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Jahre

Jahre

Ein Buch mit Geschichten, Erlebnissen und Erfolgen von, über und mit BENSELER, seinen Standorten, Verfahren und Mitarbeitern aus den letzten 50 Jahren

Willkommen

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StANDORtE Markgröningen Marbach Bogen Frankenberg Kornwestheim

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RÜCKbLICK & AUsbLICK Interview mit Herrn Manfred Werner Gespräch mit Frau Birgit Werner-Walz

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VERFAHREN Geschäftsbereich 1 Geschäftsbereich 2 Geschäftsbereich 3

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AMANDA Das aufregende Leben der Aktenmappe Amanda

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MITARBEITER Mitarbeiterporträts Auszubildende Soziales Engagement: Werkstätten für Behinderte

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Danke an alle Impressum

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Willkommen ...
... in der Welt von BENSELER!

Liebe Leserinnen und Leser,

wie fasst man eigentlich 50 Jahre auf knapp 100 Seiten zusammen? In den Vorbereitungen unseres Jubiläumsjahrs haben wir festgestellt: Das ist gar nicht so einfach. Streng chronologisch könnte man jedem Jahr unserer Firmengeschichte zwei Seiten widmen. Aber genügt das, um die Frage zu beantworten: Was ist BENSELER und wofür steht das Unternehmen? Wir finden, nein.

den Maler, Anstreicher bezeichnet. Irgendwie passend, schließlich beschäftigt sich ein Bereich unserer Firmengruppe mit dem Beschichten (im weitesten Sinn Bepinseln) von Werkstücken. Aber es ist eben auch nur ein Bereich. Die Entgratungen sind ebenso wichtig. Und der bei uns erzielte Korrosionsschutz wäre mit Pinseln ohnehin nicht

entsteht durch die Teile, die unsere Kunden uns zur Bearbeitung anvertrauen. Alle Teile der Firmengruppe haben einen wichtigen Anteil an unserem 50-jährigen Bestehen. Und schließlich möchten wir das Jubiläumsjahr zum Anlass nehmen, unsere Freude über dieses Ereignis mit allen Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu teilen.

Man kann vom Ergebnis her denken. Dann bleibt festzuhalten, dass BENSELER im zurückliegenden halben Jahrhundert eine gewaltige Entwicklung genommen hat: von einem kleinen metallverarbeitenden Betrieb zu einer Firmengruppe, die heute über 900 Menschen beschäftigt und zu den Marktführern in den Bereichen Oberflächenveredelung, Beschichten und Entgraten gehört. Aber irgendwie greift das zu kurz.

zu erreichen. Auf den kommenden Seiten wollen wir Sie deshalb Wir haben uns schließlich entschieden, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen: die Mitarbeiter, die Geschäftspartner und unsere Wegbegleiter. Denn sie stehen für alles, was die BENSELER-Firmengruppe in den vergangeauf eine Reise in die vielschichtige BENSELERWelt einladen. Wir möchten Ihnen vermitteln, was die Menschen bei BENSELER mithilfe unterschiedlicher Verfahren leisten. Wir zeigen Ihnen, was die Menschen bei BENSELER in den vergangenen 50 Jahren miteinander erlebt haben. Und schließlich stellen wir Ihnen stellvertretend für alle BENSELER-Mitarbeiter einige der Menschen vor, die bei BENSELER mit großem Engagement arbeiten.

Man kann von den Wurzeln her denken. Dann steht am Anfang Manfred Benseler, Gründer und Namensgeber des Unternehmens. Und wenn man noch weiter zu den Wurzeln blickt: Benseler kommt vom altfranzösischen Wort „pincel“, das auch heute noch im Spanischen für „Pinsel“ verwendet wird. Benseler ist auch der Berufsname, der

nen 50 Jahren erreicht hat. Und sie stehen auch für alles, was wir gemeinsam in den kommenden Jahren erreichen wollen. Deshalb lautet das Motto unseres Jubiläumsjahres auch ERFOLG MIT ALLEN TEILEN. Im dreifachen Sinn: Unser Erfolg

Viel Vergnügen bei der Lektüre! Ihre

1961
Gründung der mech. Werkstätte Manfred Benseler in Markgröningen-Talhausen im „Hof Sattler“

Birgit Werner-Walz

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Mit der BENSELER Holding GmbH & Co. KG verbindet uns eine langjährige und sehr erfolgreiche Partnerschaft. Im Laufe dieser Zeit haben wir viele, zum Teil auch schwierige Projekte gemeinsam vorangebracht. Ich denke da zum Beispiel an die Umsetzung der EU-Altautoverordnung. B ENSELER gehörte zu den Applikateuren, die sich sehr frühzeitig um leistungsfähige Alternativen ­ zu den Chrom(VI)-haltigen Beschichtungen bemüht haben. Nur durch ein solches Engagement ist es heute möglich, Oberflächen für Verbindungselemente zur Verfügung zu stellen, die höchsten Korrosionsschutz garantieren und dabei zugleich mit interessanten Zusatzeigenschaften aufwarten. Das Streben nach Qualität nicht nur im eigenen Hause, sondern in der gesamten Branche wurde durch die engagierte Mitarbeit im Vorstand der europäischen Qualitätsgemeinschaft der DörkenBeschichter „Qualicor“ sichtbar. Die Bereitschaft, dabei auch Bewährtes kritisch zu hinterfragen und immer nach neuen marktgerechten Problemlösungen zu suchen, hat nicht nur zum Erfolg von BENSELER beigetragen, sondern auch die Entwicklung der Korrosionsschutzsysteme insgesamt gefördert. BENSELER gehört heute zu den technologisch führenden Unternehmen im Bereich der Mikroschicht-Korrosionsschutz-Systeme. Das unternehmerische Gespür, die Kooperationsfähigkeit und die Bereitschaft, Herausforderungen des Marktes als Chance zu begreifen, sind die Erfolgsgaranten auch für die nächsten 50 Jahre. Die Firma BENSELER ist im Bereich der Entgratung für uns ein zuverlässiger Wir gratulieren dem BENSELER-Team zum 50-jährigen Firmenjubiläum und freuen und kompetenter Partner. Da die Teile uns auf eine weiterhin erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit! immer komplexer und deren Kantenspezifikation anspruchsvoller werden, Dr. Martin Welp, Geschäftsführer, Dörken MKS-Systeme GmbH & Co. KG ist es umso wichtiger, auch in diesem Bereich einen Lieferanten zu haben, der diese Anforderungen prozesssicher einhalten kann. Gerade deshalb schätzen wir BENSELER und seine Mitarbeiter sehr, die das Knowhow dafür besitzt. Wir wünschen dem BENSELER-Team weiterhin viel Erfolg und eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Johannes Bohnert, Qualitätsmanagement, Kratzer GmbH & Co. KG

Wir gratulieren Ihnen herzlich zu ihrem 50-jährigen Firmenjubiläum. Auf einem schwierigeren Markt hat sich die BV Oberflächentechnik in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der führenden Zinklamellen-Beschichter entwickelt. Bisher haben wir Sie stets als sehr zuverlässigen Partner kennengelernt. Maßgeblich beteiligt am Erfolg sind sicherlich die hohe Kundenorientierung und die Flexibilität. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft viel Erfolg und freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit.
Pierre Keller, Lead Buyer Subcontracting, KAMAX Werke Rudolf Kellermann GmbH & Co. KG

Die Firma BENSELER zeichnet sich durch eine offene, kooperative und individuelle Zusammenarbeit aus. Die sachliche und fachlich kompetente Kommunikation auf allen Ebenen trägt wesentlich zum Erfolg von BENSELER bei. Was wir BENSELER für die nächsten 50 Jahre wünschen? Die Motivation, weiterhin innovativ tätig zu sein.

Dr. Micha Kalbhenn, Automotive Electronics, Entwicklung Sensoren US, Robert Bosch GmbH

StANDORtE RÜCKbLICK & AUsbLICK VERfAhREN AMANDA MItARbEItER
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STANDORTE

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Standortübersicht
DORTMUND
(51° 23' 36'' N, 07° 10' 13'' O)

HAMBURG

BERLIN

HATTINGEN
Niederlassung seit 2006 Geschäftsbereich: Entgratungen Mitarbeiter: 5 Umsatz: ca. 1 Mio. Euro

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(51° 15' 38'' N, 07° 45' 35'' O)

WERDOHL *
*Beteiligungsgesellschaft seit 1987 Geschäftsbereich: Anorganische Schutzsysteme Mitarbeiter: 50 Umsatz: ca. 11 Mio. Euro

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(50° 54' 30'' N, 13° 01' 37'' O)

FRANKENBERG
Gründungsjahr: 1994 Geschäftsbereich: Organische Beschichtungen, Entgratungen Mitarbeiter: 340 Umsatz: ca. 38 Mio. Euro

(48° 54' 09'' N, 09° 05' 41'' O)

MARKGRÖNINGEN
Gründungsjahr: 1961 Geschäftsbereich: Anorganische Schutzsysteme Mitarbeiter: 200 Umsatz: ca. 25 Mio. Euro

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(48° 56' 41'' N, 09° 16' 31'' O)

MARBACH
Gründungsjahr: 1990 Geschäftsbereich: Entgratungen Mitarbeiter: 60 Umsatz: ca. 7 Mio. Euro

(48° 52' 31'' N, 09° 10' 42'' O)

STUTTGART

KORNWESTHEIM
Gründungsjahr: 2004 Geschäftsbereich: Organische Beschichtungen Mitarbeiter: 140 Umsatz: ca. 15 Mio. Euro

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(48° 55' 54'' N, 12° 39' 51'' O)

BOGEN
Unternehmen der BENSELER-Firmengruppe seit: 2005 Geschäftsbereich: Organische Beschichtungen Mitarbeiter: 115 Umsatz: ca. 9 Mio. Euro

MÜNCHEN

ZÜRICH

Die BENSELER-Firmengruppe beschäftigt über 900 Mitarbeiter, darunter rund 30 Auszubildende. In drei Geschäftsbereichen bietet BENSELER insgesamt acht Beschichtungsverfahren, drei Entgratungsverfahren und die industrielle Teilereinigung an. Jeder der sechs

Standorte ist spezialisiert auf ein bis vier unterschiedliche Verfahrenstechnologien. Dazu kommen zwei 50-prozentige Beteiligungen in Thörigen (CH) und Werdohl. Im Geschäftsjahr 2011 wird die Gruppe einen Umsatz von über 100 Millionen Euro erzielen.

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(47° 10' 48'' N, 07° 43' 17'' O)

THÖRIGEN *
*Beteiligungsgesellschaft seit 1983 Geschäftsbereich: Entgratungen Mitarbeiter: 5 Umsatz: ca. 1 Mio. Euro

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STANDORTE

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Markgröningen

Werksführung

Wo alles begann ... In Markgröningen-Talhausen begann 1961 die BENSELER-Unternehmensgeschichte. 1970 bezogen Manfred BENSELER und seine Mitarbeiter den Neubau „im Sträßle“, 1978 schließlich folgte die Erweiterung in das neue Gebäude in der Zeppelinstraße, nahe dem inzwischen stillgelegten Bahnhof. Das heute sogenannte Werk 1 ist bis heute der Nabel der BENSE LER-Welt und Sitz der Holding. Die zweite Vergrößerung geschah schon Anfang 1979 durch den Umzug der mechanischen Werkstätten für Metallbau und Rohrtechnik in den zusätzlichen Standort Steinbeisstraße.

also anorganischen Beschichtungen. Schrauben, Muttern, Clipse, Federn, Stanz- und Biegeteile und andere Kleinteile werden als Schüttgut veredelt. Größere Teile, die sich nicht im Schüttgutverfahren bearbeiten las-

am Markgröninger Standort ein. Damit leistete BENSELER echte Aufbauarbeit – vor allem beim Werben um Kundenakzeptanz. Denn bis dahin war die Galvanik das vorherrschende Verfahren, mit dem Verbindungselemente vor Korrosion geschützt wurden. So stand der Beginn der Zinklamellenbeschichtung bei BENSELER im Zeichen von zahlreichen Vortragsreisen zu Fachtagungen und Automobilunternehmen sowie von Produktpräsentationen im eigenen Haus. Ziel war es, Techniker und Einkäufer von den Vorzügen der Zinklamellenbeschichtung zu überzeugen. Mit Erfolg: Heute besitzen rund 60 Prozent der Gewindeteile, die die europäischen Automobilher-

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sen, werden auf Warenträgern befestigt. Dann wer-

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den sie getaucht und abgeschleudert. Schließlich wird die Beschichtung der Teile eingebrannt, um sie beständig vor Korrosion zu schützen. Präzisionsdrehteile, schwere Teile, Hydraulik und Pneumatikteile, Rohre und

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flächige Teile bringen die BENSELER-Mitarbeiter ebenfalls auf Gestellen auf. Sie können mit elektrostatischer Spritztechnik auch partiell in einer hochwertigen Optik beschichtet werden

Bis 1990 waren das Entgraten und bis 2004 die organischen Beschichtungen ebenso wie ein Metallbauunternehmen in den beiden Werken untergebracht. Heute beschichtet BENSE LER in beiden Werken insbesondere Verbindungselemente und Komponenten für den Automobilbau mit Zin-

Bei der Zinklamelle gehört BENSELER zu den Pionieren

steller verbauen, eine Zinklamellenbeschichtung. Ein Siegeszug, der maßgeblich im Markgröninger BENSELER-Werk begann.

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in Deutschland. Als erster Anbieter in Deutschland führte das Unternehmen das Verfahren Dacromet ® bereits 1978

klamellenbeschichtungen,

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STANDORTE

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Markgröningen

Anekdoten

Am Standort Markgröningen werden heute drei Zink lamellensysteme angeboten. Diese Vielfalt ist in Deutschland einzigartig. Zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft BVO in Werdohl ist das Angebot bezüglich Kapazität und Kundennähe eine runde Sache.

der beschichteten Teile, misst Reibzahlen und Schichtdicken und lässt Prüfmuster monatelang in Salzsprühtesttruhen und Klimaschränken „schmoren“.

Versuch und Irrtum oder was Kartoffeln und Dacromet gemeinsam haben Bodo Müller kam bereits im Februar 1977 zu BENSELER und war zunächst als Meister für die Rohrbiege- und zum Laufen zu bringen. Wir mussten erst einmal Geld verdienen, bevor wir weiterent wickeln konnten. Pech, dass Provisorien, die funktionieren, am längsten halten.“

Ganz oben im Verwaltungsgebäude im Werk 1 sitzt die Geschäftsführung der Holding. Dort trifft man auch heute immer einmal wieder Manfred Werner an, der dort nach wie vor ein Büro hat. Von hier aus beruft er die vierteljährlichen

Schweißabteilung zuständig. Als die erste DacrometAnlage aufgebaut wurde, sollte er die Produktion dort übernehmen. Mit der Anlage und dem Verfahren betrat BENSELER Neuland, entsprechend war das Ganze mit Kinderkrankheiten behaftet. Bodo Müller fasste sich schließlich ein Herz und sagte zu Manfred Benseler: „So kann das nicht weitergehen.“ Der Chef schaute ihn an und sagte: „Dann sorgen Sie dafür, dass es besser läuft.“ Damit begann Bodo Müllers Karriere als Improvisationstalent. Er entwickelte Kisten zum Befüllen der Anlage, Gestelle zum Aufhängen der Gestellware, befasste sich mit der Chemie von Dacromet und vielem mehr.

Während es unten in den großen Hallen laut und be trieb sam zugeht, herrscht in den Prüflaboren in beiden Werken eine fast schon klinisch rein anmutende Atmosphäre. Höchst

Beiratssitzungen ein, denen er vorsitzt, und kümmert sich um die Angelegenheiten der Grundstücksgesellschaften. Im großen Besprechungsraum trifft sich unter anderem regelmäßig das Management-Team der Firmengruppe, um die Firmenstrategie festzulegen. Im Hintergrund ist regelmäßig das signifikante Geräusch zu hören, wenn wieder einige Tonnen fertig beschichtete Schrauben in entsprechende Kundenbehälter verfüllt werden.

konzentriert und unter Zuhilfenahme modernster Technik begutachtet die Qualitätssicherung Proben

„Von manchem wie Chemie hatte ich keine Ahnung, aber es hat mir Spaß gemacht, mich mit neuen Dingen zu befassen, Ideen zu entwickeln. Dacromet war anfangs wie Kartoffeln. Wenn ich Kartoffeln x-mal koche, werden sie zu Brei. Wenn ich Dacromet mehrmals erhitze, hält es nicht mehr“, erzählt Bodo Müller. „Meine Aufgabe war immer, etwas

1968 – 72
Planung und Bau der Betriebsräume „Im Sträßle 4“ in mehreren Baustufen

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Just in time bei BENSELER BENSELER-Kunden haben es immer eilig, und manche sogar besonders. Hans-Ulrich Osswald erinnert sich, dass schon mal Teile mit dem Hubschrauber gebracht wurden: „Die dachten, wir machen das mal ‚geschwind‘ und sie können es gleich wieder mitnehmen. Hätten wir zwar gerne, aber beschichten dauert eben ein paar Stunden.“ Letztlich musste der Hubschrauber noch einmal kommen, um die Teile wieder abzuholen. Auf jeden Fall mussten immer alle bereit für Sondereinsätze sein.

