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Allan Kardec

Das Evangelium
im Lichte des

Spiritismus
ERLÄUTERUNG ZU DEN MORALISCHEN MAXIMEN CHRISTI
IHRE ÜBEREINSTIMMUNG MIT DEM SPIRITISMUS UND IHRE UMSETZUNG IN ALLE LEBENSLAGEN

Aus dem Französischen übersetzt vom Übersetzungsteam des Spiritismus Verlags

Die Originalausgabe erschien erstmals in Paris 1864 unter dem Titel  « L’ÉVANGILE SELON LE SPIRITISME ». Übersetzung aus dem Französischen der überarbeiteten dritten Ausgabe vom Übersetzungsteam des Spiritismus Verlags.

Die Deutsche Bibliothek ‐ CIP ‐ Einheitsaufnahme Kardec, Allan: Das Evangelium im Lichte des Spiritismus / Allan Kardec. ‐ 3. Aufl. ‐ München: Spiritismus Verlag, 2007 ISBN 978‐3‐935824‐03‐3

Umschlagbild:  Umschlaggestaltung: 

Edson Audi, „A vida e obra de Allan Kardec“,  CD‐Rom, Paris, 1999; eaudi@hotmail.com Spiritismus Verlag, München

© 2007 Spiritismus Verlag, München, post@spiritismus‐verlag.de Diese deutsche Fassung ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Satz: Spiritismus Verlag, München Druck und Bindung: AZ‐Druck GmbH, Kempten Printed in Germany February 2007 ISBN 978‐3‐935824‐03‐3 ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐

www.spiritismus‐verlag.de

INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG
I ‐ ZIEL DIESES WERKES II ‐ DAS ANSEHEN DER SPIRITISTISCHEN LEHRE UNIVERSELLE PRÜFUNG DER LEHRE DER GEISTER.......................................................18 III ‐ HISTORISCHE NACHRICHTEN  IV ‐ SOKRATES UND PLATON, VORLÄUFER DER CHRISTLICHEN IDEE UND DES SPIRITISMUS ÜBERBLICK ÜBER DIE LEHRE SOKRATES UND PLATONS................................................34

KAPITEL  I ‐  ICH BIN NICHT GEKOMMEN, UM DAS GESETZ AUFZULÖSEN
DIE DREI OFFENBARUNGEN ‐  MOSES...................................................................................................................45 DIE DREI OFFENBARUNGEN ‐  CHRISTUS...............................................................................................................47 DIE DREI OFFENBARUNGEN ‐  DER SPIRITISMUS.....................................................................................................48 BÜNDNIS ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND RELIGION...................................................50 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS NEUE ZEITALTER..............................................................................................51

KAPITEL  II ‐  MEIN REICH IST NICHT VON DIESER WELT
DAS ZUKÜNFTIGE LEBEN..........................................................................................56 DAS KÖNIGREICH JESU............................................................................................58 DIE SICHTWEISE......................................................................................................58 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT EIN IRDISCHES KÖNIGREICH.....................................................................................61

KAPITEL  III ‐  IN MEINES VATERS HAUSE SIND VIELE WOHNUNGEN
VERSCHIEDENE ZUSTÄNDE DER SEELE IN DER ERRATICITÄT.........................................63 VERSCHIEDENE KATEGORIEN DER BEWOHNTEN WELTEN.............................................64 BESTIMMUNG DER ERDE. URSACHE DES MENSCHLICHEN ELENDS.................................65 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT NIEDERE WELTEN UND ERHABENE WELTEN..............................................................66

WELTEN DER ABBÜSSUNGEN UND DER PRÜFUNGEN....................................................69 ERNEUERUNGSWELTEN.............................................................................................71 PROGRESSION DER WELTEN......................................................................................73

KAPITEL  IV ‐  KEINER KANN DAS REICH GOTTES SEHEN,  WENN ER NICHT WIEDERGEBOREN WIRD
AUFERSTEHUNG UND REINKARNATION......................................................................75 DIE REINKARNATION STÄRKT DIE FAMILIENBANDE,  WÄHREND DIE EINMALIGE EXISTENZ SIE BRICHT..........................................................81 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT GRENZEN DER INKARNATION....................................................................................84 IST DIE INKARNATION EINE STRAFE?.........................................................................85

KAPITEL  V ‐  SELIG SIND DIE LEIDTRAGENDEN
GERECHTIGKEIT DES KUMMERS.................................................................................88 GEGENWÄRTIGE URSACHEN DES KUMMERS...............................................................89 URSACHEN DES KUMMERS IN DER VERGANGENHEIT...................................................91 VERGESSEN DER VERGANGENHEIT.............................................................................95 GRÜNDE FÜR DIE SCHICKSALSERGEBENHEIT................................................................96 SELBSTMORD UND WAHNSINN..................................................................................98 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT GUT ODER SCHLECHT LEIDEN..................................................................................101 DAS ÜBEL UND SEIN AUSWEG................................................................................102 DAS GLÜCK IST NICHT VON DIESER WELT...............................................................104 DER VERLUST GELIEBTER MENSCHEN. DER FRÜHE TOD............................................105 „JUNG STIRBT, WEN DIE GÖTTER LIEBEN“.................................................................107 DIE FREIWILLIGE FOLTERQUAL................................................................................108 DAS WAHRE UNGLÜCK..........................................................................................109 SCHWERMUT.........................................................................................................111 FREIWILLIGE PRÜFUNGEN. DAS WAHRE BÜSSERGEWAND...........................................111 SOLL MAN DEN PRÜFUNGEN SEINES NÄCHSTEN EIN ENDE SETZEN?...........................113 IST ES ERLAUBT, DAS LEBEN EINES UNHEILBAR KRANKEN ZU VERKÜRZEN?..................115 SEIN EIGENES LEBEN OPFERN..................................................................................115 NUTZEN DES LEIDES FÜR ANDERE MENSCHEN.........................................................116

KAPITEL  VI ‐  CHRISTUS, DER TRÖSTER
MEIN JOCH IST LEICHT...........................................................................................118 DER VERSPROCHENE TRÖSTER.................................................................................118 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT ANKUNFT DES GEISTES DER WAHRHEIT..................................................................120

KAPITEL  VII ‐  SELIG SIND, DIE IM GEISTE ARM SIND
WAS MAN UNTER „IM GEISTE ARM“ ZU VERSTEHEN HAT..........................................124 WER SICH SELBST ERHÖHT, WIRD ERNIEDRIGT WERDEN..............................................125 DIE DEN GELEHRTEN UND KLUGEN VERBORGENEN GEHEIMNISSE .............................127 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT HOCHMUT UND DEMUT........................................................................................129 DIE AUFGABE DES KLUGEN MENSCHEN AUF DER ERDE.............................................135

KAPITEL  VIII ‐  SELIG SIND, DIE REINEN HERZENS SIND
LASST DIE KINDER ZU MIR KOMMEN........................................................................137 LASTER DURCH GEDANKEN. EHEBRUCH..................................................................138 WAHRE REINHEIT. UNGEWASCHENE HÄNDE..........................................................140 ÄRGERNISSE. WENN ABER DEINE HAND DIR ÄRGERNIS SCHAFFT,  SO HAUE SIE AB UND WIRF SIE VON DIR.....................................................................142 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT LASST DIE KINDER ZU MIR KOMMEN!.......................................................................145 SELIG SIND DIE, DEREN AUGEN GESCHLOSSEN SIND...................................................146

KAPITEL  IX ‐  SELIG SIND DIE SANFTMÜTIGEN UND DIE FRIEDFERTIGEN
BELEIDIGUNG UND GEWALT...................................................................................149 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT FREUNDLICHKEIT UND SANFTMUT...........................................................................150 DIE GEDULD........................................................................................................151 GEHORSAM UND ERGEBENHEIT...............................................................................152 DIE WUT.............................................................................................................153

..............................182 DIE VERSTORBENEN FEINDE...........  DAS GLEICHNIS DES SCHALKSKNECHTS........................................186 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE RACHE..............171 DER EGOISMUS.............................................................................185 WENN DICH JEMAND AUF DEINE RECHTE BACKE SCHLÄGT...............................................................................................156 VERSÖHNUNG MIT DEM GEGNER......................................................................................................KAPITEL  X ‐  SELIG SIND DIE BARMHERZIGEN VERGEBT.................164 KAPITEL  XI ‐  LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST DAS GRÖSSTE GEBOT...................................................................170 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS GESETZ DER LIEBE.....................157 GOTTES ANGENEHMSTE OPFER..............................................................179 KAPITEL  XII ‐  LIEBET EURE FEINDE DAS BÖSE MIT DEM GUTEN ERWIDERN............................................................. VOM TUN DES GÖTTLICHEN WILLENS..................................................................................................................................................................................................................................... DER WERFE DEN ERSTEN STEIN....................................................176 DER GLAUBE UND DIE NÄCHSTENLIEBE.........................................196 ....................................................  WER UNTER EUCH OHNE SÜNDE IST.......... DAMIT IHR NICHT GERICHTET WERDET................................................. WAS DES KAISERS IST.......................................................158 DER SPLITTER UND DER BALKEN IM AUGE.............................................................. DAMIT GOTT EUCH VERGIBT..  WAS DIE RECHTE TUT DAS GUTE TUN OHNE ZU PRAHLEN (VOM ALMOSEN GEBEN) ..............178 NÄCHSTENLIEBE ZU VERBRECHERN.....................................161  DIE NACHSICHT.......................190 KAPITEL  XIII ‐  LASS DEINE LINKE HAND NICHT WISSEN............  DEM BIETE DIE ANDERE AUCH DAR.........................................169 GEBT DEM KAISER..............................................................................................................159 RICHTET NICHT.....................160 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS VERZEIHEN VON BELEIDIGUNGEN....................188 DER HASS..............................................189 DAS DUELL.............................................................

.......................241 ...................................................................................216 DIE EXKLUSIVE WOHLTAT..235 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT AUSSERHALB DER NÄCHSTENLIEBE KEIN HEIL........ DIE MIT UNDANKBARKEIT BEZAHLT WERDEN....................................................217 KAPITEL  XIV ‐  EHRE DEINEN VATER UND DEINE MUTTER DIE EHRFURCHT VOR SEINEN ELTERN............................................................................................................................................................................................  DAS GLEICHNIS VOM BARMHERZIGEN SAMARITER..............................................................................................................................................200 DIE ARMEN UND DIE BEHINDERTEN EINLADEN..............230 DAS GRÖSSTE GEBOT................................................203 DIE WOHLTÄTIGKEIT.........................219 WER IST MEINE MUTTER UND WER SIND MEINE GESCHWISTER?................233 NOTWENDIGKEIT DER NÄCHSTENLIEBE NACH PAULUS...........198 DAS SCHERFLEIN DER WITWE................. UM GERETTET ZU WERDEN.............................................214 DIE WAISEN.................................................................................................238 ABSTAND NEHMEN VON HABGIER........................240 DAS GLEICHNIS VOM ANVERTRAUTEN ZENTNER (DEM TALENT).................................................205 DAS MITLEID...............................................................................215 WOHLTATEN.......................DAS VERBORGENE UNGLÜCK............................................................  DIE PRÜFUNGEN DES REICHTUMS UND DER ARMUT......................201 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE MATERIELLE UND MORALISCHE NÄCHSTENLIEBE...........................234 AUSSERHALB DER KIRCHE KEIN HEIL......................................222 BLUTSVERWANDTSCHAFT UND GEISTIGE VERWANDTSCHAFT..............................................................................236 KAPITEL  XVI ‐  MAN KANN NICHT GOTT UND DEM MAMMON DIENEN DIE GEFAHR DES REICHTUMS........................................................................................................................239 DAS GLEICHNIS VOM REICHEN MANN UND DEM ARMEN LAZARUS.................223 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE UNDANKBARKEIT DER KINDER DEN ELTERN GEGENÜBER  UND DIE FAMILIÄREN BINDUNGEN.................................................239 JESUS IM HAUSE DES ZACHÄUS..............................................................................225 KAPITEL  XV ‐  AUSSERHALB DER NÄCHSTENLIEBE KEIN HEIL VORAUSSETZUNGEN..................240 DER VORGESEHENE ZWECK DES REICHTUMS. AUSSERHALB DER WAHRHEIT KEIN HEIL...............................................................

................................................................................................................................................DIE UNGLEICHMÄSSIGKEIT DES REICHTUMS....... HERR!“..........................................................................257 DIE GUTEN SPIRITISTEN........................................................... DEM WIRD GEGEBEN .......................................245 DIE VERWENDUNG DER REICHTÜMER................262 DIE TUGEND.................................................................................................................................. AUSGANGSPUNKT DER HOFFNUNG UND DER NÄCHSTENLIEBE..............................................................247 DIE ABKEHR VON IRDISCHEN GÜTERN..................................................................283 DAS GLEICHNIS VOM VERDORRTEN FEIGENBAUM................................274 WEM VIEL GEGEBEN IST........................................................259 DAS GLEICHNIS VOM SÄMANN..........................................................................285 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DER GLAUBE...........276 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT WER DA HAT...... BEI DEM WIRD MAN VIEL SUCHEN..................270 DIE ENGE PFORTE.................267 SORGE TRAGEN FÜR KÖRPER UND GEIST ...............................................................................................................................287 .........................................................................................279 KAPITEL  XIX ‐  DER GLAUBE VERSETZT BERGE DIE KRAFT DES GLAUBENS...................................................................264 VORGESETZTE UND UNTERGEBENE....................268 KAPITEL  XVIII ‐  VIELE SIND BERUFEN.......................................................................................265 DER MENSCH IN DER WELT......273 DIE ZU MIR SAGEN: „HERR...........243 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS WAHRE BESITZTUM.................................250 ÜBERGABE DES REICHTUMS......................................281 DER RELIGIÖSE GLAUBE.............................................................................................................. ABER WENIGE SIND AUSERWÄHLT  DAS GLEICHNIS VON DER KÖNIGLICHEN HOCHZEIT........................................................261 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE PFLICHT............................................................. BEDINGUNG DES UNERSCHÜTTERLICHEN GLAUBENS.....................................................255 KAPITEL  XVII ‐  SEID VOLLKOMMEN CHARAKTERISTIKA DER VOLLKOMMENHEIT..................................................................................256 DER GÜTIGE MENSCH.........................277 MAN ERKENNT DEN CHRISTEN AN SEINEN TATEN.......286 DER MENSCHLICHE UND DER GÖTTLICHE GLAUBE.................................................

...................................................................................................................................331 ................................................................ MUTTER UND KINDER VERLASSEN...............308 DIE SCHEIDUNG................................................................................................. WER SEIN LEBEN ERHALTEN WILL..........................................328 MUT DES GLAUBENS..................................................312 VATER...............323 NICHT DEN WEG ZU DEN HEIDEN GEHEN..............326 DIE GESUNDEN BEDÜRFEN DES ARZTES NICHT.................................................... SONDERN DAS SCHWERT................. FRIEDEN ZU BRINGEN. WARUM JESUS IN GLEICHNISSEN SPRICHT.................................................................310 KAPITEL  XXIII ‐  SELTSAME MORAL WER NICHT HASST SEINEN VATER UND SEINE MUTTER ......................................297 WUNDERZEICHEN DER FALSCHEN PROPHETEN................................... DER WIRDʹS VERLIEREN............314 LASS DIE TOTEN IHRE TOTEN BEGRABEN.............................................................................................................................................300 KENNZEICHEN DES WAHREN PROPHETEN.........................KAPITEL  XX ‐  DIE ARBEITER DER LETZTEN STUNDEN UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE LETZTEN WERDEN DIE ERSTEN SEIN....294 KAPITEL  XXI ‐  ES WERDEN FALSCHE CHRISTUSSE UND FALSCHE PROPHETEN AUFSTEHEN MAN ERKENNT DEN BAUM AN SEINEN FRÜCHTEN..............................................296 DIE MISSION DER PROPHETEN.................................................................301 DIE FALSCHEN PROPHETEN DER GEISTIGEN WELT..................................................................................................................................................................................................................................316 ICH BIN NICHT GEKOMMEN..............329 SEIN KREUZ NEHMEN..306 KAPITEL  XXII ‐  TRENNT NICHT..................303 JEREMIA UND DIE FALSCHEN PROPHETEN........................................................297 GLAUBT NICHT EINEM JEDEN GEIST........ WAS GOTT ZUSAMMENGEFÜGT HAT DIE UNAUFLÖSBARKEIT DER EHE..................................................316 KAPITEL  XXIV ‐  NICHT DAS LICHT UNTER DEN SCHEFFEL STELLEN VOM LICHT UNTER DEM SCHEFFEL...298 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE FALSCHEN PROPHETEN...292 DIE ARBEITER DES HERRN.............................................289 DIE MISSION DER SPIRITISTEN............

.................................................................................................................................343 WIRKSAMKEIT DES GEBETES...........379 ............................. GOLD ZU BESITZEN.............................................................360 SPIRITISTISCHE SITZUNGEN..............................................................................................................................................340 KAPITEL  XXVII ‐  BITTET................................................................354 GLÜCKSELIGKEIT DURCH DAS GEBET...344 WIRKUNG DES GEBETES............334 SORGT EUCH NICHT DARUM..............336 KAPITEL  XXVI ‐  GEBT UMSONST...........................................................................351 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT ART DES GEBETES..................346 VERSTÄNDLICHE GEBETE..................................................................................................................................................372 ZUR FERNHALTUNG DER BÖSWILLIGEN GEISTER..............................................338 BEZAHLTE GEBETE........................................................351 FÜRBITTE FÜR DIE VERSTORBENEN UND FÜR DIE LEIDENDEN GEISTER............................. SO WIRD EUCH GEGEBEN MERKMALE DES GEBETES.........377 UM EINEN RAT ZU ERBITTEN............................................................................................ UM KRAFT BEI EINER VERSUCHUNG ZU ERBITTEN........................................374 UM DIE BESEITIGUNG EINES FEHLERS ZU BITTEN............................................................................376 DANKGEBET FÜR EINEN SIEG ÜBER EINE VERSUCHUNG.............378 IN MOMENTEN DES KUMMERS.... GEDANKENÜBERTRAGUNG...................................... WAS IHR UMSONST BEKOMMEN HABT HEILGABE.....................................375 GEBET.......................................356 KAPITEL  XXVIII ‐  SAMMLUNG SPIRITISTISCHER GEBETE PRÄAMBEL I ‐ ALLGEMEINE GEBETE DAS VATERUNSER ....................................................................................................................................................332 SEHT DIE VÖGEL UNTER DEM HIMMEL AN.............................................369 II ‐ GEBETE FÜR SICH SELBST ZU DEN SCHUTZENGELN UND SCHUTZGEISTERN............................. SO WERDET IHR FINDEN HILF DIR SELBST..........339 UNEIGENNÜTZIGE MEDIUMSCHAFT...............................................................................KAPITEL  XXV ‐  SUCHET... DANN HILFT DIR GOTT...................................................................................338 DIE VERTREIBUNG DER STRASSENHÄNDLER AUS DEM TEMPEL........................367 FÜR DIE MEDIEN..................................................................................................

...................................399 FÜR DIE VERSTORBENEN FEINDE...................................................389 FÜR EIN NEU GEBORENES KIND....................380 HANDLUNG AUS DER ERGEBENHEIT UND DER GEFASSTHEIT.......404 V ‐ FÜRBITTEN FÜR DIE KRANKEN UND DIE BESESSENEN FÜR DIE KRANKEN...401 FÜR DIE VERBRECHER...............................................401 FÜR DIE SELBSTMÖRDER........................................................................................383 ZUM SCHLAFENGEHEN. DER IN KUMMER IST....................................................... DER GERADE VERSTORBEN IST............................................. DIE GEBETE ERBITTEN.......................................................................................................................................406 FÜR DIE BESESSENEN.......................................................................................................398 FÜR DIE LEIDENDEN SEELEN..........................................................................................DANKGEBET FÜR EINE ERHÖRTE BITTE.............................408 NACHWORT STICHWORTVERZEICHNIS LEITFADEN FÜR „DAS EVANGELIUM ZU HAUSE“ ...................................................................386 DANKGEBET FÜR EINEN ERHÖRTEN WUNSCH FÜR JEMANDEN.....387 FÜR UNSERE FEINDE UND FÜR DIEJENIGEN..........................................................................................................................................395 FÜR DIE VON UNS GELIEBTEN MENSCHEN...............392 FÜR DIE STERBENDEN...............384 III ‐ FÜRBITTEN FÜR DIE NÄCHSTEN FÜR JEMANDEN......................403 FÜR DIE VERHÄRTETEN GEISTER.........................................381 ANGESICHTS EINER BEVORSTEHENDEN GEFAHR................................................................................... DIE UNS BÖSES WÜNSCHEN.....................................................382 DANKGEBET NACH DEM ENTKOMMEN AUS EINER GEFAHR..................................389 FÜR DIE FEINDE DES SPIRITISMUS.................................................402 FÜR DIE REUMÜTIGEN GEISTER........................................................................................................................................................................................................................................................394 IV ‐ FÜRBITTEN FÜR DIE GEISTER FÜR JEMANDEN....................383 ANGESICHTS DES NAHEN TODES.................................................388 DANKGEBET FÜR DAS UNSEREN FEINDEN GEWÄHRTE GUTE ......................

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Insbesondere für die Menschen ist diese moralische Lehre eine Verhaltensregel. Ihre sinnbildliche Form und der absichtliche Mystizismus der Sprache bewirken. Das ist nun das Prinzip aller sozialen Beziehungen. Aber viele tun es vertrauend auf das. Der Grund dafür liegt zum größten Teil in den Schwierigkeiten. die einen universellen Charakter besitzt und als solche in den überlieferten biblischen Evangelien des neuen Testamentes in Erscheinung tritt. Die moralische Lehre ist schließlich und letztlich der unfehlbare Weg des zukünftigen Glückes. Denn die moralische Lehre von Christus ist niemals Gegenstand von religiösen Auseinandersetzungen gewesen. III. der von jedem die eigene innere Erneuerung fordert.1 Während die ersten vier Teile Gegenstand von Diskussionen gewesen sind. die immer und überall durch die Dogmen hervorgerufen wurden. die Prophezeiungen. auf dem alle Glaubensrichtungen zusammenkommen können. ist der letzte Teil davon unberührt geblieben. II. Im Übrigen hätten die Sekten in ihr. Sie ist das Dach. die alle Umstände des privaten und öffentlichen Lebens umfasst. dass die Mehrheit sie für die Beruhigung ihres  Hier handelt es sich um die moralische Lehre von Christus. die bei der Lektüre der Evangelien auftreten. die hochgehobene Spitze des Schleiers. die Wunder. die für die Festsetzung der Dogmen der Kirche verwendeten Wörter und V.   Alle Menschen bewundern die moralische Lehre in den Evangelien. Für die Mehrheit der Leser sind sie unverständlich. Denn die Mehrheit von ihnen hängt mehr am mystischen als am moralischen Teil. die allgemeinen Taten von Christus Leben. die moralische Lehre. der vor uns das zukünftige Leben verbirgt. IV. unter dem alle Menschen Schutz finden können. falls sie diese diskutieren würden. (Anmerkung des Herausgebers) 1 . die eigene Verurteilung gefunden. Aber Wenige kennen sie gründlich und noch weniger verstehen sie und können daraus die Folgen ziehen. so verschieden ihr Glauben auch sein mag. Sie beteuern ihre Erhabenheit und ihre Notwendigkeit. Eine solche moralische Lehre ist der Boden. Vor dieser göttlichen Lehre fügt sich die Ungläubigkeit selbst. die sprichwörtlich wurden.EINLEITUNG I ‐ ZIEL DIESES WERKES  Der Inhalt in den Evangelien kann in fünf Themengruppen eingeteilt werden: I. Dieser Teil bildet das ausschließliche Grundthema dieses Werkes. was sie davon gehört haben oder gestützt auf einige Maximen. die auf strengste Gerechtigkeit gestützt sind.

2 Aber anstatt uns an eine unmögliche. nur diese allein aus dem Text zu nehmen und aus ihr eine gesonderte Lektüre und eine Meditation zu machen. aus Mangel an Ergänzungen und Begleitumständen. Die Angabe der Nummerierungen der Kapitel und der Bibelverse erlaubt es jedoch.   Um diesen Unschicklichkeiten vorzubeugen. das Evangelium für alle zugänglich zu machen. Württembergische Bibelanstalt Stuttgart) entnommen. unter denen sie weitergegeben worden sind. genauer betrachtet.   Es wurden zwar Abhandlungen der moralischen Lehre in den Evangelien verfasst. (Anmerkung des Herausgebers)  . beiseite gelassen. die abgesondert auf den einfachsten sprichwörtlichen Ausdruck reduziert wurden und die dann nichts anderes sind als Aphorismen. welche einen Teil ihrer Bedeutung und ihrer Interesse weckenden Beschaffenheit verlieren. In den Zitaten haben wir alles bewahrt. mit Erklärungen der unverständlichen Abschnitte und mit Erörterungen all der Folgen. sowie die Unterteilung der Bibelverse. die keinen wirklichen Nutzen für solches Thema bringt. so dass möglichst die einen die Folge der anderen sind. die ihr jedoch gleichzeitig Anreiz und Echtheit verleiht. was von Nützlichkeit für die Entwicklung des Gedankens war und nur die Angelegenheiten. hier und dort zerstreut und mit der Gesamtheit der übrigen Erzählungen vermischt. Die moralische Lehre. ohne sie zu verstehen. auf die übliche Klassifizierung zurückzugreifen. haben wir in diesem Werk die Abschnitte zusammengefasst. was ohne Nutzen bleibt. Diese wäre nur eine sachliche Arbeit. die. die von sich aus nicht mehr als einen zweitrangigen nebensächlichen Nutzen hätte. Das Hauptanliegen war.16 EINLEITUNG Gewissens und aus Verpflichtung liest. bleibt unbemerkt. Es ist deswegen unmöglich. die dem Thema fremd sind. Es gibt auch Maximen. falls man es für ratsam hält. chronologische Form zu binden. eine universelle moralische Ordnung ohne Unterscheidung von Glaubensrichtungen bilden können. wurden die Maximen gruppenweise systematisch geordnet und gemäß ihrer Natur planmäßig eingeteilt. aber die Anpassung an den modernen literarischen Stil entzieht ihr die ursprüngliche Einfachheit. in Anbetracht ihrer 2 Die Bibeltexte wurden original aus der deutschen Übersetzung Martin Luthers (vom 1964. wie man die Gebete liest. Außerdem haben wir die ursprüngliche Übersetzung von Sacy gewissenhaft respektiert.

EINLEITUNG      17 Umsetzung in die verschiedensten Lebenssituationen. Sie haben die Gewissheit.  Wir könnten ohne Zweifel noch zu jedem Thema eine große Zahl von weiteren erhaltenen Mitteilungen angeben. Den Spiritismus findet man zu allen Zeiten wieder. Der Wert der Kundgaben hebt in nichts die Persönlichkeit der Medien hervor. was wir zu tun versucht haben.  3 . Wenn diese Unterweisungen einer einzigen Quelle entsprungen wären. hätten wir nur aus Eigenliebe gehandelt. Das ist es. wären sie einem persönlichen oder einem milieubedingten Einfluss erlegen. diese namentlich zu nennen. bei der es selbst nur eine passive (mechanische) Mitwirkung hat. die zahlreich aus anderen verschiedenen Städten und spiritistischen Zentren empfangen worden sind. um sein Verhalten in Einklang mit der Moral Christi zu bringen. die von den Geistern in verschiedenen Ländern durch die Vermittlung verschiedener Medien kundgegeben worden sind. die ihn ernsthaft studierten und wie man ihn später noch besser anerkennen wird.3  Jeder Mensch kann von diesem Werk Gebrauch machen. wirft er gleichzeitig ein klares Licht auf die Mysterien der Vergangenheit. die uns zur Seite stehen. Während der Spiritismus neue Horizonte für die Zukunft eröffnet. In der Mehrheit der Fälle haben wir sie auf eigenen Wunsch nicht genannt und deswegen war es nicht gerechtfertigt Ausnahmen zu machen. Überall findet man seine Spuren: in den Schriften. dass die Geister ihre Lehren überall verkünden und dass es niemanden gibt. ausgewählt unter denen. Aber wir wollten vor allem die Monotonie der zwecklosen Wiederholungen vermeiden und unsere Auswahl auf diejenigen beschränken. Außerdem hätten die Namen der Medien nicht mehr Wert zu dem Werk der Geister beigetragen. Die Spiritisten werden außerdem in ihm die Anwendung finden. Dabei beweist die Verschiedenartigkeit ihrer Ursprünge. mit der Hilfe guter Geister. Jeder kann daraus die Mittel schöpfen. der Bibel und in den Texten der kirchlichen Autoren sind oft unverständlich und viele erscheinen unsinnig aus Mangel eines Schlüssels. Dieser Schlüssel ist im Spiritismus vollständig enthalten.   Bezüglich der Medien haben wir es vermieden. die durch ihre Tiefe und ihre Form in den Rahmen dieses Werkes besonders passen. die hier keinen Platz fanden. in den verschiedenen Glaubensrichtungen und an den Denkmälern. worauf die wahren.   Als Ergänzung zu jedem Gedanken in den Textabschnitten geben wir einige Unterweisungen.   Viele Stellen der Evangelien. in der Antike und zu den verschiedensten Epochen der Menschheit. Es wäre kindisch. der diesbezüglich bevorzugt ist. wie jene sich schon überzeugt haben. dass ihre Rolle nur eine passive Rolle ist. Wenn wir sie nennen würden. der uns den wahren Sinn erschließt. ernsthaften Medien keinen Wert legen. sich als Medium mit einer intellektuellen Arbeit zu rühmen. Wir behielten jene für zukünftige Veröffentlichungen zurück.

welche die Lehre offenbart haben. dem Wort desjenigen Glauben zu schenken. Sie taucht überall auf und jeder kann daraus schöpfen. Die Unterweisungen der Geister sind wahre Stimmen des Himmels. weil jeder es verstehen wird und unablässig durch Ratschläge der geistigen Führung aufgefordert wird. Ein Mensch kann getäuscht werden und er kann sich selbst täuschen. Würde man alle Bücher verbrennen. nicht mehr ein totes Wort sein. dass die neue Offenbarung an alle Menschen durch einen schnelleren und glaubwürdigeren Weg herangetragen würde. ihr Wort zu hören.  II ‐ DAS ANSEHEN DER SPIRITISTISCHEN LEHRE UNIVERSELLE PRÜFUNG DER LEHRE DER GEISTER  Wenn die Spiritistische Lehre ausschließlich eine menschliche Anschauung wäre. Er könnte Anhänger sammeln. niemand auf dieser Welt könnte den Anspruch erheben. Außerdem kann man einen Menschen verschwinden lassen.   Gott wollte. Man kann Bücher verbrennen. wenn Millionen das Gleiche sähen und hörten. würde nichts ihre Herkunft garantieren. hätte sie als Garantie nur die Kenntnisse desjenigen. aber nicht die Geistwesen. von ihnen die Lehre erhalten zu haben. die Quelle der Spiritistischen Lehre wäre nicht weniger unversiegbar. Wenn die Geister. der sie verfasst hat. Dasselbe geschieht jedoch nicht. das in allen Nationen durch die Geister selbst gelehrt wird. aber kein ganzes Volk. sich nur einem Menschen gegenüber kundgetan hätten. Erkennt man seine absolute Aufrichtigkeit an. weil sie sich nicht auf der Erde befindet. die offenbart wurden. Er hat deshalb die Geister beauftragt. es in die Praxis umzusetzen. um die Menschen aufzuklären und sie zur Praxis des Evangeliums einzuladen. Das ist dann für jeden Einzelnen und für Alle ein Beweis. denn es wäre notwendig.18 EINLEITUNG die sie ganz besonders betrifft. alle zu vereinigen. allein für sich die unumschränkte Wahrheit zu besitzen. sich von einem Pol zum anderen zu bringen. Dank der empfangenen Mitteilungen ‐ von nun an auf eine beständige Art zwischen den Menschen und der unsichtbaren Welt ‐ wird das Evangelium. könnte er bestenfalls die Menschen in seinem Umfeld für die Lehre gewinnen. aber es würde ihm niemals gelingen. der behauptet. sich überall zu offenbaren. Wenn es auch an . Nun. ohne jemandem das ausschließliche Privileg zu geben.

allen Religionen und allen Parteien Mitteilungen durch.. damit niemand benachteiligt wird. da jeder Anleitung von seinen Angehörigen und Freunden aus der Geistigen Welt erhalten kann. anstatt diese beizulegen. selbst mit Hilfe der Druckerei. Der Spiritismus findet darin auch eine mächtige Garantie gegen die Spaltungen. ist von Glaubensrichtungen unabhängig und er wird von keiner sozialen Gesellschaftsschicht diktiert. allen Völkern. fürchtet er weder die Unwilligkeit der Menschen. Es war notwendig. den keine der bis heute erschienenen Lehren genossen hat. damit er alle Menschen zur Brüderlichkeit aufrufen kann. die eigentlich Öffentlichkeitsarbeit für den Spiritismus betreiben. weil nichts von diesen Sachen kann die Geistwesen heimsuchen.   Das ist dennoch nicht der einzige Vorteil. noch die globalen Umweltveränderungen. Dieser Vermittler seinerseits. Wenn es nur einen einzigen Vermittler gegeben hätte. die hervorgerufen werden 4  Hier ist ein Vergleich vom Standpunkt des 19. (Anmerkung des Herausgebers)  . bis sie alle Ohren erreicht hat. Der Spiritismus hat keine Nationalität.   In Wirklichkeit sind es diese Geister selbst. die alle erreichen. Wenn der Spiritismus demnach eine Wahrheit ist. Er wäre nicht von allen Nationen anerkannt. die von allen angenommen werden. der sich aus dieser außergewöhnlichen Lage ergibt.EINLEITUNG      19 Menschen fehlt.   Diese Universalität der Lehre der Geister bildet die Aussagekraft des Spiritismus und sie begründet auch seine derart schnelle Verbreitung. die aber selbst von niemandem erreicht werden können. auf. Sie nehmen Kontakt mit unzähligen Medien. noch die moralischen Umwälzungen.   Dies ist ein Vorteil. Wenn er nicht auf neutralem Boden geblieben wäre. Während die Stimme eines Menschen. um die gleichen Grundsätze zu verkünden und diese an die Unwissendsten wie auch an die Gelehrtesten zu übermitteln. Jh. hätte er Diskussionen aufrechterhalten. Er gehört zu keinem vorhandenen Kult. die von allen Seiten kommen. Geister wird es dagegen immer geben. hätte Vorurteile in vielen Menschen hervorgerufen. wäre der Spiritismus kaum bekannt.4 verschaffen sich Millionen von Stimmen gleichzeitig auf allen Punkten der Erde Gehör. Die Geister dagegen geben überall. gleich bedeutend welcher Herkunft er auch angehören würde. Jahrhunderte benötigen würde. dass es so geschieht. sosehr dieser auch privilegiert gewesen wäre. die sie verkünden.

Es wäre leichtsinnig. so   dass es nicht allen möglich ist. muss abgelehnt werden. als Einzelne von der ganzen Wahrheit Besitz zu haben. der strengen Logik und den bewiesenen Annahmen widerspricht. die vollständig entmaterialisiert sind. die . diese anzunehmen und sie als absolute Wahrheit zu verkünden. Solche sollten als persönliche Meinung von diesem oder jenem Geistwesen angesehen werden.   dass die Geister erhabenerer Entwicklungsgrade. gewisse Geheimnisse zu durchschauen. die zu wissen glauben. der man alles. Aber man weiß auch. die ihre eigenen Gedanken als Wahrheit annehmen. sei es durch den Ehrgeiz einiger. Was tun in solchen Fällen die Menschen.   dass die niederen Geister nicht mehr wissen als die Menschen und sogar weniger als manche Inkarnierte.   dass ihr Wissen entsprechend ihrem Reinheitsgrad ist. Diese Widersprüche sind sicher eine Tücke. die von irdischen Gedanken und Vorurteilen frei sind. Daraus folgt. und zunächst ohne Glaubwürdigkeit bleibt. die Einzigen sind. um ihre Utopien aufzudrängen. die sich nicht einmal selbst vertrauen? Sie übernehmen die Ansicht der Mehrheit. die ihr eigenes Urteil für den einzigen Schiedsrichter der Wahrheit halten.20 EINLEITUNG könnten. Jede erhaltene Theorie. dass die trügerischen Geister keine Skrupel haben. einen individuellen Charakter besitzt. und Systematiker. infolge der Unzulänglichkeit der Kenntnisse von gewissen Personen und der Neigung von nicht wenigen. dass alles. und schließlich. Diese Prüfung bleibt jedoch in vielen Fällen unvollständig.   dass es unter ihnen ‐ sowie unter den Menschen auch ‐ Eingebildete und Scheinweise gibt. was außerhalb der ausschließlich moralischen Lehre ist ‐ die so genannten Offenbarungen ‐ die ein jeder empfangen könnte. auch wenn sie mit einem bekannten. ehrwürdigen Namen unterzeichnet wurde. was sie aber doch nicht wissen.   Die erste Prüfung ist unbestritten die der Vernunft. was von den Geistern kommt. sich unter geliehenen Namen zu verstecken. die dem gesunden Menschenverstand. sei es durch die Widersprüche von gewissen Geistern. ausnahmslos unterwerfen muss.  Bekannterweise sind die Geister infolge ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten weit davon entfernt. sie tragen aber ein Heilmittel mit sich.

Damals wollte jedes partielle System auf seine Weise die Phänomene erklären. Siehe Für die Besessenen. wenn er unter der Herrschaft einer Besessenheit5 steht oder wenn er mit einem betrügerischen Geist verkehrt.   Das ist die Basis.  Hier handelt es sich nur um Mitteilungen hinsichtlich der eigentlichen Grundsätze der Lehre selbst und nicht um nebensächliche Interessen. (Anmerkung des Übersetzers) 5 . wenn ein Medium selbst mehrere Geister über einen zweifelhaften Gesichtspunkt befragt. dass.EINLEITUNG      21 ihnen als Maßstab dient. dass er spontan und zugleich an verschiedenen Orten auf die gleiche Art und Weise gelehrt wird. Es ist offensichtlich. Das zeigten bereits zahlreiche Beispiele. wenn wir einen Grundsatz der Lehre formulieren. Es ist aber notwendig. Die unsicherste von allen ist. dass dieses System begrenzt bleibt und angesichts der Einstimmigkeit der überall gegebenen Lehren abstürzen wird.   Die einzige ernsthafte Garantie für die Lehre der Geister ist die Übereinstimmung. Falls also ein Geistwesen ein sonderbares System formuliert. S 408 . dass diese Übereinstimmung sich unter bestimmten Bedingungen ereignet.   Die Übereinstimmung in der Lehre der Geister ist deshalb ihre beste Kontrolle. weil  Leichte Einflüsterung (Umsessenheit) bis zur vollständigen Beherrschung (Possession) eines Menschen durch ein Geistwesen. weil sie alle unter dem gleichen Einfluss stehen können. zumindest hinsichtlich der Grundstruktur. auf die wir uns stützen. die in den Ursprüngen des Spiritismus erschienen sind. zu Fall gebracht hat. die durch die Vermittlung zahlreicher untereinander fremden Medien an verschiedenen Orten festgestellt wird. dieser Geist ihm das Gleiche unter verschiedenen Namen sagen kann. Es ergibt sich ebenso keine genügende Garantie für eine Übereinstimmung der Kundgaben von Medien aus dem gleichen spiritistischen Zentrum. so kann man sicher sein. Er entspricht nicht der Wahrheit allein deswegen. Und das. die bei den spontan gegebenen Mitteilungen stattfindet. wenn nicht in der Form. die von sich aus die Kontrollmittel liefern. bevor man die Gesetze kannte. das nur auf seinen eigenen Ideen basiert und außerhalb der Wahrheit steht. die alle partiellen Systeme. welche die Beziehung der sichtbaren mit der unsichtbaren Welt lenken. wenn ein neuer Grundsatz eine Lösung bekommen muss. Die Erfahrung beweist. So soll es auch hinsichtlich der Lehre der Geistwesen sein. Diese Einstimmigkeit ist es.

wird sich jeder daran erinnern. ist. sondern weil er die Bestätigung der universellen Übereinstimmung bekommen hat. manchmal in verschleierten Worten formuliert. Was den Erfolg der formulierten Lehre in den Büchern „Das Buch der Geister“ und „Das Buch der Medien“ ausgemacht hat. Wir sagen niemandem: „Glaubt an eine solche Sache. blieben fast immer unverständlich für viele von denen. Für sich allein betrachtet. sind wir selbst in der Lage. weil er uns gelehrt wurde.   Diese universelle Überprüfung ist eine Garantie für die zukünftige Einheit des Spiritismus und sie wird alle widersprüchlichen Theorien verwerfen. weil wir sie euch sagen!“ Unsere Auffassung ist vor unseren eigenen Augen nichts anderes als eine persönliche Meinung. in der wir Mitteilungen erhalten aus etwa über Tausend seriösen spiritistischen Zentren. dass überall jeder direkt von den Geistern die Bestätigung dessen bekommen hat.   In unserer Position. eine Sache zu tun oder sie zu unterlassen. Indem wir die erhaltenen Mitteilungen aufmerksam studiert haben. Und wir halten einen Grundsatz auch nicht für wahr. Diese Offenbarungen. Allein die Übereinstimmung gibt ihnen ihre Ernsthaftigkeit. haben wir durch die ganz besondere Natur der Enthüllungen erkannt. verstreut an den verschiedensten Orten des Globus. Selbst die Unterstützung der . Deshalb wird man in der Zukunft das Kriterium der Wahrheit hier suchen. Wir sind nicht unfehlbarer als die anderen. Anweisungen im gleichen Sinn bekommen zu haben. sie als Einzige erhalten zu haben. Wenn von allen Seiten die Geister dies bestritten hätten. die Grundsätze zu erkennen. die uns in die neuen Gebiete führen wird. sowohl die aus Frankreich als auch die aus dem Ausland. und dass der Moment gekommen ist. Sie hilft uns bei der Entscheidung. Und viele andere glaubten. dass tendenziell ein neuer Weg einzuschlagen ist. Wir treten keineswegs als höchster Schiedsrichter der Wahrheit auf. Wir beobachten und studieren diese allgemeine Bewegung mit der Unterstützung unserer Geistführung. einen Schritt nach vorne zu machen. Es ist diese Beobachtung. die sie erhielten. hätten diese Bücher nach so langer Zeit das Schicksal aller fantastischen Auffassungen erlitten. die uns bis heute geführt hat und diese ist es auch.22 EINLEITUNG er mit unseren Gedanken übereinstimmt. die vielleicht richtig oder falsch sein kann. die der Spiritismus erforschen soll. was in den Büchern enthalten ist. wären sie für uns bedeutungslos. Wenn sie später nun veröffentlicht werden. in denen sich diese Übereinstimmung begründet.

Wohingegen andere Schriften selbst ohne diese Unterstützung eine nicht weniger schnelle Laufbahn gehabt haben. Was können die Argumente der Verleumder gegen die Meinung der Massen bewirken.   Nehmen wir an. ohne mit den Geistern zu rechnen. böswillige. diese Theorie noch nicht bestätigt? Was geschah mit all jenen Veröffentlichungen. würde aus dem einfachen Grunde daran scheitern. denn sie haben die Unterstützung der Geistigen Welt erhalten. dass in einer feindlichen Absicht und mit dem Vorhaben. sondern auch es ausglich. Sie bemächtigen sich seiner zum eigenen Nutzen und wollen ihn nach ihrer Art und Weise anpassen. Wer auch immer versuchen würde. Welchen Einfluss könnten diese Schriftstücke haben. Jeder hat sich auf sich selbst verlassen. dass die Geister durch die . deren Bereitwilligkeit nicht nur über das Übelwollen des Menschen hinausging. ohne Zweifel einer der wichtigsten ist. die angeblich den Spiritismus zunichte machen sollten? Welche von ihnen hat seine Entwicklung aufgehalten? Bis jetzt hat man diese Fragen unter diesem Gesichtspunkt nicht betrachtet. unechte Kundgaben hervorgebracht werden würden.   Der Grundsatz der Übereinstimmung ist weiterhin noch eine Garantie gegen Veränderungen. in dieser Hinsicht. Von dem System eines Einzelnen hin zu dem System einer ganzen Gemeinschaft besteht die gleiche Entfernung wie von der Einheit hin zu dem Unendlichen. wenn diese von Millionen befreundeter Stimmen aus dem All und von allen Seiten des Universums kommen und im Schoße der Familie jene ersten Argumente entkräften würden?   Hat die Erfahrung. deren man sich vergewissern soll. die Lehre in Verruf zu bringen. den es zu betrachten gilt. wenn sie von allen Seiten durch andere Geistwesen widerlegt wären? Es ist die Zustimmung dieser Letzteren. obwohl er hier. So wird es mit allen von den Geistern oder von den Menschen hinterlassenen Gedanken geschehen. diktieren möchten. welche dieser Prüfung nicht standhalten können. deren Beweiskraft niemand bestreiten kann.EINLEITUNG      23 Druckpresse hätte jene nicht vor dem Schiffbruch gerettet. Nehmen wir sogar an. in verkehrtem Sinn. welche die Sekten dem Spiritismus aufzwingen möchten. dass einige Geistwesen ein Buch mit einem beliebigen Titel. bevor man ein System in ihrem Namen herausbringt. ihn von seinem von der Vorsehung bestimmten Ziel abzulenken.

24 EINLEITUNG Universalität ihrer Lehre jede Veränderung zu Fall bringen werden. Es ist diese Bestätigung. auf die man warten muss. sofern die Intelligenz fähig ist. Es ist offenkundig. die sich von der Wahrheit entfernt.   Es besteht die Notwendigkeit. eine kleine örtliche und vorübergehende Unruhe verursachen könnte. Es wäre daher überflüssig. müssen sie aber in jedem Fall bestätigt werden. dass jeder. unter denen sich die Geister äußern. antworten auf alles. dass die Lehren durch die Geister über die noch nicht aufgeklärten Punkte der Spiritistischen Lehre kein Gesetz werden würden. bevor ein Grundsatz als universelle Wahrheit eingeführt wird. bevor sie ausgereift sind. wenn man nicht des Leichtsinns oder der unüberlegten Leichtgläubigkeit beschuldigt werden möchte. Die leichtsinnigen Geister jedoch. ist es wichtig. die Wahrheit von einer erhabenen Rangordnung zu verstehen und. die sich um die Wahrheit wenig kümmern.   Es geht weiter daraus hervor. aber nie die Gesamtheit beherrschen würde. der sich gegen die Strömung der wohlbegründeten und anerkannten Ideen stellen möchte. sondern die forcierte Folge der Bedingungen. wenn ein Geist etwas aus einer Richtung sagt.   Daraus geht eine wesentliche Wahrheit hervor.   Die erhabenen Geister gehen in ihren Offenbarungen mit äußerster Weisheit vor. Daher dürfen sie vorerst nur unter größtem Vorbehalt als Informationen angenommen werden. der von der Vorsehung festgelegten Zeit für jede Sache zuvorkommen zu wollen.   Die oben genannten Grundsätze sind nicht das Ergebnis einer persönlichen Theorie. Sie behandeln die großen Fragen der Lehre stufenweise. Und falls man glaubt. sie nur als persönliche Meinung darzustellen. denn die wirklich ernsten Geister würden sich im positiven Sinne weigern zu helfen. neue Gedanken hervorzubringen. wenn die Umstände günstig sind. sie veröffentlichen zu müssen. . Deshalb gibt es auf alle verfrühten Fragen immer widersprüchliche Antworten. Sie geben niemals der Ungeduld der drängenden Menschen nach. Deshalb haben sie nicht alles von Anfang an gesagt und tun dies bis heute auch noch nicht. bei der Veröffentlichung von diesen äußerst umsichtig zu sein. Selbst wenn diese mehr oder weniger wahrscheinlich sind. welche die Früchte ernten möchten. während Millionen von Geistern anderswo das Gegenteil behaupten. weder in der Gegenwart und noch weniger in der Zukunft. solange sie isoliert blieben.

Es wird auch kein Geist sein. alle Ansprüche individueller Überlegenheit zerbrechen.EINLEITUNG      25 dass wahrscheinlich nicht derjenige die Wahrheit für sich beanspruchen kann. weder wir noch irgendein anderer. dass er von Anfang an alle Meinungen vereinigt. Die wirklich weisen Geister beantworten eine Frage niemals auf eine endgültige Weise. deshalb ließ Er nicht zu. der die Reinheit der Spiritistischen Lehre begründen wird.   So groß. Die daraus entstehenden Konflikte sind unvermeidliche Folgen der Bewegung. Alle individuellen Ansprüche werden zwangsläufig gegenüber dem aussagekräftigsten Prüfstein der universellen Prüfung zu Fall gebracht. die es verdient. Und es ist auch notwendig. Darin liegt der wesentliche Charakter der Spiritistischen Lehre. aller Ehrgeiz. dass sie dieses Thema nur aus ihrer Sichtweise heraus behandeln. Es wird kein Mensch sein. Sie sind sogar notwendig. Was vermag die Meinung eines Menschen oder eines Geistes vor dieser gewaltigen Übereinstimmung aller . die Gegensätze zum Schweigen bringen und Recht oder Unrecht der Person geben. sondern der einmütigen Stimme der Geister. die sich im Auftrag Gottes überall auf der Erde mitteilen werden. Sie erklären. weder Sekten noch Nationen kennt. schön und gerecht ein Gedanke auch sei. Jene Spiritisten. der gegen wen auch immer sich durchzusetzen versucht.   Vor so einem mächtigen Gerichtshof. wenn wir diese höchste Ordnung durch unsere eigene Anschauung ersetzen wollten. die sich ereignet. dass nur ein Einziger gegenüber allen anderen Recht hat. dass Sein Gesetz auf eine unerschütterliche Basis gesetzt wird. dass es nur auf dem schwachen Haupt eines Einzelnen ruht. auf die Bestätigung zu warten. damit die falschen Gedanken sehr schnell geklärt werden. wenn sie sich über diese Frage nicht ausreichend aufgeklärt fühlen. der weder Gesellschaftsklatsch noch eifersüchtige Rivalitäten. die irgendeine Furcht davor haben. Es wäre also unlogisch zu behaupten. der allein oder fast allein mit dieser Meinung da steht. Gott wollte. um die Wahrheit besser hervortreten zu lassen. Wir würden uns selbst zerstören. Darin liegen ihre Aussagekraft und ihr Ansehen. und sie raten dazu. Es wird die Übereinstimmung der Geister sein. dass sie am Anfang stattfinden. ebenso von der Seite eines Geistes wie von der Seite eines Menschen.   Man schließt sich nicht der Meinung eines Menschen an. es ist unmöglich. Er allein wird alle strittigen Fragen lösen. werden alle Gegensätze. sollen deshalb beruhigt sein.

in welche Richtung sich die Mehrheit der Geister äußert. Denn bis dahin werden mächtige Stimmen die Mission bekommen. welches der beiden entgegengesetzten Systeme die Oberhand gewinnen wird. dann hat sie ihr relatives Gewicht auf der Waage.  III ‐ HISTORISCHE NACHRICHTEN    Um bestimmte Abschnitte der Evangelien gut verstehen zu können. in welche Richtung sich die allgemeine Meinung bewegt. Dieses Jahrhundert wird nun nicht vergehen.   Diese harmonische Gesamtheit nimmt bereits Gestalt an. Sie entsteht aus allen einzelnen Meinungen.   Diese Wörter haben für uns heute nicht mehr denselben Sinn. der sich im Ozean verliert. sich Gehör zu verschaffen. Dies stellt einen neuen Rückschlag für den menschlichen Stolz dar. Bei diesem unermesslichen Zusammenwirken verschwinden die Individualitäten. um die Menschen unter der gleichen Flagge zu vereinigen. vom Sturm verschlungen. Oft wurden sie anders gedeutet und verursachten deswegen Unsicherheit.  Die universelle Meinung ist wohl der höchste Richter. welche die jüdische Gesellschaft von damals bezeichnen. Das setzt ein sicheres Zeichen dafür. weniger noch als die Stimme eines Kindes.26 EINLEITUNG Stimmen des Himmels? Weniger als ein Wassertropfen. ist es notwendig. bevor es in seinem ganzen Glanz erstrahlt. kennen zu lernen. Unterdessen kann derjenige. kann sie nicht alle anderen übertreffen. die alle Ungewissheit auflöst. Wenn eine von ihnen wahr ist.    . die Bedeutung von vielen dort oft verwendeten Begriffen. sobald das Feld ausreichend gepflügt ist. auf eine Weise. die sich über verschiedene Orte hinweg kundgeben. Das Verstehen ihrer ursprünglichen Bedeutung klärt hingegen den wahren Sinn von bestimmten Maximen. der in der letzten Instanz spricht. die uns auf den ersten Blick fremd erscheinen. der zwischen zwei entgegengesetzten Systemen schwankt. Das ist ein sicheres Anzeichen dafür. Und wenn eine falsch ist. beobachten.

Chr. verflucht und verfolgt. Seit der Spaltung herrschte eine tiefe Abneigung zwischen ihnen. Ketzer. Die Samariter erkannten nur den Pentateuch7 mit den Gesetzen Moses an und lehnten alle anderen ihm später zugefügten Bücher ab. Sie waren so gesehen die Protestanten ihrer Zeit. der Große. (Anmerkung des Herausgebers) 7  Die 5 Bücher Mose. Er gab ihr den Namen „Augusta“. Damit wurde die Spaltung zwischen den Stämmen noch tiefer. versah sie mit prächtigen Denkmälern. Samuel und Nach dem Tod Salomons (ca.). Samson. Ihre Bücher wurden in sehr alten hebräischen Zeichen geschrieben. Herodes. die jede gegenseitige Beziehung verhinderte. Sie befolgen das Gesetz Moses noch strenger als die anderen Juden und verbinden sich nur unter sich. In den Augen der orthodoxen Juden waren sie Häretiker8 und wurden deswegen verachtet. (Anmerkung des Herausgebers) 9  Länder um das östliche Mittelmeer bis zum Euphrat und Nil. im Griechischen „Sébaste“. die hebräische Thora. wurde sie unter den Römern zur wichtigsten Stadt Samarias. Syriens und Ägyptens. so dass sie in der Zeit von religiösen Festen nicht mehr nach Jerusalem gehen mussten. in vollkommener Reinheit zu leben. bestand die Feindseligkeit zwischen den beiden Nationen allein aufgrund der unterschiedlichen religiösen Auffassungen. besonders im Naplouse und Jaffa9. 922 v.) Enthaltsamkeit gegenüber Genüssen (zum Beispiel alkoholischen Getränken).EINLEITUNG      27 Die Samariter ‐ Nach der Spaltung der zehn Stämme wurde Samaria die Hauptstadt des andersgläubigen Reiches von Israel.   Noch heute leben Samariter in einigen Gebieten von Levante. Vertreter einer Häresie. (Anmerkung des Herausgebers) 8  (gr. (Anmerkung des Übersetzers) 6 . um Augustus zu gefallen. (Anmerkung des Herausgebers) 10  Sexuelle Enthaltsamkeit. (Anmerkung des Übersetzers) 11 (lat.) wurde das Königreich Israel in zwölf Stämme aufgeteilt: Zehn Stämme im Norden wurden zum Königreich Israel und zwei Stämme im Süden wurden zum Königreich Juda. Die Samariter bauten einen eigenen Tempel und unternahmen gewisse Reformen. Sie pflegten die Keuschheit10.6 Mehrere Male zerstört und wieder aufgebaut. die Abstinenz11 von alkoholischen Getränken und trugen lange Haare. insbesondere die Küsten Kleinasiens. die das vorübergehende oder ewige Gelübde ablegten.    Die Nazaräer ‐ So wurden nach dem alten Gesetz die Juden genannt. eine der vier Teilungen Palästinas.   Die Samariter lebten fast immer im Krieg mit den Königen von Juda. Obwohl ihr Glaube denselben Ursprung hatte.

 (Anmerkung des Herausgebers) 12 . Diese Sekte ist im vierten Jahrhundert (n. aber sie wurden aufgrund ihrer Tätigkeit verachtet. Man pflegt zu sagen: „Gierig wie ein Zöllner”. die es noch heute in manchen Gebieten gibt. da die Juden die Steuereinnahme als gesetzwidrig betrachteten. Unter ihnen konnte man gute Menschen finden.   Dies war auch der Name einer häretischen Sekte am Anfang der ersten Jahrhunderte der christlichen Zeit. Diese Reichtümer waren für manchen häufig der Ertrag überzogener Forderungen und skandalöser Gewinne. welche die öffentlichen Gebühren einnahmen. um Finanzsachverständige und weniger seriöse Handelsleute zu bezeichnen. um einen Reichtum von unredlicher Herkunft zu benennen. welche die öffentlichen Gelder verwalteten und auf deren untergeordnete Mitarbeiter. Sie erkannte einige Prinzipien der Ebioniten12 an und vermischte die Bräuche des Moses mit den christlichen Glaubenssätzen. Jahrhunderts. in Andeutung des Jesus von Nazareth.   Von allen römischen Ausbeutungen war es die Steuer. Sie waren beauftragt. sie einzutreiben. denen sie sich aussetzten.28 EINLEITUNG Johannes der Täufer waren Nazaräer. verschloss die Regierung die Augen vor den oft von ihnen angehäuften Reichtümern. die sie allen Arten von Zöllnern entgegenbrachten. (Anmerkung des Übersetzers) 13  Frankreich des 19. = die Armen).    Die Zöllner ‐ So wurden im alten Rom die Männer bezeichnet. Der Name Zöllner wurde später auf alle angewandt. sei es in Rom oder in anderen Gebieten des Römischen Reiches. Und auch diejenigen. Steuern und alle Arten von Pacht einzutreiben. Daher rührte die Abneigung. Das jüdische Volk verabscheute die Steuer und folglich alle diejenigen. „reich wie ein Zöllner”. welche die Juden am schwersten traf und am meisten irritierte. die beauftragt waren. Aufgrund der Gefahren. Sie waren den Pacht‐ und Steuereintreibern im alten Frankreich ähnlich. Chr. Die ersten Christen wurden später Nazarener genannt. Man machte daraus eine religiöse Frage. Eine machtvolle Partei gegen die Steuereintreibung wurde deswegen gebildet und hatte als Vorsteher einen Mann namens Judas der Gauloniter. Heute13 benutzt man dieses Wort in verächtlichem Sinne.) verschwunden. wurden mit demselben  (hebr. die mit ihnen verkehrten. Sie löste mehrere Aufstände aus. judenchristliche Sekte. die am alttestamentlichen Gesetz festhält.

Trennung. erfüllt . Darüber hinaus bildeten sich unterschiedliche Sekten. Ihr Ursprung geht auf das Jahr 180 bis 200 v. so dass sie die alte Macht wiedererlangten bis zum Untergang von Jerusalem im Jahre 70 n. Das ist der Grund. Die Tradition prägte einen wichtigen Bestandteil der jüdischen Theologie. Sie folgten den äußerlichen Handlungen der Kulte und der Zeremonien. In dieser Zeit verschwand ihr Name im Zuge der Judenzerstreuung. die Spielraum für unendliche Auseinandersetzungen boten. an der gelehrt wurde. Sie wurden genauso verurteilt wie die Zöllner im Allgemeinen. Ihre Tätigkeit entsprach ungefähr der der Zollbeamten und Schrankenkassierer. Chr. Die hochrangigen Juden hielten es für bloßstellend. Sie bestand aus einer Auswahl von aufeinander folgenden Auslegungen. mit ihnen Beziehungen zu pflegen. Es war ein Ausdruck von Verachtung.    Die Pharisäer ‐ Der Name stammt aus dem hebräischen Wort „parasch” und bedeutet Spaltung. Chr. König von Syrien. Ihr Führer hieß Hillel. ein in Babylon geborener jüdischer Schriftgelehrter und Gründer einer berühmten Schule.   Unter diesen Sekten waren die Pharisäer die einflussreichste. Unter den Gesetzesgelehrten kamen Themen auf. Letzterer allerdings gab ihnen Auszeichnungen und Güter zurück. Die Pharisäer litten in unterschiedlichen Zeiten unter Verfolgungen.    Die Brückenzöllner ‐ Sie waren die Steuereinnehmer auf niederer Position und hauptsächlich mit der Gebührenerhebung für das Einreiserecht in die Städte beauftragt. besonders unter Hircanus. von denen jede für sich das alleinige Wahrheitsrecht beanspruchte und die sich des Öfteren somit gegenseitig nicht ausstehen konnten. in der Art und Weise von theologischen Wortwechseln und mit der Spitzfindigkeit der Scholastik des Mittelalters. warum oft in den Evangelien das Wort Zöllner mit dem Ausdruck „Mensch mit verkehrtem Leben” gleichgestellt wurde. dass der Glaube nur auf den Schriften beruhe. unter Aristobulus und Alexander. ein Synonym auch für „schlechte Gesellschaft” oder für Menschen. oft über einfache Fragen bezüglich Wörter oder Formen. die dogmatisch über den Sinn der Schriften aufgefasst wurden.EINLEITUNG      29 Verdammungsurteil belegt. zurück. ein Hohepriester und König der Juden. die es nicht wert sind in würdiger Gesellschaft zu sein.   Sie nahmen mit Eifer an den religiösen Auseinandersetzungen teil.

die töten14. Korinther III. Dort wurden auch Lesungen aus den heiligen Büchern durchgeführt und 14  2. an die Vorsehung. der vor allem die Einfachheit und die Tugenden der Seele pflegte. in dem die großen Kultzeremonien zelebriert wurden. widmete sich während seiner Mission auch der Entlarvung ihrer Heuchelei. und bevorzugte den Geist. die das Gesetz Moses lehrten und es dem Volk auslegten. Auferstehung und Reinkarnation. anstatt der Buchstaben.30 EINLEITUNG von einem inbrünstigen Eifer zum Proselytismus.    Die Schriftgelehrten ‐ So wurden anfänglich die Sekretäre der Könige in Juda und Anführer des jüdischen Heeres genannt. Die Religion war für sie mehr ein Machtmittel als ein ernsthafter Glaube. den Schriftgelehrten oder den Gesetzeslehrern. an die Ewigkeit der Sünden und an die Auferstehung der Toten zu glauben (Kap IV. Das waren Gebäude. Sie pflegten mehr den Anschein als die Tugend. viel Stolz und vor allem eine unersättliche Machtgier. Abs. in denen die Juden sich am Sabbat versammelten. Zu diesen Gelegenheiten reiste auch Jesus oft an. (Anmerkung des Herausgebers) . Die anderen Städte hatten keine Tempel. Sie trugen außerdem unter großer Strenge ihre Prinzipien zur Schau und waren Gegner von Neuerungen. S. Jesus.   Sie glaubten oder gaben zumindest an.    Die Synagoge ‐ (aus dem Griechischen „synagogê”: Versammlung. So war ihre Macht in Jerusalem sehr groß. Die Juden pilgerten jedes Jahr dorthin zu den wichtigsten Feierlichkeiten wie dem Pascha‐. Aber unter dem Schein einer strengen Frömmigkeit verbargen sie ausschweifende Bräuche. Dankes‐ und Laubhüttenfest. Trotzdem übten sie einen großen Einfluss auf das Volk aus. um ihre öffentlichen Gebete unter der Leitung von den Ältesten. den des Salomo in Jerusalem. Deswegen mahnte Jesus sie mit denselben Worten wie die Pharisäer. Er schaffte sich damit hartnäckige Feinde. unter dessen Augen sie als Heilige erschienen. an die Unsterblichkeit der Seele. Kongregation) Es gab in Judäa nur einen einzigen Tempel. 4. Sie hatten dieselbe Glaubensrichtung wie die Pharisäer. deren Prinzipien und deren Abneigung gegen Reformer sie teilten. dafür aber Synagogen. 6. Später bezeichnet dieser Name die Schriftgelehrten. auszusprechen. Aus diesem Grunde verbündeten sie sich mit den Priestern. 75). um das Volk gegen Jesus aufzuhetzen und ihn zum Tode zu führen. der lebendig macht.

benannt nach Zadok.15 Sie waren eine Sekte mit wenigen Mitgliedern. Sie nahmen weder die Tradition noch irgendeine Auslegung an. nach der jede Erkenntnis nur auf Sinneswahrnehmung beruht u. Sie bildeten eine politische Partei gegenüber den Pharisäern. Ihre Schriften beschränkten sich auf den Text des Alten Gesetzes.    Die Sadduzäer ‐ Waren eine jüdische Sekte. Sie waren offensichtlich die Materialisten. Sie dienten Gott aufgrund eines von ihnen erwarteten vergänglichen Lohnes. formierte sich eine gewisse moralische und religiöse Gemeinschaft. Sie lebten im Zölibat. die in einer Art Kloster wohnten. noch an die guten und schlechten Engel. aber unter ihnen befanden sich wichtige Persönlichkeiten.    Die Essener – Sie waren eine jüdische. in den Synagogen am Sabbat lehren. Mit dieser Auffassung sahen sie in der Befriedigung ihrer Sinne. noch an die Auferstehung. nach der das menschliche Bewusstsein von der objektiven Realität (Materie) abhängig ist u.EINLEITUNG      31 erläutert. selbst ohne Priester zu sein. eine Verknüpfung von Sinneseindrücken ist. die sich um das Jahr 248 v. Chr. Jeder Jude konnte an diesen Versammlungen teilnehmen. von ihr bestimmt wird ‐ Deifikation: Vergottung eines Menschen oder einer Sache ‐ Sensualismus: Lehre. (Anmerkung des Übersetzers) . Indessen glaubten sie an Gott. ihrem Begründer. Chr. lehnten die Sklaverei und den Krieg ab. in denen die Juden wohnten. erwarteten aber nichts nach dem Tode. Die Sadduzäer glaubten weder an die Unsterblichkeit der Seele. lebten in Gütergemeinschaft und widmeten sich dem Ackerbau. Für sie beschränkte sich die göttliche Vorsehung auf das. Sie zeichneten sich durch ihre sanften Bräuche und streng ausgeübten Tugenden aus. das wesentliche Ziel ihres Lebens.   Nach der Zerstörung Jerusalems und der Judenverfolgung dienten die Synagogen in den Städten. gegründete Sekte. die Unsterblichkeit der Seele und glaubten an die Auferstehung. als Tempel für die Zeremonien. die Deisten und die Sensualisten von damals. Im Gegensatz zu 15 Materialismus: Die Lehre. deswegen konnte Jesus. Unter ihren Mitgliedern. zurzeit der Makkabäer circa 150 v. gebildet hat. lehrten die Gottes‐ und Nächstenliebe. Sie stellten die guten Werke und die reine und einfache Ausübung des Gesetzes höher als alle äußerlichen Ausübungen von Kulten.

welche die Unsterblichkeit der Seele ablehnten und zu den Pharisäern mit ihren äußerlichen und oberflächlichen Taten von nur scheinbaren Tugenden. Es trägt außerdem in sich selbst den Beweis seiner modernen Entstehung. Alles. Es diente allein zur Unterstützung einer Meinung. es gibt aber keinen Beweis seiner Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft. stellten die Therapeuten offensichtlich ein Bild von den Gemeinsamkeiten zwischen dem Judentum und dem Christentum dar. Ihre Essgewohnheiten waren sehr genügsam. sprach als erster von den Therapeuten und hielt sie für eine aus dem Judentum stammende Sekte. dass Jesus vor seinem öffentlichen Auftritt zu ihrer Gemeinschaft gehörte. die jene zwei Sekten veranstalteten. was darüber geschrieben wurde. ein jüdischer Philosoph aus der Schule Platons in Alexandria. aus thérapeueïn = dienen. d. Zeitgenossen Christi. nahmen die Essener an den Diskussionen nicht teil.  IV ‐ SOKRATES UND PLATON. Diener Gottes oder Heiler) Sie waren jüdische Sektierer. beruht also nur auf einer Annahme16. Eusebius. seine Lehre sei aus ihrer entstanden oder falls er in einer anderen Umgebung gelebt hätte. deren Prinzipien sie annahmen und ausübten. alle Tugenden zu praktizieren. Sie ähnelten in ihrer Art den Essenern. VORLÄUFER DER CHRISTLICHEN IDEE UND DES SPIRITISMUS    Von der Tatsache ausgehend. diese wären Christen. h.  16 . wäre es ein Irrtum daraus zu schließen. dass Jesus die Sekte der Essener kannte.    Die Therapeuten ‐ (griechisch thérapeutaï. Sie bildeten einen der ersten religiösen Orden. der Heilige Hieronymus und andere Kirchenväter dachten. er andere Prinzipien  Das Buch „Der Tod Jesu” angeblich von einem Essener geschrieben. Sicherlich hat Jesus sie kennen gelernt. pflegen. ist ein rein apokryphes Werk. Wie die Essener bemühten sie sich. die sich hauptsächlich in der Stadt Alexandria in Ägypten niedergelassen hatten. ähnlich wie die Essener. sie lebten im Zölibat und hatten ein kontemplatives und einsames Leben. Philon.32 EINLEITUNG den sinnlichen Sadduzäern. Ihre Art zu leben war die der ersten Christen sehr ähnlich und ihre moralischen Prinzipien führten manche Menschen zu der Überzeugung. Ob Juden oder Christen.

Diejenigen. sie zu leiten und diese zu vervollständigen. Göttlichkeit) nicht besaßen. So wie wir die Lehre Jesu nur durch die Schriften seiner Jünger kennen. (Anmerkung des Herausgebers) .   Sokrates hat. das schon viele Jahrhunderte vor Jesus und den Essenern im Keim existierte und dem als Vorläufer Sokrates und Platon dienten. das Volk mit seiner Lehre zu verderben. wie auch Jesus. möchten wir erwähnen. wurde auch Sokrates von den „Pharisäern” seiner Zeit ‐ es gab sie in jeder Zeit ‐ verurteilt. In gleicher Weise wie Jesus von den Pharisäern schuldig gesprochen wurde. Mit anderen Worten. Die Größe der Aufgabe von Christus wird damit nicht vermindert. Wir halten es für nützlich. der Unsterblichkeit der Seele und dem zukünftigen Leben verurteilt. findet sie den bereitwilligen Geist. Der Mensch ist an einer Stelle angelangt. er bekämpfte die religiösen Vorurteile. es gäbe keinen Vergleich zwischen der Lehre eines Heiden und der des Jesus. Wenn die Zeit reif ist. die diesen Vergleich als eine Entweihung ansehen und denken. so kennen wir auch die Lehre Sokrates nur durch die Bücher seines Jüngers Platon. So wie Christus starb auch Sokrates als Verbrecher. Er wurde wegen seiner Behauptungen von einem einzigen Gott. das niemand auszulöschen vermag. die den Glauben an einen einzigen Gott (od. die zerstreuten Elemente zusammenzufügen. an der das Licht von allein unter dem Scheffel leuchtet. die auf der Grundlage der Wahrheit entstehen. Denn er kritisierte den bestehenden Glauben und stellte die wahre Tugend über die Heuchelei und den Schein der Formen. als ein Opfer des Fanatismus. wenn man sie mit der von Sokrates vergleicht. Die großen Ideen entstehen nicht plötzlich. nichts geschrieben. Die Ideen werden dann in einer logischen Lehre vereinigt.17 Die Lehre Jesu ist vollständiger und reiner als die von Sokrates. sendet Gott einen Menschen mit der Mission. die Schwerpunkte seiner Lehre hier zusammenzufassen. Auf diese Weise. 17  Heidentum (Paganismus): Die Menschen. die teilweise den Weg ebnen. dass die Lehre von Sokrates keine heidnische Lehre war. So geschah es mit dem christlichen Gedankengut. Er ist jetzt reif genug.   Zu den Menschen. wenn jene Idee allmählich erscheint.EINLEITUNG      33 verkündet hätte. Sie verliert nicht an Wert. der sie akzeptiert. das Heidentum zu bekämpfen. denn sie hatte auch die Absicht. um ihre Übereinstimmung mit den Prinzipien des Christentums darzustellen. haben immer Vorläufer. Außerdem handelt es sich um ein historisches Geschehen.

die unbestimmte Intuition. existiert sie verbunden mit einer ursprünglichen Musterform.   Diese Bemerkungen werden außerdem beweisen. 246c. (Anmerkung des Herausgebers) 20  Platons Phaidros. Jedoch ist es umso gravierender für diejenigen. II und V. inkarniert. Sie trennt sich von dieser. um sich zu inkarnieren Die philosophischen Texte des folgenden Abschnittes wurden von Kardec aus den Werken Platons übersetzt und zusammengefasst. falls Sokrates und Platon die christlichen Ideen vorausahnten. Erstes Buch. die Gegebenheiten umfassend und von oben zu untersuchen und nicht mehr durch die kleinliche Sichtweise und die engen Interessen einer Sekte und einer Klasse. Des Weiteren ist die „Präexistenz“ unsere letzte Inkarnation und das Leben besteht aus mehreren (Re‐)Inkarnationen. (Anmerkung des Herausgebers) 19  Platons Phaidros. IV und „Das Buch der Geister“. Kap. Kap. mit der des Guten und der Schönheit. Die Zeit ist gekommen. dass.19 Bevor sie inkarniert. sich in ihren Gedanken auch genauso die wesentlichen Prinzipien des Spiritismus befanden. Wir erhielten die Erlaubnis der „Allan Kardec Educational Society“ aus Philadelphia.21 Andererseits listet dieser Ausschnitt auf: die Lehre der Präexistenz22 der Seele. In der Originalversion des „LʹÉvangile selon le Spiritisme“ wurde auf die griechischen Werke nicht verwiesen. welche die Augen nicht öffnen möchten. die Lehre des Weiterlebens der Seele nach dem Tode. zu ihr zurückzukehren. und Dialog in Phaidon 71c‐72d. ihr Übergang aus der geistigen Welt. nämlich mit der Idee der Wahrheit. (Anmerkung des Herausgebers) 21  Siehe „Das Buch der Medien“. welche die Seele aus einer von ihr ersehnten anderen Welt bewahrt. (Anmerkung des Herausgebers) 22  Hierzu bedeutet im spiritistischen Sinne unsere „Existenz“ jede „Inkarnation“ des Geistes in der Materie.  (Anmerkung des Herausgebers) 18 . aus einem ewigen Seelenleben. erinnert sich ihrer Vergangenheit und quält sich mehr oder weniger mit dem Wunsch.    ÜBERBLICK ÜBER DIE LEHRE SOKRATES UND PLATONS18 I ‐ Der Mensch ist eine inkarnierte Seele. 250a.20  Deutlicher kann man den Unterschied und die Unabhängigkeit zwischen dem intelligenten und dem materiellen Prinzip nicht ausdrücken.34 EINLEITUNG das Licht von vorne zu betrachten. ihre Recherchearbeit zu diesen Verweisen bei ihrer englischen Übersetzung „The Gospel – Explained by the Spiritist Doctrine“ aus dem Jahr 2000 für die deutsche Übersetzung zu gebrauchen.

Das ist der Grund. als ob sie berauscht wäre. wenn sie sich des Körpers bedient. um mit den Geistigen Augen sehen zu können. (siehe Kap. Wenn wir vom Irrsinn des Körpers befreit werden. solange sie es kann. denn sie steht in Verbindung mit dem Unveränderlichen. h. öfters bei der Anwendung unseres freien Willens fallen. Hier ist schließlich der Ursprung der Lehre der gefallenen Engel zu finden. Wenn es aber nicht möglich ist. h.EINLEITUNG      35 und ihre Rückkehr in dieselbe Welt nach dem Tode. Derjenige. richtet sie sich auf das. II. tausende Hirngespinste und Banalitäten. Wenn sie andernfalls ihr Wesen selbst betrachtet. Man muss sie von oben betrachten. um sie genau zu durchschauen. (Anmerkung des Herausgebers) . ewig und unsterblich ist. (Anmerkung des Herausgebers) 24  Platons Phaidon. d. die wir haben. Die Sichtweise. Sie wurde jedoch mystifiziert (der Gefallene Engel) und geändert. Da sie diese Natur besitzt. die Begierde. wenn er die Sachen voreilig von der materiellen Sicht aus betrachtet. nämlich die Wahrheit. solange die Seele mit dem Körper verbunden ist. 58) III ‐ Solange wir unseren Körper haben und die Seele in dieses Verderbnis eingetaucht ist. besonders im Mittelalter. 5. S.24  Der Mensch täuscht sich dann selbst. Diesen Zustand der Seele nennt man dann den Zustand der Weisheit. Außerdem weckt er in uns das Verlangen. Das lehrt auch der Spiritismus. Abs. obwohl wir die Reinheit Gottes in uns besitzen. 23   II ‐ Die Seele kann sich verirren und betrübt sein. d. Es ist uns unmöglich. In der Tat erweckt der Körper tausende Hindernisse in uns bedingt durch die Sorgen. 79c‐d. um manche Sachen zu betrachten. was rein. aus dem spirituellen Gesichtspunkt. werden wir nie das Objekt unserer Wünsche besitzen. wie es zu erwarten ist. Sie kommt in Schwindel. dass wir immer wieder Fehltritte machen. mit gleichfalls freien Menschen reden und von uns aus selbst das Wesen der Sachen erkennen. etwas mit Reinheit zu erfahren. Ihre Irrläufe finden dann ein Ende. dann werden wir. weil sie sich an Sachen bindet. haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder werden wir die Wahrheit nie kennen lernen oder sie nach dem Tode begreifen. die von Natur aus veränderlich sind. mit ihm weise zu sein. bleibt sie an diesen Zustand gebunden. die Ängste. der die wahre Weisheit besitzt. warum die wahren Philosophen sich im Tode üben und der Tod 23  Der Ursprung dieser Lehre geht auf den Glauben zurück. muss Körper von Seele trennen.

in diesen Gegenden zu wandeln. I)  Hier wird das Prinzip der Fähigkeiten der Seele gezeigt. S. Sie irrt herum.26  Nicht nur das Prinzip der Reinkarnation27 wird hier deutlich dargestellt. (Anmerkung des Übersetzers) . bis die innewohnende Begierde der von ihnen angenommenen materiellen Prägung. Der Spiritismus sagt nichts anderes aus. in diesem Zustand. dass die menschlichen Augen sie bemerken können. dazu kirchlich: Invokation. 67b und 67e. sondern auch der Zustand der von der Materie beeinflussten Seele. In dem vorherigen Abschnitt wird ferner die Reinkarnation in einen materiellen Körper als eine Folge der Unvollkommenheit der Seele betrachtet. die den Körper verlassen haben. 1. 66b‐c. wie die Bilder der Seelen sein sollen. wenn es inkarniert. (Anmerkung des Herausgebers) 27  Wiedergeburt der Seele. Sie bewahren noch irgendetwas der materiellen Form. an denen schon fürchterliche Gespenster gesehen wurden. 81d‐e. Das Prinzip der Befreiung gilt für die schon geläuterten Seelen. II und 2. wie der Spiritismus bei der Evokation28 der Geistwesen erläutert. 66e. (Anmerkung des Herausgebers) Platons Phaidon. (Anmerkung des Übersetzers) 28  Hervorrufen. Er fügt noch etwas hinzu: Ein Geistwesen. ohne vollkommen rein zu sein. ist betrübt und weiterhin auf die sichtbare Welt bezogen aus Furcht vor dem Unsichtbaren und Unstofflichen. 63. III. die gezwungen sind. Kap. weniger Fehler. Teil. Somit verzeichnet jede Existenz eine 25 26  Platons Phaidon. Diese sind nicht die Seelen der guten.36 EINLEITUNG ihnen keinesfalls schrecklich erscheint. mehr Tugenden und intuitive Ideen als er in seiner vergangenen Existenz besaß mit. Kap. bringt. (Anmerkung des Übersetzers) 29  Geistige Wanderung. die während ihres ersten Lebens das Objekt ihres Verlangens waren. was es möglich macht. Sie sehen so aus. sie zu einem neuen Körper zurückführt. wo sie mit sich die Strafe des ersten Lebens mitschleppen und wo sie weit wandeln. Teil. Es gilt nicht für die unreinen Seelen. das in der Erraticität29 gute Vorsätze und Erkenntnisse erworben hat. 2. so sagt man. während die geläuterten Seelen davon befreit sind. Abs. ‐ siehe Kap. sondern der leidenden Menschen. die durch die körperlichen Organe vernebelt sind und die sich nach dem Tode entfalten. um die Denkmäler und Gräber.25 (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“.    IV ‐ Die unreine Seele. Dann werden sie ohne Zweifel zu denselben Gewohnheiten zurückkehren.

Sie bilden die Kette. Beispiele)    V ‐ Nach unserem Tod wird der Genius (griech. Die Gottheit tritt niemals direkt mit den Menschen in Verbindung. der uns während unseres Lebens beisteht. wird sie in dieses Leben mehrmals und für lange Perioden zurückgebracht. Der Spiritismus lehrt ebenfalls: Die Geistwesen bewohnen das All. um ins Gericht zu gehen. uns zu einem Platz führen. die sich von den weniger Erhabenen unterschieden. die das Ganze verbindet.    VI ‐ Die Dämonen bewohnen den Raum. sondern alle Geister im Allgemeinen. Es bedeutete nicht ausschließlich „böse Geistwesen“. denen die Götter sich mitteilen. haben wir folglich die Spiritistische Lehre. der sich zwischen dem Himmel und der Erde befindet. (Anmerkung des Übersetzers)  Platons Phaidon. die uns Seinen Willen überbringen. Ersetzt man das Wort „Dämon“ durch das Wort „Geister“. Es hatte im Altertum nicht dieselbe Bedeutung wie heute. sondern es sind die Dämonen. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“. die direkt mit den Menschen kommunizierten. Das sind die eigentlichen Dämonen. Unter ihnen erhoben sich die erhabenen Geister. daïmon = Dämon). dass die Geistwesen sich den Menschen während dem wachenden und dem schlafenden Zustand kundgeben. dann haben wir die christliche Lehre. die zu Hades30 gebracht werden. Nachdem die Seele die notwendige Zeit im Hades verbracht hat. und Symposion 202e‐203a.    VII ‐ Die ständige Sorge des Philosophen (wie Sokrates und Platon sie verstanden) war die große Sorge um die Seele und dies auch weniger in 30 31  (gr. (Anmerkung des Herausgebers) . sei es in wachem oder in schlafendem Zustand.32  Aus dem Wort „daïmon” entstand das Wort „Dämon“. und schließlich. die Unterwelt.EINLEITUNG      37 intellektuelle und moralische Entwicklung für sich. „die Götter“. an dem alle diejenigen versammelt sind. nach kürzerer oder längerer Zeit in der Geistigen Welt. tauscht man es durch das Wort „Engel“. (Anmerkung des Herausgebers) 32  Platons Epinomis. 984e.) Das Reich der Toten. 2. Gott teilt sich den Menschen nur durch die Vermittlung der reinen Geister mit. Teil. 107e.31  Das ist die Lehre der Schutzgeister oder der Schutzengel und auch der aufeinander folgenden Reinkarnationen.

denn sie würden von dem Körper. denn der Unsittlichkeit wird mit der Lehre des „Nichts” Vorschub geleistet. Nur der Mensch. von Erkenntnissen und Gedanken nährt.  Sokrates und Platon erkannten vollkommen die unterschiedlichen Unstofflichkeitsgrade der Seele. wenn man die Ewigkeit vor Augen hat. sondern mit denen. Daraus ergibt sich ein Anreiz zum schlechten Handeln.34 Es ist von Wichtigkeit.35  Mit anderen Worten bedeutet das. Diese Unreinheiten verhindern. zu unterscheiden. in derselben Weise wie der Körper in die Materie zurückkehrt. 107c und 114d‐115a. die vor unsere Augen gestellt werden. der Materialismus mit seiner Behauptung des Nichts nach dem Tode verkündet die Aufhebung aller vorherigen moralischen Verantwortung. Sie zwingen die Seelen an die Orte ihrer irdischen Wohnung zurück.   VIII ‐ Wenn die Seele unstofflich ist. muss sie nach diesem Leben zu einer gleichfalls unsichtbaren und unstofflichen Welt gelangen. der sich von seinen Fehlern befreit hat und an Tugenden reich geworden ist. nur dieser. die ihr eigen sind. belegt. kann in Ruhe auf die Stunde seiner Reise in die andere Welt warten. würden die Boshaften mit dem Sterben viel gewinnen. die für die Seele einen höheren oder niederen Reinheitsgrad darstellen. 80d und 80c.33 Wenn die Seele unsterblich ist. (Anmerkung des Herausgebers) . wenn er verdirbt. dass sie sich bis zu dem Göttlichen erhebt. Nur wer die Seele nicht mit fremden Verzierungen ausschmückt. Teil)    IX ‐ Wenn der Tod die Auflösung des Menschen wäre. die reine und wahre unstoffliche Seele. (Anmerkung des Herausgebers)  Platons Phaidon. das nur einen kurzen Augenblick dauert. wäre es nicht weiser. nur der kann in Frieden auf das Erwachen im anderen Leben warten. Sie betonen die unterschiedlichen Zustände. ähnlich wie das Göttliche. die sich. Die intuitiven Aussagen der beiden Philosophen werden vom Spiritismus mit zahlreichen Beispielen. 67d und 107b. Der Spiritismus zeigt durch 33 34  Platons Phaidon. mit dem Blick gerichtet auf die Ewigkeit als auf dieses Leben zu leben?  Das Christentum und der Spiritismus lehren denselben Inhalt. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“. 2. (Anmerkung des Herausgebers) 35  Platons Phaidon. von der Seele und von allen Lastern gleichzeitig befreit sein. von der mehr oder weniger von stofflichen Unreinheiten befleckten Seele.38 EINLEITUNG Bezug auf dieses Leben.

Können wir unter dem Aspekt. die wir ohne Traum und ohne irgendwelches Bewusstsein unserer selbst erleben. dass weder du. Kap.EINLEITUNG      39 die Beispiele. wie beschwerlich für den böswilligen Menschen der Durchgang von einem Leben in das andere und der Eintritt in das zukünftige Leben ist. Wenn sie den Körper verlässt. Teil. (Anmerkung des Herausgebers)  Platons Gorgias. die er uns täglich vor Augen hält. h. eine Ungerechtigkeit zu erleiden als diese selbst zu tun. (Dialog im Gefängnis zwischen Sokrates und seinen Jüngern)38  Hier finden wir eine andere wichtige Aussage. was für ein Glück wäre es. dass es besser ist. (Anmerkung des Herausgebers) . Aber wenn der Tod nur ein Wohnungswechsel ist. sondern wirklich einer zu sein. die wir früher kannten! Meine 36 37  Platons allgemeiner Dialog in Gorgias. nicht als ein guter Mensch zu erscheinen. (Anmerkung des Herausgebers) 38  Platons Gorgias. die heute durch die Erfahrung bewiesen ist. 186)    XI ‐ Von zwei Aussagen eine: Entweder ist der Tod die absolute Zerstörung oder der Übergang der Seele in einen anderen Ort.36 Das größte Unglück also. Wenn alles erlöschen wäre. 7 und 8. Dasselbe geschieht auch mit der Seele. nützlicheres Leben führen könnten. Vor allem müssen wir uns darum kümmern. Abs. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“. eine Ungerechtigkeit zu erleiden. XII. dass die unvollkommene Seele die Ideen. die.37 Du siehst Kallikles (Callicles). 522e. mit der Seele voll beladen mit verbrecherischen Taten in die Geistige Welt hinüberzugehen. der Übergang in einen anderen Ort. d. an dem die Toten sich versammeln. 2. als diese selbst zu tun. den Charakter und die Leidenschaften beibehält. Nämlich. ihre Zuneigung und die Zeichen all ihrer Taten. Von so vielen Meinungen ist die Einzige. wenn wir auf der anderen Seite sind. noch Gorgias beweisen könnten. die unerschütterlich bleibt. diese Maxime nicht als vollkommen christlich bezeichnen? Denselben Gedanken drückte Jesus mit dem Satz aus: „Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt. denjenigen dort zu begegnen. die Neigungen. 524c‐d. 527b. I)    X ‐ Der Körper behält ganz deutlich die Zeichen der erfahrenen Pflege oder die Zeichen der erlittenen Unfälle. die sie auf der Erde hatte. würde der Tod eine dieser seltsamen Nächte sein. das dem Menschen widerfahren kann. bewahrt sie offenkundig die Spuren ihres Charakters.” (siehe Kap. dass es besser sei. dass wir ein anderes. ist. dem biete die andere auch dar. S. noch Polos (Polus).

 335e. die Bewohner dieses Wohnungsortes aus nächster Nähe zu untersuchen. die Christus in seiner göttlichen Mission unterstützten. auch dort wie hier. 42a. die weise sind von denjenigen. die angeben. ohne Unterbrechung. Sie befinden sich schließlich heute unter den beauftragten Geistwesen. Es gibt hier nichts Außergewöhnliches. sondern eine Verwandlung ist. Wenige Menschen werden allerdings diese Prinzipien annehmen und andere. Sie wurden deswegen auserwählt.   Angenommen Sokrates und Platon hätten die Lehre gekannt. welche die Menschen dieselben Wahrheiten weiterhin lehren. noch jemandem Schlechtes antun. sie hätten auch nichts anderes gesagt. bevor sie auf die Erde kamen und diese Wahrheiten mitbrachten. wenn man in Betracht zieht. weise zu sein und es nicht sind.40  Ist es hier nicht das Prinzip der Nächstenliebe. das besagt. dass der Tod weder eine Unterbrechung noch das Aufhören des Lebens ist. dass wir uns trennen. dass die großen Wahrheiten ewig sind und dass die entwickelten Geistwesen sie schon gekannt haben. die sich in Bezug auf diese Punkte nicht einigen. 40c‐41b. die Christus fünf Jahrhunderte später verkündet hat und welche die Geistwesen gegenwärtig verkünden. (Anmerkung des Herausgebers) . (Anmerkung des Herausgebers)  Platons Politeia (Der Staat). nach dem Tod wieder treffen und sich wieder erkennen. dass die gegenseitigen früheren Beziehungen zwischen ihnen in der Weise weiter bestehen. werden sich ohne Zweifel gegenseitig verachten. die auf der Erde gelebt haben. (Sokrates zu seinen Richtern)39  Nach Sokratesʹ Auffassung werden sich die Menschen. Platon und weitere große Philosophen ihrer Zeit. Der Spiritismus zeigt uns auch.   XII ‐ Nie darf man Ungerechtigkeit mit Ungerechtigkeit beantworten. Aber es ist an der Zeit. Und dass Sokrates. Ich würde versuchen. 358d. wohl später unter diejenigen eingereiht werden konnten.40 EINLEITUNG größte Freude wäre.351d‐e. gleich bedeutend welcher Schaden uns angetan wurde. diejenigen zu unterscheiden. weil sie mehr als die anderen das Verständnis seiner erhabenen Lehre besaßen. ich um zu sterben und ihr um zu leben. Bösartigkeit nicht mit Bösartigkeit zu vergelten und den Feinden zu verzeihen?   39 40  Platons Apologie.

550a‐e. 553d. dass die Götter ihnen gnädig sind. 364b‐c. Wir finden sie sogar in der Bewegung der Gestirne. 115e‐116a. 158)43   XVI ‐ Den lasterhaften Menschen nenne ich diesen gewöhnlichen Liebhaber. (Anmerkung des Herausgebers) 44  Platons Symposion. Sokrates sagte. 555a‐e. wo sie Blumen und Düfte findet. X. XVI. dem Wind die Stille und den Schmerzen den Schlaf gibt. die uns zu der Ausübung unserer Intelligenz einlädt. Es ist die Liebe. das ihm noch fremder ist als das. der den Körper mehr als die Seele liebt. welche die Menschen durch eine geschwisterliche Bindung vereinen soll. der um ihm ist. ist eine Folge dieser Theorie von Platon über die universelle Liebe als ein Naturgesetz. der Göttlichkeit ähnlich zu sein. Wenn das so wäre. der den Reichtum liebt. Es ist zwischen dem Sterblichen und  Platons Alkibiades 1. Gottes angenehmste Opfer. Es wäre eine schwer wiegende Sache. liebt weder sich selbst noch den. 556a‐c. 183d. (siehe Kap. dass der Eros (die Liebe) „keineswegs sterblich ist. Die Liebe schmückt die Natur mit reichen Teppichen.42  (siehe Kap. (Anmerkung des Herausgebers) 42 41 . die durch ihre Worte und ihre Taten ihre Pflichten gegenüber der Gottheit und den Menschen erfüllen. So ist es aber nicht. 196b. Sie verschönert sich und zieht dort ein. könnten die Schuldigen erreichen. und in Nomoi (Gesetze). Jeder Mensch. (Anmerkung des Herausgebers) 43  Platons allgemeiner Dialog in Politeia (Der Staat). wenn aus ihr Gutes entsteht. dem Meer die Ruhe. Die wahrhaftig Gerechten und Anständigen sind nur diejenigen. wenn die „Götter“ unseren Opfergaben mehr Achtung schenkten als unserer Seele.EINLEITUNG      41 XIII ‐ Man erkennt den Baum an den Früchten. S.44  Die Liebe. Die Liebe ist überall in der Natur vorhanden. wenn aus ihr Unheil entsteht und als gut. 238)   XV ‐ Die schönsten Gebete und die größten Opfer gefallen Gott weniger als eine tugendhafte Seele.41  Diese Maxime: „Man erkennt den Baum an seinen Früchten. 188b. S.   XIV ‐ Der Wohlstand ist eine große Gefahr. Jede Tat soll nach ihrer Wirkung beurteilt werden: Man beurteilt sie als schädliche. 831c‐e. die dem Menschen den Frieden. (Anmerkung des Herausgebers) Platons allgemeiner Dialog in Politeia (Der Staat). die sich bemüht.” wird mehrmals wörtlich in den biblischen Evangelien wiederholt. was ihm gehört. Er liebt aber etwas. 919b.

Jemand. diese durch eigene Bemühungen in aufeinander folgenden Existenzen gewonnen hat. dass derjenige. Diese Aussage wurde ihm als Verbrechen zur Last gelegt. ein großer Geist..“45.   XVIII ‐ Es ist eine natürliche Einstellung in uns allen. h. d. (Anmerkung des Herausgebers) 47  Platons Laches. Er erleuchtet. In der Lehre des Spiritismus wird das deutlicher. Wenn die Tugend nun aber eine Gabe Gottes ist. Er zeigt also einen neuen Weg für die Wissenschaft. wenn die Tugend eine Gabe ist. dass das eine auf das andere unablässig reagiert. 159)   XIX ‐ Die Ärzte scheitern an der Behandlung von vielen Krankheiten durch die ausschließliche Behandlung des Körpers. ist sie auch ohne Verdienst für denjenigen. die Gott den Menschen guten Willens gewährt. S. und so würde man fragen.42 EINLEITUNG Unsterblichen ein großer Dämon. ist es unmöglich. ohne die Seele mit einzubeziehen. (Anmerkung des Herausgebers) . gibt er ihr die Mittel. sie zu bekämpfen. Wenn die Wissenschaft sich 45 46  Platons Symposion. ist sie eine Gefälligkeit. X. (Anmerkung des Herausgebers) 48  Platons Charmides. 99e. 202e. 157b. Die Gnade ist die Kraft. warum sie nicht an alle Menschen verliehen wird.. Wenn also das Ganze sich nicht wohl fühlt. der die Tugend besitzt. erlangt diese durch eine Gabe Gottes. Der Splitter und der Balken im Auge. 200b. Indem der Spiritismus ihr die wahre Ursache von gewissen Krankheiten zeigt. der sie besitzt.   XVII ‐ Die Tugend kann man keinen lehren. dass es einem Teil gut geht. weniger unsere Fehler zu sehen als die des anderen.46  Hier wird etwas aus der christlichen Lehre bezüglich der Gnade wiedergegeben. (Anmerkung des Herausgebers)  Platons Meno (Menon).47  Dazu die Aussage des Evangeliums: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“ (siehe Kap. Andererseits. der sie besitzt. Er befreite sich somit allmählich von seinen Unvollkommenheiten. damit sie die Schlechtigkeiten ablegen und das Gute ausüben.48  Der Spiritismus liefert uns den Schlüssel der vorhandenen Verbindungen zwischen Geist und Körper und beweist. der die universelle Liebe regiert.

 Chr. Allein in der Spiritistischen Lehre findet man die Lösung für diese Frage. uns zu beleidigen. (Anmerkung des Herausgebers) 50 49 . wurde er lächerlich gemacht. nicht einmal die ersten Prämissen davon. aber nicht darum. Wenn uns dies nicht gelingt. (Anmerkung des Herausgebers) 52  399 v. die das verurteilen.EINLEITUNG      43 von der Wechselwirkung des spirituellen Elementes bewusst wäre. wie damals zu seiner Zeit. 210c.52 So geschieht es mit den neuen großen Wahrheiten. III. könnte er dieselbe Sprache benutzen.    Platons Hippias II.49  Dieser Satz von Sokrates greift die schwer wiegende Frage der Vorherrschaft des Übelwollens auf der Erde auf. Sorgen wir uns darum. Denn sie lassen sich nicht ohne Kampf und ohne Martyrium durchsetzen. würde sie weniger Misserfolge haben. zur Erkenntnis zu gelangen. tun alle Menschen mehr Übel als Gutes. da sie gegen sich die Interessen und die Vorurteile. aufgrund angeblicher Gotteslästerung (Einführung neuer Götter) und Verführung der Jugend. in Bezug auf ihre mit guten oder schlechten Absichten behafteten Gegner. was sie nicht kennen.  Da Sokrates diese Prinzipien verkündigte. du weißt. und V. erwecken. die von ihnen verletzt werden. Siehe Platons „Apologie“. (Anmerkung des Herausgebers)  Siehe in den folgenden Kapiteln II. machen wir uns darum keine Sorgen und suchen nur die Wahrheit. wenn du nicht denkst.51   Diese Aussage bezieht sich auf diejenigen. Sie wäre eine unlösbare Frage ohne die Kenntnisse der Pluralität der Welten und der Bestimmung der Erde. Platon ergänzte die Gedanken von Sokrates und sagte: „Als erstes versuchen wir möglichst in den Worten ehrlich zu bleiben. 296c. auf der nur ein geringer Anteil der Menschheit lebt.   XX ‐ Von Kindheit an. Auch Sokrates würde Menschen finden. die seinen Glauben an die Geister verspotten und ihn für wahnsinnig erklären würden.  51  Platons Theaitetos. den Schierlingsbecher zu trinken. dann für ungläubig erklärt und schließlich verurteilt. sowie es auch bei seinem Jünger Platon geschah.” So sollen die Spiritisten handeln. Falls Platon heute leben würde und die Sachen so finden würde. 50   XXI ‐ Weise bist du. was du nicht weißt.

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bis es alles geschieht. von Moses selbst festgelegt. ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen.  (Anmerkung des Herausgebers)  53 . und Rosenzweig. Es gibt zwei verschiedene Teile in dem mosaischen Gesetz: Das Gesetz Gottes. das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. die Version von Buber. wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz. F. (Matthäus V.  Das Gesetz Gottes ist in den zehn folgenden Geboten formuliert:54 Die Bibeltexte wurden original aus der deutschen Übersetzung Martin Luthers (von 1964.Das Evangelium  im Lichte des Spiritismus KAPITEL  I ‐  ICH BIN NICHT GEKOMMEN. auf dem Berg Sinai verkündet und das bürgerliche Gesetz oder Disziplinargesetz. daß ich gekommen bin. 2002) verwendet. Ihr sollt nicht meinen. (Anmerkung des Herausgebers) 54  An dieser Stelle wurde anstatt der Übersetzung von Martin Luther. Denn wahrlich. an die Gebräuche und den Charakter des Volkes angepasst und es ändert sich mit der Zeit. (Deutsche Bibelanstalt. UM DAS GESETZ AUFZULÖSEN Die drei Offenbarungen: Moses. Auch hier (Shmoth/Exodus 20) wurde historisch an manchen Stellen das Disziplinargesetz eingebunden. 17 ‐ 18)53 DIE DREI OFFENBARUNGEN ‐  MOSES  2. das andere. der Spiritismus ‐ Bündnis zwischen Wissenschaft und Religion  Unterweisungen der Geistigen Welt: Das neue Zeitalter 1. Württembergische Bibelanstalt Stuttgart) entnommen. Das eine ist unveränderlich. Christus. M. sondern zu erfüllen. ich bin nicht gekommen aufzulösen.

Morde nicht.  VIII. was deines Genossen ist. deinem Gʹtt: nicht mache allerart Arbeit. darum segnete er den Tag der Feier. dein Sohn. Ein Tagsechst diene und mache all deine Arbeit. du. ihn zu heiligen. damit sie längern deine Tage auf dem Ackerboden. seinen Ochsen. neige dich ihnen nicht.  VII. begehre nicht das Weib deines Genossen. Nicht mache dir Schnitzgebild. dein Dienstknecht. was in ihnen ist. deine Tochter. denen die mich hassen. seinen Esel. deine Magd. VI.  V. seinen Knecht. um das Gesetz aufzulösen I. die auf Erden unten. Denn ein Tagsechst machte ER den Himmel und die Erde. die meine Gebote wahren. Gedenke des Tags der Feier.  IV. am dritten und vierten Glied. das Meer und alles.  denn nicht straffrei läßt ER ihn. der seinen Namen auf das Wahnhafte trägt. Trage nicht SEINEN deines Gʹttes Namen auf das Wahnhafte. die im Wasser unter der Erde ist. II. Aussage nicht gegen deinen Genossen als Lügenzeugen. aus dem Haus der Dienstbarkeit. den ER dein Gʹtt dir gibt. zuordnend Fehl von Vätern ihnen an Söhnen. Ich bin dein Gʹtt.46 KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. aber Huld tuend ins tausendste denen die mich lieben. III. X. Ehre deinen Vater und deine Mutter. er hat ihn geheiligt.  . noch allirgend. denen. seine Magd. Nicht sei dir andere Gʹttheit mir ins Angesicht. am siebenten Tag aber ruhte er. aber der siebente Tag ist Feier IHM. der ich dich führte aus dem Land Ägypten.Buhle nicht. und dein Gastsasse in deinen Toren. denn ich dein Gʹtt bin ein eifernder Gʹttherr.Stiehl nicht. dein Tier. diene ihnen nicht. die im Himmel oben. Begehre nicht das Haus deines Genossen. ‐ und alle Gestalt.  IX.

Damit seine Gesetze Anerkennung fanden. um es zu erfüllen. Wer zu seinen Geboten noch hinzugefügt hat. ihm den wahren Sinn zu geben und es an den Entwicklungsgrad der Menschheit anzupassen. das zu allen Zeiten und für alle Länder gilt und hat deswegen göttlichen Charakter. musste er ihnen einen göttlichen Ursprung zuschreiben.“55. Deswegen befindet sich in diesem Gesetz das Prinzip der Pflichten gegenüber Gott und dem Nächsten. deinen Gott. dass man nicht tötet und seinem Nächsten keinen Schaden anrichtet. d. lieben von ganzem Herzen. um das Gesetz aufzulösen      47  Dieses ist ein Gesetz. Das Ansehen des Menschen sollte sich auf Gottesansehen stützen. wie es alle Gesetzgeber der primitiven Völker gemacht haben.   DIE DREI OFFENBARUNGEN ‐  CHRISTUS  3. allerdings konnte der Gedanke an einen schrecklichen Gott nur unwissende Menschen beeindrucken. h. konnte er sie nicht einer noch radikaleren Reform unterziehen. die während der Sklaverei in Ägypten entstanden waren. Die mosaischen Gesetze hatten nun im eigentlichen Sinne einen größtenteils vergänglichen Charakter. von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (. Und er musste zudem gegen verwurzelte Unsitten und Vorurteile ankämpfen. (Anmerkung des Herausgebers) . Er ist gekommen..KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. indem er aus der Vernichtung eine Pflicht machte. nämlich das Gesetz Gottes. als sie auf diese Worte zu beschränken: „Du sollst den Herrn. sowohl im Inhalt als auch in der Form. Dagegen veränderte er das mosaische Gesetz gründlich. 34 ‐ 40. Indem er ständig gegen den Missbrauch der äußerlichen Bräuche und gegen die falschen Auslegungen kämpfte. Alle anderen Gesetze wurden von Moses festgelegt. konnte sich natürlich nicht widersprechen.. welche die Basis seiner Lehre sind. es zu entfalten. Jesus ist nicht gekommen um das Gesetz. 55  Matthäus XXII. Denn es war von seiner Natur her. ungestüm und undiszipliniert. weil bei ihnen das moralische Verständnis und das Gefühl für eine vorzügliche Gerechtigkeit noch wenig ausgeprägt waren.) Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. er musste sich vor einem Volk durch Furcht behaupten.“ und er fügte hinzu: „In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. aufzulösen.

die der Menschheit anhand unwiderlegbarer Beweise die Existenz und die Natur der Geistigen Welt . dass neues Denken und neue Kenntnisse ihnen den unerlässlichen Schlüssel geben. Er sprach über alles. die Prophezeiungen. die zur Erfüllung des menschlichen Schicksals benötigt werden.   4. ohne Unterschied. wäre es notwendig. dass es notwendig ist. wie er selbst bestätigte. um das Gesetz aufzulösen  Mit den Worten. die Menschen zu lehren. solange der menschliche Geist einen bestimmten Entwicklungsgrad nicht erreicht hat. die noch nicht verstanden werden konnten. Es waren gewisse Ideen. die nicht aufkommen sollten.    DIE DREI OFFENBARUNGEN ‐  DER SPIRITISMUS  5.48 KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. Der Spiritismus ist die neue Wissenschaft. aber in einer mehr oder weniger klaren Form. in seiner ganzen Reinheit. die sein Kommen verkündigt haben. sondern im Himmelreich. mit allen seinen Erweiterungen und Folgen. die gleiche Fürsorge. wenn es ein Privileg für einige Menschen oder gar für ein einziges Volk bleiben sollte? Da alle Menschen Kinder Gottes sind. bis es alles geschieht. dass es auf der ganzen Erde praktiziert werden sollte. dass „Bis Himmel und Erde vergehen.“ wollte Jesus sagen. Aber die Rolle Jesu war nicht die eines einfachen moralistischen Gesetzgebers. Er ist gekommen. in Erfüllung zu bringen. seine Bedeutung beruhte auf der außergewöhnlichen Natur seines Geistes und auf seiner göttlichen Sendung. In der Tat. Um den verborgenen Sinn von einigen seiner Worte zu verstehen. dass das wahre Leben nicht auf der Erde ist. bekommen sie alle. Indessen sagte er nicht alles und in vielen Punkten beschränkte er sich darauf. ihnen den Weg. wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz. Es bedeutet. wozu hätte die Verkündung dieses Gesetzes gedient. Er war gekommen. der dorthin führt zu zeigen. das Gesetz Gottes vollständig zur Erfüllung zu bringen. ihnen die Mittel. dessen Worte die ausschließliche Autorität besaßen. die Keime der Wahrheiten auszusäen. sich mit Gott zu versöhnen zu geben und im Verlauf der kommenden Ereignisse diejenigen zu erahnen. Es oblag ihm. Die Wissenschaft sollte stark zu dem Aufkommen und der Entwicklung solcher Ideen beitragen. Man sollte nun der Wissenschaft die Zeit zum Fortschreiten geben.

Und obwohl Christus bei vielen Gelegenheiten auf diese Verbindungen hingewiesen hat. das sie dort erwartet. Und jeder Einzelne von ihnen bringt der Menschheit das Geschenk seines Lichtes. unablässige und aktive Kraft der Natur. als eine lebendige. die nicht von einem Menschen. was Christus ankündigte und um die Erfüllung der zukünftigen Sachen vorzubereiten. Der Spiritismus ist hierfür der Schlüssel. Wie Christus sagte: „Ich bin nicht gekommen. Das Gesetz des Alten Testamentes ist in Moses personifiziert und das Gesetz des Neuen Testamentes in Christus.“ sagt auch der Spiritismus: „Ich komme nicht. ergänzt und erklärt mit klaren Worten. Der Spiritismus ist also ein Werk Christi. sondern es zu erfüllen. was er gesprochen hat.   7.     . ist vieles von dem.   6. die überall auf der ganzen Erde sind und mit Hilfe einer Reihe von unzähligen Vermittlern sich kundgeben. vertraut zu machen. für alle Menschen verständlich. aber entfaltet. die bis heute unverständlich und deswegen in den Bereich des Fantastischen und der Wunder verbannt wurden. Er ist auf eine gewisse Weise ein kollektives Wesen. als Quelle von unermesslichen Phänomenen. unverständlich geblieben oder falsch interpretiert worden. Der Spiritismus ist die Dritte Offenbarung vom Gesetz Gottes. sondern von den Geistern gegeben wurde. er ist die Erneuerung. um das Gesetz aufzulösen. welche die Stimmen des Himmels sind. die sich ereignet und das Reich Gottes auf Erden vorbereitet. von ihm geleitet.“ Er lehrt nichts entgegen der Lehre Christi. wie gleichfalls von ihm verkündet. um das Gesetz aufzulösen      49 und ihre Verbindungen mit der materiellen Welt offenbart.KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. um das christliche Gesetz aufzulösen. aber er ist in keinem Individuum personifiziert. sondern im Gegenteil. was damals in allegorischer Form gesagt worden war. mit dessen Hilfe alles einfach erklärbar wird. weil der Spiritismus das Ergebnis einer Lehre ist. Der Spiritismus kommt in der vorausgesagten Zeit. gebildet durch die Gesamtheit der Wesen der Geistigen Welt. um zu erfüllen. sondern es zur Erfüllung zu bringen. um sie mit dieser Welt und dem Schicksal. Er zeigt uns diese Welt nicht mehr als eine übernatürliche Gegebenheit.

 denn Gott kann nicht Sein eigenes Werk zerstören wollen. um das Gesetz aufzulösen BÜNDNIS ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND RELIGION  8.  Die Unvereinbarkeit. gibt es aber Menschen. kommt von einer falschen Beobachtung und von einem Übermaß an Exklusivismus. die nichts Unlogisches in dem Glauben gefunden hat. Aus diesem Konflikt sind Ungläubigkeit und Intoleranz entstanden. Denn sie gehen aus den Plänen Gottes und aus dem Gesetz des Fortschrittes. der Gott ist. die so unveränderlich sind wie die Gesetze. Hier. sowohl von der einen als auch von der anderen Seite. Dieses Bindeglied ist die Kenntnis der Gesetze. hervor. bringen ein neues Licht: Der Glaube wendet sich an die Vernunft. Es fehlt etwas. und der Materialismus ist besiegt. Wenn eine die Verneinung der anderen wäre. denn sie haben den gleichen Ursprung. Die Folgen dieser Umwälzung sind leicht vorauszusehen: Sie wird unvermeidliche Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse hervorbringen. das ein Gesetz Gottes ist. Die Wissenschaft macht die Gesetze der materiellen Welt bekannt und die Religion die Gesetze der moralischen Welt. welche die Geistige Welt und deren Verbindungen mit der materiellen Welt bestimmen. wie bei allen Angelegenheiten. gegen die niemand die Kraft haben wird. Die Wissenschaft und die Religion sind die zwei Werkzeuge der menschlichen Intelligenz. . Es ist eine moralische Umwälzung. einmal durch Erfahrung festgestellt. die sie voneinander trennt. weil sie die Gegebenheiten von ihren ausschließlichen Standpunkten beobachten und sich gegenseitig zurückweisen. auszufüllen.50 KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. ein Bindeglied. die in diesem Moment stattfindet und das Geistige bearbeitet. das sie einander näher bringt. nähert sie sich ihrer vollkommenen Erfüllung und wird ein neues Zeitalter für die Menschheit einleiten. Gesetze.  Wissenschaft und Religion konnten sich bis heute nicht verstehen. Die Verbindungen. die sie überrumpeln würde. wäre zwangsläufig die eine falsch und die andere richtig. nachdem sie achtzehn Jahrhunderte ausgearbeitet wurde. die man zwischen diesen beiden Weltanschauungen zu sehen glaubt. um die Lücke. anstatt sich ihr anzuschließen. die zurückbleiben. welche die Bewegung der Gestirne und das Dasein der Wesen lenken. sich zu widersetzen. bis sie von der allgemeinen Bewegung mitgenommen werden. falls sie ihr Widerstand leisten. Weder die eine noch die andere kann sich jedoch gegenseitig widersprechen.

Ihre Intelligenz. um den Schleier anzuheben. indem sie aufhört ausschließlich materialistisch zu sein. durch die dieses Volk ging. dass man dem Feind verzeihen soll. auf dem die Völker sich befanden. Diese beiden Kräfte werden sich gegenseitig helfen. in ihrer ganzen Reinheit praktisch angewendet. mit der Bestimmung. in der die Christuslehren ihre Ergänzung bekommen sollen. Die Schicksalsschläge. von dem Gott Gebrauch gemacht hat.   UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS NEUE ZEITALTER  9. Und die Religion. war dem Entwicklungsstand angepasst. Diese Völker. Die Erklärungen in der Bibel grenzten ihre Bedeutung ein. für die diese Moral zur Erneuerung vorgesehen war. in der die Wissenschaft. der absichtlich über einige Teile dieser Lehren geworfen wurde. Die Zehn Gebote Gottes sind trotzdem wie eine beleuchtete Giebelfront geblieben. den Weg zu beleuchten. halb wild ‐ was die Vervollkommnung ihrer Seele anbelangte‐. indem sie sich unterstützen und ineinander gehen. sondern auch bei den Heiden. um sich durch seine Sendung bekannt zu machen. das organische und unveränderliche Gesetz der Materie zu ignorieren. Gott ist einzig und Moses ist der Geist. Das hebräische Volk war das Instrument. wird eine unerschütterliche Kraft bekommen.KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. den Er gesandt hat.   Die Zehn Gebote Gottes. weil sie in Übereinstimmung mit der Vernunft sein wird und man wird sie nicht mehr der unwiderruflichen Logik der Tatsachen entgegensetzen können. nicht verstanden worden wären. bemerkenswert hinsichtlich des . dass man Gott anders anbeten kann als durch Brandopfer und auch nicht verstanden. Völker. der die Göttlichkeit vor den Menschen verborgen hat. weil sie. die allgemeine Aufmerksamkeit zu erwecken und den Schleier fallen zu lassen.   Die Moral. um das Gesetz aufzulösen      51  Die Zeit ist gekommen. hätten nicht verstehen können. von Moses gelehrt. waren dazu bestimmt. beinhalten den Keim der erweiterten christlichen Moral. durch Moses mitgeteilt. Die Zeit ist gekommen. nicht mehr von der Wissenschaft verleugnet. von der geistigen Wesenheit Kenntnis nehmen muss und in der die Religion aufhören muss. nicht nur bei den Hebräern. den die Menschheit gehen sollte. um sich zu offenbaren: durch Moses und durch die Propheten.

 1861)   10. welche die Erde umwandeln und aus ihr eine Wohnung für erhabenere Geister als diejenigen. dass diese Entwicklung ohne Kämpfe verwirklicht wird. zu sehen. in der die moralischen Gedanken sich entwickeln sollen. Mulhouse. Das Brandopfer sprach ihre Sinne an. Der Spiritismus ist dabei der Hebel.  Christus war der Wegbereiter der reinsten und erhabensten Lehre: der christlichen Moral des Evangeliums.52 KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. Es ist das Gesetz des Fortschrittes. Sie hätte sich unter der Führung einer gänzlich geistigen Religion nicht bekehren lassen. Und nun fangen die Geister an. der Spiritismus wird es vollenden. die Mildtätigkeit und die Nächstenliebe hervorquellen zu lassen und unter allen Menschen ein allgemeines Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. . um das Gesetz aufzulösen Materiellen wie auch der Kunst und der Wissenschaft. um die Reife zu erreichen und um die Aufmerksamkeit der Masse auf sich zu ziehen. Nach dem lebendigen Licht kam die Finsternis zurück. um die von Gott geplanten Fortschritte zu verwirklichen. aus allen Herzen. die Menschen einander näher bringen und sie zu Brüdern machen. die ihre Vorläufer sind. Jesus setzte das Werk fort. Moses eröffnete den Weg. dessen sich Gott bedient. Mit einem Wort. die ihnen den Schlüssel des zukünftigen Lebens gibt und ihnen die Türe der ewigen Seligkeit öffnet.  (Ein israelischer Geist. das in Erfüllung geht. Ist das einmal erreicht. werden die Schönheit und die Heiligkeit der Moral die Geister rühren und sie werden sich für eine Wissenschaft interessieren. Man soll aber nicht glauben. in Seiner unerschöpflichen Liebe. Nein.   Die Zeit ist gekommen. während der Gedanke an Gott ihren Geist ansprach. so wie die hebräische Religion sie ihnen angeboten hat. dem die Natur unterworfen ist. die sie heute bewohnen. Diese wird die Welt erneuern. Ihr ist es gegeben. erlaubte Gott den Menschen. wie die Wahrheit die Finsternis durchdringt. um die Menschheit vorwärts zu bringen. machen wird. war moralisch sehr unterentwickelt. Christus bereitete den Weg für jene Moral. die moralischen Gedanken benötigen Erschütterungen und Auseinandersetzungen. Eines Tages. den die Gedanken der Freiheit gegangen sind. Für sie war eine halb materielle Darstellung notwendig. Sie sollen dem gleichen Weg folgen. Nach dem Wechselspiel zwischen Wahrheit und Finsternis verlor sich die Welt wieder. Dieser Tag war die Ankunft des Christus.

56   Die Umwälzung. Ohne die Sandkörner würden jedoch die Berge nicht existieren. dass alles. Die Liebe erfüllt ihn mit einer unaussprechlichen Freude. Die Welt ist in ihrer Basis erschüttert. bei der Ankunft des Bräutigams. d. Nun. dass das Herz und die Liebe vereint mit der Wissenschaft voranschreiten sollen. +1153 in Clairvoix. ist sie zu Gunsten der Geister der Finsternis zurückgetreten. der euch retten will! Für denjenigen. weil ihr das Sandkorn seid.  (Anmerkung des Herausgebers) 57 56 . die göttlichen Boten. damit ihr nicht niedergerissen werdet. moderne Heilige. Die großen Geister. indem sie euch zu einem materiellen Wohlstand geführt hat. ihr Apostel des universellen Friedens und nicht des Krieges. Trotz des Blutes von so vielen Märtyrern ist nach achtzehn Jahrhunderten das Reich Christi noch nicht gekommen! Christen. Die guten Geister sagen es euch immer wieder. bereitet euch vor und ahmt nicht die törichten Jungfrauen nach. der glaubt und liebt.   Ja.  Matthäus XXV. was von göttlichem Ursprung ist. 57 Oh. Die Wissenschaft hat sich auf Kosten einer moralischen Ordnung entwickelt. Und seid sicher. die im Anzug ist. 1113 trat in das südlich von Dijon gelegene Zisterzienserkloster ein. Aber. (Anmerkung des Herausgebers)  Der nachfolgende Satz macht deutlich. atmen den Glauben aus. um das Gesetz aufzulösen      53 ähnlich den Propheten des Alten Testamentes. Beugt euch vor dem Windstoß. Baut nicht die Ameise das Gebäude ihrer Kolonie? Und errichten nicht die unmerklichen mikroskopischen Tiere Kontinente? Ein neuer Kreuzzug hat begonnen. Vorläufer des Sturmes.KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen. wie einst der Heilige Bernhard58. Ein jeder hat seine Sendung. damit ihr alle. der Donner wird grollen. (Anmerkung des Übersetzers) 58  Bernhard von Clairvoix. ein jeder hat seine Aufgabe. die unvorbereitet überrascht wurden. die Welt ist erschüttert. dass hier natürlich nicht eine Neuauflage der mittelalterlichen Kreuzzüge gemeint ist. h. denn er stützt sich auf die Gesetze der Natur selbst. kehret zurück zum Meister. *1090 Dijon. Ihr Christen wisset. 1128 Gründung des Templerorden. auf dass diese Worte: „Wir sind klein“. 1. aufgeklärte und begeisterte Arbeiter. zusprechen und euch zu ermahnen. schaut und schreitet nach vorne. Eure Welt ging verloren. eure bescheidene Stimme zu Gehör bringt. meine Kinder. Seid stark!  Der Spiritismus ist von göttlichem Ursprung. ist alles leicht. keine Bedeutung mehr für euch haben sollen. ist eher moralischer denn materieller Art. ein großes und nützliches Ziel hat.

