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Germanische Mythologie:

Der germanische Götterglaube ist sehr vielfältig, und hat sich im Laufe der Zeit in den verschiedenen
Regionen nicht zuletzt durch den Einfluß anderer Kulturen (römische, christliche) höchst
unterschiedlich entwickelt. Was wir heute über diese Mythen wissen, ist ein Ergebnis mühevoller
Recherche. Als ältestes deutschsprachiges Zeugnis gelten die Merseburger Zaubersprüche; die
Snorri-Edda aus dem 13. Jahrhundert; Sammlungen isländischer Götter- und Heldenlieder;
verschiedene Familiensagas, vornehmlich im 8.-9. Jahrhundert spielend; die Ynglingasaga, sowie die
Välsungasaga isländischer Herkunft, die unsere urdeutscheste, aber leider zu christliche
Siegfriedsage, das Nibelungenlied, auf eindrucksvolle Weise erzählt, sind unter anderem die
wichtigsten Quellen, aber auch überlieferte Märchen in ihrer Urform sind wichtige Zeugen. Es gibt
noch viele schriftliche Zeugnisse über den germanischen Göttergauben, doch leider oft aus der Feder
christlicher Autoren und somit wenig unvoreingenommen. Die Skalden, die nordischen Dichter und
Sänger, erzählten in ihren Liedern und Sagas die Geschichten der Götter und Helden und bewahrten
so einen Teil des Mythos. Allerdings sind viele Geschichten erst um den Jahrtausendwechsel von
nachvolgenden Skalden schriftlich niedergelegt worden, bis zu diesem Zeitpunkt waren es rein
mündliche Überlieferungen. Zeugnisse aus der Zeit vor unserer Zeitrechnung gibt es so gut wie
keine und der größte Teil der schriftlichen Aufzeichnungen stammt aus einer Zeit, in der Europa
bereits christianisiert war. Der Götterglaube hat sich aufgrund der geographischen Begebenheiten
auf Island und in Skandinavien am längsten halten können, doch ist er auch dort nach dem
Jahrtausendwechsel langsam dem Christentum gewichen. Hier in Deutschland fand der alte Glaube
bereits wesentlich früher sein Ende, die Välsungasaga erzählt aus einem Zeitaum zwischen dem 4.
und 5. Jahrhundert. Gunter, als einzig reell nachzuvollziehende Figur lebte in der ersten Hälfte des 5.
Jahrhunderts, schon damals waren die starken Einflüsse der neuen Religion spürbar.
Nachfolgend werde ich einige germanische Gottheiten, Die Götterdämmerung, Wesen des
Volksaberglaubens und Feste aufzählen und beschreiben, man muß aber hierbei beachten, daß
die Stellung der einzelnen Personen und ihre Charaktereigenschaften regional unterschiedlich waren
und sich auch mit der Zeit verändert haben.
An dieser Stelle möchte ich auf einige sehr interessante Bücher hinweisen, 2 Romane, zum einen
Rheingold von Stephan Grundy, zum anderen die Vinlandsaga von Josef Nyary, und nicht zuletzt das
Handbuch der germanischen Mythologie von Wolfgang Golther.
GERMANISCHE GOTTHEITEN
- Tiuz
gilt als der älteste und höchste germanische Gott und lässt noch deutlich die Naturerscheinungen als
Hintergrund der Sagenbildung erkennen. Vom Frieden und Fruchtbarkeit spendenden Gott wandelte er
sich unter dem Einfluß kriegerischer Zeiten zum schwertfrohen Helden. Der Gott steht in direkter
Beziehung zur Hauptbeschäftigung des Volkes, er lenkt das Schicksal und die Schlachten und wurde
zum Kriegsgott. Der Wochentag Dienstag wurde ihm gewidmet.

- Freyr
war ein friedliebender Gott, dessen Hauptkult in Schweden anzusiedeln ist, er wanderte über
Norwegen nach Island. Freyr gehörte zum Göttergeschlecht der Wanen. Er waltet über Regen,
Sonnenschein und Pflanzenwuchs der Erde und vermag den Menschen Frieden und Wohlstand zu
gewähren. Neben seiner uranfänglichen mild-friedlichen Tätigkeit steht aber auch die kriegerische. Er
besitzt ein Schwert, das in der Hand des Furchtlosen von selber in Bewegung gerät.

