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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.

2008

Luzern
Als ich davon gehört habe und mir gleichzeitig das A3-gross gedruckte Bild vom Konzertsaal
ansah, war ich bereits beeindruckt und dazu vollkommen überrascht dahin zu dürfen. Luzern
ist eine wunderschöne Stadt, die mir bereits bekannt war und ich habe mich auf das Ereignis
gefreut. Wir hatten die Gelegenheit uns innerhalb der nächsten drei Monate ein beliebiges
Konzert auszusuchen und dürfen sogar eine Begleitperson einladen. Ich informierte mich über
die verschiedenen Künstler und hörte in ihre Musik hinein über youtube.com.

Laurie Anderson war so eine verrückte Künstlerin,


ihre Art hat mich einfach sofort beeindruckt und ich
habe mich entschlossen am 9.05.08 an ihr Konzert
zu gehen. Mein Vater war glücklicherweise wieder
einmal in der Schweiz und hat sich riesig gefreut,
als ich ihn anfragte, ob er vielleicht interessiert sei,
ihr Konzert zu besuchen. Hier will ich noch mal an
seiner Stelle danken! Er ist beeindruckt von meiner
Lehre!

Da ich meinen Vater schon länger


nicht mehr gesehen habe, er wohnt
übrigens in Bulgarien, um das zu
erklären, dass er glücklicherweise in
der Schweiz ist, haben wir uns
beschlossen freitags gleich nach der
Arbeit nach Luzern zu fahren. Um
16:15 Uhr holte er mich also in
Reinach ab und wir fuhren nach
Luzern. Die Stadt hat einige
beeindruckende Gebäuden und
Bauten. Gleich am Bahnhof steht
dieser Torbogen. Er war der Eingang
des alten Bahnhofs der den Brand
1971 überlebte. Der neue Bahnhof
entstand zwischen 1984 und 1991.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

Gleich neben dem Bahnhof


steht die Hauptpost. Ihre
Fassade ist ebenfalls noch aus
alter Zeit und aufwendig
geschmückt. Vier dorische
Säulen halten je eine
posierende Frau in die Höhe.

Etwas weiter immer noch auf derselben Seite des Sees ist eine weisse Kirche, dessen Name
ich leider vergessen habe. Mein Vater sagte von innen sei sie ganz besonders, leider konnten
wir sie nicht betreten. Doch auch die Fassade ist nicht zu unterschätzen.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

In diesem Jahr bin ich schon zum zweiten Mal in Luzern und es ist nicht umgehbar einmal
über die Kapellbrücke zu laufen. Sie prägt das Gesicht von Luzern sehr stark. Obwohl gleich
daneben eine moderne Brücke steht, wird sie immer noch sehr fleissig abgelaufen auch von
den Bewohnern dieser Stadt. Sie ist die älteste Holzbrücke Europas. Sie hält so lange, weil sie
immer wieder saniert wird. Bisher wurde sie mindestens zehnmal umgebaut, saniert oder
teilweise ganz erneuert. Am 18. August 1993 viel sie einem Feuer zum Opfer. Ein grosser
Teil konnte nicht mehr gerettet werden. Vor allem die Gemälden unter jedem Stützbogen
gingen verloren und mussten durch noch Ältere, die eines Tages ausgetauscht worden waren,
ersetzt werden. 1367 waren erste schriftliche Aufzeichnungen über das Bestehen der
Kapellbrücke. Angeblich sei sie aus ausgeschwemmtem Holz errichtet worden, welches ein
Unwetter vom Pilatus runtergefegt habe. Dieses Unwetter fand im Juni 1333 statt. Den
Namen erhielt die Brücke von der St.Peters-Kapelle. Diese ist links am Ende der Brücke als
einzelner spitzer Turm zu erkennen.

Nach dem wir in einer Pizzeria gegessen haben, machten wir uns auf zum KKL.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

KKL Luzern

Das KKL ist ein riesiges Gebäude. Er besteht aus zwei Gebäuden. Das erste ist dieses
Gittergewirr mit Restaurant und Café drin. Ich glaube der „Luzerner Saal“ befindet sich
ebenfalls dort. Im Hintergrund des Bildes sieht man den Teil, welcher DEN Saal und eine
elegante Bar in sich trägt.

