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Offene Bildungsressourcen: frei zug nglich und einsetzbar

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Offene Bildungsressourcen:

frei zug nglich und einsetzbar

von Martin Ebner (Technische Universit t Graz, BIMS e. V.) und Sandra Schçn (Salzburg Research Forschungsgesellschaft, BIMS e. V.)

Open Educational Resources · Lernobjekte · Lehrunterlagen · Arbeits- bl tter · Urheberrecht

Schlagworte

Offene Bildungsressourcen (engl. Open Educational Resources, kurz OER) sind frei zug ngliche, nutzbare und h ufig auch modifizierbare Online-Res- sourcen f r das Lernen und Lehren. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts be- gann das Thema mit einer zunehmenden Zahl an Projekten, Berichten und Mitwirkenden immer bekannter zu werden. Zahlreiche Argumente, unter anderem bildungspolitische, didaktische wie auch wirtschaftliche, spre- chen daf r, sich an der Erstellung von OER zu beteiligen. In diesem Beitrag werden ausgew hlte OER-Initiativen und -Projekte vorgestellt, die Poten- ziale von OER diskutiert und Motive f r die Einf hrung von OER-Strategien an Hochschulen beschrieben. Zudem werden auch praktische Tipps zur Re- cherche, Erstellung und zum Austausch von OER gegeben. Der Beitrag schließt mit einem Abschnitt, der darauf hinweist, dass bei offenen Bil- dungsressourcen sich nicht nur der Vertriebsweg deutlich von traditionel- len Lernobjekten (z. B. gedruckte Lehrb cher und Arbeitsmaterialien) un- terscheidet, sondern dass auch weitere Prozesse einfach anders sind, u. a. das Qualit tsmanagement.

berblick

1 Die Idee der offenen Bildungsressourcen

2

2 Ausgew hlte OER-Initiativen und-Projekte

3

3 Potenziale von OER und Motive f r die Einf hrung von OER-Strategien in Institutionen

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4 OER in der Praxis: OER finden, erstellen und teilen

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5 OER sind anders: Entwicklung und Vertrieb

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6 Literaturhinweise

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1 Die Idee der offenen Bildungsressourcen

Materialien im Web:

Wer im Internet nach Lern- und Lehrmaterialien recherchiert, wird zahlrei-

kostenfrei, aber nicht frei nutzbar

che Treffer landen: Von Abbildungen ber passende Texte bis hin zu kurzen Videos finden sich – zumindest in Englisch – h ufig etliche passende Funde. Trotzdem erlauben es Urheberrechtsregelungen im deutschsprachigen Eu- ropa im Regelfall nicht, diese Materialien im Unterricht einzusetzen bzw. als Bestandteil neu zusammengestellter Lern- und Lehrmaterialien wieder zu verçffentlichen, also beispielsweise anderen im Internet zur Verf gung zu stellen. Solche Materialien sind somit prinzipiell kostenfrei zu entdecken, sind aber rechtlich nicht ohne weiteres zu nutzen und wieder zu verçffent- lichen.

Die Idee offener Bildungsressourcen

Anfang des 21. Jahrhunderts formierte sich eine Bewegung, die die freie Ver- wendung, den freien Austausch und die Modifikation von Bildungsressour- cen im Web einfordert und unterst tzt. Dies geschah unabh ngig, aber si- cherlich beeinflusst von den Initiativen und Erfolgen der freien bzw. offenen Software-Entwicklung sowie der Open-Access-Bewegung, die seit den 1990er Jahren mit zunehmendem Erfolg den freien Zugang zu Forschungsergebnis- sen fordert und unterst tzt. Maßgeblich war hier die UNESCO-Initiative »Free Educational Resources«, die erstmals weltweit Interesse f r das Thema weckte. Das UNESCO International Institute for Educational Planning (IIEP) beschrieb dann den Begriff »Open Educational Resources« im Jahr 2002 als »wish to develop together a universal educational resource available for the whole of humanity, to be reffered to henceforth as Open Educational Resour- ces« (d‹Antoni 2006). Kostenfreie Bildung und freier Zugang zu Bildungs- materialien ist hierbei das zentrale Motiv. Ein Paukenschlag und wichtiger Meilenstein war die Verçffentlichung zahlreicher Kursunterlagen des Massa- chusetts Institute als Auftakt der Initiative »MIT OpenCourseWare« im Herbst 2002, der jedoch von Seiten des MIT zun chst vor allem als Marke- tingmaßnahme betrachtet wurde, um weitere Studierende zu gewinnen. Die Verçffentlichung einer Befragung der OECD (2007) zu OER sowie einer Ver- çffentlichung der Wiliam and Flora Hewlett Foundation zur OER-Bewegung (Atkins/Brown/Hammond 2007) waren weitere wichtige Schritte f r die For- mierung einer weltweiten Aufmerksamkeit f r das spannende Thema. Die Europ ische Kommission begann im gleichen Jahr damit, erstmals For- schungsprojekte mit einem Schwerpunkt auf OER finanziell zu unterst tzen (z. B. OLCOS, Bazaar).

Definition

»OER« hat sich in den letzten Jahren, auch im deutschsprachigen Raum, als Abk rzung f r »Open Educational Resources« (engl. f r offene Bildungsres- sourcen) etabliert. Darunter werden Materialien f r Lernende und Lehrende verstanden, welche kostenlos im Web zug nglich sind und ber eine entspre- chende Lizenzierung zur Verwendung und auch zur Modifikation freigege- ben sind (Geser 2007; Mruck et al. 2011).