- Donar/Thor
Der Himmelsgott hat Blitz und Donner in seiner Gewalt, der Donnerkeil ist seine Waffe, die er mit
dem Blitz herunterwirft. Donar ist der stärkste und tapferste der Götter. Neben seiner kriegerischen
Seite waltet er auch über Leben und Eigentum der Menschen. Seine Waffe ist der Hammer, der
Schlaghammer galt als beliebte Waffe bei den alten Germanen. Thor genoß besonders bei dem
nordischen Volk eine besondere Verehrung vor allen anderen Göttern während auf Abbildern und
Gebeten viele Götter gleichhoch dargestellt werden, steht Thor immer voraus. Er fährt einen schweren
Wagn, der von zwei Böcken gezogen wird, die Böcke heißen Tanngniost (Zahnknisterer) und
Tanngrisnir (Zähneknirscher). Er besitzt ferner 3 Kleinode; seinen Hammer Mjolnir, ein Kraftgürtel,
der ihm doppelte Kraft verleiht und die eisernen Handschuh, diese braucht er, um seinen Hammer zu
fassen. Zu Thors Aufgabe gehört unter anderem das Bekämpfen der Riesen. Er gehört den Asen an.

- Wodan/Odin
Über das gesamte germanische Gebiet geht die Sage von einem gespenstischen Heer, das in
stürmischen Nächten durch die Lüfte braust. Die Geisterheere ziehen die Seelen derer, die eines
gewaltsamen Todes starben oder auf denen ein Fluch lastet, gefallene Krieger, Gerichtete u. dergl.
dieses wütende Heer ist namensgebend für Wodan. Zu Grund liegt das germanische Beiwort wodaz
(wütend, rasend). Auf einem großen weißen Pferd Sleipnir, von Hunden begleitet zieht Wodan durch
das Land, auch er gehört den Asen an. Er ist der Herr des Zaubers, des Geistes, der Weisheit, Erfinder
der Runen, Herr des Sieges, des Sturmes und stürmischer Liebhaber. Der listenreiche,
geistesgewaltige, wutgrimmige Gott ist das Idealbild des germanischen Heerkönigs als tüchtigster und
trefflichster, vom Standpunkt der Moral sicher nicht immer makelloser Held. Ihm wurde der
Mittwoch gewidmet.

- Heimdall
Heimdall ist eine rätselhafte, märchenhafte Gestalt, Snorri verweist auf das Gedicht Heimdallargaldr,
der Skalde Ulf Uggason erwähnt Heimdall in der Husdrapa, außerdem begegnet man ihm in den
Eddaliedern. Über den Kreis norwegisch-isländischer Skalden drang Heimdall nicht hinaus, sonst ist
nirgens eine Spur von ihm nachzuweisen.Er wird beschrieben als Lichtgott, wird der weiße Ase
genannt. Er ist der Wächter der Götter und sieht selbst bei Nacht 100 Meilen weit, er hört das Gras auf
der Weide und die Wolle auf den Schafen wachsen.Er bestzt ein Horn namens Gjallahorn, dessen Ton
man in allen Welten hören kann.

- Balder
Auch Balder ist ein Lichtgott, wie Heimdall, und Odin/Wodans Sohn, ein kühner Ritter, der Hufschlag
seines Pferdes weckt Quellen auf. Ihm werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben, Schönheit,
Güte, Reinheit,Weißheit, Redegewandtheit, Barmherzigkeit. Er wird durch einen Pfeil Hod's, Balders
blindem Bruder, getötet, Hod wurde durch Loki verführt, der ihm das Ziel wies. Wali, Odins
neugeborener Sohn rächt, erst eine Nacht alt seinen Bruder, indem er Hod erschlug. Loki wird
gefesselt und muß so bis zum Weltenende ausharren. Balder tritt in den isländischen Quellen oft als
der leidende Gott auf, vielleicht ist sein Tod ein Vorspiel auf den Untergang der Götter.

