Sie sind auf Seite 1von 16

Das deutsch-französische Feuerlöschboot „Europa “

Vorwort

3

Die Geschichte

4

Das Konzept

7

Technische Daten

Der Betrieb mit Feuerwehrkräften aus zwei Nationen

4

Der Grenzüberschreitende Zweckverband

5

Die Akteure

6

Impressum:

Internet: www.rp-freiburg.de

Herausgeber:

Redaktion: Jürgen Oser, Jürgen Link

Regierungspräsidium Freiburg Kaiser-Joseph-Straße 67 79098 Freiburg, Tel.: (076) 08-038 e-Mail: Juergen.Oser@rpf.bwl.de

Gestaltung: Uli Maier (Cover), Katharina Gross, Matthias Henrich Lektorat: Christine Reeb Druck: RPF, Rolf Ehreiser Auflage: 1.000

Vorwort

Das neue deutsch-französische Feuer- löschboot „Europa “ ist ein bislang ein- maliges und außergewöhnliches Projekt der grenzüberschreitenden Zusammen- arbeit, das von den Feuerwehren in Kehl und Strasbourg, den zuständigen Behör- den vor Ort und der Oberrheinkonferenz, insbesondere dem Expertenausschuss „Gefahrenabwehr auf dem Rhein“, glei- chermaßen initiiert wurde.

Insgesamt sechs französische und deut- sche Träger sowie die Europäische Union im Rahmen des INTERREG III A-Pro- gramms finanzierten den Bau des Bootes „Europa “, das mehr ein multifunktio- nelles, schnelles Wasserrettungs- und Hil- feleistungsfahrzeug als nur ein klassisches Feuerlöschboot ist. Es soll bei Havarien auf dem Oberrhein, also nicht nur im Ha- fenbereich, eingesetzt werden und verfügt über modernste Technik, gebaut von einer Spezialwerft am Neckar.

Die Schiffstaufe am 9. Juni 007 sym- bolisiert das Ende der Entwicklungs- und Bauphase und gleichzeitig den Beginn einer neuen Form der Kooperation, mit deutsch-französischen Besatzungen und einem gemeinsamen grenzüberschreiten- den Zweckverband, der Betrieb und Un- terhalt des Schiffes gewährleisten wird.

Als projektverantwortlicher Bauherr gilt mein besonderer Dank Herrn Innen- minister Heribert Rech, MdL und un- serem Staats- und Europaminister Willi Stächele, MdL, die die Finanzierung des baden-württembergischen Anteils sicher gestellt haben.

des baden-württembergischen Anteils sicher gestellt haben. Auf französischer Seite möchte ich das Engagement von

Auf französischer Seite möchte ich das Engagement von Präsident Philippe Richert würdigen, der dort die Federfüh- rung inne hatte. Mein Dank gilt weiter dem französischen Delegationsleiter der Oberrheinkonferenz, Herrn Regional- präfekt Jean Paul Faugère, seinem Vor- gänger Michel Thénault, Franck Robine, den Präsidenten Adrien Zeller und Robert Grossmann, Oberbürgermeister Dr. Gün- ther Petry sowie Landrat Klaus Brodbeck und Präsident Guy-Dominique Kennel, die abwechselnd den Zweckverband füh- ren werden.

Schließlich danke ich stellvertretend für die Schweiz dem derzeitigen Präsidenten der Oberrheinkonferenz, Herrn Regie- rungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli, für die stete Unterstützung unseres Projektes durch die Fachleute der Feuerlöschboote aus den beiden Basel.

Gemeinsam wünschen wir dem Schiff und den Mannschaften auf der „Europa “ allzeit gute Fahrt !

Dr. Sven von Ungern-Sternberg, Regierungspräsident Freiburg Deutscher Delegationsleiter D-F-CH Oberrheinkonferenz

Die Geschichte

Schon seit dem Jahre 987 gab es persön- liche Kontakte zwischen Mitgliedern der Feuerwehren von Kehl und Strasbourg, die schon bald zu einer guten Zusammen- arbeit auf dem Gebiet des vorbeugenden Brandschutzes, regelmäßigen Besuchen und Erfahrungsaustauschen führten.

Etwa um die gleiche Zeit, nach dem großen Brand im Lager der Firma San- doz in der Schweiz, begann im Mandats-

Lager der Firma San- doz in der Schweiz, begann im Mandats- Von Anfang an dabei (von

Von Anfang an dabei (von links): Jürgen Link, Gerhard Stech, Jürgen Oser und Alex Roth

gebiet der D-F-CH Oberrheinkonferenz auch eine intensive Zusammenarbeit der Behörden im Bereich des Katastrophen- schutzes. Dabei ging es um die Verbesse- rung des Informationsflusses, sichere Kom- munikationsnetze und die Organisation von Übungen zur grenzüberschreitenden Hilfe- leistung. Im Jahre 999 bildete die D-F- CH Oberrheinkonferenz daraus die AG „Katastrophenhilfe“.