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KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen

Das Gesetz der Welten ist das Gesetz des Fortschrittes.  (Fénelon, Poitiers, 1861)    11. Der (auf der Erde genannte) Heilige Augustinus ist heute einer der größten Verkünder des Spiritismus. Er gibt sich fast überall kund. Die Begründung dafür finden wir im Leben dieses großen christlichen Philosophen. Er gehörte zu der festen Schar jener Kirchenväter, denen die Christenheit ihre solidesten Grundlagen verdankt. Er wurde, wie viele andere, in das Heidentum, besser gesagt, in die tiefe Herzlosigkeit, durch die Verblendung der Wahrheit hineingerissen. Als er mitten in seinem größten Exzess war, spürte er in seiner Seele eine einzigartige Erschütterung, die ihn zu sich selbst rief und ihn zu verstehen veranlasste, dass das Glück woanders war und nicht bei den aufregenden und flüchtigen Vergnügungen. Als er, endlich, auf seinem Damaskusweg auch die heilige Stimme hörte, die ihm zurief: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“59, sagte er: „Mein Gott, mein Gott! Verzeihe mir, ich glaube, ich bin Christ!“ Und von da an, wurde er eine der stärksten Stützen des Evangeliums. Man kann in dem bedeutenden Geständnis, das dieser hervorragende Geist hinterließ, die kennzeichnenden und gleichzeitig prophetischen Worte nachlesen, die er nach dem Tod der Heiligen Monika gesprochen hat: „Ich bin überzeugt, dass meine Mutter zu mir kommen wird, um mich zu besuchen und um mir Rat zu geben, indem sie mir offenbart, was uns in dem zukünftigen Leben erwartet.“60 Welche Lehre in diesen Worten und was für eine brillante Voraussage der zukünftigen Lehre! Und heute, da die Stunde für die Wahrheitsverkündung gekommen ist,61 die er damals vorausgeahnt hat, ist er selbst ein eifriger Verkünder von ihr geworden. Und er ist sozusagen allgegenwärtig, um allen, die sich an ihn wenden, beizustehen.  (Erastus, ein Jünger des Hl. Paulus, Paris, 1863)     Bemerkung: Kommt der Hl. Augustinus nun, um zu vernichten, was er selbst errichtet hat? Ganz sicher nicht. Aber, wie viele andere, sieht er jetzt
 Apostelgeschichte IX, 4; (Anmerkung des Herausgebers) Siehe sein bekanntestes Werk, die autobiographischen Confessiones (Bekenntnisse) 9.13.37 und 9.12.29‐33; (Anmerkung des Herausgebers) 61  Siehe vorherige Abschnitte 9‐10; (Anmerkung des Herausgebers)
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KAPITEL  I ‐ Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen      55

mit den Augen des Geistes, was er als Mensch nicht sah. Seine befreite Seele erblickt neue Helligkeit und versteht, was sie vorher nicht verstanden hat. Neue Gedanken offenbaren ihm den wahren Sinn von bestimmten Worten. Auf der Erde beurteilte er die Sachen jeweils nach seinen erworbenen Kenntnissen. Seitdem ihm jedoch ein neues Licht leuchtete, konnte er die Gegebenheiten besser beurteilen. Und so änderte er seine Überzeugung von Inkuben und Sukkuben62 und von der Anathema, die er der Theorie der Antipoden63 entgegengebracht hatte.   Und nun, wo das Christentum ihm in seiner ganzen Reinheit erschien, konnte er über einige Punkte anders denken, als er als inkarniertes Wesen dachte, ohne aufzuhören, ein christlicher Apostel zu sein. Er kann, ohne seinen Glauben zu verleugnen, sich in einen Verkünder des Spiritismus verwandeln, weil er sieht, dass das, was er voraussagte, sich erfüllte. Indem er den Spiritismus heute verkündet, macht er nichts anderes als uns zu einer besseren und logischeren Interpretation der Texte zu führen. Das Entsprechende tun auch andere Geister, die sich in ähnlicher Position befinden.   

 Sukkubus: im mittelalterlichen Dämonenglauben ein weiblicher Dämon, der mit schlafenden Männern verkehrte. Der Inkubus ist dazu der männliche Dämon, der aus Überlieferungen der Antike, sexuelle Wünsche mit Schlafenden auslebte; (Anmerkung des Übersetzers) 63  Einnehmender entgegengesetzter Standpunkte; (Anmerkung des Übersetzers)

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KAPITEL  II ‐  MEIN REICH IST NICHT VON DIESER WELT
Das zukünftige Leben ‐ Das Königreich Jesu ‐ Die Sichtweise Unterweisungen der Geistigen Welt: Ein irdisches Königreich
1. Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden? (...) Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. (Johannes XVIII, 33, 36 und 37)

DAS ZUKÜNFTIGE LEBEN
 2. Mit diesen Worten deutet Jesus sehr klar auf das zukünftige Leben hin. Bei allen Gelegenheiten zeigt er das zukünftige Leben als das Ziel, das die Menschheit haben wird und als etwas, das die hauptsächliche Sorge der Menschen auf der Erde sein soll. Alle seine Maximen berufen sich auf dieses große Prinzip. Tatsächlich, ohne das zukünftige Leben, hätten große Teile seiner moralischen Lehre keinen Sinn. Daher kommt es, dass diejenigen, die an das zukünftige Leben nicht glauben, in dem Glauben sind, dass Jesus nur über das gegenwärtige Leben sprach. Sie verstehen diese Lehre deswegen nicht oder halten sie für kindisch.   Diese Glaubenslehre kann also als die Achse der Christuslehre angesehen werden. Deswegen steht sie vorne, als eine der ersten in diesem Werk. Sie soll das Ziel aller Menschen sein. Nur sie kann die Unregelmäßigkeiten des irdischen Lebens rechtfertigen und in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit Gottes bringen.   3. Die früheren Juden hatten von dem zukünftigen Leben verschwommene Vorstellungen. Sie glaubten an Engel und hielten sie für privilegierte Wesen der Schöpfung. Sie waren dennoch nicht der Überzeugung, dass Menschen, eines Tages, auch Engel werden können und an deren Glückseligkeit teilnehmen werden. Ihrer Ansicht nach würde die Befolgung der Gesetze Gottes mit irdischem Vermögen belohnt, mit der Oberhoheit ihrer Nation oder mit dem Sieg über ihre Feinde. Öffentliche Katastrophen und Niederlagen wären Strafen für den Ungehorsam, den Gesetzen Gottes

KAPITEL  II ‐ Mein Reich ist nicht von dieser Welt      57

gegenüber. Moses konnte nicht mehr als das zu einem Volk von Hirten und Unwissenden sagen, das vor allem durch die Dinge dieser Welt beeindruckt werden musste. Später offenbarte ihnen Jesus, dass es eine andere Welt gibt, wo die Gerechtigkeit Gottes ihren Lauf nimmt; jene Welt, die er denen verspricht, welche die Gebote Gottes befolgen und wo die Gerechten ihre Belohnung erhalten werden. Diese Welt ist sein Reich. Dort ist Jesus in seiner himmlischen Herrlichkeit zu finden, denn dorthin würde er zurückkehren, nachdem er die Erde verlassen hat.   Jesus verkündigte seine Lehre angepasst an den Zustand der Menschen seiner Zeit. Er hielt es für nicht angemessen, ihnen das ganze Licht zu geben. Es würde sie vielmehr verblenden, denn sie würden es nicht verstehen. Er beschränkte sich auf eine gewisse Weise, das zukünftige Leben nur als ein Prinzip, als ein Naturgesetz zu offenbaren, dessen Wirkung niemand entfliehen kann. Jeder Christ müsse gezwungenermaßen an das zukünftige Leben fest glauben. Aber die Vorstellung, die sie darüber haben, ist noch verschwommen, unvollendet und aus diesem Grund, in verschiedenen Punkten nicht der Wahrheit entsprechend. Für viele Menschen gibt es darüber nicht mehr als einen Glauben ohne unbeschränkte Gewissheit; daher der Zweifel und sogar die Ungläubigkeit.  Der Spiritismus ist gekommen, um die Christuslehre, sowohl in Anbetracht dessen als auch in anderen Gesichtspunkten, zu verdeutlichen. Und dabei kommt er zu der Zeit, in der die Menschen sich reif genug zeigen, diese Wahrheit zu verstehen. Mit dem Spiritismus ist das zukünftige Leben nicht mehr nur ein einfacher Glaubenssatz oder eine Hypothese. Das zukünftige Leben wird zu einer greifbaren Realität, durch Fakten bewiesen. Es sind Augenzeugen, die das zukünftige Leben in allen seinen Phasen und Wendepunkten beschreiben. Sie zeigen dies auf eine Weise, die jeden Zweifel darüber unmöglich macht. Es wird jeder gewöhnlichen Intelligenz die Möglichkeit gegeben, sich diese Realität unter ihrem wahren Aspekt vorzustellen. Ähnlich wie man sich ein Land vorstellen kann, wenn man die genaue Beschreibung gelesen hat. Denn die Beschreibung des zukünftigen Lebens ist so ausführlich, die Darstellung des glücklichen oder unglücklichen Zustandes der Existenzen derer, die selbst sich dort befinden so verständlich, dass selbst der Widerspenstige hier zur Erkenntnis kommen muss und sich selbst sagt, dass es nicht anders sein kann. Soeben verdeutlicht sich die wahrhaftige Gerechtigkeit Gottes.

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KAPITEL  II ‐ Mein Reich ist nicht von dieser Welt

DAS KÖNIGREICH JESU
 4. Das Reich Jesu ist gewiss nicht von dieser Welt. Das mag wohl jeder verstehen. Wird er aber auf der Erde nicht auch sein Königreich haben? Der Königstitel bedeutet nicht immer die Ausübung der zeitlichen Macht. Mit einstimmiger Zustimmung gibt man solche Titel jedem, der durch sein Genie den ersten Platz durch irgendeine Tätigkeit erklimmt oder auch jedem, der sein Jahrhundert überragt und Einfluss auf den Fortschritt der Menschheit hat.  Man pflegt in diesem Sinne zu sagen: der König bzw. der Prinz der Philosophen, der Künstler, der Dichter oder der Schriftsteller usw. Dieses Königreich, aus dem persönlichen Verdienst stammend und von der Nachwelt anerkannt, erweist es nicht meistens ein größeres Ansehen als das Königreich, das die tatsächliche Krone trägt? Unvergänglich ist das Erste, während das Zweite ein Spielzeug der Schicksalsschläge ist. Die Generationen, die dem Ersten folgen, segnen es, während sie das andere weltliche Königreich manchmal verfluchen.   Das irdische Königreich endet mit dem Leben. Die Bedeutung des moralischen Königreichs dagegen überdauert die Zeit und behält ihre Stellung. Es regiert insbesondere nach dem Tod. Ist Jesus unter diesem Aspekt, nicht ein mächtigerer König als die Machthaber der Erde? Zu Recht sagte er zu Pilatus: „Ich bin König, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt.“64  

DIE SICHTWEISE
 5. Der klare und deutliche Gedanke, den man von dem zukünftigen Leben hat, schafft einen unerschütterlichen Glauben an die Zukunft. Ein Glaube, der enorme Folgen für die Moral der Menschheit hat, weil er die Sichtweise, in der man das irdische Leben betrachtet, völlig verändert. Für denjenigen, der sich gedanklich in das geistige Leben versetzt, das grenzenlos ist, verwandelt sich das irdische Leben in einen einfachen Übergang, wie ein kurzer Aufenthalt in einem undankbaren Land. Die Schicksalsschläge und die Drangsale dieses Lebens werden nicht anders als Zwischenfälle
64

 Johannes XVIII, 36; (Anmerkung des Herausgebers)

KAPITEL  II ‐ Mein Reich ist nicht von dieser Welt      59

angesehen, die er mit Geduld erträgt. Denn er weiß, dass sie eine kurze Dauer haben und dass danach glückliche Zustände folgen werden. Der Tod erschreckt schon nicht mehr und ist nicht mehr die Tür, die sich zum Nichts öffnet. Stattdessen ist er vielmehr eine Tür, die zur Befreiung führt und durch die der angeblich Verbannte in die Wohnung der Glückseligkeit und des Friedens hingeht. Da es ihm bewusst ist, dass sein momentaner Aufenthalt vorübergehend und nicht endgültig ist, schenkt er den Sorgen des Lebens keine große Aufmerksamkeit. Daraus ergibt sich für ihn eine Geistesruhe, welche die Leiden und die Bitterkeit des Lebens mildert.  Durch den schlichten Zweifel am zukünftigen Leben beschränkt der Mensch seine ganzen Gedanken auf das irdische. Ohne die Gewissheit der Zukunft gibt der Mensch sich ganz der Gegenwart hin. Da er kein wertvolleres Vermögen als das der Erde sieht, handelt er ähnlich einem Kind, das nichts anderes außer seinen Spielzeugen sehen kann. Es tut alles, um dieses für ihn einzig wahre Vermögen zu bekommen. Der kleinste Verlust davon verursacht ihm quälenden Kummer. Eine Täuschung, eine Enttäuschung, ein unbefriedigter Ehrgeiz, das Opfer einer Ungerechtigkeit zu sein, die Verletzung des Stolzes oder seiner Eitelkeit verursachen solche Qualen, die seine Existenz in ewige Angstgefühle verwandeln. Somit legt er sich selbst eine dauernde, wahre Tortur auf. Von seinem Gesichtspunkt aus gesehen, von der Stelle, wo er sich selbst befindet und von wo aus er das irdische Leben betrachtet, nimmt alles um ihn herum riesige Proportionen an. Sowohl das Unglück, das ihm widerfährt, als auch das anderen Menschen zustehende Gute, nehmen eine große Wichtigkeit in seinen Augen ein. Für denjenigen, der sich in einer Innenstadt befindet, scheint alles um ihn herum groß zu sein, sowohl Menschen in einer höheren Stelle, als auch die Monumente. Steigt er aber auf einen Berg, wird ihm alles klein erscheinen ‐ Menschen und Gegenstände.  Das geschieht mit denen, die das irdische Leben unter dem Gesichtspunkt des zukünftigen Lebens betrachten: Die Menschheit verliert sich dann wie die Sterne am Himmel in der unermesslichen Weite. Man bemerkt dann, dass große und kleine sich vermengen, wie die Ameisen auf einem Hügel. Man sieht die gleiche Statur von Proletariern und Fürsten und bedauert, dass diese kurzlebigen Wesen sich so überanstrengen, um ihre Stellung in der Gesellschaft zu erobern. Dabei wird diese Anstrengung sie nur ein wenig erheben und sie werden diese Stellung nur für eine kurze Zeit

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KAPITEL  II ‐ Mein Reich ist nicht von dieser Welt

beibehalten. Daher folgt, dass die gegebene Wertschätzung des irdischen Vermögens immer im umgekehrten Verhältnis zum Glauben an das zukünftige Leben steht.  6. Wenn alle Menschen so denken würden, würde man meinen, dass alles auf der Erde gefährdet wäre, weil sich niemand mehr mit den irdischen Sachen beschäftigen würde. Nein, der Mensch sucht instinktiv seinen Wohlstand. Und auch wenn er weiß, dass er nur für eine kurze Zeit da bleiben wird, wo er ist, versucht er sich so gut wie möglich dort einzurichten. Denn jeder würde seine Hand wegnehmen, wenn er unter ihr einen Dorn spürt, um nicht gestochen zu werden. Der Wunsch nach Wohlstand zwingt folglich den Menschen alles zu verbessern. Er wird vom Instinkt des Fortschrittes und dem Instinkt der Erhaltung angetrieben, die in den Gesetzen der Natur verankert sind. Er arbeitet nun sowohl aus Notwendigkeit als auch wegen der Pflicht oder auch, weil er das gerne tut, dem Plan der Vorsehung befolgend, die ihn dafür auf die Erde gesetzt hat. Wer sich mit der Zukunft beschäftigt, gibt der Gegenwart nicht mehr als eine relative Wichtigkeit und erholt sich leichter von seinen Misserfolgen. Er blickt auf das zukünftige Leben, das auf ihn wartet.  Gott verurteilt dementsprechend die irdischen Genüsse nicht, sondern den Missbrauch dieser Genüsse zum Nachteil der Seele. Vor solchem Missbrauch sind diejenigen bewahrt, welche die Worte Jesu „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ auf sich selbst anwenden.  Wer sich mit dem zukünftigen Leben identifiziert, ähnelt dem Reichen, der eine kleine Summe verliert, ohne sich aufzuregen. Wer sich jedoch seine Gedanken auf das irdische Leben konzentriert, ähnelt dem Armen, der alles, was er noch hatte, verliert und seine ganze Hoffnung aufgibt.   7. Der Spiritismus erweitert das Denken und eröffnet dem Menschen einen neuen Horizont. Der Spiritismus zeigt, dass dieses irdische Leben nichts anderes als ein Glied in der harmonischen und herrlichen Gesamtheit des Werkes des Schöpfers ist. Das ist anders als der kleine und beschränkte Blick, den jemand auf das gegenwärtige Leben konzentriert und dadurch den Augenblick des Lebens auf der Erde zur einzigen und zerbrechlichen Achse ewiger Zukunft macht. Er zeigt das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Existenzen eines einzigen Wesens mit allen Wesen eines Planeten und allen Wesen anderer Welten vereinigt. So schafft der Spiritismus eine

KAPITEL  II ‐ Mein Reich ist nicht von dieser Welt      61

Basis und eine Daseinsberechtigung für die universelle Gemeinschaft; wohingegen die Lehre der Schöpfung der Seele bei jeder Geburt des Körpers alle Wesen untereinander zu Fremden macht. Diese Solidarität zwischen den Teilen eines einzigen Ganzen erklärt das, was unerklärbar bleibt, wenn man nur eines Teils davon gedenkt. In der Zeit von Christus hätte die Menschheit diese Gesamtheit nicht verstehen können und aus diesem Grund überlässt er es einer anderen Zeit, dies bekannt zu geben.   UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT

EIN IRDISCHES KÖNIGREICH
 8. Wer könnte diese Wahrheit der Worte von Jesus Christus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ besser verstehen als ich? Auf der Erde richtete der Stolz mich zu Grunde. Wer könnte drum die Wertlosigkeit des irdischen Reichtums besser verstehen als ich? Was habe ich von meinem irdischen Königtum mitgenommen? Nichts! Überhaupt nichts! Um diese Lektion noch furchtbarer zu machen, hat mein Königtum mich nicht einmal bis zum Grab begleitet. Königin unter den Menschen, dachte ich, dass ich auch wie eine Königin in das Reich Gottes eintreten würde. Was für eine Enttäuschung! Was für eine Demütigung, als ich, statt als Fürstin empfangen zu werden, hoch über mir ‐ nämlich viel höher, die Menschen gesehen habe, die ich für unbedeutend hielt und die ich verachtete. Sie hatten kein adliges Blut. Oh, wie sehr habe ich dann die Unfruchtbarkeit der Ehren und der Hoheit verstanden, denen man mit so viel Gier auf der Erde nacheilt!  Um einen Platz im geistigen Reich zu erlangen, sind Entsagung, Demut, die in ihrer ganzen Erhabenheit praktizierte Nächstenliebe und das Wohlwollen zu allen Menschen nötig. Man wird euch nicht fragen, was ihr wart und auch nicht, welche Stellung ihr besaßet, sondern nach dem Guten, das ihr getan habt und wie viele Tränen ihr getrocknet habt.  O Jesus! Du hast uns gesagt, dass dein Reich nicht von dieser Welt ist und dass das Leiden notwendig sei, um den Himmel zu erreichen. Die Stufen eines Thrones bringen niemanden näher dorthin. Vielmehr führt der schmerzlichste Weg des Lebens zu ihm. Sucht also den Weg zum Himmel durch Dornen und Stacheln und nicht durch Blumen!

die das Reich des Himmels nicht erreicht haben. dass sie nur Schatten ergriffen haben und das einzig wahre und dauerhafte Vermögen verachtet haben. was ihnen in der himmlischen Wohnung nützlich ist. Hier verschwinden aber alle Illusionen. verachtet. um das irdische Vermögen zu erreichen.62 KAPITEL  II ‐ Mein Reich ist nicht von dieser Welt  Die Menschheit eilt. das Einzige. Sie haben das Einzige. Helft ihnen mit eueren Gebeten. als ob sie es für die Ewigkeit bewahren könnte. das ihnen den Eintritt zu dieser Wohnung ermöglicht. 1863)   . weil das Gebet den Menschen dem Allerhöchsten näher bringt. Le Havre. Das Gebet ist das Bindeglied zwischen Himmel und Erde.  Habt Mitleid mit denen. Bald nehmen die Menschen wahr. Vergesst das nicht!  (Eine Königin aus Frankreich.

Das Haus des Vaters ist das Universum. meistens einsam. noch geortet werden können. Während schließlich der boshafte Geist. selbst wenn sie weder Begrenzung haben. seine Gefühle und seine Wahrnehmungen unendlich variieren. erheben sich andere und durcheilen den Raum und die Welten. euch die Stätte zu bereiten. (Johannes. XIV. in dem er sich befindet. Während einige schuldige Geister in der Finsternis umherirren. die in Stufen geschieht. Ursache des menschlichen Elends Unterweisungen der Geistigen Welt: Niedere Welten und erhabene Welten ‐ Welten der Abbüßungen und der Prüfungen ‐ Erneuerungswelten ‐ Progression65 der Welten 1. wie sehr er gereinigt und von dem materiellen Bande losgelöst ist. genießt andererseits der Gerechte in der Geselligkeit seiner Geliebten die Freude einer unbeschreiblichen Glückseligkeit. wo ich bin. die ihnen entsprechend ihrer Entwicklung zusteht. unter dem Druck der moralischen Schmerzen leidet. 1 ‐ 3) VERSCHIEDENE ZUSTÄNDE DER SEELE IN DER ERRATICITÄT  2. werden der Lebensraum. Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen. euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe. in der sie gelebt haben. 65  Eine Entwicklung. Folglich gibt es auch dort viele Wohnungen. Je nachdem.KAPITEL  III ‐  IN MEINES VATERS HAUSE SIND VIELE WOHNUNGEN Verschiedene Zustände der Seele in der Erraticität ‐ Verschiedene Kategorien der bewohnten Welten ‐ Bestimmung der Erde. (Anmerkung des Übersetzers) . Wennʹs nicht so wäre. gequält von Gewissensbissen und Reue. getrennt von den Geliebten. ohne Trost. Während einige sich von der Sphäre. genießen die Glückseligen eine strahlende Reinheit und das erhabene Schauspiel des Unendlichen. Die verschiedenen Wohnungen sind die Welten.  Unabhängig von der Verschiedenartigkeit der Welten können diese Worte Jesu auch im Hinblick auf den glücklichen oder unglücklichen Zustand des Geistes in der Erraticität verstanden werden. damit ihr seid. nicht entfernen können. hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin. die den unendlichen Raum umkreisen und den inkarnierten Geistern jene Behausung darbieten.

dass das Leben in den entwickeltesten Welten gewissermaßen vollständig geistig ist. In den Zwischenwelten gibt es sowohl das Gute als auch das Schlechte. Die glückseligen Welten. Die himmlischen oder göttlichen Welten. in denen die Bösartigkeit noch vorherrscht. wo das Gute die Schlechtigkeit überwiegt. neue Kraft schöpfen und sich von den Anstrengungen der Lebenskämpfe ausruhen. Und andere wiederum sind bereits mehr oder weniger in allen Aspekten erhabener. je nach dem Grad des Fortschrittes der Mehrheit ihrer Bewohner. die noch büßen müssen. sie aufgrund des Zustandes. Dort herrscht entweder das eine oder das andere. die physisch und moralisch noch unterentwickelter sind als die Erde. Aus der Lehre der Geister geht hervor.   In den niederen Welten ist die Existenz sehr materiell behaftet. Als Grundlage einer allgemeinen Einteilung bedient man sich ihrer hervorstechenden Eigenschaften:  Die primitiven Welten. Sie werden von Leidenschaften regiert und das moralische Leben existiert dort fast nicht. in dem sie sich befinden und ihrer Bestimmung zu klassifizieren. deswegen lebt der Mensch hier konfrontiert mit so viel Elend. Die Welten der Abbüßungen und der Prüfungen. Unter diesen weniger entwickelten Welten gibt es solche. Wohnort der gereinigten Geister. die für die ersten Inkarnationen der menschlichen Seele bestimmt sind. Entsprechend der Entwicklung dieses moralischen Lebens nimmt dann der Einfluss der Materie ab und zwar dergestalt. dass der Zustand der Welten untereinander sehr variiert. ist es jedoch möglich.  Die Erde gehört zu der Kategorie der Welten der Abbüßungen und der Prüfungen.   Selbst wenn man keine absolute Einteilung der verschiedenen Welten vornehmen kann.64 KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen VERSCHIEDENE KATEGORIEN DER BEWOHNTEN WELTEN  3. in denen ausschließlich das Gute herrscht. Die Welten der Erneuerung. . was den Grad der Entwicklung oder der Unterentwicklung seiner Bewohner anbelangt. Andere befinden sich in der gleichen Kategorie wie wir. 4. in denen die Seelen.

Genauso bestrafend ist es für sie. so viel Elend und Krankheiten aller Arten gibt. die sie durchlaufen müssen. die mit Verstand begabt sind. die ein falsches Bild von der Gesamtheit geben. sondern nur ein kleiner Bruchteil davon. ihren Aufenthalt auf einer unglücklichen Welt zu verlängern. welche die unzähligen Welten des Universums bevölkern. Andererseits ist es für sie eine Strafe. Man würde sich von den Bewohnern einer großen Stadt eine falsche Vorstellung machen. solange sie in der Böswilligkeit verharren.KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen      65 5. Diese Welten stellen ihrerseits ebenso viele Stationen dar. was ist die Bevölkerung der Erde angesichts der gesamten Bevölkerung all dieser Welten? Viel weniger als ein Dorf im Vergleich zu einem großen Reich. gehen sie in eine weiter fortgeschrittene Welt. Wenn sie den Entwicklungsgrad erlangt haben. BESTIMMUNG DER ERDE. gezwungen zu sein. den die Welt. Viele wundern sich. Auf jeder von ihnen finden sich Elemente des Fortschrittes. die menschliche Gattung sei eine traurige Angelegenheit. welche sie verlassen müssen. in eine Welt zu gehen. Es ist für sie eine Belohnung. Der materielle und moralische Zustand der irdischen Menschheit überrascht nicht mehr. Dieses Urteil entspringt einer engstirnigen Betrachtungsweise derjenigen. Die menschliche Gattung umfasst in der Tat alle Wesen. um die Vollkommenheit zu erreichen. die noch unglücklicher ist als die. so viel niedere Begierde. Die in einer Welt inkarnierten Geister sind nicht für immer an diese gebunden. Man muss zunächst bedenken. URSACHE DES MENSCHLICHEN ELENDS  6. Zu dieser sind sie verhindert zurückzukehren. Sie schließen daraus. So geschieht es weiter. bis sie den Zustand der reinen Geister erreichen. ermöglicht. dass es auf der Erde so viel Bosheit. dass sich nicht die ganze Menschheit auf der Erde befindet. die sie bewohnen. gemessen an der Entwicklung. die sie schon erreicht haben.   7. Nun. wenn man die Bestimmung der Erde und die Beschaffenheit derer. begreift. wenn man sie nach den winzigsten und . Sie schließen auf dieser Welt auch nicht alle Phasen des Fortschrittes ab. in der sie leben. sich auf eine Welt der erhabeneren Ordnung zu begeben.

ein Gefängnis und als einen ungesunden Ort vor ‐ denn sie ist gleichzeitig all das ‐ so wird man verstehen. die auf der Leiter des Fortschrittes über oder unter ihr ist. Sie haben die menschliche Gestalt ohne jegliche Schönheit. Es sind Spuren des primitiven Zustandes unseres Planeten. in einem Gefängnis versammeln sich allerlei Schandtaten und Laster.  Wenn man die Erde als Vergleich nimmt. der nichts Falsches getan hat. Schließlich bringt man gesunde Menschen nicht in das Krankenhaus und noch weniger einen. warum der Kummer die Freude übertrifft.  . dass immer noch Menschen auf dem Niveau wilder Rassen oder barbarischer Völker unter uns zu finden sind. in eine Besserungsanstalt. sondern sehr relativ. Jedoch genauso wenig wie die ganze Bevölkerung einer Stadt in Krankenhäusern oder Gefängnissen untergebracht ist. rudimentär. Stellt man sich die Erde als einen Vorort. in einer gewissen Art. Da sie keine Industrie und Erfindungen haben. in den elenden Regionen ist die Mehrheit der Bewohner blass. in der Annahme. wenn er von seinen moralischen Krankheiten geheilt ist. Und wie diejenigen. Die brutale Kraft ist das einzige Gesetz unter ihnen. verbringen sie das Leben mit der Suche nach Nahrung. In einem Krankenhaus sieht man nichts anderes als Kranke und Verstümmelte. Weder die Krankenhäuser noch die Besserungsanstalten sind Orte der Wonne. die aus dem Krankenhaus geheilt gehen und andere. Eine Welt ist niederer oder erhabener bezüglich einer anderen. die nach dem Absitzen ihrer Strafe das Gefängnis verlassen. UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT NIEDERE WELTEN UND ERHABENE WELTEN  8.66 KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen verkommensten Wohnvierteln beurteilen würde. dünn und kränklich. verweilt die ganze Menschheit auf der Erde. Jedenfalls sind die Bewohner in den rückständigeren Welten. Die Qualifizierung der niederen und erhabenen Welten ist nicht uneingeschränkt. noch durch Auffassungen von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit gemäßigt. kann man sich eine Vorstellung von einer niederen Welt machen. so verlässt der Mensch die Erde. Ihre Instinkte werden weder durch zarte beziehungsweise wohlwollende Gefühle. Nun gut. ein Krankenhaus.

In den reinen. Ihr Körper hat nichts von der irdischen Stofflichkeit und ist folglich nicht den Bedürfnissen. Sie erscheinen ihren Freunden so wie diese sie gekannt haben. Statt beschwerlich über den Boden zu schlurfen. Das ist die Vorbereitung für den Aufstieg in ein vollkommeneres Leben. 9. ähnlich wie man sich die Engel vorstellt oder wie man sich in der Antike die Manen66 in den Champs‐Elysees vorgestellt hat. wie in einem erwachsenen Menschen sein Embryo. welche aus der Vorherrschaft der Materie resultieren. Dieser Instinkt reicht aus.  66  Gute Geistwesen der Verstorbenen in der römischen Mythologie. die der Mensch durchläuft. Sie sind keine degradierten Wesen. sind die Umstände des moralischen und materiellen Lebens vollkommen anders als in denen des Lebens auf der Erde. vervollkommnet und vor allem gereinigt. die eine hohe Entwicklungsstufe erreicht haben. leuchten die Intelligenz und das Leben derart auf. Die viel feineren Sinne nehmen das wahr. In den Welten. gleiten sie gewissermaßen über die Oberfläche oder sie segeln in der Atmosphäre ohne irgendeine weitere Anstrengung außer der des Willens. An Stelle von blassen und durch Leiden und Leidenschaften gezeichnete Gesichter. dass Maler diesen Glanz als Aureole oder Heiligenschein darstellten. sondern unwissende Kinder auf dem Weg des Erwachsenwerdens.  (Anmerkung des Herausgebers) . auch nicht den Krankheiten oder dem Verfall unterworfen. Tief in der Finsternis der Intelligenz verbirgt sich eine verschwommene mehr oder weniger entwickelte Intuition von einem höchsten Wesen. was die Grobstofflichkeit der Organe in unserer Welt verbirgt. Sie ist jedoch verschönert. die fortwährend erhaben sind. um sich weiter zu entwickeln als die anderen. dennoch strahlend von göttlichem Licht. verwandelt durch die inneren Empfindungen.KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen      67  Gott verlässt aber keines Seiner Geschöpfe. Zwischen den Entwicklungsstadien gibt es insofern unzählige Stufen. Dies geschieht. Die Menschen in den glückseligen Welten behalten nach ihrem Belieben die Gestalt ihrer vergangenen Existenzen. Wie überall. unstofflichen und von himmlischer Herrlichkeit glänzenden Geistern ist deren früheres primitives Wesen genauso sehr schwer zu erkennen. Die spezifische Leichtigkeit ihres Körpers ermöglicht eine schnelle und leichte Fortbewegung. ist dort die Gestalt des Körpers immer die menschliche.

ermöglicht eine schnelle Entwicklung der Körper und verkürzt ihre Kindheit oder hebt sie fast auf. Die Stärkeren helfen den Schwächeren. Hass. Sie besitzen etwas in größerer oder kleinerer Menge. noch von Geburt an Privilegierte. wird er als eine glückliche Verwandlung angesehen. um den reinen Geistern ähnlich zu werden. Mit einem Satz: Die Schlechtigkeit gibt es dort nicht. schäbige Eifersucht und die niedere Gier des Neides sind dort unbekannt. Der Mensch versucht sich nicht über den Menschen zu erheben. indem er sich weiter entwickelt. strahlt sie. das ihn mit Inbrunst zum Lernen verleitet. Dieser unablässige Wunsch ist für ihn keine Qual. Die Autorität von jemandem wird immer geachtet. Sie genießt eine Klarheit. weil Zukunftsängste nicht existieren. 10. .68 KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen  Der geringe Widerstand. Da die Seele während des Lebens nicht in eine enge Materie eingezwängt ist. Ein Band der Liebe und der Brüderlichkeit vereinigt alle Menschen. Die Langlebigkeit steht grundsätzlich im Verhältnis zu dem Grade des Fortschrittes der Welten. die sie in einen nahezu dauerhaften Zustand der Befreiung versetzt und ihr die freie Übertragung des Gedankens ermöglicht. Niemand leidet dennoch Mangel am Notwendigen. je nachdem. befreit von Sorgen und Angstgefühlen. Es gibt weder Sklavenhalter. Das Leben. den die Materie den fortgeschrittenen Geistern leistet. noch Sklaven. Der Tod unterliegt dort nicht dem Grauen des Zerfalls. weil sie nur aufgrund von Verdienst verliehen und immer im Einklang mit der Gerechtigkeit ausgeübt wird. Alle zärtlichen und erhabenen Empfindungen der menschlichen Natur befinden sich dort erhöht und gereinigt. da sich dort niemand zur Abbüßung befindet. Nur die moralische und vernunftbegabte Überlegenheit bestimmt die verschiedenen Zustände und gilt als einzige Hoheit. sondern über sich selbst. in welchem Maße sie es sich durch ihre Vernunftbegabung auch erworben haben. sondern ein edles Streben. In diesen glückseligen Welten werden die immer freundschaftlichen Beziehungen von einem Volk zu einem anderen nie durch den Ehrgeiz gestört. die Kategorie der reinen Geister zu erreichen. Statt Entsetzen zu verursachen. seinen Nachbarn zu beherrschen und auch nicht durch daraus resultierende Kriege. Sein Ziel ist es. ist verhältnismäßig viel länger als das auf der Erde.

zu beobachten? Die Überlegenheit der Vernunftbegabung einer großen Zahl ihrer Bewohner zeigt. Die hohen Kategorien sind für alle erreichbar. Er kann deswegen nur über etwas sprechen. hatte er nur Leiden und Elend erfahren und die himmlische Helligkeit konnte er nicht einmal ahnen. um sich die Qualen der Hölle auszumalen. Er lässt alle vom gleichen Standpunkt aus anfangen und gibt keinem mehr als den anderen. (Zusammenfassung der Lehre aller erhabenen Geister bezüglich dieses Themas) WELTEN DER ABBÜSSUNGEN UND DER PRÜFUNGEN  13. um diese Welten zu erreichen. sie schneller zu erreichen. um die Gesundheit zu schätzen. Es liegt nun an ihnen. die Welt. die dort keinen Zugang haben. In den erhabenen Welten sind solche Gegensätze nicht notwendig. was ihr noch nicht kennt. wenn es doch reicht. Was soll ich euch sagen. das er kennt. gestört wird. dass die Erde keine primitive Welt ist. die soeben aus den Händen des Schöpfers hervorgegangen sind. oder über Jahrhunderte hinweg in dem Morast der Menschheit untätig zu bleiben. In euerer Welt habt ihr die Schlechtigkeit nötig. die nicht durch Angstgefühle des materiellen Lebens oder durch Kontakt mit den niederen Bosheiten. dass sie schon gelebt und gewisse Fortschritte gemacht haben. das er vor sich hat. Je mehr er sich jedoch erhebt und reinigt. gibt Er allen die gleichen Rechte und die gleichen Fertigkeiten. beweisen andererseits. konnte sich aber nie die Freude des Himmels vorstellen. um das Gute zu spüren. Der menschliche Geist hat große Schwierigkeiten dies zu verstehen. desto mehr erleuchtet sich sein Horizont und er versteht das Gute. über die Welten der Abbüßungen. die Nacht. die Krankheit. Er war sehr erfinderisch. wie er das Schlechte verstand. Die angeborenen Eigenschaften. welche die Menschen hier mit sich bringen. Aber warum das? Da er in einem niederen Zustand ist.KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen      69 11. Die glückseligen Welten sind jedoch keineswegs privilegierte Welten. 12. deren Bestimmung in der Inkarnation von Geistern liegt. in der ihr wohnt. die ewige Schönheit und die ewige Gemütsruhe der Seele verschaffen eine ewige Freude. um das Licht zu bewundern. ebenso. Das ewige Licht. das hinter ihm bleibt. . durch ihre Arbeit dorthin zu gelangen. Da Gott nicht für irgendeines Seiner Kinder Partei ergreift.

Sie bekamen den Auftrag. sind Anzeichen einer großen moralischen Unvollkommenheit. Dort sollen sie durch schwere Arbeit und im Elend des Lebens ihre Fehler büßen. (Anmerkung des Übersetzers) . da sie ihre entwickelte Intelligenz und die Keime der erworbenen Kenntnisse mitgenommen haben. da sie mehr Empfindungsvermögen besitzen und bei den Schwierigkeiten mehr leiden als die primitiven Rassen. die gegenüber dem Gesetz Gottes aufständisch sind. deren Vielfältigkeit unendlich ist.67 Sie haben schon auf anderen Welten gelebt und sind aufgrund ihres hartnäckigen Festhaltens an der Bosheit und. Einige von ihnen haben die intellektuelle Vollkommenheit aufgeklärter Völker erreicht.   14. um abzubüßen. Diese Rassen sind es auch.  Die Geister im Zustand der Abbüßung auf der Erde sind. als Verbannungsort für Geister zu dienen. deren moralischer Sinn ein stumpfer ist. Die Rassen. Sie haben dennoch das gemeinsame Merkmal. die ihr „Wilde“ nennt. diese vorwärts zu bringen. die sich nach und nach durch jahrhundertelange Zeitabschnitte erhoben haben. Sie sind. in gewisser Weise. Sie wurden für einige Zeit zu rückständigen Geistern verbannt.70 KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen Aber die zahlreichen Laster. die auf dem Weg des Fortschrittes sind. Deswegen hat Gott sie in einer unangenehmen Welt untergebracht. von dort ausgeschlossen worden. die unter dem bitteren Elend des Lebens besonders leiden. Nach diesen kommen die halb zivilisierten Rassen. Darum befinden sich die abbüßenden Geister unter den intelligentesten Rassen. welche 67  Original französisch:  »exotiques« . Diese verbannten Geister müssen in diesen Welten gleichzeitig gegen die Perversion der Menschen und gegen die Härte der Natur kämpfen. Die Erde ist also eine dieser Welten der Abbüßungen. sind Geister. bis sie es sich verdient haben. weil sie Störungen bei den Guten verursachten. von den gleichen Geistern gebildet. zu denen die Menschen neigen. wenn man es so ausdrücken möchte. aus einem sehr fernen Land stammend.   15. die indigenen Völker der Erde. Durch den Kontakt mit fortgeschrittenen Geistern werden sie sich entwickeln. Nicht alle auf der Erde inkarnierten Geister sind dennoch hier hergekommen. zu einer glücklicheren Welt aufzusteigen. die erst aus der geistigen Kindheit gekommen sind und die sich auf der Erde gewissermaßen in einer Erziehungsphase befinden. Es ist eine doppelt beschwerliche Arbeit.

deren Sklaven ihr noch seid. welche die Materie regieren. im Besitz ihres freien Willens. Die Menschheit auf den Erneuerungswelten erleidet eure Empfindungen und Wünsche. wie auch die des Überganges. über sich selbst bestimmend. Sie ist frei von Stolz. die am blauen Himmelsgewölbe funkeln.    17. Aber o weh. viele erliegen! Da Gott sie nicht zunichte machen will. zu diesen Welten zu gehen. In Unkenntnis des Guten und des Unguten können sie dort. Und so macht Gott in Seiner Güte. versuchen Ihm entgegenzugehen und befolgen Seine Gesetze. schleppt mit sich seine primitiven Welten. Ein vollkommenes Rechtsgefühl regelt die gesellschaftlichen Beziehungen. dass sogar die Strafe dem Fortschritt des Geistes diene. Ihr habt schon von den umfassenden Fähigkeiten gehört. Jeder planetarische Wirbel im Weltraum. Wie viele Welten sind unter den Sternen.KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen      71 die Intelligenz und die Eigenschaft des Herzens entwickelt. um Gutes zu tun. die wie eure von dem Herrn für Abbüßungen und Prüfungen bestimmt sind! Es gibt die elenderen und die besseren. In jedem Gesicht steht das Wort Liebe geschrieben. (Hl. Die Erneuerungswelten dienen als Übergang zwischen den Welten der Abbüßung und den glückseligen Welten. mit denen die Seele ausgestattet wurde. erlaubt Er ihnen. der sie erstickt. Alle erkennen Gott an. Augustinus. die man Erneuerungswelten nennen kann. Es ist euch schon über Welten berichtet worden. auf denen die neu geborenen Seelen untergebracht werden. In solchen Welten ist der Mensch ohne Zweifel noch immer den Gesetzen unterworfen. die der Prüfungen. der sich um ein allgemeines Zentrum dreht. 1862)     ERNEUERUNGSWELTEN  16. . in Gottes Richtung fortschreiten. der sie quält und von Hass. Paris. wo sie sich Inkarnation für Inkarnation reinigen und erneuern. Die reumütige Seele findet dort Ruhe und Erholung und reinigt sich schließlich. sie ist aber befreit von ungezügelter Leidenschaft. der das Herz verstummen lässt. Dann kehren sie würdig in die für sie bestimmte Seligkeit zurück. der Erneuerung und die der Glückseligkeit. die Welten der Verbannung. von Neid.

die von Gott selbst kommt. Er versteht. (Anmerkung des Übersetzers) . Ach. wo neue und noch schrecklichere Prüfungen auf ihn warten. die über eueren Köpfen funkeln und fragt euch selbst. sondern nur die Empfindung eines reinen himmlischen Perisprits.68 Sie wird die Ausstrahlung atmen. denn diese sind wie die Ruhe nach dem Sturm und die Genesung nach einer grausamen Krankheit. Im Vergleich zur Erde sind diese Welten sehr glücklich und viele unter euch würden sich freuen. kann er wieder in die Welten der Abbüßungen zurückfallen. die der Herr denjenigen verspricht. dort zu wohnen. Dort muss er noch Prüfungen ertragen. dass es andere Freuden gibt. dass euch nach der Abbüßung auf der Erde eine Erneuerungswelt ihr Inneres öffnet. sondern die Morgenröte dieses Glückes. Paris. in diesen Welten ist der Mensch aber immer noch fehlbar und der Geist des Übelwollens hat dort seine Herrschaft nicht endgültig verloren! Nicht vorwärts zu kommen bedeutet zurückzugehen und.  (Hl. denn er ist weniger an materielle Sachen gebunden. wenn der Tod ihren Körper noch einmal dahingerafft hat.  Betrachtet also dieses blaue Gewölbe bei Nacht. Sie wird keine materiellen und grobstofflichen Sinne mehr haben.72 KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen  Dennoch herrscht in diesen Welten noch nicht das vollkommene Glück. Der Mensch dort ist immer noch aus Fleisch und deswegen den Schicksalsschlägen unterworfen.   18. umgeben von Schwingungen der Liebe und Nächstenliebe. die von Seinem Inneren ausgesendet werden. 1862)  68  Geisterhülle. Der Mensch dort sieht jedenfalls die Zukunft besser als ihr. Ihnen steht dann das wahre Leben zu. Dann wird die Seele über allen Horizonten befreit schweben. Augustinus. die ihrer würdig sind. welche zu Gott führen und bittet Ihn. in der Stunde der Ruhe und des Gebetes und diese unzähligen Sphären. aber ohne die schmerzlichen Angstgefühle der Abbüßung. sollte der Mensch noch nicht ganz fest auf dem Wege des Guten sein. von denen nur die vollständig unstofflichen Wesen befreit sind.

Denn alles stirbt. der Pflanzen und seines Wohnraumes. welche die Erde bewohnen. nämlich die Erde. konzentrieren oder gar die ganze Menschheit würde sich auf die wenigen Menschen. Der Fortschritt ist eines der Gesetze der Natur. dass alles wächst und gedeiht. Die Erde hat eine ihrer Umwandlungsphasen erreicht. 1862)   . je mehr sie sich selbst auf dem Pfad des Fortschrittes vorwärts bewegen. dass sie eine unaufhörlich progressive Skala durchläuft. beschränken!  Gemäß diesem Gesetz war die Erde materiell und moralisch in einem niedereren Zustand als heute und sie wird unter diesem Doppelaspekt einen erhabeneren Grad erreichen. in der sie von einer Welt der Abbüßungen zu einer Welt der Erneuerung verwandelt wird. Paris.  (Hl. um durch die Verwandlung in einen vollkommenen Zustand zu gelangen. Wie großartig ist doch dieser Gedanke und wie würdig der Erhabenheit des Schöpfers! Wie klein und unwürdig Seiner Macht gegenüber ist dagegen der Gedanke. die den Menschen als das Ende von allem erscheint. ist nur ein Mittel. Selbst die Zerstörung. Wenn jemand eine Welt in ihren verschiedenen Phasen verfolgen könnte. Er würde außerdem sehen. um wieder aufzuleben und Nichts kehrt in das Nichts zurück.  Zeitgleich mit der moralischen Entwicklung aller lebendigen Wesen entwickeln sich auch die Welten. Augustinus. Gott würde Seine ausschließliche Sorge und Vorsehung auf dieses verschwindend kleine Sandkorn. weil dann das Gesetz Gottes auf ihr überwiegen wird. Alle lebenden und leblosen Wesen der Schöpfung sind ihm durch die Güte Gottes unterworfen. von dem Moment an. in der die Menschen glücklich sein werden. seiner Helfer. weil in der Natur nichts unveränderlich ist. dass diese Welt ihren Bewohnern einen umso angenehmeren Aufenthalt bietet. deren einzelne Schritte jedoch für jede Generation unbemerkbar bleiben.KAPITEL  III ‐ In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen      73 PROGRESSION DER WELTEN  19. auf denen sie wohnen. in dem sich die ersten für ihren Aufbau bestimmten Atome zusammenballen. würde er sehen. In dieser Form verläuft der Fortschritt des Menschen parallel zu dem der Tiere. in materieller Weise. Er will.

wer sagt ihr. Und Herodes sprach: Johannes. Da verstanden die Jünger. andere. (Matthäus XVI.KAPITEL  IV ‐  KEINER KANN DAS REICH GOTTES SEHEN. daß der Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Einige sagen. wer ist aber dieser. Markus. daß sie niemandem von ihm sagen sollten. du seist Elia. von andern aber: Einer von den alten Propheten ist auferstanden. und er wurde unruhig. denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart. daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte. daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus.” (Markus VIII. VIII. des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du. den Landesfürsten. sondern haben mit ihm getan. du seist Johannes der Täufer. Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute. sondern mein Vater im Himmel. Er fragte sie: Wer sagt denn ihr. über den ich solches höre? Und er begehrte ihn zu sehen. 14 ‐ 15) 3. (Nach der Verklärung) Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten. 10 ‐ 13. zuerst müsse Elia kommen? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Elia soll freilich kommen und alles zurechtbringen. daß ich sei? Sie antworteten ihm: Einige sagen. von einigen aber: Elia ist erschienen. (Matthäus XVII. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute. Jonas Sohn. Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen. Und er fragte sie: Ihr aber. 11 ‐ 13)  „Und Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. du seist Jeremia oder einer der Propheten. Simon. (Anmerkung des Herausgebers) 69 . aber sie haben ihn nicht erkannt. IX. daß ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen. den habe ich enthauptet. einige sagen. was geschah. wieder andere. alles. was sie wollten. während die einmalige Existenz sie bricht Unterweisungen der Geistigen Welt: Grenzen der Inkarnation ‐ Ist die Inkarnation eine Strafe? 1. du seist Johannes der Täufer.  WENN ER NICHT WIEDERGEBOREN WIRD Auferstehung und Reinkarnation ‐ Die Reinkarnation stärkt die Familienbande. andere. du seist Elia. Markus VI. 7 – 9. 27 ‐ 30)69 2. 27 – 30). So wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Markus. 13 ‐ 17. weil von einigen gesagt wurde: Johannes ist von den Toten auferstanden. Es kam aber vor Herodes. ( Lukas IX. du seist einer der Propheten.

  (Anmerkung des Herausgebers) . wahrlich. die du tust. dass mit dem Tod alles zu Ende sei. daß jemand von neuem geboren werde. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus. ein Mensch. Nur die Sadduzäer glaubten. Sie bezeichneten als Auferstehung das.hagalil. einer von den Oberen der Juden. wenn die Körperbestandteile bereits lange aufgelöst sind und aufgezehrt wurden. Auferstehung ist in der Tat die Vorstellung. du bist ein Lehrer. was der Spiritismus in verständlicher Weise Reinkarnation nennt. wussten aber nicht genau. Denn Johannes sah man schon als kleines Kind und seine Eltern waren bekannt. Wenn. Im «Sohar» (Leuchten) in Paraschat «Mischpatim» unter dem Titel «Saba de Mischpatim» (Großvater oder Alter Mann der Paraschat Mischpatim) werden die Geheimnisse der Reinkarnation ausführlich diskutiert. ich sage dir: Es sei 70 „Das Thema des «Gilgul Neschamot» (wörtlich: Rollen der Seelen) ist in der Thora nicht explizit erwähnt. wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich. Johannes der Täufer Elia war. Sie hatten sehr verschwommene und unvollständige Kenntnisse in Bezug auf die Seele und deren Verbindung mit dem Körper. so kann er das Reich Gottes nicht sehen. könne wiederkehren.com. Die Reinkarnation dagegen ist die Rückkehr der Seele beziehungsweise des Geistes in das physische Leben. denn niemand kann die Zeichen tun. Zwar glaubten sie. waren jedoch nicht sehr klar definiert. aber nicht seine Auferstehung. dass das Leben in den bereits verstorbenen Körper zurückkehrt. wir wissen. Das Wort Auferstehung könnte also bei Lazarus Anwendung finden aber nicht bei Elia und anderen Propheten. wenn er nicht wiedergeboren wird      75 AUFERSTEHUNG UND REINKARNATION  4. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden. Die Reinkarnation gehörte unter dem Namen Auferstehung70 zu den Dogmen der Juden. 5.“ Quelle: http://www. Johannes könnte also die Reinkarnation von Elia sein. Die Seele bewohnt aber einen neuen speziell für sie geformten Körper. es sei denn Gott mit ihm. der mit dem alten Nichts gemeinsam hat. dass dies materiell unmöglich sei. Die Wissenschaft beweist uns jedoch. ich sage dir: Es sei denn. von Gott gekommen. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich. wie dies zu Stande komme. der gelebt hat. konnte der Körper des Johannes nicht der von Elia sein. Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister. ihres Glaubens nach. Vor allem. Die Vorstellungen der Juden darüber und darüber hinaus.KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. wahrlich.

hätte Jesus ihn bekämpft. insbesondere an den oben erwähnten. und Lamennais übersetzt „aus dem Heiligen Geist“. Dieser Hauptgedanke kommt von den ersten Kommentaren.11. ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an. woher er kommt und wohin er fährt. wenn er nicht wiedergeboren wird. findet man an vielen Stellen der Evangelien. wenn er nicht wiedergeboren wird denn. Die von Sacy sagt hingegen „aus dem Geist. wahrlich.25‐27. 1 bis 3) Wenn dieser Glaube falsch wäre. (« de lʹEsprit‐Saint »)  ‐ Anmerkung zur deutschen Übersetzung: In der Übersetzung von Luther steht indes: „Es sei denn. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du Israels Lehrer und weißt das nicht? Wahrlich. während in einigen Übersetzungen die Worte „aus dem Geist“ durch die Worte „aus dem Heiligen Geist“ ersetzt wurden. daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der ursprüngliche Text lautete aber „nicht aus dem Wasser und aus dem Geist wiedergeboren“. daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. So ist es bei jedem. so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Die Vorstellung.76 KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen.“   7. wie er viele andere auch bekämpft hat. wie werdet ihr glauben. Mt 3. Glaubt ihr nicht. 71 . Tit 3. Was vom Fleisch geboren ist. Diese Worte „daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist“ wurden im Sinne der Erneuerung durch das Wasser der Taufe interpretiert.5). wo er will. aber du weißt nicht. was wir gesehen haben. was nicht demselben Gedanken entspricht. das ist Geist. Der Wind bläst. als er sagte: Keiner kann das Reich Gottes sehen. dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist. dass Johannes der Täufer Elia war. Im Gegenteil. sie sagt „nicht wiedergeboren sein aus dem Wasser und dem Geist“. III. und dass die Propheten in das Leben zurückkehren konnten. wenn ich euch von irdischen Dingen sage. so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. was wir wissen. Wundere dich nicht. er bestätigt diesen Glauben mit seiner ganzen Aussagekraft und nimmt ihn als Grundsatz und Voraussetzung.71 Die Übersetzung von Osterwald stimmt mit dem ursprünglichen Text überein. und du hörst sein Sausen wohl. der heilig ist“ (« du Saint‐Esprit »). und was vom Geist geboren ist. 1 ‐ 12)  6. und bezeugen. die über die Evangelien gemacht wurden.“ (Hes 36. (siehe Abs. Er bekräftigte dies und fügte hinzu: „Wundere dich nicht. das ist Fleisch. ohne irgendeinen Irrtum. daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist. der aus dem Geist geboren ist. wie es eines Tages festgestellt wird. wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? (Johannes. ich sage dir: Wir reden.

dass niemand weiß. (Anmerkung des Herausgebers) .. woher er kommt. (. In letzterem Sinne bedeutet  „.“ Hier kann entweder der Geist Gottes. du weißt nicht. muss man auch die Bedeutung des Wortes „Wasser“ beachten. wenn er nicht wiedergeboren wird      77   8.  Die Kenntnisse der Alten in der Physik waren sehr unvollkommen. 9 und 20.“ Jesus macht hier einen deutlichen Unterschied zwischen Geist und Körper.KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen.   9. denn nur der Körper kann aus dem Körper stammen. und du hörst sein Sausen wohl.  Diese Darstellung wird ohnehin durch die anderen Worte belegt: „Was vom Fleisch geboren ist. und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. wie der Geist Symbol der intelligenten Natur war.“.) Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besonderen Orten. 2. Um den wahren Sinn dieser Worte zu verstehen.. wo er will. Man glaubte. dass die Erde aus dem Wasser entstanden war.“ In diesem Sinne hat man anfangs diese Worte verstanden... „Der Wind bläst. dass man das Trockene sehe. 72  1. gemeint sein.) Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier.. In der Genesis wird es außerdem in der Weise dargestellt: „Der Geist Gottes war über den Wassern. (.“72  Diesem Glauben nach ist das Wasser zum Symbol der materiellen Natur geworden. er schwebte auf dem Wasser. aber du weißt nicht. woher er kommt und wohin er fährt. Moses (Genesis) I. „Was vom Fleisch geboren ist. die da scheide zwischen den Wassern. oder es handelt sich um die Seele des Menschen. das ist Fleisch“ zeigt sehr klar die Unabhängigkeit des Geistes vom Körper. denn man würde seinen Anfang kennen. (.. was der Geist war. und deswegen hielt man es für das absolut erzeugende Element. und was vom Geist geboren ist. das ist Fleisch. woher er kommt und wohin er fährt. der nach Seinem Willen Leben gibt. könnte man wissen.) und Gott sprach: Es werde eine Feste (Himmel) zwischen den Wassern.. Wenn der Geist oder die Seele gleichzeitig mit dem Körper geschaffen worden sind. noch was der Geist sein wird. 6. das ist Geist. das dort nicht in seiner Grundbedeutung gebraucht wurde.. Diese Worte: „daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist“ oder „im Wasser und im Geist“. bedeuten soviel wie: „wenn der Mensch nicht mit seinem Körper und seiner Seele wiedergeboren wird.

und wenn ihrʹs annehmen wollt: er ist Elia. XXVI. der da kommen soll. in rein mystischem Sinne interpretiert werden könnte. sagen deutlich. die verstorben sind. Wenn auch das Prinzip der Reinkarnation beim Johannes Evangelium. welcher über euch fällt.“ Hier gibt es weder Figur noch Allegorie: Es ist eine positive Bejahung. um das versprochene Land zu gewinnen: das Paradies der Hebräer. streng genommen. werden wieder leben“.   „Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt. der höre! (Matthäus XI. weil ihr die Erde und das Reich des Giganten ruinieren werdet. dass nicht alle in der Lage waren.   10. der da kommen soll. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes. Wachet aus euerem Schlaf auf und lobpreiset Gott. Wer Ohren hat.78 KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. meine Verstorbenen werden auferstehen. da Johannes der Täufer in diesem Augenblick noch lebt? Jesus erklärt dies. der höre!“ Diese Worte. diese Stelle ist die Anerkennung des Prinzips der Präexistenz der Seele und folglich das Prinzip der Pluralität der Existenzen. die verstorben sind. weist Jesus auf die Zeiten hin. denn der Tau. ihr Bewohner des Staubes. Diejenigen von euerem Volk. der da kommen soll“.  Und er fügt hinzu: „Wer Ohren hat. in der Johannes der Täufer unter dem Namen Elia lebte. ist ein Tau des Lichtes. „Bis heute leidet das Himmelreich Gewalt“ ist ein weiterer Hinweis auf die Gewalttätigkeit des mosaischen Gesetzes. Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt. 12 ‐ 15)  11. 19)  13. gewisse Wahrheiten zu verstehen. wenn er nicht wiedergeboren wird Wie dem auch sei.   12. Auch diese Stelle von Jesaja ist sehr deutlich: „Diejenigen von euerem Volk. indem er sagt: „und wenn ihrʹs annehmen wollt: er ist Elia. lässt die vergleichbare Stelle bei Matthäus keine Mehrdeutigkeiten zu: „er ist Elia.“ Was bedeuten diese Worte. Da Johannes der Täufer kein anderer als Elia ist. das die Vernichtung der Ungläubigen anordnete. wenn der Prophet über . die Jesus so oft wiederholte. Nach dem neuen Gesetz gewinnt man hingegen den Himmel durch Nächstenliebe und Sanftmut. (Jesaja. und die Gewalttätigen reißen es an sich. werden wieder leben.

„Einmal gestorben.. einmal zu sterben und wiedergeboren zu werden. Im Sinne der moralischen Erneuerung wäre sie die Verneinung der ewigen Strafen. d. 10.) Wenn der Mensch stirbt. (Anmerkung des Übersetzers) 73 . wenn er vorgehabt hätte zu sagen..“ ‐ Nach der Übersetzung Martin Luthers. aber ich werde zu ihm zurückkehren. denn zu ihr werde ich zurückkehren. dass Hiob über die Erneuerung durch das Taufwasser hätte sprechen wollen. an dem mir irgendeine Veränderung kommen wird? (Hiob. noch deutlicher aus: „Wenn die Tage meiner irdischen Existenz zu Ende gehen. bedeutet: sterben und mehrmals wiedergeboren werden.)Meinst du. wenn er nicht wiedergeboren wird      79 das geistige Leben hätte sprechen wollen. in dem ich mich alle Tage meines Lebens befinde. die hingerichtet wurden.KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen.. bis zu dem Tag. 14 ‐ Version der griechischen Kirche)73  15. Man kann nicht annehmen. werde ich warten. das er gewiss nicht kannte. hätte er gesagt: „Sie leben noch“ und nicht: „werden wieder leben“. falls möglich. 14 ‐ Übersetzung vom „Le Maître de Sacy“)  Wenn der Mensch stirbt.“.) Einmal gestorben. erwarte ich. dass meine Veränderung kommt. Das ist genauso deutlich. kommt ein Mensch um ‐ wo ist er? (. Diese Worte bekräftigten tatsächlich. 14 ‐ Protestantische Übersetzung von Osterwald) Wenn der Mensch tot ist. 14. er verscheidet. denn sie würde eine Unterbrechung des Lebens der Seele bedeuten. (Hiob. 10. lebt er immer.“ „Stirbt aber ein Mann. wenn der Mensch einmal gestorben ist. 10. h. wenn die Tage meiner irdischen Existenz zu Ende gehen. (Hiob. verliert er all seine Kraft.. dass diejenigen. bis meine Ablösung kommt.. könnte der Mensch wieder lebendig werden? In diesem Kampf. Aber. ein toter Mensch wird wieder leben? Alle Tage meines Dienstes wollte ich harren. XIV.: Ich werde zu der irdischen Existenz zurückkehren. wie wenn man sagen würde: „Ich gehe aus meinem Haus. so ist er dahin. Die Version der griechischen Kirche drückt das. XIV. wenn sein von seinem Geiste getrennter Körper aufgezehrt ist.. geistig nicht tot wären. was wird aus ihm werden? (. In diesen drei Versionen ist das Prinzip der Pluralität der Existenzen deutlich ausgedrückt. wird er wieder leben? Werde ich alle Tage meines Kampfes warten. dass alle Verstorbenen wieder leben werden. Wo ist er danach? (. werde ich warten. denn zu ihr werde ich zurückkehren. könnte der Mensch wieder lebendig werden?“ Der Gedanke. XIV. Die erste Interpretation wäre rein geistig betrachtet widersinnig.

80 KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. nach dem Tod in einer Zwischenzeit zu sein. dass das Prinzip der Reinkarnation unter dem Namen „Auferstehung“ eine der Hauptmaximen der Juden war. fügt man die Beweise aus dem philosophischen Aspekt hinzu. „Was ist der Spiritismus“(Allan Kardec) und „Die Pluralität der Existenzen“ (A. erwarte ich. dass er dort auf den Moment seiner Rückkehr warten wird. Diese Aussage wird dann ihren vollen Wahrheitsgehalt in diesem Punkt. wie auch in vielen anderen entfalten. die sich aus der Beobachtung der Tatsachen ergeben. Nur die Lehre der Reinkarnation kann dem Menschen deutlich machen. ins rechte Licht rücken. die eine Existenz von der anderen trennt und sagt. Kurz gesagt: als ein Gesetz der Natur. er ergibt sich in das Schicksal. der sich nur durch die Bewegung offenbart. wenn ohne Vorurteile über sie nachgedacht wird. Kap.   16. IV und V. den er gegen das Elend des Lebens aushielt. Sie offenbart sich sozusagen durch ihre materiellen Ergebnisse. Ferner kann sie alle Unregelmäßigkeiten und alle scheinbaren Ungerechtigkeiten. in dem ich mich alle Tage meines Lebens befinde. werde ich warten. Wenn es darum geht. die das Leben mit sich bringt.. aus religiöser Sichtweise.“ Hiob scheint sich vorzustellen.“ Hiob wollte selbstverständlich den Kampf. woher er kommt. Zu dieser Aussagekraft. Die griechische Version des„. wie ein verborgener Motor. dass meine Veränderung kommt. erscheint die Reinkarnation als eine uneingeschränkte Notwendigkeit und gilt als eine der Menschheit innewohnende Eigenheit. 74 . Er wartet auf seine Veränderung. Jesus und die Propheten haben dies in einer förmlichen Art und Weise bestätigt. wenn er nicht wiedergeboren wird  „In diesem Kampf. denn zu ihr werde ich zurückkehren.    17. werde ich warten“ scheint auf eine neue Existenz hinzudeuten: „Wenn die Tage meiner irdischen Existenz zu Ende gehen. in kurzen Worten. Es ist daher nicht zu bezweifeln. Pezzani) tiefer behandelt.. erwähnen.74  Ohne das Prinzip der Präexistenz der Seele und der Pluralität der Existenzen sind die Maximen des Evangeliums zum großen Teil  Die Lehre der Reinkarnation wird in den Büchern „Das Buch der Geister”. wohin er geht und warum er auf der Erde ist. von den Wirkungen auf die Ursachen zurückzugehen. Man kann daraus schließen: Die Reinkarnation zu verneinen bedeutet die Worte Christus zu verneinen.

das die Vernichtung des Körpers überlebt. keinen Grund. Die Seele dagegen . ohne dass irgendetwas die gegenseitige Zuneigung zerstört. denn sie treffen sich wieder.KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. der den wahren Sinn dieser Maximen wieder herstellen wird. je weniger sie an die Materie gebunden sind. Sie folgen oftmals den anderen in eine Inkarnation sogar nach. Sie können also eine unbegrenzte Zahl von körperlichen Existenzen durchlaufen. wie gewisse Menschen es denken. Diejenigen. die im geistigen Zustand frei sind. Aus demselben Grund gilt. Die körperliche Zuneigung löst sich zusammen mit dem Grund auf. Diese Geister suchen einander. Nur die spirituelle Zuneigung ist eine dauerhafte. Nach jeder Existenz haben sie einen Schritt mehr auf dem Weg zur Vervollkommnung gemacht. Die Fortgeschrittenen versuchen den Nachzüglern bei der Entwicklung zu helfen. Dieses Prinzip ist der Schlüssel. wenn er nicht wiedergeboren wird      81 unverständlich. WÄHREND DIE EINMALIGE EXISTENZ SIE BRICHT  18. ähnlich wie Freunde nach der Rückkehr einer Reise.  Man versteht hier die wahre Zuneigung von Seele zu Seele. andere aber nicht. Deswegen haben andererseits die Menschen. Deswegen waren widersprüchliche Interpretationen möglich. wo sie sich in derselben Familie oder in einem gleichen Kreis wiedervereinigen und zusammen für ihren gegenseitigen Fortschritt arbeiten. DIE REINKARNATION STÄRKT DIE FAMILIENBANDE. Sie werden. sich in der Geistigen Welt zu suchen. Sympathie und ähnliche Neigung vereinigen. sind sie trotzdem durch den Gedanken verbunden. die sich durch Zuneigung. die in der Gefangenschaft des Körpers sind. das Einzige. In der Geistigen Welt existiert diese Ursache nicht mehr. im Gegenteil. der sie verursacht hat. Ihre gegenseitige Zuneigung wird umso lebendiger. die sich in dieser Welt nur aufgrund der Sinnlichkeit verbunden haben. das sie zerstört. umso weniger wird sie durch den Egoismus gestört noch durch die Leidenschaft vernebelt. Wenn manche von ihnen inkarniert sind.  Die Geister bilden im Weltraum Gruppen oder Familien. wenn sie zur Erraticität zurückkehren. sorgen für andere. Die Reinkarnation trennt sie nur vorübergehend. Die Familienbande sind durch die Reinkarnation nicht zerstört. verstärkt und enger: Das entgegengesetzte Prinzip ist es. je reiner diese Zuneigung ist. um glücklich miteinander zu sein.

um damit eine große Zahl von Menschen einzuschließen. die beweist. nach und nach. die mit ihm auf der Erde verbunden waren. Aus der Tatsache heraus. Indem man das sagt. Da die Seelen zur gleichen Zeit wie ihre Körper erschaffen werden. reinigen ihre Angewohnheiten und lösen die Abneigungen auf. in verschiedenen Rollen oder vielleicht in denselben Rollen. zehn Frauen und eine verhältnismäßige Zahl von Kindern und neuen Verwandten treffen würde. so wie im Himmel. dass man eine umfassende Liebe nicht empfinden kann. Die nur nach Interessen verbundenen Menschen haben zueinander in Wirklichkeit keine Bindung: Der Tod trennt sie auf der Erde.82 KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. Diese Lehre hebt insbesondere die Präexistenz der Seele auf. Er wird immer dieselben treffen. Und wegen der Aufmerksamkeiten. die sie einander näher brachte. Die Vereinigung und die Zuneigung zwischen Verwandten sind Anzeichen von vorheriger Anziehung. als man denkt. Geschmack und Neigung keine Ähnlichkeit mit denen ihrer Verwandten aufweist. die Objekt seiner Zuneigung waren. Die Angst vor der unbegrenzten Erweiterung der Verwandtschaft. Und so wird die Verschmelzung sowohl zwischen den verschiedenen geistigen Entwicklungsgraden als auch zwischen den Rassen und Völkern auf der Erde erreicht. dass ein Mensch zehn Inkarnationen durchlebte. dass er in der Geistigen Welt zehn Väter. ist eine egoistische Angst. 20. sie gehöre nicht zu dieser Familie. Man sagt auch von einer Person. wenn er nicht wiedergeboren wird existiert immer. Betrachten wir jetzt die Konsequenzen der „Anti‐Reinkarnations‐ Lehre“. existiert kein . Die Böswilligen bessern sich dann. weil diese Angst kein Fundament hat. die sie von diesen bekommen. durch den Kontakt mit den Guten. Gott erlaubt solche Inkarnationen von einander unsympathischen und befremdenden Geistern in den Familien aus zweierlei Grund: als Prüfung für die einen und als Mittel der Entwicklung für die anderen. Wird ein kinderreicher Vater all seine Kinder weniger lieben. aufgrund der Reinkarnation. zehn Mütter. die tiefsinniger ist. besänftigen sie ihren Charakter. deren Charakter. als wenn er nur ein Einziges hätte? Die Egoisten sollen sich beruhigen. 21. drückt man eine Wahrheit aus. 19. kann man nicht schließen.

Durch die Reinkarnation dagegen können Vorfahren und Nachkommen sich schon kennen gelernt. Mit der Reinkarnation und dem Fortschritt. werden sich dagegen diejenigen. Mütter und Kinder. ohne irgendeine spirituelle Bindung. in dem sie versunken sind. Der Vater wäre demnach seinem Sohn fremd. wie man gelebt hat. Schwestern und Freunde sich nie sicher sind. Wenn einige auf dem Weg hinfallen. Geholfen. Man ist nun sofort getrennt. Je nachdem. ermutigt und unterstützt von denjenigen. 22. gemäß einem der Hauptdogmen. Sie wären einander vollständig fremd. die sie lieben. Was jedoch die Zukunft angeht. sowohl auf der Erde als auch im Weltraum wieder treffen und sich zusammen zu Gott hingezogen fühlen. dass man sich wieder nahe kommen wird. sodass Väter. dass man diese oder jene berühmte Persönlichkeit als Vorfahren gehabt hätte. um ihre sympathischen Bande enger zu ziehen. gibt es kein endgültiges Schicksal.KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. die sich geliebt haben. ist das Schicksal der Seelen unwiderruflich nach einer einmaligen Existenz festgelegt. Brüder. aber die ganze Hoffnung ist nicht verloren. Die Verbindung der Familie beschränkte sich also nur auf die körperliche Verbindung. Daraus ergibt sich eine Verfestigung des Zuneigungsbandes. Es gibt nun keinen Grund zu prahlen. verlangsamen sie ihren Fortschritt und ihr Glück. Denn. werden sie eines Tages aus dem Sumpf heraus kommen. wenn es irgendeinen Fortschritt gibt. ohne Hoffnung. das aus dieser „Anti‐ Reinkarnations‐Lehre“ stammt. Ehemann und Ehefrau. sich geliebt haben und können außerdem später zusammen kommen. wenn er nicht wiedergeboren wird      83 vorheriges Band zwischen ihnen. gut oder schlecht. der aus ihr folgt. Soviel hinsichtlich der Vergangenheit. . Es ist der absolute Bruch der Familienbande. ob sie sich wieder sehen werden. geht man sofort zur Wohnung der Glückseligen oder zur ewigen Hölle. Mit der Reinkarnation ist schließlich die Solidarität zwischen den Inkarnierten und Nicht‐Inkarnierten ewig. zusammen gelebt. Die endgültige Festsetzung des Schicksals impliziert das Aufhören von allen Fortschritten. für immer.

die sowohl die Hölle wie auch das Paradies sein kann. wenn man sich nur auf den Körper bezieht. und b. (Anmerkung des Übersetzers) 76 75 . die sich geliebt haben.  das Nichts. die von der allmählichen Progression (d. c.77 Von Grad zu Grad wird er unstofflicher und schließlich verschmilzt sich dieser Körper mit dem Perisprit78. (Anmerkung des Übersetzers)  (rel. UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT GRENZEN DER INKARNATION  24.  die Absorption75 im universellen Ganzen. Bei c. Lehre in der Gott und Welt identisch sind. gemäß der pantheistischen76 Lehre. Welche sind die Grenzen der Inkarnation?  Die Inkarnation lässt sich gewissermaßen schwer genau eingrenzen.  (lat. Die Pluralität der Existenzen aber. brechen die Familienbande nach dem Tode und es gibt keine Hoffnung auf ein Wiedertreffen. Zusammenfassend sind den Menschen vier Alternativen für seine Zukunft dargeboten:  a. gemäß der kirchlichen Lehre und.) Pantheismus: Allgottlehre.) untrennbar ist. ist der Körper weniger stofflich. leichter und nicht so grob und deshalb weniger den Schicksalsschlägen unterworfen. (Anmerkung des Übersetzers) 78  Auch Geisterhülle genannt. d.) Aufnahme.. Und das bildet die wahre Familie.  die Individualität mit einem endgültig festgelegten Schicksal. wenn er nicht wiedergeboren wird 23.  (Anmerkung des Übersetzers) 77  Von Fluidum. Fluida. gemäß der Spiritistischen Lehre.84 KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. sofern man sich in der gleichen Umgebung befindet. Der Geist passt sich der Natur jener Welt an. In gewissen Welten. sich wiederzusehen. Denn der Aufbau dieses Körpers wird feinstofflicher. die entwickelter als die Erde sind. je mehr der Geist sich reinigt. gibt es die Chance. der die Hülle des Geistes bildet. in die er zum Leben gerufen worden ist und holt sich den angemessenen stofflichen Körper. In einem erhabenen Stadium ist er durchsichtig und fast fluidal. gemäß der materialistischen Lehre. gibt uns die Gewissheit über die Fortdauer der Verbindungen zwischen denjenigen. b.   Gemäß a.  die Individualität mit einer unbegrenzten Progression.

deren Ausführung Gott ihnen anvertraut hat. in dem sie sich befinden. weil die Tätigkeit. dass der Zustand des Geistes im entkörperten Zustand ‐ das heißt in der Zeit zwischen den körperlichen Existenzen ‐ im Verhältnis zu der Natur jener Welt steht. die gleichen Fähigkeiten. Diejenigen. sind sie an diese nicht so wie an die niederen Welten gebunden. Er wird ätherischer bis zur vollständigen Reinigung. Die Vollstreckung von Gottes Willen ist für sie selbst notwendig. Deswegen gibt Er allen den gleichen Ausgangspunkt. Sie ist eine Aufgabe. indem er für seine Reinheit arbeitet. dass ihre Notwendigkeit sich auf die niederen Welten beschränkt. Sie dient als erste Prüfung des Gebrauchs ihres freien Willens. je nachdem. 1859) IST DIE INKARNATION EINE STRAFE?  25. frei und aufgeklärt. als ein vorübergehender Zustand. die diese Aufgabe mit Inbrunst erfüllen. ermöglicht ihnen überall hinzugehen. kann man sagen. wohin die ihnen anvertrauten Missionen sie rufen. ob er mehr oder weniger vergeistigt ist. Wenn besondere Welten als Aufenthalt für weiter entwickelte Geister bestimmt sind. Da Gott allgerecht ist. Die Inkarnation ist für alle Geister dennoch nichts anderes. Ist die Inkarnation eine Strafe und sind nur die schuldhaften Geister ihr unterworfen? Der Durchgang der Geister durch das körperliche Leben ist notwendig. Ludwig. Der gelöste Zustand. Paris. die seinem Entwicklungsstadium entspricht.  (Hl. die gleichen Verpflichtungen zu erfüllen und die gleiche Freiheit zu handeln. wenn er nicht wiedergeboren wird      85  Der eigene Perisprit macht somit allmähliche Veränderungen durch. sich mehr oder weniger schnell von diesem Bedürfnis zu befreien.  Wenn man die Inkarnation unter der materiellen Sichtweise betrachtet ‐ wie es auf der Erde vorkommt ‐. hält Er alle Seine Kinder gleich.KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. der Entwicklung ihrer Vernunftbegabung hilft. damit sie mit der Hilfe einer materiellen Handlung die Pläne erfüllen können. Es hängt folglich von dem Geist ab. Jedes Privileg wäre ein Vorzug und aller Vorzug eine Ungerechtigkeit.  So ist zu bemerken. die Gott ihnen beim Eintritt in das Leben erteilt. erreichen schnell und weniger schmerzlich ihre ersten Stufen der . die dem Zustand der reinen Geister entspricht. die sie zu erfüllen verpflichtet sind. Dabei ist er in dieser Erraticität mehr oder weniger glücklich.

nachdem er alle Klassen. dass die Inkarnation zu einer Strafe wird. seinen Aufenthalt in einer niederen und unglücklichen Welt zu verlängern. der sich fast am Anfang des geistigen Lebens befindet. auf einmal erreichen. die gleiche Arbeit von vorne wieder anzufangen. Diese Klassen. was immer für eine Arbeit sie auch verlangen. Bemerkung: Ein gewöhnlicher Vergleich möchte diesen Unterschied zum besseren Verstehen bringen. um das Ziel zu erreichen und nicht eine Strafe. die im Gegenteil dazu. verlangsamen ihren Fortschritt.   Das geschieht mit dem Menschen auf der Erde. die ihn von den erhabenen Welten trennen. Andererseits ist sie eine Bestrafung für den aufgeklärten Menschen. kann nicht nur die Dauer der materiellen Inkarnation verkürzen. Er ist gezwungen.86 KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. Der Schüler erreicht die Stufen der Wissenschaft erst. sondern die Verpflichtung. ist die Inkarnation ein Mittel. bei dem der moralische Sinn weit gehend entwickelt ist. durchlaufen hat. Für den fleißigen Schüler scheint die Schulzeit bis dahin schneller und leichter zu vergehen und er trifft auf diesem Weg auf wenige Dornen. Ludwig. Dabei ist nicht die Arbeit jener Klasse eine Strafe. Diejenigen. sind ein Mittel. Denn er sieht sich in der notwendigen Situation. Paris. sich wieder zu inkarnieren auf unbestimmte Zeit verlängern und so kommt es. sondern auch die Zwischenstufen. wenn alle Menschen auf der Erde auf demselben intellektuellen und moralischen Niveau wären. auch wenn er schon sein Ziel hätte erreichen können. Für den Geist des Wilden. Anders geschieht es dem nachlässigen und faulen Schüler. seine Vernunftbegabung zu entwickeln. die ihn dorthin führen.  (Hl. 1859)   26. Die .  Könnten nicht die Geister nur einmal auf einem bestimmten Planeten inkarnieren und in unterschiedlichen Entwicklungsebenen ihrer verschiedenen Existenzen erfüllen?  Diese Auffassung wäre nur zulässig. schlecht mit der ihnen von Gott gegebenen Freiheit umgehen. wenn er nicht wiedergeboren wird Einweihung und genießen früher die Früchte ihrer Arbeit. die Abschnitte seines körperlichen Lebens voller Angstgefühle von vorne wieder anzufangen. da er zur Wiederholung gewisser Klassen gezwungen ist. Sie können wegen ihrer Hartnäckigkeit die Notwendigkeit. Wer im Gegenteil sehr eifrig für seine moralische Entwicklung arbeitet.

KAPITEL  IV ‐ Keiner kann das Reich Gottes sehen. der Brüderlichkeit und der Gleichheit auf ein natürliches Gesetz stützen. die im zarten Alter sterben? Sie hätten ohne Nutzen für sich und für die anderen gelitten. welchen Zweck hätten die kurzlebigen Inkarnationen von Kindern. dass die gleichen Geister. wenn er nicht wiedergeboren wird      87 Unterschiede. die Möglichkeit erlangen. Gott. Durch die Reinkarnation auf der gleichen Welt wollte Er.   . Wegen ihrer vorherigen Beziehungen wollte Er einerseits die Familienbande auf eine spirituelle Basis setzen und andererseits die Prinzipien des Zusammengehörigkeitsgefühls. indem sie wieder miteinander in Verbindung treten. die sie erreichen sollen. von wilden bis zu zivilisierten Menschen zeigen die Stufen. Dessen Gesetze von souveräner Weisheit sind. bewirkt allerdings nichts Nutzloses. Nun. ihre gegenseitigen Fehler wieder gutzumachen. Die Inkarnation soll einen nützlichen Zweck haben. die zwischen ihnen existieren.

die ihr jetzt weint. Das wahre Büßergewand ‐ Soll man den Prüfungen seines Nächsten ein Ende setzen? ‐ Ist es erlaubt. Ohne die Gewissheit über die Zukunft wären diese Grundsätze ein Widersinn. denn sie sollen satt werden. Selig sind. Selbst mit dieser Gewissheit versteht man schwerlich den Nutzen des Leidens. (Matthäus V.. (. 20 ‐ 21) 3.  (Anmerkung des Übersetzers) .5 ‐ 6 und 10)  2.“ 79 ‐ Die freiwillige Folterqual ‐ Das wahre Unglück ‐ Schwermut ‐ Freiwillige Prüfungen. (Lukas. Weh euch. Selig seid ihr. die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. um das wahre Glück zu erreichen. Weh euch. Platon – siehe Fußnote 58 . Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen. Selig seid ihr.. das Leben eines unheilbar Kranken zu verkürzen? ‐ Sein eigenes Leben opfern ‐ Vorteil der Leiden für andere Menschen 1. Es heißt. die ihr jetzt satt seid! Denn ihr werdet hungern.) Selig sind. denn ihr werdet lachen. die ihr jetzt lacht! Denn ihr werdet weinen und klagen.KAPITEL  V ‐  SELIG SIND DIE LEIDTRAGENDEN Gerechtigkeit des Kummers ‐ Gegenwärtige Ursachen des Kummers ‐ Ursachen des Kummers in der Vergangenheit ‐ Vergessen der Vergangenheit ‐ Gründe für die Schicksalsergebenheit ‐ Selbstmord und Wahnsinn Unterweisungen der Geistigen Welt: Gut oder schlecht leiden ‐ Das Übel und sein Ausweg ‐ Das Glück ist nicht von dieser Welt ‐ Der Verlust geliebter Menschen. die ihr jetzt hungert. 24 ‐ 25)  GERECHTIGKEIT DES KUMMERS  3. Aber dagegen: Weh euch Reichen! Denn ihr habt euren Trost schon gehabt. denn ihr sollt satt werden. können nur im zukünftigen Leben stattfinden. VI. Der frühe Tod ‐ „Jung stirbt. denn sie werden das Erdreich besitzen. mehr noch. Selig sind die Sanftmütigen. (Lukas. VI. Aber dann fragt man sich: Warum leiden einige mehr als andere? Warum werden die einen im Elend und die 79  “Quem di diligunt adulescens moritur”. denn das Reich Gottes ist euer. die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit. man habe dadurch einen größeren Verdienst. sie wären eine Täuschung. Die Ausgleichungen. wen die Götter lieben. die Jesus den Leidtragenden der Erde verspricht. denn ihrer ist das Himmelreich.

gut und gerecht ist. Wenn Gott erhaben. wird man erkennen. Gott brachte die Menschen auf den Weg.   Auf der anderen Seite.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      89 andere im Reichtum geboren. die sie ertragen. muss diese Ursache gerecht sein. an Beharrlichkeit. Die einen haben ihre Ursache im gegenwärtigen Leben. diese Ursache zu ergründen durch die Lehre Jesu. sie haben zwei unterschiedliche Ursachen. dass viele eine natürliche Folge des Charakters und des Verhaltens derjenigen sind. das heißt durch die Worte der Geister. erklärt aber nicht solche Grundsatzverstöße. die es zu unterscheiden gilt. ohne dass sie irgendetwas getan hätten. während bei anderen alles zu gelingen scheint? Was man jedoch noch weniger versteht.  Wie viele Menschen fallen durch ihre eigenen Fehler! Wie viele sind Opfer ihrer Sorglosigkeit. der Gütige sein. da Er die Menschen für reif genug hält. mit denen das Herz nichts zu tun hat! Wie viele Streitigkeiten und verhängnisvolle .  Indem man zum Ursprung irdischer Leiden zurückgeht. die aus berechnendem Interesse oder aus Eitelkeit entstanden sind. die Gottes Gerechtigkeit zu widerlegen scheinen. andernfalls wäre Er nicht Gott. Die Schicksalsschläge des Lebens haben somit eine Ursache und da Gott gerecht ist. Er muss der Allmächtige. ihres Stolzes und ihres Ehrgeizes! Wie viele ruinieren sich selbst durch Mangel an Ordnung. Der Glaube an die Zukunft kann trösten und Geduld lehren. Das ist es. sobald man die Existenz Gottes zugibt. kann Er weder launisch noch parteiisch handeln. tugendhafte Menschen leiden neben niederträchtigen. Und heute. die anderen außerhalb dieses Lebens. die Glück haben. Es gibt im Leben zwei Arten von Schicksalsschlägen. was jeder gut ergründen muss. ist die ungleichmäßige Verteilung von Gütern und Plagen zwischen lasterhaften und tugendhaften Menschen. das diese Lage rechtfertigt? Warum gelingt einigen Menschen nichts.   GEGENWÄRTIGE URSACHEN DES KUMMERS  4. offenbart Er sie ihnen vollständig durch den Spiritismus. der Gerechte. durch schlechte Handlung und weil sie ihre Wünsche nicht eingeschränkt haben!  Wie viele unglückliche Verbindungen gibt es. diese zu verstehen. ist Er nicht ohne unendliche Vollkommenheit zu begreifen. oder anders ausgedrückt.

die Vorsehung. indem er gleichermaßen an seiner moralischen wie intellektuellen Besserung arbeitet. Gott aber will den Fortschritt all Seiner Geschöpfe. Er belässt folglich keine Abweichung vom rechten Weg ohne Konsequenzen. dann werden sie einsehen. Es betrifft insbesondere solche Vergehen. nicht aber solche. Und wenn sie später die Früchte ihrer Erziehung ernten. die Seinem Gesetz zuwiderläuft. die von Schicksalsschlägen und Lebensenttäuschungen tief getroffen wurden. jede einzelne Handlung. dass er die Konsequenzen für das trägt. hat zwangsläufige. dass sich in ihnen Keime des Stolzes. die sie begehen. obwohl sein schlechter Stern nur in seiner Nachlässigkeit begründet liegt. die nur denjenigen schaden. findet er es einfacher und weniger demütigend für seine Eitelkeit. die ungünstigen Gelegenheiten und seinen schlechten Stern anzuklagen. Dieses Gesetz ist aber nicht in der Lage. Sie mögen Stück für Stück die Quelle ihres Leidens aufsuchen. die der Gesellschaft Schaden zufügen.  Menschen. mögen einmal ganz nüchtern ihr Gewissen befragen.  Derartige Leiden stellen sicherlich einen bedeutenden Anteil an den Schicksalsschlägen des Lebens dar.90 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden Auseinandersetzungen hätten mit mehr Mäßigung und weniger Empfindlichkeit vermieden werden können! Wie viele Krankheiten und Gebrechen sind die Folge von Unmäßigkeit und Übermaß aller Art!  Wie viele Eltern sind unglücklich über ihre Kinder. wäre ich nicht in dieser Lage. . die das Herz ausdörren.“  Wem soll man nun die Verantwortung für all unseren Kummer geben. alle Verstöße zu erfassen. aber statt dies zu erkennen. wundern sie sich und beklagen sich über deren Respektlosigkeit und Undankbarkeit. Der Verurteilte könnte somit einsehen. weil sie ihre schlechte Veranlagung nicht von Anfang an bekämpft haben! Aus Schwäche oder Gleichgültigkeit haben sie es zugelassen. das Schicksal. Das menschliche Gesetz erfasst bestimmte Verstöße und bestraft sie. dass sie in den meisten Fällen sagen können: „Hätte ich dies getan oder jenes vermieden. mag er noch so klein sein. des Egoismus und törichter Eitelkeit entwickeln konnten. was er angerichtet hat. wenn nicht uns selbst? Der Mensch ist in vielen Fällen Urheber seines eigenen Unglücks. Jeder Verstoß. Der Mensch wird sie vermeiden. 5.

würde er seinen Fortschritt und folglich sein zukünftiges Glück verzögern. Das gibt ihm Erfahrung und lässt ihn den Unterschied zwischen Gut und Ungut spüren sowie die Notwendigkeit. Kretinismus usw. Glaubte er an Bestrafungslosigkeit. in dem es ihm möglich wird. oder Unfälle. Die Erkenntnis kommt allerdings manchmal etwas spät. die verlorene Zeit wieder gutzumachen. so gibt es auch andere. um in Zukunft das zu vermeiden. Daraus folgt. wenn die Kräfte schon verbraucht sind und das Übel nicht wieder gutzumachen ist.” Aber so wie für den Arbeiter die Sonne am nächsten Tag aufgeht und ihm erlaubt. so sagt auch er: „Ich habe mein Leben vergeudet. Wenn das Leben verschwenderisch und wirr geführt wurde. sich zu bessern. vor allem solche. wie viele Fehltritte hätte ich vermeiden können! Wenn ich wieder anfangen müsste. Das Leiden als eine Folge dessen ist eine Ermahnung für seine Fehler. würde ich mich anders verhalten. so wird auch für den Menschen nach der Grabesnacht die Sonne eines neuen Lebens scheinen. deren ursprüngliche Ursache der Mensch ist. die Erfahrungen der Vergangenheit und seine guten Vorsätze für die Zukunft zu nutzen. was die Quelle seines Leidens war. an denen er. die sämtlich die Umsicht vereiteln.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      91 unvermeidliche und mehr oder weniger unangenehme Konsequenzen. Wenn es aber in diesem Leben Übel gibt. was ich heute weiß. völlig unbeteiligt ist und die ihn wie durch Schicksal zu treffen scheinen: der Verlust geliebter Wesen und der Wegfall des Familienrückhaltes. zumindest dem Anschein nach. wie zum Beispiel Missbildungen. dann beginnt der Mensch zu sagen: „Wenn ich am Anfang meines Lebens gewusst hätte. Schicksalsschläge. die so vielen Unglücklichen die Möglichkeit nehmen. . Es bleibt nun aber keine Zeit mehr!” Wie der faule Arbeiter. dann die natürlichen Geißeln. die Geburtskrankheiten. an dem er Fehler begangen hat. Idiotie.”. dass der Mensch in kleinen wie in großen Sachen immer an dem Punkt bestraft wird. Ohne diese Folgen hätte er keinen Grund sich zu ändern.   URSACHEN DES KUMMERS IN DER VERGANGENHEIT  6. die keine Voraussicht vermeiden konnte. ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen. der sagt: „Ich habe meinen Tag vergeudet.

während andere neben ihnen. das sie aus eigener Kraft zu verändern nicht in der Lage sind und das sie der Willkür öffentlichen Mitleides aussetzt. die noch keine Philosophie lösen konnte.  Der Mensch wird also nicht immer in seinem gegenwärtigen Leben teilweise oder ganz bestraft. die so jung sterben und die im Leben nur das Leid kennen gelernt haben? Das sind Probleme. der leidet. dann in einem anderen. dass die Seele gleichzeitig mit dem Körper erschaffen und ihr Schicksal nach kurzem Aufenthalt auf der Erde unwiderruflich festgelegt würde. in derselben Familie in jeder Hinsicht begünstigt sind?  Und was ist mit jenen Kindern. Vor dieser Alternative gibt es kein Entrinnen. muss sie vor diesem Leben zu suchen sein. Er kommt dennoch nie an den Konsequenzen seiner Verstöße vorbei. wenn man annähme. Das Übel kann nur vorübergehend gedeihen. Wer seine Schuld heute nicht büßt. haben in diesem Leben mit Sicherheit nichts getan. Wenn wir nun doch bestraft werden. um auf dieser Welt soviel Leid zu ertragen und in der Zukunft irgendeine Belohnung oder Bestrafung zu erhalten. Ein Schicksal. die eine Ursache haben muss. Gott bestraft niemanden für das Gute. das er nicht begangen hat. Denn schließlich hat jedes Unglück. dass sie ein so trauriges Schicksal verdienen. muss auch diese Ursache gerecht sein. dass Gott gerecht ist. die noch keine Religion rechtfertigen konnte. Was hätten diese Seelen. ist andererseits auch ein solches Elend eine Wirkung. gerade dabei ist. müssen wir wohl etwas Schlechtes getan haben. . noch für das Übel. der Gerechtigkeit und der Vorsehung Gottes wären. wohingegen derjenige. das auf den ersten Blick unverdient erscheint. seine Vergangenheit abzubüßen. Ungerechtigkeiten. ohne jegliche Entschädigung. die unter solchen Umständen geboren werden. die gerade aus den Händen des Schöpfers erschaffen wurden. wenn sie weder Gutes noch Böses hätten tun können?  Auf der Basis des Gesetzes. wird es morgen tun. das heißt in einer früheren Existenz. Und wenn dies nicht im gegenwärtigen Leben geschehen ist. die im Grunde eine Verneinung der Güte. gemacht. unter demselben Dach. dass jede Wirkung eine Ursache hat. das er getan hat. Da wir annehmen. auf welcher Seite die Gerechtigkeit Gottes wirkt. Da nun die Ursache immer der Wirkung vorausgeht und nicht im gegenwärtigen Leben zu finden ist.92 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden  Diejenigen. das sie nicht vermeiden konnten. hier entscheidet die Logik. Warum also gibt es solch unglückliche Menschen.

dass dies nicht geschehen würde. usw. wird er vielleicht in einem für ihn demütigenden Zustand geboren werden. die sich in Form einer Aufteilung von Glück und Unglück unter den guten und den böswilligen Menschen hier auf Erden darstellen.  So lassen sich durch die Vielzahl der Existenzen und durch die Bestimmung der Erde als eine Welt der Abbüßung die Unregelmäßigkeiten erklären. Das heißt. Wenn er hart und unmenschlich war. aufgrund einer streng verteilten Gerechtigkeit leidet der Mensch unter dem. was er anderen angetan hat. der ihm zusteht.”   7. um eine ganze Reihe von Existenzen zu erfassen. wenn er einer fortschrittlichen Welt angehöre und dass es in seiner Hand liegt. kann ihm womöglich das Notwendige entzogen werden. Die bereuenden Geister wählen dagegen diese Prüfungen freiwillig. als auch solche. weil wir sie ausschließlich vom Standpunkt des gegenwärtigen Lebens aus betrachten. nicht mehr auf diese Welt zurückkehren zu müssen. an die er nur durch seine Unvollkommenheit gebunden bleibt. Die Drangsale des Lebens können hartherzigen Geistwesen auferlegt werden oder solchen. Denn sie wollen ihre Übeltaten wieder gutmachen . Die Gerechtigkeit Gottes wirkt ununterbrochen. sind oft die natürliche Folge begangener Fehler. dass er sich in einer niederen Welt befindet.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      93 seine Ursache. Und angenommen er wäre ein schlechter Sohn gewesen. dass jeder den Anteil bekommt.   Nie sollte der Mensch aus den Augen verlieren. Sowohl die Leiden. kann er seinerseits hart und unmenschlich behandelt werden. Dies geschieht ungeachtet dessen. deren Ursachen in einem vergangenen Leben liegen. die zu unwissend sind.    8. der leidet. könnten ihm nun seine Kinder Sorgen bereiten. War er hochmütig. und derjenige. hat immer Grund zu sagen: „Verzeihe mir Herr. um in Kenntnis der Ursachen eine Wahl zu treffen. deren Verstöße dem gegenwärtigen Leben zu Grunde liegen. Indem man sich jedoch gedanklich erhebt. Bei jedem Schicksalsschlag soll er sich daran erinnern. was ihn in der Geistigen Welt erwartet. indem er an seiner Vervollkommnung arbeitet. denn ich habe gefehlt. wird man begreifen. Wenn er geizig oder egoistisch war oder Missbrauch mit seinem Vermögen getrieben hat. Diese vermeintliche Regelwidrigkeit erscheint uns nur deshalb so.

Menschen. die dadurch gesühnt werden und auch Prüfungen für die Zukunft. der seine Pflicht schlecht erfüllt hat und nun darum bittet. ohne zu murren. seine Verstöße wieder gutzumachen und ihn nicht beim ersten Verstoß unwiderruflich verurteilt!    9. Demnach dient die Abbüßung immer als Prüfung. Und je schwieriger der Kampf war. deren Anlagen von Natur aus gut sind. Es ist jedoch eher ein Anzeichen dafür. wie jemand. die scheinbar nichts Schlechtes aus ihrer vorigen Existenz mitgebracht haben. Man kann hingegen den Kummer.   . dass dieses Leid freiwillig gewählt und nicht aufgebürdet wurde und es ist ein Beweis für einen starken Entschluss.  Zweifelsohne kann das Leid. Daher sind solche Drangsale gleichzeitig Abbüßungen der Vergangenheit. noch einmal von vorn anzufangen. die mit wahrer christlicher Schicksalsergebenheit die größten Leiden erdulden und Gott nur darum bitten. Beide. um seinen Reinigungsprozess zu vollenden und seinen Fortschritt zu beschleunigen. deren Seelen erhaben und deren Gefühle edelmütig sind. dass Er in Seiner Barmherzigkeit dem Menschen erlaubt. das keine Klagen auslöst. desto mehr wird er für die Erfüllung seiner Aufgabe belohnt werden. auf die sie uns vorbereiten. Es wäre andererseits irrtümlich zurückzuschließen. Oft sind es einfache Prüfungen. Prüfungen und Abbüßungen. dass sie ihr Leid ertragen mögen. um den Nutzen seiner Arbeit nicht einzubüßen. als Abbüßungen betrachten. sind jedoch immer Zeichen einer relativen Unvollkommenheit. eine Abbüßung sein. dass man als ein Zeichen von Fortschritt betrachten kann. bedarf keiner Prüfung mehr. Menschen. um weitere Fortschritte zu machen. Dies sind insbesondere Menschen. dass jedes auf dieser Welt erduldete Leid zwangsläufig auf einen bestimmten Verstoß hindeutet. aber nicht immer ist die Prüfung eine Abbüßung.94 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden und besser handeln. Ein Geist kann folglich einen bestimmten Grad der Erhabenheit erreicht haben und dennoch einen Auftrag erbitten. die sich der Geist ausgesucht hat. Denn was vollkommen ist. der Klagen hervorruft und die Menschen zur Auflehnung gegen Gott antreiben kann. Lasst uns Gott danken.

. Je schwerer das Übel. wieder gutzumachen. wenn sie gut ertragen werden. wenn sie wieder gesund sind. das Vergessen hindere die Menschen daran. Wenn er in ihnen diejenigen. denen der Zutritt zu einer Stadt erst gewährt wird. was uns schaden könnte. In ihren verschiedenen körperlichen Existenzen befreien sich die Geister nach und nach von ihren Unvollkommenheiten. Vergebens wendet man ein. Als Abbüßungen merzen sie die Fehler aus und wirken reinigend. Die Geister können eine vollständige Glückseligkeit nur anstreben. ob er aus seinem Leid durch Schicksalsergebenheit einen Nutzen zieht oder durch Klagen das Ziel verfehlt. was wir brauchen und was uns genügt: die Stimme des Gewissens und die instinktiven Neigungen. Es liegt an ihm.  VERGESSEN DER VERGANGENHEIT  11. Wenn Gott es für angebracht hielt. wenn sie rein geworden sind. dass er viel abzubüßen hatte. Erfahrungen aus vorangegangenen Leben zu nutzen. auf dem die Pest ausgebrochen ist. die er beleidigt hat. erniedrigt fühlen. Die Prüfungen des Lebens bringen nur dann Fortschritt. er nimmt wieder Beziehung zu denselben Menschen auf. würde sein Hass vielleicht wiedererweckt werden. In diesem Fall müsste er wieder von vorne beginnen. Sie sind wie Passagiere eines Schiffes.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      95 10. In der Tat würde die Erinnerung folgenschwere Nachteile mit sich bringen. die er gehasst hat. Er erspart uns das. Sie sind das Medikament. Dabei verbietet ihnen der geringste Makel den Eintritt in die glückseligen Welten. das er ihnen angetan hat. In all diesen Fällen würde sie unvermeidliche Störungen in unseren sozialen Beziehungen verursachen. erkennen würde. in der er schon gelebt hat. gewährt Gott uns genau das. und sich auf seine baldige Genesung freuen. desto energischer muss das Medikament sein. das die Wunden reinigt und den Kranken heilt. einen Schleier über die Vergangenheit zu werfen. dann hat das auch einen Sinn. sollte sich eingestehen.  Der Geist wird oftmals in derselben Umgebung wiedergeboren. um das Übel. Sie könnte uns in bestimmten Fällen auf sonderbare Weise demütigen. oder den Stolz in uns erregen und dadurch unseren freien Willen beeinträchtigen. Wer also viel leidet. Er würde sich jedenfalls vor den Menschen.  Damit wir uns verbessern.

dass er sie nie verliert: Denn die Erfahrung zeigt. aus seinem Leben. dass der Geist die Erinnerung an seine Vergangenheit nur erst nach dem Tod wiedererhält. sofern er diese auch zu nutzen weiß. erinnert er sich wieder an seine Vergangenheit.   GRÜNDE FÜR DIE SCHICKSALSERGEBENHEIT  12. welche die Leidenden erwartet und auch auf die Schicksalsergebenheit. In Ermangelung einer genauen Erinnerung. Wenn der Geist in sein immaterielles Leben zurückkehrt. seiner früheren Taten bewusst ist. was man vollständig verbessert hat. Denn das. Durch die Worte „Selig sind. wie er sich selbst entwickelt hat. Der Schlaf hindert uns dennoch nicht daran. Versuchungen zu widerstehen. weshalb er leidet und dass sein Leiden gerecht ist. würde keine Spur mehr aufweisen. Die guten Entscheidungen. Seine gegenwärtigen schlechten Anlagen zeigen. wo er sich noch ändern muss.  Dieses Vergessen findet allerdings nur während des körperlichen Lebens statt. durch welche diese ihr Leid als Vorspiel der Heilung gut zu heißen vermögen. die für ihn bestrafend sein könnte und seinem Sozialleben schaden würde. Jede Existenz ist für ihn ein neuer Ausgangspunkt. 80  Matthäus V. Er kommt so auf die Welt. Folglich handelt es sich nur um eine vorübergehende Unterbrechung. die ihn auf das Gute und das Schlechte aufmerksam macht und ihm Kraft gibt. sind die Stimme seines Gewissens. Seine Vergangenheit interessiert ihn nicht: Er ist bestraft. am nächsten Tag uns an das zu erinnern. Er weiß. in der er eine gewisse Freiheit genießt. dass sich der Geist während seiner Inkarnation in der Schlafphase des Körpers. schöpft er aber neue Kräfte in den Augenblicken der Befreiung der Seele. was er sich erworben hat.  Es ist jedoch nicht so. die er getroffen hat.“80 deutet Jesus gleichermaßen auf die Entschädigung hin. weil er eine Übeltat begangen hat. was wir am Vorabend und an vorangegangenen Tagen gemacht haben. (Anmerkung des Herausgebers) . Darauf muss er seine ganze Aufmerksamkeit richten. Man könnte sagen. die da Leid tragen. ähnlich dem Zustand des Schlafes. 4. denn sie sollen getröstet werden.96 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden  Mit der Geburt bringt der Mensch das mit. Die Erinnerung erlischt nur während des äußerlichen Umgangs.

“ Sollte sich der Schuldner nicht darüber freuen. dass ihr leidet.” Zu anderen dagegen. Zu manchen von denen wird der Herr sagen: „Hier hast du den Preis für deine geleistete Arbeit. Wenn der Mensch aber einerseits Schuld abträgt und andererseits neue Schuld auf sich lädt. den wir aus dem Leid ziehen könnten. hat eine zwangsläufige und unvermeidliche Bestrafung zur Folge. so im nächsten Leben.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      97  Man kann es auch anders ausdrücken: Ihr sollt euch glücklich schätzen. wenn wir ihn nicht mit Schicksalsergebenheit und als etwas akzeptieren. als ob wir einem Gläubiger. indem Er euch gestattet. ungerecht zu sein. indem er nur ein Hundertstel seiner Schuld bezahlt? Sollte er seinem Gläubiger nicht sogar zu Dank verpflichtet sein. So könnt ihr euch einer ruhigen Zukunft gewiss sein. Seid daher glücklich.” Sie sind glücklich. denn sie sollen getröstet werden.   Unter diesen Verstößen steht an erster Stelle der Mangel an Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes. weil sie Schuld abtragen. diese jetzt abzutragen. die Raten abbezahlt hätten und wir dann dieses Geld wieder von Neuem leihen würden. wird es morgen passieren ‐ wenn nicht in diesem. dem sein Gläubiger sagt: „Wenn du mir heute noch ein Hundertstel deiner Schuld bezahlst. wird er seine Befreiung nie erlangen können. Wenn das heute nicht geschieht. Wenn wir uns also in unserem Kummer beklagen. So müssen wir wieder von vorne anfangen. was auch immer es sein mag. denn eure Leiden in diesem Leben sind die Begleichung der Schuld aus vergangenen Fehlern. so laden wir neue Last auf uns und vergeuden damit den Nutzen.   Bei seinem Eintritt in die Geistige Welt ist der Mensch noch wie ein Arbeiter. die ihr . Und wenn alles beglichen ist. dass Gott eure Schuld verringert. wenn wir Gott beschuldigen. werden sie befreit sein. werde ich dich quälen. die im Müßiggang lebten. um sich schließlich zu befreien. anstatt sich über ihn zu beklagen?  Das ist nun der Sinn dieser Worte „Selig sind. Und wenn ihr sie auf der Erde geduldig ertragt. der am Zahltag erscheint. Denn jeder dieser Verstöße. wofür wir wohl selbst die Verantwortung tragen müssen. denen es auf der Erde gut ging. Wenn du aber das nicht machst. der uns quält. erspart ihr euch Jahrhunderte an Leid in künftigen Leben. werde ich dir den Rest erlassen und du wirst frei sein. Folglich erhöht jeder neue Verstoß diese Schuld. Der Leidende ähnelt einem hochverschuldeten Menschen. die da Leid tragen. wenn er alle möglichen Entbehrungen duldet. bis die letzte Rate bezahlt ist.

die man aus der Art und Weise. Wer dagegen nur das körperliche Leben ansieht. betrachtet. abzuschwächen. je nachdem. Folglich erfasst derjenige. Er schöpft daraus Ruhe und Schicksalsergebenheit. schöpft. was sowohl für die körperliche als auch für die seelische Gesundheit von Nutzen ist. Geht und fangt wieder an zu arbeiten. das körperliche Leben auf einen Blick. so wird er Unglück und . seine Wünsche zu mäßigen. Je länger ihm das Leiden erscheint. denn ihr seid bereits auf der Erde bezahlt worden. das ihn voran bringt. Durch Neid. Das sind Schicksalsschläge. dass der Mensch dazu gebracht wird. wie er das irdische Leben betrachtet. Es erscheint ihm wie ein Punkt in der Unendlichkeit. Der Mensch kann somit die Bitterkeit seiner Prüfungen entweder mildern oder verstärken. sich mit seiner Lage zufrieden zu geben. die der beste Schutz gegen Wahnsinn und Selbstmord ist. Die Ruhe und die Schicksalsergebenheit. quält er sich freiwillig und vergrößert somit das Elend und die Ängste seiner kurzen Existenz. Die Gewissheit einer nahen glücklicheren Zukunft stützt und ermutigt ihn. desto mehr leidet er. er begreift seine kurze Dauer und erkennt. Wenn er andererseits nun die Sachen auf dieser Welt in der Art und Weise. Das Leben.”  13. wird Er sagen: „Ihr bekommt nichts. SELBSTMORD UND WAHNSINN  14. auf die erste Art und Weise betrachtet. Dabei sind die meisten Fälle von Wahnsinn gewiss die Folge einer Erschütterung. dass man weltlichen Angelegenheiten weniger Bedeutung beimisst. bewirkt. sowie aus dem Glauben an die Zukunft. wie der Spiritismus zu veranschaulichen hilft. und. dem erscheint es beinahe endlos und der Schmerz lastet auf ihm mit seiner ganzen Schwere. ohne andere zu beneiden und den moralischen Druck. statt sich zu beklagen. der durch Unglück und Enttäuschungen auf ihm lastet. dass dieser anstrengende Augenblick schnell vergehen wird. der das Leben aus spiritueller Sicht betrachtet. Eifersucht und Ehrgeiz dagegen.98 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden Glück in weltlichen Genüssen und in der Befriedigung ihrer Selbstliebe suchten. geben dem Geiste eine Heiterkeit. die ihrerseits durch Schicksalsschläge hervorgerufen wurde. die der Mensch aus eigener Kraft nicht zu ertragen vermag. wie man das irdische Leben betrachtet. dankt er dem Himmel für das Leid.

wenn Unglück und Kummer ihn bedrücken. 16. die ihn unter anderen Umständen zur Verzweiflung gebracht hätten. die materialistischen Gedanken sind die Hauptbeweggründe für den Selbstmord. die nicht bei vollem Bewusstsein sind. die sich in einem Rausch‐ und Wahnzustand umbringen. was auch immer die speziellen Gründe dafür sein mögen. nunmehr mit einer Gleichgültigkeit. ist es in den anderen Fällen gewiss. sein Leid durch Selbstmord zu verkürzen. 15. wenn er kein Ende mehr für seine Leiden sieht. wie sich Wissenschaftler auf die Autorität ihres Wissens stützen. dass sie nach dem Tode nichts zu erwarten haben. Dasselbe gilt für den Selbstmord. dass ihnen nichts anderes übrig bleibt. der sieht eine Lösung für sein Leid nur im Tod. Es bliebe nur das Nichts. Wenn man sieht. Ist das menschliche Leben im Vergleich zur Ewigkeit nicht viel kürzer als ein Tag? Wer jedoch nicht an die Ewigkeit glaubt und meint. Denn abgesehen von denjenigen. . dass er nur einen Tag lang unglücklich ist und dass es ihm an den kommenden Tagen besser gehen wird. Da er nichts mehr erwartet. Es ist offensichtlich. Sie lösen die moralische Mutlosigkeit aus. wenn sie unglücklich sind? Was könnten sie ihnen sagen. die ihn sonst ins Wanken bringen würden. treiben sie sie nicht etwa zu der Schlussfolgerung. sich möglichst schnell da hineinzustürzen. der übt sich gerne in Geduld. um nicht so lange zu leiden. ja sogar mit Freude annehmen. als sich umzubringen. hält er es für natürlich und sogar für sehr logisch. kurz. um sie von diesem Entschluss abzubringen? Welchen Ausweg können sie ihnen anbieten? Welche Hoffnung können sie ihnen geben? Keinen. dass die Ursache des Selbstmordes immer in einer Unzufriedenheit liegt. dann ist es besser. Er gerät nur in Verzweiflung.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      99 Enttäuschungen.   Daraus muss man folgenden Schluss ziehen: Wenn das Nichts das einzig heldenhafte Hilfsmittel und die einzige Perspektive ist. dass diese Kraft ihn über die Geschehnisse stellt und seinen Verstand vor Erschütterungen schützt. Die Ungläubigkeit. der schlichte Zweifel an der Zukunft. um ihren Hörern oder Lesern mühsam zu beweisen. dass mit dem Leben alles zu Ende sei. Wer sich hingegen sicher ist.

wenn alle Menschen Spiritisten wären. Somit werden Geduld und Schicksalsergebenheit ihn auf ganz natürliche Weise von Selbstmordgedanken abbringen. dass schließlich der Selbstmord ihn daran hindert.  17. weiß. In der Spiritistischen Lehre dagegen bleibt kein Raum mehr für Zweifel. wie er auf Erden unglücklich und dabei in das Schicksal ergeben war. mit anderen Worten. die durch den Spiritismus daran gehindert worden sind. dadurch schneller in den Himmel zu kommen. Der Spiritist hat demnach mehrere Gründe. Wenn man also die Ergebnisse der . längeres und schrecklicheres einlöst. Das führt. die uns über ihre unglückliche Situation berichten. dass der Selbstmord seinen eigenen Interessen zuwiderläuft. dass es keinen bewussten Selbstmord gäbe. von dem er weiß. der möglicherweise daran denken würde. dennoch nicht weniger schrecklich sind. dass es in dem Maße glücklicher sein wird. Selbstmord zu begehen. allerdings unter völlig anderen Bedingungen.100 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden  Die Verbreitung materialistischer Ansichten ist folglich das Gift. Er stellt uns die Selbstmörder selbst vor. Sie veranlassen zur Reflexion jeden. die uns beweisen. die er liebte und wieder zu sehen erwartet. nimmt eine schreckliche Verantwortung auf sich. beträchtlich und man kann daraus wiederum schließen. zu moralischem Mut. Deswegen ist die Anzahl derer.   Unter diesen Selbstmördern gibt es einige. dass er durch Selbstmord zu einem ganz anderen Ergebnis kommen wird. sich gegen die Idee des Selbstmordes zu stellen. wenn er glaubt. dass keiner das Gesetz Gottes ohne Bestrafung verletzen kann. als er sich erhofft hat. Die Gewissheit. Unter diesem Gesichtspunkt führt der Spiritismus noch zu einem anderen gleichermaßen positiven und vielleicht sogar entscheidenderen Ergebnis. sein Leben zu verkürzen. selbst wenn sie nur vorübergehender Natur sind und nicht ewig andauern. dass sich das Leben jenseits des Grabes unbegrenzt fortsetzt. da er nur Enttäuschungen mit sich bringt. sich im Jenseits mit denjenigen zu treffen. dass er ein Übel gegen ein noch schlimmeres. Wer daran glaubt. Daraus folgt. dass er sich irrt. und so ändert sich die Betrachtungsweise des Lebens. deren Leiden. Wer sich zu Anhängern und Verkündern solcher Lehren macht. das bei vielen Menschen Selbstmordgedanken auslöst. Die Gewissheit eines zukünftigen Lebens. das Leben vor Gottes Befehl zu verlassen. Dieses untersagt dem Menschen.

stellt man fest. Der Mensch erhält für diese Art Mut keine Belohnung. ist wohl unzufrieden. dass die Logik der ersten zum Selbstmord führt. Es muss auf einem lebhaften Glauben an die Güte Gottes basieren. ob man auf einem Thron sitzt oder auf Stroh liegt. Das ist eine Tatsache. die sich auf der Erde befinden. Das Leben ist deswegen voller Drangsale. Seid daher wie die Wettkämpfer und verlangt nicht nach Ruhe.   Jeder Sportler. wenn euch der Mut fehlt.“. genauso wie sich die Belohnung nach der Resignation und dem Mut richten wird. denn sie sollen getröstet werden. Je beschwerlicher der Kummer ist. So bekommt ihr von Gott keinen Trost.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      101 materialistischen mit denen der Spiritistischen Lehre allein aus der Sicht des Selbstmordes vergleicht. Euer Körper würde sich dadurch nur aufregen und eure Seele untätig werden. sondern gleich bedeutend mit der Bitterkeit des Lebens. Gott hält aber ihm den Siegestaumel und einen ruhmreichen Ort bereit. gedachte er nicht diejenigen. Dieser Kampf ist keine Schlacht. Als Christus sagte „Selig sind. das reicht jedoch nicht aus. Es wurde euch wohl oft gesagt. Freut euch. leiden. Das Gebet ist dabei eine Stütze für die Seele. Denn jemand. Ach. Wenn etwas euch Leid oder Ärger bereitet. versucht euch darüber zu erheben. dass Er keine schwere Last auf schwache Schultern lädt. Denn alle. wenige aber ertragen das Leid gut! Wenige können verstehen. Diese muss man sich aber verdienen. Wenn ihr es geschafft habt. Diese Last steht vielmehr im Verhältnis zu den Kräften. der nicht auf das Spielfeld geschickt wird. die allgemein leiden. umso reichlicher wird diese Belohnung also sein. die durch die Erfahrung bestätigt ist. die da Leid tragen. der vor einem Feind stark bleibt. wenn Gott euch in den Wettkampf schickt. Anflüge von . Mutlosigkeit ist dagegen ein Fehler. da ihm die Ruhepause keine Leistungsverbesserung ermöglicht.  UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT GUT ODER SCHLECHT LEIDEN  18. Hierzu benötigt man bisweilen mehr Mut als für einen blutigen Kampf. beugt sich womöglich dem Druck einer moralischen Strafe. während die der Letzteren ihn verhindert. dass nur die gut erduldeten Prüfungen sie zum Reich Gottes führen können.

richtet eueren Blick zum Himmel und preiset den Herrn.  (Lacordaire. Ist eure Erde also ein Ort des Genusses. sich jenseits der Grenzen eines Grabes aufzuschwingen? Und wenn ihr auch ein ganzes Leben lang weinen und leiden müsstet. sagt zu euch selbst voller berechtigter Zufriedenheit: „Ich war der Stärkere. haltet euch für die Glückseligen dieser Erde. seid gefasst auf quälende Tränen und bitteres Leid! So stechend und tief eure Schmerzen auch sein mögen. 1863) DAS ÜBEL UND SEIN AUSWEG  19. dass Er euch hat prüfen wollen! . ihre Beharrlichkeit und die Gottergebenheit zu beweisen. ihre Stärke. Nach der mühevollen Arbeit wird schließlich die Ruhe folgen. danke. zu Gott sagte: „Herr. mein Gott. wenn Er die Wunden eueres Körpers geheilt und eure Tage mit Seligkeit und Glück gekrönt hat? Werdet ihr Seine Liebe nur erkennen. Liebe und Resignation erduldet hat? Sucht daher den Trost für eure Übel in der Zukunft. die demjenigen bereitgehalten wird. auf einem Müllhaufen geworfen. Le Havre. die ihnen auf Erden fehlten. dass Du Deinen Diener hast prüfen wollen!“ Bis wann werden eure Blicke am Horizont stehen bleiben. O Menschen! Werdet ihr die Macht eueres Herrn denn nur erkennen.. ich habe alle Wonnen des Reichtums kennen gelernt und Du hast mich in die völlige Armut zurückversetzt. welche die Gelegenheit haben.. die Gott euch bereitet und sucht ihre Ursachen in der Vergangenheit. die da Leid tragen. Zorn und Verzweiflung zu beherrschen. danke. ein Paradies der Freude? Erreicht die Stimme des Propheten eure Ohren nicht mehr? Hat sie nicht hinausgerufen. dass es Tränen und Zähneknirschen für diejenigen gäbe. der die Prüfung mit Glaube. was wäre das vor der ewigen Herrlichkeit. die ihr hier lebt. wenn Er eueren Körper mit aller Glorie verziert und ihm Glanz und Pracht gegeben hat? Folgt euerem Vorbild nach. das euch gegeben wurde und das in der letzten Stufe der Abscheulichkeit und der Erbärmlichkeit.  . die ihr am meisten leidet. die in diesem Tal des Leidens geboren würden? Ihr. denn sie werden hundertfach die Freuden erhalten.”  „Selig sind.102 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden Ungeduld. der durch den Tod gekennzeichnet ist? Wann wird eure Seele endlich den Wunsch verspüren. Und ihr. ihren Glauben. “ kann schließlich wie folgt übersetzt werden: Selig sind diejenigen.

