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R KD- Bulletin Vir Année _ Nouvelle Série LY = Det SPAATSMOUGPOLISNTSPUNS KAPITALISMUS IN RUSSLAND. 1. Kepitel : Die Pusion yon capital and kepitelistischen Staat 20 — DRMRODAMD infpiogal seiner érticiclien Presse £ Jemnaay - “Wire 1946) VI. Jehrgang. Mere~April 1946 No 2 SS ee Bulletin intérieur non destiné a la vente publique Der staatsmonopolistigche XAPITALISMUS IN RUSSIAND. (Im Folgenden beginnen wir mit der abschnittweisen Veriffentlichung eines Buches von J, Roland tiber den Tussischen Stestskapitalismas, Im 1. Kspitel wird die allgemeine Entwicklung zum Staatskapitalisms behandelt, im 2. Kapitel wird kurz der biirgerliche Cherakter des russischen "Jeberbaus"” geschildert, in den drei folgenden Kapiteln wird der Kapitalistische Charakter der Marktwirtschaft und des Eigentums an den Produktionsmitteln in Russland untersucht, in zwei “weiteren Kepiteln die Frage der Konkurrenz und der Erisen. Denn folgen mehrere Kapitel Uber dic eigent- lichen skonomischen "Kategorien*, Wert, Prois, Iohn, Mehrwert, Profit, wie sic sich in Russland daratellen, Sodann je ein Kapitel tiber des Finenzeystem und dio Bedenrente in Russland. In den letzten Kapiteln werden die Fragen Imperialismus und Plenwirtscha?t behandelt. Die gesehiehtliche Seite, die Frage, wie Russland nach der Revolution wieder kapitalistisch wurde, wird nicht besonders dargestellt. Das Buch wird in franzdsischer Sprache gedruckt ergcheinen. Es ist miglich, dees der franzésische Text einige Acnderungen enthalten wird. Fir die Auswahl des Matoriels, auf das er sich sti zt, hatte der Verfesser nur beschrinkte Méglichkeiten. Wihrend der Abfassung seines Buches hat der Verfasser nicht gewusst, dass schon cinwandfreie marxistische Analysen der russischen Ockonomie existieren. Dies ist fast eneschliesslich in den engeledchsischon Idndern der Fell, Eine zusammenhingende Darstellung des ganzon Problews scheint aber bishor nicht vorhanden cu sein. ) 1. Kapitel: DIE FUSION YON MONOPOLKAPTTAL UND KAPITALISTISCHEM STAAT, : Von dem Zeitpyunkt an, nach der Revolution yon 1917, an dem Russland den Wog beschritt, seine bkonomigche Riicketin— digkeit durch Errichtung einer natienalon Industrie 21 tiberw inden, maste es notwendigerreise wieder in dio kapitalistische Welt ein eglicdert werden, Der innere kapitelistiseho Markt musste wieder fefgestelit verden; von iucland hasten Wasen tang en, nach den dus land mssten Waren geliefert werden; also muasten im Lende selbst Waren erzeugt werden, maste die nationale Produktion Warenprodukt ion und demit die Arbeitskraft selbst wieder Ware soin und Mehrwert er zeugen. Ein neuer Akkumlationsprozess von Kapital msete beginnen. Aber er begerm sof dem Felde, dag ihm die Revolution hintorlassen hatte und das von don Splittorn deo Privatkapitels reingefegt war. Das Gesetz der ungleichmMssigon Entwicklung ermiglicht einen eben noch riickstindig gewesenen Lande, voriibergehend an der Spitze 2u stehen. Besondere geachichtliche Umstnde haben das russische Kapital im Leufe der allgemeinen Entwicklung des Kapiteals cum Staatskapital am weitesten vorangetrieben: es ist scitens dor lobnarbeiter nicht nur revolationiiren Versuchon ausgesetzt gevesen, sondern war von ihnen thernommen und damit zerstért worden, Seine Wisderherste lung in der alten Form war unnéglich, Sein Wiederauferstehen, das eine konter- revolution dedeutet, konnte nur in direkten Zusemmenschluss mit dem sus dieser Kontarsevetution hergegangenem Staate orfolgen, Augserden erzgwang die besonters heftige Bedromng vonseiten der fuslindischen Fonkurrenz diesen Zusemmenschluss. Die ‘Taterbrec! durch die Expro- priation des individuelien Kapitalbesitzes erntg]: tte der Akkurmletisn einen gowaltigon Sprang dibor oino ganzo Intwicklungscteppe, dor der Susgebildeten. Privatmonopole, hinweg zu mechen und an einem Punkte wieder einzusetzen, nach dem sie in allen ldndorn strebt: dem staatilichén Kapitalmonopol, Der neue Akkumlationsprozess begann unter schoinbarer Sogislisierumg des Kapitals. Die orgenische Zusenmonfiigung von Kapital wad Stant ist aber ein Phinomen der kapitalistischen Entwicklung. Gesollechaftlich notwendige, dem Stande der Produktivkraéfte