Verbunden mit dem bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung in allen drei Ländern am Oberrhein war aus sicher-

heitspolitischer Sicht vor allem der signi- fikanten Zunahme des Schiffsverkehrs mit Gefahrgütern und Kreuzfahrtgästen auf dem Rhein und der Existenz zahlreicher chemischer und petrochemischer Anlagen beiderseits des Stroms Rechnung zu tra- gen.

Entsprechende Studien, z. B. im Rah- men des Sicherheitsplans (Schéma Dé- partemental d‘Analyse et de Couverture des Risques - SDACR) des Service Dé- partemental d‘Incendie et de Secours du Bas-Rhin (SDIS) stimmten mit der Ein- schätzungen der deutschen Nachbarn in diesem Bereich vollständig überein.

Leistungsfähige Feuerlöschboote gab es nur in Basel und Mannheim. Sie wären bei einem schweren Unfall oder Schiffs- brand auf dem Rhein sechs bis acht Stunden unterwegs gewesen, ehe sie den Raum Kehl/Strasbourg erreicht hätten.

Die minutiöse Auflistung der Konzepte und der den Feuerwehr- und Rettungs- kräften zu beiden Seiten des Rheins zur Verfügung stehenden Mittel führte bei den deutschen und französischen Feuer- wehrexperten schließlich zu einem eben- so eindeutigen wie visionären Ergebnis:

die gemeinsame Beschaffung eines Feu- erlöschbootes zur Bekämpfung von Scha- densereignissen auf dem Wasser und im unmittelbaren Uferbereich.

Im Einvernehmen mit den zuständigen Ämtern bei der Präfektur, dem Départe- ment du Bas-Rhin, der Stadt Kehl und dem Landratsamt Ortenaukreis bereitete die Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim RP Freiburg einen ersten Bericht vor, den Regierungspräsi-

dent Dr. Sven von Ungern-Sternberg un- ter dem Titel „Sicherheit auf dem Rhein“ im Herbst 00 in die Arbeit der D-F-CH Oberrheinkonferenz einbrachte.

Beim 4. Plenum der ORK, am 4. Juni 00 in Guebwiller, berichteten Brand- direktor Jürgen Link und Colonel Alex Roth erstmals vor den Delegationen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz und präsentierten Eckpunkte für ein sog. „grenzüberschreitendes Konzept zur Ge- fahrenabwehr auf dem Rhein“.

Dann waren die Praktiker an der Reihe. Am . Oktober 00 fand in Breisach am Rhein ein gemeinsames deutsch- französisches Expertentreffen in Verbindung mit einer ein- drucksvollen Leistungsschau statt, bei der sich die politisch Verantwortlichen über die Leistungsmöglichkeiten der am Rhein verfügbaren Boote informierten. Neben den Boo- ten der Wasserschutzpolizei,

der Feuerwehren und anderer Hilfsorganisationen (THW, DLRG) war das aus Basel eingetroffene Schweizer Feuerlöschboot ein besonderer Magnet. Seine eindrucks- voll dargestellten Einsatzmöglichkeiten haben wertvolle Überzeugungsarbeit ge- leistet. Von nun an wurden die Kollegen

aus Basel zu geschätzten Ratgebern.

Am 9. Dezember 00 beschloss das Plenum der Oberrheinkonferenz in Stras- bourg die Gründung der „Projektgruppe Gefahrenabwehr auf dem Rhein“, die mit der Erarbeitung einer Konzeption für ein Feuerlöschboot beauftragt wurde.

Schließlich stellte sich am 6. Juni 003 in Colmar auch der Oberrheinrat, das Gremium der Gewählten, hinter das Projekt und appellierte an die zuständigen öffent- lichen Stellen, die Finanzierung des Vorha- bens sicherzustellen.

Dem im Expertenausschuss erarbeiteten Be- schaffungs- und Stationierungskonzept für Feuerlöschboote am Oberrhein stimmte die ORK am 5. Dezember 003 zu. Gleichzei- tig bestätigte das Gremium einen vordring-

zu. Gleichzei- tig bestätigte das Gremium einen vordring- Feuerlöschboote im Einsatz bei einem Schiffsbrand auf dem

Feuerlöschboote im Einsatz bei einem Schiffsbrand auf dem Rhein bei Krefeld

lichen Bedarf am Standort Kehl/Strasbourg.

