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Sitzung der
Stadtverordnetenversammlung Frankfurt (Oder)
27.11.2008

Anträge der Fraktion


DIE LINKE
Antrag des Stadtverordneten Wolfgang Neumann und der
Fraktion DIE LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Ausschussvorsitze

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Die Beschlüsse der konstituierenden Stadtverordnetenversammlung vom 28. Oktober


2008 zum TOP 11 – Ausschussvorsitze - werden aufgehoben.
2. Die Stadtverordnetenversammlung fordert die Fraktionen auf, in einer Konferenz der
Fraktionsvorstände ein einvernehmliches Verfahren zur Vergabe der Ausschussvor-
sitze sowie von Wahlempfehlungen für die stellvertretenden Vorsitze in den Aus-
schüssen auszuhandeln und der 3. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zur
Beschlussfassung vorzulegen.
3. Sollte ein Einvernehmen in den Verhandlungen oder über die Beschlussfassung der
StVV nicht zu erzielen sein, wird der Beschluss der konstituierenden Stadtverordne-
tenversammlung vom 28. Oktober 2008 zu TOP 9 - Veränderung der Geschäftsord-
nung – aufgehoben und die Vergabe der Ausschussvorsitze nach dem Zugriffsverfah-
ren nach de`Hondt entsprechend § 43 Abs. 5 KVerf durchgeführt.

Begründung:

Zur Sicherung der Arbeitsfähigkeit der Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung sollte


zur Heilung der schwebenden Unwirksamkeit der gefassten Beschlüsse, vor allem aber zur
Orientierung der zu erwartenden politischen Auseinandersetzungen auf die in den Aus-
schüssen und der Stadtverordnetenversammlung zu bearbeitenden und entscheidenden
Inhalte, ein mit allen Fraktionen der StVV ausgehandeltes Ergebnis bei der Vergabe der
Ausschussvorsitze angestrebt werden.
Da die Mehrheit zur konstituierenden Stadtverordnetenversammlung mit ihren Anträgen und
ihrem Abstimmverhalten keinerlei inhaltliche Forderung verband, dürfte ein Neuansatz unter
Einschluss der Fraktion DIE LINKE möglich sein.

Wolfgang Neumann Axel Henschke


Stadtverordneter Fraktionsvorsitzender
Antrag der Stadtverordneten Bärbel Teich und der Fraktion
Die LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Budget für Ortsteile und Stadtteilkonferenzen

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Oberbürgermeister für die Aufstellung des


Entwurfes des Haushaltsplanes zur Haushaltssatzung für die Haushaltsjahre ab 2009 folgende
Haushaltsansätze vorzusehen:

1. Den Ortsbeiräten und Stadtteilkonferenzen wird je Einwohner ein eigenverantwortliches


Budget in Höhe von 3,00 EUR je Einwohner/Jahr zur Verfügung gestellt.
2. Zur Finanzierung der Mittel für die Budgets nach Nr. 1 wird das Budget der Beteiligungs-
steuerung (HHST 80000.65500) um den entsprechenden Betrag gekürzt.

Begründung:
Die Stadtverordnetenversammlung beschließt den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung,
deren Entwurf der OB aufzustellen hat. Die vg. Beschluß stellt eine Selbstbindung der StVV dar
und ist durch den OB bei der Vorlage des Haushaltsentwurfs zu berücksichtigen.

Seit Jahren wird immer wieder eine Zurverfügungstellung von fixen Mitteln i.S. eines Budgets
für die Ortsteile und die Stadtteilkonferenzen debattiert und in Aussicht gestellt. Im letzten
Kommunalwahlkampf finden sich auch in allen Wahlprogramm Aussagen zur Stärkung der
Ortsteile und der Stadtgebiete, so daß über das Anliegen offensichtlich auch ein Grundkonsens
besteht.

Die Deckung der damit verbundenen Mehrausgaben erfolgt aus der angegebenen Haushalts-
stelle. Diese ist offensichtlich überdeckt: Aus dieser HHST wurde in 2008 durch den OB – ge-
gen den Willen der StVV und des Fachausschusses – u.a. das Gutachten zur Bildung einer
Orchester GmbH finanziert. Diese Mittelausgabe ist überflüssig und kann daher ohne weiteres
anderweitig verfügt werden, eine Mehrbelastung für den Haushalt ist damit nicht verbunden.

