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Tokio

Tokio liegt in der Kantō-Region im Osten der Insel Honshū in Japan. Seit 1868 ist Tokio auch
offizielle Hauptstadt Japans und mit dem Kaiserpalast Tokio Sitz des Tennō.

Die 23 Stadtbezirke Tokios haben 8.483.050 Einwohner. Im Ballungsgebiet leben 34.471.652


Menschen. Damit ist Tokio die größte Metropolregion der Welt. Die Region ist das Finanz-,
Industrie-, Handels- und Kulturzentrum Japans mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen,
Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Tokio ist auch Sitz der Universität der Vereinten
Nationen (UNU).

Gouverneur der Präfektur Tokio, derzeit Shintarō Ishihara, kann als „Bürgermeister“ oder
„Gouverneur“ Tokios bezeichnet werden, da die Präfektur Tokio seit 1943
Verwaltungskompetenzen einer Stadt und einer Präfektur vereint. Ein Erlass der Tokioter
Gouverneurs erlaubt den japanischen Rechtsradikalen auf allen Straßen der Präfektur mit
beliebig vielen Parolenwagen umherzuziehen und dabei über Lautsprecher Kampflieder und
rechtsextreme Parolen zu verbreiten. Bereits 1989 machte Ishihara durch sein Buch "Japan
kann Nein sagen" auf seine nationalistischen Ansichten aufmerksam.
Sitz der Präfekturverwaltung Tokio in Shinjuku (1991)

Der 1991 von Kenzo Tange erbaute Wolkenkratzer in Shinjuku im Stil einer Kathedrale kann
somit als Präfekturverwaltung oder Rathaus bezeichnet werden.

Geographie
Geographische Lage

Tokio liegt an der Bucht von Tokio auf der Insel Honshū, der größten der vier Hauptinseln des
japanischen Archipels, in der Kantō-Ebene durchschnittlich sechs Meter über dem
Meeresspiegel. Die 23 autonomen Bezirke der Stadt Tokio haben eine Fläche von 621
Quadratkilometern.

Die gesamte Metropolregion mit einer Bodenfläche von 13.556 Quadratkilometern erstreckt
sich über die Präfekturen Chiba, Kanagawa, Saitama und Tokio. In Japan wird das Gebiet
Tokiobereich, Hauptstadtbereich oder Südkantō genannt.

Kantō ist das Gebiet, das in weitem Bogen um die Tokiobucht liegt. Der Name Kantō
bedeutet „östlich der Barriere“ – eine historische Bezeichnung. (Kansai, also „westlich der
Barriere“, ist das Gebiet um Ōsaka.) Mit „Barriere“ sind die Berge in der Region Chūbu
gemeint.

Kantō ist die größte Ebene in Japan. Durch frühere, gewaltige Vulkanausbrüche des in den
letzten Jahrhunderten eher ruhigen Fujisan wurde fast die komplette Ebene mit fruchtbarer,
vulkanischer Asche eingedeckt .Dazu kommt die große Tokiobucht, die tief genug ist, um als
Hafen zu fungieren, und flach genug, um dem Meer größere Flächen abzuringen.

Geologie
Satellitenaufnahme der Bucht von Tokio

Landsat-Aufnahme von Tokio

Stadtgliederung

Karte der Präfektur Tokio mit den 23 Hauptstadtbezirken

Tokio gliedert sich in 23 Hauptstadtbezirke:

o Adachi
o Arakawa
o Bunkyo
o Chiyoda
o Chuo
o Edogawa
o Itabashi
o Katsushika
o Kita
o Koto
o Meguro
o Minato
o Nakano
o Nerima
o Ota
o Setagaya
o Shibuya
o Shinagawa
o Shinjuku
o Suginami
o Sumida
o Toshima
o Taito

Klima

Klimadiagramm Tokio

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone, weshalb das ganze Jahr relativ milde
und angenehme Temperaturen herrschen. Die Sommer sind heiß und feucht, ca. 30°C tagsüber
und 20°C nachts, die Winter trocken und sonnig, ca. 10°C tagsüber und um 0°C nachts,
Schnee fällt auch manchmal. Von Ende Juni bis Mitte Juli dauert die Regenzeit, mit täglichen
Regenschauern. Mitte Juli bis Ende August ist es anhaltend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Geschichte
Naturkatastrophen
Tokio liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt. Kleine Erdbeben sind in der Stadt
nichts Außergewöhnliches. Während der sehr aktiven Phasen können kleine, bemerkbare
Erdbeben fast täglich auftreten.

