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Broschuere Inkusion Kita

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Jugendhilfe und Sozialarbeit

Anja Dilk, André Dupuis

Auf dem Weg zu einer inklusiven Kindertagesstätte
Berichte aus und für die pädagogische Praxis

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Auf dem Weg zu einer inklusiven Kindertagesstätte

Berichte aus und für die pädagogische Praxis
Inhalt Norbert Hocke Vorwort Anja Dilk Mit dem Index auf dem Weg – Portrait der Kita Zwergennest in Stuttgart André Dupuis Der Index für Inklusion: Das Handbuch für die Entwicklung zur inklusiven Kindertageseinrichtung 3

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Die Autoren Norbert Hocke Leiter des Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit im Geschäftsführenden Vorstand der GEW Anja Dilk Berliner Journalistin & Korrespondentin André Dupuis Fortbildungsdozent und Fachberater, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Sozialpädagogische Berufe der GEW

aber auch auf einiges was sie verbessern konnten. Die Kindertagesstätte Zwergennest. was sie bereits machen. zz Hunderte von Kindertagesstätten fördern jedes einzelne Kind in seiner Einzigartigkeit. Inklusion ist auch das Fundament von Werten und Haltungen. eine Einrichtung für unter dreijährige Kinder in Stuttgart. unter dem sich die verschiedenen Ansätze vereinen.Vorwort „Jetzt auch noch Inklusion – wie sollen wir das alles schaffen?“ Inklusion ist keine Aufgabe. Spiel. eine Methode. zz Hunderte von Kindertagesstätten realisieren geschlechtersensible Pädagogik. mit der das alles zusammengehalten wird. zz Hunderte von Kindertagesstätten sind dem Konzept der vorurteilsbewussten Erziehung verpflichtet. zz Hunderte von Kindertagesstätten praktizieren das Konzept der Integration. 3 . ein Thema. Bei Inklusion geht es ums Ganze. Die Erzieherinnen sind auf vieles gestoßen. sich mit dem „Index für Inklusion“ weiterzuentwickeln. hat sich mit Unterstützung der GEW daran gemacht. es ist die Klammer. zz Hunderte von Kindertagesstätten achten die kulturelle Vielfalt der Kinder. Es geht darum – und so heißt auch der Untertitel des von der GEW in deutscher Sprache herausgegebenen „Index für Inklusion“ -. Lernen und Partizipation in der inklusiven Kindertageseinrichtung zu entwickeln. Inklusion ist das Dach. Sie haben eine Menge Anregungen bekommen. Nicht um eine Aufgabe. die Erzieherinnen und Erziehern zusätzlich zu allen anderen gestellt wird. die neben den vielen anderen steht. der gemeinsamen Erziehung und Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung.

freiberuflicher Fortbildner mit Schwerpunkt Inklusion und Vorsitzender der GEW-Bundesfachgruppe Sozialpädagogische Berufe hat die Entwicklung des Teams über zwei Jahre begleitet. dass Sie daraus Anregungen für Ihre Praxis bekommen. Ihr Bericht gibt Einblicke in das Konzept und den Alltag.Die Journalistin Anja Dilk hat die Erzieherinnen und Kinder besucht und „mit neugierigem Blick“ einen Tag mit ihnen verbracht. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und hoffe. Er gibt Hinweise für den Umgang mit dem von der GEW in deutscher Sprache herausgegebenen „Index für Inklusion“. Norbert Hocke Leiter des Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit im Geschäftsführenden Vorstand der GEW 4 . André Dupuis. Inklusion anzupacken. Und er macht Mut.

der Stadtteil schläft. es ist sein 5 . wie in einer richtigen Familie“.Anja Dilk Mit dem Index auf dem Weg – Portrait der Kita Zwergennest in Stuttgart In der Küche duftet es nach Orangensaft. In der Kita Zwergennest gibt es weder Morgenkreis noch feste Anfangszeiten. „Die Kinder sollen sich hier wohlfühlen. weil er deine Sachen toll findet. der Vitus guckt so. Vitus und Jon mit Ursula wohlfühlen. Er ist heute furchtbar aufgeregt. wonach ihnen gerade ist. Jon. Ab und an dringt das Rattern der S-Bahn über die Siedlung am Hausenring. erläutert Müller. „Beim offenen Frühstück haben wir Ruhe und können jedem Einzelnen besser gerecht werden.„Die Kinder sollen sich hier gennest sitzen Noah. braunen Augen. Sollen ihren eigenen Rhythmus finden. acht Uhr. Mit leisem Knacken macht Noah seine Klickbox auf und greift sich eine Stulle. Beim Bäcker Bofinger gegenüber von Nummer 36 brennt schon Licht. „Wir wollen die Kinder nicht in denselben Takt zwingen“. Auf die Erzieher. ein Schluck Fruchtsaft? Ihren Blick öffnen für die Bedürfnisse der anderen. Seine Mutter balanciert einen großen Apfelkuchen auf der einen Hand. sagt Erzieherin Müller. Ankommen und entdecken. Draußen ist es noch dunkel. an die andere klammert sich der kleine Junge mit den großen. Wie es Jon gerade getan hat. Porzellanteller und Gläser stehen in der Mitte.“ Der Zweijährige bricht eine Knabberstange durch und reicht sie Vitus. die Karotten-. Langsam stemmt Ali die Tür auf. wie in einer richtigen Familie.und Kohlrabistücke sind liebevoll auf einem Tablett arrangiert. Brot und frisch geschnippelten Gurkensticks. Gurken. „Du. Sie dürfen sich so viel Zeit für das Frühstück nehmen.“ Die Ruhe überträgt sich. In der Kita Zwer. Vitus ruckelt auf seinem Stühlchen nach vorn und schaut in die Frühstücksbox von Jon. wie sie brauchen. die Kinder. Dienstagmorgen. die Eltern. Karaffen mit Tee und Wasser. Vielleicht doch mal ein Stückchen Kohlrabi. Welch leckere Knabberstangen. die ihre Kleinen hierher bringen.“ Müller am Frühstückstisch. Ursula Müller lächelt.