Tag der Arbeit Einmal wurde am 1. Mai gearbeitet, weil eine alte Anlage abgerissen werden musste. Manfred Benseler drückte einem Mitarbeiter 50 Mark in die Hand und sagte: „Hol einen Kasten Bier und beim Metzger Vesper für alle.“ Der Mitarbeiter antwortete: „Herr Benseler, wie soll ich das machen? Es ist Feiertag. Die Läden sind heute geschlossen.“ Daraufhin warf ihm der Chef die Schlüssel für seinen BMW zu und sagte: „Nimm die 50 Mark und fahr. Klopf bei dem Getränkehändler an die Tür und sag einen Gruß von mir, dann kriegst du den Kasten Bier. Beim Metzger machst du es genauso. Dann gibt es auch ein Vesper.“ Der Mitarbeiter tat wie befohlen: klopf, klopf – eine Kiste Bier. Klopf, klopf – Vesper – und wieder zurück in die Firma.

Manfred ist nicht gleich Manfred Mit dem Eintritt von Manfred Werner als Gesellschafter bei BENSELER änderte sich einiges. Hans-Ulrich Osswald erinnert sich: „Obwohl Herr Benseler und Herr Werner beide mit Vornamen Manfred heißen, hätten sie unterschiedlicher nicht sein können. Herr Benseler war der typische schwäbische Tüftler, Herrn Werner merkte man an, dass er aus einem Großbetrieb kam.“ Das äußerte sich in unterschiedlichen Dingen. Osswald erinnert sich an ein Beispiel: „Auch damals gab es schon Vorschriften bezüglich des Arbeitsschutzes, aber so richtig kümmerte sich niemand darum. Herr Werner nahm das sofort professionell

Schlossermeister Willy Gerst, von November 1970 bis zur Rente bei BENSELER, erzählt: „Wenn die Fertigung stillstand, gab es damals nur eine Telefonnummer: meine. Es gab Nächte, da bin ich dreimal in die Firma gefahren.“ Mit geregelten Arbeitszeiten war es nicht weit her. Das weiß auch Hannelore Bofinger: „Es kam schon mal vor, dass mich Herr Benseler mittags schnell nach Hause gefahren hat, damit ich meinem Kind das Essen fertig machen konnte. Danach hat er mich wieder abgeholt.“

Rund um die Technik Hans-Ulrich Osswald, der am 1. Januar 1980 als Technischer Leiter zu BENSELER kam und bis zur Rente dort blieb, blickt schmunzelnd auf seine Karriere bei BENSELER zurück: „Von den BENSELER-Mitarbeitern wird nicht erst jetzt höchste Flexibilität erwartet. Das war schon damals so. Wer bei BENSELER auf die Probleme drauftrat statt sie zu beseitigen, war an der falschen Stelle.“ Er habe damals alles „rund um die Technik“ gemacht, sagt Hans-Ulrich Osswald heute. „Ich habe TEM und Dacromet betreut, neue Anlagen aufgebaut, Baumaßnahmen und Planung überwacht, Vorträge auf Messen und bei Kunden gehalten, mich um Entlackung und Abwasser gekümmert. Es gab damals noch keine klar abgegrenzten Aufgaben. Die Dinge mussten eben erledigt werden.“

in Angriff.“

Auch Hannelore Durst erinnert sich: „Eine der ersten Maßnahmen von Herrn Werner war, dass er die Duschund Waschräume der Belegschaft renovieren lassen hat. Das war dringend nötig, aber niemand hatte sich darum gekümmert.“ „Wenn Herr Benseler uns sagte, wir sollten das Licht um elf Uhr ausschalten und es wurde vergessen, hat er den Schalter weggeschlagen“, schmunzelt HansUlrich Osswald. „Herr Werner dagegen hat ganz schnell eine Zeitschaltuhr einbauen lassen.“

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Inbetriebnahme einer Pulverbeschichtungsanlage (EPS) im Neubau „Im Sträßle 4“ Markgröningen – eine der ersten Anlagen in Deutschland

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Marbach

Werksführung

Schauplatz Max-Eyth-Straße 6 in Marbach. BENSELER steht da am Werkstor geschrieben. Dahinter ziehen sich zwei Werkshallen. Hier ist seit 1990 die Heimat der BENSELER Entgratungen GmbH, die an diesem Standort in bereits vorhandene Montagehallen einziehen konnte.

Gebäude einem benachbarten Stahlunternehmen. BENSELER hat es komplett renoviert und an seine Bedürfnisse angepasst. Zusätzlich zu den TEM-Entgratungsmaschinen sind hier heute Anlagen für das Elektrochemische Entgraten (ECM) und das

Menschen aus Griechenland, Italien, der Türkei, aus Togo, von der Murr und aus dem Schwarzwald arbeiten hier einträchtig und erfolgreich zusammen. Integration wird großgeschrieben – und das nicht nur mit Blick auf den Geburtsort. Auch Menschen mit Behinderung finden im Marbacher BENSELER-Werk ihren Platz. Rund 15 von ihnen kommen täglich aus den benachbarten Beschützenden Werkstätten in Markgröningen und sind hervorragend in die Arbeitsabläufe integriert.

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Hochdruckwasserstrahl-Entgraten (HDW) untergebracht. ECM

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kommt zum Zug, wenn Grate an genau definierten Stellen entfernt oder Kanten gerundet werden müssen. Dieses Verfahren

Heute stehen hier das Werk 1 und das Werk 2. Werk 1 wurde 1990 bezogen und nahm den bis dahin in Markgröningen ansässigen Bereich für Thermisches Entgraten (TEM) auf. Neun Anlagen befreien Werkstücke in rasender Geschwindigkeit von störenden Graten. Nur wenige Millisekunden braucht das Sauerstoff-Brenngas-Gemisch in der Entgratungskammer, um mit hohem Druck und großer Hitze die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Dabei sind diese Maschinen echte Leisetreter. Obwohl in ihrem Innern alle paar Sekunden eine Explosion stattfindet, hört man draußen nur ein leises Klicken.

ist auf nahezu jedes Metall anwendbar. HDW dagegen reinigt mit Hochdruck Stahl und Leichtmetalle wie Aluminium oder

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Magnesium und entfernt ebenfalls Grate.

Darüber hinaus beherbergt Werk 2 die Anlage der industriellen Teilereinigung samt Vakuumtrockner. Die industrielle Teilereinigung trägt dazu bei, Verunreinigungen zu verhindern, die später beim Verbauen zu Störungen führen könnten. Eine

Alle zusammen bilden sie gemeinsam mit den Kollegen in Thörigen, Schweiz und Hattingen ein starkes Team für hochwertige Entgratung und Teilereinigung.

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wässrige Lösung befreit Bauteile in einer Mehrkammer-Tauchanlage von allem Unerwünschten, seien es grober Dreck oder kleinste Schmutzpartikel. Der drehbare Vakuumtrockner lässt anschließend auch die letzte Spur Feuchtigkeit weichen.

Werk 2 wurde 2007 eingeweiht. Bis 2005 gehörte das

In den beiden Marbacher Werken gibt es heute rund 80 Beschäftigte aus aller Welt.

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Marbach

Anekdoten

Umsatz, Umsatz, Umsatz „Wo bleibt die Umsatzmeldung?“ Diesen Satz werden viele aus dem Munde von Manfred Werner kennen. Jeden Montagmorgen um 9 Uhr (oder auch mal früher) wollte der BENSELER-Chef die aktuellen Zahlen haben. Er fühlte auch dem Schichtführer in Marbach, Emil Unger, diesbezüglich oft auf den Zahn: „Herr Unger, wie läuft das Geschäft?“ „Gut läuft es“, so die Antwort von Emil Unger. „Und warum haben wir dann nicht mehr Umsatz?“ fragte Manfred Werner nach. Emil Unger wusste daraufhin natürlich nicht so recht, was er sagen sollte und hat sich schließlich vorgenommen, auf diese Frage künftig anders zu antworten. Als sich Manfred Werner dann das nächste Mal erkundigte, war Emil Unger vorbereitet: „Durchwachsen, Herr Werner“, antwortete der Schichtführer. Sein Chef sah ihn fragend an. „Wissen Sie, Herr Werner“, erklärte Emil Unger, „haben wir viel Geschäft, dann sind’s zu wenig Leut’, haben wir wenig Geschäft, dann sind’s zu viel Leut’.“ Da hat Manfred Werner gegrinst und ist weitergegangen.

Weinprobe à la BENSELER Inge Trippel war lange Jahre die gute Seele von BENSELER, zunächst in Markgröningen und später auch in Marbach. Als sie wieder einmal dringend „etwas bei der Kundschaft erledigen“ sollte, wollte sie statt des Firmenwagens lieber das eigene Auto nehmen. Doch das schien defekt; es tropfte aus dem Auto. Da es ein eiliger Auftrag war, verständigte sie flugs Kollegen aus der Produktion, die den Schaden begutachten sollten. Einer nach dem anderen schaute unter das Auto und versuchte, die Ursache für die undichte Stelle zu lokalisieren. Bis einer der Kollegen mutig die Flüssigkeit kostete. „Frau Trippel, ich tippe auf Trollinger mit Lemberger“, so das fachmännische Urteil, das sich bei einem Blick auf den Rücksitz und eine zerbrochene Weinflasche bestätigte.

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Übernahme der Firma Süddeutsche Stahlrohr- und Maschinenbau in Asperg und Bezug der Räume; Integration in die BENSELER Rohrtechnik GmbH

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Werksführung

Blau-weiße Geschichte: BENSELER im niederbayrischen Bogen Wer die niederbayrische Seele kennenlernen möchte, sollte nach Bogen reisen. Sanft schlängelt sich die Donau in Sichtweite der Innenstadt durch Felder und Äcker. Vom Bogenberg grüßt die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die beliebtes Ziel für Wanderer und Wallfahrer ist. Und um die Kirche herum erinnert alle vier Jahre ein Volksfest daran, dass das weltbekannte Markenzeichen des Freistaats Bayern aus Niederbayern stammt: die blau-weiße Raute.

Die Bogener TECHNO COLOR-Geschichte reicht bis in das Jahr 1989 zurück. Damals startete der Betrieb mit sieben Beschäftigten. Als BENSELER vier Jahre später einstieg, investierte die Firmengruppe nach und nach in drei moderne Anlagen

Mit großer Sorgfalt und viel Engagement sorgen die TECHNO COLOR-Mitarbeiter dafür, dass die Bogener Erfolgsgeschichte noch lange weitergeht. Mittlerweile erwirtschaften sie gemeinsam einen jährlichen Umsatz von über 10 Millionen Euro. Und auch wenn TECHNO COLOR seit seinen Anfängen mächtig gewachsen ist, die Atmosphäre ist familiär geblieben. Viele neue Kollegen sind Söhne, Töchter oder Ehepartner aktueller oder

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zur Nasslackierung. Seit 2004 erweitert die Plasma-Vakuum-

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Beschichtung (PVD) das Angebot. Über 100 Menschen kommen heute Tag für Tag zur Arbeit in die Brunfeldstraße 7 in der Bogener Gemeinde Furth im Wald.

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Möglich, dass es dem vielen Grün rund um den Bogener Standort geschuldet ist, jedenfalls wird Umweltschutz bei TECHNO COLOR ganz großgeschrieben. Auffälligstes Symbol ist die

früherer TECHNO COLOR-Mitarbeiter. Vielleicht ist auch dies Teil der niederbayerischen Seele.

In dieser Idylle zwischen Natur und Brauchtum ist die TECHNO COLOR Oberflächenveredelung daheim. Wenige Kilometer vom Bogenberg entfernt beschichtet die Firma Kunststoffteile für die Motorrad- und Automobilindustrie, Elemente für die Medizintechnik und Bauteile für Haushaltsgeräte. Seit 1993 ist das Unternehmen Teil der BENSELER- Firmengruppe.

hochmoderne regenerative Nachverbrennungsanlage. Sie sorgt nicht nur dafür, dass bei den Beschichtungsvorgängen entstehende Schadstoffe nicht in die Luft gelangen. Die Anlage ver-

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braucht durch die Rückgewinnung von Wärme auch erheblich weniger Energie als herkömmliche thermische Verbrennungsanlagen. Die großen Bemühungen um die Umwelt sind auch dem Freistaat Bayern nicht entgangen. Er zeichnete die TECHNO COLOR 2002 sogar mit dem Bayerischen Umweltpreis aus.

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Bogen

Anekdoten

Von Wallfahrten und kirchlichem Segen Ende der 80er-Jahre standen große Teile der Bevölkerung von Bogen der Ansiedlung von der Tochterfirma Techno Color mehr als skeptisch gegenüber. In einer in der Region nie da gewesenen Form machte eine Bürgerinitiative gegen die Verarbeitung von Stoffen auf dem Gemeindegebiet mobil, die die Umwelt schädigen können. Ein Höhepunkt der Protestbewegung war eine Bittprozession mit Festgottesdienst auf den Bogenberg. Über 20 Jahre später sind alle Bedenken längst zerstreut. Und für die neue Abluftreinigungsanlage spendete 2009 der Bogener Pfarrer sogar den kirchlichen Segen.

Schneechaos im Winter 2005 / 2006 Nach starken Schneefällen wurde im Februar 2006 der Landkreis Straubing-Bogen zum Katastrophengebiet erklärt. Tonnenschwer drückte auch der Schnee auf das Dach von Techno Color in Bogen, das wohl nicht mehr lange standgehalten hätte. Die Geschäftsführung stellte die Produktion ein und schickte die Mitarbeiter nach Hause. Doch die kamen ausgerüstet mit Schneeschaufeln und anderen Räumgeräten zurück und halfen Feuerwehr und THW beim Räumen des Daches. „Wir haben uns selbst gerettet“, so der schlichte Kommentar aus der Belegschaft. Nachdem die Einsturzgefahr gemeinsam abgewendet worden war, nahmen die Mitarbeiter die Produktion wieder auf. Um einen Bandstillstand bei einem Kunden zu vermeiden, hängten sie freiwillig die verlorene Schicht in der Nacht dran.

Verheiratet bei Techno Color Bei Techno Color arbeiten 8 Ehepaare im Unternehmen, teilweise gemeinsam an derselben Anlage. Das liegt aber nicht daran, dass bei Techno Color besonders heftig geflirtet wird und dort Ehen angebahnt werden. Es ist eher andersrum: „Für offene Stellen erhalten wir viele Bewerbungen von Verwandten unserer Mitarbeiter – und eben auch von Ehepartnern“, berichtet Werksleiter Sven Paetow. „Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher stellen wir auch gerne Ehepartner ein.“

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Planung und Bau der Betriebsräume in der Steinbeisstraße; Einzug des Metallbau

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Frankenberg

Werksführung

Eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte Die Stadt Frankenberg hat Benzin im Blut. Hier gründete der DKW-Pionier Jörgen Skafte Rasmussen 1923 die Frankenberger Motorenwerke (FraMo), damals noch als Metallwerke Frankenberg/Sachsen. Später wurde hier im VEB Barkas-Werke der legendäre B1000 gebaut. Und seit 1994 beschichtet und entgratet BENSELER auf dem ehemaligen Barkas-Gelände Bauteile für die Autoproduktion. Eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte.

hätte alles ganz einfach sein können. Doch dann kam zunächst alles anders. Ein Alteigentümer, dem bis 1956 ein Teil des Werksgeländes gehörte, trat auf den Plan und stellte Rückübertragungsanspruch, allerdings für das gesamte Gelände.

konnten und dass das Hydraulikring-Werk im nahen Limbach (später Siemens, heute Continental) einen Partner für die ECM-Bearbeitung neuartiger Einspritzpumpenteile suchte“, erklärt Müller rückblickend die rasche und erfolgreiche Ent-

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Dann endlich konnte BENSELER einen Teil des Geländes, der Hallen, Anlagen und Maschinen der Barkas GmbH übernehmen und an gleicher Stelle das Oberflächenbeschichtungszentrum (OZF) gründen. Mit Barkas hat das heutige Unternehmen allerdings nicht

wicklung der Entgratung und elektrochemischen Formgebung in Frankenberg.