Bedeutung von

Offene Bildungsressourcen zeichnen sich zun chst dadurch aus, dass sie (a)

»offen«

kostenfrei imWeb zur Verf gung stehen. Dar ber hinaus sind sie auch (b) frei verwendbar: Da generell Urheberrechtsinhaber/-innen, also in der Regel die Autor/-innen von Internetmaterialien, um Erlaubnis gefragt werden m ssen, bevor Materialien im Unterricht eingesetzt werden bzw. modifiziert und wie- derverçffentlicht werden, wurden dazu eine Reihe von Lizenzmodellen ein- gef hrt. Im deutschsprachigen Raum ist der Einsatz der Creative-Commons- Lizenzen verbreitet. Einige Sammlungen von offenen Bildungsressourcen

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oder Plattformen zur Erstellung von offenen Bildungsressourcen werden durch entsprechende Lizenzierungsmodelle unterst tzt, um die sp tere Nut- zung so einfach wie mçglich zu machen. Dann, als dritte Bedeutung des Wor- tes »offen«, wird dem Verst ndnis einiger Initiativen zufolge auch eingefor- dert, dass offene Bildungsressourcen (c) dem Prinzip offener Softwarestan- dards folgen sollen, ein Microsoft-Word-Dokument w rde dabei diesem An- spruch nicht gen gen. Schließlich wird in den letzten Jahren immer h ufiger unmittelbar (d) auch auf »offene Lern- bzw. Lehrformen« verwiesen, die mit offenen Bildungsressourcen mçglich werden, aber auch entsprechend unter- st tzt werden sollen. Dabei wird auch eingefordert, dass Lernende bei der Entwicklung der Lern- und Lehrmaterialien mitwirken kçnnen.

Derzeit gibt es zahlreiche Projekte und Initiativen mit unterschiedlichen Auspr gungen, die in diesem Beitrag vorgestellt werden. Auch stehen offene Bildungsressourcen definitionsgem ß kostenfrei zur Verf gung, die çko- nomischen Hinter- und Beweggr nde von OER-Projekten sind dabei sehr unterschiedlich. Praktische Erfordernisse, wie Lizenzen oder auch Qualit ts- sicherungsstrategien, werden ebenso angesprochen.

2 Ausgew hlte OER-Initiativen und -projekte

Es gibt zahlreiche, nur schwer zu berschauende OER-Initiativen und -Pro- jekte. Im Folgenden mçchten wir hier einige ausgew hlte Unternehmungen zur Erstellung und Zurverf gungstellung von OER herausgreifen, um damit auch die Unterschiedlichkeit der Projekte zu illustrieren. Wir haben dazu Initiativen von Hochschulen, Verb nden und Unternehmen, große wie auch kleine, englisch- und deutschsprachige sowie Projekte aus unterschiedlichen Bildungssektoren ausgew hlt, um das breite Spektrum und die unterschied- lichen mçglichen Zug nge aufzuzeigen.

Die lteste und wohl auch bekannteste OER-Initiative einer Bildungsinstitu-

MIT

tion ist die des Massachusetts Institute of Technology (MIT), welche mit ihrer Initiative OpenCourseWare (OCW, ocw.mit.edu) seit Herbst 2002 umfangrei- che Kursunterlagen und Skripte kostenfrei ins Web stellt und st ndig erwei- tert. 1.900 Kurse von anf nglich 50 aus 33 Disziplinen kçnnen heute ber die Webseite abgerufen werden ( Lerman/Miyagawa/Margulies 2008). OCWerhielt 2005 zahlreiche Auszeichnungen und gr ndete das OCW-Konsortium, dem sich weltweit Universit ten anschlossen und sich daran beteiligen, Kurs- materialien zur Verf gung zu stellen (vgl. OCW Finder, ocwfinder.com). Das MIT hat mit dieser Initiative die OER-Bewegung gut vorangebracht, und die Materialien – inzwischen auch Vorlesungsaufzeichnungen und Examen – sind f r viele Lernende (und Lehrende) attraktiv. Die Lizenzbedin- gungen der OCW-Materialien erlauben Modifikationen und Wiederver- çffentlichung der Materialien unter der Bedingung, dass sie hnlich lizen- siert und nicht kommerziell genutzt werden.

OpenCourseWare

Die Open University des Vereinigten Kçnigreiches hat, als Konsequenz des Er- folgs des MIT, mit einer Planungsgruppe begonnen, erste berlegungen an- zustellen, wie eine Fernuniversit t mit Open Content und Open Access um- zugehen hat ( Lane 2008). Dies m ndete im Open-Learn-Projekt, das von der William and Flora Hewlett Foundation finanziell unterst tzt wurde. Die Ziele waren, Erfahrungen mit Nutzer/-innen zu offenen Bildungsmaterialien zu bekommen, schlecht erreichbare Bevçlkerungsgruppen noch besser zu integ-

Open Learn der Open University UK

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Wikieducator.org

Das ZUM-Wiki und andere offene Schulmaterialien

Die Khan Academy

iTunes U

rieren und zu unterst tzen sowie auch die Gestaltung und die Nachhaltigkeit von offenen Bildungsressourcen zu fçrdern ( Lane 2008). Das Open-Learn- Projekt ber cksichtigte bereits bei seinem Start die damals am Beginn stehen- den Web-2.0-Technologien im Hinblick auf aktive Partizipation von Lernen- den insbesondere der Kollaborationsmçglichkeiten. hnlich dem OCW-Pro- jekt kann auch das Open-Learn-Projekt beeindruckende Zahlen aufweisen – im Fr hjahr 2008 waren 5.400 Unterrichtsstunden von 450 Lerneinheiten mit einer L nge von einer bis 50 Stunden abrufbar. Zus tzliche 8.100 Stunden sind im kollaborativen »LabSpace« erreichbar. Insgesamt kann auf ca. 60.000 registrierte Nutzer/-innen verwiesen werden.