-Forseti
Forseti (Vorsitzer) ist ein Sohn des Balder und der Nanna, der Tochter Neps. Er besitzt im Himmel
einen Saal, welcher Glitnir (der Glänzende) heißt, und alle, die mit schwierigen Händeln zu ihm
kommen, gehen versöhnt fort. Dort ist die beste Gerichtsstätte, die Götter und Menschen kennen. In
Forseti ist die richterliche Obergewalt verkörpert. Helgoland hieß in alten Zeiten Forsetiland und
wurde von den Friesen geehrt und geschützt. Nur schweigend durfte man aus den sprudelnden
Quellen trinken und die weidenden Herden wurden nicht angerührt. In der nordischen Mythologie
taucht Forseti nur selten auf, er ist eher ein Gott der Friesen. Erst zur Zeit der Wikinger gelangten
Geschichten über Forseti ins Nordland und erst dort wurde er wohl mit Balder, welcher ebenfalls
Recht sprach, in Verbindung gebracht.

-Ullr
Ullr muß bedeutender gewesen sein, als von den Skalden überliefert. Sein Name bedeutet "der
Herrliche", "der Majestätische" und kann daher ein Beiwort einer erhabenen Gestalt sein. Leider
Haben die Skalden seine Bedeutung in den Hintergrund gedrängt, nur seine ungeklärte Verwandschaft
zu Sif und Thor und sein Schildmythos komen zur Sprache.Im wirklichen Leben galt er als Gott des
Winters, er ist ein Sohn der Sif, und Thors Stiefsohn, niemand konnte es mit ihm im
Schneeschuhlaufen und Bogenschießen aufnehmen. Er besitzt alle Vorzüge eines Kriegsmannes,
weshalb man ihn bei Zweikämpfen anrufen sollte. Ullr ist in den nördlichsten Gegenden
Skandinaviens anzusiedeln, seine Lebensweise gleicht der der Finnen oder Lappen, trotzdem ist er ein
germanischer Gott.

-Widar
Widar nennt man den schwigsamen Asen. Er besitzt einen besonders dicken und schweren Schuh und
ist so stark wie Thor. In allen Gefahren setzen die Götter großes Vertrauen auf ihn.

-Wali
Wali oder Ali heißt ein Sohn des Odin und der Rind. Er ist ein kühner Kämpfer und trefflicher
Bogenschütze. Seine Haupttat, von der allein erzählt wird, bildet die Rache an Hod für Balders Tod.
Im Westen bringt Rind den Wali zur Welt, nur eine Nacht alt zieht Odins Sohn in den Kampf um
Blutrache zu üben

- Hönir
Über Hönir ist wenig bekannt, er erchein als stumme, tatenlose Person bei der Weltschöpfung, dem
Wanenkrieg, nach dem Weltende. Er ist ein wandernder Gott, während der Weltschöpfung verlieh er
dem ersten Menschenpaar die Seele. Sonst taucht er allenfalls als Wegbegleiter Odins auf, wird aber
allgemein als schön, aber schwach im Geiste und unselbstständig beschrieben.

- Bragi
Der Dichtergott, auch er gehört den Asen an, Er ist ausgezeichnet durch Weisheit, Redeklugheit und
Spachgewandtheit. Er ist Odins Hofskalde, welcher die Gäste in Wallhall begrüst und mit einem
Willkommenstrunk versieht.

- Loki
Loki ist der Beschließer, der Endiger, ein Feuergott, sein Streben geht auf das Weltenende, Er versucht
ständig, die Macht der Götter zu erschüttern und führt letztendlich den Untergang, die volle
Vernichtung an.Sein Ursprung liegt nur zu einem kleinen Teil im echt nordischen, vielmehr ist er in
der altchristlichen Mythologie zu suchen, als nordische Variante zu Luciver, dem Teufel, der das Ende
der alten Gottheiten anstrebt.

- Frija
Die höchste germanische Göttin führt keinen eigentlichen Namen, vielmehr ein allmählich zum Range
eines Namens erhobenes Nennwort: Frija, die Geliebte, die Gattin. Sie wurde früher als die Gemahlin
des Tiuz verehrt, der Freitag wurde ihr gewidmet doch kommt es zu Verwischungen mit Frigg, der
Gattin Wodans, besonders im deutschen Bereich.