Die Stadt im Zschopautal gehört mittlerweile zu den wichtigsten Standorten der BENSELERFirmengruppe. Vielleicht ein Symbol für die große Bedeutung des Werks für das Gesamtunternehmen: 2007 wurden aus OZF die BENSELER Sachsen GmbH und die BENSELER Beschichtungen Sachsen GmbH. Rund 450 Personen erarbeiten hier heute 35 Prozent des Gruppen-Umsatzes – vor allem mit Aufträgen aus der Automobilindustrie.

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Dabei sah es schon so aus, als sei mit der Wende das Ende des Automobilstandorts Frankenberg gekommen. Der volkseigene Betrieb wurde in die Barkas GmbH umgewandelt, und die Treuhand suchte einen Investor. Dr. Wilfried Müller, nach der Wende Werksleiter im Frankenberger Werk und heute Geschäftsführer, hatte BENSELER schon als möglichen neuen Investor ausgemacht. Und auch Manfred Werner hatte bereits ein Auge auf das Frankenberger Werk geworfen. Insofern

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viel mehr gemeinsam als die Adresse. Denn mit BENSELER und Manfred Werner kamen die nötigen Investitionen, um das Werk wettbewerbsfähig zu machen und die gemeinsamen Ideen für ein Beschichtungszentrum für die Automobilzulieferindustrie umzusetzen. Zweistellige Millionenbeträge sind seitdem in das Gelände geflossen. Über die Jahre entstand eine Anlage zur Pul-

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verbeschichtung, eine weitere für Nasslackbeschichtung, eine neue KTL-Anlage, dann noch eine Anlage für Nasslackbeschichtung. 2001 kam schließlich die Entgratung dazu, die schnell zu einem wichtigen Standbein des Frankenberger Standorts wurde. „Wir haben sehr davon profitiert, dass wir uns bei der thermischen Entgratung vieles von den Marbacher Kollegen abschauen

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Frankenberg

Anekdoten

Tradition Obwohl Frankenberg erst seit 1994 ein BENSELER-Standort ist, ist er der Standort mit der längsten Tradition. 1926 gründeten dort die Gebrüder Rasmussen, die Gründer der bekannten DKW-Marke, die FraMo, die Frankenberger Motorenwerke Metallwerke Sachsen, als Zulieferbetrieb für den Automobil- und Motorradhersteller DKW und zur Eigenfertigung von Pkw und Kleintransportern. Nach dem Krieg wurde der Betrieb als volkseigener Betrieb weitergeführt. 1961 kam der Kleintransporter Barkas B1000 auf den Markt, der sehr erfolgreich auf dem jetzigen BENSELER-Gelände gebaut wurde und für dessen Produktion bis zu 1.200 Mitarbeiter beschäftigt waren. Mit der Wende wurde der Betrieb unter Führung der Treuhand in die Barkas GmbH umgewandelt. Der neue Besitzer des BARKASStammwerkes in Chemnitz hatte andere Pläne, und so rollte der letzte Barkas B1000 am 10. April 1991 vom Band. Werksleiter für die Standorte Frankenberg und das nahe gelegene Hainichen war seit 1990 Dr. Wilfried Müller, heute Geschäftsführer von BENSELER Sachsen. Schon 1990 fassten Manfred Werner und er die ersten Pläne für die Zukunft. Doch Unklarheiten bei der Reprivatisierung zogen den Neuanfang in die Länge. Als die BENSELER-Tochter unter dem Namen OZF 1994 ihre Arbeit aufnehmen konnte, bestand das Team um Dr. Müller noch aus 25 Mitarbeitern.

Hochwasser 2002 Im August verursachten starke Regenfälle vor allem in Ostdeutschland eine Naturkatastrophe, die als Jahrhundertflut in die Geschichte eingegangen ist. Auch das Flüsschen Zschopau wurde zur reißenden Flut und überschwemmte große Teile von Frankenberg. Als abzusehen war, dass das Wasser auch das BENSELER-Werksgelände überfluten würde, versuchten am Abend noch einige Kollegen, zu schützen und zu retten. Doch das Hochwasser stieg binnen kürzester Zeit bis auf 160 cm. Den Mitarbeitern blieb nur die Flucht in die höheren Etagen. Sie mussten dann am nächsten Morgen per Hubschrauber evakuiert werden. In einem nahe gelegenen Gebäude richtete die Geschäftsführung am Tag darauf eine Anlaufstelle ein, um Kunden und Zulieferer sowie bereits die Aufräum- und Reparaturarbeiten zu koordinieren. Die Flut ging und der Sonnenschein kam. „Der zurückbleibende Schlamm drohte hart wie Beton zu werden“, erinnert sich Frau Auerbach. „Mit viel Einsatz hat die gesamte Belegschaft, teilweise mit Schneeschiebern bewaffnet, die Hallen gesäubert.“ Damit hatte die Katastrophe, die insgesamt einen Schaden von 8 Millionen Euro am BENSELER-Standort verursachte, auch etwas Positives: „Die Leute haben toll zusammengehalten. Die Flut hat die Mannschaft zusammengeschweißt.“

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Bezug der Produktionsräume Zeppelinstraße 28 und Inbetriebnahme der ersten Anlage für DACROMET-Beschichtung in Deutschland

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STANDORTE

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Kornwestheim

Werksführung

Kornwestheim: Standort mit Perspektive Kornwestheim hat Perspektive, findet BENSELER. Anfang des 21. Jahrhunderts stand das Unternehmen vor der Entscheidung, als Ersatz für die veraltete Anlage zur Kathodischen Tauchlackierung (KTL) am Stammsitz Markgröningen eine Fabrik im Niedriglohn-Ausland zu bauen – oder in Deutschland nah bei den BENSELER-Kunden eine neue, moderne Fertigungsstätte zu schaffen. BENSELER entschied sich für die Nähe zum Kunden – und für damals etwa 70 Arbeitsplätze in der Region Stuttgart. Als Standort wählte die Firma Kornwestheim. Binnen sechs Monaten entstanden die Feinplanung und das Pflichtenheft. Und nur neun Monate später, im Mai 2004, begann der Betrieb.

stehen, werden automatisch in einen Zwischenpuffer verfrachtet. Andere gelangen von dort in einer optimierten EinfahrReihenfolge in die zweireihige Vorbehandlung – getrennt nach Stahl und Aluminium, die in Strang I bearbeitet werden, und

Auch wenn die Automatisierung hier großgeschrieben wird, sind die engagierten 140 Mitarbeiter nicht weniger wichtig. Durch die technische Komplexität und die vor- und nachgelagerten Prozesse sind sie mit ihrem umfassenden Know-how gefordert. Die Nähe zum Kunden ist auch hier durch die Lage an einem Verkehrsknotenpunkt ganz wörtlich zu sehen. Die Kunden

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Magnesium, für das Strang II reserviert ist. Anschließend geht

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es in die KTL – und, falls vom Kunden gewünscht, direkt weiter zur Pulverbeschichtung.

Rund 7 Millionen Euro wurden investiert. Der Lohn: eine hoch-

schätzen den Logistikvorsprung. Kornwestheim hat eben Perspektive – regional und technisch.

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moderne und stark automatisierte Anlage, mit der die Aufträge vor allem der Automobilindustrie effizient und zu marktfähigen Preisen bearbeitet werden können. Kernstück des intelligenten Werks ist ein computergestütztes Produktionsplanungs- und -steuerungssystem (PPS). Es entscheidet auf Grundlage der Kundentermine und der Auslastung im Werk, zu welchem Zeit-

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Auf dem Werksgelände ist ständig Bewegung. Rohware erhält beim Eintreffen im Werk ein Barcode-Etikett und fährt durch eine automatische Einschleusstation in das Hochregallager. Teile, die kurz vor der Bearbeitung

punkt welche Ware in welchen Bereich der Fertigung kommt – und sorgt dafür, dass die Kunden zur richtigen Zeit ihre fertigen Teile erhalten. Der Start dieser Anlage war für BENSELER ein echter Quantensprung. Die Qualität der Bearbeitung ist sehr hoch, und in der Kombination von KTL- und Pulverbeschichtung gehört das Werk zu den Marktführern.

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Kornwestheim

Anekdoten

Ravioli für den Chef Ein paarmal jobbten die beiden Töchter von Manfred Werner in den Ferien bei BENSELER in der Fertigung. Die Mitarbeiter wussten zunächst nicht, dass sie es mit den Töchtern des Chefs zu tun hatten, kamen aber bald dahinter. Schließlich fragten sie die Mädchen, die bejahten „Ja, Herr Werner ist unser Vater.“ Als es später im Gespräch unter den Mitarbeitern darum ging, was es zu Hause zum Abendessen geben würde, neckte man Manfred Werners Töchter und fragte sie, was sie für den Vater kochen würden. Die eine antwortete keck: „Ich mache ihm eine Dose Ravioli auf.“

Bier ist nicht gleich Bier Bei BENSELER ist schon lange kein Alkohol im Betrieb mehr erlaubt, und die Mitarbeiter halten sich daran. Nur in den 1980er-Jahren fiel es noch etwas schwer. Zwei Mitarbeiter machten einmal Überstunden, weil ein Ofen beobachtet werden musste, in dem ein Teil steckte, das nicht über 130 Grad erhitzt werden durfte, aber etwa eineinhalb Stunden im Ofen bleiben musste. Nebenher beschäftigten sie sich mit Wartungsarbeiten – viel war nicht zu tun. Deshalb verteilten sie eine Flasche Bier auf zwei Gläser und stellten eine leere Flasche alkoholfreies Bier dazu. Als ob sie es geahnt hätten, kam der Produktgruppenleiter dazu, sah die Bierflasche und fragte, ob er auch einmal probieren könne. „Natürlich“, sagten die Mitarbeiter und boten ihm tapfer ihre Gläser an. Doch der Herr entschied sich angesichts des Etiketts „alkoholfrei“ anders. „Nein, so ein Bier trinke ich nicht. Das schmeckt nicht“, sagte er. Dem wollte niemand widersprechen.

Grillen mit Eigeninitiative Früher waren bei BENSELER gemeinsame Grillfeste bei den Mitarbeitern sehr beliebt. Sie wurden meistens durch kleine Einnahmen finanziert, die man nebenher machte, wenn zum Beispiel ein Kunde kam, der einen einzelnen Motorradrahmen beschichtet haben wollte. Im Frühjahr hat man die Grillfest-Tradition in Kornwestheim wieder aufleben lassen. „Allerdings haben diesmal alle gleichermaßen beigetragen, auch der Arbeitgeber BENSELER“, betont der Betriebsleiter. „Die Mitarbeiter haben Fleisch und Salate mitgebracht, das 4B-Team, das sich um die Mitarbeiterintegration kümmert, hat für zwei Grills gesorgt. Mit Rücksicht auf die Moslems unter den Mitarbeitern gab es kein Schweinefleisch. Alles hat gut geklappt, nur das Wetter machte nicht so ganz mit.“ Die Mitarbeiter hatten trotzdem Spaß und waren begeistert. Sie freuen sich bereits auf das Grillfest im nächsten Jahr.

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Aufnahme des Thermischen Entgratverfahrens (TEM) am Standort Markgröningen, Zeppelinstraße 28

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50 years of existence of BENSELER proves already by itself that the company was strong by an appropriate management and the involvement of its personnel to allow the company to give satisfaction to its customers, personnel and shareholders, contributing also to the development of its region. As DACRAL, now NOF Metal Coatings Europe, I can only speak of the development of subcontracting business in the protection of small metallic parts and fasteners, not for the other BENSELER group activities developed progressively. When Manfred BENSELER in the seventies was willing to develop his business by entering in the subcontracting of anticorrosive protection of fasteners for Der Erfolg von BENSELER beruht auf der Fähigkeit, schnell automotive business, we proposed him to do it with DACROMET®, first pragmatische Lösungen zu generieren, und auf der Zuverläszinc flake coating, just invented by our group. It was possible because in sigkeit in der Umsetzung. the seventies our group had identified an increasing demand of automotive industry to improve drastically the protection of their fasteners and small Für die Zukunft wünsche ich Ihnen das richtige Gespür für metallic items which were at that time protected in electrozincplating with die Anforderungen des Marktes und die Kraft, Ihre Ideen a wide dispersion of results giving a lot of trouble on cars. BENSELER was umzusetzen. one of the pioneers to develop DACROMET ® treatment and contributed to build the necessary network of applicators, investing in the right means Jürgen Herrmann, when needed and contributing strongly to the construction of the required Leitung Team Leichtmetall- und Eisenguss, Daimler AG, network of licensees in order to provide car makers with same quality anywhere on automotive production places. The discussion of this partnership started to make a big step forward when Manfred Werner acquired BENSELER business and gave DACROMET® business development to Mr Gehring. A company success cannot exist without men of course who have to be supported by shareholders. But, without vision and management leadership, it is difficult to get continuous results and progress. By their capability to build a team which listens day by day to customers demand, continuing to reinforce partnership. Until now, partnership experience was not always easy, but our mutual confidence was the key for success. BENSELER understood that development is more efficient when you work in a network of companies which brings you, but you have to give. I am very thankful and appreciated a lot working with Manfred Werner, Roland Gehring, later Birgit Werner-Walz and their collaboration to have supported us when we had to change drastically for automotive industry from DACROMET ® to a non-chrome product the GEOMET® keeping it water-based.To develop a new drastically different technology is one thing, being successful to industrialize it to satisfy automotive industry is another story. Without close cooperation of BENSELER and other key licensees it would not have been feasible.This is such continuation of partnership that we are expecting from BENSELER, to better answer to the future demand of our main end user, the Automotive. My best wishes are that what we established during more than 30 years will continue and BENSELER has no reason to not be successful if having always in mind that real companies assets are the men.
Michel Fourez, Président Directeur Général, NOF Metal Coatings Europe S. A.

50 Jahre BENSELER , 50 Jahre Firmengeschichte, die wir von der WEIDEMANN Hydraulik GmbH seit 1979 als Kunde begleiten. Dieses Jubiläum ist auch für uns ein Grund, auf die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit zurückzublicken. Wir verbinden mit der BENSELER GmbH innovatives Hightech-Entgraten, unbedingte Kundenorientierung und bedanken uns für die bisherige nette und freundliche Zusammenarbeit. Für die nächsten 50 Jahre wünschen wir dem Unternehmen weiterhin die bekannte Zukunftsorientierung, zufriedene Kunden und den damit einhergehenden Erfolg.
Eric Weidemann, Geschäftsführung, Weidemann GmbH

StANDORtE RÜCKbLICK & AUsbLICK VERfAhREN AMANDA MItARbEItER
Ich schätze besonders, dass Benseler über viele langjährige Mitarbeiter verfügt, die dem Unternehmen neben Erfahrungswerten auch den Charme eines Familienbetriebs erhalten haben. Was ich dem Unternehmen für die nächsten 50 Jahre wünsche? Vielschichtig bleiben, nie den Anschluss an neue Technologien verlieren, und ab und zu auch mal dick auftragen.
Dr.-Ing. Hans-Jörg Huth, Ingenieurbüro Huth

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Interview

Manfred Werner

Sie sind 1983 bei BENSELER als geschäftsführender Gesellschafter eingestiegen. Davor waren Sie in leitenden Positionen in großen Unternehmen tätig, unter anderem bei Bosch. Wo sehen Sie die Unterschiede?

Der Familienunternehmer hat über Generationen hinweg das Wohl des Unternehmens im Auge. Manager denken mit wenigen Ausnahmen kurzfristiger. Als positiv habe ich die Systematik empfunden, die ich aus dem großen Konzern mitgebracht habe. Bei BENSELER wurde damals vieles aus dem Bauch heraus entschieden ohne eine Gesamtstrategie. Wenn ein Unternehmen wachsen soll, ist es aber notwendig, über den Tellerrand hinauszuschauen.

Heute ist im Zusammenhang mit Familienunter­ nehmen viel von Werten die Rede. Hatten Sie damals schon solche Werte und Leitlinien?

Um ein Unternehmen ertragreich zu führen, braucht man Ideen, gute Produkte und besonders gute Mitarbeiter. Deshalb war für uns immer wichtig, nah am Mitarbeiter zu sein. Für die Unternehmensführung heißt das, Mitarbeiter individuell zu führen, auf ihre speziellen Bedürfnisse und Charaktere einzugehen und Vertrauen aufzubauen. Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie sich auch in schwierigen Zeiten auf uns verlassen können. Niedergeschrieben haben wir diese Werte anfangs nie. Wir haben sie vorgelebt. Nur dann können die Mitarbeiter sie begreifen und übernehmen. Je größer das Unternehmen wird, desto sinnvoller ist es, Werte und Leitlinien aufzuschreiben.

In den letzten Jahren wird der Mittelstand von Politikern gerne als Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet. Was könnte die Politik für die Familienunternehmen tun?