Nun begann der schwierigste Teil des Unternehmens, die Sicherstellung der Fi- nanzierung. Dabei war einmal mehr das INTERREG III-A Programm der Euro- päischen Union von unschätzbarer Hilfe. Nachdem die technische Gruppe und der politische Begleitausschuss einen mög- lichen Zuschuss in Höhe von € 1.000.000 in Aussicht gestellt hatten, waren die natio- nalen Kofinanzierer in Deutschland und Frankreich an der Reihe.

Viele Gespräche und manche Reise nach Paris und Stuttgart (Berlin hatte keine Ko- finanzierung in

Viele Gespräche und manche Reise nach Paris und Stuttgart (Berlin hatte keine Ko- finanzierung in Aussicht gestellt) waren notwendig, bis sich schließlich heraus- kristallisierte, welche staatlichen Stellen und Körperschaften dem großen Projekt trotz angespannter Haushaltslage definitiv zum Durchbruch verhelfen würden.

Die Finanzierungsbeiträge verteilten sich schließlich wie folgt:

Europäische Union (Programm INTERREG III-A): 1 000 000 € Land Baden-Württemberg, (verantwortlich: RP Freiburg): 750 000 € Conseil Général du Bas-Rhin: 300 000 € État français: 290 000 € Région Alsace: 75 000 € Port autonome de Strasbourg: 50 000 € SDIS du Bas Rhin: 35 000 €

Auf der Basis einer INTERREG-Verein- barung wurde Regierungspräsident Dr. von Ungern-Sternberg von den übrigen Trägern mit der Projektverantwortung be- traut und erteilte nach europaweiter Aus- schreibung am 6. März 006 den Auftrag an eine Schiffswerft am Neckar.

Mit dem Bau des Schiffes wurde am . Juni 006 begonnen.

Nach Abschluss der Bauphase übertrug das Land Baden-Württemberg (Regie- rungspräsidium Freiburg) das Eigentum im Auftrag der Projektträger an einen grenzüberschreitenden Zweckverband.

Das Konzept

Der Rhein hat als internationale Wasser- straße eine herausragende Bedeutung für das Oberrheingebiet. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Schiffe immer größere Mengen an Gefahrgütern trans- portieren und sich die Personenschifffahrt einer zunehmend größer werdenden Be- liebtheit erfreut. Zusätzlich entstanden neue Industrieanlagen in Rheinnähe. Die Risiken haben stetig zugenommen, ohne dass die Gefahrenabwehr über geeignete

zugenommen, ohne dass die Gefahrenabwehr über geeignete Einsatzmittel verfügte. Die Beschaffung des

Einsatzmittel verfügte. Die Beschaffung des Feuerlöschbootes „Europa “ ist als erster Schritt in der Umsetzung des von der D-F-CH Oberrheinkonferenz be-

schlossenen

Gefahrenabwehrkonzeptes

zu sehen.

Grundsätzliches Die Größe des Feuerlöschboots ermöglicht die konsequente Erledigung aller zu bewältigenden Aufgaben und die Mitnahme aller notwendigen Einsatzmit- tel. Der Umfang der mitgeführten Bela- dung deckt die unterschiedlichsten Auf- gaben ab und berücksichtigt gleichzeitig auch die schwierige Nachschubproble- matik auf dem Wasser. Die für ein Feuer- löschboot neuartige Bauform optimiert die Einsatzabläufe und stellt durch die großen Arbeitsdecks am Vorschiff und achtern in Verbindung mit kranbaren Rollcontainern und leistungsstarken Hydraulikkränen ein hohes Maß an Flexibilität sicher.

Erreichen von Unglücksorten in ange- messener Zeit Um Einsatzstellen in angemessener Zeit erreichen zu können, ist eine hohe Ge- schwindigkeit erforderlich. Konstruktiv wurde dies durch eine Rumpfausbil- dung als Halbgleiter in Verbindung mit zwei leistungsfähigen Antriebsanlagen (stark motorisierten Jetantrieben) und ei- ner Leichtbauweise des Feuerlöschbootes sichergestellt. Bei der Feuerlöschtechnik wurden alleine durch die Verwendung hoch- konzentrierten Schaummittels ca. 7.000 kg Gewicht eingespart, ohne dabei den Einsatz- wert zu reduzieren.

Menschenrettung bei Havarien und Schiffsbränden Bei diesen Rettungseinsätzen geht das Feuerlöschboot in der Regel längsseits des verunglückten Schiffes und kann auf drei unterschiedlichen Deckshöhen Per-

sonen horizontal, d. h. ohne den zeitauf- wändigen Einsatz von Leitern retten. Die unterschiedlichen Ebenen sind das Vor- deck (ca. 0,60 m über Wasserlinie), das Achterdeck (ca. ,75 m ü WL) und das als Evakuierungsdeck ausgebildete Dach des Geräteraumes (ca. 3,00 m ü WL). Diese Flächen bieten genügend Platz zur Auf- nahme einer großen Zahl von Menschen. Sofern die Fläche bei einer Rettungsak- tion nicht reicht, kann das Feuerlösch- boot das naheliegende Ufer frontal anfah- ren (anlanden) und die Geretteten über die Bugklappe an Land absetzen, um dann wieder zum Havaristen zurückzufahren.

