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sti|isiert-ja,er|ebteinnerlichsti|isiert;nichtsein.Hinternwar
auf der Suche
stilisiert,sondern;;il iirn' Der Mannwar
nach der ultimativen' fnitosophie'Und jedel' der danach
wird verspannt
mehr als fünf .tanre intensiv sucht'
Nicht stilisiert.
automatisch.gin- näturlicher Prozess.
Natürlich.
Handauf demTisch
Undso war er jetzt- auf dem Schiff'die
gernegeliebt.Auf die
der pantry.und oäo"i nattesie ihn so in
amKarlsplatz
damals
ffitig; Ä',tunowäise;Ji" "r s_gho1 damals
wien nichtg"rJini'näit". sie hattees schon
und er war
dreiundzwanzig
öäännt. Abelr sie war gehotft'sich
neununddreißig - ünO lsabellahatte so sehr vor der
Ententeich
dochzu irren.oamäiswarensie an dem in der Sonne
Karlskirchegesessen- ganz u.ngezwungen' gelacht'
auf Steinstufen gäiärr"Tt - und Äattenmiteinander
Und lsabellalacn-te tä i"tn". So gerne'So gerne',Undsie
gebeichtet:
[.ä"n ö"redet.lränlirJ hatteihm ihr Heimweh wir in
wenn.
Es wird ein Oiti.nen schwer' Alwis' lch habe
sinä,wirstOuwissenwas ich meine'
GriechenlanO Er hatte ein
Heimweh.lcn weiOeHeimwehhaben'Alwis' in ordnung,
tirrän". gequarioiÄingeschaut..Aber daswar
fand lsabetla.Es;nö auch quälendsein'
ja schließlich
dann in OriecnenianA: AWis, dieses Heimweh ist ein
lsabella'So
integralere".trn;i"ii meiner beele, erklärte sie hatte
nichtausgedrückt,
öä*änrinattesie'slcnnaturlich dieser quälende
eher gestammelt.Denn erstens war Griechenland-
leil ihrerSeeleund der
Umstandtatsacnticn war sie erst
Trip nur zwei Wochen hin, und zweitensgeradedieser
- unO n"'nunddreißig' Und
dreiundzwanzig seelenleidmit
"'
umstand ließ sie hotfen,ihrem integialen zu kommen'
."in"t Hilfe ein wenig mehr auf die Spur und er
Verdammt,er war Wanderer' Weltenwanderer'
seinen eigenen
kannte Leute, viele Leute (nach. mit
Erzählungen;, und ei mussteeinfachwissen'wie man
war' lch bin
Heimweh,tg"hän konnte' Was Heimweh
dreiundzwanzig,und er ist neununddreißig,dachtetsabella,
und ihre unsicherheitaus diesemTatbestandherauswar
nichtim mindestenso großwie ihreHoffnung.
Hoffnungin anderesetzen- irgendwiewüsste sie, dass
sowas nichtgut gehen konnte.Aber, er gestandihr auch
seine Liebe:schau, lsi, sagteer relativunvermutetzu ihr:
wir liebenuns.

Und er hatterecht.Sie warenso sehr ,,gemeinsam,,.


Aber
auf diese ruhigeArt und Weise. Und letzt, auf diesem
Segelbootin Griechenland,
bedrängte
er sie.Unruhig.
Warum??

Sein noch immer schöner Arm stützte sich auf den


Küchentisch.Er war so nah.Körperlich.
Er hattesichvor sie
gestellt und drückte lsabella nun leicht gegen die
Tischkante.sie fühltedie Kanteim Rücken,knappäberhalb
der Arschbacken, sie spürtedie Kantestärkei als er sie
drückte.Nein,er drängtesich nur ganzleichtan sie - und
sie stobquasizurück.sein Druckwar schwach(er war kein
brutaler Mann, er war sanft, aber eben schon sehr
verspanntim Leben).Aberes war Druck!WarumDruck??
Dort,wo lsabellaherkamgab es keinenDruck.Kannteman
Drucknicht.wozu Druck.Es war eine Enttäuschung, die so
weh tat, dassTränenhättenkommenmüssen.Tranän.Aber
Tränenhättenihm in die Kartengespiert.Dannhätteer sie
tröstenwollen... und dann:krissen.rsabellawollteihn nicht
küssen.Wozu. SeineLippen,sein ganzesGesicht,waren
so nah.und er lächelteihr in die Augen- ein eigenartiges,
nicht sehr schönesLächeln- kaute noch halbän seinen
geschälten Mandelnund sagtedochtatsächlich: Küssmich.
lsi.
lch war fassungslos. Fastabsolutsprachlos
. Kurz,denn ich
wusste,ich musstemir was einfallenlassen.lch wollteihn
nichtverletzen.wozu verletzen.Er war verwirrt.Vielleicht
nichtso verwirrtwie ich.Aber ich warja nur dreiundzwanzig
und fühltemichwie fünfzehn.lm Prinzipwar ich fünfzehn.
Fünfzehn.lch war einfachfünfzehnund würdees vielleicht
immerbleiben.Dochdas wussteich allesnicht.lch glaube,
ichwar sogarnurzweiundnuanzig.

Sie rief sich wiederseine Hand in Erinnerung, die noch


immernebenihrerHüfteauf dem Pantry-Tisch lag.Dasging
synchron:Betrachtungseiner Physis,Betrachtungseiner
und Zwangskonfrontation mit seinen Emotionen;darum
konntesich auchdie Wut nichtso ungeteilteinstellen. Wut
war wohl da, aber sie war nichtallein.Da war auch dieses
starke,so starke Mitgefühl und die Unsicherheit. Die
Unsicherheit darüber,dasssie, lsabella,sich irrenkönnte.
Dasssie sich mit ihm,Alwis,auf die ,,Spielwiese" begeben
sollte,dass sie, lsabella,verklemmtwar, dass,dass,dass,
Alwiswar noch immermit seinemKörperauf Tuchfühlung
an ihrem Körper,mit seinemGesichteine Handbreitvor
ihremGesicht.So nah,dasssie geradenochscharfstellen
konnte- wenn sie sich etwas zurückbog,konntesie mit
ihren Augen sein Gesicht, seine Augen noch scharf
fokusieren.lsabella gritf rasend schnell in die Mutter-
Trickkiste;das, was sie von ihrer Muttergelernthatte, in
achtzehnJahren,,Erziehung". lsabellamachteeinen Witz,
schnalzteeine spaßigeBemerkung, lachtehell auf und war
unauffälligentwunden. Sie standjetzt in einemanderenTeil
der Schiffsküche und tat irgendwas, währendsie ein paar
komplizierteScheinfragen stellte.Alles mit einem Lachen
untermalt.Sie wollteihn nichtverletzen.Sein Ego wat zu
dick. Und er war neununddreißig und sich seiner
überlegenen,,Reife" sehrbewusst.
Du bist nochnichtgeweckt,mit diesemSatzüberraschte er
mich aufs neue. Komm auf meine Spielwiese,setzte er
etwasspäterhinzu.
Mir war völligunklar,wozu das hättegut sein sollen.Er
wolltemit mir Sex haben,er wollteschöneGefühlein uns
beidenhervorrufen...
das. Da ich Angst vor einem gekränkten
lch respektierte
männlichenEgo hatte,ging ich möglichstunautfällignicht
daraufein.
Sex ist eineschöneBegleiterscheinung von tiefemgeistigen
Verstehen,für mich. GeistigesVerstehenist eine schöne
Begleiterscheinungvon Sex , für Alwis.

