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15.02.12

Spionage ein Kinderspiel - Bremen - Lokales - Kreiszeitung

15.02.12 Spionage ein Kinderspiel - Bremen - Lokales - Kreiszeitung

Artikel publiziert am: 05.01.2012 - 03.00 Uhr Artikel gedruckt am: 15.02.2012 - 22.15 Uhr Quelle: http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/bremen/spionage-kinderspiel-1552020.html

TZI-Mitarbeiter eigen, wie leicht sich Daten von Smartphones laden lassen

Spionage ein Kinderspiel

Bremen - Jedes handelsübliche Smartphone lässt sich innerhalb von zwei Minuten über eine der zahlreichen Sicherheitslücken so manipulieren, dass anschließend alle Daten ausgelesen werden können. Der Besitzer kann noch nicht einmal feststellen, ob sein Smartphone befallen ist. Das sagen Mitarbeiter des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) der Uni Bremen. Sie demonstrierten dies sogleich bei einem Vortrag.

Bremen. Sie demonstrierten dies sogleich bei einem Vortrag. © ksy Die „Spione“ Florian Junge (v.l.), Jonas

© ksy

Die „Spione“ Florian Junge (v.l.), Jonas Heer und Marcus Schröder vom TZI.

Das Fazit von Jonas Heer, Florian Junge und Marcus Schröder vom TZI: Spionage über Smartphones ist ein Kinderspiel. Bei einem Vortrag zeigten sie, wie leicht es geht, ein fremdes Handy zu übernehmen. Sicherheitslücken bei Smartphones gibt es viele, und sie vergrößern sich schneller, als die Hersteller mit Sicherheitsupdates nachkommen, sagen Heer, Junge und Schröder. „Infektionen mit Schadsoftware über die USB-

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Schnittstelle oder beim Besuch einer manipulierten Webseite reichen aus.“

Die drei TZI-Mitarbeiter zeigten live an einem

„iPhone“, wie einfach es ist, selbst die sensibelsten Daten abzugreifen. Einfach die Schadsoftware über die USB-Schnittstelle übertragen – und fertig. Der Zugriff erfolgt ihren Angaben zufolge während des Boot-Vorgangs, nutzt eine Sicherheitslücke und hebelt den Passwortschutz aus. Die Schadsoftware greife dann im Hintergrund auf den abgeschlossenen Teil des Geräts zu. Dadurch sei die Spionage für den Besitzer nicht erkennbar und auch nicht durch einen Viren-scanner feststellbar. Anschließend, so die TZI-Experten, seien alle Daten abrufbar. Erschreckend: Der Zugriff, so sagen sie, betrifft alle gespeicherten Informationen wie Adressbuch, E-Mails und die Gesprächslisten. Die eingeschleuste Software sei in der Lage, den aktuellen Bildschirm- inhalt und das GPS-Modul mit den exakten Orts- und Termindaten regelmäßig abzufragen. „Sogar Kamera und Mikrophon können aus der Entfernung jederzeit genutzt werden“, so Junge. „Smartphones sind unabhängig von Hersteller und Betriebssystem mangels ausgereifter Sicherheit relativ einfach zu manipulieren“, bekräftigt er.

Als Sicherheitstipps nennen die Experten vom TZI vor allem, Smartphones nie aus der Hand zu legen und sie nie aus den Augen zu verlieren. Updates sollten immer aktuell eingespielt, es sollte nicht alles „blind“ installiert werden, raten sie zur Vorsicht. Nutzer sollten darauf achten, welche WLANs sie verwenden. Und der heißeste Tipp von ihnen:

„Generell gilt, wo keine Daten anfallen, können auch keine verlorengehen.“ Nun denn. gn

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