Die Plattform Wikieducator.org macht das Mitwirken leicht. Auf Wiki-Basis werden hier gemeinsam offene Lernmaterialien f r (Hoch-)Schulen ent- wickelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Lernen und Lehren mit Tech- nologien bzw. dem Erstellen von offenen Lern- und Lehrmaterialien selbst. Betrieben wird die Plattform von der OER Foundation, einer gemeinn tzigen Organisation mit Sitz in Neuseeland. Es ist derzeit ein guter Einstieg f r alle, die sich mit OER selbst besch ftigen mçchten, auch wenn die Webseite wei- terhin keinen berblick ber die weltweiten Aktivit ten gibt.

Allgemein gibt es derzeit weitaus mehr Projekte und Initiativen am Hoch- schulsektor als f r den Bereich der Schule oder der Weiterbildung. Die Zent- rale f r Unterrichtsmedien im Internet e. V. (kurz ZUM) ist eine der deutschspra- chigen Initiativen, die sich auf den Schulsektor konzentriert. Unter anderem kçnnen mit einem Wiki hier Unterrichtsideen, -methoden und -inhalte an- gelegt und berarbeitet werden. Es gibt zum Beispiel ein Grundschulwiki, bei dem auch die Sch ler/-innen selbst aufgefordert sind, kleine Beitr ge zu schreiben.Weitere frei zug ngliche Materialien f r Lehrer/-innen finden sich unter anderem bei lehrer-online.de oder auch bei der von einem einzelnen Lehrer betriebenen Webseite www.unterrichtsmaterial-schule.de.

Eine vergleichsweise noch junge, aber nicht minder interessante Bewegung ist die Khan Academy. 2007 gr ndete Salman Khan eine gemeinn tzige Orga- nisation mit dem Ziel, kurze Lernvideos frei zur Verf gung zu stellen. Ent- standen ist die Idee aus einem YouTube-Kanal heraus, den Salman f r seinen Cousin erstellt hat, um ihm mit Kurzvideos Mathematiknachhilfe zu geben. Die große Nachfrage durch andere Personen f hrte zu der Idee einer weltweit verf gbaren Plattform. Heute umfasst das Angebot mehr als 2.400 Lern- videos vor allem aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und einige weitere interessante Services, wie etwa bungsbeispiele mit der Mçglichkeit, den Leistungsfortschritt zu speichern und zu verfolgen. Diese Initiative hat 2009 den Zwei-Millionen-Dollar-Preis von Google gewonnen und wird auch von Microsoft unterst tzt, damit das Angebot weiter aufrecht erhalten bleiben kann.

Das Unternehmen Apple hat mit seiner Plattform iTunes U einen Kanal ge- schaffen, mit dem Universit ten animiert werden, kostenfreie Inhalte (Vi- deos und Audio-Dateien) zur Verf gung zu stellen. 2007 çffnete der Konzern sein Produkt iTunes f r Bildungseinrichtungen zuerst in den Vereinigten Staaten und in Kanada, auch hier mit dem Ziel, offene Bildungsressourcen zum Download ber den iTunes Store anzubieten, wie man es der Webseite entnehmen kann: »A public iTunes U – such as those created by Yale, Stan- ford, UC Berkeley, Oxford, Cambridge, MIT, and broadcaster like PBS – dis-

tributes material for free on iTunes U [

use audio and video content from museums, universities, cultural institu-

.] Professors (as well as learners) can

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tions, and public television stations to supplement their lectures« ( iTunesU 2007). Universit ten bietet sich nun die Chance, eine große Zahl von mçg- lichen Abonnenten zu erreichen, die sich sonst nur schwer auf die Webseiten oder speziellen Angebote der Universit ren »verirren w rden«. Tats chlich erf llen sich diese Erwartungen f r viele Einrichtungen: Als eine der ersten war die Open University (UK) auf iTunes U vertreten. Sie stellte kurz nach dem Start 2008 bereits im April 2010 mehr als 300 Alben (Themenblçcke) mit etwa 2.700 Tracks (1.180 Audios, 1.500 Videos) aus mehr als 140 Kursen zur Verf gung. Bei den meisten Einrichtungen (96%) gibt es zugehçrige pdf- Transkripte. Dies f hrte laut der Projektseite des Knowledge Management Institute zu folgenden Nutzungszahlen seit 2008: Beinahe 37.5 Millionen Downloads von mehr als 4.200.000 Nutzer/-innen ergeben durchschnittlich mehr als 360.000 Downloads in der Woche. Davon erfolgen 89 Prozent der Zugriffe von Personen außerhalb des Vereinigten Kçnigreiches, einer von 27 Nutzer/-innen besucht im Anschluss an den Download auch dieWebseite der Open University (Open University 2011). Der Werbe- und Reputationseffekt von iTunes U wird mit solchen Zahlen deutlich. Seit Mitte 2008 wurde das Angebot auf Australien, Großbritannien, Irland und Neuseeland aus- gedehnt, der deutschsprachige Raum folgte mit Beginn 2009.