entsprechends Entwicklungen setzen sich durch, selbst Tenn ite 2a ihrer vollroemenen Verwirklichung susachliesslich’ geeigne— ten Erifte, die den historischen Fortschritt reprisentierenden Elassen, Gicser Aufgabe nicht gowachsen sind. Die historisch notwendige Entwick— lung vollzicht sich damn in unvollkormener Weise, getragen von reaktic- niren Klassen. So erlangte Prankreich seine nationale Binheit durch eine Yolks- Zovgiution, wihrend Doutochland infolge der Schriche acines Birgertune 8 Jahre spiter nur zu einer Teillésung seiner netionalen Frage kam, unter Fihrung Prenssens, unter Ausschluss Ossterreiche und nur mit 4 Hilfe eines dynastischen Kriegs. Oder: solange dis atantliche Zerrissen- hedt Europas nicht durch die an Staatsgrenzen uninteressierte Arbeiter— klesse aufgehoten wird, werden inperialiatische Wichte den Versuch deca machen, wie es Dentschiend mehrmals geten hat und wie 6s Russland tut. Die Bemettigung des Widerspriche awischen gomoinschaftlichor Arbeit und individueller Aneignung, dieser Fessol der. Produktivindfte, ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Solenge das Proletariat 7a. einer inhaltlichen Auflésung dieses Widersprachs in der ganzen Welt nicht imstande ist, erbeitet das Kapital selbst daran,-ihn der Form nach anf dem Boden soiner selbst zum Yersohwinden zu bringen. Di Kapital kann sich nicht abachaffen, aber Je mehr os wichst, umso weni— ger vertrigt es seine Spaltung in viele Tedikapitiler. Das Gesetz goi— ner Batricklane erfordert seinen Zusemmenschluss. ‘Solange seine dialek- ftasohe Aufhebing ensbleibt, bleibt seino restlope Vereinigung sein logischer Endpunkt. Aber ea fet zu umfangreich geworden, als des es von einem Individuum vervaltet warden kéntte, Selbst eine nichtatestliche Vereinii mohrérer Individuen. ist nicht mehr michtig genug,-umes zu schiitzen. Es bedarf 2u seiner Weiterexistenz .des Kapitalistischen. Staats. Mit der einhettlichen Verwaltung des nationslen Eapitals, oder seince wichtigaten Tels, hat des Kapital einen Punkt erroioht, an domes der Porm nach den widerspriichlichen Zustand beseitigt, dass der Ertrag der Arbeit der Mehrheit in die Hinde Weniger tiborgeht, doch lisst es diesen Widerspruch seinem Wesen nach beatehn, Die Produktionsinstrumente funktionieren 2wer. nunzehr nach einem einheitlichen Plan, aber nach wie vor fiir die Bereicherung Einiger, noch immer nicht fiir die Wohltahrt Aller. Das Kepitel thuscht Sozialismas vor, bleibt aber Eepital. _ Jo stirker dic Angriffe gegen das Kapital von der kapitalisti— schen Konkurrenz oder vom antikapitalistischen Proletariat, umsomehr vorstarkt sich die dom Kapital inmneseiende Tendenz zu seiner Konzentre- tion und seiner Zentralisierung, Krisen, Kriege, Konterrevolutionon erzeugen. Verstastlichungemassnahmen. So'wie es die Produktionstechnik andauérnd umdlet, verlindert des Kapital stindig seine Struktur und damit die der Gesellschaft. "In seiner imperialistischon Phase fthrt der Kepitaliomis geradenwege zur integralen Vergesellacheftung der Produktion, Er treibt gewissermadsen die Kapitalisten,gegen-ihren Willen und. ihr Bewusstsein, aa einer noun geseliacheftlichen Crdnung, die einen Ushergang darsteiit von der vollen Konkurrenzfretheit cur volien Vergesellachsftung.” ‘ (Cann) 41) si ae Der Stent ist Alter als das Kapital. Das Verhilt- nis von Kapital und Stast hat mit einem gewaltigen Uabergemioht des Stestes ther das Kapital begonnen. Der Staat hat selbst dan Uncehoucr Kapital Srossgenogen von dem er hente verschlungen wird, Des junge Handels- und Industrickepital der frihkapitalist ischen Zeit vordankt sein schnelles Wachstum dem Merkantilismas, dioser histo— risch frihesten Politik der Pérderang des Kepitdls durch’den Steat. Dor absolutistische Staat wollte durch die Bogtnstigung von Wendol ‘und. In dustrie, durch Steuernachlisse, Antizunftgesetze, Uemerbeschalon, Staste+ fabriken, gich selbst bereichern, Wes aber geschah, war, dass das junge Kapital "die Staetsmacht, die konzentrierte und organisierte Gewalt der Gesellschaft” bentitzte, "um den Verwandlungsprozess der feudalen in die +1) Lonin, Imperialism, i. Kapitel. Wie alle folgenden Zitete aus Tening "Imperialismas” aus dem Franztsischon iibersetzt.