Tokio wurde häufig von verheerenden Erdbeben und großen Bränden heimgesucht. So
forderte etwa 1657 ein Großbrand mehrere Tausend Menschenleben und zerstörte mehr als 60
Prozent des damaligen Stadtgebietes. Das Shogunat nutzte diese Gelegenheit für eine
Neuordnung der Stadtstrukturen.

Die schwerste Naturkatastrophe in der neueren Geschichte Tokios war das Große Kantō-
Erdbeben und Feuer vom 1. September 1923, bei dem ein Großteil der Stadt zerstört wurde.

Im Zweiten Weltkrieg begannen die Vereinigten Staaten mit der Bombardierung Tokios..
Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden wurden ein Raub
der Flammen. Auch der historische Kaiserpalast wurde vernichtet.

Bevölkerungsentwicklung

Kreuzung in Shibuya

Asakusa

Sonnenuntergang in Shinjuku

Schon seit dem 19. Jahrhundert hat Tokio mehr als eine Million Einwohner. Es war bereits
damals zeitweilig größte Stadt der Welt und neben London eine der damals zwei
Millionenstädte der Erde.

Seit den späten 1940er Jahren ist die Metropolregion Tokio erneut rasch gewachsen, sowohl
nach Fläche wie auch nach Einwohnerzahl. In ihr lebt ungefähr ein Viertel der
Gesamtbevölkerung Japans. Die 23 Hauptstadtbezirke haben zusammen 8,5 Millionen
Einwohner. Der Großraum Tokio bildet gemeinsam mit den angrenzenden Präfekturen
Kanagawa, Saitama und Chiba das größte zusammenhängende urbane Gebiet der Erde mit
34,5 Millionen Einwohnern . Die Metropolregion beherbergt 27 Städte mit mehr als 200.000
Einwohnern, 17 Städte mit einer Bevölkerung von über 300.000, und acht mit einer
Einwohnerzahl von mehr als 500.000.

Tokio hat drei weitere Millionenstädte als Vororte: (Yokohama, Saitama und Kawasaki). Im
östlichen Vorort Chiba leben etwa 900.000 Menschen. Yokohama im Süden Tokios hat mit 3,6
Millionen Einwohnern etwa ebenso viele Einwohner wie Berlin oder Madrid.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater

Kabuki-za-Theater

Tokio besitzt viele Theater, in denen sowohl traditionelle Formen des Theaters , als auch
moderne Stücke aufgeführt werden. Mehrere Sinfonieorchester und viele kleinere Orchester
haben westliche und traditionelle japanische Musik in ihrem Repertoire.

Theaterfreunde können sich entscheiden zwischen dem Opernhaus, dem Tokyo Globe
Theatre, dem Kabuki-za-Theater, verschiedenen Nō-Bühnen und dem Takarazuka Grand
Theatre, in dem Revuen und Musicals aufgeführt werden.

Das Nō ist ein traditionelles japanisches Theater, das nur von Männern gespielt (getanzt) und
musikalisch begleitet wird. Meist trägt der Hauptdarsteller eine Maske. Die traditionellen
Themen betreffen meist japanische oder chinesische Mythologie oder Literatur. Einige Nō-
Theaterstücke befassen sich mit Gegenwartsthemen.

Kabuki (Gesang-Tanz) ist das traditionelle japanische Theater der Händlerschicht. Kabuki ist
eine im Wesentlichen säkulare Kunstform und etwas weniger formell als das ältere, vom
Buddhismus geprägte Nō-Theater der Samurai. Grundsätzlich besteht ein Kabuki aus Gesang,
Pantomime und Tanz.

Museen
Edo Tokyo Museum

Das größte Museum Japans ist das Nationalmuseum. Dort sind permanent etwa 2.500
Exponate über die japanische Geschichte und Kultur ausgestellt, darunter nationale Schätze
und bedeutende Kulturgüter des Landes. Manchmal werden zusätzlich noch
Sonderausstellungen zu bestimmten Themen präsentiert, so dass ein ganzer Tag nicht
ausreichend ist, um das gesamte Angebot des Museums zu besichtigen.

Bauwerke

Tokio ist heutzutage eine der schnelllebigsten und modernsten Großstädte der Welt und kreiert
einerseits in vielen Bereichen wie beispielsweise Mode und Unterhaltungselektronik ständig
neue Trends, ist aber andererseits auch eng mit der japanischen Tradition verbunden.

Akihabara

Tokyo Tower bei Nacht

Im Shiba-Park im Stadtbezirk Minato, befindet sich der 333 Meter hohe Tokyo Tower, eines
der Wahrzeichen der Stadt.
Sensō-ji in Asakusa, ist der älteste und bekannteste Tempel in Tokio.