L3T steht f r das »Lehrbuch f r Lernen und Lehren mit Technologien« und

Das Lehrbuchprojekt

ist seit Februar 2011 im Umfang von 48 Kapitel frei im Web zug nglich

L3T

(l3t.eu) – und inzwischen auch traditionell gedruckt im Handel erh ltlich. L3T ist damit eine umfangreiche Sammlung von freien Lehrtexten im Fach- gebiet und hat dies in Kooperation von 115 Autor/-innen in einem knappen Zeitraum von 10 Monaten geschafft. Das Lehrbuchprojekt stçßt auf großes Interesse, weil es unabh ngig von Verlagen ist, auf das Prinzip der offenen Lernressourcen setzt und gleichzeitig auch an neuen Vertriebswegen und Gesch ftsmodellen f r OER arbeitet; so gibt es auch mobile Anwendungen, E-Book-Varianten sowie Sponsorenmodelle zur Finanzierung des Projekts.

Initiativen im

Nur eine kleine Auswahl von Projekten, d. h. von einzelnen Webseiten mit OER, Plattformen zur Erstellung von oder auch Verzeichnissen von OER kçn- nen hier in der gebotenen K rze vorgestellt werden. Eine umfangreiche Sammlung bietet u. a. der Wikieducator (2011). OER-Angebote sind dabei

Vergleich

recht unterschiedlich, sie lassen sich u. a. im Hinblick auf folgende Aspekte unterscheiden:

n

den Anbieter (Ist es eine Institution, die Materialien ihrer Lehrenden ver- çffentlicht oder eine offene Community?),

n

die Mçglichkeiten zur Zusammenarbeit (Kçnnen Materialien nur hoch- geladen werden, oder gibt es auch kollaborative Arbeitsbereiche, z. B. ein Wiki?),

n

die Lizenzierung der Materialien (Ist eine Modifikation, Wiederverçffent- lichung bzw. kommerzielle Nutzung erlaubt?),

n

den Umfang und die Art der Materialien (Handelt es sich um ein umfang- reiches Angebot? In welcher Form werden Materialien angeboten, z. B. als Video, Podcast, Test?) oder auch

n

die Zielgruppe (Richtet sich das Angebot an andere Lehrende, an Lernen- de, an welchen Bildungssektor, mit welchen Themen?).

Einen generellen Aspekt f gt Mora (2008) hinzu, indem sie feststellt, dass es Angebote gibt, die einen Produzenten-Konsumenten-Ansatz verfolgen. So entwickeln am MIT Lehrende Materialien, die Lernende (oder Lehrende) nut- zen, aber nicht selbst an der der Gestaltung mitwirken kçnnen. Das Open-

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Learn-Projekt hingegen verfolgt, wie die Wiki-basierten Initiativen, einen Koproduktionsansatz, der es Freiwillen ermçglicht, jederzeit aktiv mitzuwir- ken (ebd. S. 62).

Potenziale f r Lernende und Lehrende

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Potenziale von OER und Motive f r die Einf hrung von OER-Strategien in Institutionen

Offene Bildungsressourcen erçffnen zahlreiche Chancen und bergen Poten- ziale. F r Lernende und Lehrende sind offene Bildungsressourcen (Geser 2007, S. 20; bersetzung nach Wikieducator 2011) die Chance,

n

»ein grçßeres Themenspektrum zur Auswahl anzubieten und grçßere Fle- xibilit t bei der Auswahl von Lehr- und Lernmaterial zu ermçglichen (d. h., dass Inhalte unkompliziert ver ndert und in das Unterrichtsmate- rial integriert werden kçnnen);

n

sich Zeit und M he zu ersparen, da Inhalte wiederverwendet werden, f r die alle Fragen zum geistigen Eigentumsrecht bzw. zum Urheberrecht be- reits gekl rt sind;

n

engagierten Lehrern zu ermçglichen, den Bildungswert von Inhalten zu steigern, indem sie ihre eigene persçnliche Meinung, ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschl ge einbringen kçnnen;

n

zur Bildung von Lerngruppen, welche z. B. aus Lehrern und Lernenden bestehen, da bedienerfreundliche Programme eine kollaborative Lern- umgebung ermçglichen (z. B. Gruppen-Wikis oder Weblogs, soziale Netz- werke, Content Feeds);

n

eine Unterst tzung von benutzerzentrierter Vorgehensweise bei Bildung und lebenslangem Lernen; Benutzer/-innen konsumieren Bildungs- inhalte nicht nur, sondern entwickeln ihre eigenen E-Portfolios und teilen Lernergebnisse und Erfahrungen mit Mitstreiter/-innen«.

Potenziale f r die Gesellschaft

Immer wieder wird jedoch bei solchen Auflistungen von Potenzialen darauf hingewiesen, dass diese Chancen von offenen Bildungsressourcen auch aktiv unterst tzt werden m ssen und sich nur unter der Voraussetzung von ent- sprechenden didaktischen und organisatorischen Begleitmaßnahmen erf l- len: Insbesondere ist dabei auf entsprechende »offene« Lehrmethoden und Lernszenarien hinzuweisen, die den Lernenden auch Mçglichkeiten der Selbstorganisation und/oder Selbststeuerung einr umen ( Zauchner/Baum- gartner 2007). Eine aktuelle Befragung von Bildungsexpert/-innen in Europa best tigt unter anderem, dass die Nutzung von OER beispielsweise den Wan- del des Lernenden vom passiven Rezipienten zum aktiv Beitragenden fçrdert (64 Prozent Zustimmung, OPAL 2011, S. 65).