Unser Hauptproblem ist die Summe der Vorschriften, die wir einhalten sollen. Wir müssen unzähligen steuerlichen, rechtlichen, umwelttechnischen und sonstigen Vorschriften gerecht werden. Kein Unternehmer kann hier noch den Überblick behalten. Hier sehe ich für die Politik einen großen Handlungsbedarf. Es gibt, wenn ich das richtig weiß, in Deutschland über 600.000 Arbeitsgerichtsprozesse pro Jahr. Warum gibt es eigentlich so viele? Weil wie in vielen anderen Bereichen klare Vorschriften fehlen.

1983
Dipl.-Kfm. Manfred Werner tritt als geschäfts­ führender Gesellschafter in das Unternehmen ein

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Mit welchen Menschen sind Sie am besten zurechtgekommen?

Mir waren immer die Menschen am liebsten, die kritisch hinterfragen, mitdenken und sich konstruktiv einbringen. Diskussionen sind für mich wichti­ g, allerdings nicht um der Diskussion willen. Ich habe keine Zeit, mich stundenlang über ein Thema zu unterhalten, ohne dass es ein Ergebnis gibt. Diskussionen müssen für mich zu Entscheidungen führen. Bei Bosch haben wir damals vom „Brägelfaktor“ gesprochen. Das bedeutete, diskutieren ohne Ergebnis, etwas sagen, damit etwas gesagt wurde. Mittlerweile führt Ihre Tochter die

Industrielackierungen in Brainkofen. Ich bin nie unkalkulierbare Risiken eingegangen, aber hin und wieder treten unvorhergesehene Ereignisse ein, mit denen muss man dann fertigwerden. Am wichtigsten ist, bei allen Entscheidungen die Risiken im Verhältnis zu den Potenzialen abzuwägen.

Ich glaube, es ist leichter für mich als für einen angestellten Geschäftsführer oder Manager. Ein Manager ist meistens von heute auf morgen nicht mehr erwünscht, sobald er in den Ruhestand geht. Der Bruch findet von einem Tag auf den anderen statt. Ich bin dem Unternehmen immer noch verbunden, obwohl ich jetzt schon 76 bin. Meine Tochter und ich halten guten Kontakt und sprechen über die Dinge, die im Unternehmen passieren. Ich mische mich zwar als Beiratsvorsitzender nicht in das Tagesgeschäft ein, kann aber doch im einen oder anderen Fall Rat geben.

Welches war in Ihrem Leben als Unternehmer die größte Herausforderung?

Das war die Regelung der Nachfolge. Es war eine sehr negative und eine sehr positive Erfahrung gleichzeitig. Der Unternehmensgründer Manfred Benseler ist 1988 aus dem Unternehmen ausgeschieden. Nach dem Ausstieg eines Investors 1994 habe ich alle Anteile übernommen und zunächst 48 Prozent meinen Kindern übertragen. Damals war ich 60 und gesundheitlich angeschlagen. Meine Tochter Birgit hat sich sofort bereit erklärt, in den Betrieb zu kommen, allerdings war sie mit ihrer Ausbildung noch nicht fertig. Sie hat mir aber mit dieser spontanen Entscheidung eine große Freude gemacht. Ich habe dann einen Geschäftsführer gesucht. Der eine, der zu uns passte, ging wieder. Mit den nächsten Kandidaten hatten wir großes Pech. Letztlich musste ich das Unternehmen weiterhin alleine führen. Das war eine herbe Enttäuschung. Aber ab dem Jahr 2000 hatte ich dann das große Glück, mit meiner Tochter zusammen arbeiten zu können.

Geschäfte. Wie fühlt man sich, wenn man an die nachfolgende Generation übergibt? Fällt es schwer, loszulassen?

Wo sehen Sie die Zukunft für BENSELER in den nächsten 50 Jahren? Wohin könnte die Reise gehen?

Meine Vision war eigentlich schon immer, ins Ausland zu gehen. Doch wir haben einen entscheidenden Nachteil: Wir haben keine eigenen Produkte. Wenn wir ins Ausland gingen, müssten wir bei unseren investitionsintensiven Verfahren sicher sein, dass der Bedarf für unsere Leistung auch wirklich vorhanden ist. Diese Sicher-

Wie sind Sie mit Risiken und Rück­ schlägen umgegangen?

Es geht immer ums Überleben. Als Kriegskind und aus ärmlichen Verhältnissen kommend, ging es für mich stets darum, zu überleben. Dafür muss man immer nach vorne schauen. 1989 hatten wir im Markgröninger Werk einen Großbrand mit einem Schaden von etwa sieben Millionen Mark. 2002 waren wir in Frankenberg vom Jahrhunderthochwasser betroffen. Dort entstand ein noch höherer Schaden. Wir haben sogar Pleiten erlebt und überlebt wie 2005 bei der Akquise der Firma Geiger

heit gibt es nicht. Deshalb ist die eigentliche Vision, etwas zu finden, was uns unabhängiger macht. Kleine Schritte sind wir dabei schon vorangekommen. Mehr Fertigungstiefe, ein verbreitertes Programm, neue Verfahren und vor allen Dingen Qualität gehen in die richtige Richtung. Die große Idee fehlt noch, aber dafür sind jetzt andere verantwortlich. Ich bin sicher, sie werden einen Weg finden.

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Gründung Firma Moser-­ Entgratungs AG in Thörigen/ Schweiz (Produktionsstart erst 1984)

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Wege in die Zukunft

Im Rückblick ...

... ist 50 Jahre BENSELER eine Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen nun in das nächste halbe Jahrhundert zu führen, also die Grundlagen für die Weiterentwicklung zu festigen, ist zweifellos eine große und anspruchsvolle Aufgabe. BENSELER ist für die Gegenwart und für die Zukunft gut aufgestellt. Dabei waren die beiden vergangenen Jahre wie überall in der Automobilzulieferindustrie nicht gerade einfach. 2009 und 2010 wurde von der ganzen Branche Durchhaltevermögen und viel Anpassungsfähigkeit verlangt. Das wird sich aber auch in Zukunft nicht ändern, denn alle Unternehmen sehen sich heute ständig neuen Herausforderungen und Veränderungen in der Technik, am Markt und im Wettbewerb ausgesetzt. Mit Birgit Werner-Walz, der geschäftsführenden Gesellschafterin der BENSELER Holding, sprach der Stuttgarter Journalist Helmut v. Stackelberg über die Gegenwart und die Zukunft des Unternehmens – und über ihre persönlichen Erfolgsrezepte.

und CDs, aber Dias und Schallplatten. Das Telefon stand beim Chef und in seinem Vorzimmer. Handys, die in eine Handtasche passen, erschienen kaum vorstellbar. Digitales Fernsehen, Facebook und Youtube waren Zukunftsmusik. Heute ist das alles selbstverständlich. Die Auswirkungen der digi­ talen Revolution auf die Gesellschaft, die Unternehmen und den Einzelnen sind gewaltig. Und die Entwicklung geht in rasendem Tempo weiter.

Wer sich Gedanken über die Zukunft seines Unternehmens macht, denkt deshalb vor allem darüber nach, wie sich die Welt, der Markt und die Technik in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln werden. Der Unternehmer muss Klarheit darüber gewinnen, wie ihn diese Entwicklung berührt und wie seine Leistungen und Produkte auch in Zukunft attraktiv für die Kunden bleiben oder nach Möglichkeit noch attraktiver werden können. Birgit Werner-Walz sieht das ganz nüch-

Vor 50 Jahren existierten weder Internet noch E-Mail, zumindest nicht für Privatpersonen. Computer waren riesen­ gro­ ße Ungetüme. Es gab noch keine Digitalkameras

tern: „Es reicht doch nicht aus, auf die bisherigen Erfolgsrezepte zu setzen. Was heute gut und gefragt ist, kann ja morgen schon überholt und

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Gründung der BENSELER Ontbraamtechniek, Niederlande

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„Wir wollen mit den Dingen, die wir können, neuen Nutzen bieten.“
ein Ladenhüter sein. Der beständige Wandel stellt uns vor die Aufgabe, jeden Tag über unser bisheriges Konzept hinaus und voraus zu denken, uns vorzustellen, was übermorgen sein könnte. Gleichzeitig müssen wir hier und heute erfolgreich agieren.“ Tendenz zur Nutzung von Karbonfasern bieten. Um schöne Oberflächen zu erzielen, wird heute mit Folien experimentiert. Aber sie bringen noch nicht die gewünschte Optik. Auch diese Produkte müssen also lackiert werden. Da wir hierzu schon einige Projekte im Haus haben, werden wir auch bei diesem Thema zunehmend zu einem gesuchten Ansprechpartner für unsere Kunden aus der Automobilindustrie. Beim Beschichten von MagnesiumTrend Elektromobilität Eine große Rolle in der Zukunft spielt für alle Zulieferer mit Sicherheit der Trend zur Elektromobilität. Er zwingt ein Unternehmen wie BENSELER dazu, schon jetzt darüber nachzudenken, welche Teile aus Verbrennungsmotoren in Zukunft wegfallen werden und welche Teile stattdessen bearbeitet werden könnten – für die Autoindustrie oder für andere Branchen. Und nicht nur das. BENSELER muss sich auch Gedanken darüber machen, ob andere Verfahren oder andere Maschinen gebraucht werden. Eine schier unlösbare Aufgabe? Dank der Breite von Verfahren, die BENSELER anbietet, ist den Experten im Unternehmen also nicht bange. Allerdings werden die Entwicklungen im Automobilbereich sehr genau beobachtet und es wird ein intensiver Austausch mit Kunden und Lieferanten gepflegt, damit das Leistungsspektrum rechtzeitig angepasst werden kann und BENSELER zu den ersten gehört, die anbieten können, was in der Serienproduktion gebraucht wird. Darüber hinaus schaut man auch in andere zukunftsträchtige Branchen, wo „Nein, auf keinen Fall“, sagt die Unternehmerin, „denn wir haben das nötige Know-how doch schon an Bord. Eine Chance bietet zum Beispiel der Trend zum Leichtbau: Korrosionsschutz für Leichtmetallguss ist schon unsere Spezialität. Eine weitere Chance könnte die die Dienstleistung und das Fachwissen der Experten für Beschichtung und Entgratung sinnvoll angeboten werden könnten. Der Insulin-Pen und die Schrauben für Windräder sind dafür Beispiele. Als ein gangbarer Weg erscheint beispielsweise die Übernahme vor- und nachgelagerter Prozesse. Viele Teile, die bei BENSELER bearbeitet werden, durchlaufen vorher und nachher Stationen, die für den Dienstleister ebenfalls interessant sein könnten. Sie müssen zum Beispiel zusammengefügt oder geklebt werden. Die Fachleute des Eine weitere wichtige Aufgabe ist in diesem Zusammenhang, über das Leistungsspektrum zu informieren und BENSELER bekannter zu machen. Deshalb engagiert sich das Unternehmen Druckguss sind wir diesen Weg schon gegangen und haben uns bereits den Ruf eines Spezialisten erworben, der den hohen Anforderungen der Automobilbauer und OEMs gerecht wird. Ähnlich erfolgreich sind wir mit der Zinklamellen-Beschichtung.“ Neuen Nutzen identifizieren BENSELER verfügt über keine eigenen Produkte. Die Kernkompetenz ist die Dienstleistung. Da anerkennen die Auftraggeber die Kompetenz, die Schnelligkeit und Flexibilität, vor allem in der Großserie. Die größten Kunden kommen aus der Automobilindustrie. „An dieser Ausrichtung möchten wir auch festhalten“, betont Birgit Werner-Walz, „denn wir fahren gut damit und wir haben die entsprechenden Anlagen und Maschinen. Selbstverständlich denken wir im Führungskreis darüber nach, wie wir unsere Kernkompetenz ausbauen und eventuell neue Geschäftsfelder erschließen können, die uns entweder neue Kunden bringen oder aber unseren bestehenden Kunden einen Mehrwert bieten, den sie beim Wettbewerb nicht erhalten. Wir wollen mit den Dingen, die wir können, neuen Kundennutzen bieten.“ „Erste Schritte haben wir in dieser Hinsicht bereits mit der Firma Daimler getan“, erzählt die Unternehmerin nicht ohne Stolz. „Wir beschichten nicht nur die Heckklappe für die MercedesBenz E-Klasse, sondern integrieren technisch anspruchsvolle Montagearbeiten. Eine vollautomatische Roboterzelle bringt 17 Einzelteile wie Scharnierbleche und Nietmuttern auf. Damit sind wir auf dem Weg zu einer Systempartnerschaft, in die wir unsere Prozesskompetenz einbringen können. Solche individuellen Problemlösungen ermöglichen uns außerdem, einen Auftrag für die komplette Modelllaufzeit bearbeiten zu können.“ Unternehmens prüfen deshalb in jedem Einzelfall, inwieweit die Kunden diese Aufgaben vielleicht auslagern möchten und BENSELER dafür als Partner auswählen könnten.

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Gründung des Beteiligungsunternehmens BV Oberflächentechnik GmbH mit der Vossloh AG in Werdohl

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„Wir mögen Menschen, die über den Tellerrand hinausschauen.“
in technischen Netzwerken, Branchen- und Unternehmerverbänden, sucht die Kooperation mit Hochschulen und Forschungsinstituten, das intensive Gespräch mit Kunden und Lieferanten und manchmal sogar den Austausch mit dem Wettbewerb. „Ja, natürlich“, erläutert Birgit Werner-Walz, „denn oft erhalten wir gerade von außen Ideen und Anstöße, die den Innovationsprozess im eigenen Unternehmen bereichern. Außerdem können sich dadurch ja immer wieder Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kooperation auftun.“ Führung, Strategie und Mitarbeiter Um alle Zukunftsaufgaben zu bewältigen, muss sich eine Unternehmensführung über das operative Geschäft hinaus mit strategischen Fragen befassen. Mit dem Aufsetzen eines kontinuierlichen Strategieprozesses unter Einbeziehung vieler Führungskräfte und der Bildung eines Managementteams, in dem alle Geschäftsführer zusammengefasst sind, ist das Unternehmen hier offensichtlich einen großen Schritt vorangekommen. „Hier haben wir eine Kultur gefunden, gruppenrelevante Themen zu bearbeiten und können Den Schritt in die Welt wagen Bisher ist BENSELER mit den Standorten in Europa gut gefahren, doch in Zukunft wird das Unternehmen auch in anderen Erdteilen vor Ort sein müssen, vor allem in Asien. Wenn die Kunden dorthin gehen, muss der Zulieferer ihnen folgen, damit er sie nicht als Kunden verliert. Ist das auch für BENSELER eine denkbare Option? „Ja, ich könnte mir auch vorstellen, dass wir irgendwann in China, Indien oder Thailand präsent sein werden. Ob mit einem eigenen Unternehmen oder einem Joint Venture, kann ich jetzt noch nicht absehen. Im Moment sind wir dabei, den Markt anzuschauen, Die Anforderungen an die Mitarbeiter von BENSELER werden in Zukunft nicht kleiner und nicht weniger. Die allgemeine Entwicklung verlangt vom Unternehmen und damit von den Mitarbeitern immer mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Das gilt für Arbeitszeiten und Aufgaben, für Kompetenzen und Fachwissen. Die Kunden fordern immer mehr Professionalität, technischen Verstand und Problemlösungskompetenz ein. Die Das Management-Team: Dr. Wilfried Müller, Günter Gölz, Roland Gehring, Birgit Werner-Walz, Dr. Mathias Mühleisen, Thomas Müller schnelle Entscheidungen treffen, um das Unternehmen weiterzuentwickeln – und sind doch alle nah dran am operativen Geschäft.“ Eine gemeinsame Zielrichtung ist der Geschäftsführerin wichtig. „Nur so können wir ein klares Bild von der Zukunft entwickeln und an die Mitarbeiter weitergeben. Dann ziehen alle an einem Strang und können neue Herausforderungen meistern.“ Informationen zu sammeln und uns mit anderen zu unterhalten, die den Sprung schon geschafft haben.

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Großbrand in Halle 3B in Markgröningen

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Reaktionszeiten werden immer kürzer. Das bedeutet für jeden einzelnen bei BENSELER ebenfalls extreme Flexibilität und stetige Weiterbildung. Je größer das Unternehmen wird, desto wesentlicher erscheint es, Prozesse zu standardisieren und zentrale Bereiche wie Personalentwicklung, Weiterbildung, Zielerreichungskultur und Gesundheitsmanagement zu fördern. „Dies alles sind neben innovativer Technologie wichtige Zukunftsaufgaben, damit wir auch weiterhin gute und motivierte Mitarbeiter haben.