Bärbel Teich Axel Henschke


Stadtverordnete Fraktionsvorsitzender
Antrag der Fraktion DIE LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Gesellschafteranweisung FWA

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Stadtverordnetenversammlung erteilt dem Oberbürgermeister als Vertreter der Stadt Frank-
furt (Oder) in der Gesellschafterversammlung der FWA die Weisung:

1. In der Gesellschafterversammlung der FWA stimmt die Stadt Frankfurt (Oder) bis zu ei-
ner gegenteiligen Anweisung für eine Fortsetzung der Gewinnthesaurierung und gegen
eine Gewinnausschüttung für den Zeitraum 2009 bis 2013. Der Oberbürgermeister hat
dementsprechend abzustimmen.

2. Die Gesellschafteranordnung gegenüber der Geschäftsführung der FWA vom


20.08./17.09.2008 zur Beendigung der Gewinnthesaurierung und der Gewinnausschüt-
tung ab 2009 bis 2013 und für eine Gewinnausschüttung in Höhe von 500 TEUR für
2009 wird zurückgenommen. Es bleibt bei der Gewinnthesaurierung. Der Oberbürger-
meister hat dementsprechend abzustimmen.

3. Statt der für das Jahr 2009 vorgesehenen und auf der gemeinsamen Sitzung von Auf-
sichtsrat und Gesellschafterversammlung am 14.10.2008 beschlossenen Ausschüttung
von 500 TEUR wird der Oberbürgermeister der Geschäftsführung der FWA die Gesell-
schafteranweisung erteilen, die Entgelte für die Abwasserentsorgung im Erhebungszeit-
raum 2009 insgesamt um den Betrag von 500 TEUR bzw. den entsprechenden Entgelt-
satz (Betrag je m³) zu senken.

Begründung:
Der Antragsinhalt begründet sich aus den gegenteiligen Anweisungen des OB an die Ge-
schäftsführung der FWA aus den o.g. Schreiben. Die StVV kann dem OB als Vertreter der Stadt
in den Gesellschaftsorganen, hier der Gesellschafterversammlung, jederzeit Weisungen ertei-
len, § 97 Abs. 1 S. 6 BbgKVerf.

Die vom OB geforderte Abkehr von der Gewinnthesaurierung und der Ausschüttungen aus der
FWA hat erhebliche negative Folgen für die Bevölkerung, für die Stadt und letztlich auch für die
Gesellschaft selbst. Durch die alternativen Planungen der FWA (bereits vorgelegt zur Gesell-
schafterversammlung vom 19.06.2008) wurde festgestellt, daß die Gesellschaft diese Ausschüt-
tungen nur durch Entgelterhöhungen und eine weitere erhebliche Kreditaufnahme vornehmen
kann, die aber wiederum zu Zinsbelastungen und Entgelterhöhungen führen werden. Frankfurt
(Oder) würde damit zum teuersten Anbieter von Wasser/Abwasser in der gesamten Region.
Ferner sind auf die Ausschüttungen Körperschafts- u.a. Steuern von über 30 % zusätzlich von
der Gesellschaft abzuführen, die nochmals zu Kredit- und Zinsbelastungen führen. Die Fremd-
kapitalquote der Gesellschaft steigt auf deutlich über 80 %, eine zusätzliche Neukreditaufnahme
allein für 2009 von 2 MioEUR ist notwendig, um das erforderliche Niveau für Instandhaltungen
und Reinvestitionen halten zu können; diese Entwicklung setzt sich in den Jahren fort, bsplw.
steigt der jährliche Kreditmehrbedarf bis 2017 auf 4,1 MioEUR, bis 2021 sogar auf 4,5 MioEUR.