absetzen, um dann wieder zum Havaristen zurückzufahren. Für die Rettung einzelner Personen kann der achterliche

Für die Rettung einzelner Personen kann der achterliche Hydraulikkran mit einem Personenbeförderungskorb mit einer Nutzlast von 300 kg ausgestattet werde. Hierbei kann eine maximale Rettungshö- he von 0,60 m und eine maximale Aus- ladung (ab Kranmitte) von 8,50 m erreicht werden.

Brandbekämpfung bei Schiffsbränden Schiffsbrände können sowohl aus der Ferne über die Wasserwerfer als auch aus der Nähe über handgeführte Strahl- rohre im Innenangriff bekämpft werden. Das Feuerlöschboot verfügt hierfür über die komplette Beladung eines großen Löschfahrzeugs sowie leistungsfähige Feuerlöschpumpen und Schaumzumisch- technik. Der Hydraulikkran auf dem Achterdeck wird als zweiter Wasserwer- fer eingesetzt und hat die Möglichkeit aus einer Höhe von ca. ,50 m über der Wasserlinie eine Wassermenge von 4.000 l/min abzugeben. Die Bedienung erfolgt über eine Funkfernsteuerung und ermög- licht damit einen präzisen Einsatz des Wasserstrahls. Eine Berieselungsanlage dient dazu, das komplette Feuerlöschboot in einen Wassernebel zu hüllen, der im Brandfall Wärmestrahlung absorbiert und Gase bindet.

Rettung ertrinkender Menschen Zur direkten Aufnahme von Personen aus dem Wasser dient eine am Heck des Feuerlöschbootes montierte, ca. ,40 mal 6,00 m große Bergeplattform, die sich ca. 0,60 m über der Wasserlinie befindet und über eine stabile Taucherleiter verfügt. Das mitgeführte Rettungsboot und hand- geführte Rettungsmittel wie Rettungsringe kommen unterstützend zum Einsatz.

Wasserlieferung und Brandbekämp- fung im Hafengebiet Bei Großbränden in Hafengebieten kann das FLB einerseits durch seine starken Wasserwerfer direkt die Brandbe- kämpfung unterstützen. Andererseits ist das Feuerlöschboot in der Lage, durch seine leistungsfähigen Pumpen große Löschwassermengen (ca. 5.000 l/min) für die Einsatzkräfte an Land zu fördern.

Niederschlagung von Gefahrstoffwolken Durch den Einsatz großer Mengen Wasser mittels Wasserwerfer können Gefahrstoff- wolken oft schon am Entstehungsort nie- dergeschlagen werden. Die Gefährdung von in Ufernähe befindlichen Menschen kann hierdurch entscheidend gemindert werden.

Hilfeleistung bei Havarien und beim Austritt brennbarer Flüssigkeiten für den Brand- und Umweltschutz Die Einsätze zu Wasser unterscheiden sich gegenüber den Einsätzen an Land in zwei wesentlichen Punkten. Einer- seits transportieren Tankschiffe ein bis zu 00-fach größeres Ladevolumen als Tankfahrzeuge an Land und anderer- seits können sie nicht zu Fuß erreicht werden. Das Feuerlöschboot muss da- her auch in einer explosionsgefährdeten Atmosphäre tätig werden können, ohne selbst Verursacher einer Explosion zu sein. Hierfür wurde der auf Polizei- booten vorgeschriebene Ex-Schutz weiter- entwickelt. Dämpfe von brennbaren Flüs- sigkeiten sind schwerer als Luft, wobei

die kritische Höhe im Freien bei ca. 3,50

m liegt. Bei der „Europa “ wird daher die Frischluft aus einer Höhe von > 5,5 m angesaugt und in das Schiff gedrückt, um

so einen sicheren Überdruck herzustellen,

der ein Eindringen von explosiven Gasen und Dämpfen verhindert. Der Geräteraum dient hierbei als Schleuse und verfügt für Dekontaminationsmaßnahmen über eine Behelfsdusche.

Die Arbeitsfläche des Vorschiffes eignet sich darüber hinaus zur sicheren Gefah- renabwehr gegen ausgelaufene, auf der Wasseroberfläche schwimmende Stoffe. Von hier aus können über die Bugklap- pe Ölsperren sicher zu Wasser gebracht

und auch wieder aufgenommen werden. Die erforderlichen Ölabscheidegeräte und Pumpen können über die Stromerzeuger des FLB betrieben werden. Weiterhin ist der Arbeitsbereich auf dem Vordeck groß genug, um dort im Extremfall ein selbst- aufrichtendes Ölauffangbecken mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern auf- zustellen, in dem bei Bedarf abgepumptes Öl zwischengelagert werden kann.