Definitionen des Arbeitsplatzes sind manchmal schwierig und mitunter geht es etwas unkonventionell zu. Dafür können wir sehr breite Entwicklungschancen bieten, Raum für Eigeninitiative und Diskussionsbereitschaft. Wir mögen Menschen, die über den Tellerrand hinausschauen.“

BENSELER und die Familie Als Geschäftsführerin muss Birgit Werner-Walz viele Interessen unter einen Hut bringen: die der Mitarbeiter, des Unternehmens und der Eigentümer­ familie. Dabei sucht sie den Gedankenaustausch mit dem Führungsteam und dem Beirat des Unternehmens, in dem neben ihrem Vater und ihrer Schwester drei weitere Unternehmer sitzen. Für das Unternehmen war es

Nochmals auf die schwierigen zwei Jahre angesprochen, sagt Birgit Werner-Walz mit großer Überzeugung: „Unsere Mitarbeiter haben in der vergangenen Krise bewiesen, dass sie zum Unternehmen stehen. Umgekehrt ist es für mich und die ganze Inhaberfamilie selbstverständlich, zu unseren Mitarbeitern zu stehen. Auch wenn hin und wieder harte Maßnahmen nötig waren, um das Unternehmen zu bewahren, fühlen unsere Mitarbeiter die Sicherheit, dass wir die finanzielle Größe und Stärke haben, um das Unternehmen im Familienbesitz zu halten. Die Infrastruktur eines Großunternehmens können wir nicht bieten, genaue

ein Glücksfall, dass sowohl Manfred Benseler als auch Manfred Werner den Erfolg vorangetrieben haben, meint die Unternehmerin: „Mein Vater war ein mutiger Geschäftsführer, der schnelle Entscheidungen traf, aber nie leichtsinnig handelte. Das Abwägen von Risiken und Chancen aus einem langfristigen Blickwinkel ist vielleicht eher ein Merkmal des Familien­ unternehmers. Aus meiner Sicht zeigte es sich jedenfalls auch und gerade in Krisensituationen als Vorteil, dass das Unternehmen in Familienhand ist. Trotz des Wachstums in fünf Jahrzehnten konnten wir den Charakter von BENSELER als Familienunternehmen erhalten. Das drückt sich im Engagement für unsere Mitarbeiter aus, in der Wertschätzung für jeden Einzelnen, im Wissen um soziale und kulturelle Belange, aber auch in der Ausrichtung des Unternehmens auf die Zukunft.“

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Audi Lieferanten­ auszeichnung

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Das flexible und kurzfristige Handeln auf Kundenwünsche schätzt FESTO an der Firma BENSELER besonders. Wir wünschen BENSELER, durch ständige Weiterentwicklung und das Einführen von neuen Verfahren auch in Zukunft für seine Kunden weiter an die Erfolge anknüpfen zu können.

Die Geschäftsleitung sowie die gesamte Belegschaft der a.i.m. GmbH gratulieren der BENSELER Beschichtungen GmbH & Co. KG zum 50-jährigen Firmenjubiläum und bedanken sich für die gute bisherige Zusammenarbeit. BENSELER ist für uns in vielen Jahren der Zusammenarbeit ein verlässlicher Partner geworden, der zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität und Stückzahl unser Sortiment beschichtet. Auch bei neuen Produkten ist BENSELER für uns stets ein kreativer, aufgeschlossener Partner, der mit uns gemeinsam nach Lösungen sucht. Besonders hoch schätzen wir die Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit der Mitarbeiter in Situationen, in denen wir schnelle, unkomplizierte Hilfe und Unterstützung benötigen. Gerade diese Zuverlässigkeit und Flexibilität gegenüber Kunden macht mit Sicherheit den Erfolg von BENSELER aus. Für die nächsten 50 Jahre wünschen wir dem Unternehmen volle Auftragsbücher, motivierte Mitarbeiter und zufriedene Kunden. Uns gemeinsam wünschen wir auch weiterhin eine so gute, problemlose Zusammenarbeit.

BENSELER hat trotz seiner ansehnlichen Größe das Tüfteln nicht verlernt und überrascht seine Kunden und seine Konkurrenten immer wieder mit innovativen Produkten und Ideen. Dieser Pioniergeist, gepaart mit unternehmerischem Mut und der erforderlichen Weitsicht – das macht die Stärke von BEN­ S ELER aus. Dass die Ideen nicht ausgehen mögen. Und die Kraft, diese Ideen rasch in marktfähige Produkte umzusetzen. Das wünsche ich BENSELER, das wünsche ich aber auch dem Landkreis Ludwigsburg, der auf Vorzeigeunternehmen wie BENSELER nicht verzichten kann – als Motor der heimischen Wirtschaft, als Arbeitgeber und Steuerzahler.
Dr. Heinz-Werner Schulte, Vorsitzender des Vorstands, Kreissparkasse Ludwigsburg

Bernd Bluthardt, Fachteam SA und Kleinserie Ventile, Festo AG & Co. KG

Als Accountmanager bei der BASF Coatings GmbH betreue ich seit dem Jahr 1993 verschiedene Werke von BENSELER. Ich schätze bei BENSELER Eberhard Mayr, Geschäftsführender Gesellschafter, a.i.m. GmbH, insbesondere die immer sachliche Abarbeitung von Kerstin Dittrich, Prokuristin, a.i.m. GmbH aktuellen Themen und Prozessen und die faire partnerschaftliche Zusammenarbeit. Eine klar strukturierte und systematische Vorgehensweise sind aus meiner Sicht einer der Bausteine für den Erfolg von BENSELER. Ich wünsche Ihrem Unternehmen für die Zukunft viel Erfolg, und einen weiteren profitablen Ausbau Ihrer Marktanteile. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.
Michael Roethemeyer, Automotive OEM Coatings Solutions, BASF Coatings GmbH

StANDORtE RÜCKbLICK & AUsbLICK VERfAhREN AMANDA MItARbEItER
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Verfahren

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Übersicht Verfahren

Oberflächenbearbeitung mal 3

Mit Oberflächen beschäftigt sich BENSELER seit nunmehr 50 Jahren. In unseren drei Geschäftsbereichen veredeln und bearbeiten wir sie für höchste Ansprüche an Optik, Haptik und Technik.

Geschäftsbereich 1

Geschäftsbereich 2

Geschäftsbereich 3

Organische Beschichtungen
Standorte:

Anorganische Schutzsysteme
Standorte:

Entgraten

Standorte:

TEM

GEOMET ®

EPS, KTL, NL

ECM, TEM

BENSELER Beschichtungen, Kornwestheim BENSELER Beschichtungen Sachsen, Frankenberg BENSELER Sachsen, Frankenberg Techno Color, Bogen
Produktgruppen:

BENSELER Oberflächen­ technik, Markgröningen BV Oberflächentechnik, Werdohl
Technologien:

BENSELER Entgratungen, Marbach /  Hattingen BENSELER Sachsen, Frankenberg Moser Entgratungs AG CH-Thörigen
Produktgruppen:

Schüttgut TEM, ECM, HDW, RSR GEOMET ®,DELTA MKS ®, ZINTEK ®, Amorgalv ® EPS, KTL NL, PVD Gestell-Tauch-Schleudern Spritztechnik - GEOMET ® - DELTA MKS ® - ZINTEK ® - Amorgalv ® - Kathodische Tauchlackierung (KTL) - elektrostatische Pulverbeschichtung (EPS) - Nasslack (NL) - Plasma-VakuumBeschichtung (PVD) TEM

- Thermisches Entgraten (TEM) - Elektrochemische Metallbearbeitung (ECM) - Hochdruckwasser­ strahlEntgraten (HDW) - Industrielle Teilereinigung (RSR)

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Verfahren

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Geschäftsbereich 1

Organische Beschichtungen

Kathodische Tauchlackierung Die Kathodische Tauchlackierung (KTL) ist ein elektro­ chemischer Korrosionsschutz, bei dem die Teile in Tauchbädern beschichtet werden. Sie dient häufig als Grundierung für hochwertige Pulver- oder Nasslacke. Das Verfahren ist besonders umweltfreundlich, da als Lösungsmittel demineralisiertes Wasser eingesetzt wird und die Lackausbeute extrem hoch ist. Dabei sind Schichtdicken von 15 µm bis 35 µm möglich.

Elektrostatische Pulverbeschichtung Die Pulverbeschichtung ist ein umweltschonenedes, lösemittelfreies, universell einsetzbares Beschichtungsverfahren, mit dem sowohl technische Beschichtungen zu Korrosionsschutzzwecken als auch dekorative Oberflächen erzeugt werden können. Das elektrostatisch oder tribostatisch aufgeladene Pulver wird auf die vorbehandelten und getrockneten Teile appliziert. Beim anschließenden Einbrennprozess wird das Pulver zu einem Lack mit hervorragenden Eigenschaften vernetzt. Pulverlacke sind feste Beschichtungsmaterialien und erzeugen während des Beschichtungsprozesses weder Lösemittelemissionen noch Abwässer. Der unter Wiederverwendung des Oversprays hohe Auftragungswirkungsgrad erzeugt ein geringes Abfallaufkommen.

Nasslackierung Im Unterschied zur Elektrostatischen Pulverbeschichtung ist die Nasslackierung auch für Kunststoffteile geeignet, die beispielsweise im Innenraum von Autos eingesetzt werden. Der Lack wird in der gewünschten Farbe mithilfe von Robotern und Sprühpistolen aufgetragen. Vor der Lackierung werden die Teile mit unterschiedlichen Vorbehandlungensverfahren gereinigt. Nach dem mehrschichtigen Lackauftrag wird dieser im Ofen getrocknet. BENSELER kann durch die Vielfalt und Flexibilität der Anlagen in praktisch jeder gewünschten Farbnuance und Haptik lackieren.

Plasma-Vakuum-Beschichtung Vor allem zur Verzierung ist die Plasma-VakuumBeschichtung (PVD) gefragt. Sie wird im Designbereich beispielsweise statt einer Verchromung eingesetzt. Bei der PVD kommt das zu bearbeitende Bauteil in eine Vakuumkammer. Dort herrscht ein Arbeitsdruck von 0,001 Millibar. Zur eigentlichen PVD wird die Vakuumkammer mit einem Gas befüllt. Häufig wird dafür Argon in Verbindung mit Methan, Ethin oder Stickstoff eingesetzt. In diesem System werden nun sogenannte Metall-Targets mit Ionen beschossen, es entsteht ein hochreaktives Plasma. Aus diesem Plasma heraus scheidet sich auf den Bauteilen eine sehr dünne Metallschicht ab; die kann im dünnsten Fall bei nur 0,3 µm liegen. Zusätzlich wird dann als Schutzschicht noch ein Klarlack aufgebracht.

1990
TEM war in Mitleidenschaft gezogen worden und deshalb Umzug der BENSELER Entgratungen GmbH nach Marbach a. N., Max-Eyth-Straße 6

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Verfahren

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Geschäftsbereich 2

Anorganische Schutzsysteme

Zinklamellenbeschichtung Eine Zinklamellenbeschichtung macht überall dort Sinn, wo Metalle im Alltag besonderen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind und deshalb gegen Korrosion geschützt werden müssen. Mit der richtigen Basecoat (Basislackierung) und Topcoat (Deckschicht) erhalten zum Beispiel Schrauben den notwendigen Korrosionsschutz und die richtige Reibungszahl, um effizient und sicher verarbeitet zu werden. Bei dem in den 1970er-Jahren entwickelten Verfahren werden besonders dünne Überzüge, die aus Zink- und Aluminiumlamellen in einer anorganischen Matrix bestehen, BENSELER ist einer der wenigen Dienstleister, die drei verschiedene Verfahren für die Zinklamellenbeschichtung anbieten können. Je nach Einbrenntemperatur und zu behandelnden Teilen bieten wir GEOMET ® (wasserbasierendes Dünnschicht-Korrosionsschutz-System), DELTA MKS® und ZINTEK ® (organische lösemittelbasierende Dünnschicht-Korrosionsschutz-Systeme) an. auf Gewindeteile und andere Metallteile aufgebracht und eingebrannt. Die Zink­ lamellenbeschichtung besitzt eine Dicke zwischen 5 µm und 20 µm. Das entspricht 0,005 mm bzw. 0,02 mm. Nach der Beschichtung werden die behandelten Teile getrocknet, gebrannt und anschließend mit der entsprechenden Topcoat versehen.

Zink-Thermodiffusion Als neuestes anorganisches Beschichtungssystem bieten wir ein spezielles Zink-Thermodiffusionsverfahren mit AMORGALV ® an. Die Schichtdicke beträgt dabei ca. 15 µm inklusive entsprechender Topcoat, und die Beständigkeitswerte liegen höher als die der Zink­ lamellensysteme. Die Beschichtung wird in der Regel bei Metallteilen angewendet, die im Einsatz extremen Korrosionsbeanspruchungen unterliegen.

1994
Kauf eines Teils der ehemaligen DDR-Barkas-Werke von der Treuhand und Gründung der OZF Oberflächenbeschichtungszentrum GmbH & Co. in Frankenberg/Sachsen mit den Produktbereichen KTL, Nasslack (NL) und EPS mit damals 25 Mitarbeitern

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Verfahren

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Geschäftsbereich 3

Entgratungen

Thermische Entgratung (TEM) Was passiert, wenn man ein hochexplosives Gas­ gemisch unter 300 bar Druck setzt und dann zündet? Es kommt zu einer kurzen, aber heftigen Explosion mit Temperaturspitzen bis zu 3.000 Grad Celsius. Was gefährlich klingt, ist eine der zuverlässigsten Arten, um Grate an Werkstücken sicher zu entfernen. Es handelt sich um die Thermische Entgratung (TEM), die von BENSELER an den Standorten Marbach, Frankenberg und Hattingen jeden Tag qualifiziert durchgeführt wird. Die Verbrennung der Grate passiert in wenigen Millisekunden. Trotz der großen Hitze in der hydraulisch verriegelten Kammer erwärmt sich das Werkstück selbst nur unwesentlich, nur die kleinen, feinen Grate werden weggeschmolzen. Dieses Verfahren bietet einen hohen Automatisierungsgrad und eine hohe Prozesssicherheit. Außerdem werden auch Grate an schwer zugänglichen Stellen zuverlässig abgetragen.

Elektrochemische Metallverarbeitung (ECM) Bei der Elektrochemischen Metallbearbeitung (ECM) handelt es sich um ein Verfahren, das hervorragend für präzises Formentgraten und das Verrunden von Kanten an definierten Stellen geeignet ist. Dafür wird die Anode (Pluspol) mit dem zu entgratenden Werkstück verbunden, die Kathode (Minuspol) mit dem Werkzeug. Wenn der Strom durch das Elektrolyt vom Werkzeug zum Werkstück fließt, sorgt eine chemische Reaktion dafür, dass ganz gezielt Material vom Werkstück abgetragen wird. Mit diesem Verfahren kann BENSELER nicht nur Grate entfernen, sondern auch Konturen in die Werkstückoberfläche einarbeiten. Das elektrolytische Auflösen funktioniert selbst bei gehärteten Teilen, ohne dass eine thermische oder mechanische Beanspruchung der Bauteile stattfindet.

Hochdruckwasserstrahl-Entgraten (HDW) Für Werkstücke aus Leichtmetall eignet sich vor allem das Entgraten mit einem Hochdruckwasserstrahl (HDW). Die hohe kinetische Energie des Wasserstrahls trägt dabei nicht nur die Grate schnell und zuverlässig ab, sie entfernt auch Späne und sonstige am Bauteil anhaftende Verunreinigungen. Der große Nutzen: Die Werkstücke werden in einem Arbeitsvorgang entgratet, entspant und gereinigt. Bei diesem Verfahren lenkt BENSELER einen Wasserstrahl mit 0,2 Millimeter Durchmesser mit bis zu 800 bar Hochdruck auf die zu bearbeitenden Stellen der Werkstücke und erreicht damit auch schwer zugängliche Verschneidungen und Bohrungen.

Industrielle Teilereinigung (RSR) Aufgabe der Reinigung ist es, die Funktionsfähigkeit, Qualität und Lebensdauer anspruchsvoller Komponenten und Baugruppen wie beispielsweise Hydraulik-, Brems- oder Einspritzsysteme zu verbessern.

Die Teilereinigung erfolgt in einer geschlossenen Mehrkammer-Tauchanlage mit automatischer Beschickung. Hier werden in einer wässrigen Lösung eine Vielzahl von Teilen mit unterschiedlichen Größen und Werkstoffen gereinigt. Neben den Hub-, Senk- und Drehbewegungen kann die Reinigungswirkung auch mit 12 kW (20 Watt/Liter) starken Ultraschallschwingern verstärkt werden. Auch Partikelverunreinigungen in tiefen Bohrungen oder schwierigen Stellen werden mit dieser Methode prozesssicher entfernt. Die Trocknung der Bauteile erfolgt in einem drehbaren und beheizten Vakuumtrockner.

