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Typographie Lexikon

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Lexikon

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mit Beispielen für Schreibweisen im Schriftsatz
Eberhard Dilba


Typographie-Lexikon
und Lesebuch für alle









2
meiner Frau Nikoletta und unserer Tochter Maria-Athene










Typographie-Lexikon
(mit über 800 Hauptstichwörtern und vielen weiteren Begriffen)

1. Auflage April 2000
2., verbesserte und erweiterte Auflage Oktober 2003
(in alter Rechtschreibung)

© by Eberhard Dilba, Düsseldorf
Selbstverlag

eberhard.dilba@t-online.de
eberhard.dilba@web.de
http://home.t-online.de/home/eberhard.dilba

3
Vorwort


Dieses „Typographie-Lexikon“ wendet sich an alle, die mit Manuskript, Satz, Korrekturen,
Typographie oder Büchern zu tun haben, an Autoren, Verlage, Werbeagenturen, Setzereien,
Druckereien, Buchhändler oder an Druck und Schrift interessierte Leser.
Es sollte zwar als Nachschlagewerk verstanden werden, aber auch in gleichem Maße
als Lesebuch, weil es den engeren Rahmen der reinen Erklärung von typographischen
Fachbegriffen überschreitet und kulturelle Zusammenhänge in Ansätzen aufzuzeigen versucht.
Es will den Blick auf eine Welt lenken, die von tiefgreifender kulturgeschichtlicher Bedeutung
ist und die der Entdeckung Amerikas nicht nachsteht, die wie kaum eine andere unser Leben
revolutioniert hat.
Es gehört zu den erstaunlichen Tatsachen, daß eine der größten geistigen und formalen
Schöpfungen der Menschheit, die Schrift, den meisten Menschen in ihrer Bedeutung und
in ihrer Wirkungsbreite nicht bewußt ist.
Dieses Lexikon sich in der Stunde der Muße anzuschauen (ein Lesebeginn wäre
das Stichwort !Schriftsetzer, um sich dann von den Hinweispfeilen leiten zu lassen)
und darin mit Gewinn zu blättern, um den Blick zu schärfen für Schrift, Druck
und Typographie, ist eines der Ziele des Lexikons.
Man sieht nur das, was man weiß.

Eberhard Dilba
Düsseldorf, im Oktober 2003

4
Verzeichnis der Abbildungen


1. Umschlagseite
Bildnis von Johannes Gutenberg, Kupferstich, Paris 1584
von A. Thevet

Seite 6
Das Ständebuch von 1568
Der Papiermacher, Der Schriftgießer, Der Buchdrucker, Der Buchbinder
Holzschnitte von Jost Amman und Verse von Hans Sachs

Seite 20 (B), 23 (C), 29 (D), 43 (H), 45 (I), 51 (K), 56 (L)
Seite 65 (O), 72 (P), 77 (R), 90 (S), 94 (T), 96 (U), 99 (V), 103 (Z)
Münchener Bilderbogen
Nro. 405 (erster Bogen A–L), Nro. 406 (zweiter Bogen M–Z), 1865
Naturgeschichtliches Alphabet für größere Kinder und solche, die es werden wollen
von Wilhelm Busch

Seite 106
Früheste Darstellung einer Druckwerkstatt (mit Setzer und Drucker)
und Buchhandlung
Totentanzgedicht „La Grant Danse macabre“, Lyon 1499
von Matthias Huss

Seite 118
Typenapparat der 42zeiligen Gutenbergbibel von 1455
Oben: die ursprünglichen Typen
Unten: nachträglich angefertigte Typen

Seite 122
Oben: Buchstabe aus dem Alphabet des Damianus Moyllus,
Parma, um 1483
Mitte: Buchstabe aus dem kunsttheoretischen Werk
„Underweysung der messung mit dem zirckel un richtscheyt …“
von Albrecht Dürer, Nürnberg 1525
Unten: Gründlicher Bericht der alten lateinischen Buchstaben
von Johann Neudörffer, Nürnberg, um 1540

Seite 128
Seite der 36zeiligen Bibel, die vermutlich in Bamberg 1457/58
von Albrecht Pfister und Heinrich Keffer gedruckt wurde

4. Umschlagseite
Beim Druck von „le De lepra morali de nider“ 1468
des Kölner Druckers Conrad Winters
ist eine Letter auf dem Satz liegengeblieben und so mitgedruckt worden.

5
Inhaltsverzeichnis


Lexikon Seite 7


Anhang

Orthotypographie Seite 107
Schriftrahmen Seite 113
Schriftmuster Seite 119
Literaturverzeichnis Seite 123


6





7

A

Abbreviatur (lat.: abbreviare = abkürzen, zu brevis = kurz) Abkürzung eines oder mehrerer Wörter (zum
Beispiel: usw., f. [!Sigel], ff. [auch !Ligatur]), Abkürzung eines Wortes mit einem
Zeichen (Abbreviaturzeichen, zum Beispiel: &, @ !Ligatur)

Abc Das Abece, das !Alphabet

Abgestumpfte Farben Reine Farben, die mit !Komplementär- (!Bunte Farben) oder mit !unbunten Farben
gemischt werden.

Ablegen Im !Handsatz das Zerlegen der Druckform (nach erfolgtem Druck) aller Bleisatzelemente
(!Lettern !Blindmaterial !Linien) und das Einordnen in die entsprechenden Fächer der
Satz- und Materialkästen. Dabei wurde besonders die Schrift sorgfältig wieder an ihren
alten Platz in den !Setzkasten zum weiteren Gebrauch gelegt. (!Ausschlachten
!Zwiebelfisch)

Abliegen Abfärben der frischen Druckfarbe auf den darüber- oder darunterliegenden Papierbogen,
auch Abschmutzen (!Durchschießen [2])

Absatz Textabschnitt

Absatzzeichen ¶ (Pilcrow) Das Zeichen wird in Computerprogrammen als nichtdruckendes
Absatzzeichen gebraucht. (!Alineazeichen)

Achtelpetitspatium Einpunktzwischenraum, der 8. Teil des 8 Punkt messenden Petitkegels (!Petit
!Schriftkegel !Spatium)

Addenda et corrigenda (lat.: das Hinzuzufügende und zu Verbessernde) a. et c., handschriftliche Zusätze und
Verbesserungen in einem Buch, auch gedruckte Zusätze des Verfassers am Schluß des
Buches (!Druckfehlerverzeichnis !Tektur)

Adlatus Gehilfe, Helfer

Adobe Softwarefirma für digitale Schriften, Programme wie Photoshop oder PageMaker,
Entwicklung der Seitenbeschreibungssprache PostScript (!RIP) und des !PDF-Formates
(!DTP !Lichtsatz !Typographisches Maßsystem)

Affenstall Im Setzersaal ein großer, mit umlaufenden Fenstern versehener Verschlag für den
Setzereileiter (!Faktor)

Affiche Aushang, Anschlag

Ahle Im !Bleisatz (!Handsatz) Werkzeug des Schriftsetzers (!Setzerwerkzeug). Die Ahle
bestand aus einem Holzgriff mit flacher Oberseite, am unteren Ende wurde eine Stahlspitze
eingesetzt.
Bei der Korrektur wurden mit der Ahle Bleibuchstaben angepickt (natürlich nicht ins
!Buchstabenbild, sondern in den !Kegel der !Letter, in die Schulter [!Schulterhöhe])
und aus dem Satz hochgezogen. Der Buchstabe wurde nun herausgenommen und der zu
korrigierende Buchstabe eingesetzt, wobei bei anderer Buchstabenbreite (!Dickte) auch die
Wortabstände (!Spatium) erweitert oder verringert werden mußten. Anschließend wurde
mit der flachen Ahlenseite auf die korrigierten Buchstaben geklopft, damit die einheitliche
!Schrifthöhe gewahrt blieb und kein Buchstabe auch nur geringfügig aus dem Satz
herausragte (siehe auch !Klopfholz der Drucker).
Für das !Ausbinden des Bleisatzes war die Ahle ebenso ein unentbehrliches Werkzeug.
Das !Klopfen mit der flachen Ahle auf den leeren Arbeitstisch geschah, wenn ein Kollege
in der Setzerei nieste und man ihm Gesundheit wünschte.

8
Akkolade (franz.: Umarmung) { = zusammenfassende Klammer, Nasenklammer

Akquisition Kundenwerbung durch Vertreter

Akronym Aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Wort, wie Bafög, Aids, Nato

Akrostichon Anfangsbuchstaben, die ein Wort oder einen Satz ergeben, z. B.:
Ι ΧΘΥC* ( griech.: Fisch)
( Ι ) Iesous (Χ) Christos (Θ) Theou (Υ) Yios (C) Soter
Jesus Christus, Gottes Sohn, der Retter
(!Alphabet !Bibel [Wulfila])

*

C = Σ des griechisch-byzantinischen Mittelalters (!Unzialschrift),
wird in der griechisch-orthodoxen Kirche noch bis heute benutzt
(z. B. in der Ikonenmalerei oder auch in Druckerzeugnissen).
Der Buchstabe C (S) ist auch Bestandteil kyrillischer Alphabete.
Akzente Betonungszeichen (diakritische Zeichen), einige wichtige sind:
´ = Akut ` = Gravis ˆ = Zirkumflex ˜ = Tilde ¨ = Trema (!Umlaute) ¸ = Cedille
Akzidenzsatz (lat.: accidens = das Zufällige, Veränderliche) Satz von Gelegenheitsdrucksachen,
Geschäfts- und Familiendrucksachen (!Briefbogen !Werksatz)

Aldinen !Aldus Manutius

Aldus Manutius (1449–1515), humanistischer Gelehrter und berühmter Verleger und Buchdrucker,
gründete 1488 in Venedig eine Druckerei. Durch Einführung der humanistischen Kursiv
als Druckschrift 1501 wurde der Druck kleinformatiger preiswerter Bücher möglich
(Aldinen), ebenfalls beeinflußten seine griechischen Schrifttypen für Jahrhunderte den
Druck griechischer Literatur. Aldus Manutius berühmtes Druckerzeichen, ein Delphin
mit Anker, ist die bildliche Umsetzung des Wahlspruchs „festina lente“ (Eile mit Weile
[Bedächtigkeit], σπεύδε βραδέως, Wahlspruch des römischen Kaisers Augustus) und
wurde seit 1502 verwendet.
Über der Tür zu seinem Anwesen in Venedig am Campo Manin stand folgende
Ermahnungsinschrift: „Wer immer du bist und was immer du willst, ersucht Aldus dich,
es mit wenigen Worten vorzubringen und dich hinwegzubegeben, es wäre denn, du seiest
gekommen, um es gleich Herkules dem müden Atlas die Hilfe deiner Schultern zu leihen.
In diesem Fall wird es stets etwas für euch zu tun geben, wie viele ihr auch sein möget.“
1508 war Erasmus von Rotterdam (etwa 1469–1536) bei Aldus zu Gast, um u. a. die
Drucklegung seiner „Sprüche“ (Adagia, !Verleger) zu überwachen. In dem Kapitel
„Festina lente“ setzte er seinem Gastgeber ein literarisches Denkmal: „Aldus baut eine
Bibliothek auf, die keine anderen Begrenzungen haben soll als die Enden der Welt.“
(!Hugo)
Böse Zungen behaupteten aber, Erasmus habe für drei gegessen und für viele getrunken,
ohne die Arbeit eines einzigen zu verrichten. (Erasmus hat in den „Adagia“ dem ebenfalls
bedeutenden Drucker Johannes Froben in Basel [!Namen der Schriftgrade, Nonpareille]
ein Denkmal gesetzt, wo er sich von 1521 bis 1529 aufhielt und wohin er 1536 [kurz vor
seinem Tode] zurückkehrte.) (!Buchdruck !Jenson)

Alinea (lat.: a linea = von der Linie an) Neue Zeile, die erste Zeile eines neuen Absatzes
(!Absatzzeichen)

Alineazeichen ¶ = altes Paragraphzeichen, Korrekturzeichen für Abschnitttrennung, früher auch Zeichen
für den Beginn eines neuen Gedankens im Schriftsatz (!Absatzzeichen)

Alinieren Auf !Schriftlinie stellen, z. B. handschriftlich auszufüllende Schreiblinie

Almanach !Jahrbuch

9
Alphabet (semit.: alef = Rind, bet = Haus, daraus griech.: Alpha = α, Beta = β) Die fünf wichtigen
Alphabete des europäisch/vorderasiatisch/nordafrikanischen Kulturkreises sind das
griechische, lateinische, kyrillische, hebräische und arabische Alphabet.
In der folgenden Übersicht wird jeweils in der dritten Reihe der ungefähre Lautwert
(!Transkription) des Alphabets wiedergegeben, wobei !Diphthonge und andere
Lautverschiebungen nicht berücksichtigt sind, die einen Laut erheblich verändern können.

Griechisches Alphabet (Neugriechisch)

Α Β Γ ∆ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω
α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ µ ν ξ ο π ρ σ τ υ φ χ ψ ω
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Kyrillisches Alphabet (Russisch)

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Hebräisches Alphabet (Neuhebräisch)

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Arabisches Alphabet (Ägyptisch)



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Die Wurzeln der heute in Europa gebräuchlichen Alphabete (Griechisch, daraus
abgewandelt Lateinisch und im 9. Jahrhundert n. Chr. Kyrillisch) sind entstanden im
sinai-kanaanäischen Raum im 15.–13. Jahrhundert v. Chr. (wahrscheinlich aus
ägyptischen Hieroglyphen). Schriftzeugnisse der Entwicklung zum Alphabet aus dem
10. Jahrhundert v. Chr. findet man in Phönizien (Inschrift auf dem Sarkophag des Königs
Ahiram aus Byblos, noch nicht vokalisiert [Libanon]), weiter im 8. Jahrhundert v. Chr. in
Griechenland, jetzt vokalisiert (Athen; mit Homer Beginn der europäischen Literatur).

10
Die hebräische Quadratschrift entwickelte sich gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr.
und im Laufe des 5. Jahrhunderts v. Chr. (nach der Babylonischen Gefangenschaft) aus
dem Aramäischen. (Erste Schriftzeugnisse des Aramäischen aus dem 9. Jahrhundert
v. Chr.; das Aramäische löste als international gebrauchte Sprache im Vorderen Orient
das Akkadische [assyrisch/babylonisch] ab.) Offizielle Einführung der Quadratschrift
durch die jüdisch-persischen Staatsmänner Esra in den vierziger Jahren des 5. Jahr-
hunderts v. Chr. und Nehemia im Jahre 433 v. Chr.
Das arabische Alphabet ist aus älteren arabischen Schriftvarianten entstanden. Die heute
gebrauchte Kursivschrift ist im 10. Jahrhundert nach geometrischen Methoden entstanden
und nahm kalligraphisch Rücksicht auf den Rhythmus der Handbewegungen beim
Schreiben.
(!Papyros !Schrift !Bibel)

Alphabetische Zahlen !Griechische Zahlen

Amerikanischer Jede Textzeile wird individuell positioniert. Es entsteht das Bild eines unregelmäßigen,
Flattersatz auf !Mittelachse gesetzten Textes. (!Flattersatz)
Andruck Probedruck (!Fortdruck)

Anhang Der !Anhang eines Buches (Appendix) kann u. a. aus einem !Literatur- und
Quellenverzeichnis, einem !Stichwortverzeichnis, sonstigen Registern (!Registersatz),
Tafeln, Plänen und Anmerkungen zum Text bestehen.

Anlagesteg !Stege !Setzerwerkzeug

Anmutung Die Anmutung von Schriften durch ihre Formensprache ist ein Phänomen, das bei den
Lesern bestimmte Gefühle auslösen kann. Die Wahl der Schrift (siehe Schriftmuster auf
Seite 120/121) im Zusammenhang mit der Gestaltung (!Typographie) sollte mit dem
Inhalt der Drucksache übereinstimmen, um beim Leser nicht gegensätzliche (unbewußte)
Gefühle aufkommen zu lassen.

Anschnitt Ein Bild anschneiden bedeutet, daß das Bild vom Papierrand begrenzt wird und damit in
den Anschnitt kommt. (!Schnittmarken)

ANSI American National Standards Institute, Nationales Normungsinstitut Amerikas
(!DIN-Normen)

An- und Abführungen Im deutschen Schriftsatz sind „ “ (!Gänsefüßchen) und » « (!Guillemets) üblich,
" " sind Zollzeichen und keine An- oder Abführungen. (!Fremdsprachensatz)
„ “ = (dtsch.) dän., poln., rum., russ., slowak., slowen., tschech., ungar.,
isländ., norw.
„ ” = nied., afrikaans, ungar.
“ ” = engl., irisch, span., franz., portug.
” ” = schwed., finn.
“ „ = italien., türk.
« » = franz., italien., span., portug., rum., norw., griech., russ., slowen., türk.
» « = (dtsch.) dän., poln., kroat., slowak., tschech., ungar.
» » = schwed., finn.

Antiporta !Schmutztitel

Antiqua (lat.: littera antiqua = alte Schrift) Sammelbezeichnung für „lateinische“ Schriften, für alle
zu den runden Schriften (außer Schreibschriften) zählenden Schriftgattungen
(!Schriftklassifikation [nach DIN 16 518 die Nr. 1–7 und 9])

11
Das Vorbild der Antiqua ist die Schreibschrift der italienischen Humanisten. Diese
modifizierten die !Karolingische Minuskel und benutzten wie diese das Alphabet der
römischen Kapitale. (!Capitalis monumentalis)
Auf Nicolas !Jenson gehen die Antiqua-Schriftschnitte unserer Druckschriften zurück.
Adolf Rusch (!Mentelin) führte die Antiqua in Deutschland ein.
(!Capitalis monumentalis !Duden 1941 !Gotisch !Kursiv !Langes „s“
!Mediäval !Scharfes „s“)
Apokryph (griech.: krypho = geheim, versteckt) Unecht, nicht anerkannte Schrift
Apostelklopfer Scherzhafte Bezeichnung für Buchbinder (!Pachant)
Apostroph ’ = Auslassungszeichen (’90/91); Auslassung eines unbetonten Vokals
(Elision: – Synkope [ew’ger] – Apokope [sagt’])
Appendix !Anhang eines Buches
Aquatinta Künstlerisch-manuelles Tiefdruckverfahren. Die Aquatinta ist eine !Radierung mit
körnigem Ätzgrund.
Äquivalentzeichen 1. # = gleich und parallel
2. !Spieß (!Korrekturzeichen aus dem !Bleisatz)
Arabische Ziffern Um 1200 n. Chr. in Europa aufgekommene !Ziffern indischen Ursprungs

١ ٢ ٣ ٤ ٥ ٦ ٧ ٨ ٩ ٠
1 2 3 4 5 6 7 8 9 0

(!Römische Zahlen !Griechische Zahlen !Zahlen)
Arschgespan !Gasse !Gespan !Handsatz
Astronomische Zeichen Im Kalendersatz verwendete Zeichen, z. B. " $ % &
At-Zeichen @ (Achtung: lautlich gleich mit !Et-Zeichen) (lat.: ad = nach, bei, zu)

1. Gliederungszeichen in E-Mail-Adressen; früher kaufmännisches „a“, um den Einzel-
preis einer Ware anzugeben. So ist dieses Zeichen 1885 auf die Schreibmaschinentastatur
gekommen, von wo es etwa 100 Jahre später in den Standardzeichensatz für Computer
übernommen wurde (siehe Seite 114 [Kode 064]).
Entstanden ist das At-Zeichen durch mittelalterliche Kopistenmönche, die beim Schreiben
des lateinischen Wortes „ad“ die !Ligatur @ schrieben.
In den verschiedenen Sprachen werden unterschiedliche Bezeichnungen für @
verwendet: engl. „at“, franz. „arobase“, span. und portug. „arroba“, griech. „aná“.
2. Daneben gibt es zahlreiche Tiermetaphern:
der Affenschwanz, der an die südamerikanische Affenart Ateles mit ihren mächtigen
Schwänzen erinnert (dtsch.: „Affenschwanz“, „Klammeraffe“, niederl.: „apestaart“,
finn.: „apinanhanta“)
die Schnecke (ital.: „chiocciolina“, franz.: „petit escargot“, korean.: „dalphaengi“,
esperanto: „heliko“)
der Elefantenrüssel mit „a“ (dän.: „snabel a“)
das Entchen (griech.: „papaki“)
der Erdwurm (ungar.: „kukac“)
das „Miau“ einer Katze (finn.: „miukumauku“)
Augenpulver Sehr kleiner !Schriftgrad, der gerade noch mit bloßem Auge lesbar ist. Die Schrift ist
nicht größer als Pulverkörner groß sind.

12
Ausbinden Mit einer !Kolumnenschnur wurde im Bleisatz eine !Kolumne ausgebunden (fest
umwickelt), das Ende der Schnur zum sicheren Halt zwischen den Bleisatz und der
umwickelten Schnur mit der !Ahle gesteckt und fest angezogen.

Ausbringen Erweitern der Wortabstände (!Ausschließen)

Ausgangsseite Letzte Seite des Abschnittes eines Buches (!Spitzkolumne)

Ausgangszeile Letzte Zeile eines Absatzes (!Hurenkind)

Ausgleichen In einem Wort den Abstand zwischen den Buchstaben optisch gleichmachen,
z. B. im Versalsatz. (!Spationieren)

Aushängebogen Zur letzten Kontrolle fertig zugerichteter Druckbogen. Der Aushänger dient der
Bindefreigabe (!Druckfreigabe). Ursprünglich wurde der Druckbogen
z. B. am Schwarzen Brett der Hochschulen ausgehängt, wo jeder gegen Erfolgshonorar
nach Fehlern suchen konnte.

Auspunktieren Ausfüllen einer Zeile mit Punkten (!Registerpunkte)

Ausschießen Die Kolumnen eines !Druckbogens so stellen, daß sie in richtiger Seitenfolge gedruckt
werden. (!Buchformat !Formatmachen !Montage !Nutzen !Rectoseiten
!Versoseiten)
Ausschießschema eines Bogens für 16 Seiten (Oktav [8°]) zum !Umschlagen im
Hochformat

3' 6 5' 4
14' 11 12' 13
15' 10 9' 16
2' 7 8' 1
' = jeweils Kopf der Seite


(!Bogen !Falzarten !Faulenzer !Schöndruck !Widerdruck !Stege)

Ausschlachten Im Bleisatz die Herausnahme aller von der Grundschrift abweichenden Schriften sowie
Materialien wie Blindmaterial, Linien usw. aus dem Satz (!Ablegen)

Ausschließen Eine Zeile durch größere Wortzwischenräume auf die volle Zeilenbreite bringen
(!Ausbringen) oder durch Verringern der Zwischenräume einbringen. (!Blocksatz)

Ausschluß Der Ausschluß bildet den Wortzwischenraum. Das Ausschlußmaterial im Bleisatz
bestand aus genormten Breiten, 1 Punkt, 1½ Punkt, 2 Punkt, 3 Punkt, !Halbgeviert,
!Geviert. (!Ausschließen !Spatium)

Ausschuß 1. Fehlerhaftes Papier, das in der Papierfabrik erneut in den Produktionsprozeß
eingebunden wird.
2. Fehlerhafter !Druckbogen, auch !Makulatur

Austreiben !Ausbringen

Auszeichnung Hervorheben von Text mit typographischen Mitteln, z. B. Kursiv- oder Fettdruck
(!Schriftfamilie), das !Sperren sollte nur für Frakturschriften vorgesehen werden, weil
hier die Auszeichnungsmöglichkeit der Kursiv fehlt.

Autor (lat.: auctor, Schreibvariante autor, von augere = vermehren, vergrößern) Urheber,
Verfasser, im 15. Jahrhundert entlehnt (!Herausgeber)

Autorkorrektur Korrektur des Verfassers nach Erstellung des Satzes und Ausführung der Hauskorrektur.
Beide Korrekturarten sollten aus Kostengründen voneinander getrennt werden.
(!Korrektur)
Azureelinie Feine schraffierte Sicherheitslinie

13
B

Bachulke !Pachulke
Backslash \ = Schrägstrich von links oben nach rechts unten (!Schrägstrich)
Banderole Buchbinde, Buchschleife, Streifband um Bücher, auch Bauchbinde
Barcode !EAN-Code
Baskerville 1. John Baskerville (1706–1775), englischer Schriftkünstler und Buchdrucker
(!Schriftdesigner)
2. Schriftcharakter im Übergangsstil von klassischer zu klassizistischer !Antiqua
(!Schriftklassifikation)
Bastardschrift Schriftcharakter, der teils lateinische, teils deutsche Schriftformelemente aufweist, also
eine Schriftform zwischen !Antiqua und !Fraktur.
Bauchbinde !Banderole
Beihefter !Beilage, die nicht eingesteckt, sondern mitgeheftet wird (!Umleger)
Beilage Prospekt, Werbekarte, Berichtigungszettel usw., die in das fertige Druckerzeugnis
eingesteckt oder beigelegt sind.
Bengel Hebelarm an Abziehpressen (!Setzer- und Druckersprache, 1. Zeile des Gedichts aus
einem Formatbüchlein)
Berthold Der deutsche Schriftgießer Hermann Berthold (1831–1904) glich 1879 das französische
Punktsystem (!Didot) dem metrischen System an (1 m = 2660 p).
(!Typographisches Maßsystem !Schriftdesigner [Berthold AG])
Beschnitt In der Regel dreiseitiges Beschneiden des !Buchblocks an den !Beschnittmarken
Beschnittmarke Linienstücke, die das Papierformat der fertigen Drucksache anzeigen und als Markierung
für den !Beschnitt dienen.
Bibel (griech.: ta biblia = die Bücher) Das Buch der Bücher, die „Heilige Schrift“, gilt den
christlichen Kirchen als Urkunde der göttlichen Offenbarung, das AT (Alte Testament)
aus dem Hebräischen, das NT (Neue Testament) aus dem Griechischen.
Die Bibel hat eine überragende Bedeutung für die gesamte Kultur des Abendlandes
(neben der griechisch-römischen Antike). Weil im Mittelpunkt dieses Typographie-
Lexikons das Buch steht, sollte „das Buch der Bücher“ nicht darin fehlen. Es sei
beispielhaft nur an die Entstehung des Codex (der bevorzugten Form der Bibel der
Christen der Antike und Vorläufer unserer heutigen Bücher), der Erfindung der Buch-
druckerkunst durch Gutenberg und seinem berühmten Bibeldruck, der Festigung der
europäischen Nationalsprachen durch Bibelübersetzungen (in Deutschland Martin
Luther) und auch an Schriftentwicklungen und Schriftschöpfungen, z. B. durch
Christianisierung (Koptisch, gotische Unziale, kyrillische Alphabete [Russisch,
Serbisch, Bulgarisch usw.]), erinnert.
Entstehung:

Das AT enthält 39 Schriften und ist in der heutigen Form vom 7. bis zum 2. Jahr-
hundert v. Chr. entstanden. Zur Zeit Königs Josia von Juda (639–609) entstand unter
dem Druck internationaler Ereignisse (Schwäche des assyrischen Reiches unter
gleichzeitiger Entstehung eines neubabylonischen Reiches und Wiedererstarken

14
Ägyptens) die deuteronomische Geschichtsschreibung, d. h. eine zusammengewobene
biblische Saga von Abraham und Mose, über König Salomo usw. bis König Josia und
der Rückeroberung des verheißenen Landes durch König Josia, eine glänzende und mit
Leidenschaft geschriebene Komposition, die ganz auf die aktuellen politischen
Ereignisse ausgerichtet ist. 622 v. Chr. wird im Jerusalemer Tempel (1. Tempel) bei
Renovierungsarbeiten das Gesetzbuch „gefunden“, das „Deuteronomium“ (griech. das
„zweite Gesetz“, eine Art Grundgesetz und Sozialgesetzbuch). Das AT diente von
König Josia an bis heute als einzigartige Quelle der Solidarität und Identität. Endgültig
578 v. Chr. enden das Königreich Juda und die davidische Dynastie mit der Zerstörung
Jerusalems und des 1. Tempels. Ein Teil der Bevölkerung wird verschleppt, und es folgt
die „Babylonische Gefangenschaft“. Nach der persischen Machtübernahme und dem
Erlaß von Kyros 538 v. Chr. kehren nach und nach in mehreren Wellen die
Deportierten zurück. Die deuteronomische Geschichtsschreibung nimmt redaktionelle
Erweiterungen und Korrekturen am AT vor mit Erklärungsversuchen der Ereignisse in
Vergangenheit und Gegenwart. Es entwickelt sich inzwischen die hebräische Quadrat-
schrift aus dem Akkadischen. 516 v. Chr. ist der 2. Tempel in Jerusalem mit persischer
Hilfe wiederaufgebaut (im Jahre 70 n. Chr. von den Römern zerstört). Statt eines
Königtums entwickelte sich eine Priesterherrschaft. In der nachexilischen Zeit findet
die endgültige Redaktion des Pentateuchs statt.
Die Gliederung des AT in Kapitel und Verse ist seit dem 16. Jahrhundert üblich.
Das NT entstand zum Teil im 1. Jahrhundert n. Chr. und war Ende des 2. Jahrhunderts
n. Chr. im wesentlichen abgeschlossen. Es enthält 27 Bücher. Die Gliederung in Kapitel
ist seit Stephen Langton (gest. 1228) und in numerierte Verse seit Robert !Estienne
(1551 in seinem griechischen Neuen Testament) üblich.
Handschriften:
Die ältesten erhaltenen Handschriften des AT stammen aus der Genisa (Schatzkammer)
der Synagoge von Kairo und aus den Höhlen von Qumran aus dem 2. Jahrhundert
v. Chr. Der hebräische Wortlaut des AT verfestigte sich im 2. Jahrhundert n. Chr. und
wurde seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. von den Masoreten, jüdischen Schriftgelehrten,
überwacht.
Die wichtigsten noch existierenden Handschriften des NT sind die bis ins 2. Jahr-
hundert zurückreichenden Bodmer-Papyri und die Chester-Beatty-Papyri (!Papyros),
der Codex Sinaiticus aus dem 4. Jahrhundert (London), der Codex Vaticanus aus dem
4. Jahrhundert (Rom), der Codex Alexandrinus aus dem 5. Jahrhundert (London) und
der Codex Ephraemi Syri rescriptus aus dem 5. Jahrhundert (Paris) (!Codex
!Pergament). Diese Handschriften enthalten auch ganz oder zum Teil das AT.
Wichtige Bibelübersetzungen und -bearbeitungen:
Septuaginta (72 Gelehrte übersetzen die Thora ca. 250 v. Chr. in Alexandria, hebräisch
> griechisch, später folgt das ganze AT), Übersetzung bis heute in den Ostkirchen
maßgebend
Hexapla (Origenes, Sechsspaltenbibel ca. 240–245, 1. hebräischer Konsonantentext
> 2. griechische Transkription > 3. Übersetzung Aquila > 4. Übersetzung Symmachus
> 5. Septuaginta > 6. Übersetzung Theodotion) = (!Synopse) Rezension Septuaginta
Vulgata (Hieronymus, Übersetzung 390–405, hebräisch > lateinisch), Übersetzung für
das Abendland bis heute bestimmend (!Mentelin)
Lutherbibel (Luther/Melanchthon/Aurogallus, Übersetzung 1522–1534, griechisch/
hebräisch > deutsch), Übersetzung für den deutschen Sprachbereich von allerhöchster
Bedeutung
Erste Übersetzung der Bibel aus dem Griechischen ins Germanische (Gotisch) durch [Ulfila]
Wulfila (ca. 311–383) ca. 369 unter gleichzeitiger Schaffung einer gotischen Unzialschrift
aus der griechischen Unziale (Codex argenteus in Uppsala, 6. Jahrhundert).

15

Nach Gutenbergs Druck der 42zeiligen lateinischen Bibel folgten von 1460 bis 1520
im deutschen Sprachgebiet 62 weitere lateinische Bibeldrucke, allein 21 Auflagen für
die Jahre 1476 bis 1480. Der erste Bibeldruck in deutscher Sprache erfolgte 1466
in Straßburg von Johann !Mentelin. Bis zum Druck der Lutherübersetzung erschienen
18 Bibeldrucke in oberdeutscher und niederdeutscher Übersetzung.
(!Papyros [Byblos] !Alphabet [hebräische Quadratschrift] !Gutenberg [42zeilige
Bibel] !Druckfehler [Ehebrecherbibel] !Hermeneutik)
Bibliographie Bibliographische Angaben eines Buches umfassen Auflage, Erscheinungsjahr, Seitenzahl,
Format, Umschlagart, Preis und !ISBN (!CIP-Kurztitelaufnahme)
Bibliothek (griech.: biblion = Buch, theke = Behälter, Behältnis [z. B. Schrank, Kiste, Kasten])
Bücherei, Sammlung von Büchern
Eine der ältesten Bibliotheken ist die Keilschrift-Tontafelbibliothek in Ninive aus dem
7. Jahrhundert v. Chr. von dem Assyrerkönig Assurbanipal (ca. 668–626 v. Chr.).
Die bedeutendsten Bibliotheken des griechisch-römischen Altertums waren die
Alexandrinische Bibliothek (gegründet unter Ptolemaios I [305–283] mit etwa 700 000
Buchrollen [!Bibel, Septuaginta]) und die Bibliothek von Pergamon (etwa 200 000
Buchrollen [!Pergament]).
Klöster waren im frühen Mittelalter Träger der Bibliotheken (z. B. Bamberg, Monte
Cassino, Cluny, St. Gallen, Reichenau). Im Hochmittelalter entwickelten sich die ersten
Universitätsbibliotheken (Salamanca 1243, Paris 1257).
Das Zeitalter des Humanismus und der Renaissance brachte einen starken Aufschwung für
öffentliche Bibliotheken (Laurenziana in Florenz, Marciana in Venedig [!Setzer- und
Druckersprache, Johannes Bessarion], Vaticana in Rom). Renaissancefürsten gründeten
Bibliotheken, aus denen später Landes- und Staatsbibliotheken hervorgingen (Wien 1526,
Dresden 1556, München 1558).
Die bedeutendste Bibliothek des 16. Jahrhunderts in Deutschland war die Palatina in
Heidelberg (1553), die des 17. Jahrhunderts die Augusta in Wolfenbüttel (1604).
Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die Volksbüchereien.
Bildlegende !Legende
Bildschirmfarben !RGB (Rot, Grün, Blau)
Bildunterschrift Erläuternder Text zu Abbildungen (!Legende)
Bindestrich !Divis
Blank Wurf beim !Quadräteln, alle !Signaturen liegen unten, damit doppelter Punktgewinn
Blankschlagen Im Bleisatz fehlende Bilder oder Satzteile mit !Blindmaterial freihalten
Blaupause Kopie des Films des montierten ausgeschossenen Druckbogens (!Ausschießen).
Es können noch letzte Korrekturen vor Herstellung der Druckform ausgeführt werden.
(!Aushängebogen !Imprimatur)
Bleisatz Der Bleisatz entstand durch die Erfindung !Gutenbergs. (!Handsatz !Schriftsetzer)
Die Bleilettern bestehen aus einer Legierung von etwa 65 bis 70 % Blei, 20 bis 25 %
Antimon und 5 bis 10 % Zinn. Blei nimmt die Druckfarbe gut an und gibt sie an das Papier
gut ab. Antimon härtet das weiche Blei. Zinn bindet die anderen beiden Metalle und macht
das Gießen der Lettern leichtflüssiger.
1 Nonpareillegeviert wiegt 1 Gramm, 1 Cicerogeviert 4 Gramm, 1 cm² 19,5 Gramm.
Weiterentwicklungen des Bleisatzes bildeten Ende des 19. Jahrhunderts der Maschinensatz,
im wesentlichen !Linotype und !Monotype. Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts

16
Beginn des Foto- und !Lichtsatzes und damit das Ende des Bleisatzes, der damit immerhin
500 Jahre lang eine aktuelle Technologie darstellte. In den 80er Jahren Einführung des
Desktop-Publishing. (!DTP)
Siehe ! Ablegen, Adlatus, Affenstall, Ahle, Anlagesteg, Ausbinden, Ausschlachten, Bengel,
Blank, Blankschlagen, Blindmaterial, Blitz, Brotschrift, Buchdruckerwappen, Bundsteg,
Cicero, Defekte, Deleatur, Didot, Divisorium, Durchschuß, Eierkuchen, Fahne, Faktor,
Fisch, Fliegenkopf, Frosch, Gasse, Gautschbrief, Gautschen, Gautschspruch, Geviert, Grab,
Gutenberg, Handsatz, Hering, Hochzeit, Hugo, Hurenkind, Jungfrau, Justieren, Klischee,
Klopfen, Kolumnenschnur, Kompreß, Konkordanz, Korrektor, Kustos, Leiche, Letter,
Ligatur, Linien, Linotype, Löffel, Logotype, Ludlow, Maschinensatz, Mater, Metteur,
Mönch, Monotype, Nudel, Offizin, Pachulke, Paketsatz, Porte-page, Punze, Quadräteln,
Quadraten, Quetsche, Registerhalten, Regletten, Riemen, Satzschiff, Schreibweisen,
Schriftgrad, Schrifthöhe, Schriftsatz, Schusterjunge, Schwarze Kunst, Schweizerdegen,
Setzer, Setzkasten, Signatur, Spatium, Speck, Spieß, Steg, Stereotype, Stundensatz, Tenakel,
Typometer, Umbruch, Vertatur, Waisenkind, Werksatz, Winkelhaken, Witwe, Zeug,
Zwiebelfisch, Zwischenschlag
Blinddruck Prägedruck ohne Farbe
Blindenschrift Schrift, die von Blinden mit den Fingern „gelesen“ werden kann. Punkte werden in das
Papier geprägt. Erfinder war u. a. der blinde Lehrer L. Braille (1809–1852).
Blindmaterial Alles nichtdruckende Satzmaterial (!Handsatz) im !Bleisatz, etwa 145 verschiedene
Teile. Es hatte eine niedrigere Höhe als die Druckhöhe. Druckte ein Blindmaterial
unbeabsichtigt mit, wurde es Spieß genannt.
(!Ausschluß !Spatium !Durchschuß !Quadraten !Regletten !Stege)
Blindmuster Ein Blindmuster zeigt Größe, Aussehen und Material eines späteren Werkes ohne den
Druck.
Blindtext Gedruckter !Text als Platzhalter ohne inhaltliche Bedeutung, Satzmuster für eine
!Anmutung
Blindzeile Leerraum in Höhe einer Satzzeile (Leerzeile)
Blitz Im Bleisatz (Einzelbuchstabensatz) Verkanten der Zeilen, das mindestens durch mehrere
Zeilen läuft und Zeilenteile zueinander verschiebt, der Schrecken aller Handsetzer, weil ein
„Eierkuchen“ entstehen kann, ein Verquirlen der !Lettern, das dann zum !Neusatz
dieser Zeilen führt.
Blitzer Bei Passerungenauigkeiten (!Passerkreuz) im Mehrfarbendruck können Farben, die
aneinanderstoßen, durch einen kleinen andersfarbigen Zwischenraum getrennt werden.
(!Überfüllung)
Blockade Auffällige Markierung fraglicher Stellen im Satz als Blickfang (!Fliegenkopf)
Blockbücher In China Druck von Blockbüchern schon im 8./9. Jahrhundert n. Chr. Um 1400 kam
als älteste Reproduktionstechnik der !Holzschnitt in Mitteleuropa in Gebrauch
(!Buchdruck). Um 1430 erfolgte der erste Druck von Blockbüchern (Holztafeldruck) in
Holland (!Coster). Das Papier konnte wegen des Durchdrucks des Holzdruckstocks nur
einseitig bedruckt werden (erst !Gutenberg gelang mit seiner Erfindung das akzeptable
doppelseitige Bedrucken des Papiers). Es wurden zwei Seiten auf einen Bogen gedruckt, die
rechte Seite nach links, die linke Seite nach rechts. Der Papierbogen wurde in der Mitte so
gefalzt, daß die bedruckten Seiten nach außen kamen und die offene Seite des gefalzten
Papiers in den Bund. Die Bindung ähnelte der !Japanischen Bindung.
Blocksatz Satzart, bei der alle Zeilen gleichbreit laufen (!Ausschließen !Flattersatz
!Randausgleich !Wortzwischenraum)

17
Bodoni 1. Giambattista Bodoni (1740–1813), bedeutender italienischer Drucker und Erneuerer
der Typographie.
2. Eine von Bodoni entworfene !Schriftfamilie im Charakter der klassizistischen
Antiqua trägt seinen Namen. (!Schriftdesigner)
Bogen Ausgangsformat von Papier (!Rohbogen), aus dem sich durch Falzen und Schneiden
das Endformat ergibt. (!Umdrehen !Umschlagen !Umstülpen)

1 Normalbogen umfaßt 16 Seiten als Grundeinheit für das !Ausschießen der Falzbogen
(!Buchformat !Druckbogen)
Bogennorm Stichwortartige Titelangabe am Fuß, im !Beschnitt oder im Rücken der ersten Kolumne
jedes !Druckbogens (!Kollationieren)
Bogensignatur Fortlaufende Kennzahl im !Beschnitt oder im Rücken der ersten Kolumne eines jeden
!Druckbogens (!Kollationieren)
Books on Demand !Computer-to-Press
Borgis !Schriftgrad (9 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Brevier !Schriftgrad (8 Punkt) !Namen der Schriftgrade (8 Punkt)
Briefbogen Beim Standardbriefbogen nach DIN sind folgende wichtige Abstände vom oberen
Papierrand zu beachten:
Erste Falzmarke 105 mm Zweite Falzmarke 210 mm
Abstand zum Fenster 45 mm Lochmarke 148,5 mm
Fensterhöhe 45 mm Fensterbreite 85 mm
Absenderzeile im Fenster 5 mm Empfängeradresse im Fenster 40 mm
Heftrand von links 20 mm
Briefbogenformate Deutsches Format 210 mm × 297 mm (DIN A4)
Amerikanisches Format 216 mm × 280 mm (8 inch × 11 inch)
Brillant !Schriftgrad (3 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Broschieren Ohne festen Deckel einbinden, kartonieren (!Broschur !Einband)
Broschur (franz.: brocher = provisorisch binden) Publikation mit Papier- oder Kartonumschlag.
Ursprünglich wurden Bücher nicht in fester gebundener Form zum Kauf angeboten. Der
Käufer eines Buches ging zu einem Buchbinder, der den Kartonumschlag der Broschur
entfernte und das Buch nach den Wünschen des Kunden fest einband.
(!Buch !Schmutztitel)
Brotschrift Gebrauchsschriften in den Graden von 6 bis 12 Punkt (Mengensatz);
der Satz in diesen Schriftgrößen hat dem Schriftsetzer das tägliche Brot eingebracht
(!Paketsatz), bis der !Maschinensatz aufkam.
Bruch Falz, Faltung
Bruchstrich (wie der !Schrägstrich /) ¼, aber mit anderem Winkel;
horizontaler Bruchstrich = – (!Bruchziffern)
Bruchziffern Oben- oder untenstehende Ziffern, nebeneinanderstehend mit schrägem oder
untereinanderstehend mit waagerechtem Bruchstrich getrennt. (!Exponent !Index)
Buch 1. Eine nicht periodisch erscheinende Publikation (weniger als 48 Seiten !Broschur)
und ein in eine !Buchdecke eingeschlagener !Buchblock. (!Oberschnitt)
Im 2. Jahrhundert n. Chr. kam der !Codex auf, die Buchform im heutigen Sinne.
Der älteste bekannte Buchbinder Europas war der Mönch Dageus († 587).

18
Um 1430 entstanden erste Drucke von !Blockbüchern in Holland (!Coster),
ab 1445 Druck von Büchern durch die Erfindung der Buchdruckerkunst durch
!Gutenberg. (!Bibel)
Das erste Buch mit Seitenzählung wurde 1474 in Köln von Nicolaus gedruckt.
(!Buchformat !Buchrücken !Explicit !Foliieren)

Zwei Anmerkungen, die auch zu Büchern gehören:
Eine typographische Anmerkung
Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts werden nunmehr Bücher paginiert, immer die rechte
Seite mit einer ungeraden Seitenzahl, immer die linke Seite mit einer geraden Seitenzahl.
Diese Erkenntnis hat sich bis heute (Beginn des 21. Jahrhunderts) noch immer nicht bei
allen schreibenden und lesenden Zeitgenossen herumgesprochen.
Anmerkung mit Lesehinweis
Bücher waren von Anbeginn an auch immer eine politische Angelegenheit, eine
der Freiheit des Denkens, das beweisen Zensur, Fälschungen, Indexlisten und
Bücherverbrennungen (Bücher entzünden sich bei einer Temperatur von etwa 232 °C),
ein Lesehinweis dafür soll das Buch Fahrenheit 451 von Ray Bradbury sein (451 Grad
Fahrenheit, der Hitzegrad, „bei dem Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt“, steht in
der politischen Tradition von H. G. Wells, Aldous Huxley, Georg Orwell sowie Jack
London [mit seinem Buch Die eiserne Ferse]).
(!Hesse !Schwarzbuch)

2. Ein Buch nennen die Buchdrucker eine Lage von 25 Bogen Druckpapier,
während die Papierhändler nur 24 Bogen (Schreibpapier) darunter verstehen.
(!Ries !Papyros)
Buchbinde !Banderole
Buchblock Gehefteter oder klebegebundener Rohblock (!Druckbogen), der an drei Seiten
geschnitten wird. (!Buch !Heften !Klebebindung !Lumbeckklebung !Luwi-
Bindung !Oberschnitt)
Buchdecke Starrer Einband, der den !Buchblock umgibt (!Schutzumschlag)
Buchdruck Sammelbegriff für Hochdruck, die erhabenen Teile der Druckform werden gedruckt
(heute künstlerische Verfahren: !Holzschnitt, Linolschnitt, Bleischnitt).
Schon um 1500, also 32 Jahre nach !Gutenbergs Tod, gab es in Europa etwa
1100 Druckereien (in Venedig allein etwa 150) in 250 Städten, die zwischenzeitlich an
die 40 000 Druckwerke, vom Flugblatt bis zum Buch, mit einer geschätzten Auflage von
10 Millionen Exemplaren herausgebracht hatten. (!Bleisatz !Koenig)
Das älteste bekannte Zeugnis der Buchdruckkunst stammt aus China:
868 n. Chr. wird von steinernen Druckplatten eine Ausgabe des buddhistischen
Diamanten-Sutra gedruckt. (!Blockbücher !Druckverfahren)
Buchdrucker 1. Gemeinsamer Begriff der an Satz und Druck Beteiligten, Jünger der !Schwarzen
Kunst
2. Drucker, der im !Buchdruck tätig war, d. h. im Hochdruck (Bleisatz)
3. Borkenkäfer (Ips typographus), ein Forstschädling, der nach seinem Fraßbild unter der
Baumrinde benannt ist. Er gehört zu den Scolytidae oder Ipidae, einer Käferfamilie mit
etwa 4600 Arten.
Buchdrucker-Duden Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache (!Duden 1903)
Buchdruckergruß Der einstige Zunftgruß der Jünger !Gutenbergs (der Jünger der !Schwarzen Kunst),
der Drucker und Setzer: „Gott grüß’ die Kunst!“

19
Buchdruckerkunst !Gutenberg
Buchdruckerwappen Schild mit Doppeladler, in den Fängen !Winkelhaken und !Tenakel mit
!Divisorium, darüber Helm und halb sichtbarer Greif mit zwei Druckerballen
in den Farben Gold, Silber, Purpur, Blau; Sinnbild der !Schwarzen Kunst.
Nach einer liebgewordenen Legende der Drucker und Setzer wurde das Wappen
von Kaiser Friedrich III. um 1470 verliehen (!Mentelin [Johannes Schott,
Fälschung]), der Greif von Kaiser Ferdinand I. um 1650 als Figur hinzugefügt.
Aus Anlaß des 200jährigen Jubiläums der Erfindung der Buchdruckerkunst schrieb
Timotheus Ritzsch (!Zeitung) 1640 zu den Feierlichkeiten:
Dies neue Werk hat nun dem Kaiser so beliebet,
Daß er diejenigen, so solche Kunst geübet,
Mit Privilegien hat herrlich überfüllt,
Und ihnen auch verehrt den Greifen in dem Schild.
Damit war die Legende um die Verleihung des Buchdruckerwappens gefestigt.
In das erste vollständige Wappen von 1654 nahmen die Buchdrucker von Jena den
Greifen in den Schild und auf dem Helm auf. 1668 verewigt Siegmund von Birken in
Nürnberg im Fuggerschen „Spiegel der Ehren des Erzhauses Österreich“ die oben-
erwähnte Legende: „… wie denn K. Friedrich sie, Gold zu tragen, auch sonsten dem
Adel und den Gelehrten gleich, befreyet, und in Sonderheit den Schrift-Setzern einen
Adler, den Druckern aber einen Greif, mit dem Druckerballen in der einen Klaue, und
beide Wappen mit offenem Helm, verliehen.“
In der dritten in Hamburg erschienenen Auflage 1719 der „Kurzgefaßten Heroldskunst“
von Caspar Büsching liest man über die heraldische Form des Buchdruckerwappens:
„Die Buchdrucker haben zum Wappen den zweyköpfigen schwarzen Reichsadler in
Gold, jedoch ohne Krone, welcher in der rechten Klaue einen Winkelhaken, in der
linken aber zwey auf einander gesetzte Druckerballen hält. Auf dem Schild steht ein
offener gekrönter Helm, und aus der Krone raget ein halber geflügelter Greif mit
ausgestreckter Zunge herfür, welcher in seinen beiden Forder-Klauen ein paar
übereinander gesetzte Drucker-Ballen hält. Mit geringfügigen Abweichungen wurde
das Buchdruckerwappen in den nächsten Jahren in Deutschland allgemein
gebräuchlich.“
Buchformat Maßeinheit, nach der die Höhe (sonst Zusatzbezeichnung „Quer“) eines Buches
angegeben wird. Sie entsteht durch Falzen des !Papiers: 2 Blatt = Folio (2°),
4 Blatt = Quart (4°) usw. Größen unter 10 cm und über 45 cm Höhe werden nach den
Richtlinien der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main in Zentimetern angegeben.
(!Bogen)

Format- Bogen- Größe Seiten Blatt Bogen- Anzahl
bezeichnung bezeichnung einheit Falz-
brüche
Sedez Doppelbogen (16°) bis 15 cm 32 16 2 4
Klein-Oktav bis 18,5 cm
Oktav Normalbogen (8°) bis 22,5 cm 16 8 1/1 3
Groß-Oktav bis 25 cm
Lexikon-Oktav bis 30 cm
Quart Halbbogen (4°) bis 35 cm 8 4 1/2 2
Groß-Quart bis 40 cm
Folio Viertelbogen (2°) bis 45 cm 4 2 1/4 1
Groß-Folio über 45 cm
Buchhändleranzeige !Verleger

20
Buchrücken Der Buchrücken verbindet die beiden Buchdeckel. An ihm ist der !Buchblock befestigt.
Im deutschen Sprachraum verläuft der Längstitel (die senkrechte Buchtitelschrift)
meistens von unten nach oben, in den englischsprachigen Ländern von oben nach unten,
was bei liegend aufbewahrten Büchern den Vorteil hat, das der Längstitel nicht auf dem
Kopf steht, wenn das Gesicht des Buches nach oben zeigt (zu diesem Thema siehe auch
!CD-ROM, Inlaycard). (!Quertitel !Volumen)
Buchstabe !Alphabet !Buchstabenbild !Buchstabendreher !Druckbuchstabe !Letter
Buchstabenbild Das Buchstabenbild ist der druckende Teil des Buchstabens (!Druckbuchstabe
!Schriftbild)
Buchstabendreher Ein Buchstabendreher ist das Vertauschen der Reihenfolge von zwei Buchstaben in
einem Wort, z. B. statt „ei“ „ie“. (!Druckfehler)
Bundsteg Raum zwischen zwei sich gegenüberliegenden Seiten, in der die Falzung, Heftung oder
Bindung erfolgt. (!Satzspiegel !Stege)
Buntbücher !Weißbuch
Bunte Farben Grund- und Komplementärfarben (!Abgestumpfte Farben !Unbunte Farben)
Büttenpapier Mit Hilfe eines Siebes aus der Bütte geschöpfter Papierbrei. Der dabei entstehende
typische Büttenrand ist ein verlaufender, nicht beschnittener Papierrand. Er wird oft
imitiert bei Nicht-Büttenpapieren durch Abquetschen oder Reißen des Papierrandes.
(!Gautschen !Papier)














B

Die Biene ist ein fleißig Tier,
Dem Bären kommt dies g’spaßig für.

21
C
CAD Computer-Aided Design/Drafting, computergestütztes digitales Verfahren, mit dem
technische Konstruktionszeichnungen erstellt werden.
Capitalis In Stein gemeißelte römische Versalschrift, das Vorbild aller Antiquaschriften
monumentalis
Caps Engl. Abkürzung für Capitals (!Versalien). Manchmal als Beschriftung auf
Computertastaturen für die Umschalttaste zu finden. (Small caps = !Kapitälchen)
Caxton William Caxton (1422–1491), englischer Buchdrucker, Verleger und Übersetzer, errichtete
1476 in London die erste Druckwerkstatt Englands. Er verbrachte einen großen Teil seines
Lebens in Brügge als Kaufmann und Konsul, erlernte die Buchdruckerkunst in Köln und
gründete in Brügge eine Druckerei. Hier wurde von ihm 1474 sein erstes Buch auf englisch
gedruckt, eine seiner Übersetzungen. 1476 ging er nach England und eröffnete in
Westminster eine Druckerei. Von den 103 Ausgaben seiner !Offizin waren 20 eigene
Übersetzungen. William Caxton gehört zu den ersten Nichtdeutschen, die die
Buchdruckerkunst verbreiteten. (!Druckergelehrte)
CD-ROM compact disk – read only memory, Scheibe von 12 cm Durchmessern
Wichtiger Datenträger digitaler Daten, häufig auch als Buch- oder Zeitschriftenbeilage
genutzt

Begriffe zur CD-Verpackung:
Label Aufkleber oder Aufdruck auf der CD
Jewelbox, -case Kunststoffhülle, in die die CD eingelegt wird
Covercard eingelegte Vorderseite der Kunststoffhülle
Inlaycard eingelegte Hinterseite der Kunststoffhülle mit
umgeklappten Laschen (links läuft die Schrift auf der
umgeklappten Lasche von oben nach unten, rechts
von unten nach oben, siehe auch !Buchrücken)
Booklet in die Kunststoffhülle eingelegte Broschüre
Umverpackung Karton- oder Kunststoffhülle im Format einer
Videobox, in die die CD oder die Jewelbox mit CD
eingelegt ist
(!Hersteller !Mastering)
Chromopapier Ein einseitig gestrichenes !Papier
Cicero Typographische Maßeinheit, Kurzzeichen: c
(!Schriftgrad [12 Punkt] !Namen der Schriftgrade)
Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.), römischer Staatsmann und Redner der
spätrepublikanischen Zeit. Sein Einfluß auf das abendländische Denken ist kaum zu
überschätzen. Ciceros Briefe bilden dabei eine einzigartige aus der Antike überlieferte
Sammlung von Gebrauchsbriefen. Sie gehören zu den bedeutendsten des Altertums und
der abendländischen Literatur. Peter Schöffer hat Cicero gedruckt. Die Benediktiner
Conrad Sweynheim und Arnold Pannartz haben in Subiaco bei Rom 1465 (1467 Umzug
nach Rom) in der ersten Druckerei außerhalb Deutschlands „De oratore“ (Über den
Redner) von Cicero gedruckt. Der dafür gebrauchte Letterngrad, die Schriftgröße von
4,512 mm, heißt heute noch Cicero.
(!Typographisches Maßsystem)

22
CIE-Lab Commission Internationale de l’Eclairage
L (Luminanz, Helligkeit)
a (Rot-Grün-Achse)
b (Gelb-Blau-Achse)
System zur Darstellung und Einordnung einer Farbmeßzahl in einem drei-
dimensionalen Farbraum. Durch objektive spektralphotometrische Farbmessung
gewinnt in der Druckindustrie der CIE-Lab-Farbraum zunehmend an Bedeutung.
(!Farben !YCC)
CIP-Kurztitelaufnahme Cataloguing in Publication Data
Verlage, die der CIP-Kurztitelaufnahme angeschlossen sind, melden der CIP-Zentrale
der Deutschen Bibliothek vor Erscheinen eines Buchtitels die Titelei mit Angaben zum
Umfang, Ladenpreis, zur Ausstattung und zum Erscheinungstermin. Im !Impressum
des Buches wird nach der Zeile „Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme“ ein
Teil dieser Meldung abgedruckt. Im wöchentlich erscheinenden Neuerscheinungs-
Sofortdienst werden die CIP-Kurztitelaufnahmen dem Buchhandel bekanntgemacht.
Gleichzeitig dienen diese Angaben dem !VLB.
Detaillierte bibliographische Daten können im Internet über http://dnb.ddb.de
abgerufen werden.
CMYK CMYK (!Cyan !Magenta !Yellow [Gelb] !Key-colour [Schlüsselfarbe
Schwarz]) sind die Prozeßfarben für die !Druckfarben. Aus diesen vier Farben
(Vierfarbendruck) werden alle anderen Farben gemischt (subtraktive Farbmischung).
Cyan + Magenta = Blau, Cyan + Gelb = Grün, Gelb + Magenta = Rot. Primärfarben:
Cyan, Magenta, Gelb = Schwarz. Sekundärfarben: Rot, Grün, Blau !RGB. Die
Umwandlung in CMYK aus anderen Farbräumen nennt man Farbseparation, wobei jede
der vier Farbrasterpunkte in einem anderen Winkel zueinander steht:
C = 15°, M = 75°, Y = 0°, K = 45°. Die Druckfolge der Farben ist der Reihe nach
Gelb, Magenta, Cyan und Schwarz (die hellste Farbe zuerst, die dunkelste zuletzt).
(!Bildschirmfarben !Farben !Komplementärfarben)
c/o (engl.: care of) bei, per Adresse
Codex (lat.: Baumstamm, zu Tafeln gespaltenes Holz [für Schreibtafeln], von cudere = schlagen)
Im 2. Jahrhundert n. Chr. kamen Codizes, Bücher im heutigen Sinne (!Buch), auf
und verdrängten nach und nach die bis dahin gebräuchlichen einseitig beschriebenen
!Schriftrollen (!Papyros). Die Pergamentseiten des Codex wurden beidseitig
beschrieben und als Buch zusammengebunden (!Pergament).
(!Explicit)
Collegium Vor allem im 17. Jahrhundert die Vereinigungen der Buchdruckerzunft.
Der Begriff erscheint heute noch in !Gautschbriefen.
Computer-to-Plate Die digitalen Daten aus einem Druckvorstufensystem werden online direkt auf die
lichtempfindlichen Druckplatten einer Offsetmaschine gebracht. 1991 erste Vor-
stellung eines solchen Systems. Es ist der Schritt zur filmlosen Druckformherstellung.
Computer-to-Press Digitaldruck, in der Buchproduktion „Books on Demand“ (!Printing on Demand)
preisgünstiges Druckverfahren bei Klein- und Kleinstauflagen ab 10 Exemplaren,
Drucken nach Bedarf „Just in Time“, da geringe Kosten durch Verzicht auf
Druckplatten, kein Farbwechsel und keine Einrichtekosten an der Druckmaschine,
keine Lagerhaltung. Erste digitale Druckmaschine 1993.
Copyright © = Urheberrechtlicher Schutzvermerk auf Drucksachen (Bücher usw.)
!Warenzeichen

23
Cornut In den Buchdruckereien ein nach den Lehrjahren losgesprochener Lehrling (!Stift), dem
zum Gehilfenstatus noch das Postulat (!Gautschbrief) fehlte durch das !Gautschen.
Er mußte den Postulierten (Gehilfen) das Cornutengeld entrichten (!Offizin). Bei den
Buchbindern hieß dieser Lehrling !Pachant.
Corrigenda !Druckfehlerverzeichnis
Coster Laurens Janszoon Coster (mit dem Beinamen Küster, 1405–1484) soll sich, wie
!Gutenberg, mit dem Problem der Typenherstellung beschäftigt und in Haarlem die
Kunst des Druckens erfunden haben. (Coster-Legende; u. a. schreibt Friedrich Schiller in
der „Geschichte des Abfalls der Niederlande“ im ersten Buch: „Im Jahre 1482 wurde
die Buchdruckerkunst in Haarlem erfunden.“) Eher hat sich Coster vielleicht mit
!Blockbüchern beschäftigt. Erster nachweisbarer Letterndruck in Holland 1471, Delfter
Bibel 1477 (Gutenberg 1445), Druck von Blockbüchern aber schon 1430.
Weitere Namen, die mit anderen Legenden zur Erfindung der Buchdruckerkunst in
Zusammenhang stehen, sind Johann !Mentelin, Prokop Waldvogel, Johannes Brito,
Pamfilo Castaldi.
Cover Bucheinband (!Einband)
Cromalin Der Cromalinabzug ist ein Farbprüfverfahren der Firma DuPont. Er dient der Kontrolle
einer Reproduktion und wird statt eines Offsetandrucks erstellt.
(!Andruck !Proof)
Cross-media Plattformübergreifender Datenaustausch für Print- und elektronische Medien
Cyan (griech.: kyaneos = dunkelblau, kyanos = Kornblume) Dieser grünlich-blaue Farbton ist
einer der Grundfarben des Vierfarbendrucks. (!CMYK !Farben)









C

Die Ceder ist ein hoher Baum,
Oft schmeckt man die Citrone kaum.