- Frigg
Frigg ist Wodans/Odins Gattin, sie ist schlau und steht ihrem Gemahl jederzeit mit Rat zur Seite.

- Freyja
Freyja ist nach Frigg die angesehenste unter den Göttinnen, sie wohnt in Folkwang und teilt sich mit
Odin die Gefallenen in ihrer Halle Sessrymnir, sie ist hilfsbereit, hilft in Liebesdingen. Sie ist
ausschließlich in Norwegen und Island beheimatet, besonders in Island verschmelzt sich Freyja mit
Frigg zu Odins Frau, sie gehört aber zu den Wanen.

- Gefjon
Bei Gefjon handelt es sich wahrscheinlich um niemand anders als Freyja, da von ihr dasselbe erzählt
wird.

- Idun
Idun ist die Gattin Bragis, sie bewahrt in ihrer Truhe die Äpfel auf, welche die Götter essen müssen
wenn sie anfangen zu altern, davon werden sie wieder jung.

DIE GÖTTERDÄMMERUNG
Die Götter hatten kein ewiges Leben, denn auch ihnen stand der Untergang bevor; in der
Götterdämmerung, in der die ganze jetzige Welt nebst den Göttern untergeht. Da werden Riesen, die
von den guten Göttern überwunden und gefesselt worden waren, ebenso Loki, von ihren Fesseln
befreit und erheben sich zu ihrem letzten Kampf gegen die Götter. Keiner der Kontrahenten überlebt
die Schlacht, die Welt geht in Flammen auf. Aber nach diesem Weltenbrand erhebt sich aus dem Meer
eine neue, schönere Erde, ein neues, goldenes Zeitalter bricht an. Dann kommt der "starke von oben",
der unbekannte oberste Gott, der allen Streit schlichtet und heilige Gebote gibt, die ewig gelten.
Dies ist eine sehr christliche Auffassung der Welterneuerung, darauf zugeschnitten, dem Volk nicht
den ursprünglichen Sinn des Weltunterganges, ähnlich der christlichen Apocalypse nahezubringen,
sondern schlicht und einfach die Existenz der alten Götter zu beenden und den neuen, christlichen
Gott als Retter der Welt und einzigen Herrn anzubetenden.
Die nordische Variante der Götterdämmerung hieß Ragnarok. Da Balder tot war und Loki gefesselt,
wußte Odin, daß die Zeit von Ragnarok nicht mehr fern sein konnte. Das Licht und die Wahrheit
waren zerstört. Obwohl das Böse eingesperrt war, wußte er, daß dieses wacklige Gleichgewicht nicht
lange erhalten bleiben konnte. Er konnte fühlen, wie sich die Ballance der Erde verlagerte. Er wußte,
das Ende war nahe. Zu lange hatten die Asen Loki in ihrer Mitte geduldet, zu oft hatten sie auf seine
Ratschläge gehört, welche nur Schlechtes bewirkten. Jetzt, da Loki nach Midgart verbannt war, war
Odin sicher, daß Lokis Bosheit langsam in die Herzen und Gedanken der Menschen sinken würde.
Nach Balders Tod gab es nichts mehr, das die Verbreitung des Bösen aufhalten konnte.Odin sah, wie
sich die Menschen bekämpften, Familien sich gegenseitig ausrotteten, Inzucht trieben und ihrem Haß
und Ärger freien Lauf ließen.Während dieser Zeit vergaß die Menschheit die Zivilisation, die sie
erschaffen hatte und kehrte in frühere Zeiten zurück. Dann kam die Zeit von Fimbulvetr. Für drei
Jahre wurde die Erde von einem unendlichen Winter heimgesucht, Die Kälte war unerträglich, fast
alle Kreaturen der Welt verhungerten und erfrohren. Als der Winter schließlich endete, war alle Liebe
und Freundschaft verschwunden, Nur die mit den schwärzesten und ungezähmtesten Herzen waren
übriggeblieben. Dann kam das Zeitalter des Wolfes, die Wölfe Skoll und Hati, die jeden Tag die
Sonne und den Mond jagten, waren gestärkt durch die Menschenopfer der vergangenen Schlachten.
Sie wurden so groß und schnell, daß sie die Wagen mitsamt ihrer Lenker der Gestirne, die sie vorher
gejagt hatten einholten und auffraßen, die Sonne, der Mond und die Sterne hörten auf zu scheinen und
die Welt wurde in Finsternis gehüllt. Diese magische Finsternis löste alle Fesseln der Gefangenen und
Loki und die Riesen waren befreit und rüsteten sich zum Kampf gegen die Götter. Heimdall bließ sein