Lenzeinsatz - Abpumpen großer Wassermengen aus leckgeschlagenen Schiffen Ist ein Schiff z. B. durch Grundberührung leckgeschlagen, gilt es große Wassermen-

Grundberührung leckgeschlagen, gilt es große Wassermen- gen aus dem Schiff abzupumpen, um dieses schwimmfähig zu

gen aus dem Schiff abzupumpen, um dieses schwimmfähig zu halten und eine Blockade der Schifffahrtstraße zu ver- hindern. Hierfür sind in einem Rollcon- tainer vier tragbare Elektrotauchpumpen verlastet, die mittels Hydraulikkran als komplette Einheit (ca. 300 kg) auf das ha- varierte Schiff gehoben werden können. Zusätzlich vier weitere Turbinentauch-

pumpen im Geräteraum gelagert. Zusam- men verfügen sie über eine Gesamtlei- stung von ca. 4.000 l/min.

Transport und Bereitstellung besonde- rer Einsatzmittel Die Ausrüstung des FLB ist für die Brandbekämpfung und für erste Maß- nahmen ausgelegt. Sofern weitere Ein- satzmittel benötigt werden, können diese mittels Kran auf das Vor- oder Achterdeck

Lieferung elektrischer Energie und Ausleuchtung von Einsatzstellen Etwa die Hälfte der Schiffsunglücke ge- schehen bei Nacht oder unsichtigem Wet- ter. Der Ausleuchtung von Einsatzstel- len kommt daher, insbesondere vor dem Hintergrund der Unfallverhütung für die Einsatzkräfte, eine besondere Bedeutung zu. Hierfür stehen sechs Flutlichtstrahler à .000 Watt an den Ansaugschächten sowie mobile Flutlichtstrahler mit je .000 Watt Leistung bereit. Die beiden Stromerzeuger sind mit je 60 kVA so be- messen, dass einer für den Schiffsbetrieb ausreicht und der andere die Rückfalle- bene darstellt. Beim gleich- zeitigen Betrieb steht ein Stromerzeuger ausschließ- lich für die Stromverbraucher der Feuerwehr (Beleuchtung, Tauchpumpen etc.) zur Ver- fügung. Zur Stromabgabe sind backbord und steuerbord zahlreiche Steckdosen einge- baut; eine davon in explosionsgeschützter Bauform. Bei der Explosionsschutzstufe werden alle nicht Ex-geschützten Steck- dosen im Außenbereich automatisch ab- geschaltet.

Sicherung der Mehrzweckboote im Strom, bei Nacht und unsichtigem Wetter Mehrzweckboote (MZB) der Feuerweh- ren verfügen lediglich über Feuerwehr- funk. Rheinfunkgeräte oder Radaranlagen sind nicht vorhanden. Deshalb ist der Ein- satz bei Nacht nur sehr bedingt möglich.

ist der Ein- satz bei Nacht nur sehr bedingt möglich. gehoben werden. Die Kräne und insbe-

gehoben werden. Die Kräne und insbe- sondere das Vordeck sind entsprechend stark bemessen. Liegt das FLB an einem Binnenschiff fest, kann der auf dieser Sei- te befindliche Kran zum Materialtrans- port vom Vordeck auf das Binnenschiff und der andere Kran zum Transport von Nachschub von der Wasserseite auf das Vordeck eingesetzt werden.

Arbeits- und Sicherungsplattform Für Tauchereinsätze ist die knapp über dem Wasser befindliche und ausreichend groß bemessene Bergeplattform eine so- lide Basis für Arbeits- und Sicherungs- maßnahmen. Das achterliche Arbeitsdeck sowie der Hydraulikkran mit Seilwinde ergänzen diese Möglichkeiten.

0

Technische Daten

Länge über alles: 3,30 m Länge der Wasserlinie: 0,00 m Breite über alles: 6,0 m Breite zwischen den Spanten: 6,00 m Höchster Festpunkt über Wasserlinie:

5,50 m Tiefgang betriebsklar:

ca. 0,90 m Höhe Vordeck über Wasser- linie: ca. 0,60 m Höhe Achterdeck über Was- serlinie: ca. ,75 m Höhe Evakuierungsdeck über Wasserlinie: ca. 3,00 m Wasserverdrängung voll ausgerüstet: ca. 45 m³ Geschwindigkeit bei 4 m Wassertiefe: ca. 40 km/h Schiffstechnische Besat- zung: mind. Personen Feuerwehrtechnische Besat- zung: mind. 6 Personen

für den Schiffsbetrieb; einer der Ge- neratoren ist für feuerwehrtechnische Verbraucher; Kraftstofftank mit 4.000 Liter Fassungsvermögen