F hrt man diesen Gedanken weiter, sind OER auch ein Schl sselfaktor, um

solche »offenen« Lern- und Lehrmethoden zeitgem ß umzusetzen. Folglich sollten offene Bildungsressourcen auch ein wesentliches Element sein, um lebenslanges Lernen sowie Wissensgesellschaften zu unterst tzen (cf. Geser 2007; Schaffert/Geser 2008). OER-Initiativen werden jedoch auch çffentlich und von Stiftungen gefçrdert, weil sie allgemein den Zugang zur Bildung erleichtern kçnnen. Politisch interessant sind ebenso mçgliche Kosten- ersparnisse (Hyl n 2006): Im çffentlichen Bildungswesen m ssen gedruckte (oft teure) B cher gekauft werden, die f r eine geringere Summe çffentlicher

Gelder auch kostenfrei online zur Verf gung gestellt werden kçnnen. Ins- gesamt bergen OER neben Einsparungseffekten auch die Mçglichkeit, den

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Ressourcenpool f r innovative Bildungsideen zu erweitern, einfacher anzu-

passen und zu aktualisieren ( Geser 2007, S. 20). Sind die Materialien frei zu-

g nglich, kann man einfacher und kosteng nstiger passende Bildungsmate-

rialien finden – oder auch anpassen. Potenziell kann so auch die Qualit t von Bildungsressourcen erhçht werden, wenn die Mçglichkeiten der Verbes- serung und der Qualit tskontrolle durch Systeme unterst tzt werden (ebd.).

Neben den unmittelbaren Potenzialen der Kostenersparnisse und der Quali-

t tsverbesserung bei der Bildung wird immer wieder, insbesondere f r die

Autor/-innen von OER sowie von Einrichtungen, die OER anbieten, auf Re- putationseffekte hingewiesen: Durch OER kann man auf Lehrende oder auch potenzielle Bildungsanbieter aufmerksam werden. So weist Hyl n (2006) da- rauf hin: »Institutions to be engaged in OER will profit from good public relations, the materials can function as a show-window attracting new stu- dents«.

Es gibt also eine Reihe von politischen, finanziellen, altruistischen und di- daktischen Argumenten, OER zu erstellen bzw. diese Idee zu unterst tzen. Schaffert (2010) sammelte die Begr ndungen von Hochschulen, die OER- Strategien einf hrten, und konzentrierte sich dabei auf die angestrebten or- ganisationalen Ver nderungsprozesse (und nicht etwaige altruistische Moti- ve, vgl. Abbildung 1).

Reputationseffekte

Argumentationen f r OER-Strategien in Einrichtungen

Argumentationen f r OER-Strategien in Einrichtungen Abb. 1: Angestrebte organisatorische Ver nderungen durch
Argumentationen f r OER-Strategien in Einrichtungen Abb. 1: Angestrebte organisatorische Ver nderungen durch
Argumentationen f r OER-Strategien in Einrichtungen Abb. 1: Angestrebte organisatorische Ver nderungen durch
Argumentationen f r OER-Strategien in Einrichtungen Abb. 1: Angestrebte organisatorische Ver nderungen durch
Argumentationen f r OER-Strategien in Einrichtungen Abb. 1: Angestrebte organisatorische Ver nderungen durch

Abb. 1: Angestrebte organisatorische Ver nderungen durch die Einf hrung von OER- Strategien in Hochschulen. Quelle: berarbeitete Darstellung nach Schaffert (2010), in Anlehnung an eine Darstellung von Seufert/Euler (2005)

Im Hinblick auf die eigene Organisation gibt es nach dieser Darstellung vier Handlungsfelder f r den Einsatz von offenen Bildungsressourcen und die Einf hrung von OER-Strategien in Hochschulen.

n

OER kçnnen die Studierenden und Lehrenden adressieren, damit der un- komplizierte Zugriff auf Informationen und Materialien f r Studierende und Lehrende gegeben ist – damit ist auch durch die Verçffentlichung und Offenheit eine gewisser Grad an Qualit tssicherung gegeben: Was poten- ziell die ganze Welt sehen kann, wird ggf. (noch) sorgf ltiger erstellt.

n

OER, insbesondere damit verbundene offene Lern- und Lehrsettings beim gemeinsamen Erstellen von Lernressourcen, kçnnen auch die Einf hrung neuer Lernkulturen unterst tzen.

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OER kçnnen außerdem zu Marketingzwecken verwendet werden, einer- seits um neue Studierende zu werben oder andererseits um mçgliche Re- putationseffekte f r die Bildungseinrichtung (»Die tun Gutes f r freien Zugang zur Bildung«) zu schaffen. Erg nzend wurde hier ein weiteres Ar- gument aufgenommen, das immer h ufiger von Seiten der Hochschulen genannt wird: (Neue) Studierende kçnnen sich leichter zu Studieninhal- ten und -methoden informieren bzw. einen Eindruck verschaffen, wenn OER zur Verf gung gestellt werden.

n

OER kçnnen schließlich, im Sinne von offenen Innovationen, auch Ko- operationsmçglichkeiten mit anderen Lehrenden und Lernenden ermçg- lichen und dadurch Impulse und Verbesserungen an der eigenen Einrich- tung anstoßen oder auch neue Formen des Lernens anregen, z. B. koope- ratives Lernen ber Einrichtungen hinweg.