Sie fuhren gemeinsam übers Meer. Sie kamen zu


unbewohnten Inseln,zu einsamenurtümlichen,
unberührten
griechischenInseln.Das war wirklichwunderschön,
aber
lsabellanahm nur die Engedurchihn wahr.Und,da war
natürlichnochdas Heimweh.

Sie saßenihm Bauchder zwölfMeterYacht am Esstisch,


sich gegenüber.Es war kalt.April in der Agäis.Nass und
kalt.RauhesWetter.Regen.GraueWolken.LeichteWellen.
Der Backofenin der Nähedes dunklenHolztisches lief auf
Heiß|uft.Ob michdas wärmenwürde?lch wusstees nicht.
lch bezweifeltees. lch bezweifeltemittlerweile so einiges,
Der Grundwar: mir gingdie Luftaus.Die Energierannweg.
Da ich immer unterVollkontrolle lief - ihn nicht verletzen
wollte,mir nichtsicherwar, also viel unterdrückte, ging mir
die Luftaus.
Wir saßen im Schiffsbauch,nachdemwir wieder einen
Hafen durch Schlechtwetter hindurchangelaufenhatten.
Daswar ein zweitesFaktum:dassmir ehrlichkaltwar - über
Tage hinweg.Und ich bin nichtgeradeein Bär von einer
Frau. Zusätzlichein wenig Seekrankheit,Schlafmanko,
Naja,ich war bald hin. Da drüberhättemich
Schiffsarbeit.
nur ein echtweiserKerlgerettet.Unddareinhatteich meine
Hoffnunggesetzt.In einenmaximalweisenKerl.Alwis.lch
kanntekeinenbesseren.
Wir saßenam Tisch,uns gegenüber. lch aß nichtviel' Und
ich kann das meiste nur von heute aus erklären,denn
damalswar es mir nicht so klar: lch esse in schwierigen
situationenkaumetwas,um klarzu bleiben,klarzu werden.
Um nichtabgelenkt zu sein;voll mit demjeweiligen Thema
zu sein.
konfrontiert
lch warvollkonfrontiert.Absolutvoll.
lch habe mich in diesen Tagen - und in dieser Zeil,
überhaupt- sehr starkirberfordert, Routinemäßig. weil ich
,,dasWahre"findenwollte.Findenmusste. Der Preis war
fastegal.
Wir säßen uns gegenüber.Es war still im Schitf.Nur ein
paar leichte,rhythmische wellen schlugenhell platschend
an den Rumpf.Alle drei sekundenein hellesPlätschlein -
die Hafendünung.Sie verstärkte die Einsamkeit' Es
verstärktedie Stille- zwischenuns.Alwisfixiertemich.Seit
etwa drei Minuten schon; es war nervenzehrend. Was
bezweckteer? Es war kein freundliches Fixieren.Es kam
auch nichtsTiefsinniges aus seinemMund,seinenAugen.
Es war nurso furchtbar Erwartung
viel drin'
Das Lichtwar gelblich-düster im Rumpf.Draußenwar es
stockdunkleNacht- nur ein paarschwacheLichterbrannten
in der Marina, beleuchtetendie anderen verlassenen
Schiffe,und dieseLichtpunkte drangennichtzu uns herein.
In meinemRückenlag der Niedergangund die Tür zu
meinerKabine.so wenigich diesestinkendefeucht-nasse
Kabinemochte,da wollteichjetzthin.
lch saß zwischenTisch und Bank gekeiltund rührtemich
nicht. lch versuchte diesem Blick standzuhaltenund
zugleichzu verstehen,was da war. Der fixierteBlickhörte
nichtauf.FünfMinuten. Mirfielnichtsein.Mirwar nichtzum
Lachen.Weinenwar nichtdrin, wegendem Trösten.Also
durchhalten.
stillhalten, SiebenMinuten.Zumindest kam es
mir schonso langevor.
und erst nachdemich mir minutenlang durchgehend sicher
war,dassda nichtswar, nichtszu entdeckenwar, keinWort
aus seinem Mund, kein ungesprochenes, nichts hinter
seinenAugen. Nichts!Gritf ich wieder in die Trick-Kiste
meinerMuiterund zog das Überraschungsmoment hervor.
lch vollführteeineebensoflinkewie ausladende Bewegung,
die der stillen Bewegungslosigkeit den ultraplötzlichen
Todesstoßversetzteund meinen liebenAlwis wie einen
Metallfeder-clown ausder schachtelhochschießen ließ.
Gott, war das anstrengendgewesen; wie die erste
Bewegungnachdrei JahrenEisschlaf. Aber meine,,Mutter"
war elnfachimmerverfügbar.Und sie funktionierte immer-
zumindest exoterisch,immer.
Das Eiswar zerbrochen, wiederim Gang'
die ,,Unterhaltung"
Es ging um Beziehungen, und Alwis ließ wieder was
psycnologisch Fetzigesvom Stapel:Hör mal, ich könnte
bein Vat-ersein!! (Womiter völlig recht hatte; dass das
allerdingsein - für seine Intentionen- kontraproduktiver
faux-pasgewesenwar, kam ihm eine Sekundezu spät in
denSinn.)
Dummheitenwaren
All diese Fehltritte,ungereimtheiten,
abernichtweiterschlimm.unangenehm an Alwiswar,dass
er beständigversuchtemichzu tretfen. sich zu rächen,für
mein Resistent-Sein, und mich zu manipulieren,zu
überzeugen- es mir zu erklären,wie er es ausgedrückt
hätte.LeiderheutenochausdrÜcken würde.
lch war ausgelaugt; und um dem Ganzenein Ende zu
ihn kurzerhandin
bereiten,schiieich inn an, argumentierte
Grundund Boden(waser wohlkaumbemerkthat)und ging
Zähneputzen.
lch mussteihn dann noch einmal- mit aufschäumender
Zahncreme im Mund - niederschmettern,uffi mich
abschottenzu können- zumindestäußerlich.Und ich weiß
nicht genau,ob meine GedankenirgendeineGrundlage
hatten, aber in dieser Nacht versperrte ich meine
Kabinentür.
Das war kein Schlüsselerlebnis.Es war einfacheinesvon
vielen ähnlichen Erlebnissen.Und es waren a) viele
Ahnliche.
Wir liebtenuns, hattenuns nie berührtund wir verfolgten
das gleicheultimativeZiel im Leben:Ruhevon allem.Aber
es konnteunsnichteinen.
lch bleibedabei:seinEgowarschonzu dick.