zwei Jahre sind Sie jetzt Mutter. „Ein fürchterliches Tohuwabohu“. „Vor allem. Kein Schreien und Quietschen. die festen Essenszeiten in flexible Einheiten zu verwandeln. Frau Celik nickt und lächelt und streicht ihr Kopftuch glatt. Obwohl Vitus und Jon jetzt zum großen Spielraum stürmen. An die Küchenzeile gelehnt.“ 6 . bis nachher“. um ideale Bedingungen zu schaffen. Obwohl gerade die nächsten Kinder. ruft ihre Mutter und verschwindet durch die Eingangstür. lachend schüttelt Ursula Müllers Kollegin Petra Ritter ihre Hand. Den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden – wie sollte das gehen? „Damit waren wir ziemlich unzufrieden. Es ist ruhig. beobachtet die Erzieherin einen Moment lang die Kinder in der Frühstücksrunde. Sie können sich heute nicht recht von ihrer Mutter trennen. Petra Ritter ist guter Stimmung an diesem kalten Morgen.zweiter Geburtstag. sagt Ritter und schon saust Ali den Gang entlang. erinnert sich Ritter.“ Heute ist das anders: Die Kita Zwergennest hat einiges in seiner Struktur umgestrickt. geht noch mit?“ Mama geht noch mit?“ Leo tappt voran. „Wollt ihr mit mir Frühstücken kommen. herzlichen Glückwunsch“. „Tschüss. Wenige Minuten später haben die Zwillinge ihre Abschiedsangst vergessen. Mama ben. Es war einen gute Entscheidung. die Zwillinge Noah Linus und Leo eingetroffen sind. Ritter kniet sich danestücken kommen. wo alle Kitakinder um 11. „Frau Celik. erstaunlich ruhig. Auch beim Mittagessen funktioniert das viel besser als früher. wie festgewachsen klebt „Wollt ihr mit mir Früh­ Leo auf ihrem Schoß. kein Poltern und Lärmen. die Mutter und Noah Linus hinterher. herzlichen Glückwunsch Ali“. Obwohl gerade der Essensdienst den Mittagstisch durch den Gang schiebt. damit alle Kinder ihre Möglichkeiten optimal entwickeln können – in einer „inklusiven Einrichtung.30 Uhr an einer Tafel zusammenkamen.

darunter das Hereinnehmen eines Kindes in ein bestehendes System zu verstehen. als auch die Gemeinsamkeiten aller Kinder in den Blick. „Bei Inklusion geht es darum. an dem.“ Inklusion nimmt dabei sowohl die Unterschiede. „speziellen Bedürfnissen“ innerhalb einer Re. Während „Integration“ Kindern mit Behinderungen und „Bei Inklusion geht es darum. geht Inklusion einen Schritt weiter. Dieser Index ist eine Art Fahrplan. sagt der Pädagoge Tony Booth. Lernen und Partizipation für alle Kinder auf ein Minimum zu reduzieren“. was es tut.Inklusion meint alle Inklusion beschreibt eine Erziehung. hat Inklusionsspezialist Tony Booth mit seinen Kollegen vom Centre for Studies in Inclusive Education (CSIE) in einem „Index für Inklusion“ ausgearbeitet. geht Inklusion davon aus. Lernen und der Zusammenarbeit mit anderen ermöglichen will. ohne das System substanziell zu verändern. wenn sie Inklusion in ihrer Organisation leben möchten: Was gibt es bei uns bereits. für alle Kinder auf ein Minimum zu geleinrichtung so gut es geht gerecht werden reduzieren“ will. woran hakt es. Es ist die konsequente Fortführung von Integration. Tageseinrichtungen..“ Wie das gehen kann. an dem sich Einrichtungen entlanghangeln können. die allen Beteiligten in Kitas. Schulen. dass die Realisierung des Rechts aller Kinder auf gemeinsame Bildung und Erziehung nur durch einen umfassenden Reformprozess zu realisieren ist. Es soll mitsprechen können. ein Orientierungsraster.alle Barrieren .. Der Pädagoge André Dupuis beschreibt es so: „Während der Begriff ‚Integration‘ nahelegt. wie können wir das umsetzen? 7 . was wollen wir verändern. Professor für inklusive und internationale Bildung an der Universität Canterbury in Großbritannien. alle Barrieren für Spiel. Krabbelstuben oder Familienstätten eine möglichst große Teilhabe am Spielen. akzeptiert und wertgeschätzt werden. „Jedes Kind soll um seiner selbst Willen wahrgenommen.

Lernen und Partizipation gibt es bei uns? 8 . Damit können sie ihre Einrichtung systematisch überprüfen. wo können wir noch verbessern? Welche Barrieren für Spiel. Als André Dupuis auf einer GEW-Fortbildung einen Vortrag über Inklusion hielt. dass sie allen Kindern beim Lernen helfen?“ „Werden die Gruppen im Laufe des Tages verändert. Was haben wir schon. Er gibt Erzieherinnen und Erziehern ein feingliedriges Netz von Indikatoren mit einem ausführlichen Fragenkatalog an die Hand. damit die Kinder mit Beeinträchtigungen die Geräte bei praktischen Aktivitäten auch benutzen können?“ Schritt für Schritt mit dem Index Heike Pöckelmann hat dieser Ansatz sofort überzeugt. dass jedes Kind seinen Platz darin findet.“ Pöckelmann setzte den Index für Inklusion auf die Tagesordnung bei der nächsten Teambesprechung: „Das müsste die Grundlage für unsere pädagogische Arbeit sein. „Bei der Planung der Zum Beispiel heißt in der „Dimension C Inklusive Aktivitäten wird an alle Praxis – Spiel und Lernen gestalten“ der Indikator Kinder gedacht. B. egal. die Anregungen für die Reflexion geben. C Inklusive Praxis entwickeln.: „Sind die Aktivitäten so konzipiert. dass eine Einrichtung von vornherein so angelegt sein soll. welche Bedürfnisse es hat. um den sozialen Zusammenhalt beispielsweise zwischen ethnischen Gruppen zu stärken?“ „Planen die Erzieherinnen zusätzliche Zeit ein. B inklusive Leitlinien etablieren. Gemeinsam nahm sich das Team den Index zur Hand und stellte die Einrichtung Punkt für Punkt auf den Prüfstand. war die Leiterin der Kita Zwergennest und des benachbarten Kindergartens beeindruckt: „Ich fand es sehr überzeugend.Der Index umfasst dabei drei Dimensionen: A Inklusive Kulturen entfalten. was meint ihr?“ Die Kolleginnen zogen mit.“ 1: „Bei der Planung der Aktivitäten wird an alle Kinder gedacht.“ Darunter folgen 14 Fragen. wie z.