Nutzung unterschiedlicher Kan le – das Beispiel der TU Graz

Die Technische Universit t Graz hat als erste çsterreichische Universit t eine Open-Content-Strategie entwickelt, auch um ihrem çffentlichen Bildungs- auftrag nachzukommen (Ebner/Stçckler-Penz 2011).

auftrag nachzukommen ( Ebner/Stçckler-Penz 2011). Abb. 2: Unterschiedliche Zielsetzungen und Kan le f r
auftrag nachzukommen ( Ebner/Stçckler-Penz 2011). Abb. 2: Unterschiedliche Zielsetzungen und Kan le f r
auftrag nachzukommen ( Ebner/Stçckler-Penz 2011). Abb. 2: Unterschiedliche Zielsetzungen und Kan le f r
auftrag nachzukommen ( Ebner/Stçckler-Penz 2011). Abb. 2: Unterschiedliche Zielsetzungen und Kan le f r
auftrag nachzukommen ( Ebner/Stçckler-Penz 2011). Abb. 2: Unterschiedliche Zielsetzungen und Kan le f r

Abb. 2: Unterschiedliche Zielsetzungen und Kan le f r Aufzeichnungen an der Tech- nischen Universit t Graz. Quelle: Ebner/Stçckler-Penz 2011, Abbildung 3 (nachgezeichnet)

In Abbildung 2 wird gezeigt, wie gegebenenfalls unterschiedliche Kan le ge- nutzt werden m ssen, um mit offenen Bildungsressourcen die entsprechen- den Zielgruppen zu erreichen. Exemplarisch werden hier die Podcast- oder Aufzeichnungsaktivit ten dargestellt, die nur einen Teil der offenen Bil- dungsressourcen der TU Graz darstellen (vgl. opencontent.tugraz.at). F r die bestehende Zielgruppe, die Studierenden und Lehrenden vor Ort, werden seit 2006 gezielt Vorlesungen, bungen und Seminare aufgezeichnet und den Lernenden angeboten. Neben der Zur-Verf gung-Stellung f r die Lehr- veranstaltungsteilnehmer/-innen sind auch ausgew hlte Aufzeichnungen frei zug nglich und kçnnen zum eigenen Lehr- und Lerngebrauch verwendet werden. Kurze Zeit sp ter ist speziell f r die Zielgruppe der berufsbegleiten- den Lernenden und der Life-Long-Lerner/-innen (zumeist in Aufbaulehrg n- gen) ein Webserver zum Livestreaming in Betrieb gegangen. Damit ist es mçglich, Vorlesungsinhalte synchron ber das Internet anzusehen und die Anwesenheitszeiten flexibler zu gestalten. In diesem Fall handelt es sich auch um bestehende Zielgruppen, die nun ber einen verbesserten Service ange- sprochen werden. Seit 2009 bietet die TU Graz Aufzeichnungen und Videos

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auf iTunes U an und beginnt damit eine g nzlich neue Zielgruppen anzuspre- chen – Studierende von morgen, die sich f r das Angebote der TU Graz inte- ressieren, ehemalige Studierende und generell an wissenschaftlichen Bil- dungsinhalten Interessierte. Einerseits dient also die Verçffentlichung in einer der grçßten Plattformen der Welt zu Reputationszwecken und ander- seits auch, um vor allem dem çffentlichen Bildungsauftrag nachzukommen bzw. Inhalte leichter zug nglich zu machen. Neben Vorlesungsaufzeichnun- gen und Dokumenten werden besonders auch »außergewçhnliche« Vortr ge und Veranstaltungen zur Verf gung gestellt und damit nachhaltiger f r die

ffentlichkeit gemacht. Ob die Aufzeichnungen der TU Graz – die entspre-

chend lizenziert sind – zuk nftig auch von Externen modifiziert und variiert werden kçnnen und dies entsprechend bei der TU Graz selbst zu Ver nde-

rungen f hrt, ist derzeit noch offen.

4 OER in der Praxis: OER finden, erstellen und teilen

Wie man als Lehrender (oder auch Lernender) aktiv OER nutzen und erstel- len kann, wird nun im folgenden Abschnitt skizziert. Dabei orientieren wir uns in erster Linie an den OLCOS-Tutorien (via olcos.org), bei denen es auch etliche bungsaufgaben sowie kurze Videos gibt. Bei der Entwicklung und Verçffentlichung von OER geht es im Wesentlichen um die Gew hrleistung des Prinzips der Offenheit, welches durch entsprechende technologische Werkzeuge und frei zug ngliche Software (h ufig basierend auf Wiki-Syste- men), freie Lizenzierungsmodelle, ausreichende Beschreibung der Objekte und Materialien, Qualit tssicherungsstrategien sowie die Nutzung entspre- chender Datenbanken und Verzeichnisse mçglich wird.