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D

Daumenregister Rechts seitlich in den !Buchblock stufenförmig eingeschnittenes Register
(Registerschnitt, Registerstanzung, Griffregister, Grifflochstanzung, Fingerhohlschnitt).
Die Handmarke dagegen wird nicht eingeschnitten, sondern als Negativfläche auf den
Papierrand gedruckt und in den !Beschnitt gestellt. (!Tab)
Dedikationstitel (lat.: dedicare = schenken, widmen) Widmungstitel in Büchern, Zueignung (!Titelei)
Defekte Vorrätige Buchstaben (!Lettern) im Bleisatz als Reserve zum Einlegen in den
!Setzkasten
Deleaturzeichen (lat.: deleatur = es werde getilgt) d = Tilgungszeichen, Korrekturzeichen in Form eines
handgeschriebenen deutschen d (!Sütterlin)
Densitometer Optisch-elektronisches Meßgerät zur Kontrolle der Volltondichte und Rasterdichte im
Offsetdruck (!Raster)
Densometer Ein Instrument, das den Luftwiderstand des !Papiers mißt. Unter konstantem Druck
wird die Luftmenge gemessen, die durch eine Papierfläche in einem bestimmten
Zeitabschnitt hindurchströmt.
Deskriptionszeichen (lat.: description = Beschreibung) Beschreibendes Zeichen, z. B. im !Impressum
Satzzeichen wie : / , ; – und !Spatium oder Kombination dieser Zeichen
(DIN 1505 Titelangaben von Schrifttum)
Diakritische Zeichen Betonungszeichen, !Akzente stehen über oder unter den Buchstabenbildern.
Diamant !Schriftgrad (4 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Dickte Die Dickte ist die Breite (zur Fläche) eines Buchstabens (Dickte × !Kegel = Breite
× Höhe) mit !Vor- und Nachbreite und bestimmt die !Laufweite.
(!Druckbuchstabe !Letter)
Didot François Ambroise Didot (1730–1804), auch Schöpfer der Didot-Antiqua, brachte
das von !Fournier aufgestellte typographische Punktsystem und den Pied du Roi
in Übereinstimmung und veröffentlichte 1784 den Didot-Punkt, der sich über
fast ganz Europa verbreitete. Er ist der 864ste Teil des französischen Pied du Roi
(32,4864 cm = 1 Fuß = 12 Zoll, 1 Zoll = 72 Punkt) = 0,376 mm. 1978 wurde der Didot-
Punkt auf 0,375 mm abgerundet.
(!Berthold !Punkt !Typographisches Maßsystem)
Digitaldruck !Computer-to-Press !Druckverfahren
DIN-Formate Nach DIN 476 Papierformate in cm, Schreibweise z. B.: DIN A4 (!DIN-Normen)
Ausgehend von 1 m² und einem Seitenverhältnis von 1 : Wurzel aus 2 = 1 : 1,41, wird
durch Halbieren der längeren Seite das nächstkleinere Format erreicht
A-Reihe B-Reihe C-Reihe
0 84,1 ×118,9 100,0 ×141,4 91,7 ×129,7 Vierfachbogen
1 59,4 × 84,1 70,7 ×100,0 64,8 × 91,7 Doppelbogen
2 42,0 × 59,4 50,0 × 70,7 45,8 × 64,8 Bogen
3 29,7 × 42,0 35,3 × 50,0 32,4 × 45,8 Halbbogen
4 21,0 × 29,7 (Briefbogen) 25,0 × 35,3 22,9 × 32,4 Viertelbogen
5 14,8 × 21,0 (Memo) 17,6 × 25,0 16,2 × 22,9 Blatt

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6 10,5 × 14,8 (Postkarte) 12,5 × 17,6 11,4 × 16,2 Halbblatt
7 7,4 × 10,5 8,8 × 12,5 8,1 × 11,4 Viertelblatt
8 5,2 × 7,4 6,2 × 8,8 5,7 × 8,1
9 3,7 × 5,2 4,4 × 6,2 4,0 × 5,7
10 2,6 × 3,7 3,1 × 4,4 2,8 × 4,0

Die A-Reihe ist die Grundreihe und gebrauchsfertig beschnitten, die B-Reihe ist
unbeschnitten und wird erst nach dem Drucken, Falzen und Binden geschnitten,
die C-Reihe liegt im Format zwischen A und B und dient für Umschläge, Kuverts,
Hüllen und Mappen der A-Reihe.
DIN-Normen DIN – Deutsches Institut für Normung (siehe www.din.de).
DIN-Normen sind Vereinheitlichungen und Festlegungen in Form von Normblättern.
Für die Druckindustrie gibt es zahlreiche DIN-Normblätter, u. a.:
DIN Inhalt
1453 Griechische Schrift
1455 Normschriften, Handschrift
5007 Regeln für die alphabetische Ordnung (Abc-Regeln)
5008 Regeln für Maschinenschreiben
16 507 Typographische Maße
16 511 Korrekturzeichen
16 514 Begriffe für Hochdruck; Druckform; Satz und Druck
16 518 Klassifikation der Schriften (!Schriftklassifikation)
16 521 Linien im graphischen Gewerbe; Arten und Dicken
16 544 Begriffe der Reproduktionstechnik im graphischen Gewerbe
Diphthong (griech.: di- = zweifach [dyo = zwei], phthong = Laut) Doppellaut, Zwielaut,
z. B. ei, au, eu (Gegensatz: Monophthong)
Divis Viertelgeviertstrich, wird im Schriftsatz als Trennungsstrich, Bindestrich und
Ergänzungsstrich gebraucht. (!Halbgeviertstrich)
Divisorium Querstück am !Tenakel
Draufstechen Bezeichnung für Arbeit im gesteigerten Tempo
Drittelsatz Die Wortzwischenräume des !Schriftsatzes sind ein Drittelgeviert breit, d. h. ein Drittel
des !Geviertes des entsprechenden Schriftgrades.
Druckbogen 1. Der plane Papierbogen aus der Druckmaschine (!Bogen)
2. Die Seiten des gefalzten Druckbogens entsprechend dem Ausschießmuster
(!Ausschießen !Umleger). Die hintereinanderliegenden Druckbogen in einem Buch
ungebunden und ungeschnitten bilden den !Rohblock, gebunden den !Buchblock.
(!Bogennorm !Bogensignatur !Kollationieren !Rectoseiten !Schimmelbogen
!Schöndruck !Versoseiten !Widerdruck)
Druckbuchstabe Der Druckbuchstabe besteht aus druckenden und nichtdruckenden Teilen.
Das Buchstabenbild als druckender Teil steht auf der Fläche „Dickte × Kegel“
(Breite × Höhe) und ist umgeben von verschiedenen nichtdruckenden Teilen.

druckende Teile: Auslauf, Bogen, Buchstabenbild, Grundstrich, Querstrich, Rundung,
!Schriftbild !Serifen !Stege, Schleife, Schulter, Strichmodulation
nichtdruckende Teile: !Fleisch !Punze !Überhang !Vorbreite !Nachbreite
allgemeine Begriffe: !Kegel !Geviert !Dickte !Oberlänge !Unterlänge
!Mittellänge
Druckerei !Officin

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Druckergelehrte Es waren hochgebildete Drucker und !Verleger, die mit einem wesentlichen Anteil zur
Entwicklung des Humanismus und der Renaissance beitrugen. Oftmals bestanden enge
Kontakte zu führenden Persönlichkeiten der Zeit.
Robert !Estienne zu König Franz I. von Frankreich, Johann !Mentelin zu Kaiser
Friedrich III., Johann Schönsperger zu Kaiser Maximilian I., !Aldus Manutius
(Venedig) und Johannes Froben (Basel, !Namen der Schriftgrade [6 Punkt]) zu dem
großen Humanisten Erasmus von Rotterdam
Druckerzeichen Ähnlich den !Wasserzeichen in der Papierherstellung ein Herkunftsnachweis und
Erkennungszeichen von Druckereien und Verlagen (!Signet). Das älteste bekannte
Druckerzeichen stammt von Peter Schöffer aus dem Mainzer Psalter von 1457
(!Druckfehler), etwa ein Jahr nach !Gutenbergs verlorenem Prozeß. Es stellt zwei
miteinander verbundene Schilde dar, auf dem einen ein griechisches Χ (für Christos),
auf dem anderen ein griechisches Λ (für Logos) mit drei Sternen für die Dreifaltigkeit.
Interpretation: Christos ist der Mensch gewordene göttliche !Logos, das in der
Dreifaltigkeit gegründete göttliche Wort. (!Aldus Manutius !Verleger [Sigmund
Feyerabend])
Druckfarben !Farben
Homogenes Gemisch aus Farbpigmenten, Bindemitteln, Trocken- und Zusatzstoffen.
Für verschiedene !Druckverfahren werden unterschiedliche Farbzusammensetzungen
hergestellt mit besonderen Druckeigenschaften.
Echtheitseigenschaften der Druckfarben nach DIN 16 524 und 16 525:
a) Lichtechtheit, b) Alkali-Echtheit, c) Gewürz-Echtheit, d) Hitzebeständigkeit,
e) Käse-Echtheit, f) Lackier-Echtheit, g) Lacklösemittel-Echtheit, h) Paraffin- und
Wachs-Echtheit, i) Seifen-Echtheit und Waschmittel-Echtheit, k) Speisefett-Echtheit,
l) Wasser-Echtheit
Druckfehler Erratum typographicum, gedruckter Setzfehler (wird dem !Druckfehlerteufel in die
Schuhe geschoben)
Um Druckfehler soweit wie möglich zu vermeiden und um Korrekturkosten einzugrenzen,
sollte vor Beginn des Satzes eine !Satzanweisung erstellt werden, nach der der Satz
hergestellt und von !Korrektoren korrekturgelesen wird.
Vor dem Druck findet eine Endkontrolle statt (!Blaupause), ebenso vor dem Binden
(!Aushängebogen).
Druckfehler treten im heutigen Schriftsatz sehr häufig auf, weil oft nicht mehr
korrekturgelesen wird (nicht zu verwechseln mit lesen! !Korrekturlesen).
(!Buchstabendreher !Druckfehlerverzeichnis !Duden !Schreibweisen
!Silbentrennungen !Tektur)
Dazu gehören auch falsche Sachangaben, z. B. in „Der Taschenbrockhaus Weltgeschichte“
vom Verlag F. A. Brockhaus GmbH, 1. Aufl. 1999, heißt es auf Seite 30: „216 v. Chr. Die
Römer schlagen Hannibal bei Cannae“. (Es war aber umgekehrt!)

Druckfehler sind so alt wie der Buchdruck (!Korrektor):
Eines der frühesten Druckwerke, der Mainzer Psalter von 1457, enthält möglicherweise
einen Druckfehler auf der letzten Seite: dort steht „spalmorum“ statt „psalmorum“.
(!Buchstabendreher !Druckerzeichen)
Im Ständebuch von Jost Amman (!Holzschnitt) und Hans Sachs (Text) von 1568
„Der Papyrer“: „Daß mir die zschnitn Hadern nelt/“ muß es heißen: „melt“ (mahlen)
(siehe Abb. auf Seite 6).
Die 34. Auflage von 1731 der Cansteinschen Bibelgesellschaft in Halle verdankt
ihren Namen „Ehebrecherbibel“ einem Druckfehler. In 2. Mose 20, Vers 14 heißt es:
„Du sollst ehebrechen.“ (Natürlich nicht! !Verballhornen)

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Druckfehlerteufel Metapher für die leider so beliebten !Druckfehler. Gesichtet hat den Druckfehlerteufel
noch niemand, doch er schlägt immer häufiger zu (!Verleger). Bekannt ist aber, daß er
im Detail steckt.
Druckfehlerverzeichnis Auch Corrigenda oder Errata; Verzeichnis sinnstörender Fehler, die nach oder während
des Drucks bemerkt und nicht mehr korrigiert werden konnten und dem Druckwerk
beigefügt werden. (!Addenda et corrigenda !Tektur)
Druckfreigabe !Imprimatur !Blaupause !Aushängebogen
Druckverfahren !Buchdruck !Offsetdruck !Tiefdruck !Siebdruck !Computer-to-Plate
(Digitaldruck)
Druckvorlage !Vorlage
DRUPA Druck+Papier, wieder alle 4 Jahre in Düsseldorf stattfindende bedeutende Messe für das
!graphische Gewerbe, zuletzt 2000, seit 1951
DTP Desktop-Publishing, elektronisches Erstellen von Satz und Seitenumbruch an
Arbeitsplatzrechnern. Einführung des Graphikcomputers Apple Macintosh 1984 (und
damit Beginn des DTP). Als Erfinder des DTP gelten !Adobe, Aldus und Apple,
die damit (seit Gutenbergs Erfindung) die Satz- und Druckindustrie tiefgreifend
revolutionierten. Text- und Bilddaten konnten nun gemeinsam verarbeitet werden.
(!Lichtsatz !PDF)
Duden Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung (!Orthographie)
(Kurzzusammenfassung der Entwicklung der deutschen Rechtschreibung bis 1871 siehe
!Rechtschreibung)
1871 beauftragte Otto von Bismarck (1815–1898) den Kultusminister, eine einheitliche
Rechtschreibung auszuarbeiten. Konrad Duden (1829–1911) veröffentlichte anschließend
1872 „Die deutsche Rechtschreibung. Abhandlungen, Regeln und Wörterverzeichnis mit
etymologischen Angaben“.
Nachdem sich die Beschlüsse des preußischen Kultusministers nach der Einberufung
1875 zur Konferenz der „Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung“
nicht durchsetzen konnten, wurde von Konrad Duden
1880 der erste „Duden“, das „Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen
Sprache“ nach den neuen preußischen und bayerischen Regeln, in Leipzig herausgebracht.
1901 wird in der Zweiten Orthographischen Konferenz in Berlin ein verbindliches
amtliches Regelwerk für Deutschland und Österreich verabschiedet, dem sich
1902 auch die Schweiz anschließt. 1902 erscheint Dudens Rechtschreibwörterbuch in der
7. Auflage.
1903 wird die neue Orthographie bei den Behörden und in den Schulen eingeführt.
In diesem Jahr erscheint auf Wunsch des graphischen Gewerbes Konrad Dudens
„Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache“, der sogenannte Buchdrucker-
Duden, der detailliertere und eindeutigere Schreibvorschriften als das amtliche Regelwerk
anbietet.
1907 erscheint die 2. Auflage des Buchdrucker-Dudens.
1911 Konrad Duden stirbt.
Mit der 9. Auflage des Duden
1915 verschmelzen der Buchdrucker-Duden und das amtliche Regelwerk. Von nun an wird
die deutsche Rechtschreibung vom Duden-Verlag „betreut“.
1929 Die 10. Auflage erscheint erstmals unter dem Titel „Der große Duden“.
1941 Einführung der Antiqua anstelle der !Fraktur. (!Sütterlin)
1947 Das Bibliographische Institut in Leipzig gibt die erste Nachkriegsauflage des Duden
heraus (13. Auflage).

28
1948 Im Dezember erscheint eine westdeutsche Lizenzausgabe des Duden in Wiesbaden.
1951 erscheint die 14. Auflage, wobei in der Bundesrepublik Deutschland an der
Herausgabe eines eigenen westdeutschen Duden gedacht wird, weil in dieser Auflage
DDR-typische Stichwörter auftauchen.
1954 Im September gibt das Bibliographische Institut in Mannheim eine westdeutsche
Neubearbeitung der 14. Auflage des Duden heraus. Ab jetzt erscheinen in der DDR und der
Bundesrepublik Deutschland unabhängig voneinander Neuauflagen des Duden bis 1991.
1955 erklärt die Kultusministerkonferenz die im Duden (Mannheim) gebrauchten
Schreibweisen und Regeln für vorläufig verbindlich (bis zu einer amtlichen Neuregelung).
1987 beauftragen die Kultusministerkonferenz und das Bundesinnenministerium
das Institut für deutsche Sprache Mannheim zur Reform der Rechtschreibung. Bis
1989 erscheint in Mannheim die 19. Auflage des Duden und in Leipzig die 18. Neu-
bearbeitung des Duden.
1991 wieder ein gemeinsamer Duden (20. Auflage des Mannheimer Duden)
1995 vollständige Veröffentlichung einer neuen deutschen amtlichen Rechtschreibung.
Im August
1996 erscheint die 21. Auflage in alter und neuer Rechtschreibung, wobei die neue
Rechtschreibung in Rot eingedruckt ist. Die Richtlinien für den Schriftsatz bleiben von der
neuen Rechtschreibung fast unberührt. Einführung der neuen Rechtschreibung in den
Schulen der meisten Länder.
Am 1. August
1998 tritt die neue amtliche Rechtschreibung in Kraft, die alte Rechtschreibung bleibt
weiterhin bestehen.
Am 1. August
1999 führen die deutschsprachigen Presseagenturen und ein Großteil der deutschen Presse
eine modifizierte und eindeutigere neue Rechtschreibung ein, als es die neue amtliche
Regelung anbietet (Hausorthographien, neue Buchdrucker-Duden).
Ab 1. August
2000 schafft die „Frankfurter Allgemeine“ nach einem Jahr die neue Rechtschreibung ab
und führt die alte Rechtschreibung wieder ein.
Im August erscheint die 22. Auflage des Duden.
Der Deutsche Hochschulverband kehrt am 1. Oktober mit seiner Zeitschrift „Forschung &
Lehre“ zur bisherigen Rechtschreibung zurück.
Am 8. Februar
2001 findet die konstituierende Sitzung des „Beirats für deutsche Rechtschreibung“ in
Mannheim ohne Österreich und der Schweiz statt.
Im Dezember legt die „Zwischenstaatliche Kommission“ ihren dritten Bericht zur neuen
Rechtschreibung vor. Konkrete Änderungsvorschläge zur neuen Rechtschreibung sollen
erst im vierten Bericht Ende 2003 gemacht werden, um dann möglichst bis zum Ende der
Übergangsfrist am 31. Juli 2005 in staatliche Verordnung umgesetzt zu werden.
Am 31. Juli
2005 endet die Übergangsfrist zur neuen Rechtschreibung. Bis dahin gilt die alte
Rechtschreibung als überholt, nicht als falsch. Ab 1. August 2005 sind die neuen
Rechtschreibregeln alleinverbindlich.
!Rechtschreibreform
Gegliedert ist der Duden der 22. und der 21. Auflage in:
22. Auflage 21. Auflage
– Rechtschreibung und Zeichensetzung – Richtlinien zur Rechtschreibung
– Textverarbeitung – Richtlinien für den !Schriftsatz
– Maschinenschreiben und E-Mails – Hinweise für das Maschinenschreiben
– Textkorrektur – !Korrekturvorschriften

29
– Die Umsetzung der Rechtschreib- – (nicht vorhanden)
reform durch die deutschsprachigen
Nachrichtenagenturen
– Vergleichende Gegenüberstellung – Vergleichende Gegenüberstellung
alter und neuer Schreibungen alter und neuer Schreibungen
– Alphabetischer Teil – Alphabetischer Teil
– Die amtliche Regelung – Die amtliche Regelung
der deutschen Rechtschreibung der deutschen Rechtschreibung
Siehe www.duden.de
Duktus (lat.: ductus litterarum = Schriftzüge) Schriftzug, Linienführung, innerer Zusammenhang;
Ausdruck einer Schrift hinsichtlich der Zeichnungsart
Duodez (lat.: zwölf) !Buchformat
Durchschießen 1. Im Schriftsatz Vergrößern der Abstände zwischen den Schriftzeilen (!Durchschuß)
durch Einlegen von Blindmaterial (!Regletten).
2. Beim Druck das Zwischenlegen von unbedruckten Papierbogen, um das !Abliegen
des frischen Drucks zu vermeiden.
Durchschuß Zeilenabstand, Abstand von !Schriftkegel zu Schriftkegel (!Blindmaterial)
Der Durchschuß kann auf dem Papier von !Schriftlinie zu Schriftlinie mit einem
!Typometer ermittelt werden. Im Bleisatz wurden !Regletten für den Durchschuß
gebraucht und zwischen die Zeilen gelegt. Im !Maschinensatz konnte der Durchschuß
auch an den Buchstabenkegel angegossen werden, die Bezeichnung war dann z. B.:
9/11 Punkt (9 auf 11 Punkt, also 9 Punkt Schrift auf 11 Punkt Kegel).









D

Das wilde Dromedar man koppelt,
Der Dogge wächst die Nase doppelt.

30
E

EAN-Code European Article Number. Dieser Strichcode, auch Barcode, ist ein 13stelliger
maschinenlesbarer Code aus verschieden starken senkrechten Strichen und Zwischen-
räumen. Darunter steht eine entsprechende Ziffernfolge. Die drei ersten Stellen von links
bezeichnen die Warengruppe (978), dann folgt die !ISBN, die letzte Ziffer ganz rechts ist
eine Prüfziffer.
Beispiel: 9783804140486
1. die Warengruppe 978
2. die ISBN 3-8041-4048
3. die Kontrollziffer 6

Edition (lat.: editio princeps = Erstausgabe) Herausgabe, Ausgabe eines Werkes (!Ineditum)

Editor !Herausgeber

Editorial Vorwort, Vorbemerkung des Herausgebers einer Zeitschrift, Leitartikel des Redakteurs
oder Herausgebers einer Zeitung

Efalin Einbandmaterial mit hoher Strapazierfähigkeit, schmutzunempfindlich und abwaschbar
(!Einband)

Egyptienne (franz.: die Ägypterin) Schriften, die zu Beginn des 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit
dem besonderen Interesse am antiken Ägypten entstanden (der Stein von Rosette kam 1802
nach England). Eine Egyptienne (noch Antiqua genannt) erschien 1815 bei Vincent
Figgins, 1820 wurde in Paris eine „Italienne“ herausgebracht, 1823 in England eine
„Egyptian“, 1825 eine „Italian“, die Clarendon schnitt 1843 Henri Caslon. Etwa ein
Jahrhundert später löst die Entdeckung des Grabes Tutanchamuns (1922) eine weitere
„Egyptienne-Welle“ aus.
Die Grundstriche und die !Serifen dieser Schrift haben die gleiche Strichstärke und stehen
im rechten Winkel zueinander. Sie gehören zu der serifenbetonten Linear-Antiqua der DIN
16 518.
(!Grotesk !Schreibmaschinenschrift !Schriftklassifikation)

Eierkuchen !Blitz

Einband Der Einband umschließt mit seinen Buchdeckeln den !Buchblock. Es spielen ver-
schiedene Einbanddecken eine Rolle: Decke mit einteiligem Bezug (Ganzband) oder Decke
mit Überzugsmaterial (Halbband), !Broschur, Hardcover, Paperback.
(!Nut !Efalin !Kaschieren)

Eindruck Nachträgliches Eindrucken mit einer zweiten Druckform auf schon bedrucktes Papier
Einrichten Das Herrichten der Druckmaschine für den Druck (!Fortdruck)

Einziehen Anfangszeilen oder ganzen Satzabschnitt einrücken (!Hängender Einzug
!Stumpf anfangen)

Elefantenhaut Geschützter Markenname der Zanders Feinpapiere AG. Dieser auf Papierbasis entwickelte
extrazähe Werkstoff besitzt einen hohen Festigkeitswert. Durch Imprägnierung ist
Elefantenhaut kratz- und scheuerfest, naßfest und abwaschbar. (!Efalin)

Elefantenrüssel Typische Anschwünge der Frakturversalien, z. B. in den Buchstaben F A K T
(!Fraktur)


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Elenchos (griech.: Kontrolle, Gegenbeweis) Register, Verzeichnis (!Verzeichnisse)
Ellipse … = 3 Auslassungspunkte; die Ellipse hat auch die Bedeutung „bis“ und ist eine
!Ligatur.

Englische Linie Zur Mitte anschwellende Linie
Ente Haltloses Gerücht, besonders Zeitungslüge (Zeitungsente), erfundene Falschmeldung,
die von der Presse absichtlich oder gutgläubig verbreitet wird.
1. n. t. (lat.: non testam = nicht bestätigt, nicht geprüft) = deutsch: En Te = Ente
2. Canard (Ente) wurde im Französischen auch für Falschmeldungen gebraucht und
Mitte des 19. Jahrhunderts wohl ins Deutsche übernommen.
3. Grimm zitiert 1862 Luther: „so kömpts doch endlich dahin, das an stat des evangelii
und seiner auslegung widerumb von blaw enten gepredigt wird“.
Entenfüßchen Die Entenfüßchen sind die breiten eckigen, durch die angeschnittene Breitfeder
entstandenen Buchstabenfüße der !Fraktur (etwas anderes sind die !Gänsefüßchen).

Epilog (griech.: Schlußwort) Nachwort, Ausklang (!Prolog)

Epitheton ornans (griech.: Epitheton = Adjektiv; lat.: orno = schmücken [z. B. der Ornat]) Schmückendes
Beiwort, z. B. „grüne“ Wiese

Errata (lat.: erratum = Irrtum, Fehler) Druckfehlerberichtigungen
(!Druckfehlerverzeichnis)

Erratum !Druckfehler
typographicum

Eselsohr Die obere Ecke einer Buchseite wird nach unten geknickt wie ein Eselsohr; diese
Methode wird von manchem Leser (Esel) als Lesezeichen benutzt.
Estienne Robert Estienne (1503–1559), einer der bedeutendsten !Druckergelehrten seines
Jahrhunderts (!Bibel [NT]), ein persönlicher Freund des kunstliebenden Königs von
Frankreich, Franz I. (1515–1547, *1494), seit 1539 Imprimeur du roi für Hebräisch und
Lateinisch, 1540 auch für Griechisch. Auf ihn geht die heutige Einteilung der Bibel in
Verse zurück. (!Garamond)

Et-Zeichen (lat.: et = und) & = Und-Zeichen, Achtung: lautlich gleich mit !At-Zeichen @
(!Abbreviatur !Ligatur)

Euroskala !Farben

Exlibris (lat.: aus den Büchern) Bücherzeichen, in Bücher geklebte, manchmal aufwendige und
künstlerisch wertvoll gestaltete Bucheignerzeichen mit dem Namen des Besitzers.
Explicit (lat.: es ist vollzogen, es ist zu Ende) Explicit steht am Ende von Handschriften und
Frühdrucken:
volumen explicitum = die Rolle ist zu Ende, Schlußformel antiker Schriftrollen
(!Papyros)
explicit liber = das Buch ist zu Ende, Schlußformel mittelalterlicher Hand-
schriften und Frühdrucke
Am Beginn einer Handschrift wurde der !Lektor (Leser) freundlich begrüßt:
lectori salutem = Begrüßungsformel in antiken Schriften
(!Buch !Codex !Schriftrollen !Wiegendruck)
Exponent Hochstehender Buchstabe in kleinerem Schriftgrad (!Index)

Exzerpt (lat.: excerptum = Herausgepflügtes) Auswahl aus einem Werk nach für die Leser
wichtigen Gesichtspunkten

32
F

F Das etruskisch/lateinische F ist aus dem griechischen (phönikischen) Digamma
(!Griechische Zahlen) = doppeltes Gamma (Gamma = Γ) entstanden.
Fachsprache !Setzer- und Druckersprache
Fadenheftung !Heften
Fadenzähler Lupe mit fünf- bis zwölffacher Vergrößerung zur Beurteilung von Bildvorlagen,
!Rastern, Drucken usw.
Fahne Bezeichnung für Abzüge des noch nicht umbrochenen Satzes (Fahnensatz). In dieser
Arbeitsphase können problemlos ohne großen Arbeitsaufwand ganze Textpassagen
eingefügt oder entfernt werden. (!Rohsatz !Korrektur)
Fahnensatz !Fahne
Faksimile (lat.: fac-simile = mache ähnlich) Originalgetreuer Nachdruck einer Urschrift, z. B.
Nachdruck historischer oder vergriffener Bücher, auch Reprint
Faktor (lat.: Macher, Bewirker) Leitender Meister in der Bleisetzerei (!Affenstall !Offizin)
Falzarten Die Druckbogen werden durch !Kreuzbruch oder Parallelfalz gefalzt.
Beim Zickzack- oder !Leporellofalz wird das Papier parallel in wechselnder Richtung
gefalzt; beim !Wickelfalz liegen die Falzbrüche parallel und werden aufgewickelt;
die Gemischtfalzung ist eine Kombination von Kreuzbruch- und Parallelfalzung.
Die !Laufrichtung des !Papiers und das !Papiergewicht sind beim Falzen zu
beachten: 1-Bruch-Falz bis 200-g-Papier, 2-Bruch-Falz bis 170-g-Papier,
3-Bruch-Falz bis 150-g-Papier, 4-Bruch-Falz bis 80-g-Papier
Falzbein Ein etwa 15 cm langes messerförmiges flaches und glattes Werkzeug der Buchbinder aus
Bein (Elfenbein).
Falzmarke Markierung zum Falzen einer Drucksache, z. B. ein kurzes Stückchen feiner Linie am
linken Papierrand auf einem !Briefbogen.
Farbbrille Die „Farbbrille“ dient dem Vergleichen von Farbtönen und ist eine Schablone.
Eigenanfertigung: Mit einem Locher zwei Löcher in ein Stück schwarzen Karton
stanzen. Diesen Karton legt man so, daß der eine Farbton in dem einen Loch und der zu
vergleichende Farbton in dem anderen Loch sichtbar wird. Auf diese Weise lassen sich
leicht auch nur gering voneinander abweichende Farbtöne unterscheiden.
Farbbücher !Weißbuch
Farben Im Vierfarbendruck werden die Normfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz
der Euroskala (Skalenfarben) eingesetzt. Durch Nebeneinander- und Übereinander-
drucken unterschiedlich großer farbiger Rasterpunkte aus den vier Einzelfarben können
photographische Vorlagen simuliert werden. Die quadratischen Rasterpunkte stehen in
festgelegten Winkelwerten zueinander:
Cyan = 15°, Magenta = 75°, Gelb = 0° oder 90°, Schwarz = 45°. Es wird durch die
Winkelung eine möglichst geringe Überdeckung der Rasterpunkte erreicht und soviel
Farbe wie möglich auf das weiße Papier gedruckt.

Für Schwarz wird der Winkel zur Grundlinie von 45° verwendet, der Rasterpunkt steht
also mit der Spitze nach unten. Horizontale und vertikale Linien werden vom

33
menschlichen Auge am intensivsten wahrgenommen, und der Winkel von 45° ist davon
am weitesten entfernt. Schwarz ist die intensivste Farbe im Vierfarbendruck und wird
daher für diesen Winkelgrad genutzt, um die optische Intensität zu mildern. Im Winkel
von jeweils 30° zu Schwarz stehen Cyan (15°) und Magenta (75°). Diese Winkelung liegt
noch innerhalb der Moiréfreiheit. Daher können diese beiden Farben in der Winkelung
ohne Nachteil getauscht werden. Gelb, die hellste Farbe, muß mit einem gewissen Moiré
leben. Der Abstand von einer Farbe zur anderen müßte 30° betragen, um Moiréfreiheit zu
erreichen: 15°, 45°, 75°, es sind also nur drei moiréfreie Farben möglich. Von Cyan und
Magenta beträgt der Abstand zu Gelb jeweils nur 15°. Gelb wird aber am schwächsten
vom Auge wahrgenommen. Bereits eine Abweichung von 0,1° zwischen den
Rasterwinkeln kann zu starkem Moiré in Bereichen führen, in denen die Farben
übereinandergedruckt werden. Die Druckfolge beginnt mit der schwächsten Farbe, also
mit Gelb, dann folgen Magenta, Cyan und Schwarz.
Siehe !Abgestumpfte Farben, Bunte Farben, CIE-Lab, CMYK, Cyan, Druckfarben,
Farbfächer, Farbsatz, Farbseparation, HKS, Key-colour, Luminanz, Magenta, Pantone,
Proof, RGB, Schmuckfarbe, Unbunte Farben, YCC, Yellow

Farbfächer !HKS !Pantone

Farbsatz Ein Farbsatz besteht aus den separaten Druckvorlagen für jede einzelne der zu
druckenden Farben einer Abbildung. Jede dieser einzelnen Druckvorlagen eines
Farbsatzes bedeutet auch einen eigenen Druckgang. (!Farbseparation)

Farbseparation Auch Farbauszug, ist die Trennung der Farben eines Bildes in einen !Farbsatz.
(!CMYK)

Faulenzer Einen Papierbogen (z. B. DIN A4) entsprechend des Ausschießschemas (!Ausschießen)
falzen, paginieren und wieder entfalzen. Auf dem Papierbogen sieht man nun die richtig
ausgeschossenen Seiten im !Schön- und !Widerdruck als Ausschießmuster.

Fettflecke Fettflecke im !Papier können entfernt werden, indem man ein Papier unter den Fettfleck
legt, ihn mit Talkum beschichtet, Benzin aufträufelt und nach dem Abtrocknen abkehrt;
bei Bedarf wiederholen. (!Fleckenentfernung)

Fisch Buchstabe, der im Bleisatz im falschen Schriftkastenfach abgelegt ist und so eventuell im
Druck als Fehler erscheint. (!Druckfehlerteufel !Zwiebelfisch)

Flachdruck !Lithographie !Offsetdruck

Flattermarken Stufenförmig am Rücken der Falzbogen angeordnete Druckmarkierungen
(!Kollationieren)

Flattersatz Die Zeilen im Flattersatz sind unterschiedlich lang und laufen frei aus. Der Flattersatz kann
nach links, rechts oder auf Mitte ausgeschlossen sein (!Mittelachse). Der ideale
!Zeilenfall sollte abwechselnd lange und kurze Zeilen haben. Die Wortzwischenräume
sind gleich breit, im Gegensatz zum !Blocksatz. Worttrennungen am Zeilenende sind
selten, im !Rauhsatz aber häufig. (!Amerikanischer Flattersatz)

Fleckenentfernung !Stockflecke: Das angegriffene Papier intensiv anfeuchten, auf die Flecken einen Brei aus
Weizenstärke, gemischt mit Wasser und Chlor (4:1) und etwas Essigsäure, auftragen. Den
ätzenden Brei etwas später durch ausreichende Wasserspülung sorgfältig entfernen.
Blutflecke: Einen Brei aus Weizenstärke und Wasser mit einigen Tropfen Wasserstoff-
superoxyd auf den Fleck auftragen. Nach einer Stunde entfernen. Bei Bedarf wiederholen.
!Fettflecke

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Fleisch Nichtdruckender seitlicher, oberer und unterer Teil des Buchstabens. Der druckende Teil
ist das !Schriftbild. (!Druckbuchstabe !Überhang)
Fliegendes Blatt Zwischen Einbanddeckel (!Einband) und !Buchblock befindliches Vorsatzblatt
(!Spiegel !Vorsatz)
Fliegenkopf Warnzeichen des Setzers im Bleisatz, das Druckbild (!Schriftbild) der !Letter wird auf
den Kopf gestellt, so daß der Fuß der Letter beim Korrekturabzug mitgedruckt wird.
(!Blockade)
Flyer (engl.: Flugblatt) Handzettel
Foliieren Zwei nebeneinanderliegende Seiten mit gleichen Seitenzahlen versehen (Blattzählung),
der erste Druck mit Blattzählung 1470 von Arnold Therhoernen in Köln. Ende des
15. Jahrhunderts wurde die Blattzählung von der Seitenzählung abgelöst.
(!Buch !Paginieren)
Folio !Buchformat
Formatbüchlein Formatbüchlein waren die frühen Vorläufer der Fachbücher der Buchdruckerkunst im
17. und 18. Jahrhundert. (!Hornschuch)
Jeder „Jünger der Schwarzen Kunst“ mußte daraus Kenntnis haben. Der Name kommt
vom Formatmachen, dem Umgeben der Kolumnen mit Stegen beim !Ausschießen in
der Druckform, bis der Satzspiegel der richtigen Seite beim Abdruck die richtige optische
Stellung auf der Papierfläche innehatte. Denn die Unkenntnis gerade dieses Wissens
konnte zu folgenschweren !Makulaturen führen.
Die Formatbüchlein enthielten Ausführungen über das richtige Setzen, !Korrekturlesen
und Drucken, ebenfalls die Fachsprache der Drucker und Setzer, die sich zum Teil bis in
unsere Tage erhalten hat. (!Setzer- und Druckersprache)
Formate !Briefbogenformate !Buchformat !DIN-Formate !Plakatformate !Querformat
!Satzformat !Zeitungsformate
Formatmachen !Formatbüchlein
Formelsatz Der !Schriftsatz mathematischer, technischer, chemischer Formeln, der nach ganz
bestimmten festgelegten Schreibweisen gesetzt wird; unter anderem werden Formel-
buchstaben, die Variablen darstellen, immer kursiv geschrieben, physikalische
Konstanten immer geradstehend, ebenso gerade alle !Exponenten und Indizes
(!Index). Im mathematischen Formelsatz sollten Mediävalschriften verwendet werden,
um z. B. Buchstaben wie „I“ und „l“ nicht zu verwechseln. Ebenfalls sollten
Fußnotenziffern mit Klammern versehen werden, um sie eindeutig von Hochzahlen zu
unterscheiden. (!Mathematische Zeichen)
Wichtig ist im Formelsatz auch, zwischen kursiven und geradstehenden Formel-
buchstaben zu unterscheiden, um Verwechslungen auszuschließen, z. B.:
kursiv (physikalische Größen) gerade (physikalische Einheiten)

t = Zeit t = Tonne
l = Länge l = Liter
A = Arbeit A = Ampere
m = Masse m = Meter, Minute

Formsatz Eine Satzart, bei der die Satzzeilen an einer entsprechenden Form ausgerichtet sind und
diese Form nachbilden.
Fortdruck Der eigentliche Auflagendruck nach dem !Einrichten und Abstimmen der Druck-
maschine (!Andruck !Revision)

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Fotosatz !Lichtsatz

Fournier Pierre Simon Fournier (1712–1768) veröffentlichte 1764 das französische typographische
Punktsystem in dem zweibändigen Werk „Manuel typographique“.
(!Didot !Typographisches Maßsystem)

Fraktur (lat.: Bruch) Fraktur – Die Fraktur, eine gebrochene Schrift mit ihren typischen
!Elefantenrüsseln und !Entenfüßchen, ist eine in Deutschland im 16. Jahrhundert
geschaffene Form (fractura germanica) des !Gotischen. Ihre Vorformen lassen sich
in der Urkundenkalligraphie der Kaiserlichen Hofkanzlei nachweisen. Die Fraktur wird
in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts die vorherrschende Drucktype und verdrängt die
Schwabacher. (!Gebrochene Schriften)
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden vorzügliche Frakturschriften von den Schrift-
künstlern R. Koch (!Gotisch), W. Tiemann, E. R. Weiß, E. Schneidler und H. !Zapf
geschaffen. Die Fraktur verlor ihre Bedeutung in Deutschland im 19. bzw. 20. Jahr-
hundert an die !Antiqua. (!Duden 1941 !Sütterlin)
Zu beachten ist u. a. die Schreibweise der „s“ in den gotischen Schriften, den Fraktur-
schriften und im Sütterlin. (!Langes „s“ !Gebrochene Schriften)

Freistellen 1. In der Bildbearbeitung Löschen oder Abdecken des Hintergrundes der Abbildung,
so daß das Objekt vom Hintergrund gelöst ist, also freisteht.
2. Im Satz werden Ziffern, Buchstaben, Aufzählungspunkte usw. vor den linksbündigen
Satz gestellt, also freigestellt. (!Hängender Einzug)

Fremdsprachensatz So wie im deutschen Schriftsatz eine !Orthotypographie existiert, gibt es für jede
Sprache entsprechende Schriftsatzregeln (siehe auch Literaturverzeichnis Seite 124–127
[1], [14], [21], [56]). Sie beziehen sich auf die Schreibweisen von Abkürzungen, An- und
Abführungen, Zahlen, Datum, Uhrzeit, Zwischenräumen usw.
An- und Abführungen Zahlen Datum Uhrzeit
„ “ oder » « 2 500 000,00 20. 12. 1946 8.15 deutsch
“ ” oder ‘ ’ 2,500,000.00 20.12.1946 8.15 a.m. englisch
8:15 a.m. amerikanisch
” ” oder » » 2.500.000: 00 20. 12. 1946 8.15 finnisch
« » 2.500.000,00 20-12-1946 8 h. 15 französisch

Frontispiz Illustration gegenüber der Titelseite eines Buches (!Titelei)

Frosch Verschiebbares Winkelstück am !Winkelhaken, mit dem das Satzformat anhand von
!Quadraten eingestellt wird.

Frühdruck !Wiegendruck

Frutiger Adrian Frutiger (*1928), Schöpfer der weltweit bekannten Schrift Univers (1957)
(!Grotesk !Schriftdesigner)

Fußnote Anmerkung zum Text am Fuß der Kolumne, am Kapitelende oder am Ende des Werks

Futhark Runenalphabet, benannt nach seinen ersten sechs Buchstaben: f u th a r k
Die Runenschrift hat sich wahrscheinlich vom Nordetruskischen her entwickelt. Das
ältere Futhark besteht aus 24 Buchstaben (3 mal 8 ) und wurde in der Zeit von etwa 250
bis 750 geschrieben. Das jüngere oder nordische Futhark besteht aus 16 Buchstaben und
wurde etwa vom 8. bis ins 12. Jahrhundert geschrieben.

f u T a r k g w h n i j O p z s t b e m l N d o
f u th a r k g w h n i j é p r s t b e m l ng d o
Futura Serifenlose Antiqua von Paul Renner, 1928 (!Schriftklassifikation !Schriftdesigner)

36
G

Gänsefüßchen „ “ = !An- und Abführungen („99“ „66“) im deutschen Schriftsatz (!Guillemets),
etwas anderes sind die !Entenfüßchen in der !Fraktur.
Garamond 1. Claude Garamond (1480–1561), franz. Stempelschneider und Schriftgießer, schuf
bedeutende Antiquaschriften und Kursive (seit 1531) durch Weiterentwicklungen der
Aldus-Typen, die Robert !Estienne (!Bibel [NT]) verwendete und die bis heute
Verwendung finden, sowie griechische Typen, die Garamonds langanhaltenden Ruhm
begründeten. Auf seine Schriftvorbilder geht eine Reihe von Antiquaschriften zurück.
Allerdings ist die nach seinem Namen benannte weltberühmte Schrift „Garamond“ nicht
von ihm. Diese 1917 geschnittene Schrift geht auf Jean !Jannon (1580–1658) zurück.
Sie wurde das erste Mal von ihm 1621 in Sedan eingesetzt. Die Schriftmatrizen gingen
1642 (oder etwas später) nach Paris, wo man sie 1917 fälschlicherweise Claude
Garamond zuwies. (!Schriftdesigner)
2. !Schriftfamilie im Charakter der französischen Renaissance (!Schriftklassifikation)
Gardez !Vorsatz
Garmond !Schriftgrad (10 Punkt), auch Korpus (!Namen der Schriftgrade)
Gasse 1. Im Bleisatz (!Handsatz) der begehbare Raum zwischen Setzregalen und
Arbeitsplätzen. Die Setzer, die dort zusammen in einer Gasse arbeiteten, wurden
„Arschgespan“ genannt. (!Gespan)
2. In der Textkolumne Wortzwischenräume, die über mehrere Zeilen genau
untereinanderstehen und so eine häßliche vertikale Schneise im Gewebe des Satzes bilden
(auch Gießbach). Beim (horizontalen) !Lesen rutscht das Auge durch die Zeilen
senkrecht ab, und der Lesefluß ist unterbrochen.
Gautschbrief Nach Freisprechung und !Gautschen (!Gautschspruch) wurde den Setzern und
Druckern nach alter Sitte ein Gautschbrief verliehen, der sie aus dem Stand der
!Cornuten in den Stand der !Gehilfen erhob. (!Offizin)
Gautschen (franz.: coucher = legen, niederdrücken)
1. Bei der Papierherstellung Wasser aus dem Papierbrei pressen.
(!Büttenpapier !Papier !Pachant)
2. Nach Buchdruckersitte seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Lehrlingslossprechung:
Der angehende Gehilfe wurde auf einen nassen Schwamm gesetzt (auf den !Korrigier-
stuhl) und dann von Packern ins Wasser geworfen. Bildlich wurde so aus dem Papierbrei
des unbedarften !Cornuten der feste bedruckbare brauchbare Papierbogen eines
!Gehilfen.
Gautschspruch „Packt an Gesellen, laßt seynen Corpus Posteriorum fallen,
auf diesen nassen Schwamm, bis triefend beide Ballen.
Der durst’gen Seele gebt ein Sturzbach obendrauff,
das ist dem Sohne Gutenbergs die allerbeste Tauf.“
Gebrochene Schriften (!Fraktur !Gotisch !Sütterlin !Langes „s“ !Scharfes „s“ !Schriftklassifikation)
Zu beachten ist bei gebrochenen Schriften die Schreibweise der „s“. Im Anlaut einer Silbe
steht das lange „s“ (s), auch innerhalb eines Wortes. Im Auslaut einer Silbe steht das runde
„s“ (#), Schluß-„s“, auch innerhalb eines Wortes. Das Doppel-„s“ (ss) wird, außer in
zusammengesetzten Wörtern, mit langem „s“ geschrieben (siehe auch Seite 108).

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Gehilfe Ein nach der Lehre mit Gehilfenbrief und !Gautschbrief ausgestatteter !Setzer oder
Drucker

Gehrung Gehrungen sind im Bleisatz Linieneckstücke aus Messing, die im Winkel von 45 Grad
angeschnitten sind, bei denen das Druckbild feiner ist als der Fuß der Linie. Die
Gehrungen gewährleisten an den Ecken eines Linienkastens die Linienanschlüsse,
ansonsten würde im Druckbild ein Abstand entstehen. (!Linien)

Gemeine Kleinbuchstaben (!Versalien)

Gemischtfalzung !Falzarten

Genealogische Zeichen * = geboren † = gestorben
(*) = außerehelich geboren †* = tot geboren
*† = am Tag der Geburt gestorben ≈ = getauft
†† = ausgestorben (Familien) ∞ = verheiratet
Geschichte Ein charakteristischer kurzer Überblick (500 Jahre) in Stichwörtern:
des Buchdrucks 15. Jahrhundert: Jahrhundert der Erfindung des Buchdrucks und ihre Expansion
16. Jahrhundert: Jahrhundert der großen Verleger
17. Jahrhundert: Jahrhundert der großen Literaten und schlechten Drucker
18. Jahrhundert: Jahrhundert der großen Drucker
19. Jahrhundert: Jahrhundert der großen technischen Neuerungen
20. Jahrhundert: Jahrhundert der Elektronik und das Ende der Bleiletter

Gespan Mitarbeiter, Helfer, Genosse (!Gasse !Offizin)

Geviert Das Schriftgeviert ist ein Ausschluß, das so breit ist (!Dickte) wie der Schriftkegel hoch
(!Kegel) = Dickte × Kegel (oder Schriftkegel im Quadrat = Geviert) und somit ein auf
den Schriftkegel bezogenes quadratisches Maß bildet. Für jede Schriftgröße gibt es also
jeweils eine andere Geviertgröße. Das Schriftgeviert bildet die Basis im Umgang mit
Schrift und ihren verschiedenen Zwischenräumen. Im Schriftsatz wird mit dem Geviert,
dem Halbgeviert, dem Viertelgeviert und dem Achtelgeviert gerechnet. (!Schriftkegel
!Druckbuchstabe)

Ghostwriter Jemand, der für andere schreibt und ungenannt bleibt, z. B. Reden oder Bücher (viele
Politiker haben Ghostwriter)

Gill Eric Gill (1882–1940) !Schriftdesigner, Graphiker, Bildhauer und Kritiker, nach ihm ist
eine !Schriftfamilie benannt.

Glatter Satz Fortlaufender !Werksatz, im gleichen Schriftgrad auf Block ausgeschlossen
(!Blocksatz !Satz)

Glossar (griech.: glossa = Zunge, Sprache [erklärungsbedürftiges Wort]) Glossarium, Wörterbuch,
Wörterverzeichnis mit Erklärungen

Goldener Schnitt Zahlenverhältnis einer Strecke, bei der sich die Länge der Gesamtstrecke zur größeren
Teilstrecke verhält wie diese zur Reststrecke (etwa 3 : 5 : 8)

Gotisch Gebrochene eckige enge Schrift (etwa 14. und 15. Jahrhundert) mit Gitterwirkung
(!Schriftklassifikation [10] !Fraktur !Gebrochene Schriften). Die gotischen Schriften
entwickelten sich aus der !Karolingischen Minuskel.
Wilhelm-Klingspor-Gotisch von Rudolf Koch, 1925
!Gutenberg schnitt eine gotische Schrifttype, eine Textura (!Text, siehe auch Seite 108,
Gebrochene Schriften), mit der seine berühmte 42zeilige Bibel gedruckt wurde.
Dazu benötigte er etwa 290 verschiedene Schrifttypen, siehe Typenapparat Seite 118
(47 !Versalien, 63 !Minuskeln, 92 !Abbreviaturen, 83 !Ligaturen,
5 !Satzzeichen).

38
Goudy Frederic William Goudy (1865–1947), bedeutender amerikanischer Schriftkünstler (über
100 Druckschriften), gründete 1903 eine !Privatpresse.
Grab Ein neu zu schaffender Wortzwischenraum, in den ein fehlendes Wort eingefügt wird
(um eine !Leiche zu beseitigen).
Grad !Schriftgrad
Graphem Kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit in einem System von Schriftzeichen zur
Darstellung von Phonemen (kleinste bedeutungsunterscheidende Laute). (!Schrift)
Graphik (griech.: graphein = schreiben) Illustration, Druckgraphik künstlerisch gestalteter Blätter,
die durch verschiedene Verfahren vervielfältigt (!Holzschnitt, !Holzstich,
!Kupferstich, !Radierung, !Stahlstich) und meistens je Blatt heute im Original
numeriert und signiert werden (häufig 100 Exemplare), aber auch Handzeichnungen
gehören dazu.
Graphiker Zeichner, der !Vorlagen herstellt und Entwürfe fertigt, in der !Graphik arbeitender
Künstler
Graphisches Gewerbe Sammelbezeichnung für alle Zweige der Druckindustrie (Druckvorstufe, Druck,
Weiterverarbeitung – Premedia, Print, Finishing)
Greiferrand An der breiten Seite des Druckbogens setzen Greifer an, die den Bogen durch die
Druckmaschine befördern. Dieser etwa 8 bis 15 mm breite Rand kann nicht bedruckt
werden.
Griechische Zahlen 1. Als Zahlensystem wurde die attische oder herodianische Zahlenschrift von der Mitte des
5. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. gebraucht und ist ähnlich aufgebaut wir die !Römischen
Zahlen, nur mit griechischen Buchstaben.
2. Als zweites Zahlensystem wurde die von Milet etwa 450 v. Chr. ausgehende ionische
Zahlenschrift, die noch bis heute gültig ist, verwendet. Für die 27 griechischen !Zahlen
(1–9, 10–90, 100–900) dienen als !Ziffern die 24 Buchstaben des griechischen Alphabets
+ 3 Buchstaben aus älteren Alphabeten (für 6 [Vau, Digamma {siehe !F}], für 90 [Koppa
{siehe !Q}] und für 900 [Sampi]) zusammen mit einem Beistrich, z. B.
α΄ = 1, β΄ = 2, ι΄ = 10, ια΄ = 11, ρ΄ = 100,
΄
α = 1000,
΄
αα΄ = 1001,
΄
β = 2000
Griffregister !Daumenregister
Grotesk (ital.: grottesco = nach Art der Grottenbilder, seltsam, wunderlich [franz. grotesque =
lächerlich, närrisch], von grotta = Höhle, Grotte [das Adjektiv grotesk ist abgeleitet von
Ende des 15. Jahrhunderts in verschütteten römischen Ruinen, „Grotten“, gefundenen
Malereien, „nach Art der Grottenbilder“])
Bezeichnung für den Schriftcharakter der serifenlosen !Antiqua. Mit ihrer klaren strengen
Formensprache hat sie den Zeitgeist der Moderne getroffen.
Die Grotesk entstand Anfang des 19. Jahrhunderts in England (die „Doric“ [amerikanisch:
„Gotic“], neben der !Egyptienne, der „Jonic“ [amerikanisch: „American doric“]) mit der
beginnenden Industrialisierung als „Industrie-Schrift“. 1816 brachte William Caslon IV.
eine Grotesk heraus, die er 1819 als „Egyptian“ veröffentlichte. 1832/33 erschien eine
Grotesk bei den Schriftgießereien Thorowgood und Blake and Stephenson. Nach und nach
wurde die Grotesk für Akzidenzdrucksachen verwendet. Weiten Kreisen erschien diese
serifenlose Schrift aber „grotesk“. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden
zahlreiche weitere Groteskschriften. 1880 wurde in Berlin die Royal-Grotesk von
Ferdinand Theinhardt (1820–1909) entworfen, die später als Akzidenz Grotesk der
Berthold AG (!Berthold) bekannt wurde. Die Univers von Adrian Frutiger (1957) ist
schließlich die Antwort auf die neuen Erfordernisse der Fotosatztechnik. (!Lichtsatz
!Schriftdesigner)

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Stilistische Bezüge von Grotesk-Schriften
Renaissance: Gill Sans Barock: Franklin Gothic Klassizistisch: Helvetica
Konstruiert: Futura (!Schriftklassifikation)

Grundschrift Vorherrschende Schriftgröße und Schriftart einer Drucksache

Guillemets » « = im Deutschen umgedrehte französische !An- und Abführungen (!Gänsefüßchen)

Gurkenhobel Der Begriff Gurkenhobel wurde für eine betagte und klapprige Druckmaschine gebraucht.
Weitere scherzhafte Begriffe für Buchdruckmaschinen und -pressen in der Drucker- und
Setzersprache sind: Elende Klappermühle, Schmutzige Galeere, Schlitten, Mühle, Nudel
Gutenberg Johannes Gensfleisch zur Laden, genannt Gutenberg (um 1400–1468), gilt als Erfinder des
!Buchdrucks. Versuche mit Lettern seit etwa 1436 in Straßburg und ab 1440 in Mainz,
erste Drucke 1445 („Fragmente vom Weltgericht“, ein beidseitig bedrucktes kleines
Papierblatt, siehe auch !Blockbücher).
Die Bedeutung der Erfindung liegt in der Massenkommunikation und damit in der
Möglichkeit der Demokratisierung von Wissen und Bildung (!Hugo !Lichtenberg).
Für den Reformator Martin Luther (1483–1546) ist die Erfindung des Buchdrucks „das
höchste und äußerste Gnadengeschenk“. (!Schwabacher)
Die Erfindung selbst besteht vor allem in der Schaffung eines komplett umfassenden
und funktionierenden Satz- und Drucksystems (die schöpferische Arbeit eines Verfahrens-
ingenieurs), wobei für jede Arbeitsphase zahlreiche Probleme überwunden werden mußten.
Einige der Arbeitsphasen sind: Stempelschnitt, Guß der Lettern aus einer Bleilegierung,
Zusammenfügen der Lettern zu Kolumnen, Schaffung einer geeigneten haltbaren
Druckfarbe, Auftragen der Farbe auf den !Bleisatz, doppelseitiges Drucken auf Papier
(bis dahin war nur einseitiges Bedrucken des Papiers möglich, !Blockbuch) in einer
selbstkonstruierten Druckpresse.
Gutenbergs Hauptwerk ist seine 42zeilige !Bibel (Typenapparat siehe Seite 118) mit
insgesamt 1282 Seiten, zweispaltig in zwei Bänden, erschienen 1455 in Mainz in einer
Auflage von 180 Stück, davon 30 auf hochwertigem Pergament. Bis heute sind 48
Exemplare in aller Welt erhalten, 36 auf Papier und 12 auf Pergament.
(!Gotisch !Text !Wortzwischenraum)
Dazu einige Angaben zum Werdegang des Werkes: 1450 Kreditaufnahme von zweimal 800
Gulden (heute eine Millionensumme) bei dem Mainzer Kaufmann Johannes Fust. Zwischen
1452 und 1455 Fertigstellung der 42zeiligen Bibel, an der neben etwa 20 Beschäftigten auch
Peter Schöffer mitarbeitete. 1456 Prozeß Fusts gegen Gutenberg wegen Rückzahlung der
Kreditsumme einschließlich Zinsen. Die Zahlungsunfähigkeit Gutenbergs führte
anschließend zur Übernahme seiner Druckwerkstatt durch die neugegründete Firma Fust und
Schöffer. (!Druckerzeichen)
Zunächst fünf Rheinstädte haben schon zu Gutenbergs Lebzeiten den Buchdruck ausgeübt:
Mainz, Eltville, Köln, Straßburg und Basel. Von hier aus verbreitete sich die „Schwarze
Kunst“ schlagartig über Europa (!Buchdruck). Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde in
über 60 deutschen Städten von etwa 300 Druckereien gedruckt.
Die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg wurde verschiedentlich streitig
gemacht (z. B. Laurens !Coster, Johann !Mentelin [!Buchdruckerwappen], Prokop
Waldvogel, Johannes Brito, Pamfilo Castaldi). In allen Fällen haben solide Untersuchungen
nichts nachweisen können (siehe z. B. Albert Kapr, Johannes Gutenberg, 1986).
Im Jahre 2000 wurde Gutenbergs 600. Geburtstag gefeiert (Museum in Mainz).
Siehe auch www.gutenberg.de www.gutenbergdigital.de
Bereits 1041 druckte Pi Sheng in China mit beweglichen Lettern aus Ton, und im
10. Jahrhundert kamen Zinntypen vor. Bewegliche Metallettern waren auch etwa 200 Jahre
vor Gutenbergs Erfindung in Korea in Gebrauch.

40
H

Haarlinie Sehr feine Linie (kleinste gerätespezifische physikalische Ausgabestärke), die aber
0,2 mm nicht unterschreiten sollte, um einen Druck sicher zu ermöglichen. (!Linien)
Haarspatium ½ Punkt starker Zwischenraum (!Spatium)
Haarstrich Der feine Strich des !Buchstabenbildes im Gegensatz zum fetten Grundstrich
Hadern Lumpen und Stoffabfälle, aus denen hochwertiges Papier, z. B. !Büttenpapier,
hergestellt wird. (!Papier)
Halbfett !Schriftfamilie
Halbgeviert !Geviert
Halbgeviertstrich – = waagerechter Strich von der Breite eines Halbgevierts (!Divis)
Halbtitel !Titelei
Halbton Halbtöne sind Grautöne: die grau erscheinenden Tonwerte zwischen den vollen Tönen
Weiß und Schwarz. Es sind die kontinuierlich verlaufenden Schwärzungen von Hell zu
Dunkel. In den üblichen Druckverfahren werden die Halbtöne gerastert und durch
unterschiedliche Rastergrößen und Rasterdichten dargestellt. (!Raster)
Anmerkung: Beim Einscannen von Halbtonbildern reichen 300 dpi, von
Strichzeichnungen sind aber mindestens 800 dpi notwendig, besser sind 1200 dpi.
Halbunziale !Unzialschrift
Halslinie Untere Abschlußlinie des Tabellenkopfes (!Tabellensatz)
Handmarke !Daumenregister
Handsatz Nach der ersten Herstellung der beweglichen !Letter durch !Gutenberg hatte sich an
dieser Technologie etwa 500 Jahre nichts geändert. Der Handsatz blieb bis in die 60er und
70er Jahre des 20. Jahrhunderts eine aktuelle Technologie bis zur Ablösung durch den
Foto- und !Lichtsatz und durch die Computertechnologie. (!DTP)
Der !Setzer arbeitete im Handsatz vorwiegend im Stehen (!Korrigierstuhl). Seine
Arbeitskleidung bestand im 20. Jahrhundert meist aus einem blaugrauen Kittel. Sein
Arbeitsplatz wurde !Gasse genannt. Hier befand sich in kurzer Reichweite griffbereit
sämtliches Arbeitsmaterial, etwa 145 unterschiedliche Teile !Blindmaterial (60 für
Ausschluß, 40 für Quadraten, 30 für Regletten, 15 für Stege), übersichtlich aufbewahrt in
genormten Kästen. Hier wurden auch die Schriftkästen (!Setzkasten) aufgestellt, aus
denen gesetzt wurde und die sonst in Magazinen aufbewahrt wurden. Durch den Umgang
mit Blei tranken die Setzer täglich viel Milch (neben Bier und Schnaps).
Der Setzer entnahm die Bleibuchstaben dem Setzkasten und stellte sie im !Winkelhaken
(!Setzerwerkzeug) zu Zeilen zusammen. Die anschließend ausgeschlossenen Zeilen
wurden dann zu !Spalten auf einem !Satzschiff gesammelt. In einer Stunde wurden
von einem Handsetzer Mitte des 20. Jahrhunderts in einer 10-Punkt-Schrift 30 Zeilen zu
20 Cicero gesetzt oder etwa 1600 Buchstaben. (!Stundensatz)
Im !Maschinensatz waren zwischen 4000 bis 6000 Buchstaben je Stunde möglich.
(!Bleisatz)
Hängender Einzug Die erste Zeile des Textes wird auf volle Satzbreite gesetzt, alle folgenden Zeilen sind
links eingezogen. (!Einziehen)

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Hauskorrektur Die erste Satzkorrektur nach der Texterfassung. Die Hauskorrektur geht zu Lasten der
Setzerei. Erst nach Ausführung der Hauskorrektur erhält der Auftraggeber einen Abzug.
Hier kann der Autor seine !Autorkorrektur eintragen. (!Korrektur)
Headline Schlagzeile
Heften Bogenteile oder Lagen werden mit Drahtklammern, Faden, Zwirn, Kordel, Spirale oder
Kamm verbunden. (!Buchblock)
Herausgeber Der Herausgeber (Editor) veröffentlicht Druckwerke, ohne selbst !Autor zu sein.
(!Verleger)
Hering Wurde in der Bleisatzdruckerei dem Lehrling vom Meister einen Rüffel erteilt, sprach man
vom Hering.
Hermeneutik (griech.: hermeneuein = aussagen, auslegen, erklären) Kunstlehre des Verstehens,
Auslegung von Texten, Verstehen von Sinnzusammenhängen
Die „verstehende“ Methode der geisteswissenschaftlichen Hermeneutik steht der der
„erklärenden“ naturwissenschaftlichen gegenüber. Die Hermeneutik versucht die
Bedeutung und den Sinn aus Werken des menschlichen Geistes in ihrem Zusammenhang
zu verstehen. Verstehen wird heute als Weise des menschlichen Existierens selbst begriffen
(M. Heidegger, philosophische Hermeneutik). Die theologische Hermeneutik bemüht sich,
durch Übersetzung die biblische (Sprach-)Wirklichkeit in die jeweilige (Sprach-)Wirklich-
keit der Gegenwart zu bringen, es ist die biblische Botschaft des Ausdrucks von Existenz-
erfahrung (R. Bultmann) und Sprachereignis, in dem sich Heil ereignet (G. Ebeling).
(!Bibel !Hesse !Lektor !Mentelin !Synopse)
Hersteller (engl.: Producer) Verlagsmitarbeiter der Abteilung Herstellung, der die technische
und organisatorische Abwicklung, z. B. der Buchproduktion einschließlich der
Kostenkalkulation, und den Zeitplan der Produktion überwacht und auch auf Gestaltung,
Farben, Papier usw. Einfluß nimmt: vom Manuskript (Autorenkontakt) über die
Druckvorstufe (Satzherstellung, Korrekturen, Bildbearbeitung, Umbruch) und den Druck
(Papier, Termine) bis über die Weiterverarbeitung (Bindungsart, Umschlag), ebenfalls
auf die eventuell beigelegte CD-ROM-Produktion (!CD-ROM, !Mastering), bis zur
Auslieferung des kompletten Projekts.
Die Abgrenzung zwischen Hersteller und !Lektor ist von !Verlag zu Verlag
unterschiedlich, teilweise auch von Projekt zu Projekt, beispielsweise zum Thema
!Typographie oder !Imprimatur.
Hesse Hermann Hesse (1877–1962)
Bücher

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
in dich selbst zurück.
Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.
Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt –
Denn nun ist sie dein.

HKS Farbensystem für Druckfarben mit 84 Farben für die Papiere Naturstoff (N),
Zeitungsdruck (Z) und Kunstdruck (K) der Firmen Hostmann-Steinberg H,
K + E Druckfarben K, Schmincke S. Auf Farbfächern wird jeder Farbmischung
eine HKS-Nummer zugeordnet. (!Farben !Pantone)

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Hochdruck !Buchdruck
Hochzeit Doppelt gesetztes Wort (!Leiche !Witwe)
Holzschnitt Der Holzschnitt kam in Europa um 1400 in Gebrauch (!Blockbücher). Nach Erfindung
des !Buchdrucks durch !Gutenberg wurden Holzschnitte seit etwa 1460 zur
Buchillustration verwendet. Nach Michael Wolgemut (1434–1519) verwendete auch
Albrecht Dürer (1471–1528) den Holzschnitt als künstlerische Ausdrucksform. Jost
Amman (1539–1591), Schweizer Graphiker, seit 1561 in Nürnberg und Frankfurt, gilt als
wichtigster Buchillustrator des 16. Jahrhunderts in Deutschland (!Druckfehler
!Verleger). Im Expressionismus erlebte der Holzschnitt einen weiteren künstlerischen
Höhepunkt.
Ein glattgehobeltes Hartholzbrett, das in Faserrichtung geschnitten ist, wird mit
Schneidemessern bearbeitet, und die nichtdruckenden Teile werden entfernt. Etwa
1000 Abdrucke sind möglich. (!Holzstich)
Holzstich Eine Sonderform des Holzschnitts ist der Holzstich und gehört zu den Hochdruck-
verfahren (der !Kupferstich zu den Tiefdruckverfahren). Ab 1770 arbeitete der
Kupferstecher Thomas Bewick in England mit Holzstichen. Im 19. Jahrhundert war der
Holzstich als Reproduktionsverfahren in Europa weit verbreitet. Er war auch als
künstlerisches Verfahren sehr beliebt.
Man verwendet Hirnholz, quer zur Faser geschnittenes Hartholz. Als Druckstock
übertrifft das Hirnholz Kupfer in seiner Härte und kommt Stahl nahe. Die Hirnholz-
druckplatte wird mit dem Stichel bearbeitet, daher Holzstich, die nichtdruckenden
Teile werden entfernt und erlauben feinste Linien und Schraffuren, die wie Halbtöne
erscheinen.
(!Halbton !Holzschnitt !Xylographie)
Holztafeldruck !Blockbücher
Hornschuch Hieronymus Hornschuch – D.H.H. (1573–1616) schrieb als einer der ersten eine Art
Katechismus für !Korrektoren und !Autoren. Etwas mehr als 100 Jahre nach
!Gutenbergs Tod wurde Hieronymus Hornschuch 1573 in Henfstädt geboren,
studierte an mehreren Universitäten, wurde 1608 in Basel Doktor der Medizin und ließ
sich als Arzt in Leipzig nieder, wo er 1616 starb. Seinen Unterhalt während des
Studiums verdiente er sich u. a. als !Korrektor. Er schrieb aus dieser Tätigkeit heraus
das heute älteste erhaltene Lehrbüchlein für Korrektoren, die „Orthotypographia“
(!Orthotypographie). Es erschien 1608 in lateinischer Sprache in Leipzig und 1634
in deutscher Übersetzung. Es enthielt u. a. eine Darstellung von !Korrekturzeichen,
Formattabellen und Druckschriftenübersichten. Das Büchlein erschien noch bis etwa
1744 in etwas veränderten Neuausgaben. Es kann als Vorläufer der !Formatbüchlein
gelten.
Hugo Victor Hugo (1802–1885). Er setzte !Gutenberg und seiner Kunst 1831 ein
unvergängliches literarisches Denkmal ab der 2. Auflage in dem Roman „Notre-Dame de
Paris“ (5. Kap.), aber auch im Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ (4. Kap. Teil 2).
Für Victor Hugo ist die Erfindung der Buchdruckerkunst „das größte Ereignis der
Geschichte“. Sie hat die Architektur als Chronik der Menschheit abgelöst, „das Buch
tötet das Bauwerk“. Er preist die Tat Gutenbergs als die „Mutter der Revolution“.
„In der Form des Druckes ist der Gedanke unvergänglicher denn je zuvor; er ist
beflügelt, unangreifbar, unzerstörbar. Er durchdringt die Lüfte. In den Zeiten der
Baukunst macht er sich zum Berg und bemächtigt sich gewaltsam eines Jahrhunderts
oder eines Ortes. Jetzt macht er sich zur Vogelschar, schwärmt aus in alle vier Winde
und ist zur gleichen Zeit überall in Zeit und Raum.“
(!Lichtenberg)

43
Hurenkind Am Anfang einer Kolumne stehende Schlußzeile eines Absatzes. In der „guten alten
Zeit“ wurden die Kinder lediger Mütter verächtlich „Hurenkinder“ genannt und durften
eigentlich nach vorherrschender gesellschaftlicher Vorstellung gar nicht vorkommen.
Das trifft selbstverständlich auch auf Hurenkinder in der !Schwarzen Kunst für ein
tadelloses Druckwerk zu. (!Schusterjunge !Waisenkind)






























H

Der Hopfen wächst an langer Stange,
Der Hofhund macht dem Wandrer bange.

44
I

i Der Punkt auf dem „i“ ist gegen Ende des 11. Jahrhunderts als kleiner Strich über dem „i“
entstanden, damit z. B. „in“, „m“ oder „ni“ unterschieden werden konnten. Im Laufe der
Zeit bekamen dann alle „i“ einen Punkt bzw. Strich. Um 1350 war dieser Prozeß
abgeschlossen (siehe für zwei Punkte über dem Buchstaben !Akzente und !Umlaute).
Ein ähnliches Unterscheidungsproblem besteht heute beim Einscannen von Schrift, z. B.
„rn“ und „m“.