tsch“ schiebt der Dreijährige den kleinen Zug über die Schienen. es entspricht schließlich von Herzen unserer Grundhaltung. merkten wir: willkommen fühlen. um neue Kinder und Mitarbeiter willkommen zu heißen? Waren Dolmetscher für Gebärdensprache und andere Erstsprachen bei Bedarf verfügbar? Und wer ist eigentlich jeder? Eltern. Ein paar Menschen kamen. Auch andere grüßen plötzlich beim Vorbeilaufen. schon ist ein öffentlicher Spielraum für Eltern. um die verschiedenen Bevölkerungsgruppen – die alteingesessen Familien mit Mitgrationshintergrund und die wachsende Mittelschicht – zusammenzuführen. Mit leisem „Tsch.“ Das Team verteilte Flyer bei den Nachbarn: Kommen Sie doch mal vorbei. „Da hast du ja eine ganze Strecke 9 . die vorbeischaut? Kennen uns die Menschen im Stadtteil überhaupt? „Plötzlich hatten wir lange Diskussionen. Doch „Jeder soll sich als wir den Index genau durchgingen. Raum geben Im großen Raum am Ende des Ganges. geplant.“ Denn wurde die Grundhaltung der Kita nach außen überhaupt deutlich genug? Gab es positive Rituale. tsch. zwei ältere schauen jetzt regelmäßig vorbei. gleich neben der Küche. Indikator 1: „Jeder soll sich willkommen fühlen. sind Vitus und Daniele ins Spiel vertieft. da können wir noch einiges verbessern. Als Nächstes steht die Stadtteilarbeit auf dem Programm. Verwandte oder auch die Nachbarin aus dem Haus. deren Kinder nicht in der Kita sind. Daniele hat eine lange.Zum Beispiel in der Dimension „Inklusive Kulturen entfalten“.“ Pöckelmann: „Natürlich dachten wir: Das ist bei uns längst so. verschlungene Holzbahnstrecke aufgebaut. Gleichzeitig möchte Pöckelmann den Austausch mit den anderen Einrichtungen im Stadtteil ausbauen.“ hoppla. Vitus malt mit dicken bunten Stiften in der Malecke.

macht er sich die Hose nass“. sagt Ritter. Daniele hat seine Bahn wieder aufgeräumt und sagt lachend zu Ritter: „Aufderäumt. Dann geht er eben auf Petra Ritters Schoß und spielt Hoppe-hoppe-Reiter. Die Erzieherinnen geben Beschäftigungen“.“ Noah gluckst. sagt Erzieherin Barbara Killer anerkennend. Sie gehen nicht aktiv auf die Kinder zu. Daneben ist der Experimentierbereich. „Fällt er in das grüne Gras. Dort gibt es eine abgetrennte Malecke. an dem es sich wohlfühlt. Ob bauen. sondern „begleiten die Beschäftigungen“. in dem sich die Kinder mit Sand.“ „Schön. was ihrer Entwicklung gerade entspricht.und Spielangebote. Vitus möchte in die Malecke? Kein Problem. Es wurde ein Raum für die unter 18 Monate alten Kinder eingerichtet und ein Raum für die Älteren. Daniele aber lässt ihn nicht. Die Erzieherinnen geben kein Steinen und anderen Materialien versuSpiel vor. „Schau mal. Die Räume bieten Anregungen für jede Altersstufe. was du dir vorgenommen hast“. Erst dann reagieren die Erwachsenen und nehmen den Ball auf. sondern „begleiten die chen können. Das Prinzip: Stimulationen. Jedes Kind findet hier einen Platz. alles sieht jetzt falsch herum aus. sondern überlassen ihnen die Kontaktaufnahme. kein Lernprogramm. Die Kinder können sich frei suchen. „Im vergangenen Sommer haben wir die Räume so verändert. Bewegungs. die für das Kind erreichbar und verständlich sind. Noah will Hoppehoppe Reiter spielen? Gern. Gesättigt vom Frühstück tappt Noah ins Spielzimmer und möchte mitspielen. in der die Kinder beim Basteln und Zeichnen ungestört sind. für die unterschiedlichen Bedürfnisse. den das Kind ihnen zuwirft. sich auf10 . singt Ritter und lässt Noah an ausgestreckten Armen fast bis auf den Boden gleiten. malen oder aufräumen wie im Raum der Größeren hier hinten. kein Spiel vor. krabbeln.fertig gebaut“. Eine strukturierte Umgebung. erläutert Ritter. dass sie Inklusion noch besser ermöglichen“. Du hast geschafft.

Damit es Zutrauen in seine Fähigkeiten entwickelt.Manchmal weckt das sen Element haben. Auch wenn es manchmal schwer zu erkennen ist. die das Kitateam am Hausenring mit der Inklusion eingeführt hat. ihre Wünsche und Bedürfnisse ergründen. Sondern ich muss ihn bestärken. ist es nach Ritters Einschätzung wenig sinnvoll. an seinen Ressourcen ansetzen – das wird so möglich. wenn er von sich aus kleine Schritte zu mehr Selbstständigkeit wagt.“ Dabei müssen die Erzieherinnen die unterschiedlichen Fähigkeiten jedes Kindes in seinen Entwicklungsphasen stets im Blick haben. wie bei Ali. wenn man sie in die Luft wirft. ein anderes Arrangement in der Kletterecke. Das Kind konsequent in den Mittelpunkt stellen.“ Auch später. Bis sich herausstellt: Er möchte einfach am liebsten bei seiner Bezugserzieherin Petra Ritter bleiben. dass das Kind etwas kann. Manchmal weckt das An. „Sondern Freude ausdrücken. Dazu gehört auch: „Nicht permanent loben. das er noch nicht kann. was er jetzt will“. die die Kinder neugierig machen könnten. „Es geht jetzt darum. ihn durch gutes Zureden zu diesem Schritt zu bewegen. „Um den indivi11 . wie im Raum der Kleineren vorn. weil er sich zu Hause nie selbst hochrappeln muss. Manchmal nicht – auch gut. sagt Ritter. Das „Bezugserziehersystem“ gehört zu den Neuerungen. In den „Kindern lesen“ nennen die Erzieherinnen vom Zwergennest das: sich in sie hineinversetzen. Manchmal nicht – auch gut.richten oder die Bahnen luftiger bunter Chiffontücher erkunden. sagt Ritter. „Ich kann nicht etwas von ihm verlangen. die gerade Lust zum Experimentieren mit dem nas.Angebot Interesse. sonst entwickelt sich das Kind am Lob entlang“. als Ali nicht mit Kollegin Barbara Killer in den vorderen Raum wechseln mag. Wenn der zweijährige Ali hinfällt und liegen bleibt. zu verstehen. Natürlich machen die Erzieher auch Angebote. Neue Kisten im Spielzimmer. drängt ihn Ritter nicht. eine Wasserwerkstatt für alle. gebot Interesse.