Wenn ihr in einem Anfall grausamsten Leides Hymnen für den Herrn singt. dass sich. Warum jetzt klagen? Ihr. diese zu erdulden. der Blick zum Himmel. desto glorreicher wäre der Sieg.   Welches Hilfsmittel sollte man nun denjenigen anbieten. gereinigt durch die Erlösung der Abbüßung und des Leides. in Seinem Schutz stehen und nicht mehr leiden werden. Fragt uns daher nicht mehr. den ihr eines Tages einnehmen werdet .KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      103  Im nicht‐inkarnierten Zustand. habt ihr eure Prüfungen ausgewählt. Ihr. mit seinem Siegel gekennzeichnet. welches Heilmittel dieses Geschwür oder jene Wunde. in himmlische Regionen schweben und mit den Engeln Hymnen zum Dank und zu Ehren Gottes singen wird. vor dem die wenigen dunklen Tage der Gegenwart verblassen. durch die Hilfe des Glaubens stark ist. weil er in dem Moment auch die schmerzvollen Qualen des Kummers spürt. dass derjenige. Die Augenblicke der stärksten Schmerzen werden für ihn die ersten Vermerke einer glückseligen Ewigkeit sein.. Die Seele wird sich in einer Weise vom Körper ablösen. dass wer andererseits auch nur einen Augenblick an seiner Wirkung zweifelt. Ihr wusstet außerdem. wusstet. Er zeigt immer den Horizont der Unendlichkeit. die von grausamen Besessenheiten und quälendem Übel heimgesucht werden? Nur eines ist unfehlbar: der Glaube.. derart sofort bestraft wird.   Der Herr hat all diejenigen. dass diejenigen.  . wolltet den Kampf gegen die Versuchung aufnehmen und sie besiegen. Christus hat euch gesagt. Der Glaube ist das sichere Heilmittel für das Leid. aus ihm nach dem Tod eine strahlend glänzende Seele befreien würde. die ihr um Reichtum und Ruhm gebeten habt. die leiden und durch einen starken Glauben gestützt werden. als ihr noch durch das All schwebtet. diese Versuchung oder jene Prüfung heilen kann. Ich sage euch. dass sie. wird euch der Engel an euerem Kopfende mit der Hand das Zeichen der Erlösung geben und den Platz zeigen. die ihr gebeten habt. noch während er sich unter Krämpfen windet. der Glaube könne Berge versetzen. der glaubt. die an Ihn glauben. ‐ selbst wenn euer Fleisch auf einen Müllhaufen geworfen würde ‐. Erinnert euch daran. falls ihr triumphiert. je härter die Prüfung ausfiele. weil ihr euch für stark genug hieltet. mit Leib und Seele gegen das moralische und das physische Übel anzukämpfen.

woraus man mühelos den Schluss ziehen kann. 1863)    DAS GLÜCK IST NICHT VON DIESER WELT 20. beweist besser als sämtliche Überlegungen die Wahrheit dieser Maxime aus dem Buch Prediger: Das Glück ist nicht von dieser Welt.  (Hl. die seine Natur erfassen kann.   Somit irren sich diejenigen. Dies. Denn man hört. dass es ihm gestattet ist. sein Stück Arbeit und Elend. umso weniger findet man hier den vollkommen glückseligen Menschen. unablässig über ihre Lebenssituation bitter beklagen.   Das. dass die kämpfende Arbeiterschicht mit so viel Begierde die Stellung derer beneidet. da durch jahrhundertealte Erfahrung bewiesen ist. wenn weise Menschen schon eine Seltenheit auf dieser Welt sind. der sich nicht von der Weisheit leiten lässt. woraus das Glück auf dieser Erde besteht. dass dieses Glück auf der Erde eine Utopie ist. sosehr man sich auch bemüht. die leiden und weinen! Ihre Seelen sollen sich erfreuen. die durch das Schicksal begünstigt zu sein scheinen. wie sich Menschen aller Altersstufen. welche die Erde als einzigen Wohnort des Menschen verkünden und sagen.104 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden  Glückselig sind diejenigen. (Anmerkung des Herausgebers) . ihr nachzustreben. ohne jemals ans Ziel zu gelangen. dass die Erde ein Ort der Prüfungen und der Abbüßungen ist. In dieser Welt hat jeder. seinen Anteil an Leid und Enttäuschung.   Man kann allgemein bejahen. meine lieben Kinder. Denn. Für jemanden. „Ich bin nicht glücklich! Das Glück ist nicht für mich gemacht!“ ruft der Mensch meistens und zwar in allen Gesellschaftsschichten. Sogar nicht einmal diese drei so begehrten Bedingungen zusammen. Paris.   Vor diesem Hintergrund ist es unbegreiflich. denn sie werden von Gott erfüllt werden. zu der sich jede Generation aufmacht. ist eine vergängliche Sache. Und sie täuschen ihre Zuhörer.81 In der Tat sind weder Reichtum noch Macht und auch nicht die blühende Jugend Hauptbedingungen für das Glück. nur dort und in nur einmaliger Existenz die höchste Stufe der Glückseligkeit. mitten in den privilegiertesten Schichten. Augustinus. dass dieser Planet nur in Ausnahmefällen die notwendigen Bedingungen für die vollkommene Glückseligkeit des Individuums erfüllt. verliert sich ein 81  Buch Prediger (Salomo) 2. zu erreichen.

um diejenigen zu beschützen. pflegt ihr zu sagen: „Gott ist ungerecht. Also. Paris. zu denen ihr durch eure Anstrengungen und Neigungen eines Tages hingezogen werdet. dass ich von den Glücklichen der Erde spreche. Ihr sollt euch zur Verbreitung des Spiritismus berufen fühlen. die von der Masse beneidet werden. Das ist die große Aufgabe. dass es woanders vorzüglichere Wohnorte gibt. meine lieben Kinder! Auf dass in dieser feierlichen Zusammenkunft eure ganzen Herzen nach diesem großartigen Ziel streben. welche . die schon viele Jahre voller Enttäuschungen gelebt haben.  (François‐Nicolas‐Madeleine. So nimmt Er jene. Gewiss nicht! Denn aus den schon verwirklichten Fortschritten könntet ihr mühelos zukünftige Fortschritte herleiten und aus den erreichten sozialen Verbesserungen neue und fruchtbarere Verbesserungen. an die Arbeit. eine Strafanstalt zu sein. die diese neue Lehre erfüllen soll. Und bemerkt. einen Monat oder eine Woche vollständiger Befriedigung und alles andere in einer Abfolge von Bitterkeit und Enttäuschungen. welche die Geistwesen euch offenbart haben. den künftigen Generationen eine Welt vorzubereiten. 1863)   DER VERLUST GELIEBTER MENSCHEN.   So möge euch. meine lieben Kinder. auf dass jeder den „alten Menschen“ in sich energisch ablege. Ihr habt die Pflicht. Deswegen hat Gott in euerem Luftwirbel solche schönen erhabenen Planeten ausgesät. Kardinal Morlot. über die dem menschlichen Leben innewohnende Freude vollständig verfügt. muss man folglich annehmen. obwohl er noch in einem materiellen Körper gefangen ist.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      105 Jahr. der eure eigene Erneuerung bereits in Gang gesetzt hat. wenn ihr genügend gereinigt und vervollkommnet seid. der stark ist und eine großartige Zukunft vor sich hatte. eure Geschwister an den Strahlen des göttlichen Lichtes teilhaben zu lassen. meine lieben Kinder. dieser himmlische Wetteifer beleben.   Trotzdem solltet ihr aus meinen Worten nicht folgern. von denen. denn Er opfert jemanden.   Wenn das Leben auf der Erde für Prüfungen und Abbüßungen bestimmt ist. Wenn der Tod eure Familienmitglieder dahinrafft und ohne Einschränkungen die Jüngeren vor den Älteren nimmt. dass die Erde für immer bestimmt ist. an denen der Geist. DER FRÜHE TOD 21. in der Glück nicht mehr nur ein leeres Wort sein wird.

dass dieses Leben nicht voller Leid gewesen wäre? Verachtet ihr also die Hoffnungen des zukünftigen Lebens so sehr. so könntet ihr darin immer die göttliche Vernunft ‐ ja.“   Menschen. Wer in der Blüte seines Lebens stirbt. die ihn vielleicht in den Ruin gestürzt hätten.  Glaubt mir. in diesem Punkt müsst ihr euch über das Irdische wohl erheben. wo ihr das blinde. die zu nichts mehr taugen.   Ihr sagt „es sei ein schreckliches Unglück“. den Vorzug gebt? Nehmt ihr also an. dass er nicht länger auf der Erde bleibt. dass ein hoher Rang unter den Menschen mehr wert ist. Der frühe Tod ist oft ein großes Geschenk. dass das Haar der Eltern frühzeitig ergraut. das ihr auf Erden führt. das Übel zu sehen und dass die weise Vorsehung dort ist. Denn sie betrüben die ehrwürdigen Familien und zerbrechen die Mütterherzen. indem Er ihr das unschuldige Wesen wegnimmt. das euerer Meinung nach so hoffnungsvoll war? Wer sagt euch. dass ihr den Hoffnungen dieses vergänglichen Lebens. um zu verstehen. Wisst ihr wie das Schicksal dieses Menschen ausgesehen hätte. den sie für euch hat? Könnt ihr glauben. erfolgreich zu sein und ein Vermögen aufzubauen? Immer dieser engstirnige Blick. der Verstorbene hätte die Chance gehabt. Vielmehr erachtet Gott es als sinnvoll für ihn. das Gott demjenigen gewährt. Eure schäbigen Interessen wären nebensächliche Gedanken. die in den Hintergrund treten würden. so früh durchtrennt wird. der stirbt und der somit vom Elend und den Versuchungen verschont bleibt.106 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden nützlich sind und lässt andere zurück. der euch trifft. mit der Folge. wenn der Faden eines Lebens. dem es nicht gelingt. Von welchen Hoffnungen sprecht ihr? Von der irdischen Hoffnung. als ein Platz unter den glückseligen Geistern? . Warum messt ihr die göttliche Gerechtigkeit an dem Wert. das ihre ganze Freude war. sich über die Materie zu erheben. dass das Gute oft da ist. ist keineswegs ein Opfer des Schicksals. eine erneuernde Vernunft – vorfinden. Wenn ihr jeden Kummer. besser durchschauen würdet. unabwendbare Schicksal vermutet. das voller Hoffnungen war. alles hat seine Daseinsberechtigung. Er bricht das Herz einer Mutter. der Tod einer schamhaften Zügellosigkeit vorzuziehen ist. dass der Herr der Welten euch aus purer Lust und Laune grausame Strafen auferlegen möchte? Nichts geschieht ohne eine bedachte Absicht und was auch immer passiert. dass. wo ihr meint. selbst bei einer Inkarnation von zwanzig Jahren.

 WEN DIE GÖTTER LIEBEN“82  22. habt ihr es getroffen. dass die Seele freier lebt. » Hierbei handelt es sich um eine französische Redewendung. Ist es nicht egoistisch. wäre er gestorben. dass eure geliebten Kinder nah bei euch sind. Ihr werdet jenes wunderbare Verlangen empfinden. der einer Gefahr entgangen ist: „Jung stirbt. So gesehen sollt ihr nicht denken. dieser Schmerz ist begreiflich bei demjenigen. ja. wenn es Gott gefällt. sie sind sehr nah. denn es geschieht in der Tat recht oft. und wenn ihr Gott darum bittet. Und ihr Mütter. seid euch bewusst.  (Anmerkung des Übersetzers) . der die Tränen trocknet. ihr begeht Gotteslästerung.  (Sanson. wen die Götter lieben. die wörtlich übersetzt hieße: ‚Wäre er ein guter Mensch. aber auch euer törichtes Leid bedrückt sie. eins Seiner Kinder aus diesem Tal des Elends wegzuholen. wenn sie von ihrer körperlichen Hülle befreit ist. um mit euch zu leiden? Ach.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      107  Freut euch. früheres Mitglied der Pariser Spiritistischen Gesellschaft. sie zu segnen. der keinen Glauben hat und der im Tod eine Trennung für immer sieht! Ihr Spiritisten aber wisst. der sich noch auf dem Weg des Fortschrittes befindet. Diesem wird als Lohn für seine Verdienste die Gnade zuteil. Ihr sagt oft.“ Indem ihr das sagt. il se serait tué. statt euch zu beschweren. welche der erhabene Herr euch versprochen hat. 82 “Quem di diligunt adulescens moritur. dass Gott einem jungen Geist. werdet ihr jenen mächtigen Trost fühlen. die ihr das spirituelle Leben versteht. ihre Gedanken schützen euch.” (Platon) im französischen Text heißt es: « Si c’était un homme de bien. dass diese Person da bleiben möge. sich zu wünschen. wurde stattdessen das lateinische Sprichwort übernommen. eine längere Prüfung auferlegt als einem guten Geist. wenn ihr die geliebten Wesen ruft. eure Erinnerung an sie erfüllt sie mit Freude. das sich auch im Deutschen findet und der hier gemeinten Bedeutung am nächsten kommt.  Ihr. Denn ihre fluidalen Körper umgeben euch. hört auf den Schlag eueres Herzens.’ Da diese Redewendung jedoch im Deutschen so nicht existiert. dass seine Prüfung so kurz wie möglich ausfällt. das euch die Zukunft zeigt. denn es zeigt Mangel an Glauben und Auflehnung gegen den Willen Gottes. wenn es sich um einen schlechten Menschen handelt. ‐ Der Begriff „Götter“ ist daher nicht im Sinne des Spiritismus zu verstehen. 1863)    „JUNG STIRBT. wenn ihr diesen Grundsatz aussprecht.

Warum möchtet ihr also. hat seine Aufgabe beendet und der andere. dass Gott in allen Angelegenheiten gerecht ist. der auf sie kein Recht hätte? Wisset daher. denn derjenige. ist oft Gutes. das heißt in materiellen Vergnügungen. weiter im Gefängnis behielte. Dann erscheint es euch nur mehr wie ein Zwischenfall in der unendlichen Dauer euerer spirituellen Existenz. was ihn aufwühlen und verwirren kann. Statt den Frieden des Herzens zu suchen. Was euch als Böses erscheint. hat vielleicht noch gar nicht damit begonnen. wenn man einen Gefangenen. die er selbst vermeiden könnte. das ihm jedoch immer wieder entgleitet. dessen Nachbar ein schlechter Mensch ist. Seltsamerweise scheint er sich sogar absichtlich Qual zu bereiten. Er aber sucht es in vergänglichen Dingen. das einzig wahre Glück auf dieser Welt. der seine Strafe bereits abgebüßt hat. Allerdings könnte der Mensch trotz der Schicksalsschläge. wenn dieser gestorben wäre. (Fénelon. 1861)   DIE FREIWILLIGE FOLTERQUAL  23. die ihr nicht verstehen könnt und glaubt. Sens.  Lernt Sachen nicht zu verurteilen. die ihrerseits ein Vorgeschmack auf die unvergänglichen himmlischen Freuden darstellen. Aber eure Fähigkeiten sind so begrenzt. wenigstens relatives Glück genießen. sie zu erledigen und dass der andere noch auf irdischem Boden gefangen bleibt? Was würdet ihr sagen. dann sagt ihr voreilig: „Mir wäre lieber. mit den Gedanken aus eueren engen Sphären herauszutreten. der einzig wahren Existenz. wie ihr euch erhebt.108 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden  Wenn ein guter Mensch stirbt. seid ihr in Gefangenschaft. dass die wahre Freiheit in der Sprengung der körperlichen Fesseln liegt.” Ihr irrt euch gewaltig. Der Mensch läuft ständig dem Glück hinterher. die denselben Schicksalsschlägen unterworfen sind. solange ihr auf der Erde seid. Denn ungetrübtes Glück gibt es auf der Erde nicht. Und in dem Maße. wird die Bedeutung des materiellen Lebens zusehends schwinden. dass der Schlechte keine Zeit mehr bekommt. der bleibt. der gegangen ist. dass die Gesamtheit des großen Ganzen eueren stumpfen Sinnen entgeht! Bemüht euch. ist der Mensch gierig nach allem. statt es in den Freuden der Seele zu suchen. während demjenigen Freiheit gegeben würde. . die in diesem Leben eine unvermeidliche Begleiterscheinung sind.

was er nicht hat und der nicht versucht mehr darzustellen. ist das nicht Glück?  (Fénelon. seinen vielfältigen Charakter zu kennen. Es sind in der Tat arme Narren. die durch Neid und Eifersucht verursacht werden? Für den neidischen und eifersüchtigen Menschen gibt es keinen Frieden. sondern nach unten richtet. vermuten. Jeder spricht von Unglück. Er ist ruhig. auch bei denen auszulösen. Was er nicht hat. die noch weniger haben. die da Leid tragen. Dies alles und noch vielmehr nennt man in der menschlichen Sprache Unglück. als tatsächlich vorhanden ist. das wiederum andere besitzen. Er kämpft ausschließlich darum. in der Not des Stolzes. jeder hat es schon einmal gefühlt und glaubt. Ich möchte euch sagen.“ Denn ihre Sorgen zählen nicht zu denen. in der Furcht vor Verrat. Sie sehen es in der Armut. in der einst der Engel lächelte. die ebenso geistesgestört sind. in den Tränen. was er hat. von der er besessen ist. Er fiebert immer. inmitten der Lebensstürme. in dem Herd ohne Feuer. der sich mit dem zufrieden gibt.   Wie viel Kummer erspart sich dagegen derjenige. diese rasende Eifersucht. was die Menschen. in der leeren Wiege. dass sie vielleicht schon morgen all diesen Tand aufgeben müssen. denn die Gier danach hat ihr Leben vergiftet! Zu ihnen passen sicherlich nicht die Worte: „Selig sind. 1860)   DAS WAHRE UNGLÜCK  24. in dem Sarg. die nicht daran denken. denn er schafft sich keine trügerischen Bedürfnisse. Und diese Ruhe. das wahre Unglück ist jedoch vielmehr in den Folgen einer Sache als in der . der sich in Purpur einkleiden möchte und seine Blöße unter den Lumpen der Eitelkeit kaum verbergen kann. dass sich fast alle irren und dass das wahre Unglück keineswegs das ist. Erfolge seiner Gegner machen ihn schwindlig. wird er immer Menschen sehen. das ist Unglück für diejenigen. der ohne Neid auf das blickt. wie er. den man mit unbedecktem Haupt und gebrochenem Herzen begleitet. für die es im Himmel den verdienten Ausgleich gibt. denn sie sollen getröstet werden. denn wenn er seinen Blick nicht nach oben. Dieser ist immer reich. also die Unglücklichen.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      109  Gibt es größere Leiden als diejenigen. Lyon. in dem drohenden Gläubiger. Ja. bereitet ihm Schlaflosigkeit. die nur die Gegenwart sehen. seinen Nachbarn in den Schatten zu stellen und seine ganze Freude besteht darin.

diese Gläubiger. sein Gepäck und seine Uniform zu verlieren. Um einzuschätzen. was man in seiner beengten Sichtweise Unglück nennt. Sagt mir. die durch eure Blindheit so befremdend entstellt sind. mit dem körperlichen Leben auf und findet seinen Ausgleich in dem zukünftigen Leben.110 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden Sache selbst zu suchen. der ihnen weder Ruhm noch Fortschritt bringen kann! Welche Bedeutung hat es für einen Kämpfer. Denn genau dort sind diese Konsequenzen spürbar. das zwar für den Augenblick als glücklich angesehen wird. lauern euerer trügerischen Ruhe auf. So hört all das. wenn er sieg‐ und ruhmreich aus dem Kampf hervorgeht? Was bedeutet es demjenigen. in Wirklichkeit nicht viel unglücklicher ist als jenes. indem er schädliche Stoffe auflöst. das die von Gleichgültigkeit und Egoismus geschwächte Seele überrascht. die ihr annehmt und euch mit der ganzen Kraft eurer getäuschten Seelen wünscht. ihr. und die Prüfungen. die tödlich gewesen wären. müssen wir uns in das Jenseits dieses Lebens begeben. die das Gewissen zum Schweigen bringen. das ihr euch so sehnlichst herbeiwünscht. die ihr lacht. was für den Menschen wahrhaftiges Glück oder Unglück ist. das jedoch unheilvolle Auswirkungen hat. ob ein Ereignis.  Wartet ab. in das rechte Licht rücken! Dann werdet ihr wie tapfere Kämpfer handeln. müssen wir dessen Konsequenzen bedenken. die Gedankentätigkeit unterdrücken und den Menschen von seiner Zukunft ablenken. seine Waffen.  Ich werde euch das Unglück in einer neuen Weise offenbaren. der eure Bäume entwurzelt. der den Glauben an die Zukunft hat. das ist das Unglück. das Vergnügen. Das Opium des Vergessens. sondern waghalsige Kämpfe dem Frieden vorziehen. jedoch die Luft reinigt. die unnütze Aufregung und die törichte Befriedigung der Eitelkeit. der Tumult. weil eure Körper zufrieden sind! Gott betrügt man nicht. die ihr weint! Zittert. nicht vielmehr Glück als Unglück ist.  Möge euch der Spiritismus Erleuchtung bringen und Wahrheit und Irrtum. dem Schicksal entrinnt man nicht. ihr. in einer schönen und angenehmen Weise.  Um irgendetwas zu beurteilen. ob ein Sturm. auf dem Schlachtfeld des Lebens sein Vermögen und seine körperliche Hülle zu . um euch urplötzlich in den Todeskampf des wahren Unglücks zu stürzen. Sagt mir. Das Unglück sind die falsche Freude. die noch unerbittlicher sind als eine vom Elend aufgepeitschte Menge. das zunächst heftigen Ärger verursacht und schließlich Gutes hervorbringt. die eben nicht vor der Gefahr fliehen.

die Gott euch anvertraut hat. die sich auf eure Ankunft freuen und euch bei der Hand nehmen werden.  Glaubt mir. da Gott Seine Geister sendet. wartet geduldig auf den Engel der Erlösung. sie sind von kurzer Dauer und sollen euch zu den Freunden führen. der nach Glück und Freiheit trachtet und. seine Prüfungen abzumildern? Diese Frage läuft auf folgende Frage hinaus: Ist es jemandem.  (François de Genève. ob es erlaubt ist. da er an den Körper gebunden ist. Da der Körper seinem Einfluss unterliegt. ergreifen Kraftlosigkeit. ihr müsst diesem Druck. in vergeblichen Bemühungen sich erschöpft. wenn seine Seele strahlend das himmlische Reich betritt?  (Delphine de Girardin. von der ihr nichts ahnt. Ihr fragt. der eueren Willen schwächt. erlaubt sich . Wisst ihr. verfällt er in Mutlosigkeit. um euch über das Glück. dass diese Anstrengungen nutzlos sind. aus ihm zu entfliehen. die eueren Geist gefangen halten. doch sucht es nicht auf dieser Welt. Denkt daran. um euch zu dem Ort zu führen. sei es in der Hingabe an die Familie oder in der Erfüllung verschiedener Aufgaben. der ertrinkt. Paris. Bordeaux)   FREIWILLIGE PRÜFUNGEN. die ihr beweint. DAS WAHRE BÜSSERGEWAND  26. der euch helfen wird. dass ihr während euerer Prüfungsphase auf der Erde eine Aufgabe erfüllen müsst. mit aller Kraft Widerstand leisten. Wenn ihr im Laufe dieser Prüfung und während der Erfüllung euerer Pflichten merkt. Unruhe und Kummer in euch aufsteigen. Niedergeschlagenheit und eine Art Apathie Besitz von euch und ihr fühlt euch unglücklich. dass Er euch bereit hält. Und jetzt. Tretet ihnen offen entgegen. 1861)   SCHWERMUT  25. der ihm als Gefängnis dient. zu unterrichten. Dieses Streben nach einem besseren Leben ist dem Geist aller Menschen angeboren. so ertragt sie mit Stärke und Mut. Indem er merkt. warum oftmals eine unerklärliche Trauer Besitz von euerem Herzen ergreift und euch das Leben so bitter empfinden lässt? Das ist euer Geist. wie Sorgen. zu dem irdischer Kummer keinen Zugang hat.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      111 lassen. die Fesseln zu durchtrennen.

um seinem Nächsten zu helfen. ohne zu klagen. um Wunden zu versorgen. einen Arzt zu rufen?   Ziel der Prüfungen ist es. die da Leid tragen. ihn aufrecht zu halten und zu stärken. Denn das wäre Trägheit und keine Tugend. um seiner selbst willen tut. Ein Mensch kann gerade deshalb in einer sehr schwierigen Situation zur Welt kommen. Denn ihr benötigt all euere Kräfte. Ihr. die Folgen des unvermeidlichen Problems ohne Klage zu ertragen. Den eigenen Körper freiwillig zu quälen bedeutet gegen das Gesetz Gottes zu verstoßen. denn das ist Egoismus durch Fanatismus. die ihr eure wohl riechenden Wohnungen verlasst. die ihr den Schlaf . als ihr ohnehin schon tragen müsst. Jesus sagte: „Selig sind. aber missbraucht nicht: So lautet das Gesetz. was Gott von euch verlangt. das man sich auferlegt.“ Ist es daher lobenswert das Leid zu suchen.112 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden zu retten? Und demjenigen.   Diese Frage führt uns selbstverständlich zu einer anderen. wenn ihr Kälte und Hunger ertragt. Schwächt eueren Körper nicht durch unnötige Entbehrungen und zwecklose Kasteiungen. Das ist ein großer Verdienst. der einen Dorn im Finger hat. Der euch Mittel gibt. Das ist alles.  Anderes verhält es sich mit dem Leid. seid zufrieden mit den Prüfungen. um einen bedürftigen Menschen zu wärmen und zu ernähren und somit euerem Körper Leid zufügt: Ein solches Opfer wird von Gott gesegnet. den Kampf durchzustehen. der in einem verwahrlosten Zimmer lebt. um eure Aufgaben auf der Erde zu vollenden. die Gott euch sendet und bürdet euch nicht mehr auf. ihn zu entfernen? Demjenigen. der krank ist. Der Verdienst besteht darin. nicht zu verzweifeln. ihr. um einem anderen Trost zu bringen. wenn man es nur. wenn Leiden und Verzicht das Wohl des Nächsten zum Ziel haben. indem man sich durch freiwilliges Leiden seine Prüfungen erschwert? Darauf antworte ich sehr klar: Ja. Der Missbrauch der besten Sachen zieht eine Bestrafung durch unvermeidbare Konsequenzen nach sich. Intelligenz sowie Geduld und Schicksalsergebenheit zu entwickeln. umso gezwungenermaßen einen Weg zu suchen. Den Körper unnötig zu schwächen ist wahrer Selbstmord.   Man muss hier einen großen Unterschied machen. die ihr eure zarten Hände schmutzig macht. Gebraucht. Nehmt sie mit Vertrauen an. ihr. wenn etwas nicht gelingt und sich jedoch auch nicht hängen zu lassen. Nein. Denn das ist Nächstenliebe durch Aufopferung. Was euch persönlich betrifft. die Schwierigkeiten zu besiegen.

   Einige denken. Dieser Gedanke ruft jedoch bei manchen Menschen Überlegungen hervor. Folgen aus eueren früheren Existenzen sind. Ebenso verhält es sich mit denjenigen. ihr alle.  (Ein Schutzgeist. Soll man den Prüfungen seines Nächsten möglichst ein Ende setzen oder aus Achtung vor dem Plan Gottes die Zustände ihren Lauf nehmen lassen?  Wir haben euch wiederholt gesagt. die stechender sind als körperliche Schmerzen. um noch mehr Nutzen daraus zu ziehen. sie den Prüfungen ihren Lauf nehmen lassen müssen. die Prüfungen noch verschärfen. weil sie schlimme Folgen haben könnten. den ihr noch zu bezahlen habt. nehmt Erniedrigungen auf euch ohne zu klagen. Ihr habt euch nicht inmitten der aufregenden Vergnügungen des Wohlstandes zur Ruhe gesetzt. Ja.   Aber ihr. man müsse nichts tun. und dass alles. Geißelt eure Selbstliebe. deren Wunden euch angerechnet werden. den Gott euch vorgezeichnet hat. um eure Prüfungen zu vollenden. die ihr euch aus der Welt zurückzieht. dass ihr auf diesem Planeten der Abbüßung seid. der auch euer Bruder in Gott ist. Kennt ihr aber diesen Weg? Wisst ihr. weil das Glück der Welt eure Herzen nicht ausgetrocknet hat. Paris. sondern wurdet zu tröstenden Engeln für die Bettelarmen. weil sie euch Mut und Gottgehorsam bescheinigen. eure Prüfungen sollen den Weg gehen.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      113 einbüßt. bekämpft eure Selbstgefälligkeit und stemmt euch gegen die Schmerzen der Beleidigungen und Verleumdungen. wie weit sie gehen müssen und ob der barmherzige Vater über das Leiden dieses oder jenes Bruders nicht gesagt . kasteit eueren Geist und nicht euer Fleisch. so tut dies an der Seele und nicht am Körper. da ihr vor dem Kampf flieht und davonlauft? Wenn ihr euch der Abbüßung unterziehen wollt. die unbedingt abgestellt werden müssen. 1863) SOLL MAN DEN PRÜFUNGEN SEINES NÄCHSTEN EIN ENDE SETZEN?  27. die sogar soweit gehen zu glauben. der Schuldenanteil. hier leistet ihr Abbüßung. wenn sie auf der Erde schon zur Buße sind. die ihr eure Gesundheit in den Dienst guter Taten stellt. Das ist ein großer Irrtum. was euch geschieht. worin besteht euer Nutzen auf dieser Erde? Wo ist euer Mut zu Prüfungen. um sie zu mildern. Das ist die wahre Abbüßung. sondern im Gegenteil. wahre Abbüßung voller Segen. dass. um am Bett eines Kranken zu wachen. um Verführungen zu entgehen und in Einsamkeit zu leben.

dergestalt sei seine Abbüßung? Ja! Betrachtet euch vielmehr immer als ein Instrument. die Abbüßungen euerer Geschwister nach dem Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe zu lindern. Schmerzen zu beheben. Denn der Spiritist muss. um abzubüßen. das Übel abzustellen und es durch Frieden zu ersetzen. Geduld und Schicksalsergebenheit zu überstehen. dann sagt nicht: Das ist die Gerechtigkeit Gottes. Lasst uns sehen. dass das ganze Leben ein Akt der Liebe und der Ergebenheit ist und dass die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen wird.  Helft euch daher stets bei eueren jeweiligen Prüfungen und betrachtet euch nie als Folterinstrumente. ob mein moralischer Beistand. der ein gutes Herz hat. das Schwert gewissermaßen noch einmal in die Wunde zu stoßen? Oder die Dosis des Giftes in der Brust des Leidenden zu erhöhen. Dieser Gedanke muss jeden Menschen. ob es mir selbst nicht als Prüfung. nicht etwa als Werkzeug der Pein. Schutzgeist. je nachdem. sagt euch: „Lasst uns sehen. wie Er es für angebracht hält. um dieser Prüfung ein Ende zu setzen. ob Seine Vorsehung euch nicht ausgewählt hat. um die Wunden zu heilen. empören. ob Gott mir nicht ein Mittel an die Hand gegeben hat.   Fassen wir demnach zusammen: Ihr seid alle auf der Erde. das unendliche Ausmaß der Güte Gottes begreifen. Bordeaux. nach Kräften bemühen. sie muss ihren Lauf nehmen. ausnahmslos. um das Leid des Schuldigen noch zu verschlimmern.  (Bernardin. was immer er auch tut.  Wäre nicht ein Zeichen von übermäßigem Hochmut bei dem Menschen zu finden. die Seine Gerechtigkeit geöffnet hat? Wenn ihr also einen euerer Brüder seht. sondern als tröstender Balsam. Als Spiritist muss man daran denken.114 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden hat: „Bis hierher und nicht weiter”? Wisst ihr denn. aber Gott allein kann sie beenden oder verlängern. 1863) . um die Bitterkeit der Prüfungen zu lindern. diese Prüfung mit mehr Kraft. um das Leid meines Bruders zu lindern. vor allem den Spiritisten. der sich dazu berechtigt fühlte. auferlegt wurde. meine materielle Hilfe oder mein Rat ihm nicht helfen können. der vom Schicksal getroffen wurde. um den Entscheidungen des Herrn entgegenzuwirken. Lasst uns auch sehen. mehr als jeder andere. Er kann daher ohne Furcht alles unternehmen. mit welchen Mitteln mich der barmherzige Vater ausgestattet hat. das ausgewählt wurde. aber ihr solltet euch alle. unter dem Vorwand. vielleicht ja als Abbüßung. Im Gegenteil.

 DAS LEBEN EINES UNHEILBAR KRANKEN ZU VERKÜRZEN?  28. Selbst wenn keine begründete Hoffnung auf eine endgültige Rückkehr zum Leben und zur Gesundheit besteht. Lindert die letzten Schmerzen. mit dem Gedanken. kann für sie von größter Bedeutung sein. indem man sein Ende schneller herbeiführt?  Wer hätte euch das Recht erteilt. zu sich selbst zurückzukehren und ihn auf andere Gedanken zu bringen? In welcher Notlage ein Todkranker sich auch immer befinden mag. die ihnen gewährt wird. Hat sich die Wissenschaft in ihren Vorhersagen etwa nie geirrt?  Ich weiß. gibt es nicht dennoch unzählige Beispiele von Kranken. kann diese Sachen nicht verstehen. die im Moment ihres letzten Atemzuges wieder zu sich kommen und für ein paar Augenblicke wieder ihre Kräfte erlangen? Nun gut! Diese Stunde der Gnade. Ist derjenige. um ihm zu helfen. kennt den Wert des letzten Gedankens. der seines Lebens überdrüssig ist.   Der Materialist. denn ihr wisst nichts von den Überlegungen. niemand kann mit Gewissheit sagen. sich durch seinen Tod nützlich zu machen? . Man weiß. dass sein Zustand hoffnungslos ist. 1860)   SEIN EIGENES LEBEN OPFERN  29. Ein Mann ist im Todeskampf. soweit ihr könnt. wenn er den Tod auf dem Schlachtfeld sucht. denn diese Minute kann in der Zukunft viele Tränen ersparen. der weiß. was jenseits des Grabes geschieht. geplagt von grausamen Schmerzen. Hütet euch aber davor. schuldig. der nur den Körper sieht und der Seele keinerlei Bedeutung beimisst. dass es Fälle gibt. und welche Qualen ihm eine Erleuchtung durch Reue ersparen kann. Ist es erlaubt.  (Hl. Gottes Vorhaben zu beurteilen? Kann Er einen Menschen etwa nicht bis an den Rand des Grabens führen und ihn wieder zurückziehen.KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      115   IST ES ERLAUBT. dass seine letzte Stunde gekommen ist. Paris. die man zu Recht als aussichtslos bezeichnen kann. Ludwig. ein Leben zu verkürzen und sei es auch nur um eine Minute. die während des Todeskampfes in dem Geist stattfinden können. jedoch keinen Selbstmord begehen möchte. doch der Spiritist. ihm einige Momente der Qual zu ersparen.

seinem Land zu dienen. Paris. dass er selbst dabei umkommen wird. 1860)    30. um es zu verteidigen und nicht zu sterben. wenn nötig. folglich gibt es den absichtlichen Selbstmord und den herbeigeführten. dass sie die Prüfung der Schicksalsergebenheit bis zum Äußersten treibt und ein unerwarteter Umstand wendet den verhängnisvollen Schlag schließlich ab. Paris. weil sie sich dem Willen Gottes unterziehen und den Blick auf ihr zukünftiges Glück gerichtet haben. Denn tot kann er dem Land nicht mehr nützlich sein. Ludwig. nur für sich selbst.116 KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden  Ob sich der Mensch das Leben nimmt oder sich umbringen lässt. macht den Wert dieser Tat zunichte. indem man sich der Gefahr aussetzt.  (Hl. dass die Vorsehung nicht im kritischsten Augenblick noch ein unerwartetes Mittel zur Rettung bereithält? Kann sie nicht sogar Menschen retten. Ludwig. um sich vor sich selbst zu entschuldigen.  (Hl. keine Angst vor dem Tod zu haben. wenn sie durch Arbeit. das Leben zu verkürzen. Wenn er ernsthaft den Wunsch hätte. selbst um einen Dienst zu erweisen. Er ist nur ein Vorwand. das Ziel ist immer. ist trügerisch. die vor einem Kanonenrohr stehen? Oft kann es sein. und kann ihr Leid auch für andere Menschen nützlich sein?   Diese Leiden können für andere materiell und moralisch nützlich sein. Materiell gesehen. um das Leben eines Mitmenschen zu retten. den Tod zu suchen. Aber die geplante Absicht. sein Tod könne für etwas nützlich sein. Die wahre Ergebenheit besteht nur darin. obwohl er weiß. Arbeiten diejenigen. wenn es darum geht. Kann das als Selbstmord betrachtet werden?  Sofern der Tod nicht absichtlich gesucht wird. die ihr Leid mit Schicksalsergebenheit annehmen. Entbehrungen und selbst . ungeachtet der Gewissheit. sein Leben vorzeitig und ohne Reue zu opfern. nützlich zu sein und der Gefahr zu trotzen und. um seine Tat zu beschönigen. Wer aber kann diese Gewissheit haben? Wer sagt. handelt es sich auch nicht um Selbstmord. sein Leben möglicherweise zu verlieren. würde er versuchen zu leben. Ein Mensch setzt sich drohender Gefahr aus. Der Gedanke. sondern um Hingabe und Verzicht. 1860)   NUTZEN DES LEIDES FÜR ANDERE MENSCHEN  31.

KAPITEL  V ‐ Selig sind die Leidtragenden      117 auferlegte Opfer zum materiellen Wohl ihrer Nächsten beitragen. wenn sie sich dem Willen Gottes unterordnen. Ludwig. das sie geben. moralisch durch ihr Beispiel.  (Hl. 1860) . traurigen Folgen bewahren. Paris. Dieses Beispiel für die Kraft des spiritistischen Glaubens kann viele Unglückliche zur Schicksalsergebenheit ermuntern und sie vor der Verzweiflung und zukünftigen.

da als Pflicht Liebe und Nächstenliebe verlangt werden. Ihr kennt ihn. 28 ‐ 30)  2. der gekommen ist. Kommt her zu mir. der heilige Geist. Denn mein Joch ist sanft. und meine Last ist leicht.   Auf demjenigen. Deshalb sagte Jesus: „Kommt her zu mir. die er den Leidenden verspricht. 15 ‐ 17 und 26)  .  (Matthäus XI. ich will euch erquicken. so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. was ich euch gesagt habe. denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. XIV. um die Menschen zu lehren. Aber der Tröster. die ihr mühselig und beladen seid. daß er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit. denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir. All die Leiden ‐ Unglück. Und ich will den Vater bitten. Enttäuschungen. den die Welt nicht empfangen kann. das er lehrt: Sein Joch ist die Befolgung dieses Gesetzes. lastet der Kummer mit seinem ganzen Gewicht und keine Hoffnung vermag seine Bitterkeit zu mildern. ich will euch erquicken. den mein Vater senden wird in meinem Namen. und er wird euch einen andern Tröster geben.   DER VERSPROCHENE TRÖSTER 3. die ihr mühselig und beladen seid. (Johannes. Aber dieses Joch ist leicht und das Gesetz sanft. DER TRÖSTER Mein Joch ist leicht ‐ Der versprochene Tröster  Unterweisungen der Geistigen Welt: Ankunft des Geistes der Wahrheit MEIN JOCH IST LEICHT 1. der dagegen nach diesem Leben nichts erwartet oder einfach zweifelt. alle. so werdet ihr meine Gebote halten.“  Jesus stellt jedoch eine Bedingung für seine Hilfe und die Glückseligkeit. denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Diese Bedingung ist das Gesetz. alle.KAPITEL  VI ‐  CHRISTUS. Liebet ihr mich. körperliche Schmerzen. der Verlust geliebter Wesen ‐ finden ihre Linderung im Glauben an das zukünftige Leben. an die Gerechtigkeit Gottes und im Glauben an den Christus. der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern.

Er hebt den Schleier. Ergebenheit und Mut. dass dieses Leid seinem Fortschritt dient und nimmt es an. dann deshalb. Der stechende Zweifel ist dann keine Gewalt mehr über seine Seele. der höre. was Jesus sagte. ein Reinigungsprozess. Wenn er kommt. Er erinnert die Menschen an die Befolgung des Gesetzes. was Christus nur in Gleichnissen verkündet hat. die ihm seinen Unterhalt garantiert. die Gegebenheiten von einer höheren Warte aus zu betrachten. um ihn zu verstehen und den der Vater senden wird. auf der der Mensch seine Vergangenheit abbüßt. gibt ihm Geduld. verliert sich die Wichtigkeit irdischer Schicksalsschläge am breiten strahlenden Horizont. Und er kommt schließlich.   Der Spiritismus kommt zum festgesetzten Zeitpunkt. Indem er ihn dazu bringt. wonach das Leid wie eine heilsame Krise ist. Er zeigt die damit verbundene Absicht. er lehrt und erhellt. um den Benachteiligten dieser Erde und allen Leidenden erhabenen Trost zu bringen. indem er eine gerechte Ursache und ein nützliches Ziel für all dieses Leiden aufzeigt. um all die Sachen zu lehren und an das zu erinnern. Der Mensch versteht dann. den die Welt noch nicht kennt. Und die Aussicht auf das Glück. weil er ohne Sinnbilder oder Allegorien spricht.“ Wie soll man sich jedoch in seinem Leid glücklich fühlen. um den Weg zu Ende zu gehen. weil die Lehre vergessen oder missverstanden wurde. um das Versprechen Christi einzulösen: Der Geist der Wahrheit leitet seine Verfestigung. die da Leid tragen. Der Spiritismus gibt ihm einen unerschütterlichen Glauben an die Zukunft. warum man leidet? Der Spiritismus verweist auf die Ursache in früheren Existenzen und auf die Bestimmung der Erde.“ Der Spiritismus kommt. Wenn also der Geist der Wahrheit später kommen sollte. um Augen und Ohren zu öffnen. der absichtlich über bestimmte Mysterien geworfen wurde. die zur Genesung führt. dass Christus nicht alles gesagt hat. wenn man nicht weiß. um uns an das zu erinnern. . der Tröster      119  4. was Christus gesagt hat. weil sie noch nicht reif ist. den er erfasst. Jesus verspricht einen anderen Tröster: Den Geist der Wahrheit. um alles zu lehren. das ihn erwartet. dass er sein Leid verdient hat und findet sein Leid gerecht. wie der Arbeiter die Arbeit annimmt. Christus sagte: „Wer Ohren hat zu hören. der das Glück in künftigen Existenzen sichert. ohne zu murren.KAPITEL  VI ‐ Christus. bedeutet es. denn sie sollen getröstet werden.   Christus sagte „Selig sind. Er weiß.

wenn sie euch zurufen: Betet und glaubet! Denn der Tod ist Wiederauferstehung und das Leben die ausgewählte Prüfung. dass über ihnen die unveränderliche Wahrheit regiert: Der gütige. Der die Saat keimen lässt und die Wogen erhebt. Wie ein Feldarbeiter habe ich das Gute. gehört werden. um eueren Weg zu beleuchten und euch. der Tröster  Auf diese Weise verwirklicht der Spiritismus das. die er erweckt. was Jesus vom versprochenen Tröster sagte: Die Kenntnis der Gegebenheiten. dass der Mensch weiß. die nicht mehr auf der Erde sind. um die Wahrheit zu bringen und um die Finsternis zu vertreiben. wohin er geht und warum er auf der Erde ist. entfernt nicht die Fackel. die dazu führt. Er führt uns zu den wahren Prinzipien der Gesetze Gottes zurück und tröstet mit dem Glauben und mit der Hoffnung. in den Schoß eueres Vaters zurückzuführen!   Die Kundgaben des Geistes der Wahrheit sind teilweise in der ersten Person formuliert. Ich komme wie damals. Hört mich! Der Spiritismus soll. sondern die Stimme derjenigen.   Ach. Es steht dennoch im Hintergrund eine Gemeinschaft von erhabenen Geistern. durch die eure gewachsenen Tugenden gedeihen und sich entwickeln sollen. das unter der Menschheit verstreut lag. da der Tod nicht existiert. große Gott. welche die Lehre Christi ‐ die Lehre der Liebe – verkünden. Ich habe die göttliche Lehre verkündet. der zu dem Reich meines Vaters führt und haben sich auf den unebenen Pfaden der Herzlosigkeit verirrt. verlorene Kinder. wie die Zeder. die ihr leidet!”  Aber die undankbaren Menschen sind von dem geraden und breiten Weg abgekehrt. dass ihr euch gegenseitig helft. Verstorbenen wie Lebenden. unter die verlorenen Kinder Israels. zusammen gebunden und gesagt: „Kommt her zu mir.120 KAPITEL  VI ‐ Christus. ihr schwachen Menschen. woher er kommt. die ihr die Dunkelheit euerer Intelligenz begreift.    UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT ANKUNFT DES GEISTES DER WAHRHEIT83  5. dass ihr euch beisteht und dass nicht mehr die Stimmen der Propheten und Apostel. Er möchte. wobei tot’ nur im Hinblick auf den Körper zu betrachten ist. Mein Vater will die menschliche Rasse nicht vernichten. die Ungläubigen daran erinnern. alle. (Anmerkung des Herausgebers) 83 . wie einst mein Wort. welche die Gnade Gottes in eure Hände gegeben hat.

die sich dort festgesetzt haben. das ihr für das Nichts hieltet. die. wo der Ärmste unter euch vielleicht der Glänzendste sein wird. zieht eure Furchen! Nehmt gleich morgen von Neuem die harte Arbeit des Vortages auf. Und so wie der Wind den Staub wegfegt. der euch in den erhabeneren Sphären Reichtum beschert.   Wahrlich. soll auch der Hauch der Geister eueren Neid auf die Reichen dieser Welt vertreiben. nichts vergeht! Christus ist der Sieger über das Böse. dass sie weinen sollen. Erwerbt euch die Kenntnisse dieser wertvollen Lehre.  Arbeiter. eine helfende Hand nicht reichen würde. Denn ihre Prüfungen sind gefahrenreicher als eure. Wenn die Stunde der Ruhe erklingt. den Weizen mit den guten Körnern. pflege diese in der Stille euerer Gedanken. Und siehe. der göttliche Gärtner. um ihnen zu sagen. da der Schmerz im Olivenhain heilig geworden ist. werdet ihr spüren. Nichts geht verloren im Reich unseres Vaters. die Fehler. sind mir die Liebsten. ich komme. Ich. eueren großen Schwächen. wie meine kostbare Saat in euch keimt und hervorquillt. Paris. dass sie jedoch Hoffnung hegen sollen. wo das Licht die Dunkelheit ersetzt. dort. Ich bin bei euch . sind menschlichen Ursprungs. Euer Schweiß und euer Elend bilden den Schatz. die oftmals sehr bemitleidenswert sind. rufen euch Stimmen zu: Geschwister. Die Arbeit euerer Hände liefert euerem Körper das irdische Brot. der Tröster      121  Ich bin zu sehr berührt von Mitleid mit euerem Elend. die Utopien mit der Wahrheit. dies ist das erste Gebot. 1860) 6. jenseits des Grabes. obwohl sie den Himmel sehen. ich sage euch: Diejenigen. eure Seelen werden jedoch nicht vergessen. Glaubt. als dass ich jenen unglücklichen Verirrten. unterrichtet euch. um die armen Benachteiligten zu lehren und zu trösten. liebet und denkt über das euch Offenbarte nach. in den Abgrund des Irrtums stürzen. Denn es werden tröstende Engel kommen. seid ihr die Sieger über die Herzlosigkeit. wenn der Faden des Lebens eueren Händen entgleitet und eure Augen sich bei Licht schließen. dass sie ihre Schicksalsergebenheit an das Maß ihrer Prüfungen anpassen sollen.  Spiritisten! Liebet euch.KAPITEL  VI ‐ Christus.  (Geist der Wahrheit. welche die Irrtümer euerer Aufsässigkeit auflöst und euch den erhabenen Sinn menschlicher Prüfungen lehrt. die ihre Bürde tragen und ihren Geschwistern helfen. Ich komme. das ist das Zweite! Alle Wahrheit findet sich im Christentum. Vermengt nicht. um ihre Tränen zu trocknen.

ich bringe euch das Medikament. 1861)  7. 1861) 8. die sie erbitten. Kommt zu mir. die nicht genug von euerem reinen Blut bekommen können und euch fast immer tödliche Wunden zufügen. bereitet euch darauf vor. damit ihr euch vervollkommnet. Der euch schwach erschaffen hat. Sucht den Trost und die Kraft nicht woanders. Liebet einander und betet. Seid folgsam gegenüber den Geistern des Herrn. Möget ihr in Zukunft demütig und Gott gehorsam Sein himmlisches Gesetz ausführen. statt sich über die Schmerzen und die moralischen Leiden zu beklagen. euch eines Tages frei und freudig zu dem Schoße desjenigen aufzuschwingen. Nehmt nun als Grundsatz diese zwei Worte: Hingabe und Entsagung und ihr werdet stark sein. ich komme zu euch. Irrtümer und Ungläubigkeit aus eueren betrübten Seelen herausgerissen werden! Dies sind Ungeheuer.122 KAPITEL  VI ‐ Christus. Paris. ich komme. dass ihr selbst eueren weichen Ton modelliert. die hier auf Erden euer Los sind. Lügen. hört auf ihn! Mögen Herzlosigkeit. das sie heilen soll. die ihr leidet und beladen seid. um selbst Handwerker euerer Unsterblichkeit zu werden. ihr werdet Erleichterung und Trost finden. dann wird Er Seinen geliebten Sohn schicken. ihr Gefangenen des Lebens. Gott sendet durch den Spiritismus einen himmlischen Appell an eure Herzen. Ich bin der große Arzt der Seelen. Gott tröstet die Demütigen und gibt den Verzweifelten die Kraft. Ruft Ihn aus der Tiefe euerer Herzen an. weil sie all die Pflichten zusammenfassen. Er möchte. euch diese zu bieten. Das Gefühl der Pflichterfüllung wird . der Tröster und mein Apostel unterrichtet euch. Denn die Welt ist nicht in der Lage. Die Schwachen. Die menschliche Weisheit liegt in diesen beiden Worten. Mögen alle leidenden Geistwesen diese Wahrheit verstehen. um sie zu retten. Bordeaux. Seine Macht bedeckt die Erde und überall legte Er neben jede Träne einen tröstenden Balsam. weil ihr mich gerufen habt!  (Geist der Wahrheit. welche die Nächstenliebe und die Demut euch abverlangen.  (Geist der Wahrheit. um euch zu unterrichten und diese guten Worte zu sagen: Hier bin ich. Trinket an der lebendigen Quelle der Liebe. die Leidenden und die Gebrechlichen sind meine Lieblingskinder. alle. Hingabe und Entsagung sind dauerhaftes Gebet und enthalten eine tiefgründige Lehre.

KAPITEL  VI ‐ Christus, der Tröster      123

euch geistige Ruhe und Schicksalsergebenheit schenken. Das Herz schlägt dann besser, die Seele beruhigt sich und der Körper spürt keine Schwäche mehr. Denn der Körper leidet indes umso mehr, je tiefer der Geist belastet ist.  (Geist der Wahrheit, Le Havre, 1863)  

KAPITEL  VII ‐  SELIG SIND, DIE IM GEISTE ARM SIND
Was man unter „im Geiste arm“ zu verstehen hat ‐ Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden ‐ Die den Gelehrten und Klugen verborgenen Geheimnisse  Unterweisungen der Geistigen Welt: Hochmut und Demut ‐ Die Aufgabe des klugen Menschen auf der Erde

WAS MAN UNTER „IM GEISTE ARM“ ZU VERSTEHEN HAT
Selig sind, die im Geiste arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. (Matthäus V, 3) 84

2. Die Ungläubigkeit hat sich lustig über diese Maxime gemacht: „ Selig sind, die im Geiste arm sind.“ ebenso wie über viele andere Sachen, die sie nicht versteht. Unter „im Geiste arm“ versteht Jesus nicht die Geistigbehinderten, sondern die Demütigen. Er sagt, dass ihnen das Himmelreich gehört und nicht den hochmütigen Menschen.   Menschen von irdischer Kultur und Intelligenz, schätzen sich auch selbst im Allgemeinen so hoch ein, dass sie die Sache Gottes als ihrer unwürdig betrachten. Fast immer nur, um sich selbst besorgt, können sie keine Gedanken zu Gott emporheben. Diese Tendenz, sich für so überlegen zu halten, bringt sie oft genug dazu, alles zu verneinen, das ihnen höher steht. Damit sie nicht erniedrigt vor anderen da stehen, verneinen sie die Göttlichkeit selbst. Wenn sie sich nämlich einverstanden erklärten, die Göttlichkeit zu akzeptieren, würden sie eines ihrer schönsten Attribute bestreiten: Ihre mit weiser Vorsehung bedachte Wirkung auf die irdischen Angelegenheiten, da sie ja überzeugt sind, sie alleine könnten die Welt gut regieren. Sie legen ihre Intelligenz als universellen Maßstab an und fühlen sich in der Lage, alles zu verstehen. Daher können sie die Möglichkeit, dass es etwas gibt, was sie nicht verstehen, nicht akzeptieren. Haben sie ein Urteil gefällt, dann ist es unwiderruflich.   Wenn sie die Existenz der unsichtbaren Welt und einer übermenschlichen Macht nicht gelten lassen, dann nicht etwa, weil dies ihr Vorstellungsvermögen übersteigt, sondern weil sie sich gegen den Gedanken auflehnen, dass etwas existiert, dem sie nicht überlegen sind und
84  Bei diesem Vers schien uns diese deutsche Formulierung zu der „Nova Vulgata” passender als die Version der lutherischen Übersetzung; (Anmerkung des Herausgebers)

KAPITEL  VII ‐ Selig sind, die im Geiste arm sind      125

das sie von ihrem Sockel stürzen würde. Aus diesem Grunde haben sie für alles, was nicht aus der sicht‐ bzw. greifbaren Welt kommt, nur ein verächtliches Lächeln übrig. Sie halten sich für zu gebildet und geistreich, um an Sachen zu glauben, die ihrer Ansicht nach nur für die einfachen Menschen gut sind und betrachten diejenigen als „im Geiste arm“, die solche Dinge ernst nehmen.   Doch, was immer sie auch sagen, sie werden, genau wie die anderen, in diese unsichtbare Welt eingehen, die sie so sehr in das Lächerliche ziehen. Dann werden sie die Augen öffnen und ihren Irrtum erkennen.   Aber Gott, Der gerecht ist, kann jemanden, der Seine Macht missachtet hat, weder in derselben Weise empfangen, wie denjenigen, der sich Seinen Gesetzen demütig untergeordnet hat, noch beiden die gleiche Stellung verleihen. Indem Jesus sagt, das Himmelreich gehöre den einfachen Menschen, erklärt er, dass niemand ohne die Bescheidenheit im Herzen und die Demut im Geiste dort aufgenommen wird. Somit wird der Unwissende, der diese Eigenschaften besitzt, dem Gelehrten, der mehr an sich als an Gott glaubt, vorgezogen. In jedem Fall erhebt Jesus die Demut in den Rang der Tugenden, die uns näher zu Gott bringen und ordnet den Stolz den Lastern zu, die uns von Ihm entfernen. Der Grund hierfür ist ein natürlicher: Demut bedeutet, sich Gott zu unterwerfen, Stolz jedoch heißt, sich gegen Gott aufzulehnen. Für die zukünftige Glückseligkeit des Menschen ist es, irdisch betrachtet, also wertvoller, arm im Geiste zu sein, dafür aber reich an moralischen Eigenschaften.   

WER SICH SELBST ERHÖHT, WIRD ERNIEDRIGT WERDEN
3. Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. (Matthäus XVIII, 1 ‐ 5)  4. Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus

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KAPITEL  VII ‐ Selig sind, die im Geiste arm sind

antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie antworteten ihm: Ja, das können wir. Er sprach zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, steht mir nicht zu. Das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist von meinem Vater. Als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wißt, daß die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Matthäus XX, 20 – 28)  5. Und es begab sich, daß er an einem Sabbat in das Haus eines Oberen der Pharisäer kam, das Brot zu essen, und sie belauerten ihn. (...) Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, als er merkte, wie sie suchten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan; denn es könnte einer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann kommt der, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu dir: Weiche diesem!, und du mußt dann beschämt untenan sitzen. Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setz dich untenan, damit, wenn der kommt, der dich eingeladen hat, er zu dir sagt: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch sitzen. Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden. (Lukas, XIV, 1, 7 – 11) 

6. Diese Grundsätze sind die Folgen des Prinzips der Demut, das Jesus unaufhörlich als wesentliche Bedingung für die Glückseligkeit darstellt, die den Auserwählten Gottes versprochen wurde, und das er folgendermaßen formuliert hat: „Selig sind, die im Geiste arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ Und er nimmt ein Kind als Beispiel für die Einfachheit des Herzens und sagt, dass jemand der Größte im himmlischen Reich sein wird, wenn er Demut übt und sich so klein wie dieses Kind macht. Das bedeutet keinen Anspruch auf Überlegenheit und Unfehlbarkeit zu hegen.   Derselbe fundamentale Gedanke findet sich auch in diesem Grundsatz wieder: „wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener“, und in dem

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Folgenden: „denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.“ 85  Der Spiritismus bestätigt diese Theorie durch Beispiele. Er zeigt uns auf, dass diejenigen, die auf der Erde klein waren, in der Geistigen Welt groß sind, und dass der auf der Erde Große und Mächtige im Künftigen oft ziemlich klein ist. Und zwar deshalb, weil Erstere mit dem Sterben das mitgenommen haben, was im Himmel wahre Größe ausmacht und was man nicht verliert: „die Tugend“. Die anderen hingegen mussten all das zurücklassen, was sie auf Erden groß machte und was nicht mitzunehmen ist: „Vermögen, Titel, Ruhm und Abstammung“. Da sie sonst nichts besitzen, kommen sie in der anderen Welt völlig entblößt an, wie Schiffbrüchige, die alles, bis auf ihre Kleidung, verloren haben. Sie haben nur den Stolz behalten, der ihre neue Situation noch demütigender macht, weil sie über sich, in strahlendem Glanz, diejenigen sehen, die sie auf der Erde mit Füßen getreten haben.   Der Spiritismus zeigt uns noch eine andere Anwendung dieses Prinzips, und zwar bei den aufeinander folgenden Inkarnationen, wo diejenigen, die in einer Existenz am höchsten standen, in der folgenden auf den letzten Platz verwiesen werden, wenn sie von Stolz und Ehrgeiz beherrscht waren. Strebt daher weder nach dem ersten Rang auf der Erde, noch danach, euch über andere zu erheben, wenn ihr nicht gezwungen sein wollt, wieder hinabzusteigen. Sucht vielmehr die bescheidensten und einfachsten Plätze. Denn Gott kann euch im Himmel zu einem höheren Ort erheben, wenn ihr dies verdient.   

DIE DEN GELEHRTEN UND KLUGEN VERBORGENEN GEHEIMNISSE 
7. Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. (Matthäus XI, 25) 

 8. Es mag sonderbar erscheinen, dass Jesus Gott dafür dankt, dass er diese Dinge nur den einfachen und kleinen Leuten offenbart hat, die arm im Geiste sind, und sie den Weisen und Klugen, die dem Anschein nach eher im Stande sind, sie zu verstehen, vorenthalten hat. Unter Ersteren muss
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 Siehe Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, S. 125; (Anmerkung des Herausgebers)

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man die Demütigen verstehen, die sich vor Gott klein machen und nicht meinen, sie seien allen Menschen überlegen. Letztere sind die Stolzen, die wegen ihres weltlichen Wissens eingebildet sind und sich für klug halten, da sie Gott leugnen. Und wenn sie Ihn nicht von vornherein ablehnen, sprechen sie Ihn zumindest wie einen Ebenbürtigen an. In der Antike war das Wort ‚weise’ ein Synonym für ‚gelehrt’. Deshalb überlässt Gott ihnen die Suche nach den Geheimnissen der Erde und offenbart den Bescheidenen und Demütigen, die sich vor Seiner Herrlichkeit verneigen, die Geheimnisse des Himmels.    9. Ebenso verhält es sich heute mit den großen Wahrheiten, die durch den Spiritismus offenbart werden. Manche Ungläubigen wundern sich, dass die Geister sich so wenig Mühe geben, sie zu überzeugen. Der Grund ist, dass sie sich vorzugsweise mit den Menschen beschäftigen, die sich bemühen, nach bestem Gewissen und in Demut das Licht zu suchen, als mit denjenigen, die glauben, das ganze Licht zu besitzen und scheinbar denken, Gott müsste überglücklich sein, wenn Er sie zu Sich zurückführt, indem Er ihnen Seine Existenz beweist.   Die Macht Gottes kommt in den kleinsten wie auch den größten Dingen zum Vorschein. Er stellt Sein Licht nicht unter den Scheffel, sondern verbreitet es überall in vollem Glanz. Blinde sind daher diejenigen, die es nicht sehen. Gott will ihnen die Augen nicht mit Gewalt öffnen, da sie diese ja lieber geschlossen halten. Ihr Tag wird kommen. Zuvor müssen sie jedoch die Angst der Dunkelheit spüren und in der Hand, die ihren Stolz erschüttert, Gott erkennen und darin nicht etwa einen Zufall sehen. Um die Ungläubigkeit zu besiegen, wendet Gott die Mittel an, die Ihm je nach Individuum geeignet erscheinen. Es steht dem Ungläubigen nicht zu, Gott vorzuschreiben, was Er zu tun hat, oder Ihm zu sagen: „Wenn Du mich überzeugen willst, musst Du das so oder so anstellen, lieber zu diesem Zeitpunkt als zu jenem, weil es mir gerade so passt.“   Die Ungläubigen sollten sich daher nicht wundern, wenn Gott und die Geister, welche die ausführenden Kräfte Seiner Gebote sind, sich ihren Forderungen nicht unterwerfen. Sie sollten sich aber fragen, was sie dazu sagen würden, wenn der Letzte ihrer Bediensteten ihnen Vorschriften machen würde. Gott stellt Bedingungen, doch Er fügt sich ihnen nicht. Er

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hört diejenigen gütig an, die sich in Demut an Ihn wenden, nicht jedoch jene, die glauben, sie seien mehr als Er.   10. Nun wird man fragen, könnte Gott sie nicht persönlich durch Aufsehen erregende Zeichen erschüttern, vor denen sich sogar der hartnäckigste Ungläubige verneigen müsste? Zweifellos könnte Er das. Worin bestünde jedoch ihr Verdienst und wozu wäre das alles gut? Sieht man nicht tagtäglich Menschen, die sich gegen die offenkundigsten Tatsachen sperren und sogar sagen: „Auch wenn ich es sehen würde, würde ich es nicht glauben, denn ich weiß, es ist unmöglich.” Wenn sie sich weigern, die Wahrheit zu erkennen, dann deshalb, weil weder ihr Geist reif genug ist, sie zu verstehen, noch ihr Herz, um sie zu fühlen. Der Stolz ist der graue Star, der ihnen die Sicht verschleiert. Wozu sollte man einem Blinden das Licht zeigen? Zunächst einmal muss man die Ursache des Übels heilen. Deshalb kuriert Gott, wie ein geschickter Arzt, zuerst den Stolz. Er gibt Seine verirrten Kinder nicht auf, da Er weiß, dass sich ihre Augen früher oder später öffnen werden. Er will aber, dass dies aus eigenem Willen heraus geschieht. Und Er weiß, dass sie sich dann, besiegt durch die Qualen der Ungläubigkeit, von selbst in Seine Arme werfen und Ihn, wie der verlorene Sohn, um Vergebung bitten werden.    UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT

HOCHMUT UND DEMUT
 11. Friede sei mit euch, meine lieben Freunde! Ich komme zu euch, um euch zu ermutigen, den guten Weg zu verfolgen.   Gott gibt den armen Geistern, die einst die Erde bewohnt haben, nun den Auftrag, euch zu erleuchten. Gelobt sei Gott für die Gnade, die Er uns gewährt, um euch bei euren Fortschritten zu helfen. Möge der Geist, der heilig ist, mich erleuchten und mir helfen, mich verständlich auszudrücken, möge er mir die Gnade erweisen, diese Worte für euch fassbar zu machen! All ihr inkarnierten Wesen, die ihr in Kummer lebt und nach dem Licht sucht, möge der Wille Gottes mir beistehen, um dieses Licht vor euren Augen scheinen zu lassen!   Die Demut ist eine sehr vergessene Tugend unter euch. Den großen Vorbildern, die euch dazu gegeben wurden, wird selten gefolgt. Kann man

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denn Nächstenliebe ohne Demut ausüben? O nein! Denn dieses Gefühl macht alle Menschen gleich. Es zeigt ihnen, dass sie alle Geschwister sind, dass sie sich einander helfen sollen und es führt sie zum Guten. Ohne Demut schmückt ihr euch mit Tugenden, die ihr nicht besitzt, als würdet ihr einen Mantel tragen, um die Missbildungen eueres Körpers zu verbergen. Erinnert euch an denjenigen, der uns errettet hat; erinnert euch an seine Demut, die ihn so groß gemacht und über alle Propheten gestellt hat.   Der Stolz ist der schreckliche Gegner der Demut. Als Christus das Himmelreich den Ärmeren versprochen hat, tat er das, weil die Großen dieser Erde meinen, dass die Titel und Reichtümer die Belohnung für ihren Verdienst seien und dass ihr Wesen reiner sei, als das der Armen. Sie denken, dass alle diese Titel und Reichtümer ihnen rechtmäßig zustehen. Sie werfen Gott daraufhin vor, wenn Er ihnen etwas wegnimmt, ungerecht zu sein. O Irrsinn und Blindheit! Hat Gott etwa zwischen euch irgendeinen körperlichen Unterschied gesetzt? Ist der Leib des Armen nicht der gleiche, wie der des Reiches? Hat der Schöpfer zwei Arten von Menschen geschaffen? All das, was Gott tut, ist erhaben und weise. Übertragt auf Ihn nicht die naiven Ideen eueres stolzen Verstandes.   O Reicher! Während du vor Kälte geschützt in deinem luxuriösen Zimmer schläfst, weißt du nicht, wie viele Tausende deiner Brüder, die genauso viel wert sind wie du, auf Stroh liegen. Ist der hungrige Elende nicht deinesgleichen? Gewiss empört sich dein Stolz bei diesen Worten. Du wirst sogar einverstanden sein, ihnen ein Almosen zu geben. Du würdest ihnen aber nie geschwisterlich die Hände schütteln. „Was!“, wirst du aufschreien, „Ich bin geboren mit Adelsblut, einer der Großen dieser Erde. Ich soll mit diesem Elenden gleichgestellt sein? Vergebliche Utopie von Pseudophilosophen! Wenn wir gleich wären, warum würde Gott ihn so niedrig und mich so hoch stellen?“   Es ist wahr, dass eure Bekleidungen sehr unterschiedlich sind. Wenn ihr beide aber entkleidet seid, welcher Unterschied wäre da zu sehen? „Das Adelsblut“, würdest du sagen. Die Chemie hat noch keinen Unterschied zwischen dem Blut eines Aristokraten und dem des Plebejers, zwischen Herrn und Sklaven gefunden. Könntest du mit Sicherheit sagen, dass du nicht früher einmal ein solcher Elender warst wie er? Vielleicht hast du auch, um Almosen gebettelt oder wirst eines Tages um Almosen bei diesem

 das Himmelreich. heilig und groß bist du vor meinen Augen! Warte und bete. dann tust du mir sehr Leid! Denn umso erbarmenswerter bist du!   Hochmütige Menschen. oh. Er wird dich nicht verlassen. Du möchtest wie die anderen fröhlichen und unbeschwerten Frauen. auch reich sein. Verneigt eure stolze Stirn. dass der Tod dich morgen. in dem Moment. Alle Geistwesen sind von der gleichen Essenz und alle Körper sind aus der gleichen Materie gebildet. heute oder in jeder Stunde treffen kann. Alle Namen und alle Titel werden daran nichts ändern. Es ist ihnen kalt. sie haben Hunger. die du noch ein junges Mädchen bist. Sind etwa die Reichtümer ewig? Finden sie nicht mit dem Körper. Denke daran. den du heute verachtest. dass der Tod dich genauso wenig wie jeden anderen verschonen wird. wie viel Leid und Tränen sich unter diesen wunderbaren. ihr Ende? Oh. Alle Menschen sind auf der göttlichen Waage gleich. die Ihm vertrauen. Du möchtest auch gerne alles mitmachen und unter den Glücklichen dieser Erde sein. bestickten Kleidern verbergen. musst dich demütigen. Ah.   Und du. wie viel Seufzer unter dem heiteren Klang des Orchesters erstickt sind. vertraue Ihm. was wart ihr. da sie am höchsten ist. um ein Stück Brot zu erhalten. Die Letzten tragen ihre noblen Titel der Nächstenliebe und der Demut. du behieltest . nur die Tugenden machen den Unterschied vor Gottes Augen. Denn Gott kann sie erniedrigen. die im Geiste arm sind      131 einen Menschen betteln. der vergänglichen Hülle deines Geistes. die vorbei gehen. Und wenn du in deinem Stolz verharrst. arme Tochter. ich verneige mich vor dir! Wie nobel. was einen Menschen erhaben macht und den anderen erniedrigt. gehe voller Demut in dich! Richte deinen Blick schließlich auf die Wirklichkeit der Dinge dieser Erde und auf das. Ach. warum diese traurigen Gedanken? Wozu weinen? Richte deine Augen zu Gott empor. Sie enden im Grab und bringen nicht das versprochene Glück der Auserwählten.KAPITEL  VII ‐ Selig sind. den Vögeln vom Himmel gibt Er Nahrung. bevor ihr adlig und mächtig wart? Vielleicht die Untersten euerer Diener. Voller Mitleid und Gelassenheit.   Arme Kreatur! Du bist Mutter und deine Kinder leiden. dass deine Titel dich nicht vor ihm schützen werden. Vorsicht Kind! Wenn du wüsstest. so fleißig arbeitest und dennoch nur Not kennst. Die Klänge der Feiern und der weltlichen Heiterkeit lassen dein Herz höher schlagen. das Glück ist nicht von dieser Welt! Gott gewährt den armen Unterdrückten. Du gehst gebückt unter dem Gewicht deines Kreuzes.

die sie schon vergessen hat? Soll er wie damals die Händler aus dem Tempel werfen. um der Menschheit Deine Gesetze zu verkünden. dass Christus nochmals auf den Planeten Erde kommen muss. ohne Führung und ohne Stütze auf dieser Erde. demütig zu sein und anzuerkennen. das sich den Leidenschaften und Ideen von jedem anpasst. Das ist Nächstenliebe.132 KAPITEL  VII ‐ Selig sind. diese Gebetsstätte. weil er den Stolz der modernen Pharisäer verletzen würde? Vielleicht würdet ihr ihn sogar nochmals den Weg des Berges Golgatha hinauf führen?  Als Moses auf den Berg Sinai stieg. wenn Gott euch jetzt erneut diese Gnade gäbe. dass dein Schutzengel sich von dir entfernt und zu Gott zurückkehrt. die im Geiste arm sind lieber deine bescheidene Behausung und deine Dürftigkeit. Er hat euch das Vorbild aller Tugenden gegeben und ihr habt euch von dieser Lehre und von seinem Beispiel abgewendet. verunreinigen? Und wer weiß. wo du verloren sein würdest und nur deine Abbüßung auf einer anderen erwarten würdest. Jeder von euch. Denkt daran.   Und Ihr alle. den sie anbeten konnten. das Gesicht bedeckt mit seinen weißen Flügeln und dich mit deinen Gewissensbissen zurücklässt. dass ihr selbst nicht schuldlos seid. kann Gott euch nicht entschädigen? Die Demütigungen mit Tapferkeit zu ertragen. die menschliche Ungerechtigkeiten erleidet. Wenn ihr Verleumdungen erduldet. Was bedeuten die Verleumdungen dieser Welt? Wenn euer Verhalten richtig ist. die einen schaffen sich einen schrecklichen und blutigen. Bleibe rein in Gottes Augen. wenn du nicht möchtest. verneigt eueren Kopf vor dieser Prüfung. aber auch Demut. ob ihr nicht wie früher ihn wieder verleugnen würdet? Ihr würdet ihn als Gotteslästerer anklagen. Frauen und Männer hatten ihr Gold und ihre Juwelen abgegeben. zivilisierte Menschen. um einen Götzen zu schaffen.  O mein Gott! Ist es notwendig. war das Volk Israels auf sich selbst angewiesen. heißt. die Dein Haus. seid nachsichtig mit den Fehlern euerer Brüder. Der von euch erschaffene Gott ist noch solch ein goldenes Kalb. hat sich einen Götzen nach seiner Lust geschaffen. dass nur Gott allmächtig und groß ist. sie hatten den wahren Gott verlassen. Denn Christus hat euch seine Lehre hinterlassen. beladen mit seinen Leidenschaften. die anderen einen hinsichtlich des Interesses für unsere Welt gleichgültigen Götzen. Und ihr. um die Gebote Gottes zu erhalten. o Menschen. tut dasselbe. .

die geschickt werden. das allerdings unfehlbar ist: Nehmt die Lehre Christi als unveränderliche Richtschnur für euer Verhalten an. dass seine schädlichen Folgen ewig andauern. dass der Auserwählte auf seinem Weg nur Palmen findet. erwachet! Möge die Stimme der guten Geistwesen euer Herz aufmuntern. 1863)   12. wie eine große Familie. Wer könnte daran schuld sein. wenn ihr nicht sehen wollt. würdig. warum beklagt ihr das Unglück. Es gibt dafür nur ein Mittel.   Das Unbehagen ist überall. dass der Kelch des Unheils allerseits übergelaufen ist. Dann wird eure Welt ein irdisches Paradies sein. Constantine. das ihr euch selbst aufgeladen habt? Die heilige. demütigem Herzen. meine Geschwister. um die zivilisierte Gesellschaft zu reinigen und sie zu erneuern. Wie kann dennoch dieses Wohlwollen gemeinsam mit Stolz entstehen? Der Stolz ist die Quelle all eueres Leidens.  (Lacordaire. in alle Ewigkeit.KAPITEL  VII ‐ Selig sind. eueren Schöpfer! Dann werden wir alle. außer ihr selbst. die er euch mitbringt. ihn abzubauen. seid wahre Christen. da Er euch so viele Beweise sendet. Mit einem Wort. Auf dass jeder allmählich die Altare des Stolzes abreißt. so wird euch nichts erspart bleiben. das heißt. gerade jetzt. Aber nein. für Seine unendliche Güte und Ihn verherrlichen. Macht euch an die Arbeit. mit sanftem. die ihr des Stolzes wegen aufgebaut habt. die zwar reich an Wissen ist. Es . so werdet ihr das Reich der Wahrheit erreichen. Seinen Willen in Erfüllung zu bringen. Wann immer Gott euch eine Kundgebung Seiner Gnade anbietet. um die heiligen Worte zu empfangen. die im Geiste arm sind      133  Meine Freunde. die daran gearbeitet haben. Seid ohne Prahlerei großmütig und mildtätig. die ihr ununterbrochen versucht. So sei es. tut Gutes in Demut. Wundert euch nicht. Seht zu. aber arm an erhabenen Gefühlen. Menschen. um den Weg der Erfüllung der Prophezeiungen vorzubereiten. die durch eure Rückkehr zur Nächstenliebe und zur Brüderlichkeit gelegt werden. einer den anderen zu vernichten? Ihr könnt aber ohne das gegenseitige Wohlwollen nicht glücklich sein. den Gesang der Dankbarkeit singen. Wenn ihr dennoch gleichgültig gegenüber den Stimmen der Lichtboten bleibt. göttliche Moral des Christus habt ihr vernachlässigt. so wird es nicht sein. Zweifelt nicht an der Güte Gottes. außer Weinen und Jammern um euer verlorenes Glück. seht zu. dass der himmlische Lichtbote euch versammelt trifft. Wir kamen. Richtet euch an Gott.

alle Türen öffnen sich für ihn und alle Hochachtung wird ihm entgegengebracht. unter den Schlägen. die im Geiste arm sind sind dieselben Grundsätze. Ohne Zweifel. Warum habt ihr aber erlaubt. dass die materiellen Bedürfnisse sich über den gesunden Menschenverstand und die Vernunft hinwegsetzen? Warum wünscht sich jeder. dass ein solcher Zustand immer ein sicheres Zeichen moralischer Dekadenz ist. der für sich arbeitet und davon lebt. Öffnet die Augen für das Licht. wie viel Gold sie besitzen oder welchen Namen sie tragen.   Vergesst nicht. Hier sind die Geistwesen der Verstorbenen gekommen.  Warum bevorzugt ihr eher Dinge. denn Gott verurteilt die Hochmütigen immer. kann sich überall präsentieren. Wenn man das Ansehen anderer Menschen nach den Aspekten beurteilt.   Arme Menschheit. eure Wege sind durch Egoismus verdorben. Doch statt Demut zu lernen. als die. wie unbedeutend in Anbetracht der Ewigkeit. Der Stolz ist aber mild zu jedem. die Überheblichkeit und Eitelkeit für eure kurze . Wenn der Stolz an seine Grenzen stößt. ist dies ein Anzeichen für einen bevorstehenden Fall. bringt er sie vollständig zu Fall und dieser Fall ist um ein Vielfaches stärker als ihr Aufstieg. Wenn das Maß schließlich voll ist. welches Interesse hätten sie dann. Habt trotzdem Mut! Gott in Seiner unendlichen Nächstenliebe sendet ein starkes Heilungsmittel für eueren Schmerz. welche euer Herz rühren? Warum habt ihr aus dem übermäßigen Laster ein Objekt euerer Begierde gemacht. sich zu ändern. Sie werden euch aus der erlebten Erfahrung sagen. eine unerwartete Hilfe für eueren Kummer. um euch an eure Pflichten zu erinnern. besser als sein Bruder zu sein? Die Gesellschaft leidet heute an den Folgen dieser Tatsachen. dieses sei ein Jahrhundert von Lüsternheit und Geld. deren Interpretation ihr entweder abgelehnt oder verfälscht habt. Ihr sagt. der ihm schmeichelt. die vor eueren Augen glänzen. wenn die vergoldeten Laster von der Mehrheit genauso wie die zerlumpten Bettler verachtet wären.134 KAPITEL  VII ‐ Selig sind. die euch verzaubern. empören sie sich. verloren an Körper und Seele. die er ihrem Stolz hin und wieder versetzt und um sie zu ermahnen. wogegen ihr auf den wahren und verborgenen Verdienst mit Verachtung blickt? Der ausschweifende Reiche. um ihnen Gelegenheit zu geben nachzudenken. Währenddessen sieht man kaum eine Schutzgeste dem guten Mann gegenüber. ihre Fehler zu korrigieren?   Anders wäre es. Er lässt sie manchmal emporsteigen.

werden ihren Knechten gehorsam sein. um in euerer Umwelt andere sich entwickelnde Intelligenzen zu fördern. euer Leben in einem Milieu verlaufen zu lassen. dass er die Erde aufhacken soll? Was würdet ihr sagen. die Hacke erhebt. Er hat euch damit eine Mission anvertraut und euch ein Werkzeug in die Hände gelegt. die im Geiste arm sind      135 Existenz hier sind. denn so wird es sein. dann war es Sein Wille. bis er sich eines Tages vor Demjenigen verneigt. in dem sich eure Intelligenz entfalten konnte. um zwischen seinen Brüdern diese glückliche Fügung zu zerstören? Erhebt er nicht gegen seinen Herrn die Hacke. derer auf der Erde am kleinsten war.KAPITEL  VII ‐ Selig sind. selbst wenn ihr vermutet. Marmande. um die Gnade des Herrn zu erlangen. 1862)    DIE AUFGABE DES KLUGEN MENSCHEN AUF DER ERDE  13. in der ihr lebt. Dem er alles schuldet. die der Gärtner seinem Gehilfen gibt. Falls es Gott in Seiner Absicht ermöglicht hat. S. der seine Intelligenz benutzt. die sich die Hände halten. sich etwas einzubilden. 124. eure Intelligenz zur Wohltat aller Menschen zu fördern. Zeigt die Art des Werkzeuges nicht. denn dieses Wissen findet in der Welt. Es gibt da keinen Grund. Sie sind die besten Mittel. Die Mächtigen dieser Welt. (Anmerkung des Herausgebers) . um seinen Herrn zu verletzen? Würdet ihr nicht sagen. dass dort der Größte nur sein wird. Er wird sich durch elende Existenzen voller Demütigungen dahin schleppen. klare enge Grenzen. wofür es benutzt werden soll? Zeigt nicht die Hacke. Sie werden euch sagen. um den Boden zu bereiten? Hat er das Recht auf den versprochenen Lohn oder verdient er dagegen aus dem Garten rausgeworfen zu werden? Zweifelt nicht. wird im Himmel am meisten geliebt werden. Seid nicht hochmütig aufgrund eurer Kenntnisse. Derjenige. Die Nächstenliebe und die Demut sind schließlich wie zwei Schwestern. statt zu arbeiten. der seinen Bruder zutiefst geliebt hat. die er ihm gab. dass so eine Tat schrecklich sei und der Arbeiter soll hinausgeworfen werden? Geschieht nicht dasselbe mit demjenigen. die ihre Autorität missbrauchten. 86 86  Siehe Was man unter „im Geiste arm“ zu verstehen hat. wenn der Arbeiter. einer der Intelligentesten zu sein. um sie zu Ihm zu führen.  (Adolphe. Bischof von Algier.

jedoch nur unter der Bedingung. ein Schutzgeist.136 KAPITEL  VII ‐ Selig sind. so hätten die Geister eine leichte Aufgabe. Der Mensch betreibt Missbrauch mit seiner Intelligenz. die im Geiste arm sind  Die Intelligenz ist ein kostbarer Wert für die Zukunft.  (Ferdinand. was ihm gegeben wurde. sie gut anzuwenden. Würden alle Menschen diese Gaben in den Dienst Gottes stellen. Bordeaux. obwohl ihm der Lehrstoff an Warnungen nicht fehlt. so wie mit all seinen Fähigkeiten. 1862)  . die Menschheit zum Fortschritt zu führen. dass eine mächtige Hand ihm alles nehmen kann. Leider verwandeln viele die Intelligenz in Werkzeuge des Stolzes und des Verderbens für sich selbst.

Er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. so haue sie ab und wirf sie von dir  Unterweisungen der Geistigen Welt: Lasst die Kinder zu mir kommen ‐ Selig sind die. (Markus X. 13 ‐ 16)  3. denn sie werden Gott schauen. Wahrlich. Diese Zärtlichkeit vergrößert sich in Anbetracht der Zerbrechlichkeit und Naivität des Kindes. die ihnen ähnlich sind. wenn wir berücksichtigen. der wird nicht hineinkommen. Die Reinheit des Herzens ist untrennbar von der Demut und von der Bescheidenheit. Für die Mutter ist ihr Kind immer ein Engel. (Matthäus V. dass ihnen das Himmelreich gehört. Ungewaschene Hände – Ärgernisse.  Dieser Vergleich könnte als ungerecht betrachtet werden. Darum nahm Jesus die Kinder als Symbol dieser Reinheit. könnte als Modell der wahren Reinheit vorgestellt werden. dass der Geist eines Kindes. damit er sie anrühre. 8) 2. wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht. der die Vollkommenheit erreicht hat. Nur ein Geist. von denen er sich in früheren Existenzen noch nicht befreit hat. Wenn aber der Geist eines Kindes schon gelebt hat. Das kleine Kind kann seine schlechten Neigungen noch nicht zeigen und bietet uns das Bild der Unschuld und der Naivität. die reinen Herzens sind. warum zeigt er sich nicht von Geburt an. ein sehr alter Geist sein kann. denn solchen gehört das Reich Gottes. Selig sind. Ehebruch ‐ Wahre Reinheit. es . Und sie brachten Kinder zu ihm. Deswegen sagte Jesus nicht. Das Kind bedarf zärtlicher Fürsorge.KAPITEL  VIII ‐  SELIG SIND. DIE REINEN HERZENS SIND Lasst die Kinder zu mir kommen ‐ Laster durch die Gedanken. der bei der Geburt alle Unvollkommenheiten mit sich bringt. Als es aber Jesus sah. wie er sie auch schon als Symbol der Demut nahm. sondern denjenigen. in den Werken Gottes. wie er ist? Alles ist weise. Dieser Vergleich stimmt in Anbetracht des jetzigen Lebens. Die Jünger aber fuhren sie an.   4. Sie weist alle Gedanken des Egoismus und des Stolzes ab. ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind. die nur die mütterliche Pflege ihm geben kann. deren Augen geschlossen sind LASST DIE KINDER ZU MIR KOMMEN 1. Wenn aber deine Hand dir Ärgernis schafft.

Während einer bestimmten Zeit verbleibt er in einem Schlafzustand. daß gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen.  Von Geburt an gewinnen seine Gedanken allmählich an Kraft. wie wir es bei hoch begabten Kindern beobachten können. Dieses Zwischenstadium ist notwendig. Das erleichtert die Aufgabe der Eltern. wenn sie seine Vergangenheit kennen würde. dass in den ersten Jahren. besonders dann. statt der naiven Grazie.138 KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. sich im Ruhezustand befinden. der eine extreme Aktivität des Geistes nicht ertragen könnte. damit der Geist einen neuen Startpunkt bekommt und all das vergisst. wenn er.  Es ist auch notwendig. der Geist wirklich ein Kind ist. sie zu begehren.  Der Geist ist für eine gewisse Zeit mit der Kleidung der Unschuld bekleidet. wie sich sein Körper entwickelt. Seine Vergangenheit beherrscht ihn und auf dieser Weise wird er für ein besseres Leben wiedergeboren. die er aus vorheriger Erfahrung behält. EHEBRUCH 5. welche die Grundbasis seines Charakters bilden. Jesus bleibt bei der Wahrheit. das Kind als Symbol der Reinheit und Bescheidenheit darstellt. 27 – 28)  . um ihre Liebe zu gewinnen. trotz der Vergangenheit der Seele. einen mannhaften Charakter und die Ideen eines Erwachsenen fände. weil seine Ideen. als auch intellektuell gestärkt und durch die Intuition begleitet.« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht. sowohl moralisch. Während dieser Zeit. wenn sie an dem Kind unter den kindlichen Merkmalen. in der seine Instinkte im latenten Zustand verbleiben. Wir können somit sagen. was ihn in seiner neuen Existenz stören könnte. Wenn sich die Wiedergeburt nähert. ist er gefügiger und deswegen empfänglicher für die Eindrücke. die reinen Herzens sind muss so sein.    LASTER DURCH GEDANKEN. dass die Aktivität des intelligenten Prinzips proportional zu der Zerbrechlichkeit des kindlichen Körpers steht. der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. die seine Natur verändern und ihm Entwicklung bringen könnten. beginnt der Geist deshalb in Verwirrung zu geraten und verliert nach und nach das eigene Bewusstsein. Sie könnte dem Kind nicht dieselbe Zuneigung widmen. Ihr habt gehört. in dem alle seine Fähigkeiten in latentem Zustand ruhen. (Matthäus V. je nachdem.

wie sich die Seele auf dem schlechten Weg verschuldet hat und welche Fortschritte sie auf dem Weg in ihrem spirituellen Leben macht. sondern in erweitertem Sinne.   7. wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. der sie bewegt. geschieht das nicht aufgrund ihres Willens. den sie hat. Damit ist sie genauso schuldig. weil wer ein reines Herz hat. In der lateinischen „Nova Vulgata” steht „generatione ista adultera et peccatrice“. weil sie freilich ihren freien Willen zur Verfügung hat. Selbst wenn sie diese nicht ausübt. sich zu bessern. einem schlechten Wunsch nachzugehen. Sie gibt dann der Versuchung nicht nach. dessen wird sich auch der Menschensohn schämen. Jesus hat den Ehebruch oftmals benutzt. wird sie aufgeklärter und nach und nach von der Unvollkommenheit befreit. die reinen Herzens sind      139  6. wie zum Beispiel in dieser Erzählung: „Wer sich aber meiner selbst und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht. um das Schlechte. Dieses Prinzip bringt uns natürlich zu der Frage: Leiden wir an den Folgen eines schlechten Gedankens. sich ihm zu widersetzen. 38)87  Die wahre Reinheit befindet sich nicht nur in den Taten. Nachdem sie ihm widerstanden hat. Abhängig von dem Willen. weil sie dann versucht. weil das ein Zeichen der Unreinheit ist. wird sie sich stärker fühlen und mit ihrem Sieg zufrieden sein. Alle schlechten Gedanken sind also das Resultat der Unvollkommenheit der Seele.“  (Markus VIII.KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. die zu keiner guten Entschließung gekommen ist. je nach dem größeren oder kleineren Willen.  87 Luther übersetzt mit „abtrünnigen und sündigen Geschlecht“. Es ist das Signal eines Makels. verwandelt sich sogar der schlechte Gedanke für sie in ein Motiv des Fortschrittes. (Anmerkung des Übersetzers) . schlechte Taten auszuüben. Das Wort Ehebruch soll hier nicht in dem wortwörtlichen Sinn verstanden werden. den die Seele abzuschaffen versucht. Das ist es. die Laster und alle niederen Gedanken zu deuten. selbst wenn wir ihn nicht in die Tat umgesetzt haben?  Wir müssen hier einen wichtigen Unterschied machen: Je nachdem. sucht Gelegenheiten. was Jesus sagen wollte. wenn er die Laster selbst in Gedanken verurteilt. sondern auch in den Gedanken. als hätte sie diese Schlechtigkeiten getan. nicht einmal an etwas Schlechtes denkt.   Jene Seele hingegen. sondern weil sie keine passende Gelegenheit dazu hatte.

der diese Gedanken hat und Genuss daran findet. Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer. die reinen Herzens sind  Um es kurz zu fassen: Wer noch nicht einmal das Schlechte in Gedanken akzeptiert. mit ihm zu essen. der braucht seinen Vater nicht zu ehren. vergeblich dienen sie mir.  (Matthäus XV. hat schon Fortschritte gemacht. Als das der Pharisäer sah. wunderte er sich. diesen aber widersteht.  Ihr Heuchler. Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen? Denn Gott hat geboten »Du sollst Vater und Mutter ehren. wie fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: »Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen. bemerkt ferner alle diese Unterschiede in der Verantwortlichkeit der Taten und der Gedanken des Menschen. sie sind blinde Blindenführer! Wenn aber ein Blinder den andern führt. Da kamen zu Jesus Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem und sprachen: Warum übertreten deine Jünger die Satzungen der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht. und schließlich derjenige. Damit habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen. Und er ging hinein und setzte sich zu Tisch. der soll des Todes sterben. daß die Pharisäer an dem Wort Anstoß nahmen. Bei dem Einen ist die Arbeit gemacht worden. ist dabei Fortschritte zu machen. UNGEWASCHENE HÄNDE 8. so fallen sie beide in die Grube. ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein. das macht den Menschen nicht unrein. als sie es hörten? Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen.  WAHRE REINHEIT.  Da traten seine Jünger zu ihm und fragten: Weißt du auch. was dir von mir zusteht. befindet sich noch unter dem vollen Einfluss der Bösartigkeit.140 KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. Laßt sie. wenn sie Brot essen.«  Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Hört zu und begreiftʹs: Was zum Mund hineingeht. das macht den Menschen unrein. Gott. aber euer . die werden ausgerissen.«Aber ihr lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe soll sein. der gerecht ist. daß er sich nicht vor dem Essen gewaschen hatte. die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat. Als er noch redete. der diese Gedanken hat. bei dem anderen ist sie noch zu tun. weil sie lehren solche Lehren. Derjenige. wer aber Vater und Mutter flucht. 1 – 14) 9. bat ihn ein Pharisäer. die nichts als Menschengebote sind. aber ihr Herz ist fern von mir. sondern was aus dem Mund herauskommt.

in dem Glauben. Die Juden hatten die wahren Gebote Gottes vernachlässigt und sich an die Praxis von Regeln gebunden. weil sie sich an diese Praxis gewöhnt haben und blieben wie sie waren. Der Glaube an die Wirkung äußerer Symbole ist von keinem Wert. Dies ist das Ergebnis all der Überzeugungen. dass die Rettung viel mehr an die äußerliche als an die moralische Praxis gebunden ist. Die schlichte Essenz war durch die komplizierten Formen verschwunden. hat nicht der. bis er die Vollkommenheit erreicht hat. ohne sich zu verändern. die Hände zu waschen. ihr eigenes Ziel. welche die Menschen aus dem Gesetz Gottes gemacht haben. 88  Jesaja XXIX. die reinen Herzens sind      141 Inneres ist voll Raubgier und Bosheit. die werden ausgerissen. 37 ‐ 40) 10. Die anderen. sind entweder falsche Religionen oder sind in ihren Prinzipien gefälscht worden. die den Menschen nicht besser machen. Ehebruch. (Anmerkung des Herausgebers) . Die Menschen haben sich selbst betrogen. die man sie lehrt. auch das Innere geschaffen? (Lukas. Es war einfacher. Derselbe Glaube macht abergläubische Menschen. Plünderung. Demnach verfehlen alle Religionen. worüber die strengen Beobachter Gewissensurteile verkündeten. die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat. Ihr Narren. worin es auch immer bestehen mag.KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. der das Äußere geschaffen hat. Verleumdung und Unrecht am Nächsten. den Menschen zu Gott zu führen. sprach Jesus als er sagte: „Alle Pflanzen. 13. verhindert.“88   Genauso geschah es mit der moralischen Lehre Christi. auf die sich der Mensch stützt. Sie glauben daran. wenn er nicht Mord. aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nur nach Menschengeboten. Der Mensch wird Gott jedoch solange nicht erreichen. dass Gott ihnen nichts mehr abverlangt. statt die Herzen zu reinigen. die beiseite gelassen wurde. Und von dieser Veränderung. mit der Gerechtigkeit Gottes abgerechnet zu haben. XI.“   Das Ziel der Religion ist es. aber niemals die gütigen Menschen. hier verhielt es sich bei vielen Christen ähnlich wie bei den alten Juden. Darum sagte der Prophet: „Weil dies Volk mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt. um Schlechtes zu tun. Denn es wurde ihnen vermittelt. als sich moralisch zu verbessern. welche die Form über das Wesen stellen. die Praxis der äußerlichen Taten zu beachten. Heuchler und Fanatiker. die von den Menschen gemacht wurden.

Viele Menschen bevorzugen es. weil ihr Stolz darunter leidet. weswegen es manchmal missverstanden wurde. so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Das Ärgernis ist nicht in der Tat selbst. Ärgernis ist nicht nur 89 Im französischen Original: « Si votre main ou votre pied vous est un sujet de scandale.” (Anmerkung des Übersetzers) 90  Siehe Zur Fernhaltung der böswilligen Geister. durch welchen Ärgernis kommt! Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Ärgernis schafft. 374. Im gewöhnlichen Sinne ist Ärgernis alles. es ist notwendig die Reinheit im Herzen zu besitzen. 6 ‐10)  12. den Schein der Reinheit zu haben. Weh der Welt der Ärgernisse halben! Es muß ja Ärgernis kommen. daß du zum Leben lahm oder als ein Krüppel eingehst. Das Wort Ärgernis ruft immer die Idee eines gewissen Getöses hervor. » das übersetzt bedeutet: „Wenn aber deine Hand oder dein Fuß Gründe für ein Skandal sind. daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer. was ihnen ausreicht. Und wenn dir dein Auge Ärgernis schafft. aber im Widerhall. als daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. WENN ABER DEINE HAND DIR ÄRGERNIS SCHAFFT. um ihr Gewissen zu beruhigen. wo es am tiefsten ist. als daß du zwei Hände oder zwei Füße hast und werdest in das ewige Feuer geworfen. Sehet zu. (Anmerkung des Herausgebers) .  (Matthäus XVIII.   ÄRGERNISSE. ihr Ansehen bei den Menschen geringer werden würde. Diese sind. coupez‐les et les jetez loin de vous. die an mich glauben. was die Moral oder die Anständigkeit schockiert. doch weh dem Menschen. die von außen hübsch aussehen. „übertünchte Gräber. Wer aber ein Ärgernis gibt einem dieser Kleinen. nach den Worten Jesus. aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat!“90  Im Sinne des Evangeliums wird die Bedeutung des Wortes „Ärgernis“ sehr oft benutzt. Ärgernisse zu vermeiden. den es haben kann. was auch der Grund dafür ist. reiß es aus und wirfʹs von dir. daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. die reinen Herzens sind  Es reicht nicht aus. S. Es hat aber einen viel breiteren Sinn.142 KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. so haue ihn ab und wirf ihn von dir. SO HAUE SIE AB 89 UND WIRF SIE VON DIR 11. Es ist dir besser. daß du einäugig zum Leben eingehst. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Sie versuchen dann ihre Schandtaten zu verbergen. Es ist dir besser. dem wäre es besser.

Die Wirkung dieser Sucht dient also gleichzeitig als Abbüßung für einige und als Prüfung für andere.KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. Es ist notwendig. weil die Menschen zur Abbüßung auf der Erde sind.   In diesem Fall ist das Ärgernis das Resultat. weil sie gütig wären. Das ist der Zustand der hoch entwickelten Welten. wenn es so ist. werden sie das Medikament im Guten suchen. sich durch den Kontakt mit der eigenen Sucht selbst quälen. es muss das Ärgernis auf dieser Welt geschehen. bilden sich andere und werden von primitiven Geistwesen bewohnt. ob mit oder ohne Widerhall. die noch unvollkommen sind.  14. Es wird der Zustand der Erde sein. Sie dienen als Bleibe und Welt der Abbüßung für die . Es sei somit nutzlos zu versuchen. Während manche Welten Fortschritte machen. Nehmen wir an. aufgrund ihrer Bosheit zu leiden. dass die Schlechtigkeit eine Folge der menschlichen Unvollkommenheit ist und nicht. das Böse ewig dauern wird. 13. von denen das Böse verbannt wurde. was sich im Gegenzug aus den Lastern und aus der menschlichen Unvollkommenheit ergibt. die reinen Herzens sind      143 das. 15. sondern all das. um die Schuldigen zu bestrafen. Denn. dass die Menschen gezwungen seien. die Neigung zu schlechten Taten aufweisen. Nachdem sie müde werden. alle wären glücklich. Dementsprechend erreicht Gott. dass Ärgernisse geschehen. wenn es verschwinden würde. also alle schlechten Taten von Mensch zu Mensch. die Menschheit verändert sich in solchem Maße zu gütigen Menschen: Keiner versuchte mehr dem Nächsten etwas Böses anzutun. dass. Aus diesen Worten sollen wir verstehen. wenn sie genug Fortschritt erreicht hat. was das fremde Gewissen schockiert. von der sie die ersten Opfer sind und deren schlechte Folgen sie schließlich begreifen. den Menschen zu bessern. Jesus sagte. Denn schlechte Bäume tragen schlechte Früchte. würde es auch keinen Bedarf an Bestrafung mehr geben. das aus der moralischen Bösartigkeit entstanden ist. Schlechtes zu tun. da die Menschen auf der Erde. hätte Gott ein mächtiges Mittel verloren. Viele sagen. dass das Gute aus dem Unheil heraus entstehen kann und dass die Menschen selbst aus dem Abschaum und aus den schlechten Dingen etwas lernen. Gäbe es andererseits keine Schuldigen.

die an die Schlechtigkeit gewohnt sind und die aus einer Welt. nicht verstanden werden. Für einen Menschen ist es besser. „Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Ärgernis schafft. als dass diese Hand für ihn zum Instrument einer bösartigen Handlung wird. als dass seine Augen zu Instrumenten böswilliger Gedanken werden. durch welchen Ärgernis kommt!“ Das bedeutet.   17. sein Augenlicht zu verlieren. die das Sinnbild und die Tiefe der Bedeutung seiner Worte verstehen. Die göttliche Gerechtigkeit erlaubt in manchen Fällen. „Doch weh dem Menschen.“ Das ist ein strenges Bild..  (Anmerkung des Übersetzers) . eine Hand zu verlieren. sondern auch die Bestrafung durch seine eigenen Kinder oder durch andere Mittel dafür erhalten. So geschieht es zum Beispiel. verbannt wurden. wie es besser ist. die Schlechtigkeit zu bekämpfen. Viele Sachen können aber ohne den Schlüssel. die Hartnäckigen.144 KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. Er spürt dann das Gesetz der Talion. Jesus hat für diejenigen. nichts Absurdes gesagt. den der Spiritismus uns anbietet. der ihn ertragen muss. so haue ihn ab . Genauso. Es ist nun notwendig. die Fortschritte gemacht hat. die Ursache der Ärgernisse zu bearbeiten oder besser. die reinen Herzens sind unvollkommenen Geistwesen. der seinen Vater leiden ließ. dass wer unbewusst als Instrument zu Gottes Gerechtigkeit gedient hat und dessen bösartige Instinkte auch dazu benutzt wurden. dass schlechte Taten immer etwas Schlechtes sind. Dies bedeutet einfach.   16. alle unreinen Gefühle und Laster aus unserem Herzen herauszunehmen.91 Der Sohn wird in dem Geschehen dennoch nicht unschuldig bleiben. Dieser Vater könnte vielleicht im vergangenen Leben auch ein schlechter Sohn gewesen sein. das wir selbst wiederum jemandem zugefügt haben. dass ein undankbarer Sohn eine Bestrafung oder eine Prüfung für den Vater ist. dass wir unter denselben Umständen das Leid erfahren. es wortwörtlich zu nehmen.. bei dem es unmöglich wäre. dass es notwendig ist in uns. trotzdem etwas Übles getan hat und zur Rechenschaft gezogen werden soll.  91 Unter „Talion“ ist an dieser Stelle nicht nur die gleichartige oder gleichwertige Vergeltung einer Straftat zu verstehen.

Es ist notwendig. Auf diese Weise erreichte er. die der Hilfe und des Trostes bedürfen. appellieren nicht nur an die Kinder. welche um sie und zu ihren Gunsten wirken. zwischen dem was war und dem. die Zeit ist gekommen. die Masse von verzweifelten und unglücklichen Menschen. sich in Wahrheit verwandeln werden. die Morgendämmerung. Lasst die Kinder zu mir kommen. sondern auch an die Seelen. die den Tag ankündigt. die Unwissenden. die Sklaven und die Süchtigen. Wahrlich sage ich euch: Die spiritistische Bewegung breitet sich am Horizont aus wie die auf der Spitze der Berge strahlende Sonne und hier ist einer ihrer Boten. Er war der Urheber des Spiritismus. in ihrer Einfachheit so bedeutend. das die Finsternis belichtet hat. wenn sie geklärt werden. Mit diesem liebevollen Aufruf gewinnt er die Sympathie von allen Frauen. die in den niederen Sphären leben. Lasst zu mir kommen. Er war das Licht. Denn diese ist dem Instinkt unterworfen und noch nicht an die höhere Ordnung des Verstandes und des Willens angepasst. Jesus sagte: „Lasst die Kinder zu mir kommen. dass die Seelen seiner zärtlichen und geheimnisvollen Autorität gehorchten. welche die schwachen Menschen kräftig macht. Wir werden den Vergleich anstellen.  Meine Geliebten. Lasst zu mir kommen. Wir werden euch den wahren Sinn der Gleichnisse lehren. sondern die Menschen guten Willens zu ihm rufen würde. die reinen Herzens sind      145 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT LASST DIE KINDER ZU MIR KOMMEN! 18. Es gilt nicht mehr instinktiv zu glauben und mechanisch zu gehorchen. dass der Mensch dem vernunftbegabten Gesetz folgt. damit ich sie aufkläre. Jesus rief zu sich die intellektuelle Kindheit des erwachsenen Menschen: die Schwachen. Lasst zu mir kommen die Leidenden. die Schüchternen und die Schwachen. der Evangelist.  Jesus wollte. denn ich habe die Nahrung. 1863)   19. Die physische Kindheit könnte von ihm nichts lernen. Die tapfere Aktivität ist begonnen worden.“ Diese Worte. die Mütter sind.KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. der seinerseits nicht die Kinder. was wirklich ist. Paris. in der die Fehler. das ihm die Universalität seines Wesens offenbart. dass die Menschen zu ihm mit dem Vertrauen dieser kleinen Wesen unsicherer Schritte kommen. wo das Unglück die Hoffnung nicht kennt. ich werde ihnen die Medizin für alle Plagen ihres .  (Johannes.

Armes Kind! Es soll beten und warten. damit sie geheilt werden? Es ist die Liebe und die Nächstenliebe. Wenn es Dein Wille ist. dass das zu meinem Besten ist. die euch hassen und verfolgen. Meine guten Freunde. gelobt seiest Du. meine Hände lege und sie heile? Ach. Denn ihr besitzt die wertvollste Perle. Dein Wille geschehe und nicht der meine! Wenn es Dein Wille ist. die hier ist. die mir 92 Diese Kundgabe wurde in Bezug auf eine blinde Person durchgegeben. ohne dass Gott die Erlaubnis erteilt. B. immer weiter bis eure Seelen berauscht und voll gesogen sind vom wahren Leben. besitzt ihr alles. dieses Leid.  (Ein Schutzgeist. Ich kann keine Wunder bewirken. Welcher ist. dass Deine Hand über mir ruht. Von Tag zu Tag werdet ihr spüren. dass die himmlische Liebe in ihren Seelen nicht erlischt und dass ihr Gebet der Dankbarkeit Dich ununterbrochen erreicht!“  Wenn ihr Liebe habt. 1861)    SELIG SIND DIE. Mitleid mit den schwachen Wesen zu haben. werdet ihr eueren Schatz dort verstecken. für dessen Hilfe der Geist von J.146 KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. Alle Heilungen. guter Gott! Sie hat das Augenlicht verloren. wie ein Vogel. dass aus euerer Seele schmerzlos all das sich entfernen wird. Pfarrer von Ars. Bordeaux. wo ihn weder der Wurm noch der Rost vernichten kann. gepriesen sei Dein Name! Denn ich weiß. sie lebt in Finsternis. wenn ihr diesen himmlischen Funken habt? Jede Minute eueres Lebens werdet ihr sagen: „Mein Vater. Dann werdet ihr sehen. Was könnt ihr fürchten. ihnen die reine Freude ans Herz zugeben. hervorgerufen wurde.  . DEREN AUGEN GESCHLOSSEN SIND92 20. mich durch Schmerz und Not zu prüfen. dass die Last der Materie leichter wird. rauben können. Wenn ihr Liebe habt. im Schoße des Herrn. der in den Himmel fliegt und die Erde vergisst. o Herr! Bewirke aber. den wir auf alle Wunden des Herzens anwenden können. die reinen Herzens sind Lebens geben und ihnen die Geheimnisse für die Heilung ihrer Wunden offenbaren. Vianney. die weder die schwierigsten Zustände noch die Bösartigkeit derer. Ihr werdet aufsteigen. was sie befleckt oder unrein macht. meine Freunde. warum habt ihr mich gerufen? Damit ich auf diese arme Kreatur. und weiß auch. dieser mächtige Balsam. was ihr euch auf der Erde wünschen könnt.

als welche die dir mit deiner Blindheit zu ahnen gegeben sind. dass derjenige von euch. das der gütige Gott immer hören wird. Und wenn Gott mir erlaubt.  . als dass diese die Ursache euerer Verdammnis sein sollten. die Blindheit des Auges ist fast immer das wahre Licht des Herzens. frage ich: Liebe Seele. Dass mein Fleisch bestraft werde. dass Christus sagte. die ihr so furchtsam erbeten habt. die dir nicht ganz rein und weniger sanft sind.. meine guten Freunde. Glaubt mir. meine guten und lieben Freunde. fühlt er das Glück und kann es berühren. es wäre notwendig. aber zuerst heile meine kranke Seele. bewirkt. Oh. sich zu Gott zu erheben. Sie können vollständig das Leben der Seele leben und können mehr sehen als ihr.  Jedoch. die abbüßen und kein Augenlicht haben. werden euch Kraft und Mut gegeben und vielleicht auch die Heilung. eure Augen auszureißen. in einer Versammlung. Noch glücklicher als ihr. Ihre Augen werden nicht Grund für Ärgernis und Verfall sein. wie viele auf der Erde gibt es. werde ich euch sagen. bevor die Krankheit des Körpers gesunden kann. da ich schon einmal hier bin.  Richtet in euerem Leid eure Augen zum Himmel auf und sagt von tiefsten Herzen: „Mein Vater.. sich als selig der Abbüßung selbst betrachten sollte.  O ja! Selig ist der Sehbehinderte. warum lernst du nicht alle Freuden des Geistes kennen. der mit Gott leben will. die ihr gut sehen könnt! . wenn es nötig ist. die reinen Herzens sind      147 gelungen sind und die ihr kennt. der am Sehen gehindert ist. als Du sie erschaffen hast. O ja! Wie glücklich sind diejenigen. Erinnert euch. dass ich das Lid irgendeines armen Leidenden hier öffne und das Licht ihm zurückgeben kann. als Belohnung euerer Ergebenheit. die irgendwann in der Dunkelheit bereuen werden. was nicht einmal den Auserwählten von euerer Erde zu erblicken gelingt. die sie hatte. Die geschlossenen Augen dagegen können ihr immer verhelfen. Die geöffneten Augen sind immer in der Lage die Seele zu Fall zu bringen. während das Sehen oft der finstere Engel ist. heile mich. hat niemand anders als derjenige. dass sie das Licht gesehen haben. der zum Tode führt. sie in das Feuer zu werfen.“ Nach diesem Gebet. der aus Betrachtung und Liebe lebt? Du würdest dann nicht darum bitten. Er sieht die Seelen und kann mit ihnen in die spirituelle Sphäre eindringen. Bilder zu sehen. damit sich meine Seele zu Dir erhebt mit der Reinheit. die ihr hier seid. wenn sie euch zum Bösen verführen und es wäre besser. wo hauptsächlich gelernt wird.KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. welcher der Vater von uns allen ist.

dass zwischen Fehler und Strafe eine Wechselbeziehung entsteht. was in meiner Macht steht. Pfarrer von Ars. blind zu sein.  Bevor ich gehe. ob diese Freude dich nicht in das Verderben stürzen würde? Habe Vertrauen zu dem guten Gott. die man so übersetzen kann: „Wir werden immer mit dem bestraft. oder als Folge schlechter Behandlungen und Rücksichtslosigkeiten blind wurde und jetzt unter dem Gesetz der Ursache und Wirkung leidet. ist nicht mehr und nicht weniger als die Gerechtigkeit Gottes.148 KAPITEL  VIII ‐ Selig sind. was ich dir gesagt habe.“   . deine Augen werden sich öffnen. reiß es aus und wirfʹs von dir. der das Glück gemacht hat und die Traurigkeit zulässt. die hier versammelt sind. der soll durchs Schwert umkommen. dass sein Augenlicht die Ursache für den Verfall war. denn Er will bewirken.“ Wenn aber jemand das Leid hat. Er selbst hat in seiner Reue um diese Prüfung gebeten. mein armer Leidender: Hoffe und habe Mut! Wenn ich dir sagen würde: Meine Tochter. Er verurteilt nicht mit willkürlichen Bestrafungen. die jener ihm auferlegt hat. Es ist auch möglich. ist es notwendig. in der er selbst die Worte Jesu benutzte: „Und wenn dich dein Auge Ärgernis schafft. was wir selbst falsch gemacht haben. die Ursache im vorigen Leben zu suchen. gesegnet seid ihr alle. Oder vielleicht hat er die Blindheit eines anderen Menschen verursacht. aber von deiner Seite ‐ bete ‐ und vor allem denke darüber nach. Ich werde für dich alles tun. Dieses. würdest du froh sein! Aber wer weiß. die reinen Herzens sind  Und jetzt ein paar Worte für dich. 1863)  21. Auch wenn Er in Seiner Güte auf unsere vergangenen Taten einen Schleier wirft. was wir den Eigensinn des Lebens nennen. Paris. indem Er sagt: „Denn wer das Schwert nimmt.  (Vianney. dass jemand durch zu viel Arbeit. so zeigt Er uns doch den Weg. Bemerkung: Wenn ein Kummer nicht die Folge einer Handlung in der Gegenwart ist. heißt es.“ Worte.

 denn sie werden das Erdreich besitzen. . der Mäßigung.   Es leuchtet ein. daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten«. Warum hat aber ein einfaches Wort soviel Wichtigkeit und kann soviel Verdammnis bedeuten? Die Antwort liegt daran. 21 ‐ 22)  4. wer aber tötet. der ist des Gerichts schuldig. der Zahmheit. Ihr habt gehört. was das Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe aussagt. der ist des Hohen Rats schuldig. den Zorn und sogar jeden unhöflichen Ausdruck zu seinesgleichen. Ein einfaches Wort kann ein Attentat auf das gegenseitige Wohlwollen und auf die Brüderlichkeit sein.  (Matthäus V. Er verurteilt daher die Gewalt. dass Jesus aus der Sanftmut. wer aber sagt: „Du Narr!“. Selig sind die Sanftmütigen. der zu seinem Bruder sagt: „Du Narr!“ vor dem höllischen Feuer. Jesus geht noch weiter.  (Matthäus V. der ist des höllischen Feuers schuldig. die Eintracht und den Zusammenschluss aufrecht erhalten. allein die Absicht den Fehler verschärft oder vermindert. die zu Hass und zu Abneigung führen. (Matthäus V. Unter den Hebräern war „Racca“ ein Ausdruck der Verachtung. Dieses Gesetz soll die Verhältnisse zwischen den Menschen ausgleichen. 9) 3. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt. der Freundlichkeit und der Geduld ein Gesetz macht. Das bedeutet schließlich. dass jedes aggressive Wort das Gegenteil von dem zum Ausdruck bringt. Aus diesen Maximen ist es ersichtlich. denn sie werden Gottes Kinder heißen. dass nach der Demut gegenüber Gott die Nächstenliebe das oberste Gesetz für alle Christen sein soll.KAPITEL  IX ‐  SELIG SIND DIE SANFTMÜTIGEN UND DIE FRIEDFERTIGEN Beleidigung und Gewalt  Unterweisungen der Geistigen Welt: Freundlichkeit und Sanftmut ‐  Die Geduld ‐ Gehorsam und Ergebenheit ‐ Die Wut BELEIDIGUNG UND GEWALT 1. der soll des Gerichts schuldig sein. der „schäbiger Mann“ bedeutete und mit seitlichem Ausspucken bedacht wurde. wer aber zu seinem Bruder sagt: „Racca!“ („Du Nichtsnutz!“). 5)  2. er warnt jeden. dass in dieser wie in anderer Beziehung. Selig sind die Friedfertigen.

deren Ausprägung sie sind. sind sie sanft. verwandelt sie sich in einen giftigen Speer. durch Weltgewandtheit und Erziehung zeigen sich diese Eigenschaften oft nur oberflächlich. auf das Erste nicht mehr Wert zu legen als auf den himmlischen Reichtum. Solange sie niemand belästigt. Denn die Sanftmütigen und die Friedfertigen werden Kinder Gottes genannt werden. Wie viele gibt es. wird es auch keinen Egoismus mehr geben. wenn sie. Bei der kleinsten Unannehmlichkeit. dass bis jetzt der Reichtum der Erde immer durch die Gewalttätigen erobert wurde. die ihre falsche Gutmütigkeit äußerlich als Maske benutzen. wenn man ihnen den Rücken kehrt. Das Wohlwollen im Umgang mit unseren Mitmenschen. zum Nachteil der Sanftmütigen und der Friedfertigen. ist ihre Zunge vergoldet. Wenn sie von Angesicht zu Angesicht reden.    UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT FREUNDLICHKEIT UND SANFTMUT  6.  . So wird demnächst der Zustand der Erde dieser sein. als würde der gute Schnitt ihrer Kleidung ihre Missgestalt verdecken.   Jesus will uns mit diesen Worten sagen. dass die Gerechtigkeit für sie kommen wird. solange er auf den himmlischen Reichtum wartet. Jesus empfiehlt uns nur. gemäß dem Gesetz des Fortschrittes und gemäß Jesu Verheißung. als Wirkung der Nächstenliebe. Und wenn das Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe das Gesetz der Menschheit sein wird. was sagte Jesus mit den Worten „Selig sind die Sanftmütigen. so auf Erden. Diesen Letzten fehlt sehr oft das Notwendigste. Jedoch dürfen wir nicht immer auf das Äußere vertrauen. Jesus verspricht. die ein Lächeln auf den Lippen tragen und das Gift im Herzen. Der Schwache und der Friedliche werden nicht mehr ausgenutzt und von den Starken und den Gewalttätigen nicht mehr mit Füßen getreten. während die anderen im Überfluss leben. eine glückliche Welt werde durch die Vertreibung des Schlechten. wie im Himmel. erzeugt Freundlichkeit und Sanftmut. sind sie angriffsbereit. Aber. denn sie werden das Erdreich besitzen“? Hat er nicht eben auf den Verzicht der irdischen Güter hingewiesen und das Himmelreich versprochen?  Der Mensch benötigt die irdischen Güter zum Leben.150 KAPITEL  IX ‐ Selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen 5. Die Welt ist voll von Personen.