Ideogramm Ideenschreibung z. B. in der Entwicklung der Schrift: Zeichen Sonne = in der Bedeutung
Licht, Tag, hell, heiß (!Logogramm !Piktogramm)

IG Druck+Papier Industrie-Gewerkschaft für das graphische Gewerbe, dann IG Medien, heute mit anderen
Gewerkschaften in „ver.di“ eingebettet

Illustrationen !Holzschnitt !Holzstich !Kupferstich !Radierung

Imperial !Schriftgrad (150 Punkt)

Impressum Druckvermerk in Büchern (!Kolophon), Zeitungen und Zeitschriften. Es enthält
mindestens !Copyright, Auflage, Datum und Druckort, häufig auch in Büchern die
!CIP-Kurztitelaufnahme mit !Deskriptionszeichen.
Seit Ende 2002 ist nur noch ein Hinweis auf die Kurztitelaufnahme im Internet
vorgesehen. (!VLB)

Imprimatur Erteilung der Druckerlaubnis (!Blaupause !Aushängebogen)

Inch Englische Bezeichnung für Zoll = 2,54 cm
(lat.: unica = Zwölftel [unus] = Unze, Inch [Zoll] = 12. Teil eines Fußes)

Index 1. Tiefstehender Buchstabe in kleinerem Schriftgrad (!Exponent)
2. Der Begriff wird für ein Verzeichnis gebraucht. (!Verzeichnisse)
3. Index bedeutet auch eine Liste verbotener Bücher. (!Buch)

Ineditum Noch nicht veröffentlichte Schrift (!Edition)

Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis spielt bei Fach-, Sach- und Lehrbüchern eine ganz entscheidende
Rolle. Es dient dem raschen Auffinden und Nachschlagen von Sachinhalten. Der
hierarchische Aufbau des Werkes und die Wertigkeit der Themenbereiche sollten
spiegelbildlich im Inhaltsverzeichnis ausführlich ablesbar sein. Dieses Ziel ist mit
typographischen Mitteln durch klare Gliederungen zu unterstützen.
(!Verzeichnisse !Registerpunkte)

Initial Anfangsbuchstabe eines Absatzes, größer als die Grundschrift, hat oftmals die Höhe von
zwei oder mehr Zeilen und ist manchmal verziert (!Unziale)

Inkunabel (lat.: incunabula = Windeln, von cuna = die Wiege) !Wiegendruck

Innentitel Der Innentitel steht auf der linken Seite 2, gegenüber dem Haupttitel (Seite 3). Er wird oft
in Buchreihen gebraucht, um auf die anderen Titel der Reihe hinzuweisen. (!Titelei)

45
Insertio 6½-Punkt-Schriftgrad (!Namen der Schriftgrade)
ISBN Internationale Standardbuchnummer (!EAN-Code)
Die ISBN besteht aus 4 Teilen:
1. Gruppennummer (3 = Deutsch), 2. Verlagsnummer, 3. Titelnummer, 4. Prüfziffer

1 2 3 4
Beispiel: ISBN 3-8041-4048-3
ISSN Internationale Standardseriennummer (für Zeitschriften). Diese Nummer enthält keine
Schlüsselzahlen für Verlag (!ISBN 2) und über die sprachliche Herkunft (!ISBN 1).
Die ISSN ist immer 8stellig, z. B. ISSN 0340-7489.
Italic !Kursiv























I

Trau ja dem Igel nicht, er sticht,
Der Iltis ist auf Mord erpicht.

46
J

j (hebr.: Jod, griech.: Iota) deutsch = Jot, ein Buchstabe, der sich im 13. Jahrhundert aus
dem „i“ gebildet hat.
Jaffé Max Jaffé, Maler und Fotograf, gelangen 1877 erste Rasteraufnahmen (Jaffétypie),
die Halbtöne im Buchdruck möglich machten.
Mit einer Reprokamera nahm er durch ein straffgespanntes schwarz eingefärbtes
Beuteltuch das Aufnahmematerial auf.
Jahrbuch Jahrbücher sind periodisch jährlich erscheinende Schriften, die sich meist auf ein
bestimmtes Thema beschränken und Inhalte bringen, die zu diesem Thema im Laufe des
Jahres zu beachten sind.
Almanach: ursprünglich astronomisches Tafelwerk, seit dem 16. Jahrhundert jährlich
erscheinende astronomische Kalender, im 18. Jahrhundert Wandel zu literarischen
Jahrbüchern
Annalen: geschichtliche Jahrbücher
Jannon Jean Jannon (1580–1658), bedeutender französischer Schriftkünstler, der zu Unrecht im
Schatten !Garamonds steht. (!Namen der Schriftgrade [siehe 5 Punkt] !Schrift-
designer)
Janson Anton Janson (1620–1687), Schriftkünstler, arbeitete als Schriftgießer in Amsterdam und
Frankfurt am Main.
Japanische Bindung Der Buchblock wird im Bund mehrfach durchbohrt, und es werden Schnüre durch die
Löcher hindurchgezogen, die senkrecht parallel zum Buchrücken von Bohrung zu
Bohrung und waagerecht über den Buchrücken verlaufen und verknotet werden. Die
Druckbogen werden einseitig bedruckt. Die unbedruckte Seite wird nach innen gefalzt,
und der Falz liegt außen. Am Rücken liegen die Blätter offen, und nur die Schnüre laufen
quer über den Rücken, um das Buch zusammenzubinden. (!Blockbücher !Buch)
Japanpapier Echtes Japanpapier wird aus der Rinde einer Maulbeerbaumart im Handverfahren
hergestellt. Es wird hauptsächlich für Luxusdrucke verwendet.
Jenson Nicolas Jenson (1420–1480), aus Frankreich stammender Drucker und Schriftkünstler,
der in Mainz die !Schwarze Kunst erlernte und in Venedig durch seine Schrift-
schöpfungen weltberühmt wurde. Auf ihn gehen die Antiqua-Schriftschnitte zurück.
(!Aldus Manutius !Mentelin [Adolf Rusch])
Jungfer 1. !Schriftgrad (7 Punkt, 8 Punkt) !Namen der Schriftgrade
2. !Jungfrau
Jungfrau Fehlerfrei gesetzte Kolumne, auch Jungfer
Justieren Im Bleisatz die Kolumnen auf gleiche Satzhöhe bringen
Just in Time !Computer-to-Press

47
K

Kakographie (griech.: kako = schlecht) Fehlerhafte, schlechte Schreibweise, Gegenteil von
!Orthographie
Kakotypographie Fehlerhafte, schlechte Schreibweise des Schriftsatzes, Gegenteil von !Ortho-
typographie
Kalligraphie Schönschreibkunst
Kanon Die Kanon, !Schriftgrade (32 Punkt, 36 Punkt, 42 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Kapitalband Am Kopf und am Fuß des !Buchblocks angeklebte Stoffbändchen als Staubschutz und
Zierde (!Lesebändchen)
Kapitälchen Großbuchstaben (Versalien) in Höhe der !Mittellänge der Kleinbuchstaben (Gemeine)
mit deren Strichstärke
Dies sind echte Kapitälchen aus dieser Schrift.
DIES SIND KEINE ECHTEN KAPITÄLCHEN AUS DIESER SCHRIFT.
Karolingische Auf dem Hintergrund der Reichsbildung Karls des Großen und dem Wunsch nach
Minuskel einer einheitlichen und deutlichen Schrift für das gesamte karolingische Reich
entwickelte sich aus den !Unzialschriften die karolingische Minuskel (Klein-
buchstaben), ergänzt durch Versalbuchstaben (!Capitalis monumentalis). Aus der
karolingischen Minuskel entwickelte sich im 13. Jahrhundert eine gotische Schreibschrift,
die zu den gotischen Schriften (!Gotisch) des 14. und 15. Jahrhunderts führte.
Ebenfalls geht die !Antiqua auf die karolingische Minuskel zurück.
Karton Als Karton gilt ein !Papiergewicht zwischen 150 und 600 g
Kartonieren !Broschieren
Kaschieren (franz.: cacher = verbergen) Überziehen von Bucheinbänden (!Einband)
Kegel 1. Der Kegel bezeichnet eine der Dimensionen der Fläche des !Buchstabenbildes
(!Dickte × Kegel), nämlich die Höhe. (!Schriftkegel !Druckbuchstabe)
2. Der Kegel ist der Körper einer !Letter, auf deren !Schulterhöhe das
!Buchstabenbild sitzt. (!Bleisatz)
Kerning Bearbeiten der Abstände zwischen Buchstaben oder Zeichen
(!Laufweite !Unterschneiden)
Key-colour Die „Schlüsselfarbe“ Schwarz ist eine der Grundfarben im Vierfarbendruck.
Sie verleiht den Bildern Tiefe und bildet den größten Kontrast zum weißen Papier.
(!CMYK)
Klammeraffe !At-Zeichen
Klebebindung Sammelbegriff für Bindeverfahren, die das Heften mit Fäden umgehen, Möglichkeit zum
Binden von Büchern durch Kleben
(!Buchblock !Lumbeckklebung !Luwi-Bindung)
Twinflex = flexibler Kleber, trocknet nicht aus
Hotmelt = schnelltrocknender Kleber zur Produktion von kurzlebigen
Druckprodukten, wird schnell brüchig

48
Klebeumbruch Eine Art Collage: durch Kleben von Text- und Bildabzügen probeweise erfolgter
!Umbruch auf Papier, !Papiermontage (!Montage [2])
Man zeichnet den Rahmen des !Satzspiegels auf und photokopiert dieses Blatt in
ausreichender Zahl. Die noch leeren Satzspiegelblätter werden mit der Hand paginiert
(!Paginieren) und jeweils zum Klebeumbruch als Doppelseiten nebeneinandergelegt
(immer eine linke und eine rechte Seite). Mit der Schere werden die Texte, Bild-
unterschriften usw. sowie alle Abbildungen knapp ausgeschnitten. Die einzelnen
Gestaltungselemente werden nun auf die erste Seite gelegt und wie ein Puzzle nach
Bedarf hin und hergeschoben, bis eine befriedigende Seitengestaltung entsteht. Auf diese
Weise kann man je nach Schwierigkeitsgrad des Umbruchs zunächst zehn oder mehr
Seiten umbrechen. Entstehen typographische Umbruchprobleme, kann man eventuell
mehrere Seiten zurückgehen und das Umbruchpuzzle entsprechend ändern. Zum Schluß
werden alle Teile festgeklebt.
Klischee Bilddruckplatte (Druckstock) im !Buchdruck
Klopfen Das Klopfen mit der Flachseite der umgedrehten !Ahle auf den Arbeitstisch war in
Bleisetzereien üblich (!Handsatz), wenn jemand in der Setzerei nieste, um Gesundheit
zu wünschen. Mit Bleistegen (!Stege [1, 2]) wurde auf angehobene leere !Satzschiffe
geklopft, wenn ein Kollege verabschiedet wurde.
Klopfholz Ein flacher Holzklotz, die Drucker vor dem Schließen der Druckform auf den Bleisatz
legten und mit einem Holzhammer vorsichtig die hochstehenden !Lettern in den Satz
klopften.
Knüller Die von allen Druckern sehr gefürchtete Papierstörung während des Drucks an der
Druckmaschine, die zum Druckstopp zwingt (!Stopper). In seinen schwerwiegenden
Formen kann der Knüller zur Zerstörung der Druckform führen.
Koberger Anton Koberger (um 1440–1513), bedeutender Buchdrucker, !Verleger und Buch-
händler in Nürnberg. Seine Firma war eine der bedeutendsten des 15. Jahrhunderts seiner
Art (u. a. 24 Druckpressen), der Vertrieb umfaßte große Teile Europas. 1493 erschien
hier unter anderem Hartman Schedels Weltchronik. Albrecht Dürer (1471–1528),
Patensohn Anton Kobergers, war für die Firma tätig. (!Holzschnitt !Kupferstich)
Kodex !Codex
Koenig Friedrich Gottlob Koenig (1774–1833), Erfinder der Hochdruck-Schnellpresse mit
flacher Druckform und zylindrischer Gegendruckform. Gründete mit Andreas Bauer
in Oberzell bei Würzburg die Firma Koenig & Bauer. In der Nacht vom 28. zum
29. November 1814 wurde die „Times“ in London auf einer Hochdruck-Doppel-
schnellpresse von Koenig gedruckt. Zum ersten Mal wurde eine Druckmaschine nicht mit
Muskelkraft, sondern mit Dampfkraft bewegt. Es konnten so in einer Stunde über 1100
Bogen gedruckt werden und war damit drei- bis viermal schneller als mit Muskelkraft
bewegte herkömmliche Druckpressen mit einer den Handpressen überlegenen
gleichmäßigen Druckqualität.
Kollationieren 1. Das Durchsehen des Schriftsatzes oder Druckwerkes auf Vollständigkeit, Abschrift
mit der Urschrift vergleichen (!Korrektor)
2. Buchbinden: Rohblock nach dem Zusammentragen auf lückenlose Reihenfolge mit
Hilfe von Kollationszeichen überprüfen (!Bogennorm !Bogensignatur !Flatter-
marken)
Kolonel !Schriftgrad (7 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Kolophon Schlußformel mittelalterlicher Handschriften und Frühdrucke mit Angabe über Verfasser,
Druckort und Druckjahr (!Impressum)

49
Kolumne (lat.: columna = Säule) Buchseite, Druckseite, Schriftsatz im Umfang einer Druckseite,
Druckspalte (!Spalte)
Kolumnenschnur Im Bleisatz Schnur zum !Ausbinden einer !Kolumne (!Setzerwerkzeug)
Kolumnentitel Text über der Kolumne
(!Satzspiegel !Lebender Kolumnentitel !Toter Kolumnentitel)
Kolumnenziffer Seitenzahl (!Paginieren !Toter Kolumnentitel)
Kolumnist Verfasser von !Kolumnen
Komplementärfarben Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, z. B. stehen im sechsteiligen Farbkreis
den Primärfarben Gelb, Magenta und Cyan die Komplementärfarben Blau, Grün und Rot
gegenüber. (!CMYK)
Kompreß Undurchschossene Zeilen, ohne Zeilenabstand (!Durchschuß)
Konkordanz 4 Cicero
(!Typographisches Maßsystem [Didot-Punkt] !Namen der Schriftgrade [48 Punkt])
Kontern Umdrehung in der Bildbearbeitung von seitenrichtig in seitenverkehrt oder umgekehrt
Kopfschnitt !Oberschnitt
Korpus !Schriftgrad (10 Punkt), auch Garmond (!Namen der Schriftgrade)
Korrektor (lat.: Verbesserer) Ein Verbesserer, der in einer Druckerei, Setzerei, einem Verlag oder
auch zu Hause Schriftsätze auf (Satz)fehler überprüft. In den Bleisetzereien wurde die
Korrektorenabteilung überwiegend mit Setzern belegt.
Zum !Korrekturlesen gehört ein umfangreiches Allgemeinwissen sowie Wissen zur
!Orthographie und zur !Orthotypographie (!Schreibweisen), aber natürlich auch
Fachwissen zur !Typographie und zum !Satz. (!Korrekturlesen !Qualitätssatz
!Hornschuch)
Anmerkung: Korrektoren werden heute oft für überflüssig gehalten (!Verleger) und
sind inzwischen fast gänzlich ausgestorben; man begreift auch gar nicht so recht, was
Korrektoren überhaupt noch sollen. Es gibt doch Rechtschreibprüfprogramme! Ein
vordergründiges, aber kostengünstiges Mißverständnis, das für unsere Epoche leider
einen kulturellen Verlust bedeutet (!Druckfehlerteufel !Lesen !Silbentrennungen).
Das Ergebnis sind überall zahlreiche „errata typographica“. (!Druckfehler)
Hier ein Beispiel aus dem täglichen Leben, wie ein Korrektor mißverstanden wird:
Einer der wenigen noch existierenden Korrektoren geht in ein Restaurant.
Der Korrektor zeigt der Kellnerin die Speisekarte und deutet auf das falsch geschriebene
Wort „Omelet“ und meint: „Omelett mit zwei tt!“ Die Kellnerin geht in die Küche und
wiederholt: „Ein Omelett mit zwei Tee!“

Beispiel für eine Beziehung zwischen !Autor und Korrektor (siehe auch !Setzer):
Gottfried August Bürger (1747–1794) schrieb am 22. August 1778 einen bösen Brief an
seinen Verleger: „Wehe, wehe, wehe! Ach und wehe! Endlich, endlich, lieber Dietrich,
reißt mir über den Druckfehlern die Geduld. So wahr ich lebe, Ohrfeigen könnte ich dem
Herrn Korrektor geben … Aber welcher Korrektor, der nicht ein solches Rindvieh ist,
läßt einen solchen Druckfehler wie Seite 74 stehen? ,Das Wasser rinnt immer bergan.‘
O, Du Ochse aller Ochsen! Rinnt denn das Wasser immer bergan? Nimmer, nimmer,
nimmer rinnt es bergan! … so mußtest Du doch so viel Augen und Verstand im Kopfe
haben, daß es ,nimmer‘ heißen mußte. … Bemmarshausen, den 22. August 1778, noch
spät abends 11 Uhr, in meinem gerechten Grimme.
Gottfried August Bürger“

50
Korrektur Verbesserung, Berichtigung (des Schriftsatzes). Vor allen Dingen sollten
!Autorkorrektur und !Hauskorrektur aus wirtschaftlichen Gründen voneinander
getrennt werden. (!Fahne !Druckfehlerverzeichnis !Kollationieren)
Korrekturlesen Im Unterschied zum Lesen wird beim Korrekturlesen weniger auf den Inhalt des Textes
geachtet (außer bei logischen Unstimmigkeiten im Text und bei !Verzeichnissen) als
der !Neusatz mit dem !Manuskript verglichen. Beim Korrekturlesen muß der
!Korrektor die !Schreibweisen im Schriftsatz (!Orthotypographie) und die
typographischen Regeln (!Typographie) sowie orthographische, syntaktische und
grammatische Fehler beachten und nach den !Korrekturvorschriften rot anstreichen.
Wichtige Anmerkung zum Korrekturlesen:
Das Manuskript ist nicht heilig. Gehe davon aus, daß Namen, Fakten, Zahlen nie
stimmen. Sei immer mißtrauisch! (!Druckfehler)
Korrekturvorschriften Die in einem Text gefundenen Fehler werden nach den Korrekturvorschriften mit
festgelegten !Korrekturzeichen (DIN 16 511) angestrichen. Dazu wird jedes
eingezeichnete Korrekturzeichen am Rand wiederholt und der Fehler korrigiert.
Die Korrekturzeichen und ihr Gebrauch sind im !Duden abgedruckt.
(!Hornschuch)
Korrekturzeichen Festgelegte Zeichen zum Anstreichen von Korrekturen nach DIN 16 511. Die
Korrekturzeichen sind u. a. im !Duden abgedruckt.
Korrigierstuhl Hocker, auf dem im Bleisatz Korrekturen (!Ahle) sitzend ausgeführt wurden;
der Handsetzer führte ansonsten seine Arbeit vor dem !Setzkasten oder dem
!Satzschiff im Stehen aus. (!Gasse !Gautschen !Handsatz)
Kosog Oskar Kosog war Lehrer in Breslau. 1912 publizierte er die Streitschrift „Unsere
Rechtschreibung und die Notwendigkeit ihrer Gründlichen Reform“. (!Duden)
Das hier von ihm verfaßte Diktat „Aus dem Testamente einer Mutter“ spiegelt die
Schwierigkeiten der deutschen Rechtschreibung wider.
Kreuzbruch Abwechselnd horizontales und vertikales Falzen; Falzung, bei der jeder nächste Bruch
quer zum vorangehenden Bruch erfolgt. (!Falzarten)
Kritischer Apparat Existieren von einem Werk mehrere authentische Fassungen, so können in einer
kritischen Werkausgabe durch den kritischen Apparat die verschiedenen Lesarten
wiedergegeben werden. Dies geschieht z. B. durch !Zeilenzähler, die sich in Fußnoten
wiederholen, mit der Bezeichnung der Fassungen und des entsprechenden
abweichenden Vokabulars von der Grundfassung.
Kupferstich Der Kupferstich ist ein manuelles Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckplatten.
Mit einem Stichel werden Linien in die glatte Kupferplatte geschnitten.
Die Anfänge des Kupferstichs gehen in das frühe 15. Jahrhundert zurück. Um 1440
wurden mit diesem Verfahren Spielkarten in Südwestdeutschland gestochen und
gedruckt. Der Kupferstich wird Ende des 15. Jahrhunderts und Anfang des
16. Jahrhunderts zur bedeutenden Reproduktionsgrafik und löst den !Holzschnitt ab.
Mit Martin Schongauer (1450–1491) und Albrecht Dürer (1471–1528) beginnt eine
Reihe bedeutender Künstlerpersönlichkeiten, sich mit dem Kupferstich zu
beschäftigen.
Im Laufe des 16. Jahrhunderts errang Frankfurt den Ruf als Zentrum der Buch-
illustration (!Holzschnitt [Jost Amman] !Verleger). Um 1570 kam die Kupfer-
stecherfamilie de Bry aus Lüttich nach Frankfurt und vollzieht durch ihre Arbeit die
entscheidende Wende zum Kupferstich, der für die nächsten Jahrhunderte die
dominierende Illustrationstechnik wird. Später folgte Matthäus Merian aus Basel.
Parallel dazu entwickelt sich Anfang des 16. Jahrhunderts die !Radierung.

51
Kurrentschrift !Sütterlin
Kursiv (lat.: currere = laufen, rennen, eilen) scriptura cursiva ist die laufende geschriebene
Schrift, eine schräge, nach rechts geneigte Druckschrift (!Schriftfamilie [Schriftlage]).
Die erste kursive Druckschrift stammte aus dem Jahr 1501 von !Aldus Manutius. Vorbild
war eine Schreibschrift der päpstlichen Kanzlei. Ab etwa 1600 wurde keine Antiqua mehr
ohne dazugehörige Kursive geschnitten, aber bis ins 17. Jahrhundert blieb die Kursive
neben der Antiqua eine selbständige Buchschrift. Die Kursivschnitte kannten nur
Kleinbuchstaben, für Versalien wurde der geradstehende Normalschnitt der Antiqua
gebraucht. 1742 führte !Fournier die Serifen für Kursivkleinbuchstaben ein, die damit
wie eine schräggestellte Ergänzungsschrift zur Antiqua wirkten. !Didot kehrte zur
serifenlosen Kursiv zurück. Die heute gebrauchten kursiven Schriften sind zum Teil
eigenständige Schriftformen, zum Teil nur elektronisch schräggestellte Antiquaschriften
(Pseudokursiv).
Kustos (lat.: Wächter) Wort oder Silbe am Fuß einer Buchseite als Verbindung zur folgenden
Seite, wo sich das Wort wiederholt
















K

Den Kakadu man gern betrachtet,
Das Kalb man ohne weiters schlachtet.

52
L

Ladenhüter Bezeichnung für im Buchhandel unverkäufliche Bücher; der Begriff ist im
17. Jahrhundert entstanden.
Lage Mehrere ineinanderliegende gefalzte Bogen
Laminieren Hauchdünne transparente Folien, glänzend oder matt, die mit dem Druckgut
(z. B. Schutzumschläge) fest verbunden werden. (!Kaschieren)
Langes „s“ Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts war das lange „s“ in Antiquaschriften (!Antiqua)
üblich und wurde erst im 19. Jahrhundert ungebräuchlich, blieb aber hier als !Ligatur in
Form des !scharfen „s“ = ß in Deutschland bis heute erhalten. In den !gebrochenen
Schriften ist das lange „s“ in Deutschland nie verlorengegangen und wird bis heute
gebraucht. Im englisch-amerikanischen Sprachraum aber ist das lange „s“ auch in den
gebrochenen Schriften verschwunden, so wie aus den Antiquaschriften im 18. Jahrhundert.

Die Ähnlichkeit des langen „s“ und des „f“ hat auch in der Literatur ihre Spuren
hinterlassen. In Goethes Faust, II. Teil, 2. Akt, Klassische Walpurgisnacht, Am
oberen Peneios, ab Zeile 7080, besteht der Witz (meist wirkt eine hübsche Lüge
überzeugender als die häßliche Wahrheit) aus der bewußten Verwechslung
beider Buchstaben in den Wörtern Greise und Greife (Zeile 7083, 7092 und 7093).
Im Antiquasatz ohne langes „s“ ist die Verwechslung nicht mehr nachvollziehbar und
Goethes Buchstabenspiel nicht erkennbar.

Mephistopheles umherspürend.
Und wie ich diese Feuerchen durchschweife,
So find’ ich mich doch ganz und gar entfremdet,
Fast alles nackt, nur hie und da behemdet:
Die Sphinxe schamlos, unverschämt die Greife, (Greife)

Ein widrig Volk! Doch darf mich’s nicht verdrießen,
Als neuer Gast anständig sie zu grüßen …
Glückzu den schönen Fraun, den klugen Greisen! (Greisen)

Greif schnarrend.
Nicht Greisen! Greifen! (Greisen, Greifen) – Niemand hört es gern,
Daß man ihn Grei– nennt. Jedem Worte klingt
Der Ursprung nach, wo es sich her bedingt:
Grau, grämlich, griesgram, greulich, Gräber, grimmig,
Etymologisch gleicherweise stimmig,
Verstimmen uns.

Mephistopheles.
Und doch, nicht abzuschweifen,
Gefällt das Grei im Ehrentitel Greifen. (Greifen)

Greif wie oben und immer so fort.
Natürlich! Die Verwandtschaft ist erprobt,
Zwar oft gescholten, mehr jedoch gelobt;
Man greife nun nach Mädchen, Kronen, Gold,
Dem Greifenden ist meist Fortuna hold.
Längstitel !Buchrücken

53
Laufrichtung Die Laufrichtung bezeichnet die Faserrichtung im !Papier.
Bei einem Buch muß die Laufrichtung des Papiers parallel zum Rücken liegen, damit die
Seiten glatt bleiben und nicht wellig werden. (!Nagelprobe !Streifenprobe)
Laufweite Die Laufweite der Schrift wird durch Buchstabenabstände bestimmt. Durch Erweitern
oder Verringern der Buchstabenabstände wird die Laufweite verändert, ohne die Breite
des !Schriftbildes zu verändern (!Dickte). Das „Gewebe“ des gedruckten !Textes
wird dadurch gestört und sollte durch Laufweitenveränderungen, die wie „Webfehler“
wirken, vermieden werden. In Satzprogrammen ist ein entsprechender Automatismus der
Laufweitenveränderung abzuschalten. (!Ausgleichen !Spationieren !Sperren)
Layout Konzeption eines Drucksachenentwurfs (!Makrotypographie !Satzspiegel
!Typographie)
Lead Zusammenfassender Text in Zeitungen oder Zeitschriften zwischen der Überschrift und dem
Haupttext
Lebender Text über der Kolumne, der sich stichwortartig auf den Seiteninhalt bezieht. Der
Kolumnentitel lebende !Kolumnentitel zählt noch zum !Satzspiegel. (!Toter Kolumnentitel)
Lebensdauerklassen !Papier hat eine voraussichtliche Lebensdauer, die nach DIN 6738 in LDK
(Lebensdauerklassen) eingeteilt ist:

LDK 6–40 mindestens 50 Jahre
LDK 6–70 mindestens 100 Jahre
LDK 12–80 einige hundert Jahre
LDK 24–85 alterungsbeständiges Papier
Leerzeile !Blindzeile
Legende (lat.: das zu Lesende) Bildlegende, Zeichenerklärung, erklärender Text zu den auf
Abbildungen, Karten usw. verwendeten Zeichen. Der Begriff Legende wird auch
für !Bildunterschriften verwendet.
Leiche Fehlendes Wort im Schriftsatz, wird in ein !Grab gelegt (!Hochzeit !Witwe)
Leintücher Scherzhaft für besonders großformatige Zeitungen (!Zeitungsformate)
Lektor (lat.: Leser, Vorleser; lectori salutem = Begrüßungsformel des Lesers in antiken
Schriften) Mitarbeiter eines !Verlages im Lektorat mit wissenschaftlicher
oder literarischer Bildung (!Hermeneutik), der eingehende !Manuskripte
begutachtet, Vorschläge für Buchprojekte erarbeitet und dafür Autoren und Übersetzer
gewinnt. (!Hersteller)
Lemma Stichwort, Überschrift
Leporello !Falzart (benannt nach dem Diener Don Giovannis aus Mozarts gleichnamiger
Oper), bei der das Papier parallel in wechselnder Richtung gefalzt wird, auch
Zickzackfalz.
Lesebändchen Ein Stoffband, oft aus Seide, das am oberen !Kapitalband des Buches befestigt ist
und zwischen die Seiten als Lesezeichen gelegt wird. (!Eselsohr)
Lesen Das Auge des erwachsenen geübten Lesers nimmt beim Lesen keine Einzel-
buchstaben, sondern Wortbilder wahr. Bei einer gut lesbaren Druckschrift sind die
Einzelbuchstaben und ihre Buchstabenabstände (!Dickte !Kerning !Laufweite)
im Hinblick auf ihre Wirkung im Wortbild von Bedeutung. Die Buchstaben müssen
sich deutlich unterscheidbar bestmöglich in das Wortganze einfügen. Dabei ergeben
Mittel-, Ober- und Unterlängen der Kleinbuchstaben charakteristische Wortumrisse,
Wortsilhouetten von hohem Wiedererkennungswert. Es entstehen „Lese-Logotypen“.

54
Die Aufgabe der !Typographie ist es, den Leser hierbei soweit wie möglich zu
unterstützen als Lehre der guten Lesbarkeit. (!Anmutung !Mikrotypographie
!Qualitätssatz !Silbentrennungen !Text)
Die Augen eines geübten Lesers gleiten beim Lesevorgang ruckartig über die
Druckzeilen. Während der kurzen Fixation von 0,2 bis 0,4 Sekunden wird die visuelle
Information aufgenommen. Es werden dabei etwa 1–2 Wörter bzw. 5–10 Buchstaben
erfaßt. Je geübter der Leser, desto kürzer die Fixationsperioden und desto größer die
Sprünge des Auges zum nächsten Fixationspunkt. Wird der Sinn des Textes nicht klar
aufgenommen, springt das Auge einen oder mehrere Fixationspunkte zurück. Sind die
Vorwärtssprünge beim Lesen zu groß und die Fixationsperioden zu kurz, muß der
Text „erraten“ werden, wobei bei einfachen Inhalten die Redundanz (lat.: Überfülle)
der Sprache (Elemente, die keine zusätzliche Information enthalten) das Verständnis
erleichtert.
Letter (lat.: littera = Buchstabe) Die Bleibuchstaben haben eine genormte Druckhöhe, die
!Schrifthöhe. Das !Schriftbild sitzt auf der !Schulterhöhe (!Druckbuchstabe) des
Letternkörpers, der !Kegel genannt wird. Er hat an der Seite vorne eine !Signatur.
Die Lettern sind im !Setzkasten abgelegt. Sie sind aus einer Bleilegierung gegossen.
(!Bleisatz !Handsatz)
Lex.-8° Lexikonoktav, Lexikonformat (!Buchformat)
Lexem Lexikalische Einheit, Stichwort im Lexikon (!Stichwortverzeichnis)
Lichtenberg Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799), Physiker und Schriftsteller:
„Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert,
und mehr als das Blei in der Flinte das Blei im Setzkasten.“
(!Hugo)
Lichtsatz Das erste Fotosatzsystem wurde von dem Ungarn Edmond Uher 1925 zum Patent
angemeldet. Die typographische Fachwelt konnte allerdings den Nutzen des neuen
Verfahrens noch nicht ermessen. Das gelang erst den Franzosen Rene Alphonse Higgonet
(1902–1983) und Louis Marius Moyroud (1914–1983) mit einer ersten Demonstration
der Lumitype (später Photon) 1946, die 1948 in Amerika eingeführt wurde. In den 50er
und 60er Jahren erlebte der Fotosatz seinen Durchbruch. Die Schrift wurde bei diesem
System durch einen Negativfilm belichtet.
Mit Rudolf Hells (1901–2002) Vorstellung eines computergesteuerten photo-
elektronischen Lichtsatzsystems 1965 (Kathodenstrahlbelichter) beginnt der digitale
Lichtsatz. Die Schrift ist hier als Bitmap-Information gespeichert. Es leitet die Ablösung
des Bleisatzes ein.
Ab 1975 Einführung von Zeichenbeschreibungs- und Vektorformaten (!Adobe).
Nachhaltige Auswirkungen auf den Digitalsatz hatte schließlich 1984 die Einführung des
Graphikcomputers Apple Macintosh und der Einsatz des Programms PageMaker
(!DTP).
Ligatur Ein Schriftzeichen, das aus zwei oder mehreren zu einem neuen Zeichen verschmolzen
ist, z. B.:
f i = Þ, f l = ß s z = sz = ß = ß !Scharfes „s“
et = ) = * = & !Et-Zeichen ad = @ !At-Zeichen
(!Abbreviatur !Logotype !Umlaute [ä, ö {Ligatur æ, œ}])
Linien 1. Linien sollten im elektronischen Schriftsatz die Strichstärke von 0,2 mm nicht
unterschreiten (!Haarlinien), um noch eine sichere Belichtung der Linien in der
Druckvorstufe zu ermöglichen.

55

2. Im Bleisatz wurden die Linienarten 1 Punkt fett (0,75 mm), 2 Punkt fett, 3 Punkt fett
usw., halbfett (0,375 mm), stumpffein (0,15 mm) und fein (0,075 mm) verwandt (für die
Linienarten halbfett und stumpffein waren !Gehrungen notwendig, um die Linien-
anschlüsse im Druckbild zu gewährleisten). Im Bleisatz wurden Linien in verschiedenen
Längen und Stärken aus Messing benutzt, aber auch aus Blei, und in eigenen Kästen für
den Satz bereitgehalten.
Linotype Zeilensetzmaschine, 1884 von dem Mechaniker Ottmar Mergenthaler (1854–1899) in
Baltimore (USA) erfunden. (!Matrize !Monotype !Handsatz)
Literatur (lat.: litteratura = Schrift, Buchstabenschrift, Sprachlehre) Gesamtheit des Schrifttums,
alle über ein Wissensgebiet veröffentlichten Werke, die Werke von Dichtung und
Belletristik, im 16. Jahrhundert entlehnt. (!Letter)
Literaturverzeichnis Das Literaturverzeichnis führt als Quellenverzeichnis die in dem Buch benutzte oder
zitierte Literatur auf. Es kann auch auf das Thema bezogene weiterführende Literatur
aufführen. Neben dem Buchtitel werden der Verfasser, der Verlag, die Auflage, der
Verlagsort und das Erscheinungsjahr angegeben. Die Titel des Literaturverzeichnisses
können mit Nummern versehen werden, um im Text leichter zitiert zu werden.
(!Verzeichnisse)
Litho Kurzbezeichnung für einen Offsetfilm
Lithographie (griech.: lithos = Stein) Die Lithographie, der Steindruck, bezeichnet den Druck von
kohlensaurem Kalkstein, die Druckfläche liegt mit den nichtdruckenden Flächen auf einer
Ebene (Flachdruck), heute ein künstlerisches Verfahren. 1797 beschrieb Alois Senefelder
(1771–1834) geschliffene Kalkplatten mit Fettkreide, an der die Druckfarbe haften blieb.
Damit war das erste Flachdruckverfahren gefunden. (!Offsetdruck)
Litotes Bejahung durch doppelte Verneinung (z. B.: nicht unklug)
Löffel !Winkelhaken
Logo Aus einem graphischen Element (!Signet) und kurzem Text bestehendes Zeichen, das
z. B. eine Firma, eine Organisation oder einen Verein usw. versinnbildlicht.
Logogramm Wortschreibung (z. B. Zeichen für Sonne), !Ideogramm (z. B. Zeichen für Sonne = in der
Bedeutung heiß), !Piktogramm (Kombination von Logogrammen oder Ideogrammen).
Diese drei Arten der Schreibung sind Teil der Schriftentwicklung und nicht an bestimmte
Sprachen gebunden, besitzen aber nur eingeschränkte Ausdrucksmöglichkeiten. (!Schrift)
Logos (griech.: Έν ¢ρχÍ Ãν Ð λÒγος [Én archē ēn ho lógos] = Im Anfang war das Wort)
Die ersten Wörter aus dem Evangelium nach Johannes. Zu Logos schreibt Goethe im Faust:
Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“
Hier stock’ ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muß es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh’ ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!

56
Logotype Im Bleisatz zusammengegossene Buchstaben zu einem Stück, ohne das !Schriftbild zu
verändern (!Ligatur)
Lossprechung Der feierliche Übergang nach der Lehrlingszeit und nach dem !Gautschen durch die
Lossprechung aus dem Lehrlingsstand (!Cornut) in den Gehilfenstand. (!Gautschbrief
!Gautschspruch)
Ludlow Zeilengießmaschine im !Handsatz für Überschriften
Lumbeckklebung Lumbeck-Klebebindung (Fächerbindung), gefalzte Bogen und/oder Einzelblätter werden
zusammengetragen, beidseitig am Rücken aufgefächert und geklebt, 1941 von Emil
Lumbeck (1886–1979), Essen, erfunden. (!Klebebindung !Luwi-Bindung)
Luminanz Helligkeit einer Farbe
Luwi-Bindung Klebebindeverfahren nach Ludwig Wilhelm aus München, Anfang der 50er Jahre
entwickelt. Beim Bogenfalzen wird der Rückenbruch perforiert oder geschlitzt, damit
beim Binden Leim in die Öffnungen im Papier eindringen kann. Der Buchblock wird
durch aufgeklebte Gaze zusammengehalten. (!Klebebindung !Lumbeckklebung)
















L

Die Lerche in die Lüfte steigt,
Der Löwe brüllt, wenn er nicht schweigt.

57
M

Magenta Dieser leicht bläulichrote Farbton ist eine der Grundfarben des Vierfarbdrucks. !CMYK
!Farben. Entstanden ist der Name aus dem italienischen Schlachtort Magenta, in dem
1859 ein Farbstoff von purpurroter Farbe entdeckt wurde.

Majuskel Großbuchstabe (!Versalien)

Makrotypographie Auch !Layout, befaßt sich mit der Konzeption einer ganzen Druckseite (Textblöcke,
Kolumnen, graphische Elemente, Kopf- und Fußzeilen usw.) und ist stark modischen
Trends unterworfen. (!Typographische Stile !Mikrotypographie)

Makulatur (lat. macula = Fleck, Schandfleck) Fehldruck, unbrauchbarer !Druckbogen
(!Ausschuß)

Makulieren Vernichten von unverkäuflichen Büchern (!Ladenhüter) durch Einstampfen oder
Verkauf als Altpapier. (!UWS)

Mal-Kreuz × (nicht den Buchstaben „x“ verwenden und kein Ersatz für den Mal-Punkt, weil keine
Multiplikation), !mathematische Zeichen, beinhaltet räumliche Dimensionen
(Länge × Breite × Höhe)

Männchen Männchen auf Männchen, ein schon gedrucktes Buch buchstäblich neu setzen.
(!Neusatz)

Manuskript (lat.: das mit der Hand Geschriebene) Textvorlage

Marginalien (lat.: margo = Rand) Randnoten, Randbemerkungen, Anmerkungen am Kolumnenrand.
Marginalien stehen außerhalb des !Satzspiegels.

Marmorieren Marmorieren ist eine Farbtunktechnik, die von Buntpapiermachern früherer Zeiten
angewendet und gerne für Buchumschläge, Vorsatzpapiere oder Buchschnitte
(!Oberschnitt) gebraucht wurden. Diese Technik läßt sich auch auf andere Materialien
wie Papier anwenden. Das Marmorieren kommt wahrscheinlich aus Japan oder China
und war um 1570 in Persien und der Türkei weit verbreitet. Um 1600 wurden auch in
West- und Mitteleuropa Papiere marmoriert.

Maschinensatz !Linotype !Monotype (!Handsatz)

Mastering Sammelbegriff für alle Produktionsstufen vor der Replikation einer CD
Premastering Die Kundendaten (Audio, Video, ROM) werden formatiert nach Standards
wie „Yellow Book“, „Red Book“ oder einem anderen Format, die dann im Glassmastering
weiterverarbeitet werden.
Glassmastering Herstellung der Produktionswerkzeuge zur Serienproduktion einer CD:
1. Die Informationen vom Premaster werden mittels eines Laserstrahls auf eine speziell
beschichtete Glasplatte übertragen, das Glassmaster.
2. Das Glassmaster wird metallisiert, und in einem galvanischen Prozeß bildet sich eine
Schicht aus Nickel, die !Matrize, der Stamper.
3. Die Matrize, der Vater, wird vom Glassmaster abgetrennt und bearbeitet (lackiert,
poliert, getestet usw.).
4. Bei größeren Auflagen werden von der ersten Matrize (Vater) durch die Galvanik
Kopien hergestellt (Mutter), die dem Glassmaster entsprechen, von denen wiederum
Stamper (Söhne), neue Matrizen, gezogen werden.
Die Matrize (Vater oder Sohn) wird in eine Spritzgußmaschine eingebaut, und es können
CD produziert werden. (!CD-ROM !Hersteller)

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Mater In der Druckformherstellung des Bleisatzes der Abdruck von einer Hochdruckform in
hitzebeständiger Pappe. Von dieser Mater konnten nach Bedarf neue Hochdruckformen
in Blei gegossen werden. (!Stereotype)
Mathematische z. B.: ( ) [ ] < > = + – · : × ≤ ⊆ ∂ ∇ ℘ ℜ p ∞
Zeichen oder auch Formelbuchstaben (!Formelsatz). Die Bedeutung und der richtige Einsatz der
mathematischen Zeichen im !Schriftsatz sind in entsprechender Literatur nachzulesen
(z. B. Romeo Thieme, Satz und Bedeutung mathematischer Formeln, Reprint von 1934,
Werner-Verlag, Düsseldorf 1983, siehe Literaturverzeichnis [54] und [17]).

(!Pi !Pluszeichen !Minuszeichen !Mal-Kreuz)
Matrize 1. Matrizen waren im Bleisatz negative Buchstabenformen aus Messinglegierungen,
die mit einer Bleilegierung ausgegossen wurden (!Linotype !Monotype). Die
Monotypelettern konnten auch in !Setzkästen für den !Handsatz eingelegt werden.

2. Im mathematischen !Formelsatz sind Matrizen (Einzahl Matrix) mehrzeilige
Gruppenformeln.

3. Matrizen gibt es auch in der CD-ROM-Produktion. (!Mastering)
Mediäval Bezeichnung für die venezianische und französische Renaissance-Antiqua (Old Style).
!Schriftklassifikation 1 und 2 der DIN 16 518 oder „Venetian Old Face“ und
„Old Face“ der angelsächsischen Einteilung (!Antiqua)
Mediävalziffern Ziffern mit !Ober- und !Unterlängen aus einer Mediävalschrift (!Mediäval)

Mediävalziffern Versalziffern
1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0
Melotypie Notendruck in Buchdrucklettern
Mentelin Johann Mentelin (um 1410–1478) hatte wahrscheinlich zu !Gutenberg Kontakt.
Etwa 1458 gründet er eine Druckerei in Straßburg. Sein erstes Werk ist 1460/61 eine
49zeilige lateinische Bibel in zwei Bänden. Am 21. Juni 1466 vollendet er die erste
gedruckte Bibel in deutscher Sprache in einer kleinen gotischen Schrifttype. Kaiser
Friedrich III. (1440–1493, *1415) verlieh Johann Mentelin in diesem Jahr ein Wappen
mit einem Löwen. Das Buch hatte 406 Blätter und kostete etwa 13 Gulden (zum
Vergleich: die Gutenbergbibel hatte 641 Blätter und kostete etwa 100 Gulden). Sie ist die
erste von 18 Bibeldrucken in deutscher Sprache vor Luther und Grundlage aller
vorlutherischen Bibeln in Deutschland. Der Mentelin-Bibeldruck geht auf eine
Handschrift zurück, die etwa 100 Jahre älter ist und aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die
Übersetzung weist zahlreiche Mängel auf, die u. a. Johann Eck 1537 urteilen ließ, der
Übersetzer habe zuweilen „aus Mangel des Latein gestrauchelt“. Der Vulgata-Text
(!Bibel) wurde Wort für Wort ohne Rücksicht auf grammatische Strukturen ins
Deutsche übersetzt. Die ursprüngliche Übersetzung und auch der Mentelin-Druck sollte
wohl in erster Linie eine Hilfestellung zum Verständnis und zur Erschließung des
lateinischen Bibeltextes sein und keine Leser zufriedenstellen, die auf eine Übersetzung
angewiesen waren.
Adolf Rusch, Mentelins Schwiegersohn, ein Förderer des Humanismus, führte die
!Antiqua (!Jenson) in Deutschland ein. (!Mediäval)
Johannes Schott, ein Enkel Mentelins, erklärte seinen Großvater nachträglich kurzerhand
zum Erfinder der Buchdruckerkunst (!Coster), indem er das großväterliche Wappen mit
einer entsprechenden Inschrift in die Bücher seiner !Offizin druckte. Durch Schotts
Fälschung entstand der Eindruck, dieses Wappen sei allen Buchdruckern verliehen
worden. Daraus mag die Legende vom !Buchdruckerwappen entstanden sein.

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Metteur Der für den Umbruch verantwortliche !Setzer, scherzhaft Setzerdompteur.
(!Offizin)
Mignon !Schriftgrad (7 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Mikroskopisch !Namen der Schriftgrade (1 Punkt)
Mikrotypographie Auch !Typographie, befaßt sich mit der Zusammenfügung von Buchstaben zu
Wörtern und zu Zeilen, deren Abstand und Anordnung usw., also alles, was sich
innerhalb der Kolumne abspielt.

Buchstabengröße, Anordnung und Abstände erzeugen eine visuelle Wechselwirkung
(!Anmutung). Die Mikrotypographie unterliegt weniger modischen Trends wie die
!Makrotypographie, weil die Parameter der menschlichen visuellen Wahrnehmung
von physikalischen Gesetzmäßigkeiten beherrscht werden. (!Lesen)

Der Begriff Mikrotypographie taucht Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des
20. Jahrhunderts mit der Verbreitung der Personalcomputer auf (!DTP). Es gab ihn im
!Bleisatz nicht, weil nur Fachleute bis dahin mit der Erstellung von Schriftsatz befaßt
waren, die um die „Mikrotypographie“ wußten und hinter denen eine jahrhundertelange
Erfahrung auf diesem Gebiet stand.
(!Formatbüchlein !Hornschuch !Text)
Minuskel Kleinbuchstabe (!Gemeine)
Minuszeichen Das Minuszeichen – ist aus „m“ = minus entstanden. (!Mathematische Zeichen
!Pluszeichen)
Missal !Schriftgrad (48 Punkt, 60 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Mittel !Schriftgrad (14 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Mittelachse Frei auslaufende Textzeilen oder typographische Elemente sind auf eine gedachte
senkrechte Linie gesetzt, so daß sie die Mitte der Textzeilen durchschneidet.
(!Flattersatz !Zeilenfall)
Mittellänge Die sogenannte m-Höhe oder x-Höhe ist die Höhe der Kleinbuchstaben ohne !Ober-
und !Unterlänge.
(!Druckbuchstabe !Kapitälchen)
Modern Face !Schriftklassifikation
Mönch Erscheinen nach dem Druck (durch zu wenig Farbe) einzelne Buchstaben, Wörter, Sätze,
Zeilen usw. nur schwach gedruckt oder völlig ungedruckt, so hat man es mit einem
Mönch zu tun. (!Setzer- und Druckersprache)
Monogramm Einzelne Buchstaben eines Namens werden graphisch miteinander verbunden
dargestellt. Ein Monogramm symbolisiert die durch sie dargestellte Person.
Buchstabenmonogramme sind bereits aus der griechischen Antike bekannt.
Herrschermonogramme spielten auf Urkunden des Mittelalters bis zum Reichstag von
Worms 1495 eine bedeutende Rolle, danach unterschrieben die Herrscher allein mit
ihrem Namen. Bis heute finden Monogramme u. a. auf Bildern oder in Siegeln
Verwendung.
(!Druckerzeichen !Exlibris !Signet)
Monotype Einzelbuchstaben-Setz- und -Gießmaschine, 1893 von Tolbert Lanston (1844–1913) in
Chicago vorgeführt. (!Matrize !Handsatz)
Das Monotype-Setzsystem ist ein Beispiel für die ausgereifte Technik der Mechanik des
19. Jahrhunderts.

60
Die Monotype-Setzmaschine, der Taster, erzeugt einen 31-Kanal-Lochstreifen mit einem
Koordinatensystem, das den in die Monotype-Gießmaschine eingesetzten Schriftrahmen
steuert. Der Schriftrahmen von 15 × 15 Matrizen (= 225 Zeichen) bzw. 17 × 15 Matrizen
(= 255 Zeichen) ähnelt den Schriftfontrahmen heutiger Computersysteme (14 × 16 = 224
Zeichen [siehe Seite 114–117] bzw. mit Steuerzeichen 16 × 16 = 256 Zeichen). Von dem
in dem Lochstreifen gespeicherten Text konnte beliebig oft Satz gegossen werden und
war daher ein ideales Speichermedium.

Der Taster besitzt zwei getrennte Tastaturen mit zusammen 276 Tasten mit sechs
Alphabeten (normal, halbfett und kursiv in jeweils Groß- und Kleinbuchstaben) und
zweimal 15 Ausschlußtasten, die die Breite des Ausschlusses, der Wortzwischenräume,
bestimmen. Beim Setzen werden die Einheiten der Buchstaben addiert, und am Ende der
Satzzeile wird durch eine Settrommel (Rechentabelle) der noch verbleibende Raum zum
Zeilenende durch Ausschlußzahlen angegeben, die der Setzer über die Ausschlußtasten
eingeben muß.

Die Monotype verfügt über ein eigenes typographisches Maßsystem, das es im
!Handsatz (!Punkt) nicht gibt: 1. das Set, 2. die Einheit und 3. die Grundeinheit.

1. Das Set entspricht dem DTP-Punkt im !Typographischen Maßsystem. Es dient der
Monotype, die Breite einer Schrift zu definieren. Es wird bestimmt, wieviel Set ein
Setgeviert sind, die dem breitesten Buchstaben, meistens „M“ oder „W“, entsprechen.
Zum Beispiel ist ein Geviert einer 9¾-Set-Schrift nach der untenstehenden Formel
= 3,42 mm breit. Das Setgeviert wird in 18 Einheiten unterteilt.

2. Die Einheit ist eine relative Größe und dient dazu, die !Dickte der einzelnen
Buchstaben in ein Breitenverhältnis zum Geviert zu bringen. Ein „M“ z. B. hat
18 Einheiten, ein „i“ nur 5.

3. Die Grundeinheit schließlich verbindet die Größen Set und Einheit.
1 Set = 0,35 mm : 18 Einheiten = 0,0195 mm = 1 Grundeinheit
So kann das Monotype-System feststellen, wie stark in einer 9¾-Set-Schrift ein „i“ ist
mit 5 Einheiten Breite nach der Formel Grundeinheit · Set · Einheiten
= 0,0195 mm · 9¾ · 5 = 0,95 mm
Montage 1. Bei der Bogenmontage Zusammenstellen der Seiten eines Werkes zur Druckform
(!Ausschießen !Formatmachen)

2. Bei der Seitenmontage !Umbruch (!Klebeumbruch) zur Kolumne (Filmmontage,
Papiermontage)
Morris William Morris (1834–1896), führende Persönlichkeit der präraffaelitischen
Kunstrichtung, engagierter Sozialpolitiker, Dichter, Reformer des englischen
Kunsthandwerks, bedeutender englischer Erneuerer der europäischen Buchkultur,
begründete 1890 die Kelmscott Press, die er von 1891 bis 1896 leitete. (!Privatpresse)

61
N

Nachbreite Die Nachbreite ist der Abstand zwischen !Buchstabenbild und der rechten Kegelgrenze
des Buchstabens (!Vorbreite !Druckbuchstabe)

Nachsatz Hinterer !Vorsatz

Nagelprobe Methode zur Überprüfung der !Laufrichtung des !Papiers. Fährt man mit den
Fingernägeln an den Kanten des Papiers entlang, wölbt sich das Papier und zeigt die
Dehnrichtung. Die schwächere Wellung des Papiers ist die Laufrichtung.
Weitere Überprüfungen sind möglich durch Einreißen, Anfeuchten oder Biegen.
(!Streifenprobe)
Namen Siehe !Adobe, Aldus Manutius, Baskerville, Berthold, Bodoni, Caxton, Cicero,
Coster, Didot, Duden, Estienne, Fournier, Frutiger, Garamond, Gill, Gutenberg,
Hesse, Hornschuch, Hugo, Jaffé, Jannon, Janson, Jenson, Koberger, Koenig, Kosog,
Lichtenberg, Mentelin, Morris, Plantin, Renner, Restif de la Bretonne, Sütterlin, Tsai Lun,
Tschichold, Wallau, Zapf
Amman (!Druckfehler!Holzschnitt !Verleger), Ballhorn (!Verballhornen), Bessarion
(!Setzer- und Druckersprache), Bismarck (!Duden), de Bry (!Kupferstich), Bürger
(!Korrektor), Cicero (!Stenographie), Claudius (!Rechtschreibreform), Dürer
(!Holzschnitt !Kupferstich !Koberger), Erasmus von Rotterdam (!Aldus Manutius
!Druckergelehrte !Verleger), Feyerabend (!Verleger), Froben (!Aldus Manutius
!Druckergelehrte), Fust (!Gutenberg), Goethe (!Langes „s“ !Logos !Zahlen),
Heidegger (!Hermeneutik), Jean Paul (!Setzer), Koch (!Rotunda), Lamartine
(!Schriftsetzer), Lanston (!Monotype), Luther (!Bibel !Ente !Gutenberg),
Mergenthaler (!Linotype), Merian (!Kupferstich), Moxon (!Typographisches
Maßsystem), Mozart (!Leporello), Sabon (!Namen der Schriftgrade [72 Punkt]), Sachs
(!Druckfehler), Schiller (!Coster), Schöffer (!Gutenberg !Cicero), Schongauer
(!Kupferstich), Schopenhauer (!Setzer), Senefelder (!Lithographie), Stromer
(!Papier), Tiro (!Stenographie)
(siehe auch !Schriftdesigner !Fraktur)

Namen Bevor sich das französische bzw. anglo-amerikanische Punktsystem ausbreitete
der Schriftgrade und zur Norm erhoben wurde, konnte man die !Schriftgrade nur mit Namen
bezeichnen und waren in der absoluten Größe nicht eindeutig festgelegt. Viele
Buchdruckereien und Schriftgießereien hatten ihre eigene Hausgröße, und die Schriften
ließen sich nicht untereinander mischen. Erst die Entwicklung eines !typographischen
Maßsystems (!Didot) mit festen Bezugspunkten (!Punkt) konnte diesen Mangel
beseitigen.
1 Punkt entspricht im typographischen Maßsystem nach Didot 0,376 mm.
1 Punkt
2 Punkt
Mikroskopisch
Non plus ultra
Beide Namen erklären sich selbst. Beide Schriftgrade sind
wertlos für den praktischen Gebrauch. Auf der Pariser Welt-
ausstellung 1855 wurde ein Satz und Druck gezeigt, dessen
Schrift auf 2-Punkt-Kegel gegossen war.
3 Punkt
4 Punkt
5 Punkt
Brillant
Diamant
Perl
Diese drei Namen erklären sich selbst. Eine Brillant-Schrift
wurde zum ersten Mal in Nordamerika geschnitten. Eine
Diamant-Schrift wurde 1700 erstmals von dem Amsterdamer
Schriftgießer Voskens geschnitten. Eine Perl wurde 1625 von
Jean !Jannon gegossen. Dieser Schriftgrad wird auch
Parisienne oder Sedanoise genannt. Alle drei Grade wurden
meistens auf einem 6-Punkt-Kegel gegossen.

62
6 Punkt Nonpareille 1490 druckte der Basler Drucker Johannes Froben (!Drucker-
gelehrte) eine Bibel in diesem kleinen Schriftgrad. Der Name
entstand in einer Zeit, als eine 6-Punkt-Schrift Nonpareille
(Ohnegleichen) war.
6½ Punkt Insertio Ein Schriftgrad für Zeitungsinserate, noch gut lesbar, wurde
nach 1900 vereinzelt in Deutschland eingeführt.
7 Punkt Kolonel Der Name taucht im 18. Jahrhundert auf. Dieser Schriftgrad
wurde, wie auch die 8-Punkt-Schrift, Jungfer (siehe aber
!Jungfrau) genannt. Ebenso wurde der Name Mignon/
Mignonne (Allerliebst) gebraucht; das Petit-Schriftbild, auf
7 Punkt gegossen, hieß Grobe Kolonel.
8 Punkt Petit Petit (der Kleine) war der kleinste der vorwiegend verwendeten
Schriftgrade. Er wurde auch Jungfer genannt oder auch Brevier,
weil Breviere, die Gebetbücher der Geistlichen, sehr häufig in
Petit gedruckt wurden.
9 Punkt Borgis Borgis ist eigentlich franz. Bourgeois und heißt Bürger. Der
Name geht auf den französischen Buchdrucker Geoffroy Tory
zurück, der kleinformatige preiswerte Bücher für die Bürger
druckte. Die Bücher größeren Formats waren nur für den Adel
und die Geistlichkeit erschwinglich.
10 Punkt Garmond
Korpus
Dieser Schriftgrad wird in Süddeutschland Garmond, in
Norddeutschland Korpus genannt. Garmond erinnert an Claude
!Garamond, Korpus an den Druck des „Corpus juris“, einem
Gesetzbuch, das in dieser Schriftgröße gedruckt wurde.
11 Punkt Rheinländer 12 Punkt im Konkordanzsystem des rheinischen Zolls
(!Typographisches Maßsystem: Zur historischen Entwicklung
der typographischen Maßsysteme) sind nur 11 Punkt im Didot-
System. Eine gleiche Verschiebung findet man auch im
Französischen zwischen dem Fournier-System und dem Didot-
System. In England wird dieser Schriftgrad „Small Pica“
genannt, Pica ist 12 Punkt.
12 Punkt Cicero 1467 haben in der ersten Druckerei Roms die Drucker Sweyn-
heim und Pannartz Schriften Ciceros in diesem Schriftgrad
gedruckt; auch Peter Schöffer hat Schriften Ciceros gedruckt.
1 Cicero = 12 Punkt entspricht 4,512 mm.
14 Punkt Mittel 14 Punkt war der mittlere Schriftgrad, als es die im 16. Jahr-
hundert üblichen sieben Schriftgrade gab: Petit, Garmond,
Cicero, „Mittel“, Tertia, Text, Kanon.
16 Punkt Tertia Prima (36 Punkt), Secunda (20 Punkt), Tertia (16 Punkt): „die
Dritte“ unter den alten sieben Schriftgraden (siehe 14 Punkt),
in England gab es zehn Schriftgrade.
18 Punkt Parangon Dieser Schriftgrad zwischen 16 Punkt (Tertia) und 20 Punkt
(Secunda) kommt aus dem Französischen und bedeutet
parangonner = ausgleichen.
20 Punkt Text (Secunda) Textum bedeutet lat. Gewebe. An ein Gewebe erinnert eine
geschriebene oder gedruckte Seite der Textura. Text ist die
Schriftgröße, in der Gutenberg seine Bibeltexte druckte.
24 Punkt Doppelcicero Siehe 12 Punkt
28 Punkt Doppelmittel Siehe 14 Punkt
32 Punkt Kleine Kanon Siehe 36 Punkt
36 Punkt Kanon (Prima)
3 Cicero
Das katholische Meßbuch, der Canon missae, wurde oft in
diesem Schriftgrad gedruckt.

63
42 Punkt Grobe Kanon Siehe 36 Punkt
48 Punkt Kleine Missal
4 Cicero
Siehe 60 Punkt
Konkordanz
60 Punkt Grobe Missal
5 Cicero
Dieser Schriftgrad erinnert an die Missale, das großformatige
Meßbuch der katholischen Kirche.
72 Punkt Kleine Sabon
6 Cicero
Der Lyoner Typenschneider Jacque Sabon (etwa 1535–1580)
arbeitete in einer Frankfurter Typengießerei, von wo aus sich
seine Schriften über ganz Europa verbreiteten.
72 Punkt entsprechen genau 1 Zoll = 1/12 des „Pied du Roi“,
dem französischen Fuß, aus dem 1784 der Didot-Punkt entstand.
(!Didot !Punkt !Typographisches Maßsystem)
84 Punkt Grobe Sabon
7 Cicero
Siehe 72 Punkt

Nasenklammer !Akkolade
Neuauflage Die weitere Auflage einer Publikation (!Neuerscheinung) mit oder ohne Änderungen,
Erweiterungen, Überarbeitungen usw.
Neudruck Unveränderter Nachdruck einer Auflage (!Männchen !Neuauflage !Stehsatz)
Neuerscheinung Die erste Auflage einer Publikation, die in den Handel kommt (!Edition [editio
princeps] !Neuauflage)
Neusatz Nach einer Vorlage (z. B. !Manuskript) erfaßter neuer Schriftsatz. (!Männchen
!Stehsatz)
Nonpareille !Schriftgrad (6 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Non plus ultra !Schriftgrad (2 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Norm !Bogennorm
Nudel Handabziehpresse in der Bleisetzerei; hier wurden Abzüge für die !Hauskorrektur und
die !Autorkorrektur gefertigt, hier konnte auch der Bleisatz durch zuviel „Druck“
„abgenudelt“, das !Buchstabenbild der !Lettern plattgedrückt werden.
(!Gurkenhobel)
Nut Beim Deckenband (!Einband) keilförmige Verbindung zwischen Buchdeckel und
!Buchrücken, wirkt wie ein Scharnier. (!Rille)
Nutzen Anzahl der Drucke oder Druckblätter auf einem Papierbogen (!Ausschießen !Bogen)

64
O

Oberlänge Über die !Mittellänge (x-Höhe) der Kleinbuchstaben nach oben reichender
Buchstabenteil (!Unterlänge !Druckbuchstabe)
Oberschnitt Schnitt an der oberen Kante des !Buchblocks (Kopfschnitt). Der Oberschnitt kann
gefärbt (Farbschnitt, !Marmorieren) oder als Goldschnitt (Kopfgoldschnitt) angefertigt
werden. Der Unterschnitt heißt !Queue, der Schnitt dem Buchrücken gegenüber ist der
Vorderschnitt, auf dem im 15. und 16. Jahrhundert häufig der Buchtitel aufgetragen
wurde.
(!Verschobener Schnitt !Schnittmarken)
OCR Optical Character Recognition; mit Hilfe von OCR-Verfahren kann das Programm die
Buchstaben der eingescannten Bilddatei eines gedruckten Textes erkennen und in eine
Textdatei umwandeln.
Offizin (lat.: officio = Büro) Früher größere Buchdruckerei; der Besitzer war der Prinzipal,
ein !Faktor führte die Setzerei, ihm unterstanden die !Metteure, die von !Gehilfen
(!Gespan) unterstützt wurden, dann folgten die !Cornuten. Für Hilfsarbeiten waren
die !Pachulken und !Stifte zuständig. (!Handsatz)

„Die Dauer der Tagarbeit ist gewöhnlich elf Stunden, die Mittagsstunde ungerechnet. …
Bei Arbeiten an Sonn- und Festtagen wird ebenfalls eine billige Entschädigung
gegeben.“ (Auszug aus dem Handbuch der Buchdruckerkunst von W. Hasper [1835])

Andere Bezeichnungen für Buchdruckereien:
Bruchbude, Bude, Druckstube, Kunsttempel, Officina Typographeum, Pfuschdruckerei,
!Quetsche, Schmiere, Stampfe, Taubenschlag, Trittmühle, Tütenquetsche,
Winkeldruckerei, !Zwiebelfischbude
Offsetdruck (engl.: to set off = absetzen)
Der Offsetdruck ist aus der !Lithographie (heute ein künstlerisches Druckverfahren)
hervorgegangen. Er ist ein indirektes chemisches Flachdruckverfahren (Druck von der
Druckplatte auf ein Gummituch und dann auf das Papier), druckende und nichtdruckende
Teile liegen auf einer Ebene.
Als Erfinder des Offsets gelten der Amerikaner Ira W. Rubel († 1908) und der deutsche
Lithograph Caspar Hermann (1871–1934), von 1889 bis 1903 in Amerika. Die erste
deutsche Offsetmaschine lief 1906 im Format 40 cm × 60 cm. (!Druckverfahren)
OKP Ohne Kohlepapier, Selbstdurchschreibpapier
Oktav !Buchformat (Normalbogen [8°], bis 22,5 cm, 16 Seiten) !Ausschießen
Old Face !Antiqua !Mediäval (!Schriftklassifikation)
Old Style !Mediäval (!Schriftklassifikation)
Opazität Undurchsichtigkeitsgrad des !Papiers, Gegensatz von Transparenz. Mit höherem
!Volumen nimmt die Opazität ab.
Original 1. Das Original ist eine beliebige !Vorlage, von der eine !Reproduktion angefertigt
werden soll.
2. !Graphik


65
Orthographie (griech.: ortho = richtig) !Rechtschreibung (Gegenteil ist die !Kakographie)
Am 1. September 1858 schrieb (in einer Zeit, als es eine einheitliche Rechtschreibung
noch nicht gab) der Verleger Georg von Cotta an Paul von (seit 1910) Heyse
(1830–1914): „Alle Werke, die wir drucken, wenn nicht der Autor seine Orthographie
vorschreibt, sind und bleiben in der Schreibart gesetzt, wie Schiller und Goethe sie
geschrieben. Ebenso unsere Journale alle. Ja, wir glauben, mit diesem Festhalten
mächtig dazu beigetragen zu haben, daß nicht die grenzenlose Verwirrung in der
Schreibart allgemein werde …“
(!Duden !Rechtschreibreform)
Orthotypographie Richtige typographische !Schreibweisen
(!Buchdrucker-Duden !Typographie !Mikrotypographie !Hornschuch)
Siehe Orthotypographie, Schreibweisen im Schriftsatz Seite 107–112

Wer schreibt (!Autor !Manuskript), sollte neben der zu beherrschenden Materie
(!Lektor) auch die !Orthographie beherrschen, wer !Schriftsatz erstellt
(!Typograph), sollte dazu auch die Orthotypographie beherrschen, und wer Korrektur
liest (!Korrektor), muß neben sicherem Deutschwissen beides beherrschen (sonst ist es
kein !Korrekturlesen).
Outline Die Kontur eines !Schriftbildes













O

Der Orang-Utan ist possierlich,
Der Ochs benimmt sich unmanierlich.