Das Dach ist einzigartig und


hat einen besonderen
statischen Aufbau. Mein
Vater, Bauingenieur, erzähle
mir, dass er damals auch
interessiert gewesen wäre,
dieses Dach zu verwirklichen,
damals in der Firma „Jauslin,
Flachdach“. Anscheinend ist
der Aufbau wie eine
Bienenflechte für die
Stabilität. Mit vorgespanntem
Stahl hat man das anfallende
Gewicht aufgefangen damit
das Dach schlussendlich
gerade ist.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

Die verschiedenen Fenstergrössen zeigen die wunderschöne Stadt Luzern. Es ist wie eine
Postkarte. Ein fabelhafter Ausblick zeigt sich.

Das Gebäude ist nicht nur


von aussen hoch modern.
Auch die Waschräume
zeigen auf, was heute erst
kommt, hatten sie damals
schon verwirklicht. In
diesem Projekt wurde
vieles umgesetzt. Es war
ein grosser Schritt in eine
neue Richtung.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

Der Konzertsaal
Man wird es kaum glauben aber in diesem roten Gebäude, das doch eigentlich recht klein
scheint ist der Konzertsaal eingebaut. Und zwar wortwörtlich eingebaut. Man sieht von
aussen, dass sich das Gewölbe darin als Geschützes Element befindet. Gebogenes Holz zieht
sich durchs Gebäude und ich dachte ich kann meinen Augen nicht trauen. Unten ist der Raum
vergleichsweise schmal und weitet sich gegen oben aus. Im obersten Stock wendet sich das
Holz scharf um und bildet ein eigenes Dach unter dem Riesigen.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

So was habe ich noch nie gesehen. Wenn man davor steht und es selber erlebt, ist das der
Wahnsinn! Das Gebilde das in der Mitte auseinander anscheinend wie von selbst gewachsen
ist und das Gebäude, das als schützende Hülle fungiert. Die Einrichtung und das Foyer wurde
strickt in Holz gehalten und zum Schutz mit Glas teilweise bedeckt.

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

Langsam zielte mein Uhrzeiger in Richtung halb acht und wir machten uns auf in den Saal,
um unsere Plätze zu finden. Bisher habe ich den Saal nur von aussen gesehen, als ich ihn
betrat, dachte ich: Mich tritt ein Pferd. Ich hab doch gerade von aussen seine Dimensionen
wahrgenommen. Wie kann es sein, dass der Saal nun so weit reichte und hoch hinfort zog?
Leute murmelten und lachten und alles konnte man problemlos, doch nicht störend,
aufnehmen. Wir sassen nicht weit vom Soundcheckpult. Das garantiert angeblich, dass wir
einen der besten Sitze für den klaren Klang im Raum hatten. Ich wollte vor dem Konzert
eigentlich noch ein paar Bilder vom Saal machen, doch bald wurde ich gebeten keine Fotos zu
machen. Dabei dachte ich natürlich will keiner, ein aufleuchtendes Display während dem
Konzert. Also nahm ich die Fotos später auf, nachdem sich die Leute aus dem Raum
entfernten. Später als ich alle Fotos schon geschossen hatte, wurde ich jedoch belehrt, dass
man gar nicht fotografieren darf!

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Kultur- und Kongresszentrum Luzern 14.10.2008

Während dem Konzert war der Saal sehr dunkel. Kein Licht drang irgendwo ein. Nur
gewünschtes Licht wurde gefördert. So war die spiegelnde Bühne einmal rot einmal grün
einmal orange und fortan. Kleine Kerzen waren hier und da auf der Bühne verstreut und
runterhängende Lampen machten viele kleine Lichtflecken auf die Bühnenfläche. Der
Hintergrund färbte sich gleich wie der Boden und zeigte die Struktur der überspannten Hölzer
einmal breites Brett zweimal schmale Bretter. Man fühlt sich richtig wohl und die Stimmung
lies sich mit Lichteinflüssen zusätzlich steuern. Auf einer weissen Tafel wurden, hin und
wieder verspätet, ihre amerikanischen Texte auf Deutsch übersetzt. Mit einem Beamer warfen
sie die Worte von weit her auf die Fläche. Neben der verstellbaren Holzdecke wurden zwei
Boxengruppen links und rechts installiert. Diese schwangen die Klänge in den Raum.