Wenn ihr leidet.   Ich weiß. die Gott uns in den Weg gestellt hat. dass sie zu Recht auch hinzufügen könnten: „Und ich werde gehasst. um als Instrumente unseres Leides zu dienen und für die Prüfung unserer Geduld. Es ist aber notwendig. dass die Menschen sich zwar durch den Schein täuschen lassen. welcher Gott seinen Auserwählten geschickt hat. die darin besteht.  Seid geduldig. wenn das Herz bitter und vergiftet ist ‐ das nennt man Heuchelei. Die Last scheint leichter.  . Sie wagen es nicht. sowohl die Pflichten als auch den Trost. dass von den Lippen Milch und Honig tropfen. Derjenige. die uns auferlegt werden. der Freundlichkeit und Sanftmut nicht vortäuscht. Die Nächstenliebe. Es gibt jedoch eine viel Beschwerlichere und folglich Verdienstvollere: Dass wir denjenigen vergeben. denn Geduld ist auch Nächstenliebe. bekümmert euch also nicht. So wollen sie wenigstens von denen gefürchtet werden. aber zu Hause Tyrannen sind. Sie befriedigen ihre Eitelkeit mit der Aussage: „Hier befehle ich und mir wird gehorcht!“ Dabei kommt es ihnen nicht in Gedanken. zu berücksichtigen. aber Gott niemals. Und ihr solltet jenes Gesetz der Nächstenliebe ausüben. der euch mit Leid auf Erden gezeichnet hat. lobet Gott den Allmächtigen. die wie Stiche sind und uns verletzen.”  Es genügt nicht. Paris 1861)    DIE GEDULD  7. die keinen Widerstand leisten können. Almosen an die Armen zu verteilen ist die Einfachste von allen. Der Schmerz ist ein Segen. im Gegenteil. den sie außerhalb erleben. deren Familie und Angehörige sie mit dem Gewicht ihres Stolzes und ihrer Gewalt‐ und Willkürherrschaft unterdrücken. Er ist in der Welt und zu Hause derselbe und weiß. dass viel mehr Segen vorkommen als Schmerzen. die außer Haus gutherzig. das Leben ist schwer. Es bildet sich aus tausend Kleinigkeiten. denn sie würden sofort auf ihren Platz verwiesen.KAPITEL  IX ‐ Selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen      151  Zu dieser Klasse gehören Menschen. Dann werden wir erkennen. wenn wir nach oben schauen. das der von Gott gesandte Christus uns gelehrt hat. ihre Autorität auf Fremde auszuüben. als Ausgleich zu dem Zwang. als wenn wir den Kopf hängen lassen. widerspricht sich niemals. um die Herrlichkeit im Himmel zu erreichen.  (Lazarus.

den wir euerer Seele geben möchten. Bedauernswert ist der träge Geist. Ich sage nur Tätigkeit. bewegen. Genauso wie der Hochmütige und der Egoist nicht gehorsam sein können. Zwei Tugenden. Folgt dem großartigen Gesetz des Fortschrittes. welche die Bürde der Prüfungen mit sich tragen. Seid nun geduldig. welches das Wort euerer Generation ist. was jedoch auf den geistigen Aufstieg einer Zeit hindeutet. die sie retten oder sie in das Verderben stürzen wird. Dieses Wort fasst alles zusammen. gegebene Antrieb wird auf ihn wie eine Peitsche treffen. Er hat mehr gelitten als jeder von uns und es gab nichts. die ein unvernünftiger Widerstand zunichte macht. Dabei verwechseln die Menschen diese Tugenden irrtümlicherweise mit der Verneinung der Gefühle und des Willens. die vom materiellen Altertum verachtet wurden. Jesus verkörperte nun diese Tugenden.152 KAPITEL  IX ‐ Selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen  Habt nun Mut. kann der mit Angst behaftete Mensch sich nicht gedulden. Dabei ist Tätigkeit die Gesamtheit der Anstrengungen aller Menschen. Die intellektuelle Tätigkeit ist die Tugend euerer Generation und ihr Laster ist die moralische Gleichgültigkeit. welche die Mehrheit der Menschen erst später sieht. Inmitten der niedergeschlagenen Menschheit hob er den Sieg der Opferbereitschaft und des materiellen Verzichtes hervor. Beide sind wirksame Kräfte.  (Ein in Freundschaft verbundener Geist. denn das Genie verschafft sich schnell einen Überblick und entdeckt selbst die Weite. meine Freunde! Euer Vorbild ist Christus. in dem das römische Volk in die Ohnmacht der Korruption sank. 1862)    GEHORSAM UND ERGEBENHEIT  8.  Jede Epoche ist somit durch den Stempel der Tugend oder der Laster gekennzeichnet. die sehr rege Begleiterinnen der Sanftmut sind. Anleiter der Menschheit. Der Gehorsam ist die Zustimmung der Vernunft und die Ergebenheit die Zustimmung des Herzens. Sein widerstrebender Wille wird von uns . während ihr eure Vergangenheit abbüßt und euch für eure Zukunft stärken müsst. um ein weniger aufsehenerregendes Ziel zu erreichen. Er kam in dem Moment. der seinen Verstand verschließt! Unglücklicher! Denn dieser von uns. wofür man ihn hätte anklagen können. Lasst euch von dem Antrieb. seid christlich. Die Lehre Jesu Christi zeigt uns immer den Gehorsam und die Ergebenheit. Le Havre.

mehr zu sein.   In seiner Wut attackiert der zornige Mensch alles: Die Natur. Euch kann jedes Vergleichen mit anderen irritieren und verletzen. Paris. Ach. wie mit dem doppelten Einsatz von Sporen und Zügeln. weil ihr euch erhabener schätzt als eure Geschwister. Er sollte sich dann zumindest aus Respekt vor sich selbst bemühen.KAPITEL  IX ‐ Selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen      153 dermaßen aufgezwungen.   Sucht den Ursprung dieser Anfälle vorübergehenden Irrsinns. die leblosen Gegenstände. die Tendenz zu überwinden. auf eure soziale Position oder auf eure persönliche Größe. die ihn bemitleidenswert macht. sei es in Bezug auf eueren Geist. Was geschieht dann? Ihr liefert euch dem Zorn aus. Noch eine andere Sache kann er in Betracht ziehen: Den Gedanken. dass er selbst sein erstes Opfer ist. Und wenn er sein Herz öffnet. Denn sie werden der Lehre sanftmütig ergeben sein. Deshalb könnt ihr keinen Vergleich hinnehmen. weil sie ihm nicht gehorchen. der dem animalischen Verhalten der Tierwelt ähnelt und euch die Ruhe und den Verstand verlieren lässt. Früher oder später wird jeder hochmütige Widerstand überwunden werden. leiden zu . den er bei den anderen erwecken würde. Er soll daher selbst den Eindruck beurteilen. die wir unserer eigenen Persönlichkeit geben. die sanftmütig sind. die er am meisten liebt. die Wesen. hängt mit der Bedeutung zusammen. Ist es nicht der durch andere Meinung verletzte Stolz. würde er erkennen. dass alles sich unterwerfen soll. welche die meisten kindischen Unannehmlichkeiten auslöst. wenn er sich in diesem Augenblick in aller Ruhe sehen könnte! Er hätte vor sich selbst Angst. usw. sondern vielmehr sein Leben beeinträchtigt und seiner Gesundheit schadet. die er zerstört. dass er alle Menschen. die ihn umgeben. von der wir glauben. Der Stolz lässt euch glauben. der euch dazu bringt. würde er es nicht bereuen.  Wenn der Mensch bedenken würde. als ihr seid. dass der Zorn nichts lösen kann. die rechten Anmerkungen abzulehnen und die weisesten Ratschläge mit Wut zurückzuweisen? Die eigene Ungeduld. Selig seien jedoch diejenigen. der euch herabsetzt. damit unglücklich macht.  (Lazarus. Sucht und ihr werdet fast immer den verletzten Stolz als Grund dafür finden. oder käme sich lächerlich vor. 1863)    DIE WUT  9.

dass damit die Hauptursache des Zorns gefunden ist. Er kann . die Wut schließt bestimmte Tugenden des Herzens nicht aus. um die Gewalt ausleben zu können. schiebt er die Fehler seinem Organismus zu und beschuldigt somit Gott für seine eigenen Fehler. er fast immer die Entschuldigung in seinem Temperament sucht. immer ein friedfertiges Wesen sein wird und dass der gewalttätige Geist nicht nur dadurch. Seid gewiss. Alle Tugenden oder Laster sind eigentümliche Verknüpfungen des Geistes. während in anderem Fall sie nach Außen Ausdruck findet. von den Anstrengungen befreit zu sein.   Es gibt keinen Zweifel daran. dass er sich in einem schwachen Körper befindet. der ihn nicht schon hat. der sich mit all seinen anderen Unvollkommenheiten vermischt hat. Gutes zu tun und kann viel Schlechtes hervorrufen. dass gewisse Temperamente stärker zur Gewalt neigen. Das würde von ihm sehr viel Beharrlichkeit verlangen. glaubt der Mensch. Bordeaux. bei denen er freiwillig verweilt. Besitzt der Geist nicht den geeigneten Körper. die Wut zu vermeiden und uns zu beherrschen. 1863)    10. Das sollte also genügen. da sie gegen die Nächstenliebe und gegen die christliche Demut verstößt. Glaubt nur nicht. die er lebenslang bereuen würde!   Mit einem Wort. um uns anzustrengen. Der Spiritist ist vielmehr aus anderem Grund berufen. Sie hindert aber den Menschen. dass der friedfertige Geist. man könne die eigene Natur nicht verbessern. dass der überwiegende Grund der Wut darin zu suchen ist.  (Ein Schutzgeist. wenn der Mensch in Zorn gerät. genauso wenig verursacht er andere Süchte. Wo wären ohne diese der Verdienst und die Verantwortung? Der missgebildete Mensch kann sich nicht umformen. wenn er in einem törichten Anfall eine Tat vollbringt. seine Fehler zu korrigieren. dass. so wie manche flexible Muskeln besser für gewisse Kraftanstrengungen geeignet sind. sollte er sich auch in einem kräftigen Körper befinden. die Wut zu vermeiden. Die Brutalität nimmt nur einen anderen Charakter an. milder werden würde. konzentriert sich die Wut nach Innen.  Der Körper allein verursacht keinen Wutanfall bei jemandem. Anstatt sich schuldig zu erkennen. weil der Geist nichts damit zu tun hat. Denkt aber nicht.154 KAPITEL  IX ‐ Selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen lassen? Was für ein tödliches Reuegefühl. Das ist immer noch die Folge des Stolzes. Durch die vollkommen falsche Idee. Es ist beispielsweise auch so.

 1863)    . sofern er einen festen Willen zeigt. die wie Wunder vor eueren Augen erscheinen? Seid euch bewusst. Anders gedacht würde es das Gesetz des Fortschrittes für die Menschen nicht geben. aufgrund wahrhafter Veränderungen.KAPITEL  IX ‐ Selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen      155 trotzdem das verändern.  (Hahnemann. dass der Mensch nur lasterhaft bleibt. weil er lasterhaft bleiben will. der sich bessern will. Paris. bis zu welchen Grenzen die Kraft des eigenen Willens gehen kann. Beweist nicht euere Erfahrung. was mit dem Geist in Beziehung steht. Spiritisten. dass aber derjenige. es stets ohne weiteres tun kann.

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt. Weh demjenigen. wie oft muß ich denn meinem Bruder. sondern siebzigmal siebenmal. DAMIT GOTT EUCH VERGIBT 1. Hört er auf dich. (Matthäus VI. Das Vergessen der Beleidigung ist dagegen die Tugend einer erhabenen Seele. Erstere ist immer von einer misstrauischen Reizbarkeit angespannt und voller Bitterkeit. voller Sanftmut und Nächstenliebe ist. die über der Schlechtigkeit schwebt. so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. (. . denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 14 – 15) 3.  (Matthäus V.. der sagt: Ich werde nie vergeben. Denn wer nicht barmherzig ist. vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal. während die erhabene Seele ruhig. dass jeder seinem Bruder vergeben soll. der werfe den ersten Stein  Unterweisungen der Geistigen Welt: Das Verzeihen von Beleidigungen ‐ Die Nachsicht  VERGEBT. 15. (Matthäus XVIII. so hast du deinen Bruder gewonnen. kann auch nicht sanft oder friedfertig sein. Der Hass und die Rachegefühle zeigen eine Seele ohne Erhabenheit und Größe an. die man ihr antun wollte. so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben. damit Gott euch vergibt ‐ Versöhnung mit den Gegnern ‐ Gottes angenehmste Opfer ‐ Der Splitter und der Balken im Auge ‐ Richtet nicht. sondern siebzigmal siebenmal.KAPITEL  X ‐  SELIG SIND DIE BARMHERZIGEN Vergebt. indem er sagt. Sündigt aber dein Bruder an dir. Wenn dieser nicht von der Menschheit verurteilt wird. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt. 21‐22)  4. Wer unter euch ohne Sünde ist. 7)  2. Die Nächstenliebe besteht aus dem Vergessen und dem Vergeben der Beleidigungen.) Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr. der an mir sündigt.. Mit welchem Recht würde er die Vergebung seiner eigenen Fehler verlangen. Selig sind die Barmherzigen. nicht siebenmal. Die Nächstenliebe ist die Ergänzung der Sanftmut. dass die Nächstenliebe keine Grenzen haben soll. wenn er selbst nicht die Fehler anderer vergibt? Jesus lehrt uns. damit ihr nicht gerichtet werdet. wird er Gottes Urteil erfahren.

die Selbstliebe und die Empfindlichkeit des Gegners zu verletzen. ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen. die ernster zu . Wenn dieser dem Verursacher der Beleidigung seine Hand reicht. der sich zur Versöhnung bereit zeigt.“ Unter solchen Umständen ist eine aufrichtige Versöhnung beiderseits nicht möglich. um allen Menschen sagen zu können: „Schaut wie großherzig ich bin. Er kann ihn dann leichter plagen und an seinen Interessen oder an seinen Vorlieben Schaden anrichten. sondern nur eine Form der Befriedigung des Stolzes. Es gibt in der Praxis des Vergebens und der Güte im Allgemeinen nicht nur eine moralische Wirkung. Das hinterlistige Geistwesen wartet. edel.KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen      157  Es gibt aber zwei sehr unterschiedliche Arten der Vergebung: Die eine ist weit reichend. der sich beleidigt fühlt. sondern auch eine materielle. Unter diesen Tatsachen sind die Ursachen für die meisten Besessenheitsfälle zu verzeichnen. und diese verärgert. der mehr Uneigennützigkeit sowie Nächstenliebe und wahrhaftige Erhabenheit der Seele beweist. damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. solange du noch mit ihm auf dem Weg bist. sondern aus Prahlerei. auch wenn dieser Letzte im Unrecht steht. verspritzt sie kein Gift mehr“ nicht zutrifft. 25 ‐ 26)  6. Bei der zweiten Art legt der Beleidigte oder derjenige. (Matthäus V. dass der Tod uns nicht von unseren Feinden befreit. tut er dies nicht aus Güte. gegen die sie Hass empfinden. In jedem Streit wird jedenfalls derjenige die Sympathie der unbeteiligten Menschen erwerben. wenn sie auf den Menschen angewendet wird. Sie vermeidet es mit Zartgefühl. Die rachsüchtigen Geistwesen verfolgen normalerweise mit ihrem Hass diejenigen über den Tod hinaus. Hier existiert keine Großherzigkeit. dass der gehasste Mensch reinkarniert und somit durch die Einschränkung des Körpers weniger frei wird. insbesondere bei denen. anstatt zu beruhigen. Wahrlich. bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.    VERSÖHNUNG MIT DEM GEGNER 5. weswegen diese Volksaussage „Wenn die Schlange tot ist. Wir wissen. Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich. dem anderen erniedrigende Bedingungen auf und lässt das Gewicht seiner Vergebung spüren. wahrhaftig großherzig und ohne verborgene Gedanken.

behält das Recht auf seiner Seite und somit lässt es Gott nicht zu. Wer zumindest schon so handelt. bevor man den Herrn um Vergebung bittet. Diese könnten Keime einer späteren Animosität werden. bis ihr den letzten Heller bezahlt habt. Wenn sie die Fehler nicht selbst auslösten. damit sie sich nicht in unserem zukünftigen Leben ausbreitet. um die Auseinandersetzung während dieser Existenz zu vermeiden. uns so schnell wie möglich mit unseren Gegnern zu versöhnen. weil sie aus reinem Herzen ohne irgendeinen schlechten Gedanken stammt. den eigenen Argwohn zu überwinden. so muss das zuerst wieder gutgemacht werden.158 KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen nehmen sind. die ihr gegenüber eueren Nächsten getan habt. daß dein Bruder etwas gegen dich hat. Es ist wichtig. Es ist daher notwendig. Gott lässt zu. Auf diese Weise kann ein erbitterter Feind in dieser Welt zu einem Freund in der anderen Welt werden.   GOTTES ANGENEHMSTE OPFER 7. um noch vor dem Tod irgendwelche Motive für Auseinandersetzungen auszulöschen. das Ziel von Rachakten wird. dass sie dadurch ihre eigenen Fehler oder jene. der verziehen hat. weil die Juden . die Fehler so schnell wie möglich wieder gutzumachen. so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. sondern auch. Als Jesus sagte „. weil sie nicht vergeben konnten. dass derjenige. Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn. dass es für Gott die angenehmste Opfergabe ist. Als Jesus uns lehrte.. 23 – 24)  8. in Anbetracht eueres zukünftigen Friedens. korrigieren können. wie die Unterjochungsfälle und die eigentliche Besessenheit. die durch ihr Verhalten vielleicht aus einem früheren Leben verursacht wurde. den anderen zu vergeben. die sie anderen zugefügt haben. Erst dann wird die Opfergabe angenommen. Und hat man seinem Bruder Böses angetan. Jesus erklärte diese Lehre in dieser Form.. bis Gottes Gerechtigkeit vollständig zur Geltung gekommen ist. geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe“ hat er gelehrt. (Matthäus V. haben sie diese durch den Mangel an Nachsicht und Nächstenliebe verursacht. tat er es nicht nur. Ihr werdet nicht vorher befreit sein. das bedeutet. Die umsessenen und besessenen Menschen sind somit fast immer Opfer einer vorherigen Rachsucht.

gleichzeitig genügend Entsagung besitzen. seien sie moralisch oder physisch bedingt. um sich dann zu fragen: Was würde ich denken. denn er hat sie vergeistigt. mit Abstand als eine andere Person zu betrachten. zieh zuerst den Balken aus deinem Auge. anstatt des Schlechten. einfach und nachsichtig ist. der die Menschen dazu bringt. Wie kann ein sehr eitler Mensch. danach sieh zu. Wenn er seine Seele Gott anbietet. alle schlechten Gedanken gegen den Bruder draußen bleiben. Nun wird das Gebet von den Engeln bis zu dem Schöpfer weitergeleitet.    DER SPLITTER UND DER BALKEN IM AUGE 9. so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder“. Eine der unartigen Angewohnheiten der Menschen ist das Schlechte an anderen zu sehen und ihre eigenen Fehler nicht zu bemerken. Diese Vorschrift hat für ihn jedoch dadurch nichts an Kraft verloren. das ihn in den Schatten stellen könnte. der an die Wichtigkeit seiner Persönlichkeit und an die Überlegenheit seiner Eigenschaften glaubt.. da die wahre Nächstenliebe anspruchslos. wenn eine andere Person genau das mit mir tun würde. so müssen alle Gefühle von Hass oder Groll. ein Balken ist in deinem Auge.. ihre eigenen Fehler zu vertuschen. sich selbst in einem Spiegel und in irgendeiner Form. das ihn auszeichnen würde? Wenn der Stolz die Quelle vieler schlechter . Du Heuchler. Dieses Verhalten ist gegen die Nächstenliebe.KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen      159 materielle Opfer darbrachten und es war erforderlich. wenn du Gott gefallen möchtest. und siehe. (Matthäus VII. Der Christ bringt keine materielle Opfergabe dar. was ich jetzt tue? Mit Sicherheit ist es der Stolz. was Jesus uns mit den Worten beibringt: „. wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst. um das Gute an anderen Menschen hervorzubringen. 3 – 5)  10. Das ist es. ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt. Will man in den Tempel des Herrn eintreten. die übermütige Nächstenliebe dagegen ist widersprüchlich. Diese beiden Gefühle heben sich gegenseitig auf. soll er sie gereinigt vorstellen. seine Worte mit den Sitten und Gebräuchen des Volkes in Einklang zu bringen. Um sich selbst zu beurteilen wäre es notwendig.

Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm. denn er ist auf Verleumdung und Bosheit zurückzuführen.“ sagte Jesus. Dieser letzte Grund hat niemals eine Berechtigung. bedeutet er auch die Verneinung vieler Tugenden. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. ihn zu versuchen. diesen zu bekämpfen. Mose aber hat uns im Gesetz geboten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. die in der Mitte stand. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht. DAMIT IHR NICHT GERICHTET WERDET. damit ihr nicht gerichtet werdet. Richtet nicht. Sie lehrt uns. dass wir den anderen nicht strenger verurteilen sollen. WER UNTER EUCH OHNE SÜNDE IST. werdet ihr gerichtet werden. einer nach dem andern.   RICHTET NICHT. ihn zu fragen. damit sie ihn verklagen könnten. ob dieser Fehler auf uns nicht selbst trifft. das Übel . und mit welchem Maß ihr meßt. als wir uns selbst verurteilen und auch nicht den anderen richten. und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm: Meister. wird euch zugemessen werden. zu schaden. Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie antwortete: Niemand. Dieser Grundsatz macht aus der Nachsicht eine Pflicht. VIII. der sie nicht für sich selbst benötigt. Herr. (Matthäus VII. (Johannes. DER WERFE DEN ERSTEN STEIN 11. Als sie aber das hörten. richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist. der werfe den ersten Stein auf sie. l – 2)  12. hat Jesus sich eingesetzt. Als sie nun fortfuhren. was wir bei uns selbst entschuldigen. der werfe den ersten Stein auf sie. 3 ‐ 11)  13. Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie.   Die Verurteilung des Verhaltens anderer kann zwei Gründe haben: das Übel zu beanstanden oder dem Ansehen der anderen Person. Bevor wir jemandem einen Fehler vorwerfen. Weil der Stolz als hauptsächliche Behinderung des Fortschrittes gilt. Was sagst du? Das sagten sie aber. und Jesus blieb allein mit der Frau. für das. diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. beim Ehebruch ergriffen. gingen sie weg. denn ohne die Pflicht. die Ältesten zuerst. Daraus kann etwas Gutes entstehen.160 KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen Angewohnheiten ist. Der erste aber kann lobenswert und in manchen Fällen sogar eine Pflicht sein. denn es gibt niemanden. deren Verhalten wir kritisieren. geh hin und sündige hinfort nicht mehr. solche Frauen zu steinigen. „Wer unter euch ohne Sünde ist. sollen wir uns überlegen. Denn nach welchem Recht ihr richtet.

Das innerste Gewissen weigert sich ferner jeglichen Respekt und jede freiwillige Unterwerfung demjenigen zuzugestehen. gegen das schlechte Verhalten anderer und ihrer Beleidigungen. der in der Ausübung seiner Macht. Er wollte dennoch damit sagen. jedoch in seinem Inhalt so hoch ist. Das einzige berechtigte Ansehen vor Gottes Augen ist das.. Vergleicht diese Worte der Nächstenliebe mit denen des Gebetes. wie oft muß ich denn meinem Bruder.KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen      161 zu tadeln. Jesus. sondern siebzigmal siebenmal.. die ihn unverletzlich macht. die er selbst vorgeschrieben hat.. das Gesetz und die Prinzipien verletzt. Du wirst sanftmütig und demütig von Herzen sein und deine Sanftmut unbegrenzt ausüben. im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er selbst gab uns das Beispiel und tat dies sogar sehr energisch. Und wenn man sich an dem. so oft diese Beleidigung dir auch angetan wird. du wirst dem anderen folglich genau 93 94  Johannes VI. das so sehr einfach und kurz. was man an anderen verurteilt. vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal.) „Denn der Buchstabe tötet. 21‐22. du wirst jede Beleidigung vergeben. andere zu beanstanden. selbst schuldig macht. aber der Geist macht lebendig.. Du wirst deinem Bruder dieses Vergessen seiner selbst beibringen.   UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS VERZEIHEN VON BELEIDIGUNGEN  14. dass das Recht der Verurteilung im direkten Verhältnis zu der moralischen Aussagekraft desjenigen steht. die eure Intelligenz am meisten berühren und in eueren Herzen heimisch werden sollen. Soll der Mensch wahrhaftig seinesgleichen nicht zum Fortschritt verhelfen? Wir sollten also dieses Prinzip nicht wortwörtlich nehmen: „Richtet nicht. damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (. antwortete Petrus: Du wirst vergeben aber ohne Grenze. (Anmerkung des Herausgebers) .“94 Das sind Worte. was sich auf das Gute stützt. der an mir sündigt. der sie verkündet. kann die Schlechtigkeit niemals aus der Gesellschaft verbannt werden. 63 und 2 Korinther III. 6. wie es Jesus seinen Jüngern gelehrt hat! So werdet ihr immer denselben Gedankenzug finden. (Anmerkung des Herausgebers)  Matthäus XVIII. der Gerechte. verzichtet man zwangsweise auf das Recht.“93  Jesus würde das Tadeln des Bösen nicht untersagen. Das ist eine Schlussfolgerung aus der Lehre von Jesus. „.

Der höchsten himmlischen Instanz. Vergebt daher. vergesst niemals. der diesen Weg ausgewählt hat. Wenn die Taten anderer euch persönlich geschadet haben. demütigt euch. wie oft Seine Verzeihung kommt. Wenn ihr euch Spiritisten nennt. weil Gott euch an Seine rechte Seite stellen wird. Dem Feind zu verzeihen hat dieselbe Wirkung wie für sich selbst um Vergebung zu bitten. weil Gott euch geben wird. wie Petrus. im Auftrage von Gott. diese Antwort Jesu und erkennt. die Gott bekannt sind. Glücklich zu preisen. Derjenige. den er vor achtzehn Jahrhunderten begonnen hat. um nachsichtig zu sein. den Nutzen für euch selbst. dass man sich gebessert hat. der euch nichts Weiteres als eine leichte Beleidigung angetan haben. dass man euch verzeiht. Bordeaux 1862)   15. seid es auch. großzügig und sogar verschwenderisch mit euerer Liebe. wenn ihr selbst über eine kleine Beleidigung . unbeugsam. damit Gott euch vergibt! Denn wenn ihr hart bleibt. die Vergebung der Beleidigungen. weil Gott euch vergeben wird. weil der Verdienst der Vergebung im Verhältnis zu der Wichtigkeit der Beleidigung steht. erniedrigt euch. das ihr tun sollt. Vergebt. ihnen einen Beweis für die Freundschaft zu erbringen. ist es noch mehr ein Grund. Den Freunden zu verzeihen bedeutet. nicht einmal in Gedanken. meine geliebten Kinder. wie ihr es ebenso nötig habt. sind deswegen diejenigen. Gebt. seid mildtätig. Es wäre kein Verdienst für euch. das der Vater im Himmel für dich tut. Gott kennt das Innere eueres Herzens. vergebt.   Spiritisten. weil Gott euch erheben wird. dass sowohl in Worten als auch in Taten. Sorgt dafür. Der immer auf euch schaut! Er arbeitet immer noch an diesem undankbaren Auftrag.162 KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen das tun. meine Freunde. auch ihr. Vergebt.   Geht. anspruchsvoll. dass ihr von euch jegliches rachsüchtige Gefühl verbannt. soll sich von ihm nicht abwenden. Erhältst du nicht die Vergebung des Vaters fortwährend? Und zählt Er. um dir deine Fehler zu vergeben?   So hört. vergesst alles was man euch angetan hat und denkt einfach nur an das Gute. lernt und macht kund diese Worte. die euch angetan wurde. den Fehler euerer Brüder zu entschuldigen. die des Nachts schlafen gehen können mit dem Gedanken: Ich habe nichts gegen meine Nächsten. seid nachsichtig. die ich euch sende. was du dir wünschst. nicht nur äußerlich sein soll.  (Simeon. Und die Beleidigungen zu vergeben heißt zeigen.

wie wollt ihr. Lyon. Ich möchte ihn nie wieder sehen. ob dieser Kampf.. wenn ihr Milde zeigt. wenn ihr euch innerlich betrachtet. ob ihr selbst die Sache nicht mit Vergeltung vergiftet habt und somit einen leichten Streit in eine schwer wiegende Auseinandersetzung umgewandelt habt. Nehmen wir noch an. (Apostel Paulus. die nur über die Lippen geht und die Vergebung. das christliche Verzeihen ist dasjenige. die Folgen davon zu verhindern und ihr habt es nicht getan. welches einen Schleier über die Vergangenheit wirft. die aus dem Herzen kommt.“ und dann „. Er gibt sich mit Worten und falschen Versprechungen nicht zufrieden. dass ihr an euerem eigenen Verhalten nichts zu bemängeln findet. dass man das wahre Verzeihen an den Taten erkennt. weil er damit sein eigenes Urteil verkündet. dass ihr jeden Tag mehr Nachsicht benötigt? O wehe demjenigen. dann seid ihr schuldig. Es gibt die Vergebung. der sagt: „Ich werde nie verzeihen“. ihr seid in der Tat unter gewissen Umständen beleidigt worden. dass Gott vergisst. viel mehr als durch die Worte. Wer weiß allerdings... Vergesst nie. die ansonsten ganz einfach hätte vergessen werden können? Wenn es von euch abhängig war. wenn er überempfindlich reagiert. Das ist jedoch ein weiterer Grund. weil sich Gott mit Äußerlichkeiten nicht zufrieden gibt: Er erkundet das Innere eueres Herzens und eure tiefsten Gedanken.“ Dabei spüren sie innerlich eine heimliche Freude. was euch abgenommen wird. ihr euch nicht selbst als Täter erkennen würdet? Wer weiß. wenn den Gegner etwas Schlechtes trifft.. der mit einem einfachen Streit begonnen hat und in einer Feindschaft endete. um nachsichtig zu sein und solche Vorwürfe an ihn nicht zu richten. Ihr sagt zu euch selbst: „Das hat er verdient!“ Wie viele sagen „Ich vergebe . 1861)  . Das vollkommene Vergessen der Beleidigungen ist eine Eigenschaft der erhabenen Geister.aber ich werde mich nie versöhnen. Viele sagen über ihren Gegner: „Ich vergebe ihm. nicht von euch ausgelöst wurde? Oder ob nicht ein beleidigendes Wort von euch gebraucht wurde? Oder ob ihr alle Mäßigung angewandt habt? Ohne Zweifel ist euer Feind nicht im Recht. die Gehässigkeit ist dagegen immer ein Signal von Minderwertigkeit und Unterlegenheit. dass. In diesem Fall wird euer Verdienst noch größer sein. Das ist das Einzige. Wer könnte sagen.“ Ist das die Vergebung nach dem Evangelium? Nein! Das wahre Verzeihen. Nehmen wir an.   Aber es gibt zwei sehr verschiedene Arten zu vergeben.KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen      163 streng urteilt.

was euer Bruder macht? Wann werdet ihr schließlich eure Augen strenger auf euch selbst ausrichten?  Seid deswegen streng mit euch selbst und mild mit dem Nächsten. wenn ihr urteilt. (Anmerkung des Übersetzers) . abstoßend und anheizend ist. sucht die Nachsicht immer eine Entschuldigung dafür.   Der nachsichtige Mensch macht sich niemals Sorgen über die schlechten Taten anderer gegen ihn.  (Joseph. weil die Nachsicht anzieht. Wenn die „böse Zunge“ diese Fehler entdeckt.164 KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen  DIE NACHSICHT  16. vielleicht noch viel gröbere Fehler begangen habt. eure eigenen Herzen. ihr selbst nicht das gemacht habt. während Gehässigkeit entmutigend. außer es ist. Der in der höchsten Instanz die Gerechtigkeit verkündet und Der in die tiefsten Gedanken eines jeden Herzens sieht. die ihr so laut ruft: „Anathema!95“. diese zu beschreiben und die Fehler öffentlich zu nennen. um sie dann aber mit falscher Verschlagenheit zu offenbaren. die ihr entschuldigt. beruhigt und ermutigt. Bordeaux. Und auch in diesem Fall hat er die Umsicht. Er entschuldigt infolgedessen oft jene Fehler. wir wollen heute über die Nachsicht sprechen.   Wenn ihr kritisiert. weil Er das Motiv aller Taten kennt. welche Schlussfolgerung kann man aus eueren Worten ziehen? Dass.   Seid nachsichtig. Kirchenbann. ein Schutzgeist. diese schlechten Taten möglichst abzumildern. Denkt an Den. dass ihr. Mensch! Wann werdet ihr anfangen. dieses sanfte brüderliche Gefühl. eure eigenen Gedanken und Taten zu verurteilen ohne euch Sorgen darüber zu machen. die Nachsicht verbirgt die ihr bekannten Fehler und vermeidet ihre Offenbarung. Sie findet eine vernünftige und ernsthafte Entschuldigung und keine. das aber von so wenigen praktiziert wird. meine Freunde. was ihr kritisiert und deswegen wertvoller seid. sondern gibt möglichst vorsichtige Ratschläge. das alle Menschen mit ihren Nächsten einüben sollen. um einen Dienst zu erweisen. Spiritisten. welche die Fehler zu mildern nur vortäuscht.) „Bannfluch”. Denkt daran. die ihr verurteilt oder verurteilt diese.   Die Nachsicht sieht nicht die Fehler der anderen und wenn doch. 1863) 95  (gr. Er macht keine schockierende Beobachtung und spricht nicht gleich die Verurteilung aus. Im Gegenteil. als die Beschuldigten? Ach. dann vermeidet sie es.

um nicht noch mal fehlzugehen und um die nötige Kraft für einen neuen Weg. sichtbar für die physischen Augen und wie er sie immer noch unaufhörlich für die spirituellen Augen sichtbar predigt. wenn ihr um Vergebung bittet? Nur die Auslöschung euerer Fehler? Eine Auslöschung.  Wenn ihr eueren Brüdern vergebt. Fügt Liebe zur Vergebung hinzu. Denn.  Unterstützt die Starken: Regt ihre Standhaftigkeit an! Und stärkt die Schwächeren. Zeigt allen das Engelwesen der Reue. Dieser Schleier ist vor eueren Augen oft sehr durchsichtig. die Jesus euch unermüdlich gelehrt hat. Er würde dennoch aber auch nicht mehr belohnen. was ihr von euerem Vater erbittet. zu dem ihr der Reue die Wiedergutmachung hinzufügen könnt. an dem ihr die Erholung nach dem Kampf . was unrein ist. die es nicht sehen können. wenn Gott eure Fehler ausschließlich vergessen würde. Folgt diesem himmlischen Vorbild. denn der Herr wird bei euch dieselbe Nachsicht anwenden. der befleckt. gebt euch nicht nur mit dem Schleier der Vergessenheit zufrieden. durch die Liebe. wie er selbst es tat. Ein Weg der Ergebenheit und der Liebe. marschiert hinter seinen Fußspuren. die zu nichts führt. für Gutes. das ist richtig. sie werden euch zu einem Zufluchtsort führen.KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen      165   17. selbst wenn dieses vergessen worden wäre. während der Zeit. in denen nicht nur der Wortlaut bewundernswert ist. Predigt sie.  Was erbittet ihr vom Herrn. wie auch wir unseren Schuldigern verzeihen. die reinigt. vor den Augen derjenigen versteckt. die er auf der Erde gelebt hat. Versteht all die unendliche Barmherzigkeit eueres Vaters und vergesst nie Ihm in Gedanken und durch eure Handlungen zu sagen: „Verzeih uns unsere Schuld. Urteilt nicht mit Strenge. Indem ihr Ihn um Vergebung eurer Fehler bittet. sondern auch die in ihnen verborgene Lehre.“ Begreifet gut den Sinn dieser erhabenen Worte. Er kann keine Belohnung geben. welche auch immer sie sind. würde er nicht bestrafen. in dem ihr ihnen die Güte Gottes zeigt. den ihr über ihre Fehler werft. tut für ihn alles. Predigt durch das Vorbild von dieser aktiven Nächstenliebe. Seid nachsichtig mit den Fehlern der Fremden. das nicht getan wurde. bittet ihr um die Gefälligkeit Seiner Gnade. umso weniger für das Übel. Ersetzt den Zorn. die ihr bei den anderen angewendet habt. das getan wurde. außer bei eueren eigenen Handlungen. die jede Reue in Betracht zieht. das über die menschlichen Fehler seine weißen Flügel ausbreitet und somit das.

 Bordeaux) . Alle Menschen.  (Jean. beherbergt es fast immer in der tiefsten Ecke. die ihnen den Weg zeigen. das Ziel zu erreichen: praktizierte Nächstenliebe. den beschwerlichen Leidensweg bergan. Nehmt. Auch wenn das menschliche Herz nun ein Abgrund von Korruption ist. die sehr wenige beachten. die stolz genug sind. 1862)   18.  (Dufêtre. worauf Er ein Universalgesetz für alle Menschen baut. der euch verletzt und stattdessen dem Balken vor eueren Augen mehr Beachtung schenken.  Der Spiritismus ist eine gesegnete und tröstende Lehre. Fehler zu verbessern und Gewohnheiten zu verändern.166 KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen findet. Liebe Freunde. hervorzuheben. was gut und tugendhaft an den anderen ist. die ihn kennen und von der heilsamen Lehre der Geister Gottes Nutzen ziehen. den Splitter in dem Auge eueres Bruders zu sehen. In einem Wort: Nächstenliebe zu allen und Gottes Liebe über allem. sind unvernünftig und werden sich vor Gott am Tag ihrer Gerechtigkeit schuldig machen und die Bestrafung dafür erhalten. von der ihr erleichtert werden möchtet. Man möge sich vielmehr bemühen. Ihr alle habt eine mehr oder weniger schwere Last. als ihre inkarnierten Mitmenschen. Das ist auch eine Form. um bis an die Spitze des Berges der Entwicklung zu steigen. Bischof von Bordeaux. die Nächstenliebe zu üben. Sie können entlang dieses Weges die Worte lesen. den Keim von guten Gefühlen. aber mit Tapferkeit. Weil Gottes Liebe alle Pflichten umfasst und weil es unmöglich ist. Gott wirklich zu lieben ohne Nächstenliebe zu praktizieren. Ihr alle habt schlechte Angewohnheiten zu bekämpfen. Für sie ist der Weg beleuchtet. so wie zu sich selbst. alles. Bischof von Nevers. Nächstenliebe von Herz zu Herz. denn dort oben ist die Verherrlichung. Glücklich seien diejenigen. der euch blind macht und euch von Sturz zu Sturz treibt? Vertraut den guten Geistern. Der wahre Charakter der Nächstenliebe ist Bescheidenheit und Demut. Mit diesen Eigenschaften bekommen die Fehler unseres Mitmenschen nur zweitrangige Wichtigkeit. die eure Brüder sind. wie Christus. seid streng mit euch selbst und mild mit den Fehlern der Nächsten. einen Blitzfunken von geistiger Essenz. euer Kreuz auf euch und schreitet. sich in Tugend und Verdienst erhabener zu schätzen. Warum denn so akribisch in Betrachtung unserer Nächsten und so kurzsichtig. wenn wir uns selbst betrachten? Wann werdet ihr es lassen.

in dem wir den anderen in der Öffentlichkeit unglaubwürdig machen. In dem ersten Punkt ist es eine Pflicht. Aber das ist auch ein Grund. Wenn wir andererseits den Schleier des Vergessens über die schlechten Taten legen. geschieht genau das Gegenteil: Der Beobachter der schlechten Taten anderer kann für sich selbst daraus eine Lehre ziehen. Es wäre sogar unvernünftig. mit einem nützlichen Ziel und nicht wie es normalerweise getan wird. Das heißt. Ludwig. mit dem Genuss. um anderen zu schaden. Paris. Ludwig. kann man daraus die Schlussfolgerung ziehen. Diese Illusion würde dem Fortschritt schaden. Der Fehler besteht darin. den Tadel zu benutzen.KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen      167   19. In diesem letzten Fall ist der Tadel eine Boshaftigkeit. Und schließlich soll der Tadel. niemand hat das Recht. Ist diese Bemerkung wohl für den Sittenlehrer auch nicht hilfreich? Wie sollte er die menschlichen Fehler beschreiben. die Fehler seines Nächsten zu tadeln? Sicherlich nicht. nur um eine Ahnung der Bösartigkeit zu vermitteln und aus dem Vergnügen heraus. den anderen bei den Fehlern zu ertappen. den Fehler anderer Menschen zu beobachten. 1860)   . ohne dass man diese jemandem offen legt. um zu sehen. welche die Nächstenliebe von uns mit der möglichen Vorsicht zu erfüllen fordert. Ist es tadelnswert. andere zu erniedrigen. gleichzeitig an uns selbst adressiert sein. das Unheil zu sehen. 1860)   20.  (Hl. Mit Sicherheit ist es nicht verboten. für die man verantwortlich ist. den wir an andere richten. um es mit Mäßigung zu tun. Da niemand vollkommen ist. Genauso verächtlich wäre es dies jemanden anzutun. um sie vor der Öffentlichkeit zu schützen. ob wir ihn nicht selbst verdienen. überall nur Gutes zu sehen. wenn er ihre Beispiele nicht studieren würde?  (Hl. wenn es existiert. dieser übt die Handlung zu vermeiden. die er selbst an den anderen bemängelt. Paris. Zumal jeder von euch für die Entwicklung der anderen arbeiten soll und vor allem für diejenigen. wenn das keine Vorteile zu ihren Gunsten bringen wird? Alles hängt von der Absicht ab.

  (Hl. Aber wenn er den anderen schaden kann.168 KAPITEL  X ‐ Selig sind die Barmherzigen 21. Paris. dass ein Mann zu Grunde geht. Je nach den Umständen kann das Aufdecken von Heuchelei und Lüge eine Pflicht sein. 1860)   . Wenn der Fehler eines Menschen nur ihm selbst schaden könnte. als dass viele andere ihm zum Opfer fällen. die Bösartigkeit anderer zu enthüllen? Diese Frage ist sehr sensibel zu behandeln und wir müssen auf ein gutes Verständnis der Nächstenliebe zurückgreifen. ihn öffentlich zu nennen. ist es notwendig. Gibt es Fälle. in denen es nützlich ist. Denn es ist besser. In diesem Fall ist es notwendig. die Vor‐ und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Ludwig. das Interesse der Mehrheit dem des Einzelnen vorzuziehen. gibt es keine Vorteile.

und die Schuld erließ er ihm auch. VOM TUN DES GÖTTLICHEN WILLENS. weil du mich gebeten hast. was er hatte. welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn. Und einer von ihnen. Er wollte aber nicht. so tut ihnen auch!  (Lukas. Darum gleicht das Himmelreich einem König. Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir. von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« Dies ist das höchste und größte Gebot. zu verkaufen und damit zu bezahlen. Vom Tun des göttlichen Willens. Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte. VI. und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle. daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte. was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir. ich will dirʹs bezahlen. DAS GLEICHNIS DES SCHALKSKNECHTS 1. ihn und seine Frau und seine Kinder und alles. versuchte ihn und fragte: Meister. bis er bezahlt hätte. der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. ich will dirʹs alles bezahlen. versammelten sie sich. deinen Gott. daß euch die Leute tun sollen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei. Da erʹs nun nicht bezahlen konnte. wie ich mich über dich . der war ihm hundert Silbergroschen schuldig. 12)  Und wie ihr wollt. was sich begeben hatte. wurde einer vor ihn gebracht. Das Gleichnis des Schalksknechts ‐ Gebt dem Kaiser. das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. was des Kaisers ist  Unterweisungen der Geistigen Welt: Das Gesetz der Liebe ‐ Der Egoismus ‐ Der Glaube und die Nächstenliebe ‐ Nächstenliebe zu Verbrechern ‐ Sollte man sich in Lebensgefahr begeben für einen Verbrecher? DAS GRÖSSTE GEBOT. was ihr wollt. 34 – 40)  2. Und als er anfing abzurechnen. sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis. der mit seinen Knechten abrechnen wollte. hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht. ein Schriftgelehrter. was er schuldig war. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen. Als aber die Pharisäer hörten.KAPITEL  XI ‐  LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST Das größte Gebot. daß euch die Leute tun sollen.  Als aber seine Mitknechte das sahen. 31) 3. (Matthäus VII.« In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. befahl der Herr. (Matthäus XXII. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Alles nun. wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor. lieben von ganzem Herzen.

  So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun. Diese an Jesus gestellte Frage war dadurch begründet. (. denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. was des Kaisers ist. welche die Zahlung der von Rom auferlegten Gebühren verabscheuten. 13 – 17)   6. (Matthäus XXII.. daß euch die Leute tun sollen. weil er alle Pflichten der Menschen seinen Nächsten gegenüber zusammenfasst. (Matthäus XVIII. sondern allein Einigkeit. was wir dem anderen antun sollen. wir wissen. was ihr wollt. und Gott. sprach er: Ihr Heuchler. ließen von ihm ab und gingen davon. was er ihm schuldig war. daß du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand. was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. als welche. Wenn die Menschen diese Maximen als Verhaltensregel und als Grundlage ihrer Institutionen angenommen haben. wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten. daß man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht? Als nun Jesus ihre Bosheit merkte. Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat. dass die Juden. Eintracht und gegenseitiges Wohlwollen. Darum sage uns. mehr Nachsicht. Mit welchem Recht könnten wir von unseren Nächsten eine bessere Handlungsweise. die wir ihnen widmen? Die Anwendung dieser Maximen bringt die Verbannung des Egoismus mit sich. was Gottes ist! Als sie das hörten. Die sprachen: Meister. dass unter ihnen Frieden und Gerechtigkeit herrschen.170 KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern. was wir für uns selbst wünschen. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser. Wir können keinen sicheren Leitfaden als Vorbild für das nehmen. und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. WAS DES KAISERS IST 5.. das tut ihnen auch!“ ist der vollständigste Ausdruck der Nächstenliebe. l5 ‐ 22. werden sie die wahre Brüderlichkeit verstehen und werden bewirken. mehr Wohlwollen oder mehr Aufopferung uns gegenüber verlangen. 23 ‐ 35)  4. wenn ihr einander nicht von Herzen vergebt. was meinst du: Istʹs recht. aus .   GEBT DEM KAISER. bis er alles bezahlt hätte. Markus. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. wunderten sie sich.) Alles nun. Es wird dann keinen Hass und keine Unstimmigkeiten mehr geben. als das. ein jeder seinem Bruder. XII. Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers.

dass uns die Menschen tun sollen. Sie ist das Gefühl par excellence. den staatlichen Einrichtungen. Das Prinzip hier geht aus dem anderen Grundsatz hervor. die in ihrem feurigen Brennpunkt . sowie gegenüber allen Individuen ein. Die Liebe fasst die ganze Jesuslehre zusammen. dass seine Rechte respektiert werden. die sich je nach dem Niveau des erreichten Fortschrittes erhoben haben. der Gesellschaft. Die Maxime „Gebt dem Kaiser. Sie war allerdings eine Falle. (siehe Einleitung. der besagt. Nicht jedoch die Liebe in dem gewöhnlichen Sinne des Wortes. entweder die römischen Machthaber oder die anders denkenden Juden gegen Jesus aufzuwiegeln. Denn wer sie formulierte. was ihm zusteht. ohne die die an Jesus gestellte Frage „Istʹs recht. der „ihre Bosheit merkte“. so wie jeder es möchte. dass wir alles nun. dass jedem das gegeben wird. auch ihnen tun.  UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS GESETZ DER LIEBE  8. was des Kaisers ist!“ soll nicht in absoluter und begrenzender Weise verstanden werden. Er schließt sogar die aufgenommenen Pflichten gegenüber der Familie. was Jesus lehrte.KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst      171 dieser Steuereintreibung eine religiöse Frage gemacht haben. den man anderen zufügen könnte und jede Verletzung ihrer Interessen. meisterte allerdings diese Schwierigkeit. Die Zöllner. etwas fortschrittlicher und noch in der Verdorbenheit. S. Er verurteilt jeden moralischen und materiellen Schaden. Denn in seinem Ursprung besitzt der Mensch nur Instinkte. Er sieht die Beachtung der Rechte von jedem vor. was wir wollen. Wie alles. sondern diese innerliche Sonne. besitzt er nur Eindrücke. Jesus. daß man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht?“ keinen Sinn hätte. erhoffte sich. das in einer praktischen und üblichen Weise zusammengefasst wurde und das aus einem besonderen Umstand ableitet. und die Gefühle sind jene Instinkte. 28) 7. als er sagte. und wenn er gebildet und geläutert ist. gibt es in ihr ein allgemeines Prinzip. Diese Steuereinnahme war für sie daher eine aktuelle Reizfrage. Eine machtvolle Partei wurde gegen diese Steuer ins Leben gerufen. dann hat er Gefühle. indem er ihnen eine Lektion in Gerechtigkeit erteilte. je nach der Antwort. Und der empfindliche Punkt der Gefühle ist die Liebe.

 Der Spiritismus seinerseits kommt. Und ihr alle. das alle Wesen verbindet. Nicht mehr zur Quälerei führt sie den Menschen. es muss die Gefühle vervollkommnen und die latenten Keime der Materie ersticken. muss das Wesen seine Instinkte zu Gunsten der Gefühle besiegen.  Ich sagte. als Siegerin über den Tod. Paris. von den größten bis zu den bescheidensten Menschen besitzt die Liebe im Innern eueres . Das Blut befreite den Geist und heute muss der Geist den Menschen von der Materie befreien. der Mensch besaß in seinem Ursprung nur Instinkte. Er lebt unbeschwert wie in einem schwebenden Zustand ‐ aus sich heraus. was hinter dem Grabstein der leeren Gräber ist und die Reinkarnation. In kurzen Worten. Vorspiel der himmlischen Freude. indem ihr das Gesetz der Liebe versteht. Und die weniger entwickelten Wesen sind diejenigen. sie tragen in sich den Fortschritt. sondern zur Eroberung seines Seins.  (Lazarus. Und dann. wie die Eichel die Eiche in sich enthält. denn dieses Wort lässt sehen. in dem die Instinkte überwiegen. werdet ihr in ihm den sanften Genuss der Seele suchen. Der Geist muss kultiviert werden wie ein Feld. enthüllt dem betörenden Menschen ihr intellektuelles Vermögen.172 KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst alles Streben und alle übermenschlichen Offenbarungen vereinigt und zusammenfasst. Der ganze zukünftige Reichtum hängt von der heutigen Arbeit ab. Das Gesetz der Liebe ersetzt die Ichbezogenheit durch die Verschmelzung der Wesen und rottet das gesellschaftliche Elend aus. die euch viel mehr als der irdische Besitz geben wird ‐ die glorreiche Elevation. Die Instinkte sind die entstehenden Keime und Embryos des Gefühls. Glücklich ist derjenige. Die Liebe besteht aus himmlischer Essenz. erschütterte er das Volk und die Märtyrer gingen voller Hoffnung in die Arena. 1862)   9. Als Jesus das göttliche Wort „Liebe“ sprach. befindet sich nun noch näher am Ausgangspunkt als am Ziel. der seine Menschlichkeit überwindet und seine leidenden Brüder mit umfassender Liebe liebt! Wahrhaftig glücklich ist wer liebt. um ein zweites Wort des göttlichen Alphabetes zu sprechen. Seid nun achtsam. Um zum Ziel zu kommen. welche nach und nach aus der Puppe heraustreten aber noch Sklaven ihrer Instinkte bleiben. erhaben und verwandelt. Derjenige. weil ihm weder das Elend der Seele noch das des Körpers bekannt ist.

wurde von euch schon oftmals bestätigt.  Es gibt Menschen. da sie der Gedanke. in welcher Form auch immer er sich präsentiert. Sie sind eine Art Misanthrop96.KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst      173 Herzens. Das ist ein Funke von diesem heiligen Feuer. nicht den widerstandsfähigen Keim ersticken. schenken. Dieser Keim entwickelt sich und wächst mit der Moral und der Vernunftbegabung. der sich über die Menschheit im Allgemeinen beklagt und gegen die natürliche Tendenz seiner Seele. Diese Zuneigung besteht trotz aller Niederschläge fort und erreicht nicht selten ein erhabenes Ausmaß. der Kaste und der Staatsangehörigkeit. Diese neue Lehre wird eines Tages den Egoismus. dass selbst der widerlichste. (Anmerkung des Übersetzers) . niederträchtigste und verbrecherischste Mensch warme und lebhafte Zuneigung für irgendein Wesen oder einen Gegenstand empfinden kann. Ach. alle anderen sind euch gleichgültig. aber sie wird sich verwirklichen. Pflanzen sogar auch an materielle Gegenstände den Schatz ihrer Liebe. Widerstand leistet. wie Gott es von euch wünscht. Die Arbeit ist langwierig und beschwerlich. obwohl er oft durch den Egoismus bekämpft wird. Jesus sagte dazu: „Du sollst deinen Nächsten lieben 96  Menschenfeind. ist es notwendig. dass das Gesetz der Liebe das erste und das wichtigste Gebot euerer neuen Lehre werde. eifersüchtig macht. welche die ehrlichen und dauerhaften Zuneigungen fördern und die ihnen helfen. Sie können jedoch. die ihre Herzen erfüllt. Um die Gebote der Liebe zu praktizieren. welche die Reinkarnation als unerträglich empfinden. bewältigen. um sich herum Zuneigung und Sympathie zu suchen. Nun gut. wie gesagt.  Eine Zuneigung für irgendein Wesen oder einen Gegenstand. den trockenen und steilen Weg des menschlichen Daseins zu überstehen. Denn außer dem persönlichen Egoismus. Die Tatsache. Und. was auch immer sie tun. dass ihr nach und nach lernt. dass andere an ihren liebevollen Sympathien teilhaben könnten. arme Geschwister! Eure Zuneigung macht euch zu Egoisten. Eure Liebe begrenzt sich auf einen engen Kreis von Freunden und Verwandten. existiert noch der Egoismus der Familie. die an Tiere. Denn es gibt Menschen unter euch. alle eure Mitmenschen ohne Unterschied zu lieben. den Gott in das Herz der Seele bei ihrer Schöpfung gelegt hat. ist dieser Keim die Quelle von göttlichen und sanften Tugenden. So will Gott. Dieser würdigt dadurch das Gesetz der Liebe auf einen instinktiven Zustand herab.

dem Evangelisten. Sie ist ein Magnet. Ort des Exils und der Prüfungen. welches das Abbild der Göttlichkeit selbst ist. dass er. werden seine Bewohner aufgrund einer gesellschaftlichen Veränderung dieses erhabene Gesetz der Nächstenliebe praktizieren. zu hören. Die lasterhaftesten und rebellierendsten Wesen werden sich bessern. die Demut.  um sich dort zu erholen. Es ist schwer. die Religion oder das Vaterland? Nein. Das Herz gibt der wahren Liebe trotz eigenen Unmuts nach. verwendet größte Bemühungen.“  Geliebte Geschwister. Die Erde. es ist die gesamte Menschheit. Glaubt mir.“ Wo ist nun die Grenze des Nächsten? Ist es die Familie. Werdet nun nicht müde. die Hingabe. um die ich euch bitte: Liebet euch einander und ihr werdet sehen. So sollt ihr ihnen soviel Gutes tun.) liebet euch untereinander.  (Fénelon. die Worte von Johannes. die Entsagung und die Schicksalsergebenheit blicken. jene Tugenden. aber die Seele erntet von diesen unendlich viel Gutes. Bordeaux. das tut ihnen auch!“ hat. wenn sie erkennen. der für einen baldigen Fortschritt bestimmt ist.. Und in euerem Planeten. In den erhabenen Welten werden die dort wohnenden weiterentwickelten Geister von der gegenseitigen Liebe geführt. dass die Erde in naher Zeit in ein Paradies verwandelt wird. wie es in euerer Macht steht. welche Vorteile die praktische Anwendung des Gebotes „Alles nun. dem man nicht widerstehen kann. wird dann durch das heilige Feuer gereinigt und man wird auf ihrer Oberfläche die Nächstenliebe. Es ist euch schon bewusst. Die Berührung mit dieser Liebe belebt und befruchtet die im Herzen vorhandenen Keime.174 KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst wie dich selbst. als die Krankheit und das Alter ihn in Abfolge seiner Offenbarungen zum Aufhören zwangen. wo die Seelen der Gerechten kommen werden. nutzt diese Lektionen.  Glaubt nicht an die Sterilität und Verhärtung des menschlichen Herzens.. die Geduld. (.  Die Wirkung des Gesetzes der Liebe ist die moralische Vervollkommnung der menschlichen Rasse und die Glückseligkeit während des irdischen Lebens. sie zu praktizieren. Sie hält dort die Harmonie. daß euch die Leute tun sollen. diese sanften Worte zu wiederholen: „Meine Kinder. was ihr wollt. 1861) . die alle Kinder der Liebe sind. welche in latentem Zustand in ihm existieren. sich darauf beschränkte.

bevor ihr nicht eure Gedanken an Gott gerichtet habt. Meine lieben Mitschüler. dass ihr vergeistigt sein werdet. was ihr benötigt. dass sie uns antun. Deswegen sollt ihr euch hoch emporheben. wahrzunehmen.“ ihren Lauf nehmen werden. sich zu dem Unendlichen emporzuheben. die den Bedürfnissen euerer Seele entsprechen. Denn ihr würdet euch eurerseits freuen. um wieder geliebt zu werden. dass ihr alles an ihm finden werdet. Diese Maxime ist revolutionär und geht ihren graden Weg unveränderlich. In noch weiteren hundert Jahren werdet ihr dann sicherlich mit . habt ihr nun die Gewissheit eurer Vorwärtsbewegung zu Gott. Dieser Gedanke ist so gerecht. Noch besser gesagt. Ihr. um wieder geliebt zu werden. wieder treffen werdet. was euch Trost und Beruhigung für das tägliche Leiden mitbringt. dass ihr heute eine Menge von neuen Ideen über Freiheit und Brüderlichkeit ohne Widerstand leicht annehmt. um ihnen Linderung zu bringen. im tiefsten Sinne des Wortes. auf einer weiterentwickelten Welt. werdet ihr euch in einer Weise über die Materie erheben. Ihr habt euch in dem Maße zu euerem Besten verändert. ehrlicher und gewissenhafter Mensch zu sein und auch den anderen das antun. was man selbst von den anderen wünscht. bevor ihr eueren irdischen Körper verlassen habt. vorbestimmt.  Ihr Lieben. Nachdem ihr durch die spiritistischen Studien euer Verständnis für die Zukunft erlangt habt. weil ihr diese Familie in einer gewissen Zeit. mit all den Verwirklichungen. dass diese weisen Worte „Liebet einander sehr. bedeutet ein treuer. wenn ihr nach diesem weisen Grundsatz handelt. Und die zu jener Familie gehörigen Geister sind wie ihr. die hier anwesenden Geister lassen euch durch meine Stimme folgende Mitteilung ausrichten: Liebet einander sehr. was Gott euch großzügig gegeben hat. Ihr seid heute wesentlich besser. die ihr mich hört. Die große menschliche Familie ist als die eigene zu betrachten. als vor hundert Jahren. Gottes Kinder.  Glaubt es. damit ihr eueren Nächsten nicht verurteilt. um ohne die Einschränkungen der Materie zu beurteilen.KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst      175 10. Es bedeutet. um sich herum den innigen Sinn für alle Leiden. die eure Geschwister bedrücken. So gesehen könnt ihr keinem euerer Geschwister das verweigern. die ihr früher verweigert hättet. Gebt dann allen Leidenden ein Wort der Hoffnung und des Beistandes. damit ihr voller Liebe und Gerechtigkeit seid. habt jedoch schon viel erreicht. wenn diese Geschwister euch das geben würden.

Sie werden sich miteinander vereinen.  (Sanson. soll von der Erde verschwinden. die Hand geben. Daraus folgend werden sich die inkarnierten Geister. die Erde in eine höher entwickelte Welt zu fördern. Und. um einander zu lieben und sich zu verstehen. gegen die alle wahren Gläubigen ihren ganzen Mut und ihre ganzen Kräfte richten sollen. Möge jeder deswegen seine ganzen Bemühungen darauf richten. sofern sie gut verstanden wird: Liebet einander sehr. 1863)    DER EGOISMUS  11.  Dieser große Gedanke der Erneuerung durch den Spiritismus. die ihr heute noch nicht verstehen könnt. Denn diese Ideen entsprechen all dem Göttlichen. denn er behindert ihre moralische Entwicklung. Der Spiritismus hat als Aufgabe. als über die anderen. dass ihr durch eine fruchtbare Saat des letzten Jahrhunderts. die in der Spiritistischen Lehre enthalten sind. um alle Ungerechtigkeiten zu beseitigen wie auch alle Ursachen für die Zwietracht unter den Völkern. weil jeder davon viel mehr benötigt. wird das große Wunder einer Ansammlung aller materiellen und spirituellen Interessen des Menschen in dem zukünftigen Jahrhundert verwirklichen. werden alle erhaltenen und aufgenommenen Lehren zu einem universalen Wechsel der Nächstenliebe führen. sich gegenseitig bis ans letzte Ende eueres Planeten. Ich sage „Mut“. das in euerem Innersten wohnt. das in die Gesellschaft die großen Ideen des Fortschrittes eingeführt hat. Der Egoismus ist deswegen die Zielscheibe. um wieder geliebt zu werden. um über sich selbst zu siegen. eine Plage der Menschheit. dass dieser der ungeheuerliche Vernichter aller Intelligenzen. die besser empfinden und beurteilen können.  Und heute. da alles unter der Hand Gottes sich ereignet.176 KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst derselben Leichtigkeit andere Ideen annehmen. Der Egoismus. Das ist darauf zurückzuführen. nachdem die spiritistische Bewegung einen sehr weiten Schritt gemacht hat. der in dem „Buch der Geister“ gut beschrieben wurde. vorbereitet seid. seht ihr mit welcher Schnelligkeit die Ideen der Gerechtigkeit und der Erneuerung. mit der Gewissheit. . durch die Anwendung dieser Maxime. von dem durchschnittlichen Teil der aufgeklärten Menschen aufgenommen werden. altes Mitglied der Pariser Spiritistischen Gesellschaft. den Egoismus an sich selbst zu bekämpfen.

Vertreibt den Egoismus von der Erde. dieses Unheil auszulöschen. 97  Matthäus XXVII. Und schreckte niemals davor zurück. das dessen Fortschritt erschwert. neue Apostel des Glaubens. (Anmerkung des Herausgebers) . so würde die Schlechtigkeit nicht Überhand nehmen. damit es für die Leiden unserer Nächsten sensibler werde. ist der Grund dafür.. wofür es jedoch als aller erstes notwendig ist. Denn während der Gerechte seine heiligen Stationen des Martyriums gegangen ist. Es wäre dafür jedoch notwendig. die Anstrengung zu unternehmen. euer Herz von dem Panzer zu befreien. lässt er trotzdem zu. Wenn die Menschen sich gegenseitig lieben würden.  Dieser Gegensatz zwischen der Nächstenliebe und dem Egoismus. der es umwickelt.  Jesus hat euch das Vorbild der Nächstenliebe gegeben und Pilatus war das Beispiel vom Egoismus. die ihr von den erhabenen Geistern aufgeklärt werdet..  (Emmanuel. sie wurden nie zurückgewiesen.. 22‐24. dass Jesus gekreuzigt wird. der wie Lepra im menschlichen Herzen sitzt. Die Strenge tötet die guten Gefühle. dass das Christentum seine vollständige Mission noch nicht erfüllen konnte. es als eure Pflicht und eure Aufgabe zu betrachten. den Egoismus aus eueren Herzen zu vertreiben. Er hat sowohl der ehebrecherischen Frau als auch dem Verbrecher geholfen. seht ihr zu!“ Und selbst wenn er die Juden gefragt hat „Was hat er denn Böses getan? (. “97. Christus wich deswegen nie einem Menschen aus. Paris. könnte die Nächstenliebe viel mehr praktiziert werden. weil sie nirgends einen Platz mehr fände. wusch sich Pilatus die Hände und sagte: „Ich bin unschuldig an seinem Blut. dass die Menschheit ihr Ehrengewand anzieht.) Was soll ich denn machen mit Jesus. seid euch dessen bewusst. Wann werdet ihr ihn euch als Vorbild aller euerer Taten nehmen? Wenn die Nächstenliebe auf der Erde überwiegen würde.. Denn es ist an der Zeit. sein Ansehen zu verlieren. . Es liegt in eueren Händen. Dann würde jede Boshaftigkeit verschwinden. damit die Erde sich zu einer fortgeschrittenen Welt entwickeln kann. Er ist die Verneinung der Nächstenliebe und deswegen das größte Hindernis für die Glückseligkeit der Menschen. unabhängig wer ihn aufsuchte. sondern beschämt fliehen und sich verstecken. 1861)   12.KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst      177 der Sohn des Stolzes und der Verursacher allen Elends der Menschheit ist. Somit wird dem Christentum all seine Kraft gegeben und jedes Hindernis aus dem Weg geräumt.

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KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

 Beginnt damit, selbst ein Vorbild zu sein. Seid unterschiedslos mildtätig mit allen. Versucht euch um diejenigen, die euch mit Verachtung betrachten, nicht zu kümmern. Lasst Gottes Gerechtigkeit zur Geltung kommen, weil Er jeden Tag in Seinem Reich, die Spreu vom Weizen trennt.  Der Egoismus ist die Verneinung der Nächstenliebe. Und ohne die Nächstenliebe wird die menschliche Gesellschaft nicht ruhen. Ich füge noch hinzu: Es wird somit auch keine Sicherheit geben. Mit dem Egoismus und dem Stolz, die sich die Hand geben, ist das Leben immer ein Wettlauf, in dem der Schlaueste gewinnt. Es ist ein Kampf der Interessen, in dem die reinsten Zuneigungen mit Füßen getreten werden, und in dem nicht ein Mal die heiligen Bindungen der Familie respektiert werden.  (Pascal, Sens, 1862)   

DER GLAUBE UND DIE NÄCHSTENLIEBE
13. Neulich sagte ich euch, meine geliebten Kinder, dass die Nächstenliebe ohne den Glauben nicht genügt, um eine soziale Ordnung unter den Menschen aufrecht zu erhalten, die sie glücklich machen könnte. Ich hätte auch sagen können, dass die Nächstenliebe ohne den Glauben unmöglich ist. Ihr werdet sehr wohl selbst unter Menschen, die keiner Religion angehören, den Antrieb zur Güte finden. Die nachdrückliche Nächstenliebe, die nur mit Entsagung und mit einem dauerhaften Opfer aller egoistischen Interessen praktiziert wird, lässt sich dennoch nur durch den Glauben inspirieren. Denn nichts anderes darüber hinaus ermöglicht es, das Kreuz dieses irdischen Lebens mit Mut und Beharrlichkeit zu tragen.  Ja, meine Kinder, es ist zwecklos, dass der vergnügungsgierige Mensch in Bezug auf sein irdisches Schicksal sich zu betrügen versucht, in dem er behauptet, dass es ihm erlaubt ist, sich nur mit seinem Glück zu beschäftigen. Es ist wahr, dass Gott uns erschaffen hat, um in der Ewigkeit glücklich zu sein. Das irdische Leben soll dennoch einzig und allein unserer moralischen Vervollkommnung dienen, die mit Hilfe unseres Körpers und der materiellen Welt leichter zu erlangen ist. Denn ohne die gewöhnlichen Schicksalsschläge des Lebens, die Verschiedenartigkeit euerer Interessen, euerer Vorlieben und euerer Bedürfnisse in Betracht zu ziehen, stellt das auch ein Mittel dar, euch, in dem ihr die Nächstenliebe ausübt, zu

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vervollkommnen. Und in der Tat wird euch der Erhalt der Harmonie zwischen so unterschiedlichen Elementen erst möglich sein, wenn ihr Zugeständnisse und gegenseitiges Opfer erbracht habt.  Ihr habt allerdings Recht zu behaupten, dass die Glückseligkeit den Menschen auf dieser Welt vorgesehen ist, dennoch nur, wenn sie diese suchen, jedoch nicht in den materiellen Genüssen, sondern in dem Guten. Die Geschichte des Christentums erzählt von Märtyrern, die mit Freude in ihr Martyrium gegangen sind. In euerer heutigen Gesellschaft sind weder der Scheiterhaufen des Märtyrers, noch das Leben zu opfern mehr notwendig, um Christ zu sein, sondern vielmehr einzig und allein das Opfer eueres Egoismus, eueres Stolzes und euerer Eitelkeit. Ihr werdet siegen, sofern der Glaube euch trägt und die Nächstenliebe euch inspiriert.  (Schutzgeist, Krakau, 1861)   

NÄCHSTENLIEBE ZU VERBRECHERN
14. Die wahre Nächstenliebe ist eine der erhabensten Lehren Gottes für die Welt. Unter den wahren Befolgern Seiner Lehre soll vollkommene Fraternität herrschen. Ihr sollt die Unglücklichen und die Verbrecher wie Gottes Kinder lieben, für welche, sobald sie reumütig werden, die Barmherzigkeit und die Vergebung Gottes bestimmt sind, genauso wie sie euch bei euren Fehlern zur Verfügung stehen, die ihr gegen Gottes Gesetze verübt. Denkt darüber nach, dass ihr noch schuldbeladener, noch tadelnswerter seid als diejenigen, denen ihr euer Mitgefühl und eure Vergebung verweigert, denn oftmals kennen sie Gott nicht, wie ihr Ihn kennt und deswegen wird von ihnen weniger verlangt, als von euch.   Richtet nicht, oh, richtet keineswegs, meine lieben Freunde! Denn das Maß, mit dem ihr richtet, wird noch strenger auf euch angewendet werden. Und ihr selbst benötigt Nachsicht für die Verstöße, die ihr ununterbrochen begeht. Ist es euch nicht bewusst, dass viele Taten, die vor Gottes reinem Auge verbrecherisch sind, in dieser Welt nicht einmal als leichte Fehler betrachtet werden?  Die wahre Nächstenliebe besteht nicht nur aus den Almosen, die ihr gebt und auch nicht nur aus den tröstenden Worten, die diese Almosen begleiten. Nein, das ist nicht allein das, was Gott von euch erwartet. Die erhabene Nächstenliebe, von Christus gelehrt, besteht somit auch aus dem

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KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

in euch immer anwesenden Wohlwollen und aus allen Handlungen im Umgang mit den Nächsten. Ihr könnt auch diese erhabene Tugend zum Wohl vieler Menschen ausüben, die zwar keiner Almosen bedürfen, die aber durch Worte der Liebe, des Trostes und der Ermutigung zu Gott geführt werden können.  Ich sage euch erneut, dass die Zeit nahe ist, in der die große Verbrüderung auf der Erde herrschen wird und in der die Menschen das Christus‐Gesetz befolgen werden. Ein Gesetz, das Zügel und Hoffnung sein wird und die Seelen zu der seligen Heimat führen wird. Liebet euch nun einander, wie Kinder desselben Vaters; macht keine Unterscheidung zwischen euch und den Unglücklichen, denn Gott will, dass ihr alle gleichgestellt seid. Verachtet keinen Menschen, denn Gott erlaubt, dass große Verbrecher unter euch leben, damit sie euch als Lehre dienen. Bald, wenn die Menschen unter den wahren Gesetzen Gottes leben, wird es die Notwendigkeit dieser Lehrinhalte nicht mehr geben. Alle unreinen und aufständischen Geister werden in Harmonie mit ihren Neigungen in niedere Welten aufgeteilt sein.  Diesen, von denen ich spreche, sollt ihr mit euren Gebeten helfen, das ist die wahrhaftige Nächstenliebe. Es ist euch nicht gegeben, über einen Verbrecher zu sagen: „Er ist ein Miserabler und soll von der Erde vertrieben werden. Der Tod, der auf ihn zukommt, ist eine zu milde Strafe für solch eine Kreatur.“ Nein, so sollt ihr nicht reden! Denkt an euer Vorbild, das Jesus ist. Was würde er sagen, wenn er einen solchen bedauernswerten Menschen in seiner Nähe hätte? Er würde ihn bedauern und ihn als einen sehr bedauernswerten kranken Menschen betrachten. Er würde ihm seine Hand reichen. Ihr könnt wahrhaftig nicht dasselbe tun, aber zumindest könnt ihr für ihn beten und ihm geistig, während der Zeit, die er noch auf der Erde bleiben soll, Beistand leisten. Wenn ihr mit Vertrauen zu Gott betet, kann sein Herz von Reue berührt werden. Er ist genauso euer Nächster wie auch der Beste unter den Menschen. Seine Seele, rebellisch und verirrt, wurde wie die eure, um sich zu entwickeln, erschaffen. Helft ihm denn, aus der Gosse heraus zu kommen und betet für ihn.  (Elisabeth von Frankreich, Le Havre, 1862)   15. Ein Mann ist in tödlicher Gefahr. Um ihn zu retten, muss ein anderer sein eigenes Leben gefährden. Es ist bekannt, dass der Erste ein Verbrecher ist und

KAPITEL  XI ‐ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst      181

wenn er gerettet wird, weitere Vergehen anrichten kann. Soll der Retter sich trotzdem in Gefahr begeben, um ihn zu retten?  Das ist eine ernste Sache, die dem Geist natürlich widerfahren kann. Ich beantworte diese Frage entsprechend meiner eigenen moralischen Entwicklung. Denn, worum es sich hier handelt, ist zu wissen, ob wir unser Leben in Gefahr bringen sollen, auch für einen Verbrecher. Die Aufopferung ist blind: Hilft man einem Feind, so soll man es mit dem Feind der Gesellschaft, genauer gesagt, einem Verbrecher auch tun. Glaubt ihr, dass, in diesem Fall, man diesen Unglücklichen nur vor dem Tod retten wird? Es geht vielleicht darum, ihn aus seinem ganzen vergangenen Leben zu retten. Denkt daran, dass tatsächlich in den raschen letzten Augenblicken seines Lebens, der verirrte Mensch in seine Vergangenheit zurückkehrt, oder vielmehr, seine Vergangenheit sich ihm offenbart. Der Tod kommt für ihn möglicherweise zu früh. Die Reinkarnation kann ihm äußerst schrecklich werden. Beeilt euch, handelt entschlossen, Menschen und rettet ihn! Ihr alle, die ihr durch die Spiritistische Wissenschaft aufgeklärt seid. Ihr könntet ihn vor seinem Todesurteil retten! Denn vielleicht wird dieser Mann, der fluchend hätte sterben können, sich dann in euere Armen werfen. Stellt euch jedoch nicht die Frage, ob ihr tun sollt oder nicht, sondern versucht ihn gleich zu retten. Denn, wenn es euch gelingt, seid ihr der Stimme eueres Herzens gefolgt, die sagt: „Wenn du ihn retten kannst, so rette ihn!“  (Lamennais, Paris, 1862) 

KAPITEL  XII ‐  LIEBET EURE FEINDE
Das Böse mit dem Guten erwidern ‐ Die verstorbenen Feinde ‐ Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar Unterweisungen der Geistigen Welt: Die Rache ‐ Der Hass ‐ Das Duell

DAS BÖSE MIT DEM GUTEN ERWIDERN
1. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Matthäus Kap. V, 20) Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? (Matthäus V, 43 – 47) 2. Und wenn ihr die liebet, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde. Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das Gleiche bekommen. Vielmehr liebet eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.  (Lukas, VI, 32 ‐ 36)

 3. Wenn die Liebe das Prinzip der Nächstenliebe ist, seinen Feind zu lieben ist die erhabene Anwendung davon. Denn diese Tugend stellt einen der größten errungenen Siege über den Stolz und den Egoismus dar.   Wir haben dennoch oft eine falsche Vorstellung von der Verwendung der Worte „unseren Feind lieben“. Als Jesus diese Worte benutzte, meinte er nicht, dass wir für den Feind dieselbe Zärtlichkeit haben sollten, wie für unseren Bruder oder Freund. Zärtlichkeit setzt Vertrauen voraus und wir können kein Vertrauen in jemanden haben, von dem wir wissen, dass er uns Böses will. Es ist nicht möglich, die Freude der Freundschaft mit einer Person zu teilen, von der man weiß, dass sie diese Freundschaft

KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      183

missbrauchen würde. Personen, die einander misstrauen, können nicht die Sympathiebande besitzen, die zwischen denjenigen bestehen, welche dieselben Gedanken und Neigungen teilen. Schließlich kann man sagen, dass es einfach nicht möglich ist, dieselbe Freude beim Treffen eines Freundes wie beim Treffen eines Feindes zu genießen.  Dieser Unterschied der Gefühlsart bei diesen beiden unterschiedlichen Fällen ergibt sich aus einem physischen Gesetz der fluidalen Assimilation und vom Zurückstoßen der Fluida. Der schlechte Gedanke strahlt eine fluidale Energie aus, die bei uns einen schmerzlichen Eindruck hinterlässt. Der gute Gedanke hüllt uns in eine angenehme Energie ein. Von daher bestehen unterschiedliche Gefühle zwischen denen, die wir bei der Annäherung eines Feindes spüren und denen, die wir bei der Anwesenheit eines Freundes haben. Unsere Feinde zu lieben kann nicht bedeuten, dass wir keinen Unterschied zwischen ihnen und den Freunden machen sollen. Diese Anweisung ist sehr schwierig zu akzeptieren und sogar unmöglich zu praktizieren, weil wir fälschlicherweise annehmen, dass sie uns vorschreibt, dem einen denselben Platz wie dem anderen in unserem Herzen zu geben. Wenn die Armut der menschlichen Sprache uns zwingt, dieselben Worte zu benutzen, um verschiedene Gefühle auszudrücken, sollte der Verstand, eigens für jeden Fall, die notwendigen Unterschiede machen.  Unsere Feinde zu lieben bedeutet demnach nicht, mit ihnen dieselbe Zärtlichkeit zu haben, wie sie nicht natürlich wäre, weil schon der Kontakt mit einem Feind den Takt unseres Herzens in einen anderen Rhythmus bringt, ganz anders als bei unseren Freunden. Das bedeutet jedoch nicht, sie zu hassen, ihnen zu grollen oder ihnen gegenüber Rachegefühle zu haben. Es geht darum, angesichts der Bosheit, die sie uns angetan haben, das Vergeben zu lernen ‐ ohne Hintergedanken und ohne Bedingungen. Wir sollen für die Versöhnung keine Hindernisse aufstellen. Es geht darum, ihnen nur Gutes und nichts Böses zu wünschen und sich außerdem zu freuen, statt sich über das Gute zu ärgern, das ihnen widerfährt. Es geht darum, ihnen die Hände zu reichen, wenn sie in Not sind. Es liegt an uns, mit unseren Taten und Worten uns zu enthalten, mit allem, was ihnen schaden könnte. Wir können also alle schlechten Taten mit guten bezahlen, ohne sie erniedrigen zu wollen. Jeder, der so handelt, lebt nach diesem Gebot: Liebe deine Feinde.

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KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde

  4. Die Feinde zu lieben ist für die Ungläubigen ein Widerspruch. Denn für denjenigen, der nur das jetzige Leben sieht, ist der Feind ein schädliches Wesen, das ihn aus der Bequemlichkeit herausbringt, von dem er sich ‐ denkt er ‐ nur durch den Tod befreien kann. Daher rührt der Gedanke der Rache. Es gibt kein Interesse zu vergeben, es sei denn, um vor der Öffentlichkeit seinen Stolz zu befriedigen. Vergeben kommt ihm in manchen Fällen wie eine unwürdige Schwäche seiner Persönlichkeit vor. Auch wenn er sich nicht rächt, behält er trotzdem einen gewissen Groll und einen heimlichen Wunsch, dem anderen doch etwas Schlechtes anzutun.  Für die Gläubigen und noch mehr für die Spiritisten ist die Anschauung noch eine ganz andere. Denn sie betrachten die Vergangenheit und die Zukunft, zwischen denen das jetzige Leben nichts anders als ein Augenblick ist. Sie wissen schon aufgrund der Bestimmung der Erde, dass sie hier böswillige und niederträchtige Menschen antreffen werden, und dass das Leiden, in dem sie sich befinden, Teil ihrer Prüfungen ist, die sie ertragen müssen. Der übergeordnete Standpunkt, den sie annehmen, hilft ihnen, diese Schicksalsschläge weniger bitter zu sehen, ungeachtet dessen, ob sie menschlich oder materiell bedingt sind. Wenn man sich nicht über die Prüfungen beschwert, soll man sich auch nicht über die Instrumente beschweren, die als Prüfungsmittel dienen. Wenn man nun statt sich zu beschweren, sich bei Gott bedankt, Der einem das ermöglicht, soll man sich auch für die Hand bedanken, die einem die Gelegenheit bietet, seine Geduld und seine Ergebenheit zu beweisen. Diese Gedanken führen einen dahin, zu vergeben. Man weiß außerdem, dass je mehr Güte man zeigt, desto höher steigt sein Standpunkt. Somit beschützt man sich selbst vor den Pfeilen seines Feindes.  Jener Mensch, der auf dieser Erde eine höhere Stellung inne hat, fühlt sich durch die niederen Beleidigungen von denen, die er unterhalb seiner geistigen Entwicklung einstuft, nicht persönlich getroffen. Dasselbe geschieht demjenigen, der durch seinen moralischen Wert über die materialistische Menschheit sich erhebt. Dieser Mensch versteht, dass Hass und Groll ihn erniedrigen und unwürdig machen würden. Denn, wenn er besser sein will als sein Gegner, muss seine Seele die erhabenere sein, gütiger und nobler als die des anderen. 

KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      185

DIE VERSTORBENEN FEINDE
 5. Der Spiritist hat noch weitere Gründe, um nachsichtig mit den Feinden zu sein. Er weiß, dass die Boshaftigkeit kein Dauerzustand des Menschen ist, sondern dass sie durch momentane Fehler hervorgerufen wird. Und genauso wie ein Kind seine Fehler verbessert, wird der böswillige Mensch eines Tages seine Fehler anerkennen und sich in einen guten Menschen verwandeln.  Als Spiritist weiß man auch, dass der Tod jemanden nur von der materiellen Präsenz seines Feindes befreien kann und dass dieser ihn mit seinem Hass verfolgen kann, auch nachdem er die Erde verlassen hat. So erfüllt sich die mörderische Rache nicht tatsächlich. Im Gegenteil, sie verursacht nur noch mehr Ärger, der von einer Existenz in die andere übergeht. Es war die Pflicht des Spiritismus durch Erfahrungen und durch das Gesetz, das die Verbindung der sichtbaren zu der unsichtbaren Welt bestimmt, zu beweisen, dass die Aussage: „Den Hass mit Blut vernichten.“ starrsinnig falsch ist. Denn in Wahrheit bindet das Blut den Hass bis über das Grab hinaus. Der Spiritismus hatte daher einen guten Grund und einen praktischen Nutzen für die Bedeutung der Verzeihung und für das erhabene Gebot Christi: „Liebet eure Feinde!“ zu bringen. Es gibt kein so verhärtetes Herz, das, selbst gegen seinen Willen, nicht durch gute Taten empfindsam wird. Das gute Verhalten gibt zumindest keinen Anlass für Vergeltungsmaßnahmen und damit kann ein Feind in einen Freund verwandelt werden, vor oder nach dem Tod. Mit dem schlechten Handeln ärgert der Mensch seinen Feind. Das stellt ein Instrument der Gerechtigkeit Gottes dar, die sich davon bedient, um denjenigen zu bestrafen, der nicht verziehen hat.   6. Wir können infolgedessen Feinde unter den Lebenden und unter denen in der Geistigen Welt haben. Die Feinde aus der unsichtbaren Welt zeigen ihre Böswilligkeit durch Besessenheit und durch Unterjochung, von denen viele betroffen sind. Sie stellen eine Art von Prüfungen des Lebens dar. Diese Prüfungen, wie alle anderen, fördern den Fortschritt und sollten mit Demut akzeptiert werden, als Konsequenz des niedrigen Entwicklungsniveaus unseres Erdballs. Wenn keine böswilligen Menschen auf der Erde existieren würden, gäbe es um sie herum auch keine böswilligen Geister. Wenn wir Nachsicht und Güte mit den lebenden

dem laß auch den Mantel. (Matthäus V. Der Spiritismus ist gekommen. ihnen den guten Weg zu weisen und zu ihrer seelischen Rettung beizutragen. in der Moses lebte. dass die Dämonen nichts anderes sind als die Seelen bösartiger Menschen. sondern: . so geh mit ihm zwei.  Früher wurden blutige Opfer angeboten. sollten wir sie mit den geistigen Feinden genauso haben. sondern dehnt sich auf das große Gesetz der Solidarität und der universalen Brüderlichkeit aus. Und sagte noch dazu „. Und wenn dich jemand nötigt. Die Vorurteile der Welt über die so genannte „Ehrensache“ bringen diese finstere Empfindlichkeit hervor. Christus kam und sagte: Erwidert das Böse mit dem Guten. und wende dich nicht ab von dem.   WENN DICH JEMAND AUF DEINE RECHTE BACKE SCHLÄGT. Ihr habt gehört. die sich von ihrem irdischen Instinkt noch nicht befreit haben. dem biete die andere auch dar.. Zahn um Zahn“ passend zu der Epoche. Sie führt den Menschen dazu. Sie können nur durch das Opfer unseres Hasses besänftigt werden. eine Meile mitzugehen. Den Göttern der Hölle folgten noch die Dämonen. sie daran zu hindern.. Gib dem. sie können es durch Nächstenliebe. 38 – 42)  8. Deswegen schrieb das Gesetz von Moses vor: „Auge um Auge. Das gilt als Gerechtigkeit für jemanden. daß gesagt ist: »Auge um Auge. oder besser gesagt. daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel.“ nicht auf die Bewohner der Erde und unsere jetzigen Mitmenschen. Die Nächstenliebe hat nicht nur den Effekt. um die Götter der Hölle zu besänftigen. Böses zu tun.186 KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde Feinden haben sollen. die nichts anderes als böswillige Geister waren. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen. die dieselben sind. DEM BIETE DIE ANDERE AUCH DAR 7. eine Beschimpfung mit einer Beschimpfung und eine Beleidigung mit einer anderen Beleidigung zu erwidern. Deswegen begrenzt sich die Lehre „Liebet eure Feinde. Zahn um Zahn. der etwas von dir borgen will. sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt.« Ich aber sage euch. daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel. dessen moralischer Verstand noch nicht über dem Niveau der irdischen Leidenschaften steht. der dich bittet. die aus dem Stolz und der Überspanntheit der Persönlichkeit geboren wurde. sondern auch. um zu beweisen.

so würde jegliches Gute sehr schnell ihm zum Opfer fallen. sondern die Rache zu verurteilen. Und so würde sie dem Verbrechen ein freies Feld schaffen und das würde die Menschen von allem und jeglichem Grund zur Skrupel befreien. sogar des gesetzmäßigen. würde sie eine Verurteilung jeglichen Eingreifens bedeuten. seinen Stolz niederzuschlagen. Als Jesus nun jene Maxime lehrte. dass man Böses nicht mit Bösen vergelten soll. die Ungerechtigkeit geduldig zu ertragen als eine Ungerechtigkeit zu begehen. Daher wiederholen wir unablässig: Richtet eueren Blick nach vorne. was dazu dient. das ein Auge herauszureißen befiehlt. geduldig zu ertragen. Würde man dem Verbrechen kein Hindernis gebieten. Soll man indessen jenes Gebot wörtlich annehmen? Genauso wenig wie das andere. getäuscht zu werden als selbst der Täuscher zu sein. dass eine Beleidigung zu ertragen mehr Courage verlangt. weil er nicht versteht. Je mehr ihr eure Gedanken über das materielle Leben erheben werdet. desto weniger werden euch die irdischen Dinge schädigen. dass wir die andere Wange demjenigen anbieten sollen. alle Verteidigung zu untersagen. Es ist deswegen besser. oder der Zerstörte zu sein. Der Mensch soll daher demütig alles annehmen. Nur der Glaube an das zukünftige Leben und an die Gerechtigkeit Gottes. wenn es die Ursache eines Ärgernisses wird. hindert jeden daran. das nichts anderes ist. als andere zu zerstören. sagte er mit anderen Worten. Es sei für ihn glorreicher. dem biete die andere auch dar. Er versteht das nicht. Als er sagte. Der Instinkt der Selbsterhaltung. kann daher den Menschen Kraft geben. seinen Hals dem Täter hinzustrecken.   . die Schläge. die ihre Interessen und ihre Selbstliebe treffen. Wenn die erste Lehre bis zur letzten Konsequenz befolgt wird. als ein Ausdruck des Stolzes. der uns schon auf die eine geschlagen hat. beabsichtigte er nicht. der ein Naturgesetz ist.“ Für den Stolzen scheint diese Lehre feige zu sein.KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      187 wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt. die schlechte Taten nie ungestraft lässt. beleidigt zu werden als zu beleidigen. als sich zu rächen. weil sein Blick die Gegenwart nicht überschreiten kann. Das ist gleichzeitig die Verurteilung des Duells.

die sich als Spiritisten bekennen. folgt in der Dunkelheit dem Feind. dass die Rache eindeutig gegen diese Worte Christi verstößt: „Vergebt eueren Feinden. niemals die Herzen derjenigen bewegen. baut schreckliche Fallen und schüttet ihm im richtigen Moment das Gift in das Glas. zu diesen letzten wilden Sitten. seiner Wut und seines Hasses entzündet. der von ihm verfolgt wird. geschickt gesät. der ihn nicht verdächtigt und wartet auf den richtigen Moment. Wenn er der Stärkste ist. unter denen die Menschheit in den Anfängen des christlichen Zeitalters gelitten hat. die den Ersten dazu noch inspirieren. die ihre dauerhaften Begleiter sind. die ihn früher gesucht haben. an Orten zeigt. der kann weder ein Spiritist noch ein Christ sein. Deswegen soll dieses Gefühl. Die Rache ist eine noch makabrere Inspiration als die Verlogenheit und die Niederträchtigkeit. Normalerweise zeigt er dann eine heuchlerische Haltung und verbirgt die schlechten Gefühle. wenn seine besten Freunde und seine Verwandten ihm ausweichen und vor ihm fliehen. Wenn sich derjenige. jetzt seine Hände zu drücken. wo er früher freundlich und wohlwollend behandelt wurde. wie das Duell. In der Tat. Er lauert ihm ständig auf. sich weigern. Der Rachsüchtigen scheut nicht vor Verleumdung und negativen Andeutungen. die sich ihr hingeben und der Geister. an allen Ecken auf den Wegen gedeihen. die.“ Wer sich zu vergeben weigert. Sie ist deswegen ein sicheres Zeichen primitiven Zustandes der Menschen. dessen Erscheinen die Flamme seiner Leidenschaft. Letztendlich bleibt er hilflos. ist hundertmal schuldiger als . Er wundert sich. an denen die giftigen Sprüche den Boden gesät haben. die ihn in der Tiefe seines Herzens antreiben. meine Freunde. Wenn sein Hass nicht solche Extreme erreicht. Die Rache ist eine der letzten Spuren der barbarischen Angewohnheiten in uns. dass er auf kalte Gesichter trifft. wer sich durch diese fatale und blinde Leidenschaft führen lässt. die unter den Menschen eines Tages nicht mehr existieren werden. Ihr wisst. den er seinen Feind nennt.188 KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE RACHE  9. greift er ihn in seiner Ehre und in seinen Gefühlen an. Die Rache gehört. stürzt er sich wie ein Tier über denjenigen. um ihn zu treffen. der Feigling. staunt er darüber. dass die Hände. ohne Gefahr für sich selbst. Er nimmt dunkle Wege. der das diesen Menschen antut. Oh. übt seine Rache fast nie in der Öffentlichkeit aus.

Er war ein Botschafter der Liebe. Paris. Aber genau das ist es. Ich weiß es wohl.   Bleibt von diesen barbarischen Angewohnheiten fern! Bleibt fern von diesen Bräuchen anderer Zeiten! Jeder Spiritist. ich könnte keine Zeit verschwenden. dies ist die härteste Prüfung. ist euer Herz dennoch nicht vor schlechtem Verhalten gefeit. Im Gegenteil. dann seid ihr nicht mehr wert als sie. 1861)   . 1862)   DER HASS  10. Das Opfer. Liebet einander und ihr werdet glücklich sein. Wenn ihr sie hasst. dass die Liebe euch näher zu Gott bringt. meine geliebten Kinder. die ihr Gott auf dem Altar eueres Herzens schenken könnt. alle Menschen ohne Unterschied zu lieben. der für die Liebe sogar sein Blut und sein Leben gab. an die Idee zu denken. die bei euch Gleichgültigkeit. Bemüht euch vor allem um diejenigen. das von euch diejenigen zu lieben fordert. Bordeaux. an dem ihr euch ein Vorbild nehmen sollt. die gegen das Gesetz der Liebe verstoßen haben. deren angenehmer Duft bis zu Gott emporsteigt. Eine Hostie. Christus. wie sie euch hassen. was euch über die anderen erhebt. da ich diese Qual in meiner letzten irdischen Existenz selbst erfahren habe. Hass oder Verachtung aufkommen lassen. Vergesst nun nicht. wäre unwürdig. ist schwer.KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      189 derjenige. Aber Gott ist immer da und Er befreit in diesem wie in anderem Leben diejenigen von der Bestrafung nicht. die unter dem Prinzip steht: „Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil!“ Aber nein.  (Fénelon. an der Bewegung teilzunehmen. dass ein Mitglied der großen spiritistischen Familie jemals in der Zukunft dem Impuls der Rache nachgeben würde. während der Hass euch von Ihm entfernt. hat diese Hingabe beispielhaft vorgelebt. die euch beleidigen und verfolgen. Sie zu lieben ist die reine Hostie. sondern nur dem des Vergebens. der direkt zu seinen Feinden geht und sie vor ihren Augen beschuldigt. Und auch wenn das Gesetz der Liebe besagt.  (Jules Olivier. der sich heutigentags das Recht der Rache zu nehmen vorhätte.

Wenn man seine Lebenszeit für das Rächen einer Beleidigung vergeudet. weil die Gnade die Schwester der Stärke ist. 1861)   12. Wahrhaftig groß ist nur derjenige. gegen das Leben seiner Mitmenschen vorzugehen. auf seinem Weg vorwärts zu gehen. sondern als Erinnerung weit entfernt und undeutlich aus einer vergangenen Zeit sein. nachdem er das Leben betrachtet hat. der. Kein Mensch hat unter gar keinen Umständen das Recht.  (Adolphe. seid ihr über euch selbst der Richter. um den Schicksalsschlägen des Lebens entgegenzutreten. bleibt uns das wahre Reich Gottes fern. die ihn zu einem bestimmten Ziel führen soll. die ihn auf dem Weg bedrohen.  Es handelt sich bei dem Duell um Mord. wobei er der Rauheit des Weges nicht viel Beachtung schenkt. dass euch verziehen werden soll. Diese streifen ihn ohne ihn tatsächlich zu treffen oder ihn zu behindern. extreme Wahnsinnstat. Der das zu befolgende Verhalten euch bekannt gegeben hat. Bischof von Algier. Denkt daran. Das ist eine Missetat vor Gottes Augen. Und wenn ihr nicht durch eure Vorurteile so sehr geblendet wäret. die Zwietracht und den Krieg von dieser Erde verbannen soll. die Schicksalsschläge des Lebens zu ertragen. Hier. Das Duell kann ohne Zweifel in manchen Fällen ein Zeichen von physischem Mut oder von Geringschätzung des Lebens sein. Hat Christus euch nicht gesagt. in den Prüfungen des Lebens zu versagen und dies ist immer ein Verbrechen vor Gottes Augen. es als eine Reise sieht. Der Duellant hat den Mut nicht. . Er weicht nie von dem Wege ab. Denn das Wort Duell wird nicht mehr in euerer Sprache existieren. Mit dem Blick auf das Ziel kümmert er sich nicht übermäßig um die Hindernisse und Dornen. mehr als in anderen Fällen. Durch die Vergebung nähert ihr euch der Göttlichkeit. bedeutet dies. genauso wie ihr vergebt. Solange auch nur ein Tropfen Blut durch Menschenhand auf der Erde vergossen wird. jenes friedfertige und liebevolle Reich.190 KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde DAS DUELL  11. so wäre dies vor dem menschlichen Auge eine lächerliche. es ist aber auch zweifellos ein Zeichen moralischer Mutlosigkeit. Marmande. das für immer die Feindseligkeit. Der Selbstmörder verlor den Mut. wie auch der Selbstmord. selbst eure eigene Verfassung erkennt das. Die Menschen werden keine anderen Gegensätze untereinander finden als den noblen Kampf des Guten.

 52. die euch beschimpfen. blutdürstiges. Gab euch Gott denn. cholerisches Temperament hervorgerufen wurde. und ihr habt nicht daran gedacht. ihr habt ihn nicht nur gekreuzigt. Blut zu vergießen. Erhebt eueren Kopf ganz hoch und zeigt. erinnert euch dieser Lehre: „Liebet euch untereinander“ und dann werdet ihr mit einem Lächeln auf den Schlag und mit Vergebung auf die Beleidigung. das bei der ersten Beleidigung aus der Fassung gerät? Wo also ist die Erhabenheit der Seele desjenigen. sondern mitten in seinem Todeskampf konnte er die Verspottung noch hören. während der letzten Minuten. die Krone aus Dornen zu tragen.“ Und die Stimme wird erwidern: „Ihr wolltet eure Ehre vor den Augen des Menschen retten. das Recht über 98 Aramäisch Gethsemane: Ölkelter. als Er euch erschaffen hat. die er bekam? Ihr habt ihn nicht nur mit der Dornenkrone und dem Speer verletzt. meine Kinder. dass ihr keine Angst habt. die euch auf der Erde verblieben waren. nach dem Vorbild Christi. dass er zittere! Denn in seinem tiefsten inneren Gewissen wird eine Stimme schreien: „Kain! Kain! Was hast du mit deinem Bruder getan?“ Und er wird dieser Stimme antworten: „Es war notwendig. der die kleinste Beleidigung mit Blut rein waschen will? Oh. der euch auf die rechte Seite geschlagen hat. um meine Ehre zu retten.KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      191 dass mehr Ehre und Mut dazu gehören. Oh.“  Freunde. (Anmerkung des Herausgebers) 99  Matthäus XXVI. vergebt so wie er und betet für diejenigen. Ein kleiner Olivenhain auf dem Ölberg vor den Toren Jerusalems. der soll durchs Schwert umkommen. die an ihn gerichtet wurde. demjenigen die linke Seite des Gesichtes zu präsentieren. was bedeutet dieser Mut. diese Ehre vor den Augen Gottes zu retten! Arme Wahnsinnige! Wie viel Blut hat Christus verlangt für alle Beleidigungen. der durch ein brutales. anstatt Rache wegen einer Beschimpfung zu üben? Hat Christus nicht zu Petrus in dem Garten Gethsemane98 gesagt: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt. dennoch nichts anderes ist als Stolz und Eitelkeit.“99? Verurteilt Jesus nicht mit diesen Worten für immer das Duell? In der Tat. die euch mit Hass treffen. antworten. Die Welt wird sich sicherlich wütend erheben und euch wie Feiglinge behandeln. dass aber eure Hände nicht Komplizen eines Mordes werden. der von der Gesellschaft unter falschem Anschein der Ehre akzeptiert wird. (Anmerkung des Herausgebers) . Was für eine Wiedergutmachung hat er euch nach so vielen Beleidigungen abverlangt? Der letzte Schrei dieses Lammes Gottes war ein Gebet für seine Henker.

wenn ihr beobachtet hättet wie die Gegner in das kochende Wasser getaucht oder mit glühendem Eisen auf der Haut verbrannt wurden. Paris. Abs. was früher „Gottesurteil“101 genannt wurde. Für den einen wie für den anderen sind von dem allmächtigen Richter lange und schwere Abbüßungen vorgesehen. Er gab dieses Recht allein der Natur. um sich zu erneuern und sich wieder aufzubauen.B. dass man oftmals diese letzte genauso kriminelle Alternative zu vertuschen versucht. Sowie der Selbstmörder wird auch der Duellant mit Blut gekennzeichnet sein. in dem die Rettung bei einer „Überlebensprüfung“(z. der mit Händen voller brüderlichen Bluts vor Gott erscheint!  (Hl. Das Duell ist noch schwerwiegender. Was würdet ihr davon halten. ist das ein kaltblütig überlegter Selbstmord. über euer eigenes Leben zu verfügen. 1862)   13. jemandem einen Stein am Fuß fesseln und ihn in einen Fluss werfen) als göttlicher Beweis einer Tatsache dienen sollte. indem man sein Schicksal dem Zufall überlässt. Das Duell ähnelt dem. der seinen Tod aufgrund seiner eigenen Schwäche und Unterlegenheit ahnt. wie viel härter wird wohl die Abbüßung desjenigen sein. weil er sich des Schlages. mit allen gewünschten Vorplanungen. in einer anderen Form? In jener Zeit war man jedenfalls viel weniger schuldig. Denn bezogen auf die Unterlegenheit seines Gegners ist er sich seines Sieges fast sicher. (Anmerkung des Herausgebers) . 4.192 KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde Leben und Tod der anderen? Nein. Es war aber trotzdem der Glaube an die Gerechtigkeit Gottes. der zu seinem Bruder sagt „Racca“100. Bedeutet das aber nicht eine Rückkehr zu dem oben genannten „Gottesurteil“ aus dem Mittelalter. (Anmerkung des Herausgebers)  (lat. der diese Prüfung besser überstanden hat? Ihr würdet diese Sitte als sinnlos bezeichnen.) Judizium Dei ist im weitesten Sinne das strafende Eingreifen eines Gottes und im eigentlichen Sinne ein formelles Verfahren im Mittelalter. Es ist eine dieser barbarischen Einrichtungen. 149. welche die Gesellschaft noch beherrschen. IX. die das Sterben eines Unschuldigen nicht 100 101  Siehe Kap. sicher ist. wenn er vor Gott tritt. um ihren Streit zu lösen und dass das Recht dem Gegner zugesprochen wäre. Ich weiß. Augustinus. den er geben wird. S. Und für den Gegner. Für den erfahrenen Duellanten ist es ein kaltblütig begangener Mord. denn der Name „Gottesurteil“ selbst war das Zeichen eines wahrhaftig sehr naiven Glaubens. Wenn schon derjenige mit Seiner Gerechtigkeit zu rechnen hat. Euch ist selbst das Recht nicht gegeben.

ob das eine christliche Handlung ist? Wollt ihr euch der Gesellschaft gegenüber schuldig machen. eine Wiedergutmachung. sollt ihr euch selbst fragen. oftmals ohne viel Bedeutung gesagtes Wort von euerem Bruder. den Kindern den Vater und Ernährer? Sicherlich schuldet derjenige. wenn ich mich weigere. dass ihr in Vereinbarung mit der wahren Weisheit handeln würdet. Bordeaux. die durch das Licht des intellektuellen und moralischen Fortschrittes aufgeklärt sind. indem er seine Fehler gesteht.  Die naive Selbstliebe. Bevor der entscheidende Moment kommt. die Christus uns gelehrt und als Vorbild vorgelebt hat. das Herz ist tief betroffen und es leidet. die auf dem Spiel steht. wann also werden diese durch Nächstenliebe und durch Demut. Hingegen verlässt man sich im Duell auf die brutale Kraft derart. einer Mutter ihren Sohn. beleidigt fühlt. der mich beleidigt hat?“ Die Narren. Es ist nicht nur die Eitelkeit. diese freiwillig anzubieten. dass er sich manchmal persönlich oder in Bezug auf diejenigen. das Schlechte zu verbieten und das Gute vorzuschreiben ‐ es ist notwendig.  (Ein Schutzgeist. verstehe ich. Ist es aber für ihn nicht ehrenhafter. antwortet aggressiv und liefert somit den Grund für eine Herausforderung. dass das Prinzip des Guten und der Abscheu vor dem Bösen sich im Herzen der Menschen befinden. der beleidigt wurde. der das Klagerecht hat? Unter Betrachtung desjenigen. fühlt ihr euch in euerem Stolz verletzt. ersetzt werden? Nur dann werden diese monströsen Vorurteile verschwinden. anstatt das Leben desjenigen zu riskieren. Ist es zum Einen Gedankenlosigkeit. einer Frau ihren Mann entzogen zu haben. die weniger entwickelten Menschen werden euch tadeln. Denkt einen Moment nach. wenn ihr erfahrt.KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      193 zulassen würde. der euch beleidigt hat. dass das Duell oftmals den Beleidigten zum Opfer macht. die von mir geforderte Rechenschaft abzulegen oder wenn ich diese von demjenigen abverlange. wie ihr selbst. indem ihr ihr eines ihrer Glieder entzieht? Denkt ihr an die Reue. werden sagen. die ihm wichtig sind. 1861)   14. Ihr sollt euch oft fragen: „Für was werden die anderen mich halten. Diejenigen aber. die ihr spüren werdet. sein Leben wegen eines zur Schändlichkeit bereiten Armseligen aufs Spiel zu setzen . Denn es genügt nicht. Denn durch ein völlig harmloses. die noch heute die Menschen beherrschen und die selbst die Gesetze nicht bezwingen können. die dümmliche Eitelkeit und der wahnsinnige Stolz.

 1861)   15. der andere mit Methode und Höflichkeit.  (François ‐ Xavier. der nur eine unvollständige Ahnung über Richtig und Falsch hat. sollten diese irrtümlich sein. Es ist wahr. Der Duellant hat nicht die Entschuldigung. um seinen Gegner mit größter Sicherheit zu töten. was ihr wollt. Hingegen gehört der Duellant fast immer der aufgeklärten oberen Klasse an. aufs Spiel setzt. sollten sie nicht in der Stille verborgen bleiben? Diesem Armseligen bleibt also nichts anderes übrig als die Lust auf Rache gesättigt zu sehen. Denn die Welt sieht darin eine . was er braucht. daß euch die Leute tun sollen. der beglückte Mensch. was das Duell vor den weltlichen Augen rechtfertigt. werden sie nicht von selbst unwichtig werden? Und falls sie der Wahrheit entsprechen. Bordeaux. Er agiert also kaltblütig und geplant. dass er auch sein Leben riskiert. aber oftmals auch aus Not. wenn dieser tot ist. Der eine tötet auf brutaler Art. der sich ihm widersetzt. die nichts anderes sind als Duelle zwischen den Völkern.194 KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde und zum Anderen ist es dann möglich. der unter dem Einfluss des Rachegefühls in einem Moment der Verzweiflung tötet. Dieser Letzte ist fast immer ein Mensch ohne Erziehung oder Unterrichtung. Der Mensch auf der Erde. dass die Beleidigung. Wo bleibt dann die Wiedergutmachung. der trägt hundertfach mehr Schuld als ein Armseliger. der aus Gier. nicht mehr existiert? Gibt nicht das vergossene Blut den Fakten mehr Wichtigkeit als sie es verdienen? Denn. Ich füge hinzu. zu stehlen und denjenigen tötet. in ein Heim eindringt. unter dem Einfluss seiner Leidenschaften zu stehen. Ach. um das. der wegen eines offensiven Wortes mit nichtigem Grund sein von Gott gegebenes Leben und das Leben seiner Mitmenschen. das tut ihnen auch!“ Infolgedessen wären alle Motive für Auseinandersetzungen verschwunden und mit ihnen auch das Duell und die Kriege. weswegen er von der Gesellschaft entschuldigt wird. werden seine Worte und Taten mit dieser Lehre im Einklang stehen: „Alles nun. Alles ist abgeschätzt und durchdacht. über das Gott allein bestimmt. weil es zwischen der Beleidigung und der Wiedergutmachung stets genügend Zeit zum Nachdenken gibt. wenn der Unterlegene der Beleidigte ist?  Wenn die Nächstenliebe ein Grundsatz für das Verhalten des Menschen wird. dass der Duellant unendlich schuldiger als der Ignorant ist. trauriges Verlangen! Oftmals ist es schon in diesem Leben Grund genug für quälende Gewissensbisse.

Denn heute ruft der Tod eines Menschen Gefühle hervor. vor den Augen der Masse stattfanden.    . und wenn man von Zeit zu Zeit noch solche traurigen Beispiele sieht. Mit dem Spiritismus lassen sich schließlich die letzten Spuren dieser barbarischen Bräuche nicht vereinbaren. Früher verließ ein Mann sein Haus nicht ohne auf einen möglichen Zusammenstoß eingestellt zu sein. wenn man sich seines Lebens sicher ist? Das Duell ist eine Hinterlassenschaft jener barbarischen Zeit. Gegenwärtig würden sie sich verstecken. Mit einer zunehmend gesunden Betrachtung aus dem Blickwinkel der Ehre und mit dem Anwachsen des Glaubens des Menschen an das zukünftige Leben wird das Duell jedoch verschwinden. Ein charakteristisches Merkmal der Gebräuche und der Menschen dieser Zeit ist. Bemerkung: Die Duelle werden immer seltener. offen oder verdeckt Waffen zur Verteidigung und zum Angriff zu tragen. kann man die Anzahl nicht mehr mit den früheren Zeiten vergleichen. Bordeaux.  (Augustin. die früher auf offener Straße. bis zu der. Es ist außerdem eine erstaunliche Entwicklung von der Epoche zu verzeichnen. Denn er fördert ausschließlich den Geist der Nächstenliebe und der Verbrüderung zwischen den Menschen. die in anderen Zeiten kaum Aufmerksamkeit verdienten. Die Menschen entfernten sich. in der das Recht des Stärkeren als Gesetz galt. dass es üblich war. Ist es aber wahrer Mut. in der die Ritter ständig mit ihrer Rüstung und mit einem Speer bewaffnet waren. in der das Tragen von einfachen Schwertern mehr als Schmuck oder als Beiwerk eines Wappens dient und nicht als eine aggressive Waffe.KAPITEL  XII ‐ Liebet eure Feinde      195 Mutprobe und das Nicht‐Wichtig‐Nehmen des eigenen Lebens. Ein anderes Merkmal der Veränderung dieser Angewohnheiten sind die Kämpfe. 1861)   16. um für den Kampf Platz zu machen. Das Ablegen dieser Angewohnheiten zeigt eine Mäßigung der Gebräuche.

die geben. muss man Abstand von dem gegenwärtigen Leben nehmen und sich mit dem zukünftigen Leben identifizieren. sich über die Menschheit zu erheben und auf den Genuss der Achtung durch die Menschen zu verzichten. rührte ihn an und sprach: Ich willʹs tun. die Mose befohlen hat. Und er zeigt. dass das jetzige Leben hier auf Erden ihm mehr bedeutet als das zukünftige. WAS DIE RECHTE TUT Das Gute tun ohne zu prahlen (vom Almosen geben) ‐ Das verborgene Unglück ‐ Das Scherflein der Witwe ‐ Die Armen und die Behinderten einladen  Unterweisungen der Geistigen Welt: Die materielle und moralische Nächstenliebe ‐ Die Wohltätigkeit ‐ Das Mitleid ‐ Die Waisen ‐ Wohltaten. der in das Verborgene sieht. wenn du willst. Und Jesus streckte die Hand aus. Und siehe. Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu. sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe. sage es niemandem. . so laß deine linke Hand nicht wissen. ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du aber Almosen gibst. damit dein Almosen verborgen bleibe. Habt acht auf eure Frömmigkeit. wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen. ein Aussätziger kam heran und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr. die mit Undankbarkeit bezahlt werden ‐ Die exklusive Wohltat   DAS GUTE TUN OHNE ZU PRAHLEN (VOM ALMOSEN GEBEN)  1. ihnen zum Zeugnis. (Matthäus VI. sei rein! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein.KAPITEL  XIII ‐  LASS DEINE LINKE HAND NICHT WISSEN. mit einem Wort gesagt. daß ihr die nicht übt vor den Leuten. Die Hände. (Matthäus VIII. Es bedarf. Damit man die Sache von weiter oben als die gewöhnlichen Menschen betrachten kann. 1 – 4)   3. 1 – 4)  2. was die rechte tut. Wenn du nun Almosen gibst. Wahrlich. um die Billigung Gottes zu erwarten. Als er aber vom Berge herabging. um von ihnen gesehen zu werden. oder sogar. dass er mehr an den Menschen als an Gott glaubt. damit sie von den Leuten gepriesen werden. folgte ihm eine große Menge. kannst du mich reinigen. zu verbergen ist wertvoll und ein unbestreitbares Zeichen großer moralischer Überlegenheit. Das Gute tun ohne zu prahlen ist sehr verdienstvoll. ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. wird dirʹs vergelten. beweist. und dein Vater. Wer die Achtung durch die Menschen mehr schätzt als die Anerkennung Gottes. sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen.

was die rechte tut“ ist eine bildliche Darstellung von bewundernswerter. dass sie dabei beobachtet wurden. Es gibt aber auch die vorgetäuschte Bescheidenheit oder die Nachahmung der wahren Bescheidenheit. schon seinen Lohn bekommen hat. der sich zur Schau stellen möchte. dass der Begünstigte seine gute Tat über die Dächer schreien wird. die gerne dabei beobachtet werden. die Rechenschaft für seinen Stolz abzulegen. indem er in gewisser Weise. die in der Öffentlichkeit große Summen gespendet haben. was sie bekommen werden. mit dem Guten. das er tut..  Was wird denn der Lohn von demjenigen sein. Das Gute. denn ihm wird die Zufriedenheit entzogen. handelt er. wie sie ihre gebende Hand verbergen. für diesen wird es noch nicht einmal die irdische Belohnung geben. was die erste Strafe gegen seinen Stolz ist! Die Tränen. hat keinen Nutzen für ihn. bereits sich selbst belohnt. der Gutes tut. wenn er durch das Prahlen mit der Mühe seiner Opfergabe seine Lage als Wohltäter aufzeigt? Oh. was er sagt. das dieser Mensch tat. Sie wurden gesehen und sind zufrieden. was die rechte tut      197 dass er an dem Zukünftigen zweifelt. Wenn er das Gegenteil behauptet. aber nicht einen Pfennig in der Anonymität! Deswegen sagte Jesus. denn sie sind außer materieller Nächstenliebe auch eine moralische Nächstenliebe. von diesen Bedürftigen Anerkennung verlangt? Was verdient er. Gott schuldet ihm nichts mehr. weil er sich über dies beklagt.  Die Wohltaten ohne Prahlerei haben doppelten Wert. Der Mensch nimmt . dass derjenige. es bleibt ihm nur noch. die er zu Gunsten seiner Eitelkeit trocknet.  Wie viele gibt es. welches Ansehen hätten sie dann vor Gott? Diese haben schon ihre Belohnung auf Eden bekommen. als würde er nicht an das glauben. den Segen über seinen Namen zu hören. anstatt zum Himmel emporzusteigen. die nie einen guten Dienst ohne die Hoffnung erweisen. der seine Wohltaten auf den Bedürftigen lasten lässt. Denn alle bedauerten Wohltaten sind falsche und wertlose Münzen. Somit hat derjenige. Sie respektieren die Empfindlichkeit der Bedürftigen und geben ohne deren Selbstwert und deren Menschenwürde zu verletzen. um damit zu prahlen.. laß deine linke Hand nicht wissen.  Die Aussage „. fallen auf die Herzen der Leidenden und verletzen sie. Unwürdige Satire der Christus Lehre! Wenn diese hochmütigen Wohltäter von den Menschen schon verachtet werden. Denn es gibt Menschen.KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. Das ist alles. bescheidener Güte. Diese wahre Bescheidenheit existiert unter uns. wie viele.

Jemanden zu demütigen ist stolz und bösartig. Wo geht sie hin? Sie steigt bis zu einer Dachkammer hinauf. mit sanften und tröstenden Worten. Sie findet sanfte. verhindert sie sogar irgendwelche beleidigenden Äußerungen. Denn sie kommt.  Wer könnte diese vornehme. um ihre Leiden zu lindern. wie diese Almosen gegeben werden.198 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. Wenn man einen Dienst in Almosen umwandelt. da diese armen Menschen keine professionellen Bettler sind. dem man hilft. ohne darauf zu warten. wodurch die Not sich steigert. bedingt durch die Art und Weise. Dies sind die unauffälligen und verborgenen Schicksalsschläge. sehr bescheiden und dennoch gepflegt gekleidete Dame sein. Die wahre Nächstenliebe ist im Gegenteil klug und zart. in dem sie ersichtlich bekannt ist. damit der Bedürftige sich vor seinem Wohltäter ungehemmt zeigt. sich selbst als Wohltäter in die Rolle des Bedürftigen zu versetzen. denn alle moralischen Beleidigungen verstärken das Leiden. Dort lebt eine Mutter umgeben von kleinen Kindern. der sie bekommt. während die hochmütige „Nächstenliebe“ ihn niederdrücken wird. die auf einem schlechten Bett liegen und sich nicht beschweren. was die rechte tut!“   DAS VERBORGENE UNGLÜCK  4. als ein Almosen. die unbemerkt sich anspielen. wird derjenige gedemütigt. gibt es dennoch Tausende von kleinen persönlichen Notlagen. welche die wahre Güte zu entdecken weiß. vor demjenigen. Seite an Seite mit diesen allgemeinen Notlagen. Das Edelste der wahren Güte ist. Um die Wohltätigkeit nicht in den Vordergrund zu stellen. was die rechte tut lieber eine Arbeit entgegen. welche die Schäden beheben. Der Vater befindet sich im Krankenhaus und während seines dortigen Aufenthalts kann die Mutter nicht den Bedürfnissen von allen . dass um Hilfe gebeten wird. zum Beispiel von Menschen. Das wollen diese Worte uns sagen: „Laß deine linke Hand nicht wissen. Sie bringt das Notwendigste. die von einem sehr einfach gekleideten Mädchen begleitet wird? Sie geht in ein Haus von einem sehr erbärmlichen Zustand hinein. Bei ihrer Ankunft strahlen die abgemagerten Gesichter vor Freude. so dass sie ihre Hilfe ohne sich zu schämen annehmen können. nette Worte. denn an der Tür wird sie mit sehr viel Respekt empfangen. In großen Katastrophen zeigt sich die Nächstenliebe ganz besonders und wir beobachten viele freigiebige Impulse.

KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. was sie tut. Katholiken. um den Familienvater in Bezug auf die Situation seiner Frau und seiner Kinder zu trösten und zu beruhigen. ist sie eine Dame von Welt. Die . was die rechte tut      199 nachkommen. wo sie lebt. Denn Fürsorge anzubieten bedeutet nun etwas von dir zu geben. wie Güte ausgeübt werden soll. Juden. die Christus uns gelehrt hat. sagte sie sich: „Mein Tag hat gut angefangen.“ Wie heißt sie eigentlich? Wo wohnt sie? Niemand weiß es. da du nichts besitzt? Wenn ich dir etwas gebe.  Und warum kleidet sie sich so einfach? Sie will mit ihrer Wohlhabenheit die Armen nicht verletzen. was wäre dein Verdienst? In diesem Fall wäre ich dann in Wahrheit diejenige. was ihre Schützlinge benötigen. An der Straßenecke wartet ein Auto auf sie. Ist sie Spiritistin? Was macht das nun aus?  Dort. Warum lässt sie sich von ihrer jungen Tochter begleiten? Um sie zu lehren. sie ist der „tröstende Engel“. Wenn einer unter ihnen krank ist.   Eines Tages geschah ein unvorhergesehener Umstand. das von dir selbst kommt. ihre Stellung verlangt es so. Und wenn die Tochter auch gerne etwas Nächstenliebe üben will. Es klingelte an der Tür und eine ihrer Schützlinge wollte ihr eine Handarbeit verkaufen. Von dort fährt die Frau in das Krankenhaus. der anderen nichts sagt. Sie fragt nicht nach ihrem Glauben oder ihrer Meinung.“ So lehrte die Mutter. weil für sie alle Menschen Geschwister und Kinder Gottes sind. Aber die anderen wissen nicht. Und welchen Verdienst hättest du zu bekommen? Das wäre also nicht gerecht. die Nächstenliebe ausübt. Möchtest du noch mehr geben? Das ist sehr einfach. Protestanten. Dank dieser Dame werden die Armen keinen Hunger und keine Kälte erleiden. Dann lerne nützliche Sachen zu nähen und somit wirst du Kinderkleidung für sie anfertigen. Wenn wir dann die Kranken besuchen gehen. Sie werden warm angezogen zur Schule gehen können und die Brüste der Mutter werden für den Kleinsten nicht austrocknen. Für die Leidenden hat sie einen Namen. wird es nicht an materieller Unterstützung mangeln. eine wahre Christin. alle loben sie. da sie keine andere Anerkennung anstrebt. Als der Besuch zu Ende war. sagt die Mutter zu ihr: „Was kannst du spenden. mein Kind. hilfst du mir sie zu pflegen. welche sie oftmals besucht. voll gepackt mit allem. außer der von Gott und ihrem Gewissen. ihre Tochter die Tugenden zu praktizieren. In dieser Weise wirst du etwas geben. damit du es den anderen weitergibst. In der Nacht geht von ihnen eine Sinfonie von Segen hinauf zu Gott.

weil es ihnen an Geld mangelt. Und viele Reiche legten viel ein. Ist sie aber von allen so uneigennützig gedacht? Gibt es nicht Menschen. die. sich selbst etwas mehr Genuss zu erlauben oder den für sie jetzt fehlenden Überfluss ein bisschen zu genießen und wären dann bereit. Diese Absicht ist ohne Zweifel lobenswert und kann von einigen sehr aufrichtig gemeint sein. was sie zum Leben hatte. um seine edlen Absichten zu verwirklichen. sofort und ohne Anstrengung reich zu werden. auf eine unerwartete Erbschaft und so . der sich vielleicht heimlich im Innern des Herzens befindet. 41 – 44. Lukas XXI. die etwas eingelegt haben. sie wünschen sich Reichtum. die man benötigt. Sie laufen hinter Hirngespinsten her. während sie sehr daran interessiert sind. denn sie hoffen auf eine Entdeckung von Schätzen oder auf eine günstige Gelegenheit. anderen eine Wohltat zu erweisen. was die rechte tut Frau erkennt dann die Dame. andererseits mit leichten Mitteln. nur um einen guten Nutzen daraus zu ziehen. diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt. zuerst an den anderen zu denken und dann an sich selbst. was sie gerne täten. Sie sagen. Sie bedankt sich bei der Dame überschwänglich. würde. Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluß eingelegt. „Still. Die größte Nächstenliebe ist es mit eigener Arbeit durch die Nutzung seiner eigenen Kraft. dass sie nicht all das Gute tun können. ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle. Denn die wahre Nächstenliebe besteht darin. sich dabei aber wohler fühlen würden. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein. das macht zusammen einen Pfennig.   DAS SCHERFLEIN DER WITWE 5. Leider träumt die Mehrheit davon. Das wäre das angenehmste Opfer für Gott. den Armen den Rest zu spenden? Dieser verborgene Gedanke.200 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. 1 ‐ 4)  6. wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. wenn sie mit sich selbst anfingen? Denken sie nicht daran. Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu. sagt die Dame „Sage es niemandem weiter!“ So sprach auch Jesus. Viele Menschen bedauern. Intelligenz und Fähigkeiten. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich. die Mittel zu finden zu versuchen. den Verdienst der Absicht auflösen.“. alles. (Markus XII. wenn man ihn untersucht.

 was die rechte tut      201 weiter. Sondern wenn du ein Mahl machst. Als aber einer das . Was würde man von denen sagen. es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. was wir tun können. Denn es gibt keinen Menschen. das gewünschte Gute nicht tun zu können. kann man nur mit Gold Tränen auswischen? Sollen wir nichts tun. so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein. 294 ‐ 295)  Wer sich von der Absicht irgendeines persönlichen Interesses befreit hat. Denn er soll sich daran erinnern. dass diese Menschen den göttlichen Sinn des Spiritismus weder kennen noch verstehen und noch weniger wissen sie von der Aufgabe der Geister Bescheid. der im vollen Besitz seines Bewusstseins nicht irgendeinen Dienst erweisen kann.   DIE ARMEN UND DIE BEHINDERTEN EINLADEN 7. ferner sich für etwas Nützliches anstrengen kann. die Unterstützung suchen und hoffen. in der einen oder anderen Form. Die Freude wäre ohne Zweifel sehr groß. das Scherflein der Witwe. den sie mit eigenen Entbehrungen opfern. Er sprach aber auch zu dem. um es dir zu vergelten. seine Zeit oder seine Ruhe. der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags‐ oder Abendmahl machst. diese bei den Geistern zu finden? Es steht fest. denn sie haben nichts. dass der von den Armen gegebene Obolus. sollen wir mit dem zufrieden sein. Wenn das aber nicht möglich ist. wenn man den Bedürftigen reichlich helfen könnte. weil wir nichts besitzen? Jeder. Verfügt man trotz Geldmangel nicht noch über seine Lebenskraft. soll in seiner Ohnmacht. denen Gott erlaubt.KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. dann wirst du selig sein. auf der Waage Gottes mehr als das geschenkte Gold der Reichen wiegt. damit sie dich nicht etwa wieder einladen und dir vergolten wird. physisches oder moralisches Leid lindern. so lade Arme. getröstet sein. Er soll diese Gelegenheiten suchen und sie werden sich ihm zeigen. der nicht jemandem Trost spenden. (siehe „Das Buch der Medien“. der wahrhaftig für seine Geschwister nützlich sein möchte. mit den Menschen zu kommunizieren. Und gerade deswegen werden sie mit Enttäuschung bestraft. wird Tausende Gelegenheiten dazu finden. Verkrüppelte. Im Übrigen. um dem anderen etwas davon anzubieten? Auch hier ist der Reichtum der Armen zu finden. Lahme und Blinde ein. diesen Wunsch zu erfüllen. Abs. die dies ohne Entbehrungen tun.

der übt die Lehre Christi aus. dass wir die Armen zu unserem Abendmahl einladen sollen. Wer auf dieser Weise handelt. so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein.. auch wenn es nicht so scheint.    . Wie viele Leute laden zu sich nur diejenigen ein. ihren geistigen Sinn zu verstehen. dass man nicht das Gute tun soll. den man genießt.. der das Brot ißt im Reich Gottes! (Lukas XIV. was die rechte tut hörte. die wenig beglückt sind. der mit zu Tisch saß. die Verwandte oder die Freunde aufzunehmen. um ‐ wie sie sagen ‐ sich die Ehre zu erweisen.. 12 ‐ 15)  8. ohne die Sehbehinderten und die Behinderten herbeizuschaffen. „. denn sie haben nichts. Diese absurden Worte. in der Erwartung... deshalb war es notwendig starke Eindrücke zu vermitteln. dann wirst du selig sein. Andere hingegen haben Freude daran. dass es notwendig wäre. um es dir zu vergelten.. wenn er mit Wohlwollen. sagt er außerdem. von denen sie selbst wiederum eingeladen werden? Sie tun dies. etwas zurückzubekommen.. Denn man weiß. Lahme und Blinde ein“.) lade Arme. (.“ Das bedeutet.  Diese Worte können jedoch auch in einem engeren Sinne angewandt werden. Um es als Vergleich deutlich zu machen. Mit dem Begriff „Abendmahl“ ist nicht nur eine Mahlzeit gedacht. seine Wohltat mit ehrlicher Aufrichtigkeit zu verschweigen.) sondern (. insofern wir versuchen. dass sie einen nicht zurück einladen können. Jesus wollte nicht sagen. werden dann zu himmlischen Worten. ohne Zurschaustellung dies tut und es weiß. Seine Sprache war fast immer bildlich und für die Menschen waren die sanften Töne seiner Gedanken schwer zu verstehen. sondern allein aus der Freude heraus. Die Tiefe seiner Gedanken zeigt sich durch diese Worte: „. Und wer hat schon diese Menschen nicht unter seinen eigenen Verwandten? Auf diese Weise wird ihnen manchmal viel geholfen.. Verkrüppelte. statt der Freunde die Bettler von der Straße zu Tisch zu bitten. „Wenn du ein Abendmahl machst“. sagte Jesus. die das Bild von grellen Farben produzierten. sprach er zu Jesus: Selig ist. wenn wir sie wortwörtlich nehmen.202 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. zu verstehen. sondern die Teilnahme am Überschuss.