66
P

Pachant Bei den Buchbindern wie ein !Cornut. Während Cornuten in jeder Stadt mit einer
Druckerei losgesprochen werden konnten, wurden Pachanten nur in 16 Städten
Mitteleuropas losgesprochen, darunter in Breslau, Frankfurt a. d. Oder, Hamburg,
Leipzig, Lübeck, Münster, Nürnberg, Prag, Wien.
Pachulke Auch Bachulke, Bezeichnung für Tölpel, Knecht, Paketsetzer (!Paketsatz),
jemand, der bei Druck- und Satzarbeiten Hilfsdienste leistet (!Offizin)
Pagina !Kolumnenziffer
Paginieren Mit fortlaufender Seitenzahl versehen. Die Seite 1 (ungerade) ist eine rechte Seite
(!Recto), die Seite 2 (gerade) ist eine linke Seite (!Verso). So steht grundsätzlich
immer die gerade Seite links und die ungerade Seite rechts. (!Foliieren !Toter
Kolumnentitel)
Paketsatz !Glatter Satz, der noch umbrochen werden muß. (!Fahne)
Palimpsest (griech.: wieder geschabt) Erneut beschriebenes !Pergament.
Das beschriebene Pergament wird abgeschabt, um es erneut beschreiben zu können.
Palindrom (griech.: wieder derselbe Weg) Satz oder Wort, das vorwärts und rückwärts gelesen den
gleichen Sinn ergibt, wie z. B.: RELI EFPFEI LER, oder
DI E LI EBE I ST SI EGER – REGE I ST SI E BEI LEI D,
oder aus dem Griechischen, an alten Brunnenanlagen zu finden:
ΝΙ ΨΟΝ ΑΝΟΜΗΜΑΤΑ ΜΗ ΜΟΝΑΝ ΟΨΙ Ν
(Wasche Deine Sünden und nicht nur das Gesicht)
Pantone Schutzmarke der Pantone Inc., New York, für das Pantone Matching-System (PMS).
In diesem Farbmischsystem aus 8 Grundfarben werden 487 Standardfarbtöne für
gestrichenes und ungestrichenes Offsetpapier entwickelt. Auf speziellen Farbfächern
wird jeder Farbmischung eine PMS-Nummer zugeordnet. (!Farben !HKS)
Papier (griech.: chárte = Papier [Karte, Charta]) Papier (von griech.: pápyros !Papyros) ist ein
überwiegend aus Pflanzenfasern durch Verfilzen, Verleimen und Pressen hergestellter
Werkstoff zum Beschreiben, Bedrucken und Verpacken.
Das bisher älteste beschriftete Papier wurde in China, in Etsina in der Provinz Kansu,
gefunden und stammt aus dem Jahre 98 n. Chr. Die Herstellung von Papier wurde
105 n. Chr. durch !Tsai Lun beschrieben. Erst 1000 Jahre später gelangte die Kunst
der Herstellung von Papier (Weiße Kunst) über den Orient und Nordafrika nach Europa
(Spanien ab 1260, Frankreich 1338 in La Pielle). Die erste Papiermühle Deutschlands,
die Gleißmühle, wurde durch den Nürnberger Ratsherrn und Kaufmann Ulman Stromer
(1329–1407) an der Pegnitz bei Nürnberg 1390 errichtet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts
waren !Hadern (Lumpen) der wichtigste Papierrohstoff.
Papier wird nach einzelnen Eigenschaften für verschiedene Verwendungszwecke
unterteilt.
1. Optische Eigenschaften: Färbung, Opazität, Glanz, Gleichmäßigkeit der Oberfläche
2. Blatteigenschaften: Laufrichtung, Dichte, Biegesteifigkeit, Griffigkeit, Weichheit,
Saugfähigkeit, Fettdurchlässigkeit, Leimungsgrad, Feuchtedehnung,
Glätte, Farbannahme, Luftdurchlässigkeit


67
3. Festigkeitseigenschaften: Reißlänge, Bruchwiderstand, Einreißwiderstand,
Falzwiderstand, Gefügefestigkeit
4. Drucktechnische Eignung: Hochdruck, Offsetdruck, Tiefdruck, Siebdruck
Klassifizierung nach Stoffklassen (SK) [m. = mindestens h. = höchstens]
Superfein SK 1 aus Hadern Wertschriften, Banknoten
Fein SK 2 m. 20 % Hadern Landkarten
Mittelfein SK 3 holzfrei, bis 5 % verholzte Fasern Offsetpapier, Prospekte
Belordinär SK 4 holzhaltig, 25 % Holzschliff Zeitschriften
Konzept SK 5 m. 40 % Holzschliff Schreibmaschinenpapier
Ordinär SK 6 m. 55 % Holzschliff Rollenoffset, Kataloge
Zeitungsdruck SK 7 m. 70 % gebleichter Holzschliff Zeitungen
Holzfrei SK 8 bis 5 % verholzte Fasern ohne Holzschliff Papiertaschen
Schwach holzhaltig SK 9 m. 20 % Holzschliff, h. 80 % Zellulose Einwickelpapier
Holzhaltig SK 10 m. 40 % Holzschliff, h. 60 % Zellulose Naturpackpapiere
Stark holzhaltig SK 11 m. 55 % Holzschliff, h. 45 % Zellulose Heftumschläge
Ordinär SK 12 m. 60 % Altpapier, h. 40 % Zellulose Graupack, Wellpappe

Offsetdruckpapier: Vollgeleimtes festes Papier mit guter Dimensionsstabilität. Es ist holzstofffrei
oder holzstoffhaltig, maschinenglatt oder leicht satiniert.
Zeitungsdruckpapier: Stark holzstoffhaltiges Rollenpapier für den Zeitungsdruck, maschinenglatt
oder satiniert
Gestrichene Papiere: Papierveredlung durch Auftragen einer pigmentierten Streichdispersion
(dem Strich), um eine gleichmäßig geschlossene gut zu bedruckende Oberfläche zu erhalten.
Mattgestrichene Papiere: Gestrichene Papiere, die nicht oder nur sehr wenig satiniert werden.
Satinieren: Satiniert werden Papiere, deren Oberflächenqualität aus dem Glättwerk nicht
ausreicht.
Naturpapiere: Ungestrichene Papiere, die keine Veredlung durch einen Streichauftrag haben.

Siehe !Bogen, Büttenpapier, Chromopapier, Densometer, DIN-Formate, Durch-
schießen, Efalin, Elefantenhaut, Fettflecke, Gautschen, Hadern, Laufrichtung, Lebens-
dauerklassen (LDK), Nagelprobe, OKP, Opazität, Papiergewicht, Papyros, Pergament,
Querformat, Ries, Rohbogen, Tsai Lun, UWS, Volumen, Wasserzeichen, Weiße Kunst,
Zuschuß
Papierformate !DIN-Formate (nach DIN 476 Papierformate in cm)
Papiergewicht Das Flächengewicht oder Quadratmetergewicht von Papier in Gramm
Nach DIN ISO 536 ist: 7 g/m² bis 150 g/m² = Papier
150 g/m² bis 600 g/m² = Karton
über 600 g/m² = Pappe
Papiermontage !Klebeumbruch
Papiervolumen !Volumen
Papyros (griech.: pápyros) Papyros gilt als Vorläufer des !Papiers. Die Herstellung dieses
Beschreibstoffes geht auf die Zeit von etwa 3000 v. Chr. in Ägypten zurück. Die
ältesten heute noch erhaltenen beschrifteten Papyrosrollen sind von etwa 2500 v. Chr.
Der Handel mit Papyros von Ägypten nach Griechenland lief über die phönizische
Stadt Gebal (Jbeïl) im Libanon, weshalb der griechische Name dieser Stadt Byblos
(Biblio = Buch [!Bibel]) ist.
Das Mark der Papyroshalme wurde in dünne Streifen geschnitten, und man legte sie
dicht nebeneinander, eine weitere Schicht wurde im rechten Winkel darübergelegt.
Beide Lagen bearbeitete man mit einem Schlagwerkzeug so lange, bis der
Pflanzensaft, wie ein Klebstoff wirkend, ein zusammenhängendes elastisches Blatt
ergab. Die danach getrockneten und geglätteten Blätter wurden zu einer Rolle
zusammengeklebt. (!Schriftrolle)

68
Parangon !Schriftgrad (18 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Parenthese Klammer, Klammerzeichen, eingeklammerter Text
Passerkreuz Paßmarke, feine Fadenkreuze außerhalb der zu bedruckenden Fläche. Mit ihrer Hilfe
werden die einzelnen Farben nacheinander übereinstimmend gedruckt, und der Farbstand
wird so kontrolliert. (!Blitzer)
PDF Dateiformat (Portable Document Format). Elektronische Ausgaben von Büchern werden
häufig als PDF-Dokumente mit Adobe Distiller (und auch anderen Programmen) erstellt,
die mit dem Acrobat Reader gelesen werden können (!DTP). Die Dokumente können
Texte, Grafiken und Multimedia-Elemente enthalten. Erste Vorstellung von der Firma
!Adobe 1991 unter dem Namen „Carousel“.
Pergament Eine zum Beschreiben präparierte Tierhaut (nicht gegerbtes Leder). Der Name ist aus
hellenistischer Zeit von der kleinasiatischen Stadt Pergamon entlehnt mit ihrer aus der
Antike berühmten !Bibliothek. Pergament als Beschreibstoff war allerdings schon
lange vorher bekannt. Es wurde als !Schriftrolle (aus Ägypten ist eine Lederrolle um
2200 v. Chr. mit einem mathematischen Text bekannt) oder auch (als Vorläufer des
!Codex) durch Zusammenschnüren der beidseitig beschriebenen Seiten gebraucht,
ähnlich der !Japanischen Bindung. Auch !Gutenberg hat (als Luxusausgabe)
30 Exemplare seiner 42zeiligen Bibel auf Pergament gedruckt. (!Palimpsest)
Perl !Schriftgrad (5 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Petit !Schriftgrad (8 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Pi π = 22 : 7 = 3,141 592 653 589 793 238 46 …, Ludolphsche Zahl, konstantes Verhältnis
des Kreisumfangs zum Durchmesser (!Mathematische Zeichen)
Pica Typographisches Maß in angelsächsischen Ländern (12 Point)
(!Punkt !Typographisches Maßsystem !Namen der Schriftgrade [11 Punkt])
Piktogramm Bilderschrift, Bildschreibung (z. B. Frau + Kind + Tisch = Wickelraum), Mischung aus
!Logogramm und !Ideogramm
Plakatformate Hängekartons 25,0 cm × 35,0 cm B 12-Baby 90,5 cm × 42,6 cm
B ½ PTT-Format 32,0 cm × 45,0 cm 12 m² GF Großformat 400,0 cm × 294,0 cm
B 2 Kulturformat 70,0 cm × 100,0 cm Englisches Format 64,0 cm × 102,0 cm
B 4 Weltformat 90,5 cm × 128,0 cm Französisches Format 300,0 cm × 400,0 cm
B 200 Cityformat 120,0 cm × 170,0 cm 24 sheet 580,0 cm × 260,0 cm
B 12 Breitformat 271,5 cm × 128,0 cm

Plantin Christoph Plantin (um 1520–1589), berühmter Antwerpener Buchdrucker und Verleger.
Er eröffnete 1555 in Antwerpen eine Druckerei (Museum in Antwerpen) und
Verlagsbuchhandlung. Etwa 1600 typographisch wertvolle Drucke sind bekannt, darunter
seine berühmt gewordene Polyglottbibel in acht Foliobänden in hebräisch, chaldäisch,
griechisch, lateinisch und syrisch.
Pluszeichen Das Pluszeichen + ist aus „p“ = plus entstanden. (!Mathematische Zeichen
!Minuszeichen)
Porte-page Satzunterlage im !Bleisatz (oft aus Karton), um Satz zu transportieren oder zu lagern
und zu stapeln. (!Stehsatz !Satzschiff)
Präfix Vorsilbe, die vor den Wortstamm oder das Grundwort tritt.
In Fremdwörtern der deutschen Sprache finden zahlreiche Vorsilben und Vorwörter
aus dem Griechischen und Lateinischen Verwendung, von denen eine Auswahl in der
folgenden alphabetischen Liste in deren hauptsächlicher Bedeutung zu finden ist.

69
Beispiele:
Amphi-theater = amphi Auto-mat, Auto-mobil = auto-
Bi-zeps, Bi-kini = bi- Eu-ropa, Eu-thanasie = eu-
Ev-angelium = ev- Holo-gramm, Holo-kaust = holo-
Leuk-ämie, Leuko-plast = leuko- Tele-graph, Tele-phon = tele-
Uni-form, Uni-versum = uni-


Die Liste ist für die gedacht, die gedruckten Text herstellen und kontrollieren, und soll
dem einfacheren Verständnis vieler Fremdwörter und deren Schreibweisen dienen.


(g = griechisch l = lateinisch s. = siehe)


A
a- g = un-, verneinend (s. in-) an- g = (s. a-)
a- l = (s. ab-) ana- g = hinauf-, wieder-, zurück
ab- l = von … weg (s. apo-) andro- g = männlich
abs- l = (s. ab-) aniso- g = ungleich
acc- l = (s. ad-) ankylo- g = gekrümmt
ad- l = an, bei, zu ante- l = vor (s. pro-)
aer- g = luft- ant(i)- g = gegen (s. contra-)
af- l = (s. ad-) ap- l = (s. ad-)
ag- l = (s. ad-) ap(o)- g = ab, von … weg (s. ab-)
akantho- g = spitz ar- l = (s. ad-)
akro- g = an den Enden arch(e)- g = anfang-, erster, ur-
aktino- g = strahlig, strahlen- argyro- g = silber-
allo- g = (körper)fremd as- l = (s. ad-)
ambi- l = beid- (s. amphi-) at- l = (s. ad-)
amblyo- g = stumpf, schwach, schlaff auto- g = selbst, eigen
amphi- g = beid- (s. ambi-), ringsum

B
bary- g = schwer bio- g = lebens-
bathy- g = tief brachy- g = kurz
bi- l = zwei-, doppel- (s. di-) brady- g = langsam

C
chloro- g = (blaß)grünlich cis- l = diesseitig
chromo- g = farbig, farb- col-, com-,
circa- l = um- (zeitlich) con-, cum- l = zusammen, mit (s. sym-)
circum- l = um … herum (s. amphi-)

D
de- l = von … weg, herab dis- l = auseinander, entzwei
des- l = (s. de-, vor Vokalen) dolicho- g = schmal
di- g = zweifach, doppelt (s. bi-) dys- g = miß-, un-, schwierig, schlecht
di(a)- g = (hin)durch, zwischen

E
e- l = aus (s. ex-) eph-, epi- g = darauf, auf, über … hin
ef- l = (s. ex-) (s. super-, supra-)
ek(to)- g = außerhalb (s. extra-) eu-, ev- g = gut
em-, en- g = hinein, innen (s. in-, intra-) ex- g = aus, heraus
enantio- g = spiegelbildlich ex- l = aus, heraus
en(do)-, g = innerhalb, innen exo- g = außen, außerhalb
en(to)- (s. intra-, im-) extra- l = außen, außerhalb

70
F
f- g = siehe ph-

G
geo- g = erd- glyko- g = süß
ger(o)- g = alt-, greis- gynäko- g = weiblich

H
hämo- g = blut- holo- g = ganz, vollständig
haplo- g = einfach homoio- g = ähnlich, gleichartig
hapt- g = greifen, berühren hydro- g = wasser-
hek(a)t- g = hundert hygro- g = feucht, flüssigkeits-
helio- g = sonnen- hyper- g = über(mäßig), (s. super-)
hemi- g = halb- (s. semi-) hypno- g = schlaf-
hetero- g = verschieden (s. xeno-) hyp(o)- g = unter, von unten, zurück
hidro- g = schweiß- hypselo- g = hoch hinauf

I
iatro- g = ärztlich infra- l = unter(halb), (s. sub-, hypo-)
idio- g = eigen(tümlich) inter- l = zwischen (s. dia-)
im-, in- l = in, innen-, hinein (s. endo-) intra- l = innerhalb (s. endo-)
(s. an-) intro- l = hinein (s. em-, en-)
in- l = un-, verneinend (s. a-) iso- g = gleich(artig), zwillings-

J
jur- l = recht- juxta- l = nahe … bei, neben (s. para-)

K
kako- g = schlecht, übel, häßlich koilo- g = hohl
kalo- g = schön kosm- g = welt-, schmuck-
kat(a)- g = herab, hinab (s. de-) kryo- g = kälte-, frost-
kerato- g = horn- krypto- g = verborgen-
ko-, kol-, l = (s. col-, com-,
kom-, kon- con-, cum-)

L
leio- g = glatt lipo- g = fett
lepto- g = dünn litho- g = stein-
leuk(o)- g = weiß

M
makro- g = groß, lang, weit met(a)- g = später, nach (s. post-)
mega(lo)- g = groß mikro- g = klein
meio- g = kleiner, weniger mono- g = einzeln, allein
melano- g = schwarz myo- g = muskel-
meso- g = mitten, zwischen myxo- g = schleim-

N
neo- g = neu nulli- l = kein
neur(o)- g = nerv-

O
ob- l = gegen (… hin), nach …, onko- g = geschwulst-
oc-, of-, ok-, l = (s. ob-) opistho- g = rückwärts- (s. retro-)
op-, os- opto- l = seh-, gesichts-
öko- g = haus-, wirtschaft- ortho- g = richtig-, gerade-
oligo- g = wenig, selten, gering oxy- g = scharf-, spitz-, sauer-

71
P
pachy- g = dick plesio- g = nahe
paleo- g = alt pneum- g = atem-, luft-
palim-, g = wieder poikilo- g = mannigfaltig, bunt
palin- polio- g = grau
pan- g = alles, ganz pollakis- g = oft
par(a)- g = bei, neben, gegen poli- g = stadt-
pel- l = (s. per-) poly- g = viel
penta- g = fünf post- l = hinter, nachher (s. meta-)
per- l = durch, hindurch, übermäßig prae- l = vor (s. pro-)
(s. dia-, hyper-) praeter- l = außerhalb, entgegen
peri- g = um … herum (s. circum-) pro- g = vor (räuml., zeitl.), (s. prae-)
phäo- g = grau, schwärzlich pro- l = für
philo- g = freund- pros- g = hinzu (s. ad-)
phos- g = licht- proso- g = vorwärts-
photo- g = (licht-) Gen. von phos = photós prot(o)- g = erster, vorderster, wichtigster
phys- g = natur- pseudo- g = falsch, scheinbar
phyto- g = pflanzen- psycho- g = seelen-
plagio- g = schief psychro- g = kälte-
platy- g = flach, platt ptylao- g = speichel-
pleio- g = mehr pyo- g = eiter-

R
re- l = zurück, wieder- retro- l = zurück, hinter (s. opistho-)

S
sapro- g = faulig- stheno- g = kräftig-
schizo- g = spalt- sub- l = minder-, unter- (s. hypo-)
se- l = ab-, auseinander (s. dia-) suf-; sug-, l = (s. sub-)
semi- l = halb- suk-, sup-
sesqui- l = anderthalbfach super- l = über(mäßig), (s. hyper-)
sklero- g = hart- supra- l = oberhalb
steato- g = fett- (s. lipo-) sur-, sus- l = (s. sub-)
steno- g = eng, schmal sym-, syn- g = zusammen, mit (s- con-)

T
tele- g = fern thymo- g = seelen-, gemüts-
tetra- g = vier trans- l = über, hinüber
theo- g = gott- tri- g = drei
thermo- g = wärme

U
uni- l = ein, in eins, ganz,
sämtlich

X
xantho- g = gelb xero- g = trocken
xeno- g = fremd

Z
zyano- g = bläulich- zyto- g = zell-
zymo- g = ferment-


Praktische Tipps !Farbbrille (Farben) !Faulenzer (Ausschießen) !Fleckenentfernung (Papier)
!Klebeumbruch (Montage) !Nagelprobe (Papier) !Präfix (Vorsilben zum
Auswendiglernen) !Volumen [2] (Formel zur Berechnung der Dicke eines Buchblocks)
!Streifenprobe (Papier)

72
Prime Die erste !Kolumne des Druckbogens (!Schöndruck)
Printing on Demand PoD, bedarfsgerechtes Drucken im Digitaldruck (!Computer-to-Press) mit Hilfe von
Systemen, die ohne !Druckform arbeiten. Nur die benötigte Auflage wird gedruckt.
Privatpresse Buchwerkstatt, in der eigene Verlagswerke hergestellt werden mit dem Ziel der Pflege
der Buchkultur. (!Goudy !Morris)
Producer !Hersteller
Prolog (griech.: Vorwort) Einleitung (!Epilog)
Proof Von einem Farbsatz hergestelltes Muster zur Beurteilung der Farbwiedergabe
(!Andruck !Farben)
Prozeßfarben !CMYK
PS Postskriptum = Nachschrift
Pseudokursiv (griech.: pseudos = Lüge) Elektronisch schräggestellte Schrift (!Kursiv)
Punkt Typographische Maßeinheit, Abk.: p oder

, z. B. 8

= acht Punkt
(aber nicht 8° = acht Schriftgrade oder das Buchformat !Oktav)
Fournier-Punkt = 0,34722 mm
Didot-Punkt alt = 0,37597 mm (bei 0 °C)
Didot-Punkt alt = 0,37606 mm (bei 20 °C)
Didot-Punkt neu [dd] = 0,37500 mm
DTP-Point [pt] = 0,35277 mm
Pica-Point [pc] = 0,35147 mm
(!Schriftgrad !Typographisches Maßsystem)
Punze Freie Stelle im !Buchstabenbild (!Druckbuchstabe)







P

Der Papagei hat keine Ohren,
Der Pudel ist meist halb geschoren.

73
Q
Q (hebr.: Koph, griech.: Koppa) Das Q (ku) wurde aus dem Lateinischen ins Deutsche
übernommen, q wird im Deutschen immer zusammen mit u = qu geschrieben,
Lautwert = kv (siehe !U). Das altgriechische Koppa hat die Jahrtausende überlebt und
bedeutet in der griechischen Zahlenschrift den Wert 90. (!Griechische Zahlen)
Quadräteln Würfelspiel der Setzer (!Schriftsetzer) mit Bleigevierten (!Geviert)
Spielregel:
Es werden drei Gevierte gleichen Schriftgrades (8–10 Punkt) in die Hand genommen,
geschüttelt und ausgewürfelt. Jede nach oben liegende !Signatur bringt einen Punkt.
Liegen alle Signaturen nach unten, sind alle Gevierte blank und zählen die doppelte
Punktzahl, also 6 Punkte. Bleibt eines der Gevierte stehen, hat man einen „König“ und
damit einen vor dem Spiel festgelegten Höchstgewinn an Punkten.
Quadraten Im Bleisatz 2-, 3- oder 4-Cicero-Blindmaterial von 6 bis 20 Punkt Breite
(!Blindmaterial !Handsatz)
Qualitätssatz Professionell erstellter !Schriftsatz nach allen Regeln der typographischen Kunst
(!Anmutung !Schreibweisen !Text !Typographie !Orthotypographie)
Quart !Buchformat, Halbbogen [4°], bis 35 cm, 8 Seiten (!Bogen !Ausschießen)
Querformat (engl. = landscape) Papierformat, bei dem der waagerechte Papierrand länger ist als der
senkrechte Papierrand
Quertitel Horizontaler Buchtitel auf dem !Buchrücken
Quetsche Unvollkommen eingerichtete und schlecht arbeitende Druckerei, sie druckt von
abgequetschten und damit unbrauchbaren Lettern oder quetscht beim Drucken die
!Buchstabenbilder der !Lettern platt. (!Offizin !Zwiebelfischbude)
Queue Der Unterschnitt des Buches (!Oberschnitt)
Qwerty Englische Tastatur, q w e r t y ist die Buchstabenreihenfolge von links nach rechts unter
der Ziffernreihe. (!Schreibmaschinenschrift)
Qwertz Deutsche Tastatur, q w e r t z ist die Buchstabenreihenfolge von links nach rechts unter
der Ziffernreihe. (!Schreibmaschinenschrift)



74
R

Radierung (lat.: radere = schaben) Manuelles Tiefdruckverfahren mittels geätzter Druckplatte;
eine Kupferplatte wird mit einer säurebeständigen Schicht aus Asphalt, Harz oder Wachs
versehen und mit Ruß geschwärzt. Mit einer spitzen Radiernadel wird in den weichen
Ätzgrund gearbeitet. Ist die Arbeit beendet, wird die Platte an den Rändern und auf der
Rückseite mit Asphaltlack abgedichtet und in einem Säurebad geätzt.
Die Technik der Radierung kam Anfang des 16. Jahrhunderts auf. Dürer, Rembrandt,
Goya, Chagall, Picasso, Max Ernst, Dalí, Hockney sind nur einige bedeutende Künstler,
die Radierungen angefertigt haben.
Randausgleich Die rechte Seite eines Blocksatzes wirkt optisch unruhig, wenn dort zu viele Punkte,
Kommas oder Trennzeichen (!Silbentrennungen) untereinanderstehen. Werden diese
Zeichen etwas nach rechts aus dem Satzformat herausgerückt, wirkt der rechte Satzrand
fast genau so ruhig wie der linke. Diese Randausgleichmethode hat !Gutenberg für die
Kolumnen seiner berühmten 42zeilige Bibel verwendet, um einen sauberen Blocksatz zu
erreichen.
Randziffern Randziffern werden oft in juristischen Werken gebraucht. Sie stehen außen links bei
linken (geraden) Seiten und außen rechts bei rechten (ungeraden) Seiten neben der
Kolumne in der Grundschrift neben der ersten Zeile eines Absatzes. Sie zählen die
Absätze, um das Zitieren der Absätze dieses Werkes als Quellenangabe zu erleichtern.
Diese Zählmethode bietet den Vorteil bei !Neuauflagen, das !Stichwortverzeichnis,
wenn es auf Randziffern beruht, auch bei Umbruchverschiebungen unverändert von der
Vorauflage zu übernehmen. (!Zeilenzähler)
Raster Raster sind Druckelemente aus Linien oder Punkten (!Rasterweiten), mit denen
Grauwirkungen oder Farbabstufungen erzielt werden können (Tonwertzerlegung),
um z. B. Bilder darzustellen. (!Fadenzähler !Farben)
Rasterweiten Linien je Inch Linien je cm
60 lpi 24 L/cm Zeitungsdruck, grobes Papier
70 lpi 27 L/cm Zeitungsdruck, grobes Papier
90 lpi 35 L/cm Guter Zeitungsdruck, grobes Papier
120 lpi 47 L/cm Durchschnittliche Qualität,
für Zeitungen zu fein
133 lpi 52 L/cm Gute Qualität, Sieb- und Offsetdruck
150 lpi 59 L/cm Hochauflösend, Sieb- und Offsetdruck

Raubdruck Nicht genehmigter Nachdruck (!Neudruck)
Rauhsatz Rauhsatz ist !Flattersatz, bei dem jede !Silbentrennung erlaubt ist. Dadurch wirkt der
Rand des Rauhsatzes geschlossener als beim Flattersatz. Der Rauhsatz findet bei kurzen
und kürzesten Zeilen Anwendung.
Real !Schriftgrad (120 Punkt)
Rechtschreibreform Die jüngste Rechtschreibreform der deutschen Rechtschreibung (!Duden 1995) ist zum
Teil die Ablösung der bis dahin üblichen, von Jacob Grimm vertretenen Rechtschreibung
nach etymologischen Gesichtspunkten; problematisch ist in der neuen Rechtschreibung,
u. a. nach phonologischen Gesichtspunkten zu trennen,
z. B.: Tee-nager (Duden, 22. Aufl. 2000, S. 957); gemeint ist hier: Teen-ager.
(!Silbentrennungen !Rechtschreibung)

75
Nicht nur heute, auch im kaiserzeitlichen Rom gab es Rechtschreibreformen,
z. B. wurde unter Kaiser Claudius am 21. April 47 n. Chr. zum 800. Gründungstag
von Rom eine Rechtschreibreform durchgeführt, die sich aber nicht durchsetzte.
Es wurde unter anderem das Diagamma inversum eingeführt, ein umgedrehtes „F“ für
ein konsonantisches „V“, oder das Antisignum, ein umgedrehtes „C“ für die Doppel-
konsonanten „PS“ oder „BS“, oder ein liegendes „T“ für einen Laut zwischen „I“ und
„U“.
Rechtschreibung Normierung der Schreibweise einer Sprache nach verbindlichen Regeln. Erste Versuche,
die deutsche Rechtschreibung zu normieren, unternahm Justus Georg Schottel mit
der „Ausführlichen Arbeit von der teutschen haubt Sprache“ (1663). Es folgte
Hieronymus Freyer mit seiner „Anweisung zur Teutschen Orthographie“ (1722) und
Johann Christoph Gottsched mit „Grundlegung einer deutschen Sprachkunst“ (1748).
Johann Christoph Adelung schuf, auf seine Vorgänger aufbauend, die Grundlagen der
heutigen deutschen Rechtschreibung: „Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen
Wörterbuchs der hochdeutschen Mundarten“ (5 Bände, 1774 bis 1786).
Jacob Grimm trat Johann Christoph Adelung mit der Forderung entgegen, nicht nach
phonologischen, sondern nach etymologischen Gesichtspunkten zu schreiben.
(!Rechtschreibreform)

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich die Rechtschreibkonventionen ohne
behördliche Regelung gebildet (!Orthographie). Die weitere Entwicklung der deutschen
Rechtschreibung siehe !Duden !Druckfehler !Kosog.
Recto Rechte ungerade Seite in einem Buch und Vorderseite eines Blattes (!Verso)
Rectoseiten Vorderseite eines !Druckbogens
Registerhalten Die Satzzeilen eines Drucks schimmern häufig durch das Papier (!Opazität). Stehen die
Zeilen der !Versoseiten genau auf den Zeilen der !Rectoseiten, halten die Zeilen in
den Kolumnen Register, sie stehen dann genau Schriftlinie auf Schriftlinie. Der Grauwert
einer Seite erscheint nun im Textgewebe (!Text) optimal. Erreicht wird das Halten des
Registers durch einen gleichen !Schriftgrad und durch gleichen !Durchschuß, dadurch
steht dann Zeile auf Zeile.
Registerpunkte Punkte auf Geviert oder Halbgeviert zum !Auspunktieren im !Registersatz.
Die Punkte müssen auf der Seite untereinanderstehen.
Registersatz Satz von !Verzeichnissen: Literaturverzeichnis, Stichwortverzeichnis, Inhalts-
verzeichnis usw. (!Elenchos)
Registerschnitt !Daumenregister
Regletten Im Bleisatz !Blindmaterial für den !Durchschuß in der Länge der Satzzeile
und in !Schulterhöhe in 1, 2, 3, 4, 6, und 12 Punkt Stärke (über 12 Punkt Stärke
!Stege)
Remittenden (lat.: die Zurückzuschickenden) An den !Verlag zurückgehende Exemplare
einer Zeitung oder Zeitschrift oder für technisch fehlerhafte bzw. beschädigte
Bücher
Renner Paul Renner (1878–1956), Buch- und Schriftkünstler. Einer seiner bekanntesten Entwürfe
ist die !Futura. (!Schriftdesigner)
Reprint !Faksimile
Reproduktion (lat.: Wiedergabe) Herstellung von Druckformen zur Wiedergabe von Bildern
(!Original !Vorlage)

76
Restif de la Bretonne (Rétif), Nicolas Edme (1734–1806). Das autobiographische Werk „Monsieur Nicolas“,
mit nahezu 5000 Seiten eines der umfangreichsten Werke der Weltliteratur, enthält seine
intimen Memoiren. Er kommt als Buchdrucker aus der Provinz nach Paris, beginnt hier
zu schreiben und hinterließ ein literarisches Lebenswerk pikanter und
wirklichkeitsgetreuer Schilderungen zahlreicher Liebesaffären. Seine Memoiren hat
Restif nicht nur selbst erlebt, sondern auch selbst gesetzt, gedruckt, verlegt und
vertrieben. Von ihm wird gesagt, daß er einige der Werke seiner Memoiren ohne
Manuskript direkt am Setzkasten setzte, wobei er im Satz verschiedene Schriftgrade
wählte, die die Bedeutung des Gesagten hervorheben, z. B. !Cicero für Leidenschaft
oder Stellen mit großem Effekt, !Borgis für einfache Erzählungen oder für moralische
Bemerkungen, !Petit für viele langweilige, aber notwendige Details, oftmals auch für
Betonungen innerhalb eines Wortes Buchstaben in Versalien oder in anderem
Schriftgrad. Er gibt in seinen Memoiren auch einen fachkundigen Einblick in das
typographische Handwerk des 18. Jahrhunderts.
Revision Abdruck, der mit der Korrektur verglichen wird (revidieren), letzte Überprüfung und
Korrektur vor Beginn des Auflagendrucks. (!Fortdruck)
Rezension Buchbesprechung
RGB RGB-Farbsystem (Primärfarben: Rot, Grün, Blau = Weiß; Sekundärfarben: Cyan, Magenta,
Gelb [!CMYK]), Bildschirmfarben, additive Farbmischung

(!Farben)
Rheinländer !Schriftgrad (11 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Riemen Im Bleisatz besonders lange Satzspalten (!Rohsatz)
Ries (arab.: Ballen) Papiermaß, nach DIN 6730 Verpackungseinheit von sortengleichem
Planopapier. Papier kann eingeriest (verpackt) oder im Gegensatz uneingeriest auf
Paletten geliefert werden.

1 Ries = 20 Buch = 480–500 Bogen
1 Buch = 24 Bogen Schreibpapier
25 Bogen Druckpapier (!Buch)
10 Ries = 1 Ballen

1 Ries wiegt je nach Größe und Stärke des Papiers zwischen 5 und 8 kg.
Rille Bei der !Broschur vorgesehene Knickstelle zum Aufschlagen des Buches (!Nut)
RIP Raster Image Prozessor; er rechnet Daten aus Seitenbeschreibungssprachen wie
PostScript (!Adobe) in ein Pixelmuster um, das dann auf das Ausgabemedium
übertragen wird.
Rohblock Gefalzte und richtig hintereinanderliegende !Druckbogen eines kompletten Werkes
(!Kollationieren [2] !Bogennorm !Bogensignatur)
Rohbogen Unbeschnittener !Druckbogen (!Bogen)
Rohsatz Noch nicht weiterverarbeiteter Satz (!Paketsatz !Fahne !Riemen)
Römische Zahlen Die römischen Ziffern bestehen aus sieben verschiedenen Zeichen:
I = 1, V = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000

Die Zahlen werden von links nach rechts gelesen und addiert. Steht eine kleinere Ziffer
vor einer größeren, so muß sie abgezogen werden.
III = 3, IV = 4, MCMXCIX = 1999, MMII = 2002

77
Rotunda !Gotisch mit runden Formen, Rundgotisch (Schrift im Übergang von Romanisch zu
Gotisch, italienische Gotik), Neuschöpfung 1930 von Rudolf Koch (!Wallau)
Rotznasengotisch So wurde die Schrift „Americain“ scherzhaft wegen ihrer herabhängenden !Serifen
genannt. (!Gotisch)
Rubrik (lat.: rubrum = Rötel) Überschrift eines Abschnitts, Artikels oder Kapitels (Rubrikzeile),
früher in Rot gedruckte Überschriftszeile
Rubrizieren Einordnen, zuordnen, bezeichnen (!Rubrik)
Rubrum Aktenzeichen, kurze Inhaltsangabe (!Rubrik)
Rundgotisch !Rotunda
Rundsatz Satzart, bei der eine Zeile konvex, konkav oder als Wellenlinie usw. gebogen wird (z. B.
zum Kreis bei einem Rundstempel), wobei die Schriftlinie innen oder außen sein kann.



















R

Der Rehbock scheut den Büchsenknall,
Die Ratt’ gedeihet überall.

78
S

s Der deutsche !Schriftsatz kennt drei verschiedene „s“-Formen:
!langes „s“, rundes „s“ !scharfes „s“ (!Gebrochene Schriften, Schluß-„s“)

Sabon 1. Jacque Sabon (etwa 1535–1580), berühmter Schriftdesigner, nach ihm sind eine
Schriftfamilie benannt und zwei Schriftgrade.
2. !Schriftgrad (72 Punkt, 84 Punkt) !Namen der Schriftgrade

Satz Siehe: !Akzidenzsatz, Bleisatz, Blocksatz, Flattersatz, Formelsatz, Formsatz,
Fremdsprachensatz, Glatter Satz, Handsatz, Maschinensatz, Neusatz, Paketsatz,
Qualitätssatz, Registersatz, Rohsatz, Rundsatz, Schriftsatz, Stehsatz, Tabellensatz,
Übersatz, Werksatz

Satzanweisung Eine gute Satzanweisung ist die beste Voraussetzung für eine problemlose und
kostengünstige Satzerstellung. Sie enthält genaue Angaben über !Schreibweisen
im Schriftsatz (!Orthotypographie), zur !Orthographie, zum !Layout und zur
!Typographie. (!Druckfehler)

Satzfehler Durch Setzen (!Druckfehlerteufel) entstandener Fehler, fälschlich !Druckfehler
(!Verballhornen)

Satzformat Satzbreite (wird in !Cicero oder mm angegeben)

Satzschiff Auf einem Schiff wird etwas transportiert, und so auch auf einem Satzschiff in der
Bleisetzerei. Das Satzschiff diente der Aufnahme des fertigen Satzes oder der
!Kolumne. Das Schiff bestand aus einer Metallplatte mit Umgrenzung. Der hintere Teil
der Umgrenzung war entfernbar, um den ausgebundenen Satz vom Schiff schieben zu
können. (!Setzerwerkzeug)

Satzspiegel Der Satzspiegel bildet die Nutzfläche einer Druckseite, in deren unsichtbaren Rahmen
das zu Druckende steht. Die Stellung des Satzspiegels auf der Seite wird bei Büchern
nach bestimmten Seitenrandverhältnissen ermittelt. Der Satzspiegel beinhaltet Breite und
Höhe der Kolumne ausschließlich toter !Kolumnentitel, !Norm und !Marginalien,
einschließlich lebender Kolumnentitel und !Fußnoten.

Satzzeichen Die !Virgel als Satzzeichen taucht im Hochmittelalter auf. Das !Semikolon gibt es ab
etwa 1694, das Ausrufezeichen ab etwa 1797. Die Virgel verschwindet etwa 1730 und
wird durch das Komma ersetzt.

Scharfes „s“ ß = s z ( ß = s z )
Bis etwa 1800 war es nicht üblich, Deutsch in Antiquaschriften zu setzen (!Antiqua).
Geschah das aber in Ausnahmefällen doch, behalf man sich, um ein „ß“ darzustellen, mit
einem langen „s“ + einem runden „s“ = s –, später auch mit zwei runden „s“ = „– –“. In den
!gebrochenen Schriften gehörte das „ß“ immer zum Standard, aber als s z. Es wurde im
Deutschen in die Antiquaschriften als ß übernommen, als etwa Mitte des 18. Jahrhunderts
diese Schriften für Deutsch üblich wurden. Gleichzeitig verschwand das lange „s“ aus den
Antiquaschriften. (!Langes „s“)

Schiff !Satzschiff

Schimmelbogen Fehlerhaft einseitig nicht bedruckter !Bogen (!Druckbogen)

Schmitz Unscharfer Druck von Bildern oder von Schrift

Schmuck Typographische Verzierungen wie Ränder, Leisten, !Vignetten

79
Schmuckfarbe Sonderfarbe (!HKS !Pantone)

Schmutztitel Auch Antiporta, die erste Seite eines Buches nach dem !Vorsatz, nur mit Angabe des
Autors und des Titels versehen. Der Schmutztitel stammt aus einer Zeit, als Bücher
nicht in gebundener Form verkauft wurden, sondern als ungeschnittene, aber gefalzte
Druckbogen. (!Broschur !Titelei)

Schnellschuß Ein rasch zu erledigender Druckauftrag

Schnitt 1. Schriftschnitt (!Schriftfamilie)
2. Schnitt des !Buchblocks (!Oberschnitt)

Schnittkante Bei Film- oder Papiermontagen zum Druck können bei der Filmbelichtung durch
Überstrahlung der Schnittkanten feine Linien im Film entstehen, die dann wegretuschiert
werden müssen, damit sie nicht mitdrucken.

Schnittmarken Linienmarkierungen, an denen entlang das Papier geschnitten wird (!Anschnitt).
Außerhalb der zu bedruckenden Fläche, die die Schnittmarken bezeichnen, liegen die
!Passerkreuze. (!Oberschnitt)

Schöndruck Erster Druckgang eines Druckbogens (!Prime !Widerdruck)

Schrägstrich / = Strich von rechts oben nach links unten (!Backslash !Bruchstrich !Virgel)

Schreibmaschinen- 1. Die Schrift für die Typen der Schreibmaschine ist aus der serifenbetonten Linear-
schrift Antiqua entstanden. (!At-Zeichen !Egyptienne !Grotesk !Schriftklassifikation)
2. Druckschrift für den Schriftsatz, die den Typen einer Schreibmaschine nachgebildet
ist und in der alle Zeichen dieselbe !Dickte haben.
Schreibmaschinenschrift
Schreibschrift Druckschriften, die Handschriften nachgebildet sind. Schreibschriftprobe
Schreibweisen !Orthotypographie, Typographische Schreibweisen, siehe Orthotypographie,
Schreibweisen im Schriftsatz Seite 107–112 und im Duden (21. Aufl.: Richtlinien für
den Schriftsatz, 22. Aufl.: Textverarbeitung).
Beispiele für Schreibweisen:
(welche sind falsch, welche sind richtig? Mischungen sind immer schlecht.)
e-Mail, Email, EMail, email, E-mail, eMail, E-Mail, e-mail
500 €, 500,00 €, € 500.00, 500,– €, 500,- €, 500,— €, € 500, 500.00 €
5. 12. 46, 5.12.1946, 05. Dezember 46, 5. Dez. 1946, 05. 12. 1946, 05.12.46
Die Schreibweisen im !Schriftsatz sind zum Teil festgelegt und dürfen nicht willkürlich
durch Unkenntnis geändert werden. Auf jeden Fall sollte der !Duden zu Rate gezogen
werden.
(Ausführliche Auskunft über alle Einzelheiten im Schriftsatz, ein Nachschlagewerk für
alle Fragen zu Schrift und Satz, bietet das Buch „Detailtypographie“ von Friedrich
Forssman und Ralf de Jong aus dem Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2002,
www.typografie.de.)
Zwei Beispiele für Schreibweisen mit Sinnveränderung (hier fehlte der !Korrektor):
In einer Anzeige heißt es: „Damen und Herrenfahrrad anzubieten“ (richtig: Damen- und
Herrenfahrrad). Der Leser fragt sich: Was sind das für Damen, und was soll das
Herrenfahrrad?
Häufig liest man „Email“, z. B.: Email eberhard.dilba@t-online.de
Hier erfährt der Leser von der Entmaterialisierung eines Schmelzüberzuges und seiner
elektronischen Versendung an angegebene Adresse.
E-Mail = elektronischer Brief, Email = Schmelzüberzug
(!Druckfehler !Orthographie !Verballhornen)

80
Schrift Schrift ist die Darstellung der Sprache im zweidimensionalen Raum, eine Verräumlichung
der Sprache (!Typographie), das Denken wird zur Wechselwirkung zwischen Sprache und
!Text (!Graphem), es werden Zeichen gesetzt. (Durch den Computer tritt eine bildlich
kommunikative zeitliche Dimension hinzu, es entsteht in diesem Sinne ein dreidimensionaler
Raum. !DTP !Lichtsatz)
1. Handschrift (!Manuskript)
2. Druckschrift (!Schriftbild !Schriftfamilie !Schriftgrad !Schriftklassifikation)
3. Buch (z. B. die Heilige Schrift [!Bibel]), Flugschrift, Streitschrift, Pamphlet
4. Entwicklung der Schrift
Die Entstehung der Schrift etwa 3300 v. Chr. in Ägypten (2500 v. Chr. älteste heute
noch erhaltene Papyrosrollen) und um 3000 v. Chr. in Mesopotamien (Sumerer),
um 2300 v. Chr. in der Induskultur, um 2000 v. Chr. in China und um 1000 v. Chr.
in der Kultur der Olmeken (Mittelamerika). (!Alphabet !Logogramm)
Vieles spricht dafür, daß vor den orientalischen Kulturen die donauländischen Kulturen
die älteren Impulsgeber für viele spätere Entwicklungen bis in die klassische Antike
waren. Etwa 50 % der Zeichen der Linear-A-Schrift der minoischen Kultur entsprechen
den Zeichen der donauländischen Kulturen, und etwa 50 % der Zeichen der Linear-B-
Schrift (mykenische Kultur, griechisch) entsprechen der Linear-A-Schrift.
Anmerkung zu den donauländischen Kulturen:
Bis 6000 v. Chr. Ausbreitung des Ackerbaus von Anatolien bis auf den Balkan. Im 6. Jahrtausend
entsteht die neolithische Donauzivilisation (alteuropäische vorindogermanische Zivilisation –
um 5500 tauchen Bandkeramiker im Karpatenbecken auf, 5300 ältestes Zeugnis von längeren
Schriftzeichensequenzen auf Tontafeln aus Tartaria in Transsylvanien [Rumänien], 5300 auch
Verbreitung der Ackerbaukultur nach Mitteleuropa). Die Entstehung der donauländischen Kulturen
ist u. a. möglicherweise durch Wanderungsbewegungen aus dem Gebiet des Schwarzen Meeres
entstanden. Das Mittelmeer brach etwa 6700 mit einer gigantischen Sturzflut über den Bosporus in
das heutige Schwarze Meer ein, das als riesiger Binnensee vielleicht etwa 100 Meter unter dem
damaligen Meeresspiegel (seither sind die Weltmeere gestiegen) lag. Hauptsächlich im Norden und
Nordwesten wurden weite Gebietsteile überschwemmt und zwangen die dort lebenden Menschen
zum Rückzug. Aus einem See weit unterhalb des Meeresspiegels entstand das heutige Schwarze
Meer. Anschließende Klimaschwankungen, etwa 6200 Einsetzen einer Mini-Eiszeit, gefolgt etwa
5800 von einer rapiden Erwärmung, bewirkten technologische Innovationen und überregionale
kulturelle Wanderungsbewegungen, die zunächst den Balkan (Donauzivilisation) und mit
Verzögerung den Vorderen Orient (Frühe Hochkulturen) trafen.
Etwa 3500 dringen Indoeuropäer nach Südosteuropa ein und überlagern die donauländische
Kultur. Dadurch wird eine Drift aus dem Gebiet der donauländischen Kulturen in Richtung
Südosten ausgelöst. Um 3200 verschwindet der Schriftgebrauch aus der kulturellen
Landschaft der Balkanregion und findet sich in Griechenland in der frühhelladischen Kultur
in dekorativen Motiven wieder. Die Kulturtradition wird in die Ägäis weitergereicht
(Kykladenkultur) und lebt um 2500 in Altkreta (minoische Kultur) wieder auf.
Schritte der Schriftentwicklung
a) nicht sprachgebunden
1. Logogramm = Begriff, Wort
2. Ideogramm = Begriff, Wort
3. Piktogramm = Begriff, Wort
(Altsumerisch, Induszivilisation, kretische Hieroglyphen [Diskus], China, Maya, Azteken)
b) sprachgebunden
4. akrophonische Schrift = Wort, Silbe, Buchstabe
(ägyptische Hieroglyphen, hethitische Hieroglyphen, sumerische Keilschrift,
akkadische [assyrisch/babylonische] Keilschrift, kretische Linear B)
5. Alphabet = Buchstabe, Laut
(Phönizisch [semitische Buchstabenschrift – vokallos], Griechisch [vokalisiert])

Schriftbild Das Schriftbild ist der druckende Teil einer Schrift. (!Druckbuchstabe)

81
Schriftcharakter !Schriftfamilie
Schriftdesigner Gestalter von !Schriftfamilien, hier einige „Klassiker“:
Schriftschöpfer Schrift
Claude Garamond (1480–1561) !Garamond (1532)
Jean Jannon (1580–1658) Garamond (1621)
William Caslon (1692–1766) Caslon (1725)
John Baskerville (1706–1775) Baskerville (1754)
Giambattista Bodoni (1740–1813) Bodoni (1789)
Erich Walbaum (1768–1837) Walbaum (1810)
Ferdinand Theinhardt (1820–1909) (Royal-Grotesk) (1880)
(Berthold AG !Grotesk) Akzidenz Grotesk
Eric Gill (1882–1940) Gill (1927)
Paul Renner (1878–1956) Futura (1928)
Stanley Morison (1889–1967) Times (1932)
Hermann Zapf (1918) Palatino (1950)
Max Miedinger (1910–1980) Helvetica (1957)
Adrian Frutiger (1928) Univers (1957)
(!Schriftklassifikation)

Schriftfamilie Schriftschnitt des gleichen Typs mit unterschiedlichem Charakter (z. B. normal,
kursiv, halbfett, fett, schmalfett usw.). Er entsteht durch eine Kombination aus
Zeichenbreite, Strichstärke und Schriftlage. Jeder Schriftschnitt führt innerhalb
der Schriftfamilie einen eigenen Namen, in Deutschland auch in Englisch.
Zeichenbreite
Extraschmal Extra Condensed, Thin
Schmal Condensed, Compressed, Narrow
Normal Normal, Regular
Breit Expanded, Extended
Extrabreit Extra expanded
Strichstärke
Extraleicht Ultralight
Leicht Extralight
Mager Light
Buch Roman, Book, Regular
Halbfett Semibold, Medium
Dreiviertelfett
Fett Bold
Extrafett Extrabold, Heavy
Ultrafett Black
Schriftlage
Normal Regular
Kursiv Italic, Oblique, Slanted
Schriftgrad (Schreibweise = ° [nicht

= !Punkt]) Verschiedene Schriftgrade besitzen Namen. Die
Schriftgrade können zum Teil regional unterschiedlich bezeichnet werden oder weisen
auch im Laufe der Zeit Namensverschiebungen auf. (!Namen der Schriftgrade)
deutsch französisch englisch
2




Non plus ultra, Viertelpetit

3




Brillant

Diamant

Excelsior
4




Diamant, Halbpetit

Sédanoise

Brilliant
5




Perl

Parisienne

Pearl
6




Nonpareille

Nonpareille

Nonpearl
7




Kolonel, Mignon

Mignonne

Minion

82
8




Petit

Petit-texte

Brevier
9




Borgis, Bourgeois

Gaillarde

Burgeoise
10




Garmond, Korpus

Petit-romain

Long Primer
11




Rheinländer

Philosophie

Small Pica
12




Cicero

Cicero

Pica
14




Mittel

St. Augustin

English
16




Tertia

Gros-texte

Columbian
18




Parangon

20




Text

24




Doppelcicero

28




Doppelmittel

32




Kleine Kanon

36




Kanon

42




Grobe Kanon

48




Kleine Missal, Konkordanz

60




Grobe Missal

72




Kleine Sabon

84




Grobe Sabon

120




Real

150




Imperial


Schrifthöhe 1. Im Bleisatz genormte Letternhöhe von 62
2
/
3
Punkt = 23,567 mm. 1898 einigten sich
die deutschen Schriftgießer auf diese Schrifthöhe. (!Schriftkegel [2] !Schulterhöhe)
Prüfung der Höhe der Lettern:
Neun in der Schrifthöhe nebeneinanderliegende Lettern ergeben 47 Cicero (9 · 62
2
/
3
: 12).
2. Die !Versalhöhe ist die Höhe (Schrifthöhe) des !Schriftbildes

Schriftkegel 1. Der Schriftkegel bezeichnet die Höhe des !Gevierts (!Dickte × Kegel) eines
!Schriftgrades, bestehend aus unterem !Überhang, !Unterlänge, !Mittellänge,
!Oberlänge, oberer Überhang
2. Kegel ist der Körper einer !Letter (!Schrifthöhe [1] !Schulterhöhe)

Schriftklassifikation Die Tabelle stellt den Zusammenhang zwischen angelsächsischer und deutscher
Schriftklassifikation dar (ohne gebrochene Schriften). Waagerecht die historische
Komponente, senkrecht die stilistische Komponente. Weiterhin wird der Zusammenhang
zwischen Schriftcharaktere dargestellt (wie es die DIN 16 518 nicht unmittelbar sichtbar
macht), z. B. Garamond/Gill oder Bodoni/Helvetica.

bis 1800 1800–1900/20. Jh. 20. Jh.
(1 = angelsächsisch)

(2 = deutsch)

1 Serif
2 Antiqua

1 Slab Serif
2 Linear-Antiqua
1 Sans Serif
2 Grotesk


1 Old Style
1 Venetian Old Face
2 Venezianische
Renaissance
Trajanus
Centaur




2 Mediäval


1 Old Face
2 Französische
Renaissance
Garamond
Palatino
Joanna
Licida Serif
Gill Sans
Rotis Sans
1 Transitional
2 Barock
Baskerville
Times
Century
Candida
Franklin Gothic
Trade Gothic
1 Modern Face
2 Klassizistisch
Bodoni
Walbaum
Clarendon
Impressum
Helvetica
Univers
2 Konstruiert – Rockwell
Memphis
Futura
Bauhaus

83
Die DIN 16 518 (nur deutscher Sprachraum) teilt alle Schriften in 11 Gruppen ein:
1. Venezianische Renaissance-Antiqua (Trajanus)
2. Französische Renaissance-Antiqua (Palatino)
3. Barock-Antiqua (Baskerville)
4. Klassizistische Antiqua (Bodoni)
5. Serifenbetonte Linear-Antiqua (Clarendon)
6. Serifenlose Linear-Antiqua (Helvetica)
7. Antiqua-Varianten (Largo)
8. Schreibschriften (Legende)
9. Handschriftliche Antiqua (Post-Antiqua)
10. Gebrochene Schriften (siehe Seite 108)
Gotisch (Caslon-Gotisch)
Rundgotisch (Weiss-Rundgotisch)
Schwabacher (Nürnberger Schwabacher)
Fraktur (Unger-Fraktur)
Frakturvarianten (Weiss-Fraktur-Kursiv)
11. Fremdländische Schriften

Siehe Schriftmuster Seite 120/121 (!Schriftdesigner)
Schriftlinie Die Schriftlinie ist die gedachte Linie, auf der alle Buchstaben, unabhängig von
Schriftgröße und Schriftart, ausgerichtet sind. Sie bildet die untere Begrenzung der
!Versalien, während manche !Minuskeln die Schriftlinie mit ihrer !Unterlänge nach
unten durchbrechen.
Schriftrollen Schriftrollen gelten als die Bücher der Antike. Sie sind aus !Papyros oder !Pergament
gefertigt.
Auf der Innenseite der Papyrosrolle mußten die Markfasern der Papyrosstaude parallel
zur Beschriftung laufen, denn nur unter Schwierigkeiten ließ sich der vertikale
Faserverlauf beschreiben. Deshalb sind die meisten Papyrosschriftrollen nur einseitig
innen beschriftet.
Es gab auch Schriftrollen aus Pergament (diese konnten leicht auf beiden Seiten
beschrieben werden), die im wesentlichen Texte enthielten, die dauerhaften Charakter
haben sollten, z. B. Gesetzestexte oder religiöse Texte (der Talmud verfügt, daß das
mosaische Gesetz nur auf Lederrollen geschrieben werden darf).
Eine Rolle hatte etwa 6–10 Meter Länge, im Extremfall sogar 40 Meter oder mehr. Die
Höhe betrug 25–30 cm. Auf jedes Blatt schrieb man eine breitere Kolumne oder zwei
Kolumnen von je etwa 35 Buchstaben.
(!Papier !Explicit)
Schriftsatz Im Schriftsatz gelten besondere !Schreibweisen, die für alle Schriftarten außer der
!Schreibmaschinenschrift gültig sind. Neben der Rechtschreibung (!Duden) haben
sich im Schriftsatz (!Buchdrucker-Duden) im Laufe der Zeit bestimmte Schreibweisen
durchgesetzt, von denen einige in den Richtlinien für den Schriftsatz im Duden
abgedruckt sind.
Besondere Beachtung findet der Satz mathematischer und chemischer Formeln
(!Formelsatz), ebenso auch der !Tabellensatz.
Schriftschnitt !Schriftfamilie
Schriftsetzer Typograph, handwerklicher Beruf aus der Bleisatzzeit (!Gehilfe !Korrektor), der sich
als Handsetzer (!Handsatz) mit !Schriftsatz und der Herstellung von !Bleisatz
beschäftigte. (!Setzer !Setzkasten !Setzerwerkzeug)
Alphonse de Lamartine (1790–1869), Dichter (Lyriker der französischen Romantik),
Diplomat, Abgeordneter, Minister:

84
„Die Typographie ist der Vorhof der Literatur. Im geistig anspruchsvollen Bereich der
Literatur ist eine ziemlich umfassende Bildung Voraussetzung. Es wird eine bis ins einzelne
gehende Kenntnis der Sprache vorausgesetzt, und die Sprache ist der Schlüssel zu allem
Wissen. (!Schrift) … Durch ihre Kunst sind die Schriftsetzer so etwas wie Novizen der
Literatur. Sie sind durch ihren Beruf die ersten Mitwisser der Idee. (!Logos) Die innige
Vertrautheit, die sie mit den Schriftstellern, den Politikern, den Dichtern und den Gelehrten
verbindet, führt diese Handwerker des Gedankens tief hinein in die Wissenschaft, die
Politik und die Literatur. Könnte man sich einen Notenschreiber vorstellen, der nichts von
Noten versteht? Könnte man sich einen Bildstecher vorstellen, der nichts vom Zeichnen
versteht? Genauso ist es beim Schriftsetzer. Sein Beruf steht dem des Schriftstellers am
nächsten. Wenn überhaupt Denken, Fühlen und Schreiben ein Beruf ist, so hat er
zumindest den geistigsten unter den handwerklichen Berufen.“
Die älteste Darstellung eines Schriftsetzers ist aus einem Holzschnitt in dem in Lyon 1499
von Matthias Huss gedruckten Totentanzgedicht „La Grant Danse macabre“ bekannt (siehe
Seite 106).
Schulterhöhe Bei Bleibuchstaben (!Letter) die Kegelhöhe (!Schriftkegel [2]), auf der das
!Buchstabenbild sitzt

Schusterjunge Am Ende einer Kolumne stehende Anfangszeile eines Absatzes (!Waisenkind).
Schustern bedeutete im 19. Jahrhundert zurechtflicken, pfuschen, was von der
Typographie durch den Begriff Schusterjunge noch verstärkt wurde. (!Hurenkind)
Schustern Ein Ausdruck der Setzer, wenn der Schriftsatz (!Handsatz) nicht nach den Regeln der
Kunst zusammengebaut wurde (!Bleisatz). In diesem Sinne wird heute an den PC von
manchen Anwendern jede Menge elektronisch „geschustert“, selbst bei einfachsten
Satzaufgaben, die die Weiterverarbeitung des Textes (!Textverarbeitung) oftmals
erschweren, manchmal sogar unmöglich machen (!Tabellensatz).

Schutzumschlag Der Schutzumschlag umgibt die !Buchdecke. Er entstand erst im 20. Jahrhundert.
In den 50er Jahren tritt die werbende Funktion des Schutzumschlages in den Vordergrund
und wird so zur Werbung für das Buch selbst.

Schwabacher Um die Wende zum 16. Jahrhundert entstand aus einer gotischen Buchkursive diese
Druckschrift. Sie ging von Nürnberg aus und fand durch die Reformationsdrucke über
ganz Deutschland Verbreitung. Von der gotischen Schrift unterscheidet sie sich durch
rundere Formen. Bis Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Schwabacher von der sich
etwa gleichzeitig ausbreitenden viel schmaler laufenden !Fraktur verdrängt. Die
Herkunft des Namens ist ungeklärt (Schwabach bei Nürnberg?).

Schwarzbuch Sammlung von Widerwärtigkeiten (!Weißbuch)

Schwarze Kunst Die Kunst des Setzens und Druckens (!Weiße Kunst)
Schweinebackenaktion Unverlangtsendungen (z. B. von Büchern oder Zeitschriften, nicht mehr statthaft)
Schweizerdegen !Setzer, der auch gleichzeitig Drucker ist, so wie der Degen der Schweizer beidseitig
geschliffen ist.

Sedez !Buchformat

Semikolon (griech.: halber Punkt; Kolon = Punkt, Schluß) Strichpunkt ;
Serifen Abschließende Querstriche am oberen und unteren Ende des !Buchstabenbildes, auch
Schraffe (niederl.: schreef = Strich, Linie), An- und Abstriche bei !Mediäval-,
!Antiqua- und !Egyptienneschriften (!Druckbuchstabe !Grotesk)

85
Setzer (!Handsatz !Maschinensatz !Schriftsetzer !Setzer- und Druckersprache)

Zwei Beispiele der Beziehung zwischen !Autor und Setzer (siehe auch !Korrektor):
„Mein lieber Setzer! Wir verhalten uns zu einander wie Leib und Seele; müssen daher,
wie diese, einander unterstützen …“ Arthur Schopenhauer (1788–1860) am 7. 9. 1843 in
einem Brief mit Korrekturanweisungen aus Frankfurt an seinen Setzer. „… und denken
Sie nie, Sie verständen es besser; ich bin die Seele, Sie der Leib. … Theilen Sie diese
Ermahnung dem Korrektor mit.“
Jean Paul (1763–1825) in einem Brief aus Bayreuth vom 28. 9. 1812, ebenfalls mit
Korrekturanweisungen, an den !Verleger:
„Ich flehe Sie aber ordentlich an, dass Sie meine sieben Bitten an den Setzer zu Ihren
sieben Befehlen an ihn machen. …
Sieben Bitten an den Herrn Setzer in der Vorschule
… siebente – und diese ist die Hauptbitte: sagen Sie Amen! D.h. ja ja, es soll also
geschehen. Leben und setzen Sie wol Der Verfasser“

(!Quadräteln !Restif de la Bretonne !Setzkasten !Schweizerdegen)

Scherzhafte Bezeichnungen für Setzer: Arschgespan, Draufstecher, Hamster, Hudler,
Marder, Pfuscher, Satzarchitekt, Satzklempner, Schnellhase, Setzerdompteur, Speckjäger,
Stupfer, Typenfänger, Zeilenfänger, Zeilenreiter, Zeilenspinner

Setzer- und Bereits kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst (ca. 1445) durch !Gutenberg
Druckersprache entstand nach und nach eine Fachsprache, die sich stark unter dem Einfluß der
Gelehrtensprache regional unterschiedlich formierte. Fast alle Vorlesungen der
Gelehrten jener Zeit wurden in Latein gehalten, und Setzer, Drucker und Korrektoren
waren gezwungen, sich entsprechende Kenntnisse anzueignen, um die ihnen zum
Druck anvertrauten Manuskripte richtig zu setzen und zu drucken.
Ebenfalls erlebte nach dem endgültigen Zusammenbruch des Byzantinischen Reiches
(Eroberung von Konstantinopel 1453) Griechisch neben Latein eine „Renaissance“ in
gebildeten Kreisen (!Druckergelehrte). Aus der Bibliothek des Johannes (Basilius)
Bessarion (1403–1472), byzantinischer Theologe, Kardinal seit 1439, lateinischer
Patriarch von Konstantinopel (1463), Humanist, ist der lateinische und griechische
Teil der sehr bedeutenden Marciana (!Bibliothek) in Venedig entstanden, auf die
!Aldus Manutius zugreifen konnte. Aus dieser Zeit stammen Begriffe wie Cicero,
Kolumne, Spatium, Kolon, Typographie.
In die Fachsprache haben im Barock zahlreiche Begriffe aus dem Französischen
Eingang gefunden, hauptsächlich im Bereich Schriftguß und Schriftsatztechnologie:
Nonpareille, Petit, Garmond, Regletten.
Viele deutschsprachige Begriffe wurden dem täglichen Leben entnommen: Fisch,
Zwiebelfisch, Schusterjunge, Löffel, Hochzeit, Grab.

Die Kenntnis der Fachsprache wurde in !Formatbüchlein festgehalten und weiter-
gegeben (!Hornschuch). Das zeigt u. a. ein Gedicht aus einem Formatbüchlein des
17. Jahrhunderts:
Doch braucht den Bengel frisch ihr Drucker / und die Ballen
Die Spindel / Lauffebrett / die Farbe unter allen
Dörfft ihr / Schließnagel / Ram / auch Esel / Mütterlein /
Schwam / Mater / Ballen-Knecht / Farbeeisen / Farbestein /
Die Rolle / Tiegel / Büchs / Puncturen / Schrauben / Walle /
Karn / Galgen / Fundament / Feuchtebretter / Korbel / Schnalle /
Rameisen / sammt den Filtz / Das Klopfholz / Feuchtestein /
Steg / Antritt / Schienen / Keil / zur Presse müssen seyn.