1995
Die Firma Techno Color GmbH Oberflächenveredelung in Bogen wird aus der CHA-Gruppe in die BENSELER-Gruppe übernommen

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Die Firma BV Oberflächentechnik gehört zu den zuverlässigsten Bearbeitern der Firma E. Winkemann GmbH und Co KG. In über 20 Jahren Zusammenarbeit hat die BVO mit Liefertreue und hervorragender Beratung überzeugt und dadurch auch zum Erfolg der Firma Winkemann beigetragen. Es hat sich ein freundschaftliches Verhältnis ergeben, das zu einer hervorragenden Zusammenarbeit geführt hat Wir wünschen der Firma BVO und der BENSELER-Gruppe für die Zukunft, dass der bisherige Weg weitergegangen wird und die Unternehmensphilosophie den nachfolgenden neuen Mitarbeitern in das Stammbuch geschrieben wird. Das ist der Grundstein für Zukunft und wird zum weiteren Mit Kundenorientierung, Flexibilität, Zuverlässigkeit, Sach- und Fachkompetenz sowie FairErfolg führen. ness zeichnet sich die Firma BENSELER als dauerhafter Partner von ZF Lemförder aus. Die Qualität und Wirtschaftlichkeit ihrer Produkte und Prozesse betrachten wir als entscheidenPeter Schweighöfer, Leitung Disposition/ den Faktor für den Erfolg des Unternehmens. Zudem geht BENSELER stets auf Kunden­ Versand, E. Winkemann GmbH & Co. KG wünsche ein. Im Namen von ZF Lemförder gratulieren wir aufs Herzlichste zum 50-jährigen Firmen­ jubiläum. Wir bedanken uns bei der Firma BENSELER für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen weiterhin viel Erfolg, Wachstum und Spitzenleistungen im globalen Wettbewerb. Sie sollte dabei ihre Werte weiterverfolgen. Ich möchte Ihnen ganz herzlich im Namen der Nedschroef Fraulautern GmbH zu Ihrem 50-jährigen Firmen­ jubiläum gratulieren. 50 Jahre sind eine lange Zeit – besonders für ein Unternehmen. Um 50 Jahre Bestand zu haben, muss man immer wieder Neues wagen: neue Technologien, neue Produktionsprozesse und neue Denkweisen. Und gleichzeitig muss man Bewahren können: das gute Verhältnis zu den Mitarbeitern, zu Lieferanten und Kunden, zur Umwelt. Ihnen, lieber Herr Gehring, und Ihren Mitarbeitern ist dieser Spagat gelungen. Wir als führendes Unternehmen im Bereich der Verbindungselemente im Fahrzeugbau haben Sie schätzen gelernt: Sie sind uns ein verlässlicher Partner geworden, der nicht nur höchste qualitative Ansprüche erfüllt, sondern auch den Servicegedanken lebt. Das haben besonders die letzten Jahre gezeigt: 2009 mussten wir, wie alle, fast aus dem Stand heraus unsere Produktion zurückfahren, in 2010 und 2011 dann genauso schnell wieder erhöhen. In diesen turbulenten Zeiten konnten wir immer auf Sie bauen! Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Ich wünsche Ihnen und auch mir und der Nedschroef Fraulautern GmbH, dass wir unseren gemeinsamen Weg der vertrauensvollen und guten Zusammenarbeit noch viele Jahre fortsetzen.
Stefan Tils, Geschäftsleitung, NEDSCHROEF FRAULAUTERN GmbH Michael Heuer gen. Hallmann, Leiter Werk PKW-Spurstangen, ZF Lemförder GmbH

Die Firma BENSELER zählt für uns zu den zuverlässigsten Geschäftspartnern, ob in puncto Qualität oder Service. Das Geheimnis des Erfolges von BENSELER lässt sich meines Erachtens mit fünf Begriffen umschreiben: kompetent, innovativ, flexibel und freundlich. Kurzum, nah am Kunden. Ich wünsche der Firma BENSELER auch für die nächsten Jahre weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen.

Dirk Heles, Leitung Qualitätsmanagement, Wilhelm Schumacher GmbH Schraubenfabrik

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Reportage

Wenn Amanda auspackt
Getragenes zum Firmenjubiläum 50 Jahre BENSELER – was für ein schönes Ereignis! Natürlich bat man auch mich, meine Erinner ungen niederz uschreiben. Schließlich spielte ich bei vielen Entscheidungen der vergang enen Jahre eine wichtige Rolle. Ohne mich wären viele Verträg e nicht untersch rieben worden , viele Investitionen wären nicht getätigt worden – und der Herr Werner hätte allzu oft mit leeren Händen dagestanden. Ach, entschuldigen Sie, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Gestatte n, mein Name ist Amanda . Was ich mit BENSELER zu schaffen habe? Ganz einfach: Der Herr Werner ist mein Träger. Sherpa sagt man dazu im Himalaya, glaube ich. Boy heißt so etwas im Hotel, Dienstmann am Bahnhof. Ich sage einfach: der Herr Werner. Mein Beruf: Aktenmappe. Oder wie man das in der schwäbischen Heimat vom Herrn Werner nennt: d’r Koffer. Als ich dann kam, begann das Unterne hmen auch geografisch zu wachsen. Mir war Wenn 50 Jahre im Flug vergehen Seit ich Anfang der Achtzige r bei BENSEL ER anfing, hat sich eine Menge verände rt. Also, davor auch schon. Da hat BENSEL ER seinen Tätigke itsberei ch Stück um Stück ausgebaut. Das weiß ich aber alles nur aus Erzählungen. das sehr recht. Denn ich bin eine Aktenmappe, die das Reisen liebt. Deshalb war ich ganz glücklic h, als in den Achtzig erjahren ein Werk in Thörigen in der Schweiz und in Vriezen veen in Holland dazukam . Wie Anfang der Sechzig erjahre der Manfred Benseler einen Betrieb gegründet hat. Da hat er sich erst einmal auf Metallve rarbeitun g konzent riert. Bald kamen neue Mitarbe iter dazu. Und 1970 hat BENSELER dann schon mit dem angefangen, was wir heute tun: Beschich ten. Da wurde in Markgr öningen nämlich die erste Pulverbeschichtungsanlage eingeweiht. Ein paar Jahre später erweite rte BENSEL ER sein Angebot um Korrosionsschutz durch Zinklamellen beschich tung. Und kurz danach fing auch schon die Thermis che Entgratung an, die BENSELER ja auch heute noch macht.

1998
Gründung der Niederlassung BENSELER Entgratungen mit TEM in Werdohl

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Gut erinner e ich mich auch noch daran, als der Herr

die im Fernseh en dazu gesagt. Innerha lb weniger Stunden stieg der Pegel auf dem Werksg elände auf 1,60 Meter! Ich bin mit Herrn Werner natürlic h gleich hingefloge n, um mir das Unglück aus der Nähe anzusch auen. Gott sei Dank haben die Mitarbe iter in Franken berg kräftig mitange packt. Denn als das Wasser ging, blieb der Schlamm . Mit Schnees chiebern und sonstigem Gerät haben die den Dreck aus den Hallen geschafft. Aber die Maschinen waren alle hin. Zum Glück waren wir versiche rt, und es kamen bald neue. Die BENSEL ER-Kun den haben trotzde m alle ihre Waren bekomm en, weil die anderen BENSEL ER-Wer ke die Produk tion dann schnell mitübernommen haben.

Marbach, Bogen, Frankenberg, Werdohl und Kornwestheim hießen die weiteren Reiseziele, die ich in den vergangenen zwanzig Jahren zu meiner Route hinzufügen konnte.

Werner mit mir unterwe gs war, damit wir ein Werk in Kornwestheim aufmachen können. Bevor BENSELER das Gelände bekam, gab es auch da harte Verhandlungen. Mit dem Herrn Unger, der heute Vorsitzender der Volksbank Ludwigs burg ist und damals bei der Kreisspa rkasse Ludwigsburg war, und dem Insolvenzverwalter der Firma, die vorher auf dem Grundstück war. Da hat der Herr Werner natürlich ganz schön von den Dokumenten profitiert, die er so in mir gefunden hat. Wirkte immer top vorbereitet, um klare Ansagen zu machen. Ich glaube, die anderen beiden fanden, dass der Herr Werner nicht immer ein ganz einfacher Verhandlungspartner gewesen ist. Aber zufrieden waren dann am Ende doch alle. „Kompetenz, Durchsetzungsfähigkeit, Geradlinigkeit und Ehrlichkeit“, so hat der Herr Unger den Herrn Werner mal beschrieben. Und da hat er wirklich Recht, der Herr Unger.

Wenn verhandelt wird Obwohl das natürlich alles keine Vergnügungsreisen waren. Im Gegenteil: Mich plagte in dieser Zeit dieses ständige, unangenehme Völlegefühl. Ganz aufgebläht fühlte ich mich, weil ich immer noch mehr und immer noch mehr Dokumente zu den diversen Verhandlungen mitbringen musste. Und der Herr Werner hat da auch ganz schön geschleppt an mir. Aber gut, dass er immer dabei war. Denn der Herr Werner ist nicht nur ein toller Träger, sondern auch ein guter Verhandler. Hat immer nach dem Motto „Leben und leben lassen“ gehandelt. Als es darum ging, ob BENSELER in Bogen einsteigt zum Beispiel, hat der Herr Werner so lange mit der Kreissparkasse in München verhandelt, bis die einem Schuldenerlass für das Werk zustimmte. Und heute sieht man: Das hat sich richtig gelohnt. Denn dadurch haben jetzt 140 Menschen in Bogen eine Arbeit.

Wenn es brenzlig wird Der Herr Werner hat in der ganzen Zeit so manches Mal dafür gesorgt , dass ich nicht im Regen stehe. Ich weiß noch, einmal, da ist es richtig nass geworden. Im Sommer 2002 muss das gewesen sein. Da liefen in Franken berg die Gebäude voll Wasser. „Jahrhunderthochwasser“ haben

Richtig nass geword en war es auch zehn Jahre vorher, so Ende der Achtzigerjahre. Also, erst hat es gebrann t und dann hat die Feuerwehr mit viel Einsatz und Wasser dafür gesorgt, dass das Feuer erlosch. Ich kann mich erinnern, es war Sonntag, und

2001
Erweiterung des Geländes in Frankenberg durch Kauf der SWAP-Gebäude (heute Halle 9)

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Wenn’s um Geld geht Ja, der Herr Werner. Dem liegt mein Wohl und Wehe wirklich am Herzen, und das von BENSELER auch. Ich erinnere mich noch genau, als einmal die Betriebsprüfer bei BENSELER waren. Mitte der Neunziger war das. Weil ich diejenige war, die alle wichtigen Unterlagen hatte, durfte der Herr Werner bei der Abschlussbesprechung auch dabei sein – weil er mich ja dorthin tragen musste. Ha, ich sage Ihnen, den Betriebsprüfern hat er es aber gegeben! Der Herr Frank, der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer von BENSELER, hat ihn kaum beruhigen können. Die Betriebsprüfer haben am Jahresabschluss von BENSELER herumgekrittelt. Die waren der Meinung, die Firma müsste mehr Steuern zahlen. Gar nicht nett! Schließlich arbeiten wir hier alle hart, damit das Unternehmen erfolgreich ist und wir unsere Gehälter bekommen und wir neue Maschinen
ich freute mich auf einen ruhigen Tag in der Garderobe. Die ist eigentlich fast mein Lieblingsplatz, wenn ich mal frei habe. Plötzlich stand der Herr Werner vor mir, griff nach mir, und wir düsten gemeinsam nach Markgr öningen . Schon von Weitem sahen wir einen schwarzen Rauchpilz. Das Werk in der Zeppelinstraße stand lichterlo h in Flamme n. Die Feuerw ehren aus

Fähigkeiten ist es maßgeblich zu verdanken, dass BENSELER eine solch tolle Entwicklung nehmen konnte.“ Und der als Steuerberater muss es ja wissen. Naja, die Betriebsprüfer in ihren Lederjacken mussten am Ende jedenfalls ganz bedröppelt abziehen. Und wir konnten das Geld im Unternehmen behalten – für neue Maschinen und so.

Überhaupt hat der Herr Werner immer ganz allergisch reagiert, wenn jemand von außerhalb Geld von BENSELER wollte. Davon kann auch der Herr Haller ein Lied singen. Der Herr Haller, der heute Geschäftsführer bei der IHK-Bezirkskammer in Ludwigsburg ist. Der wollte uns einfach keinen Rabatt auf den IHK-Beitrag einräumen, obwohl wir doch mit so vielen verschiedenen Unternehmen bei der IHK Stuttgart Mitglied sind. Obwohl der Herr Werner sich so eingesetzt hat, hat es mit dem Rabatt nicht geklappt. Naja, ist ja auch

kaufen können, damit wir schöne Aufträge kriegen. Das
am Markgr öningen , Ludwigs burg und Asperg haben den Brand gemeins gelösch t. Das Wichtig ste ist: Nieman dem ist etwas passiert . Den Mitarvon beitern nicht und den Feuerwehr-Leuten auch nicht, weil die echt was en. ihrem Job verstehen. Aber Schaden ist natürlich trotzdem viel entstand Davon hätte man bestimmt zehntausend Aktenmappen anschaffen können – wenn sich Aktenmappen denn in Geld aufwiegen lassen würden.

sah der Herr Werner auch so. Und der kennt sich mit so Finanzsachen wirklich aus! Sehr fachkompetent ist er da, überblickt auch ganz komplexe Zusammenhänge. Dafür bewundere ich ihn. Und dass ich damit Recht habe, das sagt sogar der Herr Frank: „Herr Werner ist ein Mensch mit hohem betriebswirtschaftlichen Sachverstand. Seinen

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Anlauf der Elektrochemischen Entgratung (ECM) bei OZF

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klar, der Einfluss eines Trägers ist eben doch begrenzt – selbst wenn es meiner ist. Zahlen wir halt weiter den vollen Beitrag. Aber das macht BENSELER ja auch irgendwie gern. Denn die IHK finden wir ganz wichtig, und der Herr Werner hat sich ja auch immer sehr für die IHK eingesetzt.

Ich muss sagen, der Herr Werner hat sich in der Bezirks versamm lung immer sehr gut geschlagen. Gut sah er aus, in seinem Anzug. Und leidenschaftlich mitdiskutiert hat er. Die anderen haben ihn richtig respekt iert. Der Herr Werner zwischen den ganzen Unternehmern, das war schon ein Bild! Obwohl, im Nachhinein bin ich mir gar nicht sicher, ob die anderen nicht auch alle nur Träger waren. Bei den Sitzung en waren jedenfal ls immer eine ganze Menge Aktenmappen dabei.

Wenn sich die Träger treffen Der Herr Werner war bei der IHK in Ludwigsburg ganz schön involviert. Über den Herrn Werner war BENSELER da 16 Jahre lang in der Bezirksversammlung. Die bestimmt die Richtlinien der IHK im Bezirk Ludwigsburg. Also, entscheidet über den Haushalt, bestimmt die kommunalpolitischen Positionen der Bezirkskammer mit, redet über Aus- und Weiterbildung. Solche Sachen halt. Das ist ein sehr illustrer Zirkel. Alle vier Jahre wählen die Ludwigs burger Unterne hmer, das sind immerh in 28.000 , wer von ihnen die 50 Sitze in der Bezirkskammer einnehmen soll. Und der Herr Werner ist vier Mal gewählt worden : 1992, 1996, 2000 und 2004. Dann wollte er nicht mehr, hat gesagt, sollen mal die anderen machen . Ich glaube, heute ist da die Tochter von dem Herrn Werner drin, die Birgit Werner-Walz. Wenn es mal wieder zu Gericht geht Der Herr Werner kennt sich mit Firmen und Wirtsch aft richtig gut aus. Das hat man immer gemerkt, wenn ich mit meinen Unterlagen zum Landgericht nach Stuttgart musste. Damit ich an den Verhandlungen teilnehmen konnte, hat das Landger icht den Herrn Werner als Ehrenam tlichen Handels richter berufen . Wer sollte mich denn auch sonst dahin tragen? Bei den mündlichen Verhandlungen ging es oft um Uneinigkeiten zwische Gesellschaftern oder zwischen einem Kunden und einem Lieferanten. n

Oder um Schadensersatzforderungen bei Qualitätsmängeln oder um die Klärung vertraglicher Situationen. Halt um alle Themen, wegen deren es zwische zwei Unternehmen oder innerhalb eines Unternehmens Streit geben n

kann. Und der Herr Werner hat sich nicht damit begnügt, meine Unterlag en an den Richter zu geben. Der hat ganz aktiv mitgemacht. Er hat dem Richter gegenüb er einbring en können, wie er das aus dem Blickwin kel des unterne hmerisc hen Alltags bewerte t. Da kam ihm wirklich zugute, dass er durch mich an so vielen Sitzungen bei BENSELER teilnehmen konnte.