Manchmal noch,da zeigteer mir das,was ich immerhinter


seinerFassadeerahnte.Das, was mir die Watfen nahm:
seinliebliches Selbst.
Er war ein einfacherJunge,früher.Helles Haar, keine
besonderen Begabungen, von Naturausfreundlich. Undals
wir in der sternenklaren NachtdurchsMittelmeermotorten,
war die Sicht auf seine Vergangenheit so klar wie diese
Sternennacht. Wir stampftenmit dem Bugdurchdie Wellen,
währendich am Steuerradstand und die Yacht auf Kurs
hielt. Das war mittlerweile leicht,weil ich mit den Wellen
ging. lch brauchtenur ab und zu auf den rot-beleuchteten
Kugelkompass zu blickenund die Richtungüberprüfen. lm
Grundefuhr ich auf einenselbstgewähltenSternzu, der in
unsererFahrtrichtung lag, und das war leicht.Alwis saß
gleichrechtsvor mir - nur einen Meterentfernt- auf dem
hellenHolzdes Cockpitsundfühltesichsichtlichwohl.Auch
er gingmitden Wellenmit,glichjede Bewegung mit seinem
Körper aus und schaukelte,genüsslichin die Nacht
hineinblickend, vor sich hin. Es war eine ruhigeStimmung
zwischenuns.Als hättenwir die Fluchtgeschaft.Die Flucht
vor der rasendenWelt. Wir zwei.lch sah ihm das an und
seufzteleise.Der Motorsummteim Rhythmusder Wellen,
und in der Fernezu beidenSeitendes Schiffessah man die
kleinengelbenLichterder Küstenlinien. KleineStädteam
Meer,kleineDörferin den Bergender Kycladen-lnseln. Das
unruhigeRaubtierin ihm hatte sich schlafengelegt,und
Alwisbegannzu erzählen: von seinerJugendin lstrien,vom
Sport, vom Boxen, vom Film, von asiatischen
Kampfkünsten,seinen ersten Begegnungenmit den
Griechischen Inseln,der See, seinemersten Boot, seiner
erstenLiebe,...lch hörteihm aufmerksam zu, ich liebtees,
wenn er so redete,erzählte,schilderte,in seineneigenen
w, Farben,mit seinerbesonderen Sprache.Ahh. lch bemerkte,
dass es kein ganzesBildergab- obwohlich zwischenden
Zeilenlas; weil ich zwischenden Zeilenlas. Es machtemir
nichtsaus.Wenner mir nichtallessagenwollte,so war das
ebensogut. ln Ordnung.lch genossdas alles.Aber es
dauertenur kurz.Dannenruachte das Raubtier- mit einem
neuen Morgen,mit einer neuen Pflicht,oder einfachso.
Wenn das Raubtiernur schläft,wird es immer wieder
erwachen.Weiß ich von mir. Was schläft,erwacht- und
dannschläftes wiederein.Enruacht auchwieder!
Demzu entrinnen, war unserbeiderZiel.Undich denke,wir
wissendas.Aberfrüher,da wussteer es besser... undjetzt,
jetztweißer es fast nichtmehr.
Vielleichtwürde er jetzt sogar schon sagen: Es gibt kein
Entrinnen.Vielleichtwürde er mich wieder für kindisch
halten.Er hat das oft getan.EinTeil seinerpsychologischen
Hiebe:lch kenn'neurotische Leut... und Du bistneurotisch,
hater mir so undanderserklärt.
Natürlichhatte er recht. Aber er hätte sich selbst nicht
auszunehmenbrauchen.Wozu? WIR sind neurotisch.
Darumsindwir da. Undfür meinenTeilwar ich deshalbin
Griechenland, auf einemSchiff,mit einemAbenteurer,mit
Alwis.

Wir standenan einer Mole, wo er mir das Werfen von


Lehrer- autoritär
zeigte.Er war ein schlechter
Schiffs-Tauen
Unddanachstrecktenwir
und kleinlich.Nichtweisekleinlich.
uns auf der Mole in der Sonneaus. Er legteden Kopfauf
meineBeineundblicktemichan.
Es tat mirso leid.

Damals war ich auch sauer. Stinksauer,über sein


andauerndes zermürbendes Kalt-Warm. AutoritärerLehrer-
anschmiegsamer Kumpel, überschiessender Schinder
kleinerdummerJunge,und so weiter.lch war seltenso
gereizt. Und mich dazu zu bringen,dass ich wirklich
boykottiereund nichtmehrversucheweiterzuhelfen, das ist
eigentlichschwer.Es war das erste Mal. lch wehrtemich;
nachlangemZögern.

Wir lagen in einer kleinen,runden Kieselbucht: ,,Vathi".