Parks

Tamagawa Jōsui Hamura

Monorail im Ueno-Zoo

Der Ueno-Zoo ist der älteste Tierpark Japans. Er ist kleiner als der Tama-Zoo und befindet
sich im Ueno-Park mitten in der Tokioter Innenstadt. Der Zoo ist durch eine in einem
Einschnitt liegende Straße in zwei Teile geteilt, die mit einer Brücke und der Ueno-Zoo
Monorail verbunden sind.

Der Tama-Zoo ist der größte Zoo von Tokio. Er wurde am 5. Mai 1958 eröffnet und umfasst
ein Gelände von 52,3 Hektar. Der Zoo ist in drei ökologische Areale eingeteilt, den
asiatischen Garten, den afrikanischen Garten und den australischen Garten. Dazu besitzt er ein
Insektarium.

Kulinarische Spezialitäten

Schaufensterauslage mit Modellen aus Kunststoff im Restaurant

In Tokio hat man die Auswahl unter mehr als 50.000 Restaurants. Kulinarisch betrachtet ist
die Stadt aufregend und abenteuerlich, wenn man die heimischen Spezialitäten probiert. Diese
bieten eine überraschend große Auswahl von preiswerten Nudelsuppen bis zum
aristokratischen Kaiseki.

Dieses aufwändige Genusserlebnis besteht aus einer Vielzahl kleiner Leckerbissen und
verkörpert die drei Ideale der einheimischen Küche: aufwändige Zubereitung, dekoratives
Anrichten und erlesenes Ambiente. Es gilt als Krönung der japanischen Kochkunst und es
werden nur absolut frische und möglichst naturbelassene Lebensmittel verwendet. Kaiseki,
das sich aus einer Zwischenmahlzeit zur Teezeremonie entwickelte, wird heute in noblen
Restaurants und Hotels serviert

Die Hauptrolle in der traditionellen japanischen Küche spielen Fisch, Reis, Sojabohnen und
Gemüse. Am bekanntesten ist Sashimi (roher Fisch).

Die Japaner haben aber auch mit Rind, Geflügel und Schwein experimentiert und
Köstlichkeiten wie Teppanyaki, Shabu-Shabu und Sukiyaki entwickelt.
Teppanyaki Shabu-Shabu Sukiyaki

Genauso beliebt sind nationale Spezialitätenrestaurants, „ethnic food“ genannt. Unter diesem
Begriff verstehen Japaner alles, was nicht japanische oder westliche Küche ist. Vorrangig
finden sich hier chinesische, koreanische, indische, thailändische und vietnamesische
Restaurants. Auch gibt es in Tokio eine signifikante Anzahl deutscher Restaurants.
Modewellen bringen alle paar Jahre neues ethnic food nach Japan. Tokio als Weltstadt
versammelt auch eine große Anzahl nationaler und internationaler Fastfood-Restaurant- und
Café-Ketten.

Das Getränk Sake ist im Moment vor allem bei jungen Frauen beliebt. Der Bezug zu den Frauen
hat aber auch einen historischen Hintergrund, denn die Überlieferung sagt, dass der Reis ursprünglich
von Mädchen zerkaut und anschließend in Gefäße gespuckt wurde, wo der Reis dann weiter gärte.

Eigentlich ist Sake ja eine japanische Sammelbezeichnung für Alkoholika. In westlichen Ländern wird
der Name in erster Linie mit Reiswein oder Reisbier assoziiert, das aus vergorenem Reis hergestellt
wird. Er erinnert aber weder an Bier oder Wein, sondern an Schnaps

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft
Einkaufsstraße in Sugamo

Tokio bei Nacht

Viele Fabriken, Universitäten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen haben seit den
1930er Jahren ihren Standort in die Außenbezirke Tokios verlagert. Ab Mitte der 1950er Jahre
beschleunigte sich dieser Prozess, als Japan einen bemerkenswerten wirtschaftlichen
Aufschwung erlebte.

Am Ufer der Tokiobucht konzentrieren sich die modernen Großindustrien der Stadt. Dort liegt
zwischen Tokio und Yokohama das größte Industriegebiet Japans. Der dominierende
Wirtschaftszweig ist die Schwerindustrie, die mehr als zwei Drittel des
Gesamtproduktionswertes erwirtschaftet. Die Leichtindustrie ist breit gefächert: Hergestellt
werden chemische Produkte, Kameras, Maschinen, Metallwaren, Nahrungsmittel, optische
Geräte und Textilien sowie eine große Vielfalt an Konsumgütern.