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UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT

DIE MATERIELLE UND MORALISCHE NÄCHSTENLIEBE
 9. Wenn wir uns gegenseitig lieben, tun wir für die anderen das, von dem wir uns wünschen, dass sie es für uns tun. Alle Religionen, alle Moral basieren auf diesen zwei Grundsätzen. Wenn sie in dieser Welt befolgt werden würden, wären wir alle vollkommen. Es gäbe keinen Hass oder keine Empfindlichkeiten. Ich füge noch hinzu, es gäbe keine Armut, weil vom Tisch der Reichen sehr viele Arme satt werden könnten. Somit würde man in den Armenvierteln, in denen ich in meiner letzten Reinkarnation gelebt habe, keine armen Frauen mehr sehen, mit Kindern, die Not an allem hatten.  Reiche, denkt darüber nach! Helft soviel wie möglich den Unglücklichen. Gebt, damit Gott euch eines Tages eure Wohltaten belohnt, wenn ihr eueren irdischen Körper verlasst, um ein Gefolge von dankbaren Geistern zu finden, die euch an dem Übergang zu einer besseren Welt empfangen werden.  Wenn ihr die Freude sehen könntet, die ich erlebt habe, als ich diejenigen im Jenseits traf, denen ich in meiner letzten Existenz auf Erden geholfen habe! …  Liebet eueren Nächsten. Liebet ihn wie euch selbst, denn jetzt wisst ihr, dass der Unglückliche, den ihr heute abweist, vielleicht ein Bruder, ein Vater oder ein Freund aus anderen Zeiten sein kann, den ihr fort schickt. Wie groß wäre dann eure Verzweiflung, diesen in der Geistigen Welt wieder zu erkennen!  Ich möchte, dass ihr gut versteht, was moralische Nächstenliebe ist, die jeder ausüben kann und die, materiell gesehen, nichts kostet und trotzdem die schwierigste Form ist, die Nächstenliebe zu praktizieren.  Moralische Nächstenliebe bedeutet, sich gegenseitig zu akzeptieren. Das tut ihr am wenigsten, in dieser niederen Welt, in der ihr momentan reinkarniert seid. Es ist ein großer Verdienst, wenn ihr schweigt, um jemanden, der weniger intelligent ist, reden zu lassen; das ist auch eine Art von Nächstenliebe. Sich taub zeigen, wenn ein ironisches Wort aus dem Mund eines Menschen kommt, der gewohnt ist, andere zu kritisieren; oder das verächtliche Lächeln eines Menschen nicht zu sehen, mit dem ihr empfangen werdet, von Personen, die sich oftmals erhabener als euch einschätzen. In dem spirituellen, dem einzig wahren Leben, sind sie oftmals

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viel niederer als ihr. Das ist daher nicht ein Verdienst, der Demut, sondern der Nächstenliebe, weil moralische Nächstenliebe darauf besteht, sich nicht mit den Fehlern unserer Nächsten zu beschäftigen.   Diese Nächstenliebe soll indes nicht verhindern, dass wir andere Arten von Nächstenliebe praktizieren. Hütet euch aber vor allem, euren Nächsten zu vernachlässigen. Denkt an all das, was ich euch gesagt habe, nach: Ihr sollt euch immer daran erinnern, dass, in dem ihr einen armen Menschen vertreibt, ihr vielleicht einen euch früher nahe stehenden Geist vertriebt, der sich im Moment in einer schlechteren Lage unter euch befindet. Ich habe einige von den Armen euerer Welt hier wieder getroffen, denen ich glücklicherweise ein paar Mal geholfen habe und die ich jetzt hier um Hilfe bitten muss.  Vergesst nicht, dass Jesus sagte, wir seien alle Brüder und denkt immer daran, bevor ihr einen Bettler oder Leprakranken zurückweist. Auf Wiedersehen, vergesst die Leidenden nicht und betet für sie.  (Schwester Rosalie, 1860) 10. Meine Freunde, ich höre viele von euch sagen, wie kann ich Nächstenliebe ausüben, wenn ich selbst oftmals nicht das Notwendigste habe?  Die Nächstenliebe, meine Freunde, kann man in verschiedenen Formen ausüben: durch Worte, Gedanken und Taten. Durch den Gedanken, indem ihr für die verlassenen Armen betet, die gestorben sind, ohne richtig gelebt zu haben. Ein Gebet aus dem Herzen wird sie trösten. Durch Worte, indem ihr eueren Mitmenschen gute Ratschläge gebt. So sagt zu den verbitterten Menschen, die aus Not und Verzweiflung gegen den Namen Gottes fluchen: „Ich war so wie ihr, ich habe gelitten und mich unglücklich gefühlt, aber ich habe Vertrauen zum Spiritismus gefasst. Seht, jetzt bin ich glücklich.“; zu den Alten, die euch sagen werden: „Es lohnt sich nicht, ich bin am Ende meines Lebens und werde so sterben, wie ich gelebt habe“, sagt ihr: „Die Gerechtigkeit Gottes ist für alle gleich, erinnert euch an die Arbeiter der letzten Stunde!“; und zu den Kindern, die durch schlechte Begleitung schon verdorben sind, sich verlierend auf den Wegen der Welt, nahe daran, den Versuchungen zu erliegen, sagt ihr: „Gott hütet euch, meine lieben Kleinen!“ Fürchtet euch nicht, diese sanften Worte oft zu wiederholen, damit sie am Ende zu Keimen in ihrem Verstand heranreifen

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werden. Und anstatt sich zu kleinen Vagabunden zu entwickeln, werden sie dann vernünftige Menschen. Das ist auch eine Tat der Nächstenliebe.  Viele von euch sagen: „Ach, wir sind so viele auf der Erde, dass Gott uns gar nicht alle sehen kann!“ Hört einmal gut zu, meine Freunde: Wenn ihr auf der Spitze des Berges seid, kann euer Blick nicht Milliarden von Sandkörnern, die den Boden bedecken, erfassen? Gott kann euch genauso sehen und überlässt euch eure eigene Entscheidung, so wie auch diese Sandkörner dem Einfluss des Windes überlassen sind und sich überallhin verteilen. Mit dem Unterschied, dass Gott in Seiner unendlichen Barmherzigkeit in der Tiefe eueres Herzens einen wachsamen Wächter geschaffen hat, den man Gewissen nennt. Hört darauf, denn es wird euch gute Ratschläge geben. Manchmal ist es gelähmt, indem sich ihm der verkommene Geist entgegensetzt. Und dann schweigt es. Seid aber versichert, dass das von euch verbannte Gewissen sich wieder melden wird, sobald dieses in euch das Gefühl der Reue bemerkt. Hört ihm zu, befragt es und ihr werdet sehr oft von seinen Ratschlägen getröstet werden.  Meine Freunde, jede neue Bewegung steht unter einem neuen Stern. Ich lege euch diese Maxime von Christus ans Herz: „daß ihr euch untereinander liebt“. Übt diese Maxime, versammelt euch alle um diese Fahne herum und ihr werdet Glück und Trost erfahren.  (Ein Schutzgeist, Lyon, 1860)  

DIE WOHLTÄTIGKEIT
 11. Die Wohltätigkeit, meine Freunde, wird euch auf dieser Welt den Genuss des reinen und sanften Gefühls geben, die Freude in eueren Herzen, die weder durch Reue noch durch Gleichgültigkeit belastet werden. Ach, könntet ihr nur verstehen, was an Größe und an Angenehmem die Güte der guten Seele einsammelt. Dieses Gefühl veranlasst einen die anderen Wesen mit dem gleichen Blick zu sehen, mit dem man sich selbst betrachtet. Das bringt uns dazu, mit Freude auf unsere Bekleidung zu verzichten, um unsere Geschwister anzukleiden! Könntet ihr doch, meine Freunde, als einzige Sorge jene liebenswürdige vor Augen haben, andere Menschen glücklich zu machen! Welche irdischen Feierlichkeiten werdet ihr mit den jubelnden Festen vergleichen, wenn ihr, als Vertreter der Göttlichkeit, den armen Familien Freude bringt, die nur

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ein Leben voller Schicksalsschläge und Bitterkeit kennen; wenn ihr diese verwelkten Gesichter plötzlich voller Hoffnung strahlen seht. Denn diese armen Menschen haben, da ihnen das tägliche Brot fehlt, ihre kleinen Kinder, denen die Härte des Lebens nicht bewusst ist, schreien und weinen gehört. Und diese wiederholten Worte, welche wie spitzige Dolchstöße das mütterliche Herz treffen: „Ich habe Hunger! ...“ Oh! Versteht ihr, welchen angenehmen Eindruck derjenige erfährt, der die Freude dort wiederkehren sieht, wo es vor wenigen Momenten nur Verzweiflung gab! Versteht ihr nun, welche eure Pflichten gegenüber eueren Mitmenschen sind! Geht dahin, wo das Unglück zu Hause ist; geht zur Rettung vor allem des verborgenen Elends. Denn dieses ist das Schmerzhafteste. Geht, meine sehr Lieben und habt vor Augen diese Worte unseres Erlösers: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“102  Nächstenliebe! Erhabenes Wort, das alle Tugenden zusammenfasst. Du bist dasjenige, welches die Völker zu der Glückseligkeit führen soll. In dem sie dich praktizieren, werden sie unendliche Freuden für die eigene Zukunft säen. Und während diese Menschen in Exil auf der Erde sind, wirst du ihnen Trost sein, die Vorfreude auf das Glück, das sie später genießen werden, wenn alle sich vor dem Gott der Liebe vereint haben. Es warst du, Nächstenliebe, göttliche Tugend, die mir die einzigen wahren glücklichen Momente auf der Erde ermöglicht hat. Mögen meine inkarnierten Geschwister an die Worte dieses Freundes glauben, der zu euch spricht und sagt: In der Nächstenliebe sollt ihr den Frieden eueres Herzens, die Befriedigung euerer Seele und das Heilmittel für den Kummer eueres Lebens suchen. Oh! Und wenn ihr in Begriff seid, Gott dafür zu beschuldigen, so werfet einen Blick auf die Menschen, die unter euch sind. Ihr werdet dann sehen, wie viel Elend es zu lindern gibt, wie viele arme Kinder keine Familie haben, wie viele alte Menschen ohne eine freundliche Hand sind, die ihnen hilft oder ihnen die Augen in dem Augenblick des Todes schließt! Wie viel gibt es zu tun! Oh, beschwert euch daher nicht, sondern dankt Gott. Und füllt eure Hände voll mit eurer Sympathie, eurer Liebe und eueres Geldes für all diejenigen, die, entbehrt von den Gütern dieser Welt, ausgemergelt durch Leiden und Einsamkeit sind. Ihr werdet damit sehr große Freude hier in dieser Welt ernten und später ... 
102

 Matthäus XXV, 40; (Anmerkung des Herausgebers)

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das weiß nur Gott! ...  (Adolphe, Bischof von Algier, Bordeaux 1861)   12. Seid gütig und barmherzig, das ist der Schlüssel des Himmels, den ihr in eueren Händen habt. Das ganze ewige Glück ist in diesem Ausspruch enthalten: „Liebet euch untereinander!“ Die Seele lässt sich nicht in die spirituellen Welten empor erheben, außer durch die Zuwendung an den Nächsten. Und sie findet Freude und Trost allein in der Ausübung der Nächstenliebe. Seid gütig, stehet euren Geschwistern bei und vertreibt die schreckliche Wunde des Egoismus. Indem ihr dieser Pflicht nachgeht, wird sich der Weg der ewigen Glückseligkeit für euch öffnen. Wer hat unter euch außerdem nicht schon ein Mal ein Herzklopfen voller innerer Freude bei der Erzählung einer schönen Wohltat, einer Tat wahrhaftiger Nächstenliebe, gespürt? Ihr seid immer auf dem Weg der geistigen Entwicklung, wenn ihr stets nach der Freude der guten Taten suchet. Euch mangelt es nicht an Beispielen. Selten ist nur der gute Wille. Ihr seht eine große Zahl guter Menschen, die euch eure Geschichte in frommem Andenken erinnert.  Hat Christus euch nicht alles über diese Tugend der Liebe und Nächstenliebe gesagt? Warum seine göttliche Lehre vernachlässigen? Warum die Ohren für seine göttlichen Worte und das Herz für all seine wohltuenden Grundsätze verschließen? Ich würde mir wünschen, dass der Lektüre des Evangeliums mehr Interesse und Glaube gewidmet würde. Dieses Buch wird aber vernachlässigt. Man betrachtet es als Behälter leerer Worte, als einen verschlossenen Brief. Man überließ dieses wunderbare Gesetzbuch der Vergessenheit. Eure Übel sind nur Folgen der freiwilligen Vernachlässigung von dieser Zusammenfassung der göttlichen Gesetze. Lest also diese glänzenden Seiten über die Hingabe von Jesus und denkt darüber nach.  Starke Männer, rüstet euch, schwache Männer, macht aus euerer Sanftmut, aus euerem Glauben eure Waffen. Seid wahrhaftiger und beständiger in der Verkündigung der neuen Lehre. Das ist nicht mehr als eine Ermutigung, die wir euch geben möchten, allein um eure Hingabe und eure Tugend anzuregen, weswegen Gott den Geistern erlaubt, euch Kund zu geben. Wenn ihr es jedoch wollt, reichen euch die Hilfe Gottes und euer eigener

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Wille aus. Denn die spiritistischen Mitteilungen geschehen eigens für diejenigen, die unfolgsame Herzen und geschlossene Augen haben.   Die Nächstenliebe ist der Anker aller Tugenden, welche die Basis dieses hohen Hauses der irdischen Tugend ist, ohne sie könnten die anderen nicht existieren. Ohne Nächstenliebe gibt es keine Erwartungen eines besseren Glückes, kein moralisches Interesse, das uns führt. Ohne Nächstenliebe gibt es keinen Glauben, denn der Glaube ist nichts anderes als ein reiner Lichtstrahl, der eine mit Nächstenliebe erfüllte Seele glänzen lässt.  Die Nächstenliebe ist der ewige Rettungsanker in allen Welten. Sie ist die reinste Vergegenwärtigung des Schöpfers selbst. Es ist seine eigene Tugend, die dem Menschen dargeboten wird. Wie kann man diese erhabene Güte verkennen? Welches grauenhafte Herz, das sich dessen bewusst ist, würde dieses vollkommene himmlische Gefühl ersticken und von sich ausstoßen? Welcher wäre der Sohn, der so verächtlich wäre, um gegen dieses zärtliche Gefühl der Nächstenliebe zu rebellieren?  Ich werde nicht über das, was ich tat, reden, da auch Geistwesen sich dafür schämen, ihre Werke zu erzählen. Ich glaube aber, dass ich schon eines angefangen habe, als ein Werk, das am meisten für die Tröstung von eueren Mitmenschen beitragen soll. Ich sehe oft die Geister darum bitten, mein Werk als ihre Mission fortzuführen. Ich sehe sie, meine guten lieben Schwestern, in ihren wohltätigen und himmlischen Aufgaben. Ich sehe sie die Tugend praktizieren, die ich euch empfehle, mit aller Freude, in einem Leben voller Entsagung und Aufopferung. Es ist für mich eine große Freude zu sehen, wie vornehm ihr Charakter wird, wie sehr ihre Mission geschätzt und beschützt wird. Gute Menschen, mit gutem und starkem Willen, vereint euch, um das Werk der Verkündigung der Nächstenliebe breitflächig weiter zu führen. In der Ausübung dieser Tugend selbst werdet ihr die Belohnung erfahren. Es gibt keine geistige Freude, die diese Belohnung nicht schon im irdischen Leben erfüllen wird. Seid vereint, liebet euch untereinander nach den christlichen Grundsätzen. So sei es!  (Hl. Vinzenz von Paul, Paris, 1858)   13. Ich heiße Nächstenliebe, Caritas. Die Nächstenliebe ist der Hauptweg, der zu Gott führt. Folgt der Nächstenliebe nach, denn dies ist das von euch allen zu erstrebende Ziel. 

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 Ich war heute in meinem üblichen Morgenspaziergang wieder unterwegs und komme mit unglücklichem Herzen, um euch etwas zu sagen.  Oh, meine Freunde, wie viel Elend, wie viele Tränen und wie viel habt ihr noch zu tun, um sie zu trocknen! Ohne Erfolg habe ich versucht, diese armen Mütter zu trösten, indem ich in ihre Ohren sagte: „Mut! Es gibt gütige Herzen, die sich um euch kümmern. Ihr werdet nicht im Stich gelassen. Habt Geduld! Gott existiert und ihr seid Seine geliebten Kinder, Seine Auserwählten.“ Sie schienen mich zu horchen und schauten in meine Richtung mit ihren großen verängstigten Augen hin. Ich las in ihren Gesichtern, dass der Körper ‐ dieser Tyrann des Geistes ‐ Hunger hatte. Und auch wenn meine Worte ihr Herz etwas beruhigt haben, konnten sie nicht den Magen befriedigen. Ich sagte erneut: „Mut! Mut!“ Und eine arme, noch sehr junge Mutter, die ein kleines Kind stillte, nahm es auf den Arm und hielt es in der Luft, als wenn sie mich darum bitten würde, dieses arme Wesen zu schützen, das ausreichende Nahrung in dieser leeren Brust nicht finden konnte.  Etwas weiter, meine Freunde, sah ich alte Menschen ohne Arbeit und daraus folgend ohne ein Zuhause, heimgesucht von aller Not und allen Leiden. Sie zögerten, für ihr Elend an das Mitleid der Menschen auf der Straße zu appellieren. Denn sie hatten nie gebettelt. Mit meinem Herzen voller Mitgefühl, machte ich mich zu Dienerin für diese armen Leute, da ich nichts Materielles besitze. Ich gehe dann überall hin, um die Wohltätigkeit anzuregen, um die gütigen und mitfühlenden Herzen zu guten Gedanken anzuspornen. Ich komme deswegen zu euch, meine Freunde, um es zu sagen: Es gibt unter euch Menschen in elendem Zustand, deren Korb ohne Brot, deren Herd ohne Feuer, deren Schlafplatz ohne Bettwäsche ist. Ich sage euch nicht, was ihr tun sollt. Ich überlasse euch die Initiative eueres guten Herzens. Wenn ich euch euer Verhalten diktieren würde, hättet ihr keinen Verdienst an euren guten Taten. Daher sage ich euch nur: Ich bringe den Geist der Nächstenliebe und strecke euch meine Hände zu Gunsten euerer leidenden Geschwister entgegen.  Aber, wenn ich um etwas bitte, so gebe ich auch viel und ich lade euch zu einem großen Fest ein und ich biete euch den Baum an, von dem ihr alle satt werden könnt! Seht, wie schön er ist, voller Blüten und Früchte! Geht, geht nur, sammelt und nehmt alle Früchte dieses schönen Baumes, der die Wohltätigkeit genannt wird. Und an die Stellen, wo die Äste abgerissen

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KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut

werden, werde ich all eure guten Taten binden, die ihr tun werdet und ich werde den Baum zu Gott bringen, damit Er den Baum wieder neu füllt, denn die Wohltätigkeit ist unerschöpflich. Folgt mir dann, meine Freunde, damit ich euch zu denen zählen kann, die unter dem Stern der Nächstenliebe sich befinden. Seid mutig! Denn die Nächstenliebe wird euch durch den Weg des Heils führen.  (Caritas, Märtyrerin in Rom, Lyon, 1861)  14. Es gibt verschiedene Formen, die Nächstenliebe auszuüben. Viele von euch verwechseln diese mit Almosen geben. Es gibt aber große Unterschiede zwischen beiden. Almosen, meine Freunde, sind oft notwendig, weil sie den Armen Erleichterung bringen. Sie sind aber fast immer eine demütigende Handlung, sowohl für denjenigen, der gibt, als auch für jemanden, der sie bekommt. Die Nächstenliebe verbindet im Gegenteil den Wohltäter mit dem Begünstigten und sie hat darüber hinaus unterschiedliche Gesichter! Die Nächstenliebe kann sogar zwischen Angehörigen und Freunden ausgeübt werden, indem wir uns gegenseitig nachsichtig sind, indem wir uns untereinander unsere eigenen Schwächen vergeben, indem wir darauf achten, die Eigenliebe von anderen nicht zu verletzen. Und ihr Spiritisten könnt die Nächstenliebe in euerer Art zu handeln an denjenigen ausüben, die nicht wie ihr denken. Ihr könnt das auch tun, indem ihr den weniger aufgeklärten Menschen zum Glauben verhelft, ohne sie zu schockieren oder sie aufgrund ihrer Überzeugungen zu beleidigen. Ihr sollt sie liebevoll zu den Treffen einladen, wo sie selbst uns hören können und wo wir die Lücke in ihren Herzen finden werden, in die wir eindringen können. Das ist eine Art von Nächstenliebe.  So hört jetzt, was es bedeutet, Nächstenliebe an den Armen, den Enterbten dieser Welt zu üben, die aber von Gott belohnt werden, wenn sie ihr Elend ohne Murren akzeptieren ‐ das hängt ganz von euch selbst ab. Ich werde mich durch ein Beispiel verständlich machen.  Ich sehe oftmals in der Woche eine Versammlung von Damen jeden Alters. Ihr wisst, dass für uns sie alle Geschwister sind. Was tun sie? Sie arbeiten schnell, sehr schnell bewegen sie ihre Hände. Seht ihr auch, wie ihre Gesichter strahlen und ihre Herzen im Gleichklang schlagen? Was ist aber ihr Ziel? Diese Frauen sehen den Winter kommen, der sehr streng für die armen Familien sein wird. Ähnlich wie Ameisen, konnten diese Frauen

ihr leidenden Frauen! Gott hat schon andere Frauen inspiriert. 1861)   15. ihre Kinder würden in diesem Winter Kälte und Hunger erleiden! Aber habt Geduld.KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. die im Himmel umläuft. sichern wir für diese pflichtbewussten Arbeiterinnen eine gute Kundschaft. mit den in solchen Leidensperioden euch üblichen Worten: „Gott ist ungerecht!“. Und die Männer. klingenden Münzen bezahlt wird. Ihr vergebt ihnen nichts und ihr erhebt euch zu extrem strengen Richtern. die nicht derart mittellos sind wie ihr.“ Und jeden Tag sehe ich euren Mangel an Nachsicht mit eueren Mitmenschen. jeden Tag höre ich euch untereinander sagen: „Ich bin arm.   Und da alle diese Arbeiterinnen Ermutigung benötigen. Diese treffen sich und nähen Kleider. aber tut dies mit Erhabenheit.  (Caritas. die in gesegneten. da im Herzen der Unglücklichen der Hass sehr eng von der Liebe begleitet wird. bieten von ihrer Seite an.    . Denn sie haben ja für euch so gearbeitet und eure Unzufriedenheit wird sich in Segen verwandeln. die ihr nicht mehr als durch die Nachsicht diese Nächstenliebe ausüben könnt. was mit ihnen geschieht. ob ihr es selbst gut fändet. was die rechte tut      211 nicht während des Sommers den notwendigen Vorrat sammeln und der größte Teil ihres Hab und Gutes ist verpfändet. Und wir. euch auch antun würden. wenn sie das. um die Hingabe von allen und von jedem Einzelnen zu belohnen. Und in Bezug auf die materielle Nächstenliebe möchte ich euch eine Geschichte aus der anderen Welt erzählen. wenn der Schnee die Erde bedeckt und ihr euch beschwert. Die armen Mütter weinen und sind beunruhigt bei dem Gedanken. die auch ein Teil dieser Gesellschaft bilden. Das ist die einzige Münze. sehe ich von allen Seiten die Kundgaben der guten Geister an sie heran kommen. Meine lieben Freunde. da werdet ihr das Kind einer dieser fleißigen Arbeiterinnen sehen. ihnen Texte vorzulesen. dass es ihnen an dieser Münze nicht mangeln wird. die sich als Wohltäterinnen der Armen verdient gemacht haben. an einem solchen Tag. Außerdem versichern wir hierzu ohne Risiko. Und später. ohne euch zu fragen. ich kann keine Nächstenliebe ausüben. Übt Nachsicht. Lyon. tut zumindest das. die denen so angenehm sind. Ist die Nachsicht nicht auch Nächstenliebe? Ihr.

Gott sagte dann zu dem Reichen: „Du hast viel gegeben. Und das Wertvollste dabei ist. Und du gabst. Wenn ihr eigenes Kind deswegen mit etwas weniger Stickerei auskommen muss. du hast Entschuldigungen für all seine Taten gefunden. das ich mit jemandem teilen konnte. sagte der Erste. mein Freund. bedeutet. Gott hatte gesagt: „Solange diese beiden Männer leben. in dem Weinberg des Herrn zu dienen.212 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. kaufe oder dass sie mit ihren zarten Händen. ein paar Stunden dieser Zeit den Armen widmen? Dass sie mit dem Überschuss ihrer glücklichen Ausgaben. wird das Kind des Armen andererseits etwas mehr Wärme bekommen. hast aber Nächstenliebe ausgeübt. . die auf der Waage sind. dass du die Nächstenliebe in natürlicher Weise getan hast. ich war immer arm! Ich hatte fast nichts. werfet alle ihre guten Taten in einen Sack für jeden. Im Gegenteil. warme Kleidung für die Unglücklichen.“ Und dennoch. dass von deinen Almosen etwas anerkannt wird. Kann nicht die reiche und glückliche Frau. Lyon. die er enthielt. was die rechte tut Zwei Männer waren gerade gestorben. dicke warme Wäsche schneidere und somit einer armen Mutter helfe. 1861)   16. Du warst nachsichtig und hast deinen Nächsten nicht verurteilt. aber du tatest es zur Zurschaustellung und weil du deinen Namen in allen Tempeln des Stolzes sehen wolltest. die Kälte erleiden. Komm zu meiner linken Seite und sei froh. Komm zu meiner Rechten und empfange deine Belohnung. nach ihrem Ableben werden beide Säcke jeweils gewogen. aber hast nichts entbehren müssen. befahl Gott. Der andere war so klein und dünn. welche Überraschung auf der Waage! Der volle Sack wog wenig und der kleine Sack war derart schwer. dass man die wenigen Münzen zählen konnte. aber jede dieser Münzen. Ich war reich und habe viel gegeben. Einer war voll und ausgedehnt.“ Der andere sagt: „Das ist meiner. bedeutete eine Entbehrung für dich. dass der Teller der Waage weiter herunter fiel als der andere.“  (Ein Schutzgeist. ohne dich zu fragen. er hatte großes Volumen und enthielt viele Münzen in sich. Ach.“ Zu dem Armen sagt Er: „Du hast wenig gegeben. ich erkenne ihn.“ Als ihre letzten Augenblicke des Lebens gekommen waren. „Das ist meiner. Für die Armen zu arbeiten. die beiden Säcke zu bringen. ob das dir anerkannt werde oder nicht. das ist wahr. ihr erwartetes Kind einzukleiden. Du hast keine Almosen gespendet. die ihre Zeit nicht für die Hausarbeit zu verwenden braucht.

Dort werdet ihr das Hundertfache dessen ernten. Du verkaufst dieses Ergebnis deiner Nachtarbeit und bist dann in der Lage. die den Glücklichen sehr gefallen. die noch nicht einmal das Notwendigste besitzen. Ungeachtet dessen. um einzig und allein die Altäre zu schmücken oder um die Aufmerksamkeit für eure Geduld und Geschicklichkeit auf euch zu ziehen. Für sie zu arbeiten. die produzieren könnt. Denn ihr würdet euch selbst auf der anderen Seite freuen.  Und ihr Frauen. bietest aber dafür demjenigen Schuhe an. und gesegnet wird eure Arbeit sein. arbeitet auch in Seinem Werk. Du wirst vielleicht einige Schleifen weniger haben. weniger Ruhm zu erlangen. ihr könntet weiterhin dem Bedarf an Lektüre in deren Freizeit nachkommen und dabei den Ertrag einiger euerer Werke für die Linderung des Leidens von den Unglücklichen spenden. gebt. die sagt: „Den Vögeln am Himmel gibt Gott die Nahrung. geben möchtest. damit die Ergebnisse euerer Werke der Hilfe euerer Brüder im Gottes Namen dienen. Gebt euer Genie. an. bedeutet Gott zu preisen. Du bietest ein paar Stunden deines Tages. die aber voller Liebe zu deinen Mitmenschen etwas von dem Wenigen. wenn andere etwas mit euch teilen würden.  Und ihr alle. Denkt daran. Denn die Armen sind Seine geliebten Kinder. meine Töchter. Seid für sie die Vorsehung. Was auch immer Gott euch gegeben hat.KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. ihr werdet immer etwas haben. das.“ So mögen das Gold und das Silber durch eure Hände zu Kleidung und Nahrung für die Bedürftigen umgewandelt werden.  Jeder von euch kann etwas geben. was die rechte tut      213  Und du. Bildhauer und Künstler jeder Art. von deiner Zeit. Möge aber eure Arbeit nicht nur getan werden. ihr solltet einen Teil davon denjenigen geben. was dein einziger Schatz ist. deinen Mitmenschen deinen Anteil zur Linderung ihrer Not anzubieten. die ihr Gott ergeben seid. eure Inspirationen und gebt eure Herzen und Gott wird euch segnen. der barfuss läuft. dass geteilt werden kann. möge eure Intelligenz auch im Dienst euerer Mitmenschen genutzt werden! Fürchtet euch nicht. Poeten und Schriftsteller. Arbeitet.  . Eure Schätze im Himmel werden aber größer sein. Maler. die nur gelesen werden von den oberen Gesellschaftsschichten. andere werden deswegen weniger leiden müssen. die keinen Überschuss besitzt. Du machst diese eleganten Handarbeiten. welcher Klasse ihr auch angehört. das du hast. Eure Schätze auf der Erde werden etwas weniger werden. Tut das. arme Arbeiterin.

das euch. Das Mitleid ist die Tugend. Deswegen verdrängt nie dieses himmlische Gefühl in euerem Herzen! Handelt nicht wie die verhärteten Egoisten. Liebe. die der himmlische Messias in seinem ganzen Leben ausgeübt und in seiner derart göttlichen und dergestalt erhabenen Lehre gelehrt hat. was die rechte tut was ihr auf dieser Welt an Wohltaten gesät habt. welche glücklichen Gefühle werdet ihr erfahren! Und auch wenn dieses Gefühl einen bitteren Geschmack hat. Diese Liebe bedeutet Hingabe. Ein Vergessen. so wird sie Glückseligkeit auf die Erde bringen. bewegt euch. welche die Seele mit Freude erfüllt. die euch den Engeln am meisten nähert. hat es jedoch nicht die Bitterkeit des weltlichen Genusses und es hinterlässt auch nicht die schmerzlichen Enttäuschungen der Leere. die diese weltlichen Genüsse oft hinterlassen. die das Vergessen unserer selbst ist. Es ist der Bruder der Nächstenliebe.214 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen.   Mitleid mit jemandem haben bedeutet. angesichts der Leiden euerer Brüder. ihnen zur Hilfe eure mildtätigen Hände auszustrecken und löst Tränen der Betroffenheit bei euch aus. das euch zum Fortschritt bringen kann. die Tugend aller Tugenden darstellt: Jene Tugend. indem es eueren Egoismus und eueren Stolz zähmt und das eure Seele zur Demut. Bordeaux. der Friede und die Liebe herrschen werden. bis in euer Innerstes berührt. die sich von den Leidenden fern halten. Ach. Hütet euch davor. die euch zu Gott führt. lasst euer Herz von dem Elend und dem Leiden eueres Nächsten anrühren! Eure Tränen sind wie Balsam. zur Wohltätigkeit und zur Nächstenliebe bewegt. falls aufrichtig gefühlt.  (Jean. die ihr auf seine Wunden legt. indem das Verständnis. weil es neben dem Unglück geboren wurde. das ist das Mitleid! Solches Gefühl des Mitleides. gleichgültig zu . Es beinhaltet im Gegenteil eine durchdringende Sanftheit.  Und das förderlichste Gefühl. weil der Anblick ihrer Not für einen Augenblick ihre glückliche Existenz stören würde.   Wenn diese Lehre in ihrer ursprünglichen Reinheit wieder hergestellt wird und alle Völker sie annehmen. wenn zu einer Opferbereitschaft zu Gunsten der Unglücklichen wird. das. 1861)    DAS MITLEID  17. und wenn ihr durch eure gütige Zuneigung ihm Hoffnung und Ergebenheit geben könnt.

würdet ihr euch daran erinnern. die Unruhe und das Ärgernis zu verursachen. vor denen sich die Egoisten fürchten. Was für eine himmlische Nächstenliebe. dass es Waisen gibt.KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. Hoch ist jedoch die Belohnung. deren Bruder das Mitleid ist. Ohne Zweifel erfährt die Seele in Berührung mit dem Unglück des anderen.  Das Mitleid ist weit entfernt davon. das in seiner Tiefe den stinkenden Schmutz. aber nicht auf diese Art von Mildtätigkeit. Deshalb ist jede leidende Person eure Schwester und euer Bruder. welche die Hand verbrennt. dieser Stütze. zu ihrer Seele zu sprechen. wenn ihr stattdessen nützlich sein könnt. In diesem Fall. Bordeaux. 1862)   DIE WAISEN  18. um euch zu ermutigen. besonders als Kind. Denn er fühlt sich von dem freundlichen Händedruck ergriffen und seine Augen. die Fäulnis und die Verdorbenheit verbirgt. Und er hat den Anspruch auf eure Nächstenliebe. von Tränen überströmt aus Emotion und Dankbarkeit. liebet die Waisen! Wenn ihr wüsstet. Wer seine Hand einem verlassenen Kinde entgegenstreckt. Diese Erste aller Tugenden. weil er zeigt. einem so kleinen Wesen beizustehen und es vor Hunger und Kälte zu bewahren! Welch himmlische Nächstenliebe. allein und verlassen zu sein! Gott erlaubt. dass das Kind. wie traurig es ist. was die rechte tut      215 bleiben. Möge auch das Mitleid schwermütig sein. die das Herz bedrückt und auch nicht auf die Art von Almosen. ist sie indes der himmlische Vorreiter der Nächstenliebe. meine Freunde. die sie bekommt. dass er Seine Gesetze versteht und praktiziert. Denn die mit dem Preis einer selbst verschuldeten Gleichgültigkeit gekaufte Ruhe wird die Ruhe eines toten Meeres sein. dem ihr heute helft. euch in einem früheren Leben oftmals sehr nahe stand. wenn sie in ihr eigenes Inneres schaut. wäre dies keine tatsächliche Nächstenliebe mehr. zu bedanken. um sich bei der Sendung dieses Trostes.  (Michel. ist nun Gott angenehm. damit sie nicht in die Sucht fallen möge. Denn eure Gaben . das deren Wohltaten vorbereitet und sie edler macht. wenden sich euch liebevoll zu. Denkt daran. wenn ihr den Mut und die Hoffnung einem unglücklichen Bruder wiedergebt. eine natürliche tiefe Erschütterung. bevor er dann seinen Blick zum Himmel richtet. die ihr ganzes Wesen erzittern lässt und sie bitterlich trifft. Meine Brüder. sondern eine Pflichterfüllung. als Eltern zu dienen.

die Gutes getan haben und Undankbarkeit dafür erlitten haben und nun nicht mehr Gutes tun wollen. die der Berührung einer schmerzenden Wunde gleichkommt. wenn derjenige. Denn das Gute nur zu tun.216 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. Gott erlaubt oftmals. bedeutet nicht selbstlos zu sein. um Zeichen der Anerkennung zu bekommen. nicht später gute Früchte bringen wird? Im Gegenteil. dass. wenn aber der . Wer auf der Erde die Belohnung für das getane Gute sucht. nach Gottes Willen zu handeln. die ihnen Dankbarkeit zu Füßen legen. was die rechte tut sind oftmals sehr bitter! Wie oft wären sie nicht abgelenkt. Gott es mehr anerkennen wird. dass diese sich nicht bei einem bedanken werden. um eure Beharrlichkeit im guten Handeln zu prüfen. die einzige Form. Andererseits ist das Gute ohne eigenes Interesse zu tun. diese Tat vergisst. Sie können auf der Erde in Vergessenheit geraten.  (Ein vertrauter Geist. auch wenn man von vornherein weiß. Die Wohltaten besänftigen die verhärteten Herzen.   Es ist notwendig. dass das ein Same ist. Vermeidet aber diese Beschützeratmosphäre. Paris. dass ihr mit Undankbarkeit bezahlt werdet. Gott wird es jedoch denjenigen lohnen. Es ist außerdem auch ein Zeichen von Stolz. die jene Belohnung nicht auf Erden erstreben. Was sollen wir von den Menschen denken. die momentan vergessen wird. wenn sie sich damit vergnügen. Seid euch bewusst. dem ihr helft. als wenn der Betroffene durch seine Dankbarkeit euch Anerkennung gegeben hätte. andere demütig kommen zu sehen. der wird im Himmel diese nicht bekommen. ihr arbeitet für euch selbst und seht nicht eueren Nächsten. um undankbaren Menschen nicht mehr zu begegnen?  Diese Personen haben mehr Egoismus in sich als Nächstenliebe. 1860)  WOHLTATEN. ihr sowohl für euch selbst arbeitet als auch für die eueren. Ihr seht unglücklicherweise nichts als die Gegenwart. seid euch sicher.  Könnt ihr außerdem wissen. wenn nicht die Krankheit und die Not in den Baracken auf sie warten würden! Gebt mit Sanftmut und legt noch der materiellen Spende die wertvollste von allen bei: ein gutes Wort. ob diese Wohltat. DIE MIT UNDANKBARKEIT BEZAHLT WERDEN  19. ein Streicheln. wenn ihr etwas Gutes tut. ein freundliches Lächeln. Denkt deswegen daran. dass. den Schwachen zu helfen. der mit der Zeit keimen wird.

  (Ein Mentor. wenn er einen Unglücklichen fortschicken würde. meine Freunde. dann würdet ihr die Güte und die Weisheit des Schöpfers viel mehr bewundern. erinnern und diese Erinnerung wird seine eigene Bestrafung sein. in einer neuen Existenz seine Schuld zu bezahlen. Würde ein Christ das Evangelium Christi befolgen. dass ihr. was die rechte tut      217 Geist sich vom Körper befreit. Ist die Wohltätigkeit gut verstanden. Denn gerade die Gesinnung von Sekten und Parteien soll abgeschafft werden. zu seiner moralischen Entwicklung beigetragen habt und ihr werdet nun die Wahrheit dieser Lehre erkennen: Eine Wohltat ist niemals umsonst. Dann wird er seine Undankbarkeit bereuen und seine Fehler zu korrigieren wünschen. da alle Menschen Geschwister sind. Er wird oftmals bestrebt sein. ohne euch durch Enttäuschungen entmutigen zu lassen. welche diese auch immer sein mögen. weil er einen anderen Glauben besitzt? Er soll ihm ebenfalls helfen. was er bekommen hat. möglicherweise durch ein Leben voller Hingabe an seinen Wohltäter. wenn sie ausschließlich in einem Kreis von Personen derselben Meinung. Außerdem habt ihr auch für euch gearbeitet. ohne die Überzeugung des Bedürftigen zu missachten. auch wenn dieser ein Feind der Religion ist. wenn er ihnen helfen will. weil ihr somit den Verdienst habt. 1862)    DIE EXKLUSIVE WOHLTAT  20. etwas Gutes getan zu haben ohne eigenes Interesse. Denn Er gewährt euch die Wiedergeburt. nach dessen Lehre wir den Feind lieben sollen. Sens. Daraus folgt.  . wird er sich an das. um zu Ihm zu gelangen. wenn ihr von allen Bindungen wüsstet. Der wahre Christ sieht in allen Mitmenschen seine Geschwister und er fragt nicht vorher nach dem Glauben oder der Meinung des Bedürftigen.  Ach. desselben Glaubens und derselben Partei praktiziert wird?  Nein. ohne es zu wissen.KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. die euch in dieser Existenz mit eueren anderen früheren Existenzen verbinden! Wenn ihr die Vielfalt der Verbindungen zwischen den Menschen für ihren gegenseitigen Fortschritt überblicken könntet.

 Paris 1860)    . diese Religion vielleicht lieben zu lernen.  (Hl.218 KAPITEL  XIII ‐ Lass deine linke Hand nicht wissen. Würde man ihn ihretwegen wegstoßen. der es ihm ermöglicht. was die rechte tut Dies wäre ja auch ein Weg. würde der Bedürftige diese Religion hassen. Ludwig.

was die Liebe unseren Nächsten gegenüber von uns fordert. du sollst nicht stehlen. dass außer Liebe noch Respekt. 12] DIE EHRFURCHT VOR SEINEN ELTERN  3. die Verpflichtung ihnen gegenüber noch gewissenhafter zu erfüllen. auf daß du lange lebest in dem Lande. Lukas XVIII. das dir der Herr. 20. welche die Stelle von Vater und Mutter einnehmen. ehre Vater und Mutter. Matthäus XIX. du sollst nicht ehebrechen. die denken. deren Verdienst umso größer ist. während sie selbst auf nichts .«  (Markus X. du sollst niemanden berauben. was unbedingt notwendig ist. Denn wir können nicht den Nächsten lieben ohne unsere Eltern zu lieben. sie tun viel. du sollst nicht falsch Zeugnis reden.  Vater und Mutter ehren heißt nicht nur. wie sie es mit uns in unserer Kindheit getan haben.  [2. um die Eltern nicht am Hunger sterben zu lassen. Das beinhaltet. Es bedeutet eine zusätzliche Verpflichtung seinen Eltern gegenüber: die Ehrfurcht vor ihnen. Das Gebot: „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ ist eine Folge des Gesetzes der Nächstenliebe. Buch Mose (Exodus) XX. indem sie das geben. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Gott wollte damit zeigen. die mittellos sind. 19) 2.  Besonders den Eltern. Das Wort „ehre“ impliziert auch ein Pflichtgebot. je weniger sie ihre Zuwendung nur aus Pflichtgefühl gegeben haben. sondern auch in der Not für sie da zu sein. ihnen ein Alter in Ruhe zu ermöglichen. dein Gott. Von Gott werden alle Verletzungen dieses Gebotes immer sehr konsequent gerichtet. Dieses Pflichtbewusstsein sollte selbstverständlich gegenüber denjenigen gelten. Ist dieses Gebot von denjenigen erfüllt. als all das. Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten. sie zu respektieren. geben wird.KAPITEL  XIV ‐  EHRE DEINEN VATER UND DEINE MUTTER Die Ehrfurcht vor seinen Eltern ‐ Wer ist meine Mutter und wer sind meine Geschwister? ‐ Blutsverwandtschaft und geistige Verwandtschaft Unterweisungen der Geistigen Welt: Die Undankbarkeit der Kinder den Eltern gegenüber und die familiären Bindungen 1. ihnen mit Fürsorge zur Seite zu stehen. Fürsorge. Gehorsam und Nachsichtigkeit eingebracht werden müssen. 19. sollte man wahrhafte Ehrfurcht entgegenbringen.

Im ersten Fall mag es nur . denn er wird für die Undankbarkeit und für das Verlassen die Bestrafung erhalten. was sie durchmachte. an zärtlicher Sorge. die Beleidigungen zu vergessen und zu vergeben. was Kinder ihren armen Eltern schulden. an kleinen Freuden. als die Kinder krank waren. seinesgleichen nicht zu verfluchen. Wer weiß. ob sie solche Eltern nicht verdient haben? Wenn die Nächstenliebe ein Gesetz daraus macht. an Liebenswürdigkeiten. Aber die Bestrafung steht nur Gott zu und nicht den Kindern. aber mit Sicherheit in einer anderen Existenz. Sie können nicht die Eltern deswegen verurteilen. das Jesus bezüglich des Nächsten aussprach und daran erinnerte. während sie sich selbst die besten Zimmer mit allem Komfort reservieren? Man kann nur froh sein. Das ist nur ein kleiner Anteil von dem. wenn sie dieses nicht widerwillig tun und die Eltern für den Rest ihres Lebens mit der Last der Hausarbeit dafür bezahlen lassen! Sollen die alternden und schwachen Eltern die Bediensteten ihrer jungen und starken Kinder sein? Hat die Mutter etwas für ihre Milch verlangt.  Unglücklich wird dann derjenige sein. der seine Verpflichtung gegenüber anderen vergisst. die oft sehr harte Entbehrungen auf sich genommen haben. alles. Es sind diejenigen. und sogar den Feind zu lieben. manchmal schon in dem gegenwärtigen Leben. die ihre Pflichten vernachlässigen und für die Kinder keine wirklichen Eltern sind. in der er das erleiden wird. wie viel größer ist dann diese Verpflichtung den Eltern gegenüber! Die Kinder müssen deswegen gegenüber den Eltern dasselbe Gebot beachten. um sie nicht auf der Straße sitzen zu lassen. Nur das ist die wahre von Gott akzeptierte Ehrfurcht der Kinder vor ihren Eltern. was die anderen seinetwegen erlitten haben. Wehe dem Undankbaren. Sie mögen ihnen auch so viel geben. die in seiner Schwäche für ihn gesorgt haben. als jene in der Wiege lagen? Hat sie die Nächte gezählt. dass all das verwerfliche Verhalten den Fremden gegenüber noch verwerflicher gegenüber nahen Verwandten ist. die sie nicht schlief. das Schlechte mit dem Guten zu vergelten.  Gewiss gibt es Eltern. wie sie ihnen geben können. um sie gut zu versorgen? Nein. die Bezahlung einer heiligen Verpflichtung.220 KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter verzichten? Indem sie ihnen das schlechteste Zimmer des Hauses geben. die ihm mit dem materiellen Leben auch das moralische Leben gegeben haben. um das Wohlergehen der Kinder zu sichern. was sie bekommen haben. Es ist nicht nur das Notwendigste. Seine tiefsten Gefühle werden verletzt werden. Nachsicht mit der Unvollkommenheit des anderen zu haben.

Nichts ersehnten sie mehr und Gott sagte. das ihnen Gott geben würde. Das bedeutete. Sie befanden sich damals in der Wüste. das Land. was den Sinn verfälscht. weil hier zu dem Mangel an Nächstenliebe noch die Undankbarkeit gegenüber den Eltern hinzukommt. dass sie dort für lange Zeit leben würden. im zweiten Fall kann es jedoch zu einer Straftat werden. was sie sehen würden. Jesus weihte sie in das spirituelle Leben ein. Sie hatten das zukünftige Leben noch nicht verstanden.   4. Die Zeit war gekommen.  Bei der Ankunft Jesu waren ihre Ideen aber schon weiter entwickelt... Das Land. war das Gelobte Land. Das war der Grund. von dem sie träumten. auf daß du lange lebest in dem Lande. (siehe Kap. die sie verstehen konnten und ihnen etwas zeigte. dein Gott.103 Um diese Worte zu verstehen. solange sie Seine Gebote befolgen. warum Gott mit ihnen in einer Sprache redete. geben wird. in die Zeit.“ Denn dort und nicht auf der Erde werdet ihr für eure guten Taten belohnt. dass. (Anmerkung des Herausgebers) . als durch das Unsichtbare. müssen wir uns in die Lage und in die Ideen der Hebräer zurückversetzen. als er sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn er sie dann an die Notwendigkeit der Beachtung des Gebotes „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ erinnert. ihnen dieses Land gehören würde. Ihre Sicht ging nicht über die Grenzen des physischen Lebens hinaus. sondern den Himmel. die in der modernen Fassung der Zehn Gebote abgeschafft wurden. Mit diesen Worten wird das materielle Gelobte Land in eine himmlische Heimat verwandelt. ihnen eine feinere Kost zu geben. 46. versicherte er nun ihnen nicht mehr die Erde. Gott sagte: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. geben wird“. in der sie ausgesprochen wurden.) dein Gott. Demnach mussten sie eher erreichbar sein durch das. II und III)  103  Siehe S. das dir der Herr. “ Aber warum verheißt Gott das irdische Leben als Belohnung und nicht das himmlische Leben? Die Erklärung findet sich in den Worten: „das dir (.KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter      221 ein Fehler sein. das sie ‐ ähnlich wie bei Kindern ‐ glücklich machen konnte.

. wenn manche seiner Aussagen den Prinzipien seiner Lehre zu widersprechen scheinen. Eine unabweisbare Tatsache ist es aber. als ob sie bis zu einem gewissen Grad die Vorbehalte seiner Feinde geteilt hätten. da ja keiner von ihnen sein Jünger geworden ist. XII. III. Er würde also auf der einen Seite nicht das zerstören. dass Jesus soviel Gleichgültigkeit seinen Verwandten gegenüber zeigt und gewissermaßen sogar seine Mutter verleugnet. indem sie sagten. 20 ‐ 21.) Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen. deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Das Verhalten von Jesus war für sie seltsam und sie waren von seiner Lehre nicht berührt. Und da kam abermals das Volk zusammen. Daraus können wir in sicherer Konsequenz annehmen. Die Nichtgläubigen haben es nicht versäumt. weil sie mit Jesu Güte und seinem stetigen Wohlwollen gegenüber allen Menschen im Widerspruch zu stehen scheinen. oder sie stammen erst überhaupt nicht von ihm. Bestimmte Worte klingen aus dem Munde von Jesus ungewöhnlich. dass. Und sie sprachen zu ihm: Siehe. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die. so daß sie nicht einmal essen konnten. schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und als es die Seinen hörten. dass Jesus sich widersprochen hat.. und sprach: Siehe. Als Geister niederen Niveaus hatten sie seine Aufgabe nicht verstanden. machten sie sich auf und wollten ihn festhalten. das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut. Seine Brüder betreffend. Matthäus. 31‐35. Und er ging in ein Haus. diese Worte entweder schlecht überliefert oder falsch verstanden wurden. ist bekannt. denn sie sprachen: Er ist von Sinnen. dass sie ihm nie Sympathie entgegengebracht haben. 46 ‐ 50)  6. der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.222 KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter WER IST MEINE MUTTER UND WER SIND MEINE GESCHWISTER? 5. was er auf der anderen Seite aufbaute.  (. Und das Volk saß um ihn. davon zu profitieren. Es hat sogar den Anschein. Jesus wurde von seinen Brüdern gewiss mehr als ein Fremder denn ein Bruder .  (Markus. dass die elementare Basis und der Eckpfeiler seiner Lehre das Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe sind. Man ist zu Recht erstaunt mit anzusehen.   7. die um ihn im Kreise saßen.

Es ist aber notwendig zu verstehen. Ferner würde die Annahme. Der Mutterinstinkt war ihr dominantes Gefühl. Er wusste die Ankunft seiner Familie zu nutzen.  Jesus hat keine Möglichkeit zu lehren ausgelassen. weil nirgends darüber berichtet wird. seine intellektuelle und moralische Entwicklung zu fördern.  Die Geister.“104  Bezogen auf seine Mutter würde keiner ihre Liebe zu ihrem Sohn anzweifeln. dass diese Geister sich gegenseitig völlig fremd sind oder dass sie ebenfalls in früheren Leben eine Abneigung gegeneinander empfanden. gerade als nahe Verwandte. Johannes schrieb entsprechend: „Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. durch frühere Leben verbundene Geister. während und 104  Johannes VII. dass sie seiner Lehre gefolgt wäre oder dass sie Zeugnis von seiner Lehre gegeben hätte. Sie zeigen sich während des irdischen Lebens einander zugeneigt. sondern die der Zuneigung und der Verbindung in den Gedanken.    BLUTSVERWANDTSCHAFT UND GEISTIGE VERWANDTSCHAFT  8. Der Körper wird vom Körper erschaffen. Es ist aber auch möglich. dass auch sie die Ausmaße seiner Mission nicht überblicken konnte. der Geist entsteht jedoch nicht vom Geist. weil er schon vor der Schöpfung des Körpers existiert. die fast immer in einer sinnbildlichen Form geäußert wurden. Die Blutsverwandtschaft ermöglicht nicht zwangsweise die geistige Verbindung. dass man seinen Charakter vollkommen verkennt. Er soll dennoch dazu beitragen. 5.“ Man muss in dem Fall deswegen nach einer anderen Bedeutung für seine Worte suchen. der sagte: „Ehre deinen Vater und deine Mutter.KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter      223 aufgenommen. bedeuten. Jesus hätte seine Mutter abgelehnt. Der Vater zeugt nicht den Geist des Sohnes ‐ er zeugt nur seine menschliche Körperhülle. Diese verbinden die Geister vor. um den Unterschied zwischen Blutsverwandtschaft und geistiger Verwandtschaft deutlich zu machen. die sie auf der Erde eben zu Antagonisten macht. sind oftmals einander sympathische. wie Johannes der Täufer es tat.  . weil solch ein Gedanke nicht von jemandem stammen würde. um ihm Fortschritte zu ermöglichen. Die wahren Bindungen der Familie sind also nicht die des Blutes. Das dient ihnen als Prüfung. welche in ein und dieselbe Familie inkarnieren.

wohl wissend um ihre Gefühle ihm gegenüber. als wenn sie Blutsverwandte wären. IV. nach dessen Erzählung sie den Vorschlag machten. Das versuchte Jesus verständlich zu machen. während zwei Blutsbrüder sich gegenseitig zurückstoßen. dass er aus dem geistigen Gesichtspunkt von seinen Jüngern sprach: „das sind meine Brüder. das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut. die nur durch die Pluralität der Existenzen aus spiritistischer Sicht gelöst werden kann. sie verstärken sich durch ihre Reinheit und verewigen sich in der Geistigen Welt durch die verschiedenen Seelenwanderungen. indem er zu seinen Jüngern sagte: „Siehe. 13. dass sie kommen. Jesus festzuhalten. Die Ersten sind dauerhaft. Das bedeutet jedoch nicht. Sein Verhalten unter anderen Umständen hat zur Genüge das Gegenteil bewiesen. Die Zweiten sind schwach. seine Mutter im materiellen Sinne. 78)  Es gibt also zwei Arten von Familien: Die Familien mit spiritueller Bindung und solche. Nachdem er benachrichtigt wurde. war es verständlich. sich suchen und Freundschaft schließen. wie wir es jeden Tag erleben können. unter dem Vorwand. Sie können sich voneinander angezogen fühlen. (Anmerkung des Übersetzers)  .224 KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter nach der Inkarnation. so wie die Materie selbst. Abs. dass zwei Wesen von verschiedenen Eltern mehr geistige Geschwister sein könnten. lösen sich mit der Zeit auf und zerfallen moralisch oft schon in der jetzigen Existenz. S. dass er den Verstand verloren hätte.    105  Im Original französisch « Voilà mes véritables frères » zu Deutsch „das sind meine wahren Brüder“. (siehe Kap. verwendet Jesus die Lehre im allgemeinen Sinne. die durch die Blutsverwandtschaft miteinander verbunden sind.“  Die Abneigung seiner Brüder ist im Evangelium von Markus deutlich zu erkennen. So können wir feststellen. bedeute ihm im geistigen Sinne nichts oder dass er für sie nichts als Gleichgültigkeit empfunden hätte. Es ist dann eine moralische Problematik.“105 Und obwohl seine Mutter dabei war. dass er damit sagen wollte. der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

die weiter entwickelt sind als die anderen. ohne Vergebung oder mit Hass im Herzen. die vielleicht ihren Wohlstand. zu beleben. Aber die Undankbarkeit der Kinder den Eltern gegenüber ist von einem noch abscheulicheren Charakter. in der sich der Hass entwickelt hat. Hier wie überall wirft der Spiritismus Licht auf ein Problem des menschlichen Herzens. Wie wird nun das . die zu seiner Natur passen. Einige sind mit sehr viel Hass und unbefriedigten Rachewünschen gegangen. dass der Weg zu Gott nur über einen Weg führt. die oberen Befehle zu erfüllen. aber überwiegend gegen die Vorstellung. Wenn der gute Entschluss aber die Oberhand gewinnt. den der Nächstenliebe. kämpfen mit gegensätzlichen Gefühlen. Sie rebellieren gegen die Idee der Vergebung und des Selbstverzichtes. ihre Ehre oder ihre Familie zerstört haben.  Endlich. Unter diesem Standpunkt. deren Ursachen und Folgen zu analysieren. einen Teil der Wahrheit zu durchschauen. einen Körper in jener Familie.  Wenn der Geist die Erde verlässt. Sie erkennen die verhängnisvolle Wirkung ihrer Leidenschaften und treffen dann eine gute Entscheidung. Sie lernen. mittels größter Anstrengung. die sie auf der Erde gehasst haben. ist es erlaubt. nimmt er die Tugenden oder die Leidenschaften mit sich. bereitet sich der Geist vor. den wir besonders betrachten werden. Aber einigen von ihnen. nach einigen Jahren der Meditation und des Gebetes. Er bittet die Geister. Es gibt aber keine Nächstenliebe ohne das Vergessen der Beleidigungen und der Beschimpfungen. Sie rebelliert immer gegen die ehrlichen Herzen. bis er selbst das Licht sehen möchte. haben Bedenken. Sie zögern. geht es uns darum. damit er das Schicksal dieses zu bildenden Körpers erfüllt. die am unmittelbarsten aus dem Egoismus gedeiht. diejenigen zu lieben. die beauftragt sind.  Dann.KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter      225 UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE UNDANKBARKEIT DER KINDER DEN ELTERN GEGENÜBER UND DIE FAMILIÄREN BINDUNGEN  9. Die Undankbarkeit ist eine der Früchte. Allerdings wird bei diesem Anblick ihre Abneigung wieder erweckt. können diese Geister diejenigen erblicken. beten sie zu Gott und bitten die guten Geister um Kraft für die entscheidenden Momente der Prüfung. Dennoch ist das Herz dieser Unglücklichen erschüttert. entweder um sich zu entwickeln oder zu stagnieren. um eine Genehmigung für die Rückkehr auf die Erde.

Dann. Je nachdem. kommt die in ihm inkarnierte Seele aus der Geistigen Welt. die man an gewissen Kindern beobachtet und die durch keinerlei früheres Verhalten gerechtfertigt ist. so dass der eine oder andere gekommen ist. Der ständige Kontakt mit den Wesen. das seine Mutter abstößt. den Blick auf die Vergangenheit zu richten. Es ist nicht der Zufall.  O Spiritisten! Versucht heute die große Rolle der Menschheit zu verstehen. während es in euerer Hand lag. der man nicht selten unterliegt. Denkt daran. Eine Reinkarnation zwecks der Wiedergutmachung euerer Fehler. diese instinktive Abneigung. euch seine Liebe zurückgeben wird. Seid euch euerer Pflicht bewusst und verwendet all eure Liebe. um sich zu entwickeln. Das ist eine Mission. werdet ihr selbst um eine neue Inkarnation für das Kind und für euch bitten. die ihr dieser Seele gebt. ist es notwendig. nehmt nun das Kind in eure . also die Erziehung.226 KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter Verhalten dieser Person in dem Kreis dieser Familie sein? Es wird mehr oder weniger von dem beharrlichen Festhalten an den guten Vorsätzen abhängen. in der ihr ihm bessere Vorsorge zuteil werden lasst und in der das Kind. und auch nicht dasjenige. gemacht? Wenn es in seiner Entwicklung aufgrund euerer Fehler stehen geblieben ist. wenn der Wille nicht stark genug ist. Eure Vorsorge. ist eine furchtbare Prüfung. voller Dankbarkeit. wird es eure Bestrafung sein. unter denen man zu leben gerufen wurde. Wenn ihr einen Körper zeugt. wenn ihr sie treu erfüllt. die euch anvertraut wurde und für die ihr belohnt werden sollt. Eine undeutliche Ahnung hinsichtlich der Vergangenheit enthüllt sich und anhand dieser könnt ihr einschätzen. wird man der Freund oder der Feind derjenigen sein. ob der gute oder der schlechte Entschluss sich durchsetzt. ob der eine oder andere sehr gehasst hat oder sehr beleidigt wurde. wird ihrer Entwicklung und ihrer Glückseligkeit in der Zukunft helfen. die man gehasst hat. dieses Kind unter den leidenden Geistern zu sehen. der dieses Kind so gemacht und zu euch geführt hat. um zu vergeben oder abzubüßen. Mütter. wenn ihr von Reue geplagt seid. dass Gott jeden Vater und jede Mutter fragen wird: Was habt ihr aus dem Kind. um diese Seele näher zu Gott zu bringen.  Verstoßt nun das Kind in der Wiege nicht. das euch mit Undankbarkeit bezahlt. das ich euch anvertraut habe. Im Endeffekt könnte nichts aus dieser jetzigen Existenz eine solche Abneigung verursachen. das Kind glückselig zu machen. So lässt sich dieser Hass erklären. Um sich darüber im Klaren zu sein.

zu lieben und zu segnen. wie ihr glaubt. Jedes Übel hat seinen Ursprung in dem Egoismus und in dem Stolz. dass sie auf der Erde sind. hat Gott einen enormen Trost reserviert. der den jungen Baum nach und nach zuschneidet.  Schon in der Wiege zeigt das Kind die guten oder schlechten Instinkte. in dem er dem menschlichen Herzen die Ursachen der Unvollkommenheiten der menschlichen Seele zugänglich macht. Macht es also wie der gute Gärtner. sobald sie sich im Keim zeigen. Wenn ihr zulasst. Sie erfordert nicht die Weisheit der Welt. Wenn die Eltern alles getan haben. Abs. das sie in diesem Leben begonnen haben. Es ist notwendig. zu lernen. dass es nur eine Verzögerung ihres Projektes ist. und dass es ihnen möglich sein wird. Aber später werden eure Herzen durch die Undankbarkeit euerer Kinder verletzt. um ihm eine richtige Form zu geben. Macht euch die himmlischen Freuden verdient. S. bis sie tiefe Wurzeln schlagen. Das wird für euch schon in diesem Leben der Anfang euerer Abbüßung sein. Das ist die Gewissheit. wartet nicht. 216) . Beobachtet also die kleinsten Signale dieser schlechten Angewohnheiten. die. durch eine selbst verschuldete Schwäche oder durch Nachlässigkeit derartige Prinzipien sogar unterstützen und fördern. die es aus seinem vergangenen Leben mit sich bringt. Bemüht euch sie zu bekämpfen. um die moralische Entwicklung des Kindes zu fördern und keinen Erfolg damit haben. XIII.  Die Aufgabe ist nicht so schwer. den sie angesichts des Misserfolges ihrer Bemühungen empfinden. indem ihr diese Kinder lehrt. müssen sie sich keinen Vorwurf machen und können ein reines Gewissen haben. Für den sehr natürlichen Kummer. das euch Ärger verursacht hat und sagt zu euch selbst: Einer von uns zwei hat Schuld auf sich geladen. 19. anstatt mit Erziehung die angeborenen schlechten Angewohnheiten ihrer Kinder aus früheren Existenzen zu verdrängen. wenn ihr später mit Undankbarkeit bezahlt werdet. Aber oh.KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter      227 Arme. viele unter euch. das zu erkennen. dass sich Stolz und Egoismus entwickeln. es in einer anderen Existenz zu vollenden: Eines Tages wird ihnen der einst undankbare Sohn mit all seiner Liebe danken. sich darum zu bemühen. dann wundert euch nicht. Der Spiritismus erleichtert diese Arbeit. (siehe Kap. die Gott in Verbindung mit einer Mutterschaft gebracht hat. Die Unwissenden können sie ebenso wie die Gelehrten erfüllen. um sich zu bessern.

als die Kenntnis von der Ursache des Übels und die Sicherheit darüber. auch wenn längere seelische Leiden existieren. die man bestehen kann. die das Herz betreffen. Die Güte Gottes ist jedoch bewundernswert. unterliegen dem Kummer zu Hause. den Blick nicht nur auf die Erde zu richten und nicht nur eine einzige Existenz allein zu betrachten. welch schmerzliches Angstgefühl! Aber was kann in diesem Moment den moralischen Mut mehr stärken. Die Tür für die Reue bleibt immer offen. sich zu erheben und in der Unendlichkeit des vergangenen und des zukünftigen Lebens zu schweben. Es ist ein Moment von größter Wichtigkeit. welche größere Ermutigung gibt es. wenn sie vor Gottes Angesicht akzeptiert werden. zugejubelt. der sich Ihm zu Füßen wirft. an dem der Schuldige müde ist. wenn man die Früchte der Prüfungen nicht verlieren möchte und nochmals von vorne anfangen will. die am schwersten. Oh. der belangt wird. das Leiden zu verkürzen ‐ indem wir die Ursachen des Übels in uns vernichten? Dazu ist es aber notwendig. damit Er euch den Lohn eines Sieges präsentieren kann. sondern aus Mangel an gutem Willen. die bravourös Armut und materielle Entbehrungen durchhalten. an dem sein Stolz endlich besiegt ist und dann öffnet Gott Seine väterlichen Arme für den verlorenen Sohn. geschieht das nicht aus Mangel an Möglichkeiten. Sie erwartet dann in ihren nächsten Existenzen Tränen und Mühsal. bedankt euch bei Gott. sondern sich mit ihnen vergnügen. zu leiden. dass Seine Geschöpfe ewig leiden. dass es. kein ewiges Verzweifeln gibt? Denn Gott würde nicht wollen. Die schweren Prüfungen ‐ hört mir genau zu ‐ sind fast immer ein Zeichen für das Ende eines Leidens und für einen Fortschritt des Geistes. dass es von jeder unserer Anstrengungen selbst abhängt. Wenn wir diese nicht bestehen. die sich nicht den schlechten Vorbildern widersetzen. Der euch die Chancen gibt. Wenn ihr dann den Trubel der irdischen Welt verlassen habt und in die Welt des Geistes eintretet.228 KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter  Gottes Prüfungen gehen nicht über die Kraft desjenigen hinaus. Es kommt der Tag. Viele Menschen. Es ist andererseits notwendig. Welch größeren Trost. Und deswegen sollte man nicht klagen. als den Gedanken. der den Wettkampf gewonnen hat. Gott erlaubt nur die Prüfungen. wird euch wie einem Sieger.  Von allen Prüfungen sind allerdings solche. niedergeschmettert von der Undankbarkeit ihrer Familie. Dann zeigt sich die Größe der Gerechtigkeit Gottes vor eueren . Statt euch zu beklagen. Es sind tatsächlich viele Menschen.

KAPITEL  XIV ‐ Ehre deinen Vater und deine Mutter      229 Augen und ihr werdet geduldig warten. Die Verletzungen.  (Hl. was euch vorher als Ungeheuerlichkeit auf der Erde vorkam. Sie verursachen manchmal Unruhe in dieser Umgebung. So wird sich später. Dieselben Geister suchen sich auf ihrer irdischen Wanderung. wie sie es in den Geistigen Welten tun. bilden Familien. im Interesse ihres eigenen Fortschrittes. Ihr seht andererseits die dauerhaften Bindungen des Geistes. die euch zugefügt wurden. 1862)    . in der Geistigen Welt. weil ihr die Erklärung für das. einige Verschollene gerettet zu haben. welche die Angehörige miteinander verbinden. Werfen wir einen Blick auf das Ganze. bei denen die Gemeinsamkeit der Gefühle. Wenn sie während dieser Wanderung zeitlich getrennt bleiben. erlaubt Gott dann. Augustinus. die Identität der moralischen Entwicklung und die gegenseitige Zuneigung vorhanden sind. gefunden habt. um Gruppen zu bilden. die sich mit der Reinheit verewigen und festigen. Da sie dennoch nicht nur für sich selbst arbeiten sollen. glücklich über ihre erreichten Fortschritte. die ihrerseits dann andere retten können. sehen dann für euch wie Kratzer aus. statt sich aufgrund der Reinkarnation loszulösen. dann zeigen sich die familiären Bindungen in ihrem wahrsten Sinne. Sodann entstehen die homogenen und verbundenen Familien. Nehmt diese also wie Geschwister auf und helft ihnen. Paris. dass die weniger entwickelten Geister sich unter ihnen inkarnieren. Es sind nicht mehr die schwachen Bindungen der Materie. Darin besteht aber die Prüfung und hier befindet sich ihre Aufgabe. die Familie freuen. treffen sie sich später. damit diese mit Ratschlägen und am guten Vorbild lernen.  Die Geister.

und ihr seid zu mir gekommen. und ihr habt mich aufgenommen. dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit. Ich bin nackt gewesen. und ihr habt mich nicht besucht.  Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir. ererbt das Reich. DAS GLEICHNIS VOM BARMHERZIGEN SAMARITER 1. und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr. Ich bin durstig gewesen. und ihr habt mich gekleidet. Ich bin ein Fremder gewesen. Ich bin nackt gewesen. und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen. und ihr habt mich besucht. das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen.  Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr. das habt ihr mir getan. Und er wird sie voneinander scheiden. wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich. UM GERETTET ZU WERDEN. wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder . und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. in das ewige Feuer. ihr Verfluchten. Ich bin krank gewesen. um gerettet zu werden. Ich bin durstig gewesen.  Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her. und ihr habt mich nicht aufgenommen. und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. ihr Gesegneten meines Vaters. das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ‐ Das größte Gebot ‐ Notwendigkeit der Nächstenliebe nach Paulus ‐ Außerhalb der Kirche kein Heil. Ich bin im Gefängnis gewesen. und alle Engel mit ihm. ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern. und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. und ihr habt mich nicht gekleidet. Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit. Außerhalb der Wahrheit kein Heil Unterweisungen der Geistigen Welt: Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil VORAUSSETZUNGEN. und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen. wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.KAPITEL  XV ‐  AUSSERHALB DER NÄCHSTENLIEBE KEIN HEIL Voraussetzungen.

was muß ich tun. Desgleichen auch ein Levit: als er zu der Stelle kam und ihn sah. (Matthäus XXV. das habt ihr mir auch nicht getan. tue Gutes. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus. als diejenigen. aber die Gerechten in das ewige Leben. denn ihrer ist das Himmelreich. selig sind. Selig sind. selig sind die Sanftmütigen und die Friedfertigen. versuchte ihn und sprach: Meister. der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber. Die ganze Moral der Lehre Jesu lässt sich in Nächstenliebe und Demut zusammenfassen. das man euch antut. gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn. meinst du. ging er vorüber. von allen Kräften und von ganzem Gemüt. ohne damit zu prahlen. von ganzer Seele. was ihr möchtet. da stand ein Schriftgelehrter auf. selig sind die. die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. tue dem anderen. 25 ‐ 37)  3. deinen Gott. h. die reinen Herzens sind. ist der Nächste gewesen dem. welche ihre Nächsten lieben. so wirst du leben. vergebt die Beleidigungen. dass man euch vergebt. sagt er. wenn ihr wollt. die im Geiste arm sind. 31 – 46)  2. kam dahin. lieben von ganzem Herzen. goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm. . und deinen Nächsten wie dich selbst« Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet.  Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe.  Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach:  Es war ein Mensch. der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. jammerte er ihn. und er ging zu ihm. ‐ d. daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn. Ein Samariter aber. Es traf sich aber. hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Und siehe. und als er ihn sah. und wenn du mehr ausgibst. die Demütigen ‐. die zur ewigen Glückseligkeit führen. daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog. liebet euren Nächsten wie euch selbst. wenn ich wiederkomme. Diese beiden Tugenden stehen im Gegensatz zum Egoismus und zum Stolz. ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten.KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil      231 im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich. Wer von diesen dreien. X. In all seinen Lehren weist er auf diese zwei Tugenden hin. will ich dirʹs bezahlen. ging er vorüber. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! (Lukas. der auf der Reise war. und als er ihn sah. tu das. liebet eure Feinde.

geh du nach links. die Nächstenliebe zu empfehlen. der du ihnen gegenüber hart gewesen bist. Dennoch steckt neben diesem allegorischen und figurativen Teil des Bildes ein grundlegender Gedanke ‐ die Glückseligkeit ‐. die den Gerechten vorbehalten ist und das Elend. das auf den Böswilligen wartet. die Sanftheit. die Nachsicht. dass sie gleichzeitig alle anderen einschließt: die Demut. ob man die Nächstenliebe ausgeübt hat. er wird einzig und allein danach fragen. der auf eine andere Art glaubt? Nein. die Christus stets empfohlen hat und wofür er selbst ein Vorbild war.  In dem Bild. . das Jesus uns vom Jüngsten Gericht entwarf. Deshalb überlässt er der Zukunft die wahre Interpretation seiner Worte und der Themen.232 KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil urteilt über euch selbst. um die Glückseligkeit zu erreichen. Er betrachtete daher die Nächstenliebe nicht nur als eine Voraussetzung zur Rettung.  Wo liegt die Urteilsbegründung bei diesem erhabenen Gerichtsverfahren? Worauf beruht die Anklageschrift? Wird der Richter den Angeklagten danach fragen. die er noch nicht deutlich erklären konnte. zu denen er sprach. sondern als die einzige Voraussetzung. die Güte. Da die Menschen. der dennoch die Nächstenliebe ausübt. wie in vielen anderen Passagen. bedeutet. musste er erschütternde materielle Bilder hervorbringen. bevor ihr die anderen verurteilt. Denn Jesus setzt den angeblich ketzerischen Samariter. Wenn noch andere zu erfüllen wären. Stolz und Egoismus bekämpfte er unermüdlich. dem es an Nächstenliebe mangelt. Und er tut das. ob er diese oder jene äußere Handlung mehr oder weniger vollzogen hat? Nein. hätte er auf sie hingewiesen. Das ist nun die Nächstenliebe und die Demut. der auf eine Art glaubt und dem. Er beschränkte sich nicht darauf. Dass er die Nächstenliebe an die erste Stelle setzte. rein geistige Zusammenhänge zu verstehen. Und dann wird er folgendermaßen sein Urteil sprechen: Geh du nach rechts. usw. durfte er sich bezüglich der Form nicht sehr weit von der damals gültigen Gedankenwelt entfernen. er setzte sie eindeutig und in klaren Worten voraus. als Bedingung. Wird dieser Richter sich vielleicht für die starre Form des Glaubens interessieren? Oder macht er irgendeinen Unterschied zwischen dem. ob er diese oder jene Formalität erfüllt hat. Damit sie besser das erfassen konnten. der du deinen Geschwistern geholfen hast. was nur bildlich und allegorisch war. muss man allerdings. um sie zu beeindrucken. das abgrenzen. noch nicht fähig waren. was er sagte. die Gerechtigkeit. über den Strenggläubigen.

wenn man keine Nächstenliebe praktiziert. versuchte ihn und fragte: Meister. tut man genauso gegen Gott. ohne Gott zu lieben.” Und damit kein Missverständnis bei der Auslegung der Gottesliebe und der Liebe zu dem Nächsten aufkommt. (. deinen Gott. ein Schriftgelehrter. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. lieben von ganzem Herzen. dass man Gott nicht wirklich lieben kann. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. das ist der einzige Weg zur Rettung.. Man kann Gott nicht lieben. Nächstenliebe und Demut. deshalb sind alle Pflichten der Menschen in dieser Maxime enthalten: AUSSERHALB DER NÄCHSTENLIEBE KEIN HEIL. das ist der Weg in das Verderben.größte Gebot. welches ist das höchste Gebot im Gesetz? Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn. Als aber die Pharisäer hörten. Denn alles. daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte.. fügt er hinzu „. versammelten sie sich. 34 – 40)   5.    .) Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Matthäus XXII. lieben von ganzem Herzen. das andere aber ist dem gleich. von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.« In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.. Und einer von ihnen. Egoismus und Stolz. Dieses Prinzip wird in den folgenden Worten genau ausgedrückt: „Du sollst den Herrn.” Es ist hier ersichtlich.. von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« Dies ist das höchste und größte Gebot.   DAS GRÖSSTE GEBOT 4. ohne den Nächsten zu lieben und auch nicht den Nächsten lieben.KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil      233 weil die Nächstenliebe die absolute Verneinung des Stolzes und des Egoismus ist. deinen Gott. was man gegen den Nächsten tut.

aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Denn die Nächstenliebe ist für alle Menschen erreichbar: für den Unwissenden wie für den Gelehrten. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben.. non aemulatur. Hoffnung. die Liebe eifert nicht. so daß ich Berge versetzen könnte. sie glaubt alles. Nach deren Überlieferung spricht Paulus hier von „Liebe zu dem Nächsten“ oder „Nächstenliebe“. („Caritas patiens est. (Anmerkung des Übersetzers) .. Liebe. sie sucht nicht das Ihre. sie bläht sich nicht auf. sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit. so daß ich Berge versetzen könnte.” Und ohne Zweifel stellt er somit die Liebe zu unserem Nächsten sogar über den Glauben. in der Güte und in dem Wohlwollen dem Nächsten gegenüber. die Liebe treibt nicht Mutwillen. sie läßt sich nicht erbittern. diese drei. Erster Brief an die Korinther.) Nun aber bleiben Glaube. Er tut noch mehr: Er definiert die wahre Nächstenliebe.. so wäre ich nichts. sie erträgt alles. non inflatur“) Der Einheitlichkeit halber haben wir den Text in der Luther‐ Übersetzung belassen.  (. Wenn ich mit Menschen‐ und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht.   106 Der folgende Abschnitt beruht im französischen Original auf der überlieferten Übersetzung der „Nova Vulgata“.  (Paulus. 1 ‐ 7 und 13)  7. Die Liebe ist langmütig und freundlich. sondern auch in allen Tugenden des Herzens. indem er sie nicht nur in der Wohltätigkeit sieht. (.. und hätte die Liebe nicht. so wäre ich nichts. so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen. sie verhält sich nicht ungehörig. non agit superbe. sie rechnet das Böse nicht zu. dass er sagte: „Wenn ich mit Menschen‐ und mit Engelzungen redete (. sie freut sich aber an der Wahrheit. und hätte die Liebe nicht. aber die Liebe ist die größte unter ihnen. XIII. so wäre mirʹs nichts nütze..) diese drei Tugenden..234 KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil NOTWENDIGKEIT DER NÄCHSTENLIEBE NACH PAULUS106 6.) wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben. Paulus verstand diese große Wahrheit so gut. benigna est caritas. und sie ist von jeglicher Glaubensrichtung unabhängig. für den Reichen wie für den Armen. sie hofft alles. und hätte die Liebe nicht. sie duldet alles.

dessen Essenz gegen die christliche Lehre und gegen das Evangelium ist. da es ihnen nicht gegeben ist. Denn es gibt keine Sekte. trennt es die Anhänger voneinander bis hin zu der letzten Ruhestätte. Die Maxime „Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil. Statt die Kinder Gottes zu vereinen. obwohl diese Menschen auf dieser Welt miteinander verwandt und befreundet sind. alles zu wissen. „Außerhalb der Wahrheit gibt es kein Heil“ wäre demnach gleichwertig mit „Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“ und somit ebenso eine exklusive Aussage.KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil      235 AUSSERHALB DER KIRCHE KEIN HEIL. AUSSERHALB DER WAHRHEIT KEIN HEIL  8. sie zu besitzen. die nicht das Privileg der Wahrheit für sich beansprucht. 9. Sie leben als wären sie Feinde. statt ihre Brüderlichkeit zu fördern. ernährt und billigt es das gespannte Verhältnis zwischen den Anhängern der verschiedenen Kulte. die sich gegenseitig für ewig verdammt halten. sie reichen einander die Hände und beten füreinander.” beinhaltet das Prinzip der Gleichheit vor Gott und der Gewissensfreiheit. Welcher Mensch kann sich rühmen. Sondern es stützt sich auf einen besonderen Glauben. Das stellt daher ein Dogma dar. trennt es sie. der Vater betet nicht für den Sohn. wie sie auch immer den Schöpfer verehren. Sie können nur gemäß ihrer Entwicklung nach einer relativen Wahrheit streben. Mit dem Dogma „Außerhalb der Kirche kein Heil” verfluchen und verfolgen sich die Menschen gegenseitig. Wenn Gott . wenn der Umfang an Wissen ständig zunimmt und sich tagtäglich die Vorstellungen ändern? Die vollkommene Wahrheit gehört einzig und allein den Geistern von erhabenster Ordnung und die Menschheit auf der Erde könnte nicht den Anspruch erheben. sie vollkommen zu besitzen. stützt sich das Dogma „Außerhalb der Kirche kein Heil“ nicht auf den fundamentalen Glauben an Gott und auf die Unsterblichkeit der Seele ‐ den gemeinsamen Glauben aller Religionen. auf ein exklusives Dogma. das Dogma ist ausschließlich und absolut. Während die Maxime „Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil” auf einem Universalprinzip beruht und allen Kindern Gottes den Zugang zur höchsten Glückseligkeit öffnet. werden sie alle Brüder. Indem dieses Dogma das große Gesetz der Gleichheit sogar vor dem Grab verachtet. der Sohn betet nicht für den Vater und auch der Freund nicht für den Freund. weil sie sich gegenseitig als Verurteilte ohne Erlass ansehen. Indem die Menschen diese Maxime als Norm annehmen.

Dieses Prinzip ist der himmlische Lichtstrahl. nichts fasst die Pflichten des Menschen zusammen besser als diese Maxime göttlichen Ursprungs. der den Menschen durch die Wüste des Lebens führt. der sich von ihnen aus entfaltet. Auf der Erde ist sie im Herzen derjenigen verankert. von dem Herrn Gunst empfangen wird. auch in ihrem weitesten Sinne. ihr. wird er sich nie verirren. Der Spiritismus könnte nicht besser seinen Ursprung beweisen. sagt er auch nicht: „Außerhalb der Wahrheit kein Heil. hätte er ein Urteil der allgemeinen Verbannung ausgesprochen. um ihn in das Gelobte Land zu geleiten. .236 KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil den Besitz der absoluten Wahrheit als ausdrückliche Bedingung für die zukünftige Glückseligkeit festgelegt hätte. im Himmel. Ihr erkennt sie an dem Duft der Nächstenliebe. sofern das Gesetz Gottes bewahrt wird. UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT AUSSERHALB DER NÄCHSTENLIEBE KEIN HEIL  10. Wenn der Mensch sich davon führen lässt. Der Spiritismus.” Denn diese Maxime würde trennen statt zu vereinen und die Gegensätze verewigen. unabhängig von jeglicher Glaubensrichtung. etwas Schlechtes zu tun. zu denen Jesus sagen wird: Geht nach rechts. um ihren tiefen Sinn und ihre Folgen zu verstehen und all ihre Anwendungen selbst zu entdecken. Meine Kinder. das Gute zu üben. sagt nicht „Außerhalb des Spiritismus kein Heil. Befleißigt euch. als diese zum Gebot zu machen. sondern euch auch dazu bringen. die ganze Wahrheit zu lehren. sowohl im Himmel als auch auf der Erde. der in Übereinstimmung mit dem Evangelium steht. Unterwerft all eure Taten der Prüfung der Nächstenliebe und euer Gewissen wird euch Antworten geben. Nichts drückt exakter die Gedanken von Jesus aus. Er leuchtet im Himmel wie ein Heiligenschein über dem Kopf der Auserwählten. indem er allen die Rettung zugänglich macht. die Gesegneten meines Vaters. weil sie der Widerschein des reinsten Christentums ist. während die Nächstenliebe von allen praktiziert werden kann. meine Freunde. weil wer sie ausgeübt hat. Dieses Gewissen wird euch nicht nur daran hindern. weil sie im Schatten dieser Fahne des Friedens leben werden. in der Maxime „Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil“ sind die Schicksale der Menschheit enthalten. der leuchtende Stern. Auf der Erde.“ Und weil der Spiritismus ferner nicht vorhat.

damit eure Geschwister.  Meine Freunde. unwesentlich. 1860) . eine passive Tugend zu haben. dass nur diejenigen. sich an dem Licht des Spiritismus erfreuen zu können. Um das Gute zu tun. dankt Gott. gerettet werden. sondern dass das aus euch bessere Christen macht. seine Tugend aktiv umzusetzen. Paris. es ist notwendig. reichen oft Trägheit und Gleichgültigkeit. dass der wahre Spiritist und der wahre Christ ein und derselbe sind. benötigt man immer die Wirkung des Willens. sind Jünger Jesu. weil es euch hilft. Um das Ungute zu tun. Das bedeutet aber nicht. erkennen können. die dieses Licht haben. welcher Glaubensrichtung sie auch angehören. wenn sie euch beobachten.KAPITEL  XV ‐ Ausserhalb der Nächstenliebe kein Heil      237 Denn es genügt nicht.  (Der Apostel Paulus. Bemüht euch also. Der euch erlaubt hat. Denn all diejenigen. die Lehre Jesu besser zu verstehen. die Nächstenliebe praktizieren.

verkaufe. da man keine Beziehung zwischen einem Kamel und einer Nadel sehen kann. du sollst nicht falsch Zeugnis geben.108  (Matthäus XIX. so halte die Gebote. so geh hin. entweder er wird den einen hassen und den andern lieben. und gibʹs den Armen. (Anmerkung des Übersetzers) Diese kühne Darstellung scheint ein wenig übertrieben. so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Und siehe.  (Lukas XVI. Es ist wahrscheinlich. Lukas XVIII.  . Bei der Sprachübertragung wurde die letztere Bedeutung übernommen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Dies ergab sich daraus. damit ich das ewige Leben habe? Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. um Kabel und Kamel zu bezeichnen.KAPITEL  XVI ‐  MAN KANN NICHT GOTT UND DEM MAMMON DIENEN Die Gefahr des Reichtums ‐ Abstand nehmen von Habgier ‐ Jesus im Hause Zachäus ‐ Das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus ‐ Das Gleichnis vom anvertrauten Zentner (dem Talent) ‐ Der vorgesehene Zweck des Reichtums. Diese Bedeutung wäre zumindest eine natürlichere. was gut ist? Gut ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen. und komm und folge mir nach!  Als der Jüngling das Wort hörte. denn er hatte viele Güter. Markus X. was fehlt mir noch? Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein. einer trat zu ihm und fragte: Meister. als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. was soll ich Gutes tun. du sollst nicht stehlen. 16 ‐ 24. Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber sprach: „Du sollst nicht töten. Die Prüfungen durch Reichtum und Armut ‐ Die Ungleichmäßigkeit des Reichtums  Unterweisungen der Geistigen Welt ‐ Der wahre Besitz ‐ Der Gebrauch des Reichtums ‐ Die Abkehr der irdischen Güter ‐ Die Übertragung des Reichtums DIE GEFAHR DES REICHTUMS 1. 17 ‐ 25)   107 108  Abwertend für Geld und Reichtum. 13) 107 2. du sollst nicht ehebrechen. dass in Hebräisch dasselbe Wort benutzt wird. Kein Knecht kann zwei Herren dienen. 18 ‐ 25.“ Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten. dass die Erstere dem Gedanke Jesu eher entspricht. daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe. oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich. was du hast. ging er betrübt davon.

du hast einen großen Vorrat für viele Jahre. Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach:  Es war ein reicher Mensch. wer er wäre. Jesus zu sehen. wohin ich meine Früchte sammle. Herr. und konnte es nicht wegen der Menge. daß er viele Güter hat. Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen. denn auch er ist Abrahams Sohn. denn niemand lebt davon. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts. um ihn zu sehen. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. habe nun Ruhe. der war ein Oberer der Zöllner und war reich. S. denn ich muß heute in deinem Haus einkehren. XIX. murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. sage meinem Bruder. XII. Und siehe.  (Lukas. iß. 1 ‐ 10)   . und wenn ich jemanden betrogen habe. Er aber sprach zu ihm: Mensch. (siehe Einleitung. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum. so gebe ich es vierfach zurück. was verloren ist. Als sie das sahen. (Lukas. zu suchen und selig zu machen. und wem wird dann gehören. 13 ‐ 21)    JESUS IM HAUSE DES ZACHÄUS 4. Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. denn dort sollte er durchkommen. trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. denn er war klein von Gestalt. sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus. die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen. da war ein Mann mit Namen Zachäus. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren. was du angehäuft hast?  So geht es dem. Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      239 ABSTAND NEHMEN VON HABGIER 3. daß er mit mir das Erbe teile. Und er begehrte. wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt? Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier. Die Zöllner. der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott. und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele. Denn der Menschensohn ist gekommen. Und als Jesus an die Stelle kam. 28) Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe. dessen Feld hatte gut getragen. steig eilend herunter.

damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle. dem dritten einen. dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. daß niemand.  Abraham aber sprach: Gedenke. Ebenso gewann der. daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. Als er nun in der Hölle war. so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen. daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben. sich zu sättigen mit dem. Vater Abraham. hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. die sollen sie hören. zwei weitere dazu. denn ich habe noch fünf Brüder. Denn es ist wie mit einem Menschen.  Da sprach er: So bitte ich dich. Lazarus dagegen hat Böses empfangen. ich habe damit weitere fünf Zentner . sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge. erbarme dich meiner und sende Lazarus. ging hin. nun wird er hier getröstet. Es begab sich aber. dem andern zwei. Sogleich ging der hin. und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr. Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein reicher Mann. siehe da. und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. daß der Arme starb. Und er rief: Vater Abraham. denn ich leide Pein in diesen Flammen. und zog fort. Vater. der außer Landes ging: er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an. der fünf Zentner empfangen hatte. du hast mir fünf Zentner anvertraut. Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten.240 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen DAS GLEICHNIS VOM REICHEN MANN UND DEM ARMEN LAZARUS 5. damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Der aber einen empfangen hatte. der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren und begehrte. (Lukas XVI. der fünf Zentner empfangen hatte. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Sohn. und du wirst gepeinigt. die soll er warnen. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht. grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. dem einen gab er fünf Zentner Silber. 19 ‐ 31)   DAS GLEICHNIS VOM ANVERTRAUTEN ZENTNER (DEM TALENT) 6. jedem nach seiner Tüchtigkeit. der von hier zu euch hinüber will. Da trat herzu. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus. wenn jemand von den Toten auferstünde.  Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft. so würden sie Buße tun. Er aber sprach: Nein. was von des Reichen Tisch fiel. der zwei Zentner empfangen hatte.

KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      241 gewonnen. wo du nicht ausgestreut hast und ich fürchtete mich. wenn man sie wortwörtlich und nicht in ihrem geistigen Sinne interpretiert. Siehe. dass man oft sieht. du tüchtiger und treuer Knecht. wie jemand. Er stachelt am meisten zu Stolz. Denn wer da hat. wo ich nicht ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen. ebenso wie seine früheren Kameraden. wo ich nicht gesät habe. ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus. der zehn Zentner hat. und wenn ich gekommen wäre. ich habe damit zwei weitere gewonnen. was jedem Verstand widerstrebt. dem wird gegeben werden. die er bietet. wo du nicht gesät hast. schnell seine vorherige Position vergisst. was er hat. der den Reichtum verteilt. aufgrund seines Sogs. und er wird die Fülle haben. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wußtest du. du bist über wenigem treu gewesen. Sollte der Reichtum ein absolutes Hindernis für die Rettung derjenigen sein. da hast du das Deine. und sprach: Herr. dann hätte Gott. Er verwandelt sich in einen . Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem. du hast mir zwei Zentner anvertraut. ich will dich über viel setzen. genommen werden. die ihm geholfen haben. ich will dich über viel setzen. der zwei Zentner empfangen hatte. siehe da. Der Reichtum ist ohne Zweifel eine riskante Prüfung. daß du ein harter Mann bist: du erntest. der einen Zentner empfangen hatte. der vom Elend zum Wohlstand gelangt. dem wird auch. geh hinein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu. wer aber nicht hat. geh hinein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu. da wird sein Heulen und Zähneklappern. daß ich ernte. und sprach: Herr. Er ruft solchen Schwindel hervor. und einsammle. einigen Menschen ein fatales Instrument des Verderbens in die Hände gelegt. welche die Menschen mit der Erde bindet und ihre Gedanken von dem Himmel entfernt. Sein Herr sprach zu ihm: Recht so. hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. Er ist die mächtigste aller Bindungen. und sammelst ein. was man aus bestimmten Worten von Jesus folgern kann. ich wußte. DIE PRÜFUNGEN DES REICHTUMS UND DER ARMUT  7. Egoismus und wollüstigem Leben auf. ist er. seiner Versuchungen und der Verblendung. du bist über wenigem treu gewesen. die einen leicht überlistet. du tüchtiger und treuer Knecht. 14 ‐ 30)   DER VORGESEHENE ZWECK DES REICHTUMS. Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so. die ihn besitzen. Viel gefährlicher als das Elend. (Matthäus XXV.

was du hast und gibʹs den Armen..  Der Vorschlag. seine Reichtümer zu verlassen. Er wollte uns andererseits klar stellen. im engsten Sinne genommen. weil seine Tugend nicht bis zur Entsagung reichte. eine absurde Konsequenz. Dieser junge Mann glaubte sicherlich. weil er bestimmte Gebote befolgt hatte. Er konnte ohne Zweifel ein nach irdischen Maßstäben vollkommen ehrlicher Mensch sein: niemandem Böses antun.  Auch wenn der Reichtum die Quelle vieler Leiden ist. um seine innersten Gedanken ans Tageslicht zu bringen. wenn er soviel Kriminalität verursacht. weder stolz noch eitel sein. wenn er die schlechten Leidenschaften herausfordert. In der Hand von jemandem. Und obwohl der Reichtum den Weg erschwert. wie er alle anderen Gaben Gottes missbraucht. das ewige Leben zu erreichen. verkaufe. Das war es. so wirst du einen Schatz im Himmel haben.  Die Konsequenz aus diesen Worten. dass er ihn unmöglich macht und nicht sogar ein Heilmittel sein kann. Durch den Missbrauch macht er schädlich. welches ein Gesetz Gottes ist. eine Anwendung des Prinzips: Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil.242 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen gefühllosen Menschen. der ihn missbraucht. dass er sich nichts zu Schulden hat kommen lassen. Aber dennoch schreckte er vor der Idee zurück. wenn sie gezielt und richtig dosiert angewendet werden. bedeutet dies nicht. die den Reichtum ermöglicht. sagte „. in der Wildnis zu leben. und komm und folge mir nach!“ wollte er nicht das absolute Prinzip begründen. der sie zu nutzen weiß. Sein Wunsch. Er besaß aber die wahre Nächstenliebe nicht. war eine entscheidende Prüfung. ist es notwendig. Außerdem wäre es auch die Verurteilung der Arbeit. dass die Abhängigkeit von materiellen Gütern ein Hindernis für dieses Heil darstellt. Deswegen wäre es ein Widerspruch zum Gesetz des Fortschrittes. was Jesus zeigen wollte. können manche Gifte die Gesundheit wieder herstellen. wäre die Abschaffung des Reichtums als etwas Nachteiliges für das zukünftige Glück und als Quelle unzählbarer Schäden auf der Erde. seinen Vater und seine Mutter ehren. sondern den Menschen. ging nicht soweit. nicht die Sache an sich zu sehen.. seinen Nächsten nicht verfluchen. was ihm nützlich . egoistisch und gleichgültig. welche den Menschen dazu führen würde. den Jesus ihm machte.  Als Jesus zu dem jungen Mann. der ihn nach dem Weg der seligen Rettung gefragt hatte. dass jeder Mensch all sein Hab und Gut verkaufen muss und dass die seelische Rettung nur zu diesem Preis zu erreichen ist.

nicht lösen wird. zu ernähren. Für die Vorhaben. um das Ziel sicherer und schneller zu erreichen. Um diese Beziehung zu vereinfachen. die tagtäglich wächst. Die ungleichmäßige Verteilung des Reichtums ist eines dieser Probleme. Die erste Frage. ist es notwendig die Produktion zu steigern. die große moralische Wahrheit zu verstehen. die es sich stellt. wie ihre Fläche zulässt. Dafür allerdings bedurfte es Mittel: Die Not brachte den Menschen dazu.   DIE UNGLEICHMÄSSIGKEIT DES REICHTUMS  8. ebenso wie sie ihn dazu brachte. so ist er ohne Zweifel ein mächtiges Element der intellektuellen Entwicklung. ist: Warum sind nicht alle Menschen gleich reich? Sie sind es nicht. solange man nur das momentane irdische Leben betrachtet. die das Werk von Jahrhunderten waren.  In der Tat hat der Mensch die Aufgabe. Diese Intelligenz.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      243 sein könnte. für den materiellen Fortschritt der Erde zu arbeiten. die er zunächst auf die Befriedigung seiner materiellen Bedürfnisse konzentriert. gleich aktiv und gleich fleißig sind. sie anderswo zu fördern. gibt es ohne ihn keine großen Werke. Wenn der Reichtum nur das Böse verursachen würde. Er hat mit Hilfe der Wissenschaft nach Mitteln gesucht. Die eben durch diese Arbeit notwendig gewordene Aktivität erhöhte und entwickelte seine Intelligenz. um Reichtum . Um diese Menschenmasse. Das ist die Konsequenz der niederen Entwicklung der irdischen Welt. aufnehmen kann. Er soll auf ihr Raum schaffen. Er ist also mit Recht als ein Mittel des Fortschrittes zu betrachten. musste der Mensch sogar Elemente aus der tiefen Erde herausholen. damit sie eines Tages so viel Bevölkerung. hätte Gott ihn auf der Erde nicht zugelassen. Da der Reichtum das erste Mittel zum Zweck ist. die Wissenschaft zu entdecken. keinen Ansporn und keine Forschung. sie sanieren und vorbereiten. die materiellen Barrieren auszuräumen. die sie trennen und die Kommunikation zu beschleunigen. keine Aktivität. den Reichtum zu entwickeln. die man. ist es wichtig. Deswegen wird die Beziehung zwischen den Völkern eine Notwendigkeit. Und wenn die Produktion einer Region unzureichend ist. wird es notwendig. es hängt von den Menschen ab. aus einem sehr einfachen Grund: Weil sie weder gleich intelligent. wird ihm später helfen. Wenn er nicht ein direktes Element der moralischen Entwicklung ist. daraus etwas Gutes zu machen.

damit er sich von dort ausbreiten soll. dass die Tat des Guten das Ergebnis seiner eigenen Bemühungen und seines eigenen Willens sei. Deswegen verschiebt Er ihn ununterbrochen. diese Aufteilung würde geschehen. will Er. die zum Fortschritt und dem Wohlwollen der Menschheit beitragen. warum Gott den Reichtum gerade den Menschen gewährt. dass dieser Reichtum zu lange unergiebig bleibt. dass doch jedem das Notwendige gegeben wird. Angenommen. weil Gott. Es ist übrigens eine mathematisch bewiesene Tatsache. Demnach gibt es Reiche und Arme. das Gleichgewicht würde nach kurzer Zeit aufgrund der unterschiedlichen Charaktere und Fähigkeiten zu schwanken anfangen. jeder einen minimalen und unzureichenden Anteil erhalten würde. Wenn Gott den Reichtum auf bestimmte Punkte konzentriert. die ungeeignet sind. würde dies die Vernichtung aller großen Vorhaben bedeuten. Der Mensch soll weder zum Guten noch zum Schlechten zwangsweise geführt werden. Wäre diese Verteilung dauerhaft eine Tatsache. in der notwendigen Menge und entsprechend dem Bedarf. Jeder soll ihn besitzen. dass jeder zu . Angenommen. tut Er das. Er ist aber auch gleichzeitig ein mächtiges Mittel. nach der jeder nur das hat.244 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen zu erlangen. noch sind sie alle mäßig und vorausschauend genug. Er wäre sonst nur ein passives und unverantwortliches Instrument wie die Tiere. dass niemand mehr arbeiten würde und die Verbesserung der Erde beeinträchtigt wäre ‐ besitzt ihn jeder jeweils zu seiner Zeit. dass alle den Reichtum gleichzeitig besitzen. was er zum Überleben braucht. Und da es dennoch materiell unmöglich ist. dass dieser es anhand seiner eigenen Erfahrungen erreicht. Auch hier erweisen sich die Weisheit und Güte Gottes: Indem Er dem Menschen den freien Willen gibt. Der gerecht ist. derart. um für den Fortschritt tätig zu sein. würde dann fehlen. wie er ihn zu nutzen gedenkt. um sich in seiner Anwendung zu üben und zu zeigen. beabsichtigt. der Stachel. um den Menschen moralisch zu prüfen. hatte ihn schon oder wird ihn in anderer Existenz haben. diesen zum Wohle aller zu nutzen. um ihn aufzubewahren. ‐ was dazu führen würde. dass bei gleichmäßig verteiltem Reichtum. So will Gott nicht. Der Reichtum ist somit ein Mittel. Wer ihn heute nicht hat. wird ihn Morgen vielleicht nicht mehr haben. den Unterschied zwischen Gut und Ungut zu machen. Wer ihn heute besitzt. so mag man sich fragen.   Nimmt man das an. der die großen Entdeckungen und nützlichen Unternehmungen vorantreibt.

hat er auf sein Besitztum nur ein Nutzungsrecht. den manchen Menschen aus ihren Reichtümern ziehen. aber alles was der Seele nützlich ist: die Intelligenz. die Erde zu verlassen. was er beim Verlassen dieser Welt mitnehmen kann. Deswegen wirken sie sich nur für kurze Zeit aus und es folgt ihnen fast immer eine noch unkontrolliertere Reaktion. sie erreichen aber die Veränderung im Herzen nicht. den Reichen zu beneiden und die Reichen haben noch wenige Gründe zu prahlen mit dem. Es ist wahr.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      245 seiner Zeit arbeite. nichts eine solche vergleichbare Verteilung der irdischen Güter rechtfertigen würde.    UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DAS WAHRE BESITZTUM  9. über die niederen Leidenschaften. was er mitbringt bzw. Das ist es. dass. Der Ursprung des Übels liegt in dem Egoismus und dem Stolz verankert. die leiden. wenn der Mensch nur eine einzige Existenz hätte. Von ihm .   Man beklagt sich mit Recht über den schlechten Nutzen. eine Prüfung der Geduld und der Schicksalsergebenheit und der Reichtum ist für andere die Prüfung der Nächstenliebe und der Entsagung. was dem Körper. aber nicht das Eigentumsrecht. ob Gott gerecht ist. Wenn sie diese Reichtümer missbrauchen. Was besitzt er eigentlich? Nichts. Richten wir jedoch unseren Blick nicht nur auf das momentane Leben. Da er aber gezwungen sein wird. dass sich alles mit Gerechtigkeit ausbalanciert. solchen Menschen den Reichtum zu überlassen. wenn sich die Menschen durch das Gesetz der Nächstenliebe anleiten lassen. Dementsprechend werden alle Arten von Missbrauch aufhören. die moralischen Eigenschaften. die Vorsehung zu verurteilen und auch nicht. Die Gesetze können momentan das Äußere verändern. Der Mensch besitzt als sein Eigentum einzig und allein das. mitnimmt. was sie besitzen. Was er bei seiner Ankunft hier vorfindet und was er hinterlässt. das genießt er während seines Aufenthalts auf der Erde. dann stellen wir fest. welche die Gier verursacht und man fragt sich. das Wissen. Die Armut ist für diejenigen. wenn er geht. Der Arme hat also keinen Grund mehr. sondern andererseits auf die Gesamtheit der Existenzen. werden sie nicht durch aufgezwungene Verordnungen oder Gesetze das Übel wieder gutmachen. ihm das weg zu nehmen und das wird ihm in der Geistigen Welt nützlich sein. noch mehr als auf dieser Welt. Niemand besitzt die Macht.

Er wird zur Antwort bekommen: Die Plätze hier können nicht mit Gold gekauft werden. dass er vor seiner Abfahrt seinen Eintritt mit Gold bezahlt hat. Der Mensch ist nichts Weiteres als Nutznießer.   Jener Reisende. die du ausgeübt hast.  (Pascal.246 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen hängt es ab. bekommt ein bescheideneres Zimmer. was euch dort nützlich sein kann. Und der Reichtum geht demjenigen verloren. aber dort wird nicht mit Gold gezahlt. sondern die Summe seiner Tugenden. dass Gott oftmals alle Vorsorge diesbezüglich zunichte macht. Wenn ein Mensch in ein fernes Land reist. geht auf dem Stroh schlafen. wo alles Glück auf dich wartet. sie werden durch die guten Taten verdient. Es kann durchaus sein. Gott gehören die Güter dieser Erde und sie werden nach Seinem Ermessen verteilt. der Verwalter dieser Güter. Die Güter sind so wenig individuelle Besitztümer des Menschen. Genève. wenn er es bezahlen kann. dass der Arbeiter reicher ist als der Prinz. der in einer Herberge ankommt. derjenige. die ihm unnütz sein werden. wer andererseits kein Geld hat. So geschieht es mit den Menschen bei ihrer Ankunft in der Geistigen Welt: ihr Platz hängt von dem ab. die besten Ansprüche zu haben oder ihn sicher zu besitzen. hier wird alles mit der Qualität des Herzens bezahlt. wird seine zukünftige Stellung abhängen. mit dem Gold auf der Erde konntest du Land. mehr oder weniger vernunftbegabt und mehr oder weniger integer. Bist du reich an dieser Eigenschaft? Sei willkommen und nimm Platz in der ersten Reihe. bekommt ein schönes Zimmer. Von all dem Guten. . der geglaubt hat. Häuser. Er nimmt keine Sachen mit. Es wird nicht gefragt: Wie viel hast du auf der Erde gehabt? Welche Position hast du gehabt? Warst du Prinz oder Arbeiter? Sondern es wird gefragt: Was bringst du mit? Es wird nicht der Wert seiner Güter oder Titel berechnet. 1860)   10. was er hat. packt er seinen Koffer mit Sachen. bei seiner Abreise reicher als bei seiner Ankunft zu sein. Er wird umsonst protestieren. wo du entsprechend behandelt werden sollst. Tut also dasselbe in Bezug auf euer zukünftiges Leben und schafft euch einen Vorrat mit all dem an. der weniger bezahlen kann. Bist du arm? Geh zu den letzten Plätzen. die in diesem Land benutzt werden können. Schlösser kaufen. das er erreicht hat.

wenn man ihn sich also anständig erarbeitet hat. Es wird Rechnung verlangt sogar für eine einzelne Münze. könnte Gott ihn in dieser gegenwärtigen Existenz für seine Anstrengungen. ihr. dass eure Seele von dem Verlangen des Fleisches dominiert wird. Denn ein Besitz ist nur dann legitim erworben.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      247  Ihr werdet möglicherweise sagen. die ihr eure Seelen verkaufen würdet. es wäre besser für diesen Menschen. dass er ihn nach seinem Tode mitnehmen kann? Ist die getroffene Vorsorge. um zur Befriedigung seiner Sinne und seines Stolzes benutzt hat. untreue Verwalter. abzunehmen. verliert er auf der anderen Seite und damit auch den Verdienst seiner Arbeit. ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen! Wenn ihr spürt. die durch Schaden an Dritten erworben wurde. weil euch das über die anderen erhaben machen und in den Genuss der Leidenschaften bringen könnte. dieser Letztere gemeint ist. Wenn er die Erde verlässt. und dass auf den Reichtum. Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen. euch fragen wird: Was habt ihr denn getan. weil Gott. Indem Gott ihm diese Aneignung gestattet. dass. den ihr euch durch Arbeit erwirtschaftet habt. nicht oftmals umsonst? Wenn es nicht Gottes Willen ist. ihn nie besessen zu haben. was er auf der einen Seite gewonnen hat.  (M. ohne Rechenschaft abzulegen? Nein. seinen Mut und für seine Beharrlichkeit belohnen wollen. nicht dasselbe zutrifft.. das euch erdrückt. die ihr von der Liebe zum Gold beherrscht seid. wenn es den legitimen Reichtum gibt. Kann der Mensch ferner von seinem Hab und Gut während seines Lebens Gebrauch machen. wird Gott ihm sagen. dass er seine Belohnung schon bekommen hat. der sich seinen Reichtum selbst zuzuschreiben hat. Denn das. Schutzgeist. Der gerecht und gewissenhaft ist. Brüssel. dass hier von vererbbarem Reichtum gesprochen wird. um reich zu werden. ihr. Wenn er aber den Reichtum nur. 1861)    DIE VERWENDUNG DER REICHTÜMER  11. kann man dies gewiss nicht ändern. beeilt euch. wenn niemandem damit geschadet wurde. und wenn er unter seinen Händen zum Grund des Verstoßes wurde. die ich euch anvertraut habe? Steht . mit den Gütern. das Joch. ermöglicht. Es ist ohne jeden Zweifel. seine Reichtümer an seine Nachkommen zu vererben. wie er es möchte. behaltet das sehr genau. dass sie diese Reichtümer bekommen. Wird es aber einem Menschen. Nein.

Tatsache ist. ohne ihn zu erniedrigen. Wie viele Leiden. die Liebe zur Arbeit und die Nächstenliebe. wie viele Qualen und wie viele Sorgen man sich bereitet. die Ratschläge. denn die Nutzung des Reichtums. die Zuneigung selbst nicht wirksamer sind als eure Almosen. All das geschieht mehr als genug! Aus übermäßiger Blindheit sind die Menschen . euerer Eitelkeit oder auch darum. ob die Arbeit. erkundigt euch dann und seht. sondern die Nächstenliebe voller Liebe. Nicht diese kalte und egoistische Nächstenliebe. Dabei schenkt ihr euerem moralischen Fortschreiten kaum Bedeutung und so wenig Zeit.248 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen euch dieses mächtige Mittel der guten Tat einzig und allein für eure eigene Befriedigung zur Verfügung?  Wie verwendet man aber den Reichtum am besten? Sucht in diesen Worten: „Liebet euch untereinander“ die Lösung dieses Problems. Bordeaux. Beobachtet man eure Tätigkeiten. der seinen Nächsten liebt. dass es hier fast immer um die Befriedigung euerer übertriebenen Bedürfnisse geht. Dort liegt das Geheimnis. die Gott gefällt. die darin besteht. aus Angst betrogen werden zu können. Dies wäre dennoch das Wichtigste für die Ewigkeit. Helft zunächst. In Anbetracht der kurzen Dauer des Lebens hinterlässt eure andauernde Sorge um die irdischen Güter bei mir schmerzliche Eindrücke. es handle sich um eine höchst wichtige Frage für die Menschheit. ist die Nächstenliebe. Ihr Reichen. Verbreitet um euch herum mit der materiellen Hilfe auch die Liebe Gottes. um den Reichtum zu vergrößern. Derjenige. hat schon den Weg vorgezeichnet. Setzt eure Reichtümer auf eine solide Basis. Gebt jedoch mit Weisheit. dass ihr euch den Exzessen ausliefert. 1861)   12. die euch nie verloren gehen wird und einen großen Gewinn garantiert: auf die guten Taten. sondern geht zu der Quelle des Übels. den Überschuss einer vergoldeten Existenz um sich herum zu verteilen. Weist nicht die Leidenden zurück. die den Leidenden sucht und ihm hilft. wie viele Nächte ohne Schlaf man durchwacht. geht man davon aus. Gebt von euerem Notwendigsten.  (Cheverus. wie der Reichtum an Gold. gebt von euerem Überschuss etwas ab. und verteilt unter eueren Brüdern die Schätze euerer Liebe und sie werden reiche Erträge erzielen. aber tut noch mehr. Verbreitet um euch herum die Schätze der Unterrichtung. wie man seinen Reichtum gut einsetzt. weil euer Notwendigstes auch Überschuss ist. Der Reichtum an Vernunftbegabung soll euch dienen.

das er isst. die Gott in seine Hände gegeben hat. die Fruchtbarkeit und Wohlsein um sich verbreitet. Sie lindert das momentane Elend. soll wie eine Quelle belebenden Wassers sein. angemessen. dass euch die Sorgfalt und die Anstrengung anerkannt werden. Hingegen ist die Verwendung jedes Mal gut. Denn die Arbeit fördert die Intelligenz und betont die Würde des Menschen. in einer Hand konzentriert. diesen nur zu seiner eigenen Befriedigung genutzt zu haben. wie er sie. Krakau. Der Verdienst ist den Opfern. Gier oder Stolz motiviert waren? Dabei habt ihr die Sorge um eure Zukunft vergessen. die das Privileg des sozialen Lebens genießen. den Reichtum einzusetzen. stillt den Hunger. als ob sie für die anderen und nicht für sich selbst arbeiten würden. ihr Reichen! Wenn ihr . So ist jemand immer in der Lage zu sagen. Dieser Körper. Ach. Törichte! Denkt ihr. Und auch wenn man selbst aus den Reichtümern einen legitimen Profit ziehen würde. Der Reichtum. selbst verdient.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      249 nicht selten Sklaven von anstrengender Arbeit. Eine durchaus genauso starke und würdige Pflicht besteht darin. Sein Wohlsein und seine Befriedigung waren die einzigen Ziele eueres egoistischen Eifers. ein Leben voller Opfer und Verdienste zu haben. die wir uns auferlegen. Dabei prahlen sie mit dieser Anstrengung. der nun sein Sklave geworden ist. gäbe es davon eine nicht weniger gute Folge. Sie tun das aus unkontrollierter Liebe zum Reichtum und zu den dadurch begünstigten Genüssen. Für diesen sterblichen Körper habt ihr eueren Geist vernachlässigt. Der Mensch als Treuhänder. 1861)    13. bewahrt vor der Kälte und gibt Zuflucht denjenigen. dass er das Brot. wird strenge Rechenschaft ablegen müssen. die durch Egoismus. wohingegen Almosen demütigen und erniedrigen. Der schlechte Gebrauch des Reichtums besteht darin. Ist dies die Absicht der Existenz. die Gott euch gegeben hat?  (Ein Schutzgeist. als Verwalter der Güter. dermaßen verwöhnt und geschmeichelt. zu denen all diejenigen verpflichtet sind. sowie die Pflichten der brüderlichen Solidarität. die diese in unterschiedlichstem Einsatz erfüllen können. dem Elend vorzubeugen. wenn daraus etwas Gutes für die anderen resultiert. eingesetzt hat. Ihr habt nur an das Körperliche gedacht. kraft seines freien Willens. der ewig lebt. die nichts haben. hat sich in einen Tyrannen verwandelt. Das ist vor allem die Aufgabe der großen Reichtümer. Die Wohltätigkeit ist nur eine Weise. Er befiehlt euerem Geist.

wann immer es möglich ist.  Eure Vorliebe zu den materiellen Gütern ist eine der stärksten Hindernisse für eure moralische und spirituelle Entwicklung. der sie bekommt. So könnt ihr in diesem Leben in den unbeschreiblichen. sich nicht schämen muss. ähnlich wie im Gleichnis vom anvertrauten Zentner. Der Erneuerungsprozess ist nur durch eine ehrliche und brüderliche Vereinigung zwischen Geistern und Inkarnierten möglich. wenn es notwendig ist. meine Freunde.250 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen den Reichtum nach dem Willen Gottes nutzt. Euer Name wird auf der Erde selig sein und wenn ihr die Erde verlasst. Deswegen sage ich all denjenigen. um euch mein Opfer zu bringen. Durch diese Anhänglichkeit am Besitz unterdrückt ihr eure Fähigkeiten zu lieben. Seid ehrlich: Gibt der Reichtum ein vollkommenes Glück? Obwohl eure Kassenschränke voll sind. dass die Menschen. werden eure eigenen Herzen die ersten sein. Ich komme. nehme an der Freude deines Herrn teil!“ Ist in diesem Gleichnis der Diener. Wir sind uns gegenseitig verpflichtet. verwandelt sie in Lohn. wird der allmächtige Herr an euch die Worte. in dem er gelebt hatte. die etwas ‐ ob viel oder wenig ‐ geben können: Gebt Almosen. tat er das. statt den materiellen Genuss der Egoisten zu erleben. Algier. die sich aus dieser wohltuenden Quelle satt trinken. richten: „O guter und treuer Diener. die Förderlichkeit der später entstandenen Künste und der Industrie nicht kannte. die durch fleißige und ehrliche Arbeit Reichtum erlangen. indem ihr sie ganz auf die materiellen Dinge richtet. weil man damals und in dem Land. der eine Leere in den Herzen hinterlässt. Von dieser sehr . damit derjenige. in dessen Händen der Reichtum unergiebig ist? Wenn aber Jesus prinzipiell von Almosen sprach. Hierbei können die Reichtümer sehr für das allgemeine Wohl angewendet werden. nicht die Figur des Geizigen. der das ihm anvertraute Geld in der Erde vergraben hat. 1860)   DIE ABKEHR VON IRDISCHEN GÜTERN  14. eine Genugtuung erfahren. um euch mit Mut auf dem von euch bereits betretenen Weg der Vervollkommnung fortschreiten zu helfen. gibt es nicht trotzdem eine Leere in eueren Herzen? Ist nicht am Boden dieser Blumenkörbe immer eine Schlange versteckt? Ich verstehe. meine Brüder. seelischen Genuss kommen.  (Fénelon. die zudem gerecht ist.