EndlichSonne.Sonne,die michein wenigwärmte.Wenn
ich nur die Energiehätte,meinÖlzeugauszuziehen um die
warmenStrahlendirektuntermeineHautzu ziehen!
Sonne- ein hellesLand.
UnserSchitflag in dieserverlassenen, unberührtenBucht
und drehtesich sanft um die Ankerkette.lch saß an Deck
und versuchtmeine Verkrampfungen loszuwerden. Alwis
saßim Cockpit,undichsahin die andereRichtung überden
Bug hinweg.Das Schiffdrehteleiseum den Buganker. Nur
ein Hauchvon Wind streifteüber das Wasser,über das
kargeLand.Kein Baum,kein Strauch,ein Haus.lch saß
still,mein Kopfwar still und mein Blickkreiste- durchdie
Bewegungdes Schiffs:der kleine,schmaleAusgangins
otfene Meer,jetzt die steinigeLandzunge,ein Ziegenweg
führtevom Kap,die Buchtentlang,rundherum; und,da war
das Hauswieder.
Eigentlich war ausgemacht, hier das Dinghi,das Beiboot
aufzublasen;und wir wotltenan Land rudern.Aber die
Stimmungwar nichtdanach.Wir warenauseinander, und
die Stillein dieserLandschaftzu dieserJahreszeitwar so
stark,dasssie kaumAktivitätzuließ'
Alwissprachoft überZukünftiges; waswir allestun könnten,
tun würden: Morgen!Da werden wir das Schlauchboot
testenund du wirst rudernund probieren,ob du die Yacht
im Ernstfallziehen könntest...Aber wir taten es kaum
einmal. Wir saßen getrennt und schunden unsere
Emotionen.
DieÖffnungzum Meer,das Kap,derZiegenpfad, das Haus.
Das Inselchen war durchgehend flach,baumlos,ein paar
Dornenbüschlein - ein wahrhaftchristlicherort. Nur ein
Hauchvon zartemGrünlag überdem Land- dieserEbene
ein paarMeterüberdem Meeresspiegel - dennes war noch
frühim Jahr.April.
Alwis?, mich überkamein Gefühl wie damals vor dem
Gerichtszimmer, als ich meinenVater in den Filzschuhen
stehensah: Alwis?, hörenwir doch auf damit- gehenwir
miteinander.
Aber es war wie damals,als ich wusste,dass mein Vater
ablehnenwürde - obwohlich neunzehnwar und er fast
sechzig.Obwohl er mein Vater war und er mir hätte
verzeihenmüssen.Obwohles seineErwachsenen-Kreation
war, diese ganze Situation.Obwohler hätte weise sein
müssen.Er.
Er wares nicht.Undauchderda wares nicht'
Verdammtschade.Undverdammtaussichtslos.
Nur fortgehenkonnte man da. Aber von einem Schitf?
ÜbersMeer?Naja,in einemso christlichen Land.
lch tat es nicht.Gingnichtüber'swasser.obwohles Alwis
sichererstaunthätte,vielleichtsogarerheitert.Und alleine
i; dafür hätte ich mich reingeschmissen, in die Fluten.Aber
m seineErheiterung wäre zu schnellwiedergewichen- einer
ernst-kreierten Lehrsituation, einer kumpelhaften
Egosituation. Es lohntenicht.
sicher' war ja sonst
lch hätte mich sonst reingeworfen.
nichtszu tun, in diesemArchiPel'
ich in der
Also, saßen wir weiter da' Alwis am Heck' starrte den
s'.nifurritte.lchrai mittr"rweile amRücken und
Ein paar
Mast entlangnt"ti oben, in den blauenHimmel' hinweg'
i, zarleSchäfchen*ott"nzogenüberden Ziegenweg
Die Wärme der $;.t vüurdeschwächer'die Kühle des
Windeswurdekühler.
Der Nachmittag' dieser
und Alwis erklärte sich gerade_die Plausibilität
der Situation'
Siiuation.Undich eiklärtem'irdie Plausiblität
öiä zweiSeitender gleichenMedaille'
Vathi.

Sie zogen noch am selbenNachmittag weiter' Alwis und


das
lsabella.ZogenOiennferketteein' Lärmkrachte.durch
klappteden
s.Äitr, i."neita tegieään nnr"r in die Kisteund U-nd
war nass' der Anker dreckig'
Deckelzu. Das V-orschiff
zu lsabellas
so wie die Dingei;g;;;trug jederdieserFakten bewusst:
uäi.-die üär sicn dessen wohl
Missvergnügen sie sich
Komm, das sinä" unwichtigeFakten' sagte
wiederholt. Aberdlr Verstand'lässt sich nichtzwingen.Und
s os teuerteA | w i s das B o o t wie d e r a u f s o f f e nda
e M e e r h in a u s .
Abgr dieser
Auch seinVerstänOfiee sich nichtzwingen'
Verstandälterwar, hatteer sichgewöhnt'Gewöhnt'
JrI<l Darin lag seine-ötärfe'Aufbraüsende Jugend- die hätte
sein t"ff"t' stumpferesAlter - das hätteweise
vorgemacht
sein sollen...wie ä, ,n. Oiä Oafota-lndianer rasenden
"rpnoiüäh
auf
hatten: wilde Jrg;tJ mit Tomerhawks' der inneren
pferdenunterwegs"; weisestammesälteste, voll
in den staub
stille,sitzenuo, i"n iipir o"h"im - undlächeln Jugend zu
die
der rasendenPferde'hinein und laden
ruhigemVerständnis ein'
Nixda.
Hier in der Agäis war lsabellasich nicht sicher,ob sie
fünfzehnoderhundertfünfzig
war.

Das Dämmernüberder Meeresoberfläche, hinterdem Heck


unseresSchiffs,war wunderbar;rosarotund milchig,sanft
und durchdringlich.Wir fuhrenvon ihmfort,aberich musste
mich immerwiederumblicken,um nocheinenletztenBlick
zu erhaschen, und nocheinen,und nocheinen- von dieser
wegfließendenDämmerung,diesem wegfließendenTag,
der wegfließenden Helligkeit.
Undwir fuhrenin einedunkle
Nacht.Es war schönund beängstigend zugleich.Undwenn
meineEmotionen nichtso die Übermacht in meinemLeben
an sich gerissenhätten,dann hättensich schönerSchauer
und Gruselndie Waagegehalten. Zumindest. Alwisginges
immerähnlich,nur ein bisschen weniger.Er war schließlich
ein erfahrenerMann. Erfahrenim Segeln, erfahren im
Leben,erfahrenin der Liebe- in der nichterfüllten.lch war
überallneu. Aber, komisch,heutebin ich dreißig- nein,
einundreißig. Heutesitzeich hierin einerDachwohnung und
es ist ein Tag vor Weihnachten, der 23. Dezember2000.
Und ich muss ihnenwas sagen,was furchtbarWichtiges:
lch bin nichtmehrerfahrenals damals.
lch habe mich damalszurückgehalten in meinenUrteilen,
weil ich dachte: warte, lsi, es wird kommen;es kann
kommen,dass du wirstwie sie; dass alles,was du heute
in deinereigenenSeelePlatzgreift- weil es das
verurteilst,
Stück des Lebens ist, das zwingendeTheaterstückdes
Lebens... oderaus irgendeinemanderenGrund.Dochich
wurde nichterfahren,wurde und wurde ich nicht.Nicht in
dieserFormderGewöhnung. Nichtso.

Die Agäis war pechschwarzund Alwis erzähltevon den


Treibnetzfischern,
die ihre Netze auslegtenund tagelang
hängenließen.Um sie wiederzu finden,befestigensie an
den NetzenlangeMetallstangen,die einenGFK-Rumpf, wie
Wir
lqtglt,ue.scn1{1s:1-k:lTn
unseren
sesenwärtisen, keine Chänceeine solche
haben,so sagteäiläiö"ntlich blitztsie durch
Stangerechtzeitig =u täh"n;.nur.manchmal wir
einenLichtreflex ä'i unOenttarntsich so - dann haben wenn
so entspannend'
Glück.lsabellafauscnieihm' Es war Und irgendwieliebte
er sprach- von täi*t Materiesprach' egal;sie hätte ihn
er die See. lsab"fiä*ti die See relativ
gernegeliebt;liebenkönnen'
Am nächsten V;ilitdg sahen sie solche Treibnetz-
wie überdimensionale
Stangen.si" tt"Jri; i; der See'
aha Lanzenin einem-sönwankenden
Salzkuchen;geschossen
breit nicht zu erblicken
von einem .lagog;i"ä"i *äit und Horizontleer -. bis auf
war. Das Meer,,ü'"ä'näti=bnt zu fast unsichtbarund
die Lanzen;und dazwischen zog sich'
Netzes'
Oieöberkante fitometerlangen Alwis
schlierenartig, des
Alwis und lsabeil.-;;ü im Cockpit'und während
irgendwasim--Schiff zu
immer wieder veischwand'um Gerne' Denn es war
machen,nien lsänltiä 0"" Steuer' als gar nichts
besser mit dem Schiff zu rangeln'
ausreagierenzu können'
jetzt fünfzefn.Styndenin
Alwis war stolz äuf sie' Sie war ihn beeindruckte das'
Folgeam Steueitäoöätttl991t ündgerneau.tq9!art'Aber
ihn
lsabellanahm *äni und hätte
er verstanO "t
so gär-nicntsricntig; er hörtenichtzu'
und

