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Szenenanalyse- Garten

Die Szene Gartenaus Faust Der Tragödie erster Teil, von Johann Wolfgang Goethe, thematisiert die Liebe und die Partnerschaft.

Dieser Szene geht die Szene Der Nachbarin Hausvoraus, denn in dieser spricht Mephisto zu Martha und Margarete um diese zu einem Treffen zu bewegen. Denn Mephisto hat die Aufgabe Faust die Liebe zu zeigen, nach der er sich sehnt. Da Faust sich in Margarete verliebt hat, arrangiert Mephisto dieses Treffen, um Faust mit Margarete zu verkuppeln. Auch schmeichelt Mephisto Martha, die dies sichtlich genießt.

Die Szene Gartenlässt sich in zwei Abschnitte einteilen. Zum einen der Dialog zwischen Faust und Margarete, zum anderen der Dialog zwischen Mephisto und Martha. Die beiden Gespräche sind ebenfalls dialogartig in der Szene angeordnet.

In dem Gespräch zwischen Faust und Margarete geht es um eine Beziehung zwischen den beiden, da beide einander zugetan sind. Doch schon zu Beginn des Gespräches äußert Margarete ihre Bedenken: „Ich weiß zu gut, dass solch erfahrnen Mann, Mein arm Gespräch nicht unterhalten kann(V.3077ff.). Es wird deutlich, dass sie Angst hat Faust zu langweilen. Sie ist nicht so gebildet wie Faust und daher kann sie mit ihm keine intellektuellen Unterhaltungen führen. Doch Faust sagt, es sei ihm egal, denn „ein Blick“ und „ein Wort(V.3079) unterhalte ihn mehr, als „alle Weisheit dieser Welt(V.3080), damit spricht er indirekt schon seine Zuneigung aus, doch Margarete lässt sich nicht von dem Glauben abbringen, sie hätte ihn nicht verdient, zumal Faust viele andere Frauen haben könne, die „verständiger“ (V.3100) , also klüger seien als sie. Doch Faust entgegnet ihr, dass die klüger erscheinenden Frauen oftmals nur eitel und kurzsinnig seien und bezeichnet sie als die Unschuldin Person (vgl. V. 3103ff.). Aufgrund dieses Komplimentes erzählt Margarete Faust von ihrem harten und anstrengenden Alltag und von ihrer Schwester, die sie wie ihre eigene Tochter aufziehen musste. Faust geht sehr emotional auf Margarete ein, indem er das von ihr geliebte Kind und damit auch Margarete selbst als Engel bezeichnet (vgl. V. 3124). Mit diesem Kompliment hat er Margarete endgültig von sich überzeugt, woraufhin sie die Blütenblätter einer Blume abzupft und dabei sagt: Er liebt mich nicht- liebt mich- nicht-(V.3186). Beim letzten Blütenblatt ist sie bei „er liebt mich“ (V.3188), diese Gelegenheit nutzt Faust um ihr seine ewige Liebe zu gestehen. Damit endet das Gespräch. Dieses Ende ist sehr fröhlich, denn Margarete und Faust sind übereingekommen und haben beide das bekommen was sie wollte, nämlich die Liebe des anderen.

Das Gespräch zwischen Mephisto und Martha verläuft anders, dennoch gibt es Parallelen. Zuerst unterhalten sich die beiden über die Reisen von Mephisto, denn er erzählte Martha, er sei ein Händler. Danach gibt es eine Wendung im Gespräch, denn Martha sagt Die armen Weiber sind doch übel dran: Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren(V.3149ff.) Sie meint damit, dass es für eine Frau schwer sei eine Beziehung mit Mephisto aufzubauen und gibt damit indirekt ihr Interesse an Mephisto preis. Mephisto merkt dies und geht darauf ein, indem er ihr anbietet ihn eines Bessern zu belehren(V.3153). Er flirtet mit ihr, gibt an Interesse an ihr zu haben, doch als sie ihn fragt, ob er denn schon eine Frau habe, weicht er aus und gibt ihr indirekt einen Korb. Mit der Feststellung, dass Faust und Margarete zusammengekommen sind, beenden die beiden ihr Gespräch. Dieses Ende ist weniger fröhlich, denn Mephisto hat Martha vorgespielt sie zu mögen, woraufhin sie sehr glücklich war. Doch der Korb am Ende hat sie, wegen der Hoffnung bevor, sehr unglücklich gemacht. Sie ist gekränkt und hat nicht das bekommen was sie wollte. Mephisto hat lediglich mit ihr gespielt.

Die beiden Gespräche stehen im Gegensatz zueinander. Dies sieht man am Ausgang der Dialoge. Faust und Margarete sind sehr glücklich und einander zugetan. Sie hatten beide Interesse aneinander. Bei Martha und Mephisto geht das Interesse allerdings nur von Martha aus. Mephisto spielt ihr was vor, schmeichelt ihr, nur um sie am Ende noch mehr zu kränken. Mephisto hatte von vornherein im Sinn mit ihr zu spielen. Hier zeigt sich wieder, dass Mephisto ein böser Geist, der Teufel selbst ist. Er hat Spaß daran anderen Schaden zu zufügen und hat Martha von vornherein angelogen.

Diese Szene ist sehr wichtig für die weitere Handlung, da Faust hier mit Margarete zusammenkommt. Sie zeigte außerdem noch einmal Mephistos Charakter und seine nicht vorhandene Fähigkeit Liebe zu verspüren, im Gegensatz zu Faust.