Bordnetz 4 V-Gleichstrom ab Batterie 450 Ah

Starternetz (Hauptmaschinen) 4 V- Gleichstrom Batterie 43 Ah

(Hauptmaschinen) 4 V- Gleichstrom Batterie 43 Ah Schiffstechnische Ausrüstung und Daten: • Schiffskörper

Schiffstechnische Ausrüstung und Daten:

Schiffskörper komplett in Alumini- um in der Bauform eines Halbgleiters in Knickspant-Bauweise

Bergeanlandungen im Böschungsbe- reich sind konstruktiv durch ein ver- stärktes Vorschiff in Verbindung mit der Bugklappe möglich.

• Zwei Hauptmaschinen MAN D84LE40, Zylinder mit 809 kW (.00 PS)

• Zwei Kamewa Jet-Antriebe Typ FF550 mit Vektorstick-Steuerung

Bugstrahlruder mit 0 kW Leistung

• Zwei Dieselgeneratoren 30 / 400 V mit je 60 kVA als redundante Systeme

Hydraulische Bugklappe mit einer Breite von 3,00 m und einer Tragfähig- keit von 500 kg auskragend und .500 kg aufgelegt

• Zwei Hydraulikkräne mit Explosions- schutz (steuerbord und backbord am Vordeck), mit hydraulischer .000 kg Seilwinde, Hubkraft Kran .70 kg bei 3,00 m Abstand von der Schiffsaußen- kante (= 4,50 m)

Großer Hydraulikkran achtern mit Funkfernsteuerung und Explosions- schutz, hydraulischer .000 kg Seil- winde, Hubkraft Kran .000 kg bei 3,00 m Abstand von der Schiffsaußen- kante (= 7,00 m)

mit montierbarem Schaum-/ Wasser- werfer mit 4.000 l/min bei einer maxi- malen Werferhöhe von ,50 m über Wasserlinie

mit montierbarem Personenbeförde- rungskorb und 300 kg Traglast, einer maximalen Ausladung von 8,50 m (von Kranmitte) und einer maximalen Arbeitshöhe von 0,60 m über Wasser- linie

Explosionsschutz in einer besonderen Qualität d. h.

Kameras zur Überwachung des vorde- ren und hinteren Arbeitsdecks

Kommunikationsmittel nautisch: zwei Rheinfunkgeräte

Nautische Geräte: Radarpilotanlage, Wendeanzeiger, Autopilotanlage, Ruderlagenanzeiger, GPS, Echolot, Wetter- und Windmessstation, Bord- sprechanlage

Einpersonenfahrstand

Einbruch-, Brandmelde-, und Bilgen- warnanlage

• Einbruch-, Brandmelde-, und Bilgen- warnanlage • Automatische Löschanlage für den Maschinen- raum

Automatische Löschanlage für den Maschinen- raum

Klimaanlage für das Steuerhaus

Beiboot in der Form eines un- sinkbaren Ret- tungsboots RTB (Schlauchboot mit Aluminium- rumpf) mit 60 PS Außenborder

Feuerwehrtech-

nische Ausrüstung und Daten:

- Gaswarnanlage mit drei Messköpfen

- Höhe der Luftansaugöffnung > 5,5 m über Wasserlinie

- automatische Verriegelung der Außentüren - Schleusenbetrieb

- automatische Inbetriebnahme der Abgasdusche

- automatische Leistungsreduzierung der Sendeanlagen gemäß ATEX- Richtlinie auf Watt

- automatische Abschaltung sämtlicher Außenverbraucher ohne EX-Schutz

• Zwei Feuerlöschpumpen FP 0-6000 (Antrieb über Hauptmaschinen)

• Eine Feuerlöschpumpe FP 0-750 (Antrieb über 30 kW Drehstrommotor)

• Zwei fernsteuerbare, explosionsge- schützte Schaum-/ Wasserwerfer (einer im Zusammenhang mit Hydraulikkran Heck) mit einer Leistung von 4.000 l/ min und einer Wurfweite von ca. 65 m

Lenzleistung durch tragbare Elektro- und Turbinentauchpumpen mit ca. 4.000 l/min

Löschwasserabgabe über 6 Druckab- gänge A und Druckabgänge B

Wassernebel-Selbstschutzanlage

3.00 l konzentriertes AFFF-Schaum- löschmittel für % Zumischung

zwei Schaumzumischanlagen mit einer Leistung von je 4.500 l/min Schaum- mittel-Wassergemisch bei % Zu- mischung

zur Erzeugung eines Schaumteppichs können an den B-Druckabgängen Mit- telschaumrohre M8 (4 Stück) und M4 ( Stück) mit einer Gesamtschaummenge von 00.000 Liter pro Minute aufgesteckt werden.