bärig -und blickte düster


SchweresWetter, sagte Alwis Äofte wieder auf eine
H konzentriertuneis Wäät"t' lsabella darauf'dass er sie
Wetter'aber
Show.Nicht
"ri'ttn*"res lhr war egal,wenner sich
wiedemit c"r"niJniän'unternieft. die
Geschichteng_ehört,
widerspracn.sie'-näitä scnrechte hier warenGute!Also
sich widerrpro.t"n n"tt"n; und das
los!
vor sichhin'
Aberer bliebwortkargundstarrte Regen, Wind,
Das was dann kam, war unangenehm: knapp an einem
E'infahrt,
friegendeGischtund eine enge
Felsenvorbei.Er schriesie an, währender das Segelreffte:
Wenndu nichtrichtigsteuerst,braucheichdichhiernicht!!
Dazu hatte es keine Vorgeschichtegegeben. Keine
Vorgeschichte. Er hattebeschlossen, dassdas Meerwichtig
und ernstgenugsei, um alleszu rechtfertigen; alles (dafür
ja,
brauchteer es benutzte es, geradezu; armesMeer) - und
den Rest nahm er sich aus historischen Büchern,die das
Meer unddie Wellen ähnlich gefährlichschilderten.
Ja, er hat recht,das Meerist starkund groß,und wir sind
kleineNussschalen-Bewohner. Aber er ging mir mit seiner
Dramatik,mit seiner Willkür und seiner selbstgefälligen
Unfreundlichkeitkräftigauf die Nerven.
DaswareineSchlüsselsituation.

lsabellawar einfachnoch nicht reif. Sie war noch nicht


geweckt,sexuellmeineich jetzt,und für das Meerund das
Leben einfach nicht reif. Sie war kindisch und nicht
belastbar.Was ich mit ihr gemacht habe, waren nur
Generalproben, und sie hat sie nichtbestanden. Jemand
der aufs Meerhinausfährt, musssichfügen;da gibtes nur
das Meer, das Meer, das Meer. Schon früher, auf den
großen Handels-schiffen, wurde der Steuermannan das
Steuerradoderdie Pinnefestgebunden! Weil die Wellenso
übermächtig groß und beängstigend hochhinterdem Schiff
herrasten,dass er sonst geflüchtet
vielleicht wäre.Das Meer
ist das Meer, und da gibt es keinen Stolz - und keine
verletztenGefühle.lch hatte gehotft,dass die lsi anders
wäreals die anderen;und ich war natürlichsehrenttäuscht,
als sie quasiaufgegeben hatte,nachnur ein paarTagenin
gar nichtallzuschweremWetter.

Alwishatterecht,das Wetterwar nichtübermäßigrauh.Es


war gemäßigt,unangenehm abernichtstürmisch.
zrt,tar,
Allerdingsbrachtediese Unterhaltung damals nichts und
bringtheutenichts,weilsie auf zweiverschiedenenEbenen
geführtwird. Und lsi fand die Lach-Verbindung zwischen
den beideneinfachnichtund nicht.
Es war doch so: Wenn lsi auch diese ,,Wildnissport-
Ausbildung" beiAlwisbegonnen hatteundendlichmaleinen
Job machenwollte,der auchSpaßmachte,so war sie doch
nur aus einemeinzigenGrundhier.Hieroderirgendwo: um
glückselig zu sein.Um die ultimative Wahrheitzu blicken'
Undsonst gar nix.
Aber das konntesie nicht so einfachsagen;nicht einmal
Alwis.
Natürlichhattesie in Erwägung gezogen,mit ihm darüberzu
reden;gerademit ihm!Aberdannhattesie bemerkt,dasser
auch eher in die Materiehineinstrebte: segeln, Knoten,
Sport,Beziehungen, Wetterkunde, Navigation,"'und:dass
er otfen gelebteEmotionenbeinahemit geistigerUnreife
gleichsetzte.
Unddas,wo ich michdochzurückhielt, wie ein Höllenhund
an der Titan-Kette.Was natürlichfalschwar. Aber, mein
Gefühldazu:wenn ich mich HIERgehenlasse,dannwird,
dadurch,dasser nichtbegreift,was eigentlich vor sichgeht,
dadurch, dasser vom menschlichen Innenlebensovielweiß,
wie eine Küchenschabe von den Ringendes Saturns,
dadurchwürde hierein Emotions-Beziehungs-Sex-
heilloses
Lehrer-Chaos entstehen- aus dem ich mich natürlichnicht
mehr raussehen könnte.lch sah michSO geradenochraus
- und ich hielt die ZügeJ in der Hand (was Alwis
selbstverständlich niemalsso sehenwirdkönnen).
Was für ein guterFreundundvölligam Weg verirrt.
Aber ich, als kleineSchiffs-Versager-Tussie, kann es ihm
natürlichnichterklären.
Er hat nie auf jemandengehört.Unddas ist ein besonderes
Phänomen:Menschen,die mal eine sehr schwere Zeit
gehabt hatten - über Jahre hinweg - und da
durchgekommen sind, weil sie sich eine funktionierende
Strategiezurechtzimmern konnten,bleibendabei.
Basta.
Sie haltensich für offen und sind verschlossen.
Sie halten
sich für elastisch und sind es absolut nicht mehr.
Salzsäulen.
DieseZeit, damals,war einfachzu hart.Zu hart für Alwis.
Diese Zeit, von der ich nichtswusste,nichtsweiß; nicht
weiß,was vorgefallen war. Vielleichtkönnteer es mir gar
nichterzählen.
Verschüttet.
t4 Da war dieser blondeJunge in lstrien.Er war so
unschuldig, so naiv.Er war nichtglücklich,aber er
war auchnichtunglücklich, Er wusstenichtviel und
schließlich
wandteer sich dem nächstliegenden zu,
und das war sein Körper. Er begann ihn
kennenzulernen und zu trainieren.Er hatte einigen
Erfolgdamit,und keinendurchschlagenden - wobei
er nicht genau wusste,was ein durchschlagender
Erfolggewesenwäre;hätteseinkönnen.Under hatte
ein bisschenPech.DerblondeJungegingfortvonzu
Hauseund gingseinenWeg. Langsam.Und ab und
zu spranger ein Stückweit;immer,wenn ihm etwas
besondersweh tat, spranger ein Stückweit darüber
weg - weil er Mut hatte.Er versuchtedie Dingezu
verstehen,und das gelangihm nichtsehroft.Aberer
verforseinenMut nichtund ging.Bis er zwanzigwar.
Und dann ging er noch ein Stück, bis er etwa
fünfundzwanzig war.Aberda war er schonnichtmehr
so überzeugtvon der RichtigkeitseinesWeges. Er
schienihmnichtmehrso reinzu sein,wieer es früher
gewesenwar. DerJungelebteimmerweiter,aberdie
Klarheitwolltesich nicht einstellen.Mit dreißigwar
der Mannverstrickt- und wusstedas. Mit vierzigwar
der Mann verstricktund wollte es nicht mehr zu
genauwissen.Mit fünfzighatte er ein wenig Erfolg
gehabt;nichtgenossen,sonderngehabt.Jetztwar er
stolz.
Ego.