Bevor Sie mit der Suche nach OER beginnen, sollten Sie erste bliche didak- tische berlegungen (Zielgruppe, Zielsetzung, Gestaltung) getroffen haben. Dann kann die Recherche beginnen. Wie bereits einleitend festgestellt, ist das Internet voll mit vermeintlich freien Materialien. F r Unterricht oder Weiterbildung frei nutzbar sind jedoch nur solche, die entsprechend lizen- ziert wurden. Am verbreitetesten ist im deutschsprachigen Raum die Creati- ve-Commons-Lizenz (kurz CC-Lizenz, sie wird sp ter noch genauer beschrie-

ben), und in vielen Suchmaschinen und -funktionen wird die gezielte Suche nach solchen Materialien unterst tzt. So l sst sich bei Yahoo oder auch Goo- gle bei den erweiterten Suchoptionen einstellen, dass nur solche CC-Mate- rialien gefunden werden. Auf der Webseite von Creative Commons kann ebenso das Web insgesamt durchsucht werden (creativecommons.org). Auch einige Medienplattformen wie Jamendo.com (f r Musik) und FlickR.com

(f r Fotos) erlauben Recherchen nach CC-Materialien. Auf diese Weise soll-

ten schon einige brauchbaren Elemente und Fundst cke entdeckt werden kçnnen.

Einschl gige, umfangreichere Bildungsressourcen »verstecken« sich jedoch

h ufig auf den entsprechenden OER-Portalen und -Verzeichnissen. Es ist da-

her sinnvoll, nach entsprechenden Websites zu recherchieren (eine Liste fin-

det sich bspw. im Wikieducator.org oder bei creativecommons.org/educa- tion) und dort entsprechende Suchanfragen zu stellen. Weil diese Suche

auf verteilten Webseiten l stig ist, wurde 2005 eine globale Suchmaschine

f r Lernobjekte, die Metasuchmaschine f r OER (www.globe-info.org) ent-

wickelt. Auch sie deckt leider nur einen Teil der Repositories ab, aber die Su-

Suchen und Finden von OER

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Entwickeln und Ver ndern von OER

OER publizieren und wiederverwenden

che nach deutschsprachigen Hochschulmaterialien f hrt bestimmt auch hier zu einigen Treffern.

Wurden brauchbare Materialien oder Elemente f r den eigenen Unterricht gefunden, sollte – in der Regel wird das auch durch die Lizenz vorgeschrieben – ein Vermerk zum Ersteller eingef gt werden. Beste OER-Tradition ist es, Materialien in einer Weise zu erstellen, die die Wiederverwendung erleich- tert. Dazu sollten Dateiformate mit offenen Standards verwendet werden (z. B. f r Bilder .png, f r Texte Open-Office-Formate, .html oder .xml) und bevorzugt solche, die das Modifizieren auch einfach machen (lieber eine .html-Datei als eine PDF-Datei).

OER muss nicht, aber kann auch gemeinsam mit anderen erstellt werden. Das macht oft Spaß, bringt Arbeitserleichterungen und neue Ideen hervor. Es gibt

eine Reihe von Plattformen, die sich das gemeinsame Erstellen von OER zum Ziel gesetzt haben, viele davon sind Wiki-basiert (siehe erster Abschnitt, er-

g nzend sind hier u. a. lemill.com, connexions.org, currici.org oder wikiver- sity.org zu nennen).

Es ist bestimmt nicht das Schlechteste, die eigenen erstellten OER-Materia- lien auf der eigenen Webseite, z. B. dem eigenen Weblog anzubieten und an- zupreisen, vor allem dann, wenn man entsprechende Leser/-innen und Be- sucher/-innen der Seite hat. Im Regelfall ist es jedoch sinnvoll – wenn man die eigenen Materialien aktiv anderen zur Verf gung stellen will – sie auf dem jeweils f r das eigene Themenfeld einschl gigen Repository hochzuladen und entsprechend zu verschlagworten, ggf. mit Metadaten zu versehen bzw. den Richtlinien entsprechend zu publizieren.

F r das eigene Material bietet so ein Vorgehen die besten Voraussetzungen, da

es sich ggf. schnell verbreitet, berarbeitet und verbessert wird. F r die Urhe-

ber ermçglicht dieses Vorgehen, dass Chancen f r Reputationseffekte und Vernetzungen mit Kollegen entstehen, die weitere Synergien ermçglichen.

Wichtig: die

In den USA gibt es die Mçglichkeit, Materialien im Internet als »public do-

Lizenzierung

main« zur Verf gung zu stellen. Das Urheberrecht im deutschsprachigen Eu- ropa sieht dies jedoch nicht vor, da ein Verzicht auf die geistigen Eigentums- rechte nicht mçglich ist. Eine entsprechende Lizenz ermçglicht jedoch, die Art der Nutzung und Verwendung zu definieren, damit nicht jeder Einzelne Vertr ge mit den Urhebern eingehen muss. Es gibt eine Reihe von Lizenzmo- dellen, die prinzipiell in Frage kommen, nur macht es Sinn, die derzeit im OER-Bereich am weitest verbreiteten, die sog. Creative-Commons-Lizenzen zu nutzen. Die CC-Lizenzen haben, wie alle Lizenzmodelle, den Vorteil, dass hier juristisch abgesichert die (erlaubte) Nutzung der Materialien definiert wird und in der Regel auch allgemeinverst ndlich beschrieben ist.

in der Regel auch allgemeinverst ndlich beschrieben ist. Abb. 3: Creative Commons Lizenz und Symbole f

Abb. 3: Creative Commons Lizenz und Symbole f r unterschiedliche erlaubte Nut- zungsformen. Quelle: CreativeCommons.org (abgerufen am 07. 08. 2011)

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Alle CC-Lizenzen erlauben die Nutzung von Materialien, allerdings wird diese im Detail genauer definiert und es gibt eine Reihe von Optionen, die man als OER-Ersteller und -Nutzer/-in im Auge behalten sollte (vgl. Abbil- dung 3):

n

In der Regel muss der Urheber genannt werden (»by«).

n

Modifikation kann, muss aber nicht erlaubt sein (»no derivation«).

n

Es kann vorgeschrieben sein, dass die Nutzer/-innen der Materialien unter der gleichen Lizenz verçffentlichen m ssen (»share alike«).

n

Die kommerzielle Nutzung kann ausgeschlossen werden (»non commer- cial«).