Horn und erweckte damit nicht nur die Asen und Vanen, sondern auch die Seelen der Verstorbenen,
welche ich Wallhall weilten. Loki, die Riesen und alles Schlechte der Welt brach über die Götter und
die Seelen ein. Alle Mächte waren versammelt, die Schlacht begann und dauerte lange, am Ende war
alles zerstört, alle waren tot, bis auf Surtr, der Flammenriese, das erste lebende Wesen auf der Welt,
mit seinem Flammenschwert schleuderte er das Feuer von Muspellsheim in alle Winkel der Erde und
vollendete die Zerstörung, der auch er nicht entging. Sol, die kurz vor dem Tod ihrer Mutter Skoll
geboren wurde, machte die Wiedergeburt der Welt möglich, sie nahm einen neuen Streitwagen und
ließ die Sonne wieder über den Himmel reisen. Diese neue Sonne erschuf reichlich neues Leben und
zwei Menschen, die Ragnarok verborgen überlebt hatten, stiegen aus ihren Versteck hervor, die Frau
hieß Lif und der Mann Lifthrasir, sie bauten die Welt wieder auf, nach und nach kamen mehr
Überlebende der Schlacht zum Vorschein, Vidar der stille Gott und Wali, der Rächer Balders, sie
trafen auf Magni und Modi, die Söhne Thors und bauten einen neuen Himmel, auch Vili, der Bruder
von Odin hatte überlebt, Balder und Hod wurden wiedergeboren. Diese sieben Götter bauten wieder
auf, was Asgard gewesen war, den schönsten Ort nannten sie Gimli. Von hier aus herrschten Sie als
neue Götter über die neue Welt, aus der alles Schlechte getilgt war.
GESTALTEN DES VOLKSABERGLAUBENS
- Maren
Die Gespenster, welche den Menschen im Alptraum heimsuchen spielen in der sogenannten niederen
Mythologie eine große Rolle, sie sind wahrscheinlich wegen ihrer handgreiflichen Fühlbarkeit
überhaupt die ersten übermenschlichen Wesen, deren Dasein der Mensch glaubte und fürchtete. Der
Seelenglauben beruht zum großen Teil auf der Vorstellung vo quälenden Druckgeistern.
Übermenschliche Wesen, die aus Maren und Seelen hervorgingen
- Werwölfe/Berserker
Der Werwolfsglaube ist seit Alters den germanischen Völkern bekannt. Er beruht auf den
allgemeinen Vorstellungen der vielgestaltigen Seelen. Werwolf bedeutet Mannwolf, die nordische
Sprache gebraucht dafür vargulf od. varulf. In der Välsungasaga wird erzählt wie Sigmund und
Sinfjotli in einem Waldhause zwei Männer schlafend vorfanden, zwei Wolfshemden hingen über
ihnen, jeden zehnten Tag vermochten sie aus den Wolfshemden zu kommen. Sigmund und Sinfjotli
nahmen sich die Hemden und konnten nicht mehr heraus, sie sprachen mit Wolfsstimmen, konnten
sich aber untereinander verstehen. Dieser Punkt basiert allerdings wahrscheinlich auf einem
Missverständnis, Warg oder Wulf hieß der Geächtete in der germanischen Rechtssprache. Wie viele
Seelenzauber hält auch dieser dem Namensanruf nicht stand, der Zauber weicht sofort und statt des
Wolfes sieht man einen nackten Menschen vor sich. Zu den Werwölfen scheinen ursprünglich auch
die Berserker der nordischen Sagen gehört zu haben. Berserker sind Menschen, die zu plötzlichen
Wutanfällen neigen, in diesem Zustand gebärden sie sich wie wilde Tiere, werden übernatürlich stark
und sind durch Feuer und Eisen nicht verwundbar, in dieser Wut verschonen sie nichts, was ihnen in
den Weg kommt. Wahrscheinlich ist, daß die Krieger in ihren Bärenhäuten unter Drogeneinfluss
(Fliegenpilz) in diesen wilden Zustand gebracht wurden, möglich, daß die Dauerfolgen dieser Drogen
auch unter normalen Bedingungen zu einer Wesensänderung führten, so daß die Berserker in
Friedenszeiten vom normalen Dorfleben ausgeschlossen waren und nur am Dorfesrand leben durften,
in Kriegszeiten dagegen waren sie wilkommene Verbündete, da sie mit ihrem wilden Kriegsgeheul
ihre Gegner in Angst und Schrecken versetzten.

