. Noch immer überqueren Züge zwischen Kassel und Soest das Viadukt. Das Ehepaar hatte sich in den alten Baumbestand und das viele Wasser verguckt, als es 2002 das parkähnliche Anwesen mit fünf Forellenteichen und Buchenwald erwarb. Das Haus – von der Mühle waren nach einem Brand nur die Grundmauern geblieben – hatte ihr Vorgänger jahrzehntelang als Jagdsitz genutzt; schließlich stand es geraume Zeit leer. Fast sieben Jahre dauerte die Renovierung: Gabriele Mersch und ihr Mann verlegten Böden, verputzten Wände, zimmerten Türen und verkleideten die Fassade. Auch die technische Anlage der Mühle errichteten sie neu, fertigten eine Wasserrinne aus Holz und hängten ein stählernes Mühlrad ein. „Wir waren von einer Idee beseelt“, erinnert sich Gabriele Mersch an jene Zeit. „Unser Leben, unsere ganze Erfahrung, alles ist hier reingeflossen.“ Vor drei Jahren entstand die Idee zu dem kleinen Waldcafé. Gabriele Mersch wollte das Geschaffene mit anderen Menschen teilen. Seither verwandelt sie ihre große Wohnküche

64

Für Landlust backt Gabriele Mersch ihre traditionelle Waldmühlenkirschtorte mit Sauerkirschen und Mandeln.

Dekoration mit Moos und Weidenzweigen

Gabriele Mersch betreibt das Café.

Tee aus der Silberkanne

In einer ehemaligen Mühle, umgeben von hohen Bäumen, betreibt Gabriele Mersch das kleine Waldcafé. Die Gäste schätzen auch ihr Händchen für Dekoration.

WALDMÜHLENKIRSCHTORTE
Zutaten
BODEN: 100 g Butter, 100 g Zucker, 3 Eier, 125 g gemahlene Mandeln, 2 EL Kakao, 1 EL gehackte Mandeln, 2 TL Backpulver, etwas Zimt, ein Schuss Rum BELAG: 2 Gläser Sauerkirschen, ein Schuss Kirschbrand, 2 Päckchen Tortenguss, 750 ml Sahne ZUM GARNIEREN: Kakao und etwas Kuvertüre AUSSERDEM: etwas Fett für die Form

samstags und sonntags zu einer Caféküche und bei schönem Wetter die zwei Terrassen zu herrlichen Plätzen zum Verweilen. Bis zu zwölf verschiedene Torten und Kuchen backt die 47-Jährige für ihre Gäste. Die Tische – innen aus Eichenholz, außen aus Eisen – dekoriert sie liebevoll mit Silbersachen und dem, was die Natur ihr vor die Tür legt: Weidenzweigen, Moos und Zapfen. Und überall entzündet sie Kerzen in Laternen und Windlichtern. In den Innenräumen ergänzen antike Kronleuchter ihr Licht. „Ich liebe Kontraste“, sagt Gabriele Mersch, „das Elegante kombiniert mit dem Urwüchsigen der Natur.“ Den Park mögen sie und ihr Mann naturbelassen. Bei einem Rundgang um die Teiche sieht man hier eine zerborstene Weide liegen, dort hämmert ein Specht am abgestorbenen Baum. Und überall ist Wasser. Wer hier lief, hat noch lange das Rauschen des Mühlbaches im Ohr. ■
Text: Isa von Bismarck-Osten, Fotos: Heinz Duttmann

Zubereitung
Den Backofen auf 170 Grad vorheizen. Für den Boden die Butter mit dem Zucker cremig rühren. Die restlichen Zutaten nach und nach unterrühren. In eine gefettete Springform (26 cm) füllen. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad etwa 20 Minuten backen. Für den Belag den abgekühlten Boden mit etwas Kirschwasser beträufeln und mit einem Tortenring versehen. Die Sauerkirschen abtropfen, den Saft auffangen. Die Kirschen auf dem Boden verteilen. 500 ml Kirschsaft mit dem Tortenguss andicken und auf die Kirschen geben. Erkalten lassen und danach den Tortenring entfernen. Sahne steif schlagen und mit einem Spatel wolkenartig auf dem Kuchen verteilen. Mit Kakao bestäuben, etwas Kuvertüre auflösen und mit einem Löffel dekorativ auf die Sahne träufeln. Kalt stellen.

Das kleine Waldcafé, Gabriele Mersch, Auf den Ängern 13, 34439 Willebadessen, Tel.: 0 56 46/94 31 13, www.waldmuehle.info, Öffnungszeiten Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr, auf Hinweise im Internet achten, Reservierung ab vier Personen, keine Kartenzahlung, für Menschen mit Gehbehinderung eher ungeeignet.

You're Reading a Free Preview

Herunterladen
scribd
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->