zu deren lungstempo berücksichtigen. Schlafen nach Bedarf statt fester Mittagsruhe.“ Die Familie gehört dazu Zum Beispiel: Die Arbeit mit den Familien intensivieren. sondern verstärkt auch Großeltern. das wir ohnehin schon hatten – wird mussten es nur weiter ausbauen. die Besonderheiten jedes Kindes und sein individuelles Entwicklungstempo berücksichtigen. gerade weil damit vieles auf den Tisch kam. Grundsätzen gehörte: Eine achtsame Haltung dem Kind gegenüber zeigen. Cousins: „Kommt vorbei. die arbeitete. welche Themen bei welchem Kind gerade oben stehen. welche Bedürfnisse es hat. Das Team sprach nicht nur die Eltern an. statt gemeinsamem Tafeln zu fixen Zeiten. womit die Erzieherinnen zuvor ohnehin unzufrieden gewesen waren. womit das Kitateam seit Langem Kind gegenüber zeigen. Tanten. wer wann essen oder schlafen möchte. Kitaleiterin Pöckelmann: „Der Index hat Vieles bestätigt. ob bei Festen oder beim Elterncafé alle acht Wochen oder auf den Elternabenden. Da jede Erzieherin jetzt ihre vier. fünf Kinder genau im Blick hat. Mehrfach essen am Tag.“ Egal. Voller Elan entwickelte sie das Konzept mit. erläutert Kitaleiterin Pöckelmann. Individuelle Zuständigkeiten fester Erzieherinnen statt Gruppenbetreuung. 12 . haben wir unsere gesamte Struktur umgebaut“. Gleichzeitig knüpfte der Index hervorragend Eine achtsame Haltung dem an das an. Die Erzieherinnen folgen dem Besonderheiten jedes Kindes kleinkindpädagogischen Konzept der ungaund sein individuelles Entwick­ rischen Kinderärztin Emmi Pikler. Zum Beispiel damit. wir freuen uns. Petra Ritter war von der Umstrukturierung begeistert als sie nach der Familienpause wieder einstieg. kann sie besser übersehen. als Gruppenerzieherin nicht genug Zeit für jedes einzelne Kind zu haben.duellen Bedürfnissen jedes Kindes gerecht werden zu können.

Was ist gerade Thema für das Kind? Womit beschäftigt es sich? Wie entwickelt es sich? „Dabei ist unsere Perspektive nie: Was fehlt. die Mittel. um daran zu denken.“ Jan und gluckst. Bilder vom Lichterfest sind dabei. „Von jedem Kind sind Bilder dabei und jedes soll mal auf den Fotos vom Kitaleben sein“.“ Beobachten und Dokumentieren Auch deshalb steht die genaue Beobachtung ganz oben auf der Liste der Erzieher. einem Königreich im südlichen Afrika. „Guck mal. was wir alle gemeinsam erlebt haben. was muss es noch lernen“. (Indexpunkt: Partizipation der Kinder an der Krippe) Eine Mappe. Jan liebt es. nach seinen Kameraden. Linus als Baby. „Box. Noah im Urlaub an der See. Mama. Vitus und Danielle mit Papa und Mama.Und es rückte die Arbeit mit den Familien stärker in den Mittelpunkt des Kitaalltags. Eltern und Kinder haben darin gemeinsam Ereignisse aus ihrem Familienalltag festgehalten. Aber die Familienarbeit war kaum sichtbar. Jetzt hängen Fotos der Kitakinder auf weiße Pappe geklebt an den Wänden im Flur. Box“. was wir alle gemeinsam mit Jan um die Wette lacht. um daran zu denken. unterstützen kön13 . Papa kommt aus Lesotho. „Die Bilder sind ein tolles Mittel. sagt erlebt haben. Im großen Spielzimmer neben der Küche steht nun eine Box voller Bilder im Regal. was für es gerade wichtig ist. ich und Papa“. erläutert Erzieherin Ritter. von Oma. Oma und Opa auf den Abbildungen zu stöbern und sich zu erinnern. so Ritter. Papa. die laminierten und beschrifteten Fotos um sich herum auszubreiten. sagt Noah stolz. von der Grillparty im „Die Bilder sind ein tolles Sommer. ICH-Buch genannt. mit „Familienbildern“ der Kinder gab es schon lange. „sondern: Wo steht das Kind jetzt? Damit wir es bei dem. und das ist ja wirklich etwas Besonderes. der Karnevallsfeier.

zaubert dann helfen alle mit. Das Kerzenausblasen klappt noch nicht ganz. Rose und Noah-Linus um den knietiefen Kieferntisch im Geburtstagsraum neben der Eingangstür. Ritter holt eine kleine Kiste hervor und stellt sie auf den Tisch. macht nichts. Er soll heute die Hauptperson sein. Heute wird Petra Ritter aufschreiben. Die größeren Kinder dürfen heute nicht dabei sein.nen. Das war schön. Der Herr Specht kommt heraus und gratuliert schön. 14 . die Das Kerzenausblasen klappt Frau Schnecke. Kurz darauf sitzt sie mit Ali. Ali umarmt Noah-Linus. dann helfen alle mit. Schüchtern sitzt er auf dem Geburtsstühlchen mit dem dicken grünen Blätterbezug und rot kariertem Rand. Wo jetzt alle da sind. Zwei Kerzen brennen. es ist sein Geburtstag. ne Zwerg. Zum Schluss gibt’s das Geburtstagslied und die Geburtstagsrakete. mehr als bisher auf andere zuzugehen. sonst kommt Ali nicht zum Zug. der Herr Hase und der kleinoch nicht ganz. Frau Ritter ein kleines Geschenk aus der Tasche für Ali. der über eine Flamme gehalten plötzlich wie ein federleichtes Geschoss durch den Raum saust. „Komm. dass Ali ganz aufgeregt war. wir gehen feiern Ali. Da kann Ritter also heute noch etwas Neues in Alis Entwicklungsbüchlein schreiben: Mit der Umarmung hat Ali erstmals freundschaftlichen Kontakt zu Noah-Linus aufgenommen. ja?“ Ali nickt und fasst Ritters Hand. Er scheint Mut zu fassen. macht nichts. Kein Wunder. ein aufgeschnittener Teebeutel.“ Die Ergebnisse trägt Ritter für ihre Bezugskinder in ihren jeweiligen Entwicklungsordner ein – als Grundlage für die Erziehungsarbeit und Elterngespräche. sein Interesse an dieser Beziehung ist neu. Jetzt aber gemeinsam ran an den Apfelkuchen. eine Fingerpuppen-Schnecke mit Holzhäuschen auf dem Buckel.