Geräteraum auf der Ebene des Vordecks zur Aufnahme unfang- reicher feuerwehr- technischer Beladung - zum Teil in kran- baren Rollcontainern

stabiles Geräteraum- dach (inkl. Rettungs- steg) als Evakuie- rungsdeck zur horizontalen Men- schenrettung von Passagierschiffen

geräumige Bergeplattform achtern mit Taucherleiter

stationäre Flutlichtanlage an den Luft- ansaugkanälen mit 6 Strahlern à .000 Watt

Kommunikationsmittel feuerwehrtech- nisch:

Druckluftkompressor für Arbeitsluft; Werkbank im Pumpenraum

Hersteller: NECKAR-BOOTSBAU Ebert GmbH in Neckarsteinach

Gesamtkosten € 2.500.000 inkl. Beladung und Ausbildung

Die technische Projektleitung (Beschaf- fung) lag beim Referat 4 F des Regie- rungspräsidiums Freiburg (Jürgen Link).

4 F des Regie- rungspräsidiums Freiburg (Jürgen Link). - je zwei Feuerwehrfunkgeräte Deutschland / Frankreich -

- je zwei Feuerwehrfunkgeräte Deutschland / Frankreich

- Funkmehrfachabfrage Major BOS 8

- mehrere tragbare Funkgeräte zum Teil mit EX-Schutz

- Mobiltelefon mit Telefaxgerät

3

Der Betrieb des Feuerlöschbootes mit Feuerwehrkräften aus zwei Nationen

Feuerlöschbootes mit Feuerwehrkräften aus zwei Nationen Ein Team mit Angehörigen der Stras- bourger und Kehler

Ein Team mit Angehörigen der Stras- bourger und Kehler Feuerwehr ist für den Betrieb des Feuerlöschbootes verantwort- lich. Sie werden nach einem genau defi- nierten Dienstplan eingesetzt.

Fünf ehrenamtliche Schiffsführer, alle In- haber des Rheinschifferpatents, und zwei Maschinisten wird die Kehler Feuerwehr für das deutsch-französische Boot stellen. Die Strasbourger Berufsfeuerwehr ver- fügt über drei festangestellte Schiffsführer und elf Maschinisten.

Die beiden Chefmaschinisten aus Stras- bourg und Kehl wurden gemeinsam bei der Berufsfeuerwehr in Köln fortgebildet. Die Kölner Kollegen verfügen über drei Feuerlöschboote und boten gerne Unter- stützung an.

Hinzu kommt die feuerwehrtechnische Staffel, die aus einem Gruppenführer und fünf Feuerwehrleuten besteht. Die Feuerwehrfrauen und -männer, die künf- tig auch auf dem Feuerlöschboot Dienst tun werden, haben nicht nur Kurse in der jeweiligen Nachbarsprache, sondern im Rahmen ihrer operationellen Ausbildung auch einen Speziallehrgang für die Brand-

bekämpfung und Hilfeleistung auf Binnenschiffen absolviert.

Muss das Boot tagsüber wäh- rend der Woche zum Einsatz auslaufen, wird es zunächst von der Strasbourger Berufs- feuerwehr besetzt. Die Kehler Schiffsbesatzung ist vor allem dann gefordert, wenn nachts oder am Wochenende ein Alarm ausgelöst wird. Nach Abschluss der Aus- bildungsphase werden auch gemischte Einsatzgruppen eingesetzt. Insgesamt wurden 0 Feuerwehrleute geschult.

Die Entfernung von der Feuerwache Kehl bis zum Liegeplatz des Löschbootes am Quai Jacoutot beträgt vier Kilometer. Von der Präfektur in Straßburg hat die Kehler Feuerwehr die Genehmigung bekommen,

hat die Kehler Feuerwehr die Genehmigung bekommen, mit Blaulicht und Martinshorn durch Strasbourg zum

mit Blaulicht und Martinshorn durch Strasbourg zum Liegeplatz fahren zu dür- fen. Trotz der Entfernung dauert die Fahrt maximal fünf Minuten.

4

Grenzüberschreitender Örtlicher Zweckverband Feuerlöschboot EUROPA I

Für den Betrieb des neuen Feuerlösch- bootes wurde ein so genannter grenz- überschreitender örtlicher Zweckverband nach dem Karlsruher Übereinkommen gegründet, der als Eigentümer des Bootes auftritt und für die Instandhaltung und die Bewirtschaftung sorgt.