Habt ihr darüber nachgedacht. ihr sollt es Ihm zurückgeben. die Not leiden.  Wenn der Reichtum von eueren Familien stammt. dass ihr durch den Reichtum die göttliche Rolle eines Vertreters der Nächstenliebe auf der Erde annehmen sollt. nur zu euerer Befriedigung nutzt? Was resultiert aus diesem bereitwilligen Vergessen euerer Pflichten? Der unbeugsame und unerbittliche Tod wird . bis zu einer Anhänglichkeit. dass ihr euch eines Tages dem Herrn gegenüber für das. Auch wenn ihr wenig Ehrlichkeit besitzt. dass ihr mindestens den Überschuss zum Wohl derjenigen verwendet. oder wenn ihr ihn euch durch eure Arbeit verdient habt. damit der Arme ohne Erniedrigung etwas entgegennimmt. werdet ihr viele moralische Bedenken haben. die so groß ist wie die zwischen der übertriebenen Verschwendung und dem verkommenen Geiz. das ihr nie vergessen sollt: Alles kommt von Gott und kehrt wieder zu Ihm zurück. wenn ihr von dem vergänglichen und vorübergehenden Reichtum – der.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      251 natürlichen Befriedigung. dann gibt es etwas. Er verlangt aber auch von diesem Reichen. was euch anvertraut worden ist. wie ihr übrigens selbst auch. als die Liebe und die Dankbarkeit. dass er etwas den Armen gebe. es ihm nicht zurückzugeben und ihr seid ihm dafür dankbar. Der Tod trennt euch von ihm wie von allen materiellen Gütern. die Gott auch anerkennt. Gott borgt es euch. Diese sind zwei schlechte Angewohnheiten. zwischen denen Gott die Nächstenliebe gestellt hat.  Die euch von Gott anvertrauten Güter erregen in eueren Herzen eine feurige und wahnsinnige Gier. nicht einmal euer armer Körper. ohne zu prahlen. flüchtig ist ‐ übermäßig abhängig werdet. denn sie sind genauso wie er Gottes Kinder. Lasst euch dadurch nicht täuschen. wenn ihr das.  Einer euerer Freunde borgt euch eine gewisse Summe Geld. Nichts gehört euch auf dieser Erde. liegt jedoch eine große Entfernung: Eine Entfernung. verantworten müsst? Ist euch entgangen. um ihn vernünftig zu verwalten? Was seid ihr also anderes als ein unehrlicher Verwalter. Gott ist ein himmlischer Freund. Sie ist göttlich und eine heilsame Tugend. der einem den Reichtum geborgt hat und von ihm für sich nichts Weiteres erbittet. Er borgt es euch unter der Bedingung. die alle anderen Gefühle verschlingt und die Impulse des Herzens lähmt. die den Reichen lehrt zu geben. was ihr von Ihm erhalten habt. Ihr seid Verwalter und nicht Besitzer. Hier habt ihr dann die Lage aller reichen Menschen auf der Erde.

Wenn sich aber dieser Mann. dass er den Wert des Geldes. um – so sagt er – zu sparen. Oder ihr nennt das Güte. an seine Anstrengungen erinnert. wird sein Verdienst größer sein als jener der anderen. die ihn antreibt? Ist es nicht oft eine Entschuldigung für sein Gewissen. egoistisch gegenüber anderen zu sein. den Keim der Nächstenliebe in ihnen zu ersticken? Väter und Mütter. den hohen Wert dieses selbst erwirtschafteten Geldes zu kennen.  Vergebens versucht ihr euch in diesem irdischen Leben selbst zu betrügen. Indem ihr ihnen beibringt. Nächstenliebe nach seinen Möglichkeiten ausübt. gegenüber euch selbst egoistisch zu sein.252 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen kommen. ihr seid in einem großen Irrtum. weil er ihnen etwas weniger von diesem Überfluss hinterlässt? Gibt er ihnen damit nicht eher eine Lektion des Egoismus. Wenn ein Mensch viel gearbeitet und im Schweiße seines Angesichtes Güter gesammelt hat. als Verschwendung zu eueren Gunsten. nur. damit die Liebe euerer Kinder zu euch zu vergrößern. Umsonst nennt ihr es Sparsamkeit und Vorsorge. der sich der Ausübung der Nächstenliebe vorbehält. sobald dieser Mensch. Er zwingt euch. die ihre Herzen verhärten wird? Bedeutet es nicht. Wäre dies dennoch ein Grund. Gold auf Gold zu häufen. was oftmals nur Egoismus ist. unter dem ihr euch versteckt. lehrt ihr sie. um seine Geschwister im Sinne Gottes zu vergessen? Wenn er selbst schon im Überfluss lebt. Nichts ist wahrer. wird er noch viel . werden seine Kinder im Elend leben. in einen Egoisten verwandelt und hart gegenüber den Armen ist. Nun. zum Beispiel. der euch vertraut hat. die Rechnung dem Freund. niemand kann ihn tadeln. weil er so sie vor dem Elendsleben bewahren könne. was nur Gier und Geiz ist. das er sich selbst verdient hat. damit er seinen Kindern das Maximum an Gütern hinterlässt. Wird das aber immer die einzige Motivation sein. zu präsentieren und der in diesem Moment im Amt des Richters vor eueren Augen erscheinen wird. die im Überschuss geboren sind und die mühsamen Anstrengungen der Arbeit nicht kennen. um den Schleier zu zerreißen. wenn ihr glaubt. Das ist gerecht und väterlich. dass er an die irdischen Güter gebunden ist? Nehmen wir trotzdem an. Wie ein Familienvater. dass die väterliche Liebe seine einzige Motivation ist. pflegt man zu sagen. Ihr färbt das mit dem Namen der Tugend. der zugegeben hat. ich stimme zu. was nichts anderes ist. der sich zwar an seinen Kummer. mehr zu schätzen weiß. um sich vor sich und den Augen der Menschheit dafür zu rechtfertigen.

dass es viele andere Güter gibt. ihn einem zu entziehen. die unendlich wertvoller sind als die irdischen Güter. sich von den irdischen Gütern zu lösen. um seine Phantasien zu befriedigen. Denkt aber daran. der euch gegeben und weggenommen hat. Wenn ihr durch ein unvorhergesehenes Missgeschick zu einem zweiten Hiob werdet. Er immer einen Trost beilegt. dass derjenige. es bedeutet Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit. 21. sie 109  Hiob I. versteht er nicht. Seid von Anfang an diesem Schicksal ergeben. desto mehr sollten wir uns geneigt fühlen. euch ebenso wieder geben kann! Versucht der Niedergeschlagenheit und der Verzweiflung zu widerstehen. die er besitzt.   Den Reichtum zu verschwenden heißt nicht. nur ihm allein steht der ganze Verdienst zu und sein Stolz verbindet ihm die Augen und steckt ihm Watte in die Ohren. Wer das Gold mit vollen Händen verschwendet. sich nicht für ihn zu opfern im Interesse des zukünftigen Lebens. sagt wie er: „Der Herr hatʹs gegeben.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      253 schuldiger als die anderen sein. Die Verschwendung ist auch keine Güte. mit den Geschichten von seiner Arbeit und von seinen Fähigkeiten verwirrt und statt ihm zu helfen. hat nicht das Recht. der Herr hatʹs genommen. vertraut darauf. Denn je mehr wir selbst die verborgenen Schmerzen des Elends kennen. dass Gott seinen Reichtum durch ein einziges Wort in das Gegenteil verkehren kann. sondern fast immer eine Art Egoismus. das genauso stark ist wie die Anhänglichkeit am Reichtum: der Stolz.  Unglücklicherweise begleitet den begüterten Mann immer noch ein anderes Gefühl. der ihn um Hilfe bittet. ohne sich zu beklagen. (Anmerkung des Herausgebers) . die eure Kräfte lähmt! Vergesst nie. dass der Neureiche den Unglücklichen. Trotz all seiner Intelligenz und all seinem Können. um Hilfe zu leisten. unsererseits die Schmerzen anderer zu lindern. sagt er am Ende: „Tu. dieser Gedanke wird euch helfen. ihn zu verlieren. dass. Die Abkehr von den irdischen Gütern heißt deswegen den Reichtum in seinem wahren Wert zu betrachten und sich dessen zu bedienen. der Name des Herrn sei gelobt!“ 109 Das ist die wahre Abkehr. würde vielleicht keinen Pfennig geben. wie ich es getan habe!“ Seiner Meinung nach hat die Güte Gottes keinen Einfluss auf seinen Reichtum. wenn Gott es für richtig hält. Nicht selten ist zu sehen. Der Mensch als Verwalter der Güter. wenn Gott euch vor eine harte Prüfung stellt. um anderen zu helfen und nicht nur sich selbst. sie zu vergeuden oder zu seinen Gunsten zu beschlagnahmen.

Wenn Gott es für richtig hält. sie zu verlieren. diese nach Deinem Willen zu erfüllen!  Hier habt ihr das. beneidet nicht die Reichen. ihn einzig und allein für euch zu nutzen. desto weniger leiden wir darunter. Der Mensch. Das bedeutet. der sich an die irdischen Güter hängt. für eueren Stolz und eure Sinnlichkeit benutzt. Seid keine untreuen Verwalter. ist wie ein Kind. um freiwillig Bettler und damit eine Last für die Gesellschaft zu werden. Wenn ihr nicht gelernt habt zurückzugeben. vergesst nicht. nach dem Willen Gottes zu handeln. Denkt daran. weil der Reichtum für das Glück nicht notwendig ist. Den Reichtum zu verweigern. was ich euch in Bezug auf die Abkehr von den irdischen Gütern lehren wollte. So zu handeln hieße. gibt Er den Reichtum demjenigen. sondern als Leihgabe bekommen. indem ihr den Reichtum zu euerer Befriedigung. das auf der Erde als ein großer Reichtum gilt. gib mir auch die Kraft. so sollen wir ihn nützlich gebrauchen. wie ihr sie benutzt habt. die man damit bewirken könnte. Der Reiche hat also eine Mission. meine Freunde. wenn Gott ihn einem gegeben hat. Wir müssen lernen. Du gibst mir eine neue Aufgabe. müssen wir lernen. Betrachtet es nicht als euer Recht. wie bei einer Prüfung einer Vormundschaft. Es ist ein Egoismus anderer Art. die schön und wertvoll für ihn werden kann. ist wie ein Erwachsener.“  Gott befiehlt niemandem. den Armen . Ich möchte schließlich zusammenfassen: Lernt mit wenig zufrieden zu sein. Wer etwas bekommen hat. der sie loslässt. Umso weniger Wert wir einer Sache beimessen. das nur den jetzigen Augenblick sieht. soll zu sich selbst sagen: Mein Gott. ihr habt ihn nicht als Gabe. der andere Dinge als wichtiger betrachtet. der ihn besitzt. wenn ihr reich seid. Wenn wir ihn dennoch besitzen. die Abkehr von den irdischen Gütern misszuverstehen. denn das wäre gleich bedeutend mit einer Flucht vor der Verantwortung. bedeutet auf die Wohltaten zu verzichten. dass diese Güter euch anvertraut worden sind. wenn es notwendig wird. wenn ihr arm seid. ihn zu opfern. mit welcher der Reichtum denjenigen belastet. Wenn wir ihn bekommen haben. ohne ihn auszukommen. würde man ihn mit Weisheit verwalten. derjenige. auf seinen Besitz zu verzichten. der diesen zum Vorteil aller gut zu verwalten versteht.254 KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen loszulassen. habt ihr nicht das Recht zu bitten. ihr werdet Rechenschaft abgeben müssen. weil er die prophetischen Worte des Erlösers kennt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.

  (Hl. Spricht das Prinzip. seine Reichtümer in den Händen seiner Nachkommen zu verwahren. der Mensch sei nur der Verwalter der Reichtümer und Gott erlaube ihm. weitergeben. 1860)   . Ludwig. 1863)   ÜBERGABE DES REICHTUMS  15. den Reichtum an seinen Nachfolger weiterzugeben?  Der Mensch kann durchaus bei seinem Tod die Güter. Er kann es vermeiden. die er in seinem Leben benutzt hat. die er bekommen hat. Constantine. das besagt. denn die Ausführung dieses Rechts ist immer dem Willen Gottes untergeordnet. ist ohne Macht. die Schuld. Deswegen sehen wir. dass die Erben nicht an diesem Genuss teilhaben sollen. Paris. wie Reichtümer zerstört werden.  (Lacordaire. die wir Gott gegenüber haben. Das nimmt ihm aber nicht das Recht. wenn Er es für richtig hält. zumal Gott sie diesem wieder entziehen kann.KAPITEL  XVI ‐ Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen      255 zu geben bedeutet. ihm das Recht ab. Der Wille des Menschen. sie während seines irdischen Lebens zu genießen. als hätten sie eine sehr solide Grundlage. diese Leihgabe weiterzugeben. wenn es Seine Absicht ist. die aussahen. einzulösen.

dass nicht ein Einziges dabei ist. Wovon handelt diese Vollkommenheit? Jesus sagte: „Liebet eure Feinde und bittet für die. würde die Maxime „vollkommen sein. 44 ‐ 48)  2. denn wenn ihr liebet. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die. zu erreichen. die Möglichkeit beinhalten. die euch verfolgen. selbst von den einfachsten Fehlern.KAPITEL  XVII ‐  SEID VOLLKOMMEN Charakteristika der Vollkommenheit ‐ Der gütige Mensch ‐ Die guten Spiritisten ‐ Das Gleichnis von der Saat  Unterweisungen der Geistigen Welt: Die Pflicht ‐ Die Tugend ‐ Vorgesetzte und Untergebene ‐ Der Mensch in der Welt – Sorge tragen für Körper und Geist CHARAKTERISTIKA DER VOLLKOMMENHEIT 1. hätten aber diese feine Nuance nicht verstanden.  In der Tat. zerstört oder schwächt . diese Worte. Wenn den Geschöpfen die Möglichkeit gegeben wäre.  Es ist also notwendig. Er hat sich darum beschränkt. genauso vollkommen wie der Schöpfer selbst zu sein. Wenn wir annehmen. dieses Ziel zu erreichen. wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. wie euer Vater im Himmel vollkommen ist” wortwörtlich betrachtet. die absolute Vollkommenheit zu erlangen. die euch verfolgen. dass das Wesentliche der Vollkommenheit die Nächstenliebe in ihrer Vielseitigkeit ist. weil sie die Ausübung von allen Tugenden verlangt.“ Damit zeigt er uns. ihnen ein Modell zu zeigen und ihnen zu raten. Alles. (Matthäus V. was unzulässig ist. die euch lieben. Die Menschen. um sich damit mehr der Göttlichkeit anzunähern. was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid. dass Gott die unendliche Vollkommenheit über allem ist. zu denen Jesus sprach. was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein. wären sie ihm gleich. welche die Menschheit in der Lage ist. was die eigene Persönlichkeit überwertig werden lässt. Denn sie haben alle ihren Ursprung in dem Egoismus und in dem Stolz. die beide als Verneinung dieser Nächstenliebe zu betrachten sind. sich darum zu bemühen. so wird man feststellen. als eine relative Vollkommenheit zu verstehen. wenn man sich die Folgen aller Laster anschaut. das nicht mehr oder weniger das Gefühl der Nächstenliebe verändert.

 Er glaubt an die Zukunft und stellt deswegen die spirituelle Güte über alle irdischen Güter. Prüfungen oder Abbüßungen sind und akzeptiert sie. in den . dass die Stufe der Vollkommenheit in direktem Zusammenhang mit dem Ausmaß jener Liebe steht. die er in der Lage zu vollbringen war. Der wahre gütige Mensch ist derjenige. in Seiner Gerechtigkeit und in Seiner Weisheit. den er leistet. Diese Liebe ist deswegen immer ein Anzeichen mehr oder weniger großer moralischen Überlegenheit. Die Liebe zu den Nächsten bis hin zu der Liebe zu den Feinden lässt sich mit keinem Fehler in Verbindung bringen. Er weiß. der sein Gewissen über seine eigenen Taten befragt und sich selbst fragt: Ob er nicht dieses Gesetz verletzt hat. ob er alle Wohltaten vollbracht hat. Daraus ergibt sich. der das Gesetz der Gerechtigkeit. in dem Glück der Menschen. praktiziert. der gegen das Prinzip der Nächstenliebe ist. ob er den anderen all das getan hat. Derjenige. ohne Belohnung zu erwarten. alle Leiden und alle Enttäuschungen. übernimmt die Verteidigung des Schwachen gegen den Starken und opfert immer sein Interesse der Gerechtigkeit. Jesus sagte deshalb.  Durchdrungen vom Gefühl der Mildtätigkeit und der Liebe. die er glücklich macht.  Er vertraut Gott in Seiner Güte.  Er anerkennt. in der er hätte nützlich sein können. ob er absichtlich eine Möglichkeit verpasst hat. die Entsagung und die Hingabe. der Liebe und der Nächstenliebe in seiner höchsten Reinheit. ob sich niemand über sein Verhalten beschweren kann und letztendlich die Frage. nichts Böses getan hat. in dem Dienst. was er sich selbst wünsche. dass es ihm angetan wird. ohne sich zu beschweren. dass nichts ohne Seine Einwilligung geschieht und fügt sich Seinem Willen. wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. die er vollbringt. des Guten wegen.   DER GÜTIGE MENSCH  3. Er erwidert dem Bösen das Gute.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      257 zumindest die Elemente der wahren Nächstenliebe: das Wohlwollen. tut er Gutes.  Er findet Befriedigung in den Wohltaten. dass alle Schicksalsschläge des Lebens. nachdem er seinen Jüngern die Grundsätze der Nächstenliebe in ihrer vollkommensten Form erläutert hatte: Seid vollkommen. die Nachsicht.

Der Egoist. in dem Maß. Er nutzt im Gegenteil alle Möglichkeiten. berechnet den Gewinn und Verlust all seiner Wohltaten.258 KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen Tränen. 110  Johannes VIII. Und auch wenn er sich nicht von der Idee verabschiedet. um vom nächsten Tag sagen zu können. noch seine Begabungen auf Kosten anderer zur Geltung zu bringen. 7.”110  Er beschäftigt sich nicht damit. Nach dem Beispiel von Jesus vergibt er und vergisst die Beleidigungen und erinnert sich nur an die Wohltaten. in dem Trost. den er den Unglücklichen spendet. nicht die Gnade Gottes verdient.   Der gütige Mensch pflegt weder Hass noch Groll und auch kein Rachegefühl. (Anmerkung des Herausgebers) . der werfe den ersten Stein auf sie. sie zu bekämpfen. Wenn dennoch die Notwendigkeit ihn dazu zwingt.  Er ist milde mit den Schwächen anderer. selbst wenn sie vielleicht unbedeutend erscheinen und vermeidbar wären. da er weiß.  Unter allen Umständen ist die Nächstenliebe seine Führung. im Gegenteil dazu. er missachtet damit die Pflicht der Nächstenliebe und erweist sich dieser Gnade ebenfalls nicht würdig. das Schlechte zu mildern. dass ihm verziehen werden wird. Fehler an dem anderen zu suchen und diese zu offenbaren. dass der. dass er selbst der Milde bedarf und erinnert sich deshalb an die Worte von Christus: „Wer unter euch ohne Laster ist. da er weiß. bevor er an sich selbst denkt und er versucht die Interessen der anderen vor seine eigenen zu stellen.  Er analysiert seine eigene Unvollkommenheit und arbeitet unermüdlich daran. die nicht so denken wie er. wie er verziehen hat. anderen Leiden und Unannehmlichkeiten zuzufügen. Er setzt alle Anstrengungen ein. zu allen Menschen ohne Bevorzugung einer Rasse oder eines Glaubens.  Er respektiert an den anderen ihre ehrliche Überzeugung und wirft nicht den Bann des Fluches über diejenigen. die er trocknet. um auf die Vorteile anderer aufmerksam zu machen. weil er alle Menschen als Geschwister betrachtet. versucht er immer. der anderen mit böswilligen Worten schadet oder die Gefühle anderer mit seinem Stolz und seiner Verachtung verletzt.  Er versucht weder seinen Geist. Und er weiß. Seine erste Reaktion ist immer an andere zu denken. dass er etwas besser geworden als der gestrige Tag ist.  Der gütige Mensch ist menschlich und gut.

wer ihn gut fühlt. was ihre untergeordnete Position beschwerlicher machen könnte. wenn sie es verstehen. Ferner weiß er. der gegenüber er rechenschaftspflichtig ist. dass alles. XVII. die ihm anvertraut wurden.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      259  Er geht weder mit seinem Reichtum noch mit seinen persönlichen Vorteilen eitel um. da sie vor Gott seinesgleichen sind. um sie aufzurichten. aber missbraucht nicht die Güter. 346)  Und schließlich respektiert der gütige Mensch alle Rechte. Und. weil er erkennt.  Er benutzt. Abs. was ein und dasselbe ist. die einen gütigen Menschen kennzeichnen. indem er einen soliden und durchschaubaren Glauben. Wer den Spiritismus gut verstanden hat.  Der Untergeordnete auf der anderen Seite. Er vermeidet alles. die schwanken oder zweifeln. S. behandelt er sie mit Güte und Wohlwollen. denjenigen ermöglicht. dass es am aller schädlichsten wäre.   Diese Zusammenfassung entspricht nicht allen Eigenschaften.  Wenn die soziale Stellung ihm Menschen als seine Mitarbeiter unterordnet. Wer sich dennoch bemüht. dass es sich um eine Leihgabe handelt. üben sie es nicht für sich selbst aus. befindet sich auf dem Weg zu allen anderen. wie den wahren Christen charakterisieren. oder besser. verstehen weder ihre Konsequenz noch den moralischen Hintergrund. diese von uns aufgeführten Eigenschaften zu erwerben. versteht die Pflichten seiner Position und bemüht sich diese gewissenhaft zu befolgen. 9. ihm wieder entzogen werden kann. sondern vereinfacht dem Menschen die Verständigung und die Ausübung der christlichen Moral. was ihm gegeben wurde. Der Spiritismus hat keine neue Moral geschaffen. Woran .   Aber viele.   DIE GUTEN SPIRITISTEN  4. (siehe Kap. die den wahren Spiritisten. die an die Fakten der spiritistischen Erscheinungen glauben. Er nutzt sein Ansehen. gleichfalls wie er seine Rechte respektiert sehen möchte. Da er weiß. statt sie mit seinem Stolz zu demütigen. gelangt unausweichlich zu den oben benannten Ergebnissen. sich davon für die Befriedigung der eigenen Leidenschaften zu bedienen. die seinesgleichen durch die Naturgesetze gegeben wurden.

dass der so genannte greifbare. dass es etwas Besseres geben könnte. ohne zu fragen. der sie umhüllt. Eine Reife. als an die Moral. oder weil sie die Begleitung jener Teilnehmer bevorzugen. Das kommt dadurch zu Stande. Ihre Essenz selbst ist die Klarheit. sie an neuen Geheimnissen teilhaben zu lassen. die entweder auf dem Weg stehen geblieben sind oder sich von ihren Glaubensbrüdern distanziert haben. diese mit all ihrer feinsten Nuancen und mit erstaunlicher Genauigkeit lernen. Sie hat keine Mysterien und die sich ihrer Bekennenden sind auch nicht im Besitz von etwas Geheimnisvollen. weil sie angesichts der Pflicht zögern. Dagegen verlangt der essenzielle Teil einen gewissen Grad an Sensibilität. um in das Geheimnis des Schöpfers einzudringen. um diese Lehre zu verstehen? Nein. Deshalb brechen sie mit ihrem Verlangen und ihren Gewohnheiten nicht leicht ab. die vom Alter und vom Bildungsgrad unabhängig ist. das ihre Tendenz verändern würde. Sie sind die unvollkommenen Spiritisten. Das ist ihre große Stärke. da sie nicht verstehen. die an ihren Schwächen oder ihrem Misstrauen teilhaben. damit der Geist sich von den irdischen Gütern befreien kann. das man Reife des moralischen Menschenverstandes nennen kann. dass Platz für falsche Interpretationen lassen würde. sich zu erneuern.  In manchen Menschen sind die materiellen Bindungen noch zu stark. Dieser Nebel.260 KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen liegt das? Besteht ein Mangel an Deutlichkeit der Lehre? Nein. der nicht ausreichend ist. als das. Sie binden sich mehr an die Phänomene. Und trotzdem ist die .  Ist also eine außergewöhnliche Intelligenz notwendig. die ihnen abgedroschen und langweilig erscheint. ob sie sich als würdig erwiesen haben. verhindert den Anblick der Unendlichkeit. wissenschaftliche Teil mit bloßen Beobachteraugen betrachtet werden kann. während gewöhnliche Intelligenzen. weil man Menschen von hervorragender Intelligenz sieht. da sie in besonderem Sinne der Entwicklung des reinkarnierten Geistes innewohnt. das anderen verborgen bleibt. Sie bitten andauernd die Geistwesen. selbst gerade aus der Pubertät herausgekommene junge Menschen. da sie direkt die Intelligenz anspricht. sie zu orientieren und zu einem tieferen Erstreben zu motivieren. das ihre intuitive Tendenz wenig oder gar nicht verändern kann. was sie besitzen. die sie nicht verstehen. da sie weder ein Sinnbild noch eine Gestalt beinhaltet. Im Grunde sehen sie vom Licht nicht mehr als einen einzigen Lichtstrahl. Der Glaube an die Geistwesen ist für die Menschen ein ganz einfaches Faktum.

der sich durch die Töne des Akkords ergreifen lässt. der ihnen den zweiten in einer nächsten Existenz leichter machen wird. Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht. während der andere einfach nur die Töne hört. An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See. wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des . die Existenz von etwas Besserem. um seine schlechten Neigungen zu beherrschen. und die Dornen wuchsen empor und ersticktenʹs. Einiges fiel auf felsigen Boden. erkennt der andere. Man erkennt daher den wahren Spiritisten an seiner moralischen Veränderung und an den Anstrengungen. so daß er in ein Boot stieg und sich setzte. wenn er einen starken Willen hat. sich von seinem begrenzten Horizont zu befreien und schafft es immer. Während der eine mit seinem begrenzten Horizont zufrieden ist. der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt. einiges hundertfach. bei dem auf den Weg gesät ist. Einiges fiel unter die Dornen.   DAS GLEICHNIS VOM SÄMANN 5. Und indem er säte. Die Prinzipien der Lehre bewegen etwas in ihm.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      261 Anerkennung der Grundsätze der Lehre der erste Schritt. Er bemüht sich. es ging ein Sämann aus. verleiht ihm eine klare Wahrnehmung der Zukunft. und ging bald auf.  Der. befindet sich in einem erhabenen Stadium der moralischen Entwicklung. fiel einiges auf den Weg. Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Siehe. den man mit Recht einen wahren. Mit anderen Worten. verwelkte es. was in sein Herz gesät ist. das ist der. sondern er ist wetterwendisch. die er unternimmt. und alles Volk stand am Ufer. ehrlichen Spiritisten nennen kann. Bei dem einen. der im Großen und Ganzen die Materie überwiegt. XIII. einiges sechzigfach. so kommt der Böse und reißt hinweg. wo es nicht viel Erde hatte. Wer Ohren hat. zu säen. weil es keine tiefe Erde hatte. und weil es keine Wurzel hatte. Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm.  Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist. verdorrte es. ist es wie beim Musiker. er ist in seinem Herzen berührt und deshalb ist sein Glaube unerschütterlich. der höre! (Matthäus Kap. das ist. da kamen die Vögel und fraßenʹs auf. aber er hat keine Wurzel in sich. das in den vorher Genannten völlig unberührt bleibt. einiges dreißigfach. 1 ‐ 9)  So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann: Wenn jemand das Wort von dem Himmelreich hört und nicht versteht. Sein Geist. Als aber die Sonne aufging.

die Ratschläge begrüßen und bewundern. das ist. der dritte dreißigfach. die nichts anderes als den Glanz der geistigen Mitteilung suchen und sich nur deshalb dafür interessieren. so fällt er gleich ab. Die Pflicht. 18 ‐ 23)   6. als auch in den erhabenen Taten. für die diese Lehre wie die Saat ist. . Wie viele Menschen gibt es tatsächlich. da sie an ihnen nichts mehr als kuriose Tatsachen sehen? Sind die anderen nicht diejenigen. und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort. die auf guten Boden fiel und Früchte gedeihen lässt?    UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE PFLICHT  7. die nur den materiellen Phänomenen Beachtung schenken und aus diesen keine Folgen ziehen. um ihre Fantasie zu befriedigen? Denn. bleiben sie genauso unberührt und gleichgültig wie vorher.  (Matthäus XIII. denen diese Worte nichts anderes sind als tote Schrift. der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt. Ich möchte hier nur über die moralische Pflicht sprechen und nicht über die beruflich bedingte. der andere sechzigfach. Bei dem aber auf gutes Land gesät ist.262 KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen Wortes willen. Wir finden sie sowohl in den kleinsten Details. das ist. und er bringt keine Frucht. nachdem sie diese gehört haben. die auf den Felsen fiel und keine Früchte produzierte?   Nicht weniger zutreffend kann dieses Gleichnis bei den verschiedenen Kategorien von Spiritisten angewandt werden. wie wir die Lehren des Evangeliums umsetzen können. Die Pflicht bedeutet die moralische Verpflichtung zuerst vor uns selbst und dann vor den anderen. ähnlich der Saat. Das Gleichnis vom Sämann zeigt perfekt die unterschiedlichen Arten auf.  Bei dem aber unter die Dornen gesät ist. Sind die einen symbolisch nicht unter denjenigen zu finden. der das Wort hört. und der eine trägt hundertfach.   Oder sind die weiteren Samen nicht auch jene Spiritisten. diese aber nur für die anderen und nicht für sich selbst gebrauchen?   Und schließlich sind nicht die Letzten diejenigen. das ist das Gesetz des Lebens.

Sie ist eine Tapferkeit der Seele. Aber wie bestimmt man diese Pflicht genau? Wo fängt sie an? Wo endet sie? Die Pflicht fängt genau an der Stelle an. was daraus folgt. Die innerste Pflicht des Menschen ist seinem freien Willen untergeordnet. Er ist gleichzeitig Richter und Sklave in der eigenen Sache. Er bleibt aber oftmals machtlos hinter dem Trugschluss der Leidenschaften zurück. Die Gleichheit bezüglich der Schmerzen ist eine himmlische Vorsehung Gottes. sondern weil sie der Seele die notwendige Lebenskraft für ihre Weiterentwicklung gibt. Kleine wie Große. so dass jeder bewusst das Übel. weil sie ihn von der Unannehmlichkeit des Lebens bewahrt. warnt und stützt den Menschen. Fehler nicht mit der Ausrede zu machen. da sie bereit ist. wo man das Glück oder den Frieden des Nächsten bedroht und endet an der Grenze. das er anrichten kann. Die Pflicht des Herzens. Sie ist streng wie gefügig.  Die Pflicht ist die praktische Zusammenfassung aller moralischen Überlegungen. der seine Pflicht erfüllt. beurteilt. da sie sich im direkten Gegensatz zu den Verführungen der eigenen Interessen und denen des Herzens befindet. ehrlich betrachtet. die man sich selbst betreffend nicht gerne überschritten haben möchte. die sich gegen die Angstgefühle des Kampfes stellt. von denen die Menschheit nicht verschont bleiben kann. Der Mensch soll die Pflicht lieben. Der Mensch. was den Schmerz angeht.  Die Pflicht ist der schönste Preis der Vernunft. Ihre Siege haben keine Zeugen und ihre Niederlagen erfahren keine Repression.  Gott erschuf alle Menschen gleich.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      263  In Zusammenhang mit den Gefühlen ist der Pflicht sehr schwer nachzukommen. Unwissende oder Aufgeklärte. dass alle Seine Kinder durch ähnliche Erfahrungen untereinander lernen. Die moralische Pflicht vom Geschöpf gegenüber Gott hört nie auf.  Die Pflicht wächst und strahlt in erhabener Form in jedem der höheren Stadien der Menschheit. Der Stachel des Gewissens. sich vor den verschiedenen Schwierigkeiten zu biegen und dennoch unbiegsam angesichts ihrer Verführung zu bleiben. liebt Gott mehr als alle Wesen und liebt alle Wesen mehr als sich selbst. sie wüssten nicht. Es ist unendlich variierend in seinen Ausdrucksformen. Der will. erhebt den Menschen. dieser Wächter der inneren Redlichkeit. Und von ihr ist diese Pflicht genauso abhängig wie der Sohn von der Mutter. Dasselbe Kriterium gilt nicht für das Gute. alle leiden aus denselben Gründen. nicht.  .

dazu möchte ich euch motivieren. welcher nun von sich selbst prahlt und sich ein Standbild seiner eigenen Tugend baut. meine Kinder. so versteckt sie sich hinter dem Schatten.  Der Mensch. dessen Wert sich darauf beschränkt. Entfernt doch aus eueren Herzen das Gefühl des Stolzes. Und so gab es viele andere. die er wirklich hätte haben können. den Nächsten lieben. versammelt inhaltlich alle wesentlichen Eigenschaften eines gütigen Menschen. vernichtet gerade dadurch all die Verdienste. verdeckt oft eine zahllose Menge von kleinen Verdorbenheiten und gehässigen Mutlosigkeiten. Folgt nicht dem Menschen.  Zu dieser derart verstandenen und praktizierten Tugend lade ich euch ein. 1863)    DIE TUGEND  8. da Er will. Unglücklicherweise sind diese Eigenschaften oft von kleinen moralischen Belastungen begleitet. Die Tugend. genügsam und bescheiden sein. dieser wahrhaft christlichen und spiritistischen Tugend. Wer sich mit seiner Tugend brüstet. Der würdige Pfarrer von Ars war tugendhaft. aber umso mehr vor Gott. Denn es fehlt ihm an der wichtigsten Eigenschaft. Diese Eigenschaften sind: gut sein. Sich ihr zu widmen. der Eitelkeit. was er nicht . welche die schönsten Eigenschaften immer verdunkeln. Möchten wir sie entdecken. welche in Wirklichkeit diesen Namen verdient. weniger bekannt in der Öffentlichkeit.  (Lazarus. Und was soll man von demjenigen sagen. der sich als Vorbild präsentiert und mit seinen eigenen Eigenschaften vor allen toleranten Ohren prahlt! Diese Tugend. die sich zur Schau stellt. mag nicht prahlen. arbeitsam. dass die Anmut Seines Werkes glänze. Der heilige Vinzenz war tugendhaft.264 KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen Es soll die Tugenden des Ewigen widerspiegeln. der Stolz. Alle diese guten Menschen waren sich dessen nicht bewusst. Sie haben sich treiben lassen durch die Einflüsse ihrer göttlichen Inspiration und taten Gutes ohne Eigennutz und in Vergessenheit ihrer selbst. der Bescheidenheit und es überwiegt bei ihm die gegenteilige schlechte Angewohnheit. die ihren Schmuck abnehmen und sie schwächen. Der keine unvollendete Skizze annimmt. ist nicht tugendhaft. in ihrem höchsten Grade. etwas vorzugeben. entflieht der Bewunderung der Masse. der Eigenliebe. dass sie tugendhaft waren. Die Tugend. Paris.

indem dieses Gefühl sich offenbart. noch weniger ‐ entsprechend der falschen Gedanken der mächtigen Bewohner der Erde ‐ als ein Recht oder als ihr Eigentum. als viel Tugend mit Stolz. Und dennoch würde ich sagen: „Es ist besser. 1863)    VORGESETZTE UND UNTERGEBENE  9. degeneriert es sich in Selbstliebe.“ Der Stolz ist folglich der Grund. wird Rechenschaft darüber abverlangt. das ihm jederzeit.  O ihr alle.  Der Begünstigte der Autorität. Wenn dieses Privileg das Eigentum eines einzigen Menschen wäre. dass sie gegeben wurden. dass ihm etwas gehört. soll sich der Verpflichtung. Auf dieselbe Art und Weise wird er die Früchte seiner Hilfsbereitschaft ernten. wann immer Er es will. Die schlechten Angewohnheiten. genauso wie der Reichtum. Kein Mensch kann also sagen. ist uns übertragen worden und demjenigen.  (François‐Nicolas‐Madeleine. wie es Ihm recht ist und genauso entzieht Er diese uns wieder. Gott hat oftmals gezeigt. wie weit sich der Mensch von der Vollkommenheit entfernt befindet. Aber von dem Moment an. ‐ vom Herrn zum Sklaven oder vom Herrscher zum Volk ‐. weniger Tugend in Bescheidenheit zu haben. die der spiritistische Glaube mit seinen Lichtstrahlen erwärmt hat! Ihr wisst. Das Prestige. Gott gibt uns das besondere Ansehen als Aufgabe oder Prüfung. die ich allen ehrlichen Spiritisten wünsche. ohne sein Einverständnis abgenommen werden kann. weil er verantwortlich sein wird für die gute oder schlechte Führung. da Er sie euch abverlangt. ein Leiter von vielen Seelenleben zu sein. um die Lust am Beherrschen zu befriedigen. um Lob hervorzurufen. als Konsequenz seiner Führung oder seines schlechten Einflusses. weil er sie auf . dass derjenige. Durch die Demut sollen sie sich eines Tages erlösen. dass sie weder das eine noch das andere sind.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      265 ist? Ich gestehe sehr wohl. der sie bekommen hat. in welcher Form sie sich auch präsentiert. wäre es unveräußerlich. die er über die ihm anvertrauten Menschen leistet. im Innern seines Herzens eine Befriedigung spürt. Paris. in die sie verfallen. Fallt niemals in solche Tücken! Die Tugend ist eine Begnadigung. Glaubt nicht. der etwas Gutes tut. werden auf ihm lasten. durch den die Zivilisationen sich nach und nach zu Grunde gerichtet haben. nicht entziehen.

 bedeutet sie nicht zu erfüllen.“  Der Vorgesetzte. Er weiß. die du um dich herum hättest ausstreuen sollen?“ So wird Er auch denjenigen fragen. geschah es nicht. was er anderen zugefügt hat. dass er nicht befreit davon ist. Alle Menschen haben auf der Erde eine kleine oder große Aufgabe. welche Fortschritte hast du gefördert? Denn. wie er diese Mitarbeiter selbst behandelt hat. zu mir zu finden. Selbst wenn er gezwungen ist. dass seine Mitarbeiter mit ihm umgingen. Diese Aufgabe in seinem Eigensinne zu verändern. Und wenn er in seiner Arbeit leidet. weil er keine bessere findet. wie als Chef er gerne hätte. der die Worte Christus in sich trägt. die ihm anvertraut wurde. Wenn ich dich mächtig gemacht und dir die Schwächsten anvertraut habe. diese Position zu ertragen. nicht die Fehler vom anderen entschuldigen.  Ob Gott einen Reichen fragt: „Was hast du aus dem Reichtum gemacht. dass jede Vernachlässigung der Arbeit. welche üblen Taten hast du vermieden. der Macht ausgeübt hat: „Wie hast du diese Macht angewandt.   Wenn der Vorgesetzte bestimmte Pflichten erfüllen muss. vielleicht in einem anderen Leben schon seine Vorgesetzten waren oder es künftig sein werden und dass er so behandelt wird. Er versteht. damit du sie stützt und ihnen helfest. verachtet keinen seiner Untergebenen.266 KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen einen guten Weg geführt hat. Der Spiritismus lehrt ihn. wird er sagen. dass er es ohne Zweifel verdient hat. um Gutes zu tun. geschah es. dass diejenigen. Ist Letzterer Spiritist. als eine Prüfung von Demut. . um aus ihnen Sklaven deines Willens zu machen und auch nicht. Aus diesem Grund ist er gewissenhafter in der Ausübung seiner Aufgaben. wenn ich dir Untergebene gewährt habe. die für seinen geistigen Fortschritt notwendig ist. sich in das Schicksal zu ergeben. Sein Glaube bestimmt sein Verhalten und er handelt so. Sie ist ihnen immer gegeben worden. weil er weiß. lehrt ihn der Spiritismus. damit sie fügsame Instrumente deines Eigensinnes und deiner Habsucht sind. dass man nicht Böses mit Bösem vergelten soll und dass die Fehler vom einen. diese Pflichten zu erfüllen. auch wenn sein Chef den seinen nicht nachgeht. die ihm heute Folge zu leisten haben. gleich bedeutend welche es ist. dass die sozialen Unterschiede vor Gottes Augen nicht fortbestehen. die nicht weniger geheiligt sind. so wird sein Gewissen ihm noch deutlicher sagen. der in deinen Händen eine Quelle der Fruchtbarkeit war. Denn er hat vielleicht irgendwann sein Ansehen missbraucht und spürt jetzt die Nachteile dessen. hat sein Mitarbeiter genauso gewisse Pflichten.

einen strengen. Reinigt also eure Herzen. für eine bevorstehende Arbeit oder auch für die erledigte Arbeit. wie die Menschen leben sollen. die sich unter den Augen des Herrn versammeln und den Schutz der guten Geistwesen erbitten. das euch abseits der gesellschaftlichen Gesetze stellen würde. Paris. um dort die Früchte der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit zu tragen.  (François‐Nicolas‐Madeleine. eine Rechnung sein wird. 1863)    DER MENSCH IN DER WELT  10. Bei jeder euerer . düsteren Anschein zu zeigen oder in der Ablehnung der Vergnügungen. zu leben. dem er seine Zeit und seine Bemühungen schuldet. die das menschliche Dasein erlaubt. Ihr sollt aber keine von diesen erschüttern. Der euch dieses Leben gegeben hat. Es genügt am Anfang und am Ende einer Arbeit. in der ihr gezwungen seid. alle eure Taten dem Schöpfer zu widmen. dass jede Abweichung des geraden Weges. mit Geistwesen unterschiedlicher Natur und gegensätzlicher Charaktere in Berührung zu kommen. wir euch zu einem mystischen Leben anregen wollen. aber bringt diese Opfergabe mit einem Gefühl des reinen Herzens. Mit einem Wort. der die Tage zählt. Tut Opfer der Notwendigkeit und sogar der täglichen Leichtfertigkeit. damit diese in euch die geistige Veranlagung finden können. Seid heiter. Die Ehrfurcht soll immer das Herz derjenigen beleben. um im Überschuss die Saat auszuwerfen. er lässt sich von dem Pflichtgefühl führen. dass. die ihr treffen werdet. dass sie aus reinen Gewissen stammt. Es genügt. die ihn von dieser Erbschaft noch trennen. die ihr ruft. das diese erhaben machen können. Sie sollen in eueren Herzen keimen. eure Freude aber sei so beschaffen.  Glaubt jedoch nicht. die er früher oder später begleichen muss. Er hat die Gewissheit. Eure Glückseligkeit sei wie die des Himmels‐Erben. seine Gedanken zu dem Schöpfer zu erheben und Ihn in einem Antrieb der Seele um Seinen Schutz und Segen zu bitten. Nein! Lebt mit den Menschen euerer Zeit. das sein Glaube ihm gibt. Kardinal Morlot.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      267 einen Verlust für denjenigen bedeutet. Lasst dort niemals einen weltlichen oder unnützen Gedanken verweilen! Erhebt eueren Geist zu denen. indem wir euch andauernd zum Gebet und zur geistigen Evokation aufmuntern.   Die Tugend besteht nicht darin. der ihn dafür entlohnt. seid glückselig.  Es ist eure Bestimmung.

Der Mensch. sich ausdehne und sogar das Gefühl der Freiheit spüren kann. aber die Pflichten dieser Nächstenliebe erstrecken sich auf alle sozialen Stellungen. V. um das Gleichgewicht zwischen ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen. um mit uns in ständigem Verkehr zu leben und unter den Augen des Herrn zu bleiben. dass es notwendig sei. Da er sich um nichts außer um sich selbst kümmern muss. die göttlich lieben. Machen wir einen Vergleich und nehmen wir an. muss der Körper gesund. (siehe Kap.  (Ein Schutzgeist. Bordeaux. zu bewahren? . 1863)    SORGE TRAGEN FÜR KÖRPER UND GEIST   11. dass beide sich in einem vollkommenen Zustand befinden. S. vollständig die absolute Nächstenliebe zu praktizieren. Lasst in euerer Glückseligkeit dennoch niemals einen Gedanken oder eine Handlung eindringen. ist sein Leben das eines Egoisten. das Büßerhemd zu tragen oder sich mit Asche bedecken. versorgt und kräftig sein. euretwegen mit Traurigkeit verdunkeln würde. Sorge zu tragen für den Körper.  Vollkommen sein heißt. 26. von den niedrigsten bis hin zu den höchsten. entzieht sich freiwillig dem wirksamsten Mittel der Vollkommenheit. Abs. die sich so sehr unterscheiden. die Notwendigkeit aufzuzeigen. steigt dann hinauf zur Quelle aller Dinge. möchte ich mich auf die grundlegenden Prinzipien stützen. 111)  Denkt deswegen nicht. die Nächstenliebe auszuüben. der je nach Gesundheits‐ oder Krankheitszustand auf die Seele in einer sehr wichtigen Form Einfluss ausübt. Seid glückselig nach den Bedürfnissen der Menschheit. die Gott gegenüber unwürdig wäre oder die das Angesicht derer. der in der Isolation leben würde. Nein. Diese kann er nur im Umgang mit dem Nächsten und im schwierigsten Kampfe mit ihm üben. Damit diese Gefangene lebe.268 KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen Taten. Wer sich dann isoliert. Nein sagen wir euch nochmals. die euch lieben und leiten. Besteht die moralische Vollkommenheit in der Kasteiung des Körpers? Um diese Frage zu beantworten. Ich beginne damit. Tut niemals etwas ohne die Zuwendung zu Gott. sodass diese eure Taten bereinigt und heiligt. Was sollen sie tun. hätte keine Möglichkeit. Denn wir müssen die Seele als Gefangene des Leibes ansehen. Gott ist Liebe und Er segnet diejenigen. wie Christus sagte.

auf welche die Natur selbst hinweist. bedeutet das Gesetz Gottes zu verkennen. Beugt vielmehr eueren Geist. Bestraft nicht eueren Körper für die Fehler. Wo also ist die Weisheit? Wo also ist die Wissenschaft des Lebens? Nirgendwo! Dieses große Problem würde unlösbar bleiben. dass sie sich gegenseitig benötigen. die den Körper bekämpfen will und der Materialismus. der zur Vollkommenheit führt. wimmelt die Masse der Gleichgültigen. Das ist der Weg. zu demonstrieren. ihn sanft gegenüber dem Willen Gottes zu machen und auch der einzige. die zwischen Körper und Seele existiert. der die Seele erniedrigen will. die ohne Überzeugung und Leidenschaft. der Forscher. zu verachten. Schutzgeist. Man muss also auch beide pflegen. Diese Bedürfnisse. wenn der Spiritismus. wenn ihr trotz Kasteiung eueres Körpers. unterwerft ihn und demütigt ihn. je nach Laune lieben und mit Sparsamkeit genießen. die Askese. Paris. Würdet ihr etwa vollkommener sein. die euer freier Wille geschehen lässt. aber sorget euch auch um eueren Körper. um ihnen die Bindung.  (Georg. die es verursacht. Der Körper ist genauso wenig verantwortlich. die euer Geist erfährt. dazu nicht weniger egoistisch. Er argumentiert. 1863)    . Zwei Gewalten. nicht zur Hilfe kommen würde. die eine fast so unvernünftig wie die andere. weniger stolz und nicht weniger herzlos zu eueren Nächsten werdet? Nein! Die Vollkommenheit hängt nicht davon ab. Seite an Seite dieser beiden Parteien. Liebet also eure Seelen. sondern ganz von den Erneuerungen.KAPITEL  XVII ‐ Seid vollkommen      269  In diesem Fall konfrontieren sich zwei Systeme. wie das falsch geführte Pferd für die Unfälle. bezwingt ihn. als deren Instrument.

der hatte kein hochzeitliches Gewand an. sich die Gäste anzusehen. und alles ist bereit. meine Mahlzeit habe ich bereitet. ABER WENIGE SIND AUSERWÄHLT  Das Gleichnis von der königlichen Hochzeit ‐ Die enge Pforte ‐ Die zu mir sagen: „Herr. Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. bei dem wird man viel suchen  Unterweisungen der Geistigen Welt: Wer hat. (Matthäus XXII.  Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit. einer auf seinen Acker. Böse und Gute. doch sie wollten nicht kommen. wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. verhöhnten und töteten sie. dem wird gegeben ‐ Man erkennt den Christen an seinen Taten DAS GLEICHNIS VON DER KÖNIGLICHEN HOCHZEIT 1. Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe. kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das und gingen weg. Und er sandte seine Knechte aus. denn er kann nicht verstehen. Denn viele sind berufen. Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen. das ihm wie kindliche Naivität vorkommt. dass die Teilnahme an einem Fest so viele Schwierigkeiten bringen kann und darüber hinaus.KAPITEL  XVIII ‐  VIELE SIND BERUFEN. der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. die Gäste zur Hochzeit zu laden. Der Ungläubige lacht über dieses Gleichnis. dass die Eingeladenen mit ihrem Widerstand soweit gehen. und sah da einen Menschen. aber wenige sind auserwählt. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. und sprach zu ihm: Freund. 1 ‐ 14)  2. wen sie fanden. der andere an sein Geschäft. Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein. wen ihr findet. aber die Gäste warenʹs nicht wert. „sind . dass sie die Boten des Hausherrn ermorden. sagt dieser außerdem. und die Tische wurden alle voll.  Da ging der König hinein. „Diese Gleichnisse“. Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Das Himmelreich gleicht einem König. Herr!“ ‐ Wem viel gegeben ist. meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet. Einige aber ergriffen seine Knechte.

dass sie die Grenzen des Möglichen nicht überschreiten. ihre Warnungen wurden verachtet. mit Ausnahme von wenigen Eingeweihten. dem Weg der wahren Glückseligkeit zu folgen. deutet er auf die Hebräer an. symbolisieren die Menschen.“  Das Gleiche kann man auch von allen Allegorien und geistreichen Fabeln sagen. die nirgends als eine grundlegende Wahrheit akzeptiert wurde. dass sie auf ihre Felder und auf ihre Geschäfte achten müssten. die Volksmenge in die Vorstellung eines geistigen Lebens einzuführen. mit Ausnahme der Hebräer.KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. Ihre Worte wurden jedoch wenig gehört. wenn man ihre jeweiligen Hüllen nicht abnimmt. aber wenige sind auserwählt       271 ohne Zweifel Vorstellungen. glaubten sie an eine effektive und materielle Herrschaft. die ihre Kenntnisse unter einem geheimen Schleier. verbargen.   In diesem Gleichnis vergleicht Jesus das Himmelreich.  Die allgemeine Vorstellung der damaligen Juden war. dass ihnen die geistigen Dinge gleichgültig bleiben. dass seine Nachkommenschaft sich über die ganze Erde ausbreiten würde? Indem sie das wortwörtlich nahmen. Vielen Menschen ist oft ihr Sinn unverständlich. (Anmerkung des Übersetzers) . Götzenverehrer und Polytheisten. Sein Gesetz kennen zu lernen. für das allgemeine Volk undurchdringlich.  Bevor Christus kam. an. Hatte denn Gott Abraham nicht versprochen. Jesus bekleidet seine Gleichnisse mit Hilfe der alltäglichsten Lebensgewohnheiten und passte sie den Gebräuchen und dem Charakter des Volkes. dass ihre Nation Macht über alle anderen Nationen erzwingen sollte. die von Gott als die Ersten gerufen wurden. die öffentlich den Monotheismus 111  Polytheismus = Vielgötterei. da sie ihn nicht aus dieser letzten Sichtweise heraus interpretieren. blieb dies eine persönliche Angelegenheit. Die meisten von ihnen hatten den Zweck. Die Eingeladenen. waren alle Völker. Die vom König gesandten Boten sind die Propheten. die mit den weltlichen Dingen so sehr beschäftigt sind. viele wurden tatsächlich niedergemetzelt. um ihren verborgenen Sinn zu entdecken. statt den Sinn dieser Aussage zu erkennen. wie die Diener im Gleichnis. Aber es ist dennoch geboten. wo überall Glück und Frieden herrschen. es ablehnten. die unter dem Vorwand. Die Hebräer waren die Ersten.111 Wenn auch einige weiterentwickelte Menschen die Einheit Gottes erkannt hatten. mit einem Hochzeitsfest. zu dem er sprach. welche die Hebräer ermahnen. Wenn er über die ersten Eingeladenen spricht.

Dann erschien Jesus. wiesen die Worte des himmlischen Messias ab und töteten ihn. welche die Nation opferten. Sie. d. wie wenige sind es. eingeladen zu sein. das sich in die ganze Welt ausbreiten sollte. zuerst durch Moses und danach durch Jesus. hatten sie das moralische Gesetz vernachlässigt. Aber unter allen. Die Verantwortung lag hauptsächlich bei den Pharisäern und bei den Sadduzäern. zugelassen wurden.. Aus diesem winzigen Funke kam das Licht hervor. Selbst die Ungläubigkeit drang bereits in den Tempel ein. Dass diese. um über das Heidentum zu siegen und um Abraham eine geistige Nachkommenschaft „so zahlreich wie die Sterne am Himmel’’ zu geben. das ganze Volk für diesen Zustand zu verurteilen. es reicht nicht. die sich weigerten. als Erste zum Festessen des universellen Glaubens eingeladen. Sie sind es vor allem. Vor allem ist es notwendig und eine unerlässliche Voraussetzung. dem Hochzeitsfest beizuwohnen.“ Er wollte damit zu verstehen geben. aufgrund des Stolzes und des Fanatismus einiger und aufgrund der Ungläubigkeit von anderen. aber wenige sind auserwählt  praktiziert haben. gesandt. um daran teilzunehmen. um sich dem einfachsten Weg ‐ dem Brauch der äußerlichen Kulte ‐ zuzuwenden. die schon versklavt war. wen ihr findet. beim Hochzeitsfest anstelle der zuerst Geladenen. um sie zur Befolgung des Gesetzes aufzurufen und um für sie neue Horizonte des zukünftigen Lebens zu eröffnen.  Es wäre jedoch Unrecht. Ihnen hat Gott sein Gesetz übertragen.) Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein. h.272 KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. dass das Wort allen Völkern gepredigt wird: Heiden wie Götzendienern.  Es genügt dennoch nicht. Das Unheil erreichte den Gipfel. in das himmlische Reich zu kommen!  . Aus diesem Grund verloren sie die Frucht. Danach fügte er hinzu: „Sprach der König zu seinen Knechten: (. die das Wort auf sich nehmen und es nützlich anwenden! Wie wenige sind würdig. Reinheit im Herzen zu haben und das Gesetz im Sinne des Geistes zu praktizieren. indem sie das Wort annahmen.. die Jesus mit den Geladenen vergleicht. die das göttliche Wort hören. wurde in verschiedene Fraktionen zersplittert und von den Sekten aufgeteilt. sich Christ zu nennen und auch nicht. das Hochzeitskleid anzulegen. sich an den Tisch des himmlischen Hochzeitsfestes zu setzen. Aber obwohl die Juden die Götzen abgeschafft hatten. die sie aus der ihnen obliegenden Initiative hätten ernten sollen. Die Nation. Das ganze Gesetz ist in diesen Worten enthalten: Außerhalb der Nächstenliebe kein Heil.

 aber wenige sind auserwählt. Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg. Denn die Pforte ist weit. (Lukas. meinst du. es sind Letzte. muss sich anstrengen. Breit ist die Pforte des Verderbens. das sage ich euch. aber wenige sind auserwählt. werden danach trachten. hätte Gott die Mehrheit . der zum Leben führt. Dies ist eine Ergänzung der Maxime: „Viele sind berufen. und sind Erste. aber wenige sind auserwählt       273 Deshalb sagte Jesus:  „Viele sind berufen. Und siehe. ihr Übeltäter!  Da wird Heulen und Zähneklappern sein. Jene Worte soll man in einem verhältnismäßigen und nicht in einem uneingeschränkten Sinn verstehen. 13 ‐ 14)  4. Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes. die werden die Letzten sein. Geht hinein durch die enge Pforte. als eine Welt der Abbüßungen. Wenn sie sich verwandelt.KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. um seine niederen Neigungen zu überwinden. tu uns auf! Dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht. und wenige sindʹs. Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht. und auf unsern Straßen hast du gelehrt. der sie durchschreiten will. der zur Verdammnis führt. daß ihr durch die enge Pforte hineingeht. 23 ‐ 30)   5. die werden die Ersten sein. Damit finden sich wenige ab. daß nur wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringt darum. wo seid ihr her? Weicht alle von mir. Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt. XIII. Wäre dies der Normalzustand der Erde. denn viele. Denn auf der Erde. von Norden und von Süden. die auf ihm hineingehen. wenn ihr sehen werdet Abraham. herrscht die Bosheit vor. weil die niederen Leidenschaften zahlreich sind und der schlechte Weg von der Überzahl betreten wird. wo seid ihr her? Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken.“  Dies ist der Zustand der Menschheit auf Erden. draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr. und werdenʹs nicht können. Schmal ist dagegen die Rettungspforte. und viele sindʹs. denn der Mensch. die ihn finden! (Matthäus VII.“ DIE ENGE PFORTE 3. und der Weg ist breit. Und es werden kommen von Osten und von Westen. wird der Weg des Guten am meisten aufgesucht. euch aber hinausgestoßen. Es sprach aber einer zu ihm: Herr. wie sie hineinkommen. die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.

wer es aber tut und lehrt. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus.  Aber welches Verbrechens hat sich die Menschheit schuldig gemacht. sobald man erkennt. der sein Haus auf Sand baute. weicht von mir. (Matthäus V. dass Gott Güte und Gerechtigkeit ist. der sein Haus auf Fels baute. die ganze Wahrheit und die ganze Weisheit der Leitsätze Christi vollkommen verstehen. Mit der vorzeitigen Existenz der Seele und der Vielheit der Welten erweitert sich der Horizont: Auf den dunkelsten Punkt des Glaubens fällt Licht. der wird der Kleinste heißen im Himmelreich. fiel es doch nicht ein. Lukas VI. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so. Darum. ihr Übeltäter! (Matthäus VII. bei der Vorstellung einer einmaligen Existenz. Gegenwart und Zukunft werden mit der Vergangenheit solidarisch. um ein so trauriges Schicksal. wenn die gesamte Menschheit der Erde verbannt wäre und die Seele keine anderen Existenzen hätte? Warum stehen so viele Hindernisse auf ihrem Weg? Warum diese so enge Tür. die zu mir sagen: „Herr. der wird groß heißen im Himmelreich. (Matthäus VII. Nur so kann man die ganze Tiefe. sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. und sein Ruin war groß. der gleicht einem klugen Mann. wenn das Schicksal der Seele sofort nach dem Tod schon für immer vorbestimmt ist? Daher steht der Mensch. in der Gegenwart wie in der Zukunft. 46 – 49) 8.274 KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. aber wenige sind auserwählt  Seiner unzähligen Geschöpfe zum Verderben verdammt. HERR!“ 6. zu verdienen.     DIE ZU MIR SAGEN: „HERR. Herr!“ haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt. der gleicht einem törichten Mann. immer im Widerspruch mit sich selbst und mit der Gerechtigkeit Gottes. 21 ‐ 23)  7. wer diese meine Rede hört und tut sie. Eine falsche Vermutung. da fiel es ein. Herr!“ in das Himmelreich kommen. denn es war auf Fels gegründet. Es werden nicht alle. 24 ‐ 27. durch die nur sehr weinige Menschen gehen können. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: „Herr. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht. 19)  .

Der Wind der Erneuerung und der Fluss des Fortschrittes werden es wegtragen. die jedoch eine Verletzung dieser Worte anrichten. Herr. Und vergeblich werden sie zu Jesus sagen: „Herr. die ihr das Blut euerer Brüder in meinem Namen vergießt. Jene Institutionen. weicht von mir. die ihr Tränen verursacht. deren Herz Hass und Gift destilliert. ist der. statt im Herzen. haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in Deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in Deinem Namen viele Wunder getan?“ Er wird ihnen entgegnen: „Ich habe euch noch nie gekannt. noch nachsichtiger ihren Nächsten gegenüber zeigen? Nein. noch mildtätiger. wenn man seine Gebote nicht befolgt? Sind sie es Christen. die sich auf diese Worte berufen. Die Menschen werden diese Institutionen erhalten. werden wie das auf Sand erbaute Haus sein. euch der Gerechtigkeit Gottes mit der Vielfältigkeit euerer Worte und eueres Kniefalls zu entziehen. Sie sind nicht nur die Obhut des himmlischen Lebens. wie das auf Felsen erbaute Haus beständig sein. was ihr mit den Lippen sprecht. denn sie sind die Wahrheit. politischen. Der einzige für euch offene Weg. Für euch wird es Heulen und Zähneknirschen geben. sondern auch die Sicherheitsmaßnahme des Friedens. die ihr die Witwen ausplündert und Ehebruch begeht. das Gebet auf den Lippen haben. die ihr eueren Nächsten verleumdet. der Ruhe und der Stabilität in den irdischen Dingen. Durch die Form verschaffen sie sich Achtung vor den Menschen. denn das Reich Gottes ist für die Sanftmütigen. für die Gier und für alle ihre Leidenschaften opfern? Sind seine Jünger diejenigen. Erwartet nicht. die ihn durch ihre äußeren Taten der Devotion ehren und gleichzeitig ihn für den Egoismus. Alle. ihn „Meister“ oder „Herr“ zu nennen. jedoch nicht vor Gott. Herr!“ Aber wozu hilft es. für den Stolz. wie die Pharisäer. Deswegen werden alle menschlichen.   . aber sich weder besser. aber wenige sind auserwählt       275  9. die ihr mit eueren Taten verleugnet. Geht fort von mir. um Seine Gnade zu erlangen. ihr. sozialen und religiösen Institutionen. Demütigen und Mildtätigen. weil sie.“  Die Worte Jesu sind ewig. anstatt sie zu trocknen. die sich zur Mission von Jesus bekennen. ihr Übeltäter! Die ihr ungerecht handelt. die betend durch die Tage gehen. sagen: „Herr. weil sie mit ihnen glücklich sein werden. das Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe aufrichtig zu praktizieren.KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen.

damit. was Schläge verdient. BEI DEM WIRD MAN VIEL SUCHEN 10. Johannes IX. Christ oder nicht Christ kann sie empfangen. und fragten ihn: Sind wir denn auch blind? Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind. weil ihr aber sagt: Wir sind sehend. weniger stolz. 39 ‐ 41) 12. von dem wird man umso mehr fordern. gibt es unter diesen Menschen viele. denn sie schreiben oft ihre eigene .276 KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. Wer ihn aber nicht kennt und getan hat. wenn sie in der Böswilligkeit verbleiben. die diese Grundsätze unter verschiedenen Formen wiedergeben. Diese Grundsätze finden ihre Anwendung besonders in den Unterweisungen der Geister. dass das Evangelium. die diese lesen. die sie nicht verstehen! Daraus ergibt sich. und die sehen. die guten Kundgaben erhalten. abgesehen davon. Denn er hätte mehr Mittel gehabt. aber wenige sind auserwählt  WEM VIEL GEGEBEN IST. dass selbst die Worte Christi für die größte Mehrheit verloren gehen. bleibt eure Sünde. wer sie nur als kuriose und interessante Sache bewundert. die bei ihm waren. Und dennoch. Wer die Lehre Christi kennt. hat aber nichts vorbereitet. direkt oder durch andere. um sie für alle erreichbar zu machen. gebildet oder ungebildet. bei dem wird man viel suchen. wird wenig Schläge erleiden. gläubig oder ungläubig. weniger egoistisch macht und weniger den materiellen Gütern zugetan ist. 47 – 48) 11. Keiner. um sich zu bessern. haben die Besonderheit. Der Knecht aber. sehend werden. noch ein besserer Mensch zu seinem Nächsten ist. die nicht sehen. ohne dass sein Herz berührt wird. da sich die Geister überall mitteilen. nur unter den christlichen Religionsgemeinschaften verbreitet ist. die diese Worte verarbeiten und erklären. wenn er sie nicht praktiziert. Wer dann diese Lehre nicht. ist sicherlich belastet. um die Wahrheit kennen zu lernen. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen.  Jene Medien. noch nach seinem Willen getan.  Die Lehre der Geister. und wem viel anvertraut ist. so hättet ihr keine Sünde. welche die Texte nicht lesen und unter denen. Denn wem viel gegeben ist. blind werden. Jeder Einzelne. gebraucht. der ist umso mehr belastet. sind noch tadelnswerter. der den Willen seines Herrn kennt. der wird viel Schläge erleiden müssen. gibt es viele andere. (Lukas XII. das diese Lehre beinhaltet. nicht begrenzt zu sein. Das hörten einige der Pharisäer. kann Ignoranz vortäuschen oder sich mit seinem Mangel an Unterrichtung oder mit der Verborgenheit der Sinnbilder entschuldigen. der sie bekommen hat. wer sich nicht weniger belanglos.

 (Matthäus. wird er auch die Anzahl der Auserwählten mehrfach erhöhen. was sie auch in der Tat waren. das ihn betreffen könnte. besteht ihr einziger Gedanke darin. 10 – 14)  . DEM WIRD GEGEBEN  13. in den von den Geistern gegebenen Ratschlägen nach etwas. diese für die anderen zu verwenden. Anstatt die Unterrichtung. zu suchen.“ versichert Jesus. dem wird auch das genommen. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt. die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen. Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch istʹs gegeben. und sie verstehen es nicht. diesen aber istʹs nicht gegeben. Denn wer da hat. XIII. und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Aber auch denen. Das ließ sie zu den Tadelswertesten vor Gottes Augen werden. die da sagt: Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen.  Der Spiritismus kommt. S. X. dass die Last im Verhältnis zu den Kenntnissen steht. die jemand besitzt. welche die Lehre gut genutzt haben. Und so ist es auch heute noch.KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. so hättet ihr keine Sünde. dem wird gegeben. den er verleiht. denn sie haben viel bekommen. was er hat. Der Splitter und der Balken im Auge. Denn wenn diese nicht aufgrund ihres Stolzes blind wären. selbst anzuwenden. wird viel gegeben. wer aber nicht hat. ‐ vielmehr als das ungebildete Volk. die sie schreiben oder die sie durch andere geschrieben bekommen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht. So vermochten nun die Pharisäer die Gebildetsten ihres Landes zu sein.  Der erste Gedanke jedes aufrichtigen Spiritisten muss sein. würden sie erkennen. Das gibt die Worte von Jesus wieder: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?“ (siehe Kap. dass die Geister sich an sie selbst wenden.  Den Spiritisten wird demgemäß viel abverlangt. daß er die Fülle habe.   UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT WER DA HAT. 159)  Durch diese Worte: „Wärt ihr blind. aber wenige sind auserwählt       277 Verurteilung. um die Anzahl der Gerufenen zu vervielfältigen und durch den Glauben.

sollte er sich bei dem wirklichen Urheber seines Elends beklagen. Und er sprach zu ihnen: Seht zu. würdig dafür zu sein und weil der himmlische Vater in Seiner barmherzigen Liebe die Bemühungen anregt. um den heiligen Berg zu erklimmen. ungerechte Weise die Worte Jesus. dass die für die Saat bestimmten Sämlinge durch Mangel bei der Pflege des Feldes verdorren.   „Dem wird man auch das nehmen. Ist es dann sein Vater. der euch stärkt. ist derjenige. 24 – 25)   15. das die fortschreitende Besserung anzieht ‐ der reichliche Segen‐. weil er versucht hat. was ihr hört! Mit welchem Maß ihr meßt. Diese dauerhaften. wird man euch wieder messen. der das Feld nicht kultiviert. der für ihn alles vorbereitet hat. das Er ihnen gewährt hat. Blinde. (Markus IV. sieht wie das Feld mit Unkraut überwuchert. Seht durch eueren Geist. Gott ist es nicht. welcher bekommen hat. die sich zum Guten neigen. er weder bewahrt noch das vervielfacht. weil verschwenderisch und sorglos. indem er das ihm ans Herz gelegte Geschenk sich nicht befruchten lässt. dem wird gegeben. Es ist der Geist selbst. Er hat es ausschließlich bekommen. dem wird gegeben. Er sollte den unfruchtbaren Boden mit seiner Willensanstrengung bearbeiten. Hört durch eure Seele und interpretiert nicht auf eine so grobe.278 KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. ihn tief mit der Hilfe der Reue und der Hoffnung pflügen. „Wer da hat. ‐ als hätte er ihm die gegebene Gabe wieder genommen ‐. auf ihn vertrauensvoll den . weil sie nichts hervorgebracht haben? Nein. der im Besitz der Bedeutung des göttlichen Wortes ist. was er hat. dem wird man auch das nehmen. auf dessen Gipfel nach der Arbeit die Ruhe ist. und wer nicht hat. was er hat. Denn wer da hat. taube Menschheit! Breitet eure Intelligenz und euer Herz aus. Jener.’’ Nehmt dies als eine bildliche Gegenbehauptung. was er hat. aber wenige sind auserwählt  14. Der dem wegnimmt. den er dafür beschuldigen soll. welcher ihm die Ernte wegnimmt.’’ Denkt tief über diese erhabene Lehre nach. ist es dann der Vater. Und sollte sich reuig und zielstrebig mutig an die Arbeit machen. Sie sind wie ein Magnet. das durch seines Vaters Werk bearbeitet wurde und das er geerbt hat. der wenig bekommen hat. Statt denjenigen zu beschuldigen. und man wird euch noch dazugeben. ständigen Bemühungen ziehen die Gnade Gottes an.  Derjenige. Gott nimmt von Seinen Geschöpfen nicht das Gute. welche euch oft widersprüchlich erscheint. die er nicht aufarbeiten wollte? Wenn er zulässt. der die Gerechtigkeit Gottes vor eueren Augen erstrahlen ließ.

.“  So hört diese Worte des Meisters. den Gott euch anvertraut und der Tau der Liebe wird Früchte der Nächstenliebe hervorbringen. wird dem geben. die sich um ihn herum versammeln sollen? Die Früchte des Baumes des Lebens sind von solchem Leben. Herr!“ in das Himmelreich kommen. den Baum nach ihren Ideen zu verformen und nach ihrer Zweckmäßigkeit zuzuschneiden.“ (. der gute Frucht trägt. Arbeiter! Nehmt eure Pflüge und Eggen! Pflügt eure Herzen. dessen dicht belaubte Zweige mit ihrem Schatten einen Teil der Erde bedecken. Und ein Korn wird hunderte Körner hervorbringen und ein anderes tausende. aber wenige sind auserwählt       279 guten Samen. Sie haben versucht. denn die Zeit ist gekommen. der faule Frucht trägt und keinen faulen Baum. die ihr die Spiritistische Lehre zurückweist als Teufelswerk! Öffnet eure Ohren. Bordeaux. die zu mir sagen: „Herr. versucht sie gut zu verstehen! Welche Früchte soll der Baum des Christentums tragen. wird abgehauen und in das Feuer geworfen. aber die Gärtner sind schlecht. säen. um Christus zu folgen? Sucht die wahren Christen und ihr werdet sie erkennen an ihren Taten.“ So die Worte des Meisters. Jünger von Christus. der nicht gute Früchte bringt. sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. jener starke Baum. Mut. der schon bekommen hat. 1862)    MAN ERKENNT DEN CHRISTEN AN SEINEN TATEN  16.. verkleinert und entstellt. Dafür haben sie ihn geschnitten. Und er wird dann seine Bemühungen mit Erfolg gekrönt sehen. Der Gott der Liebe und der Barmherzigkeit. die aber noch nicht all diejenigen schützen. um Sein treuer Diener zu sein? Genügt es zu sagen: „Ich bin ein Christ“. aber wohl wenige nehmen sie auch an! Der Baum ist immer gut. welcher vom schlechten getrennt wurde. ihr alle. die Livree des Herrn zu tragen. um zu hören!  Wird es ausreichend sein. Ihre unfruchtbaren Zweige geben . ihn mit seiner Liebe und seiner Nächstenliebe bewässern.KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen.  (Ein geistiger Freund. „Denn es gibt keinen guten Baum. „Es werden nicht alle. solcher Hoffnung und solchem Glauben. Und Gott. Das Christentum verkündet weiter diese himmlischen Tugenden.) „Jeder Baum. seine Früchte zu verteilen. reißt aus ihnen das Unkraut aus! Säet den guten Samen. Es versucht. so wie es diese seit vielen Jahrhunderten bereits verkündet.

280 KAPITEL  XVIII ‐ Viele sind berufen. die ihm Kraft und Mut geben soll. und seine Worte werden nicht vergehen: „Es werden nicht alle. der Gerechte im wahrsten Sinne des Wortes sagte. der gute Früchte trägt. wie es sie auch oft bei dem materiellen Brot gibt. aber wenige auserwählt. der Baum. Lasst diesen Baum so. aber wenige sind auserwählt  keine schlechten Früchte mehr. Von ihm fallen die Blätter vertrocknet.“ Meine Brüder. um dem beeinträchtigten Wanderer zu dienen. findet nur vertrocknete Zweige. die schlechtes Wetter voraussagen. Herr!‘ in das Himmelreich kommen. ohne Nutzen für irgendjemanden. denn ihr werdet sehen. 1863)    . entstellt ihn nicht. sosehr hat der Mensch den Baum manipuliert. die zu mir sagen: .Herr. weil sie gar keine mehr erzeugen. Derjenige. Umsonst verlangt er die Frucht des Lebens vom Baum des Lebens. möge der Baum des Lebens euch reichlich seine Früchte anbieten! Glaubt und betet!  (Simeon. lädt euch ein. Seine freigiebigen Früchte fallen in Massen.   So öffnet eure Ohren und Herzen meine geliebten Kinder! Pflegt den Baum des Lebens. den er euch anbietet. Geht daher und sucht die Notleidenden.“ Es gibt die Räuber des Brotes des Lebens. will diese an alle geben. die euch zu den Schatten am Baume des Lebens führen. möge der Gott des Lichtes euch erleuchten. Bordeaux. entfernt euch somit von denen. dass er nun verkümmert ist. schneidet ihm nicht die Zweige. der ihn gepflanzt hat. Sein riesiger Schatten möchte sich ausbreiten über das ganze Universum. dass er reichliche Ernte von der himmlischen Frucht geben wird. „Man erntet nicht die Trauben von Dornenbüschen. Ordnet euch nicht unter ihnen ein. ihn mit Liebe zu pflegen. Sammelt die Früchte nicht. führt sie unter die Zweige des Baumes und teilt mit ihnen den Schutz. dessen Früchte das ewige Leben ermöglicht.“  Möge der Herr des Segens euch segnen.  Der himmlische Erlöser. die euch rufen. sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. der unter seinem Schatten Schutz sucht und auf der Suche nach der Frucht der Hoffnung ist. „Es sind viele berufen. Der erschöpfte Wanderer. um sie aufzubewahren oder verfaulen zu lassen. der zu seinem Ziel kommen möchte. wie ihn Christus euch gegeben hat. um die Steine auf dem Weg zu zeigen und folgt denen.

und fragten: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er aber sprach zu ihnen:  Wegen eures Kleinglaubens. Da traten seine Jünger zu ihm.14 ‐ 20)  2.KAPITEL  XIX ‐  DER GLAUBE VERSETZT BERGE Die Kraft des Glaubens ‐ Der religiöse Glaube. und sie konnten ihm nicht helfen.  Jesus aber antwortete und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht. Ausgangspunkt der Hoffnung und der Nächstenliebe ‐ Der Menschliche und der göttliche Glaube DIE KRAFT DES GLAUBENS 1. mit dem der Mensch konfrontiert wird. von diesen sich die . Der unerschütterliche Glaube gibt Beharrlichkeit. der für den Fortschritt der Menschheit arbeitet. Im wahrsten Sinne des Wortes ist es richtig. auch wenn es sich um ein bestes Vorhaben handelt. als sie allein waren. er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser. sowohl in den kleinen als auch in den großen Dingen. materielle Aufgaben zu erledigen. die Widerstände. dass das Vertrauen auf die eigene Kraft es möglich macht. und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht. Der unbeständige Glaube verursacht dagegen Unsicherheit und Zweifel. die den Weg von jedem blockieren. Die Vorurteile in unserem Alltag. nicht bewältigen könnten. In einem Wort. das materielle Interesse. ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn. die stolzen Leidenschaften sind ebenfalls noch weitere Berge. Energie und die Mittel zur Überwindung der Hindernisse. die Blindheit des Fanatismus. Denn wahrlich. und der Knabe wurde gesund zu derselben Stunde. Die von dem Glauben versetzten Berge sind die Schwierigkeiten. Und als sie zu dem Volk kamen. erbarme dich über meinen Sohn! denn er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Aber hier ist es notwendig. diese Worte einzig und allein in moralischem Sinne zu verstehen. und der böse Geist fuhr aus von ihm. die wir. (Matthäus XVII. und euch wird nichts unmöglich sein. die Böswilligkeit. wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch erdulden? Bringt ihn mir her! Und Jesus bedrohte ihn. so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin! so wird er sich heben. fiel ihm zu Füßen und sprach: Herr. Bedingung des unerschütterlichen Glaubens ‐ Das Gleichnis des verdorrten Feigenbaums  Unterweisungen der Geistigen Welt: Der Glaube. all das. trat ein Mensch zu ihm. der Egoismus. wenn wir an uns zweifeln würden.

sich sicher ist. gestützt auf die Vernunftbegabung und auf das Verständnis der Dinge. weil er weiß. Der unbeständige Glaube sucht die Mittel zum Sieg nicht. die in der Vergangenheit für Wunderzeichen . der diesen Glauben hat. Dank dem Glauben wirkt der Mensch auf die Fluida.   5.  Der wahre und aufrichtige Glaube ist immer ruhig und verleiht die Geduld. weil er. zu sehen. warten zu können. das universelle Agens und verändert seine Beschaffenheit. gewissermaßen mit sicherem Tritt vorwärts zu gehen. während die Gewalt. Dabei spürt der unsichere Glaube seine eigene Schwäche. ein Beweis der Schwäche und der Verzweiflung an sich selbst ist. die Gewissheit. wer neben einer gewöhnlichen großen fluidalen Kraft dazu auch einen starken Glauben verbindet. wenn er von Interessen angetrieben wird und meint. Das bewirkt für denjenigen. im Gegenteil. gedanklich im Voraus das gewählte Ziel und die Mittel. den Glauben nicht mit Arroganz zu verwechseln. So geschieht. dass. mit Enttäuschungen und Niederlagen bestraft.   3. bloß kraft seines Willens zum Guten gerichtet. Es ist notwendig. diese außergewöhnlichen Phänomene von Heilungen und anderen bewirken kann. an ein Ziel zu kommen. Die Ruhe in dem Kampf ist dagegen immer ein Zeichen von Stärke und Vertrauen. das man auf die Verwirklichung von etwas hat. Die Kraft des Glaubens zeigt eine direkte und besondere Anwendung durch die magnetische Wirkung.   4. Wer ihn besitzt. Arroganz ist weniger Glaube und mehr Stolz und wird früher oder später.282 KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge Gegner bedienen. dass er ein einfaches Instrument in dem Willen Gottes ist und nichts ohne Ihn tun kann. schenkt Gott mehr Vertrauen als sich selbst. gewinnen zu können. gegen die man angehen muss. Eine andere Bedeutung des Wortes „Glaube“ ist das Vertrauen. In dem einen wie in dem anderen Fall kann der Glaube große Dinge zu Stande bringen. die es ermöglicht. es zu erreichen. Der wahre Glaube verbündet sich mit Demut. das Ziel zu erreichen. Deshalb kommen die guten Geistwesen ihm zu Hilfe. Dadurch gibt er ihnen sozusagen einen zwingenden Anstoß. Dieser Glaube verleiht eine Art Geistesklarheit. die ihm fehlende Kraft durch Gewalt ausgleichen zu können. Er wird unbeherrscht. da er nicht überzeugt ist.

weil sie ihre Ohren zustopfen. und wenn sie ihn aufrichtig suchen. Ihr könnt euch sicher sein. das Recht für sich zu beanspruchen. Und nur der Glaube. als die Folgen eines Naturgesetzes. Den findet man. die sagen: „Wir wollen nichts anders als glauben. Und es gibt keinen Menschen. Wir sprechen von grundlegender spiritueller Wahrheit und nicht von diesem oder jenem spezifischen Glauben. der sich auf die Wahrheit stützt. ist der Glaube die Gläubigkeit an spezifischen Dogmen. BEDINGUNG DES UNERSCHÜTTERLICHEN GLAUBENS  6.  DER RELIGIÖSE GLAUBE. Er weiß. Denn er fürchtet sich vor dem Fortschritt des Lichtes nicht. Unter diesem Aspekt kann der Glaube wohlüberlegt oder blind sein. die nichts anders sind. dass alles. dass diejenigen.KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge      283 gehalten wurden. Im Allgemeinen sagt man. aber. wenn sie keinen Glauben haben. auch unter den Abgeneigtesten nicht. Der blinde Glaube untersucht nichts. sichert die Zukunft. Von dem religiösen Standpunkt aus gesehen. Die Beweise sind jedenfalls reichlich um sie . sondern sie müssen zu dem Glauben kommen.“ nur Lippenbekenntnisse machen und nicht mit dem Herzen reden. Wenn der Glaube sich auf den Irrtum stützt. dass der Glaube sich nicht erzwingen lässt. aber können nicht. ihn zu finden. indem sie so etwas sagen. er kann nicht erzwungen werden. sie erweist sich als unfähig. was in der Dunkelheit wahrhaftig ist. Jede von ihnen hat eigene Glaubenssätze. welche die verschiedenen Religionen begründen. Jede Religion beansprucht für sich die exklusive Wahrheit zu besitzen. werden sie ihn finden. dass sie nicht schuldig sind. Nein. Ohne Zweifel kann der Glaube nicht verschrieben werden oder noch genauer ausgedrückt: Glaube kann man nicht erzwingen. der gänzlich verhindert ist. würde sie den blinden Glauben einer bestimmten Glaubensfrage vorziehen. nimmt ohne Prüfung sowohl das Falsche als auch das Wahrhaftige an und stößt bei jedem Schritt gegen die Offenkundigkeit und die Vernunft. Aus diesem Grund sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr andere nicht geheilt habt.. dass der Glaube zu den Menschen geht. Dies bedeutet. es auch unter Tageslicht ist.   7. zerbröckelt er früher oder später.. Der Glaube in einer exzessiven Form verursacht den Fanatismus. ist es Mangel an Glauben. Es ist nicht gegeben. Viele Menschen sagen daher.

Man glaubt. dass es oft weniger an ihm selbst liegt als vielmehr an der Art. woran man glauben soll. weil man sich sicher ist und man kann sich nur der Sache sicher sein. dann in einer anderen. die man verstanden hat. hinterlässt er im Geiste eine Leere. mit der sie den Glauben aufnehmen. Diese Basis ist das vollkommene Verständnis dessen. diese zu sehen? Bei manchen ist es Sorglosigkeit. Es will Zwang ausüben und verlangt die Ablehnung einer der wertvollsten Eigenschaften des Menschen: die Überlegung und der freie Wille. der sich der Vernunft in allen menschlichen Zeiten gegenüberstellt. wenn nicht in dieser Existenz.  Es ist beim Widerstand des Ungläubigen notwendig zu bemerken. . um ihn zu entfachen. Der wohlüberlegte Glaube hingegen. weil es dann notwendig wäre. ist ein deutliches Zeichen von vergangenen Fortschritten. hinterlässt keinen Schatten. der sich auf Tatsachen und auf Logik stützt. wie man ihm die Sachen präsentiert. man muss es verstehen. die spirituelle Wahrheit aufzunehmen. Und besonders gegen diesen Glauben sträubt sich der Ungläubige. ihre Angewohnheiten zu ändern. Das ist der Grund. Da es gerade das Dogma des blinden Glaubens ist. Für andere Personen dagegen ist die Schwierigkeit. Die Zweiten haben noch alles zu lernen: Ihre Erziehung muss noch vollendet werden. bei anderen Angst. sich ihr zu beugen. Indem dieser blinde Glaube auch keine Überprüfung akzeptiert. der sich weigert. warum dieser Glaube unerschütterlich bleibt.284 KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge herum. Aber sie wird vollendet werden.  Bei gewissen Menschen scheint der Glaube in einer Weise angeboren zu sein und ein Funke genügt. Denn dieser kann noch weniger erzwungen werden. eine höhere Macht anzuerkennen. gezwungen zu werden. Diese Leichtigkeit. Der blinde Glaube gehört nicht mehr diesem Jahrhundert an. Zum Glauben benötigt man eine Basis. Sie bringen bei ihrer Wiedergeburt die Intuition von dem mit. das heute die größte Zahl von Ungläubigen verursacht. ein nicht weniger deutliches Zeichen von in‐Rückstand‐sich‐befindender‐Natur. Warum weigern sie sich. was sie wissen: Ihre Erziehung ist vollendet. um zu glauben. Die Ersten haben schon geglaubt und den Glauben verstanden. die Zweifel hervorruft. Bei den meisten Menschen ist es der Stolz. Denn unerschütterlicher Glaube ist nur solcher. Es reicht nicht zu sehen.

      DAS GLEICHNIS VOM VERDORRTEN FEIGENBAUM 8. aber in Wirklichkeit nichts Gutes produzieren. an dem sie bis hin zu den Wurzeln verdorren. nachdem man sie gehört hat. denn der Tag wird kommen.) Und als sie am Morgen an dem Feigenbaum vorbeigingen. (Markus XI. so dass sie schön zum Hören sind. die nur dem Schein nach gut sind. ist der wahre Glaube. sahen sie. die aber keine Früchte tragen. ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen. welche die Mittel haben. Das bedeutet. die nichts zur Verbesserung der Menschheit beigetragen haben. dass alle Systeme.KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge      285  Zu diesem Ergebnis führt der Spiritismus. Was da am meisten fehlt. der Glaube. wenn man sie erforscht.. der Berge versetzt. 12 ‐ 14 und 20 – 23)  9. aber sie offenbaren nichts Wesentliches für das Herz. Er symbolisiert den Redner. Und er symbolisiert auch alle Utopien und alle leeren Systeme ‐ alle Lehren ohne eine solide Grundlage. in einem Wort: der Glaube. daß geschehen werde. es aber nicht sind. Und er sah einen Feigenbaum von ferne. der erzeugende Glaube. . Und als er zu ihm kam. der das Herz bewegt.   Dieser Baum symbolisiert auch alle Menschen. um nützlich zu sein. dessen Worte einen oberflächlichen Firnis haben. der Feigenbaum. in ein Nichts zerfallen werden und dass alle Menschen. ob er etwas darauf fände. ist verdorrt. Daher verurteilt Jesus sie zur Unfruchtbarkeit. über die Ungläubigkeit triumphiert. als sie von Bethanien weggingen. der mehr Glanz als Festigkeit besitzt. Man fragt sich. was er sagt. der. so wirdʹs ihm geschehen. Der verdorrte Feigenbaum ist das Symbol der Menschen.. welchen Nutzen diese Worte haben. Und am nächsten Tag. daß er verdorrt war bis zur Wurzel. immer dann wenn er keinen systematischen und interessierten Widerstand findet. da ging er hin. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Wahrlich. denn es war nicht die Zeit für Feigen. sieh. alle Lehren. den du verflucht hast. Und Petrus dachte daran und sprach zu ihm: Rabbi. sondern glaubte. der Blätter hatte. (. hungerte ihn. Da fing Jesus an und sprach zu ihm: Nun esse niemand mehr eine Frucht von dir in Ewigkeit! Und seine Jünger hörten das. fand er nichts als Blätter. Es sind dicht belaubte Bäume.

wenn sie sich weigern.   10. wenn sie statt gesunder Früchte. unter den Großen wie unter den Kleinen. unter den Reichen und unter den Armen. dass diese Medien den böswilligen Geistern ausgeliefert sein werden. Gott wird ihnen dann diese Fähigkeit entnehmen. die sie hatten. damit sie an keinem Platz fehlen und dies als Nachweis für die Menschen dienen mag. soll der Glaube wachsam die Entwicklung der von ihm gezeugten Kinder behüten. nicht in Taten umgesetzt haben. Sie sind überall verteilt. die Geister Kundgaben vermitteln können. die ihre Geschwister mit geistiger Nahrung versorgen sollen. Sie sind deswegen mit Eigenschaften zu diesem Zweck geboren. In diesen Zeiten von sozialer Erneuerung haben sie eine besondere Sendung: Sie seien Bäume. wenn sie diese bei belanglosen und schädlichen Sachen anwenden. diese mediumistische Fähigkeit zum Wohle der anderen zu nutzen und wenn sie diese schließlich nicht zur eigenen Verbesserung anwenden. Sie ersetzen den Geistern die fehlenden stofflichen Organe. dass die Verheißungen des Herrn in Erfüllung gehen? Wenn ihr keinen Glauben habt. damit die Nahrung im Überfluss vorhanden sei. in allen Ländern. Ist es nicht der Glaube. wenn sie diese in den Dienst materialistischer Interessen stellen. AUSGANGSPUNKT DER HOFFNUNG UND DER NÄCHSTENLIEBE  11.  Die Hoffnung und die Nächstenliebe sind Folgen des Glaubens und bilden mit diesem eine untrennbare Dreifaltigkeit. schlechte Früchte geben. .286 KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge die absichtlich nicht nützlich waren und die alle Möglichkeiten. die zu Gott führen. dass alle berufen sind. der uns die Hoffnung gibt. durch die. Wenn sie dennoch diese wertvolle Fähigkeit von dem vorgesehenen Ziel entfernen. Um nützlich zu sein. den sie nicht zu säen wussten. Er es wird außerdem zulassen. was erwartet ihr? Ist es nicht der Glaube. dann sind sie wie der verdorrte Feigenbaum. Sie vermehren sich in der Anzahl.    UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DER GLAUBE. wie der verdorrte Feigenbaum behandelt werden. muss der Glaube aktiv sein ‐ er soll nicht erstarren. Vater aller Tugenden. in allen Gesellschaftsschichten. die in ihren Händen ungenutzt blieb: Der Samen. Die Medien sind die Dolmetscher der Geistwesen.

Der Glaube ist das dem Menschen angeborene Gefühl im Hinblick auf sein zukünftiges Schicksal. aber wisset warum ihr Ihn liebet. Predigt durch das Beispiel eurer Taten. wenn der leichteste Zweifel sie zum Wanken bringt.KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge      287 der die Liebe hervorruft? Denn. Nehmt aber nicht den Glauben ohne Erweis an. wenn ihr keinen Glauben habt. Die Wunder sind Werke des Glaubens. Deswegen ist es notwendig. Bordeaux. Der wahre Glaube findet überzeugende Worte. aber seid überzeugt von dem Ziel. um ihnen das Vertrauen zu zeigen. glaubt an Seine Verheißungen. dass diese Basis stark und dauerhaft sei. Liebet Gott. sich mit allen Schicksalsschlägen des Lebens zu konfrontieren. das wir euch zeigen und von den Mitteln. welche würde eure Dankbarkeit und folglich eure Liebe sein?  Als göttliche Inspiration. folgt unseren Ratschlägen. um ihn den Menschen einzuflößen. Jener Glaube. Denn. die in seinem Inneren. die diese Worte hören. die ihn nicht haben wollen. erweckt der Glaube alle edlen Instinkte. Der Scheinglaube dagegen benutzt nur klangvolle Worte. die wir euch geben. welcher der Lächerlichkeit des Menschen nicht widersteht. in seiner Reinheit und Vernunft. denn dieser ist ein blinder Sohn der Blindheit. um das zu erreichen. ist kein wahrer Glaube. Sei euer Glaube stärker als die Sophisterei und die Spötterei der Ungläubigen. aber wisset warum ihr an sie glaubt. was wird aus dem Gebäude werden.  Habt daher den Glauben mit seiner Schönheit und Güte. welche die Menschen kalt und gleichgültig lassen. die ihn nicht hatten oder selbst auf andere. zunächst in latentem . ohne nachzulassen. Predigt durch eure unerschütterliche Hoffnung. Predigt durch das Beispiel eures Glaubens. Er überträgt sich auf Menschen. um ihnen den Verdienst des Glaubens zu veranschaulichen. das ihr auf diese Basis baut? Errichtet folglich dieses Gebäude auf eine unverrückbare Basis. Der Glaube ist die Basis der Erneuerung.  (Joseph. Der Glaube ist das Bewusstsein über die unermesslichen Fähigkeiten.  Der ehrliche Glaube ist mitreißend und übertragbar. Glaubt und wartet. das die Menschen stärkt und sie in die Lage bringt. Schutzgeist. 1862)   DER MENSCHLICHE UND DER GÖTTLICHE GLAUBE  12. die den Menschen zum Guten führen. welche die Seele berühren.

 Paris. als Keime angelegt sind. je nachdem. wünscht sich seine Existenz mit schönen und edlen Tätigkeiten erfüllen zu können. weil Christus ihn als einen mächtigen Hebel angepriesen hat und die Menschen Christus ausschließlich als Führer von einer Religion angesehen haben. die aber heute zum größten Teil erklärbar sind. die notwendige Kraft und darüber hinaus werden Wunder der Nächstenliebe. das sich der Verwirklichung eines großen Ziels widmet. die nichts anderes sind. wenn er den Glauben hat.  Der Magnetismus ist einer der größten Erweise der ausgeübten Glaubenskraft.288 KAPITEL  XIX ‐ Der Glaube versetzt Berge Zustand. Christus. Haben die Apostel nicht auch Wunder nach seinem Vorbild bewirkt? Waren diese Wunder nicht anders als natürliche Wirkungen. wären sie in der Lage das zu verwirklichen. deren Ursachen die damaligen Menschen nicht kannten. Diese soll er zum Sprießen bringen und sie durch die Tätigkeit seines Willens wachsen lassen. Wenn alle inkarnierten Menschen von ihrer inneren Kraft überzeugt wären und ihren Willen in den Dienst dieser Kraft stellen würden. die früher als Wunder bezeichnet wurden. d. der materielle Wunder bewirkte. den Wunsch des Wollens und die Sicherheit. weil er überzeugt ist.  Ich wiederhole: Der Glaube ist menschlich und göttlich. die man nicht besiegen könnte. zeigte durch diese Wunder. Diese Sicherheit verschafft ihm eine unermessliche Kraft. dass er das anvisierte Ziel erreichen kann und erreichen soll. der an seine himmlische Zukunft glaubt. Er schöpft aus seinem Glauben und aus der Überzeugung von der Glückseligkeit. was der Mensch kann. dass dieser Wunsch Befriedigung erwirken kann. Mittels des Glaubens heilt er und bewirkt eigenartige Phänomene. wie der Mensch seine Fähigkeiten anwendet.  Bis zur Gegenwart ist der Glaube nur von seiner religiösen Seite verstanden worden. die ihn erwartet. was man bis zum heutigen Tag als Wunderzeichen bezeichnet hat. Der gute Mensch. der Frömmigkeit und der Uneigennützigkeit verwirklicht. zur Befriedigung seiner irdischen Bedürfnisse oder seines himmlischen und zukünftigen Strebens.  (Ein Schutzgeist. 1863)  . triumphiert aufgrund seines Glaubens. h. als die Entwicklung von menschlichen Fähigkeiten. Das Genie. und durch die Studie des Spiritismus und des Magnetismus ganz verständlich werden?  Der Glaube ist menschlich oder göttlich. Es gibt also mit dem Glauben keine negative Neigung.

 aber wenige sind auserwählt. und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. die um die elfte Stunde eingestellt waren.KAPITEL  XX ‐  DIE ARBEITER DER LETZTEN STUNDEN Unterweisungen der Geistigen Welt: Die Letzten werden die Ersten sein ‐ Die Mission der Spiritisten ‐ Die Arbeiter des Herrn 1. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. 270)  UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE LETZTEN WERDEN DIE ERSTEN SEIN  2. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. mit dem. Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn. der früh am Morgen ausging. die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. 1 ‐ 16)  (siehe Kap. was dein ist. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. meinten sie. ich will euch geben. Als aber die ersten kamen. was recht ist. und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. Es ist aber erforderlich. murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet. weil ich so gütig bin?  So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Da kamen. dass er seinen guten Willen demjenigen gegenüber bewahrt. Oder habe ich nicht Macht zu tun. XVIII. S. sie würden mehr empfangen.  Als es nun Abend wurde. Er hat ein Recht auf Lohn. Das Gleichnis von der königlichen Hochzeit. was mein ist? Siehst du scheel drein. Der Arbeiter der letzten Stunde hat das Recht auf Lohn. sandte er sie in seinen Weinberg. was ich will. um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als sie den empfingen. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm. ich tu dir nicht Unrecht. Denn viele sind berufen.  Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund. sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. da er seit der . der ihm Arbeit gab und dass sein späterer Arbeitsbeginn nicht aus Faulheit oder Unwillen geschah. doch du hast sie uns gleichgestellt. (Matthäus XX. Und sie gingen hin. und jeder empfing seinen Silbergroschen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn.

ihr alle seid Arbeiter der letzten Stunde.“? Nein. der sagen würde: „Ich habe meine Arbeit früh morgens angefangen und erst bei Sonnenuntergang werde ich sie beenden.  Und was wird aus demjenigen werden. damit ich ein bisschen. meine sehr Lieben. statt einfach untätig zu bleiben. ich liebe es mich auszuruhen. der gegen Gott gelästert und das Blut seiner Brüder vergossen hat. so geschieht es nicht. dem nur Arbeit fehlte.  Gute Spiritisten. in denen du jederzeit arbeiten kannst. dann suche mich und ich werde dir die Tore zu meinen weiten Ländereien öffnen.  Wenn er allerdings die Arbeit zu jeder Tageszeit abgelehnt hätte. was du gelernt hast. deren Ketten ihr tragt. andere später. Unfrieden innerhalb der Familien stiftete. der ihn schließlich zur Arbeit rufen würde. zur Reinkarnation. werde ich mich dann um den Taglohn kümmern. nicht den Lohn der Arbeit. ein kleines bisschen von meiner Aufgabe tue und gib mir den Lohn eines gutwilligen Arbeiters. ich habe meine Zeit vergeudet. den Lohn in Empfang zu nehmen. meine Freunde. sondern den der Faulenzerei bekommen. wenn er in der letzten Stunde sagt: „Herr. nicht mehr als ein kurzer Augenblick in der Unermesslichkeit der Zeit ist. einige früher. als ihr gerufen wurdet. die für die Arbeit bestimmten Stunden mit Unfug vertrieben hat.“ Ihr seid alle gekommen. Sehr hochmütig wäre derjenige. solange sie euch auch erscheinen mag.  . gib mir Arbeit solange es noch Tag ist. die euch noch übrig bleibt und vergesst nicht. der sich in alle Schande der Menschheit stürzte? Was wird aus ihm werden? Reicht es ihm denn. desto besser!“. der. wenn er gesagt hätte: „Lass uns Geduld haben. würde er in diesem Falle. ohne dass ihr der Einladung gefolgt seid? Nun ist die Zeit gekommen. Nutzt so gut ihr könnt. in denen euch der Meister zu seinem Weinberg rief. dass eure Existenz. Du kannst nicht mehr auf meinem Weinberg arbeiten. Bemühe dich nun wieder zu lernen und wenn du eine bessere Gesinnung hast. wenn die letzte Stunde schlägt. den ich weder kenne noch schätze! Je später. Der Meister wird ihm sagen: Ich habe im Augenblick keine Arbeit für dich. ehrliche Menschen in den Ruin stürzte und die Unschuld missbrauchte? Und was wird schließlich aus demjenigen. Aber wie viele Jahrhunderte wiederholten sich schon. Du hast deine Zeit verschwendet und das vergessen.290 KAPITEL  XX ‐ Die Arbeiter der letzten Stunden Morgendämmerung erwartungsvoll auf den wartete. Er war ein Arbeiter. Was geht mich dieser Hausherr an. die Stunde.

gereift durch die Erfahrung. Wie alle anderen. beschweren sich nicht mehr. sondern lobpreisen Ihn. den Kirchenvätern. als er zum Volk redete. Ihr Lohn wird somit verhältnismäßig zu dem Verdienst ihres Werkes sein. Der zur Verantwortung über seinen irdischen Auftrag gebetene Geist versteht die Aufeinanderfolge der unterbrochenen Aufgaben derart. Diese Epochen sind geprägt über die Jahrhunderte hindurch von den Aposteln. Jesus bevorzugte die Bescheidenheit der Bilder. befinden sie sich unter uns. Mehr als ein Patriarch. Schutzgeist. Und viele von denen aus der Antike sind übrigens heute wieder inkarniert oder werden morgen wieder für das Werk inkarnieren.KAPITEL  XX ‐ Die Arbeiter der letzten Stunden      291 welche die Ewigkeit für euch bildet. den Philosophen und endlich von den Spiritisten. beinhaltet sie den Keim der Zukunft und schließt auch unter allen Formen und unter allen Sinnbildern. gebrauchte. waren trotzdem angekündigt und seit dem Kommen des Messias vorgesehen. Was genauer gesagt bedeutet. Märtyrern. die sich der tiefen Gerechtigkeit Gottes wohl bewusst sind. die . die Arbeiter der ersten und der letzten Stunde. um weiter vorwärts zu kommen. mehr als ein Prophet. 1863)   3. Erbe des Menschen sein soll. Jene.  Das ist einer der wahren Sinne dieser Parabel.  Die wundervolle Lehre der Reinkarnation verewigt und präzisiert die spirituelle Nachkommenschaft. dass er die Gedanken seiner Vorgänger auf dem Weg wahrnimmt. Er beginnt noch einmal den Kampf. den Weisen. Moses und alle andere Vorläufer haben die verschiedenen Abschnitte des Fortschrittes kennzeichnet. Sie erscheinen wieder besser aufgeklärt und entwickelt und arbeiten nicht an dem Fundament. die Jesus. sie werden einen größeren Lohn bekommen. die zuletzt gekommen sind. In seiner männlichen Ausdrucksweise sind die Propheten die Arbeiter der ersten Stunde. Die zuletzt gekommenen Spiritisten nutzen die intellektuelle Arbeit ihrer Vorgänger.  (Constantin. weil der Mensch. da ihre Arbeit und ihr Ergebnis kollektiv sind: Gott segnet die Solidarität. mehr als ein Jünger von Christus und mehr als ein Verkünder des christlichen Glaubens. dass die Aufgaben immer eine Fortsetzung darstellen. sondern an der Kuppel des Gebäudes. Und alle. sie werden also denselben Lohn bekommen. das sie einst angefangen haben. Bordeaux. Er sieht und spürt.

die alle Wesen von heute. die alle Gegebenheiten des Universums harmonisiert. Geht hin und verkündet!  Ja. denn Gott führt euch! Einfache und unwissende Menschen.  (Heinrich Heine. Paris. treuherzige Menschen. den Boden mit euerem Schweiß zu benetzen. eure Arbeiten und eure oberflächlichen Beschäftigungen für die Öffentlichkeitsarbeit des Spiritismus zu opfern. Denn er wird keine Früchte ohne eure ununterbrochene Anstrengung mit dem Spaten und dem Pflug des Evangeliums tragen können. Geht. Geht und verkündet. O wahre Spiritisten: Ihr seid Auserwählte Gottes! Geht und verkündet das himmlische Wort. ein. eure Zungen werden sich lösen und ihr werdet wie kein anderer Redner . die das Wort Gottes nicht hören wollen. die Enthaltsamkeit den Schlemmern. Es ist an der Zeit. geht auf die große Kampagne gegen das Unrecht und die Ungerechtigkeit. die erhabenen Geister sind mit euch. ich weiß es. preist den Herrn. 1863)   DIE MISSION DER SPIRITISTEN  4. Ihr werdet mit Sicherheit zu Personen sprechen. Verkündet die Uneigennützigkeit den Geizigen. in den ihr säen werdet.  Fürchtet euch nicht. Zungen wie Feuer sind auf eueren Häuptern verteilt.292 KAPITEL  XX ‐ Die Arbeiter der letzten Stunden Verkündung der erhabenen Einheit. Erkennt ihr jetzt nicht die Bildung eines Gewitters. ihr alle. ihr. Geht und wendet euch vom Kult des goldenen Kalbs ab. der Tag für Tag sich ausdehnt. das die alten Welten heimsucht und sie in nichts anderes als in die Summe der irdischen Ungerechtigkeit versetzen soll? Ach. die Sanftmut den Haustyrannen und den eigenmächtigen Diktatoren: Verlorene Worte. Denn dieses Wort lädt zur andauernden Selbstverleugnung ein. Diese versinnbildlicht schließlich auch die Bekanntgabe der Solidarität. von der Vergangenheit und von der Zukunft miteinander verbindet. eure Sitten. wie sie die irdischen Prüfungen ertragen haben. Das macht aber nichts! Es ist notwendig. die den Glauben an Seine erhabene Gerechtigkeit habt und die ihr die neuen Apostel des von oben durch prophetische Stimmen geoffenbarten Glaubens seid! Geht und verkündet die neue Lehre der Reinkarnation und der Elevation der Geister nach der guten oder schlechten Ausführung ihrer Aufgaben und nach der Art und Weise. die ihr euch euerer Unvollkommenheit in Anbetracht der Welten des unendlichen Weltraums bewusst seid.

 Geht! Der Geist Gottes führt euch!  Schreitet nun vorwärts. den ihr ihnen anbietet. die moralische und die philosophische Umwälzung wird sich in allen Orten der Welt ereignen. denn der Pflug ist fertig. die ihnen die Erde bereithält. denn das aufmerksame Menschenvolk wird mit Freude eure tröstenden Worte der Brüderlichkeit. eindrucksvolle Front aufgrund eueres Glaubens! Die größeren Truppenverbände der Ungläubigen werden sich vor euch. Denn. selbst wenn durch euch selbst keine Kundgabe vermittelt wurde. 24‐29. sich dafür bedanken und Gott loben für den himmlischen Trost. um diese Berge der Ungerechtigkeiten zu versetzen. die Beweise verlangen werden und zu den Bescheidenen und Kleineren. (Anmerkung des Herausgebers)  Die Geistige und die materielle Welt. Es nähert sich die Stunde. genauso wie ihr nur ungenau die Zeiten vor den altertümlichen Zivilisationen kennt. die ihr groß seid vor Gott und glücklicher als Thomas112. Geht und verkündet. Schreitet nun fort mit Mut. die Erde vorbereitet. der Hoffnung und des Friedens aufnehmen. Und mit gesenktem Kopf werden sie Gott für die Leiden danken.   Ja. werdet ihr Glauben und Inbrunst finden. zu den Gelehrten. die euch auf euerem Wege gestellt sein werden! Nur die Wölfe fallen in die Wolfsfallen hinein. denn diese werden es mit Jubelgesang aufnehmen. glaubt.  Der Glaube ist die Tugend. in der das himmlische Licht über die zwei Welten113 ausstrahlen wird.  Geht also und bringt das Wort Gottes zu den Größten. Andererseits noch schwerer als die großen Berge.   Geht Menschen.KAPITEL  XX ‐ Die Arbeiter der letzten Stunden      293 sprechen. auflösen. besonders unter den Märtyrern der Arbeit dieser irdischen Abbüßung. Die zukünftigen Generationen sollen sie dann nur als Teile einer Legende kennen.  Was bedeuten die Fallen. die es missachten werden. die Berge versetzt. und anerkennt die Tatsachen der Mediumschaft. sagte euch Jesus. (Anmerkung des Übersetzers) . Geht. die es annehmen werden. ohne sehen zu wollen. Also beginnt zu pflügen! 112 113  Johannes XX. sind die Unreinheit und alle Laster aus dieser Unreinheit im Herzen der Menschen deponiert. weil der Hirte weiß. wie er seine Schafe gegen den Schlächter verteidigen kann.  Rüstet eure Schar mit Zuversicht und Mut! An die Arbeit. wie der Morgennebel mit dem ersten Sonnenschein.

Glücklich werden diejenigen sein. April 1864 ergänzt. Ihre Arbeitsgänge werden hundertfacher bezahlt. erkennen. als sie es erwartet haben. die ihr über eure Empfindlichkeiten und eure Auseinandersetzungen Ruhe gebracht habt. wie können wir dann diejenigen erkennen. die auf dem Feld Gottes ohne eigenes Interesse. Die Fälscher des Geistes dieses Gesetzes. durch die Liebe. Paris. Die Ihm Folgenden sind Seine Auserwählten und Er wird ihnen den Sieg ermöglichen. (Anmerkung des Übersetzers) . dass sich Sein Gesetz durchsetzt. die ihr gute Diener seid. Seid aus diesem Grund vorsichtig. Glücklich werden diejenigen sein. die sie lehren und ausüben. die zum Spiritismus berufen wurden.   Frage: Wenn viele der zum Spiritismus Berufenen von dem Wege abgewichen sind. dass viele von denen. gearbeitet haben. die durch ihren Unfrieden die Zeit der Ernte verschoben haben.“ Unglücklich sind aber diejenigen. die sie dem Nächsten widmen und durch ihre Entsagung und ihre Selbstlosigkeit. Denn Gott möchte. werden indessen erdrückt. arbeiten wir zusammen und verbinden wir unsere Anstrengungen. nur bewegt von der Nächstenliebe.294 KAPITEL  XX ‐ Die Arbeiter der letzten Stunden  Geht und bedankt euch bei Gott für die glorreiche Aufgabe. 1863)114   DIE ARBEITER DES HERRN  5.“ Denn der Herr wird zu diesen sagen: „Kommt zu mir. die auf dem guten Weg sind?  Antwort: Ihr werdet sie durch die Prinzipien der wahren Nächstenliebe erkennen. Schließlich werdet ihr sie durch den Sieg ihrer Prinzipien erkennen.  (Eraste. die sie getröstet haben. die aus ihm eine Stütze zur Befriedigung ihrer Eitelkeit und ihrer Habgier machen. die ihren Geschwistern gesagt haben: „Geschwister. die Er euch gewährt hat! Aber denkt nach. Die Zeit der Erfüllung der angekündigten Gegebenheiten zur Veränderung der Menschheit rückt näher. damit das Werk nicht darunter leiden musste. da das Gewitter kommen wird und sie werden in dem Wirbelsturm 114  Teile dieser Kundgabe wurden nach einem Vergleich mit der ersten Ausgabe des französischen Originals vom 29. damit der Herr bei seiner Ankunft das Werk vollendet finden kann. beobachtet eueren Kurs und folgt dem Weg der Wahrheit. von dem Wege abgewichen sind. Ferner werdet ihr sie durch die Zahl der Leidenden. Schutzgeist des Mediums.

die nicht vor ihren Aufgaben zurücktreten werden. wenn ihr die Schwächeren erdrückt habt. In diesem Moment werden sie rufen: „Gnade. Gnade!“ Aber der Herr wird ihnen sagen: „Warum fleht ihr um Gnade. ihnen die Hand auszustrecken. wenn ihr es verweigert habt.KAPITEL  XX ‐ Die Arbeiter der letzten Stunden      295 weggerissen. Und diese Worte werden sich erfüllen: „So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. die ihre Hingabe nur vortäuschen. Und Er hat schon diejenigen aufgezeigt. anstatt ihnen zu helfen? Warum fleht ihr um Gnade.“  Gott ist im Begriff. Paris. wenn ihr kein Mitleid mit eueren Brüdern hattet. wenn ihr die Belohnung an dem irdischen Genuss und an der Befriedigung eueres Stolzes gesucht habt? Ihr habt eure Belohnung nach eueren Wünschen schon bekommen. 1862)   . wird Gott die schwierigsten Anstellungen am großen Werk der Erneuerung durch den Spiritismus anvertrauen. Seine treuen Diener einzuberufen.“  (Geist der Wahrheit. welche die irdischen Belohnungen nicht verlangt haben. Diese werden somit den Lohn der mutigen Diener an sich nicht reißen. Ihr habt nichts mehr zu verlangen. Denn denjenigen. Denn die himmlischen Belohnungen sind für diejenigen.

die in Schafskleidern zu euch kommen. so sollt ihrʹs nicht glauben. wenn es möglich wäre. Seht euch vor den falschen Propheten. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte.. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. des geht der Mund über. (. Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.. (. wird die Liebe in vielen erkalten. Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. 4 ‐ 5. und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.  (Matthäus XXIV. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu. und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. daß euch nicht jemand verführe. große Zeichen und Wunder tun..) Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird. 21 ‐ 22) . der gute Frucht trägt. aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. Denn wes das Herzvoll ist. der nicht gute Früchte bringt. 15 ‐ 20) 3.) Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. 5 ‐ 6. inwendig aber sind sie reißende Wölfe. hier ist der Christus! oder da!. 11 ‐ 13.KAPITEL  XXI ‐  ES WERDEN FALSCHE CHRISTUSSE UND FALSCHE PROPHETEN AUFSTEHEN Man erkennt den Baum an seinen Früchten ‐ Die Mission der Propheten ‐ Wunderzeichen der falschen Propheten ‐ Glaubt nicht einem jeden Geist  Unterweisungen der Geistigen Welt: Die falschen Propheten ‐ Kennzeichen der wahren Propheten ‐ Die falschen Propheten der Geistigen Welt ‐ Jeremia und die falschen Propheten MAN ERKENNT DEN BAUM AN SEINEN FRÜCHTEN 1. Jeder Baum.  (Lukas VI.. Denn es gibt keinen guten Baum. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus. wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 23 ‐ 24. (Matthäus VII. Markus XIII. auch liest man nicht Trauben von den Hecken. und keinen faulen Baum. so daß sie. Wer aber beharrt bis ans Ende. der wird selig werden. Man pflückt ja nicht Feigen von den Dornen. und sie werden viele verführen. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen. 43 ‐ 45) 2. der faule Frucht trägt. auch die Auserwählten verführten. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und.

 verkünden. wenn es möglich wäre. so dass sie. das aufzuheben.KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen      297 DIE MISSION DER PROPHETEN  4.) Wunderzeichen. der dich schlug?“116 Dennoch geschah es. „Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auferstehen und große Zeichen und Wunder tun. wurde die Gabe der Zukunftsvoraussage als eine der ausschlaggebenden Eigenschaften der Propheten angesehen. (Anmerkung des Herausgebers) 118  (lat. 24. ohne Voraussagen zu treffen. dass Gott den einfachen und böswilligen Wesen keine Macht hätte geben können. entsprechend dem Sinn. Dennoch sagt uns der einfache. entweder mittels Intuition oder providentieller Offenbarung. ihn schlugen und ohrfeigten und sprachen: „Weissage uns. den man gewöhnlich diesen Worten 115 116  Griechisch prophetes. (Anmerkung des Herausgebers) 117  Matthäus XXIV. Diese Naturgesetze sind allein das Werk Gottes. Jesus hätte solch ein Prinzip nicht gutheißen können. Nach theologischer Begriffsbestimmung sind die Wunder außergewöhnliche Phänomene außerhalb der Naturgesetze. die Menschen zu lehren und ihnen die verborgenen Dinge und Mysterien des geistigen Lebens sichtbar zu machen. als er vor den Hohepriester Kaiphas gebracht wurde. Ein Mensch kann demnach ein Prophet sein. Die Juden zur Zeit Jesus hatten diese erste Vorstellung des Begriffes. Da diese vorausgeahnten Ereignisse eingetroffen sind. dass Propheten tatsächlich die Zukunft vorausahnten. Ohne Zweifel könnte Er sie aufheben. Es bedeutet „Gottesbote“. wenn Er es bezwecken würde. zu prophánai: vorhersagen. Wenn also. Diese Kundgaben sollten sie den Menschen weitergeben.“117 Diese Worte geben den wahren Sinn des Wortes „Prodigium“118 wieder. (Anmerkung des Übersetzers)  Matthäus XXVI. auch die Auserwählten verführten. Das erklärt. Im Sinne des Evangeliums hat das Wort „Prophet“ eine breitere Bedeutung. wer istʹs. dass die Wörter „Prophetie“115 und „Voraussage“ synonyme Bedeutung bekamen. geschweige denn das Recht. warum die versammelten Schriftgelehrten und Ältesten Jesus. gesunde Menschenverstand. Christus. (Anmerkung des Übersetzers) . was Er selbst erschaffen hat. Man schreibt den Propheten derart die Gabe der Zukunftsvoraussage zu. wie Er sie selbst besitzt. in das Gesicht spuckten. der die Mission hat. 68.   WUNDERZEICHEN DER FALSCHEN PROPHETEN  5.

in dem die Menschen dazulernen und neue Erkenntnisse gewinnen. Die Tatsache. sondern prüft die Geister. sie machen sie zunichte. die jeder erlernen kann. dessen Ursache unbekannt ist. Daraus entsteht die Notwendigkeit. die der unwürdigste aller Menschen ebenso wie der würdigste besitzen kann. in dem Maße. um sich selbst die Anerkennung für ihre scheinbar übernatürliche Macht oder angeblich göttliche Mission zu sichern. da er dasselbe wie Gott bewirken kann. stellt keinen Beweis einer göttlichen Mission dar. Ihr Lieben. Gerade das Gegenteil geschieht. nichts anderes ist als die Anwendung eines der Naturgesetze.298 KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen zuschreibt. Die wahren Propheten erkennt man an ernsthafteren Merkmalen von ausschließlich moralischer Natur. die Wunder kein ausschließliches Privileg der Gesandten Gottes sind. ihres Interesses und ihrer Macht bestimmtes Wissen. solch ein „Geist des Bösen“ die Macht hätte. So wird die Menge an übernatürlichen Phänomenen immer kleiner. glaubt nicht einem jeden Geist. Die spiritistischen Phänomene geben falschen Messiassen und falschen Propheten keinesfalls Spielraum. so außergewöhnlich es auch erscheint. das in den Augen mancher als Wunder bezeichnet wird. (1. Das sind die falschen Christusse und die falschen Propheten. Zu allen Zeiten nutzten die Menschen zu Gunsten ihrer Ambitionen. dass das Phänomen. denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Und diese würden nichts mehr erweisen. dass ein Mensch etwas bewirken kann. oder von besonderen organischen Fähigkeiten. die sogar die Auserwählten verführen würden. wie die Wissenschaft sich entwickelt. wie einige Menschen in übertriebener Weise behaupten. Damit reduziert sich ihre Zahl in dem Maße. weiß man. 1)  7. IV. als übernatürlich und wunderbar angesehen. Die Verbreitung des Wissens zerstört ihr Ansehen. einen rationaleren Sinn für diese Worte zu suchen. jene Wunderzeichen zu vollbringen. Wenn man die Ursache kennt. Denn das kann das Resultat von Kenntnissen sein. das sie besaßen.     GLAUBT NICHT EINEM JEDEN GEIST 6. denn es würde keinen Unterschied zwischen den Wundern der Heiligen und denen der Dämonen geben.   Mit den Augen der Unwissenden wird jedes Phänomen. Brief des Johannes. würde es bedeuten. ob sie von Gott sind. dass. .

hörende oder sprechende Mediumschaft. dass er sie nicht hervorbringt. lüftet sie den Schleier. Indem der Spiritismus die Erklärung für bestimmte. durch die unbewusste. welche die Beziehungen der leiblichen und der spirituellen Welt steuern. bis zum heutigen Tag unverstandene Phänomene gibt. Diejenigen aber. glaubt nicht einem jeden Geist. um die Geister zu prüfen. heuchlerisch. würden den Glauben der Menschen nicht lange täuschen und wären bald enthüllt. die sich nicht unter den Menschen. der über vielen Mysterien liegt. offenbart der Spiritismus andere unbekannte Gesetze. die sie sich aufsetzen. ob sie von Gott sind. Der Heilige Johannes warnte uns vor ihnen. zerstört er das. besonders aber in der letzten Zeit als einige der früheren Propheten. ist erheblich hoch. indem er die Merkmale aufzeigt. Indem sie die Ursache bestimmter Phänomene erforscht. Aber die Wahrheit ist wie die Sonne: Sie löst die dichteste Dunkelheit auf. als Maria und sogar als Gott selbst ausgaben. was noch im Bereich des Wunderbaren lag. die Astronomie und die Geologie. Es sind nämlich Geister. Wie die Physik. viel gefährlichere Art von falschen Christussen und falschen Propheten. Ideen zu verbreiten. Bevor die mediumistischen Beziehungen bekannt waren. indem sie sich für den Messias Gottes ausgeben.“ Der Spiritismus gibt uns die Mittel. die Phänomene allein beweisen nichts. die sich in verschiedenen Epochen. denn er erklärt ausdrücklich. Die Zahl derer. die oft sehr absonderlich und absurd sind. betiteln sie sich mit ehrwürdigen Namen und versuchen mittels dieser Maske. als Messias. sondern prüft die Geister. Wie schon gesagt. diese Phänomene zu ihren Gunsten auszunutzen. denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. hat Interesse dieses Licht zu bekämpfen. Die Mission erweist sich durch die moralischen Wirkungen.KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen      299 Verlangt vom Spiritismus keine Wunder oder Wunderzeichen. Das ist eines der Ergebnisse der Studien der spiritistischen Wissenschaft. die trügerisch. wirkten diese Geister auf eine weniger deutliche Weise. die nicht jeder hervorbringen kann. welche sich geneigt fühlen. an denen wir die guten . Es sind genauso Naturgesetze wie die Gesetze der Wissenschaft. sondern unter den nicht inkarnierten Geistwesen befinden. hochmütig sind und Wissen vortäuschen. als er sprach: „Ihr Lieben. Von der Erde in die Erraticität übergegangen. zum Beispiel durch Eingebung.  Der Spiritismus offenbart eine andere. Nur wer die Verborgenheit dem Licht vorzieht. welche die Gesetze der physischen Welt zeigen. die Chemie.

) Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen. dass der Baum schlecht ist. meine Geschwister. die von sich behaupten mit der göttlichen Macht erfüllt zu sein. die alle Herzen versöhnen. Seht ihr nicht die Blätter des Feigenbaumes. sie seien die Einzigen.“ Man beurteilt demnach die Geister nach der Qualität ihrer Werke. die auf die Blütezeit warten. die 119  Zur Unterscheidung der Geister siehe Buch der Medien. und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.. denn die falschen Propheten werden zahlreich sein.   UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT DIE FALSCHEN PROPHETEN  8. sind nach dem Beispiel des Meisters von Herzen sanftmütig und demütig. um seine Lehre zu verkünden und sein Volk zu erhellen. welche die Wahrheit besitzen!   Nein. Kap. erkennt ihr. dann könnt ihr sagen: Diese sind wirklich die Gottesboten. Hütet euch vor denen. hat Christus euch nicht gesagt: „Man erkennt einen Baum an seinen Früchten?“ Wenn die Früchte bitter sind. die auf öffentlichen Plätzen beten. die Liebe.. die sagen.119 Bei der Unterscheidung zwischen guten und üblen Geistern können wir diese Worte von Jesus anwenden: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Diejenigen. Vor allen sind sie es. Wenn jemand euch sagt: „Christus ist hier!“ geht nicht dorthin. wie man einen Baum nach der Qualität seiner Früchte beurteilt. die immer moralischer und nie materieller Natur sind. sagt ihr: Nichts Reines kann aus einem schlechten Stamm herauskommen. seht ihr nicht seine zahlreichen Knospen. von allen Kennzeichen der christlichen Mission begleitet sind. Merkmale. aber wenn sie süß und gesund sind. sondern seid wachsam. sollt ihr urteilen.   Aber hütet euch vor heuchlerischen Worten. Die Werke sollt ihr untersuchen. Zweites Buch.   Und so. der Messias ist nicht unter denen. Wenn die Menschen.300 KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen Geister erkennen. der begonnen hat. dann besitzen sie im höchsten Maße die christlichen und ewigen Eigenschaften: die Nächstenliebe. Wenn sie nicht nur mit Worten. die er sendet. die Nachsicht und die Güte. XXIV und ff. hütet euch vor den Schriftgelehrten und Pharisäern. sondern mit Taten handeln.  .. gelb zu werden. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? (.

werdet ihr eine umso kürzere Zeit in der Dunkelheit und in dem Schmerz der Prüfung verweilen. meine geliebten Kinder. in denen. die nach Barmherzigkeit rufen. die in das Verderben läuft und ungerade Wege geht. Der Engel des Wiedersehens und der Einheit! Jetzt. da ihr die euch übertragene Aufgabe des Schöpfers gut erfüllt habt. die euch die ewigen Gesetze verkünden und alle Sehnsüchte euerer Seelen in Bezug auf das Unbekannte befriedigen wird. wo alle. ist der Tod verschwunden. Ihr Reisende. Und nun. Platz zu schaffen. Rückt vorwärts.  (Louis. dass alle Menschen in ihrem Angesicht. des ständigen Fortschrittes in allen Bereichen. den ihr kennt. Vor jedem.120 Erinnert euch. habt ihr Seine Gerechtigkeit nicht zu fürchten.   Daher geht. 1861)    KENNZEICHEN DES WAHREN PROPHETEN  9. Und insbesondere sind sie bescheiden und demütig. Euer Grundsatz soll der des Fortschrittes sein. Von diesem Zeitpunkt an könnt ihr diesen flüchtigen Luftgeistern schon eine Gestalt geben. was euch den Weg zu diesem ewigen Ziel verhindern kann. geht ohne Zögern. geht weiter ohne Furcht und entfernt mutig alles. den ihr eingeschlagen habt. wenn ihr eure Herzen für diese sanfte Lehre öffnet. die ihr in eueren Träumen vorüberziehen seht und die eure Seele entzückten. Geht. ohne Vorurteile auf dem gesegneten Weg. solltet ihr wie vor einer sich ausbreitenden Lepra fliehen. Denn Er ist der Vater und vergibt immer Seinen verirrten Kindern. die jeden ansteckt. ohne nachzulassen.KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen      301 durch Beispiele und Ermahnungen die Menschheit retten sollen. um dem erleuchtenden Engel. Bordeaux. so wie momentan. auf euch warten. aber besonders in ihren Taten. aber eueren Herzen nichts vermittelt haben. Geht also weiter. eine Veränderung der Menschheit stattfindet. die euch vorausgegangen sind. der auch nur einen Keim von Hochmut zeigt. Bis ihr endlich zu dem glücklichen Moment kommt. den Ausdruck ihrer Größe oder ihrer Verderbnis tragen. meine geliebten Kinder. immer dann bezeichnet sich eine große Zahl von ehrgeizigen und unnachgiebigen 120  Heutzutage erlauben die medizinischen Fortschritte die Unterschneidung von hoch bis nicht ansteckenden Lepraerkrankungen.“ Dieser Rat ist in allen Zeiten nützlich. Aber besonders in den Zeiten des Wandels. (Anmerkung des Herausgebers) . „Hütet euch vor den falschen Propheten.

in dem sie arbeiten werden. der selbst seinem Vorbild nicht nachzufolgen weiß. Ihr werdet fragen: „Wie können wir sie erkennen?“ seht hier ihre Anzeichen:  Eine bedeutende Arbeitsgruppe kann man nur einem fähigen und geeigneten Leiter. welche ihre Prüfungen in anderen Leben erfüllt haben. der Zweite hochmütig und von sich selbst eingenommen. Denn wenn sie nicht höher entwickelt sind als das Umfeld. an seinen Tugenden. Um die Menschheit moralisch und intellektuell vorwärts bringen zu können. Eine andere Schlussfolgerung wäre dass. und es ist die Pflicht eines jeden ehrlichen Menschen. . dass sie es sind. dass Gott weniger vorsichtig ist. die den Menschen.   Eine weitere Erwägung ist. Sie erfüllen ihre Aufgabe. sind Menschen mit großer Intelligenz und Moral erforderlich! Deswegen sind dies immer schon sehr weit entwickelte Geister. sie zu entlarven. der ihnen nicht gewachsen ist. Mit anderen Worten. seiner Tugenden und seiner Intelligenz der Würde der ihm zugeschriebenen Rolle nicht gerecht wird oder er sich unter der Würde der Persönlichkeit.302 KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen Menschen als Reformatoren und als Messiasse. Er spricht in großen Tönen und wie alle Schwindler. dass die meisten der wahren Propheten Gottes nicht wissen. dass ihm nicht geglaubt wird. jedoch ohne vorherbestimmte Absicht. dass Er die wichtigen Missionen nur denjenigen anvertraut. die mit diesem Ziel inkarnieren. dass der wahre Missionar seine Aufgabe an seinem erhabenen Ansehen. unter deren Namen er sich ankündigt.   Daraus schließen wir. Vor diesen Betrügern müssen wir uns hüten. erdrücken würden. Während die falschen Propheten sich selbst zu Gottesboten ernennen. Sie werden von der verborgenen Macht unterstützt. fürchtet er. als die Menschen es sind? Ihr solltet sicher sein. befindet. ist ihr Handeln wirkungslos. Glaubt ihr. Der Erste ist demütig und bescheiden. der sie führen kann. zu der sie durch die Kraft ihres Geistes angetrieben werden. an dem Ergebnis und moralischem Einfluss seiner Werke beweisen muss. wenn dieser aber aufgrund seines Charakters. anvertrauen. so ist er nur ein Narr von übler Sorte. weil die großen Aufgaben schwere Lasten sind. die wahren Propheten erkennt man an ihren Taten. sie zu erfüllen. die sie inspiriert und ihr Wissen lenkt. die fähig sind. sie werden von den anderen entdeckt. Wie in allen Dingen muss der Meister mehr als sein Lehrling wissen. an seiner Größe.

seine Tugenden? Es stellt sich hier diese Frage. dann hättet ihr keinen Gott mehr. was Christus nicht hatte: die Gier und den Stolz. Seid euch sicher. Seht ihr übrigens. dass es Menschen sind. das die Eitelkeit befriedigt. Um diejenigen mehr zu beeindrucken. Haben diejenigen. Wenn nämlich der Messias sich auf der Erde inkarnieren würde. untersucht ihre Gedanken und ihre Taten und ihr werdet erkennen.KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen      303  Wir sehen einige dieser Menschen als Apostel von Christus auftreten und andere als Christus selbst. welche manche Medien annehmen. um ihren Theorien noch mehr Gewicht zu geben. 1862) DIE FALSCHEN PROPHETEN DER GEISTIGEN WELT  10. was absurd wäre. die ihren Glauben an solch schädliche Gesinnung verschenken. dass es genug leichtgläubige Menschen gibt. dass ihnen die entscheidenden Tugenden Christi fehlen: die Demut und die Nächstenliebe. käme er mit all seiner Macht und Tugend. in verschiedenen Ländern zahlreiche angebliche Messiasse in Erscheinung treten. dass er degeneriert ist. aber ihr könnt euch sicher sein. die sich als Christus bezeichnen. Ebenso verhält es sich damit: Wenn ihr Gott ein einziges Seiner Attribute wegnehmen würdet. die in Wirklichkeit nicht alle echt sein können.  (Eraste. Eine einfache Erwägung andererseits könnte die Augen der Blinden öffnen. die den Glauben von anderen ausnutzen und es bequem finden. Heilige Johannesse oder Heilige Petrusse. vorausgesetzt wir nähmen an. dann hättet ihr keinen Messias mehr. Sie säen unter den Menschen absurde Denkmuster aus. dass in diesem Moment. besonders in der Zeit der Erneuerung. Sie sind auch ‐ und zwar in größerer Zahl ‐ unter den hochmütigen Geistern. Stattdessen besitzen sie. die unter dem falschen Schein der Nächstenliebe Uneinigkeit verbreiten und die Erlösung der Menschheit verzögern. Sie verschaffen sich auf der Erde ein Leben. bekleiden sie . Passt auf. Es müsste die Menschheit beschämen. wenn ihr eine einzige der Tugenden des Christus wegnehmen würdet. dass auf sie eine verheerende Gerechtigkeit wartet. die sie täuschen möchten. Denn viele Schwindler werden sich als Gottesboten bezeichnen.  Misstraut den falschen Propheten. Paris. Die falschen Propheten befinden sich nicht nur unter den inkarnierten Menschen. wie auch zahlreiche angebliche Eliasse. auf Kosten derjenigen zu leben. die auf sie hören.

   Es gibt andere Möglichkeiten. Sie drängen diese Gruppen dazu. dass. Die Geister von erhabenen Sphären. indem sie so handeln. es nur ein unwissender und lügnerischer Geist sein kann. sie zu entlarven. die sich als exklusiver Berater vorstellen und die Uneinigkeit und Isolation predigen. vertraut Gott sie nicht nur einem engen Kreis an. deren Anhängerzahl sich ständig verringert. Er ermöglicht. jedes Mal wenn ein Geist als Heilmittel für das Leiden der Menschheit oder deren Umwandlung utopische und unausführbare Dinge sowie kindische und lächerliche Mittel vorschlägt. Daher sind diejenigen Menschen blind. dazuzugehören. Das allein würde schon ausreichen. dass die Wahrheit alle Menschen erreichen kann. wahrhaftiger sei. werdet ihr einen Maßstab für den intrinsischen Wert von beiden in der Feststellung finden. Deswegen sollt ihr ihre Systeme mit Vernunft und dem gesunden Menschenverstand prüfen und ihr werdet sehen. dass sie an verschiedenen Orten entsteht. sie zu erkennen. Denn. dass eine Lehre. In der Absicht. oder wenn er ein System formuliert. die schwachen und leichtgläubigen Menschen imponieren möchten. in der sich die Zahl der Anhänger erhöht. die Zwietracht zwischen den Menschengruppen säen. sondern auch ausgesprochen rational. um sie zu beeindrucken und dann zu dominieren. Wenn zwei Prinzipien sich widersprechen. sind nicht nur sehr erhaben. zu denen die falschen Propheten behaupten. Das ist ein weiteres Kriterium. was sie zu sein vorgeben. diese immer durch den gesunden Menschenverstand der Masse geschätzt wird. welche von beiden auf mehr Akzeptanz und Sympathie stößt. von denen die Menschen nur mit großer Achtung sprechen. das durch die grundlegendsten Wissenschaftskenntnisse widerlegt wird. Es wäre in der Tat unlogisch anzunehmen. die in solche groben Fallen geraten. damit überall das Licht neben der Finsternis leuchtet. Sie überschütten die Menschen mit übertriebenem Lob. sich von den anderen zu isolieren und sich gegenseitig feindselig zu betrachten. Ihr würdet mir daher zustimmen. was von ihnen bestehen bleibt. Sie sind zumeist eitle und mittelmäßige Geister.   Sie sind es.   Andererseits dürft ihr gerne glauben. widerlegen sie ausdrücklich das.304 KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen sich ohne Skrupel mit Namen. als eine andere. auch wenn sie nicht immer von jedem Einzelnen anerkannt wird.    Weist hemmungslos alle die Geister ab. dass die Wahrheit. Sie .

ohne Zweifel unter dem Einfluss einer stark ausgeprägten Besessenheit. Ein Medium kann verblendet. das erworbene Wissen. um diese zu tyrannisieren. sie sozusagen unmittelbar allen seriösen Gruppen mitgeteilt wird. Solche Mitteilungen geben immer einen legitimen Anlass zum Misstrauen.  Wenn alle Angaben und Kundgaben der Geister der Transparenz von Vernunft und Logik unterworfen werden.  Ihr sollt noch bedenken. oder solchen. werden ohne Zweifel das Absurde und der Irrtum leicht vermieden werden. Kein Mensch dient als gutes Medium. Universelle Prüfung der Lehre der Geister. Misstraut im Allgemeinen Mitteilungen. 1862)  (siehe Einleitung. eine Gruppe getäuscht werden. wenn er besessen ist. wenn eine Wahrheit an die Menschheit verkündet werden soll. die prahlerische Zeremonien und Handlungen vorschreiben. die an das Privilegium glauben. und nicht zu jeder Gelegenheit Widerspruch duldet. Kap. S. Geister und inkarnierte Wesen. werden die lügnerischen Sprüche und listigen Verbreitungen einer Schar trügerischer und bösartiger Geister zunichte machen. Und eine Besessenheit ist dann gegeben. allein bestimmte Mitteilungen erhalten zu können und die andererseits zu abergläubischen Praktiken tendieren. 18.  (Erastus. Jünger von Paulus. II. die hohe moralische Autorität der Gruppenleiter und die von Logik und Authentizität geprägten Kundgaben der erhabenen Geister durch die Hauptmedien. in denen sich ebenso seriöse Medien befinden und nicht an diese oder jene Gruppe unter Ausschluss von anderen. dass. Infolgedessen steht jedes Medium und jede Gruppe. Von der Besessenheit)    . Aber die strenge Prüfung durch andere Gruppen. wenn ein Medium nur Kundgaben von einem bestimmten Geist erhalten kann. die gierig nach Macht sind und während ihres irdischen Lebens im öffentlichen oder privaten Bereich Despoten waren und nach ihrem Tod Opfer suchen. XXIII. Abs. Das gilt besonders. Buch der Medien. die einen mystischen und seltsamen Charakter haben. ehren und respektieren. wenn der herrische Geist mit einem Namen prahlt.KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen      305 sind normalerweise Geister. den alle. selbst wenn der Geist sich sehr erhaben mitteilt.

Dazu gibt es nichts Bedeutsameres als diese Worte: „Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt. die in meinem Namen Lügen weissagen und sprechen: Einen Traum habe ich gehabt. (Jeremia XXIII. die Propheten. meine Freunde.“ Diese Worte sagen deutlich. dennoch weissagen sie. die guten von den böswilligen Geistern zu unterscheiden. die Lügen weissagen und den selbst ausgedachten Betrug?  Fragt dich dieses Volk oder ein Prophet oder ein Priester: Was ist der „Lastspruch“ des Herrn?. Diese Art von Betrug war bei der jüdischen Nation allgemein verbreitet. hat er ihn gesehen und sein Wort gehört? Wer hat sein Wort vernommen und kann es verkünden?  Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt.  Ich habe gehört. das die falschen Propheten benutzten. dennoch weissagen sie!“ Und noch weiter sagte Jesus: „Ich habe gehört. Ich habe nicht zu ihnen gesprochen. 25 ‐ 26. dennoch laufen sie. 33)  Über diesen Text des Propheten Jeremia möchte ich mit euch. die sie reden lässt. indem sie gute und angenehme Angelegenheiten gegen Bezahlung weissagten. die aus dem eigenen Herzen stammen. Immerzu sagen sie denen. Sie betören euch nur. Gott sprach durch Jeremias Mund und sagte: „Es ist die Vision ihrer Herzen. was die Propheten reden. dennoch laufen sie aus eigener Entscheidung. um diejenigen auszunutzen. die euch weissagen. der dem Trieb seines Herzens folgt. Die immer gutgläubige Menge dachte nicht darüber nach. so antworte ihnen: ihr selbst seid die Last und ich werfe euch ab ‐ Spruch des Herrn. nicht aus dem Mund des Herrn. Es ist also verständlich. was die Propheten reden. versprechen sie: „Kein Unheil kommt über euch“. die in meinem Namen Lügen aussprechen und weissagen: Einen Traum habe ich gehabt. die nichts anders als Schwindler oder Fanatiker waren. So spricht der Herr der Heere: Hört nicht auf die Worte der Propheten. die das Wort des Herrn verachten: „Das Heil ist euch sicher! Und jedem. Es wurde dann mehr oder weniger leicht von den angeblichen Propheten betrogen. einen Traum. 21. Sie verkünden Visionen. Doch wer hat an der Ratsversammlung des Herrn teilgenommen. 16 ‐ 18. die an sie glaubten. Wie lange noch? Haben sie denn wirklich etwas in sich. reden. ich habe nicht zu ihnen gesprochen.306 KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen JEREMIA UND DIE FALSCHEN PROPHETEN 11. Sie missbrauchten den einfachen und fast blinden Glauben des Volkes. der . dass dieses arme Volk in seiner Unwissenheit nicht in der Lage war. einen Traum!“ Jeremia wies auf eines der Mittel hin. dass schon damals die Schwindler und Fanatiker die Gabe der Prophetie missbrauchten und ausnutzten.

damit ihr selbst nicht zu falschen Propheten werdet. die an der Lüge Gefallen finden. die nicht vorsichtig genug sind. Hier liegt ohne Zweifel eine der größten Tücken. zu sprechen. 1861)    . Diese betrogenen Menschen sind offensichtlich Medien. ob sie von Gott sind.“ Denn unter den Unsichtbaren gibt es auch diejenigen. die sie nur mit großer Umsicht bestehen können. der sagt: „Glaubt nicht einem jeden Geist. insbesondere wenn sie Neulinge im Spiritismus sind. sie fand alles natürlich und lud diese Propheten immer wieder ein. der viele Medien zum Opfer fallen. Es ist für sie eine Prüfung. sondern prüft die Geister. Schutzgeist. Lernt also vor allem die gutwilligen von den böswilligen Geistern zu unterscheiden. Karlsruhe.  (Luoz.KAPITEL  XXI ‐ Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen      307 Wahrhaftigkeit dieser Träume und Visionen zu widersprechen.  Nach diesen Worten des Propheten sollt ihr die weisen Ratschläge des Apostels Johannes hören. wenn die Gelegenheit für sie günstig ist.

das soll der Mensch nicht scheiden! Da fragten sie: Warum hat dann Mose geboten. in einem anderen Land und zu anderer Zeit ehebrecherisch sein kann. und nicht ein Einziges. zu allen Zeiten und in allen Ländern. selbst in der Christenheit. zivilrechtlich betrachtet. Aus diesem Grund soll das Zivilrecht die Interessen der Familien regeln. eures Herzens Härte wegen. WAS GOTT ZUSAMMENGEFÜGT HAT Die Unauflösbarkeit der Ehe ‐ Die Scheidung DIE UNAUFLÖSBARKEIT DER EHE 1. sondern ein Fleisch. daß sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet? Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat. nicht zwei Länder gibt. Daraus ergibt sich. schuf sie als Mann und Frau und sprach [1.KAPITEL  XXII ‐  TRENNT NICHT. Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Istʹs erlaubt. von Anfang an aber istʹs nicht so gewesen. Mose (Genesis) 2. In der Ehe ist die Vereinigung der Geschlechter gottgewollt. und heiratet eine andere. euch zu scheiden von euren Frauen. So ist in bestimmten Ländern zum Beispiel die kirchliche Eheschließung die einzig legale Eheschließung. Die Naturgesetze sind immer dieselben. und die zwei werden ein Fleisch sein?“ So sind sie nun nicht mehr zwei. das in einem Land zu einer Zeit gesetzmäßig ist. Ort und Weiterentwicklung der Intelligenz. Die von Menschen geschriebenen Gesetze ändern sich gemäß Zeit. 3 ‐ 9)  2. Unveränderlich bleibt nur das. dass es auf der ganzen Welt. in dem sie sich nicht im Laufe der Zeit verändert haben. der bricht die Ehe.24]: „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen. (Matthäus XIX. die sich in Abhängigkeit von Gebräuchen und örtlichen Notwendigkeiten verändern. was von Gott kommt. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet. um eine Erneuerung der verstorbenen Wesen herbeizuführen. sind dennoch derart menschlich. Die Bedingungen. Alles von Menschen Geschaffene unterliegt der Veränderung. welche diese Verbindung steuern. dass etwas. es sei denn wegen Ehebruchs. in anderen Ländern ist außerdem noch die standesamtliche Trauung . ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt. Was nun Gott zusammengefügt hat. in denen sie vollkommen gleich sind.

das genauso unwandelbar wie alle andere Gesetze Gottes und ausschließlich moralischer Natur ist: das Gesetz der Liebe.    121  1.   Und dennoch können weder das Zivilrecht noch die eingegangenen Verpflichtungen das Gesetz der Liebe ersetzen. h. welche die Ehe in Gottes Augen anerkannt macht. gibt es in der Geschlechterverbindung noch ein weiteres göttliches Gesetz. und nicht nur einer. Die Folge ist. wenn man unter den festgelegten Bedingungen für eine Heirat jene einzige.    3. sich wieder von selbst trennt. Wenn alles gut geht. Gott wollte. dass es sich um eine Zweckehe handelt und wenn sie reich sind. wenn der vor dem Altar abgelegte Eid wie eine banale Formel ausgesprochen wird. Wird dieses Gesetz der Liebe unter den gewöhnlichen Eheschließungen berücksichtigt? Überhaupt nicht. nicht fehlen würde: das Gesetz der Liebe. sondern an die Befriedigung des Stolzes. das vermieden werden könnte. dass oft etwas. Aber neben dem stofflichen göttlichen Gesetz. wenn dieses nicht bei der Eheschließung vorhanden ist. sondern zwei sie lieben.KAPITEL  XXII ‐ Trennt nicht. das soll der Mensch nicht scheiden!“ soll man in Bezug auf eine Verbindung nach dem unveränderlichen Gesetz Gottes verstehen und nicht nach dem veränderlichen Gesetz der Menschen. damit die gegenseitige Zuwendung der Eheleute sich auf die Kinder überträgt. Daraus entstehen die unglücklichen Verbindungen. für sie sorgen und sich um ihre Entwicklung kümmern. sagt man. Das ist ein zweifaches Unglück. (Anmerkung des Herausgebers) . Man denkt nicht an eine Erfüllung des Herzens. Man leistet einen Meineid. der Eitelkeit und der Gier. Mose (Genesis) II. dass die Eheleute sehr glücklich sind und ebenfalls sein werden.. ob sich die Ehepartner lieben oder ob sie sich durch gegenseitige Gefühle anziehen. 24.. Gottes Worte: „. was Gott zusammengefügt hat      309 erforderlich und in weiteren Ländern schließlich genügt die standesamtliche Trauung. dass die Wesen sich nicht nur durch fleischliche. In Betracht gezogen wird nicht. sondern auch durch seelische Bande verbinden. d. was man mit Gewalt zusammengefügt hat. an die Erfüllung der materiellen Werte. und sie werden sein ein Fleisch“121 und was Christus dazu sagte: „Was nun Gott zusammengefügt hat. sagt man. die schließlich kriminell werden. da diese Zuneigung oft zerbricht. das für alle Lebewesen gleich ist.

welche nur aus materiellen Interessen geschlossen wurden. überhaupt nichts spricht dagegen. in dem das Göttliche Gesetz nicht berücksichtigt wurde. Wenn die Scheidung gegen das Gesetz Gottes wäre. Die Hindernisse zur Erfüllung des Göttlichen Gesetzes entstehen erst durch die Vorurteile und nicht durch das Zivilrecht. Die Scheidung ist ein menschliches Gesetz mit dem Zweck. ob die Aussicht auf eine unlösbare Fessel die Zahl der ungesetzlichen Verbindungen nicht noch vergrößert. die aus Verbindungen hervorgegangen sind. was tatsächlich schon getrennt ist. Obwohl diese Vorurteile noch bestehen.   Auch Jesus selbst sprach die absolute Unauflösbarkeit der Ehe nicht heilig. Es wäre von diesen sogar eine doppelte Pflichtverletzung. da die Scheidung in diesen Fällen lediglich materielle Interessen zum Ziel gehabt hat und nicht die Erfüllung des Gesetzes der Liebe. die nicht zusammen leben können. miteinander zu verketten oder ihnen die Freiheit zurückgeben. Sagte er nicht: „Moses hat euch erlaubt. die sozialen Beziehungen und die Familieninteressen je nach Gesellschaftsentwicklung zu regeln. für die Fehler und auch für die Verbrechen. Sie werden mit der moralischen Entwicklung schwinden. müsste dann die Kirche sogar jene Kirchenführer verurteilen. haben sie unter den aufgeklärten Völkern bereits viel an Bedeutung verloren. natürlich nicht. Eines Tages wird man sich grundsätzlich fragen. Es muss vorsorglich sein. Die Scheidung ist kein Verstoß gegen das Gesetz Gottes. was humaner. die schließlich den Menschen die Augen für die zahlreichen Übel. denn sie korrigiert lediglich das. dass das menschliche Gesetz die unmittelbare Folge des Gesetzes Gottes sei.    DIE SCHEIDUNG  5. da der moderne Mensch nicht wie ein Wilder mehr leben kann. was von den Menschen gemacht wurde und findet nur in dem Fall Anwendung. was Gott zusammengefügt hat 4. die Kraft ihrer eigenen Autorität und im Namen der Religion schon mehr als einmal die Scheidung ausgesprochen haben. dennoch veränderlich. Denn nichts. mildtätiger oder moralischer ist: Zwei Wesen. es ist daher nützlich und notwendig. Ist das bürgerliche Gesetz also überflüssig? Sollte man nochmals zu den Naturehen zurückkehren? Nein. offiziell das zu trennen. Das Zivilrecht hat den Zweck. öffnen wird.310 KAPITEL  XXII ‐ Trennt nicht. Dabei stellt sich die Frage. euch zu scheiden von eueren .

“ 122 Dies bedeutet. dass in frühesten Zeiten der Menschheit. eueres Herzens Härte wegen.“ Dazu ist es zu sagen. 8. In gewisser Weise kann man sagen. was Gott zusammengefügt hat      311 Frauen. musste er als Ersatz eine andere Strafe finden. Sie bestand darin. Nun es kann keinen Ehebruch geben. Da er diesen barbarischen Brauch abschaffen wollte. dass eine zweite Ehe verboten wurde.KAPITEL  XXII ‐ Trennt nicht.   Er geht noch einen Schritt weiter und nennt ein Beispiel. die Ehen aus Sympathie und nicht aus Eitelkeit und Ehrgeiz geschlossen wurden. Das mosaische Gesetz schreibt in einem solchen Fall die Steinigung vor. In der Tat verbietet Jesus dem Mann. dass bereits in der damaligen Zeit möglicherweise Scheidungen notwendig waren. da die gegenseitige Zuwendung nicht der einzig entscheidende Grund für die Ehe war. dass ein Zivilrecht durch ein anderes ersetzt wurde. so wie alle Gesetze dieser Art sich mit der Zeit bewähren mussten. als die Menschen noch nicht durch Selbstsucht und Stolz verdorben waren und nach dem Gesetz Gottes lebten. die verstoßen wurde.    122  Matthäus XIX. eine Frau zu nehmen. (Anmerkung des Herausgebers) . Aus diesem Grund gab es keinen Anlass zu einem Verstoß. wenn gegenseitige aufrichtige Zuneigung herrscht. Er fügte jedoch hinzu: „Von Anfang an aber istʹs nicht so gewesen. in dem ein Verstoß gerechtfertigt werden kann: im Falle eines Ehebruches. Hierzu muss man allerdings die Gebräuche und Sitten der Menschen von der damaligen Zeit berücksichtigen.

in der er diesen Satz sprach. dass ein einziges Mal ein Fehler gemacht wird. der ist meiner nicht wert. Brüder. Frieden zu bringen. so dass wir sie im literarischen Sinn unwillkürlich zurückweisen. Der Inhalt seiner Lehre leidet jedoch nicht darunter. sondern das Schwert WER NICHT HASST SEINEN VATER UND SEINE MUTTER  1. Es ging aber eine große Menge mit ihm. Diese Worte wurden nach seinem Tod geschrieben. was er hat. und wenn ja. Es wäre zunächst notwendig zu wissen. der kann nicht mein Jünger sein. dass in diesem Fall der Sinn seiner Gedanken nicht gut wiedergegeben wurde. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt.KAPITEL  XXIII ‐  SELTSAME MORAL Wer nicht hasst seinen Vater und seine Mutter ‐ Vater. In dem Abschnitt bei Johannes: „Wer sein Leben lieb hat. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich. (Matthäus X..  (Lukas XIV. 37)   3. den Satz zu diskutieren oder zu versuchen. Brüder. widersprechen in seltsamer Art den Worten Jesu Christi. Schwestern und dazu sich selbst .“ ist einer dieser Fälle. die übrigens sehr selten vorkommen. der ist meiner nicht wert. 33) 2.   Das Wort „Hass“ in dem Satz von Lukas: „Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater. und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater. Frau. Mutter. ob Jesus diesen Satz ausgesprochen hat. Bestimmte Worte. oder ‐ was nicht weniger wahrscheinlich wäre ‐ dass die ursprüngliche Bedeutung bestimmte Änderungen bei der Übersetzung erlitt. Kinder. und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich. Niemand könnte diesen Satz Jesu zuschreiben. um in den Nachdrucken den Fehler weiterzugeben. Frau. der wirdʹs verlieren. der sich nicht lossagt von allem. So auch jeder unter euch. der kann nicht mein Jünger sein. wie es häufig an historischen Fakten zu beobachten ist. ihn zu rechtfertigen. Kinder.. zu seinen Lebzeiten ist kein Evangelium geschrieben worden. ob in der Sprache. Wir können annehmen. Mutter. Es genügt. Schwestern und dazu sich selbst. Es ist dann überflüssig. der wirdʹs . das Wort dieselbe Bedeutung hat wie in unserer Sprache. Mutter und Kinder verlassen ‐ Lass die Toten ihre Toten begraben ‐ Ich bin nicht gekommen. der kann nicht mein Jünger sein. 25 ‐ 27. und wer sein Leben auf dieser Welt hasst.

so sollte es übersetzt werden. die man damit verknüpft. die wir ihm zuschreiben.  Die hebräische Sprache war nicht sehr reich und viele ihrer Wörter haben doppelte Bedeutungen. Dieses Verb bedeutet nicht nur „hassen“.“ (siehe Kap. 30‐31) Es ist ersichtlich. Er kann in einer Sprache eine Beleidigung oder eine Verhöhnung sein und unbedeutend in einer anderen. das Jesus benutzt haben dürfte.KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral      313 erhalten zum ewigen Leben“ ist es offensichtlich. dass der wahre Sinn des Wortes „ungeliebt“ in diesem Satz „weniger geliebt“ bedeutet.) Als aber der Herr sah. Das ereignet sich zum Beispiel mit dem Wort in der Genesis. .. wird diese Bedeutung noch stärker betont. eine Zeitspanne sowie die Tageszeit auszudrücken. Es ist auch in diesem Sinne zu verstehen. XXIX. Es wäre sinnwidrig. dass in der Genesis (erstem Buch Moses) steht: „So ging Jakob auch bei Rachel ein und hatte Rachel lieber als Lea. auf die Gewohnheiten und die Merkmale eines Volkes zu achten. Um den genauen Gedanken zu übersetzen. Abs. welche die Eigenschaft einer Sprache beeinflussen. In vielen anderen hebräischen und hauptsächlich syrischen Passagen wird dasselbe Verb im Sinne von „nicht so lieben wie den anderen“ übersetzt. Was das griechische Verb „miseïn“ ausdrückt. es mit „hassen“ zu übersetzen. Dasselbe geschah auch mit den Worten „Kamel“ und „Seil“. Im syrischen Dialekt. Daher erschien in der Übersetzung der Begriff „Tag“ und später entstand der Glaube. dass Lea ungeliebt war. Pezzani) . ist es zuweilen notwendig. das die Phasen der Schöpfung beschreibt. sondern auch „weniger lieben“ oder „ nicht genauso lieben. 2)123   Es ist auch notwendig. (Originalanmerkung von Herrn A. wie den anderen “. den Jesus angeblich häufiger gebraucht hat. Es dient gleichzeitig dazu. (siehe Kap. Manche Wörter verlieren außerdem in derselben Sprache im Laufe der Jahrhunderte ihre Wichtigkeit. dass es nicht dieselbe Bedeutung hat. (. Der Text von Matthäus erklärt übrigens jene Schwierigkeit... dem eine ganz andere Bedeutung zugeordnet wird. Ohne diese Kenntnisse vermischt sich die wahre Bedeutung bestimmter Wörter. nicht die laut Wörterbuch 123 „Non odit“ im Lateinischen und „Kaï“ oder „miseï“ aus dem Griechischen bedeuten nicht „hassen“. da die Seile früher aus Kamelhaaren geflochten wurden. Der nämliche allegorische Sinn ist im Gleichnis von der Gefahr des Reichtums zu finden. die Welt wurde in sechsmal vierundzwanzig Stunden („Tagen“) erschaffen. entsprechend der Vorstellung. In zwei verschiedenen Sprachen kann derselbe Begriff eine mehr oder weniger wichtige Bedeutung haben. Aus diesem Grund gibt manch wortwörtliche Übersetzung nicht immer den genauen Sinn wieder. sondern „wenig lieben“.. XVI. wird noch deutlicher an dem hebräischen Verb. machte er sie fruchtbar.

Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verläßt um meines Namens willen. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich. daß ich Abschied nehme von denen. 61 ‐ 62)  Ohne die Wörter zu diskutieren. da dieser Gedanke in Übereinstimmung mit der Essenz der Lehre Jesu steht. ich sage euch: Es ist niemand. Da sprach Petrus: Siehe. die dem Geist und der Lehre Christus widersprechen würde.314 KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral entsprechenden Wörter. verlassen und sind dir nachgefolgt. der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. wenn man sich. Und ein andrer sprach: Herr. 29) 5. MUTTER UND KINDER VERLASSEN 4. aber erlaube mir zuvor. (siehe Kap. wir haben. ihr gegenüber ein Widerspruch wäre. der wirdʹs hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben. berücksichtigt. (Lukas IX. sollte man an dieser Stelle versuchen.  Diese Bemerkungen finden besondere Anwendung in den Interpretationen der Heiligen Schrift und insbesondere der Evangelien. das Wort „Hass“ nicht in seiner heutigen Bedeutung zu verwenden. sich hinsichtlich der Bedeutung bestimmter Ausdrücke und Fakten zu irren. die Familie zu verlassen. Abs. wohingegen die Idee. für das Heimatland aufopfert? Verurteilt man einen Sohn. XIV.   Haben wir nicht ohnehin die Anwendung dieser Maximen vor Augen. Jedenfalls ist es notwendig. in dem Jesus gelebt hat.  (Lukas XVIII. (Matthäus XIX. 5 und ff. Wenn man nicht das Umfeld. sondern periphrastische Wörter oder Umschreibungen zu verwenden. den Gedanken zu verstehen. was wir hatten. der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verläßt um des Reiches Gottes willen. die anderen mit sich selbst gleichzusetzen. entgegen seiner Interessen und seiner Zuneigungen für die Familie. 28 ‐ 30) 6. der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der zukünftigen Welt das ewige Leben. weil man die Angewohnheit besitzt. ist man der Gefahr ausgesetzt. die in meinem Haus sind. ich will dir nachfolgen. der offensichtlich Folgendes bedeutet: „Die Interessen des zukünftigen Lebens stehen über allem menschlichen Interesse und allen Erwägungen der menschlichen Ordnung“. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück. der .)      VATER.

verstärken sich mit der Entwicklung der Sensibilität und des moralischen Empfindens. in denen schmerzhafte Trennungen notwendig sind. aus der man viel Kraft schöpft. 223)  . 18. die Behaglichkeit seines Heimes und die Wärme des Freundeskreises zu verlassen. S. Die Entfernung vermindert nicht den Respekt oder die Sorge. (siehe Kap. Brüder.KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral      315 Vater. weniger erschreckend gewesen. Man kann deswegen sagen. keine Verleumdung des Gebotes. Sie sind umso weniger eine Verleumdung. Der Spiritismus verhilft uns zu einer anderen Sicht aus einer erhobenen Perspektive und er zeigt. in der infolge der Lebensumstände die familiären Bindungen schwächer als in einer moralisch weiterentwickelten Zivilisation waren. um sein Land zu verteidigen? Erkennen wir ihm nicht im Gegenteil den Verdienst an. sich mit seinem zukünftigen Leben zu beschäftigen. Verlangt nicht das Gesetz. um einer Pflicht nachzugehen? Es gibt demnach Pflichten. um dem Ehemann zu folgen? Die Welt ist voller Fälle. Abs. unter den primitiven Völkern schwächer. 8. Diese Bindungen. die man den Eltern gegenüber hat und auch nicht deren Zärtlichkeit gegenüber den Kindern. dass sie mit Ausnahme des Wortes „Hass“. Das ist ein Naturgesetz. S. wenn sie in ihrer geistigen Bedeutung betrachtet werden. IV.   Man sieht die Dinge auf der Erde eben nur aus einer irdischen Sicht. Das ist eine tröstende Wahrheit. dass die wahre Zuneigung die des Geistes und nicht die des Körpers ist. dass diese Bindungen weder durch die Trennung. Sie waren allerdings für jenes Volk und zu jener Zeit. Aber die Zuneigung wird nicht dadurch gemindert. Die Zweckbestimmung dieser Ausdrücke war. noch durch das Ableben des Körpers zerbrechen und dass sie sich in der Geistigen Welt durch die Reinheit des Geistes noch verstärken. wie zwingend es für einen ist. wenn zwischen diesen keine Zusammenführung stattfinden würde. anhand einer Hyperbel zu zeigen. als auch des Gebotes der Liebe des Sohnes zum Vater darstellen. Mutter. 81 und Kap. die Schicksalsschläge des Lebens zu ertragen. Abs. Vater und Mutter zu ehren. die über anderen stehen. Ohne diese würden sowohl die Familien als auch die Rassen aussterben. Die Trennung selbst ist jedoch für den Fortschritt notwendig. auch wenn man die Begriffe wörtlich nehmen würde. das sowohl der moralischen Entwicklung als auch dem materiellen Fortschritt dient. dass die Tochter die Eltern zu verlassen hat. Ehefrau und sogar seine eigenen Kinder verlässt. XIV.

der sich glücklich fühlt. Ich bin nicht gekommen. dass ihr Vaterland nicht auf Erden. SONDERN DAS SCHWERT 9. geh und verkünde die Botschaft vom Reich Gottes und erzähle den Menschen. in dem sie gesagt wurden. Er ist eine wahre Kette. erlaube mir. dass sie in dem Moment. Das ist der Sinn. du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! (Lukas IX. daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.    ICH BIN NICHT GEKOMMEN. Dabei ist seine irdische Existenz vergänglich und von kurzer Dauer. daß ich gekommen bin. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr. seinen Vater zu beerdigen. es ist das gewöhnliche Leben des Geistes. wenn man sie mit dem Glanz und den Tätigkeiten im geistigen Leben vergleicht. sondern das Schwert. Sie drücken im Gegenteil einen viel tieferen Sinn aus. . der nur durch eine umfassendere Kenntnis des spirituellen Lebens verstanden wird.   Das spirituelle Leben ist in der Tat das wahre Leben. indem er sagte: Sorge dich nicht um den Körper. die man vor den Gegenständen zeigt. Ihr sollt nicht meinen. Frieden zu bringen. Was können diese Worte „Lass die Toten ihre Toten begraben“ bedeuten? Die vorangegangenen Betrachtungen zeigen uns vor allem. Frieden zu bringen auf die Erde. nicht einen Tadel desjenigen darstellen sollten. sondern auf die Erinnerung an den abwesenden Geist. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben. denn nur dort ereignet sich das wahre Leben. wenn er sich von ihr wieder befreit. Dieser Respekt ist der Achtung ähnlich. der es aus Ehrfurcht vor seinen Eltern für eine Pflicht hielt. bezieht sich nicht auf die Materie. sondern denke erst an den Geist. 59‐60)  8. Jesus lehrte ihn. den jener Mann von selbst nicht verstehen konnte. die ihm gehörten und die er berührte und welche die ihm nahe stehenden Menschen als Erinnerungsstücke aufbewahren. sondern im Himmel ist. Der Körper ist nichts weiter als eine grobe Bekleidung. FRIEDEN ZU BRINGEN. die zeitweise den Geist umwickelt.316   KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral LASS DIE TOTEN IHRE TOTEN BEGRABEN 7. den man vor den Verstorbenen hat. Der Respekt. Sie ist eine Art Tod. die den Geist an der irdischen Sphäre festhält.

 S. ein Feuer anzuzünden auf Erden. (. die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter. (siehe Kap. ihm die Sprache eines blutigen und vernichtenden Eroberers zu unterstellen? Nein. Ich bin nicht gekommen. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Jede neue Idee trifft zwangsläufig auf Gegenseiten und es gab nicht eine. die Nächstenliebe zu verkünden. die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. XIV. sprach die Worte: „Ihr sollt nicht meinen. Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater. als dass es schon brenne?“ Stehen diese Worte etwa nicht in offenkundigem Widerspruch zu seiner Lehre? Ist es nicht eine Verhöhnung. und wie ist mir so bange. den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. als daß es schon brennte! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe. Ich bin gekommen. 34 ‐ 36) 10. drei gegen zwei und zwei gegen drei. weil er es war. Sie zeugen sogar von seiner erhabenen Weisheit. sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen. Wortwörtlich betrachtet würden diese Worte seine vollkommen friedfertige Mission in eine der Unruhen und der Zwietracht verzerren. was sollte ich lieber wollen. dass ich gekommen bin. Nur die etwas irreführende Form drückt seinen Gedanken nicht genau aus und lässt Zweifel an der wahren Bedeutung seiner Worte hegen.) Ich bin gekommen. desto größer wird die Anzahl der bedrohten Interessen sein. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein. was wollte ich lieber. Eine groteske Folgerung. der nie aufgehört hat. Er. 222) 12. 49 ‐ 53)  11. ein Feuer anzuzünden auf Erden. Je mehr er zunimmt. hier ist keine Lästerzunge und kein Widerspruch in diesen Worten zu finden. (Matthäus X. den Menschen zu entzweien von seinem Vater und die Tochter von ihrer Mutter. Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein. Frieden zu bringen auf die Erde.. Christus selbst verkörperte die Liebe und die Güte. Der Widerstand steht in diesen Fällen immer im Verhältnis zu der Wichtigkeit des erwarteten Erfolges. die der gesunde Menschenverstand ablehnt.KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral      317 Denn ich bin gekommen. (Lukas XII. Frieden zu bringen. 6. Wenn die Idee offenkundig falsch ist und keine Konsequenzen .. die sich ohne Kampf durchgesetzt hat. sondern Zwietracht. der sie ausgesprochen hat. da Jesus sich nicht widersprechen würde. daß ich gekommen bin. bis sie vollbracht ist! Meint ihr. Abs.

eingedenk ihrer fehlenden Kraft. obwohl der Glaube schon lange verschwunden war. fühlt sich niemand dadurch belästigt und man lässt sie vorüberziehen. Denn sie würde die Auffassungen umstürzen. 14. wurde ihre Fahne inmitten derselben Hauptstadt der heidnischen Welt gehängt. In einem kleinen jüdischen Dorf geboren. Doch die Idee überlebte. die viele mehr aus Interesse als aus Überzeugung befolgt haben. weil sie von Gott geplant war. als das Heidentum am Zerfallen war und sich gegen die aufkommende Vernunft sträubte. Dies geschah vor den Augen ihrer bittersten Feinde. die man ihm entgegenbringt und je mehr sie seine Fehler demonstriert. welche die Basis des unsittlichen Lebenswandels der in dieser Zeit lebenden Pharisäer. je weniger Widerspruch die Argumentation duldet. Es gab unzählige Opfer und dennoch wuchs die Lehre immer mehr und triumphierte. Denn als Wahrheit konnte sie sich über die vor ihr erschienenen Ideen erheben. in der durch diese Idee hervorgebrachten Gewalt der Kritiker sowie in der Intensität und Ausdauer der Wut ihrer Gegner. man sieht ihr eine Zukunft voraus. durch einzelne. persönliche Interessen aufrechterhalten.  Folglich findet sich das Maß für die Wichtigkeit und für die Folgen einer neuen Idee in den Emotionen. und eine verborgene Vorahnung warnt ihre Gegner. Es ist festzustellen. Da solch ein Interesse hartnäckig ist. . Es beugt sich niemals der Offensichtlichkeit. ist sie auf solider Basis verankert. Dieses Interesse weiß genau. deren größtes Interesse es war. weil sie Wahrheit war und sie hat sich entwickelt. Die härtesten Kämpfe lauerten überall auf ihre Apostel. Es wurde noch der Form halber praktiziert. Man hat ihn auch in dem Glauben ermordet. dass diese Idee eine Gefahr für sie und für das Aufrechterhalten von Dingen. Schriftgelehrten und Priester untergraben würde. 13. um eine Lehre zu verkünden. die in ihrem Interesse liegen. aber das berührt es nicht. diese Idee zu bekämpfen. Deshalb wehren sie sich gegen diese Idee und der sich ihrer Bekennenden. Jesus kam. darstellt.318 KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral ersichtlich sind. die Idee sei mit dem Menschen getötet worden. dass es irrt. dass das Christentum aufblühte. sondern erregt sich umso mehr. die ihr Erscheinen verursacht. da der wahre Glaube nicht in seiner Seele ist. Wenn sie jedoch wahr ist.

Mit Eisen und Feuer haben sie das Kreuz des unbefleckten Lammes in beiden Welten errichtet.  Hat nicht Sokrates auch eine Lehre formuliert. Unglücklicherweise sind die Anhänger der neuen Lehre sich nicht einig über die Interpretation der Worte des Meisters gewesen. Die einen fielen über die anderen her. Vorläufer der christlichen Idee und des Spiritismus. Die Christen. da man schon anfing. darum klammert es sich daran und verteidigt ihn. die Stärkeren haben die Schwächeren niedergeschlagen und ihnen in Blut.KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral      319 Was es am meisten fürchtet. die überwiegend Darstellungen von Sinnbildern und Gleichnissen beinhalten. IV. Nicht alle Menschen seiner Zeit waren in der Lage. dass die Religionskriege die grausamsten gewesen sind und mehr Opfer gefordert haben als die politischen Kriege. Sie vergaßen das wichtigste aller himmlischen Gebote. Sieger über das Heidentum. Fest steht. das die Augen der Blinden öffnet. es fehlte dazu viel. das Jesus zum Grundstein seines Gebäudes und zur unmissverständlichen Bedingung für das seelische Heil gemacht hat: die Nächstenliebe. wurden von Verfolgten zu Verfolgern. Daraus wuchsen bald zahlreiche Sekten. in Folter und Scheiterhaufen die Luft zum Atmen genommen. In keinem anderen Krieg kam es zu solch grausamen und barbarischen Taten. denn sie verurteilt entschieden jegliche Gewalt. S. Der Irrtum ist ihm nützlich. Dennoch wären sie grundsätzlich in der Lage gewesen. die christliche Idee aufzunehmen. die der von Christus in gewisser Hinsicht ähnlich war? Warum hat sie dann nicht auch diese Epoche überdauert. die Brüderlichkeit und die Mildtätigkeit. Sokrates und Platon. Diese Sekten haben sich gegenseitig verbannt.  Ist die Ursache der Lehre Christi zuzuschreiben? Gewiss nicht. diese aufzunehmen. welche der herkömmliche Glaube in der Seele hinterließ. Er hat auf einen ungepflügten Acker gesät: Das Heidentum war noch nicht durchlebt worden. Abs. Christus erhielt seine providentielle Mission zur richtigen Zeit. die alle für sich den Besitz der exklusiven Wahrheit beanspruchten und die sich achtzehn Jahrhunderte lang nicht einigen konnten. die Leere zu spüren.  (siehe EINLEITUNG. 32) 15. Sokrates und Platon hatten den Weg geebnet und die Gemüter darauf vorbereitet. zumal mit einem der intelligentesten Völker der Erde? Die Zeit war noch nicht gekommen. ist das Licht. Hat Jesus seinen Jüngern jemals .

sondern diejenigen. das nicht geschehen wäre. Sie wird blutige Kämpfe mit sich bringen. dass. schon im Voraus. was geschehen würde. Diese Ereignisse waren dennoch unvermeidlich. die sie falsch interpretiert haben und sie zu einem Instrument zur Befriedigung ihrer Leidenschaften gemacht haben. tut denjenigen Gutes. all jene. das in seinem Namen begangen wurde.“  Jesus sah. Außerdem sprach er: Wer mit dem Schwert tötet. Zu jeder Tat der Intoleranz lässt sich nur sagen. liebet eure Feinde. um Feuer auf die Erde zu bringen. verbrennt und massakriert diejenigen. Wie man Feuer auf einem Acker anzündet. die angeblich in meinem Namen stattfinden. So kam ich. ist es aus dieser Prüfung rein hervorgegangen. dass es sich bald entzündet. Das stand nie in Frage. damit das Unkraut vernichtet wird. Der Tadel fiel immer auf diejenigen zurück. da sie der niederen Natur des Menschen entsprachen. liebet eueren Nächsten. die sich nicht mit einem Mal umwandeln konnte. damit sie von den Irrtümern und Vorurteilen gereinigt wird. die das Christentum missbraucht haben. weil die Menschen mich nicht verstanden haben. durch ihren Glauben voneinander getrennt. Und es ist bereits erforderlich. oder nicht verstehen wollten. Denn trotz allem Bösen. Nur so kann dann die Reinigung stattfinden. in seiner tiefen Weisheit. Als Jesus sagte: „Ich bin nicht gekommen. . der wird durch das Schwert getötet werden. werden aufeinander das Schwert richten und die Uneinigkeit wird in eine und derselben Familie herrschen. Und die Brüder. 16. welche diese Worte ignorierten: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. deren Angehörige nicht einen und denselben Glauben besitzen. sondern das Schwert“. dass das Christentum diese lange und grausame Prüfung über achtzehn Jahrhunderte durchlaufen musste. um seine ganze Kraft zu zeigen. Denn die Wahrheit wird über diese Konflikte letzten Endes siegen. Die Lehre Jesu ist durchaus nicht dafür verantwortlich. die nicht so glauben wie ihr? Nein! Denn er sagte das Gegenteil: Alle Menschen sind Brüder und Gott ist allmächtig und barmherzig. dass meine Lehre sich friedlich durchsetzen wird. wenn das Christentum besser verstanden und praktiziert worden wäre. war sein Gedanke folgender:   „Glaubt nicht. Frieden zu bringen. Es war notwendig.320 KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral gesagt: Geht und tötet. die euch verfolgen.

den Egoismus.“ 17. um die Verheißungen von Christus zu erfüllen. Er kann das dennoch nicht tun. nach der Finsternis des Fanatismus wird das Licht des aufgeklärten Glaubens scheinen.KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral      321  Nach dem Krieg wird Frieden herrschen. ein Ende gesetzt. die der Spiritismus erleiden muss. Die ersten Kämpfe dauerten Jahrhunderte an. 18. Er muss sich deswegen auch verteidigen. der nur die Zerstörung und den Unfrieden bis in den Keim der Familie mit sich bringt. sobald man den wahren Sinn meiner Worte erfasst. Das geschah genauso . Und die Zustände auf der Erde werden wieder richtig gestellt werden. die Gier und den blinden Fanatismus. Die Kämpfe. auf welcher Seite die Freunde und auf welcher die Feinde ihres Seelenfriedens stehen. Die Menschen werden. die sie verursachen würde und der Kämpfe. Der Spiritismus kommt zur richtigen Zeit. schließlich müde von einem endlosen Kampf. Die Zeiten der Kämpfe und der blutigen Verfolgungen sind jedoch vorbei. senden. versuchen sie ihm noch den Weg zu versperren und rufen Hindernisse und Verfolgungen hervor. nach dem Hass der Parteien wird universelle Brüderlichkeit entstehen. den Geist der Wahrheit. den Ehrgeiz. der die Kinder ein und desselben Gottes entzweit. Das bedeutet. sondern von allen Orten der Erde strahlt es und wird den Blinden die Augen schneller öffnen. Diese (oben genannten) Worte Christi sollen deshalb bezüglich des Zorns verstanden werden. Alle werden dann unter demselben Dach Schutz finden ‐ dem der Nächstenliebe. Diese werden dagegen nur einige Jahre dauern. wird dem Brudermord.   Und sobald das Feld vorbereitet ist. in Übereinstimmung mit der Wahrheit und den Grundsätzen. der alle Gegebenheiten wiederherstellen wird. ohne dem Missbrauch ein Ende zu setzen. bevor sie sich durchgesetzt hat. die ich euch gelehrt habe. Wie Jesus selbst erlebte. erkennen. den die aufgeklärteren Menschen endlich werden begreifen können. den seine Lehre hervorrufen würde. der sie. der zeitweiligen Konflikte. Zurückgedrängt hinter ihre letzte Schutzmauer. standhalten müsse. wo ihre wahren Interessen in dieser oder in der anderen Welt liegen. Sie werden sehen. werde ich euch den Tröster. sind rein moralischer Natur und auch diese werden bald ein Ende haben. trifft der Spiritismus auf seinem Wege auch auf den Stolz. da das Licht nicht nur aus einer Quelle entspringt.

dessen Mittel aber eine heilsame Krise hervorrufen. Denn er war wie der Arzt. der kommt um zu heilen. Seine Worte sollen nicht wie ein von ihm vorsätzlich geplantes Vorhaben aufgefasst werden.    . Chaos und Verwirrung zu stiften.322 KAPITEL  XXIII ‐ Seltsame Moral mit den Hebräern. bevor sie in das gelobte Land eintraten. Das Unheil würde von den Menschen selbst und nicht von ihm kommen. welche die ungesunde Gesinnung des Kranken erschüttern würde.

wer hineingeht. Vers. die nicht alle verstehen konnten. was er hat. Wer sein Leben erhalten will. Warum Jesus in Gleichnissen spricht ‐ Nicht den Weg zu den Heiden gehen ‐ Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht ‐ Mut des Glaubens ‐ Sein Kreuz nehmen. was nicht offenbar werden soll. so leuchtet es allen. diesen aber istʹs nicht gegeben. Es ist verwunderlich zu hören. was nicht bekannt werden und an den Tag kommen soll. dem wird gegeben. und sie verstehen es nicht. die da sagt: Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen. WARUM JESUS IN GLEICHNISSEN SPRICHT 1. diesen aber istʹs nicht gegeben. Denn wer da hat. 16 ‐ 17) 3. die im Hause sind. sondern auf einen Leuchter. wer aber nicht hat.  (Anmerkung des Übersetzers) . 124 Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. wenn Jesus einerseits sagt. (Lukas VIII. (Matthäus XIII. und ihre Augen sind geschlossen. das Licht sehe. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel. der wirdʹs verlieren  VOM LICHT UNTER DEM SCHEFFEL. und ich ihnen helfe. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht.KAPITEL  XXIV ‐  NICHT DAS LICHT UNTER DEN SCHEFFEL STELLEN Vom Licht unter dem Scheffel. auch nichts geheim. Denn. der hier angefügt wurde. Er erklärte dies. 15) 2. dass man kein Licht anzünden und dann es unter einen Scheffel verbergen soll. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: ihre Ohren hören schwer. damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren. dem wird auch das genommen. wer da 124  Im französischen Original fehlt den 12. indem er zu seinen Jüngern sagt: „Euch istʹs gegeben. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt. (Matthäus V. Denn es ist nichts verborgen. Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch istʹs gegeben. die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen. daß er die Fülle habe. während er andererseits selbst sehr oft den Sinn seiner Worte unter einem Schleier von Sinnbildern verbirgt. 10 ‐ 15)  4. sondern er setzt es auf einen Leuchter. damit. Niemand aber zündet ein Licht an und bedeckt es mit einem Gefäß oder setzt es unter eine Bank. die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen. und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen.

Das ist der Augenblick. deren Ideen noch nicht ausgereift sind. Wenn daraus folgend die Vorsehung in ihrer weit blickenden Weisheit nur nach und nach die Wahrheit offenbart. S. die ein starkes Licht nur blendet. Sie behält das Licht behutsam und nicht verborgen unter einem Gefäß. Aus diesem Grund haben alle Religionen ihre Mysterien gehabt. dass er die Fülle habe.  Dies trifft im Allgemeinen sowohl auf die Menschheit als auch auf die einzelnen Individuen zu. XIX.“ Es bedeutet nicht. Jede Sache soll zu der richtigen Zeit kommen. wie man mit Kindern umgeht. Die Generationen haben auch ihre Kindheit. Sie sind es. Denn die Menschen suchen von sich selbst das lebendige Licht. 283)  5. und sie verstehen es nicht. (siehe Kap. was er hat. dass alles unbedacht. wenn sie diese anderen beherrschen wollen. wer aber nicht hat. dem wird gegeben. Denn jeder Grundsatz soll entsprechend der Intelligenz derjenigen gelehrt werden. dem wird auch das genommen.324 KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen hat. Die Menschen sind es. weil ohne das Licht der Vernunft der Glaube geschwächt wird. Und es gibt Menschen. das Licht sehe. . um Verständnis aufzubringen und sich zu orientieren zwischen irdischen und himmlischen Dingen. wer hineingeht. in dem man das Licht unter den Scheffel nicht setzen soll. deren Analyse verboten war. ohne sie tatsächlich zu erleuchten. dieses aufzunehmen. Die Dunkelheit belastet sie dann. damit. 7. die etwas besitzen und vor Unwissenden es oft verbergen. Und dennoch wird das früher oder später bekannt sein. Das zu früh gesäte Korn wird keine Früchte tragen. sondern er setzt es auf einen Leuchter. bedeutet es. dass gerade dann etwas offenbart wird. Während diese Religionen zurückblieben. sobald sie einen gewissen Entwicklungsgrad erreicht haben. wenn die Menschheit reif ist.“ Er geht mit dem Volk demnach ähnlich vor. Abs. Er zeigt den wahren Sinn des Grundsatzes: „Niemand aber zündet ein Licht an und bedeckt es mit einem Gefäß oder setzt es unter eine Bank. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. die das Licht tatsächlich unter einem Scheffel verbergen. offenbart werden soll. denken sie dann über ihren Glauben nach. Da Gott sie mit der Intelligenz ausgestattet hat. was momentan die Umsicht zu schweigen rät. ihre Jugend und ihr Reifealter. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht. denen man etwas erläutern will. haben sich Wissenschaft und Intelligenz dagegen entwickelt und den Schleier dieser Mysterien enthüllt.

was noch verborgen ist. Deshalb befindet er sich auf dieser Welt noch in einem dichten Nebel. Man fragt sich. dem wird gegeben. So kamen die Wissenschaft auf der einer und der Spiritismus auf der anderen Seite. So sollte es sein. daß er die Fülle habe. Andererseits hat Jesus die Nächstenliebe und die Demut zur Bedingung für die seelische Rettung gemacht und sprach darüber vollkommen klar. preiszugeben. deren Sinn ihnen verborgen blieb? Man stellt fest. um danach handeln zu können. will bis in die Tiefe der Wahrheit eindringen und lehnt in seinem Glauben alles ab. sobald er gereinigt ist. die alle verstehen sollten. soll ihm nach und nach auf weiterentwickelten Welten kundgegeben werden. in der heutigen Zeit.   6. dann nur über bestimmte Themen seiner Lehre. wenn Jesus sich in Gleichnissen geäußert hat. um die neuen Naturgesetze. soll eines Tages offenbart werden. XVIII. Das war das Wesentliche für die unwissende Menschenmasse. Es waren Themen. 15. reife Mensch. Licht über viele unverständliche Schwerpunkte. Abs. die ihren wahren Sinn verständlich gemacht haben. deutlich und ohne Doppelsinn.  Es können dann keine absoluten Mysterien weiter existieren und Jesus sagte zu Recht. Er tut dies allerdings nicht mit Naivität. die in gewisser Weise abstrakt waren. Denn sie waren moralisch und intellektuell weiterentwickelt und Jesus konnte sie in die Kenntnis abstrakterer Wahrheiten einführen.KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen      325 Der gewöhnliche. 278)  Er hat sich trotzdem selbst den Jüngern gegenüber bei verschiedenen Themenschwerpunkten zurückgehalten. Der Spiritismus bringt. Es sind Grundsätze.   7.“ Über andere Themen hat er seine Gedanken nur seinen Jüngern ausgelegt. weil es sich bei diesen um eine Verhaltensregel gehandelt hat. das nicht bekannt gegeben werden soll.. und was der Mensch auf der Erde noch nicht verstehen kann. das im Widerspruch zu seiner Beobachtung steht. .. S. um in das Himmelreich zu kommen. zu der er sich zu sagen beschränkte: „. welche Vorteile die Menschen aus dieser großen Zahl an Gleichnissen ziehen könnten. deren vollständiges Verständnis für spätere Zeiten vorbehalten war. dass es nichts Heimliches gibt. das müsstet ihr tun. die sehr unterschiedliche Interpretationen verursachten. Alles. Deswegen sagte er: „Wer da hat. dass.” (siehe Kap.

Es war noch alles zu tun und die Apostel waren noch nicht ausreichend aufgeklärt. dass sie die ganze Menschheit einschloss. so dass die anderen Teile nach und nach verkündet werden. bevor sie eine weitere darlegen und lassen die Ereignisse deren Akzeptanz vorbereiten. und auch nicht. dann nicht. Das wäre nicht barmherzig von ihm gewesen. dass sie das Licht unter einen Scheffel verbergen. Das würde außerdem diejenigen erschrecken. Wenn er zu seinen Aposteln sagte. weil er ihre Bekehrung gering schätzte. 5 – 7)   9. Sie lehren die bekannten unterschiedlichen Teile der Lehre allmählich und in Stufen. gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter. Vielmehr waren die Juden. dass sie „nicht den Weg zu den Heiden gehen“. Sie wäre nur für eine kleine Anzahl an Menschen erreichbar gewesen. bedeutet es nicht. Sie geben somit jeder Idee die Zeit zu reifen und sich Gehör zu verschaffen. Denn er wusste genau. die noch nicht vorbereitet waren.   NICHT DEN WEG ZU DEN HEIDEN GEHEN 8. dass seine Aufmerksamkeit nicht auf das jüdische Volk beschränkt war. die an einen einzigen Gott glaubten und auf den Messias warteten. dass die Bekehrung der Heiden zu ihrer Zeit . was zu einer Gefährdung ihrer Verbreitung hätte führen können. Unter den Heiden fehlte noch jede Grundlage. die nur für Privilegierte bestimmt sind. Jesus zeigte bei verschiedenen Gelegenheiten. geht und sät auf einem schon vorbereiteten Boden. dass die Lehre Mysterien beinhaltet. (Matthäus X. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. sein Wort aufzunehmen. durch das Gesetz von Moses und durch die Propheten schon vorbereitet. wenn sie die Lehre von Anfang an vollständig präsentiert hätten. Deswegen sagte Jesus zu ihnen: „Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“. insofern der Moment gelegen kommt. Wenn die Geister dann noch nicht alles deutlich sagen.326 KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen Die Geister leiten ihre Unterweisungen mit beachtenswerter Umsicht ein. das heißt. sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. sondern. weil alles zu seiner richtigen Zeit kommen soll. dieser so schwierigen Aufgabe gerecht zu werden. sondern vielmehr. Diese Zwölf sandte Jesus aus. diese ans Licht zu bringen.

die das Licht wünschen und die schon einen fruchtbaren Samen in sich tragen. Die anderen „in Ruhe lassen“ bedeutet keinesfalls Gleichgültigkeit zu zeigen. es strahlt überall. je mehr sie sich aus Stolz dagegen wehren. Dann werden sie die Idee ohne Zwang. Für dieses Licht gibt es keine Grenzen. unter denen. auf die geeignete Zeit zu warten und nur die Samen anzupflanzen. Das Haus Israel war ein kleines Volk und die Heiden waren kleine Stämme im Umland. Aber auch die Heiden sind kein Volk mehr. Die hartnäckigen Ungläubigen.KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen      327 kommen würde. sondern eine gute Politik zu betreiben. Wenn man derart vorgeht. zuerst die zahlreichen Bekennenden unter den Menschen guten Willens sucht. der sich in der Finsternis wohl fühlt. durch ihre eigene Einsicht und ohne Druck von jemandem annehmen. die sich weigern zu sehen und zu verstehen. die von der Sache überzeugt sind. zu öffnen. Das neue Licht ist kein Privileg eines Volkes. die deutlich sehen möchten. im wahren Zentrum des Heidentums das Kreuz aufstellen. nach deren Beispiel. dass man ihrer Bekennung umso mehr Wert beimisst. wie mit den Samen: Sie können nur auf einem bereits bebauten Boden und nicht außerhalb der geeigneten Zeit keimen. Heute werden die Ideen spirituell und universal. die schon keimen. wesentlicher erhöhen.  Zu der Zeit Jesu und infolge der beschränkten und materiellen Ideen von damals. Diese Worte können die Anhänger und Verkünder des Spiritismus sich zu Eigen machen. als die von einem Einzigen. war alles beschränkt und begrenzt. in der Tat. Und später würden die Apostel. ähnlich wie das Christentum über 125  Die Stadt Rom in der Zeit des Römischen Reiches. wird man dann die Zahl derjenigen. was die Heiden für die Apostel waren. die halsstarrigen Spötter und die berechnenden Gegner sind für sie das. Denn es scheint nur so. (Anmerkung des Herausgebers) . um zu vermeiden. sondern eine Meinung. 125   10. Es ist aber mehr wert. Es geschieht ferner mit manchen Ideen dasselbe. dass die anderen überfordert werden. die Augen von hunderten Blinden. So verliert man keine Zeit mit denen. Denn die Ungläubigen werden zu ihrer Zeit die allgemeine Meinung und dieselbe Sache mehrmals wiederholend um sich herum hören. die überall anzutreffen ist und über die die Wahrheit nach und nach siegen wird. Deswegen ist es besser. denn es sieht alle Menschen als Brüder an. Dass man.

würde es mehr Stumme als Sprechende geben. dass die Mediumschaft zu solchen organischen Veranlagungen gehört. (siehe in der EINLEITUNG „Die Zöllner“. Jesus wandte sich vor allem den Armen und den Bedürftigen zu. da sie am meisten Trost benötigten. Es gibt nämlich keine von diesen. die der Mensch mit seiner Willensfreiheit nicht missbrauchen könnte. S. siehe. die jeder Mensch besitzen kann. als er zu Tisch saß im Hause (von Matthäus).  Wenn die Fähigkeit. sich mit den Geistern in Verbindung zu setzen. dass die Mediumschaft an unwürdige Menschen gegeben wird. an diejenigen. sondern die Kranken. Gott gab dem Menschen bestimmte Fähigkeiten. die glaubten.    DIE GESUNDEN BEDÜRFEN DES ARZTES NICHT 11. Der Missbrauch davon bleibt jedoch für ihn nicht ohne Bestrafung. 10 ‐ 12)  12. diese richtig anzuwenden. wer könnte diese in Anspruch nehmen? Wo wäre. die Grenze der Würde und der Würdelosigkeit? Die Mediumschaft wird ohne Unterscheidung gegeben. wie zum Beispiel die Fähigkeiten zu sehen. diese nach seinem freien Willen zu gebrauchen. außerdem. weil sie darum baten. Man denkt. gegeben hätte. die unfähig sind. finden ihre Anwendung im Spiritismus. Und wenn Gott das Wort nur z. sehen zu können. aber er wandte sich nicht den Stolzen zu. Er überlässt es ihm. (Matthäus IX. S. Als das die Pharisäer sahen. eine so wertvolle Fähigkeit könnte nur ausschließliche Eigenschaft derer sein. die größeren Verdienst hätten. B. 28 und „Die Brückenzöllner“. dann den milden und gutwilligen Blinden. 29)   Die Worte aus dieser Passage. sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Als das Jesus hörte. zu hören oder zu sprechen. die keine böswilligen Worte sagen. zu allen . da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern. Man wundert sich manchmal.  Sagen wir zunächst. das ganze Licht zu besitzen und nichts zu benötigen. sondern mit der Macht der Idee. wie viele andere. sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht.328 KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen den Paganismus gesiegt hat. Sie werden nicht mehr mit den Waffen des Krieges bekämpft. damit die Geistwesen das Licht an allen Ecken bringen können. nur den würdigsten Menschen gegeben wäre. Und es begab sich.

Trotzdem bleiben ihm die tatsächlichen Leiden nicht erspart. Gott.  Die Mediumschaft bringt notwendigerweise nicht den Verkehr mit erhabenen Geistern mit sich. um ihn zu besetzen und zu täuschen. gibt ihnen dieses in die Hände. einen entscheidenden Einfluss auf die Mediumschaft ausübt. wenn sie die guten Ratschläge der Geister aus nächster Nähe bekommen. sondern dasjenige. um sie zu verbessern. welche die Göttlichkeit seinen unwürdigen Dienern und den durch Stolz und Egoismus verhärteten Herzen widerfahren lässt. das mit den Geistern leicht kommuniziert. Sind nicht diese Letzten. Wer mich aber verleugnet vor den . zu den Weisen. Ein gutes Medium ist demzufolge nicht dasjenige. die Kranken. dass die Vorzüglichkeit der moralischen Eigenschaften eines Mediums. in diesem Fall. Und die lasterhaften Menschen sind mehr beeindruckt. zu den Armen wie zu den Reichen. die den Arzt benötigen? Warum soll Gott. den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. die sie aus dem Schlamm ziehen könnte? Die guten Geister kommen ihnen zu Hilfe. mit seinen Ohren gehört und mit dem eigenen Mund ausgesprochen hat? Wenn er diese Chance nicht nutzt. von seiner Fähigkeit. Der nicht den Untergang der Lasterhaften will. um den Menschen die Arbeit zu ersparen.KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen      329 gesellschaftlichen Schichten. Die böswilligen Geister bedienen sich. Es ist nur in diesem Sinne. das von den guten Geistern eingenommen wird und nur von ihnen die Hilfe erhält. und zu den Lasterhaften. Trägt der Mensch nicht eine noch größere Verantwortung. als wenn sie diese auf indirektem Wege erhalten würden. das Licht weit entfernt zu suchen. wird er mit dem Verlust oder mit der Perversion seiner Fähigkeit bestraft. in Seiner Güte. wenn er selbst seine eigene Verurteilung mit seinen Händen geschrieben. Sie ist nur eine Fähigkeit. wenn er dieses Licht verachtet? Kann er sich mit Unwissenheit entschuldigen. ihnen die Hilfe entziehen. Wer nun mich bekennt vor den Menschen. mit seinen Augen gesehen. die den Geistern allgemein als ein mehr oder weniger gefügiges Instrument dient.   MUT DES GLAUBENS 13. um sie im Guten zu stärken.

. Wer sich aber meinetwegen und meiner Worte wegen schämt. damit sie keinen Verlust auf dieser Welt erleiden. hat immer die Achtung des Menschen verdient. sich offenkundig zu den Ideen zu bekennen. die sich als Apostel gefürchtet haben die Wahrheit zu bekennen. dass. 26)   15. aber dass er denjenigen vor seinem Vater im Himmel erkennen werde. Denn es gilt als Verdienst.330 KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen Menschen. indem er sagt. Denn die Lehre. den Auseinandersetzungen und sogar dem einfachen Sarkasmus zu trotzen. den sie für sich selbst behalten und verbergen. was sie in der geistigen Welt ernten werden.   16. wie in allem. Den Mut zur eigenen Meinung haben. die nicht von der Allgemeinheit vertreten werden. dass er denjenigen verleugnen wird. Währenddessen arbeiten diejenigen. gleichzeitig für ihre eigene Zukunft und für die der anderen. Es gilt andererseits immer als Schwäche. wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. dessen wird sich der Menschensohn auch schämen. als würde man im Augenblick der Auseinandersetzung fliehen. Es gibt dennoch Fälle. der sich zu ihm vor den Menschen bekannt hat. Dasselbe wird mit den Bekennenden des Spiritismus geschehen. wenn man sich nicht fürchtet. An sie richten sich die Worte von Christus auch. weil es sich um einen egoistischen Glauben handelt. wenn man gegenüber den möglichen Konsequenzen seine Meinung zurückzieht oder verleugnet. Mit anderen Worten: Diejenigen. ist nichts anders als die Anwendung und die Auslegung des Evangeliums. wenn sich jemand seiner Worte schämt.  Jesus kritisierte diese Zurückhaltung aus dem besonderen Blickwinkel seiner Lehre. in die man sich fast immer begibt. steht der Verdienst im Verhältnis zu den Umständen und der Wichtigkeit des Ergebnisses. Hier. in denen diese Zurückziehung eine derartige Mutlosigkeit ist. Sie werden den Verdienst ihres Glaubens verlieren. den Gefahren. 32 ‐ 33) 14. er sich auch vor ihm schämen würde. (Lukas IX. in das Reich der Wahrheit aufgenommen zu werden. den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. welche die Wahrheit über ihre materiellen Interessen stellen und sie offen bekannt geben. sind nicht würdig. der ihn verleugnen sollte. die sie bekunden. (Matthäus X. Sie säen auf der Erde das aus. den Verfolgungen. Sie werden dort die Früchte ihres Mutes oder ihrer Schwäche ernten.

. Zu denjenigen. 39. Selig seid ihr. sagte Jesus. euer Lohn ist groß im Himmel. Denn die gegen euch begangene ungute Tat wird zu eueren Gunsten angerechnet werden. „Selig seid ihr“. Denn das gleiche haben ihre Väter den Propheten getan. die dein Glauben hervorruft.“  . Bedauert ihre Blindheit. Matthäus X. der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Lukas IX. die aufgrund ihrer böswilligen Absicht. DER WIRDʹS VERLIEREN 17. wenn Menschen. Denn wer sein Leben erhalten will. wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden? (Markus VIII. die Beharrlichkeit und für seine Entsagung bekommen wird. aber verflucht sie nicht. Zumal. der im zukünftigen Leben die Belohnung für den Mut. der wird die Vorzüge im Himmelreich verlieren. wer sein Leben und seine Güter retten will und Christus verleugnet. damit die Wahrheit triumphiert. es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. denn siehe. Währenddessen. und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen. wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. wird Gott schließlich sagen: „Sie haben ihren Lohn schon gehabt.KAPITEL  XXIV ‐ Nicht das Licht unter den Scheffel stellen      331 SEIN KREUZ NEHMEN. nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“.. 34 ‐ 36. das heißt: mutig die Drangsale ertragen. euch die Gelegenheit geben. der alles auf der Erde verliert. 24 ‐ 25)   19. welche die himmlische Güte für die irdischen Genüsse jedoch opfern. sogar das Leben. (Lukas VI. „wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch. 22 ‐ 23) 18. der wirdʹs erhalten.  Johannes XII.  Danach fügt Jesus hinzu: „. Freut euch an jenem Tage und springt vor Freude. wenn sie damit lügen. Denn was hülfe es dem Menschen. WER SEIN LEBEN ERHALTEN WILL. 23 ‐ 25. die Aufrichtigkeit eueres Glaubens zu beweisen.“ Diese Worte können folgendermaßen gedeutet werden: Seid glücklich. Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer mir nachfolgen will. der wirdʹs verlieren.

 SO WERDET IHR FINDEN Hilft dir selbst. so wird euch aufgetan. wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen. Aus irdischer Ansicht. oder führt ihn zu Entdeckungen. was er benötigt. 7 ‐ 11)  2. Dieser treibt ihn.  Dennoch ist die Entwicklung. Gold zu besitzen HILF DIR SELBST. der empfängt. Aber Gott hat den Menschen mehr als den Tieren gegeben. um nicht mehr zur Erde zurückzukehren. DANN HILFT DIR GOTT 1. dann hilft dir Gott ‐ Seht die Vögel unter dem Himmel an ‐ Sorgt euch nicht darum. dem wird aufgetan.KAPITEL  XXV ‐  SUCHET. der seinem Sohn. nämlich den unerschöpflichen Wunsch nach dem Besseren. Wie könnte sich nun die Menschheit ohne die Präexistenz und die „ Reexistenz“ der Seele weiterentwickeln? Angenommen. Denn die Wissenschaft ermöglicht ihm das zu bekommen. Auf diese Weise verändert sich er vom primitiven zum zivilisierten Menschen. so wird euch gegeben. Denn wer da bittet. Bittet. einen Stein biete? oder. die Seelen würden jeden Tag die Erde verlassen. und wer da anklopft. ist die Maxime „Sucht. Nach den Bedürfnissen des Körpers kommen die Bedürfnisse des Geistes. dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt. die ihr doch böse seid.“ Das ist das Prinzip des Gesetzes der Arbeit und deshalb des Gesetzes des Fortschrittes. die . klopfet an. und wer da sucht. die besagt: „Hilf dir selbst. zu Erfindungen. weil diese die Intelligenzkraft in Bewegung setzt. denn die Weiterentwicklung ist eine Folge der Arbeit. dann hilft dir Gott.   In der frühen Kindheit der Menschheitsgeschichte benutzte der Mensch seine Intelligenz nur. so werdet ihr finden” ähnlich der anderen. Dank seiner Nachforschungen entwickelt sich seine Intelligenz und seine moralischen Werte werden reiner. sogar in vielen Fällen kaum bemerkbar. die Mittel zu erforschen. so werdet ihr finden. der findet. um seinen Zustand zu verbessern. Nach der materiellen Sättigung benötigt der Mensch geistige Nahrung. eine Schlange biete? Wenn nun ihr. um Nahrung zu suchen und um die Mittel zum Überleben und zur Verteidigung gegen den Feind zu haben.  Wer ist unter euch Menschen. wenn er ihn bittet um Brot. die ihn bitten! (Matthäus VII. zur Verbesserung der Wissenschaft. die der individuelle Mensch während seines irdischen Lebens selbst erreicht. sucht. wenn er ihn bittet um einen Fisch.

arbeitet und ihr werdet produzieren. welches eueren Weg weisen soll und es wird euch gegeben. Sie müsste ständig alles von vorne beginnen und neu lernen. wenn du sie verwenden willst. sei wachsam und bemühe dich selbst. Sie zeigen ihm das zu erreichende Ziel und den Weg. XXVI. Wir werden dir die notwendige Kraft geben. Infolge der Anwendung dieses Prinzips nehmen die Geister den Menschen ihre Forschungsarbeit nicht ab.“ (siehe „Das Buch der Medien“. als in den ersten Jahren der Erde. dass der Mensch heute weiter entwickelt sein sollte. Sie bringen ihnen nicht überarbeitete Entdeckungen und Erfindungen in ihre Hände.   4. die Geister kommen nicht. für sich nehmen könnten. Du wirst Steine auf dem Weg finden. S. Kap. Zweites Buch.KAPITEL  XXV ‐ Suchet. welche sie ohne das kleinste Zeichen von Bemühung oder Gedankenarbeit zu leisten. so werdet ihr finden      333 Menschheit würde sich ständig in primitiven Zuständen erneuern. (siehe Kap. hätte Er ihn von der intellektuellen Arbeit befreit. . den sie nicht verdient haben.)   5. 291 und ff. wäre sein Geist in der Kindheit stecken geblieben. Nein. Deshalb hat Gott aus der Arbeit eine Notwendigkeit für ihn gemacht und dem Menschen bekannt: „Suchet und ihr werdet finden. die Steine aus dem Weg zu räumen. der dorthin führt. 17. weil er bei jeder Geburt jede intellektuelle Arbeit neu beginnen müsste. Abs. gleichsam der tierischen Instinkte. indem sie ihm sagen: „Geh hin und du wirst es erreichen. Ansonsten könnte der arbeitsfaulste Mensch reich werden und der Unwissendste von allen würde weise sein. beide ohne Anstrengung würden sie sich den Lohn zuschreiben. Wenn Gott den Menschen von der körperlichen Arbeit befreit hätte. Moralisch gesehen ist der Sinn dieser Worte Jesu. wenn die Seele mit ihren erreichten Fortschritten wiederkehrt: Sie sammelt neue Erfahrungen hinzu und entwickelt sich nach und nach von der barbarischen zu der materiellen Zivilisation und von dieser zur moralischen Zivilisation. Es gäbe keinen Grund dafür. dass ihr um das Licht bitten sollt. um den Menschen von dem Gesetz der Arbeit zu befreien. wären seine Glieder eingeschrumpft. Ganz anders hingegen. IV.” Somit werdet ihr Kinder euerer Werke sein und werdet den Verdienst euerer Anstrengungen bekommen und ihr werdet die Belohnung nach eueren Leistungen erhalten. 80)   3.

wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. (. wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an.  Das ist der Sinn der Worte: „.) Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben.    SEHT DIE VÖGEL UNTER DEM HIMMEL AN 6.. Sammelt euch aber Schätze im Himmel. Aber bittet aufrichtig. sondern mit Demut. mit Überzeugung. 7 ‐ 11. Denn wo dein Schatz ist. auch nicht um euren Leib.127 Bittet um gute Ratschläge und sie werden diese euch nie ablehnen.. so werdet ihr finden. sie ernten nicht. nun die Folgen eueres Hochmutes sein werden. so wird euch aufgetan“. Ich sage euch. um dem Schlechten zu widerstehen und ihr werdet sie bekommen. was ihr anziehen werdet. der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte. ohne die ihr nur euerer eigenen Kraft ausgeliefert seid und alle Abstürze. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch. mit Inbrunst und vertrauensvoll. das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun. sucht. Kap. so werdet ihr finden bittet um Kraft. wie sie wachsen: sie arbeiten nicht. klopfet an. und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.334 KAPITEL  XXV ‐ Suchet. was ihr essen und trinken werdet. Kanonisches Geschichtsbuch (katholisch) und protestantisches Apokryph. VII. (Anmerkung des Herausgebers)  Tobias V.. die ihr dann erleben werdet. auch spinnen sie nicht. Bittet um den Schutz der guten Geister und sie werden euch begleiten. Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden. sie sammeln nicht in die Scheunen. da ist auch dein Herz. Klopft an die Tür und sie werden euch diese öffnen.. 4. ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die  Matthäus. wie der Engel Tobias begleitet hat. werden sie euch als Schutzgeister dienen. (Anmerkung des Herausgebers) 127 126 . Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht.126 Und. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet. Zeigt euch nicht mit Arroganz.

 345)  Gott kennt unsere Bedürfnisse und sorgt für sie je nach Notwendigkeit. Die Vorsehung lässt ihn dann auf sich selbst gestellt. Das Notwendige genügt ihm nicht. Es ist ersichtlich. Und wenn sie einem nicht immer mit materiellen Hilfen beisteht. ein passiver Zuschauer zu sein. 89)   8. Aber der Mensch. gab ihm aber die Intelligenz dafür. denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. was er in anderen Angelegenheiten gesagt hat. (Matthäus VI. daß jeder Tag seine eigene Plage hat. sobald die Menschen gelernt haben. 8. Darum sorgt nicht für morgen. V. 2. dass dieser Gedanke nicht der von Jesus gewesen ist. In diesem Sinne würde der Mensch sich darauf begrenzen. Seine physische und intellektuelle Kraft würde inaktiv bleiben. wäre der Mensch nie aus dem primitiven Stadium herausgekommen. Und wenn er aus diesem Zustand seine heutigen Prinzipien machen würde. Er strebt nach dem Überschuss. Gott schuf den Menschen ohne Kleidung und ohne Haus. aller Arbeit und daraus folgend von jedem Fortschritt. diese anzufertigen. Denn euer himmlischer Vater weiß. Wenn das sein gewöhnlicher Zustand auf der Erde wäre. (siehe Kap. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Und er wird öfters aufgrund seiner eigenen Fehler. Wenn wir diese Aussage wortwörtlich interpretieren würden. S. wäre sie die Verneinung aller Vorsorge. Denn er steht im Widerspruch zu dem. der Mildtätigkeit und der Nächstenliebe zu . XXVII. gibt sie die nötige Inspiration. unglücklich. Die Erde wird genügend Nahrung produzieren. so werdet ihr finden      335 Heiden. daß ihr all dessen bedürft. 332)   Aus diesen Worten soll man sich deswegen nicht mehr als ein poetisches Sinnbild der Vorsehung malen. 4. Ferner widersprechen solche Grundsätze jeglichem Naturgesetz. aus den Schwierigkeiten herauszukommen. und weil er den Ermahnungen seines Gewissens nicht gefolgt ist. Die Vorsehung lässt diejenigen nie im Stich. 19 ‐ 21. Abs. hätte er nichts mehr in seinem Leben zu tun. so wird euch das alles zufallen. 25 ‐ 34)    7. deren Schätze nach den Gesetzen der Gerechtigkeit. dass sie dabei weiterhin arbeiten. 6. XIV. Sie wünscht sich nur. damit sie ihm als Lehre in der Zukunft dienen. Es ist genug. (siehe Kap.KAPITEL  XXV ‐ Suchet. Abs. Gott lässt ihn schließlich unter den Folgen leiden. unersättlich in seinem Verlangen. die ihr vertrauen. (siehe Kap. um die Mittel zu finden. S. was er hat. XXV. begnügt sich nicht immer mit dem. um all ihre Einwohner zu sättigen. Abs. S. Abs. S. 222 und Kap.

dass man keine Schätze auf der Erde sammeln soll.  Und wenn euch jemand nicht aufnehmen und eure Rede nicht hören wird. (siehe Kap. Deswegen sagte Jesus. ob jemand darin ist. 7 und ff. der es wert ist. Mit anderen Worten: Schenkt nicht den materiellen mehr Bedeutung als den spirituellen Schätzen und lernt die Ersten zu Gunsten der Zweiten zu opfern. Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben. GOLD ZU BESITZEN 9. der wüsste. sondern Schätze im Himmel sammeln soll. überwiegen würde. Wenn ihr aber in ein Haus geht. würde der eine mit seinem momentanen Überschuss. S. Wenn die Brüderlichkeit zwischen den Völkern. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.. bis ihr weiterzieht. und bei dem bleibt. Der vorgesehene Zweck des Reichtums. denn sie verderben. wird der Egoismus sie immer ersticken. Wenn ihr aber in eine Stadt oder ein Dorf geht. sie verschwendet oder den Überschuss verderben lässt.    SORGT EUCH NICHT DARUM. Wenn er jedoch die Samen allein verbraucht. wird euer Friede auf sie kommen. 241)   Die Nächstenliebe und die Brüderlichkeit lassen sich durch Gesetze nicht verordnen. auch keinen Stecken. Wenn sie nicht im Herzen verwurzelt sind. 9 ‐ 15) .336 KAPITEL  XXV ‐ Suchet. so geht heraus aus diesem Hause oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen. ich sage euch: Dem Land der Sodomer und Gomorrah wird es erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als dieser Stadt. den momentanen Mangel des anderen lindern und alle wären ausreichend versorgt. keine Schuhe. da erkundigt euch. werden sie nichts mehr produzieren und es wird nicht genug für alle da sein. (Matthäus X. Abs. auch keine Reisetasche. denn diese verderben nicht. so werdet ihr finden bewirtschaften. Schließt er diese in seinem Lager ein. auch nicht zwei Hemden. wie zwischen den Provinzen desselben Staates. so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. Der Reiche würde sich selbst dann als einen großen Samenbesitzer betrachten. dass wenn er diese Samen verteilt. so werden sie von Schädlingen gefressen. so grüßt es. XVI. sie für ihn und die anderen das Hundertfache an Erträgen erzielen würden. den Samen der Nächstenliebe in die Herzen zu säen. Wahrlich. Ist es aber nicht wert. Der Spiritismus hat sich die Aufgabe gestellt.  10. und wenn es das Haus wert ist.

wo die Zivilisation noch nicht eingedrungen ist.KAPITEL  XXV ‐ Suchet. Verflucht niemanden. wer ist derart gütig und menschlich. um den eueren anzunehmen. als er sie zum ersten Mal aussandte. wie ihr. euch zu beherbergen. Wenn die Apostel nichts besaßen. Nehmt diejenigen auf. 10 ‐ 11. heute mit Sanftmut. Deswegen sagte Jesus: „Da erkundigt euch. die Gütigen von den Egoisten zu unterscheiden.“ Das bedeutet. die euch sagen: Früher nahm man den Himmel mit Gewalt. hat Jesus zu seinen Aposteln gesagt. um einen Reisenden zu beherbergen. der es wert ist. Denn diese Ersten sind es wert. eure Worte zu hören. Damals reiste man nicht so häufig wie heute. IV. würde er nicht mehr zu seinen Aposteln sagen: Geht und nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg. die euch ablehnen. S.  In Bezug auf diejenigen. konnten diejenigen. diese zu bekehren? Nein.  Neben ihrer wortwörtlichen Bedeutung haben diese Worte auch einen sehr tiefen moralischen Sinn. Wenn Jesus heute zurückkehren würde. der nichts bezahlen kann. Unter den modernen Völkern mussten sich durch die Reisezunahme die Gewohnheiten ändern.  In diesem Sinne sagt der Spiritismus heute zu seinen Bekennenden: tut dem Gewissen des anderen keine Gewalt an. nicht zur Gier verführt werden. Abs. ob jemand darin ist. ob sie diese verfluchen sollen? Oder hat er den Aposteln befohlen. die sie weder empfangen noch hören würden. die zu euch kommen und lasst sie in Ruhe. Zwingt niemandem seinen Glauben zu verlassen. die sie empfangen würden. wo Reisende immer in jedem Zelt willkommen geheißen wurden. sie sollten bloß zu einem anderen Ort gehen und Menschen guten Willens suchen. auf diese Weise. Diese Worte. auf sie Gewalt und Zwang zu üben. Es war ein Mittel. der nicht so denkt. um die Frohe Botschaft zu verkünden. so werdet ihr finden      337  11. Man begegnet heute den alten Sitten nur noch in fernen Gegenden. 78)  . Denn durch ihre Nächstenliebe werdet ihr sie erkennen. auf die Vorsehung zu vertrauen. waren für sie zu jener Zeit nicht unbekannt: Sie stimmten mit der patriarchalischen Tradition des Ostens überein. (siehe Kap. Erinnert euch an die Worte Christi. die Jesus an seine Jünger richtete. Jesus lehrte seine Jünger.

. dass sie ergriffen ihren Besitz.   BEZAHLTE GEBETE 3. die Kranken zu heilen und die Dämonen zu vertreiben oder besser gesagt. Jesus sagte außerdem: Lasst nicht zu. Wenn wir uns für dieses Gebet. umsonst gebt es auch”. dass sie diese Gabe nicht als Handelsware. Was sie nun kostenlos bekamen. bezahlen lassen. sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. WAS IHR UMSONST BEKOMMEN HABT   Heilgabe ‐ Bezahlte Gebete ‐ Die Vertreibung der Straßenhändler aus dem Tempel – Uneigennützige Mediumschaft   HEILGABE 1. als Gegenstand von Spekulation oder zum Lebensunterhalt verwenden sollten. war die Fähigkeit.KAPITEL  XXVI ‐  GEBT UMSONST. und lassen sich gern grüßen auf dem Markt und sitzen gern obenan in den Synagogen und bei Tisch. die böswilligen Geister. 38 ‐ 40. Wenn viele . macht Aussätzige rein. So sagte er ihnen. sagte Jesus zu seinen Jüngern.  (Lukas XX. Matthäus XXIII. tut nicht wie die Schriftgelehrten. Markus XII. treibt böse Geister aus. 45 ‐ 47. Diese Gabe war ihnen umsonst von Gott gegeben. die „. dass wir kein Geld für das verlangen können.. bei der die Länge so groß wie das bezahlte Geld ist. Es gilt nun entweder das eine oder das andere: Entweder misst Gott Seine Gnade an der Zahl der Worte oder nicht. Durch diesen Grundsatz verkündete er. Umsonst habt ihrʹs empfangen. 14)     4. das wir an Gott für jemanden richten. ein Impuls des Herzens. fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. dass eure Gebete bezahlt werden. Macht Kranke gesund. um zur Linderung des Leidens und zur Verbreitung des Glaubens beizutragen. weckt Tote auf.“ Das bedeutet. wofür wir selbst kein Geld bezahlt haben. sprach er zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den Schriftgelehrten. die es lieben. „Umsonst habt ihrʹs empfangen. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen. Das Gebet ist eine Tat der Nächstenliebe. Als aber alles Volk zuhörte. verwandeln wir uns in bezahlte Zwischenhändler. Das Gebet verändert sich dann in eine Formel. 8)  2. in langen Gewändern einherzugehen.  (Matthäus X. umsonst gebt es auch.

Die Gerechtigkeit Gottes ist wie die Sonne.KAPITEL  XXVI ‐ Gebt umsonst. Wie kann man dann dafür Geld verlangen? Das ist eine moralisch verdorbene Handlung. und die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler stieß er um und ließ nicht zu. die sich für die Geister interessieren. Und wenn nur ein Wort genügt. um die wir angesichts Seines Erbarmens bitten. Preise für Seine Gerechtigkeit festzulegen. Und wenn wir es schon unmoralisch finden. dass Gott. der einem anderen diesen Auftrag gegeben hat und dieser Letztere wiederum einem anderen und so weiter? Bedeutet das nicht. die Güte und die Barmherzigkeit Gottes nicht stattfinden würde. die Gerechtigkeit. betrachtet sich oftmals davon befreit. was ihr umsonst bekommen habt      339 Worte notwendig sein sollten. auszutreiben die Verkäufer und Käufer im Tempel. von einer bestimmten Bezahlung abhängig machen. mit den Gütern des Schöpfers des Universums zu handeln?  Die bezahlten Gebete besitzen noch andere Nachteile. Und sie kamen nach Jerusalem. die uneingeschränkte Vollkommenheit. indem er Geld dafür gegeben hat. diese berührt. der vielleicht auch nicht in Erfüllung geht? Gott kann keine Tat der Gnade. wäre es dann überhaupt annehmbar. Wer sie kauft. Er geht davon aus. der nicht einmal Verteiler dieser Wohltaten ist. geschweige denn für die Zuteilung garantieren kann. Und er lehrte und sprach zu . Geld für einen Wunsch verlangen. dass. mit den Gütern eines irdischen Monarchen zu handeln. seinen Anteil getan zu haben. selbst zu beten. auf der anderen Seite. sind die anderen überflüssig. um für ihn selbst beten zu lassen? Und welche ist dann die Inbrunst eines Dritten. Die Vernunft. die nichts bezahlen können? Das ist Mangel an Nächstenliebe. dass die Inbrunst der Gedanken derer. sowohl für Arme als auch für Reiche.  Gott handelt mit Seinen Wohltaten nicht. die für alle scheint. wenn diese Summe nicht getilgt oder nicht vollständig bezahlt worden wäre. Welche Inbrunst kommt aber von demjenigen. der gesunde Menschenverstand und die Logik sagen uns ferner. die Wirksamkeit des Gebetes auf den Wert der täglichen Währung herabzusetzen?    DIE VERTREIBUNG DER STRASSENHÄNDLER AUS DEM TEMPEL 5. der einen Dritten bezahlt. der Güte oder der Gerechtigkeit. Daraus folgt. nicht auf unvollkommene Menschen das Recht übertragen würde. daß jemand etwas durch den Tempel trage. wieso würde man nur einige oder gar nur sehr wenige für diejenigen sprechen. Und Jesus ging in den Tempel und fing an. Man weiß jedoch. Wie könnte demnach jemand.

Die modernen Medien ‐ im Vergleich zu jenen Aposteln. 12 ‐ 13)    6. Dieser kann niemals annehmen. noch Seine Gnade. So zeigen sie ihnen den guten Weg und führen sie zum Glauben. Der reine gesunde Menschenverstand wehrt sich gegen diese Idee. was ihr umsonst bekommen habt ihnen: Es steht geschrieben »Mein Haus soll ein Bethaus heißen«. Der Mensch hat deswegen kein Recht. der die Bedingungen kennt. . die Ermutigung und die Zeichen der Zuneigung von denen. denn alles Volk verwunderte sich über seine Lehre.  UNEIGENNÜTZIGE MEDIUMSCHAFT  7. 15 ‐ 18. dass das Licht alle erreicht und nicht. weil ich arm bin. Sie fürchteten sich nämlich vor ihm. in denen sich die erhabenen Geister mitteilen und weiß. weil ich für ihn nicht bezahlen konnte. Gott will.   8. Matthäus XXI. in welcher Art und Weise auch immer. dass der Ärmere von ihm enterbt wird und dann sagt: „Ich habe keinen Glauben. um sie von uns zu entfernen. (Markus XI. für Geld die Wesen zu rufen. bekommen. Sie sind dagegen nicht gekommen. wie sie ihn umbrächten. um Vermittler zwischen den Geistern und den Menschen zu sein und um diese aufzuklären. Wäre es also nicht auch lästerlich. der kennt ihre Abneigung gegenüber jeglicher Form von egoistischem Interesse. Gott verkauft weder Seinen Segen. Denn diese stammen weder von ihren Ideen ab. noch kommen sie aus ihrer eigenen Arbeit.340 KAPITEL  XXVI ‐ Gebt umsonst. Dafür Geld zu verlangen würde demzufolge ihre vorgesehene Bestimmung zunichte machen. die auch Medien waren ‐ haben von Gott genauso diese Fähigkeit umsonst bekommen. noch gehören sie zu ihrer Forschung. dass erhabene Geister dem besten Zahlenden zur Verfügung stehen. Jesus vertrieb die Straßenhändler aus dem Tempel und verurteilte somit den Handel mit heiligen Gegenständen. die ich beweine. Geld dafür zu verlangen.” Aus dem Grund ist die Mediumschaft kein Privileg und ist überall zu finden. Jeder. dass sehr wenig reicht. ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus! Und es kam vor die Hohenpriester und Schriftgelehrten. um Worte zu verkaufen. Hatte deshalb nicht den Trost. noch den Eintritt in das Himmelreich. der sie in irgendwelchen Sitzungen ruft. die wir respektieren oder die uns wertvoll sind? Es steht außer Zweifel. die ihnen nicht gehören. und sie trachteten danach.

aus diesem Grunde. lügnerischen und tückischen Geister und alle niederen Geister. Wer könnte dennoch für deren Ehrlichkeit garantieren? Die leichtsinnigen. mit deren Beständigkeit niemand mit Sicherheit rechnen kann. wenn sie ihr fehlen. was ihr umsonst bekommen habt      341 dass wir Mitteilungen dieser Art erhalten können. welches das Erlangen eines spiritistischen Phänomens128 in einem bestimmten Moment garantieren kann. Die Mediumschaft ist eine ausgesprochene. um diesem Ruf nachzukommen. hieße diejenigen zu betrügen. Und bald wäre sie mit den Wahrsagern gleichgestellt. Sie sind auch immer bereit. die sich auf die Natur dieser Fähigkeit bezieht.KAPITEL  XXVI ‐ Gebt umsonst. seriöse Kundgaben zu erhalten. Demnach gibt es kein einziges Medium auf dieser Erde. Die ernsthafte Mediumschaft kann und wird niemals ein Beruf werden. unkontrollierbare und veränderliche Fähigkeit. die man sich durch Lernen und Arbeit erworben hat und die. die Hingabe. (Anmerkung des Herausgebers) . die man in Wirklichkeit nicht besitzt. die dafür bezahlen. Das Gegenteil zu behaupten. um die Güte erhabener Geister auf uns zu ziehen. die der Spiritismus bezüglich der Mediumschaft behandelt. dessen man sich ganz natürlich bedienen kann. Hier ist nun die erste Bedingung. kann sie aber nicht mehr ausgeübt werden. Die Ausnutzung der Mediumschaft ist wie man sieht. Im Unterschied dazu ist die Begabung. mobile. die wenig Skrupel haben. Die Mediumschaft ist aus diesem Grund weder eine Kunst noch eine Gabe und deshalb kann sie nicht beruflich genutzt werden. ein wahrer Besitz geworden ist. Sie ist deshalb für ihre Anwender eine völlig unsichere Fähigkeit. Dabei soll er sich über die Art der Affinität der Medien mit denen der Geistigen Welt vergewissern. gibt es keine Mediumschaft mehr. Neben der moralischen Frage zeigt sich eine an sich nicht weniger wichtige wahre Feststellung. Darüber 128  Hier sind die Phänomene angesprochen. über eine Sache verfügen zu wollen. die sie im Moment der größten Bedürftigkeit verlieren können. Dabei hebt sich dennoch eine materielle Hürde hervor. nicht nur weil sie moralisch gesehen unglaubwürdig wäre. die an sie gestellten Fragen ohne jegliche Sorge über die Wahrheit zu beantworten. Wer nun den Wunsch hat. Obwohl die Fähigkeit weiter existieren kann.    9. eilen immer. die Entsagung und die absolute moralische. wie materielle Uneigennützigkeit. Es möge geschehen durch die Demut. soll vor allem diese auch ernsthaft erbitten. Sie existiert nur in Zusammenarbeit mit den Geistern.

Es war dieser Handel. Wenn eine der Arten der Mediumschaft diese Bedingungen aufs Strengste befolgen soll. verurteilt diesen Missbrauch. es zu verkaufen.  . die unter großen Leistungen erbracht worden sind. das Verbot von Moses veranlasst hat. XII)   10. Die Mediumschaft ist eine heilige Aufgabe. die er nach der materiellen Arbeit zur Verfügung stellen kann. der die ernsthaften Aspekte der Sache versteht. Kap. die Seele der Verstorbenen. durch Unwissenheit. sein eigenes Fluidum und oftmals seine eigene Gesundheit. „Der Himmel und die Hölle“. um eine Position zu erreichen. verlangt. Jesus und seine Jünger haben trotz Armut kein Geld für die Heilung. Die Geister werden seine Widmung und seine Opfergabe in Betracht ziehen. die aus der Mediumschaft ein Mittel machen möchten.  (siehe „Das Buch der Medien“. der nichts hat von dem er leben kann. deren Mitwirkung verkäuflich gemacht wird. was ihr umsonst bekommen habt hinaus verfügt man nicht über sich selbst. Kap. der. Der moderne Spiritismus. Das heilende Medium dagegen leitet das heilsame Fluidum der guten Geister über und hat nicht das Recht. Gutgläubigkeit und Aberglaube heruntergekommen. während sie sich von denen entfernen werden. die sie vollbrachten. Und er hebt die Mediumschaft in die Kategorie einer Mission empor. Dieser Gedanke widerstrebt einem ganz instinktiv. Der Arzt bietet das Ergebnis seiner Studien an. ist es die heilende Mediumschaft. die auch mit Religiosität entsprechend praktiziert werden soll.342 KAPITEL  XXVI ‐ Gebt umsonst.  Derjenige also. muss sich andere Möglichkeiten als die Mediumschaft aussuchen und dieser nur die Zeit opfern. sondern über die Geister. der Magnetiseur. Diese könnten dafür einen Preis verlangen. ausgenutzt von Scharlatanen. XXVIII. durch Missbrauch.

Betrüger.  Der Zöllner aber stand ferne. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. dies Gleichnis:  Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel. der andere ein Zöllner. um zu beten. der im Verborgenen ist. der in das Verborgene sieht. sie werden erhört. Die Merkmale des Gebetes wurden deutlich von Jesus gezeigt. seid nicht wie die Heuchler. sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden.KAPITEL  XXVII ‐  BITTET. (Markus XI. Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. und dein Vater. sagt er. wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel.  Und wenn ihr betet. Und wenn ihr steht und betet. Denn wer sich selbst erhöht. aber betet im Verborgenen. so vergebt. Gott. wird dirʹs vergelten. SO WIRD EUCH GEGEBEN Merkmale des Gebetes ‐ Wirksamkeit des Gebetes ‐ Wirkung des Gebetes. Und wenn ihr betet. Gedankenübertragung ‐ Verständliche Gebete ‐ Fürbitte für die Verstorbenen und für die leidenden Geistwesen  Unterweisungen der Geistigen Welt: Art zu beten ‐ Freude des Gebetes MERKMALE DES GEBETES 1. damit sie von den Leuten gesehen werden. der wird erniedrigt werden. der eine ein Pharisäer. (Lukas XVIII. 25 ‐ 26) 3. die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten. daß ich nicht bin wie die andern Leute. sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus. wenn ihr irgendetwas gegen jemanden habt. fromm zu sein. sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott. so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater. Denn das . Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir. Er sagte aber zu einigen. und wer sich selbst erniedrigt. der wird erhöht werden. wenn sie viele Worte machen. bevor ihr ihn bittet. nicht jener. Wenn ihr aber nicht vergebt. was ich einnehme. Denn euer Vater weiß. wenn ihr etwas gegen jemanden habt. vergebt ihm. 5 ‐ 8) 2. denn sie meinen. dann wird euch euer Vater im Himmel eure Übertretungen auch nicht vergeben. was ihr bedürft. (Matthäus VI. wenn ihr betet. denn nicht durch die vielen Worte werdet ihr gehört. ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 9 ‐ 14)  4. Wenn du aber betest. damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen. stellt euch nicht in den Vordergrund. sondern durch eure Aufrichtigkeit. die sich anmaßten. Bevor ihr betet. Wahrlich. sollt ihr nicht sein wie die Heuchler. Räuber. und verachteten die andern.

Betet. wenn es nicht aus einem gereinigten Herzen kommt. die von dem. S. in dem einen wie in dem anderen Sinn. So gab Gott die Vernunft und die Intelligenz nicht. so wird euch gegeben Gebet wird nicht Gott gefällig sein. Er gab den Willen nicht. aber mit Demut. ohne dabei die Umwandelbarkeit . Es gibt Menschen. ohne Willensfreiheit und ohne Initiative sein. Es ist daher möglich. es zu vermeiden. was er tut oder nicht tut. dass. es doch überflüssig wäre. Mit dieser Annahme müsste er nur vor jedem Ereignis seinen Kopf beugen. könnten unsere Wünsche den Willen Gottes doch nicht verändern. Aufgrund seiner Initiative gibt es demnach Folgen. Wenn es so wäre. 24)   6. das von allen Gefühlen wider der Nächstenliebe befreit ist. abhängig sind. X. wenn ihr euch mit anderen vergleicht. macht aber einen großen Unterschied. diese darzulegen. ohne den Versuch zu wagen. als ob er nicht vor einem Blitz ausweichen würde. dass. wenn alles im Universum durch ewige Gesetze bestimmt wäre. welche die Wirksamkeit des Gebetes bestreiten und sich auf das Prinzip berufen. wie der Zöllner und nicht mit Stolz. (Markus XI. Sie fügen hinzu. Genauso wenig wie das Nach‐ bzw. um untätig zu bleiben. glaubt nur. 7 ‐ 8. Abs. würde der Mensch nur ein passives Instrument. um keine Entscheidung zu treffen oder das Leben.  Ohne Zweifel gibt es natürliche und unwiderrufliche Gesetze. damit sie nicht angewandt werden. das diesen Mechanismus bestimmt. wenn Gott unsere Nöte kennt. überprüft wo in euch noch etwas Schlechtes ist. so wirdʹs euch zu teil werden. Darum sage ich euch: Alles. Daran zu glauben. die gezwungenermaßen dem Schicksal entfliehen und die nicht das Gleichgewicht der universellen Gesetze zerstören. wie der Pharisäer. Seine Taten haben für ihn und für die anderen Konsequenzen. Vorstellen der Uhrzeiger das Bewegungsgesetz zerstört. dass alle Lebensumstände dem Schicksal zugeordnet wären. 158) WIRKSAMKEIT DES GEBETES 5. die Gott nicht nach dem Wunsch eines jeden Menschen ändern kann. aber nicht eure Vorzüge. Der Mensch ist andererseits frei zu handeln. daß ihrʹs empfangt.  (siehe Kap. dass Gott gewisse Bitten erhört. Prüft eure Fehler.344 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. was ihr bittet in eurem Gebet.

wird er sagen: „Danke mein Gott. dass er Leiden erfährt. zu stören. dann hilft dir Gott. der seinem Sohn etwas verweigert. dann hilft dir Gott. dass ihm durch Wunder geholfen werde. erhebt sich und geht ohne Ziel weiter. Hilf dir selbst. (siehe Kap. sie hätte all unsere an sie gerichteten Bitten nicht erhört. Denn im Allgemeinen will der Mensch. Wenn das Leiden aber für sein zukünftiges Glück nützlich ist. er soll aufstehen und einen bestimmten Weg folgen. die ihn gesund machen wird. Der Mensch sieht im Allgemeinen nur die Gegenwart. das ihr durch das Gebet erbittet. dass es zu bitten genügt. für den Gedanken.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. die das Ganze regieren. Betrachten wir ein Beispiel: Ein Mann hat sich in der Wüste verirrt und leidet furchtbaren Durst. die allein Seinem Willen untergeordnet sind. den Du mir gegeben hast und für die neue Kraft. wird erhört“ zu schließen.“ Andererseits ist der Beistand Gottes weniger bei denjenigen. Er hat keine Kraft mehr und lässt sich auf den Boden fallen. erlaubt Gott. so wird euch gegeben      345 der Gesetze. das seinem Wohl entgegen steht. der vor ihm liegt. Gott steht diesem bei.  Was Gott jemandem gibt. Er fleht Gott an. Und was Er noch dazu geben wird. sind die Mittel. XXV. damit Er ihm beisteht und wartet. Aufgrund dieser Entdeckung schöpft er neuen Mut. Ein guter Geist gibt ihm dennoch einen Gedanken ein. Es wäre unlogisch aus der Aussage „Alles. S. nach dem Grundsatz: „Hilf dir selbst. was für uns gut ist.   7. wenn man sich im Vertrauen an Ihn wendet. Und es wäre ungerecht die Vorsehung zu verurteilen. Er kommt an einen Hügel und entdeckt von weitem einen Bach. durch die man sich mit eigener Kraft von den Schwierigkeiten befreien kann. ohne selbst etwas dafür zu tun. ohne ihre Fähigkeiten selbst zu gebrauchen. ist Mut. Dann wird dem Menschen der Verdienst der Handlung überlassen. mit Hilfe der Gedanken. Dasselbe geschieht mit einem Vater. Geduld und Schicksalsergebenheit.“ Wenn er . durch eine ungezielte Bewegung.. der sich selbst hilft. die uns von den guten Geistern eingegeben werden. 332)   8. Denn sie weiß besser Bescheid als wir. Wenn er gläubig ist. 1 und ff. um es tatsächlich zu bekommen. die nur fremde Hilfe erwarten. Abs. aber kein Engel bringt ihm etwas zu trinken. genauso wie ein Chirurg den Kranken eine Operation erleiden lässt. sammelt der Mann die letzten Kräfte ein.

ihr werdet sagen. der dich auf deiner Reise begleitet und dich vor allen Gefahren behüten wird“. hätte er keine Notwendigkeit gesehen. mich nicht dem Schicksal zu unterwerfen. (Anmerkung des Übersetzers) . sich Gedanken zu machen. bemüht es sich und steht von selbst auf. was du benötigst”? Warum hat er sich ihm nicht gezeigt. zuerst sich selbst zu helfen und seine eigenen Kräfte selbst einzusetzen. Deswegen gab sich der Engel erst bei seiner Rückreise zu erkennen. die an die guten Geistwesen gerichtet sind.  Wenn der Engel. Das geschah in erster Linie. hätte Tobias keinen Verdienst. der Tobias begleitete. Dieser Mensch war in der Situation eines Kindes. dass es notwendig ist. wird er sagen: „Was für einen guten Einfall ich hatte! Was für ein Glücksfall war es. wodurch der Mensch sich durch den Gedanken mit dem Wesen. Seinem Begleiter vertrauend. Gott stellt außerdem durch die Unsicherheit. an die er sich wendet. GEDANKENÜBERTRAGUNG 9. in Verbindung stellt. das hinfällt. (Anmerkung des Herausgebers)  Siehe Fußnote 28. der Zufall dient uns doch manchmal. um ihn zu begleiten und in dieser Ohnmacht zu helfen? Der Geist würde ihn somit von dem Eingreifen der Vorsehung überzeugen. um ihn zu lehren. wenn es niemanden sieht. Wenn es jemanden sieht. Wir können für uns oder für jemanden anderen.346 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. das menschliche Vertrauen und die menschliche Ergebung Seinem Willen gegenüber auf die Probe. Das kann zum Ziel eine Bitte. den Willen Gottes in die Praxis umzusetzen. für die Lebenden oder für die Verstorbenen beten. Und die Gebete. eine Danksagung oder ein Lob haben. werden andererseits zu Gott weitergeleitet. als ich den rechten statt den linken Weg gegangen bin. Die Gott zugewandten Gebete werden von Geistwesen erhört. die beauftragt sind. dass es aufgehoben wird. Wenn jemand zu anderen Wesen betet. wahrhaftig sehr! Ich bin stolz auf meinen Mut und auf meine Hartnäckigkeit. ihm gesagt hätte: „Ich bin ein Gottesbote. 129 130  Siehe Seite 334. so wird euch gegeben keinen Glauben hat. Das Gebet ist eine Invokation130.“  Aber. warum hat der gute Geist ihm nicht deutlich gesagt: „Folge diesem Weg und am Ende wirst du finden. schreit das Kind danach und wartet darauf.129   WIRKUNG DES GEBETES.

  11. Dieses Fluidum bekommt von dem Willen einen Impuls. dass die Schallwellen begrenzt sind. welche die Zweckmäßigkeit des rein mystischen Gebetes nicht verstehen. denn nichts kann ohne den Willen Gottes getan werden. ähnlich wie die Luft den Klang überträgt. wo sie sich befinden. bildet sich zwischen diesen eine fluidale Kette.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. sei es in dem Fall. indem er die Art und Weise der Gedankenübertragung erklärt. das Gebet stofflich zu machen. in dem ein direkter und wirkungsvoller Effekt von ihm gezeigt wird.   Diese Erklärung ist vor allem an diejenigen gerichtet. Wenn ein Gedanke von einem inkarnierten zu einem nicht inkarnierten Geist. ist es notwendig. Der Mensch bekommt somit die notwendige Kraft. Der allmächtige Richter in allen Dingen. um seine Schwierigkeiten zu bewältigen und den geraden Weg wiederzufinden. inkarniert und nicht inkarniert. als Fürsprecher. Der letzten Endes dafür eine sinnvolle Wirkung geben kann. mit dem Unterschied. . Es ist das Vehikel des Gedankens. unbedeutend von dem Ort.   10. gerichtet wird. so wird euch gegeben      347 und nicht zu Gott. untergeordnet. genauso wie wir hier in der Atmosphäre der Erde sind. Der Spiritismus macht die Wirkung des Gebetes verständlich. so inspirieren sie uns und so stellen sich schließlich die Verbindungen zwischen den inkarnierten Geistern aus der Entfernung her. Sie hat nicht den Zweck. die von dem einen zu dem anderen den Gedanken überträgt. Durch das Gebet erhält der Mensch für sich die Hilfe der guten Geister. oder umgekehrt. Auf dieser Weise kommunizieren die Geister untereinander. wie die Luft den Schall überträgt. uns alle Wesen. Das Gebet bleibt deswegen nicht weniger dem Willen Gottes. Um es zu verstehen.   Die Energie dieser Kette steht im Verhältnis zu der Energie des Gedankens und des Willens. wo das gebetene Wesen unserem Appell entgegen kommt. sondern seine Wirkungen zu verdeutlichen. in dem universellen Fluidum des Weltraums als eingetaucht vorzustellen. oder wenn unser Gedanke es zunächst erreicht hat. was hier geschieht. dienen diese Ersten als Vermittler. während die Schwingungen des universellen Fluidums sich in das Unendliche ausdehnen. die ihn in seinen guten Entschlüssen stützen und ihn zu guten Gedanken inspirieren. So wird das Gebet von den Geistern gehört. auf der Erde oder im Weltraum. Der Einzige.

Angenommen. wir würden die Sorgen im Leben in zwei Kategorien trennen: in jene. Würden wir unserem Ehrgeiz eine Grenze setzen. . dass der Mensch nichts gegen die anderen Übel machen kann. Abs. so hätten wir keine Armut. das er sonst durch seine eigenen Fehler an sich herangezogen hätte. sich von dem von uns selbst verursachten Übel zu befreien? Nun gut. so wird euch gegeben wenn er sich von diesem entfernt haben sollte. Wenn wir demütig wären. Hat er das Recht sich zu beklagen. müssten wir keine Krankheiten leiden. S. als die Ersten. würden wir keine Enttäuschungen unseres verletzten Stolzes erleiden. Und wenn wir diese Gesetze genau befolgen würden. So kann er selbst das Übel von sich fern halten. müssten wir keinen Absturz befürchten.    12. dass die Letzteren viel öfters vorkämen. die er selbst begangen hat und schleppt diese Krankheit bis zum Ende seiner Tage mit sich herum. V. Ein Leben voller Leiden. dass diese elenden Zustände das Ergebnis unserer Übertretungen gegenüber den Gesetzen Gottes sind. wenn er die Gesundheit nicht wieder erlangt? Nein.348 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. die der Mensch selbst durch seine Fahrlässigkeit und seine Ausschweifung verursacht hat. welche der Mensch nicht vermeiden kann und in jene Drangsale. Täten wir schließlich niemandem etwas Schlechtes an. (siehe Kap. wären wir vollkommen glücklich. wäre es dann nicht schon viel. Wenn wir die Grenzen des Notwendigen zur Befriedigung unserer Lebensbedürfnisse nicht überschreiten würden. Es würde daher offensichtlich.  Nehmen wir an. um den Versuchungen zu widerstehen. Ein Mensch sieht z. würden wir weder lästern noch neidisch oder eifersüchtig sein und würden den Streit und die Uneinigkeit vermeiden. müssten wir uns nicht vor Rache fürchten und so weiter.   Es ist nicht weniger sicher. weil er im Gebet die Kraft hätte finden können. 89) Wir würden sehen. seine Gesundheit durch Ausschweifungen ruiniert. welche Folgen solcher Ausschweifungen sind und wären wir daraufhin den daraus resultierenden Schicksalsschlägen nicht ausgesetzt. dass der Mensch der Verursacher der Mehrheit seiner Bedrängnisse ist und dass er von diesen verschont bleiben würde. Hier wird die Wirkung des Gebetes deutlich begriffen. würde er immer mit Weisheit und Umsicht handeln. dass alle Gebete unnütz sind. Wenn wir nach dem Gesetz der Nächstenliebe handeln würden. 4. B. Wenn wir nicht höher steigen wollten als wir könnten. sich von diesen zu befreien.