“ Persönliche Haltung reflektieren Mittagessen.. steht in ihrem Entwicklungsbuch.. Sie macht eine neue Raumerfahrung. schon gar nicht das Durcheinander der Vielen lenken ab. wie das einjährige Mädchen den 50 Zentimeter breiten Holzsims in Zimmer eins entlangkrabbelt. schaut dem Bus hinterher. „Rose kommt zum ersten Mal zum Umlauf hoch. Sie lobt sich sozusagen selbst für ihr Tun. Sie geht zielstrebig vor. Die Konstruktion hat die Kita extra angeschafft. als sie ihr Konzept umstellte.. und krabbelt vor bis zur Rutsche“. rutschenden Tische. sagt Ritter.“ zielstrebig vor. Ungeduldig sitzt er an dem kleinen Tisch mit integriertem Essstühlchen. Von hier oben hat sie eine ganz andere Perspektive. Rose freut sich. Sie sieht von oben herab in den Raum und nach draußen.. „Und ich achte mehr auf Details. Sie geht gestellt..„Seit unserer Arbeit mit dem Inklusionsansatz bin ich in der Dokumentation professioneller geworden und trenne klarer Beschreibung und Kommentar“. früher als die meisten anderen. Dann dreht sie sich zum Zimmer und schaut von da aus ins Zimmer hinein. Keine wackelnden Stühle. Oben steht sie eine ganze Weile am Geländer und schaut hinaus. Daneben der „pädagogische Kommentar“ von Frau Ritter. Sarah Glander hat sich mit Alexander in den Geburtstagsraum zurückgezogen. Ich als Erwachsener begleite sie in ihrem Tun und zeige ihr. . was sie tut... weil sie was geschafft hat. „Es ist beeindru15 . „Rose „Rose hat sich eine Aufgabe hat sich eine Aufgabe gestellt. Rose ist zum ersten Mal die Treppe hochgegangen. Der Eineinhalbjährige hat ordentlich Kohldampf. Sie krabbelt die Treppenstufen hinauf.“ Zum Beispiel bei der Beobachtung von Rose. Sie braucht dafür kein anderes Lob.. die Erzieherin sitzt direkt gegenüber. dass ich da bin und beobachte. Im Dokumentationsmaterial Ordner zeigt ein Foto. Alles wirkt von hier aus anders.. So können Erzieher und Kind konzentriert gemeinsam beim Essen sitzen.

Warum bin ich sofort in die Luft gegangen. der die Kollegen einstimmig attestierten: Unserem Eindruck nach steckst du bestimmte Kinder vorab in die Schublade „Störenfried“.“ Bei den Treffen gehen die Erzieherinnen Stück für Stück den Index durch und überprüfen: Nehme ich wirklich die Bedürfnisse aller Kinder wahr? Wie beurteilen es die anderen? Manchmal ist das Ergebnis für die Erzieherinnen selbst überraschend. Ritter. können wir die Kinder wirklich optimal begleiten.“ Alexander patscht mit der flachen Hand auf den Tisch und lacht die junge Frau mit dem blonden Dutt an. die „eigenbiografische Arbeit“. „Die Beziehung zu Alex hier ist zum Beispiel viel intensiver geworden. die leginnen abends zur Teamsitzung zusammen. erinnert sich Pöckelmann. „Oft vergisst man über neue Konzepte den Menschen. wie Pöckelmann das nennt. was ihr Thema daran ist“. Wie bei jener fassungslosen Erzieherin. geht Pöckelmann. als ein „Störenfried“ die Bauklötze ausschüttete? „Stück für Stück haben wir herausgefunden. Doch nur wenn wir ans Persönliche gehen. Wenn es kein Gerangel darum gibt. Im Einzelgespräch haben Pöckelmann und die Kollegin versucht herauszufinden: Woran liegt das? Und warum merkt die Erzieherin selbst nicht. „eigenbiografische Arbeit. „Ordnung war in ihrer eigenen Erziehung als Kind immer so wichtig gewesen. wie leicht man so beim Essen mit einem Kind ins Gespräch kommt. sagt Glander. sich selbst intensiv mit sich auseinanderzusetzen.. Barbara Killer und ihre Koles ans Eingemachte. wenn sich die Erzieherinnen regelmäßig austauschen und abstimmen. ob einer mal mehr oder weniger zu tun hat. Alle zwei Wochen setzen sich „In der Teamsitzung .ckend. dass sie das Verhalten des Jungen automa16 . dass sie die Kinder unterschiedlich behandelt? Gemeinsam nahmen sie konkrete Situationen in den Blick. „Noch einen Happen?“ Eine so individualisierte Arbeitsweise funktioniert nur. Und wenn die Erzieherinnen bereit sind..“ Dann geht es ans Eingemachte. das sich sonst eher zurückhält“.

„Kannst du mir den Fuß geben? Prima. sollen wir mal Windeln wechseln?“ sagt sie und ruft Petra Ritter zu. Schritt für Schritt kündigt Bar. Wir arbeiten viel besser und offener zusammen – und können uns entspannter den Kindern widmen. Der Wickelraum ist warm und ruhig. und gleich der dumme. „Zu Hause wollte sich der Junge nur unter höchsten Mühen wickeln lassen. Diese „Zeit der ungeteilten Aufmerksamkeit“ haben Barbara Killer und ihre Kolleginnen bewusst eingeführt. bei uns war es unproblematisch“. wie es dem Kind geht und können ihm zeigen. um gemeinsam Ursachen und Lösungsansätze zu finden. „Wir wollten uns mit den Eltern auf diesem Weg austauschen.Diese „Zeit der ungeteilten bara Killer dem Jungen an. Aufmerksamkeit“ haben Barbara Killer und ihre Rechter Schuh aus. was sie tut. „Weil die Arbeit viel effizienter läuft. dass das Kind die Klötze keineswegs durcheinander schüttete. „Übernimmst du gerade mal alleine.“ Eltern sind Partner Petra Ritter hat das Wickeln von Ali sogar einmal gefilmt.“ Klar. kalte Waschlappen. sondern nach Farben sortierte“. Es ist ein Ritual. Socken.“ Die enge Kooperation mit den Eltern ist wichtig.“ Barbara Killer schaut Vitus an und lächelt.tisch als Unordnung wahrnahm und nicht sah. dass es etwas bewirken kann und sei es das Bein ausstrecken und dadurch mithelfen. 17 . Wir nehmen selbst viel deutlicher wahr. sagt Pöckelmann. du hilfst mir ja schon gut. sagt Ritter. jetzt die Kolleginnen bewusst eingeführt. ein Prozedere mit fast schon meditativen Zügen. „Na. linker Schuh.“ Brr. „Jetzt konnte sie daran arbeiten.“ Wie ist so eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit im Alltag überhaupt zu schaffen? Petra Ritter und Barbara Killer nicken. denn „hier können wir in einen ungestörten Dialog mit dem Kind treten.