Vorsitzender des deutsch-französischen Gremiums ist Guy Dominique Kennel, Präsident des Brand- und Rettungsdienstes des Départements Bas-Rhin (SDIS). Michael Loritz und Jean-Michel Fetsch sind die bevollmächtigten Vertreter der Mitgliederversammlung für den Ortenaukreis bzw. den Conseil Gé-

für den Ortenaukreis bzw. den Conseil Gé- Seite teilen sich das Département du Bas-Rhin und der

Seite teilen sich das Département du Bas-Rhin und der Service Départemental d’Incendie et de Secours du Bas-Rhin mit je 15.000 € die Kosten. Die Partner wer- den sich die entstehenden Personalkosten für den Betrieb und den Einsatz des Feu- erlöschbootes nicht gegenseitig in Rech- nung zu stellen.

Der Port Autonome de Stras- bourg stellt am Quai Jacoutot in Strasbourg kostenlos einen Liegeplatz und einen schwim- menden Ponton zur Verfügung, sorgt für die Installation der Be- leuchtung und zäunt das Gelän- de komplett ein.

Der Zweckverband verfügt über einen deutsch-französisch besetzten technischen Ausschuss, der von Colonel Alex Roth (SDIS) geleitet wird und dessen Aufga- be es ist, rechtliche, technische, finanzi- elle und verwaltungsbezogene Fragen zu bearbeiten und Vorlagen zu erarbeiten, die von der Mitgliederversammlung be- schlossen werden können.

Der Sitz des Zweckverbandes befindet sich beim Service Départemental d’Incen- die et de Secours du Bas-Rhin, Bâtiment « Le Prisme » , Route de Paris, F-67087 Strasbourg Cedex .

Le Prisme » , Route de Paris, F-67087 Strasbourg Cedex . néral. Die Gründung des Zweckver-

néral. Die Gründung des Zweckver- bandes erfolgte am 0. April 007. Der Vorsitz wechselt alle zwei Jahre. Die laufenden Betriebskosten schätzen Experten in den ersten Jahren auf rund

€ 60 000/Jahr, wobei dieser Betrag je zur

Hälfte von Deutschland und Frankreich bezahlt wird. Den größten Betrag auf deutscher Seite übernimmt mit € 11 000 der Ortenaukreis. Aber auch die Häfen von Kehl (€ 6000) und Rheinau (€ 2500), die Stadt Kehl (€ 6000) sowie der Land- kreis Rastatt und der DOW-Hafen (je

€ 4500) sind beteiligt. Auf französischer

5

Die Akteure

Die Erarbeitung der Konzeption, sowie der Bau und der Betrieb des deutsch- französischen Feuerlöschbootes „Europa “ sind ein Pilotprojekt der grenzüber- schreitenden Zusammenarbeit, das bald auch in anderen Ländern entlang der vielen „nassen Grenzen“ Europas seine Nachahmer finden wird.

Die Mitarbeiter der deutschen, fran- zösischen und Schweizer Verwaltungen, die dieses Leuchtturmprojekt zum „Strah- len“ gebracht haben, sind deshalb gerne bereit über ihre Erfahrungen zu berich- ten.

Das „Kernteam“ mit Jürgen Link (Regie- rungspräsidium Freiburg), Alex Roth (SDIS 67, Strasbourg), Gerhard Stech (Feuerwehr Kehl) und Jürgen Oser (Regierungspräsidium Freiburg) hat das Vorhaben seit dem Jahre 00 begleitet.

In der Phase der Vorprojektierung kam besondere Unterstützung von Daniel

Kofmel (Berufsfeuerwehr Basel), Ullrich Kort (Innenministerium Baden-Württem-

berg),SiegfriedMorlock(Regierungspräsi-

diumKarlsruhe)undKlausMaurer(Berufs-

feuerwehr Karlsruhe).

Bei der Umsetzung der Planung und beim Bau wurde das Team beraten durch Bernd Schmitt (Regierungspräsidium Karls- ruhe), Rudi Götz (Berufsfeuerwehr Mann- heim) und Reinhard Kirr (Landratsamt Ortenaukreis).

Die Arbeitsgruppe, die den rechtlichen Rahmen für den Betrieb des Feuerlösch- bootes und den Einsatz der Feuerwehr- kräfte gestaltete, bestand aus Clarisse Bonjean und Christophe Tamisier (Pré- fecture de la Région Alsace), Martine Lo- quet-Behr und Jean-Marie Wendling (Dé- partement du Bas-Rhin), Michael Loritz, (Landratsamt Ortenaukreis) und Markus Ragg (Regierungspräsidium Freiburg).

Viele weitere Kollegen haben sich an der Realisierung beteiligt und en- gagiert. Ihnen allen und nicht zu- letzt Martin und Peter Ebert von der NECKAR-BOOTSBAU Ebert GmbH, sei hier noch einmal besonders gedankt.

Ebert GmbH, sei hier noch einmal besonders gedankt. Dieses Projekt wurde von der europäischen Union

Dieses Projekt wurde von der europäischen Union kofinanziert

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

6