Der Werteverzehr in der Gesellschaft beträgt bis 2023 durch die Ausschüttungen 72,5 MioEUR,
ab 2033 kann die FWA den Zinsdienst nicht mehr bedienen. Die Tilgung der bereits 1999 durch
die Forfaitierung aus der Gesellschaft gezogenen 50 MioDM wäre bei Beibehaltung der The-
saurierung bis 2030 abgeschlossen, statt dessen käme bei der Ausschüttung allein bis 2023
eine jährliche Zinsbelastung von 2.595.700 EUR hinzu.
Für die bereits angeordnete Ausschüttung von 500 TEUR ist dieser Betrag den Entgeltzahlern
durch eine entsprechende anteilige Senkung des m³-Entgeltes zurückzugeben und nicht zu
verkonsumieren. Neben der damit verbundenen Erfüllung der gesetzlichen Vorschrift, Überde-
ckungen innerhalb von einem Jahr zugunsten der Bürger auszugleichen, verwirklicht die Stadt
damit die in ihren Wirtschaftkonzeptionen bereits seit Jahren enthaltenen Ankündigungen zur
Entgeltsenkung als Akt der Wirtschaftsförderung.

Vor dem Hintergrund der Senkungen der Entgelte bei den Aufgabenträgern im Umland von
Frankfurt (Oder) – die Zweckverbände in Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde und Lebus senken
zum 01.01.2008 – ist es ein Standortnachteil und eine Überbelastung unserer Bürger, auf eine
solche Senkung zu verzichten, zumal die wg. der Gewinnsituation dringend geboten ist und die
Aufgabenträger im Umland (z.B. in Fürstenwalde) heute bereits deutlich billiger als Frankfurt
(Oder) Wasser liefern und Abwasser entsorgen.

Im Übrigen hat die Sicherung der Preisstabilität für 2009 und die Folgejahre absolute Priorität
und verbietet eine Ausschüttung, die auch noch durch negative Steuereffekte die Gesellschaft
weiter belastet.

Axel Henschke
Fraktionsvorsitzender

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Antrag der Stadtverordneten Sandra Seifert und der Frak-
tion DIE LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Seniorenbeirat – Aufnahme in die Hauptsatzung

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Die Stadtverordnetenversammlung anerkennt die engagierte Arbeit des Frankfurter


Seniorenbeirates und spricht sich für die Aufnahme des Seniorenbeirates in die
Hauptsatzung der Stadt Frankfurt (Oder) aus.
2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, der Stadtverordnetenversammlung zu ihrer
ersten Sitzung im Jahr 2009 einen entsprechenden Vorschlag zur Änderung der
Hauptsatzung der Stadt Frankfurt (Oder) zur Diskussion und Beschlussfassung vor-
zulegen.

Begründung:

Der Seniorenbeirat in unserer Stadt feierte jüngst sein 15-jähriges Bestehen. In diesen vielen
Jahren war der Beirat stets engagierter und auch streitbarer Partner, der die Interessen vie-
ler Seniorinnen und Senioren in Frankfurt (Oder) artikuliert und vertritt. Die breite Veranke-
rung des Beirates in der insbesondere älteren Bevölkerung wird nicht zuletzt über ihre 17
Mitgliedsvereine und -verbände deutlich.
Durch die Aufnahme in die Hauptsatzung würde diesem engagierten Wirken insofern Rech-
nung getragen, als dass der Seniorenbeirat statuarisch festgeschriebene Mitsprache- und
Mitwirkungsrechte im Sinne der Belange älterer Frankfurterinnen und Frankfurter zuerkannt
erhält.

Sandra Seifert Axel Henschke


Stadtverordnete Fraktionsvorsitzender
Antrag der Stadtverordneten Annelie Böttcher und der Frak-
tion Die LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Einführung von Sozialtarifen bei städtischen Versorgern

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Die Stadtverordnetenversammlung weist den Oberbürgermeister als Vertreter der Stadt


in der Gesellschafterversammlung der FDH GmbH an, der Geschäftsführung der FDH
GmbH die Gesellschafterweisung zu erteilen, mittels Anweisung an die Geschäftsfüh-
rung der Stadtwerke Frankfurt (Oder) GmbH die Einführung von Sozialtarifen für die
Entgelte der Versorgung mit Gas, Fernwärme und Elektroenergie der Stadtwerke Frank-
furt (Oder) GmbH mit Wirkung zum 01.04.2009 im Versorgungsgebiet durchzusetzen.
2. Die Stadtverordnetenversammlung ist in den Sitzungen vom 12.02.2009 und vom
02.04.2009 über die Umsetzung und die Höhe der eingeführten Sozialtarife zu informie-
ren.