um sich bei ihrer Elternschaft wohlzufühlen?“ Das Team führte Themenelternabende ein und fragte vorab: Welche Themen sollen wir aufgreifen.“ Wie bei jener afrikanischen Familie. die Fortschritte ihrer Kinder mitzuerleben?“ „Wird den Eltern Vertrauen in Die gemeinsame Arbeit die Fähigkeit der Erzieherinnen. Systematisch hat das Team die Elternarbeit auf den Prüfstand gestellt.damit Inklusion gelingt.“ Inzwischen ist die Elternbeteiligung bereits gewaltig gewachsen. Die Dokumentation wird durchgesprochen. dass einige Eltern Unterstützung brauchen. verstehen wir auch besser das Verhalten der Kinder in der Kita einzuschätzen. wenn Euch etwas nicht passt. vermittelt?“ intensiviert.5: „Gehen die Erzieherinnen sensibel auf die Wünsche der Eltern ein. die ersten Schritte ohne Hilfe getan. Trotzdem begeben sich die Erzieherinnen regelmäßig auf Hausbesuche. Indikator A 2. hat zu zählen begonnen? Wieder war der Index hilfreich. wie ihr unsere Arbeit seht. ihre Kinder in ihmit dem Ich­Buch wurde rer Abwesenheit einzugewöhnen. Pöckelmann: „Wenn wir das Umfeld des Kindes einschätzen lernen. Warum bloß? Als die Erzieherin die Familie zu Hause besuchten. Zweimal im Jahr gibt es Entwicklungsgespräche mit Mutter und Vater. Die Erzieherinnen forderten die Eltern immer wieder auf: „Sagt. und haben ihm trotzdem immer wieder 18 .“ „Erzählt uns. Pöckelmann: „Dadurch wussten wir: Wir müssen den Kulturkreis des Kindes akzeptieren.mit den Händen. wenn möglich zweimal im Jahr. kleine Videos werden gezeigt. „Nehmen die Erzieherinnen wahr. zum Beispiel mit kleinen Vorträgen über Grenzen setzen oder Sauberkeitsentwicklung im Kleinkindalter? Die gemeinsame Arbeit mit dem Ich-Buch wurde intensiviert. deren Kind in der Kita partout nicht mit Besteck essen wollte. Wo steht unser Kind? Wie können wir es unterstützten? Wo hat es Fortschritte gemacht? Was sind seine Stärken? Wann hat es den ersten Zwei-Wort-Satz gesprochen. gab es eine Kleinigkeit zu essen .

Die sich ein Lächeln verkneifen. Profis. welche Fortschritte das Kind gemacht hat oder versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Gardinen sind zugezogen. Manchen ist die Eingewöhnungsphase zu lang. die den Eltern passt und noch mit unserem Konzept vereinbar ist. Vorsichtig legt Sarah Glander Alex auf eine kleine Bodenmatratze und deckt ihn mit der blauen Bettdecke zu. zwei Fenster gekippt. seien die Kinder auch noch so süß. Den Stoffhasen im Arm haltend. 19 . die Zwergennestes weiß Gott nicht. Fünf Minuten bleibt sie noch neben ihm liegen.“ Leise Musik schwebt durch den Schlafraum. Doch als Mamas verstehen sich Erzieherinnen des „Wir sind Profis“. weil es auch unsere kulturellen Gepflogenheiten lernen muss. streichelt ihn. summt leise. Vitus und Noah schlummern bereits in ihren Gitterbettchen mit der Plexiglaswand am Fußende. Weil sie wissen. Rose. In manchen Momenten wirkt das Miteinander von Kindern und Erzieherinnen wie in einer richtigen Familie. „Wir sind liebevoll Distanz wahren und diese Rolle nie verlassen. andere fragen: „Wird mein Kind auch genug gefördert?“ Ritter: „Dann erzählen wir etwa.“ Natürlich gibt es auch mal Konflikte mit den Eltern. Weil sie wissen. dann fällt Alex der Schnuller aus dem Mund.“ „Wir sind Profis – wir sind gut.das Besteck angeboten. Erst zu fragen. Profis. Lichterketten und Filzsternchen in Schwingungen. dass Lachen von den Kleinen schnell missverstanden werden kann. fällt er in einen tiefen Mittagsschlaf. die liebevoll Distanz wahren und diese Rolle nie verlassen. wie wichtig es ist Respekt zu zeigen. Ein Windhauch versetzt die Baldachinlandschaft aus orangefarbenen Chiffonbahnen. Profis“.

Ein Geburtstag ist eben ein aufregender Tag. wie es läuft. Er ist heute sehr kuschelbedürftig. Ritter lacht. Und es gibt immer wieder etwieder etwas Neues zu was Neues zu entdecken. weil einem gerade danach ist. Die Arbeit ist viel befriedigender.“ 20 . Petra Ritter lächelt und nimmt ihn hoch. seit wir nach dem Inklusionskonzept und mit „Und es gibt immer dem Index arbeiten. denn anfangs war Ali noch ganz schön hibbelig.“ Ali streckt die Ärmchen aus.“ entdecken. nicht sie für uns. Und dafür ist Ali noch ganz schön ruhig und entspannt. „Wir sind für die Kinder da. Ein schöner Erfolg.„Darf ich dir die Nase putzen?“ und nicht einfach mit dem Taschentuch loszuwischen. Nicht einfach ein Kind verzückt zu knuddeln. „Wir sind zufrieden.

an denen Inklusion ansetzt: Dimension A: Inklusive Kulturen entfalten Dimension B: Inklusive Leitlinien etablieren Dimension C: Eine inklusive Praxis entwickeln 21 . Eltern und Mitarbeiter/innen in gleicher Weise wertschätzen. zz nachhaltigen Beziehungen zwischen den Einrichtungen und Die ihrem sozialen Umfeld fördern. das den Entwicklungsprozess von Mitarbeiter/innen. dass Inklusion in Bildungs. zz Das Recht der Kinder auf eine qualitativ gute Erziehung. zz Begreifen. Lernen und Partizipation für alle Kinder Die abbauen. als auch der Leistungen betonen. zz Unterschiede zwischen den Kindern als Chancen für gemeinDie sames Spielen und Lernen sehen. Was meint Inklusion? zz Partizipation der Kinder und Jugendlichen an Aktivitäten ihDie rer Einrichtung erhöhen.André Dupuis Der Index für Inklusion: Das Handbuch für die Entwicklung zur inklusiven Kindertageseinrichtung Mit dem Index für Inklusion liegt ein Material vor.und Erziehungseinrichtungen der frühen Kindheit ein Aspekt von Inklusion in der gesamten Gesellschaft ist. Jugendliche. Der Index formuliert drei Dimensionen. zz Verbesserungen für Mitarbeiter/innen ebenso wie für Kinder herbeiführen. zz Alle Kinder. nicht nur für jene mit Beeinträchtigungen. zz Sowohl die Entwicklung der Gemeinschaft und Werte. zz Barrieren für Spiel. Bildung und Betreuung anerkennen. Eltern und Kindern in der Einrichtung unterstützen und voranbringen kann.