Aber allein darauf. wenn er mit Inbrunst bittet. Gott will es so. Auf das Gebet zu verzichten. den Glauben und die Absicht von dem Betenden belohnen. dessen Verwirklichung für uns unheilvoll sein könnte. Die guten Geister behindern weder den Willen Gottes.    13. Sie können nur durch das Gefühl der wahrhaften Ehrfurcht verliehen werden. so wird euch gegeben      349 weil sie das Ziel hat. um die Kraft zu erbeten. In diesem Fall ist es nicht das Böse.   Das Gebet wird von allen Geistern empfohlen. Deswegen ist das Gebet des gütigen Menschen verdienstwürdiger und immer wirkungsvoller vor Gottes Augen. können nicht mehr als nur Worte hervorgehen und nicht die Impulse der Nächstenliebe. will Gott oft die Hingabe. so wird euch gegeben.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. dem böswilligen Gedanken zu widerstehen. die dem Gebet all seine Macht geben. der nur mit den Lippen betet. Das wird der Mensch immer bekommen. Man würde auf Seine Fürsorge für sich selbst verzichten und ebenso auf das Gute. die uns Unheil anrichten können. Denn der süchtige und böswillige Mensch kann nicht mit Inbrunst und Vertrauen beten. Man versteht das so . indem sie uns beim Gebrauch unseres freien Willens Orientierung geben. diese zu befolgen oder nicht. Sie lenken uns jedoch von den schlechten Gedanken ab. der gute Ratschläge erbittet und sie in die Praxis umsetzt. Sie verhindern lediglich. von demjenigen. das sie von uns entfernen. ohne dass wir das zur Kenntnis nehmen. in unauffälliger Weise. Bei der Erfüllung der an Ihn gerichteten Bitten. Der Mensch befindet sich demnach in der Lage desjenigen. beschränkt sich seine Wirksamkeit nicht. noch heben sie den Lauf der Naturgesetze auf. nicht schon immens? Es war dem Spiritismus vorbehalten. dennoch mit der Freiheit. Hier finden vor allem die Worte Gebrauch: „Bittet. die gesunde Inspiration der guten Geistwesen hervorzurufen. das man für die anderen tun kann. die Wirkung des Gebetes durch die Offenbarung der Verhältnisse zwischen der körperlichen und der geistigen Welt. dass wir diese Gesetze übertreten.“  Wäre die Wirkung des Gebetes. Aus dem Herzen des Egoisten. wäre die Güte Gottes zu ignorieren. allein auf dieses Verhältnis bezogen. Sie tun dies aber. zu beweisen. um unseren Willen nicht zu verletzen. damit der Mensch die Verantwortung seiner Taten trägt und Er überlässt ihm den Verdienst der Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen.

wenn eine große Zahl von Menschen sich versammelt aber jeder einsam und für sich allein agiert? Hunderte versammelte Personen können jeweils isoliert nur für sich selbst beten. er sei nicht würdig. die das In‐ sich‐gehen begünstigen. Wenn die Geister diese Wirkung auf die Menschen ausüben. Dann ist es so. Ihr Gebet wird mehr Kraft haben. mit dem Gedanken. wenn man um Gebete für sich ersucht. sich über den Willen des Allmächtigen erheben zu können. gleichen sie bei Bedarf die Schwächen der Betenden aus.   15. wozu die Geister freudig ermutigen. man die Personen gottgefälligen Verhaltens bevorzugt. noch an den Ort. Die Erkenntnis seiner Begrenztheit ist ein Beweis von Demut. diese wie wahrhaftige Geschwister in Gott beten werden. 4 ‐ 5. Er berücksichtigt die gute Absicht. Da das Gebet eine Art magnetische Kraft ausübt. welche den Menschen bewegt. Man kann also überall beten. (siehe Kap. zu jeder Zeit. denn von diesen werden die Gebete mehr erhört. für den anderen zu beten. Das gemeinschaftliche Gebet hat eine stärkere Wirkung. einen heilsamen Einfluss auszuüben. Es bindet sich weder an Worte. Das geschieht aber nur dann. das keine Zustimmung findet. XXVIII. dass seine Wirkung von der fluidalen Kraft abhängig ist. ist das von dem Hochmütigen. Jenes Gebet. Hier stellt sich die Frage: Was würde es nützen. Der Einfluss von Ort oder von Zeit hängt von den Umständen ab. Die Macht des Gebetes liegt im Gedanken. die Gott immer gut heißt. Seine Inbrunst und sein Vertrauen in Gott sind der erste Schritt auf der Rückkehr zum Guten.   14. in der es gesprochen wird. noch an die Zeit. als ob viele gemeinsam und gleichzeitig wie in einem Chor laut rufen. wenn der Mensch dieser Gunst würdig ist oder wenn dies von Nutzen ist. wenn alle Betenden sich mit dem Herzen zu einem Gedanken und einem Ziel vereinigen. S. soll sich trotzdem nicht deswegen enthalten. 367)  . so wird euch gegeben deutlich.350 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. Abs.  Der Mensch. sei es durch ein direktes Handeln in seinem Namen oder indem sie ihm augenblicklich eine außergewöhnliche Kraft geben. während wenn zwei oder drei in einer gemeinsamen Absicht verbunden sind. der sich nicht für gut genug hält. als das von den oben zitierten hundert Personen. erhört zu werden. Ist sie aber nicht. könnten wir annehmen. dass man intuitiv. der nur seiner Macht und seinen Auszeichnungen Glauben schenkt und der glaubt. allein oder in Gemeinschaft.

Er erkundet unsere Gedanken und unsere Aufrichtigkeit. Sie glauben deswegen. der redet. (. die mehr oder weniger Eigenschaften haben wird. entsprechend der Anzahl. (siehe Kap.. Abs. wie oft sie wiederholt wird. 16 ‐ 17)  17. aber was ich im Sinn habe. die dem Geist nichts sagen. bleibt ohne Frucht. was man nicht versteht. und wenn es nicht verstanden wird. 14. Es wäre eine Erniedrigung zu glauben. dass sie ihren Verpflichtungen nachgegangen sind. In diesem Sinne kann das Gebet nicht nur ihre . wie soll der.. Wenn ich nun die Bedeutung der Sprache nicht kenne. Wir können das Wort dann wie eine leere Formel wiederholen. 11. XXVIII. wenn sie spüren. Die leidenden Geistwesen bitten um Gebete. nachdem sie ein Gebet in einer bestimmten Anzahl oder in der einen oder anderen Reihenfolge hersagen. Er wäre sensibler für die Form. ermutigt sie durch Reue die Verbesserung und die Wiedergutmachung anzustreben. Für die Mehrheit der Menschen sind die Gebete in einer unverständlichen Sprache nur eine Menge gemischter Worte. Viele Menschen beten aus Pflicht. werde ich den nicht verstehen. das Amen sagen auf dein Dankgebet. 2. Das Gebet hat bloß den Wert des Gedankens. so betet mein Geist. als für die Tiefe des Gebetes. Denn. (.) Denn wenn ich in Zungen bete. der als Unkundiger dabeisteht. berührt auch unser Herz nicht. Gott sieht aber in die Tiefe der Herzen. so wird euch gegeben      351   VERSTÄNDLICHE GEBETE 16.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. da er doch nicht weiß. andere beten entsprechend ihren Gewohnheiten. Korintherbrief XIV. kann es keine Idee äußern.) Wenn du Gott lobst im Geist. muss jedes Wort eine Idee ausdrücken.. was du sagst? Dein Dankgebet mag schön sein. 360)  FÜRBITTE FÜR DIE VERSTORBENEN UND FÜR DIE LEIDENDEN GEISTER  18. dass wir an sie denken und so fühlen sie sich weniger verlassen und weniger unglücklich. mit dem es sich verbindet. (Paulus 1. Das Gebet wirkt sogar direkter auf sie: Es hebt ihren Mut. Es ist unmöglich. aber der andere wird dadurch nicht erbaut. Damit das Gebet das Herz berührt. und der redet. Es ist ihnen nützlich. den Gedanken mit irgendetwas zu verbinden.. wird mich nicht verstehen. das man nicht versteht. S. Es vermag sie damit von schlechten Gedanken abzulenken.

der das Herz verhärtet. die wir aus der moralischen Hilfe von denjenigen bekommen würden. die uns lieb haben. ihm ein Glas Wasser verweigern. nach euerer Auffassung. 2. Ohne darüber diskutieren zu wollen. sollen wir ihn ohne Trost allein lassen? Denkt daran. ob es logisch. die Wirklichkeit der ewigen und unwiderruflichen Qual an. verweigern? Würdet ihr es für ihn nicht genauso tun. Gott. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“. das ihre Leiden mildern könnte? Wenn ein Mensch auf der Erde lebenslänglich verurteilt wird. bedeutet dies die Verneinung vorübergehender Prüfungen nicht. um deren Leiden ein Ende zu setzen. sind sie aber nicht ein Zeichen des Mitleides. keine Gnade mehr zu erwarten ist. aus Mitleid seine Ketten zu heben. selbst wenn er keine Hoffnung auf Gnade hätte. barmherzig und christlich ist. wie für einen Gefangenen? Werdet ihr keinerlei Beweis euerer Liebe oder eueres Trostes geben? Nein. . vielleicht auch ein Vater. der Ermutigung und des guten Rates genauso zu verneinen. der sich nicht mit dem Glauben eines Gottes vereinbaren lässt. da für diesen nahe stehenden Menschen. wenn die Wirkung des Gebetes verneint wird. um seine Wunden zu heilen. um seinen Durst zu löschen? Oder würdet ihr ihm eine Salbe. das wäre nicht christlich. In dem einen wie in dem anderen Fall wäre das Gebet also für sie nutzlos.352 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. Der die Nächstenliebe an die erste Stelle unter den Pflichten stellt. ist es jemandem verboten.  Wenn wir die ewigen Strafen ablehnen. Es hieße die Kraft zu verneinen. In ihrem Glauben gibt es für die Seele nur zwei Alternativen: Entweder ist sie gerettet oder zur ewigen Qual verdammt. Teil: Beispiele)   19. die Fürbitte für die Verurteilten abzulehnen? Mögen diese Fürbitten nutzlos sein. und dass unsere Fürbitten nutzlos sind. so wird euch gegeben Leiden erleichtern. Wir fragen uns in dieser Annahme. die Verurteilten zu befreien. sondern auch verkürzen. ohne Hoffnung auf Heilung. Viele Menschen lehnen die Fürbitte für die Verstorbenen ab. würde das Gute und das Böse nicht verstellen. um ihn von diesem Gewicht zu erleichtern? Wenn jemand unter einer unheilbaren Krankheit leidet. eine Mutter oder ein Kind ist. In diesem Fall. wäre die Wirkung des Trostes. in Seiner Gerechtigkeit. der ein Freund. Das wäre ein Glaube. Könntet ihr. nehmen wir für einen Augenblick. dass sich unter den Verurteilten ein liebender Mensch befinden kann.

da der Mensch schon reif ist zu verstehen. welche Strafe auch immer sei.  Die Härte der Strafe entspricht der Schwere des Fehlers. der auf den richtigen Weg zurückgekehrt ist. Es gibt keine Übertretung der Gottesgesetze. Es lässt sich so sich zusammenfassen:   21: „Der Mensch trägt immer die Konsequenz seiner Fehler. Wer kann dann aber behaupten. was die zukünftige Bestrafung betrifft. vergebens: Er ist für immer und ewig zum Bösen verdammt. besser gesagt. Andere Menschen argumentieren aus einem noch spezielleren Grund heraus: der Unwandelbarkeit von Gottes Urteilen. hebt sich dann die Strafe nach dieser Zeit auf. Es ist immer folgerichtig. (Anmerkung des Herausgebers) . so wird euch gegeben      353   20.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. und hängt von der Reue des Schuldners und seiner Rückkehr zum Guten ab.   Es handelt sich hier um eine irrtümliche Auslegung der Unwandelbarkeit des göttlichen Gesetzes. sonst hätte nichts auf der Erde dauerhaft Bestand. einen Menschen belassen. der göttlichen Eigenschaften angemessen ist und was nicht. Und wenn er nur auf Zeit verurteilt wurde. was im Glauben. dass er bessere Gefühle danach haben wird? Wer wird voraussagen. Das Gesetz Gottes ist bedachter als dieses.131 Sie sagen: Gott kann nicht seine Entscheidungen nach den Bitten der Menschen verändern. Für ihn sind dann alle Absichten. Die Strafe dauert so lange. die Unkenntnis des Gesetzes.  Nach dem Dogma der absoluten Ewigkeit der Strafen werden dem Schuldigen keine Gewissensbisse und keine Reue angerechnet. dass seine Handlungen nicht genauso boshaft sein werden.  Die Strafdauer ist für jeglichen Fehler unbestimmt. die ohne die entsprechende Bestrafung bleibt. er hat nur Gott zu folgen und Ihn anzubeten. In dem zweiten Fall würde derjenige belohnt werden. sich zu bessern. Dieses Gesetz wird durch die Geister des Herrn zu der jetzigen Zeit offenbart. wie die früheren zahlreichen Beispiele von Sträflingen auf der Erde. der noch schuldig ist. Aus diesem Grund hat der Mensch von Gott nichts zu verlangen. gerecht und barmherzig. wie 131  Siehe Seite 192. und bestimmt keine Strafdauer. als sie aus dem Gefängnis entlassen wurden? In dem ersten Fall würde man in dem Schmerz der Strafe.

Sein Glück oder sein Unglück hängen von seinem Willen ab. Deswegen wird der Schuldige unter neue Prüfungen gestellt. das Gute zu tun. erhört Gott ihn und schenkt ihm Hoffnung. Er kann seine Leiden verkürzen oder sie für eine unbestimmte Zeit verlängern.“  So ist das Gesetz. wenn wir ihm mit unseren Ratschlägen das fehlende Licht geben. wie man wirklich betet! Was bedeuten für Gott eure Sätze. die erste Tat. so wird euch gegeben die Hartnäckigkeit im Schlechten existiert. ist das Gebet. weil die Wiedergutmachung notwendig ist. unter welchen Bedingungen er handeln kann. Er soll das Gesetz aufheben.  Das Gebet des Christen. Kap.354 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. um seine üblen Taten wieder gutzumachen. die ihr aneinander reiht und daraus eine Gewohnheit und eine zu erfüllende Pflicht macht.  Der Mensch ist also ständig der Richter seines eigenen Schicksals. wenn die Reue nach kurzer Zeit da ist. IV. die Kraft und der Mut. sie ist von kurzer Dauer. werden wir Werkzeuge Gottes sein. Fast jeder von euch vermag zu beten. können wir damit selbst den Beweis unserer Nächstenliebe darbieten. aber wie wenige von euch wissen. soll verrichtet werden. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“.   Sobald der Schuldige um Erbarmen bittet. ein unveränderliches Gesetz. unter denen er mit seiner Willensfreiheit das Gute tun kann. gemäß Gottes Güte und Gerechtigkeit. wenn wir ihn unterstützen und ermutigen. Da Er auf diese Weise uns erlaubt mitzuwirken. Teil I. sobald das Geistwesen . Aber die einfache Reue genügt nicht. VII und VIII)  UNTERWEISUNGEN DER GEISTIGEN WELT ART DES GEBETES  22. sie würde ewig sein. statt Gott anzuflehen. um Seine Gesetze zu verwirklichen: das Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe. Wenn wir mit unseren Gebeten ihn zu diesem Willen inspirieren.  Der schuldige und unglückliche Geist kann sich somit immer selbst retten: Das Gesetz Gottes sagt ihm. die euch wie alle anderen Pflichten belasten. welche die Rückkehr des Menschen in den Alltag kennzeichnen soll. wenn die Hartnäckigkeit ewig wäre. Oft fehlen ihm der Wille. Die erste Pflicht des menschlichen Wesens. des Spiritisten oder welcher Glaubensgemeinschaft man auch immer angehört.

in der ihm erlaubt wurde. Abs. 89)   Betet ohne Unterlass. Es ist daher zwecklos. der Schicksalsergebenheit und des Glaubens zu geben. Das Gebet soll demütig zu Füßen Gottes gelegt werden. Das tägliche Gebet ist die ausnahmslose Erfüllung euerer Pflichten. Ihr denkt vor allem daran.” Um was bittet ihr Gott am meisten? Habt ihr Ihn schon um eure moralische Verbesserung gebeten? Oh. Stattdessen bittet Ihn euch die kostbarsten Güter der Geduld. Berg in Galiläa. Es muss Tiefe haben. seine Nachsicht und seine Barmherzigkeit zu erbitten. wenn er sich um uns kümmern würde. gäbe es keine Ungerechtigkeiten. 4. um durch ihren Kontakt mehr Kraft und Beharrlichkeit zu bekommen. die ihm bis dahin erwiesen wurde. die ihr in wahrer Not benötigt. wenn ihr Freude spürt. Bittet vor allem um eure Besserung und ihr werdet sehen. Ist es nicht eine Tat der Liebe zu Gott.  (Anmerkung des Herausgebers) 132 . weil es eure Seele ist. ohne dass ihr euch in eine Kammer zurückzieht oder an den öffentlichen Plätzen niederkniet. (siehe Kap. eure Gedanken zu Ihm zu erheben. um Seinen Schutz. wie bei der Verklärung Jesu auf dem „Tabor132“. 1‐5. 28) und wo die Propheten Moses und Elias erschienen sind. Freude und Reichtum zu bekommen. würdet ihr fast immer in euch selbst den Ausgangspunkt euerer jammernden Leiden finden. Es soll zu Füßen der göttlichen Majestät mit Demut und Tiefe erhoben werden. Markus 9. so wird euch gegeben      355 zu seinem Leibe zurückkehrt. was viele von euch tun: „Es lohnt sich nicht zu beten. voller Dankbarkeit für all die Güte. Israel. die sich verwandeln soll. sehr oft. Auf dass sie glänzend und strahlend vor Hoffnung und Liebe bei Ihm ankommen möge.  Eure Fürbitte soll um die Gabe ausgesprochen werden. denn Gott wird mich nicht erhören. obwohl ihm das alles unbewusst erscheint. worin diese auch immer bestehen. V. auf dem die Verklärung Christi geschah (Matthäus 17. eure Prüfungen zu verkürzen. S. welch eine Strömung von Gnaden und Trost über euch kommen wird. eueren Brüdern in moralischer oder physischer Not zu helfen? Ist es nicht eine Tat der Anerkennung. 2 und Lukas 9.” Unvernünftige und Undankbare! Wenn ihr in die Tiefe eueres Gewissens eindringen könntet. Und für die vergangene Nacht.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. Sagt nicht. um Ihm die eigene Schwäche darzulegen. zu seinen Schutzgeistern zurückzukehren. zu seinen Freunden. Gott darum zu bitten. die sich zum Schöpfer erhebt. für den Erfolg euerer irdischen Unternehmungen zu bitten und sagt oft: „Gott kümmert sich nicht um uns.

wie der Glaube dem Herzen gut tut und die Seele zur Reue und zum Gebet führt! Das Gebet! Ah. denn ich habe (durch Stolz. wenn er vom Herzen kommt. Und es wird für euch keine Mysterien mehr geben. In der geistigen Sammlung und in der Stille seid ihr mit Gott. wenn ihr merkt.  (V. 1862)    GLÜCKSELIGKEIT DURCH DAS GEBET  23. Denn sie offenbaren sich euch. Gib mir die Kraft. Apostel der Gedanken. Ungläubige Menschen! Wenn ihr wüsstet. die ihr glauben möchtet. Das Gebet ist der erste Erbe des Glaubens und führt uns auf den Weg zu Gott. so wird euch gegeben wenn ein Unfall verhindert wurde. selbst nur aufgrund eines flüchtigen Gedankens. um euch große Gegebenheiten zu verkünden! Gott. um an euch all Seine Güte zu verteilen. euch vor Dem allerhöchsten Richter zu demütigen. das die größte Hitze der Leidenschaften mildert. dass ihr einen Fehler begangen habt. Wie ihr aber seht. der betet! Denn das Gebet ist das himmlische Tauwasser. dass ein einziger dieser Gedanken. durch eueren himmlischen Vater mehr erhört wird als die langen durch Gewohnheit diktierten Fürbitten. Egoismus oder fehlende Nächstenliebe) gefehlt. um nicht mehr zu fehlen und den Mut. Was für eine Harmonie! Es sind nicht mehr die verwirrten Geräusche und die schrillen Töne der Erde.356 KAPITEL  XXVII ‐ Bittet. ohne dass eure Arbeit unterbrochen wird. Die himmlischen Geister eilen. wird das Gebet die Arbeit andererseits segnen. kann das Gebet zu jeder Zeit gemacht werden. das wahre Leben öffnet sich für euch! Eure Seele befreit sich von dem Stoff und erhebt sich zu den unendlichen und ätherischen Welten. Sie werden oft ohne einen bestimmten Grund daher gesagt und zu einer bestimmten Zeit mechanisch ausgestoßen. welche die arme Menschheit nicht kennt. Seid euch bewusst. öffnet Seine Schätze. Wendet euch an Ihn und sagt: „Vergebe mir mein Gott.  Schreitet fort. Monod. Bordeaux. meine Kinder. um meine Fehler wieder gutzumachen!“  Das ist von dem gewöhnlichen Morgen‐. Es sind die . Wenn man das tut. so schreitet ihr auf dem Wege des Gebetes fort und ihr werdet Engelsstimmen hören. Abend‐ oder Dankgebet unabhängig. Kommt ihr. wie rührend sind die Worte aus dem Munde. wenn eine Unannehmlichkeit ‐ auch wenn nur eine kleine ‐ in eurer Seele nicht hoch kommt und ihr laut sagen könnt: „Gesegnet bist Du mein Vater!“? Ist es nicht eine Reuetat.

das Kreuz zum Golgatha. Ihr auch. so sehr lebendig und erfrischend die Quelle ist. aber um das himmlische Leben in der Wohnung seines Vaters zu leben. trotz der Last des entehrenden Balkens. betet wie Christus. leichter als die morgendliche Brise.KAPITEL  XXVII ‐ Bittet.  (Hl. Augustinus. Alle nur erdenklichen Wonnen werdet ihr erleben! Eure Sprache wird diese Glückseligkeit nicht ausdrücken können. so schnell sie euch in alle Poren eindringen wird. 1861)      . welche die Seele hört und genießt. dem Kalvarienberg tragend. berauschende Düfte. aus der ihr trinkt. wenn sie mit dem Laub in eueren Wäldern spielen. die liebenswürdige und sanfte Stimme der Seraphim. Sanfte Stimmen. wenn sie sich zu diesen unbekannten und vom Gebet bewohnten Sphären begibt! Ohne die fleischlichen Begierden ist alles Streben göttlich. wenn ihr betet. Paris. Tragt euer Kreuz und ihr werdet die besänftigenden Gefühle spüren. Er ging zum Sterben. die in seiner Seele waren. so wird euch gegeben      357 Leiern der Erzengel.

die Aufmerksamkeit auf bestimmte Prinzipien der Spiritistischen Lehre zu richten. da Gott alle aufrichtigen Gebete annimmt. Die Geister sagen immer: „Die Form ist nicht wichtig. Er zwingt niemanden zu einem bestimmten Gebet. Deswegen wird man hier alle Prinzipien der Spiritistischen Lehre wieder erkennen. die nicht vom Herzen kommen. vorausgesetzt sie werden mit dem Herzen und nicht nur mit den Lippen gesprochen.KAPITEL  XXVIII ‐  SAMMLUNG SPIRITISTISCHER GEBETE PRÄAMBEL  1. die die Geister unter verschiedenen Umständen diktiert haben. Sie ist daher als ein Anwendungsbeispiel der Prinzipien der moralischen Lehre des Evangeliums zu betrachten. der Gedanke ist alles.  Die Sammlung der Gebete in diesem Kapitel ist eine Auswahl. Wenn sie uns Gebete vorschlagen. Denn die Absicht des Gebetes ist es. noch beanstandet er irgendein anderes. dass Er eine Stimme nicht ablehnen würde. die Ihn anfleht oder lobpreist.  Diese Sammlung soll daher nicht als ein einziges und absolutes Gebetsbuch betrachtet werden. denn sie glauben. Betet deswegen. die sich auf die Pflichten gegenüber Gott und gegenüber unserem Nächsten beziehen. die zu bestimmten Ideen oder zu besonderen Fällen passen. weil das Gebet in der einen oder anderen Weise gemacht wird. so lange der grundlegende Gedanke derselbe ist. laut der Spiritistischen Lehre. nach seiner Überzeugung und so. die an Gott glauben und noch weniger zwischen den Bekennenden des Spiritismus. Die Mannigfaltigkeit der Formeln soll keinen Unterschied zwischen denjenigen zeichnen. so erhaben.  Der Spiritismus erkennt die Gebete aller Religionen als gut an. Sie stellt eine Variante der Unterweisungen der Geister dar. Aber die Form ist nicht wichtig. nicht wirklich gebetet zu haben. die Schwierigkeit haben. Gott ist. wie es euch am meisten berührt. die in diesem Buch behandelt werden. unsere Seele zu Gott zu erheben. als eine Ergänzung der Lehre der Geister. wenn sie ihre Gedanken nicht richtig zum Ausdruck gebracht haben.“  Die Geister schreiben keine absolute Formel des Gebetes vor. ihre Ideen zum Ausdruck zu bringen. mit anderen Ausdrucksweisen. Denn ein guter Gedanke ist mehr wert als zahlreiche Worte. Sie haben sicherlich auch andere Gebete diktiert. jeder von euch. haben diese den Zweck. unsere Ideen auf ein klares Ziel auszurichten und vor allem. Ihre Gebete wollen den Menschen helfen. .

III ‐ Fürbitten für die Nächsten. wie das Gebet meistens zerstreut und unbeständig ausgesprochen wird. bedeutet. Ihm die Kleinheit und die Leidenschaften des Menschen zu verleihen. Nur unter dieser Bedingung kann das Gebet sein Ziel erreichen.  Das Gebet muss in seinen wesentlichen Eigenschaften klar. Jedes Wort muss seine eigene Reichweite haben. kurz fassend sein.  Mit der Absicht. in einem Wort. werden alle Gebete von einer Einführung eingeleitet. XXVII. die in diesen Gebeten vorkommen. Der Glaube. als wenn sie in einer uns fremden Sprache gesprochen würden. die in seinem Gebetsbuch nicht stehen.   Die zusammengestellten Gebete in dieser Sammlung sind in fünf Kategorien eingeteilt: I ‐ Allgemeine Gebete. dass das Gebet in einer von dem Betenden bekannten Sprache gesprochen wird. andererseits ist es nur Palaver. ein besonderes Augenmerk auf das Ziel jedes Gebetes zu richten und seine Bedeutung zu einem besseren Verständnis zu bringen. werden oft durch Wortfülle und durch sprachlichen Mystizismus erstickt. IV ‐ Fürbitten für die Geister und V‐ Fürbitten für die Kranken und die Besessenen. Sie ist jeweils unter dem Titel „EINFÜHRUNG“ den Gebeten vorangestellt.    .  Nach der Auffassung des Heiligen Paulus ist eine der wesentlichen Bedingungen des Gebetes verständlich zu sein. eine Idee ausdrücken und die Seele tief berühren. damit es unseren Geist erreichen kann. Abs. II ‐ Gebete für sich selbst. S. Es gibt Gebete. Sie berühren deswegen das Herz nicht. die nicht mehr als luxuriöser Schmuck sind. beweist. zu einer Reflexion führen. dass Gott sich an einer Formel festhält.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      359 Wer auch immer Gebete nicht annehmen würde. die selbst in einer alltäglichen Sprache gebetet. gedanklich genauso wenig aussagen. Man sieht sich bewegende Lippen. aber durch den Gesichtsausdruck und durch den Klang der Stimme erkennt man eine rein mechanische und äußerliche Handlung. Die raren Ideen. 16. Das Gebet muss. 351) Dafür reicht es nicht. dass er die Größe Gottes nicht kennt. (siehe Kap. an der die Seele nicht teilnimmt. ohne unnötige Sätze und viele Namen. einfach. Man bemerkt jedoch.

eine Tat der Verehrung und der Ergebenheit. Unser Vater im Himmel! Dein Name. sei es. die Bitten der notwendigen Sachen zum Leben und das Prinzip der Nächstenliebe.   3. entgeht allerdings der Mehrheit der Menschen. die sieben oder die neun.: die drei. Es ist das vollkommenste Vorbild in seiner Knappheit. Der Name eines großen. den man mit ihm verbindet. Es fasst in der Tat alle Pflichten der Menschen gegenüber Gott. Die Harmonie des Universums zeigt eine Weisheit. Es beinhaltet auch ein Glaubensbekenntnis. erhabenen und weisen Wesens ist in allen Werken der Schöpfung 133  Siehe Matthäus VI. Je nach den Umständen und der verfügbaren Zeit kann man das „einfache“ oder das „erweiterte“ Vaterunser beten. weil es von Jesus selbst kam133. die aus dem Aberglauben der Kraft der Zahlen stammen und die in der Magie benutzt werden. Das Vaterunser für jemanden zu beten. je nach dem Gedanken. ist für ihn das zu erbitten. das den Sinn erörtert und seine Anwendungen aufzeigt. welches die Geister an erster Stelle vorbringen würden. was man für sich selbst erbitten würde. die alle menschlichen Fähigkeiten übersteigt.  Sein tieferer Sinn.360 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete I ‐ ALLGEMEINE GEBETE DAS VATERUNSER   2. stellvertretend ersetzen kann. haben wir mit Hilfe und Ratschläge der gütigen Geister zu jedem Satz ein Kommentar hinzugefügt. Es wird wie eine Formel gebetet. gegenüber sich selbst und gegenüber dem Nächsten zusammen.  . Herr. zu füllen. deren Wirksamkeit der Zahl entspricht.  Wir glauben an Dich. denn alles zeigt Deine Macht und Deine Güte. Diese Wiederholungszahl ist fast immer eine der kabbalistischen Zahlen. Von allen Gebeten ist das Vaterunser dasjenige. infolge seiner kurzen Fassung selbst. ein wahrhaft erhabenes Meisterwerk in seiner Einfachheit. sondern auch als ein Symbol. EINFÜHRUNG ‐ Die Geister empfehlen das Vaterunser an den Anfang dieser Sammlung zu setzen. wie oft es wiederholt wird. nicht nur als Gebet. oder weil es alle anderen Gebete. Deswegen spricht man es. ohne die Gedanken auf die Anwendung von jedem einzelnen Satz zu richten. eine Umsicht und eine Vorsorge. GEBET ‐ I. B. 9‐13. die dieses Gebet in seiner Knappheit in unserem Verstand hinterlässt. wie z.  Um die Verständnislücken. im Allgemeinen.

er vermag zwischen dem Guten und dem Unguten zu wählen. dieses Eintreffen beschleunigen. Deswegen ist derjenige blind.   Mögest Du. Du gabst den Menschen Gesetze voller Weisheit. Alle werden Dich als den erhabenen Herrn aller Dinge erkennen und nachdem Deine Gesetze auf der Erde vorherrschen.  Niemand kann die Unwissenheit über Deine Gesetze zur Ausrede nehmen. Das heißt. Übertritt der Mensch sie. der Dich an Deinen Werken nicht erkennt. Alles Elend dieser Welt ist auf die Verstöße zurückzuführen. vom Grashalm und dem kleinsten Insekt bis hin zu den Gestirnen im Weltall. der ihm die Grenzen des Notwendigen zeigt. stolz derjenige. wer Dir nicht Dank erweist.   Herr. die gegen Deine Gesetze begangen wurden. das sie auf den Weg der Wahrheit führt!   . wie sie es tun. die den Menschen persönlich betreffen. die sie glücklich machen würden. anstatt sich gegenseitig zu schaden. Deine Gesetze zu befolgen oder diese überzutreten. die Missbrauch und Übertreibung aller Art verursachen. Sie würden die Übel vermeiden. dann wird der Unglaube verschwinden. Mit diesen Gesetzen würde unter ihnen Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Dem Menschen gabst Du aber über den Instinkt hinaus die Intelligenz und die Vernunft. an dem alle Menschen sie ausüben werden. Du gabst ihm auch die Freiheit. Dein Reich komme. wird Dein Reich hier bestehen. In Deiner väterlichen Vorsorge hast Du sie ins Gewissen jedes Einzelnen von ihnen ohne Unterschied von Kultur oder von Nation eingeprägt. wenn sie diese befolgen würden. mit dem er sich auf natürliche Weise zufrieden gibt. Überall sehen wir einen Beweis der väterlichen Sorge.  Du gabst dem Tier den Instinkt. so verkennt er sie.  Gemäß Deiner Verheißung wird der Tag kommen. in dem Du den Menschen das notwendige Licht gibst. Denn es gibt keine Gesetzesübertretung.   II. damit er den Verdienst und die Verantwortung seiner Taten erhält. Die Menschen würden sich gegenseitig helfen. Herr. die nicht fatale Wirkungen mit sich bringt. Der Starke würde den Schwachen tragen.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      361 eingeschrieben. der Dich nicht preist und undankbar. statt ihn niederzutreten.

sich zu beklagen. wie groß muss noch die Pflicht von dem Wesen gegenüber seinem Schöpfer sein! Deinen Willen zu tun. dass Du. Mose (Genesis) III. was sie gefehlt haben. weil sie mit dem bestraft werden. ihren Leichtsinn oder ihre Habsucht untergehen. Dein Wille geschehe wie im Himmel. was Du ihnen gegeben hast! Diese sind die Urheber ihres eigenen Unglücks und haben wenig Recht. weil sie auch nicht mit dem zufrieden waren. 19. wie die Auserwählten es im Himmel tun. sobald er verstanden hat. Gib uns aber auch die geistige Nahrung für die Entwicklung unseres Geistes. Aber Du verlässt auch diese nicht.362 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete III. (siehe Kap.  Gib uns die notwendige Nahrung für die Erhaltung der körperlichen Kräfte. Dieselbe Hilfe gibst Du aber demjenigen nicht. sofern sie ‐ wie der verlorene Sohn 134  1. XXV)  Wie viele Menschen gibt es. Du hast in dieser Weise die Arbeit für den Menschen als eine Pflicht geschaffen. damit er seine Intelligenz auf der Suche der Mittel zur Versorgung seiner Bedürfnisse und zu seinem Wohlbefinden anwendet: die einen durch die materielle Arbeit. von dem Untergebenen gegenüber dem Vorgesetzten ist. Gott. aber der Mensch bekommt sie durch seine eigene Arbeit und durch die Mittel seiner Intelligenz. die Quelle aller Weisheit bist und dass er ohne Dich nichts kann. Der Mensch wird sich diesen fügen. und auch demjenigen nicht.  Wenn die Fügsamkeit eine Pflicht von dem Sohn gegenüber dem Vater.  Du hilfst dem Menschen guten Willens. Ohne die Arbeit würde er nicht vorankommen und könnte die Glückseligkeit der erhabenen Geister nicht erreichen. der sich in einem Müßiggang wohl fühlt und alles ohne Mühe haben will.”134 Herr. Unser tägliches Brot gib uns heute. denn Du bist unendlich barmherzig.  Du hast ihm gesagt: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen. (Anmerkung des Herausgebers) . bedeutet Deine Gesetze zu erfüllen und sich ohne Klage Deiner göttlichen Gesetze unterzuordnen. Du reichst ihnen die Hand. Herr. ihre Nachlässigkeit. Dann wird er Deinen Willen auf der Erde tun. der den Überfluss sucht. der sich Dir anvertraut und gibst ihm das Notwendige. denn Du hast ihn als freies Wesen geschaffen.   IV. ihre eigenen Fehler. so auf Erden. die durch ihre eigene Schuld. die anderen durch die intellektuelle Arbeit.  Das Tier findet seine Nahrung in der Natur.

ob es nicht an uns war. auch nicht neidisch auf diejenigen zu sein. was wir nicht haben. S. (siehe Kap.  Der Mensch auf der Erde ist dem Gesetz der Arbeit untergeordnet.  Abs.  . dass das materielle Glück des ungerechten Menschen wie seine körperliche Existenz nur vorübergehend ist und er schreckliche Rückschläge haben wird. sollten wir uns nun selbst fragen. das Überflüssige zu fordern. Neid gegen diejenigen zu empfinden. die Vorsorge und die Mäßigung. Wir wissen auch. denn niemand hat das Recht. uns trotz unserer Bemühung durch die härtesten Entbehrungen auf die Probe zu stellen. diese richtig anzuwenden. wenn sie das Gesetz der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe vergessen. sollten wir uns fragen. dieses zu erfüllen. Gib uns daher den Mut und die Kraft. selbst wenn uns das Notwendigste fehlt. Behüte uns. die im Überfluss leben. Gib uns außerdem die Umsicht. dass es kein unverdientes Leid gibt. behüte uns. 243)  Entferne auch von unserem Geist den Gedanken.  Wenn wir dennoch nicht arbeiten können. ob es nicht unser eigenes Werk war. Abs. 8. dank der uns von Dir neu gegebenen Lichter. das uns widerfährt. Und es hängt nur von uns ab. um aus dem Sumpf herauszukommen. das manchmal den Gerechten heimsucht.  Gib uns nun. dass Gott uns die Vernunftbegabung gegeben hat. die das besitzen. XVI. vertrauen wir auf Deine göttliche Vorsehung. Deine Gerechtigkeit zu verneinen. nehmen wir sie als eine gerechte Abbüßung unserer Fehler an.  Wenn Dein Plan vorsieht. damit wir die Früchte der Arbeit nicht verlieren.   Gott. unser tägliches Brot. die wir in diesem oder in einem vergangenen Leben begangen haben könnten. und dass Du nie ohne Grund eine Bestrafung zulässt. Denn Du bist gerecht. nämlich die Mittel. Und wir wissen.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      363 ‐ mit aufrichtigem Herzen zu Dir zurückkehren. Vergib ihnen. V. (siehe Kap. Wir sollten auch beachten. Herr. durch die Arbeit die lebensnotwendigen Sachen zu erwerben. 89)  Bevor wir uns über unser Schicksal beklagen. das Du sie gelehrt hast. Bei jedem Unglück. wenn wir den Wohlstand der ungerechten Menschen sehen und das Unglück. Wir wissen jetzt. dass Deine Gerechtigkeit sich immer erfüllt und allen Menschen zusteht. es zu vermeiden. S. 4.

die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. S.“135 Gesegnet seien daher die Hände. ewig sein. 7. V. 10. denn ihrer ist das Himmelreich. der schicksalsergeben leidet. Abs. sondern auch im Vergessen und Verzeihen eines jeden Affronts. die wir früher oder später verantworten müssen. dessen letzte Worte er für seine Henker gesprochen hat. denn Du hast uns gelehrt. den Nächsten in seiner Not zu helfen. dass der Tod uns nicht mit einem Wunsch nach Rache im Herzen überrascht. unsere begangenen Fehler sowohl zu sühnen. dass wir in anderen Existenzen die Möglichkeit haben werden.364 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Dagegen wird die Freude desjenigen. wie alle anderen Prüfungen. Erlaube uns. Herr.  (siehe Kap. ist eine Unehrerbietigkeit Dir gegenüber. in unserer Seele jede Empfindlichkeit. Wir bitten Dich in Deiner unendlichen Barmherzigkeit um Verzeihung. Abs. dass. Sondern bewirke.  Jede unserer Übertretungen gegen Deine Gesetze. mein Gott. Du hast uns gelehrt. keine neuen Laster auf uns zu laden. dass wir uns bemühen werden. 9. Diese Nächstenliebe besteht jedoch nicht nur darin. Sie ist eine aufgenommene Last. wenn Du uns heute noch von dieser Welt rufen möchtest. Dabei versprechen wir. dass unser Schicksal nicht unausweichlich nach dem Tode festgelegt ist. als auch wieder gutzumachen. 12 und 18)    V. wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. wir vollkommen rein von allem Argwohn vor Dir erscheinen können. Du hast uns durch Jesus gesagt: „Selig sind. 184)  Gesegnet sei Dein Name. die uns verletzten und demütigten. XII. Wir sollen auch nicht diejenigen verfluchen. jeden Hass und jeden Groll zu löschen. Wir sollen sie ohne Jammern annehmen. (Anmerkung des Herausgebers) . X)  Die Verfolgungen durch böswillige Menschen gehören zu unseren irdischen Prüfungen. (siehe Kap. Denn sie öffnen uns vielmehr den Weg zu ewiger Glückseligkeit. Und vergib uns unsere Schuld. die gegen uns boshaft sind. wenn wir sie selbst nicht bei denjenigen anwenden. zumal die Wunde des Körpers unsere Seele stärkt und wir aufgrund unserer Demut erhöht werden. dass wir all das erfüllen können. nach dem Vorbild Christi. 4. Mit welchem Recht würden wir Deine Milde erflehen. (siehe Kap. über die wir uns beklagen?  Gib uns die Kraft. Herr. was wir in diesem Leben 135  Matthäus V.   Du hast die Nächstenliebe als ein ausdrückliches Gesetz für uns erlassen.

führe uns nicht in Versuchung. X.. inspiriere uns durch die Stimme unseres Schutzengels und der guten Geister zu dem Wunsch. mit der gewöhnlichen Lehre über die Rolle der Dämonen überein. den Einflüsterungen der boshaften Geister zu widerstehen. Es ist gegen uns selbst. uns zu  Bei einigen Übersetzungen (wie hier bei der lutherischen Übersetzung auch) steht „. 5.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      365 für unseren Fortschritt nicht erreichen konnten. die Kraft. Herr. » lautet im Deutschen „Überlasse uns nicht der Versuchung. indem sie uns niederträchtige Gedanken einflößen. die uns von dem guten Wege abzulenken versuchen. im Übrigen.   VI. während sie jegliches Unternehmen gegen die vollkommenen Wesen aufgeben. bei dem Gott einem „Satan“ ähneln würde. stütze uns bei unseren Schwächen. die auf der Erde inkarniert sind. mais délivrez‐nous du mal. so dass das nicht der Sinn des Satzes von Jesus sein kann. Es ist offensichtlich ein gottesunwürdiger Gedanke. den Willen das Gute zu tun und den völligen Verzicht auf das Ungute. sondern erlöse uns von dem Übel. dass wir mit unserer Willenskraft ankämpfen sollen und dann werden die böswilligen Geister sich von uns auf natürlicher Weise entfernen. So wird ein Licht über unsere Vergangenheit und unsere Zukunft geworfen. als ob die Versuchung von Gott stammen würde. Denn die niederen Eigenschaften ziehen sie an. in dem sie diese in uns wachrufen. Kap. (siehe weitere Gebete für die Besessenen.  Wir sind aber selbst unvollkommene Geister. da sie ihnen nichts anhaben können. 408)  Herr. entgegenbringen. Die Dämonen)  ‐ Anmerkung des deutschen Übersetzers: Im französischen Original « Ne nous abandonnez point à la tentation. Das ist ein eindeutiges Zeichen Deiner allmächtigen Gerechtigkeit und Deiner unendlichen Güte.“ („et ne nos inducas in tentationem“) Diese Äußerung erweckt den Eindruck. wenn wir ihnen keinen starken und unerschütterlichen Willen. (siehe Buch „Der Himmel und die Hölle“. Alles.. IV und  Kap. (siehe Kap. ist umsonst. V. als ob Er die Menschen willkürlich zum Bösen treibt.“. Und führe uns nicht in Versuchung. 90)  So erklären sich alle scheinbaren Widersprüchlichkeiten des Lebens. sondern erlöse uns von dem Übel. während das Gute sie zurückstößt. So ist die erste Ursache des Übels in uns selbst und die böswilligen Geister tun nichts anderes als unsere fehlerhaften Tendenzen auszunutzen. was wir tun um sie zu entfernen. 136 . um unsere Fehler abzubüßen und um uns zu bessern. Abs. S. S.  Jede Unvollkommenheit ist eine offene Tür für ihren Einfluss.136   Gib uns. Dieser Satz stimmt analog.

Herr. 372)  Das Übel ist nicht dein Werk.366 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete vervollkommnen. 11.  Wir richten an Dich dieses Gebet. sind wir auch in der Lage zu wünschen. die sich bei ihm wohl fühlen. heißt übersetzt ʺName ist noch zu nennen. die unsere Hilfe erhoffen und insbesondere für N. In Momenten des Kummer.138   Wir bitten für alle Menschen um Deine Barmherzigkeit und um Deinen Segen. Amen. inkarniert oder nicht inkarniert.. o mein Gott.  (Anmerkung des Herausgebers anhand der lutherischen Originalübersetzung) 138  Abkürzung für „Nomen Nominandum“ ‐ lateinischer Ursprung. (Anmerkung des Übersetzers) 137 . Wir selbst schaffen es.   Das Übel ist ferner keine verhängnisvolle Notwendigkeit für die Menschen. damit wir für die unreinen Geister den Zugang zu unserer Seele verschließen. denn Du willst nur unser Gutes und weißt besser als wir. Es scheint nur unwiderstehlich für diejenigen. und um den der guten Geister. das Gute zu tun.“ findet sich schon in einer Gemeindeordnung vom Anfang des 2. Ungutes zu tun. Deswegen bitten wir um Deinen Beistand. für uns selbst und auch für alle leidenden Seelen. Amen. dass unsere Wünsche geschehen! Wir beugen uns vor Deiner unendlichen Weisheit. 379)   Der Abschluss des Gebetes: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. wird das Übel von der Erde verschwinden. S.    VII.“. Jahrhunderts. indem wir Deine Gesetze übertreten und durch die falsche Anwendung der von Dir uns gegebenen Freiheit. für unsere Freunde und für unsere Feinde. N. (weitere ähnliche Gebete in Abs. S. damit wir den Verlockungen widerstehen. Wenn die Menschheit aber Deine Gesetze befolgt. Möge alles uns nicht Verständliche nach Deinem göttlichen Willen geschehen und nicht nach unserem. o Gott. Herr. was für uns gut ist. wie es aus den weiterentwickelten Welten schon verschwunden ist.  Anmerkung: Man kann hier Gott danken und für sich oder für andere bitten. (siehe Abs. für alle. wird aber in den neutestamentlichen Handschriften erst später bezeugt. denn die Quelle aller Güte kann kein Übel hervorbringen. 26 und 27. Wenn wir aber den Wunsch haben.137  Dies sei Dein Wille.

Dann wird Jesus selbst oder die reinen Geister. desto größer ist in ihnen die Reichweite ihrer Ausstrahlung. wie die Geister unter uns sein können. 20)  5. Neid oder Eifersucht unter den Zweien herrscht. 9. vor allem wenn sie nicht von einem Gefühl des gegenseitigen Wohlwollens bewegt sind. der mich ruft”.  (siehe Kap. Es ist nicht die Anzahl der Menschen. Abs. selbst wenn sie sich an Jesus wenden. Sie sind mit ihrem fluidalen oder geistigen Körper anwesend und mit dem Aussehen. das sie gegenseitig dazu bewegt und dafür reichen natürlich zwei Personen. Der Spiritismus macht uns verständlich. Falls Hass.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      367 SPIRITISTISCHE SITZUNGEN 4. Er ist in dem Fall nur ein Vorwand der Sitzung und nicht ihr wahrer Beweggrund. die ihn vertreten. Wenn aber diese zwei Menschen für sich allein beten. Von dieser Liebe kann man aber am besten Zeugnis ablegen. . wenn sie dafür einen einzigen Gedankenstrahl von sich an jeden dieser Orte senden. wenn sie sich sichtbar machen würden. er hätte sonst statt zwei oder drei Menschen.  Mit diesen Worten wollte Jesus die Wirkung der Einigkeit und der Brüderlichkeit aufzeigen. da bin ich mitten unter ihnen. Und wenn er nicht gesagt hat „Ich komme zu jedem. XXVII. stoßen sich die fluidalen Ketten ihrer Gedanken zurück. Je höher sie in der geistigen Stufenleiter sind. dass Jesus die Stimme einer einzelnen Person nicht hört. ist das darauf zurückzuführen. gibt es zwischen ihnen keine Gedankenverbundenheit. In diesem Fall sind sie nicht im Namen Jesu versammelt. Es reicht. dass er von uns vor allem die Nächstenliebe verlangt. durch das wir sie erkennen könnten. die ihn anzieht. anstatt sich durch einen gemeinsamen Impuls von Sympathie zu vereinigen. bedeutet das nicht nur sich zu treffen. Entscheidend dafür ist das Gefühl der Nächstenliebe. in der Versammlung anwesend sein. S. sondern sich auch geistig durch gemeinsame Absichten und Gedanken zum Guten zu vereinen. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen. EINFÜHRUNG – Wenn sich im Namen Christus zwei. Sie besitzen dann die Fähigkeit der Allgegenwart und können sich gleichzeitig an mehreren Orten befinden. vielleicht zehn oder zwanzig gesagt. drei oder mehr Personen versammeln. (Matthäus XVIII. 346)  Das bedeutet nicht.

hochmütigen. Wir bitten auch darum. anstatt sich zu isolieren und sich aus egoistischen Gefühlen heraus voneinander zu entfernen. während sich die anderen isolieren und mit egoistischen und materialistischen Gedanken sich treffen. Herr. wenn in einer gut besuchten Versammlung nur zwei oder drei Personen mit ihren Herzen in wahrer Nächstenliebe sich vereinen. neidischen und eifersüchtigen Gedanken. uns das notwendige Licht zu geben. Ermöglicht im Grunde. eueren heilsamen Einfluss erkennen. uns die guten Geister zu senden. die böswilligen inkarnierten oder nicht inkarnierten Geister. Abs.   Gebt den von euch für die Vermittlung euerer Unterweisungen beauftragten Medien die Gewissheit der ihnen anvertrauten Aufgabe und . Es sind jene Sitzungen. die uns in die Irre führen könnten. die ihr die Güte habt. den Allmächtigen.  Entferne gleichermaßen von uns. 7 ‐ 8. um die Wahrheit von Schwindel unterscheiden zu können. Abs. S. S. Inspiriert uns zu der Nachsicht und zu dem Wohlwollen unseren Nächsten gegenüber. macht uns zugänglich für eure Ratschläge. um uns zu begleiten.  Gute Geister.  (siehe Kap. Lieder oder äußerlichen Handlungen gekennzeichnet. Merkmale des Gebetes. 158 und Kap. die der Christusgeist personifiziert. dass. aufgrund der uns bewegenden Gefühle. GEBET (zum Beginn der Sitzung) ‐ Wir bitten Gott. Wenn einige von ihnen sich hier einzuführen versuchen. sowohl für die Anwesenden als auch für die Abwesenden.   6. welche Uneinigkeit unter uns verbreiten und uns von der Nächstenliebe abzubringen versuchen. X. XXVII. würde Christus dann mit den Ersten und nicht mit den Letzen sein. 343)  Das soll der Charakter ernsthafter Spiritistischer Sitzungen sein. Daraus folgt. Gottes angenehmste Opfer. 2 ‐ 4. uns zu unterweisen.368 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete wenn man sich zusammenschließt. sowohl für die Freunde als auch für die Feinde. dass wir. erlaube nicht. entfernt von uns alle egoistischen. in denen man sich den Beistand der guten Geister aufrichtig wünscht. dass sie Zugang zu unseren Herzen finden. sondern durch die Gedankenverbundenheit im Sinne der Nächstenliebe. und diejenigen zu entfernen. Eine Sitzung im Namen Christi wird deswegen nicht durch die gleichzeitigen Worte.

Wir bitten sie. uns dabei zu helfen.  Falls sich in unserer Versammlung Menschen befinden. möge er uns beistehen und uns behüten. welche dieser Sitzung beiwohnen konnten. öffnet ihre Augen zum Lichte und vergebt ihnen. falls sie mit böswilligen Absichten hierher gekommen sind. und eure Alten sollen Träume haben. spricht Gott. Das sind die Zeichen der angekündigten Zeiten. damit sie mit Inbrunst und mit Ehrfurcht diese Aufgabe verwirklichen. die nicht nur für das Gute sind. da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch. unseren Mentor. wie wir ihnen verzeihen werden. in allen sozialen Schichten. GEBET (am Ende der Sitzung) ‐ Wir danken den guten Geistern.  Wir bitten insbesondere den Geist N. die uns erreicht haben. EINFÜHRUNG ‐ Der Herr wollte. und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. die an uns gegebenen Unterweisungen in die Praxis umzusetzen und dass sie es bewirken. Aus diesem Grunde zeigen sich die Geister heute in allen Orten der Erde und die Mediumschaft offenbart sich bei Menschen aller Altersgruppen. und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen.  FÜR DIE MEDIEN 8. die zu uns gekommen sind und mit uns kommunizieren wollten. dass das Licht für alle Menschen leuchtet und überall die Stimme der Geister eindringe.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      369 den Ernst der Arbeit. (Apostelgeschichte II. Und es soll geschehen in den letzten Tagen. und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen. die von anderen Absichten bewegt werden. Für sie bitten wir um die Barmherzigkeit Gottes. 17 – 18)   9.  Um die Gegebenheiten der sichtbaren Welt zu erkennen und um die Geheimnisse der materiellen Natur zu entdecken. gab Gott den Menschen . unwissenden und lasterhaften Geister nützlich seien. dass sich jeder von uns in der Ausübung des Guten und der Nächstenliebe gestärkt fühlt. bei Kindern und Alten. bei Männern wie bei Frauen.  Wir möchten auch. dass diese Unterweisungen für die leidenden. wenn wir diesen Saal verlassen.   7. die sie durchführen werden.. damit jeder von uns den Beweis für die Unsterblichkeit der Seele erhalten kann. N. und sie sollen weissagen.

um sich den Menschen verständlich zu machen. was ihn von diesem vorgesehenen Ziel abbringen könnte. Um in die unsichtbare Welt eindringen zu können. um den Menschen über sein zukünftiges Leben zu lehren. sie sind die materiellen Organe.370 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete das Sehvermögen. Denn es sind Fähigkeiten. dem Zweck des Spiritismus eher schädlich als nützlich. Die Güte des von ihnen ausgeübten Dienstes steht im Verhältnis zu der richtigen Richtung. erfüllt ihn im Sinne Gottes. muss er für seine eigene Verbesserung arbeiten. die er auf dieser Welt für seinen Fortschritt durchführen muss und auch nicht um seinen Ehrgeiz oder seine Gier zu begünstigen. Besser gesagt. die ihnen für das Wohl ihrer Nächsten gegeben worden waren. der muss selbst moralisch wachsen und sich von all dem entfernen.  Als Dolmetscher der Unterweisungen der Geister sollen die Medien eine wichtige Rolle bei der stattfindenden moralischen Erneuerung spielen. Das müssen die Medien genau vor Augen haben. Jenes Medium. die Sinne und besondere Instrumente.   Die Medien sind Dolmetscher mit dem Auftrag. . Deswegen sind diejenigen Medien. Würde dieses Medium für sich oder für andere diese Fähigkeit als Zeitvertreib oder als Spaß anwenden. Sie setzen es mit den Wesen der jenseitigen Welt in Verbindung.  Die Geister kommen. um ihre Fähigkeit nicht schlecht auszuüben. die sie ihren Fähigkeiten geben. würde sein Gewissen das als eine frevelhafte Tat beklagen. die sich auf dem falschen Wege befinden.  Wenn das Medium nun den Beistand der guten Geister aufrechterhalten möchte. die dem Medium mit einem außerordentlich ernsthaften Zweck gegeben worden sind. das die Erhabenheit des ihm anvertrauten Auftrages versteht. zur Rechenschaft gezogen. gab Gott ihm nun die Mediumschaft. den Menschen die Geisterunterweisungen zu übermitteln. Und wer seine mediumistische Fähigkeit weiterentwickelt und verbessert sehen möchte. Ihre Aufgabe ist heilig. weil sie das Ziel hat. uns den Horizont des ewigen Lebens zu erweitern. Sie werden deswegen für den Gebrauch der Fähigkeiten. wodurch sich die Geister äußern. um ihn auf den Weg des Guten zurückzuführen und nicht um ihn von der materiellen Arbeit zu befreien. Mit dem Teleskop dringt der Mensch mit seinem Blick in die Tiefe des Alls ein und mit dem Mikroskop entdeckt er die Nanowelt. Durch die von ihnen hervorgerufenen schlechten Eindrücke verhindern sie mehr als eine Überzeugung.

Es versucht dann diese Eigenschaften zu gewinnen und betet um die ihm fehlende Kraft. Sie verfallen allmählich und fallen schließlich in Irrtümer. Wenn seine Mitteilungen Lob verdienen. die sich selbst zum Nachteil desjenigen umwandeln kann. Das Medium bedankt sich bei Gott für die Erlaubnis. der mich mit dem Wert der Mitteilung täuschen könnte und vor jedem Gefühl. Denn sie kann zu einer gefährlichen Besessenheit herabfallen. Abs. in Palaver oder ins Lächerliche. die aus den Ratschlägen der guten Geister keinen Nutzen ziehen. nachdem sie für eine geraume Zeit einen gewissen Glanz besaßen. der sie besitzt. Wenn sie dennoch nur verhärtete Herzen finden und wenn ihre Warnungen kein Gehör mehr finden. entfernen sie sich und die böswilligen Geister haben dann den Weg frei. den Beistand der guten Geister zu erlangen und die leichtsinnigen und lügnerischen Geister von sich fern zu halten. denn die Mitteilungen sind nicht das Werk seines eigenen Geistes. GEBET ‐ Allmächtiger Gott. fühlt sich das Medium nicht beleidigt. haben sie die Absicht. mir jetzt bei dieser Mitteilung beizustehen. anstatt mit einer Fähigkeit zu prahlen.  Das pflichtbewusste Medium schreibt Gott die ihm gelungene Güte zu. 11 ‐ 12. mich vor den böswilligen Geistern geschützt zu glauben. dass es kein gutes Instrument gewesen war und dass es nicht alle notwendigen Eigenschaften besitzt.   10. 328)  Die Erfahrung zeigt.  Das Ziel und die ständige Bemühung aller aufrichtigen Medien sollen sein. Wenn sie Gegenstand für Kritik sind. Denn es weiß. Ohne das ist die Mediumschaft eine unfruchtbare Fähigkeit. dass unter denjenigen. um sich gegen die Einmischung von böswilligen Geistern entgegenzusetzen. erlaube den guten Geistern. XXIV. vor dem Stolz. deren Mitteilungen langsam entarten. ihnen gute Ratschläge zu geben und sie auf den rechten Weg zu führen. Im Gegenteil es erkennt. dass diese an sich nicht seine individuellen Verdienste sind. das im .KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      371  Wenn die guten Geister manchmal unvollkommene Werkzeuge benützen. die ihm nicht gehört und die ihm jederzeit genommen werden kann. (siehe Kap. Bewahre mich vor der Einbildung. erweckt das in ihm keine Eitelkeit. S. was ein unbestreitbares Zeichen der Entfernung der guten Geister ist. dass die guten Geister sich durch es äußern konnten.

Sie sind entweder die Geister von Verwandten oder Freunden oder auch manchmal von Menschen. sie mir zurückzunehmen. EINFÜHRUNG ‐ Wir alle haben einen guten Geist. die wir in unserem aktuellen Leben nicht kennen. Wir können ihn sogar unter dem Namen eines erhabenen Geistes hervorrufen. Sie helfen uns mit ihren Ratschlägen und nicht selten mit ihrer Intervention in die Geschehnisse unseres Lebens.372 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Gegensatz zur Nächstenliebe gegenüber anderen Medien steht.    II ‐ GEBETE FÜR SICH SELBST ZU DEN SCHUTZENGELN UND SCHUTZGEISTERN  11. die sie anziehen. Sie nutzen all . unseren guten Geist. haben wir die beschützenden Geister. für den wir eine besondere Sympathie empfinden.  Wenn ich mich geneigt fühle. nicht weniger gut und liebevoll sind. die. der seit unserer Geburt mit uns in Verbindung steht und uns unter seinem Schutz hat. bitte ich Dich. der das Heil der Menschen und meine eigene moralische Entwicklung ist. die Du mir gewährt hast. mich davor zu warnen und gib mir die Demut die Warnung mit Dankbarkeit anzunehmen. wenn wir von seiner Hilfsbereitschaft Gebrauch machen und leidet. die sie durch mich diktieren. die sich durch gewisse Ähnlichkeiten in Vorlieben und in Neigungen zu uns hingezogen fühlen.  Die sympathischen Geister sind diejenigen. die Ratschläge der guten Geister für mich selbst und nicht für die anderen zu nehmen. einen Missbrauch irgendeiner Art zu treiben oder ich mir zu viel auf die Fähigkeit einbilde. Er erfüllt bei uns die Aufgabe eines Vaters gegenüber seines Sohnes. bevor sie ihren vorgesehenen Zweck verfehlen. gutwillig oder schlecht gesinnt sein. denn es kann sein. gib jemandem den Gedanken ein. Sie können je nach der Natur unserer Neigungen. Und gib mir die Demut. Wenn ich in den Irrtum gerate. Wir rufen ihn dann als unseren Schutzengel. Das heißt.  Die verführerischen Geister versuchen uns von dem guten Weg abzubringen. der immer ein erhabener Geist ist.  Außer unserem Schutzengel. Er spürt Freude. dass sein Name nicht auf der Erde bekannt ist. uns auf den Weg des Guten und des Fortschrittes durch die Prüfungen des Lebens zu führen. wenn er uns fallen sieht. obwohl weniger erhaben.  Sein Name ist nicht wichtig. indem sie uns schlechte Gedanken einflüstern.

beschützende Geister. macht es möglich. über uns Macht zu verfügen. wendet von mir die schlechten Gedanken ab und erlaubt nicht. Daraus ergibt sich. dass man niemals von dem Beistand der guten Geister ausgeschlossen ist und dass es von uns abhängt. helft mir bei den Prüfungen dieses Lebens. die sie anziehen. ihre Fürsprache für uns bei Gott zu erbitten. meine Fehler sehen zu können und sie mir selbst einzugestehen. Ihr kennt meine Bedürfnisse. wenn sie die Möglichkeit sehen. der mich besonders behütet und ihr. Abs. dass ich eine Tür für boshafte Geister öffne. den Menschen beizustehen und sie auf den guten Weg zu führen. Gottesboten. V. sie ohne Murren durchzustehen. die Inspirationen von den guten Geistern zu befolgen.. ist der Mensch oft selbst sein eigener bösartiger Genius.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      373 unsere Schwäche aus. S.  Du. unseren Schutzengel und unsere beschützenden und familiären Geister bilden die weitere geistige Führung. N. Die böswilligen Geister suchen uns freiwillig auf. wie auf eine Beute. mein Schutzgeist. dass wir gezwungenermaßen einen böswilligen Geist bei uns haben. der mich daran hindert. Denn aufgrund seiner Unvollkommenheiten.   . sei es aufgrund unserer Schwächen oder unserer Nachlässigkeit. gebt mir die Kraft. (siehe Kap. von ihnen die nötige Kraft zu erbeten. 4. Wir sind schließlich diejenigen. welche die ursprüngliche Ursache allen menschlichen Elends sind. Es wäre dennoch ein Irrtum.  Gott gab uns einen hauptsächlichen und erhabenen Führungsgeist. vor allem N. um die guten Einflüsse von den Ersten auszugleichen.   12. 89)  Das Gebet zu den Schutzengeln und zu den beschützenden Geistern sollte den Zweck haben. die ihr euch für mich interessiert. GEBET ‐ Weise und gütige Geister. wenn man glaubt. um den böswilligen Einflüsterungen widerstehen zu können und ihren Beistand in den Notlagen zu erhalten. dass ich eueres Wohlwollens würdig werde. die ihnen den Zugang zu unserer Seele gewähren. Manche versteifen sich auf uns. Erleuchtet mein Gewissen über meine eigenen Fehler und entfernt von meinen Augen den Schleier des Stolzes. die mich zum Schlechten verführen würden. aber entfernen sich. dass sie nach dem Willen Gottes erhört werden. deren Mission ist. sobald sie ihre Unfähigkeit erkennen gegen unseren Willen anzukämpfen. wie auch alle anderen offenen Türen. sich von den boshaften zu entfernen.

Ermögliche schließlich. 25 ‐28)  16. wenn ich mich in Schwierigkeiten befinde. die ihr seid wie die übertünchten Gräber. ihr Heuchler. was sie anzieht. Mögen sie für mich Stütze. ANDERES GEBET ‐ Liebe Geister. oder ihnen zu befehlen zu gehen. seid unsere Beschützer bei den Prüfungen unseres irdischen Lebens. den Glauben zu finden. all das von sich abzulegen. damit auch das Äußere rein wird! Weh euch. Um sie fern zu halten. die Gott mir geben wird. verlasse mich nicht. dass sie mich zu dem Glauben. aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm. ihr Heuchler. Schriftgelehrte und Pharisäer. Lasst uns die Nähe eines hingebenden Freundes an unserer Seite spüren.374 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete 13. Mut und Schicksalsergebenheit. ANDERES GEBET ‐ Mein Gott. Weh euch. aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht. mir zu Hilfe zu kommen. wenn ich schwanke. zu der Hoffnung und zu der Nächstenliebe inspirieren. Schriftgelehrte und Pharisäer. (Matthäus XXIII. dass sie mich. festhalten. wo sie ihre Verderbtheit befriedigen können. Diese böswilligen Geister riechen . um mit Glaube und Liebe die Prüfungen zu ertragen. über den Menschen zu wachen. der rettet und die Liebe zu finden. dass ich in ihnen die Kraft finde. die von außen hübsch aussehen. Herr. reinige zuerst das Innere des Bechers. denen Gott in Seiner unendlichen Barmherzigkeit erlaubt.   14. Gebt uns Kraft. Schutzengel. Ich benötige all deinen Schutz. der uns in unseren Leiden beisteht und mit uns unsere Freude teilt. mein guter Engel. ihr.    ZUR FERNHALTUNG DER BÖSWILLIGEN GEISTER 15. die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt. das Gute zu tun und das Übel zu unterlassen. genügt es nicht sie zu bitten. Inspiriert uns. innen aber sind sie voller Raub und Gier! Du blinder Pharisäer. Erlaube. Dass eure sanften Einflüsse in unserer Seele eindringen mögen. erlaube den mir zustehenden guten Geistern. Hoffnung und den Beweis Deiner Barmherzigkeit sein. die tröstet. EINFÜHRUNG ‐ Die böswilligen Geister gehen nur in die Orte. die mir bei den Prüfungen des Lebens fehlen würde und damit ich den niederen Verführungen widerstehe. Es ist erforderlich. Und du.

der Beeinflussung der böswilligen Geister zu widerstehen und die notwendige Erleuchtung. wendet von meinem Herzen die Eifersucht. um nicht Opfer ihrer List zu werden. die ihr mir beisteht. etwas zu tun oder nicht. wo es von unreinen Geistern wimmelt. XV. auf dass die Guten mich vor ihnen schützen!  Böswillige Geister. Abs. braucht er nichts anderes als den Willen. schwindlerische und lügnerische Geister. die erforderliche Intelligenz. 287)   19. die entgegen der Nächstenliebe stehen und die als zahlreiche offene Türen für die niederträchtigen Geister dienen. Sie geben uns dennoch die notwendige Kraft. GEBET ‐ Im Namen des allmächtigen Gottes. den Hass. die Böswilligkeit und alle Gedanken ab. GEBET ‐ Du gabst mir. Genauso wie man den Körper reinigt. 10. mit allen Kräften meiner Seele und verschließe mein Ohr eueren Einflüsterungen! Aber ich flehe Gott um Erbarmen für euch. hat die Freiheit zu entscheiden. In dem . Behütet mich vor dem Stolz und vor der Einbildung. die ihn betrügen. Anderenfalls würde der Mensch jeglicher Verantwortung entgehen. EINFÜHRUNG ‐ Unsere niederen Triebe sind das Resultat der Unvollkommenheit unseres eigenen Geistes und nicht die Folge unserer physischen Beschaffenheit. gebt mir die Kraft. mögen sich die böswilligen Geister von mir zurückziehen. (siehe Kap. 12. 236 und  Kap. Um das Gute zu tun. die dem Menschen üble Gedanken einflüstern. der im Besitz seiner Fähigkeiten ist.   17. diesen zu widerstehen. mein Gott. Und da wir auf einer Welt leben. ich weise euch zurück. die sich mit seiner Leichtgläubigkeit vergnügen. Unser Fortschritt hängt von uns ab. spöttische Geister. Abs. S. so. soll man auch die Seele von ihren Unreinheiten reinigen. um Ungeziefer zu vermeiden. XIX.  Gute Geister. um zwischen dem Guten und dem Bösen zu unterscheiden.  UM DIE BESEITIGUNG EINES FEHLERS ZU BITTEN  18. Denn jeder Mensch. um die böswilligen Geister zu entfernen. stellen die guten Tugenden des Herzens uns nicht außer Gefahr vor ihren Angriffen. wie Fliegen die Körperwunden riechen. S.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      375 von weitem die Wunden der Seele.

   Unter meinen Unvollkommenheiten erkenne ich besonders meine Neigung zu N. der mich daran hindern würde. die ihr mich beschützt und besonders du. Wenn ich den schlechten Weg nahm. 5. in Seinem unendlichen Erbarmen. liegt das in meiner Angewohnheit. Abs. als ich bei meiner Ankunft war. Ungutes zu tun. diese gut zu nutzen. mein Schutzengel. V. von denen ich mich mit Wirkung meines Willens und mit dem Beistand der guten Geister befreien kann.  Der Schöpfer. meine Fehler und die niederträchtigen Geister zu erkennen. das Gute zu verwirklichen und deswegen anderen Weg zu nehmen. die ich von meinen vorherigen Existenzen beibehalten habe.  Gute Geister. die uns von Gott trennen und jede von diesen. EINFÜHRUNG ‐ Jeder niedere Gedanke kann zwei Ursachen haben: entweder die eigene Unvollkommenheit unserer Seele oder ein finsterer Einfluss. wenn ich mich nicht anstrenge. ihr sehr oft zu unterliegen. habe ich auch die Freiheit. (siehe Kap. die mich dazu anstiften könnten. den niederen Einflüsterungen zu widerstehen und als Sieger aus diesem Kampf hervorzugehen. gebt mir die Stärke. Gott. bin ich selbst schuldig.   Behüte mich. damit sie meinem Fortschritt diene. S.376 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Augenblick.  Abs. helft mir. XVII. geschah dies aufgrund meines freien Willens. wird ein Schritt weiter auf dem Weg des Fortschrittes sein. Gute Geister. 257)   GEBET. UM KRAFT BEI EINER VERSUCHUNG ZU ERBITTEN  20. 3. aus demselben Grund. die ich überwinde. wo ich eine bestimmte Sache als falsch erkenne. dieser zu widerstehen. ich mich von ihr besser verabschiede. S. der auf sie ausgeübt wird. Sie sind meine Erblaster. sondern Du erschufst mich mit der Fähigkeit zum Guten und zum Schlechten. gab mir die jetzige Existenz. 90 und Kap. wie ich mir die Freiheit nahm. Dieser letzte Fall ist immer das . Und dennoch. Und wenn ich dieser Tendenz nicht widerstehe. vor dem Stolz. denn Du bist gerecht. bei ihnen zu bleiben. dass sie für mich nicht verloren bleibe und wenn Gott mir diese Existenz entzieht.  Meine jetzigen Fehler sind Spuren der Unvollkommenheiten. der mich Gott nähern wird.  Du hast mich nicht als Schuldiger erschaffen. N.  Unsere Fehler sind die Hürden.

den anderen das anzutun. der einer Versuchung widerstanden hat. Eitelkeit oder Egoismus verbunden ist. Wir sollen gleichzeitig an unseren Schutzengel oder beschützenden Geist denken. wendet diesen falschen Gedanken von mir ab und gebt mir die Kraft.   . Wir können diesem jedoch nachgeben oder ihm widerstehen. das die anderen uns antun würden. Ebenfalls erkennt man diesen. auf deren Stimme er gehört hat. 15.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      377 Anzeichen einer Schwäche.  Man erkennt einen niederen Gedanken. ist die Stimme des guten Geistes. wenn er dafür nicht erreichbar gewesen wäre.  DANKGEBET FÜR EINEN SIEG ÜBER EINE VERSUCHUNG  22. das Schlechte zu tun. was wir nicht möchten. 10. die ihr mich beschützt. da dieses ihn nicht zu diesem Übel verführt hätte. kann dies ein boshaftes Geistwesen sein. der in uns den schlechten Einfluss bekämpft und mit Interesse auf unsere Entscheidung wartet. 374 und Kap. S. lass mich nicht in eine Versuchung geraten. Und wenn ich der Versuchung erliegen sollte. die mich zum Irrweg führen würde. 236)    21. wenn er uns dazu anspornt. genauso wie wir es mit der Bitte einer lebenden Person tun würden. Abs. das uns zum Bösen verführt. den Beeinflussungen des Übels zu widerstehen. XV. und schließlich. dankt der Hilfe der guten Geister. Es besteht des Weiteren ein Anzeichen der Unvollkommenheit unserer Seele. die diesen Einfluss ermöglicht. Unser Zögern.  Wenn uns ein boshafter Gedanke durch den Kopf geht. die in unserem Gewissen zu hören ist. wenn er mit Stolz. der einen Fehler beging. habe ich die Abbüßung meines Fehlers in diesem Leben und in der Geistigen Welt verdient. Auf diese Weise kann jemand. GEBET ‐ Allmächtiger Gott. S. wenn er sich von der Nächstenliebe entfernt. EINFÜHRUNG ‐ Ein Mensch. welche die Grundlage der wahrhaftigen Moral ist. es auszuwählen. Abs. Er sollte Gott und seinem Schutzengel dafür danken. weil ich die Freiheit habe. (siehe Kap. Gütige Geister. XXVIII. oder wenn seine Verwirklichung jemandem schaden würde. nicht einfach als Entschuldigung den Einfluss eines fremden Geistwesens angeben.

so sollen wir gleichfalls das zu verursachende Gute und das Übel abwägen. die Kräfte und die Mittel zur Umsetzung zu analysieren. jemandem schaden?  2.   UM EINEN RAT ZU ERBITTEN  24. da eine an sich gute Sache schlechte Ergebnisse in unfähigen Händen haben kann. entweder zu handeln oder uns zu enthalten. bedanke ich mich für deinen Beistand. nur uns selbst betrifft. mein Schutzengel. (siehe Kap.  Wenn die Sache andere auch beteiligt. die günstigen und die ungünstigen Umstände in Erwägung ziehen. mich dazu berechtigen. wenn in Folge davon einem Menschen nützt und einem anderen schadet. neuen Verlockungen zu widerstehen. wenn sie nicht mit Vorsicht und Umsicht geführt wird. Bevor man das unternimmt. GEBET ‐ Mein Gott. Wird die Sache. was wir zu tun gedenken.  In allen Fällen können wir immer den Beistand unserer beschützenden Geister erbitten und uns an die weise Maxime erinnern: Verzichte auf eine Sache. EINFÜHRUNG ‐ Wenn wir angesichts einer Sache unentschlossen sind. dass Du mir erlaubt hast. S. Wenn jemand mit mir genauso handeln würde. dann sollen wir die individuellen Vorteile und Nachteile abwägen.  Wird diese Sache für jemanden nützlich sein?  3. um uns zu entscheiden.  Wir sollen schließlich. wenn du Zweifel daran hast. sollten wir uns vor jeder Entscheidung die folgenden Fragen stellen:  1. deine Unterstützung nochmals zu erhalten. ich danke Dir. dass dieser Sieg mir Kraft gibt. Möge meine Ergebenheit deinen Ratschlägen gegenüber.  Abs. ist es angebracht. XXVIII. Mach es möglich. 383)  . die daraus resultieren. siegreich aus diesem Kampf gegen die Böswilligkeit herausgekommen zu sein. wäre ich damit einverstanden?  Wenn das. angesichts derer ich unentschlossen bin.378 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete 23. selbst wenn es sich um die besten Sachen handelt. 38.  Und bei dir.

sehen wir nicht immer die Nachteile dessen. 344 und Kap. aus diesem Zweifel. Wenn mein Wunsch unüberlegt ist. Wie ein Vater. S. II. dass ich deswegen nicht mutlos werde und dass weder mein Glaube noch meine Schicksalsergebenheit erschüttert werden. Gott dagegen. was wir erbitten. GEBET ‐ Gott. 5 ‐ 7. weil Du mich in Deinem Plan prüfst und ich werde mich Deinem Willen ohne Murren unterwerfen. erhöre in Deinem Wohlwollen die Bitte. wenn er gerecht und nützlich vor Deinen Augen ist. mich von dem richtigen Wege abzubringen. Wenn wir also nicht das erhalten. gute beschützende Geister. das ihm schaden würde. der Allmächtige. Wenn meine Wünsche nicht erhört werden. Der alles viel besser wahrnimmt als wir und nur unser Wohlbefinden will. die Deinen Willen ausführen.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      379 25. sollten wir uns nicht entmutigen lassen. wenn sie ein nützliches und ernsthaftes Ziel erstreben. Mach. Wir beurteilen dennoch den Nutzen der Dinge nur aus unserer eigenen Perspektive und da unsere Sicht sich nur auf die Gegenwart beschränkt. zu meiner Hilfe zu kommen. dass die Ablehnung unserer Bitte eine Prüfung oder eine Abbüßung sein kann und dass uns die Belohnung dafür im Verhältnis zu der Schicksalsergebenheit erteilt wird. die ich an Dich in diesem Moment zu richten habe. 6. erlaube den guten Geistern. XXVII. ablehnen. in dem ich mich befinde. Wir sollten im Gegenteil glauben. des Allmächtigen. vergib mir. mit der wir das erduldet haben. Die Sichtweise.  Was auch immer geschehen sollte. Abs. EINFÜHRUNG ‐ Wir können Gott um irdische Gefallen bitten und Er kann uns diese gewähren.58)    27. (siehe Kap. geschehe dies. inspiriert mich die beste Entscheidung zu treffen. Richtet meinen Gedanken auf den richtigen Weg und befreit mich von dem Einfluss derjenigen. Abs. worum wir gebeten haben. mein Gott. um diesen Wunsch zu verwirklichen. möge Dein Wille geschehen. Der Du unsere Nöte siehst.   IN MOMENTEN DES KUMMERS  26. GEBET ‐ Im Namen Gottes. was wir uns wünschen.  S. kann vielleicht das.  (Man spricht hier die Bitte)   . die versuchen würden. der dem Sohn etwas verweigert.

mein Gott. 7 ‐ 8. Vor allem in den Momenten. der Ihm diese Gunst zuschreibt.380 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete DANKGEBET FÜR EINE ERHÖRTE BITTE  28. sollen wir spontan unsere Dankbarkeit erweisen. die ihr Vollstrecker des Willens Gottes seid. wären wir oft verblüfft. was Du mir gegeben hast. XXVII.  Die Wohltaten Gottes bestehen nicht nur in den materiellen Dingen.  Jede Nacht.   Gute Geister. GEBET ‐ Gott. die uns die Sympathie der guten Geister einbringt. Oft sind die scheinbar unwichtigen Dinge jene. die uns entfallen. was ihn quält. EINFÜHRUNG ‐ Man soll als glückliche Ereignisse nicht nur jene betrachten. Dabei schreibt der Hochmütige all das seinem Verdienst zu und der Ungläubige alles dem Zufall. die uns eingegeben wurden. Wir sollen Ihm auch für die guten Ideen und die glücklichen Inspirationen danken. soviel bekommen zu haben. würden wir uns aufgrund unserer eigenen Undankbarkeit gedemütigt fühlen. zu dem Du mich inspiriert hast!“ sagt mehr als viele Worte. die Er uns im Laufe des Tages gegeben hat und Ihm dafür danken. wenn ich sie meinem eigenen Verdienst oder dem Zufall zuschreiben würde. ich danke euch und insbesondere dir. Der Mensch vergisst leicht das Gute und kümmert sich lieber um das. gibt Zeugnis für eine Haltung der Anerkennung und der Demut vor Ihm. welche wir ohne darum gebeten zu haben bekommen. S. ohne dass wir das. was wir tun. der all das uns geschehene Gute Gott zuschreibt. der lobpreist Gott und die guten Geister dafür. mein Schutzgeist. Es genügt dafür. die mit großer Wichtigkeit angesehen werden. der unendlichen Güte. Entfernt nun von mir den . 345)   29. wenn wir unsere Gedanken zu Gott erheben. Würden wir Tag für Tag die Wohltaten beobachten. unterbrechen müssen.  (siehe Kap. „Danke. Abs. an Gott einen Gedanken zu richten. Es sind so viele Dinge. für den guten Gedanken. in denen wir die Wirkung Seiner Güte und Seines Schutzes spüren. Es sind dafür keine langen Sätze notwendig. Wären wir dennoch daran erinnert worden. Dein Name sei geheiligt für all das. Denn ich wäre undankbar. die unser Schicksal am meisten beeinflussen. sollen wir uns in unserem Innern an die Hilfe erinnern. Wer dagegen den Glauben hat. Dieser spontane Impuls.

Falls der letzte Fall zutrifft. 18. EINFÜHRUNG ‐ Wenn wir eine Ursache für einen Kummer. damit ich meine Leiden ohne Klagen ertragen kann. 89 und Ursachen des Kummers in der Vergangenheit. 91)   Wir sehen im Leid generell nur das gegenwärtige Übel und nicht die später heilsamen Folgen. die wertlose Eitelkeit und der Egoismus dadurch bekämpft werden und dass sie somit meiner Entwicklung dienen. GEBET ‐ Mein Gott.“ (siehe Kap. Macht. Ich akzeptiere den Kummer.. stolz zu sein oder das nicht ausschließlich für das Gute zu nutzen. dass ich Erfahrung dadurch gewinne. die ihr mich beschützt. S.   . was wir selbst versäumt haben. der Ehrgeiz. S. Wenn der Leidensgrund vollkommen von irgendeiner unserer Handlungen unabhängig ist. In allen Fällen sollen wir uns dem Willen Gottes ergeben und mit Mut die Drangsale des Lebens ertragen. Gegenwärtige Ursachen des Kummers. 101)  31. da wir immer von dem bestraft werden. dass sie zu unserer Gunst zählen und dass auf uns diese Worte Christi angewendet werden: „Selig sind. S. was ich bekommen habe. suchen möchten. werden wir oft erkennen. ist er entweder als eine Prüfung für die aktuelle Existenz oder als eine Abbüßung für die Fehler einer vorherigen Existenz zu betrachten. dass sie für mich heilkräftige Warnung werden. die da Leid tragen. HANDLUNG AUS DER ERGEBENHEIT UND DER GEFASSTHEIT  30. der uns betrifft. Du bist allgerecht. Denn oft ist das Gute die Folge eines vorübergehenden Übels.  Ich danke euch besonders für . den ich erlebe. Gut oder schlecht leiden. (siehe Kap. dass sie in unserer Unbedachtheit oder in unserem Leichtsinn liegt oder in einer früheren Handlung. können wir die Natur des Fehlers durch die Art und Weise der Abbüßung erkennen. dass in mir der Stolz. auf das. V. V. Abs. als eine Abbüßung meiner vergangenen Fehler und als Prüfung für die Zukunft. die dieses haben könnte. Alle Leiden dieser Welt haben deshalb eine Ursache und einen Nutzen. gebt mir Kraft.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      381 Gedanken.. wie die Heilung einer Krankheit das Ergebnis der schmerzlichen gegen sie eingesetzten Mittel ist. In all diesen Fällen sollten wir sie uns selbst zuschreiben. wenn wir möchten.   Gute Geister.

weil sie mich retten will. mein Gott. verlasse mich nicht! Denn ich fühle mich. in mir spüre ich das Bedürfnis. nur Du bist die Größe. die in jeder unerwarteten Stunde zerbrechen kann. denn nur Du bist die Größe und nur Du bist das Ziel.   ANGESICHTS EINER BEVORSTEHENDEN GEFAHR  34.382 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete 32. mein Gott! Aber das menschliche Wesen ist so schwach. Ich bin schwach. erdrückt unter dem Gewicht meiner schlechten Taten! Hilf mir! Du kennst die Schwachheit meines Fleisches und wendest nicht Deine Augen von mir ab!  Es dürstet mir bitter. aber Deine Liebe wird mich stützen. erinnert Gott uns an unsere Schwäche und an die Zerbrechlichkeit unserer Existenz. ANDERES GEBET ‐ Zu Dir. Deswegen verlasse mich nicht. dass jene Folgen oft. die Du für mich bestimmt hast. dass das Licht in meinem Geiste überaus lebendig leuchte. denn Du bist der Schöpfer und ich der untreue Diener. o Herr. dass unser Leben in Seinen Händen liegt und dass das Leben nur an einer Schnur hängt.   O Ewiger. um Dich zu lobpreisen und nicht um sich über das Leid meines Lebens zu beklagen. nur Du bist der Zweck und der Sinn meines Lebens! Gepriesen sei Dein Name. so lasse die Quelle mit lebendigem Wasser fließen. damit ich es trinken kann. Unter dieser Ansicht gibt es kein Privileg für niemanden.   33. die . Erlaube mir. EINFÜHRUNG ‐ Durch die selbst erlebten Gefahren. habe ich meine Augen gerichtet und fühle mich erneuert. ANDERES GEBET ‐ Mein Gott. Ich werde mich ohne zu klagen beugen. wenn Du mir Schmerzen zutraust. Dass mein Mund sich nur öffne. damit ich diese Prüfungen ertrage. Du bist meine Kraft. Dich um Kraft zu bitten. damit ich all die Größe dieser Liebe verstehen kann. werden wir erkennen.  Wenn wir die Ursache und die Folgen dieser Gefahren untersuchen. Ich füge mich mit Ergebenheit. Denn sowohl den Größten als auch den Kleinsten stehen diesbezüglich dieselben Alternativen zur Verfügung. o Ewiger. da ich ohne Dich nichts kann. Herr. sofern sie eingetreten sind. Er zeigt uns. dass ich zu erliegen fürchte. die mich leiden lässt. wenn Du mich nicht stützest.

damit wir in uns gehen und uns verbessern. So warnt uns Gott.   37. die ihr mir in dieser bedrohlichen Gefahr habt zukommen lassen. EINFÜHRUNG ‐ Der Schlaf gewährleistet uns die Ruhe des Körpers. damit ich weniger belastet von Unvollkommenheiten in der Geistigen Welt ankomme. wenn Gott meine Rückkehr verlangt. erinnert uns Gott daran. meine Fehler wieder gutzumachen und alles Gute zu tun. GEBET ‐ Mein Gott und Du. Möge diese Gefahr für mich eine Warnung sein und dass sie mir die Klarheit über die Fehler verschafft. stärke mich in dem Entschluss. dass wir von einem Augenblick zu anderem geladen werden können. die mich dieser ausgesetzt haben. wenn Du es für richtig hältst. die uns begegnen. Während die physischen Sinne sich erlahmen. meine Zeit nützlich zu gebrauchen. dass mein Leben in Deinen Händen liegt und dass Du es mir entziehen kannst. so will ich die verbleibende Zeit meines Lebens für die Wiedergutmachung des von mir verursachten Übels verwenden. Werde ich errettet. mein Schutzengel. Während der Körper die . um Rechenschaft über unser Leben abzulegen. mein Schutzengel. durch die guten mir zustehenden Geister. der Allmächtige und Du.  Mein Schutzengel. GEBET ‐ Gott. das in meiner Macht steht. so möge der Wille Gottes geschehen.   ZUM SCHLAFENGEHEN  38. Inspiriere mich. befreit sich die Seele teilweise von der Materie und genießt ihre Fähigkeiten als Geist.   35. die Du mir noch auf dieser Welt gewährst. das ich bereue. Ich verstehe Herr. EINFÜHRUNG ‐ Durch die Gefahren. DANKGEBET NACH DEM ENTKOMMEN AUS EINER GEFAHR  36. ich bedanke mich für die Hilfe.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      383 Bestrafung für einen begangenen Fehler oder eine vernachlässigte Pflicht gewesen waren. steht mir bei! Wenn ich den Untergang erleben muss. Der Schlaf dient dem Menschen zur Stärkung der organischen aber auch der moralischen Kräfte. Der Geist aber braucht keine Schlafruhe.

  . die Ideen. wie ein Gefangener. genauso wie bei einem böswilligen Gefangenen. wo er seinen Tendenzen freien Lauf geben kann. nutzt der Geist den kurzen Augenblick dieser Freiheit nicht immer zu seiner Verbesserung.  Möge derjenige. deren Erinnerung es ihm wert ist. sucht er in diesem Fall seinesgleichen. Und wenn er wieder aufwacht. ich einen dauerhaften und gesunden Eindruck dieser Begegnung behalte. Bei dem Menschen. GEBET ‐ Meine Seele wird sich für einige Momente mit anderen Geistern treffen. die ihn an den Körper festhalten. sind diese Bindungen zäher. Die Trennung von dem Körper ist beschwerlich und schmerzhaft. dass.   Aber. stärkt sich der Geist unter anderen Geistern. damit sie sich mit ihm in dieser kurzen erlaubten Zeit treffen können. Statt die Anwesenheit von guten Geistern zu suchen. was er sieht und hört und aus den ihm gegebenen Ratschlägen. seinen Gedanken zu Gott erheben. die seinen schlechten Angewohnheiten entsprechen und besucht Orte. mach es mir möglich. Er soll um die Ratschläge der guten Geister und derjenigen. Es ist wie die vorübergehende Rückkehr des Wanderers in seine Heimat. der sich von dieser Wahrheit überzeugt hat. das Erwachen in der Geistigen Welt ist dann voller Verwirrung und Seelenangst.   39.384 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Elemente wiedererlangt. die er beim Aufwachen in intuitivem Zustand wiederfindet.   ANGESICHTS DES NAHEN TODES  40. der einen Gefängnisurlaub genießt. wird er sich stärker gegen das Schlechte und sich mutiger gegen die Widrigkeiten des Lebens fühlen. Er bezieht aus allem. der im Gegenteil all seine Sorge auf die materiellen Sachen konzentriert. EINFÜHRUNG ‐ Der Glaube an die Zukunft und die Erhebung des Gedankens während des Lebens auf die zukünftige Bestimmung helfen und beschleunigen die Befreiung des Geistes. Mögen die Guten mir mit ihren Ratschlägen helfen. wenn er schlafen geht. denn all das schwächt die Bänder. Mein Schutzengel. bitten. Und oft ist das körperliche Leben noch nicht erloschen und schon hat die Seele ungeduldig ihren Flug zur unermesslichen Weite ergriffen. die er durch seine wache Aktivität verloren hat. wenn ich aufwache.

GEBET ‐ Mein Gott.  (siehe Kap. weiß ich. Wenn meine Stunde dennoch ohne mögliche Verzögerung gekommen ist. die guten oder die schlechten Eigenschaften.  Ich glaube. dass sich die Bänder. dass es mir erlaubt wird. dass Du den Menschen die Intelligenz. gegeben hast. was der Seele gehört. zerbrechen und ich bald die Taten meines von mir entgleitenden Lebens werde abrechnen müssen. nutzen. sofort dieses makellose Glück zu erleben. Freude der Eitelkeit oder des Stolzes. Das wahre Besitztum. ich spüre. die auf die Waage der genauen Gerechtigkeit gewogen werden. das Gute zu tun und ich es nicht tat. die ihn Dich erkennen lässt und die Hoffnung auf die Zukunft. Keine dieser Sachen wird mich begleiten und in der Geistigen Welt werden sie mir auch nicht nützlich sein. wie es mir gelingt. dass die Hoffnung für mich nicht ewig versperrt ist und dass ich durch die . ich in der Welt der Geister erwachen werde. S. Und ich werde umso strenger zur Verantwortung gebeten. das ausschließlich den wahren Gerechten zuteil wird. möge ich diese Zeit. h. Ehrungen. um ihn dann in das Nichts versenken zu lassen. ich glaube an Dich und an Deine unendliche Güte! Deswegen kann ich nicht daran glauben. durch neue Prüfungen mich davon zu erlösen..  Wenn es mir dann nicht erlaubt ist. Allmächtiger.   Nichts werde ich von den Gütern der Erde mitnehmen. Ich werde nur das mit mir nehmen. je höher meine Stellung auf der Erde mir die Möglichkeit gegeben hat. um das von mir getane Übel wieder gutzumachen. alles nun. möge meine Reue bis zu Dir kommen! Gib mir den Schutz Deiner Nachsicht!  Wenn Du mein irdisches Dasein verlängern möchtest. XVI. Dort wird es weder Täuschungen noch mögliche Ausreden mehr geben. Abs. dass mein Körper nur die vergängliche Hülle meiner Seele ist und wenn mein irdisches Leben zu Ende geht. 245)  Gott der Barmherzigkeit. um eines Tages die Glückseligkeit der Auserwählten genießen zu dürfen. wird schließlich auf dieser Welt bleiben. nehme ich den tröstenden Gedanken mit. das sich an den Körper bindet.  Gott. die meine Seele an meinen Körper binden.  Die Folgen meiner guten und schlechten Taten werde ich tragen. d. 9.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      385 41. Vor mir wird sich meine ganze Vergangenheit abrollen und ich werde nach meinen Werken beurteilt. Reichtümer.

 DER IN KUMMER IST  42. die Genüsse dieser Welt ohne Bedauern zu verlassen. 406. dass ich diejenigen treffen werde.   Herr. der aber stets den Trost der Hoffnung hat. wenn er schwanken sollte. gute Geister und dich. wie zum Beispiel meinen Stolz.  Ich weiß. werde ich sie dennoch besuchen können. Und ich weiß auch. dass ich. werden sich mir anschließen. Und eines Tages werden wir alle für immer zusammen kommen. wenn ich es verdient habe. Sie sind nichts verglichen mit den reinen und heilsamen Freuden der Welt. Mögen sie das mir vergeben.  Ich verzeihe denen. dass in meinen Augen das göttliche Licht erleuchte. meine Härte und meine Ungerechtigkeiten. V‐ Fürbitten für die Kranken und für die Besessenen. Bewirket.386 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Arbeit mit meinen Bemühungen das Ziel früher oder später erreichen werde. der seine Leiden lindern würde. ihnen zu vergeben. um mich zu empfangen. dass seine Prüfung fortgesetzt wird. damit deren Anwesenheit mich nicht vor Scham quält.   Ich bitte euch. Wir können außerdem um einen anderen Trost bitten. Gott. Ich trage keinen Hass gegen sie mit mir und bitte Dich. Es wäre aber eine Tat der Ungnade. lasst bitte nicht zu. XXVIII. die ich auf der Erde geliebt habe und diejenigen. gib mir die Kraft. Solange dieser Tag nicht gekommen ist. die ich hier lasse. dass die guten Geister und mein Schutzengel in meiner Nähe sind. wenn wir uns entmutigen ließen.   III ‐ FÜRBITTEN FÜR DIE NÄCHSTEN FÜR JEMANDEN.   Es ist mir auch bewusst. in die ich eintreten werde. noch Leid oder Elend und wo nur der Schuldige leiden würde. wird sie durch unsere Bitte nicht verkürzt. Ich werde sie bald genauso sehen. mich mit denjenigen treffen werde. wie sie mich jetzt sehen. mein Schutzengel. dass ich in diesem äußersten Augenblick versage. Abs. die mir auf der Erde etwas Böses angetan oder gewünscht haben. Dort gibt es für den Gerechten weder Qual. die ich beleidigt habe. um meinen Glauben wiederzubeleben. S. was sie mir vorzuwerfen haben. selbst wenn seine Prüfung . weil unsere Bitte nicht erhört wurde.   Anmerkung: Siehe Kap. EINFÜHRUNG ‐ Wenn es im Interesse des Betroffenen ist.

Gebt ihm auch die Kraft. N. zum anderen. die ihn die gute Frucht seines Schmerzes verlieren lässt und seinen zukünftigen Zustand noch beschwerlicher machen würde. inspiriert ihn in Gedanken. EINFÜHRUNG ‐ Wenn jemand nicht von Egoismus beherrscht ist. eine Prüfung ist. Das Gebet kann in dem Fall auch eine direkte Wirkung haben. wenn es Dein Wille ist. 5. Sendet meine Gedanken bis zu ihm hin. macht. 27 und Kap. GEBET ‐ Mein Gott. in denen N. Abs. dass er verstehe. freut er sich über das Gute. Gebt ihm das Vertrauen in Gott und in die Zukunft. in seinem139 Kummer beizustehen. unsere Bemühungen für den leidenden Menschen vor allem wie folgt auszurichten. flehe ich euch an. Er müsste diese Prüfungen dann wieder erleben.   Ihr guten Geister. materielle Hilfe leisten. N. Am meisten benötigt der Leidende in der Tat Mut und Gefasstheit. von unendlicher Güte. diese seien für seine spirituelle Entwicklung notwendig. N.  DANKGEBET FÜR EINEN ERHÖRTEN WUNSCH FÜR JEMANDEN  44. seist Du gepriesen für das Glück von N. (Anmerkungen des Herausgebers) . XXVII. Zum Einen zu beten.  Gute Geister. und schließlich sollen wir. Deswegen ist es notwendig. ist. dass die guten Geister zu seiner Hilfe kommen.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      387 nicht beendet wird. selbst wenn er für diesen das nicht gebeten hat. dass er durch dieses Geschehen die Wirkung der Güte Gottes sieht. N. mögest Du die Bitterkeit der Zustände lindern. ohne die all die Leiden für ihn ohne Nutzen bleiben. das an seinem Nächsten geschieht. Gutes damit zu bewirken und sich selbst nichts 139 Der Einfachheit halber wurde in den Gebeten das männliche Geschlecht ausgewählt. bewirkt. 6 und 10)    43. dass wir seinen Mut durch Ratschläge und Ermutigungen stärken. Wenn das Gute. das seine Not weniger bitter machen wird. um ihn in dem Mut zu stärken. falls möglich. das mit ihm passiert. V.   45. Wenn diese Sorgen ihm in seinem Interesse nicht erspart bleiben können.  (siehe Kap. Abs. indem auf die Person eine fluidale Kette gerichtet wird. in Namen des allmächtigen Gottes. um ihre Gemütsverfassung zu erheitern. GEBET ‐ Gott. nicht in Verzweiflung zu geraten.

um mit Gutem das Ungute zu erwidern und ihm zu helfen. Diese Maxime erläutert uns das Erhabenste in der christlichen Nächstenliebe. das ihm gewährt werden könnte. 182)   47. missbillige. ihn zu verfluchen oder von jedem niederen Wunsch gegen ihn. damit dieses Gute nicht zum Schlechten in der Zukunft führt. ihm die brüderliche Hand entgegen zu strecken. Er rät uns. das er mir angetan hat oder antun wollte. ich vergebe N. (siehe Kap. EINFÜHRUNG ‐ Jesus sagte: Liebet eure Feinde. Mach Gott. wie auch ich wünsche. noch dass ich das Glück.  Dich.  Befreie mich. Mögen weder der Hass. mein Gott. dass wir zu unseren Feinden dieselbe Liebe entgegenbringen sollen. Wenn Du ihn auf meinen Weg als Prüfung gestellt hast. wenn es mir möglich ist. . dass Du und auch er mir. das Böse. Mit ihr wollte Jesus dennoch nicht sagen. XII.388 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete darauf einzubilden. dass wir ihre Beleidigungen und das gegen uns getane Übel verzeihen sollen und dass wir ihnen dieses Übel mit dem Guten erwidern.     FÜR UNSERE FEINDE UND FÜR DIEJENIGEN. die nicht der Würde eines Christen entsprechen. soll Dein Wille geschehen. bitte ich: Entferne von meinem Herzen jedes Gefühl von Eifersucht und Neid. Abs. in meinem Herzen Zugang finden. 3 ‐ 4. dass ich mich weder über sein Unglück freue. der mich beschützt und meine Glückseligkeit wünscht. von der Idee. Schlechtes mit Schlechtem zu vergelten. inspiriert mich zu dem Vergessen der schlechten Taten und zur Erinnerung der guten. noch der Groll. GEBET ‐ Mein Gott. damit meine Seele nicht mit Gedanken befleckt werde.  Möge Deine Güte. die Widrigkeiten vergeben. noch der Wunsch. Dieses Verhalten ergibt zum Einen vor den Augen Gottes einen Verdienst und zum anderen zeigt es vor den Augen des Menschen die Eigenschaft wahrhafter Erhabenheit. die wir für unsere Freunde empfinden. sich über ihn ausbreiten und ihn zu besseren Gefühlen mir gegenüber führen!  Gute Geister. die ich begangen habe. Herr. DIE UNS BÖSES WÜNSCHEN  46. mein guter Genius. N. S. Denn Hass und Rache sind Kennzeichen böswilliger inkarnierter oder nicht inkarnierter Geister! Auf dass ich bereit sein werde.

Wahrhafte Nächstenliebe verlangt von uns. Und wir wissen. S. (. EINFÜHRUNG ‐ Den Feinden nichts Schlechtes zu wünschen. wenn sie damit lügen. In diesem Fall würde die Frucht meiner Tat verloren gehen. Seid fröhlich und getrost. sich voller Freude erfüllt.. GEBET ‐ Mein Gott. denn sie sollen satt werden. wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch.  Selig seid ihr. 1 ff. Selig sind. in Deiner Gerechtigkeit veranlasst Du. XIII. Entferne von mir den Neid und die Eifersucht. werde ich das als Prüfung meiner Nächstenliebe betrachten. dass das Herz von N. ganz im Sinne der Worte Christi „Sie haben ihren Lohn schon gehabt“.. dies aus Stolz oder Prahlerei zu tun und ihn mit meiner demütigenden Großzügigkeit nur zu bedrücken. 186)   49. wenn ihnen etwas Gutes geschieht. . 196]   DANKGEBET FÜR DAS UNSEREN FEINDEN GEWÄHRTE GUTE   48. die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit.   FÜR DIE FEINDE DES SPIRITISMUS 50. Abs. Denn die eigentliche Demütigung liegt mehr an dem Übel und nicht am Guten. ungeachtet dessen. die mich beschützen. es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. um mich zu demütigen. dass sich die Gelegenheit ergibt.. was er mir Schlechtes tat oder mir anzutun gedachte. S. die uns erhöht. (siehe Kap. Aber bewahre mich insbesondere. dass früher oder später die Gerechtigkeit jeden treffen wird. Abs. Und falls er diese Gunst missbraucht. Das Gute tun ohne zu prahlen (vom Almosen geben) .KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      389  Um die Aufrichtigkeit meiner Worte zu prüfen. die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Und inspiriert mich andererseits zu der Großzügigkeit. dass ich mich damit kränke. ihm nützlich zu sein.  Gute Geister. Ich danke Dir dafür. 7 und 8. denn ihrer ist das Himmelreich. jeden nach seinen eigenen Werken. erlaubt nicht. mein Gott. ihnen das Gute zu wünschen und uns glücklich zu fühlen. N. die uns verderben. wünsche ich mir. XII.) Selig sind.[siehe Kap. bedeutet zunächst die Nächstenliebe nur teilweise zu zeigen.

 (Matthäus X. doch die Seele nicht töten können. Andere Menschen wegen ihres Glaubens zu verfolgen hieße. aber verfolgt niemanden. hieße die Form wichtiger als den Inhalt zu betrachten. Das wäre ein Widerspruch gegenüber dem ersten Gebot Jesu. Jude oder Protestant zu nennen und Anhänger von dieser oder jener philosophischen Lehre. die Freiheit für sich selbst zwar in Anspruch zu nehmen.   Der Spiritismus ist eine Anschauung. denn sie bedarf dessen nicht. Sie überzeugt. Sie wächst entsprechend der Größe und der Wichtigkeit jener Idee. wie man die Freiheit hat. mit . 6. was ihm recht ist und Gott derart zu ehren. dann wird er von allein fallen. die auch die Gewissensfreiheit beinhaltet. kann das Falsche nicht wider der Wahrheit bestehen. (Matthäus V. bedeutet. das jeder Mensch hat. Die Abneigung und der Hass ihrer Feinde stehen im Verhältnis zu der Angst. Die erzwungene Abschwörung brachte nie irgendjemanden zum Glauben. der nicht wie wir denkt. 28)  51. Denn sobald das Licht die Vernunftbegabung erleuchtet. 10 ‐12) Und fürchtet euch nicht vor denen. von diesem oder jenem ökonomischen System zu sein? Denn entweder entspricht der spiritistische Glaube der Wahrheit oder nicht? Ist er falsch. nämlich gegen das Recht an das zu glauben. nämlich Wohltätigkeit und Nächstenliebe. EINFÜHRUNG ‐ Von allen Freiheiten ist die unverletzlichste die des Denkens. Jemanden zu verfluchen. sie aber den anderen zu verweigern. wie er es eben am besten versteht. welche die Wahrheit nicht beweist. Wenn aber diese Lehre wahrhaftig ist. Und selbst wenn er eine Religion wäre: warum hätte man nicht die Freiheit. sich als Katholik. fürchtet euch aber viel mehr vor dem. dann wird keine Verfolgung sie falsch machen.390 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten. der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. dem Schein mehr Gewicht als dem Glauben zu geben. Sie erzeugte nur Heuchler. sich als Spiritist zu bekennen. zu verstoßen. gegen das hochheilige Recht. Denn die Wahrheit ist sich ihrer selbst sicher. die vor euch gewesen sind. Deswegen wurde das Christentum früher verfolgt und deswegen wird heute auch der Spiritismus verfolgt. ein Glaube. Diese Menschen zu äußerlichen Handlungen wie den unseren zu zwingen. Sie ist ein Missbrauch der materiellen Kraft. die sie den Feinden einflößt.  Die Verfolgung selbst ist allerdings der Auftakt aller neuen großen und gerechten Ideen. die den Leib töten.

 Frieden zu bringen.. 39‐48). 28. Glaubt an das Wort Christi. was er sagte und selbst tat.  (siehe Kap. indem ihr das tut. die euch hassen. S. (Anmerkung des Herausgebers)  Matthäus X. die den Leib töten. dass das Christentum von den Heiden verfolgt wurde. denn der Morgenstern zeigt sich schon am Horizont.. tut wohl denen. während der Spiritismus von Christen verfolgt wird. der ihm entsprechend seiner Werke zusteht. bittet für die.. tragt mit Würde euer Kreuz. die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden“. habt keine Angst vor den Angriffen. 10. dass ihr seine wahren Jünger seid und dass eure Lehre gut ist. Mut des Glaubens. der sagte: „Selig sind. Es ist eine Prüfung eueres Glaubens. Aber wenn heutzutage der Körper nicht mehr getötet wird. Denn diese beweisen.  Die Verfolgung wird kurz dauern.“ 142 Zeigt nun. (Anmerkung des Herausgebers) .) Und fürchtet euch nicht vor denen. denn ihrer ist das Himmelreich. segnet. indem dem Gläubigen sein Broterwerb genommen wird. die euch verfluchen.   Nach dem Vorbild der ersten Christen. XXIII. Erwartet deswegen mit Geduld den Sonnenaufgang.“141 Und er sagte auch: „Liebet eure Feinde. Andererseits würde man euch in Ruhe lassen und euch nicht zu verletzen versuchen. 13 und ff. 9 und ff. Abs. XXIV. (Anmerkung des Herausgebers)  142  Lukas VI. um ihn durch Hunger zu beugen. (siehe Kap. quält man andererseits die Seele. die Mutter erhebt sich gegen die Tochter und die Ehefrau gegen den Ehemann. GEBET ‐ Herr.. S. Ich bin nicht gekommen. dass die Wahrheit an euerer Seite ist. Deinen Messias: „Selig sind. Und selbst der Körper bleibt davon nicht verschont und man greift sogar seine materiellen Bedürfnisse an. die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. die Er heute schon aufzählt. 316)  Ihr Spiritisten. denn Gott wird euch aufgrund eueres Mutes. das ist wahr. 329)   52. sondern das Schwert. doch die Seele nicht töten können. um jedem den Anteil zu geben. Die Zeiten der blutigen Verfolgungen sind jedoch vorüber.140 (. euerer Schicksalsergebenheit und euerer Beharrlichkeit als Seine treuen Diener erkennen. Sie wird in ihren tiefsten Gefühlen und ihren wertvollsten Zuneigungen angegriffen. und dass wir 140 141  Matthäus V. Die Familien werden geteilt.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      391 dem Unterschied. die gegen euch ausgeübt werden. 27 (Mt V. Du sagtest uns durch den Mund Jesu. Abs. die euch beleidigen.

wir gedulden und ergeben uns Deinem heiligen Willen. ihre Verleumdungen und ihre Verfolgungen mit Geduld und Schicksalsergebenheit zu verkraften. denn Du hast ihn zu uns gesandt. sei gepriesen. dessen Übertretung niemals ohne Folge bleibt. Diese sind die einzigen Vorsätze. (Anmerkung des Herausgebers)  Siehe Seite 63. ein neues Leben auf der Erde anzufangen. der als unser Kind inkarniert ist. Die Eltern haben die Aufgabe. als auch durch die Schicksalsschläge. O allmächtiger Gott. dass Gott ihnen erlaubt.  Nach diesem Vorbild. (Anmerkung des Herausgebers) . die Elternliebe und die Liebe der Kinder zu ihren Eltern zu einem Naturgesetz gemacht. sagen wir zu Dir auch: „ Vater.    FÜR EIN NEU GEBORENES KIND  53. flehen wir um Dein Erbarmen für diejenigen. Sie werden vor Gott für die Durchführung dieser Aufgabe Verantwortung tragen. um den Eltern diese Aufgabe zu erleichtern. Die in der Erraticität144 sich befindenden Geister erwarten. Er gab uns selbst das Vorbild. Das geschieht sowohl durch die Abbüßung ihrer vergangenen Fehler. GEBET (von den Eltern auszusprechen) ‐ Lieber Geist. um ihren Spott. vergib ihnen. So wie Christus. ihre Beleidigungen.392 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete unseren Feinden vergeben und für unsere Verfolger beten sollen. Ihr Fortschritt und ihr zukünftiges Glück hängen davon ab.  143 144  Lukas XXIII. denn sie wissen nicht. diesen bei ihren ersten Schritten zu helfen und sie zum Guten zu führen. die in der Tat den Frieden in dieser und der anderen Welt sichern können. wie sie die Zeit ihres irdischen Aufenthalts nutzen. Entferne von uns jeden Gedanken von Vergeltung. als Prüfungen für unseren Glauben und für unsere Demut.   54. sei willkommen unter uns. welche Deine himmlischen Gesetze nicht kennen. Dabei hat Gott. denn die Stunde Deiner Gerechtigkeit wird für alle schlagen. EINFÜHRUNG ‐ Der Geist erreicht erst die Vervollkommnung nachdem er die Prüfungen des körperlichen Lebens durchgemacht hat. indem er für seine Verfolger gebetet hat. das ihnen die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gibt. mein Gott. was sie tun!“143  Gib uns die Kraft. 34. denen sie ausgesetzt sind oder auch durch die Erfüllung einer Mission zum Wohl der Menschheit.

Erleuchte meine Intelligenz. diese mir gegebene Aufgabe zu erfüllen. S. für diese Gnade! Falls es jedoch eine unvollkommene Seele ist. damit er lernt. immer mehr sich Dir zu nähern. die dieses Kind auf der Erde erwarten. ANDERES GEBET ‐ Mein Gott. dass der Geist dieses Kindes noch ein Mal kommt. Gib ihm das nötige Licht. möge Dein Wille geschehen!   Gute Geister. ANDERES GEBET ‐ Gütiger Gott. 9. 225)    55. und dass er dadurch das Verlangen gewinnt. Möge die Spiritistische Wissenschaft das erleuchtende Licht sein. Denn. diese zu erfüllen. dass ich würdig sei. der uns anvertraut wurde und über den wir eines Tages werden Rechenschaft ablegen müssen. diesen Versuchungen zu widerstehen und den Mut. Wir werden das mit unseren Ratschlägen und mit unserem guten Vorbild tun. verlasst es niemals. Und wenn dieses Kind zu den guten Geistern gehört. Gib mir Deinen Schutz. Dich zu lieben und zu ehren. damit er sich weiterentwickelt. denn dann haben wir unsere Aufgabe ihm gegenüber nicht erfüllt. das ihm durch die Schwierigkeiten des Lebens helfen wird. o Gott. Du erlaubst. damit ich rechtzeitig die Neigungen von ihm erkenne.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      393  Es ist ein Schatz. die Prüfungen mit Geduld und Schicksalsergebenheit zu durchstehen. werden wir dafür vor Dir Verantwortung tragen. die es zum Schlechten verführen würden. welche die Erde in einer neuen Generation bevölkern werden. erlaube. falls unser Kind eine Prüfung für uns sein wird. XIV. Wenn es durch unser Verschulden etwas Schlechtes tut. nehmen wir uns in die Pflicht. Gebt ihm die Kraft. die irdischen Prüfungen zu durchlaufen. Da Du allmächtig bist. stehe uns in dieser Aufgabe bei und gib uns die Kraft und den Willen. dass unter der Führung seines Schutzgeistes seine Vernunftbegabung sich entwickle und erweitere. Entfernt von ihm die böswilligen Geister. danken wir Dir. und dass er schließlich das ganze . Abs. der von mir in die Aufwärtsbewegung zu Deinem Frieden eingewiesen werden soll.   Herr. Dich zu kennen.   56. die ihr ihm bei seiner Geburt beisteht und es während seiner Existenz begleiten werdet. ihm bei seiner Entwicklung auf dem Weg des Guten zu helfen. dass dieser Geist sich in der Quelle Deiner weisen Unterweisungen erneuert. (siehe Kap. Du hast mir das Leben eines Deiner Geister anvertraut. Mach Herr.

Für sie ist die Seele nur durch einen dünnen Faden an den Körper gebunden. Inspiriert diese Seele. 406 und Buch „Der Himmel und die Hölle“. diese Seele verlässt ihre irdische Hülle. damit sie ihre letzten wachen .  Herr. in dem es durch sein eigenes Verlangen. der sagte: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht. die sie auf dieser Welt für ihren zukünftigen Fortschritt durchmachen muss. zurückzukehren. Möge sie die Wichtigkeit dieser Aufgabe verstehen und die guten Samen in diesem Kinde zum Keimen bringen. um uns zu reinigen.  Mögest Du. deren Gedanken zur Ewigkeit erhoben sind und die sich nicht an die Materie festklammern. EINFÜHRUNG ‐ Der Todeskampf ist die Einleitung der Trennung der Seele vom Körper. o mein Gott. S. sich zu Dir allein erheben möchte. Der Übergang)   58. Zweiter Teil.394 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete Ausmaß Deiner Liebe zu erkennen weiß.  Gute Geister. die sich an den Stoff gebunden und mehr für die Güter dieser Welt gelebt haben oder deren Gewissen durch Bedauern und Gewissensbisse unruhig ist. die uns Prüfungen erlaubt. der Du diese Seele anvertraut hast. Dieser Übergang ist manchmal schmerzhaft für diejenigen.“     FÜR DIE STERBENDEN  57. verlasst sie nicht in diesem äußersten Moment. Hauptstück. Für diejenigen aber. denn solchen gehört das Reich Gottes. Man kann sagen. dass in diesem Augenblick der Mensch einen Fuß in dieser Welt und den anderen in der geistigen Welt hat. Dass sie in diese Welt in Frieden eingehe und Dein Erbarmen mit ihr sei. die letzten Leiden zu ertragen. 1. (siehe V ‐ Fürbitten für die Kranken und die Besessenen. dieses bescheidene Gebet im Namen und durch den Verdienst desjenigen erhören. um zu der Welt der Geister. GEBET ‐ Allmächtiger und barmherziger Gott. In jedem dieser Fälle hat das Gebet eine machtvolle Wirkung auf die Trennungsarbeit. bis der Tag kommt. Gebt ihr die notwendige Kraft. werden die körperlichen Bänder leichter zu zerreißen sein und ihre letzten Momente sind überhaupt nicht schmerzhaft. ihrer wahrhaftigen Heimat. sende Deinen väterlichen Blick auf die Familie. die ihr sie auf der Erde begleitet habt. während sie im ersten Fall durch eine tiefe Wurzel an ihm festhält.

. die man mehr oder weniger prunkhaft ausdrücken würde.KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete      395 bewussten Gedanken oder ihre momentan kommenden Gedanken der Reue ihrer Fehler widmet. . Mögen die von ihr hier erlittenen Prüfungen. liegt die Wirksamkeit des Gebetes in der Aufrichtigkeit der Gedanken und nicht in der Anzahl schöner Worte. die Du gerade zu Dir von der Erde gerufen hast. diese wieder gutzumachen.  Lenkt meine Gedanken. Inspiriert sie zur Reue begangener Fehler und zu dem Wunsch.   IV ‐ FÜRBITTEN FÜR DIE GEISTER FÜR JEMANDEN. die immer nach der Trennung vorkommt. 347)   60. den Trost der Hoffnung mit sich nimmt. dass diese Seele in dem Augenblick des Verlassens der Erde. ihnen ein Zeugnis der Sympathie abzugeben. ihnen bei der Entbindung vom Körper zu helfen. Du siehst und hörst uns. erbarme Dich der Seele von N. stehet ihr bei. Auf diese Weise werden sie die Verwirrung lindern. ihr angerechnet werden. klingen für den verwirrten Geist. die sie in der Spiritualität noch ertragen muss. N. damit sie aus der Verwirrung herausgenommen wird. haben nicht nur das Ziel. die ihn aus dem Schlaf wecken. die vom Herzen kommen. XXVII. GEBET ‐ Allmächtiger Gott. EINFÜHRUNG ‐ Die Gebete für die Geister. wie freundliche Stimmen. du trittst in die Welt der Geister ein und trotzdem bist du unter uns. um ihre Entwicklung für das ewige selige Leben zu beschleunigen. mögen gemildert und verkürzt werden!   Gute Geister. DER GERADE VERSTORBEN IST  59. N.  N. den du hast nur den sterblichen Körper verlassen. damit sie sich von der Materie lösen kann. S. wie in jedem anderen auch. Und die Prüfungen. damit sie ruhiger aufwachen. die jedoch das Herz nicht berühren. die ihr diese Seele in Empfang nehmt und besonders ihr Schutzengel. Gebt ihr das Licht und das Bewusstsein ihrer selbst.  (siehe Kap. Abs. sondern auch. der bald zum Staub wird. damit sie eine weniger schmerzhafte Trennung des Körpers für sie bewirken können. Und erlaubt schließlich. die den Übergang vom körperlichen zum geistigen Leben begleitet. die soeben die Erde verlassen haben.  Die Gebete. In diesem Fall. 10..

die dir lieb sind. Und wenn du nicht mehr mit dem stofflichen Körper lebst. Es ist ein Leben frei von dem Elend. Seist du von jetzt an für diese unerreichbar. sollen sich alle irdischen Ressentiments abkehren. Du kannst. der vor unseren Augen den Glanz des zukünftigen Lebens verdeckt. wo du dich befindest.  Wir können nicht zu dir gehen.  Geh. Genauso wie du jetzt mit all denjenigen bist.396 KAPITEL  XXVIII ‐ Sammlung spiritistischer Gebete  Du hast die grobe. so wie sie dir deine Fehler vergeben werden. entsprechend den besonderen Umständen der Familie. Lindere ihre Schmerzen und lass sie durch den Gedanken spüren. das sich an alle richtet. Wir werden dich m