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„Jahrhundert-Hochwasser“ bei OZF in Frankenberg

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Immer wieder habe ich bei mir gedacht: Mensch, der Herr Werner hat durch dich wirklich viele Einblicke bekommen; vielleicht ist er nur durch dich so ein guter Unternehmer geworden. So hat er dann bei den unzähligen Verhandlungen, an denen ich teilnahm, mitgewirkt. Wirklich toll hat er das gemacht! Und das ging jahrelang so. 1992 waren wir das erste Mal dort, 2008 dann zum letzten Mal.

Ganz überrascht war ich, als der Herr Werner letztes oder vorletztes Jahr im Lions Club Bilder von seiner Reise in die Antarktis gezeigt hat. Die waren sehr schön. Pinguine waren da drauf. Und jede Menge Eis. Aber bis heute frage ich mich, warum der Herr Werner mich nicht in die Antarktis mitgenommen hat. Wo ich Eis

Wenn mal Freizeit ist Bei dem ganzen Stress habe ich immer darauf geachtet, dass der Herr Werner auch ein bisschen Freizeit hat – schon allein, damit mir die Gewerkschaft der Träger nicht auf den Deckel steigt. Aber auch, weil ich den Herrn Werner wirklich gern mag. Manchmal haben wir unsere Freizeit sogar zusammen verbracht. Da hat er mir dann gezeigt, was er so treibt. Oft sind wir zusammen zu den Treffen vom Lions Club Monrepos in Ludwigsburg gegangen. Das war schon ganz interessant. Besonders die Reisen. Häufiger sind wir mit den ganzen Mitgliedern nach Frankreich gefahren. Da haben wir dann auch die Gattin vom Herrn Werner mitgenommen. Ich sage immer Frau Werner. Gutes Essen gab es da und lustige Gespräche.

doch so gern mag.

Wenn Amanda träumt Ja, ich stelle fest, bei BENSELER habe ich wirklich viel erlebt. Schön finde ich, dass wir immer noch wie eine große Familie sind. Und ich hoffe, das bleibt auch so. Denn jetzt, wo ich im Ruhestand bin, möchte ich bitte nicht vergessen werden! Schließlich will ich in 50 Jahren eingeladen werden, auch zum 100-jährigen Bestehen von BENSELER ein paar Sätze zu schreiben. Aber das wird bestimmt so kommen: Denn Getragenes wie mich kann man ja immer gebrauchen. Gerade zum Jubiläum.

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Wir freuen uns über eine mehr als 10-jährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der BENSELER-Firmengruppe. Für das 50-jährige Betriebsjubiläum wünschen wir alles Gute. Wir schätzen besonders den kreativen und verlässlichen Umgang im Lieferanten-Kunden-Verhältnis. Eine Grundlage des Erfolgs ist sicherlich die niederbayerische Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, welche mit einer gehörigen Portion menschlichen Sachverstandes kombiniert ist. Wir wünschen der Firma Techno Color und der BENSELER-Firmengruppe für die nächsten 50 Jahre, dass sie ihre Tatkraft, Ehrlichkeit und Innovationskraft behält und in diesem Zeitraum erfolgreich weiterwirtschaften kann.
Martin Hierl, Geschäftsführer, TR Plast GmbH

Der Erfolg von BENSELER beruht auf unermüdlicher Tatkraft und Findigkeit, konsequenter Innovation, dem geschickten Erkennen und Ausnutzen von Möglichkeiten, ausgeführt von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern und geleitet von einer klugen und zugleich mutigen und umsichtigen Unternehmensführung, die stets die langfristig geltenden Ziele im Auge behält. Ich wünsche BENSELER für die nächsten 50 Jahre die Erhaltung und stete Festigung der soliden unternehmerischen Basis, weiterhin die bisherige Innovationsfreude und Fantasie, gesunde Strukturen und gute und zufriedene Mitarbeiter unter einer stets vorausschauenden, mutigen und zugleich verantwortungsvollen Führung, um im nicht leichter werdenden Wettbewerb und in Anbetracht der Herausforderungen, welche die globalen Veränderungen – ob wir wollen oder nicht nicht – mit sich bringen werden, erfolgreich zu bestehen und daraus weitere Kraft und Erfahrung zu schöpfen.
Eckart Zager, Rechtsanwalt, ZAGER & SPATZ & SCHMIDT Rechtsanwälte

Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit, breite technische Aufstellung, Freundlichkeit gepaart mit Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit – das macht für mich den Erfolg von BEN­ SE­ LER aus. Wir wünschen Anpassungsfähigkeit an die sich ständig wandelnden Anforderungen der Kunden, um die Zukunft zu sichern. im Übrigen wünschen wir BENSELER weitaus mehr als nur 50 weitere erfolgreiche Jahre!
Gisbert Pankratz, Einkaufsleitung, Schunk Sintermetalltechnik GmbH

An der Firmengruppe BENSELER schätze ich besonders die handelnden Personen. Für mich steht nach wie vor der Mensch im Mittelpunkt auch des wirtschaftlichen Handelns. In der Zusammenarbeit empfinde ich die ehrliche Offenheit und Fairness im Umgang miteinander als vorbildlich und wohltuend. Die klaren und verbindlichen Absprachen sind die Basis einer verlässlichen Zusammenarbeit – ohne dass es dazu umfangreicher Vertragswerke bedarf. Die Grundlagen des Erfolgs der Firmengruppe BENSELER sehe ich zum einen in dieser Verlässlichkeit, zum anderen auch in einer klaren und konsequenten Struktur in Organisation und Prozessen. Auch die Zusammenarbeit mit uns als Finanzdienstleister ist bestimmt durch Effizienz und Zielorientierung. Ich wünsche dem Unternehmen BENSELER für die nächsten 50 Jahre, dass die Entscheidungsträger die Chancen „neuer Märkte” rechtzeitig erkennen, um sich mit den Mitarbeitern am Standort Deutschland durch innovative Ideen im Wettbewerb zu behaupten. Dazu wünsche ich, dass die für eine weiterhin gute und gesunde Entwicklung notwendigen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen an unserem Standort hier in der Region vorhanden sind.
Günter Mayer, Vorstand, VR-Bank Asperg-Markgröningen eG

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Roland Gehring, Markgröningen

25 Jahre bei BENSELER: Der Reiz der Generalisten-Aufgabe
Roland Gehring, Geschäftsführer für den Geschäftsbereich Anorganische Schutzsysteme in Markgröningen, feiert dieses Jahr gleich dreimal: BEN­ SE­ L ER wird 50, Roland Gehring wird 60, und er ist seit 25 Jahren bei BENSELER. Und immer noch sind es dieselben Dinge, die ihn reizen: die Vielfalt seiner Aufgaben, die kurzen Entscheidungswege und die Begleitung eines wachsenden Unternehmens. „Sicherlich ist nicht für jeden dasselbe wichtig, aber ich glaube, dass die meisten Mitarbeiter die Stabilität von BENSELER und die Offenheit für neue Ideen als positiv empfinden. Wir haben viele Mitarbeiter mit ausgezeichnetem Wisse­ n und viel Erfahrung. Sie können sicher sein, dass das bei BENSELER geschätzt wird und dass ihre Ideen und Vorschläge aufgenommen werden.“ Der zweifache Vater 1986 suchte BENSELER einen Produktgruppenleiter für den Bereich Dünnschichtkorrosionsschutzsysteme und entschied sich für den gelernten Diplom­ ingenieur für Oberflächen und Werkstofftechnik. Der Spezialist für Galvanotechnik nahm am 1. November seine Tätigkeit auf. „Für mich war die Kombination von Technik und Vertrieb wichtig“, sagt Roland Gehring. „Ich hatte von Anfang an eine Generalistenaufgabe. Schon deshalb, weil die Sache mit den Zinklamellen damals noch ein exotisches Verfahren war, von dem man die Kunden erst überzeugen musste. Außerdem war BENSELER am Wachsen und daraus ergaben sich spannende Aufgaben. Das Unternehmen war damals noch nicht so breit aufgestellt wie heute. Es wurden neue Standorte gesucht und geschaffen, neue Verfahren erprobt und an allem konnte ich mitwirken.“ In den 25 Jahren bei BENSELER hat sich auch in der Branche einiges getan. BENSELER in Zusammenarbeit mit NOF Metal Coatings Europe S.A. (vormals DACRAL) und Dörken MKS-Systeme hatten großen Anteil daran, dass sich die Zinklamellen-Beschichtung zum Standardkorrosionsschutzprodukt in der Automobilindustrie entwickelt hat. Heute werden mehr als 60 % aller Kleinteile wie SchrauBesonders geschätzt hat Roland Gehring die Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter Manfred Werner, die kurzen Wege und schnellen Entscheidungen sowie die hohe Flexibilität der Mannschaft. ben, Muttern, Clipse, Blechhalter, Federn sowie viele Funktionsteile hochwertig mit Zinklamellen-Beschichtung Nach einem Resümee über die letzten 25 Jahre gefragt, sagt Roland Gehring: „Es waren die wichtigsten 25 Jahre meines Lebens. Sie waren aufregend und nie langweilig.“ und passionierte Taucher ist ein Freund offener Türen. „Ich möchte mit meinen Mitarbeitern auf Augenhöhe über Probleme sprechen und nachdenken“, sagt er. „Manchmal sind zwar klare Worte oder schnelle Entscheidungen nötig, aber das geht auch ohne aufgesetzte Autorität.“ Nicht alles findet Roland Gehring gut. „Der von der Automobilindustrie ausgehende Preisdruck ist gewaltig. Man kann ihm eigentlich nur mit Automatisierung und immer noch größeren und spezielleren Maschinen begegnen. Gleichzeitig steigen die Qualitätsanforderungen ständig.“ Letzteres betrachtet er allerdings als Plus für ganz Deutschland: „Das hebt uns von Anbietern in anderen Ländern ab.“ gegen Korrosion langjährig geschützt. In dieser Beschichtungsbranche zählt BENSELER sicherlich zu den Weltmarktführern.

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Eintritt von Birgit Werner-Walz (geschäftsführende Gesellschafterin) in die Holding

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MitarBeiter

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Vito Notarnicola, Kornwestheim

BENSELER-Urgestein

Vito Notarnicola, Versandmitarbeiter im Warenausgang in Kornwestheim, ist heute 58 Jahre alt. 1978 hat er mit gerade einmal 24 Jahren bei BENSELER in Markgröningen als Pulverlackierer angefangen. Er ist zweifellos einer der dienstältesten Mitarbeiter, auch wenn er betont, sein Freund Francesco Ferraro sei ein halbes Jahr länger in der Firma. Auch nach fast 35 Jahren geht Vito noch gerne zur Arbeit bei BENSELER. Es habe zwar viele Veränderungen gegeben im Laufe der Zeit und es sei stressiger geworden, doch das Klima sei im Gegensatz zu vielen anderen Firmen immer menschlich geblieben. „Man kann sich schon mal einen kleinen Kaffee erlauben“, sagt der Italiener augenzwinkernd.

Schichtarbeit“, begründet Vito heute seine Entscheidung für BENSELER. „Außerdem hatte ich dort viele italienische Kollegen.“

Die Zeiten seit damals haben sich gewandelt. „Ich duzte damals den Firmenchef Manfred Benseler. Er nannte mich immer Vittorio“, erzählt Vito. „Manchmal lässt er mir heute noch Grüße ausrichten. Das freut mich immer ganz besonders.“ Irgendwann wechselte Vito in den Versand. 1997 hatte er ein unangenehmes Zusammentreffen mit einer Papierpresse, das ihn fast ein Bein kostete und erst einmal matt setzte. Als er sich von dem Unfall erholt hatte, machte er eine Umschulung auf Büroarbeit mit. Auch in dieser Zeit zeigte sich der Zusammenhalt bei BENSELER, den Vito so schätzt: „Man hat sich sehr um mich gekümmert. Viele Kollegen kamen zu Besuch und munterten mich auf.“

1968 war Vito aus Bari in Apulien nach Deutschland gekommen. Er arbeitete in einer Textilfirma, bis ihm ein Bekannter anbot, sich einen Tag lang in der Firma BENSELER umzuschauen. Vielleicht gefalle ihm die Arbeit. Gesagt, getan. Eine Woche später fing Vito bereits als Pulverlackierer an. „Die Arbeit war gut, das Betriebsklima super und es gab damals keine

Manche Veränderungen im Laufe der Jahre waren nach Meinung von Vito gut, manche nicht so gut. Ein bisschen bedauert er, dass die Kollegen nicht mehr viel gemeinsam unternehmen, aber das liege daran, dass die Firma inzwischen viel größer sei und es auch einige Aushilfskräfte gebe. „Wir haben sehr viele junge Leute aus der ganzen Welt – Pakistani, Chinesen, Russen“, sagt Vito. „Das Schöne finde ich, dass wir uns untereinander alle respektieren.“ Und: Die Weihnachtsfeier letztes Jahr war „richtig toll“.

2004
Umzug von BENSELER Beschichtungen nach Kornwestheim – neue KTL-Anlage mit anschließender EPS-Anlage

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Harry Deuscher, Marbach

Maria und Viktor Ruppel, Bogen

Probieren geht über studieren

Angekommen

in diesem Bereich gibt es nicht“, erzählt Harry Deuscher. Nach dem Motto Learning by Doing kniete sich der ausgebildete Mechaniker aber in die Welt der Ecken und Kanten rein und begann mit der Thermischen Entgratung. Mit ausgemusterten Werkstücken testete Harry Deuscher Gasgemische und Kammerdrücke. „Unter dem Mikroskop schaute ich mir dann das Ergebnis an“, erinnert er sich. „Nur so lernt man Möglichkeiten und auch Grenzen der einzelnen Verfahren für jedes Material kennen.“ Deuschers Einschätzung: Man braucht ein gutes Jahr, um eigenständig beispielsweise eine TEM-Maschine bedienen zu können.

Dass sie 1995 als Produktionshelferin bei Techno Color begann, war eher Zufall, doch dass sie geblieben ist, bestimmt keiner: Maria Ruppel sagt von sich selbst, bei Techno Color sei sie eben angekommen. Angefangen hat sie bei der BENSELER-Tochter im bayerischen Bogen als Produkt­ i onshelferin in der Bestückung. Heute ist Maria Ruppel Schichtführerin, arbeitet dennoch voll mit und macht obendrein auch die Personaleinteilung für die Produktion, das sind immerhin rund 70 Mitarbeiter. „Ich habe mich von Beginn an wohlgefühlt. Das Arbeitsklima und der

„Wir sind hier wie eine Fa­ mi­ lie!“ Und das gilt in ihrem Falle wortwörtlich: Denn ihr Mann Viktor arbeitet ebenfalls bei Techno Color, ebenfalls seit 16 Jahren. „Wir haben am selben Tag den Arbeitsvertrag unterschrieben“, erinnern sich Viktor und Maria Ruppel. Er hatte als Arbeiter in der Vorbehandlung angefangen und ist heute als Schlosser für den Gestellbau zuständig. Das Erfolgsgeheimnis des täglichen Miteinanders: „Tagsüber ist mein Viktor einfach Kollege Ruppel“, lacht Maria Ruppel. Und: Zu Hause werde über die Arbeit gar nicht gesprochen. So lässt sich das Private und Berufliche prima vereinbaren.

Als 2007 der Standort Marbach um das Werk 2 erweitert wurde, wechselte er als Schichtführer in die neue Halle. Dort kümmert er sich bis heute um die Verfahren ECM, HDW und die Teilereinigung. Neue Verfahren, gleiche Als BENSELER den Bereich Entgratung 1990 nach Marbach verlagerte, gehört Harry Deuscher zu den ersten Mitarbeitern, die am neuen Standort einge­ stellt wurden. Auch privat ist Harry Deuscher ein Tüftler. Daheim experimentiert er gerne „Der Wechsel zu BENSELER war eine echte Herausforderung. Ich stand zu Beginn ziemlich unbeholfen vor der Maschine. Denn in der Lehre streift man das Thema Entgraten nur und eine spezielle Ausbildung mit elektronischen Schaltungen. Dafür hat er auf seinem Haus Solarzellen installiert, die einen Lüfter antreiben, der automatisch das Klima im Haus regelt. Auch mit einem windbetriebenem Stromgenerator hat er bereits Versuche unternommen, doch dafür ist die Brise im Neckar­ tal zu schwach. Herausforderung: Die Verfahren durch das Spiel mit den verschiedenen Parametern zu verfeinern, um wirtschaftlich und bestmöglich die Kundenanforderungen zu erfüllen.