86
Der Setzer darf Divis / Tenakel / Aal und Schiffe /
Viel kleine Fächelein / darein er manche Griffe
Thut / eh der Winckelhack mach die Columnen voll;
Er weis was er vor Schrift zu jedem brauchen sol.
Da siehs ’tu Cicero / Petit / Garamond und Mittel /
Cursiv / so viel Antiqua Canon der Bücher Tittel /
Anfängt die Jungffer-Schrifft / Corpus / Quadrat / Missal
Samt manchen Spatien / bedarf er überal.

Figuren / Rösslein / viel Steg mit vielen Zügen /
Viel Blumen-Kräuter-Stöck die Formen recht zu fügen /
Und schreibt in schneller Eyl / daß man sich wundern muß /
Durch Eisen / Ertz und Stahl / mit Oel vermengtem Ruß.

Ein Abdruck allererst gibt er zu überlesen
Dem / ders verbessern sol / und wann es recht gewesen /
Macht er den Schöndruck / drauff des Wiederdrucks Formath.
Und diß kömt her aus eines Teutschen Rath.

Anglo-amerikanische Begriffe haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
verstärkt in die deutsche Fachsprache der Setzer und Drucker Eingang gefunden:
!At !Books on Demand !Caps !CMYK !Cross-media !DTP usw.
Eine scherzhafte Fachwörtertextprobe:
Hatte schließlich in der !Zwiebelfischbude der Typenfänger (!Setzer) mit
seinem !Löffel alle !Fliegenköpfe aufgelöst sowie die !Hurenkinder und
!Schusterjungen beseitigt und fehlte nur noch ein Wort aus dem !Manuskript in
einer Zeile, wurde der !Leiche noch schnell ein !Grab geschaffen und zur
Kontrolle auf der !Nudel eine !Fahne abgezogen; jetzt hatte man endlich eine
!Jungfrau in der Hand (die aber keineswegs zur !Hochzeit geeignet war), und die
!Imprimatur konnte erteilt werden. Der !Gurkenhobel der !Quetsche wurde vom
!Schweizerdegen in Gang gesetzt, der vorher auch den !Satz zusammengeschustert
(!Schustern) hatte. Ein !Knüller folgte nun dem anderen, und schließlich wurde
die !Makulatur (mit !Schimmelbogen und !Mönchen) dem !Apostelklopfer zum
Binden überlassen. Der Verkauf der !Auflage erfolgte über eine !Schweinebacken-
aktion, um sie nicht zum !Ladenhüter werden zu lassen. (!Bleisatz)
Setzerwerkzeug Das Handwerkszeug des !Schriftsetzers oder Handsetzers (!Handsatz) bestand aus
dem !Winkelhaken, der !Ahle, einer Pinzette, einem !Typometer aus Metall für das
Blei, einem durchsichtigen Typometer für Papier. Zur weiteren Ausrüstung gehörte das
!Satzschiff, die !Kolumnenschnur, der Anlagesteg (!Steg), in der Vergangenheit
gehörte auch ein !Tenakel dazu bis zur Einführung des !Maschinensatzes.

Setzkasten In Fächer eingeteilter Kasten aus Holz oder aus Kunststoff (Antiquakasten 125 Fächer,
Frakturkasten 116 Fächer), in denen die Bleibuchstaben nach einem festgelegten Schema
für den !Schriftsatz aufbewahrt wurden, aus dem der !Setzer mit einem !Winkel-
haken den Satz setzte. Genormte Setzkastenmaße waren z. B. 66 cm × 61 cm × 4,3 cm
für den kleinen Schriftkasten.

SGML Standardized Generalized Markup Language (allgemeine standardisierte Struk-
turierungssprache), seit 1986 von der ISO als internationaler Standard definiert. Ein
Standard, der hierarchische Auszeichnungen innerhalb von Dokumenten festlegt.
Er beschreibt die logische Struktur des Dokuments, nicht dessen Aussehen
(z. B. werden Überschriften mit festgelegten Kodierungen versehen, Schriftart oder
Schriftgröße wird nicht geregelt). Dadurch ist SGML medienneutral und offen für
Satzsysteme, Autorensysteme oder Internet-Publishing. (!Cross-media)

87
Siebdruck !Druckverfahren, bei der die Farbe mit einer Rakel durch ein Sieb auf das Druckgut
gedruckt wird.
Sigel (lat.: sigillum = Siegel) Abkürzungszeichen, feststehendes Zeichen für ein Wort, eine
Wortgruppe oder eine Silbe, z. B.: und so weiter = usw.
Sigeln Mit einem Abkürzungsverzeichnis versehen, z. B. Buchtitel in Katalogen
Signatur Einkerbung am Buchstabenkörper (!Kegel [2]) einer Bleiletter (!Letter). Die Signatur
dient dem Auseinanderhalten verschiedener Schriften durch unterschiedliche Signaturen.
Dem Handsetzer dient die Signatur beim Setzen aus dem !Setzkasten, um durch Erfühlen
der Signatur die Buchstaben richtig gedreht in den !Winkelhaken zu stellen. Siehe aber
!Bogensignatur (!Kollationieren)
Signet (lat.: signum = Zeichen) Graphisch gestaltetes Zeichen, z. B. als Firmen-, Marken- oder
Personenzeichen (!Logo !Druckerzeichen)
Silbentrennungen Die Regeln der Rechtschreibung zur Silbentrennung sind nicht genau identisch mit den
Regeln der Typographie zur Silbentrennung. Die Typographie behandelt dieses Thema
aus einer anderen Perspektive und sehr individuell und schränkt zum Teil die ortho-
graphischen Trennregeln ein.
Einige Beispiele dazu: Es sollten nicht mehr als 3 Zeilentrennungen untereinander
stehen (!Randausgleich, Ausnahmen nur im Schmalsatz). Bei etwa 70 Zeichen je
Zeile (z. B. bei Satzbreiten ab etwa 25 Cicero und Schriftgrößen bis 11 Punkt) sollten
nicht weniger als 3 Buchstaben abgetrennt werden (Ausnahme nur bei extrem großen
Wortzwischenräumen). Bei weniger als 70 Zeichen je Zeile oder 25 Cicero Satzbreite
können auch 2 Buchstaben abgetrennt werden (die neue Rechtschreibung läßt in jedem
Fall sogar einen Buchstaben zu!). Diphthonge oder die Buchstaben „li“ sollten nach
Möglichkeit nicht abgetrennt werden (li = schwäbische/schweizerische Verniedlichung:
häusli-che statt häus-liche).

Sinnverändernde Trennungen sollten immer vermieden werden:
Spar|gel- Walz|er- be|in- Steuer|er- Elefantenur|in- ein|en- Schul|zen-
der zeugnisse halten hebung stinkt gen trum

Druck|er- Ur|an- Drei|ster- Rechts|auf- Hersteller|in- Sau-
zeugnis fang nehotel fassung formation na

Computertrennprogrammen ist stets zu mißtrauen:
Deck- Er- Hau- Bau|m- Trocken|e- Bau|ch- 20-
s|auf- b|adel s|tier ängel strich emie 000
bauten

Nach Möglichkeit sollte nach Wortteilen getrennt werden, nicht nach Sprechsilben:

Eisen-bahn nicht Ei-senbahn
gesamt-europäisch nicht gesamteu-ropäisch
Kaffee-ersatz nicht Kaffeeer-satz
Jugo-slawien nicht Jugos-lawien (!Rechtschreibreform)
Teen-ager nicht Tee-nager (!Rechtschreibreform)

Silbentrennungen sind immer Notlösungen.
(!Duden [1996] !Rauhsatz !Flattersatz !Randausgleich)
Skalenfarben !Farben
Sonderzeichen Buchstaben oder Zeichen, die nicht zur normalen Ausstattung einer Schrift gehören.
(!Astronomische Zeichen !Mathematische Zeichen)

88
Spalte Vertikale Unterteilung einer bedruckten Seite in Textspalten, einspaltig oder mehrspaltig,
z. B. zwei-, dreispaltig usw. (!Umbruch !Kolumne)
Spationieren Erweitern der Buchstabenabstände einer Schrift, entweder als !Ausgleichen oder als
!Sperren
Spatium (lat.: Raum) Ausschluß bis 1½ Punkt, kleines Blindmaterialstück, Buchstabenabstand
(!Achtelpetit !Viertelpetit !Blindmaterial !Wortzwischenraum)
Speck Arbeit, die wenig Mühe bereitet, aber voll bezahlt wird.
Sperren Gleichmäßiges Erweitern der Buchstabenabstände einer Schrift (kein !Ausgleichen), als
Auszeichnungsmöglichkeit nur für Frakturschriften empfehlenswert, weil es hier keine
Kursiv gibt. (!Laufweite !Spationieren)
Spiegel Auf die Deckelinnenseite eines Buches geklebtes Vorsatzblatt (!Fliegendes Blatt
!Vorsatz)
Spiegelstrich – = Halbgeviertstrich, der vor dem eingezogenen Text als Aufzählungsstrich jeweils vor
der ersten Zeile einer neuen Aufzählung steht. (!Hängender Einzug)
Spieß Druckendes !Blindmaterial im Bleisatz (!Äquivalentzeichen)
Spitzkolumne Seite, die nur zum Teil die Höhe des Satzspiegels ausfüllt, z. B. am Ende eines Kapitels.
(!Ausgangsseite)

Spitzmarke Spitzmarke wird ein Stichwort in einem Lexikon genannt, das am Beginn des
Lexikonartikels steht und hervorgehoben ist.

Stahlstich Manuelles Tiefdruckverfahren zum Druck hoher Auflagen, zuerst seit 1818 zum Druck
von Wertpapieren gebraucht. (!Kupferstich)

Steganographie Geheimschreibkunst, Geheimschrift

Stege 1. Im Bleisatz oft hohlgegossene Bleiklötze von 2 bis 4 Cicero Stärke und bis
24 Cicero Länge (bis 1 Cicero Stärke !Regletten). Der Name ist abgeleitet von den
Querrippen (Stege) im Innern der Hohlstege.
2. Anlagestege waren massive eckige Bleistangen, die in der Länge auf ein !Satzschiff
passen mußten, um den nicht ausgebundenen Satz seitlich zu halten.
3. In der fertigen Druckform wurden die ausgeschossenen !Kolumnen
(!Ausschießen) durch Stege dem Stand des !Satzspiegels entsprechend voneinander
getrennt und nach ihrer Lage mit Namen versehen: Kapitalsteg, Mittelsteg, Kreuzsteg,
Kopfsteg oder !Bundsteg. (!Formate)
4. Steg ist auch ein druckender Teil des !Buchstabenbildes.

Stehsatz Archivierter ausgedruckter Satz, der für einen !Neudruck oder eine !Neuauflage
bereitgehalten wird, oder !Übersatz, der für späteren Gebrauch archiviert wird.
(!Neusatz)

Steindruck !Lithographie

Stenographie (griech.: stenó = eng) Kurzschrift, Tachygraphie; am 8. November 63 v. Chr. schrieb
M. Tull. Tiro (Freigelassener und Freund !Ciceros) die erste Catilinarische Rede
Ciceros in Stenographie (Tironische Noten) auf. Es ist die erste datierbare
stenographische Nachschrift einer römischen Rede.
Der Name Stenographie taucht um 1602 zum ersten Mal in England auf. In Deutschland
kam 1924 die Einheitskurzschrift nach langen Verhandlungen zustande, die dann 1936
vereinfacht wurde und noch heute gebraucht wird.


89
Stereotype (griech.: stereo = fest) Druckplatte aus Blei, auf der die Kolumne von einer !Mater
abgegossen ist.

Stichwortverzeichnis Register, Schlagwortverzeichnis (!Anhang !Verzeichnisse)
Ein sorgfältig erarbeitetes Stichwortverzeichnis ist für Sach-, Fach- und Lehrbücher von
erheblicher Bedeutung und erhöht den Gebrauchswert des Buches ganz entscheidend.
Das rasche Auffinden eines Begriffs ist die wichtigste Aufgabe der typographischen
Gestaltung eines Stichwortverzeichnisses.

Stift Lehrling (!Lossprechung)

Im 19. Jahrhundert und auch teilweise noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
hatten die Lehrlinge (Burschen) kein leichtes Leben:
„Die Setzer-Lehrburschen sind beauftragt, dem in Hause befindlichen Corrector das
Manuskript vorzulesen, im Falle es verlangt wird: in Häusern, wo kein Hausknecht
gehalten wird, sind sie verbunden, die Buchdruckereyen stets rein und sauber zu halten,
auszukehren (welches zu jeder Jahreszeit vor dem Beginn der Arbeit geschehen muß),
den Ofen zu heizen, Licht anzuzünden, Wasser in die Feuchtwanne zu tragen, Lauge zu
machen, das Papier auf- und abzuhängen, Correcturen fortzutragen . . . sie müssen auch
das Kehrricht der Buchdruckerey aussuchen, die darin sich vorfindenden Schrifften
waschen und sie jeden Morgen, vor beginnender Arbeit, nach den verschiedenen Kegeln
aufsetzen und wieder an ihren bestimmten Ort bringen.“ (!Offizin)
Stockflecke Dunkelbraune bis gelbliche Flecke im Papier. Sie entstehen durch Bakterien und werden
durch Wärme und Feuchtigkeit begünstigt. Stockflecke zerstören das Papier.
(!Fleckenentfernung)
Stopper In der Umgangssprache der Offsetdrucker das Anhalten der Druckmaschine.
Verschiedene Ursachen können sein: Doppelbogen, Schrägbogen, Bogen, der wegen
Welligkeit oder Verspannung an der Seitenmarke anstößt, Bogen, der im Einlauf
behindert wird. (!Knüller)
Streifenprobe Methode zur Überprüfung der !Laufrichtung des !Papiers (siehe auch !Nagelprobe).
Schneiden Sie aus dem zu prüfenden Blatt zwei gleich lange Streifen von etwa ± 15 cm
Länge und ± 2 cm Breite aus. Der eine Streifen aus dem Hochformat, der zweite Streifen
aus dem Querformat. Markieren Sie beide Streifen, woher sie entnommen sind. Legen Sie
beide Streifen übereinander und halten Sie sie nun zwischen Daumen und Zeigefinger
senkrecht nach oben. Ein Streifen biegt sich stärker als der andere. Der Streifen, der fast
aufrecht stehen bleibt, bezeichnet die Laufrichtung.
Strichcode !EAN-Code
Stumpf anfangen Die erste Zeile eines Absatzes beginnt ohne Einzug. (!Einziehen)
Stumpffein !Linien
Stundensatz Im !Bleisatz die Zahl der Buchstaben, die ein !Setzer mit der Hand in einer Stunde
setzen konnte. Der Stundensatz wurde bei Prüfungen zum Setzergehilfen bewertet.
Der Setzer mußte mindestens eine bestimmte Anzahl von Buchstaben in einer Stunde
setzen können, wobei der gesetzte Text fehlerfrei sein sollte, um einen Punkteabzug bei
der Bewertung zu vermeiden. (!Handsatz)
Sütterlin Ludwig Sütterlin (1865–1917), Graphiker, Lehrer am Kunstgewerbemuseum Berlin,
entwickelte eine Schul- und Verkehrsschrift (Sütterlin-Schrift), die 1915 in mehreren
deutschen Ländern eingeführt wurde.
Die Kurrentschrift (aus der Sütterlin-Schrift hervorgegangen) wurde 1935 als deutsche
Schreibschrift an allen Schulen eingeführt, aber bereits 1941 durch die lateinische Schrift
(deutsche Normalschrift) abgelöst.

90
Schriftprobe der S!tterlin-Schrift

a b c d e f g h i j k l m n o p q r " t u v w x y z ß #
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

(!Deleaturzeichen !Duden 1941 !Fraktur !Gotisch)

Synopse (griech.: Übersicht; syn = zusammen, opsis = das Sehen) Vergleichende Übersicht,
Nebeneinanderstellen von Texten

























S

Der Steinbock lange Hörner hat,
Auch gibt es Schweine in der Stadt.

91
T
Tab (engl.) Kennschild, Etikett, Reiter, vorragender Teil der Karteikarte (!Daumenregister)
Tabellensatz Eine Satzart, die gleichartige Zahlen, Begriffe und Symbole übersichtlich zusammenfaßt.
Die logischen Beziehungen der Zahlen, Texte und Zeichen sollen durch eine klare
Gliederung zueinander stehen. Eine Tabelle besteht immer aus Tabellenkopf und
Tabellenfuß. (!Halslinie)
Wichtige Empfehlung: Im Tabellensatz sollte bei der Erfassung der Tabelle immer
komplett eine Tabellenspalte nach der anderen gesetzt werden (nur in Ausnahmefällen die
Tabelle über alle Spalten Zeile für Zeile waagerecht setzen). Die senkrecht erfaßten
Tabellenkolonnen lassen sich in der textlichen Weiterverarbeitung meist besser
handhaben als die waagerecht erfaßten Zeilen einer Tabelle.
Tabellenziffer !Ziffern mit der Breite von einem !Halbgeviert
Tabulator Spaltensteller an Satz- und Schreibmaschinen oder in Satzprogrammen
Tachygraphie (griech.: tachy = schnell) !Stenographie
Tektur Deckblatt für Berichtigungen (!Druckfehler)
Tenakel Manuskripthalter (!Divisorium)
Tertia ! Schriftgrad (16 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Text 1. !Schriftgrad (20 Punkt) !Namen der Schriftgrade
Schriftgröße der Gutenbergbibel (!Gutenberg), Typenapparat siehe Seite 118
2. (lat.: textus = Gewebe, texto = kunstvoll verfertigen, weben, flechten, zusammenfügen,
abfassen, verfertigen, auch griech.: techne = Handwerk, Kunst, Fertigkeit)
Der Text ist der Wortlaut des Verfassers. Der gedruckte Text soll im typographischen
Sinne wie ein kunstvolles Gewebe erscheinen, natürlich ohne Webfehler (!Laufweite
!Lesen). Setzt man den Geist eines Textes in Typographie um, entsteht ein neues
Gesamtkunstwerk. (!Anmutung !Typographie)
Textur !Gotisch
Textverarbeitung Ein Teil der Druckvorstufe: Texterfassung, Textkonvertierung, Textkorrektur,
!Umbruch
Tiefdruck Druckverfahren, bei dem die vertieften Teile drucken (Rollentiefdruck),
künstlerische Tiefdruckverfahren sind heute !Stahlstich, !Kupferstich, !Radierung.
(!Druckverfahren)
Times Die zur Barock-Antiqua zählende Schrift Times New Roman ist 1932 von Stanley
Morison für die Tageszeitung „Times“ entwickelt worden.
(!Schriftdesigner !Schriftklassifikation)
Tironische Noten !Stenographie nach M. Tull. Tiro (63 v. Chr.)
Titelei Alle Seiten vor dem eigentlichen Buchtext zählen zur Titelei, bestehend aus
!Schmutztitel (Seite 1), !Innentitel, Halbtitel, !Frontispiz (Seite 2), Haupttitel
(Seite 3), !Impressum (Seite 4), Widmung, Vorwort, !Inhaltsverzeichnis usw.,
das !Paginieren erfolgt häufig mit !römischen Zahlen.
Tmesis (griech.: Schnitt) Trennung zusammenhängender Wortteile, z. B. das Wort „ansehen“:
„Ich sehe es mir an.“

92
Toter Kolumnentitel Seitenzahl ohne Text (!Paginieren). Der tote Kolumnentitel zählt nicht zum
!Satzspiegel. (!Kolumnentitel !Lebender Kolumnentitel)
Transkription Lautgetreue Umsetzung aus einem anderen !Alphabet (!Transliteration)
Beispiel „Europa“ aus dem Griechischen: EÙrèph = Evrópi (neugr.), Európe (altgr.)
Transliteration Buchstabengetreue Umsetzung aus einem anderen !Alphabet (!Transkription)
Beispiel „Europa“ aus dem Griechischen: EÙrèph = Europe (neugr. und altgr.)
Trennungen !Silbentrennungen
Tsai Lun In China wurde die Herstellung von !Papier aus Rinde, Hanf, Bast und Lumpen das
erste Mal durch den kaiserlichen Hofbeamten Tsai Lun (*75 n. Chr.) um 105 n. Chr.
beschrieben.
Tschichold Jan Tschichold (1902–1974), einer der maßgeblichen Buchgestalter des 20. Jahrhunderts
(!Schriftdesigner)
Typograph 1. Gestalter des Schriftsatzes (!Schriftsetzer)
2. Name einer Zeilensetzmaschine
Typographie (griech.: typos = Gestalt, Muster; graphein = schreiben) Typographie ist die Kunst des
feinen Maßes, ein Zuwenig und Zuschwach entfernt sie ebenso von der Meisterschaft wie
ein Zuviel und Zustark. Typographie ist mehr als nur Textverarbeitung, sie ist Gestaltung
eines Druckwerks (!Buchdruckerkunst), die Umwandlung eines geschriebenen
!Textes (!Manuskript !Schrift) in gedruckte Form, die Lehre von der ästhetischen
Gestaltung und der guten Lesbarkeit. Typographie ist das gestaltete Nebeneinander von
Schrift, Leerraum, Abbildungen und Gestaltungselementen. Man unterscheidet zwischen
der !Makrotypographie (Layout) und ihren !typographischen Stilen (veränderlichen
Modetrends) und der !Mikrotypographie, die überwiegend von physikalischen
Eigenschaften bestimmt wird (weil bestimmte Konstanten zu berücksichtigen sind, um
die Lesbarkeit zu gewährleisten) und daher in ihren Gestaltungsmöglichkeiten keine
großen Experimente zuläßt. „Gute Typographie bemerkt man so wenig wie gute Luft zum
Atmen. Schlechte merkt man erst, wenn es einem stinkt.“ (Kurt Weidemann)
(!Anmutung !Laufweite !Lesen !Orthotypographie !Schriftsetzer
!Typographisches Maßsystem !Typometer !Verzeichnisse)
Typographische Stile Die für die !Makrotypographie wichtigen Modetrends der typographischen Stile
von etwa 1850 bis 2000 (Typographie ist mit politischer und gesellschaftlicher
Entwicklung verbunden, !Buch, Anmerkung mit Lesehinweis):

bis 1914 Historizistische Stile
um 1880 Arts and Crafts
1890–1914 Jugendstil / Fin de Siècle
1900–1914 Informative Sachlichkeit
ab 1914 Experiment und Dekonstruktion
ab 1925 Elementare Typographie
1925–1940 Art Déco
um 1935 Traditionsverbundene Typographie
ab 1945 Amerikanisch-Schweizer Stil
ab 1955 Bildhafte Typographie
ab 1960 Sachlich-funktionale Typographie
ab 1965 Pop Art
ab 1975 Punk
ab 1980 Postmoderne und New Wave
ab 1985 Techno und Underground
ab 2000 Gegenwartstypographie

93
Typographisches Wie es von Land zu Land unterschiedliche Währungssysteme gibt, so gibt es auch
Maßsystem in der !Typographie unterschiedliche Maßsysteme. Im Bleisatz war der Didot-Punkt
[dd] auf dem europäischen Festland in Gebrauch, danach auch in Lichtsatzsystemen
(in den anglo-amerikanischen Ländern das Pica-Point [pc]).
Durch die weltweite Verbreitung der Personalcomputer und mit ihnen DTP-
Programme für den Schriftsatz hat sich der DTP-Punkt [pt] verbreitet (!Punkt). Mit
ihm werden üblicherweise die Schriftgröße und der Durchschuß bezeichnet, während
die Satzbreite und die Kolumnenhöhe in Millimeter bemaßt werden. Der DTP-Punkt
spielte übrigens auch schon bei der !Monotype-Setzmaschine von 1893 als Maß
eine wesentliche Rolle (er hieß nur anders: Set), denn er stammt aus dem Jahre 1871
(hier hieß er Point) und wurde 1986 von der Firma !Adobe „wiederentdeckt“ als
PostScript-Point.
Überblick über die verschiedenen Punktsysteme:

Didot-Punkt [dd]
Der Didot-Punkt leitet sich vom 864.Teil des Pied du Roi (32,4 cm) und dem Fournier-
System ab:
1 Punkt = 0,375 mm
12 Punkte = 1 Cicero = 4,5 mm
4 Cicero = 1 Konkordanz = 18 mm

DTP-Punkt (PostScript-Point) [pt]
Der DTP-Punkt leitet sich vom 72.Teil eines Inches (2,54 cm) ab:
1 Punkt (Pica-Point) = 0,352778 mm
12 Punkte (Pica-Point) = 1 Pica = 4,233 mm
6 Pica = 1 Inch (Zoll) = 25,40 mm

Pica-Point [pc]
Das Pica-Point leitet sich von 35 cm mit 996 Points ab:
1 Pica-Point = 0,35147 mm
12 Pica-Point = 1 Pica = 4,2176 mm
6 Pica = 0,996 Inch (Zoll) = 25,30 mm

Zur historischen Entwicklung der typographischen Maßsysteme:

Nach Erfindung der Druckkunst werden die Schriftgrößen auch noch bis heute mit
Namen bezeichnet.
Das am weitesten verbreitete typographische System in Deutschland war das
Konkordanzsystem mit einem Zoll als Ausgangsgröße (jedes Fürstentum in
Deutschland hatte allerdings seinen eigenen Zoll [Teil eines Fußes], insgesamt waren es
über einhundert. Mit am längsten in Deutschland hat sich der Rheinische Zoll in
der Typographie erhalten, nämlich bis ins 20. Jahrhundert hinein [!Namen der
Schriftgrade: 11 Punkt, Rheinländer]).

1 Zoll = 36 Viertelpetit, 12 Viertelpetit = 4 Nonpareille, 8 Nonpareille = 4 Cicero
= 1 Konkordanz.

1683 veröffentlichte der Engländer Joseph Moxon seine Schrift „Mechanic Exercises,
or the doctrine of Handy-works, applied to the art of printing“. Zum ersten Mal wird
hier ein typographisches System vorgeschlagen. Moxon setzte die damals in England
zehn üblichen Kegelgrößen so hintereinander, daß sie zusammen einen englischen Fuß
ausmachten. Eine Schwäche des Modells war bei der Realisierung das Fehlen der
Systematik der Beziehung der Kegel untereinander. Das Werk aber ist das bis dahin
ausführlichste über die Kunst des Buchdruckens (!Hornschuch) und enthält genaue
Beschreibungen der Arbeit der Schriftschneider, Schriftgießer und Schriftsetzer.

94
1695 unternimmt Jean Trouchet von der Königlichen Französischen Akademie der
Wissenschaften den ersten wirklichen Versuch einer Systematisierung der
Schriftgrößen. Sein Duodezimalsystem benutzt die Terminologie des französischen
Fußes (Pied du Roi), aber benutzt ihn nicht als Maß (siehe 1735 Fournier).
1723 veröffentlichte die französische Regierung mit dem „Reglement de la Libraire“
ebenfalls den Versuch, ein typographisches System einzuführen. Es bezog sich auf den
Pied du Roi mit 32,4 cm und litt unter den gleichen Schwächen wie das System von
Joseph Moxon.
1735 übernimmt der Pariser Schriftgießer und Stempelschneider Pierre Simon Fournier
das System von Trouchet. 1737 veröffentlichte Fournier zum ersten Mal das
überarbeitete System, dann 1764 und 1768 in seinem Werk „Manual typographique“.
Es läßt sich in seiner Ausführlichkeit mit Joseph Moxons Werk „Mechanic Exercises“
vergleichen. Es beschreibt ein typographisches System, bei dem 1 Punkt der 864.Teil
von 30 cm (der „Prototype“) ist. Das Fournier-System setzt alle Kegelgrößen
untereinander in feste Beziehung und enthält damit nicht die Schwächen der englischen
Veröffentlichung von Moxon und der Veröffentlichung der französischen Regierung
von 1723. Der Prototype wurde in 12 Zoll unterteilt und ein Zoll in 12 Linien. Ein
Sechstel einer Linie ist kleinster Teil der „Point typographique“. Die Einführung des
typographischen Punktes ermöglichte zum ersten Mal eindeutig die Bezeichnung eines
Schriftgrades durch ein Nennmaß. Das System konnte sich nicht überall durchsetzen,
weil es nicht auf dem Pied du Roi basierte (es herrschte in Frankreich das Ancien
régime).
1784 erfolgte durch den Pariser Schriftgießer François Ambroise Didot und seinem
Sohn Firmin die Abstimmung des Fournier-Systems mit dem königlich-amtlichen Fuß.
1 Punkt („Corps“) ist der 864.Teil von 32,4 cm.
1871 stellte in den USA die Chicagoer Schriftgießerei Marder, Luse & Co. ein
typographisches System vor, das auf dem Zoll (25,4 mm) beruht. Es wurde in 6 Pica
und das Pica in 12 Point (0,35277 mm) geteilt; ein Zoll ergibt danach genau 72 Point
(bis dahin arbeiteten die amerikanischen Schriftgießereien mit einem alten,
unzuverlässigen, an Moxon angelehnten System). Das System von Marder, Luse & Co.
konnte sich nicht durchsetzen, weil es von dem System der damals größten Schrift-
gießerei MacKellar, Smiths & Jordan Comp. in Philadelphia abwich.
1878 einigten sich beide Schriftgießereien auf ein System, das nicht auf dem
landesüblichen Zoll beruhte, sondern auf 35 cm als Maß, das in 996 Point geteilt wurde
(0,35146 mm); ein Zoll ergibt danach 72,254 Point. Dieses System wird Pica-Point
genannt (obwohl es nicht auf glatte Point zum Zoll aufgeht) und wurde 1886
verbindlich für alle amerikanischen und 1898 für alle englischen Schriftgießereien.
1879 glich der Schriftgießer Hermann Berthold den Didot-Punkt an das inzwischen in
Deutschland eingeführte Meter an: 1 Meter = 2660 Didot-Punkt. 1978 wurde der Punkt
von 0,37606 mm auf 0,375 mm abgerundet.
1986 wurde von Adobe Systems Inc. aus Kalifornien das PostScript-Point (DTP-Point)
eingeführt. Es entspricht exakt dem Point der Schriftgießerei Marder, Luse & Co. von
1871. (Die Pica-Point-Systeme von 1871/1986 [pt] und 1878 [pc] sind beim Messen
mit den verschiedenen Typometern nicht zu verwechseln.)
Typometer (griech.: metron = das Maß) Durchsichtiges Kontrollmaß von etwa 30 cm Länge für das
!typographische Maßsystem:
das Didot-Typomaß [dd] (in der Bleisatzzeit auch aus Metall, !Setzerwerkzeug),
das DTP-Typomaß [pt] (das DTP-Typomaß ist in Pica-Point eingeteilt),
das Pica-Point-Typomaß [pc] (Unterschied zum DTP-Pica-Point siehe Tabelle
!Typographisches Maßsystem)

95
Mit dem Typometer kann die Versalhöhe gemessen werden. Vor dem Messen mit einem
Typometer immer auf das Maßsystem achten, um Mißverständnisse zu vermeiden, z. B.:
48 Punkt Versalhöhe eines Didot-Typomaßes = 12,69 mm
48 Punkt Versalhöhe eines DTP-Typomaßes = 12,00 mm

(!Typographie !Versalhöhe)

Anhand des Typometers lassen sich mit dem !Zeilenzähler [2] die Abstände der Zeilen
von Schriftlinie zu Schriftlinie messen, indem man das Typomaß auf die gedruckte
Vorlage legt und so den Schriftkegel bzw. den Durchschuß des Satzes feststellen kann.
Es läßt sich auch auf diese Weise schnell die Zahl der Zeilen einer Kolumne ermitteln.


























T

Die Turteltaube Eier legt,
Der Tapir nachts zu schlafen pflegt.

96
U

U Der Buchstabe U hat sich im Mittelalter aus dem Buchstaben V entwickelt.
Überfüllung Geringfügiges Überlappen der Ränder mit den direkt anschließenden Rändern
anderer Farben, um Passerungenauigkeiten (!Blitzer) auszugleichen.
(!Passerkreuz)
Überhang Nichtdruckender oberer und unterer Teil des Buchstabens. Der Überhang bei Schriften
dient als ausgleichender Raum für die optisch ausgleichende Größenwirkung zwischen
runden, spitzen und rechteckigen Formen eines Buchstabens, die Waagerechte eines
Buchstabens grenzt an den Überhang, eine Rundung oder eine Spitze oder Senkrechte
ragt in den Überhang hinein.
(!Fleisch !Druckbuchstabe)
Übersatz Mehrsatz, der nicht im Umbruch Platz findet (!Stehsatz)
Überschließen Passen nicht alle Wörter in eine Zeile, z. B. bei schmaler Satzbreite in Wörter-
verzeichnissen oder im Gedichtsatz, so wird der Rest der Zeile, mit einer eckigen
Klammer versehen, in die Zeile darüber gesetzt (darunter = unterschließen) und
nach rechts ausgeschlossen.
Umbruch 1. Aufteilung des !Paketsatzes (!Fahne) in Seiten (!Kolumnen) und !Spalten
(!Klebeumbruch)

2. Ändern des !Zeilenfalls (Zeilenumbruch)
Umdrehen Der Druckbogen wird nach dem Druck gedreht, und der zweite Druckgang erfolgt
auf derselben Seite des Bogens. Vorder- und Seitenanlage werden gewechselt.
(!Ausschießen)
Umfang Anzahl der Seiten einer Drucksache
Umlaute Die Doppelpunkte der deutschen Umlaute ä, ö und ü sind im 15. Jahrhundert entstanden,
als immer mehr Texte statt in lateinischer nun in deutscher Sprache geschrieben wurden
(sie spielen im Deutschen eine große Rolle in der Flexion und der Wortbildung).
Man setzte über die Vokale a, o und u ein kleines „e“ (siehe Holzschnitte Seite 6), das in
gedruckter Form so überwiegend bis ins 18. Jahrhundert Verwendung fand (aus lat. ae
und oe wurden im Französischen dagegen die !Ligaturen æ und œ). Durch Schnell-
schreiben wurde aus dem kleinen „e“ ein dem Spätgotischen ähnliches kleines „n“ (n),
schließlich entstanden durch Verkürzen zwei Striche und letztendlich blieben zwei
Punkte. Diese Doppelpunkte haben nichts mit den diakritischen Punkten des Trema
(!Akzente) zu tun, die gleich aussehen (z. B. Citroën, Zaïre).
Umleger In einem Buch oder einer Zeitschrift können zwei oder mehr in einem eigenen Druckgang
bedruckte Blätter um einen !Druckbogen gelegt und mitgebunden werden.
(!Beihefter)
Umschlagen Den Druckbogen umkehren, umschlagen (wie eine Buchseite), Seitenmarke wechseln
(!Ausschießen)
Umstülpen Den Druckbogen parallel zu den Untermarken bei gleichbleibender Seitenmarke
umkehren (!Ausschießen)
Unbunte Farben Schwarz, Weiß und Grau (!Bunte Farben !Abgestumpfte Farben)

97
Unterlänge Unter die !Schriftlinie reichender Buchstabenteil (!Druckbuchstabe)
Unterschließen !Überschließen
Unterschneiden Verringern des Buchstabenabstandes (!Kerning), die !Laufweite (!Dickte)
der Schrift wird verringert (unterschnitten), die Dickte des einen Buchstaben
unterschneidet die Dickte des Nachbarbuchstaben, Gegenteil von !Sperren
(!Spationieren)
Unterschnitt Queue (!Oberschnitt)
Unziale 1. !Unzialschrift
2. Kleine Initiale, die hinter dem !Initial in größerem Grad als die Grundschrift stehen.
Unzialschrift (lat.: unica = Zwölftel [unus] = Unze, !Inch [Zoll] = 12. Teil eines Fußes)
Unzialschriften bilden die Übergangsschriften von den Kapitalschriften (!Capitalis
monumentalis) zu den Minuskelschriften (!Karolingische Minuskel) des römischen und
griechischen Alphabets und unterscheiden sich von den Kapitalschriften durch
Rundungen und durch Über- und Unterlängen. Während die römischen Unzialschriften
zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert geschrieben wurden, wurden die griechischen vom
4. bis ins 15. Jahrhundert benutzt (Eroberung von Konstantinopel), allerdings wird die
griechische Unzialschrift im Rahmen der griechisch-orthodoxen Kirche noch bis heute
gebraucht (!Akrostichon). Die neben den Unzialschriften aufkommenden Halbunzialen
haben schon den Charakter von Minuskelschriften. (!Minuskel !Bibel [Wulfilas
Bibel])
UWS Umweltschutzpapiere, das sind Papiere, die ganz oder teilweise aus bereits gebrauchtem
Papiermaterial hergestellt wurden und chlorfrei gebleicht sind sowie ohne optische
Aufheller auskommen. Die Herstellung dieser „grauen“ Papiere spart gegenüber den
„weißen“ Papieren elektrische Energie ein, der Frischwasserverbrauch wird gesenkt
(200–300 l je kg Papier), und das Abwasser ist bis zu 80 % weniger belastet.





U

Die Unke schreit im Sumpfe kläglich,
Der Uhu schläft zwölf Stunden täglich.

98
V

V Aus dem V hat sich nicht nur das U, sondern im 11./12. Jahrhundert aus dem doppelten
V, der !Ligatur VV, der Buchstabe W entwickelt.
Vademecum (lat.: geh mit mir!) Buchgattung – handliches Buch als Ratgeber und Nachschlagewerk
oder Leitfaden (wie dieses Typographie-Lexikon)
Vakat (lat.: es fehlt, ist frei) Leere Seite, leere Kolumne, absichtlich nicht bedruckte Seite
(!Schimmelbogen)
Verballhornen Verschlimmbessern: Der Buchdrucker Johann Ballhorn (1531–1599) soll 1586 eine
Ausgabe des Lübecker Stadtrechts gedruckt haben, die wegen ihrer !Druckfehler
bekannt wurde.

Verlag Ein Unternehmen, das sich mit der Vervielfältigung und Verbreitung von Büchern,
Zeitschriften usw. beschäftigt. Der Verlag hat Kontakte zu !Autoren und kauft deren
Rechte an !Manuskripten, prüft und bearbeitet die Manuskripte (!Lektoren) und
kümmert sich um die technische Herstellung (!Hersteller: Satz-, Druck- und
Bindeaufträge werden in der Regel an Firmen der Druckindustrie vergeben) und den
Vertrieb der fertigen Produkte. (!ISBN !Orthographie)

Verleger Der Verleger war schon im 15. Jahrhundert derjenige, der aufgrund seiner Markt-
kenntnisse und Kreditfähigkeit auf Vorrat die Herstellung von Büchern veranlaßte, die
Arbeit finanziell bevorschußte und für den Verkauf sorgte. Der Verleger trägt das wirt-
schaftliche Risiko der Herausgabe eines Werkes. (!Verlag)
Über die Geldgier von Verlegern aber und den Verfall der Qualität von Büchern schreibt
Erasmus von Rotterdam in seinen Adagia (Sinnsprüche, zwischen 1500 [818 Adagia] und
1533 [4251 Adagia] in 27 Ausgaben erschienen) im Kapitel „Festina lente“ (!Aldus
Manutius): „… für die der Gewinn auch nur eines Goldstücks wichtiger ist als die ganze
Welt der Literatur. … Es ist gesetzliche Vorsorge getroffen, daß keiner Schuhe anfertigt
oder eine Truhe herstellt, wenn er nicht von der betreffenden Zunft bestätigt worden ist,
während so bedeutende Autoren, deren Rang man sogar eine Art religiöser Verehrung
zubilligt, von so gänzlich ungebildeten Leuten auf den Markt gebracht werden, die nicht
einmal lesen können oder zu faul sind, Korrektur zu lesen, die aus reiner Geldgier eher
sechstausend Druckfehler in einem guten Buch durchgehen lassen, als für einige
Goldstücke einen Korrektor einzustellen. … Sie überfluten die Welt mit Druckschriften,
ich will nicht sagen: mit possenhaften Druckschriften, …“
(!Druckfehler !Korrektor !Korrekturlesen)
Erasmus von Rotterdam ist weiterhin aktuell. Seit die großen Konzerne und Verlags-
gruppen das Buchgeschäft dominieren, herrschen die Buchhalter. Für sie geht es vor
allem darum, Kosten zu senken.
Als erster bekannter Verleger (und Inhaber einer Handschriftenmanufaktur) gilt der
Schreiber und Handschriftenhändler Diebolt Lauber in Hagenau im Elsaß (dort
nachweisbar 1427–1467). Von ihm stammt die älteste bekannte Bücheranzeige
(Buchhändleranzeige) von 1447. Sie wurde handschriftlich verbreitet und enthält eine
Aufzählung der sofort lieferbaren Titel. Der Aufzählung geht folgender Text voraus:
„Item welcher hande buecher man gerne hat, groß oder klein, geistlich oder weltlich,
hübsch gemolt, die findet man alle bey diebolt louber, schriber in der bourge zu
hagenow“.
Die erste gedruckte Bücheranzeige ist 1466 bei Heinrich Eggestein in Straßburg
erschienen. Einer der wichtigsten Drucker, Verleger und Buchhändler des
15. Jahrhunderts war aber Anton !Koberger (um 1440–1513) in Nürnberg.

99
Ein sehr bedeutendes Verlagsgeschäft wurde im 16. Jahrhundert von Sigmund
Feyerabend (1528–1590) aufgebaut. Ab 1559 wurde er in Frankfurt tätig. Der
Feyerabendsche Verlag umfaßte einen enormen Titelumfang, der vielen Frankfurter
Druckern Arbeit verschaffte und Frankfurt ins Zentrum der Buchproduktion rückte. Es
wurden lateinische juristische und theologische Werke für den internationalen Markt,
für deutsche Leser populäre und reich illustrierte Bücher aus Geschichte, Dichtung und
Sage produziert. Feyerabend beschäftigte führende Künstler als Buchillustratoren,
darunter Jost Amman (!Holzschnitt). Das Signet der Firma war die ins Horn stoßende
Fama, die Allegorie von Ruhm, Ruf oder Gerücht (!Druckerzeichen).

(!Aldus Manutius !Caxton !Gutenberg [Fust und Schöffer] !Mentelin !Plantin
!Restif de la Bretonne !Orthographie [Georg von Cotta])
Verlorene Bücher Verlorene Bücher sind Bücher, von denen kein Exemplar mehr vorhanden ist,
deren Vorhandensein aber aus Quellenangaben nachgewiesen werden kann.
Ein noch zu erstellendes Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen
Drucke des 16. Jahrhunderts würde etwa 150 000 Titel von schätzungsweise 500 000
(einschließlich Kleindrucke) umfassen. Von der deutschen Literatur des 18. und
19. Jahrhunderts fehlt etwa ein Drittel. (!VLB)
Versalhöhe Das eindeutige Messen der Versalhöhe (Schriftgröße) kann Probleme aufwerfen, und es
ist auf folgendes zu achten:
1. mit welchem !Typometer wird gemessen,
2. die Versalhöhe (!Versalien) von !Schriftlinie zu Schriftlinie (!Kegel) in Punkt zu
messen ist eventuell mißverständlich, weil z. B. bei einem gleichen !Schriftkegel von
12 Punkt (4,5 mm) der eine Schrifthersteller 3 mm Versalhöhe hat und ein anderer
3,18 mm.
Versalien Großbuchstaben (!Majuskeln !Capitalis monumentalis), Versalziffern (!Mediäval-
ziffern), Kleinbuchstaben nennt man !Gemeine (Minuskeln)
Verschobener Schnitt Bedruckter oder bemalter Buchschnitt (!Oberschnitt) mit einer Darstellung, die erst in
richtiger Ansicht erscheint, wenn das Buch aufgeschlagen wird und die Seiten des
Buchblocks damit entsprechend verschoben sind. Der verschobene Schnitt war in
England des 18. und 19. Jahrhunderts besonders beliebt.
Verso Linke gerade Seite in einem Buch und Rückseite eines Blattes (!Recto)
Versoseiten Rückseite eines !Druckbogens
Vertatur !Korrekturzeichen in V-Form aus der Bleisatzzeit mit der Bedeutung Buchstabe drehen,
das Druckbild (!Schriftbild) steht auf dem Kopf.
(Steht aber die Letter auf dem Kopf, siehe !Äquivalentzeichen !Blockade
!Fliegenkopf)
Verzeichnisse Verzeichnisse (!Registersatz !Elenchos) erfordern eine klare typographische
Gestaltung (!Typographie), die dem Leser eine schnelle übersichtliche Information
bietet. Die Erstellung von Verzeichnissen ist oftmals sehr aufwendig und erfordert vor
Drucklegung eine intensive Überprüfung. (!Korrekturlesen)
(Abkürzungsverzeichnis [!Sigeln] !Inhaltsverzeichnis !Stichwortverzeichnis
!Literaturverzeichnis !Anhang)
Vierfarbendruck !CMYK
Viertelgeviert Zwischenraum, der Geviertgröße entsprechend, ein Viertel des Gevierts
(!Geviert)

100
Viertelpetit Zweipunktzwischenraum, der 4. Teil des 8 Punkt messenden Petitkegels
(!Petit !Schriftkegel !Spatium)
Vignette Typographischer Schmuck, Verzierung
Virgel (lat.: virgula = kleiner Zweig, Strich) Die Virgel ist ein !Schrägstrich zwischen zwei
Wörtern oder Zahlen, auch Vorläufer des Kommas.
(!Satzzeichen !Setzer- und Druckersprache: Gedicht aus einem Formatbüchlein des
17. Jahrhunderts)
VLB Verzeichnis lieferbarer Bücher, seit 1971 jährlich erscheinende !Bibliographie im
deutschsprachigen Raum.
Siehe auch www.vlb.de statt der !CIP-Kurztitelaufnahme im !Impressum
Volumen 1. Bezeichnung für ein Buch, einen Band oder ein Teil eines mehrbändigen Werkes
2. Papiervolumen ist das Verhältnis der Dicke des Papiers zu seinem Gewicht und wird
nach der Formel: Papierdicke in mm mal 1000 durch Papiergewicht in g/m² gerechnet.
Mit steigendem Volumen nimmt auch die !Opazität ab.
Um die Dicke eines !Buchblocks zu berechnen, gilt folgende Formel:
Seitenzahl : 2 · g/m² · Volumen = mm
176 : 2 · 0,09 · 1,18 = 9,35
Volumenpapier Ein dickes Papier mit geringem Gewicht, mit viel Luft (!Volumen)
Vorbreite Die Vorbreite ist der Abstand zwischen linker Kegelgrenze des Buchstabens und dem
!Buchstabenbild.
Vorlage Druckvorlage, um !Reproduktionen herzustellen
1. Durchsichtsvorlage wie Film oder Dia
2. Aufsichtsvorlage wie Papier
(!Original !Graphiker)
Vorsatz Gefalztes stabiles Papier, das vorne oder hinten (hinterer Vorsatz oder Nachsatz) die
!Buchdecke mit dem !Buchblock verbindet. (!Fliegendes Blatt !Spiegel)
Vorschlag Abstand vom Kopf einer Seite bis zum Beginn des Textes, z. B. bei einem Anfang eines
Kapitels.


V

Das Vieh sich auf der Weide tummelt,
Der Vampyr nachts die Luft durchbummelt.

101
W

Waisenkind Anfangszeile am Fuß einer !Kolumne; diese Zeile steht einsam und allein wie ein
Waisenkind, auch Waisenknabe oder !Schusterjunge. (!Hurenkind)
Wallau Heinrich Wallau (1852–1925), Mainzer Drucker und Inkunabelforscher
(!Wiegendruck), war an der Schriftreform um 1900 beteiligt. Die Wallau-Schrift wurde
1930 von Rudolf Koch nach dem Vorbild der !Rotunda geschaffen.
Warenzeichen ™ (Warenzeichen), ® (eingetragenes Warenzeichen)
Diese Zeichen markieren geschützte Wörter (Markenzeichen).
Waschbär Waschanlage zum Säubern von Druckformen
Waschzettel Vom !Verlag einem neuen Buch beigelegte Besprechung
Wasserzeichen Durchscheinende Stellen im !Papier (bedeutende Wasserzeichensammlung des
Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Bücherei in Leipzig)
echte: in der Siebpartie der Papiermaschine eingearbeitet
halbechte: mit Gummidruckstock auf der Papiermaschine eingeprägt
unechte: durch Prägung oder mit Fettfarbe nachträglich im Papier erzeugt
Weißbuch Dokumentensammlung der deutschen Regierung, eines der internationalen Farb- oder
Buntbücher. Die Veröffentlichung diplomatischer Akten erfolgt in den verschiedenen
Ländern in Büchern mit farbigen Umschlägen, in England in Blaubüchern, in Frankreich
in Gelbbüchern und in Deutschland in Weißbüchern. (!Schwarzbuch)
Weiße Kunst Die Kunst des Papiermachens (!Papier !Schwarze Kunst)
Werkdruck Druck von Büchern
Werksatz Satz von Büchern; weitere Satzarten sind der Zeitungs- und Zeitschriftensatz und der
!Akzidenzsatz.
Wickelfalz Falzart, bei der das Papier parallel gefalzt wird und die Seiten ineinandergewickelt
werden. (!Falzarten)
Widerdruck Zweiter Druckgang, rückseitiges Bedrucken eines Bogens (!Schöndruck)
Widmung !Titelei
Wiegendruck (Frühdruck, !Inkunabel) Alle Drucke seit der Erfindung des Buchdrucks durch
!Gutenberg bis 1500 (!Explicit)
Winkelhaken Handsetzgerät (auch Löffel oder Kelle genannt) mit verschiebbarem Winkelstück (!Frosch),
in dem die Bleilettern aus dem !Setzkasten zu Zeilen gesetzt und dann ausgeschlossen
wurden. Die ausgeschlossenen Zeilen wurden mit einer Setzlinie ausgehoben und auf ein
!Satzschiff gestellt und dort gesammelt. (!Schriftsetzer !Setzerwerkzeug)
Witwe Ein in der letzten Absatzzeile alleinstehendes (kurzes) Wort. (!Hochzeit !Leiche)
Worttrennungen !Silbentrennungen
Wortzwischenraum Die Wortzwischenräume sollten, je nach Schrift und Schriftgröße, dem !Drittelsatz
entsprechen oder etwa dem freien Raum in einem kleinen „n“ der gerade benutzten
Schrift. Um Blocksatz zu erreichen, werden die Wortzwischenräume vergrößert oder
verkleinert. !Gutenberg erreichte den Blocksatz in seiner 42zeiligen Bibel durch den
Einsatz zahlreicher !Ligaturen und einem !Randausgleich.

102
X

Xerographie (griech.: xero = trocken) Trockenkopierverfahren
x-Höhe !Mittellänge !Kapitälchen
Xylographie (griech.: xylon = Holz) !Holzstich, kam etwa 1770 in England auf und war lange die
übliche Buch- und Zeitungsillustrationsform.





Y

YCC YCC ist das Farbmodell der Photo-CD und ist ähnlich aufgebaut wie das Lab-
Farbmodell. (!CIE-Lab)
Yellow Die gelbe Farbe im Vierfarbprozeß (!CMYK !Farben)











103
Z

Zahlen Zahlen setzen sich aus !Ziffern zusammen, so wie Wörter aus Buchstaben.
„Man hat behauptet, die Welt werde durch Zahlen regiert; das aber weiß ich, daß die
Zahlen uns belehren, ob sie gut oder schlecht regiert werde.“ Eckermann, Gespräche mit
Goethe. (Johann Peter Eckermann, 1792–1854, Schriftsteller, seit 1823 Vertrauter und
literarischer Gehilfe Goethes)
(!Arabische Ziffern !Römische Zahlen !Griechische Zahlen)

Zapf Prof. Hermann Zapf (*1918), Schriftkünstler. Schriften: Optima, Palatino oder der
Symbolfont Dingbats (!Schriftdesigner !Schriftklassifikation [2])

Zeichen Siehe !Absatzzeichen, Alineazeichen, Äquivalentzeichen, Astronomische Zeichen, At-
Zeichen, Deleaturzeichen, Deskriptionszeichen, Diakritische Zeichen, Druckerzeichen,
Genealogische Zeichen, Korrekturzeichen, Mathematische Zeichen, Minuszeichen,
Pluszeichen, Sigel, Signet, Warenzeichen, Wasserzeichen

Zeichenbändchen Lesezeichen (!Lesebändchen)

Zeilenfall Breitenverhältnis der Einzelzeilen zueinander; im !Flattersatz ist ein Wechsel von
langen und kurzen Zeilen erwünscht bei gleichzeitiger sinnvoller inhaltlicher Teilung der
Zeilen. (!Mittelachse)

Zeilenfüller !Absatzzeichen

Zeilenschaltung Abstand in der !Textverarbeitung von !Schriftlinie zu Schriftlinie (!Durchschuß)

Zeilenzähler 1. Zeilenzähler stehen außen neben der Kolumne in kleinem Schriftgrad. Sie sollen
das Zählen der Zeilen beim Zitieren erleichtern und werden in philologischen Werken
gebraucht. Meist wird nur jede fünfte Zeile gezählt. (!Randziffern)
2. Eine andere Art von Zeilenzählern (für verschiedene Kegelgrößen) findet man auf
!Typometern.

Zeitung Die ältesten bekannten Zeitungen erschienen 1609 in Straßburg („Relation“) und
in Wolfenbüttel („Aviso“), 1650 erschien in Leipzig die erste Tageszeitung
(„Einkommende Nachrichten“) von Timotheus Ritzsch (1614–1678), Buchhändler und
Drucker. (!Buchdruckerwappen)
Die dickste Zeitung, die bisher erschien, war die „New York Times“ vom 10. Oktober
1971 mit einem Anzeigenteil von 972 Seiten und über 3 kg Gewicht.
Die Zeitung mit der höchsten Auflage der Welt ist heute die japanische Zeitung „Yomiuri
Shimbun“ mit täglich über 10 Millionen Exemplaren.
Zeitungsformate Berliner Format 315 mm × 470 mm (mit 6 Kolumnen)
Rheinisches Format 350 mm × 510 mm (mit 7 Kolumnen)
Nordisches Format 400 mm × 570 mm (mit 8 Kolumnen)
Zeug Im !Bleisatz alle !Lettern und alles !Blindmaterial aus Blei, das sich zum Druck
nicht mehr eignete. Das Zeug wurde in einer Zeugkiste zum Einschmelzen gesammelt.
Ziffer (arab.: sifir = null) !Arabische Ziffern !Mediävalziffern !Zahlen
Zimelien (griech.: Kleinodien) Bezeichnung für besonders wertvolle Bücher oder Handschriften

104
Zusammentragen Aufeinanderlegen von einzelnen Lagen oder Bogen für eine Zeitschrift oder einen
!Buchblock
Zuschuß Zusätzliche Papiermenge zur Auflagenhöhe, die etwa 3 bis 5 % der Druckbogen
ausmacht.
Zwiebelfisch Im Satz erscheinender Buchstabe anderen Schriftcharakters. Der Zwiebelfisch (Alburnus
lucidus) galt als eine minderwertige Fischsorte und wurde schon um 1530 für auf
Jahrmärkten feilgebotenen minderwertigen Kram bezeichnet.
Der Setzer, der die ausgedruckten !Lettern fehlerhaft ablegte (!Ablegen), bot in
diesem Sinn Zwiebelfische (!Fisch) feil und war in der Setzerei nicht gern gesehen.
(!Zwiebelfischbude)
Zwiebelfischbude Abwertend gebrauchter Ausdruck für eine schlecht arbeitende Setzerei
(!Quetsche !Zwiebelfisch)
Zwischenschlag Leerraum zwischen Satzspalten
Zwischentitel !Schmutztitel


















Z

Die Zwiebel ist der Juden Speise,
Das Zebra trifft man stellenweise.

105
Anhang


Orthotypographie

Schriftrahmen

Schriftmuster

Literaturverzeichnis

106







107
Orthotypographie


Schreibweisen im Schriftsatz


108



Beispiel falsch Beispiel richtig


! Abkürzungen


1. Nach Abkürzungspunkten innerhalb der Abkürzung
immer ein fester Zwischenraum

z.B., d.h., i.allg.,
z.T., a.a.O.

z. B., d. h., i. allg.,
z. T., a. a. O.

2. Keine Abkürzungen am Satzanfang im laufenden Text
(siehe ! Fußnoten 1)
D. h., Das heißt,


! Fußnoten und Anmerkungszeichen


1. Abkürzungen am Fußnotenanfang sind zulässig
(siehe ! Abkürzungen 2)

D. h.,
2. Fußnotenziffern im Grundtext hinter das Satzzeichen
setzen (Ausnahme nur, wenn sich die Fußnote auf das
letzte Wort bezieht); wenn Klammer, dann hochstellen
mn mn
1
).

mn mn.
1)



! Gebrochene Schriften



1. Im Anlaut einer Silbe steht das lange s (s)
(auch innerhalb eines Wortes), ebenfalls bei Doppel-s (ss),
außer in zusammengesetzten Wörtern, zu beachten sind
Ligaturen (sch, ss); f (f) und langes s (s) nicht verwechseln

#prechen, Rät#el
Dü##eldorf,
Aussatz, Auf#atz
sprechen, Rätsel,
Düsseldorf,
Au#satz, Aufsatz
2. Im Auslaut einer Silbe steht das runde s (# = Schluß-s),
auch innerhalb eines Wortes
Atlas, Dienstag, Basis Atla#, Dien#tag, Basi#

3.

Schriftmuster
Textur
R]plmj ^ dYf_ / k jmf\ YZ[\]^_`abcdefgh ?@ABCDEF 01234

Gotisch
Gotisch s lang / # rund abcdefghijklmnop ABCDEFGH 12345

Schwabacher
Schwabacher s lang / # rund abcdefghijklmnop ABCDEFGH 12345

Fraktur
Fraktur f lang / s rund abcdefghijklmnop ABCDEFGH 12345

Sütterlin
S!tterlin " lang/# rund abcdefghijklm ABCDEFGH 12345

109

Beispiel falsch Beispiel richtig


! Striche


1. Geviertstrich (Auslassungsstrich) „—“
nur in Tabellen
(Zahlen, Kommata und € stehen untereinander)
(siehe ! Zahlen 7)

-
18,50 €
19,– €

18,50 €
19,— €
oder
19,00 €

2. Halbgeviertstrich (Gedankenstrich) „–“
beim Zeilenumbruch ans Zeilenende stellen

im Sinne von „bis“ ohne Zwischenraum setzen
(kein Divis verwenden)
„bis“ kann auch ausgeschrieben werden

am Zeilenende immer „bis“


im Zusammenhang mit „von“ immer „bis“
mmn mmn
– mmn

1900 – 2000,
1900 - 2000,
1900-2000

1900–
2000

von 1900–2000
von A–Z

mmn mmn –
mmn

1900–2000
oder
1900 bis 2000

1900 bis
2000

von 1900 bis 2000
von A bis Z
3. Parenthesestriche (Halbgeviertstriche)
sind Klammern (keine Gedankenstriche) und dürfen
nicht vom Klammerinhalt getrennt werden
(sie werden mit Wortzwischenraum gesetzt –
kein Divis verwenden)

mn mn – mn
– mn mn mn

mn mn - mn -
mn mn mn mn
mn mn mn mn
– mn – mn mn
oder
mn mn – mn –
mn mn mn mn

4. Viertelgeviertstrich, Divis (Trennstrich, Bindestrich) „-“
Bei der Aneinanderreihung von Zahlen, Wörtern,
Buchstaben und Formelzeichen mit Divis verbinden


(siehe ! Zeichen 3)

Nicht jedes Hauptwort wird gekuppelt.


400 m Lauf
10 v. H.-Grenze

3:1 Ergebnis
10-%-Klausel

Apfel-Baum

400-m-Lauf
10-v.-H.-Grenze
aber
3 : 1-Ergebnis
10%-Klausel

Apfelbaum
5. Das Aufeinandertreffen von Strichen vermeiden 4,– – 5,– DM

4- – 5-Zimmer-
Wohnung
4,– bis 5,– DM

4- bis 5-Zimmer-
Wohnung

6. Schrägstrich: aufeinanderfolgende Jahreszahlen können
mit Schrägstrich gesetzt werden (ohne Apostroph),
auseinanderliegende Jahreszahlen aber ohne Schrägstrich
(siehe ! Striche 2, ! Zeichen 2)

1980-81

1980/90
1980/81

1980 bis 1990
1980 und 1990

7. Aufzählung von Namen mit Schrägstrich,
nicht mit Bindestrich (Doppelnamen mit Bindestrich)
Ingenstau-Korbion-Lampe-
Helbig
Ingenstau/Korbion/
Lampe-Helbig

110

Beispiel falsch Beispiel richtig


! Trennungen


1. Nicht mehr als 3 Zeilentrennungen untereinander
(Ausnahmen nur im Schmalsatz)


2. Silbentrennung von 3 Buchstaben vor oder nach
der Trennung bei mehr als 70 Zeichen pro Zeile
(z. B. Satzbreite ab etwa 25 Cicero und Schriftgrößen
bis 11 Punkt. Ausnahme bei extrem großen
Wortzwischenräumen)

bei weniger als 70 Zeichen pro Zeile
(oder Satzbreiten unter 25 Cicero)
Silbentrennung auch von 2 Buchstaben

ei-
ne

Ausnahmefäl-
le

andere



eine


Ausnahme-
fälle

an-
dere


3. Die Trennung „li“ vermeiden


zeitli-
chen

zeit-
lichen

4. Keine Diphthonge abtrennen
(außer im Schmalsatz)
Verbundei-
genschaften

gesamteu-
ropäische
Verbund-
eigenschaften

gesamt-
europäische
! Typographisches

Typographie ist immer gut, wenn man sie nicht sieht
(aber angenehm empfindet).


1. Keine elektronisch kursiv gestellte Schrift verwenden
(Pseudokursiv)

Eberhard Dilba Eberhard Dilba
2. Die Regeln für das Schreibmaschinenschreiben gelten
im Schriftsatz nur für die Schreibmaschinenschrift,
für alle anderen Schriftarten gelten die Richtlinien für
den Schriftsatz bzw. Textverarbeitung (siehe Duden)


Schreib-
maschinen-
schrift
3. Schriftlaufweite nicht verändern, um Zeilen aus-
oder einzutreiben
(bei Schmalsatz besser Flattersatz)
Düsseldorf ist eine
schöne Stadt, wenn es
n i c h t r e g n e t .
Düsseldorf ist eine
schöne Stadt, wenn es
nicht regnet.

4. Ausgangszeilen bei Blocksatz auf volle Satzbreite
austreiben, wenn weniger als 1 Schriftgeviert freier
Raum als Ausgang vorhanden ist
mn mn mn imn mn
mn mn mn imn mn
mnm imnm imnm.

mn mn mn imn mn
mn mn mn imn mn
mnm imnm imnm.
5. Randnummern neben die erste Zeile des Absatzes
setzen, nicht neben die Überschrift, Randnummern
halbfett

mn mn mn 5
mn mn mn imn mn
mnm imnm mnm.
mn mn mn
mn mn mn imn mn 5
mnm imnm mnm.

111

Beispiel falsch Beispiel richtig


! Zahlen und Ziffern


1. Zahlen nicht kürzen (sinnverändernd)
(siehe ! Zeichen 3)
die Ziffer „0“ nicht durch die Buchstaben „o“ oder „O“
ersetzen

Zahlenschreibung vereinheitlichen

10–60 000
6oer Jahre
1o ooo–6o ooo
1O OOO–6O OOO

zwölf bis 24 €
10 000–60 000
60er Jahre
10 000–60 000


12 bis 24 €

2. Fünfstellige Tausender mit festem Zwischenraum
abtrennen, nicht mit Punkt,
vierstellige Tausender im laufenden Text nicht abtrennen,

aber in Tabellen, damit die Ziffern untereinanderstehen

10.000

5 000

0 5000
10 000

10 000
aber
5000

05 000
10 000

3. Keine führende Null bei Datumsangaben,
hinter den Abkürzungspunkt einen festen
Wortzwischenraum, Jahreszahl ausschreiben

03.07.98 3. 7. 1998
4. Fünfstellige DIN-Normen von rechts dreistellig
durch festen Zwischenraum abtrennen,
vierstellige DIN-Normen nicht abtrennen,
die Teile der DIN mit Divis anhängen

DIN 18000


DIN 18 000 Teil 1–4
DIN 18 000
aber
DIN 5473
DIN 18 000-1 bis -4
5. Bei Uhrzeiten die Minuten mit Punkt abtrennen

oder Minuten hochstehend ohne Punkt

im laufenden Text nicht „.00“

16,30 Uhr 16:30 Uhr



16.00 Uhr

16.30 Uhr
oder
16
30
Uhr
aber
16 Uhr

6. Telefonnummern in Zweiergruppen von rechts teilen
(auch die Vorwahl), die Vorwahl in Klammern setzen
oder mit Schrägstrich abtrennen

0211-3 87 98/0 (02 11) 3 87 98-0

02 11/3 87 98-0
7. € hinter den Betrag setzen
(in kaufmännischen Rechnungen auch davor),
Centbeträge mit Komma abtrennen

€-Beträge im laufenden Text
ohne Komma und Strich oder Nullen setzen
(siehe ! Striche 1)

€ 50 000,00
€ 50 000,–


50 000,– €
50 000,00 €

50 000 €
aber
50 540,60 €

50 000 €


8. Bei Flächenangaben die Breite zuerst angeben
(und keine Linie multiplizieren, mm hinter jeder Zahl!),
das Mal-Kreuz verwenden, kein x
(siehe ! Striche 4, ! Zeichen 3, 4)
10 x 20 mm

2 x 400 m-Lauf

10 mm × 20 mm
aber
2×400-m-Lauf


112

Beispiel falsch Beispiel richtig


9. Bruchzahlenschreibungen nicht mischen,
ganze Zahlen in Verbindung mit Brüchen ohne
Zwischenraum,
Ausnahme nur, wenn die Bruchziffern die gleiche
Versalhöhe haben wie die ganze Zahl

11/4 +
1
/
2
= 1¾ 1¼ + ½ = 1¾
oder
1
1
/
4
+
1
/
2
= 1
3
/
4

oder
1 1/4 + 1/2 = 1 3/4
! Zeichen


1. Für deutsche Texte deutsche An- und Abführungen
verwenden; für die Auslassungspunkte (Ellipse) immer
die im Schriftfont vorhandene Ligatur gebrauchen
"…" “…”

«…»
„…“
oder
»…«

2. Der Apostroph

Januar ’99
Wie gehts?