Aberhalt,Alwisist nochnichtfünfzig.

Viel mehr wusstelsabellanichtvon Alwis' Vergangenheit.


Und vielleichtwusste auch Alwis nicht viel mehr. Seine
schönenGeschichten, die nie ein rundesGanzesergaben.
Puzzle-Stücke,die nichtzueinander passten;abervor allem,
auch so bleich waren - wie Plakattafelnin nebeligem
Zwielicht.Metaphern,die etwas heißensollten,die auch
bestimmt etwas hießen - denn Alwis' Leben hatte
stattgefunden.
Aber seine hinreißenden Metaphernwaren
verzerrt.
Undschön!

lch sitzehier in meinerDachwohnung und würdewas drum


geben, wieder eine seiner Geschichtenzu hören. lhm
einfachzuzuhören,wenn er sich in Leidenschaftspricht;
wenn sein Blick in der Ferne ist und er die Langsamkeit
entdeckt,sichRuhein die Pausenerstreckt..,Ach,was gäb'
ichdrum.
Werdeihn anrufen.

lch hatte mir ein gelbesölzeug ohne Kapuzegekauft.In


Wien war es mir gar nicht aufgefallen.Alwis hatte den
Mangelbei Sonnenschein und in Athensofortbemerkt- ein
alter Seebär,halt. Jetzt merkteauch ich den Mangel.lch
trugeine roteLacoste-Strick-Mütze und ebendieseöljacke.
lm Kragenhatte ich ein kleinesHandtuchum den Hals
geschlagen - alterSeebären-Trick, damitdas Wassernicht
tropfenweise vom Halsausschnitt am Körperentlangrann
und so, langsamdie Kleidungvon innenher durchnässt.
Jetzt, nach zwei StundenRegen und Gischt spürte ich
trotzdemimmerwiedereinenTropfenin RichtungUnterhose
laufen;bald vielleichtin RichtungSocke.lch hätte gerne
einmaldas Handtuchgewechselt oderzumindestkurzin der
Kajüte ausgewundenund neu gewickelt.Alwis war am
Härtetripund sowas nicht drin. Naja, mein Hauptproblem
war ohnehinpsychologischer Natur;undjeder Körperirrsinn
eine willkommene(halb-willkommene) Abwechslung. Nur
nicht weiterdenken,hypnotisierte ich mich, Trockenheit
erleb'ichin den nächsten Tagennicht.Aber,pschhht!Nicht
weiterdenken.
Meine rote Strickmützewar klatschnassund ließ in
regelmäßigen AbständenTropfenlos. Aber das spürteich
nicht, denn wir stampftennach jedem Wellenbergin ein
Wellental,und wenn der Schiffsrumpf mit einemdumpfen
Knall eintauchte,stobenverdrängteWassermassen hoch,
und wir fuhrendurchdie dickenSprühnebel hindurch.Die
salzige Soße war durch den aufgefrischten Wind eine
schnelleSoßeund hiebmir rhythmisch ins Gesicht.Mann,
musste man hier Falten kriegen, dachte ich mir mit
zusammengekniffenen Augen:Gänsefüßchen warenwohl
das geringste Übel;systematische Austrocknung des Teints,
Salzpickel, hoffnungslos entglittene Gesichtszüge,
asymetrisch verstärktes subkutanes Muskelgewebe,
verkniffenerGesamtausdruck. Nichts,was ich mit Alwis
hättebesprechen können.
BeimnächstenTörnhatteicheineHoch-Feuchtigkeitscreme
mit Pflegeeffektvon ,,Avene"mit; auch nichts,was meine
Beziehung zu Alwisverbesserthätte.
Naja, ich bliebbeimThema und wackeltemitdem Ruderhin
und her. Mit meinenverknitfenen Augen überprüfteich -
abgesehenvom Kompasskurs - auch,ob meine klammen
Händenochdas Steuerradumklammerten oder längstwas
anderes,denn spürenkonnteich es durchdie triefenden,
dickenHandschuhe nichtmehrso genau.
Mein Blick bahnte sich den Weg durch die milchige
Salzsuppe; konntesich keinenWeg bahnen.lch fuhr nach
Kompass.Alwisdeutetenachsteuerbord, und erst dadurch
sah ich den Felsenberg zu unsererRechten.Die Ausmaße
des Felsenwarenunmöglich auszumachen. Ob es sichnur
um einengroßenFelsklotz, einekleineSteininsel odereine
großeLandmasse handelte...keineAhnung.Bei schwerem
Wetterein Reviernichtzu kennenkonnteböse ausgehen.
Alwis kannte sich aus. Er erkannte diesen großen
Felsbrocken als das unbewohnte SteinplateauNis Nikuria,
die kleineSchwesterninsel von Amorgos.Und er wusste,
dass wir hier ungehindert und ungefährdet durch Untiefen
durchkamen - in den kleinenHafen Aegiali.Für ihn war die
Situationklar,für michwar sie milchsuppig. Und er dachte
sich - in echterMeister-Manier - diese Situationgehörtals
Lehrsituation ausgenutzt;die Milchsuppeausgelöffelt, von
lsabella.Schauma uns das Mädeleinmalan; zuerstreizen
wir sie,dannbeleidigen wirsie.Malsehen.
VielleichtdachteAlwisauchviel,vielsimpler:Rache.
Aber lsabellanimmtimmerdas Besserean; und das war
hier eine komplizierte- wenn auch verdreht lieblose
Lehrsituation. Die beste Möglichkeitwäre natürlichnoch
eine ganz anderegewesen:Eine großzügige,schwierige
Lehrsituation;In Ruhe gestaltet, von seiner inneren
Ausgeglichenheit getragen- währendsich lsi seemännisch
völligverzettelthätte.
Dashätteihr gefallen.
Aber, dass diese letzte,hübscheMöglichkeitnichtvorlag,
war unübersehbar. Alsohofte lsabellaauf die Mittellösung.
Gefehlt.
Feine Salztropfenbahntensich immer wieder den Weg
durchden Niedergang Nicht,dasslsabella
insSchiffsinnere.
das jetzt hätte wahrnehmenkönnen,oder sich auch nur
damitbeschäftigte, abersie war vorherkurzuntenim Salon
gewesen und wäre beinahe am nassen Boden
ausgerutscht. Daswarvorzweistunden.so ein schiffwar
:i.rg homogen feu-chteAngelegenheit. Sie schauteins
Nichts'schauteauf den oeieuc[tet"nrrgJkJÄ'pass
hiertKurs.Ailes,was sie tun konnte:Arüis, und
Gradzahren hergebrüilte
mit der Kompassnader.iirlr"rJ bringen;
seine Handbewegungen .in
in Gradzahfen umschätzen und
wiederin Einkrang bringen.
sie verforgteinnmiiäännrg"n;
deshalbverforgre sielede seineräewegunten-
A.ugen, wahrenä mit den
er aufä"r s.nitrherumsprang undsichan
'l:gQ diversenTeirenzu schaffenmachte:aufsVorschiff,
Genuazu verkreinern um die
unddannu.ittig*"grurt".-kän,zuruck,
um das Großfestzubändsefn, wieJer
Ankerkasten, üor..hiff, zum
umdieAnrandung "-,rrr Geradekam
uor.ubereiten.
er zurück.gesprungen, umdieiaue ausdenBackskisten
zerren; dazu hievte er die Decker,ai"-iuöiäi.n zu
holzbelegten die
cockpit-Bänke *rÄn, hoch, hiertsie mit der
schultergeöffnet, bogdieanoeieschurter ,rd ;ü;te Kopf
und Armehinein,um das nasseschwere
ziehen;herauszu ,,zerren" seir herauszu
kannmannicht."gän - ich hatte
gezerrt - er nahmes einfachraus.
EswareinAnblick.
Fastso schönwieseineErzählungen.
Nein,schöner!
So schön,wie das LeuchtenseinerAugen,
erzählt. wenner mir
so schön,wiederFerne-Brick, derso reerwarundso voiler
Seele.
Soschön.
und immerwieder:Brickauf den Fersen,Brick
(dasichnochnicht.sehen aufs Land
konnte),
atickaürd"r, iJrp"r, -
undzugleich aufAfwis,seineuanb",r"inän-rr,|rno]'ru,,
Fall,dasser mireineKurskorrertuioedeuten o"n
*orrt".'
-;;;;i,
J:tl stieg er auf das uiliescn*r - aufs
wohnzimmerdach - undrsabeilahattekeinennn'unö,'*as
dortobenmachen er
würde.Siewarni.htn"rgierig;däfurging
dasallesvielzu schnell. und ihresinnewarenbisobenhin
eingedeckt, mit.. Neuem, mit Unerwartetem,mit
Anstrengendem, überforderndem. Nicht ttiip"iri.n, aber
seelisch.Alwisstandin der großenGischt,irietisicn mit
einerHandfest - er war nichtangereint; ä"nn entgegen
seinenDramendarstellungen und tonstruiert"nG"f"hr"n_
situationen, und seinerelhobenenFinger- Äi ,äro.t war
kühn.so stander arsoaufdemgritschigän oec.t,Gr Baum
schlugnocherstaunrich heftignin unJ rrerlorrnämir ein
urteilzu erlauben) - der Baumwarentgegen ailervon ihm
zitierten.Regern einfach rocker,einfacriröse, naumerte da
vorsichhin,derBaum.AberAlwishieltsich mitzwei
Fingern fest. "ir"rn
Nein,lsabellazweiferte keinesekundean ihm. Er würde
dortstehenbleiben, jeder,absorut jederg"*tit"n windbö
zumTrotz.sie lächelte: kleinerübertreibeiring,-ou, la.r,"n"
sie zärtlichzu ihmhin.Natürlich war diesesScneiß_wetter
nurfür sieso hündisch - undfür ihnwares einKlacks. Aber
das würdeer ihr niemars sagen- jetztkeinestarts - wo er
dochgeradeeinArmageddon inszenierte.Vieileicnt später,
aneinemgemüflichen Lagerfeuer in derKnochentio&enneit
einer gefahrvoilen wüstensituation - ebensog"ianrri.n,
selbsfuerständlich; nur, nicht triefend-nass "londern
knochentrocken, eben. und anstattuns den erenden
wellentodvorherzusagen, würdeer uns dort den ebenso
:l"lgen, aber ganz.anders gearteten,SandtoJpiöfnezeien.
Undlsabella livedabei.Ganzsicher.
sie steuerte
undstarrtemarhierhin,mardahin- er hingam
Mastundstiertemarhierhin,marda hin.Diesituaiionwar
unübersichtlich
gestaltet,