womit begonnen werden muss. die beim Index-Prozess mitmachen.Zu jeder dieser drei Dimensionen gibt es Anregungen und Fragestellungen. den Dimensionen. Oftmals stellt sich die Frage. Da dieser Prozess niemals wirklich abgeschlossen sein wird. A. Alles ist ein Experiment und wird durch alle Beteiligten. In diesem Sinne ist Inklusion Weg und Ziel zugleich. 22 . sondern sich sowohl von der Vorgehensweise als auch von den Indikatoren und Fragestellungen anregen zu lassen. bestimmt. zum Beispiel: A. allerdings ohne konkret festzulegen. Indikatoren und Fragestellungen zu arbeiten. um mit dem Index und seinen Inhalten. Die Auseinandersetzungen mit der Philosophie von Inklusion und der Bezug zur eigenen Praxis ist dabei ein wichtiger.2 Die Kinder helfen sich gegenseitig.1. indem er zwar den Index-Prozess als grundsätzliches Ablaufverfahren beschreibt. A. eine ganz bestimmte Reihenfolge einzuhalten.1.1. Dabei ist es nicht wichtig.1. Indikatoren und dazugehörigen Fragestellungen angefangen werden kann. es wird aber kein wirkliches Ende geben. mit welchen Dimensionen. dass Sie sich an den in den Aktivitäten genannten Fragestellungen für die Bearbeitung orientieren.3 Die Erzieher/innen arbeiten gut zusammen.1 „Gemeinschaft bilden“ mit den Indikatoren: A. Es ist ein offener Prozess. Vorgeschlagen wird hier. A. werden Sie zwar Ergebnisse und Erkenntnisse sammeln. aber auch hinsichtlich des Verlaufs und der Richtung. wenn nicht der zentrale Gesichtspunkt.1 Jeder soll sich willkommen fühlen. die als Indikatoren formuliert sind.4 Die Mitarbeiter/innen und Kinder begegnen sich mit Respekt. Der Index gibt darauf nur sehr eingeschränkt eine Antwort. sowohl vom Anfang her – womit und wie Sie beginnen –.

Damit sich Fachkräfte und Eltern mit den Gedanken von Inklusion auseinandersetzen. Gemeinsam entscheiden Sie dann. B. Alle Beschäftigten sollten sich einen Überblick über die Indikatoren verschaffen. h. zu Beginn mit allen Beschäftigten einer Einrichtung ein bis zwei Seminartage durchzuführen. wie die Reihenfolge der Bearbeitung der Indikatoren aussehen soll. wo Sie z. Es ist sinnvoll. Was bedeutet „wertschätzen“. Machen Sie sich. ist es zu Beginn des Prozesses notwendig. beim ersten Lesen der Indikatoren Anmerkungen und Notizen und diskutieren diese mit Ihren Kolleg/innen. d. wo Sie gemeinsamen Klärungsbedarf sehen. was für Sie unverständlich ist. Nun bekommen alle die Aufgabe. den an erster Stelle herausgesuchten Indikator und die dazugehörigen Fragen zu lesen und sich Notizen dazu zu machen: Wie sieht meine/unsere Praxis in der Kita aus? Was kann und soll sich verändern? Wie sehen die Handlungsschritte aus? Die Frage der Wertschätzung aller Kinder. Dann müssen Sie gemeinsam entscheiden. welche Indikatoren Sie in der nächsten Zeit bearbeiten wollen. sich damit vertraut zu machen. wie wird das von jedem Einzelnen definiert? Man muss sich auch eingestehen. Eine weitere Frage könnte sein: Sehen wir Unterschiede bei den Kindern als Chance statt als Problem? Wie viele Unterschiede sind für uns 23 . was der Index unter Inklusion versteht. damit ein intensiver gemeinsamer Austausch stattfinden kann. Mitarbeiter/innen und Eltern wird in der gelebten Praxis deutlich.Im Folgenden will ich exemplarisch beschreiben. wie eine Vorgehensweise und Zugangsmöglichkeit aussehen kann. dass nicht alle (bisher) wertgeschätzt werden (können). beim Lesen gestolpert sind. einmal alles im Zusammenhang lesen.

Dann legen Sie ausgehend von Ihren Bedürfnissen fest. schauen Sie sich zunächst einmal gemeinsam an. Die weitere intensivere Auseinandersetzung sollte in Richtung der Fragen nach Barrieren und Ressourcen sowie der Frage nach dem Verständnis von Förderung gehen. führt dazu. welche Sie sich nochmals genauer ansehen möchten. die der Index vornimmt.noch aushaltbar? Was brauchen wirselbst als Fachkräfte um mit Unterschieden umzugehen und diese als Chance zu sehen? Die Definition von Inklusion. Wenn Sie Ihre Prioritätenliste bearbeitet haben. um während der weiteren Arbeit immer mal wieder darauf zurückzukommen. dass sich auch Ihre praktische pädagogische Arbeit mit dem Index verändert in Richtung größerer Akzeptanz von Verschiedenheit hin zu einer inklusiven Einrichtung. sollen den gesamten Prozess begleiten und können nach einer Weile der Beschäftigung mit konkreten Indikatoren und Fragestellungen nochmals diskutiert werden. sollten festgehalten werden. Sie werden bemerken. damit sie abgebaut werden können? Die Diskussionen über die eigenen Barrieren im Kopf und über die objektiv vorhandenen baulichen oder auch die pädagogisch-inhaltlichen Barrieren. mit welchen Indikatoren Sie weiter arbeiten wollen bzw. was Sie erreicht haben. Hier kann auch arbeitsteilig vorgegangen werden: Der eine Teil des Teams setzt sich mit den (vorhandenen) Barrieren und Ressourcen auseinander. Auch. wie auch die aus dem gesamten Index-Prozess. der andere Teil diskutiert die Frage und das eigene Verständnis von Förderung. mit denen einzelne Kinder oder Altersgruppen von bestimmten Aktivitäten ferngehalten werden. sich dessen bewusst zu werden und Wege der Veränderung anzugehen. Das Interessante daran wird dann sein. 24 . Sind die bestehenden Barrieren veränderbar und wie sehen diese überhaupt aus? Wie werden diese von den Beteiligten wahrgenommen und was kann getan werden. Die Ergebnisse dazu. inwieweit sich die Haltungen verändert haben. wo es bereits Veränderungsschritte gegeben hat.