Januar 99
Wie geht’s?
3. Prozentzeichen mit einem festem Zwischenraum
an die Zahl anfügen,
bei Ableitungen oder Zusammensetzungen mit Zahlen
kein Zwischenraum (siehe ! Striche 4, ! Zahlen 1)

45%

45 %ige
Vol. %
45 %
aber
45%ige
Vol.-%
4. Mathematische Zeichen (schriftunabhängige Zeichen)
für das Mal-Kreuz kein x verwenden,
für das Durchmesserzeichen kein nordisches Ø

Vorzeichen stehen ohne Zwischenraum

Operationszeichen stehen zwischen Zwischenräumen

Formeln vor Operationszeichen brechen


x
Ø

– 5 °C, + 20 °C

5+20=25

a · b =
c

×


–5 °C, +20 °C

5 + 20 = 25

a · b
= c

5. Bei Temperaturangaben zwischen Zahl und
Gradzeichen fester Zwischenraum
(alle anderen Gradangaben ohne Zwischenraum),
folgender Kennbuchstabe ohne Zwischenraum

24° C

Winkel von 24 °
24 °C
aber
Winkel von 24°
6. Grad, Minuten, Sekunden 45° 10' 43" 45°10′43″

7. Nur 1 Paragraphzeichen setzen, wenn f. oder ff. folgt;
f. oder ff. mit Punkt setzen und durch festen
Zwischenraum anfügen

§§ 17f., §§ 17ff. § 17 f., § 17 ff.
aber
§§ 17–19
8. Das Et-Zeichen nur in Firmennamen verwenden

mir wird heiß & kalt Schmidt & Söhne
9. ™ = Warenzeichen (ohne Zwischenraum, hochstehend)

® = eingetragenes Warenzeichen
(ohne Zwischenraum, auch kleiner und hochstehend)

© = Copyright (mit Zwischenraum an den Anfang)
Ware™

Ware® Ware
®



© 1980

113
Schriftrahmen


Standardschriftrahmen deutsch

Schriftrahmen Symbol

Schriftrahmen Wingdings

Schriftrahmen Wingdings 2

114
Standardschriftrahmen deutsch


032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047


Spatium
! " # $ % & ' ( ) * + , - . /
048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 : ; < = > ?
064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079
@ A B C D E F G H I J K L M N O
080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095
P Q R S T U V WX Y Z [ \ ] ^ _
096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111
` a b c d e f g h i j k l m n o
0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127
p q r s t u v w x y z { | } ~
0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143
€ ‚ ƒ „ … † ‡ ˆ ‰Š ‹ Œ Ž
0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159
‘ ’ “ ” • – — ˜ ™ š › œ ž Ÿ
0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175

Spatium
ge-
schützt
¡ ¢ £ ¤ ¥ ¦ § ¨ © ª « ¬ - ® ¯
0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191
° ± ² ³ ´ µ ¶ · ¸ ¹ º » ¼ ½ ¾ ¿
0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207
À Á Â Ã Ä Å Æ Ç È É Ê Ë Ì Í Î Ï
0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223
Ð Ñ Ò Ó Ô Õ Ö × Ø Ù Ú Û Ü Ý Þ ß
0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239
à á â ã ä å æ ç è é ê ë ì í î ï
0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255
ð ñ ò ó ô õ ö ÷ ø ù ú û ü ý þ ÿ


115
Schriftrahmen Symbol


032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047

Spatium

! ∀ # ∃ % & ∋ ( ) ∗ + , − . /
048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 : ; < = > ?
064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079
≅ Α Β Χ ∆ Ε Φ Γ Η Ι ϑ Κ Λ Μ Ν Ο
080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095
Π Θ Ρ Σ Τ Υ ς Ω Ξ Ψ Ζ [ ∴ ] ⊥ _
096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111
 α β χ δ ε φ γ η ι ϕ κ λ µ ν ο
0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127
π θ ρ σ τ υ ϖ ω ξ ψ ζ { | } ∼
0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143

0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159

0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175

Spatium
ge-
schützt ϒ ′ ≤ ⁄ ∞ ƒ ♣ ♦ ♥ ♠ ↔← ↑ → ↓
0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191
° ± ″ ≥ × ∝ ∂ • ÷ ≠ ≡ ≈ … ↵
0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207
ℵ ℑ ℜ ℘⊗ ⊕ ∅ ∩ ∪ ⊃ ⊇ ⊄ ⊂ ⊆ ∈ ∉
0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223
∠ ∇    ∏ √ ⋅ ¬ ∧ ∨ ⇔⇐ ⇑ ⇒ ⇓
0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239
◊ 〈 © © ' ∑ | \ ¸ ¦ ´ ¹ ¦
0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255
〉 ∫ ⌠ ( ⌡ | | . ( ( ¸ ¹ ` )


116
Schriftrahmen Wingdings


032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047


Spatium
+,-./01 23456789
048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063
:;< = > ? @ ABCDEF G H I
064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079
J K L M N OP Q R S☺ U V WX Y
080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095
Z[ \ ] ^ _ ` a b c d ☯f g hi
096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111
" $%& j klmno )*p q r s
0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127
t u v w x yz { ⌧}~•€ • ‚ 
0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143
„ … †‡ ˆ ‰Š‹Œ•Ž•• ‘ ’ “
0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159
” • –— ˜ ™š›œ•žŸ¡ ¢ £
0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175

Spatium
ge-
schützt
¤ ¥¦ § ¨© ª «¬-®¯ ° ± ²
0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191
³ ´ µ¶ · ¸¹º»¼½¾¿ À Á Â
0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207
Ã Ä ÅÆ Ç ÈÉÊËÌÍÎÏÐÑÒ
0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223
ÓÔÕÖ×⌫⌦Ú Û ÜÝÞß à á 
0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239
' â ã ä å æ ç !éêë ì í î ï
0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255
ð ñ ò óô õ ö ÷ ø ù ú û ü ý þ ÿ


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Schriftrahmen Wingdings 2


032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047


Spatium
!"#$%&℡( * + , - . / 0
048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063
1 2 3 4 56789:;<= > ? @
064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079
A B CD E F G H I J K L M N O P
080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095
Q R ST U VWXYZ[ \ ] ^ _ `
096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111
a bcdefghi0123 4 5 6
0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127
7 8 9t u vwxyz{|} ~ • 
0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143
☼ ‚ ƒ „ … † ‡ ˆ‰Š‹Œ• Ž • •
0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159
‘ ’ “”• – — ˜ ™š›œ• ž Ÿ
0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175

Spatium
ge-
schützt
¡ ¢£ ¤ ¥¦§¨©ª « ¬ - ® ¯
0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191
° ± ²³ ´ µ ¶ · ¸ ¹ º » ¼ ½ ¾ ¿
0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207
À Á ÂÃ Ä ÅÆÇÈÉÊËÌ Í Î Ï
0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223
Ð Ñ ÒÓ Ô ÕÖ×ØÙÚÛÜ Ý Þ ß
0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239
à á âã ä åæçèéêëì í î ï
0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255
ð ñ òó ô õö÷ ø ù      

118


119
Schriftmuster


Einteilung nach DIN 16 518



120


1 Venezianische Renaissance-Antiqua
Centaur abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

2 Französische Renaissance-Antiqua
Garamond abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

3 Barock-Antiqua
Times abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

4 Klassizistische Antiqua
Bodoni abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

5 Serifenbetonte Linear-Antiqua
Rockwell abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

6 Serifenlose Linear-Antiqua
Arial abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

7 Antiqua-Varianten
Souvenir abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

8 Schreibschriften
Künstler Script abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

9 Handschriftliche Antiqua
Koch-Antiqua abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

10 Gebrochene Schriften
Gotisch abcdefghijklmnopqrstuvwxyz

11 Fremdländische Schriften
Griechisch αβγδεζηθικλµνξοπρστυφχψω


121

1 Venezianische Renaissance-Antiqua Centaur
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

2 Französische Renaissance-Antiqua Garamond
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

3 Barock-Antiqua Times
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

4 Klassizistische Antiqua Bodoni
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

5 Serifenbetonte Linear-Antiqua Rockwell
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

6 Serifenlose Linear-Antiqua Arial
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

7 Antiqua-Varianten Souvenir
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

8 Schreibschriften Künstler Script
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

9 Handschriftliche Antiqua Koch-Antiqua
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

10 Gebrochene Schriften Gotisch
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890

11 Fremdländische Schriften Griechisch
ΑΒΓ∆ΕΖΗΘΙΚΛΜΝΞΟΠΡΣΤΥΦΧΨΩ 1234567890

122








123
Literaturverzeichnis

124

[1] Alisch, Alfred: Richtlinien für den Satz fremder Sprachen, 3. Aufl., VEB Fachbuchverlag, Leipzig
1970, Lizenzausgabe Verlag Dokumentation, München-Pullach und Berlin, 1970
[2] Baines, Phil/Haslam Andrew: Lust auf Schrift / Basiswissen Typografie, Verlag Hermann Schmidt,
Mainz 2002
[3] Barge, Herrmann: Geschichte der Buchdruckerkunst, Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1940
[4] Barthel, Gustav: Konnte Adam schreiben? Weltgeschichte der Schrift. Von der Keilschrift zum
Komputersatz, hrsg. und bearbeitet von Karl Gutbrod, Verlag M.DuMont Schauberg, Köln 1972
[5] Bauer, Kurt/Giesriegl, Karl: Druckwerke und Werbemittel herstellen, Wie Sie mit Satz, Repro,
Druck und Papier umgehen, 2. Aufl., Wirtschaftsverlag Carl Ueberreuter, Wien/Frankfurt 1999
[6] Belling, Carsten: 4C-DTP, Basiswissen für die digitale Druckvorstufe mit DTP, Verlag Beruf
+ Schule, Itzehoe 1998
[7] Blana, Hubert: Die Herstellung; Grundwissen Buchhandel – Verlage 5, Ein Handbuch für die
Gestaltung, Technik und Kalkulation von Buch, Zeitschrift und Zeitung, 4. Aufl., Verlag
K. G. Saur, München/London/New York/Paris 1998
[8] Cavanaugh, Sean: TypeDesign, Digitales Gestalten mit Schriften, Midas Verlag, Zürich 1997
[9] Davidshover, Leo/Zerbe, Walter: Satztechnik und Gestaltung, Schweizerisches Fach- und Lehrbuch
für Schriftsetzer, 4. Aufl., Bildungsverband Schweizerischer Buchdrucker 1961
[10] Deutscher Drucker: Mit Gutenberg ins digitale Zeitalter, Heft Nr. 8, 36. Jahr, 24. 2. 2000,
Deutscher Drucker Verlagsgesellschaft, Ostfildern 2000
[11a] Duden, Konrad: Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 1. Aufl. 1880
(Faksimile Bibliographisches Institut AG, Mannheim 1980), 3. Aufl. 1888, Verlag des
Bibliographischen Instituts, Leipzig
[11b] Duden, Konrad: Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 4. Aufl. 1894,
6. Aufl. 1900, 8. Aufl. 1905, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien
[11c] Duden: Rechtschreibung der deutschen Sprache, 9. Aufl. 1915, Bibliographisches Institut,
Leipzig/Wien
(Verschmelzung der 8. Aufl. von Konrad Dudens [† 1. 8. 1911] orthographischem Wörterbuch
[1905] mit der 2. Aufl. seiner „Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache“ [1907]
[Buchdrucker-Duden, 1. Aufl. 1903])
[11d] Duden: Die deutsche Rechtschreibung, 20. Aufl. 1991 [alte Rechtschreibung], 21. Aufl. 1996,
22. Aufl. 2000, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich
[11e] Duden: Der große Duden, 24. Aufl. der 17. Neubearbeitung 1983, 5. Aufl. der 18. Neubearbeitung
1989, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig
[12] Duden: Praxiswörterbuch zur neuen Rechtschreibung, Bibliographisches Institut, Dudenverlag,
Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1998
[13] Duden: Richtiges und gutes Deutsch, Band 9, 4. Aufl., Bibliographisches Institut, Dudenverlag,
Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1997
[14] Duden: Satzanweisungen und Korrekturvorschriften, 3. Aufl. 1973, Satz- und Korrektur-
anweisungen, 5. Aufl. 1986, Bibliographisches Institut, Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich
[15] Faulmann, Carl: Das Buch der Schrift, enthaltend die Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten
und aller Völker des Erdkreises, Reprint von 1880, Greno Verlagsgesellschaft, Nördlingen 1985

125
[16] Forssman, Friedrich/de Jong, Ralf: Detail-Typografie, Der Typo-Knigge, Verlag Hermann
Schmidt, Mainz 2002
[17] Fritzsche, Paul/Wunderlich, Herbert: Der Formelsatz in Mathematik, Chemie und Technik,
Fachbuchverlag, Leipzig 1952
[18] Gevatter, Annette: Druckreif, Ein Begleiter durch Satz, Repro, Papier, Druck und Verarbeitung,
3. Aufl., avedition, Stuttgart 1999
[19] Gorbach, Rudolf Paulus: Textgestaltung am PC und Mac, Ravensburger Buchverlag, Ravensburg
1995
[20] Groothuis, Rainer: Wie kommen die Bücher auf die Erde? Über Verleger und Autoren, Hersteller,
Verkäufer und: das schöne Buch. Nebst einer kleinen Warenkunde. Dumont Buchverlag, Köln 2000
[21] Gubler, Georg: So ist’s richtig! Merkblätter für Rechtschreibung im deutschen, französischen,
italienischen, englischen Satz, Schweizerische und fremdsprachige Eigenheiten, 5. Aufl.,
Selbstverlag, Dielsdorf (Schweiz) 1978
[22] Gulbins, Jürgen/Kahrmann, Christine: Mut zur Typographie, Ein Kurs für DTP und
Textverarbeitung, korrigierter Nachdruck, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 1993
[23] Haarmann, Harald: Universalgeschichte der Schrift, 2. Aufl., Campus Verlag, Frankfurt a. M./
New York 1991
[24] Haarmann, Harald: Geschichte der Schrift, Reihe C.H.Beck Wissen, Verlag C.H.Beck, München
2002
[25] Haarmann, Harald: Geschichte der Sintflut. Auf den Spuren der frühen Zivilisation, beck’sche
reihe, Verlag C.H.Beck, München 2003
[26] Halbey, Schutt-Kehm, Stümpel, Wild: Schrift Druck Buch Im Gutenberg-Museum, Verlag Philipp
von Zabern, Mainz 1985
[27] Hasper, W.: Handbuch der Buchdruckerkunst, Reprint nach dem Original von 1835, Verlag
Th. Schäfer, Hannover 1986
[28] Hendlmeier, Wolfgang (Hrsg.): Jägerlatein der Schwarzen Kunst, Ein heiteres Lehrbuch für den
Umgang des typographischen Laien mit Setzern und Druckern, erweiterte Neuauflage (1. Aufl.
1940), Bund für deutsche Schrift und Sprache, Ahlhorn, Hanseatische Verlagsanstalt, Bremen 1990
[29] Hiller, Helmut: Wörterbuch des Buches, 5. Aufl., Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M. 1991
[30] Hornschuch, Hieronymus: Orthotypographia. Das ist: Ein kurtzer Unterricht / für diejenigen / die
gedruckte Werck corrigiren wollen; Und Eine erinnerung für die / welche ihre Schrifften / oder
verfertigte Werck ausgehen lassen / Nützlich / und nothwendig. Faksimile der Ausgabe Leipzig
1634 (1. Aufl. Leipzig 1608, lat.), Bibliographisches Institut, Leipzig 1940
[31] Hugo, Victor: Lob der Buchdruckerkunst, aus: Notre-Dame de Paris, fünftes Buch (1831), Arche
Verlag, Zürich 1979
[32] International Paper: Der kleine Liebling Print (Übersetzung aus dem Amerikanischen von “Pocket
Pal. A Graphic Arts Production Handbook”, 18. Aufl. 2000), 1. Aufl., verlag moderne industrie
Buch, mitp-Verlag, Bonn 2002
[33] Kapr, Albert: Johannes Gutenberg, Persönlichkeit und Leistung, Urania-Verlag, Leipzig 1986,
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M.
[34] Khazaeli, Cyrus Dominik: Crashkurs Typo und Layout, Vom Zeilenfall zum Screendesign, Rowohlt
Taschenbuch Verlag, Hamburg 1996

126
[35] Kipphan, Helmut (Hrsg.): Handbuch der Printmedien, Technologien und Produktionsverfahren,
Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2000
[36] Klein, Heijo: DuMont’s kleines Sachwörterbuch der Drucktechnik und grafischen Kunst, 3. Aufl.,
DuMont Buchverlag, Köln 1977
[37] Klemm, Karl: Der Satz wissenschaftlicher Werke, aus der Reihe: Der grafische Betrieb, Wissen und
Praxis, Band 11, hrsg. von Dr. Emil Rupp, Verlag Wilhelm Knapp, Halle (Saale) 1953
[38] Krug, Karl: Fachwörter-ABC für graphische Berufe, 2. Aufl. (etwa 1960), Fachwörter für die
Druckindustrie, 4. Aufl., Scherpe-Verlag, Krefeld 1976
[39] Kunze, Horst: Das große Buch vom Buch, Eine Geschichte des Buches und des Buchgewerbes von
den Anfängen bis heute, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1983
[40] Lange, Wilhelm H.: Das Buch im Wandel der Zeiten, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1951,
6. Aufl., Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M.
[41] Lechner, Herbert: Geschichte der modernen Typographie, Von der Steglitzer Werkstatt zum
Kathodenstrahl, Verlag Karl Thiemig, München 1981
[42] Lemmer, Manfred (Hrsg.): Jost Amman, Das Ständebuch, Insel-Verlag Anton Kippenberg, Leipzig
1975
[43] Moessner, Gustav: Buchbinder ABC, Zanders Feinpapiere AG, Berg. Gladbach 1981
[44] Nadolski, Dieter: Kleines Lexicon der Schwartzen Kunst, Spracheigentümlichkeiten und Brauchtum
des Buchdruckerhandwerks von A–Z, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1987, Büchergilde
Gutenberg, Frankfurt a. M.
[45] Ruder, Emil: Typographie, Ein Gestaltungslehrbuch, 6. Aufl., Verlag Niggli, Sulgen (Zürich) 1996
[46] Schifferli, Peter: Vom Druckfehlerteufel und von der Hoffnung Jakob Hegners auf ein himmlisches
Alphabet. Einige Brocken Verlegerlatein gesammelt von Peter Schifferli, 2. Aufl., Arche Verlag,
Zürich 1986
[47] Schriften des Rheinischen Museumsamtes Nr. 35: Papier, moderner Werkstoff mit Tradition,
Rheinland-Verlag, Köln 1986
[48] Schuler, Günter: Der Typo Atlas. Type, Design & Schriftfonts, SmartBooks Publishing AG,
Kilchberg (Schweiz) 2000
[49] Siegle, Michael Bernd: Logo, Grundlagen der visuellen Zeichengestaltung. Eine Einführung in das
Grafik-Design am Beispiel der Logo-Gestaltung, 2. Aufl., Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2000
[50] Siemoneit, Manfred: Typographisches Gestalten, Regeln und Tips für die richtige Gestaltung von
Drucksachen, 4. Aufl., Polygraph Verlag, Frankfurt a. M. 1989
[51] Spiekermann, Erik: Ursache & Wirkung: ein typografischer Roman, Faksimilierter Nachdruck von
1986, Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1994
[52] Stiebner, Erhardt D.: Bruckmann´s Handbuch der Drucktechnik, 2. Aufl., F. Bruckmann, München
1978
[53] Stiebner, Erhardt D./Leonhard, Walter: Bruckmann´s Handbuch der Schrift, 4. Aufl.,
F. Bruckmann, München 1992
[54] Thieme, Romeo: Satz und Bedeutung mathematischer Formeln, Reprint von 1934, Werner-Verlag,
Düsseldorf 1983
[55] Tonwert-Atlas Offset für Design und Druck: Hostmann-Steinberg, Celle 1999
[56] Trondt, Leonhard: Der Fremdsprachensatz, Polygraph Verlag, Frankfurt a. M. 1955

127
[57] Tschichold, Jan: Schriften 1925–1974, hrsg. von Günter Bose u. Erich Brinkmann, Ausgabe in zwei
Bänden, Band 1: 1925–1947, Brinkmann & Bose, Berlin 1991, Band 2: 1947–1974, Brinkmann &
Bose, Berlin 1992
[58] Tschichold, Jan: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie, Reprint von 1960, 3. Aufl.,
Maro Verlag, Augsburg 1996
[59] Turtschi, Ralf: Mediendesign, 2. Aufl., Verlag Niggli, Sulgen (Zürich) 2000
[60] Turtschi, Ralf: Praktische Typografie, Gestalten mit dem Personal Computer, 4. Aufl., Verlag
Niggli, Sulgen (Zürich) 2000
[61] Walenski, Wolfgang: Wörterbuch Druck + Papier, Vittorio Klostermann, Frankfurt a. M. 1994
[62] Weidemann, Kurt: Wo der Buchstabe das Wort führt. Ansichten über Schrift und Typographie,
2. Aufl., Cantz Verlag, Ostfildern 1997
[63] Willberg, Hans Peter: Streiflichter zur Typographical Correctness. Typolemik – Typophilie,
2. Aufl., Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2000
[64] Willberg, Hans Peter/Forssman, Friedrich: Lesetypographie, Verlag Hermann Schmidt, Mainz
1997
[65] Willberg, Hans Peter/Forssman, Friedrich: Erste Hilfe in Typografie, Ratgeber für den Umgang
mit Schrift, Verlag Hermann Schmidt, Mainz 1999
[66] Wolf, Hans-Jürgen: Schwarze Kunst, Eine illustrierte Geschichte der Druckverfahren, 2. Aufl.,
Deutscher Fachverlag, Frankfurt a. M. 1981
[67] Zeit dokument [1 1999]: Neue Rechtschreibung in der Zeit, Zeitverlag, Hamburg 1999
[68] Zotter, Hans: Geschichte des europäischen Buchdrucks, Skriptum der Universitätsbibliothek Graz,
2. Aufl. 1989, Korrektur Herbst 1989, Frühjahr 1992, Herbst 1993, Graz 1993


128

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Seite der 36zeiligen Bibel, die vermutlich in Bamberg 1457/58
von Albrecht Pfister und Heinrich Keffer gedruckt wurde

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Eberhard Dilba

Typographie-Lexikon
und Lesebuch für alle

de/home/eberhard.dilba@web.de http://home..dilba 2 . Düsseldorf Selbstverlag eberhard.dilba@t-online.meiner Frau Nikoletta und unserer Tochter Maria-Athene Typographie-Lexikon (mit über 800 Hauptstichwörtern und vielen weiteren Begriffen) 1.de eberhard. Auflage April 2000 2.t-online. verbesserte und erweiterte Auflage Oktober 2003 (in alter Rechtschreibung) © by Eberhard Dilba.

Druckereien. Druck und Typographie. an Autoren. Man sieht nur das. Korrekturen. Es sollte zwar als Nachschlagewerk verstanden werden. um sich dann von den Hinweispfeilen leiten zu lassen) und darin mit Gewinn zu blättern. daß eine der größten geistigen und formalen Schöpfungen der Menschheit. aber auch in gleichem Maße als Lesebuch. Satz. um den Blick zu schärfen für Schrift. was man weiß. Typographie oder Büchern zu tun haben. Es gehört zu den erstaunlichen Tatsachen. den meisten Menschen in ihrer Bedeutung und in ihrer Wirkungsbreite nicht bewußt ist. Dieses Lexikon sich in der Stunde der Muße anzuschauen (ein Lesebeginn wäre das Stichwort !Schriftsetzer. Werbeagenturen. Buchhändler oder an Druck und Schrift interessierte Leser. weil es den engeren Rahmen der reinen Erklärung von typographischen Fachbegriffen überschreitet und kulturelle Zusammenhänge in Ansätzen aufzuzeigen versucht. Eberhard Dilba Düsseldorf. die Schrift. Setzereien. im Oktober 2003 3 . Verlage. die mit Manuskript. Es will den Blick auf eine Welt lenken. die wie kaum eine andere unser Leben revolutioniert hat. ist eines der Ziele des Lexikons.Vorwort Dieses „Typographie-Lexikon“ wendet sich an alle. die von tiefgreifender kulturgeschichtlicher Bedeutung ist und die der Entdeckung Amerikas nicht nachsteht.

56 (L) Seite 65 (O). 77 (R). 94 (T). um 1483 Mitte: Buchstabe aus dem kunsttheoretischen Werk „Underweysung der messung mit dem zirckel un richtscheyt …“ von Albrecht Dürer. 96 (U). 103 (Z) Münchener Bilderbogen Nro. 43 (H). 90 (S). Lyon 1499 von Matthias Huss Seite 118 Typenapparat der 42zeiligen Gutenbergbibel von 1455 Oben: die ursprünglichen Typen Unten: nachträglich angefertigte Typen Seite 122 Oben: Buchstabe aus dem Alphabet des Damianus Moyllus. Kupferstich. Nro. Nürnberg. Der Schriftgießer. Nürnberg 1525 Unten: Gründlicher Bericht der alten lateinischen Buchstaben von Johann Neudörffer. 72 (P). um 1540 Seite 128 Seite der 36zeiligen Bibel. Thevet Seite 6 Das Ständebuch von 1568 Der Papiermacher. 29 (D). 23 (C). Paris 1584 von A. 405 (erster Bogen A–L). 1865 Naturgeschichtliches Alphabet für größere Kinder und solche. Der Buchdrucker.Verzeichnis der Abbildungen 1. 4 . Umschlagseite Beim Druck von „le De lepra morali de nider“ 1468 des Kölner Druckers Conrad Winters ist eine Letter auf dem Satz liegengeblieben und so mitgedruckt worden. Parma. 45 (I). 406 (zweiter Bogen M–Z). Umschlagseite Bildnis von Johannes Gutenberg. 51 (K). 99 (V). Der Buchbinder Holzschnitte von Jost Amman und Verse von Hans Sachs Seite 20 (B). die es werden wollen von Wilhelm Busch Seite 106 Früheste Darstellung einer Druckwerkstatt (mit Setzer und Drucker) und Buchhandlung Totentanzgedicht „La Grant Danse macabre“. die vermutlich in Bamberg 1457/58 von Albrecht Pfister und Heinrich Keffer gedruckt wurde 4.

Inhaltsverzeichnis Lexikon Seite 7 Anhang Orthotypographie Schriftrahmen Schriftmuster Literaturverzeichnis Seite 107 Seite 113 Seite 119 Seite 123 5 .

6 .

mit umlaufenden Fenstern versehener Verschlag für den Setzereileiter (!Faktor) Aushang. Dabei wurde besonders die Schrift sorgfältig wieder an ihren alten Platz in den !Setzkasten zum weiteren Gebrauch gelegt. (!Ausschlachten !Zwiebelfisch) Abfärben der frischen Druckfarbe auf den darüber. Helfer Softwarefirma für digitale Schriften. handschriftliche Zusätze und Verbesserungen in einem Buch. Abkürzung eines Wortes mit einem Zeichen (Abbreviaturzeichen.A Abbreviatur (lat.. zu brevis = kurz) Abkürzung eines oder mehrerer Wörter (zum Beispiel: usw. sondern in den !Kegel der !Letter. [auch !Ligatur]). am unteren Ende wurde eine Stahlspitze eingesetzt. [!Sigel].(!Bunte Farben) oder mit !unbunten Farben gemischt werden. et c. wenn ein Kollege in der Setzerei nieste und man ihm Gesundheit wünschte.: das Hinzuzufügende und zu Verbessernde) a. in die Schulter [!Schulterhöhe]) und aus dem Satz hochgezogen. Die Ahle bestand aus einem Holzgriff mit flacher Oberseite. Im !Handsatz das Zerlegen der Druckform (nach erfolgtem Druck) aller Bleisatzelemente (!Lettern !Blindmaterial !Linien) und das Einordnen in die entsprechenden Fächer der Satz. Affenstall Affiche Ahle 7 . zum Beispiel: &. Anschlag Im !Bleisatz (!Handsatz) Werkzeug des Schriftsetzers (!Setzerwerkzeug). Für das !Ausbinden des Bleisatzes war die Ahle ebenso ein unentbehrliches Werkzeug. Der Buchstabe wurde nun herausgenommen und der zu korrigierende Buchstabe eingesetzt. Das !Klopfen mit der flachen Ahle auf den leeren Arbeitstisch geschah. das !Alphabet Reine Farben.. auch gedruckte Zusätze des Verfassers am Schluß des Buches (!Druckfehlerverzeichnis !Tektur) Adlatus Adobe Gehilfe. Bei der Korrektur wurden mit der Ahle Bleibuchstaben angepickt (natürlich nicht ins !Buchstabenbild. Teil des 8 Punkt messenden Petitkegels (!Petit !Schriftkegel !Spatium) Abc Abgestumpfte Farben Ablegen Abliegen Absatz Absatzzeichen Achtelpetitspatium Addenda et corrigenda (lat. Entwicklung der Seitenbeschreibungssprache PostScript (!RIP) und des !PDF-Formates (!DTP !Lichtsatz !Typographisches Maßsystem) Im Setzersaal ein großer.und Materialkästen. (!Alineazeichen) Einpunktzwischenraum. damit die einheitliche !Schrifthöhe gewahrt blieb und kein Buchstabe auch nur geringfügig aus dem Satz herausragte (siehe auch !Klopfholz der Drucker). ff.: abbreviare = abkürzen.oder darunterliegenden Papierbogen. Anschließend wurde mit der flachen Ahlenseite auf die korrigierten Buchstaben geklopft. @ !Ligatur) Das Abece. Programme wie Photoshop oder PageMaker. auch Abschmutzen (!Durchschießen [2]) Textabschnitt ¶ (Pilcrow) Das Zeichen wird in Computerprogrammen als nichtdruckendes Absatzzeichen gebraucht. die mit !Komplementär. der 8. wobei bei anderer Buchstabenbreite (!Dickte) auch die Wortabstände (!Spatium) erweitert oder verringert werden mußten. f.

!Verleger) zu überwachen. ist die bildliche Umsetzung des Wahlspruchs „festina lente“ (Eile mit Weile [Bedächtigkeit]. Aldus Manutius berühmtes Druckerzeichen. Akzente Akzidenzsatz Aldinen Aldus Manutius Betonungszeichen (diakritische Zeichen). es mit wenigen Worten vorzubringen und dich hinwegzubegeben. σπεύδε βραδέως.: Fisch) ( Ι ) Iesous (Χ ) Christos (Θ ) Theou (Υ ) Yios (C) Soter Jesus Christus. die Drucklegung seiner „Sprüche“ (Adagia. B.Akkolade Akquisition Akronym Akrostichon (franz.: Umarmung) { = zusammenfassende Klammer. a.“ 1508 war Erasmus von Rotterdam (etwa 1469–1536) bei Aldus zu Gast. ein Delphin mit Anker. wird in der griechisch-orthodoxen Kirche noch bis heute benutzt (z. handschriftlich auszufüllende Schreiblinie !Jahrbuch Alinea Alineazeichen Alinieren Almanach 8 . Nato Anfangsbuchstaben. um u. z. Nasenklammer Kundenwerbung durch Vertreter Aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Wort. z. ohne die Arbeit eines einzigen zu verrichten. ersucht Aldus dich.“ (!Hugo) Böse Zungen behaupteten aber. um es gleich Herkules dem müden Atlas die Hilfe deiner Schultern zu leihen. die keine anderen Begrenzungen haben soll als die Enden der Welt.: Ι Χ Θ Υ C* ( griech. Durch Einführung der humanistischen Kursiv als Druckschrift 1501 wurde der Druck kleinformatiger preiswerter Bücher möglich (Aldinen). Wahlspruch des römischen Kaisers Augustus) und wurde seit 1502 verwendet. der Retter (!Alphabet !Bibel [Wulfila]) * C = Σ des griechisch-byzantinischen Mittelalters (!Unzialschrift). Korrekturzeichen für Abschnitttrennung.) (!Buchdruck !Jenson) (lat. gründete 1488 in Venedig eine Druckerei. in der Ikonenmalerei oder auch in Druckerzeugnissen). wie Bafög. Gottes Sohn. Aids.: accidens = das Zufällige. (Erasmus hat in den „Adagia“ dem ebenfalls bedeutenden Drucker Johannes Froben in Basel [!Namen der Schriftgrade. Geschäfts.: a linea = von der Linie an) Neue Zeile. In diesem Fall wird es stets etwas für euch zu tun geben. Der Buchstabe C (S) ist auch Bestandteil kyrillischer Alphabete. einige wichtige sind: ´ = Akut ` = Gravis ˆ = Zirkumflex ˜ = Tilde ¨ = Trema (!Umlaute) ¸ = Cedille (lat. Veränderliche) Satz von Gelegenheitsdrucksachen. du seiest gekommen. die ein Wort oder einen Satz ergeben.und Familiendrucksachen (!Briefbogen !Werksatz) !Aldus Manutius (1449–1515). wo er sich von 1521 bis 1529 aufhielt und wohin er 1536 [kurz vor seinem Tode] zurückkehrte. In dem Kapitel „Festina lente“ setzte er seinem Gastgeber ein literarisches Denkmal: „Aldus baut eine Bibliothek auf. ebenfalls beeinflußten seine griechischen Schrifttypen für Jahrhunderte den Druck griechischer Literatur. Erasmus habe für drei gegessen und für viele getrunken. wie viele ihr auch sein möget. Nonpareille] ein Denkmal gesetzt. B. die erste Zeile eines neuen Absatzes (!Absatzzeichen) ¶ = altes Paragraphzeichen. früher auch Zeichen für den Beginn eines neuen Gedankens im Schriftsatz (!Absatzzeichen) Auf !Schriftlinie stellen. es wäre denn. humanistischer Gelehrter und berühmter Verleger und Buchdrucker. Über der Tür zu seinem Anwesen in Venedig am Campo Manin stand folgende Ermahnungsinschrift: „Wer immer du bist und was immer du willst. B.

dh Dhal. w Wet. q Qaf. Griechisches Alphabet (Neugriechisch) Α Β Γ ∆ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω α β γ δ ε ζ η θ a Alpha. Hebräisches Alphabet (Neuhebräisch) ‫ז ח ט י כּ כ ל מ נ ס ע פּ פ צ ק ר ש שׂ תּ ת‬ th . x Xy. Jahrhundert n. ch Cha. Jahrhundert v. mit Homer Beginn der europäischen Literatur). r Er. p Pe. jetzt vokalisiert (Athen. ‫ا ب ت ث ج ح خ د ذ ر ز س ش صض ط ظ ع غ ف ق ك ل م ن ﻩ و ى‬ y Ja. f Phi. jä Je. Tvirdy znak. s Sajin. g Ge. n Nun. Dsche. Tischie. o Omega. tß tsch sch sch ´´ tsch Tse. b Bet. dj Djim. Kyrillisch) sind entstanden im sinai-kanaanäischen Raum im 15. weiter im 8. z Za. jo dsch s Jo. gh Ghain. in Griechenland. Schischia. s Sin. b Be. daraus griech. Ze. d De. hebräische und arabische Alphabet. t Tau. ‘ Ajin. ´ Miagki znak. n En. y Jiry. ju Ju. sch Schin. Chr. t Taw. (a) Alif. Scha. k Kof. Jahrhundert v. k Kaf. lateinische. sch Schin. g . l El.: alef = Rind. m My. o O. t Tet. Arabisches Alphabet (Ägyptisch) ‫ء ة‬ a(t) . dh Dalät. Kyrillisches Alphabet (Russisch) А Б В Г Д Е Ё Ж З И Й К Л М Н О П Р С Т У Ф Х Ц Ч ШЩ Ъ Ы Ь Э Ю Я а б в г д е ё ж з и й к л м н о п р с т у ф х ц ч ш щ ъ ы Ь э ю я a A. l Lambda. h Ha. b Ba. Ja Ja. k Kaf. n Nun. w We. p Pe. 9 . Beta = β) Die fünf wichtigen Alphabete des europäisch/vorderasiatisch/nordafrikanischen Kulturkreises sind das griechische. ß Sigma. ch Chet. r Resch. i I kratkoe. Chr. h He.: Alpha = α. s Sad. ß Es. kh Chaf.–13. die einen Laut erheblich verändern können. bet = Haus. f Ef. Die Wurzeln der heute in Europa gebräuchlichen Alphabete (Griechisch. r Rho. ch Chi. κ λ µ ν ξ ο π ρ σ τ υ φ χ ψ ω k Kappa. ß Ssamäch. i I. k Ka. kyrillische. m Mem. t Ta. Schriftzeugnisse der Entwicklung zum Alphabet aus dem 10. ‫א בּ ב גּ ג דּ ד ה ו‬ w Waw. w Wau. wobei !Diphthonge und andere Lautverschiebungen nicht berücksichtigt sind. th Tha. m Mim. o Omikron. m Em. ’ Aläf. z Zadi. Chr. l Lamäd. Jahrhundert v. u U. d . t Te. ps Psi.Alphabet (semit. d Dad. t Ta. r Ra. h Ha. f Fa. (wahrscheinlich aus ägyptischen Hieroglyphen). ‘ Ain. w Wita (Beta) j Jama (Gamma) dh Dhelta (Delta) e Epsilon. z Za. n Ny. noch nicht vokalisiert [Libanon]). . gh Gimäl. daraus abgewandelt Lateinisch und im 9. Chr. s Sita (Zeta) i Ita (Eta) th Thita (Theta) ι i Jota. p Pi. findet man in Phönizien (Inschrift auf dem Sarkophag des Königs Ahiram aus Byblos. ’ Hamza. j Jod. In der folgenden Übersicht wird jeweils in der dritten Reihe der ungefähre Lautwert (!Transkription) des Alphabets wiedergegeben. f Fe. y Ypsilon. l Lam. ß Ssin. Ta Marbuta. ä E. ch Cha. d Dal.

« » = franz.. » » = schwed.. Jahrhunderts v. „ ” = nied. und im Laufe des 5. türk. irisch.. a. italien. (Erste Schriftzeugnisse des Aramäischen aus dem 9.. Chr. (!Fremdsprachensatz) „ “ = (dtsch.. Chr.oder Abführungen. Chr. daß das Bild vom Papierrand begrenzt wird und damit in den Anschnitt kommt. Ein Bild anschneiden bedeutet... aus einem !Literatur. rum..: littera antiqua = alte Schrift) Sammelbezeichnung für „lateinische“ Schriften.. einem !Stichwortverzeichnis. “ „ = italien. (!Flattersatz) Probedruck (!Fortdruck) Der !Anhang eines Buches (Appendix) kann u..und Abführungen Antiporta Antiqua 10 . “ ” = engl...) dän. slowak.. ungar. türk. tschech.. Die Wahl der Schrift (siehe Schriftmuster auf Seite 120/121) im Zusammenhang mit der Gestaltung (!Typographie) sollte mit dem Inhalt der Drucksache übereinstimmen. portug. franz. auf !Mittelachse gesetzten Textes. Nationales Normungsinstitut Amerikas (!DIN-Normen) Im deutschen Schriftsatz sind „ “ (!Gänsefüßchen) und » « (!Guillemets) üblich. ungar.. afrikaans. 1–7 und 9]) Anlagesteg Anmutung Anschnitt ANSI An. ungar. isländ. tschech. » « = (dtsch.Die hebräische Quadratschrift entwickelte sich gegen Ende des 6. Die heute gebrauchte Kursivschrift ist im 10. !Schmutztitel (lat.und Quellenverzeichnis. um beim Leser nicht gegensätzliche (unbewußte) Gefühle aufkommen zu lassen. Plänen und Anmerkungen zum Text bestehen.... kroat. span. (!Schnittmarken) American National Standards Institute. sonstigen Registern (!Registersatz).) dän. Chr. portug. poln. " " sind Zollzeichen und keine An. norw.... rum. für alle zu den runden Schriften (außer Schreibschriften) zählenden Schriftgattungen (!Schriftklassifikation [nach DIN 16 518 die Nr. finn. Es entsteht das Bild eines unregelmäßigen. das Aramäische löste als international gebrauchte Sprache im Vorderen Orient das Akkadische [assyrisch/babylonisch] ab. Jahrhundert nach geometrischen Methoden entstanden und nahm kalligraphisch Rücksicht auf den Rhythmus der Handbewegungen beim Schreiben. Jahrhundert v..) Offizielle Einführung der Quadratschrift durch die jüdisch-persischen Staatsmänner Esra in den vierziger Jahren des 5. ” ” = schwed. Jahrhunderts v. poln.. span.. Das arabische Alphabet ist aus älteren arabischen Schriftvarianten entstanden. griech.. das bei den Lesern bestimmte Gefühle auslösen kann. und Nehemia im Jahre 433 v. slowen. Tafeln.. !Stege !Setzerwerkzeug Die Anmutung von Schriften durch ihre Formensprache ist ein Phänomen. finn. norw.... Chr. russ. (!Papyros !Schrift !Bibel) Alphabetische Zahlen Amerikanischer Flattersatz Andruck Anhang !Griechische Zahlen Jede Textzeile wird individuell positioniert... russ. Jahrhunderts v. slowen. slowak. (nach der Babylonischen Gefangenschaft) aus dem Aramäischen.

" $ % & 11 . finn. Gliederungszeichen in E-Mail-Adressen. niederl. franz.: „petit escargot“. Auslassung eines unbetonten Vokals (Elision: – Synkope [ew’ger] – Apokope [sagt’]) !Anhang eines Buches Künstlerisch-manuelles Tiefdruckverfahren. Daneben gibt es zahlreiche Tiermetaphern: der Affenschwanz.: „kukac“) das „Miau“ einer Katze (finn. korean.Das Vorbild der Antiqua ist die Schreibschrift der italienischen Humanisten.: „miukumauku“) Augenpulver Sehr kleiner !Schriftgrad. # = gleich und parallel 2. (!Capitalis monumentalis) Auf Nicolas !Jenson gehen die Antiqua-Schriftschnitte unserer Druckschriften zurück. „at“. Chr. und portug.: ad = nach. z. In den verschiedenen Sprachen werden unterschiedliche Bezeichnungen für @ verwendet: engl. franz.: „dalphaengi“. Entstanden ist das At-Zeichen durch mittelalterliche Kopistenmönche.: „chiocciolina“. „Klammeraffe“.: „apestaart“. versteckt) Unecht. (!Capitalis monumentalis !Duden 1941 !Gotisch !Kursiv !Langes „s“ !Mediäval !Scharfes „s“) Apokryph Apostelklopfer Apostroph Appendix Aquatinta Äquivalentzeichen Arabische Ziffern (griech. Die Aquatinta ist eine !Radierung mit körnigem Ätzgrund. esperanto: „heliko“) der Elefantenrüssel mit „a“ (dän. bei. 2. Diese modifizierten die !Karolingische Minuskel und benutzten wie diese das Alphabet der römischen Kapitale. die beim Schreiben des lateinischen Wortes „ad“ die !Ligatur @ schrieben.: krypho = geheim. nicht anerkannte Schrift Scherzhafte Bezeichnung für Buchbinder (!Pachant) ’ = Auslassungszeichen (’90/91). in Europa aufgekommene !Ziffern indischen Ursprungs ١ ٢ ٣ ٤ ٥ ٦ ٧ ٨ ٩ ٠ 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 (!Römische Zahlen !Griechische Zahlen !Zahlen) Arschgespan At-Zeichen !Gasse !Gespan !Handsatz @ (Achtung: lautlich gleich mit !Et-Zeichen) (lat. „aná“.: „Affenschwanz“. der gerade noch mit bloßem Auge lesbar ist.: „apinanhanta“) die Schnecke (ital. „arroba“. zu) 1. So ist dieses Zeichen 1885 auf die Schreibmaschinentastatur gekommen. früher kaufmännisches „a“. „arobase“. !Spieß (!Korrekturzeichen aus dem !Bleisatz) Um 1200 n. span. von wo es etwa 100 Jahre später in den Standardzeichensatz für Computer übernommen wurde (siehe Seite 114 [Kode 064]).: „snabel a“) das Entchen (griech. Astronomische Zeichen Im Kalendersatz verwendete Zeichen. griech. Adolf Rusch (!Mentelin) führte die Antiqua in Deutschland ein. B.: „papaki“) der Erdwurm (ungar. Die Schrift ist nicht größer als Pulverkörner groß sind. der an die südamerikanische Affenart Ateles mit ihren mächtigen Schwänzen erinnert (dtsch. 1. um den Einzelpreis einer Ware anzugeben.

z. !Geviert. 3 Punkt. Verfasser. weil hier die Auszeichnungsmöglichkeit der Kursiv fehlt.Ausbinden Mit einer !Kolumnenschnur wurde im Bleisatz eine !Kolumne ausgebunden (fest umwickelt). im Versalsatz. Das Ausschlußmaterial im Bleisatz bestand aus genormten Breiten. (!Ausschließen !Spatium) 1. Linien usw. Ursprünglich wurde der Druckbogen z. 2. Der Aushänger dient der Bindefreigabe (!Druckfreigabe). das !Sperren sollte nur für Frakturschriften vorgesehen werden. Kursiv. Beide Korrekturarten sollten aus Kostengründen voneinander getrennt werden. Ausfüllen einer Zeile mit Punkten (!Registerpunkte) Die Kolumnen eines !Druckbogens so stellen. vergrößern) Urheber. 1 Punkt. (!Spationieren) Zur letzten Kontrolle fertig zugerichteter Druckbogen. das Ende der Schnur zum sicheren Halt zwischen den Bleisatz und der umwickelten Schnur mit der !Ahle gesteckt und fest angezogen.: auctor. am Schwarzen Brett der Hochschulen ausgehängt. wo jeder gegen Erfolgshonorar nach Fehlern suchen konnte. Schreibvariante autor. B. (!Buchformat !Formatmachen !Montage !Nutzen !Rectoseiten !Versoseiten) Ausschießschema eines Bogens für 16 Seiten (Oktav [8°]) zum !Umschlagen im Hochformat 3' 14' 15' 2' 6 11 10 7 5' 12' 9' 8' 4 13 16 1 Ausbringen Ausgangsseite Ausgangszeile Ausgleichen Aushängebogen Auspunktieren Ausschießen ' = jeweils Kopf der Seite (!Bogen !Falzarten !Faulenzer !Schöndruck !Widerdruck !Stege) Ausschlachten Ausschließen Ausschluß Im Bleisatz die Herausnahme aller von der Grundschrift abweichenden Schriften sowie Materialien wie Blindmaterial. im 15. Fehlerhaftes Papier. (lat. 2 Punkt. daß sie in richtiger Seitenfolge gedruckt werden. B. !Halbgeviert. B. von augere = vermehren. (!Blocksatz) Der Ausschluß bildet den Wortzwischenraum. aus dem Satz (!Ablegen) Eine Zeile durch größere Wortzwischenräume auf die volle Zeilenbreite bringen (!Ausbringen) oder durch Verringern der Zwischenräume einbringen. auch !Makulatur !Ausbringen Hervorheben von Text mit typographischen Mitteln.oder Fettdruck (!Schriftfamilie). z. das in der Papierfabrik erneut in den Produktionsprozeß eingebunden wird. Fehlerhafter !Druckbogen. Erweitern der Wortabstände (!Ausschließen) Letzte Seite des Abschnittes eines Buches (!Spitzkolumne) Letzte Zeile eines Absatzes (!Hurenkind) In einem Wort den Abstand zwischen den Buchstaben optisch gleichmachen. (!Korrektur) Feine schraffierte Sicherheitslinie Ausschuß Austreiben Auszeichnung Autor Autorkorrektur Azureelinie 12 . 1½ Punkt. Jahrhundert entlehnt (!Herausgeber) Korrektur des Verfassers nach Erstellung des Satzes und Ausführung der Hauskorrektur.

B Bachulke Backslash Banderole Barcode Baskerville !Pachulke \ = Schrägstrich von links oben nach rechts unten (!Schrägstrich) Buchbinde.: ta biblia = die Bücher) Das Buch der Bücher. B. !Banderole !Beilage. die „Heilige Schrift“. Hebelarm an Abziehpressen (!Setzer. Schriftcharakter im Übergangsstil von klassischer zu klassizistischer !Antiqua (!Schriftklassifikation) Schriftcharakter. das AT (Alte Testament) aus dem Hebräischen. Serbisch. John Baskerville (1706–1775). erinnert. Streifband um Bücher. Buchschleife. (griech. das NT (Neue Testament) aus dem Griechischen. sollte „das Buch der Bücher“ nicht darin fehlen. Werbekarte. also eine Schriftform zwischen !Antiqua und !Fraktur. der teils lateinische. durch Christianisierung (Koptisch. Berichtigungszettel usw. kyrillische Alphabete [Russisch. englischer Schriftkünstler und Buchdrucker (!Schriftdesigner) 2. (!Typographisches Maßsystem !Schriftdesigner [Berthold AG]) In der Regel dreiseitiges Beschneiden des !Buchblocks an den !Beschnittmarken Linienstücke. z.und Druckersprache. Entstehung: Das AT enthält 39 Schriften und ist in der heutigen Form vom 7. bis zum 2. Die Bibel hat eine überragende Bedeutung für die gesamte Kultur des Abendlandes (neben der griechisch-römischen Antike). sondern mitgeheftet wird (!Umleger) Prospekt.. Jahrhundert v. gilt den christlichen Kirchen als Urkunde der göttlichen Offenbarung. Zur Zeit Königs Josia von Juda (639–609) entstand unter dem Druck internationaler Ereignisse (Schwäche des assyrischen Reiches unter gleichzeitiger Entstehung eines neubabylonischen Reiches und Wiedererstarken Bastardschrift Bauchbinde Beihefter Beilage Bengel Berthold Beschnitt Beschnittmarke Bibel 13 . 1. auch Bauchbinde !EAN-Code 1. gotische Unziale. der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg und seinem berühmten Bibeldruck. Chr. der Festigung der europäischen Nationalsprachen durch Bibelübersetzungen (in Deutschland Martin Luther) und auch an Schriftentwicklungen und Schriftschöpfungen.]). die das Papierformat der fertigen Drucksache anzeigen und als Markierung für den !Beschnitt dienen. Zeile des Gedichts aus einem Formatbüchlein) Der deutsche Schriftgießer Hermann Berthold (1831–1904) glich 1879 das französische Punktsystem (!Didot) dem metrischen System an (1 m = 2660 p). die nicht eingesteckt. Es sei beispielhaft nur an die Entstehung des Codex (der bevorzugten Form der Bibel der Christen der Antike und Vorläufer unserer heutigen Bücher). die in das fertige Druckerzeugnis eingesteckt oder beigelegt sind. teils deutsche Schriftformelemente aufweist. Weil im Mittelpunkt dieses TypographieLexikons das Buch steht. Bulgarisch usw. entstanden.

1. Jahrhundert n. im wesentlichen abgeschlossen. Jahrhundert n. Die deuteronomische Geschichtsschreibung nimmt redaktionelle Erweiterungen und Korrekturen am AT vor mit Erklärungsversuchen der Ereignisse in Vergangenheit und Gegenwart. Chr. Jahrhundert v. wird im Jerusalemer Tempel (1. Die wichtigsten noch existierenden Handschriften des NT sind die bis ins 2. Sechsspaltenbibel ca. Handschriften: Die ältesten erhaltenen Handschriften des AT stammen aus der Genisa (Schatzkammer) der Synagoge von Kairo und aus den Höhlen von Qumran aus dem 2. Chr. das „Deuteronomium“ (griech. Chr. Chr. Übersetzung Symmachus > 5. Chr. die ganz auf die aktuellen politischen Ereignisse ausgerichtet ist. Wichtige Bibelübersetzungen und -bearbeitungen: Septuaginta (72 Gelehrte übersetzen die Thora ca. Übersetzung 1522–1534. h. hebräisch > griechisch. der Codex Vaticanus aus dem 4. In der nachexilischen Zeit findet die endgültige Redaktion des Pentateuchs statt. Nach der persischen Machtübernahme und dem Erlaß von Kyros 538 v. überwacht. Übersetzung Theodotion) = (!Synopse) Rezension Septuaginta Vulgata (Hieronymus. Chr. Übersetzung für den deutschen Sprachbereich von allerhöchster Bedeutung Erste Übersetzung der Bibel aus dem Griechischen ins Germanische (Gotisch) durch [Ulfila] Wulfila (ca. griechisch/ hebräisch > deutsch). 516 v. über König Salomo usw. Endgültig 578 v. Der hebräische Wortlaut des AT verfestigte sich im 2. Tempel) bei Renovierungsarbeiten das Gesetzbuch „gefunden“. von den Römern zerstört). und wurde seit dem 7. kehren nach und nach in mehreren Wellen die Deportierten zurück. eine Art Grundgesetz und Sozialgesetzbuch). in Alexandria. Es entwickelt sich inzwischen die hebräische Quadratschrift aus dem Akkadischen. 240–245. 622 v. Ein Teil der Bevölkerung wird verschleppt. Übersetzung bis heute in den Ostkirchen maßgebend Hexapla (Origenes. Chr. Septuaginta > 6. Jahrhundert üblich. Chr. Chr. Die Gliederung in Kapitel ist seit Stephen Langton (gest. 250 v. Das NT entstand zum Teil im 1. das „zweite Gesetz“. Das AT diente von König Josia an bis heute als einzigartige Quelle der Solidarität und Identität. hebräisch > lateinisch). 14 . Es enthält 27 Bücher. d. Jahrhunderts n. Chr. Übersetzung Aquila > 4. Diese Handschriften enthalten auch ganz oder zum Teil das AT. Jahrhundert (Paris) (!Codex !Pergament). Übersetzung 390–405. später folgt das ganze AT). enden das Königreich Juda und die davidische Dynastie mit der Zerstörung Jerusalems und des 1. Statt eines Königtums entwickelte sich eine Priesterherrschaft. der Codex Alexandrinus aus dem 5. Jahrhundert (London). eine glänzende und mit Leidenschaft geschriebene Komposition. Tempel in Jerusalem mit persischer Hilfe wiederaufgebaut (im Jahre 70 n. griechische Transkription > 3. Jahrhundert (Rom). 1228) und in numerierte Verse seit Robert !Estienne (1551 in seinem griechischen Neuen Testament) üblich. Übersetzung für das Abendland bis heute bestimmend (!Mentelin) Lutherbibel (Luther/Melanchthon/Aurogallus. von den Masoreten. 369 unter gleichzeitiger Schaffung einer gotischen Unzialschrift aus der griechischen Unziale (Codex argenteus in Uppsala. Jahrhundert (London) und der Codex Ephraemi Syri rescriptus aus dem 5. jüdischen Schriftgelehrten. der Codex Sinaiticus aus dem 4. bis König Josia und der Rückeroberung des verheißenen Landes durch König Josia. ist der 2. Jahrhundert zurückreichenden Bodmer-Papyri und die Chester-Beatty-Papyri (!Papyros). 311–383) ca. Die Gliederung des AT in Kapitel und Verse ist seit dem 16. Jahrhundert n. 6. Jahrhundert).Ägyptens) die deuteronomische Geschichtsschreibung. und war Ende des 2. hebräischer Konsonantentext > 2. Tempels. eine zusammengewobene biblische Saga von Abraham und Mose. Chr. und es folgt die „Babylonische Gefangenschaft“.

Johannes Bessarion]. Reichenau). Blau) Erläuternder Text zu Abbildungen (!Legende) !Divis Wurf beim !Quadräteln. Sammlung von Büchern Eine der ältesten Bibliotheken ist die Keilschrift-Tontafelbibliothek in Ninive aus dem 7. Dresden 1556. Klöster waren im frühen Mittelalter Träger der Bibliotheken (z. Monte Cassino. Die bedeutendste Bibliothek des 16. Gallen. aus denen später Landes. Format. Im Hochmittelalter entwickelten sich die ersten Universitätsbibliotheken (Salamanca 1243. Jahrhunderts entstanden die Volksbüchereien. Marciana in Venedig [!Setzer. Blei nimmt die Druckfarbe gut an und gibt sie an das Papier gut ab. !Legende !RGB (Rot. Chr. alle !Signaturen liegen unten.und Druckersprache. Septuaginta]) und die Bibliothek von Pergamon (etwa 200 000 Buchrollen [!Pergament]). Zinn bindet die anderen beiden Metalle und macht das Gießen der Lettern leichtflüssiger. von dem Assyrerkönig Assurbanipal (ca. Der erste Bibeldruck in deutscher Sprache erfolgte 1466 in Straßburg von Johann !Mentelin.5 Gramm. B. Vaticana in Rom). Paris 1257). 1 Nonpareillegeviert wiegt 1 Gramm. Jahrhunderts Bildlegende Bildschirmfarben Bildunterschrift Bindestrich Blank Blankschlagen Blaupause Bleisatz 15 . damit doppelter Punktgewinn Im Bleisatz fehlende Bilder oder Satzteile mit !Blindmaterial freihalten Kopie des Films des montierten ausgeschossenen Druckbogens (!Ausschießen). Jahrhundert v. Erscheinungsjahr. Antimon härtet das weiche Blei. 1 Cicerogeviert 4 Gramm. im wesentlichen !Linotype und !Monotype. (!Papyros [Byblos] !Alphabet [hebräische Quadratschrift] !Gutenberg [42zeilige Bibel] !Druckfehler [Ehebrecherbibel] !Hermeneutik) Bibliographie Bibliothek Bibliographische Angaben eines Buches umfassen Auflage. Anfang der 60er Jahre des 20. Cluny.: biblion = Buch. Bis zum Druck der Lutherübersetzung erschienen 18 Bibeldrucke in oberdeutscher und niederdeutscher Übersetzung. Bamberg. B. Kiste. allein 21 Auflagen für die Jahre 1476 bis 1480. (!Aushängebogen !Imprimatur) Der Bleisatz entstand durch die Erfindung !Gutenbergs. Weiterentwicklungen des Bleisatzes bildeten Ende des 19. Preis und !ISBN (!CIP-Kurztitelaufnahme) (griech. Renaissancefürsten gründeten Bibliotheken. Jahrhunderts der Maschinensatz. St. Die bedeutendsten Bibliotheken des griechisch-römischen Altertums waren die Alexandrinische Bibliothek (gegründet unter Ptolemaios I [305–283] mit etwa 700 000 Buchrollen [!Bibel. Jahrhunderts die Augusta in Wolfenbüttel (1604). Schrank. Jahrhunderts in Deutschland war die Palatina in Heidelberg (1553). Kasten]) Bücherei. (!Handsatz !Schriftsetzer) Die Bleilettern bestehen aus einer Legierung von etwa 65 bis 70 % Blei. Seitenzahl. Das Zeitalter des Humanismus und der Renaissance brachte einen starken Aufschwung für öffentliche Bibliotheken (Laurenziana in Florenz. Es können noch letzte Korrekturen vor Herstellung der Druckform ausgeführt werden. 20 bis 25 % Antimon und 5 bis 10 % Zinn.und Staatsbibliotheken hervorgingen (Wien 1526. theke = Behälter. 1 cm² 19. Mitte des 19. Behältnis [z. Grün. die des 17. München 1558). 668–626 v. Umschlagart.Nach Gutenbergs Druck der 42zeiligen lateinischen Bibel folgten von 1460 bis 1520 im deutschen Sprachgebiet 62 weitere lateinische Bibeldrucke.). Chr.

Klischee. Der Papierbogen wurde in der Mitte so gefalzt. Um 1430 erfolgte der erste Druck von Blockbüchern (Holztafeldruck) in Holland (!Coster). Aussehen und Material eines späteren Werkes ohne den Druck. Punze. Winkelhaken. Eierkuchen. der Schrecken aller Handsetzer. Logotype. Blitz. Adlatus. (!Ausschluß !Spatium !Durchschuß !Quadraten !Regletten !Stege) Ein Blindmuster zeigt Größe. Bei Passerungenauigkeiten (!Passerkreuz) im Mehrfarbendruck können Farben. der blinde Lehrer L. Umbruch. Schriftsatz. Kolumnenschnur. Fahne. Regletten. Justieren./9. Kustos. Löffel. Um 1400 kam als älteste Reproduktionstechnik der !Holzschnitt in Mitteleuropa in Gebrauch (!Buchdruck). Brotschrift. die von Blinden mit den Fingern „gelesen“ werden kann. Handsatz. weil ein „Eierkuchen“ entstehen kann. Signatur. der damit immerhin 500 Jahre lang eine aktuelle Technologie darstellte. Schusterjunge. Witwe. die rechte Seite nach links. Tenakel. Es wurden zwei Seiten auf einen Bogen gedruckt. Jahrhundert n. (!Überfüllung) Auffällige Markierung fraglicher Stellen im Satz als Blickfang (!Fliegenkopf) In China Druck von Blockbüchern schon im 8. Nudel. die aneinanderstoßen. daß die bedruckten Seiten nach außen kamen und die offene Seite des gefalzten Papiers in den Bund. Offizin.und !Lichtsatzes und damit das Ende des Bleisatzes. Die Bindung ähnelte der !Japanischen Bindung. durch einen kleinen andersfarbigen Zwischenraum getrennt werden. Leiche. Korrektor. Satzart. Divisorium. Satzmuster für eine !Anmutung Leerraum in Höhe einer Satzzeile (Leerzeile) Im Bleisatz (Einzelbuchstabensatz) Verkanten der Zeilen. Waisenkind. Spieß. Stereotype. Es hatte eine niedrigere Höhe als die Druckhöhe. Deleatur. In den 80er Jahren Einführung des Desktop-Publishing. Hurenkind. Registerhalten. Blank. Fisch. Linotype. Punkte werden in das Papier geprägt. Gutenberg. Riemen. Kompreß. Setzkasten. Ausschlachten. Grab. Erfinder war u. bei der alle Zeilen gleichbreit laufen (!Ausschließen !Flattersatz !Randausgleich !Wortzwischenraum) Blindmuster Blindtext Blindzeile Blitz Blitzer Blockade Blockbücher Blocksatz 16 . Vertatur. Anlagesteg. etwa 145 verschiedene Teile. Spatium. Satzschiff. Schreibweisen. Bengel. Frosch. Steg. Cicero. Defekte.Beginn des Foto. Linien. Konkordanz. Schrifthöhe. Alles nichtdruckende Satzmaterial (!Handsatz) im !Bleisatz. Schwarze Kunst. Blindmaterial. Braille (1809–1852). Fliegenkopf. wurde es Spieß genannt. Hering. Hochzeit. Affenstall. Hugo. Zwiebelfisch. Ahle. Klopfen. die linke Seite nach rechts. Maschinensatz. Zeug. Schriftgrad. Pachulke. Werksatz. Quetsche. Ausbinden. Druckte ein Blindmaterial unbeabsichtigt mit. Mönch. Jungfrau. Quadraten. Typometer. Gautschen. Monotype. Das Papier konnte wegen des Durchdrucks des Holzdruckstocks nur einseitig bedruckt werden (erst !Gutenberg gelang mit seiner Erfindung das akzeptable doppelseitige Bedrucken des Papiers). Chr. Durchschuß. Speck. Gautschspruch. Gedruckter !Text als Platzhalter ohne inhaltliche Bedeutung. Paketsatz. ein Verquirlen der !Lettern. das mindestens durch mehrere Zeilen läuft und Zeilenteile zueinander verschiebt. Blankschlagen. Stundensatz. Didot. Schweizerdegen. Porte-page. Ligatur. Geviert. Faktor. das dann zum !Neusatz dieser Zeilen führt. Gasse. Metteur. a. Letter. Zwischenschlag Blinddruck Blindenschrift Blindmaterial Prägedruck ohne Farbe Schrift. Gautschbrief. Quadräteln. Bundsteg. Mater. Ludlow. (!DTP) Siehe ! Ablegen. Buchdruckerwappen. Setzer.

kartonieren (!Broschur !Einband) (franz. Der Käufer eines Buches ging zu einem Buchbinder. Giambattista Bodoni (1740–1813). Faltung (wie der !Schrägstrich /) ¼. Brotschrift Bruch Bruchstrich Bruchziffern Buch 17 . (!Exponent !Index) 1. (!Schriftdesigner) Ausgangsformat von Papier (!Rohbogen). (!Buch !Schmutztitel) Gebrauchsschriften in den Graden von 6 bis 12 Punkt (Mengensatz). (!Umdrehen !Umschlagen !Umstülpen) 1 Normalbogen umfaßt 16 Seiten als Grundeinheit für das !Ausschießen der Falzbogen (!Buchformat !Druckbogen) Bogen Bogennorm Bogensignatur Books on Demand Borgis Brevier Briefbogen Stichwortartige Titelangabe am Fuß. Ursprünglich wurden Bücher nicht in fester gebundener Form zum Kauf angeboten. kam der !Codex auf. Jahrhundert n. nebeneinanderstehend mit schrägem oder untereinanderstehend mit waagerechtem Bruchstrich getrennt. Der älteste bekannte Buchbinder Europas war der Mönch Dageus († 587). der Satz in diesen Schriftgrößen hat dem Schriftsetzer das tägliche Brot eingebracht (!Paketsatz). Falz.5 mm Fensterbreite 85 mm Empfängeradresse im Fenster 40 mm Briefbogenformate Brillant Broschieren Broschur Deutsches Format Amerikanisches Format 210 mm × 297 mm (DIN A4) 216 mm × 280 mm (8 inch × 11 inch) !Schriftgrad (3 Punkt) !Namen der Schriftgrade Ohne festen Deckel einbinden. aus dem sich durch Falzen und Schneiden das Endformat ergibt. bedeutender italienischer Drucker und Erneuerer der Typographie.: brocher = provisorisch binden) Publikation mit Papier. aber mit anderem Winkel. 2. horizontaler Bruchstrich = – (!Bruchziffern) Oben.oder untenstehende Ziffern.oder Kartonumschlag. Chr. im !Beschnitt oder im Rücken der ersten Kolumne jedes !Druckbogens (!Kollationieren) Fortlaufende Kennzahl im !Beschnitt oder im Rücken der ersten Kolumne eines jeden !Druckbogens (!Kollationieren) !Computer-to-Press !Schriftgrad (9 Punkt) !Namen der Schriftgrade !Schriftgrad (8 Punkt) !Namen der Schriftgrade (8 Punkt) Beim Standardbriefbogen nach DIN sind folgende wichtige Abstände vom oberen Papierrand zu beachten: Erste Falzmarke 105 mm Abstand zum Fenster 45 mm Fensterhöhe 45 mm Absenderzeile im Fenster 5 mm Heftrand von links 20 mm Zweite Falzmarke 210 mm Lochmarke 148. die Buchform im heutigen Sinne. Eine von Bodoni entworfene !Schriftfamilie im Charakter der klassizistischen Antiqua trägt seinen Namen.Bodoni 1. Eine nicht periodisch erscheinende Publikation (weniger als 48 Seiten !Broschur) und ein in eine !Buchdecke eingeschlagener !Buchblock. (!Oberschnitt) Im 2. bis der !Maschinensatz aufkam. der den Kartonumschlag der Broschur entfernte und das Buch nach den Wünschen des Kunden fest einband.

ab 1445 Druck von Büchern durch die Erfindung der Buchdruckerkunst durch !Gutenberg. (!Hesse !Schwarzbuch) 2. Schon um 1500. mit einer geschätzten Auflage von 10 Millionen Exemplaren herausgebracht hatten. immer die linke Seite mit einer geraden Seitenzahl. (!Buchformat !Buchrücken !Explicit !Foliieren) Zwei Anmerkungen. ein Forstschädling. der den !Buchblock umgibt (!Schutzumschlag) Sammelbegriff für Hochdruck. Bleischnitt). h. wird von steinernen Druckplatten eine Ausgabe des buddhistischen Diamanten-Sutra gedruckt. immer die rechte Seite mit einer ungeraden Seitenzahl. also 32 Jahre nach !Gutenbergs Tod. (!Ries !Papyros) Buchbinde Buchblock !Banderole Gehefteter oder klebegebundener Rohblock (!Druckbogen). der Drucker und Setzer: „Gott grüß’ die Kunst!“ Buchdecke Buchdruck Buchdrucker 18 . (!Bleisatz !Koenig) Das älteste bekannte Zeugnis der Buchdruckkunst stammt aus China: 868 n. Buchdrucker-Duden Buchdruckergruß Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache (!Duden 1903) Der einstige Zunftgruß der Jünger !Gutenbergs (der Jünger der !Schwarzen Kunst). der nach seinem Fraßbild unter der Baumrinde benannt ist. ein Lesehinweis dafür soll das Buch Fahrenheit 451 von Ray Bradbury sein (451 Grad Fahrenheit. Jahrhunderts werden nunmehr Bücher paginiert. die auch zu Büchern gehören: Eine typographische Anmerkung Seit dem Ende des 15. der Hitzegrad. im Hochdruck (Bleisatz) 3. Gemeinsamer Begriff der an Satz und Druck Beteiligten. Georg Orwell sowie Jack London [mit seinem Buch Die eiserne Ferse]). die erhabenen Teile der Druckform werden gedruckt (heute künstlerische Verfahren: !Holzschnitt. gab es in Europa etwa 1100 Druckereien (in Venedig allein etwa 150) in 250 Städten. (!Bibel) Das erste Buch mit Seitenzählung wurde 1474 in Köln von Nicolaus gedruckt. während die Papierhändler nur 24 Bogen (Schreibpapier) darunter verstehen. Linolschnitt. Wells. d. Jahrhunderts) noch immer nicht bei allen schreibenden und lesenden Zeitgenossen herumgesprochen. (!Blockbücher !Druckverfahren) 1. eine der Freiheit des Denkens. Indexlisten und Bücherverbrennungen (Bücher entzünden sich bei einer Temperatur von etwa 232 °C). Chr. das beweisen Zensur. G. Borkenkäfer (Ips typographus). vom Flugblatt bis zum Buch. Ein Buch nennen die Buchdrucker eine Lage von 25 Bogen Druckpapier. Aldous Huxley. der an drei Seiten geschnitten wird. einer Käferfamilie mit etwa 4600 Arten. „bei dem Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt“. der im !Buchdruck tätig war. Fälschungen.Um 1430 entstanden erste Drucke von !Blockbüchern in Holland (!Coster). Jünger der !Schwarzen Kunst 2. Anmerkung mit Lesehinweis Bücher waren von Anbeginn an auch immer eine politische Angelegenheit. steht in der politischen Tradition von H. Drucker. Er gehört zu den Scolytidae oder Ipidae. (!Buch !Heften !Klebebindung !Lumbeckklebung !LuwiBindung !Oberschnitt) Starrer Einband. die zwischenzeitlich an die 40 000 Druckwerke. Diese Erkenntnis hat sich bis heute (Beginn des 21.