Zusammenhalt stimmen einfach“, sagt sie und belegt das im gleichen Atemzug, wenn sie von lockeren Sommer­ festen, dramatischen Rettungsaktionen für das unter der Schneelast ächzende Hallendach oder von der gemeinschaftlichen Erledigung besonders eiliger Kunden­ a ufträge erzählt.

2006
Umzug der BENSELER EntgratungenNiederlassung von Werdohl nach Hattingen

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MitarBeiter

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Frank Grünheid, Frankenberg

Ines Claußnitzer, Frankenberg

Einmal BENSELER, immer BENSELER

Stolz auf das Erreichte!

Gelernt hat Grünheid eigentlich Papiermacher. Recht erfolgreich war er, stieg rasch zum Maschinenführer auf. Doch dann berichtete ihm sein Onkel von der neuen Halle, die beim Traditions-Autobauer Barkas entstand und auf Personal wartete, das die neuen Maschinen bedienen sollte. „Probierst du das mal“, dachte sich Grünheid. Und wurde gleich aus dem Vorstellungsgespräch heraus eingestellt. Seine Aufgabe: Die zu beschichtenden Teile auf dem Förderband durch die verschiedenen Becken der Kathodischen Tauchlackierung (KTL) zu schicken, die Qualität der Lackierung Teil für Teil zu kontrollieren und die bearbeiteten Elemente einzupacken. „Eine spannende Tätigkeit“, findet Grünheid. Eine, die täglich neue Herausforderungen bringt.

Im Oktober 2001 kam Ines Claußnitzer zu BENSELER Sachsen (damals noch OZF) in den Bereich ECM-Entgratung, der gerade erst entstand. Der Bereich war zu dieser Zeit eine reine Männerdomäne. „Ich war die erste Frau im Team der acht Mitarbeiter“, erinnert sich Ines Claußnitzer. Die Welt der Elektrochemie war ihr nicht auf Anhieb sympathisch. „Es war alles sehr neu und sehr technisch“, erklärt die gelernte Näherin. Doch im Rückblick spricht sie von einer „Fügung“: „Ich habe Glück gehabt, hier zu landen!“ Besonders gefällt ihr das große Maß an Verantwortung, das ihr und den Kollegen bei der täglichen Arbeit übertragen wird. Und man spürt den Stolz auf das, was

Seit seinem ersten Tag im Werk, dem 29. Januar 1990, hat sich einiges verFrank Grünheid ist Beschichter, und das seit 21 Jahre­ n. Seine Welt bestimmen zwei für ihn maßgebliche Größen. Seine Familie, mit der er jede freie Minute außerhalb der Werkshalle verbringt. Und seine Kollegen bei BENSELER, mit denen er sich eng ver­ bunden fühlt. „Auch wenn es früher familiärer zuging“, erzählt der 43-Jährige. Mit „früher“ meint er seine Anfangsjahre im Werk Frankenberg, das damals noch Barkas GmbH hieß. Dieses Ziel erreichen die Mitarbeiter bei BENSELER in Frankenberg – eindrucksvoll sogar. Grünheid hofft, dass das so weitergeht. Denn das 75-jährige Jubiläum von BENSELER will er auch noch erleben. Gern als Beschichter. ändert. 1994 übernahm BENSELER den VEB-Nachfolgebetrieb. Das Werk wurde modernisiert, und die Mitarbeiterzahl stieg und stieg. Bei aller Veränderung, eines haben sich die Frankenberger erhalten. „Hier ziehen alle an einem Strang“, beschreibt Grünheid die Arbeitsatmosphäre. „Denn wir haben ein ge­ mein­ sames Ziel: zufriedene Kunden.“

sie und ihre inzwischen 120 Kollegen leisten und bereits geleistet haben: Über 25 Millionen Injektorkörper für den Kunden Continental haben beispielsweise das Werk in Frankenberg in den letzten 10 Jahren verlassen. ins bayerische Babenhausen zur VMB GmbH, einem der Maschinenlieferanten. Dort konnten sie zumindest einen Teil der dringenden Aufträge bearbeiten. An das Hochwasser 2002 kann sie sich gut erinnern: „Es war schlimm zu sehen, wie die neue Technik im Schlamm versank.“ Doch damals galt es, mit anzupacken und zusammenzuhalten. So verlegten Ines Claußnitzer und fünf weitere Kollegen zwei Wochen lang ihren Arbeitsplatz Die 45-Jährige ist eine begeisterte Malerin. Mit ihrem Mal- und Grafikzirkel zeigt sie regelmäßig ihre Bilder in Aquarell-, Öl- oder auch Airbrushtechnik in Ausstellungen.

2008
Übergang der Firmenanteile auf die nächste Familiengeneration

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Porträt Auszubildende

Die BENSELER-Azubis: Tacos und Familie

Innerhalb eines halben Jahrhunderts können so einige Dinge aus der Mode kommen. Vor 50 Jahren wurde beispielsweise eine Mauer gebaut, die es heute nicht mehr gibt. Vor 50 Jahren startete eine damals spektakuläre Raumfahrt-Mission, die heute kaum noch Aufsehen erregen würde. Und vor 50 Jahren speiste ein deutsches Atomkraftwerk erstmals Strom ins Netz. Heute steht der Ausstieg aus dieser Technologie fest.

Kerstin Herrmann beispielsweise hatte schon vor ihrer BENSELER-Zeit Bekannte, die hier arbeiteten. Claudia Tampe kam auf die Empfehlung von Freunden hin. Und Philipp Lallinger schickte eine Bewerbung, weil der Berufsschullehrer ihm dazu geraten hatte.

Kein Wunder also, dass die BENSELER-Azubis die Zukunft des Unternehmens rosig sehen. Zum hundert-

Grund genug, Menschen, die nicht einmal halb so alt sind wie BENSELER, zu fragen, was sie über das Unternehmen denken, das vor 50 Jahren als kleiner Handwerksbetrieb angefangen hat. Die Antworten gaben einige der 30 Auszubildenden, die im Jubiläumsjahr bei BENSELER beschäftigt sind.

jährigen Bestehen sieht Christina Peschke BENSELER „noch größer“, als es heute ist – mit noch „mehr Mitarbeitern“ und „mehr Azubis“. Kerstin Kochanek glaubt, dass die BENSELER-Anlagen dann „noch moderner“ sein werden. Und Jennifer Oehler ist sicher, dass es bei BENSELER in fünfzig Jahren noch „mehr Verfahren“

Unter dem Strich bleibt dabei Erfreuliches stehen: BENSELER ist auch mit 50 Jahren auf dem Buckel für junge Menschen attraktiv. Vor allem, weil die Firma sich trotz mittlerweile 750 Mitarbeitern den Flair einer Großfamilie bewahrt hat. Mit „nicht so unpersönlich wie andere große Firmen“, beschreibt Kerstin Kreischer ihren Arbeitsplatz. „Nette Kollegen“ heißt das bei Gabriela Alaimo. Und Steven Veit nennt als eines der Dinge, die ihm bei BENSELER besonders gut gefallen „viele hilfsbereite Mitarbeiter“. So überrascht es nicht, dass viele von ihnen schon vorher Mitarbeiter über ein oder zwei Ecken kannten und sich daraufhin für eine Ausbildung bei BENSELER entschieden.

geben wird.

Aber natürlich bleibt es nicht aus, dass die junge Generation einige Dinge anders machen würde. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Mitarbeiter- und Azubiausflüge, gefolgt von mehr Azubis (zum Tratsch in der Mittagspause) und alternativer Mittagskarte in der Kantine (konkreter Vorschlag: Tacos). Man darf gespannt sein, welche dieser Vorschläge zum 100-jährigen Bestehen umgesetzt sind – und was dann die junge Generation davon hält.

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Zusammen arbeiten

„Ganz normal anders“

Die 533 ist seine Linie. Seit fast zehn Jahren steigt Rudi Göttler morgens an der Haltestelle Ludwigsburg ZOB in den Bus ein und 23 Minuten später an der Haltestelle Sträßle in Markgröningen wieder aus. Sein Ziel: das BENSELER Werk 1 in Markgröningen. Stolz ist er, dort zu arbeiten, gern kommt er hierher. Er ist Teil des Erfolgs von 50 Jahren BENSELE­ R – so wie die anderen 900 BENSELER-Mitarbeiter auch. Und doch ist er kein Mitarbeiter wie jeder andere. Rudi Göttler lebt mit einer geistigen Behinderung.

im Einsatz. In verschiedenen Arbeitsgruppen hängen sie Teile zur Beschichtung auf und ab, strahlen sie, verpacken sie oder überprüfen die Qualität der beschichteten Elemente. „Jedes Teil ist anders und muss anders gehandhabt werden", erklärt Mühleisen die Tätigkeit „seiner“ Theo-Lorch-Mitarbeiter. Und mit dem, wie sie ihre Aufgaben verrichten, ist er hoch zufrieden: „Sie sind pünktlich, motiviert und liefern hohe Qualität.“

man fest, dass Menschen mit Behinderung in mancher Beziehung anders sind. Aber man merkt auch, dass sie in vielen Punkten ganz ‚normal’ sind“, meint Vonhoff. Dies sei eine wichtige Erfahrung. Und: Was sei schon normal. Wo fängt man an, ein sogenannter Mensch mit Behinderung zu sein. „Ich beispielsweise habe eine Sehschwäche und trage deshalb eine Brille“, gibt Vonhoff zu bedenken. „Sie sehen: Letztlich muss

Rückblende in das Jahr 2001: Dr. Mathias Mühleisen, Geschäftsführer bei BENSELER, zerbrach sich den Kopf, wie er das Unternehmen noch erfolgreicher machen könnte – und in diesem Zusammenhang ganz besonders, wie er motivierte Menschen für die unzähligen und wiederkehrenden Handgriffe findet, die trotz aller Automatisierung bei der Beschichtung anfallen. Wie das mit vielen guten Ideen so ist, kam Mühleisen die Lösung auf einer Autofahrt. Vor ihm bog ein Lkw ein – „Theo-Lorch-Werkstätten“ stand auf der Plane, und darunter waren all die Tätigkeiten aufgeführt, für die Mühleisen engagiertes Personal suchte. Mühleisen zögerte nicht lange, griff zum Telefonhörer und setzte sich mit dem damaligen Werkstattleiter Hans Lommer in Verbindung.

Wenn die Theo-Lorchs nicht wären Die Arbeit macht den Mitarbeitern der Theo-Lorch-Werkstätten große Freude. Und nicht nur das: Mit ihrem Einsatz helfen sie, die Arbeitsplätze ihrer BENSELER-Kollegen zu sichern. Denn sie führen die einfache Handarbeit nicht nur sehr gut aus, ihr Einsatz ist auch betriebswirtschaftlich sinnvoll.

jeder von uns mit Einschränkungen umgehen.“

Im täglichen Umgang miteinander treten diese Fragen rasch in den Hintergrund. Vielmehr sorgt die gemeinsame Arbeit dafür, dass man sich besser kennen lernt. Von Mensch zu Mensch. So sind bereits einige Freundschaften zwischen BENSELER-Mitarbeitern und ihren

Es ist aber noch mehr, was BENSELER bewegt, Menschen der Theo-Lorch-Werkstätten zu beschäftigen. „Unsere Mitarbeiter bereichern das Betriebsklima“, versucht Vonhoff zu beschreiben, weshalb Unternehmen sich für Menschen mit Behinderung

Theo-Lorch-Kollegen entstanden. Einladungen zu Grillfesten, die Teilnahme an den Mitarbeiterfeiern – die Menschen mit und ohne Behinderung sind sich gegenseitig ans Herz gewachsen.

„Manchmal zahlt sich Werbung eben doch aus“, lacht Dietrich Vonhoff, Geschäftsführer der Theo-Lorch-Werkstätten, heute mit dem Blick zurück. Rund 750 Menschen mit Behinderung beschäftigt die gemeinnützige GmbH derzeit. Davon sind mittlerweile 85 bei BENSELER in Markgröningen und in Kornwestheim

entscheiden. Die Zusammenarbeit mit behinderten Menschen vermittelt, wie wichtig gegenseitiger Respekt und Toleranz sind. Und sie verändert den Blick auf das Leben – auf das eigene und auf das der anderen. „Im Umgang miteinander stellt Auch das trägt dazu bei, dass Rudi Göttler jeden Morgen gern die Tasche schultert und sich auf den Weg macht. Mit der 533 bis Haltestelle Sträßle in Markgröningen.

2008
Gründung eines Beirats und Ausscheiden des Herrn Manfred Werner nach 25-jähriger Tätigkeit aus der Geschäftsführung der BENSELER Holding

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Mitarbeiter-Mosaik: Diese Seite existiert auf Grund der Datengröße als serarates Dokument Benseler Jubiläumsbuch Mitarbeiterseite.indd

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DANKE ...

… an den Gründer Manfred Benseler und den Strategen Manfred Werner. Ohne diese beiden gäbe es unser Unternehmen in der heutigen Form nicht.

Sven Paetow, Gisbert Pankratz, Christina Peschke, Rechtsanwälte Zager & Spatz & Schmidt, Michael Röthemeyer, Ehepaar Ruppel, Andrea Schlösser, Dr. Heinz-­ W erner

… an alle aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter, Geschäftspartner und Freunde. Gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass wir unser 50-jähriges Bestehen feiern können.

Schulte, Peter Schweighöfer, Rainer Seibold, Claudia Tampe, Stefan Tils, Inge Trippel, Emil Unger, Karlheinz Unger, Steven Veit, Dietrich Vonhoff, Eric Weidemann, Dr. Martin Welp, Manfred Werner, Bernd Wieland, Peter Wolff

…an die vielen fleißigen Helfer, die für dieses Buch mit unermüdlichem Einsatz und großer Geduld Gesprächspartner koordiniert, Anekdoten und Fotos zusammengetragen und Texte redigiert und korrigiert haben. … und viele weitere, hier Ungenannte, die uns manchmal „zwischen Tür und Angel“ an Ereignisse erinnert haben, die somit ebenfalls in diesem Buch wiedergegeben werden … an die Menschen, die für die vorangehenden Seiten ihre Erinnerungen und Gedanken mit uns geteilt haben: Gabriela Alaimo, Birgit Auerbach, Manfred Benseler, Hannelore Bofinger, Bernd Bluthardt, Johannes Bohnert, Isabelle Brando, Ines Claußnitzer, Frank Demmler, Harry Deuscher, Kerstin Dittrich, Hannelore Durst, Michel Fourez, Theo Frank, Roland Gehring, Willy Gerst, Günter Gölz, Rudi Göttler, Frank Grünheid, Hans-Joachim Günther, Jochen Haller, Dirk Heles, Kerstin Herrmann, Jürgen Herrmann, Michael Heuer gen. Hallmann, Martin Hierl, Michael Hlawatschke, Dr.-Ing. Hans-Jörg Huth, Dr. Micha Kalbhenn, Pierre Keller, Eckart Knoll, Kerstin Kochanek, Kurt J. Köstler, Kerstin Kreischer, Philipp Lallinger, Günter Mayer, Eberhard Mayr, Dr. Mathias Mühleisen, Bodo Müller, Thomas Müller, Dr. Wilfried Müller, Vito Notarnicola, Jennifer Oehler, Hans-Ulrich Osswald, … nicht zuletzt an die Kreativen von den Agenturen Sympra und Zimmermann Visuelle Kommunikation, die für die redaktionelle Umsetzung, die Gestaltung und die Produktion dieses Werkes verantwortlich zeichnen. konnten.

Jahre

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50-jähriges Jubiläum mit Mitarbeiterfesten und Kundentag

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IMpREssUM

Herausgeber: BENSELER-Firmengruppe Zeppelinstraße 28 71706 Markgröningen www.benseler.de

Konzeption & Gestaltung: Zimmermann Visuelle Kommunikation, Stuttgart www.zimmermann-visuelle-kommunikation.de

Text & Redaktion: Sympra GmbH (GPRA), Stuttgart www.sympra.de

Lektorat & Korrektorat: ARS Korrektur- und Textservice, Waiblingen

Bildnachweis: Fotografie: Johannes Zimmermann, Stuttgart außer Seite 83, 84, 86, 87 und 90: BENSELER-Mitarbeiter Historische Fotos und Luftaufnahmen: Archiv BENSELER Reproduktionen: Martin Graf, Stuttgart

Herstellung: Produktionsleitung: Heidenreich & Partner, Herrenberg Druckerei: Leibfarth & Schwarz, Dettingen / Erms

Dieses Buch ist gedruckt auf Lessebo Smooth Bright, ein FSC ®-zertifiziertes und CO 2-neutral hergestelltes Feinstpapier.