- Schicksalsfrauen
Im nordischen heißen die Schicksalsfrauen Nornen im germanischen Raum findet man häufig die
Bezeichnung Wurt, die Bedeutung ist Geschick, Verhängnis, Tod. Sie wissen um das uralte Recht und
finden und fällen den Wahrspruch, der dem Menschen sein Verhängnis zumisst, sie spinnen und
weben Glück und Unglück, sie begleiten jeden Menschen von der Geburt bis zu seinem Tod. Das
Schicksal richtet über Götter und Menschen, es ist eine hohe Macht, der auch Götter unterworfen sind

- Walküren
Das Schicksal der Germanen vollzieht sich im Kampf, Sieg oder Niederlage entscheidet über das
Volk, darum steht neben dem Schlachtfeld die Walküre als Schicksalsfrau der Schlacht.Sie gebietet
über Waffenglück, Sieg und Tod auf dem Walfeld. Die Bedeutung des Namens setzt sich zusammen
aus Wal, die Schlacht, der Erschlagene, und kyrja, die Wählerin. In Wirklichkeit kämpften häufig
Frauen in Waffen unter den Heeren. Die Aufgaben der Walküren in der Schlacht lagen darin, hinter
den eigenen Linien die durchgebrochenen Gegner zu erschlagen, die Gefangenen hinter den
feindlichen Linien zu befreien und die verletzten Kämpfer zu versorgen.

- Hexen
Im Althochdeutschen begegnet einem oft die Unholdin, dies bedeutet Teufelin, Hexe, Zauberin. Den
Germanen war also eine böse Gestalt weiblichen Geschlechtes geläufig, erst durch den Einfluß des
Christentums bildete sich die männliche Form, der Unhold, Teufel heraus. Das Wort Hexe hat sich
erst im Laufe der christlichen Zeit entwickelt, in Anlehnung an das aldhochdeutsche Verb hazzen,
gotisch hatan und bedeutet die Hassende, Feindselige. Ihr Wohnort ist der Wald, das feindselige
Waldweib lebt im Holz, in der nordischen Sprache heißen unholde Geister Troll, daher auch die
Bezeichnung Trollfrau. Die Eigenarten der Unholdin wurden weitgehend vom Christentum für die
Definierung der Hexen übernommen.

- Zwerge
Im gesamten germanischen Sprachraum findet man das Wort Zwerg, sein Ursprung liegt evtl. in dem
mittelhochdeutschen Wort zwergen, drücken, damit wäre eine Verbindung zu den Druckgeistern zu
sehen. Die Zwerge gehören zu den Elben, sie erscheinen vorwiegend als kunstfertige Elben, als
Schmiede. Sie wohnen hauptsächlich in Bodenschatzhaltigen Gebirgen, oft werden sie als die
Unterirdischen bezeichnet, weitere Bezeichnungen sind Bergmännlein, Erdmännchen, Bergschmiede,
Wichtel. Zwerge sind fast immer missgestaltet, dickköpfig, alt, graubärtig, von bleicher Gesichtsfarbe
und unscheinbar gekleidet, nur die Könige trage prächtige Kleidung. Sie sind so groß, wie ein drei-
bis vierjähriges Kind, manchmal aber noch kleiner (Däumling). Zwerge sind Nachtwesen, welche sich
bei dem ersten Sonnenstrahl zu Stein verwandeln. Zwerge sind Bergleute, sie bauen die Edelsteine
und das Erz ab und verarbeiten es zu schönstem Schmuck, welchen sie dann horten, auch als
Waffenschmiede sind sie sehr geschickt. Sie fügen den Bergarbeitern keinen Schaden zu, sondern
necken diese, wenn es ihnen in den Sinn kommt. Viele in der Mythologie erwähnten Waffen und
Wagen wurden von Zwergen hergestellt, ebenso waren sie oft als Lehrmeister junger Heldensöhne
tätig, wie z. B. Regin für Sigurd, dem deutschen Siegfried.