Der Raum hatte Möglichkeiten den Klang


weiter zu reichen und überall zu verbreiten.
In den Balkonumgängen sind viele Löcher
die kein rechtes Muster ergeben. Diese
werfen den Klang ganz anders zurück als
glatte Flächen der Ton geht nicht nur in
eine Richtung sonder gleich in vielen
Richtungen weiter.

Unter den Balkonen sind blaue Lichter


installiert. Sie wurden vor allem dann
eingesetzt, wenn die Bühne und der Saal
erhellt wurden; durch besondere Lieder
der Motivation.

Das ganze Bild hat einfach gepasst und


das Erlebnis dort mit Hilfe der
Künstlerin unvergesslich gemacht.

Laurie Anderson ist eine besondere Künstlerin, die keine verbalen Wunden scheut und über
die Leute redet wie sie sind und was in der Welt passiert. Sie begann ihr Konzert mit dem
Wort „Vögel“. Am Anfang waren nur Vögel, sie kreisten. Es war eine Zeit vor der Welt,
bevor es Land gab. Da gab es eine Lerche, dessen Vater starb. Und nun entstand ein Problem,
denn es gab ja kein Land, keine Erde um ihn zu begraben. Wohin also mit der Leiche?
Während die Vögel weiter kreisten, dachten sie darüber nach. Dann hatte die Lerche eine
Idee. Er begrub seinen Vater in seinen Hinterkopf. So wurde die Erinnerung geboren.
Man merkt schnell, dass sie eine spezielle Art hat. Weiter sang oder erzählte sie über
Schurken und Krieg, Freiheit und politische Konflikte. Darüber, dass junge Frauen ins Militär
gehen, um Geld zu verdienen damit sie studieren können. Vor allem sei es in Ordnung,
solange kein Experte behauptet, es sei ein Problem. Dann ist das Problem nämlich Unsichtbar.
Spätestens wenn es einen oskargekrönten Film über eine kritische Angelegenheit gibt, sind
alle der Meinung es sei doch ein Problem. Neben ihrer Power hatte die Künstlerin Spass daran
den Klang elektronisch zu verändern. So war ihre Stimme hin und wieder verzogen oder gar
männlich!

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Das Dach
Nach dem Konzert gingen wir noch aufs Dach. Hier erhält man eine unglaubliche Aussicht
über die Stadt. Das weit ausgleitende Dach grenzte den ansonsten unendlichen Himmel ab
und zeigte uns einen speziellen Ausschnitt. Wir schauten in jede Himmelsrichtung die uns
geboten wurde. Dabei fiel mir auf, dass das Dach Licht in einem verschwommenen Zustand
widerspiegelt. Das Gesamtpaket war einfach schön, schön anzuschauen.

Hier liegt ruhiges


Wasser neben
lebendigem
Wasser. All die
Wellen die sich
durch den See
kämpfen und die
glatte
Oberfläche des
kleinen Beckens
stehen sich hier
gegenüber.

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Vom Dach aus zielen einige Pfeiler


ziergerade durchs Treppenhaus
runter. Unverständlich warum das
Ganze beleuchtet wird laufe ich
weiter runter. Nun ist die Wirkung
ersichtlich. Durch feine, parallele
Gitter entsteht ein Moiré-Effekt.

Im Erdgeschoss befindet sich die


bereits erwähnte elegante Bar. Sie ist
ganz in blau gehalten und ist sehr
reich mit Leuten besetzt.
Anscheinend zeigt die Bar Erfolg.

Als Schlusswort möchte ich mich


herzlich bei Herrn Fankhauser
bedanken für die Einladung zum
Konzert im KKL.

Diese Unterlagen sind nicht zum


veröffentlichen geeignet.
Fotografieren ist im KKL verboten!

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