(!Bogen) Formatbezeichnung Bogenbezeichnung Größe Seiten Blatt Bogen.Anzahl einheit Falzbrüche Buchformat Sedez Klein-Oktav Oktav Groß-Oktav Lexikon-Oktav Quart Groß-Quart Folio Groß-Folio Doppelbogen (16°) Normalbogen (8°) Halbbogen Viertelbogen (4°) (2°) bis 15 cm bis 18. auch sonsten dem Adel und den Gelehrten gleich. Blau. Purpur.“ Maßeinheit. Damit war die Legende um die Verleihung des Buchdruckerwappens gefestigt. und aus der Krone raget ein halber geflügelter Greif mit ausgestreckter Zunge herfür. Sinnbild der !Schwarzen Kunst. der Greif von Kaiser Ferdinand I. welcher in seinen beiden Forder-Klauen ein paar übereinander gesetzte Drucker-Ballen hält. in der linken aber zwey auf einander gesetzte Druckerballen hält. Nach einer liebgewordenen Legende der Drucker und Setzer wurde das Wappen von Kaiser Friedrich III. Gold zu tragen. den Druckern aber einen Greif. jedoch ohne Krone. Mit geringfügigen Abweichungen wurde das Buchdruckerwappen in den nächsten Jahren in Deutschland allgemein gebräuchlich. verliehen. befreyet. Fälschung]).“ In der dritten in Hamburg erschienenen Auflage 1719 der „Kurzgefaßten Heroldskunst“ von Caspar Büsching liest man über die heraldische Form des Buchdruckerwappens: „Die Buchdrucker haben zum Wappen den zweyköpfigen schwarzen Reichsadler in Gold. nach der die Höhe (sonst Zusatzbezeichnung „Quer“) eines Buches angegeben wird. Daß er diejenigen. welcher in der rechten Klaue einen Winkelhaken. so solche Kunst geübet. Silber. 4 Blatt = Quart (4°) usw. Sie entsteht durch Falzen des !Papiers: 2 Blatt = Folio (2°).5 cm bis 25 cm bis 30 cm bis 35 cm bis 40 cm bis 45 cm über 45 cm 32 16 16 8 2 1/1 4 3 8 4 4 2 1/2 1/4 2 1 Buchhändleranzeige !Verleger 19 . Auf dem Schild steht ein offener gekrönter Helm. Friedrich sie. Aus Anlaß des 200jährigen Jubiläums der Erfindung der Buchdruckerkunst schrieb Timotheus Ritzsch (!Zeitung) 1640 zu den Feierlichkeiten: Dies neue Werk hat nun dem Kaiser so beliebet.Buchdruckerkunst Buchdruckerwappen !Gutenberg Schild mit Doppeladler. und beide Wappen mit offenem Helm. und in Sonderheit den Schrift-Setzern einen Adler. um 1470 verliehen (!Mentelin [Johannes Schott.5 cm bis 22. darüber Helm und halb sichtbarer Greif mit zwei Druckerballen in den Farben Gold. um 1650 als Figur hinzugefügt. in den Fängen !Winkelhaken und !Tenakel mit !Divisorium. 1668 verewigt Siegmund von Birken in Nürnberg im Fuggerschen „Spiegel der Ehren des Erzhauses Österreich“ die obenerwähnte Legende: „… wie denn K. Und ihnen auch verehrt den Greifen in dem Schild. Mit Privilegien hat herrlich überfüllt. In das erste vollständige Wappen von 1654 nahmen die Buchdrucker von Jena den Greifen in den Schild und auf dem Helm auf. mit dem Druckerballen in der einen Klaue. Größen unter 10 cm und über 45 cm Höhe werden nach den Richtlinien der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main in Zentimetern angegeben.

was bei liegend aufbewahrten Büchern den Vorteil hat. Inlaycard). z. B. das der Längstitel nicht auf dem Kopf steht.Buchrücken Der Buchrücken verbindet die beiden Buchdeckel. in der die Falzung. Heftung oder Bindung erfolgt. statt „ei“ „ie“. Im deutschen Sprachraum verläuft der Längstitel (die senkrechte Buchtitelschrift) meistens von unten nach oben. Der dabei entstehende typische Büttenrand ist ein verlaufender. (!Satzspiegel !Stege) !Weißbuch Grund. wenn das Gesicht des Buches nach oben zeigt (zu diesem Thema siehe auch !CD-ROM. (!Quertitel !Volumen) !Alphabet !Buchstabenbild !Buchstabendreher !Druckbuchstabe !Letter Das Buchstabenbild ist der druckende Teil des Buchstabens (!Druckbuchstabe !Schriftbild) Ein Buchstabendreher ist das Vertauschen der Reihenfolge von zwei Buchstaben in einem Wort. Er wird oft imitiert bei Nicht-Büttenpapieren durch Abquetschen oder Reißen des Papierrandes. 20 .und Komplementärfarben (!Abgestumpfte Farben !Unbunte Farben) Mit Hilfe eines Siebes aus der Bütte geschöpfter Papierbrei. An ihm ist der !Buchblock befestigt. Dem Bären kommt dies g’spaßig für. nicht beschnittener Papierrand. (!Druckfehler) Raum zwischen zwei sich gegenüberliegenden Seiten. (!Gautschen !Papier) Buchstabe Buchstabenbild Buchstabendreher Bundsteg Buntbücher Bunte Farben Büttenpapier B Die Biene ist ein fleißig Tier. in den englischsprachigen Ländern von oben nach unten.

computergestütztes digitales Verfahren. englischer Buchdrucker. Sein Einfluß auf das abendländische Denken ist kaum zu überschätzen. (!Typographisches Maßsystem) CD-ROM 21 . Scheibe von 12 cm Durchmessern Wichtiger Datenträger digitaler Daten. Hier wurde von ihm 1474 sein erstes Buch auf englisch gedruckt. Verleger und Übersetzer. (!Druckergelehrte) compact disk – read only memory.oder Kunststoffhülle im Format einer Videobox. die die Buchdruckerkunst verbreiteten. Manchmal als Beschriftung auf Computertastaturen für die Umschalttaste zu finden. heißt heute noch Cicero. Sie gehören zu den bedeutendsten des Altertums und der abendländischen Literatur. mit dem technische Konstruktionszeichnungen erstellt werden. siehe auch !Buchrücken) Booklet in die Kunststoffhülle eingelegte Broschüre Umverpackung Karton. Der dafür gebrauchte Letterngrad. rechts von unten nach oben. William Caxton gehört zu den ersten Nichtdeutschen. erlernte die Buchdruckerkunst in Köln und gründete in Brügge eine Druckerei. das Vorbild aller Antiquaschriften Engl. errichtete 1476 in London die erste Druckwerkstatt Englands. in die die CD oder die Jewelbox mit CD eingelegt ist (!Hersteller !Mastering) Chromopapier Cicero Ein einseitig gestrichenes !Papier Typographische Maßeinheit.C CAD Capitalis monumentalis Caps Caxton Computer-Aided Design/Drafting. In Stein gemeißelte römische Versalschrift.512 mm. in die die CD eingelegt wird Covercard eingelegte Vorderseite der Kunststoffhülle Inlaycard eingelegte Hinterseite der Kunststoffhülle mit umgeklappten Laschen (links läuft die Schrift auf der umgeklappten Lasche von oben nach unten. Ciceros Briefe bilden dabei eine einzigartige aus der Antike überlieferte Sammlung von Gebrauchsbriefen. eine seiner Übersetzungen.). Peter Schöffer hat Cicero gedruckt.oder Zeitschriftenbeilage genutzt Begriffe zur CD-Verpackung: Label Aufkleber oder Aufdruck auf der CD Jewelbox. 1476 ging er nach England und eröffnete in Westminster eine Druckerei. häufig auch als Buch. römischer Staatsmann und Redner der spätrepublikanischen Zeit. Chr. Von den 103 Ausgaben seiner !Offizin waren 20 eigene Übersetzungen. -case Kunststoffhülle. Kurzzeichen: c (!Schriftgrad [12 Punkt] !Namen der Schriftgrade) Marcus Tullius Cicero (106–43 v. die Schriftgröße von 4. Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Brügge als Kaufmann und Konsul. (Small caps = !Kapitälchen) William Caxton (1422–1491). Abkürzung für Capitals (!Versalien). Die Benediktiner Conrad Sweynheim und Arnold Pannartz haben in Subiaco bei Rom 1465 (1467 Umzug nach Rom) in der ersten Druckerei außerhalb Deutschlands „De oratore“ (Über den Redner) von Cicero gedruckt.

in der Buchproduktion „Books on Demand“ (!Printing on Demand) preisgünstiges Druckverfahren bei Klein.ddb. Bücher im heutigen Sinne (!Buch). Magenta.und Kleinstauflagen ab 10 Exemplaren. kamen Codizes. die dunkelste zuletzt).: care of) bei. Im wöchentlich erscheinenden NeuerscheinungsSofortdienst werden die CIP-Kurztitelaufnahmen dem Buchhandel bekanntgemacht. Detaillierte bibliographische Daten können im Internet über http://dnb. CMYK CMYK (!Cyan !Magenta !Yellow [Gelb] !Key-colour [Schlüsselfarbe Schwarz]) sind die Prozeßfarben für die !Druckfarben. (!Farben !YCC) CIP-Kurztitelaufnahme Cataloguing in Publication Data Verlage. melden der CIP-Zentrale der Deutschen Bibliothek vor Erscheinen eines Buchtitels die Titelei mit Angaben zum Umfang. (!Bildschirmfarben !Farben !Komplementärfarben) c/o Codex (engl. Magenta. Helligkeit) a (Rot-Grün-Achse) b (Gelb-Blau-Achse) System zur Darstellung und Einordnung einer Farbmeßzahl in einem dreidimensionalen Farbraum. kein Farbwechsel und keine Einrichtekosten an der Druckmaschine. Gleichzeitig dienen diese Angaben dem !VLB. zur Ausstattung und zum Erscheinungstermin. Digitaldruck. Cyan + Gelb = Grün. Chr.de abgerufen werden. Der Begriff erscheint heute noch in !Gautschbriefen. da geringe Kosten durch Verzicht auf Druckplatten. Gelb + Magenta = Rot. Grün. Sekundärfarben: Rot. Aus diesen vier Farben (Vierfarbendruck) werden alle anderen Farben gemischt (subtraktive Farbmischung).CIE-Lab Commission Internationale de l’Eclairage L (Luminanz. Die Druckfolge der Farben ist der Reihe nach Gelb. Erste digitale Druckmaschine 1993. Im !Impressum des Buches wird nach der Zeile „Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme“ ein Teil dieser Meldung abgedruckt. die der CIP-Kurztitelaufnahme angeschlossen sind. K = 45°. (!Explicit) Vor allem im 17. Jahrhundert n. 1991 erste Vorstellung eines solchen Systems. Cyan und Schwarz (die hellste Farbe zuerst. M = 75°. wobei jede der vier Farbrasterpunkte in einem anderen Winkel zueinander steht: C = 15°. Die Pergamentseiten des Codex wurden beidseitig beschrieben und als Buch zusammengebunden (!Pergament). Ladenpreis. Es ist der Schritt zur filmlosen Druckformherstellung.: Baumstamm. Drucken nach Bedarf „Just in Time“. Die digitalen Daten aus einem Druckvorstufensystem werden online direkt auf die lichtempfindlichen Druckplatten einer Offsetmaschine gebracht. Blau !RGB. © = Urheberrechtlicher Schutzvermerk auf Drucksachen (Bücher usw. Gelb = Schwarz. zu Tafeln gespaltenes Holz [für Schreibtafeln]. Cyan + Magenta = Blau. auf und verdrängten nach und nach die bis dahin gebräuchlichen einseitig beschriebenen !Schriftrollen (!Papyros). Durch objektive spektralphotometrische Farbmessung gewinnt in der Druckindustrie der CIE-Lab-Farbraum zunehmend an Bedeutung. per Adresse (lat. von cudere = schlagen) Im 2. Primärfarben: Cyan.) !Warenzeichen Collegium Computer-to-Plate Computer-to-Press Copyright 22 . Y = 0°. Die Umwandlung in CMYK aus anderen Farbräumen nennt man Farbseparation. keine Lagerhaltung. Jahrhundert die Vereinigungen der Buchdruckerzunft.

Erster nachweisbarer Letterndruck in Holland 1471.: kyaneos = dunkelblau. Weitere Namen.und elektronische Medien (griech. mit dem Problem der Typenherstellung beschäftigt und in Haarlem die Kunst des Druckens erfunden haben. schreibt Friedrich Schiller in der „Geschichte des Abfalls der Niederlande“ im ersten Buch: „Im Jahre 1482 wurde die Buchdruckerkunst in Haarlem erfunden. die mit anderen Legenden zur Erfindung der Buchdruckerkunst in Zusammenhang stehen. Druck von Blockbüchern aber schon 1430. 23 . Er mußte den Postulierten (Gehilfen) das Cornutengeld entrichten (!Offizin). u. wie !Gutenberg. (!CMYK !Farben) Corrigenda Coster Cover Cromalin Cross-media Cyan C Die Ceder ist ein hoher Baum. sind Johann !Mentelin. Prokop Waldvogel. Oft schmeckt man die Citrone kaum. (!Andruck !Proof) Plattformübergreifender Datenaustausch für Print. Johannes Brito. Er dient der Kontrolle einer Reproduktion und wird statt eines Offsetandrucks erstellt. dem zum Gehilfenstatus noch das Postulat (!Gautschbrief) fehlte durch das !Gautschen. a. Pamfilo Castaldi.Cornut In den Buchdruckereien ein nach den Lehrjahren losgesprochener Lehrling (!Stift). 1405–1484) soll sich.“) Eher hat sich Coster vielleicht mit !Blockbüchern beschäftigt. Bei den Buchbindern hieß dieser Lehrling !Pachant. (Coster-Legende. Bucheinband (!Einband) Der Cromalinabzug ist ein Farbprüfverfahren der Firma DuPont. Delfter Bibel 1477 (Gutenberg 1445). !Druckfehlerverzeichnis Laurens Janszoon Coster (mit dem Beinamen Küster. kyanos = Kornblume) Dieser grünlich-blaue Farbton ist einer der Grundfarben des Vierfarbendrucks.

Fingerhohlschnitt). Schreibweise z.7 35.4 70. das den Luftwiderstand des !Papiers mißt. . Registerstanzung.9 × 32.: dedicare = schenken.41.0 × 70.8 × 91. Griffregister.4864 cm = 1 Fuß = 12 Zoll. Unter konstantem Druck wird die Luftmenge gemessen.375 mm abgerundet. z.8 × 64.0 25. (lat.3 × 50.7 × 42.4 16.: description = Beschreibung) Beschreibendes Zeichen. !Schriftgrad (4 Punkt) !Namen der Schriftgrade Die Dickte ist die Breite (zur Fläche) eines Buchstabens (Dickte × !Kegel = Breite × Höhe) mit !Vor.8 22.0 × 29. !Akzente stehen über oder unter den Buchstabenbildern.und Nachbreite und bestimmt die !Laufweite. im !Impressum Satzzeichen wie : / .7 14.0 × 59.7 45.0 21. – und !Spatium oder Kombination dieser Zeichen (DIN 1505 Titelangaben von Schrifttum) Betonungszeichen.7 ×129. Die Handmarke dagegen wird nicht eingeschnitten. der sich über fast ganz Europa verbreitete. auch Schöpfer der Didot-Antiqua.3 17.0 × 35.8 32.1 ×118.1 42. B.6 × 25. Grifflochstanzung.0 B-Reihe 100. sondern als Negativfläche auf den Papierrand gedruckt und in den !Beschnitt gestellt. die durch eine Papierfläche in einem bestimmten Zeitabschnitt hindurchströmt.9 Vierfachbogen Doppelbogen Bogen Halbbogen Viertelbogen Blatt Dedikationstitel Defekte Deleaturzeichen Densitometer Densometer Deskriptionszeichen Diakritische Zeichen Diamant Dickte Didot Digitaldruck DIN-Formate (Briefbogen) (Memo) 24 .0 ×141.4 × 84. Korrekturzeichen in Form eines handgeschriebenen deutschen d (!Sütterlin) Optisch-elektronisches Meßgerät zur Kontrolle der Volltondichte und Rasterdichte im Offsetdruck (!Raster) Ein Instrument.0 C-Reihe 91. brachte das von !Fournier aufgestellte typographische Punktsystem und den Pied du Roi in Übereinstimmung und veröffentlichte 1784 den Didot-Punkt.: DIN A4 (!DIN-Normen) Ausgehend von 1 m² und einem Seitenverhältnis von 1 : Wurzel aus 2 = 1 : 1. Zueignung (!Titelei) Vorrätige Buchstaben (!Lettern) im Bleisatz als Reserve zum Einlegen in den !Setzkasten (lat.D Daumenregister Rechts seitlich in den !Buchblock stufenförmig eingeschnittenes Register (Registerschnitt. 1978 wurde der DidotPunkt auf 0.2 × 22. widmen) Widmungstitel in Büchern.7 ×100.7 64. wird durch Halbieren der längeren Seite das nächstkleinere Format erreicht 0 1 2 3 4 5 A-Reihe 84.8 × 21.376 mm. (!Tab) (lat. Er ist der 864ste Teil des französischen Pied du Roi (32.0 50. 1 Zoll = 72 Punkt) = 0.9 59.: deleatur = es werde getilgt) d = Tilgungszeichen.4 29. (!Berthold !Punkt !Typographisches Maßsystem) !Computer-to-Press !Druckverfahren Nach DIN 476 Papierformate in cm. (!Druckbuchstabe !Letter) François Ambroise Didot (1730–1804). B.4 × 45.

2 × 3. Die hintereinanderliegenden Druckbogen in einem Buch ungebunden und ungeschnitten bilden den !Rohblock. Hüllen und Mappen der A-Reihe. Für die Druckindustrie gibt es zahlreiche DIN-Normblätter.1 5. ein Drittel des !Geviertes des entsprechenden Schriftgrades.4 5. z. u.8 10.de). a.5 7. DIN-Normen sind Vereinheitlichungen und Festlegungen in Form von Normblättern.6 × 14. Satz und Druck 16 518 Klassifikation der Schriften (!Schriftklassifikation) 16 521 Linien im graphischen Gewerbe.5 × 7.8 × 6. DIN-Normen DIN – Deutsches Institut für Normung (siehe www. Arten und Dicken 16 544 Begriffe der Reproduktionstechnik im graphischen Gewerbe (griech.2 × 4.6 7 8 9 10 10.2 11. Rundung.4 × 5. h.: di. d. (!Halbgeviertstrich) Querstück am !Tenakel Bezeichnung für Arbeit im gesteigerten Tempo Die Wortzwischenräume des !Schriftsatzes sind ein Drittelgeviert breit.7 × 2.2 3.5 × 8.: DIN Inhalt 1453 Griechische Schrift 1455 Normschriften.din. Falzen und Binden geschnitten.8 6.0 × 2. Bindestrich und Ergänzungsstrich gebraucht. 1.1 × 17. Schulter. Handschrift 5007 Regeln für die alphabetische Ordnung (Abc-Regeln) 5008 Regeln für Maschinenschreiben 16 507 Typographische Maße 16 511 Korrekturzeichen 16 514 Begriffe für Hochdruck. Der plane Papierbogen aus der Druckmaschine (!Bogen) 2. Kuverts. B.4 8. die B-Reihe ist unbeschnitten und wird erst nach dem Drucken. Querstrich. au. Grundstrich. Die Seiten des gefalzten Druckbogens entsprechend dem Ausschießmuster (!Ausschießen !Umleger). Druckform.5 8. (!Bogennorm !Bogensignatur !Kollationieren !Rectoseiten !Schimmelbogen !Schöndruck !Versoseiten !Widerdruck) Druckbuchstabe Der Druckbuchstabe besteht aus druckenden und nichtdruckenden Teilen.7 (Postkarte) 12. Bogen. Strichmodulation nichtdruckende Teile: !Fleisch !Punze !Überhang !Vorbreite !Nachbreite allgemeine Begriffe: !Kegel !Geviert !Dickte !Oberlänge !Unterlänge !Mittellänge Druckerei !Officin Diphthong Divis Divisorium Draufstechen Drittelsatz Druckbogen 25 .4 × 3. die C-Reihe liegt im Format zwischen A und B und dient für Umschläge.2 4.6 12. wird im Schriftsatz als Trennungsstrich.= zweifach [dyo = zwei].1 × 5. phthong = Laut) Doppellaut. Zwielaut.7 4.0 Halbblatt Viertelblatt Die A-Reihe ist die Grundreihe und gebrauchsfertig beschnitten. ei.8 × 16. gebunden den !Buchblock.4 11. eu (Gegensatz: Monophthong) Viertelgeviertstrich. Buchstabenbild. Das Buchstabenbild als druckender Teil steht auf der Fläche „Dickte × Kegel“ (Breite × Höhe) und ist umgeben von verschiedenen nichtdruckenden Teilen.7 × 4.4 × 8. druckende Teile: Auslauf. !Schriftbild !Serifen !Stege. Schleife.

und Zusatzstoffen. z. Es stellt zwei miteinander verbundene Schilde dar. B. Vers 14 heißt es: „Du sollst ehebrechen. Brockhaus GmbH. Trocken. nach der der Satz hergestellt und von !Korrektoren korrekturgelesen wird. In 2.Druckergelehrte Es waren hochgebildete Drucker und !Verleger. h) Paraffin. Druckfehler treten im heutigen Schriftsatz sehr häufig auf. (!Buchstabendreher !Druckerzeichen) Im Ständebuch von Jost Amman (!Holzschnitt) und Hans Sachs (Text) von 1568 „Der Papyrer“: „Daß mir die zschnitn Hadern nelt/“ muß es heißen: „melt“ (mahlen) (siehe Abb. g) Lacklösemittel-Echtheit. i) Seifen-Echtheit und Waschmittel-Echtheit. das in der Dreifaltigkeit gegründete göttliche Wort. Aufl. der Mainzer Psalter von 1457. Oftmals bestanden enge Kontakte zu führenden Persönlichkeiten der Zeit.“ (Natürlich nicht! !Verballhornen) Druckerzeichen Druckfarben Druckfehler 26 . weil oft nicht mehr korrekturgelesen wird (nicht zu verwechseln mit lesen! !Korrekturlesen). (!Buchstabendreher !Druckfehlerverzeichnis !Duden !Schreibweisen !Silbentrennungen !Tektur) Dazu gehören auch falsche Sachangaben. Das älteste bekannte Druckerzeichen stammt von Peter Schöffer aus dem Mainzer Psalter von 1457 (!Druckfehler). d) Hitzebeständigkeit. l) Wasser-Echtheit Erratum typographicum. Chr. Mose 20..und Wachs-Echtheit. !Aldus Manutius (Venedig) und Johannes Froben (Basel. A. Johann !Mentelin zu Kaiser Friedrich III. auf Seite 6). c) Gewürz-Echtheit. Johann Schönsperger zu Kaiser Maximilian I. sollte vor Beginn des Satzes eine !Satzanweisung erstellt werden. die mit einem wesentlichen Anteil zur Entwicklung des Humanismus und der Renaissance beitrugen. ebenso vor dem Binden (!Aushängebogen). !Namen der Schriftgrade [6 Punkt]) zu dem großen Humanisten Erasmus von Rotterdam Ähnlich den !Wasserzeichen in der Papierherstellung ein Herkunftsnachweis und Erkennungszeichen von Druckereien und Verlagen (!Signet). von Frankreich. Die Römer schlagen Hannibal bei Cannae“.. e) Käse-Echtheit. enthält möglicherweise einen Druckfehler auf der letzten Seite: dort steht „spalmorum“ statt „psalmorum“. (Es war aber umgekehrt!) Druckfehler sind so alt wie der Buchdruck (!Korrektor): Eines der frühesten Druckwerke. etwa ein Jahr nach !Gutenbergs verlorenem Prozeß. Auflage von 1731 der Cansteinschen Bibelgesellschaft in Halle verdankt ihren Namen „Ehebrecherbibel“ einem Druckfehler. (!Aldus Manutius !Verleger [Sigmund Feyerabend]) !Farben Homogenes Gemisch aus Farbpigmenten. k) Speisefett-Echtheit. f) Lackier-Echtheit. Für verschiedene !Druckverfahren werden unterschiedliche Farbzusammensetzungen hergestellt mit besonderen Druckeigenschaften. auf dem anderen ein griechisches Λ (für Logos) mit drei Sternen für die Dreifaltigkeit. Interpretation: Christos ist der Mensch gewordene göttliche !Logos. 1999. auf dem einen ein griechisches Χ (für Christos). heißt es auf Seite 30: „216 v. Bindemitteln. b) Alkali-Echtheit. Vor dem Druck findet eine Endkontrolle statt (!Blaupause). Robert !Estienne zu König Franz I. gedruckter Setzfehler (wird dem !Druckfehlerteufel in die Schuhe geschoben) Um Druckfehler soweit wie möglich zu vermeiden und um Korrekturkosten einzugrenzen. in „Der Taschenbrockhaus Weltgeschichte“ vom Verlag F. Die 34. Echtheitseigenschaften der Druckfarben nach DIN 16 524 und 16 525: a) Lichtechtheit. 1.

dem sich 1902 auch die Schweiz anschließt. wurde von Konrad Duden 1880 der erste „Duden“. elektronisches Erstellen von Satz und Seitenumbruch an Arbeitsplatzrechnern. 1901 wird in der Zweiten Orthographischen Konferenz in Berlin ein verbindliches amtliches Regelwerk für Deutschland und Österreich verabschiedet. seit 1951 Desktop-Publishing. Als Erfinder des DTP gelten !Adobe. 1941 Einführung der Antiqua anstelle der !Fraktur. 1929 Die 10. Bekannt ist aber. Einführung des Graphikcomputers Apple Macintosh 1984 (und damit Beginn des DTP). Auflage des Duden 1915 verschmelzen der Buchdrucker-Duden und das amtliche Regelwerk. Aldus und Apple. Auflage erscheint erstmals unter dem Titel „Der große Duden“.und Bilddaten konnten nun gemeinsam verarbeitet werden. 1902 erscheint Dudens Rechtschreibwörterbuch in der 7. 1907 erscheint die 2. Konrad Duden (1829–1911) veröffentlichte anschließend 1872 „Die deutsche Rechtschreibung. Mit der 9. doch er schlägt immer häufiger zu (!Verleger). Auflage. Abhandlungen. Auflage). in Leipzig herausgebracht. eine einheitliche Rechtschreibung auszuarbeiten. Gesichtet hat den Druckfehlerteufel noch niemand. (!Sütterlin) 1947 Das Bibliographische Institut in Leipzig gibt die erste Nachkriegsauflage des Duden heraus (13. Nachdem sich die Beschlüsse des preußischen Kultusministers nach der Einberufung 1875 zur Konferenz der „Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung“ nicht durchsetzen konnten. 1903 wird die neue Orthographie bei den Behörden und in den Schulen eingeführt. Auflage des Buchdrucker-Dudens. wieder alle 4 Jahre in Düsseldorf stattfindende bedeutende Messe für das !graphische Gewerbe.Druckfehlerteufel Metapher für die leider so beliebten !Druckfehler. die nach oder während des Drucks bemerkt und nicht mehr korrigiert werden konnten und dem Druckwerk beigefügt werden. 1911 Konrad Duden stirbt. (!Lichtsatz !PDF) Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung (!Orthographie) (Kurzzusammenfassung der Entwicklung der deutschen Rechtschreibung bis 1871 siehe !Rechtschreibung) 1871 beauftragte Otto von Bismarck (1815–1898) den Kultusminister. Text. (!Addenda et corrigenda !Tektur) Druckfreigabe Druckverfahren Druckvorlage DRUPA DTP !Imprimatur !Blaupause !Aushängebogen !Buchdruck !Offsetdruck !Tiefdruck !Siebdruck !Computer-to-Plate (Digitaldruck) !Vorlage Druck+Papier. Verzeichnis sinnstörender Fehler. Duden 27 . die damit (seit Gutenbergs Erfindung) die Satz. zuletzt 2000. Regeln und Wörterverzeichnis mit etymologischen Angaben“. der detailliertere und eindeutigere Schreibvorschriften als das amtliche Regelwerk anbietet. daß er im Detail steckt. In diesem Jahr erscheint auf Wunsch des graphischen Gewerbes Konrad Dudens „Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache“. das „Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ nach den neuen preußischen und bayerischen Regeln.und Druckindustrie tiefgreifend revolutionierten. Druckfehlerverzeichnis Auch Corrigenda oder Errata. der sogenannte BuchdruckerDuden. Von nun an wird die deutsche Rechtschreibung vom Duden-Verlag „betreut“.

um dann möglichst bis zum Ende der Übergangsfrist am 31. Juli 2005 endet die Übergangsfrist zur neuen Rechtschreibung. Am 1. nicht als falsch. Auflage – Richtlinien zur Rechtschreibung – Richtlinien für den !Schriftsatz – Hinweise für das Maschinenschreiben – !Korrekturvorschriften 28 . Im Dezember legt die „Zwischenstaatliche Kommission“ ihren dritten Bericht zur neuen Rechtschreibung vor. Im August 1996 erscheint die 21. die alte Rechtschreibung bleibt weiterhin bestehen. Die Richtlinien für den Schriftsatz bleiben von der neuen Rechtschreibung fast unberührt. 1954 Im September gibt das Bibliographische Institut in Mannheim eine westdeutsche Neubearbeitung der 14. August 2000 schafft die „Frankfurter Allgemeine“ nach einem Jahr die neue Rechtschreibung ab und führt die alte Rechtschreibung wieder ein. 1955 erklärt die Kultusministerkonferenz die im Duden (Mannheim) gebrauchten Schreibweisen und Regeln für vorläufig verbindlich (bis zu einer amtlichen Neuregelung). wobei in der Bundesrepublik Deutschland an der Herausgabe eines eigenen westdeutschen Duden gedacht wird. Februar 2001 findet die konstituierende Sitzung des „Beirats für deutsche Rechtschreibung“ in Mannheim ohne Österreich und der Schweiz statt. Auflage in: 22. weil in dieser Auflage DDR-typische Stichwörter auftauchen. Auflage des Duden heraus. 1987 beauftragen die Kultusministerkonferenz und das Bundesinnenministerium das Institut für deutsche Sprache Mannheim zur Reform der Rechtschreibung. Oktober mit seiner Zeitschrift „Forschung & Lehre“ zur bisherigen Rechtschreibung zurück. als es die neue amtliche Regelung anbietet (Hausorthographien. neue Buchdrucker-Duden). 1951 erscheint die 14. Im August erscheint die 22. August 1998 tritt die neue amtliche Rechtschreibung in Kraft. August 2005 sind die neuen Rechtschreibregeln alleinverbindlich. Bis dahin gilt die alte Rechtschreibung als überholt. 1991 wieder ein gemeinsamer Duden (20. Am 1. Einführung der neuen Rechtschreibung in den Schulen der meisten Länder. Auflage des Duden. August 1999 führen die deutschsprachigen Presseagenturen und ein Großteil der deutschen Presse eine modifizierte und eindeutigere neue Rechtschreibung ein. Ab 1. Ab 1. Auflage. Auflage des Mannheimer Duden) 1995 vollständige Veröffentlichung einer neuen deutschen amtlichen Rechtschreibung. !Rechtschreibreform Gegliedert ist der Duden der 22. Juli 2005 in staatliche Verordnung umgesetzt zu werden. Am 31. Auflage des Duden und in Leipzig die 18. Auflage in alter und neuer Rechtschreibung. Neubearbeitung des Duden. wobei die neue Rechtschreibung in Rot eingedruckt ist. Ab jetzt erscheinen in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland unabhängig voneinander Neuauflagen des Duden bis 1991. Auflage – Rechtschreibung und Zeichensetzung – Textverarbeitung – Maschinenschreiben und E-Mails – Textkorrektur 21.1948 Im Dezember erscheint eine westdeutsche Lizenzausgabe des Duden in Wiesbaden. Bis 1989 erscheint in Mannheim die 19. und der 21. Am 8. Konkrete Änderungsvorschläge zur neuen Rechtschreibung sollen erst im vierten Bericht Ende 2003 gemacht werden. Der Deutsche Hochschulverband kehrt am 1.

29 . um das !Abliegen des frischen Drucks zu vermeiden. Durchschuß D Das wilde Dromedar man koppelt. Der Dogge wächst die Nase doppelt. die Bezeichnung war dann z.– Die Umsetzung der Rechtschreibreform durch die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen – Vergleichende Gegenüberstellung alter und neuer Schreibungen – Alphabetischer Teil – Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung – (nicht vorhanden) – Vergleichende Gegenüberstellung alter und neuer Schreibungen – Alphabetischer Teil – Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung Siehe www.: 9/11 Punkt (9 auf 11 Punkt. Im Bleisatz wurden !Regletten für den Durchschuß gebraucht und zwischen die Zeilen gelegt.: ductus litterarum = Schriftzüge) Schriftzug. Ausdruck einer Schrift hinsichtlich der Zeichnungsart (lat.de Duktus Duodez Durchschießen (lat. 2. B. innerer Zusammenhang. Linienführung.: zwölf) !Buchformat 1. Zeilenabstand. Beim Druck das Zwischenlegen von unbedruckten Papierbogen. Im Schriftsatz Vergrößern der Abstände zwischen den Schriftzeilen (!Durchschuß) durch Einlegen von Blindmaterial (!Regletten). Abstand von !Schriftkegel zu Schriftkegel (!Blindmaterial) Der Durchschuß kann auf dem Papier von !Schriftlinie zu Schriftlinie mit einem !Typometer ermittelt werden. also 9 Punkt Schrift auf 11 Punkt Kegel). Im !Maschinensatz konnte der Durchschuß auch an den Buchstabenkegel angegossen werden.duden.

Sie gehören zu der serifenbetonten Linear-Antiqua der DIN 16 518.E EAN-Code European Article Number. z. Beispiel: 9783804140486 1. die Warengruppe 978 2.: editio princeps = Erstausgabe) Herausgabe. Darunter steht eine entsprechende Ziffernfolge. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem besonderen Interesse am antiken Ägypten entstanden (der Stein von Rosette kam 1802 nach England). auch Barcode. Dieser Strichcode. Dieser auf Papierbasis entwickelte extrazähe Werkstoff besitzt einen hohen Festigkeitswert. (!Efalin) Typische Anschwünge der Frakturversalien. schmutzunempfindlich und abwaschbar (!Einband) (franz.und scheuerfest. die ISBN 3-8041-4048 3. (!Nut !Efalin !Kaschieren) Nachträgliches Eindrucken mit einer zweiten Druckform auf schon bedrucktes Papier Das Herrichten der Druckmaschine für den Druck (!Fortdruck) Anfangszeilen oder ganzen Satzabschnitt einrücken (!Hängender Einzug !Stumpf anfangen) Geschützter Markenname der Zanders Feinpapiere AG. die zu Beginn des 19. 1825 eine „Italian“. Paperback. in den Buchstaben (!Fraktur) Edition Editor Editorial Efalin Egyptienne Eierkuchen Einband Eindruck Einrichten Einziehen Elefantenhaut Elefantenrüssel FAKT 30 . die letzte Ziffer ganz rechts ist eine Prüfziffer. B. Ausgabe eines Werkes (!Ineditum) !Herausgeber Vorwort. Die Grundstriche und die !Serifen dieser Schrift haben die gleiche Strichstärke und stehen im rechten Winkel zueinander. 1820 wurde in Paris eine „Italienne“ herausgebracht. Durch Imprägnierung ist Elefantenhaut kratz. Eine Egyptienne (noch Antiqua genannt) erschien 1815 bei Vincent Figgins. ist ein 13stelliger maschinenlesbarer Code aus verschieden starken senkrechten Strichen und Zwischenräumen. Die drei ersten Stellen von links bezeichnen die Warengruppe (978). (!Grotesk !Schreibmaschinenschrift !Schriftklassifikation) !Blitz Der Einband umschließt mit seinen Buchdeckeln den !Buchblock. Vorbemerkung des Herausgebers einer Zeitschrift. naßfest und abwaschbar. die Kontrollziffer 6 (lat. !Broschur. dann folgt die !ISBN. 1823 in England eine „Egyptian“.: die Ägypterin) Schriften. Es spielen verschiedene Einbanddecken eine Rolle: Decke mit einteiligem Bezug (Ganzband) oder Decke mit Überzugsmaterial (Halbband). die Clarendon schnitt 1843 Henri Caslon. Leitartikel des Redakteurs oder Herausgebers einer Zeitung Einbandmaterial mit hoher Strapazierfähigkeit. Hardcover. Etwa ein Jahrhundert später löst die Entdeckung des Grabes Tutanchamuns (1922) eine weitere „Egyptienne-Welle“ aus.

: aus den Büchern) Bücherzeichen. z. besonders Zeitungslüge (Zeitungsente). der Ornat]) Schmückendes Beiwort. einer der bedeutendsten !Druckergelehrten seines Jahrhunderts (!Bibel [NT]). diese Methode wird von manchem Leser (Esel) als Lesezeichen benutzt.: Schlußwort) Nachwort. 1540 auch für Griechisch. „grüne“ Wiese (lat. Achtung: lautlich gleich mit !At-Zeichen @ (!Abbreviatur !Ligatur) !Farben (lat. erfundene Falschmeldung. (griech. *1494). (lat.: non testam = nicht bestätigt. manchmal aufwendige und künstlerisch wertvoll gestaltete Bucheignerzeichen mit dem Namen des Besitzers. in Bücher geklebte. nicht geprüft) = deutsch: En Te = Ente 2. n. (!Garamond) (lat. Zur Mitte anschwellende Linie Haltloses Gerücht.Elenchos Ellipse Englische Linie Ente (griech. ein persönlicher Freund des kunstliebenden Königs von Frankreich. Gegenbeweis) Register. B. 3. Ausklang (!Prolog) (griech. die von der Presse absichtlich oder gutgläubig verbreitet wird. Grimm zitiert 1862 Luther: „so kömpts doch endlich dahin. Die Entenfüßchen sind die breiten eckigen. die Ellipse hat auch die Bedeutung „bis“ und ist eine !Ligatur. Jahrhunderts wohl ins Deutsche übernommen. das an stat des evangelii und seiner auslegung widerumb von blaw enten gepredigt wird“. durch die angeschnittene Breitfeder entstandenen Buchstabenfüße der !Fraktur (etwas anderes sind die !Gänsefüßchen). Franz I. 1.: orno = schmücken [z.: es ist vollzogen. lat. B. Fehler) Druckfehlerberichtigungen (!Druckfehlerverzeichnis) !Druckfehler Die obere Ecke einer Buchseite wird nach unten geknickt wie ein Eselsohr. Canard (Ente) wurde im Französischen auch für Falschmeldungen gebraucht und Mitte des 19.: excerptum = Herausgepflügtes) Auswahl aus einem Werk nach für die Leser wichtigen Gesichtspunkten Entenfüßchen Epilog Epitheton ornans Errata Erratum typographicum Eselsohr Estienne Et-Zeichen Euroskala Exlibris Explicit Exponent Exzerpt 31 . seit 1539 Imprimeur du roi für Hebräisch und Lateinisch.: Kontrolle.: Epitheton = Adjektiv. t. es ist zu Ende) Explicit steht am Ende von Handschriften und Frühdrucken: volumen explicitum = die Rolle ist zu Ende. Verzeichnis (!Verzeichnisse) … = 3 Auslassungspunkte. (1515–1547.: et = und) & = Und-Zeichen. Schlußformel antiker Schriftrollen (!Papyros) explicit liber = das Buch ist zu Ende. Auf ihn geht die heutige Einteilung der Bibel in Verse zurück. Schlußformel mittelalterlicher Handschriften und Frühdrucke Am Beginn einer Handschrift wurde der !Lektor (Leser) freundlich begrüßt: lectori salutem = Begrüßungsformel in antiken Schriften (!Buch !Codex !Schriftrollen !Wiegendruck) Hochstehender Buchstabe in kleinerem Schriftgrad (!Index) (lat.: erratum = Irrtum. Robert Estienne (1503–1559). (lat.

4-Bruch-Falz bis 80-g-Papier Ein etwa 15 cm langes messerförmiges flaches und glattes Werkzeug der Buchbinder aus Bein (Elfenbein). Horizontale und vertikale Linien werden vom Fahnensatz Faksimile Faktor Falzarten Falzbein Falzmarke Farbbrille Farbbücher Farben 32 .: Macher. 3-Bruch-Falz bis 150-g-Papier. B. Nachdruck historischer oder vergriffener Bücher. Die !Laufrichtung des !Papiers und das !Papiergewicht sind beim Falzen zu beachten: 1-Bruch-Falz bis 200-g-Papier.oder !Leporellofalz wird das Papier parallel in wechselnder Richtung gefalzt. Beim Zickzack. daß der eine Farbton in dem einen Loch und der zu vergleichende Farbton in dem anderen Loch sichtbar wird. (!Rohsatz !Korrektur) !Fahne (lat.und Übereinanderdrucken unterschiedlich großer farbiger Rasterpunkte aus den vier Einzelfarben können photographische Vorlagen simuliert werden. der Rasterpunkt steht also mit der Spitze nach unten.bis zwölffacher Vergrößerung zur Beurteilung von Bildvorlagen. Die „Farbbrille“ dient dem Vergleichen von Farbtönen und ist eine Schablone. In dieser Arbeitsphase können problemlos ohne großen Arbeitsaufwand ganze Textpassagen eingefügt oder entfernt werden. Magenta. Die quadratischen Rasterpunkte stehen in festgelegten Winkelwerten zueinander: Cyan = 15°. Eigenanfertigung: Mit einem Locher zwei Löcher in ein Stück schwarzen Karton stanzen. !Rastern.und Druckersprache !Heften Lupe mit fünf. Bewirker) Leitender Meister in der Bleisetzerei (!Affenstall !Offizin) Die Druckbogen werden durch !Kreuzbruch oder Parallelfalz gefalzt. z. Gelb = 0° oder 90°. Markierung zum Falzen einer Drucksache.und Parallelfalzung. Magenta = 75°. z. beim !Wickelfalz liegen die Falzbrüche parallel und werden aufgewickelt.: fac-simile = mache ähnlich) Originalgetreuer Nachdruck einer Urschrift. Diesen Karton legt man so. Auf diese Weise lassen sich leicht auch nur gering voneinander abweichende Farbtöne unterscheiden. B. ein kurzes Stückchen feiner Linie am linken Papierrand auf einem !Briefbogen. Drucken usw. Durch Nebeneinander. Bezeichnung für Abzüge des noch nicht umbrochenen Satzes (Fahnensatz).F F Fachsprache Fadenheftung Fadenzähler Fahne Das etruskisch/lateinische F ist aus dem griechischen (phönikischen) Digamma (!Griechische Zahlen) = doppeltes Gamma (Gamma = Γ ) entstanden. 2-Bruch-Falz bis 170-g-Papier. die Gemischtfalzung ist eine Kombination von Kreuzbruch. Schwarz = 45°. Gelb und Schwarz der Euroskala (Skalenfarben) eingesetzt. auch Reprint (lat. Es wird durch die Winkelung eine möglichst geringe Überdeckung der Rasterpunkte erreicht und soviel Farbe wie möglich auf das weiße Papier gedruckt. Für Schwarz wird der Winkel zur Grundlinie von 45° verwendet. !Setzer. !Weißbuch Im Vierfarbendruck werden die Normfarben Cyan.

Daher können diese beiden Farben in der Winkelung ohne Nachteil getauscht werden. also mit Gelb. 75°. !Fettflecke Farbseparation Faulenzer Fettflecke Fisch Flachdruck Flattermarken Flattersatz Fleckenentfernung 33 . RGB. es sind also nur drei moiréfreie Farben möglich. Auf dem Papierbogen sieht man nun die richtig ausgeschossenen Seiten im !Schön. der im Bleisatz im falschen Schriftkastenfach abgelegt ist und so eventuell im Druck als Fehler erscheint. in denen die Farben übereinandergedruckt werden. Bunte Farben. auftragen. um die optische Intensität zu mildern. Farbsatz. Gelb wird aber am schwächsten vom Auge wahrgenommen. Der Flattersatz kann nach links. Blutflecke: Einen Brei aus Weizenstärke und Wasser mit einigen Tropfen Wasserstoffsuperoxyd auf den Fleck auftragen. (!Druckfehlerteufel !Zwiebelfisch) !Lithographie !Offsetdruck Stufenförmig am Rücken der Falzbogen angeordnete Druckmarkierungen (!Kollationieren) Die Zeilen im Flattersatz sind unterschiedlich lang und laufen frei aus.menschlichen Auge am intensivsten wahrgenommen. Bereits eine Abweichung von 0. ist die Trennung der Farben eines Bildes in einen !Farbsatz. (!CMYK) Einen Papierbogen (z. auf die Flecken einen Brei aus Weizenstärke. paginieren und wieder entfalzen. im !Rauhsatz aber häufig. Proof. (!Farbseparation) Auch Farbauszug. Benzin aufträufelt und nach dem Abtrocknen abkehrt. indem man ein Papier unter den Fettfleck legt. im Gegensatz zum !Blocksatz. Unbunte Farben. Im Winkel von jeweils 30° zu Schwarz stehen Cyan (15°) und Magenta (75°). Key-colour. Bei Bedarf wiederholen. Den ätzenden Brei etwas später durch ausreichende Wasserspülung sorgfältig entfernen. muß mit einem gewissen Moiré leben. Von Cyan und Magenta beträgt der Abstand zu Gelb jeweils nur 15°. 45°. dann folgen Magenta. Luminanz. (!Amerikanischer Flattersatz) !Stockflecke: Das angegriffene Papier intensiv anfeuchten. Druckfarben. Fettflecke im !Papier können entfernt werden. Die Wortzwischenräume sind gleich breit.und !Widerdruck als Ausschießmuster. Worttrennungen am Zeilenende sind selten. Diese Winkelung liegt noch innerhalb der Moiréfreiheit. Jede dieser einzelnen Druckvorlagen eines Farbsatzes bedeutet auch einen eigenen Druckgang. Gelb. Farbseparation. Siehe !Abgestumpfte Farben. rechts oder auf Mitte ausgeschlossen sein (!Mittelachse).1° zwischen den Rasterwinkeln kann zu starkem Moiré in Bereichen führen. Farbfächer. ihn mit Talkum beschichtet. um Moiréfreiheit zu erreichen: 15°. und der Winkel von 45° ist davon am weitesten entfernt. HKS. bei Bedarf wiederholen. Schmuckfarbe. gemischt mit Wasser und Chlor (4:1) und etwas Essigsäure. Nach einer Stunde entfernen. Die Druckfolge beginnt mit der schwächsten Farbe. YCC. Cyan. DIN A4) entsprechend des Ausschießschemas (!Ausschießen) falzen. Pantone. Der ideale !Zeilenfall sollte abwechselnd lange und kurze Zeilen haben. CMYK. Schwarz ist die intensivste Farbe im Vierfarbendruck und wird daher für diesen Winkelgrad genutzt. Der Abstand von einer Farbe zur anderen müßte 30° betragen. CIE-Lab. Cyan und Schwarz. (!Fleckenentfernung) Buchstabe. Magenta. Yellow Farbfächer Farbsatz !HKS !Pantone Ein Farbsatz besteht aus den separaten Druckvorlagen für jede einzelne der zu druckenden Farben einer Abbildung. die hellste Farbe. B.

Buchstaben wie „I“ und „l“ nicht zu verwechseln. und 18. Denn die Unkenntnis gerade dieses Wissens konnte zu folgenschweren !Makulaturen führen. ebenfalls die Fachsprache der Drucker und Setzer. so daß der Fuß der Letter beim Korrekturabzug mitgedruckt wird. Minute Flyer Foliieren Folio Formatbüchlein Formate Formatmachen Formelsatz Formsatz Fortdruck Eine Satzart. unter anderem werden Formelbuchstaben. Der Name kommt vom Formatmachen. (!Blockade) (engl. Jahrhunderts wurde die Blattzählung von der Seitenzählung abgelöst. (!Setzer.: kursiv (physikalische Größen) gerade (physikalische Einheiten) t l A m = = = = Zeit Länge Arbeit Masse t l A m = = = = Tonne Liter Ampere Meter. Der druckende Teil ist das !Schriftbild. immer kursiv geschrieben. das Druckbild (!Schriftbild) der !Letter wird auf den Kopf gestellt. um z. B. (!Hornschuch) Jeder „Jünger der Schwarzen Kunst“ mußte daraus Kenntnis haben. um Verwechslungen auszuschließen.: Flugblatt) Handzettel Zwei nebeneinanderliegende Seiten mit gleichen Seitenzahlen versehen (Blattzählung). !Korrekturlesen und Drucken. der erste Druck mit Blattzählung 1470 von Arnold Therhoernen in Köln. technischer. um sie eindeutig von Hochzahlen zu unterscheiden. Ende des 15. oberer und unterer Teil des Buchstabens. z. dem Umgeben der Kolumnen mit Stegen beim !Ausschießen in der Druckform. der nach ganz bestimmten festgelegten Schreibweisen gesetzt wird. (!Druckbuchstabe !Überhang) Zwischen Einbanddeckel (!Einband) und !Buchblock befindliches Vorsatzblatt (!Spiegel !Vorsatz) Warnzeichen des Setzers im Bleisatz. (!Buch !Paginieren) !Buchformat Formatbüchlein waren die frühen Vorläufer der Fachbücher der Buchdruckerkunst im 17. B. Die Formatbüchlein enthielten Ausführungen über das richtige Setzen. Der eigentliche Auflagendruck nach dem !Einrichten und Abstimmen der Druckmaschine (!Andruck !Revision) 34 . chemischer Formeln.und Druckersprache) !Briefbogenformate !Buchformat !DIN-Formate !Plakatformate !Querformat !Satzformat !Zeitungsformate !Formatbüchlein Der !Schriftsatz mathematischer. Im mathematischen Formelsatz sollten Mediävalschriften verwendet werden. zwischen kursiven und geradstehenden Formelbuchstaben zu unterscheiden. bei der die Satzzeilen an einer entsprechenden Form ausgerichtet sind und diese Form nachbilden. Jahrhundert. die Variablen darstellen. bis der Satzspiegel der richtigen Seite beim Abdruck die richtige optische Stellung auf der Papierfläche innehatte.Fleisch Fliegendes Blatt Fliegenkopf Nichtdruckender seitlicher. ebenso gerade alle !Exponenten und Indizes (!Index). Ebenfalls sollten Fußnotenziffern mit Klammern versehen werden. physikalische Konstanten immer geradstehend. (!Mathematische Zeichen) Wichtig ist im Formelsatz auch. die sich zum Teil bis in unsere Tage erhalten hat.

W.m.1946 20. Zwischenräumen usw. Im Satz werden Ziffern. 1946 20-12-1946 Uhrzeit 8 . [14]. benannt nach seinen ersten sechs Buchstaben: f u th a r k Die Runenschrift hat sich wahrscheinlich vom Nordetruskischen her entwickelt.15 8 h.15 a. Jahrhundert an die !Antiqua. so daß das Objekt vom Hintergrund gelöst ist.Fotosatz Fournier !Lichtsatz Pierre Simon Fournier (1712–1768) veröffentlichte 1764 das französische typographische Punktsystem in dem zweibändigen Werk „Manuel typographique“. In der Bildbearbeitung Löschen oder Abdecken des Hintergrundes der Abbildung. Schöpfer der weltweit bekannten Schrift Univers (1957) (!Grotesk !Schriftdesigner) Anmerkung zum Text am Fuß der Kolumne.000: 00 2.000. 12. Aufzählungspunkte usw. gibt es für jede Sprache entsprechende Schriftsatzregeln (siehe auch Literaturverzeichnis Seite 124–127 [1]. f u T a r k g w h n i j O p z s t b e m l N d o f Futura u th a r k g w h n i j é p r s t b e m l ng d o Serifenlose Antiqua von Paul Renner. Tiemann. !Wiegendruck Adrian Frutiger (*1928). Weiß. (!Gebrochene Schriften) Anfang des 20. 1946 20. Buchstaben. Das ältere Futhark besteht aus 24 Buchstaben (3 mal 8 ) und wurde in der Zeit von etwa 250 bis 750 geschrieben. den Frakturschriften und im Sütterlin. vor den linksbündigen Satz gestellt. Ihre Vorformen lassen sich in der Urkundenkalligraphie der Kaiserlichen Hofkanzlei nachweisen. Schneidler und H. (!Duden 1941 !Sütterlin) Zu beachten ist u. a. [21].00 2. Jahrhundert geschaffene Form (fractura germanica) des !Gotischen. Sie beziehen sich auf die Schreibweisen von Abkürzungen. Uhrzeit. (!Didot !Typographisches Maßsystem) (lat. 20.500. mit dem das Satzformat anhand von !Quadraten eingestellt wird. die Schreibweise der „s“ in den gotischen Schriften. An. Jahrhundert geschrieben. ist eine in Deutschland im 16.00 Datum 20.m. 8:15 a. 12. E. Die Fraktur wird in der 2. (!Langes „s“ !Gebrochene Schriften) 1. Jahrhunderts die vorherrschende Drucktype und verdrängt die Schwabacher. [56]). 1928 (!Schriftklassifikation !Schriftdesigner) 35 . 8.und Abführungen „ “ oder » « “ ” oder ‘ ’ ” ” oder » » « » Zahlen 2 500 000. An.: Bruch) Fraktur – Die Fraktur.12. Datum. E. Die Fraktur verlor ihre Bedeutung in Deutschland im 19. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden vorzügliche Frakturschriften von den Schriftkünstlern R.500. Zahlen. Koch (!Gotisch). also freisteht.15 8. am Kapitelende oder am Ende des Werks Runenalphabet. bzw. Das jüngere oder nordische Futhark besteht aus 16 Buchstaben und wurde etwa vom 8.und Abführungen. !Zapf geschaffen.00 2. eine gebrochene Schrift mit ihren typischen !Elefantenrüsseln und !Entenfüßchen. also freigestellt.500. R. bis ins 12. (!Hängender Einzug) So wie im deutschen Schriftsatz eine !Orthotypographie existiert. 15 deutsch englisch amerikanisch finnisch französisch Fraktur Freistellen Fremdsprachensatz Frontispiz Frosch Frühdruck Frutiger Fußnote Futhark Illustration gegenüber der Titelseite eines Buches (!Titelei) Verschiebbares Winkelstück am !Winkelhaken. 2.000.

Im Anlaut einer Silbe steht das lange „s“ (s). auch Korpus (!Namen der Schriftgrade) 1. das ist dem Sohne Gutenbergs die allerbeste Tauf. Bildlich wurde so aus dem Papierbrei des unbedarften !Cornuten der feste bedruckbare brauchbare Papierbogen eines !Gehilfen. Claude Garamond (1480–1561). franz. Beim (horizontalen) !Lesen rutscht das Auge durch die Zeilen senkrecht ab. auch innerhalb eines Wortes. Bei der Papierherstellung Wasser aus dem Papierbrei pressen. (!Gespan) 2. Der durst’gen Seele gebt ein Sturzbach obendrauff.und Abführungen („99“ „66“) im deutschen Schriftsatz (!Guillemets). und der Lesefluß ist unterbrochen. sowie griechische Typen. die dort zusammen in einer Gasse arbeiteten. Auf seine Schriftvorbilder geht eine Reihe von Antiquaschriften zurück. außer in zusammengesetzten Wörtern. schuf bedeutende Antiquaschriften und Kursive (seit 1531) durch Weiterentwicklungen der Aldus-Typen. Gardez Garmond Gasse Gautschbrief Nach Freisprechung und !Gautschen (!Gautschspruch) wurde den Setzern und Druckern nach alter Sitte ein Gautschbrief verliehen. wurden „Arschgespan“ genannt. der sie aus dem Stand der !Cornuten in den Stand der !Gehilfen erhob. (!Büttenpapier !Papier !Pachant) 2. auch innerhalb eines Wortes. auf diesen nassen Schwamm. Sie wurde das erste Mal von ihm 1621 in Sedan eingesetzt. Schluß-„s“. (!Schriftdesigner) 2. laßt seynen Corpus Posteriorum fallen. wo man sie 1917 fälschlicherweise Claude Garamond zuwies.“ (!Fraktur !Gotisch !Sütterlin !Langes „s“ !Scharfes „s“ !Schriftklassifikation) Zu beachten ist bei gebrochenen Schriften die Schreibweise der „s“. die Garamonds langanhaltenden Ruhm begründeten. Im Bleisatz (!Handsatz) der begehbare Raum zwischen Setzregalen und Arbeitsplätzen. Im Auslaut einer Silbe steht das runde „s“ (#).: coucher = legen. die über mehrere Zeilen genau untereinanderstehen und so eine häßliche vertikale Schneise im Gewebe des Satzes bilden (auch Gießbach). Stempelschneider und Schriftgießer.G Gänsefüßchen Garamond „ “ = !An. Gautschen Gautschspruch Gebrochene Schriften 36 . Allerdings ist die nach seinem Namen benannte weltberühmte Schrift „Garamond“ nicht von ihm. Diese 1917 geschnittene Schrift geht auf Jean !Jannon (1580–1658) zurück. Das Doppel-„s“ (ss) wird. (!Offizin) (franz. mit langem „s“ geschrieben (siehe auch Seite 108). In der Textkolumne Wortzwischenräume. Nach Buchdruckersitte seit dem Ende des 18. niederdrücken) 1. 1. Die Setzer. Die Schriftmatrizen gingen 1642 (oder etwas später) nach Paris. „Packt an Gesellen. bis triefend beide Ballen. die Robert !Estienne (!Bibel [NT]) verwendete und die bis heute Verwendung finden. !Schriftfamilie im Charakter der französischen Renaissance (!Schriftklassifikation) !Vorsatz !Schriftgrad (10 Punkt). Jahrhunderts Lehrlingslossprechung: Der angehende Gehilfe wurde auf einen nassen Schwamm gesetzt (auf den !Korrigierstuhl) und dann von Packern ins Wasser geworfen. etwas anderes sind die !Entenfüßchen in der !Fraktur.

dem Viertelgeviert und dem Achtelgeviert gerechnet. Jahrhundert: Jahrhundert der Elektronik und das Ende der Bleiletter Mitarbeiter. Jahrhundert: Jahrhundert der großen Drucker 19. 5 !Satzzeichen). mit der seine berühmte 42zeilige Bibel gedruckt wurde. Für jede Schriftgröße gibt es also jeweils eine andere Geviertgröße. Jahrhundert: Jahrhundert der großen technischen Neuerungen 20.Gehilfe Gehrung Ein nach der Lehre mit Gehilfenbrief und !Gautschbrief ausgestatteter !Setzer oder Drucker Gehrungen sind im Bleisatz Linieneckstücke aus Messing. im gleichen Schriftgrad auf Block ausgeschlossen (!Blocksatz !Satz) (griech. Dazu benötigte er etwa 290 verschiedene Schrifttypen. (!Linien) Kleinbuchstaben (!Versalien) !Falzarten * (*) *† †† = = = = geboren außerehelich geboren am Tag der Geburt gestorben ausgestorben (Familien) † †* ≈ ∞ = = = = gestorben tot geboren getauft verheiratet Gemeine Gemischtfalzung Genealogische Zeichen Geschichte des Buchdrucks Ein charakteristischer kurzer Überblick (500 Jahre) in Stichwörtern: 15. bei der sich die Länge der Gesamtstrecke zur größeren Teilstrecke verhält wie diese zur Reststrecke (etwa 3 : 5 : 8) Gebrochene eckige enge Schrift (etwa 14. bei denen das Druckbild feiner ist als der Fuß der Linie. z. Gespan Geviert Ghostwriter Gill Glatter Satz Glossar Goldener Schnitt Gotisch Wilhelm-Klingspor-Gotisch von Rudolf Koch. (!Schriftkegel !Druckbuchstabe) Jemand. Jahrhundert: Jahrhundert der großen Verleger 17. Fortlaufender !Werksatz. Jahrhundert) mit Gitterwirkung (!Schriftklassifikation [10] !Fraktur !Gebrochene Schriften). und 15. nach ihm ist eine !Schriftfamilie benannt. Im Schriftsatz wird mit dem Geviert. 92 !Abbreviaturen. Gebrochene Schriften). Wörterbuch. 63 !Minuskeln. 37 . Jahrhundert: Jahrhundert der Erfindung des Buchdrucks und ihre Expansion 16. Graphiker. das so breit ist (!Dickte) wie der Schriftkegel hoch (!Kegel) = Dickte × Kegel (oder Schriftkegel im Quadrat = Geviert) und somit ein auf den Schriftkegel bezogenes quadratisches Maß bildet. Reden oder Bücher (viele Politiker haben Ghostwriter) Eric Gill (1882–1940) !Schriftdesigner. Die Gehrungen gewährleisten an den Ecken eines Linienkastens die Linienanschlüsse. Sprache [erklärungsbedürftiges Wort]) Glossarium. Wörterverzeichnis mit Erklärungen Zahlenverhältnis einer Strecke. Die gotischen Schriften entwickelten sich aus der !Karolingischen Minuskel.: glossa = Zunge. Bildhauer und Kritiker. 1925 !Gutenberg schnitt eine gotische Schrifttype. Genosse (!Gasse !Offizin) Das Schriftgeviert ist ein Ausschluß. 83 !Ligaturen. siehe Typenapparat Seite 118 (47 !Versalien. eine Textura (!Text. siehe auch Seite 108. die im Winkel von 45 Grad angeschnitten sind. Helfer. Das Schriftgeviert bildet die Basis im Umgang mit Schrift und ihren verschiedenen Zwischenräumen. der für andere schreibt und ungenannt bleibt. ansonsten würde im Druckbild ein Abstand entstehen. B. dem Halbgeviert. Jahrhundert: Jahrhundert der großen Literaten und schlechten Drucker 18.