- Kobolde
Kobolde sind Hausgeister, vornehmlich im deutschen Bereich angesiedelt führt er oft kosende
Eigennamen, wie Hinze, Chimke, Wolterken, u.s.w. bei entsprechend guter Gesinnung, auch als
polternder Rumpelgeist kennt man ihn unter Namen wie Rumpelstilz, Klopfer, Bullermann,
Mummhart, oder als Schrecker mit den Namen Butzemann, Puck, Tattermann, Popanz. Viele Märchen
erinnern an die Häufigkeit des Auftretens dieser Hausgeister. Aussehen und Tracht gleichen dem der
Zwerge. Sie wohnen in den Stallen oder Scheunen der Menschen und verrichten Hausgeschäfte,
bleiben aber unsichtbar. Sie sind sehr fleißig, erwarten aber ihre Belohnung in Form einer Schüssel
Milch an einer bestimmten Stelle, vergisst man dieses, so verlassen die Kobolde das Haus und
hinterlassen Pech und Unglück im Haushalt. Kobolde verlassen ein Haus nur freiwillig, sind also
durch nichts zu verjagen, ohne daß einem wie vor bemerkt Schaden entsteht.

- Nixe
Das Wasser war immer schon von Geisterwesen bewohnt, teils menschenähnlich, teils tierähnlich.An
Land, in kleinen Seen und Flüssen leben meist die Elben im Wasser, wärend auf den Meeren mit
seinen Urgewalten oft die Riesen als Wassergeister angesiedelt sind. Die weibliche Nixe ist von
blendender Schönheit, Sie sitzt in der Sonne, ihre goldenen Haare kämmend. Daß ihr Leib in einen
fischartigen Schwanz endet ist kein deutscher Glaube, sondern eher die Überlieferung von Seeleuten,
die häufig Robben oder Seekühe für diese Geisterwesen hielten. Die Nixen haben schöne Stimmen
und singen gerne und oft, trotzdem forden sie blutige Opfer, wer in einem Wasser zu ertrinken droht,
spürt, wie weiche Hände nach ihm greifen um ihn nach unten zu ziehen.

- Wald- und Feldgeister


Die Wälder und Felder sind Wohnstätten vieler Geister, der Waldunholdin, der Waldleute, die wilden
Leute, Moosleute, Holzleute und Schrate. Je nach Natur des Waldes hausen in ihm mehr elbenhafte
oder riesenhafte Wesen. Den Waldgeistern wird viel Einfluß auf die Sendung von Krankheiten und
Seuchen zugeschrieben, in Gestalt von Würmern oder Ungeziefer kriechen die schädigenden Elben in
die Körper der Menschen, um sie wieder los zu werden verwünscht man sie in den tiefen Wald
zurück. Die Waldgeister wissen aber auch um geheime Heilkräfte, welche sie zuweilen den Menschen
mitteilen.

- Riesen
Riesen verkörpern im Gegensatz zu den Elben die rohen ungezähmten Elementargewalten, das
Ungeheure, Ungestüme, Finstere und Feindselige in der Natur. Riesen sind meist feindselig und
bösartig, trachten nach Umsturz und Zerstörung, bedrohen die Weltordnung und sind die Feinde der
Götter und Menschen.