de/Mitgliedsantrag. Postleitzahl. nach der sie besoldet werden. des Betriebs / der Dienststelle / der Schule Postleitzahl.Ort des Betriebs/der Dienststelle / der Schule Ihr Mitgliedsbeitrag: . Nr. den satzungsgemäßen Beitrag zu entrichten. Weitere Informationen sind der Beitragsordnung zu entnehmen.BeamtInnen zahlen 0. Datum Unterschrift wird von der GEW ausgefüllt GEW-KV/-OV Tarifbereich Dienststelle Beschäftigungsverhältnis Fachgruppe MItgliedsbeitrag Euro Kassiererstelle Startmonat Bitte senden Sie den ausgefüllten Antrag an den für Sie zuständigen Landesverband der GEW bzw.. Mit meiner Unterschrift auf diesem Antrag ermächtige ich die GEW zugleich widerruflich.6 Prozent der untersten Stufe der Entgeltgruppe 1 des TVöD.Der Mindestbeitrag beträgt immer 0. 25 ¢ . / Woche Prozent t Referendariat / Berufspraktikum t arbeitslos t Sonstiges Ort.gew.Online Mitglied werden unter Online Mitglied werden unter www.tudierende zahlen einen Festbetrag von 2.66 Prozent ihrer Ruhestandsbezüge. Der Austritt ist mit einer Frist von drei Monaten schriftlich dem Landesverband zu er-klären und nur zum Ende eines Kalendervierteljahres möglich. an den Hauptvorstand.de/Mitgliedsantrag.50 Euro. . Jedes Mitglied der GEW ist verpflichtet. .75 Prozent der Besoldungsgruppe und -stufe. Nr.html www. den von mir zu leistenden Mitgliedsbeitrag vierteljährlich von meinem Konto abzubuchen. Beschäftigungsverhältnis: t Honorarkraft t angestellt t beurlaubt ohne Bezüge t beamtet t in Rente / pensioniert t im Studium t Altersteilzeit t in Elternzeit t befristet bis t teilzeitbeschäftigt mit t teilzeitbeschäftigt mit Std.Mitglieder im Referendariat oder Praktikum zahlen einen Festbetrag von 4 Euro.gew. Vielen Dank! Ihre GEW Die uns von Ihnen angegebenen personenbezogenen Daten sind nur zur Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben auf Datenträgern gespeichert und entsprechend den Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes geschützt.7 Prozent der Entgeltgruppe und -stufe. Ort Telefon Geburtsdatum gewünschtes Eintrittsdatum bisher gewerkschaftlich organisiert bei Name/Ort der Bank Kontonummer BLZ von/bis (Monat/Jahr) E-Mail Nationalität Berufliches  . .Antrag auf Mitgliedschaft Antrag auf Mitgliedschaft (Bitte in Druckschrift ausfüllen) Persönliches Frau/Herr Nachname (Titel) Vorname Straße.html Berufsbezeichnung (für Studierende: Berufsziel) Diensteintritt / Berufsanfang Tarif. .Mitglieder im Ruhestand zahlen 0./ Besoldungsgebiet Tarif / Besoldungsgruppe Stufe Fachgruppe seit Bruttoeinkommen Euro monatlich (falls nicht öffentlicher Dienst) Betrieb / Dienststelle / Schule Träger des Betriebs / der Dienststelle / der Schule Straße.Angestellte zahlen 0. .Arbeitslose zahlen ein Drittel des Mindestbeitrages. nach der vergütet wird.. .

gew-hessen.de www.de www.gew-brandenburg.de www.de www.gew-nrw.de GEW Rheinland­Pfalz Neubrunnenstraße 8 55116 Mainz Telefon: 06131/28988-0 Telefax: 06131/28988-80 E-Mail: gew@gew-rlp.de GEW Sachsen­Anhalt Markgrafenstraße 6 39114 Magdeburg Telefon: 0391/73554-0 Telefax: 0391/73134-05 E-Mail: info@gew-lsa.gew-bayern.de GEW Saarland Mainzer Straße 84 66121 Saarbrücken Telefon: 0681/66830-0 Telefax: 0681/66830-17 E-Mail: info@gew-saarland.de www.gew-bremen.de www.de 26 .de www.de www.de GEW Niedersachsen Berliner Allee 16 30175 Hannover Telefon: 0511/33804-0 Telefax: 0511/33804-46 E-Mail: email@gew-nds.de GEW­Hauptvorstand Parlamentarisches Verbindungsbüro Berlin Wallstraße 65 10179 Berlin Telefon: 030/235014-0 Telefax: 030/235014-10 E-Mail: parlamentsbuero@gew.gew-thueringen.de www.de GEW Berlin Ahornstraße 5 10787 Berlin Telefon: 030/219993-0 Telefax: 030/219993-50 E-Mail: info@gew-berlin.gew-nds.de GEW Bayern Schwanthalerstraße 64 80336 München Telefon: 089/544081-0 Telefax: 089/53894-87 E-Mail: info@gew-bayern.de www.de www.gew-saarland.Ihr Kontakt zur GEW Unsere Adressen GEW Baden­Württemberg Silcherstraße 7 70176 Stuttgart Telefon: 0711/21030-0 Telefax: 0711/21030-45 E-Mail: info@gew-bw.gew-rlp.de www.de www.de GEW Hessen Zimmerweg 12 60325 Frankfurt am Main Telefon: 069/971293-0 Telefax: 069/971293-93 E-Mail: info@gew-hessen.de GEW Brandenburg Alleestraße 6a 14469 Potsdam Telefon: 0331/27184-0 Telefax: 0331/27184-30 E-Mail: info@gew-brandenburg.de GEW Nordrhein­Westfalen Nünningstraße 11 45141 Essen Telefon: 0201/29403-01 Telefax: 0201/29403-51 E-Mail: info@gew-nrw.gew-hamburg.de www.gew-mv.de Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hauptvorstand Reifenberger Straße 21 60489 Frankfurt am Main Telefon: 069/78973-0 Telefax: 069/78973-201 E-Mail: info@gew.de GEW Bremen Bahnhofsplatz 22-28 28195 Bremen Telefon: 0421/33764-0 Telefax: 0421/33764-30 E-Mail: info@gew-hb.gew-sh.de GEW Schleswig­Holstein Legienstraße 22-24 24103 Kiel Telefon: 0431/5195-1550 Telefax: 0431/5195-1555 E-Mail: info@gew-sh.gew-bw.de GEW Mecklenburg­ Vorpommern Lübecker Straße 265a 19059 Schwerin Telefon: 0385/48527-0 Telefax: 0385/48527-24 E-Mail: landesverband@gew-mv.gew-sachsen.gew-berlin.de GEW Hamburg Rothenbaumchaussee 15 20148 Hamburg Telefon: 040/414633-0 Telefax: 040/440877 E-Mail: info@gew-hamburg.de www.de GEW Thüringen Heinrich-Mann-Straße 22 99096 Erfurt Telefon: 0361/59095-0 Telefax: 0361/59095-60 E-Mail: info@gew-thueringen.de www.gew.gew-lsa.de www.de GEW Sachsen Nonnenstraße 58 04229 Leipzig Telefon: 0341/4947404 Telefax: 0341/4947406 E-Mail: gew-sachsen@t-online.

Karsten Sporleder Druck: Druckerei Hassmüller. Fax: 06103-30332-20) Mindestbestellmenge: 5 Stück.50 Euro pro Exemplar inklusive Verpackungs. Einzelpreis 0.de Redaktion: Bernhard Eibeck. Jennifer Kronz. Sibylle Wrede Gestaltung: Illustration & Design.gew-shop. 21 60489 Frankfurt am Main juhi@gew. Artikelnummer 1390 Impressum Herausgeber: GEW-Hauptvorstand Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit Reifenbergerstr.de.Bezugskonditionen Die Broschüre erhalten Sie im GEW-Shop (www.de. E-Mail: gew-shop@callagift. zzgl.80 Euro.de. Frankfurt am Main August 2011 ISBN 978-3-93947068-7 . Fax: 069/78973-70161 zum Preis von 2. Verpackungsund Versandkosten Einzelexemplare können Sie anfordern unter: broschueren@gew.und Versandkosten.

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