l*
aber tsabellawar voil oä. Alwis
absolvierte diffuse - für tsabeila, offrür"
seilsortieraktivitäten,
sah Land, auf das emit der
Bärenhandhinwies, Land, das rsabeila keineswegs
ausmachen konnte,er fixiertedasGroßendgültig (vielleicht
wurde es jetzt wirklich haarig) und schickte ihr einen
prüfend-grimmigen Blick.lsabellaversuchteden zu deuten,
was ihr völligmisslang,und so blicktesie weiter,mal hier
hin, mal dahin:Kompass,Land (?), Felsen,Alwis,Alwis,
Alwis,...
Er turnte weiter rum. So eine Anlandungwar schwer.
lsabellaüberlegtlangsam,ob das alles lohnte;wenn sich
ein Land so gründlichentzog,warumes dann erzwingen?
Naja,vielleicht war der Hafensuperruhig - und sonnig,gar?
Es war einundzwanzig Uhr; und um auch nur in einen
theoretischen Genussvon Sonnezu kommen,hättensie...
Da!! Plötzlichschautees ein bisschenandersaus. lsabella
wusstenichtgenauwas es war. lrgendwaswar los. Was?
Was war es bloß??
Ja! Alwishantiertewie eh undje, aberer war verunsichert -
etwas ging nicht so lockervon der Hand. Was er den
anderenimmervorspielenwollte- den absolutenErnstfall,
OhGottohgott - passierteihmgeradeim kleinenAusmaß.
Es hattenurein paarSekundengedauert.
Aber lsabellawar derart irritiertvon dem ungewohnten
Anblickdes Echten!... sie kamzwanzigGradvom Kurseab.
Zwanzig Grad waren natürlich viel. Das Schiff drehte,
änderteschlichtund ergreifenddie Richtung- um zwanzig
Grad. Und ob der außergewöhnlichen Echtheitder Lage,
bemerktees Alwis allein.Und da!, da kam es: ,,Wenndu
nichtKurshaltenkannst,dannbraucheichdichhiernicht!"
lsabella,jetzt doppeltaußerGefechtgesetzt- durch eine
Situationund Wind und Wetter-, reagierteweiter
unfrisierte
seemännisch,kehrte auf den alten Kurs zurück und
betrachtete - jetzt nichtweiterAlwis,sondern:wie sich ihre
Fassungslosigkeit langsamaber beständigin Endgültigkeit
verwandelte. Endgültiges Scheiß-drauf.