Idealerweise sollten OER zur Modifikation freigegeben sein, das heißt, Dritt- personen sollten Beitr ge berarbeiten bzw. modifizieren – in der Regel unter Namensnennung der urspr nglichen Verfasser/-innen – sowie wieder ver- çffentlichen kçnnen. Ein solchermaßen lizenziertes Material ist schneller

f r die besonderen Bed rfnisse anderer Lehrenden ab nderbar, kann gut

kombiniert oder eben aktualisiert werden. Wie gesagt: Die Urheber behalten ihre Urheberrechte und kçnnen nat rlich unbenommen der Lizenz mit ein- zelnen Anderen andere Absprachen treffen.

5 OER sind anders: Entwicklung und Vertrieb

Mit OER verbunden ist auf den ersten Blick vor allem eine neue, offene Art der Zurverf gungstellung und des Miteinanders beim Erstellen von Lehr- und Lernmaterialien. Vergleicht man jedoch die Erstellung und auch den »Ver- trieb« von OER mit den Erstellungs- und Vertriebsprozessen von traditionel- len, oft gedruckten und k uflich erwerbbaren Materialien, f llt auf, dass man mit OER in vielerlei Hinsicht neue, andere Wege einschl gt. Abschließend werden wir dabei zwei Aspekte aufgegriffen: die Qualit tssicherung wie auch die Erlçsmodelle.

Bei traditionellen Lehrmaterialien, z. B. Arbeitsb chern, erfolgt die Quali-

t tskontrolle in der Regel mittels interner Qualit tskontrollen durch Fach-

redakteure und Lektoren beim Fachverlag. Wenn große Bildungseinrichtun- gen OER-Strategien aufgreifen und ihr Material auf der eigenen Homepage verçffentlichen, gibt es ebenso interne Qualit tskontrollen, z. B. durch Kol- legen. Bei den freien Plattformen finden sich hingegen oft neuartige Prakti-

ken der Qualit tskontrolle, zum Beispiel durch Nutzerkommentare und -be- wertungen. Derzeit gibt es eine Reihe von formalen und eher informellen, offenen Formen des Qualit tsmanagements von OER, die derzeit in Erpro- bung und Diskussion sind (siehe Abbildung 4; Hyl n 2006; Ehlers 2011; siehe auch das Projekt OPAL unter www.oer-quality.org).

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Offene Bildungsressourcen: frei zug nglich und einsetzbar Abb. 4: Qualit stmanagementans tze bei OER. Quelle:

Abb. 4: Qualit stmanagementans tze bei OER. Quelle: Hyl n 2006 ( bersetzt)

Ein wichtiger weiterer Aspekt ist die Finanzierung von OER: Auch wenn OER definitionsgem ß kostenfrei zug nglich sind, entstehen sie nat rlich nicht kostenlos und m ssen daher finanziert werden. OER-Initiativen und -For- schungsprojekte sind h ufig bildungspolitisch initiiert (vgl. OECD 2007) und entsprechend gefçrdert, beispielsweise durch Kofinanzierungen der Eu- rop ischen Kommission. Es gibt inzwischen auch Bildungseinrichtungen, die eigene OER-Strategien verfolgen und auch aus Marketinggr nden die Er- stellung von OER unterst tzen. Auch f r einzelne Lehrende kann sich OER auszahlen, zum Beispiel, weil sie aufgrund von Videoaufzeichnungen oder interessantem Lehrmaterial als Dozent oder Referent engagiert werden. Doch gibt es – anders als bei herkçmmlichen Materialien – keine unmittelbar zu erwartenden finanziellen Ertr ge, es findet ja kein Verkauf der OER statt. Wie schaut also ein Gesch ftsmodell aus, damit solche Inhalte auch nach- haltig im Internet erhalten bleiben und langfristig einerseits von den Lernen- den genutzt werden kçnnen und andererseits auch gesichert ist, dass das An- gebot seitens der Betreiber aufrecht gehalten, erneuert und gewartet werden kann? F r ehrenamtliche Unternehmungen, wie das eingangs erw hnte eh- renamtlich erstellte Lehrbuch »Lernen und Lehren mit Technologien« (L3T, www. l3t.eu) ist es notwendig, mittelfristig auch finanzielle Einnahmen zu erzielen, da entsprechende Systeme undWebseiten gewartet werden m ssen. Neuartige Gesch ftsmodelle, beispielsweise durch erg nzende Angebote wie (kostenpflichtige) Printversionen oder (kostenpflichtige) erweiterte E-Book- Varianten und Sponsorenmodelle sind daher in Entwicklung und Erprobung (siehe Schçn/Ebner/Lienhardt 2011).

Alles in allem sind offene Bildungsressourcen nicht nur eine gute, sondern auch eine spannende Entwicklung!

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