- Drachen
Der gewaltige Giftwurm erscheint in der Volkssage unter dem Eindruck von Naturereignissen; aus
Wasser, Nebel, Wolken, Meteorfeuer, Steinschläge und Vulkantätigkeiten lässt sich die Herkunft des
Drachen erahnen. Die Drachen liegen auf einem Hort aus Gold und Edelsteinen und schädigen bei
ihren Streifzügen Land und Leute. Die beliebte Beschäftigung der alten Helden war die Bekämpfung
dieser Drachen und die Hebung des Schatzes. Es gibt viele, bis ins Mittelalter reichende Geschichten
über Drachen und deren Bekämpfung. Neben den Naturgewalten sind aber auch menschliche
Wesenszüge wie Missgunst, Neid, Raffgier und Geiz den Drachen zuzuschreiben, Fafnir wurde,
nachdem er Regin getötet und das Rheingold an sich gerissen hatte, zum Drachen und Bewacher des
Hortes, als dieser wurde er schließlich von Siegfrid überlistet und getötet.

FESTE
Die Germanen teilten das Jahr ursprünglich nur in 2 Hälften, Sommer und Winter, das Jahr begann
mit dem Winter, nach unserem heutigen Kalender im Oktober/November, je nach regionalen
Wetterbedingungen. Zum Winter- wie zum Sommeranfang waren größere Opferfeste üblich, die nicht
bloß in der Gemeinde sondern in der gesamten Völkerschaft gefeiert wurden, von nah und fern kamen
die Volksvertreter zum Herbst- und Frühlingsthing um Opfer darzubringen, Gottesdienst zu feiern,
Gericht zu halten, sich zu vergnügen, im Kampf zu messen und die jungen Männer in den Kreis der
Krieger aufzunehmen. Ein festes Datum ist dafür nicht bekannt, und ist wohl auch durch regional
unterschiedliches Klima zu unterschiedlichen Zeiten begangen worden.
Im Mittwinter wurde Jul gefeiert, ein drei Tage währendes großes Fest, welches in der Zeit zwischen
Dezember und Januar zu legen ist. In Norwegen gab es ein Fest thorrablot, das thorriopfer, thorri ist
ein Monatsname, dem Januar entsprechend, das Fest wurde zwischen dem 9. und 16. Januar gefeiert.
Der Ursprung des Wortes Jul ist ungewiss, evtl. gibt es eine Verbindung zum lat. joculus, Freudenfest.
Zu späteren Zeiten wurde der Zeitpunkt des Julfestes auf das christliche Weihnachtsfest abgestimmt,
zu dieser Zeit in Skandinavien noch Anfang Januar.
In Deutschland gab es die Zwölften, zwölf Nächte, die unter christlichem Einfluß in die Zeit zwischen
Heiligabend und Dreikönig gelegt wurden, in dieser Zeit konnten wunderliche Dinge geschehen, die
Geister waren los, das wütende Heer zog um und wurde mit Opfern geehrt, in diesen Nächten lag die
Zukunft offen, die Weissagungen über die Witterung und damit die Fruchtbarkeit des Bodens hatten
großes Gewicht, noch heute kennt man den Brauch des Bleigießens zu Silvester, welcher auf diese
Zeit zurückgeht.
Das vierte große Fest des Jahres fand zum Frühsommer statt, der Name Ostern, oder austra stammt
von Osten, der Himmelsrichtung, der Geburtsort der Sonne, es sind keine verläßlichen Quellen
darüber bekannt, daß die Germanen eine Göttin Ostara oder Eostre verehrten, wahrscheinlich wurde
der Zeitpunkt des früher aufgehenden Morgenlichtes gefeiert. Das Christentum übernahm Europaweit
die heidnischen Feste, da diese unter verschiedenen Nahmen und unter Anbetung verschiedener
Gottheiten quer durch alle Kulturen gefeiert wurden, von Gallien und Britannien über Skandinavien
bis Germanien, und so entstand aus Jul schließlich Weihnachten, Ostern blieb bei seinem Namen, da
das Mysterium der Auferstehung Jesu gut zu der Bezeichnung passte, Pfingsten wurde aus dem
Frühlingsthing geboren, obwohl der Zeitpunkt mit Sicherheit verschoben wurde. Das Herbstthing
dürfte durch Allerheiligen ersetzt worden zu sein, der Volksfestcharakter dieser Feste wird noch heute
durch Schützenfeste und Jahrmärkte beibehalten.