Verkehr

Fernverkehr

Shinkansen im Hauptbahnhof

Da die existierenden Hauptverbindungen bald überlastet waren, sind neue Expresslinien


(Shinkansen) eröffnet worden. Heute verkehren zwischen Tokio und Fukuoka
Hochgeschwindigkeitszüge, die in circa sieben Stunden eine Entfernung von rund 1.070
Kilometern zurücklegen.
Nahverkehr

Omnibus in Tokio

U-Bahn-Zug der Ginza-Linie

Die Modernisierung des Straßennetzes der Stadt gestaltete sich besonders schwierig, da die
Straßen der alten Stadt Edo sehr eng und gewunden und für den Autoverkehr völlig
ungeeignet waren.

Seit den 1960er Jahren ist der private Autoverkehr allmählich zugunsten des öffentlichen
Busverkehrs reduziert worden. Der Straßenverkehr wird auch heute noch durch die meist
engen Straßen und die fehlenden Parkplätze eingeschränkt.

Die U-Bahn von Tokio ist eine der am stärksten in Anspruch genommene U-Bahnen der Welt.
Im Unterschied zu den meisten Metros anderer Städte werden auf den verschiedenen Linien
der Tokioter U-Bahn Fahrzeuge mit verschiedenen Spurweiten, Stromabnehmersystemen und
Spannungen eingesetzt, sodass diese Fahrzeuge jeweils nur auf ihren Linien verkehren
können.

Weil der Platz knapp ist, liegen einige Fahrschulen auf Dächern. Die älteste, im Norden
Tokios, seit 1966 auf einem Supermarkt, führt dort 35 Autos, je mit Fahrlehrer, auf imitierten
Kreuzungen und Zebrastreifen. Der Motorrad-Unterricht wurde wegen Absturzgefahr
gestrichen. Die Idee haben längst auch andere japanische Städte aufgegriffen.

Bildung

Tokio ist Mittelpunkt des Bildungswesens in Japan. Die zahlreichen staatlichen und privaten
Universitäten der Metropolregion machen ein Viertel aller Universitäten des Landes aus, an
denen ungefähr ein Drittel aller Studenten Japans eingeschrieben sind.
Universität Tokio, das Akamon (Rotes Tor)

Die Universität Tokio (Tōkyō daigaku, bekannt unter der Abkürzung Tōdai) ist die älteste und
renommierteste staatliche Universität Japans. Sie besitzt fünf Campus, sowie zehn Fakultäten
mit insgesamt circa 28.000 Studenten, von denen 2.100 Ausländer sind.

Aussergewöhnliches:
Scheidungsgrund nr.1

Kleine silberne Kugeln sind mitverantwortlich, dass viele japanische Ehen in die Brüche gehen.
Die Kugeln sind ein Teil von Patchinko, ein Automatenspiel, das sowohl Männer als auch
Frauen regelmäßig in seinen Bann zieht. Wer dem Spiel verfallen ist, dem bleibt einfach kein
Privatleben mehr.

Zum Spielen gehört eine gewisse Grundausstattung an Silberkugeln, die man von den Angestellten
zunächst bekommt. Die Kugeln steckt man dann in die Maschine und sie bahnen sich anschließend
ihren Weg durch den Automaten und treffen auf jede Menge Hindernisse. Es gibt also eine Vielzahl an
Möglichkeiten, wo die Kugel entlang rollt und wo sie schlussendlich landet. Zu gewinnen gibt es im
Prinzip nur wertlosen Schnickschnack, aber das spielt keine große Rolle, denn es geht bei Patchinko
hauptsächlich um die Spannung, die man bei der Verfolgung der Kugel empfindet.
Das Spiel ist aus der heutigen japanischen Stadtkultur nicht wegzudenken und vielleicht ist es ja auch
nur die moderne Variante von asiatischer Meditation? Doch ein kritischer Blick darf natürlich nicht
fehlen: Patchinko ist eine wirklich große Geldmaschine, die zu einem Großteil von der Yakuza, der
japanischen Mafia, beherrscht wird. Viele Japaner sind dem Spiel verfallen und verbringen den
Großteil ihrer freien Zeit lieber mit dem Automatenspiel, als mit ihrem Partner. Wenn wundert es da
noch, wenn als häufiger Scheidungsgrund Silberkugeln angegeben wird.
Shibari:
Die Samurai entwickelten Shibari, um ihre Gefangenen zu foltern. Heute findet man die
Fesseltechnik in jedem Sado-Maso-Keller. Oft nennt man es auch Nawa-Shibari.
«Shibaru» bedeutet festbinden, «Nawa» bedeutet Seil.

Tattowierungen:
In vielen Bädern und Saunen haben Leute mit tätowiertem Körper keinen Zutritt. Auf den
Verbotsschildern steht der Grund: Sie verderben den anderen Badegästen die Laune.
Sake, stäbchen>reis