Begründung:
Die Stadtverordnetenversammlung kann dem OB als Vertreter der Stadt in der Gesellschafter-
versammlung gem. § 97 Abs. 1 S. 6 BbgKVerf Weisungen erteilen. Hiervon macht die StVV
Gebrauch.

Durch den starken Anstieg der Entgelte des städtischen Versorgers sind viele Frankfurter in
erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, die ihre gleichberechtigte und menschen-
würdige Partizipation an den Versorgungsleistungen gefährdet. Zudem steht eine weitere Erhö-
hung der Entgelte an, was zugleich eine Spirale geringerer Inanspruchnahme und noch höherer
Mengenentgelte bedingt.

Die Belastungen treffen Mieter und Eigentümer gleichermaßen, die Stadt wird über die notwen-
digen Sozialleistungen zur Refinanzierung dieser Entgelte ebenfalls mit belastet. Zur Minderung
dieser allseitigen Belastung, vor allem der wirtschaftlichen Schwachen und damit zugleich zur
Entlastung der Bürger wie auch des Stadthaushaltes und nicht zuletzt zur Förderung des sozia-
les Friedens in unserer Stadt, ist die bereits durch die großen Monopolversorger in der Bundes-
republik begonnene Einführung von Sozialtarifen aufzunehmen und in Frankfurt (Oder) eben-
falls nunmehr durchzusetzen.

Annelie Böttcher Axel Henschke


Stadtverordnete Fraktionsvorsitzender
Antrag des Stadtverordneten Jörg Gleisenstein (Bünd-
nis90/Die Grünen) und der Fraktion DIE LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Transparenz der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung erhöhen


– Arbeit der Stadtverordneten und der Sachkundigen Einwohner erleichtern

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Der Oberbürgermeister hat dafür Sorge zu tragen, dass alle Vorlagen zum öffentli-
chen Teil der Stadtverordnetenversammlung und der Ausschüsse den Stadtverordne-
ten und den sachkundigen Einwohnerinnen und Einwohnern ab sofort nicht nur in
gedruckter Form zugänglich gemacht werden, sondern gleichzeitig in geeigneter digi-
taler Form (z.B. im pdf-Format) über die Internetseite der Stadt veröffentlicht werden.
2. Sobald eine geeignete Seite auf der Homepage der Stadt für die Veröffentlichung der
Vorlagen festgelegt wurde, sind die Abgeordneten und Sachkundigen Einwohnerin-
nen und Einwohner hierüber unverzüglich zu informieren. Dieses Angebot ist außer-
dem auf den üblichen Wegen öffentlich bekannt zu machen.

Begründung:

Schon seit längerem wird über die Einführung eines umfassen „Ratsinformationssystems“
geredet – passiert ist bisher nichts. In Frankfurt (Oder) gibt es bisher für die Stadtverordne-
ten und die Sachkundigen Einwohnerinnen und Einwohner die Unterlagen zur Stadtverord-
netenversammlung und ihre Ausschüsse nur in gedruckter Form.
Dabei ist es überhaupt kein Problem, die Vorlagen, die in der Regel in der Verwaltung in digi-
taler Form vorliegen, über die Homepage der Stadt digital zum Herunterladen bereitzustel-
len. Die Verwaltung kann diese Dateien genauso bereitstellen, wie auch schon jetzt viele
andere Anträge und Informationsblätter online angeboten werden.
Davon können die Stadtverordneten und Sachkundigen Einwohnerinnen und Einwohner pro-
fitieren, die sich zur Vorbereitung ihrer Sitzungen nicht mehr durch Berge von Papier wälzen
müssen, sondern die Vorlagen Zuhause oder unterwegs auf ihrem Computer oder Laptop
lesen können.
Davon profitieren aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich so ein genaueres
Bild von der Arbeit ihrer Abgeordneten machen können und die Möglichkeit bekommen, sich
auch inhaltlich genauer zu informieren. Hierdurch wird die Bürgerbeteiligung verbessert und
gestärkt.
Funktional für alle Nutzerinnen und Nutzer wäre es, wenn es für die Vorlagen eine feste
Internetadresse (z.B. www.frankfurt-oder.de/data/stvv/vorlagen.htm) gäbe, wie sie z.B. für
das Sanierungsgebiet ehemalige Altstadt existiert – ansonsten ist die Struktur der Homepage
ja eher unübersichtlich.