mit
Anlegemanöver,
Sie absolviertenein lockig-flockiges
zartem Rückwärtsschub und sanftem Motorstop,
girlandenartiggeworfenenseemannstauen und beendeten
das ganze mit einem deutschenpalstegund drei halben
schlägen- einfachhübschanzusehen; und so harmonisch.
Allestoternst,natürlich.
Seemännisch.
Alwisschobsich nahean sie heran,die ihm zweifellosden
Rücken kehrte, wand sich um sie herum, rächerte
zähnefletschend (aber ernsthaftfreundlichl)und sprach,
zuckersüß: Danke, lsi, danke für dieses schöne
Anlegemanöver.
Er meintees ernst.
Menschenhaben nicht die Eigenschaft,kurzschlussartig
lrlfg.n zu sprühen,aber wärs das der Fall gewesen...
taghelleNacht;wie Feuenryerk.

fsabellasagte kein wort. schloss die Augen dazu und


kehrteihm den Rücken,kehrteihm den Rückln,kehrteihm
den Rücken.
Noch einmallachenkönnen,bevor ich sterbe,dachtesie
mitgenommen.
Gesagt getan, sie horte sich eine Freundin nach
Griechenland - eine Freundin,mit der sie schonmal recht
vielgelachthatte- undhoffte,dasses so besserwürde.

Jetztlag ihreHotfnungauf zweiMenschen


verteilt.
Gratuliere.

Die Freundinkam auchwirklich.Nachein paar Tagenwar


sie da. Alwisgab sich relativunbeeindruckt,
erhöhtinur die
Preise.In Ordnung.
Aber er war schontraurig.Alwis.Hatteeinfachnichtmit so
viel Gegenwehrgerechnet.war er nicht gewohnt.Also
landetelsabellain der Kategorie:besondersleurotisch.Er
brauchte eineErklärung. Dringend.EineKurze.Eine,die mit
ihm nichtszu tun hatte.Also:hoch-neurotisch.
Und da sie jetzt zu zweit waren, waren sie zwei
hochneurotisch Gören. Und hoch unwillig- im sexuellen
Bereich.Aberin dieserHinsichtwar ihmdie Lustvergangen:
Zweihochneurotische Gören!

lch hattevielzu tun.Auf einemschitfin so einersituationist


viel zu tun. Kaum mehr als hundertMeter Sicht über'm
wasser und etwashöherauchnichtviel mehr.Das ist eine
schwierige Situation. Es braucht nur die Maschine
auszufallen - und wir hattenauflandigenWind;zwarschräg
auflandig, aberdoch,auflandig. lch hattealle Händevollzü
tun, das Schiffzum Längsgehen klarzumachen. lch kannte
die Moleim Hafendieseraltengriechischen Chora,und ich
hatte mich entschlossenlängszugehen;gleich neben
ä' diesemaltensinkendenSchiff,das seit Jahrenausgepumpt
's, wurde,um es an der Oberflächezu halten.Das war der
'.i sichersteOrt, falls der Wind drehen oder der Luftdruck
s weitersinkenwürde.Es war schonkalt,es war nass,und im
ffi Prinzipwar ich allein.lch kannein Schiffvon dieserLänge-
t eine zwölf Meter Slup - alleinemanövrieren, aber eJ ist
t konzentrierte Arbeit.und die verantwortung ragabsorutbei
il mir.Deshalb war ichallein.
4 lch sah Nikuria,und der Abstandwar gut. Aber auf See
* kanneineSekundeallesverändern. DieAnderungkannvon
n außenkommen- dann muss ich bereitsein.Aber es darf
$i keineAnderung,keinFehlervon mir kommen- die See ist
il unbarmherzig. und gewaltig.lch bin mit alten seefahrern
tr
t
untenregsgewesen,ich habevon ihnengelernt.Von alten
griechischen seefahrern.GutenLehrmeistern. Trockenund
tr
tr
verlässlich.Sie habenmichgelehrt,worumes geht:Du hast
keineChancegegendas Meer,Alwis,Du kannstdemütig
ß sein,achtsam, dannlässtDichdas Meeram Leben...
#
Wili,
lsabellakannteAlwiswie ihre Westentasche; das war so,
sie wusstenicht wieso ... und sie hoffte noch immer,sie
würdesich irren.Alwisakzeptierte dieseTatsachenicht;er
schauteihr nichteinmalfür eine Sekundeins Auge: Das
um GottesWillen,'..
Kindist zruanzig,

Er weckteauchihrenEhrgeiz.Sie wusstenicht,was er sich


eigentlichbei dem Ganzen dachte. Er KONNTE nicht
gewinnen.
Er war seit fünfundutanzigJahrenauf der Suche;sie seit
fünf. Und es gingeinemdie Pusteaus,wenn man auf ihrer
beide Art und Weise sucht. So verbissen;so sehr im
AUSSEN.Verdammt.Narren!,ihr zwei' Beide am Weg
verirrt.Narren!,ihrzwei.

Schmetterlinge senkten sich in das Tal. Zu Hunderten


zuerst, dann zu Tausenden. Millionenfach.Bunte
Schmetterlinge. Sie flogenundflattertenherein,kamenvom
Talausgang her;jetztTaleingang - für all die schmetterlinge.
So leicht,so leichtkannLebensein.So still,so ohneLast.
Kommtein wind, von der seite- versetztden schmetterling.
Versetzt.Na und? So fliegt er weiter,ungebrochen- ein
Stückweiterlinks,weiterrechts.Versetzt'
Ein Windstoss,jetzt! Brichtihm den Flügel.Er stirbt,der
kleine sanfte Schmetterling.Kommt wieder. Mit den
nächstenTausend,kommter wieder- der schmetterling,
setztsich niederund trinktden Tau von einerBlume.Sucht
sich seinenWeg, fliegtihn, fliegtihn nicht'lst einmalhier
undeinmalfort,Kommtniewieder.
Na und?
Kommtwieder.Nichtgut, nichtschlecht'Das Urteilfügt nur
der Menschhinzu.Nimmden Menschen weg und es bleibt
nichtsgut, nichtsschlecht.Unkrautoder Rose,Lebenund
Tod,ein lustvoller Mund,eineTräne.Gleich.
Entspannung.
DesLiedesgedacht,
schonkaputtgemacht.
Wenndie Sonnedir scheint,
es das Schicksal gut meint;
lassjetztsausendas ,,gut"!
Dazufehltdir der Mut?
,,Wasbleibt?", fragstsogleich.
Nun,dannbleibhaltgefangen
in Mittelmäßigkeit,
verhangen.

Das Liedin Wortegefasst,


die Urbedeutungverblasst,
die Schönheit
verpasst.