Jörg Gleisenstein Axel Henschke


Stadtverordneter Fraktionsvorsitzender
Antrag des Stadtverordneten Jörg Gleisenstein (Bündnis90/Die
Grünen) und der Fraktion DIE LINKE
2. Stadtverordnetenversammlung am 27.11.2008

Betreff: Erweiterung der Möglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger


der Stadt Frankfurt (Oder), sich in die Listen für das Volksbegehren „Keine neuen
Tagebaue“ einzutragen

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Um besonders Bürgerinnen und Bürgern, die außerhalb von Frankfurt (Oder) arbeiten oder
studieren, die Möglichkeit zur Teilnahme am Volksbegehren „Keine neuen Tagebaue“ zu
geben, wird die Abstimmungsbehörde gebeten, die Öffnungszeiten des Bürgerbüros an
bestimmten Tagen entsprechend zu erweitern.
2. Zugleich ergeht an den Oberbürgermeister die Bitte, dafür Sorge zu tragen, dass die
Eintragungslisten zur Unterstützung des Volksbegehrens auch außerhalb des Bürgeramtes
ausliegen.
Es ist sicher zu stellen, dass in jedem Ortsteil der Stadt Frankfurt (Oder) während der
Eintragungsfrist mindestens einmal die Möglichkeit zur Eintragung in die Listen für das
Volksbegehren besteht.
Soweit die regelmäßigen Sprechstunden des/der Ortsteilbürgermeister/innen zu günstigen
Zeiten durchgeführt werden, können sie hierfür entsprechend genutzt werden. Ansonsten
sind spezielle Termine festzulegen, die insbesondere jenen Stimmberechtigten, die
außerhalb des Ortsteils arbeiten oder studieren oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind,
die Wahrnehmung ihres verfassungsmäßigen Rechts sichern.
3. Orte und Zeiten, an denen die Möglichkeit besteht, sich in die Listen für das Volksbegehren
einzutragen, sind ortsüblich bekannt zu machen. Die lokalen Medien sind hierüber
ebenfalls entsprechend zu informieren.

Begründung:

Gem. § 3 Abs.2 des Gesetzes über das Verfahren bei Volksinitiative, Volksbegehren und
Volksentscheid sind die Bürgermeister der amtsfreien Gemeinden, der geschäftsführenden
Gemeinden, der Amtsdirektor und der Oberbürgermeister die Abstimmungsbehörden zur
Durchführung des Volksbegehrens. Sie bestimmen die Orte, an denen die Eintragungslisten für
das Volksbegehren ausgelegt werden und haben diese auch bekannt zu geben (§ 14 Abs. 3).
Das Recht auf Teilnahme an Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheid ist ein in
Brandenburg verfassungsrechtlich geschütztes Recht.
Für viele Bürgerinnen und Bürger sind die Wege zum zuständigen Bürgeramt jedoch weit und zu
dessen Sprechzeiten mindestens erschwert, insbesondere dann, wenn sie in einem Ortsteil
wohnen, wegen Ausbildung, Studium und Berufstätigkeit tagsüber die Stadt Frankfurt (Oder)
verlassen (müssen).
Um es dennoch möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Frankfurt (Oder) zu
ermöglichen, sich in die Listen des Volksbegehrens einzutragen, wird die Verwaltung aufgefordert,
Öffnungszeiten zu erweitern und dezentrale Eintragungsmöglichkeiten zu schaffen.

Jörg Gleisenstein Axel Henschke


Stadtverordneter Fraktionsvorsitzender