Druckgraphik künstlerisch gestalteter Blätter.: grottesco = nach Art der Grottenbilder. nur mit griechischen Buchstaben. Die Univers von Adrian Frutiger (1957) ist schließlich die Antwort auf die neuen Erfordernisse der Fotosatztechnik. in der !Graphik arbeitender Künstler Sammelbezeichnung für alle Zweige der Druckindustrie (Druckvorstufe. 1832/33 erschien eine Grotesk bei den Schriftgießereien Thorowgood und Blake and Stephenson. αα΄ = 1001. Weiten Kreisen erschien diese serifenlose Schrift aber „grotesk“. „nach Art der Grottenbilder“]) Bezeichnung für den Schriftcharakter der serifenlosen !Antiqua. bis ins 1. Jahrhundert v. Grotte [das Adjektiv grotesk ist abgeleitet von Ende des 15. ausgehende ionische Zahlenschrift. Nach und nach wurde die Grotesk für Akzidenzdrucksachen verwendet. 1880 wurde in Berlin die Royal-Grotesk von Ferdinand Theinhardt (1820–1909) entworfen. „Grotten“. Druck.Goudy Grab Grad Graphem Graphik Frederic William Goudy (1865–1947). β = 2000 ΄ ΄ ΄ !Daumenregister (ital. B. 10–90. Für die 27 griechischen !Zahlen (1–9. Print. gründete 1903 eine !Privatpresse. Digamma {siehe !F}]. Jahrhunderts entstanden zahlreiche weitere Groteskschriften. die den Bogen durch die Druckmaschine befördern. α΄ = 1. Jahrhunderts in England (die „Doric“ [amerikanisch: „Gotic“]. von grotta = Höhle. der „Jonic“ [amerikanisch: „American doric“]) mit der beginnenden Industrialisierung als „Industrie-Schrift“. eine Grotesk heraus. Hälfte des 19. !Radierung. gefundenen Malereien. ια΄ = 11. wunderlich [franz. α = 1000. !Holzstich. Zeichner. 2. Jahrhunderts in verschütteten römischen Ruinen. ρ΄ = 100. die noch bis heute gültig ist. Als zweites Zahlensystem wurde die von Milet etwa 450 v. neben der !Egyptienne. !Schriftgrad Kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit in einem System von Schriftzeichen zur Darstellung von Phonemen (kleinste bedeutungsunterscheidende Laute). ι΄ = 10. Die Grotesk entstand Anfang des 19. (!Schrift) (griech. β΄ = 2. für 90 [Koppa {siehe !Q}] und für 900 [Sampi]) zusammen mit einem Beistrich. 1816 brachte William Caslon IV.: graphein = schreiben) Illustration. z. Finishing) An der breiten Seite des Druckbogens setzen Greifer an. gebraucht und ist ähnlich aufgebaut wir die !Römischen Zahlen. In der 2. Chr. Mit ihrer klaren strengen Formensprache hat sie den Zeitgeist der Moderne getroffen. närrisch]. Als Zahlensystem wurde die attische oder herodianische Zahlenschrift von der Mitte des 5. bedeutender amerikanischer Schriftkünstler (über 100 Druckschriften). Dieser etwa 8 bis 15 mm breite Rand kann nicht bedruckt werden. der !Vorlagen herstellt und Entwürfe fertigt. aber auch Handzeichnungen gehören dazu. grotesque = lächerlich. 1. (!Lichtsatz !Schriftdesigner) Graphiker Graphisches Gewerbe Greiferrand Griechische Zahlen Griffregister Grotesk 38 . Weiterverarbeitung – Premedia. die er 1819 als „Egyptian“ veröffentlichte. die später als Akzidenz Grotesk der Berthold AG (!Berthold) bekannt wurde. Ein neu zu schaffender Wortzwischenraum. Chr. in den ein fehlendes Wort eingefügt wird (um eine !Leiche zu beseitigen). die durch verschiedene Verfahren vervielfältigt (!Holzschnitt. !Stahlstich) und meistens je Blatt heute im Original numeriert und signiert werden (häufig 100 Exemplare). seltsam. verwendet. 100–900) dienen als !Ziffern die 24 Buchstaben des griechischen Alphabets + 3 Buchstaben aus älteren Alphabeten (für 6 [Vau. !Kupferstich.

Von hier aus verbreitete sich die „Schwarze Kunst“ schlagartig über Europa (!Buchdruck). wobei für jede Arbeitsphase zahlreiche Probleme überwunden werden mußten. (!Gotisch !Text !Wortzwischenraum) Dazu einige Angaben zum Werdegang des Werkes: 1450 Kreditaufnahme von zweimal 800 Gulden (heute eine Millionensumme) bei dem Mainzer Kaufmann Johannes Fust. Die Zahlungsunfähigkeit Gutenbergs führte anschließend zur Übernahme seiner Druckwerkstatt durch die neugegründete Firma Fust und Schöffer. doppelseitiges Drucken auf Papier (bis dahin war nur einseitiges Bedrucken des Papiers möglich. Weitere scherzhafte Begriffe für Buchdruckmaschinen und -pressen in der Drucker. Johannes Gutenberg. Einige der Arbeitsphasen sind: Stempelschnitt. Prokop Waldvogel. Schlitten. genannt Gutenberg (um 1400–1468).de Bereits 1041 druckte Pi Sheng in China mit beweglichen Lettern aus Ton. Johannes Brito.und Drucksystems (die schöpferische Arbeit eines Verfahrensingenieurs). Schaffung einer geeigneten haltbaren Druckfarbe. gilt als Erfinder des !Buchdrucks. Siehe auch www. Bis heute sind 48 Exemplare in aller Welt erhalten. In allen Fällen haben solide Untersuchungen nichts nachweisen können (siehe z. Versuche mit Lettern seit etwa 1436 in Straßburg und ab 1440 in Mainz. Gutenbergs Hauptwerk ist seine 42zeilige !Bibel (Typenapparat siehe Seite 118) mit insgesamt 1282 Seiten. Für den Reformator Martin Luther (1483–1546) ist die Erfindung des Buchdrucks „das höchste und äußerste Gnadengeschenk“. Schmutzige Galeere. (!Schwabacher) Die Erfindung selbst besteht vor allem in der Schaffung eines komplett umfassenden und funktionierenden Satz. Straßburg und Basel. Jahrhunderts wurde in über 60 deutschen Städten von etwa 300 Druckereien gedruckt. Gutenberg 39 . Auftragen der Farbe auf den !Bleisatz. ein beidseitig bedrucktes kleines Papierblatt.gutenbergdigital. Albert Kapr. siehe auch !Blockbücher). an der neben etwa 20 Beschäftigten auch Peter Schöffer mitarbeitete. und im 10. zweispaltig in zwei Bänden. Mühle. !Blockbuch) in einer selbstkonstruierten Druckpresse. Die Bedeutung der Erfindung liegt in der Massenkommunikation und damit in der Möglichkeit der Demokratisierung von Wissen und Bildung (!Hugo !Lichtenberg). Eltville.und Setzersprache sind: Elende Klappermühle. (!Druckerzeichen) Zunächst fünf Rheinstädte haben schon zu Gutenbergs Lebzeiten den Buchdruck ausgeübt: Mainz. Guß der Lettern aus einer Bleilegierung.Stilistische Bezüge von Grotesk-Schriften Renaissance: Gill Sans Barock: Franklin Gothic Konstruiert: Futura (!Schriftklassifikation) Grundschrift Guillemets Gurkenhobel Klassizistisch: Helvetica Vorherrschende Schriftgröße und Schriftart einer Drucksache » « = im Deutschen umgedrehte französische !An. Johann !Mentelin [!Buchdruckerwappen].de www. B. B. Nudel Johannes Gensfleisch zur Laden. 36 auf Papier und 12 auf Pergament. Zwischen 1452 und 1455 Fertigstellung der 42zeiligen Bibel.und Abführungen (!Gänsefüßchen) Der Begriff Gurkenhobel wurde für eine betagte und klapprige Druckmaschine gebraucht. Köln. Jahrhundert kamen Zinntypen vor. Im Jahre 2000 wurde Gutenbergs 600. erschienen 1455 in Mainz in einer Auflage von 180 Stück. Bis zum Ende des 15. 1986). Laurens !Coster. 1456 Prozeß Fusts gegen Gutenberg wegen Rückzahlung der Kreditsumme einschließlich Zinsen. Geburtstag gefeiert (Museum in Mainz). Bewegliche Metallettern waren auch etwa 200 Jahre vor Gutenbergs Erfindung in Korea in Gebrauch. Pamfilo Castaldi). Die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg wurde verschiedentlich streitig gemacht (z. Zusammenfügen der Lettern zu Kolumnen. davon 30 auf hochwertigem Pergament. erste Drucke 1445 („Fragmente vom Weltgericht“.gutenberg.

besser sind 1200 dpi. Jahrhunderts in einer 10-Punkt-Schrift 30 Zeilen zu 20 Cicero gesetzt oder etwa 1600 Buchstaben. übersichtlich aufbewahrt in genormten Kästen. Durch den Umgang mit Blei tranken die Setzer täglich viel Milch (neben Bier und Schnaps). Seine Arbeitskleidung bestand im 20.und !Lichtsatz und durch die Computertechnologie. Jahrhunderts eine aktuelle Technologie bis zur Ablösung durch den Foto. Der Handsatz blieb bis in die 60er und 70er Jahre des 20. (!Stundensatz) Im !Maschinensatz waren zwischen 4000 bis 6000 Buchstaben je Stunde möglich. 15 für Stege). (!Einziehen) Halbunziale Halslinie Handmarke Handsatz Hängender Einzug 40 . In den üblichen Druckverfahren werden die Halbtöne gerastert und durch unterschiedliche Rastergrößen und Rasterdichten dargestellt. Es sind die kontinuierlich verlaufenden Schwärzungen von Hell zu Dunkel. Sein Arbeitsplatz wurde !Gasse genannt. Die anschließend ausgeschlossenen Zeilen wurden dann zu !Spalten auf einem !Satzschiff gesammelt. Hier befand sich in kurzer Reichweite griffbereit sämtliches Arbeitsmaterial. von Strichzeichnungen sind aber mindestens 800 dpi notwendig. alle folgenden Zeilen sind links eingezogen.H Haarlinie Haarspatium Haarstrich Hadern Halbfett Halbgeviert Halbgeviertstrich Halbtitel Halbton Sehr feine Linie (kleinste gerätespezifische physikalische Ausgabestärke). 30 für Regletten. hergestellt wird. In einer Stunde wurden von einem Handsetzer Mitte des 20.2 mm nicht unterschreiten sollte. !Unzialschrift Untere Abschlußlinie des Tabellenkopfes (!Tabellensatz) !Daumenregister Nach der ersten Herstellung der beweglichen !Letter durch !Gutenberg hatte sich an dieser Technologie etwa 500 Jahre nichts geändert. aus denen hochwertiges Papier. (!Papier) !Schriftfamilie !Geviert – = waagerechter Strich von der Breite eines Halbgevierts (!Divis) !Titelei Halbtöne sind Grautöne: die grau erscheinenden Tonwerte zwischen den vollen Tönen Weiß und Schwarz. etwa 145 unterschiedliche Teile !Blindmaterial (60 für Ausschluß. z. um einen Druck sicher zu ermöglichen. die aber 0. (!Raster) Anmerkung: Beim Einscannen von Halbtonbildern reichen 300 dpi. (!Linien) ½ Punkt starker Zwischenraum (!Spatium) Der feine Strich des !Buchstabenbildes im Gegensatz zum fetten Grundstrich Lumpen und Stoffabfälle. Hier wurden auch die Schriftkästen (!Setzkasten) aufgestellt. 40 für Quadraten. (!DTP) Der !Setzer arbeitete im Handsatz vorwiegend im Stehen (!Korrigierstuhl). Der Setzer entnahm die Bleibuchstaben dem Setzkasten und stellte sie im !Winkelhaken (!Setzerwerkzeug) zu Zeilen zusammen. !Büttenpapier. (!Bleisatz) Die erste Zeile des Textes wird auf volle Satzbreite gesetzt. aus denen gesetzt wurde und die sonst in Magazinen aufbewahrt wurden. Jahrhundert meist aus einem blaugrauen Kittel. B.

die du lang gesucht In den Bücherein. (!Bibel !Hesse !Lektor !Mentelin !Synopse) (engl. Bultmann) und Sprachereignis. Auf Farbfächern wird jeder Farbmischung eine HKS-Nummer zugeordnet. Einfluß nimmt: vom Manuskript (Autorenkontakt) über die Druckvorstufe (Satzherstellung. Faden. z. Doch sie weisen dich geheim in dich selbst zurück. Hier kann der Autor seine !Autorkorrektur eintragen. Verstehen von Sinnzusammenhängen Die „verstehende“ Methode der geisteswissenschaftlichen Hermeneutik steht der der „erklärenden“ naturwissenschaftlichen gegenüber. Papier usw. beispielsweise zum Thema !Typographie oder !Imprimatur. Zeitungsdruck (Z) und Kunstdruck (K) der Firmen Hostmann-Steinberg H. Die Hermeneutik versucht die Bedeutung und den Sinn aus Werken des menschlichen Geistes in ihrem Zusammenhang zu verstehen.: Producer) Verlagsmitarbeiter der Abteilung Herstellung. Leuchtet jetzt aus jedem Blatt – Denn nun ist sie dein. !Mastering). in dem sich Heil ereignet (G. B. bis zur Auslieferung des kompletten Projekts. Headline Heften Herausgeber Hering Hermeneutik Hersteller Hesse Weisheit. Zwirn. erklären) Kunstlehre des Verstehens. teilweise auch von Projekt zu Projekt. Auslegung von Texten. Stern und Mond. philosophische Hermeneutik). auslegen. durch Übersetzung die biblische (Sprach-)Wirklichkeit in die jeweilige (Sprach-)Wirklichkeit der Gegenwart zu bringen. der die technische und organisatorische Abwicklung. Korrekturen. was du brauchst. Bildbearbeitung. es ist die biblische Botschaft des Ausdrucks von Existenzerfahrung (R. Die Abgrenzung zwischen Hersteller und !Lektor ist von !Verlag zu Verlag unterschiedlich. Hermann Hesse (1877–1962) Bücher Alle Bücher dieser Welt Bringen dir kein Glück. Schmincke S. (griech. (!Farben !Pantone) 41 . Termine) bis über die Weiterverarbeitung (Bindungsart. (!Buchblock) Der Herausgeber (Editor) veröffentlicht Druckwerke. Denn das Licht. und den Zeitplan der Produktion überwacht und auch auf Gestaltung. ohne selbst !Autor zu sein. Dort ist alles. Umbruch) und den Druck (Papier. Ebeling). K + E Druckfarben K. Heidegger. In dir selber wohnt. Erst nach Ausführung der Hauskorrektur erhält der Auftraggeber einen Abzug. Farben. sprach man vom Hering.Hauskorrektur Die erste Satzkorrektur nach der Texterfassung.: hermeneuein = aussagen. der Buchproduktion einschließlich der Kostenkalkulation. ebenfalls auf die eventuell beigelegte CD-ROM-Produktion (!CD-ROM. Umschlag). Kordel. Die Hauskorrektur geht zu Lasten der Setzerei. Spirale oder Kamm verbunden. danach du frugst. HKS Farbensystem für Druckfarben mit 84 Farben für die Papiere Naturstoff (N). Sonne. Verstehen wird heute als Weise des menschlichen Existierens selbst begriffen (M. (!Korrektur) Schlagzeile Bogenteile oder Lagen werden mit Drahtklammern. (!Verleger) Wurde in der Bleisatzdruckerei dem Lehrling vom Meister einen Rüffel erteilt. Die theologische Hermeneutik bemüht sich.

Er durchdringt die Lüfte. unzerstörbar. quer zur Faser geschnittenes Hartholz.). Kap. Victor Hugo (1802–1885). a. Im 19. Schweizer Graphiker. die nichtdruckenden Teile werden entfernt und erlauben feinste Linien und Schraffuren. daher Holzstich.Hochdruck Hochzeit Holzschnitt !Buchdruck Doppelt gesetztes Wort (!Leiche !Witwe) Der Holzschnitt kam in Europa um 1400 in Gebrauch (!Blockbücher). Es kann als Vorläufer der !Formatbüchlein gelten. seit 1561 in Nürnberg und Frankfurt. Formattabellen und Druckschriftenübersichten. schwärmt aus in alle vier Winde und ist zur gleichen Zeit überall in Zeit und Raum. (!Halbton !Holzschnitt !Xylographie) !Blockbücher Hieronymus Hornschuch – D. Etwa 1000 Abdrucke sind möglich. studierte an mehreren Universitäten. „In der Form des Druckes ist der Gedanke unvergänglicher denn je zuvor. Nach Erfindung des !Buchdrucks durch !Gutenberg wurden Holzschnitte seit etwa 1460 zur Buchillustration verwendet. aber auch im Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ (4. Jahrhundert war der Holzstich als Reproduktionsverfahren in Europa weit verbreitet. Es enthielt u. Er schrieb aus dieser Tätigkeit heraus das heute älteste erhaltene Lehrbüchlein für Korrektoren. Seinen Unterhalt während des Studiums verdiente er sich u. Die Hirnholzdruckplatte wird mit dem Stichel bearbeitet. Jetzt macht er sich zur Vogelschar. gilt als wichtigster Buchillustrator des 16. wo er 1616 starb. Jahrhunderts in Deutschland (!Druckfehler !Verleger). Im Expressionismus erlebte der Holzschnitt einen weiteren künstlerischen Höhepunkt. das in Faserrichtung geschnitten ist. a. und die nichtdruckenden Teile werden entfernt.H. unangreifbar. Nach Michael Wolgemut (1434–1519) verwendete auch Albrecht Dürer (1471–1528) den Holzschnitt als künstlerische Ausdrucksform.“ (!Lichtenberg) Holzstich Holztafeldruck Hornschuch Hugo 42 . wurde 1608 in Basel Doktor der Medizin und ließ sich als Arzt in Leipzig nieder. Ab 1770 arbeitete der Kupferstecher Thomas Bewick in England mit Holzstichen. Etwas mehr als 100 Jahre nach !Gutenbergs Tod wurde Hieronymus Hornschuch 1573 in Henfstädt geboren. Er war auch als künstlerisches Verfahren sehr beliebt. Teil 2). Als Druckstock übertrifft das Hirnholz Kupfer in seiner Härte und kommt Stahl nahe. Auflage in dem Roman „Notre-Dame de Paris“ (5. Ein glattgehobeltes Hartholzbrett. als !Korrektor. Man verwendet Hirnholz. Er preist die Tat Gutenbergs als die „Mutter der Revolution“. eine Darstellung von !Korrekturzeichen. die wie Halbtöne erscheinen. Kap. In den Zeiten der Baukunst macht er sich zum Berg und bemächtigt sich gewaltsam eines Jahrhunderts oder eines Ortes.H. Für Victor Hugo ist die Erfindung der Buchdruckerkunst „das größte Ereignis der Geschichte“. Es erschien 1608 in lateinischer Sprache in Leipzig und 1634 in deutscher Übersetzung. (1573–1616) schrieb als einer der ersten eine Art Katechismus für !Korrektoren und !Autoren. Jost Amman (1539–1591). die „Orthotypographia“ (!Orthotypographie). er ist beflügelt. (!Holzstich) Eine Sonderform des Holzschnitts ist der Holzstich und gehört zu den Hochdruckverfahren (der !Kupferstich zu den Tiefdruckverfahren). wird mit Schneidemessern bearbeitet. Das Büchlein erschien noch bis etwa 1744 in etwas veränderten Neuausgaben. Er setzte !Gutenberg und seiner Kunst 1831 ein unvergängliches literarisches Denkmal ab der 2. „das Buch tötet das Bauwerk“. Sie hat die Architektur als Chronik der Menschheit abgelöst.

Das trifft selbstverständlich auch auf Hurenkinder in der !Schwarzen Kunst für ein tadelloses Druckwerk zu. In der „guten alten Zeit“ wurden die Kinder lediger Mütter verächtlich „Hurenkinder“ genannt und durften eigentlich nach vorherrschender gesellschaftlicher Vorstellung gar nicht vorkommen. Der Hofhund macht dem Wandrer bange. (!Schusterjunge !Waisenkind) H Der Hopfen wächst an langer Stange. 43 .Hurenkind Am Anfang einer Kolumne stehende Schlußzeile eines Absatzes.

Ideenschreibung z.di“ eingebettet !Holzschnitt !Holzstich !Kupferstich !Radierung !Schriftgrad (150 Punkt) Druckvermerk in Büchern (!Kolophon). Im Laufe der Zeit bekamen dann alle „i“ einen Punkt bzw.und Lehrbüchern eine ganz entscheidende Rolle. Sach. hell. Er wird oft in Buchreihen gebraucht. von cuna = die Wiege) !Wiegendruck Der Innentitel steht auf der linken Seite 2. z. Inch [Zoll] = 12. B. dann IG Medien. Um 1350 war dieser Prozeß abgeschlossen (siehe für zwei Punkte über dem Buchstaben !Akzente und !Umlaute). Teil eines Fußes) 1.54 cm (lat. Dieses Ziel ist mit typographischen Mitteln durch klare Gliederungen zu unterstützen. Der Begriff wird für ein Verzeichnis gebraucht. Index bedeutet auch eine Liste verbotener Bücher. Datum und Druckort. gegenüber dem Haupttitel (Seite 3). „rn“ und „m“. häufig auch in Büchern die !CIP-Kurztitelaufnahme mit !Deskriptionszeichen. um auf die anderen Titel der Reihe hinzuweisen. hat oftmals die Höhe von zwei oder mehr Zeilen und ist manchmal verziert (!Unziale) (lat. Tiefstehender Buchstabe in kleinerem Schriftgrad (!Exponent) 2. Es enthält mindestens !Copyright.: incunabula = Windeln. (!Verzeichnisse) 3. „m“ oder „ni“ unterschieden werden konnten. „in“. Auflage. Ein ähnliches Unterscheidungsproblem besteht heute beim Einscannen von Schrift. B. B. Es dient dem raschen Auffinden und Nachschlagen von Sachinhalten. (!Titelei) Ideogramm IG Druck+Papier Illustrationen Imperial Impressum Imprimatur Inch Index Ineditum Inhaltsverzeichnis Initial Inkunabel Innentitel 44 . (!Buch) Noch nicht veröffentlichte Schrift (!Edition) Das Inhaltsverzeichnis spielt bei Fach-. damit z.: unica = Zwölftel [unus] = Unze.I i Der Punkt auf dem „i“ ist gegen Ende des 11. größer als die Grundschrift. heiß (!Logogramm !Piktogramm) Industrie-Gewerkschaft für das graphische Gewerbe. Der hierarchische Aufbau des Werkes und die Wertigkeit der Themenbereiche sollten spiegelbildlich im Inhaltsverzeichnis ausführlich ablesbar sein. Zeitungen und Zeitschriften. Seit Ende 2002 ist nur noch ein Hinweis auf die Kurztitelaufnahme im Internet vorgesehen. heute mit anderen Gewerkschaften in „ver. Jahrhunderts als kleiner Strich über dem „i“ entstanden. in der Entwicklung der Schrift: Zeichen Sonne = in der Bedeutung Licht. (!VLB) Erteilung der Druckerlaubnis (!Blaupause !Aushängebogen) Englische Bezeichnung für Zoll = 2. Strich. (!Verzeichnisse !Registerpunkte) Anfangsbuchstabe eines Absatzes. Tag.

Prüfziffer 1 2 3 4 Beispiel: ISBN 3-8041-4048-3 ISSN Internationale Standardseriennummer (für Zeitschriften). er sticht. ISSN 0340-7489. 3. Die ISSN ist immer 8stellig.Insertio ISBN 6½-Punkt-Schriftgrad (!Namen der Schriftgrade) Internationale Standardbuchnummer (!EAN-Code) Die ISBN besteht aus 4 Teilen: 1. Titelnummer. 45 . z. Der Iltis ist auf Mord erpicht. Gruppennummer (3 = Deutsch). B. !Kursiv Italic I Trau ja dem Igel nicht. Diese Nummer enthält keine Schlüsselzahlen für Verlag (!ISBN 2) und über die sprachliche Herkunft (!ISBN 1). 4. Verlagsnummer. 2.

!Schriftgrad (7 Punkt. Mit einer Reprokamera nahm er durch ein straffgespanntes schwarz eingefärbtes Beuteltuch das Aufnahmematerial auf. arbeitete als Schriftgießer in Amsterdam und Frankfurt am Main. Jahrhundert jährlich erscheinende astronomische Kalender. Maler und Fotograf. der zu Unrecht im Schatten !Garamonds steht. !Jungfrau Fehlerfrei gesetzte Kolumne. auch Jungfer Im Bleisatz die Kolumnen auf gleiche Satzhöhe bringen !Computer-to-Press Jahrbuch Jannon Janson Japanische Bindung Japanpapier Jenson Jungfer Jungfrau Justieren Just in Time 46 . die zu diesem Thema im Laufe des Jahres zu beachten sind. die sich meist auf ein bestimmtes Thema beschränken und Inhalte bringen. Am Rücken liegen die Blätter offen. Auf ihn gehen die Antiqua-Schriftschnitte zurück. 8 Punkt) !Namen der Schriftgrade 2. Jahrhundert Wandel zu literarischen Jahrbüchern Annalen: geschichtliche Jahrbücher Jean Jannon (1580–1658). (!Blockbücher !Buch) Echtes Japanpapier wird aus der Rinde einer Maulbeerbaumart im Handverfahren hergestellt. der in Mainz die !Schwarze Kunst erlernte und in Venedig durch seine Schriftschöpfungen weltberühmt wurde.: Jod. Die Druckbogen werden einseitig bedruckt. und nur die Schnüre laufen quer über den Rücken. gelangen 1877 erste Rasteraufnahmen (Jaffétypie). Nicolas Jenson (1420–1480). bedeutender französischer Schriftkünstler. Jahrbücher sind periodisch jährlich erscheinende Schriften. der sich im 13. die senkrecht parallel zum Buchrücken von Bohrung zu Bohrung und waagerecht über den Buchrücken verlaufen und verknotet werden. Es wird hauptsächlich für Luxusdrucke verwendet. Max Jaffé. Die unbedruckte Seite wird nach innen gefalzt.: Iota) deutsch = Jot. seit dem 16. (!Aldus Manutius !Mentelin [Adolf Rusch]) 1. um das Buch zusammenzubinden. die Halbtöne im Buchdruck möglich machten. Schriftkünstler. ein Buchstabe. und der Falz liegt außen. im 18. aus Frankreich stammender Drucker und Schriftkünstler.J j Jaffé (hebr. und es werden Schnüre durch die Löcher hindurchgezogen. Jahrhundert aus dem „i“ gebildet hat. griech. (!Namen der Schriftgrade [siehe 5 Punkt] !Schriftdesigner) Anton Janson (1620–1687). Almanach: ursprünglich astronomisches Tafelwerk. Der Buchblock wird im Bund mehrfach durchbohrt.

42 Punkt) !Namen der Schriftgrade Am Kopf und am Fuß des !Buchblocks angeklebte Stoffbändchen als Staubschutz und Zierde (!Lesebändchen) Großbuchstaben (Versalien) in Höhe der !Mittellänge der Kleinbuchstaben (Gemeine) mit deren Strichstärke Dies sind echte Kapitälchen aus dieser Schrift. und 15. Der Kegel ist der Körper einer !Letter. auf deren !Schulterhöhe das !Buchstabenbild sitzt. DIES SIND KEINE ECHTEN KAPITÄLCHEN AUS DIESER SCHRIFT. schlechte Schreibweise des Schriftsatzes. (!CMYK) !At-Zeichen Sammelbegriff für Bindeverfahren. Als Karton gilt ein !Papiergewicht zwischen 150 und 600 g !Broschieren (franz. (!Bleisatz) Bearbeiten der Abstände zwischen Buchstaben oder Zeichen (!Laufweite !Unterschneiden) Die „Schlüsselfarbe“ Schwarz ist eine der Grundfarben im Vierfarbendruck. Ebenfalls geht die !Antiqua auf die karolingische Minuskel zurück.: cacher = verbergen) Überziehen von Bucheinbänden (!Einband) 1. Möglichkeit zum Binden von Büchern durch Kleben (!Buchblock !Lumbeckklebung !Luwi-Bindung) Twinflex = flexibler Kleber. Aus der karolingischen Minuskel entwickelte sich im 13. die zu den gotischen Schriften (!Gotisch) des 14. Der Kegel bezeichnet eine der Dimensionen der Fläche des !Buchstabenbildes (!Dickte × Kegel). nämlich die Höhe. Auf dem Hintergrund der Reichsbildung Karls des Großen und dem Wunsch nach einer einheitlichen und deutlichen Schrift für das gesamte karolingische Reich entwickelte sich aus den !Unzialschriften die karolingische Minuskel (Kleinbuchstaben). Gegenteil von !Orthographie Fehlerhafte. die das Heften mit Fäden umgehen.: kako = schlecht) Fehlerhafte. ergänzt durch Versalbuchstaben (!Capitalis monumentalis). !Schriftgrade (32 Punkt. Jahrhunderts führte. Jahrhundert eine gotische Schreibschrift. 36 Punkt.K Kakographie Kakotypographie Kalligraphie Kanon Kapitalband Kapitälchen (griech. (!Schriftkegel !Druckbuchstabe) 2. Gegenteil von !Orthotypographie Schönschreibkunst Die Kanon. schlechte Schreibweise. Sie verleiht den Bildern Tiefe und bildet den größten Kontrast zum weißen Papier. wird schnell brüchig Karolingische Minuskel Karton Kartonieren Kaschieren Kegel Kerning Key-colour Klammeraffe Klebebindung 47 . trocknet nicht aus Hotmelt = schnelltrocknender Kleber zur Produktion von kurzlebigen Druckprodukten.

Albrecht Dürer (1471–1528). 1493 erschien hier unter anderem Hartman Schedels Weltchronik. Abschrift mit der Urschrift vergleichen (!Korrektor) 2. Anton Koberger (um 1440–1513). Mit der Schere werden die Texte. Entstehen typographische Umbruchprobleme. 24 Druckpressen). bis eine befriedigende Seitengestaltung entsteht.Klebeumbruch Eine Art Collage: durch Kleben von Text. Mit Bleistegen (!Stege [1. Bilddruckplatte (Druckstock) im !Buchdruck Das Klopfen mit der Flachseite der umgedrehten !Ahle auf den Arbeitstisch war in Bleisetzereien üblich (!Handsatz).bis viermal schneller als mit Muskelkraft bewegte herkömmliche Druckpressen mit einer den Handpressen überlegenen gleichmäßigen Druckqualität. In der Nacht vom 28. Auf diese Weise kann man je nach Schwierigkeitsgrad des Umbruchs zunächst zehn oder mehr Seiten umbrechen. a. Zum ersten Mal wurde eine Druckmaschine nicht mit Muskelkraft. (!Holzschnitt !Kupferstich) !Codex Friedrich Gottlob Koenig (1774–1833). Die von allen Druckern sehr gefürchtete Papierstörung während des Drucks an der Druckmaschine. Jahrhunderts seiner Art (u. Zum Schluß werden alle Teile festgeklebt. !Papiermontage (!Montage [2]) Man zeichnet den Rahmen des !Satzspiegels auf und photokopiert dieses Blatt in ausreichender Zahl. In seinen schwerwiegenden Formen kann der Knüller zur Zerstörung der Druckform führen. die zum Druckstopp zwingt (!Stopper). 2]) wurde auf angehobene leere !Satzschiffe geklopft. der Vertrieb umfaßte große Teile Europas. Das Durchsehen des Schriftsatzes oder Druckwerkes auf Vollständigkeit. zum 29. !Verleger und Buchhändler in Nürnberg. die Drucker vor dem Schließen der Druckform auf den Bleisatz legten und mit einem Holzhammer vorsichtig die hochstehenden !Lettern in den Satz klopften. Bildunterschriften usw. Druckort und Druckjahr (!Impressum) Klischee Klopfen Klopfholz Knüller Koberger Kodex Koenig Kollationieren Kolonel Kolophon 48 . kann man eventuell mehrere Seiten zurückgehen und das Umbruchpuzzle entsprechend ändern. wenn jemand in der Setzerei nieste. Die einzelnen Gestaltungselemente werden nun auf die erste Seite gelegt und wie ein Puzzle nach Bedarf hin und hergeschoben. war für die Firma tätig. sondern mit Dampfkraft bewegt. Seine Firma war eine der bedeutendsten des 15. Erfinder der Hochdruck-Schnellpresse mit flacher Druckform und zylindrischer Gegendruckform. um Gesundheit zu wünschen. bedeutender Buchdrucker. Die noch leeren Satzspiegelblätter werden mit der Hand paginiert (!Paginieren) und jeweils zum Klebeumbruch als Doppelseiten nebeneinandergelegt (immer eine linke und eine rechte Seite). Gründete mit Andreas Bauer in Oberzell bei Würzburg die Firma Koenig & Bauer. wenn ein Kollege verabschiedet wurde. Buchbinden: Rohblock nach dem Zusammentragen auf lückenlose Reihenfolge mit Hilfe von Kollationszeichen überprüfen (!Bogennorm !Bogensignatur !Flattermarken) !Schriftgrad (7 Punkt) !Namen der Schriftgrade Schlußformel mittelalterlicher Handschriften und Frühdrucke mit Angabe über Verfasser. Ein flacher Holzklotz.und Bildabzügen probeweise erfolgter !Umbruch auf Papier. Patensohn Anton Kobergers. 1. Es konnten so in einer Stunde über 1100 Bogen gedruckt werden und war damit drei. sowie alle Abbildungen knapp ausgeschnitten. November 1814 wurde die „Times“ in London auf einer Hochdruck-Doppelschnellpresse von Koenig gedruckt.

das für unsere Epoche leider einen kulturellen Verlust bedeutet (!Druckfehlerteufel !Lesen !Silbentrennungen). aber kostengünstiges Mißverständnis. wie ein Korrektor mißverstanden wird: Einer der wenigen noch existierenden Korrektoren geht in ein Restaurant. Das Ergebnis sind überall zahlreiche „errata typographica“. stehen im sechsteiligen Farbkreis den Primärfarben Gelb. nimmer. der in einer Druckerei. daß es . nimmer rinnt es bergan! … so mußtest Du doch so viel Augen und Verstand im Kopfe haben. … Bemmarshausen.: Verbesserer) Ein Verbesserer. (!Korrekturlesen !Qualitätssatz !Hornschuch) Anmerkung: Korrektoren werden heute oft für überflüssig gehalten (!Verleger) und sind inzwischen fast gänzlich ausgestorben. Grün und Rot gegenüber.Kolumne Kolumnenschnur Kolumnentitel Kolumnenziffer Kolumnist Komplementärfarben (lat.nimmer‘ heißen mußte. wehe! Ach und wehe! Endlich. wehe. Schriftsatz im Umfang einer Druckseite. noch spät abends 11 Uhr. der nicht ein solches Rindvieh ist. was Korrektoren überhaupt noch sollen. Ohrfeigen könnte ich dem Herrn Korrektor geben … Aber welcher Korrektor. Magenta und Cyan die Komplementärfarben Blau. in meinem gerechten Grimme. läßt einen solchen Druckfehler wie Seite 74 stehen? . August 1778. Du Ochse aller Ochsen! Rinnt denn das Wasser immer bergan? Nimmer.: columna = Säule) Buchseite. endlich.Das Wasser rinnt immer bergan. Druckseite. man begreift auch gar nicht so recht. (!CMYK) Undurchschossene Zeilen. (!Druckfehler) Hier ein Beispiel aus dem täglichen Leben. die sich im Farbkreis gegenüberstehen. Es gibt doch Rechtschreibprüfprogramme! Ein vordergründiges. In den Bleisetzereien wurde die Korrektorenabteilung überwiegend mit Setzern belegt. Setzerei. Druckspalte (!Spalte) Im Bleisatz Schnur zum !Ausbinden einer !Kolumne (!Setzerwerkzeug) Text über der Kolumne (!Satzspiegel !Lebender Kolumnentitel !Toter Kolumnentitel) Seitenzahl (!Paginieren !Toter Kolumnentitel) Verfasser von !Kolumnen Farben. Gottfried August Bürger“ Kompreß Konkordanz Kontern Kopfschnitt Korpus Korrektor 49 . einem Verlag oder auch zu Hause Schriftsätze auf (Satz)fehler überprüft. lieber Dietrich. August 1778 einen bösen Brief an seinen Verleger: „Wehe. aber natürlich auch Fachwissen zur !Typographie und zum !Satz. auch Garmond (!Namen der Schriftgrade) (lat. ohne Zeilenabstand (!Durchschuß) 4 Cicero (!Typographisches Maßsystem [Didot-Punkt] !Namen der Schriftgrade [48 Punkt]) Umdrehung in der Bildbearbeitung von seitenrichtig in seitenverkehrt oder umgekehrt !Oberschnitt !Schriftgrad (10 Punkt). z. So wahr ich lebe. Der Korrektor zeigt der Kellnerin die Speisekarte und deutet auf das falsch geschriebene Wort „Omelet“ und meint: „Omelett mit zwei tt!“ Die Kellnerin geht in die Küche und wiederholt: „Ein Omelett mit zwei Tee!“ Beispiel für eine Beziehung zwischen !Autor und Korrektor (siehe auch !Setzer): Gottfried August Bürger (1747–1794) schrieb am 22. den 22. B. reißt mir über den Druckfehlern die Geduld.‘ O. Zum !Korrekturlesen gehört ein umfangreiches Allgemeinwissen sowie Wissen zur !Orthographie und zur !Orthotypographie (!Schreibweisen).

im !Duden abgedruckt. Beim Korrekturlesen muß der !Korrektor die !Schreibweisen im Schriftsatz (!Orthotypographie) und die typographischen Regeln (!Typographie) sowie orthographische. Im Laufe des 16. Fakten. Dies geschieht z. Jahrhunderts zur bedeutenden Reproduktionsgrafik und löst den !Holzschnitt ab. Kosog Kreuzbruch Kritischer Apparat Kupferstich 50 . Vor allen Dingen sollten !Autorkorrektur und !Hauskorrektur aus wirtschaftlichen Gründen voneinander getrennt werden. Mit Martin Schongauer (1450–1491) und Albrecht Dürer (1471–1528) beginnt eine Reihe bedeutender Künstlerpersönlichkeiten. (!Falzarten) Existieren von einem Werk mehrere authentische Fassungen. so können in einer kritischen Werkausgabe durch den kritischen Apparat die verschiedenen Lesarten wiedergegeben werden. Jahrhunderts und Anfang des 16. sich mit dem Kupferstich zu beschäftigen. syntaktische und grammatische Fehler beachten und nach den !Korrekturvorschriften rot anstreichen. Die Korrekturzeichen sind u. Parallel dazu entwickelt sich Anfang des 16. mit der Bezeichnung der Fassungen und des entsprechenden abweichenden Vokabulars von der Grundfassung. der Handsetzer führte ansonsten seine Arbeit vor dem !Setzkasten oder dem !Satzschiff im Stehen aus. Später folgte Matthäus Merian aus Basel. (!Gasse !Gautschen !Handsatz) Oskar Kosog war Lehrer in Breslau. (!Duden) Das hier von ihm verfaßte Diktat „Aus dem Testamente einer Mutter“ spiegelt die Schwierigkeiten der deutschen Rechtschreibung wider. Jahrhunderts die !Radierung. Jahrhunderts errang Frankfurt den Ruf als Zentrum der Buchillustration (!Holzschnitt [Jost Amman] !Verleger). Sei immer mißtrauisch! (!Druckfehler) Korrekturlesen Korrekturvorschriften Die in einem Text gefundenen Fehler werden nach den Korrekturvorschriften mit festgelegten !Korrekturzeichen (DIN 16 511) angestrichen. B. Wichtige Anmerkung zum Korrekturlesen: Das Manuskript ist nicht heilig. (!Fahne !Druckfehlerverzeichnis !Kollationieren) Im Unterschied zum Lesen wird beim Korrekturlesen weniger auf den Inhalt des Textes geachtet (außer bei logischen Unstimmigkeiten im Text und bei !Verzeichnissen) als der !Neusatz mit dem !Manuskript verglichen. auf dem im Bleisatz Korrekturen (!Ahle) sitzend ausgeführt wurden. Falzung. Der Kupferstich ist ein manuelles Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckplatten. der für die nächsten Jahrhunderte die dominierende Illustrationstechnik wird. durch !Zeilenzähler. Gehe davon aus. Mit einem Stichel werden Linien in die glatte Kupferplatte geschnitten.Korrektur Verbesserung. Berichtigung (des Schriftsatzes). Abwechselnd horizontales und vertikales Falzen. bei der jeder nächste Bruch quer zum vorangehenden Bruch erfolgt. Die Korrekturzeichen und ihr Gebrauch sind im !Duden abgedruckt. Hocker. die sich in Fußnoten wiederholen. a. Die Anfänge des Kupferstichs gehen in das frühe 15. daß Namen. Der Kupferstich wird Ende des 15. Um 1570 kam die Kupferstecherfamilie de Bry aus Lüttich nach Frankfurt und vollzieht durch ihre Arbeit die entscheidende Wende zum Kupferstich. Jahrhundert zurück. Zahlen nie stimmen. Dazu wird jedes eingezeichnete Korrekturzeichen am Rand wiederholt und der Fehler korrigiert. Um 1440 wurden mit diesem Verfahren Spielkarten in Südwestdeutschland gestochen und gedruckt. 1912 publizierte er die Streitschrift „Unsere Rechtschreibung und die Notwendigkeit ihrer Gründlichen Reform“. (!Hornschuch) Korrekturzeichen Korrigierstuhl Festgelegte Zeichen zum Anstreichen von Korrekturen nach DIN 16 511.

Kurrentschrift Kursiv !Sütterlin (lat. rennen. wo sich das Wort wiederholt Kustos K Den Kakadu man gern betrachtet. die damit wie eine schräggestellte Ergänzungsschrift zur Antiqua wirkten. Jahrhundert blieb die Kursive neben der Antiqua eine selbständige Buchschrift. Die Kursivschnitte kannten nur Kleinbuchstaben.: currere = laufen. 51 . eilen) scriptura cursiva ist die laufende geschriebene Schrift. für Versalien wurde der geradstehende Normalschnitt der Antiqua gebraucht. eine schräge. Die heute gebrauchten kursiven Schriften sind zum Teil eigenständige Schriftformen. Vorbild war eine Schreibschrift der päpstlichen Kanzlei. Die erste kursive Druckschrift stammte aus dem Jahr 1501 von !Aldus Manutius. 1742 führte !Fournier die Serifen für Kursivkleinbuchstaben ein. aber bis ins 17. nach rechts geneigte Druckschrift (!Schriftfamilie [Schriftlage]). Ab etwa 1600 wurde keine Antiqua mehr ohne dazugehörige Kursive geschnitten. (lat.: Wächter) Wort oder Silbe am Fuß einer Buchseite als Verbindung zur folgenden Seite. !Didot kehrte zur serifenlosen Kursiv zurück. zum Teil nur elektronisch schräggestellte Antiquaschriften (Pseudokursiv). Das Kalb man ohne weiters schlachtet.

den klugen Greisen! (Greisen) Greif schnarrend. greulich. II. Nicht Greisen! Greifen! (Greisen. besteht der Witz (meist wirkt eine hübsche Lüge überzeugender als die häßliche Wahrheit) aus der bewußten Verwechslung beider Buchstaben in den Wörtern Greise und Greife (Zeile 7083. (Greifen) Greif wie oben und immer so fort. grämlich. Längstitel !Buchrücken 52 . Zwar oft gescholten. Mephistopheles umherspürend. Daß man ihn Grei– nennt. Gefällt das Grei im Ehrentitel Greifen. So find’ ich mich doch ganz und gar entfremdet. Und doch. Gräber. In Goethes Faust. Mehrere ineinanderliegende gefalzte Bogen Hauchdünne transparente Folien. 2. nur hie und da behemdet: Die Sphinxe schamlos. Am oberen Peneios. Klassische Walpurgisnacht. Jahrhundert ungebräuchlich. Verstimmen uns. glänzend oder matt. Akt. Mephistopheles. Greifen) – Niemand hört es gern. Jahrhunderts war das lange „s“ in Antiquaschriften (!Antiqua) üblich und wurde erst im 19. In den !gebrochenen Schriften ist das lange „s“ in Deutschland nie verlorengegangen und wird bis heute gebraucht. die mit dem Druckgut (z. Im englisch-amerikanischen Sprachraum aber ist das lange „s“ auch in den gebrochenen Schriften verschwunden. Kronen. der Begriff ist im 17. Die Ähnlichkeit des langen „s“ und des „f“ hat auch in der Literatur ihre Spuren hinterlassen. Schutzumschläge) fest verbunden werden. Dem Greifenden ist meist Fortuna hold. Teil. griesgram. grimmig. (!Kaschieren) Bis in die Mitte des 18. 7092 und 7093). ab Zeile 7080. Gold. Fast alles nackt.L Ladenhüter Lage Laminieren Langes „s“ Bezeichnung für im Buchhandel unverkäufliche Bücher. B. blieb aber hier als !Ligatur in Form des !scharfen „s“ = ß in Deutschland bis heute erhalten. Als neuer Gast anständig sie zu grüßen … Glückzu den schönen Fraun. mehr jedoch gelobt. so wie aus den Antiquaschriften im 18. wo es sich her bedingt: Grau. unverschämt die Greife. Etymologisch gleicherweise stimmig. Natürlich! Die Verwandtschaft ist erprobt. Jedem Worte klingt Der Ursprung nach. Und wie ich diese Feuerchen durchschweife. Jahrhundert. Man greife nun nach Mädchen. Jahrhundert entstanden. (Greife) … Ein widrig Volk! Doch darf mich’s nicht verdrießen. Im Antiquasatz ohne langes „s“ ist die Verwechslung nicht mehr nachvollziehbar und Goethes Buchstabenspiel nicht erkennbar. nicht abzuschweifen.

(!Ausgleichen !Spationieren !Sperren) Konzeption eines Drucksachenentwurfs (!Makrotypographie !Satzspiegel !Typographie) Zusammenfassender Text in Zeitungen oder Zeitschriften zwischen der Überschrift und dem Haupttext Text über der Kolumne. In Satzprogrammen ist ein entsprechender Automatismus der Laufweitenveränderung abzuschalten. die nach DIN 6738 in LDK (Lebensdauerklassen) eingeteilt ist: LDK 6–40 LDK 6–70 LDK 12–80 LDK 24–85 mindestens 50 Jahre mindestens 100 Jahre einige hundert Jahre alterungsbeständiges Papier Laufweite Layout Lead Lebender Kolumnentitel Lebensdauerklassen Leerzeile Legende !Blindzeile (lat. Ein Stoffband. Vorleser. (!Hersteller) Stichwort. Bei einem Buch muß die Laufrichtung des Papiers parallel zum Rücken liegen.: Leser. oft aus Seide. Überschrift !Falzart (benannt nach dem Diener Don Giovannis aus Mozarts gleichnamiger Oper). Wortsilhouetten von hohem Wiedererkennungswert. Leiche Leintücher Lektor Lemma Leporello Lesebändchen Lesen 53 . Vorschläge für Buchprojekte erarbeitet und dafür Autoren und Übersetzer gewinnt. Die Buchstaben müssen sich deutlich unterscheidbar bestmöglich in das Wortganze einfügen. sondern Wortbilder wahr. lectori salutem = Begrüßungsformel des Lesers in antiken Schriften) Mitarbeiter eines !Verlages im Lektorat mit wissenschaftlicher oder literarischer Bildung (!Hermeneutik). Das „Gewebe“ des gedruckten !Textes wird dadurch gestört und sollte durch Laufweitenveränderungen. Es entstehen „Lese-Logotypen“. die wie „Webfehler“ wirken. Dabei ergeben Mittel-.und Unterlängen der Kleinbuchstaben charakteristische Wortumrisse. der sich stichwortartig auf den Seiteninhalt bezieht.Laufrichtung Die Laufrichtung bezeichnet die Faserrichtung im !Papier. Der lebende !Kolumnentitel zählt noch zum !Satzspiegel. erklärender Text zu den auf Abbildungen. damit die Seiten glatt bleiben und nicht wellig werden. bei der das Papier parallel in wechselnder Richtung gefalzt wird. Bei einer gut lesbaren Druckschrift sind die Einzelbuchstaben und ihre Buchstabenabstände (!Dickte !Kerning !Laufweite) im Hinblick auf ihre Wirkung im Wortbild von Bedeutung. Ober. Fehlendes Wort im Schriftsatz. Zeichenerklärung. vermieden werden. ohne die Breite des !Schriftbildes zu verändern (!Dickte). Karten usw. das am oberen !Kapitalband des Buches befestigt ist und zwischen die Seiten als Lesezeichen gelegt wird. verwendeten Zeichen. (!Toter Kolumnentitel) !Papier hat eine voraussichtliche Lebensdauer. (!Nagelprobe !Streifenprobe) Die Laufweite der Schrift wird durch Buchstabenabstände bestimmt. auch Zickzackfalz.: das zu Lesende) Bildlegende. (!Eselsohr) Das Auge des erwachsenen geübten Lesers nimmt beim Lesen keine Einzelbuchstaben. Der Begriff Legende wird auch für !Bildunterschriften verwendet. der eingehende !Manuskripte begutachtet. wird in ein !Grab gelegt (!Hochzeit !Witwe) Scherzhaft für besonders großformatige Zeitungen (!Zeitungsformate) (lat. Durch Erweitern oder Verringern der Buchstabenabstände wird die Laufweite verändert.

z. die keine zusätzliche Information enthalten) das Verständnis erleichtert. um noch eine sichere Belichtung der Linien in der Druckvorstufe zu ermöglichen. Physiker und Schriftsteller: „Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert. B. Die Schrift ist hier als Bitmap-Information gespeichert. das aus zwei oder mehreren zu einem neuen Zeichen verschmolzen ist. Je geübter der Leser. In den 50er und 60er Jahren erlebte der Fotosatz seinen Durchbruch. Während der kurzen Fixation von 0. Das !Schriftbild sitzt auf der !Schulterhöhe (!Druckbuchstabe) des Letternkörpers. und mehr als das Blei in der Flinte das Blei im Setzkasten. die !Schrifthöhe. den Leser hierbei soweit wie möglich zu unterstützen als Lehre der guten Lesbarkeit. Lexikonformat (!Buchformat) Lexikalische Einheit. Nachhaltige Auswirkungen auf den Digitalsatz hatte schließlich 1984 die Einführung des Graphikcomputers Apple Macintosh und der Einsatz des Programms PageMaker (!DTP).2 mm nicht unterschreiten (!Haarlinien). œ}]) 1. Linien sollten im elektronischen Schriftsatz die Strichstärke von 0. Die Schrift wurde bei diesem System durch einen Negativfilm belichtet. desto kürzer die Fixationsperioden und desto größer die Sprünge des Auges zum nächsten Fixationspunkt. Sie sind aus einer Bleilegierung gegossen. springt das Auge einen oder mehrere Fixationspunkte zurück. Ein Schriftzeichen. Sind die Vorwärtssprünge beim Lesen zu groß und die Fixationsperioden zu kurz. der !Kegel genannt wird.und Vektorformaten (!Adobe). die 1948 in Amerika eingeführt wurde.2 bis 0.: Überfülle) der Sprache (Elemente. Letter (lat. Das gelang erst den Franzosen Rene Alphonse Higgonet (1902–1983) und Louis Marius Moyroud (1914–1983) mit einer ersten Demonstration der Lumitype (später Photon) 1946.Die Aufgabe der !Typographie ist es.“ (!Hugo) Das erste Fotosatzsystem wurde von dem Ungarn Edmond Uher 1925 zum Patent angemeldet. (!Anmutung !Mikrotypographie !Qualitätssatz !Silbentrennungen !Text) Die Augen eines geübten Lesers gleiten beim Lesevorgang ruckartig über die Druckzeilen.: s z = sz = ß = ß !Scharfes „s“ f i = Þ. Lex. 5–10 Buchstaben erfaßt. Wird der Sinn des Textes nicht klar aufgenommen. wobei bei einfachen Inhalten die Redundanz (lat. ö {Ligatur æ.: littera = Buchstabe) Die Bleibuchstaben haben eine genormte Druckhöhe. Die Lettern sind im !Setzkasten abgelegt.-8° Lexem Lichtenberg Lichtsatz Ligatur Linien 54 . Ab 1975 Einführung von Zeichenbeschreibungs. Er hat an der Seite vorne eine !Signatur. Mit Rudolf Hells (1901–2002) Vorstellung eines computergesteuerten photoelektronischen Lichtsatzsystems 1965 (Kathodenstrahlbelichter) beginnt der digitale Lichtsatz.4 Sekunden wird die visuelle Information aufgenommen. Die typographische Fachwelt konnte allerdings den Nutzen des neuen Verfahrens noch nicht ermessen. Es werden dabei etwa 1–2 Wörter bzw. Stichwort im Lexikon (!Stichwortverzeichnis) Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799). (!Bleisatz !Handsatz) Lexikonoktav. f l = ß et = ) = * = & !Et-Zeichen ad = @ !At-Zeichen (!Abbreviatur !Logotype !Umlaute [ä. Es leitet die Ablösung des Bleisatzes ein. muß der Text „erraten“ werden.

B.15 mm) und fein (0. (!Verzeichnisse) Kurzbezeichnung für einen Offsetfilm (griech. 2 Punkt fett.: lithos = Stein) Die Lithographie. Im Bleisatz wurden die Linienarten 1 Punkt fett (0. und in eigenen Kästen für den Satz bereitgehalten. halbfett (0. Daß deine Feder sich nicht übereile! Ist es der Sinn. alle über ein Wissensgebiet veröffentlichten Werke. Wortschreibung (z. Mir hilft der Geist! Auf einmal seh’ ich Rat Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat! Literaturverzeichnis Litho Lithographie Litotes Löffel Logo Logogramm Logos 55 . 1797 beschrieb Alois Senefelder (1771–1834) geschliffene Kalkplatten mit Fettkreide. B. Schon warnt mich was.75 mm). an der die Druckfarbe haften blieb. (!Matrize !Monotype !Handsatz) (lat. Zeichen für Sonne = in der Bedeutung heiß). Zeichen für Sonne). Zu Logos schreibt Goethe im Faust: Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“ Hier stock’ ich schon! Wer hilft mir weiter fort? Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen. B. Linotype Literatur Zeilensetzmaschine. 1884 von dem Mechaniker Ottmar Mergenthaler (1854–1899) in Baltimore (USA) erfunden. !Piktogramm (Kombination von Logogrammen oder Ideogrammen). (!Offsetdruck) Bejahung durch doppelte Verneinung (z. der alles wirkt und schafft? Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft! Doch.: Έν ¢ ρχ Í Ã ν Ð λ Ò γος [Én archē ēn ho lógos] = Im Anfang war das Wort) Die ersten Wörter aus dem Evangelium nach Johannes. Bedenke wohl die erste Zeile.075 mm) verwandt (für die Linienarten halbfett und stumpffein waren !Gehrungen notwendig. 3 Punkt fett usw. Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin. stumpffein (0. Im Bleisatz wurden Linien in verschiedenen Längen und Stärken aus Messing benutzt. !Ideogramm (z. Buchstabenschrift. versinnbildlicht. eine Organisation oder einen Verein usw. eine Firma. der Verlagsort und das Erscheinungsjahr angegeben. auch indem ich dieses niederschreibe. Sprachlehre) Gesamtheit des Schrifttums.2.: litteratura = Schrift. besitzen aber nur eingeschränkte Ausdrucksmöglichkeiten. daß ich dabei nicht bleibe.: nicht unklug) !Winkelhaken Aus einem graphischen Element (!Signet) und kurzem Text bestehendes Zeichen. die Werke von Dichtung und Belletristik. die Druckfläche liegt mit den nichtdruckenden Flächen auf einer Ebene (Flachdruck). der Verlag. Neben dem Buchtitel werden der Verfasser. Jahrhundert entlehnt. bezeichnet den Druck von kohlensaurem Kalkstein. Diese drei Arten der Schreibung sind Teil der Schriftentwicklung und nicht an bestimmte Sprachen gebunden. Ich muß es anders übersetzen. um im Text leichter zitiert zu werden. aber auch aus Blei. (!Schrift) (griech. der Steindruck. (!Letter) Das Literaturverzeichnis führt als Quellenverzeichnis die in dem Buch benutzte oder zitierte Literatur auf. Es kann auch auf das Thema bezogene weiterführende Literatur aufführen. Damit war das erste Flachdruckverfahren gefunden. heute ein künstlerisches Verfahren. Die Titel des Literaturverzeichnisses können mit Nummern versehen werden. die Auflage. um die Linienanschlüsse im Druckbild zu gewährleisten). das z.. B. Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn. im 16.375 mm).

Der Löwe brüllt. (!Klebebindung !Lumbeckklebung) Ludlow Lumbeckklebung Luminanz Luwi-Bindung L Die Lerche in die Lüfte steigt. ohne das !Schriftbild zu verändern (!Ligatur) Der feierliche Übergang nach der Lehrlingszeit und nach dem !Gautschen durch die Lossprechung aus dem Lehrlingsstand (!Cornut) in den Gehilfenstand. Beim Bogenfalzen wird der Rückenbruch perforiert oder geschlitzt. (!Klebebindung !Luwi-Bindung) Helligkeit einer Farbe Klebebindeverfahren nach Ludwig Wilhelm aus München. (!Gautschbrief !Gautschspruch) Zeilengießmaschine im !Handsatz für Überschriften Lumbeck-Klebebindung (Fächerbindung). Der Buchblock wird durch aufgeklebte Gaze zusammengehalten. erfunden. beidseitig am Rücken aufgefächert und geklebt. 56 . Essen. Anfang der 50er Jahre entwickelt. damit beim Binden Leim in die Öffnungen im Papier eindringen kann. 1941 von Emil Lumbeck (1886–1979). gefalzte Bogen und/oder Einzelblätter werden zusammengetragen. wenn er nicht schweigt.Logotype Lossprechung Im Bleisatz zusammengegossene Buchstaben zu einem Stück.

ein schon gedrucktes Buch buchstäblich neu setzen. befaßt sich mit der Konzeption einer ganzen Druckseite (Textblöcke. Anmerkungen am Kolumnenrand. Das Marmorieren kommt wahrscheinlich aus Japan oder China und war um 1570 in Persien und der Türkei weit verbreitet. Kopf. Video. gezogen werden. Randbemerkungen.). Diese Technik läßt sich auch auf andere Materialien wie Papier anwenden.und Fußzeilen usw. (!UWS) Majuskel Makrotypographie Makulatur Makulieren Mal-Kreuz × (nicht den Buchstaben „x“ verwenden und kein Ersatz für den Mal-Punkt. und in einem galvanischen Prozeß bildet sich eine Schicht aus Nickel. poliert. die !Matrize. !CMYK !Farben. das Glassmaster. Marmorieren ist eine Farbtunktechnik. (!Typographische Stile !Mikrotypographie) (lat. die dann im Glassmastering weiterverarbeitet werden. Großbuchstabe (!Versalien) Auch !Layout. graphische Elemente. getestet usw. Marginalien stehen außerhalb des !Satzspiegels. !mathematische Zeichen. Um 1600 wurden auch in West.: margo = Rand) Randnoten. in dem 1859 ein Farbstoff von purpurroter Farbe entdeckt wurde. 3. Das Glassmaster wird metallisiert. Bei größeren Auflagen werden von der ersten Matrize (Vater) durch die Galvanik Kopien hergestellt (Mutter). Die Informationen vom Premaster werden mittels eines Laserstrahls auf eine speziell beschichtete Glasplatte übertragen. !Linotype !Monotype (!Handsatz) Sammelbegriff für alle Produktionsstufen vor der Replikation einer CD Premastering Die Kundendaten (Audio. Die Matrize (Vater oder Sohn) wird in eine Spritzgußmaschine eingebaut. macula = Fleck.: das mit der Hand Geschriebene) Textvorlage (lat. Glassmastering Herstellung der Produktionswerkzeuge zur Serienproduktion einer CD: 1. Vorsatzpapiere oder Buchschnitte (!Oberschnitt) gebraucht wurden. ROM) werden formatiert nach Standards wie „Yellow Book“. von denen wiederum Stamper (Söhne). (!CD-ROM !Hersteller) Maschinensatz Mastering 57 . wird vom Glassmaster abgetrennt und bearbeitet (lackiert. Entstanden ist der Name aus dem italienischen Schlachtort Magenta.und Mitteleuropa Papiere marmoriert. Schandfleck) Fehldruck. beinhaltet räumliche Dimensionen (Länge × Breite × Höhe) Männchen Manuskript Marginalien Marmorieren Männchen auf Männchen.) und ist stark modischen Trends unterworfen. „Red Book“ oder einem anderen Format.M Magenta Dieser leicht bläulichrote Farbton ist eine der Grundfarben des Vierfarbdrucks. Kolumnen. 2. der Vater. die dem Glassmaster entsprechen. und es können CD produziert werden. der Stamper. weil keine Multiplikation). neue Matrizen. die von Buntpapiermachern früherer Zeiten angewendet und gerne für Buchumschläge. 4. unbrauchbarer !Druckbogen (!Ausschuß) Vernichten von unverkäuflichen Büchern (!Ladenhüter) durch Einstampfen oder Verkauf als Altpapier. (!Neusatz) (lat. Die Matrize.

2. der Übersetzer habe zuweilen „aus Mangel des Latein gestrauchelt“. (!Pi !Pluszeichen !Minuszeichen !Mal-Kreuz) 1. *1415) verlieh Johann Mentelin in diesem Jahr ein Wappen mit einem Löwen. ein Enkel Mentelins. Im mathematischen !Formelsatz sind Matrizen (Einzahl Matrix) mehrzeilige Gruppenformeln. 58 . führte die !Antiqua (!Jenson) in Deutschland ein. Die Bedeutung und der richtige Einsatz der mathematischen Zeichen im !Schriftsatz sind in entsprechender Literatur nachzulesen (z. Reprint von 1934. Jahrhundert stammt. a. Durch Schotts Fälschung entstand der Eindruck. Werner-Verlag. (!Mediäval) Johannes Schott. Am 21. indem er das großväterliche Wappen mit einer entsprechenden Inschrift in die Bücher seiner !Offizin druckte. Die Monotypelettern konnten auch in !Setzkästen für den !Handsatz eingelegt werden. (!Stereotype) z. Das Buch hatte 406 Blätter und kostete etwa 13 Gulden (zum Vergleich: die Gutenbergbibel hatte 641 Blätter und kostete etwa 100 Gulden). Johann Eck 1537 urteilen ließ. erklärte seinen Großvater nachträglich kurzerhand zum Erfinder der Buchdruckerkunst (!Coster). siehe Literaturverzeichnis [54] und [17]). die u. Romeo Thieme. Der Vulgata-Text (!Bibel) wurde Wort für Wort ohne Rücksicht auf grammatische Strukturen ins Deutsche übersetzt. !Schriftklassifikation 1 und 2 der DIN 16 518 oder „Venetian Old Face“ und „Old Face“ der angelsächsischen Einteilung (!Antiqua) Ziffern mit !Ober. Juni 1466 vollendet er die erste gedruckte Bibel in deutscher Sprache in einer kleinen gotischen Schrifttype. die auf eine Übersetzung angewiesen waren. Mentelins Schwiegersohn. Die ursprüngliche Übersetzung und auch der Mentelin-Druck sollte wohl in erster Linie eine Hilfestellung zum Verständnis und zur Erschließung des lateinischen Bibeltextes sein und keine Leser zufriedenstellen. Matrizen gibt es auch in der CD-ROM-Produktion. Von dieser Mater konnten nach Bedarf neue Hochdruckformen in Blei gegossen werden. Satz und Bedeutung mathematischer Formeln. Adolf Rusch. Etwa 1458 gründet er eine Druckerei in Straßburg. Die Übersetzung weist zahlreiche Mängel auf. die mit einer Bleilegierung ausgegossen wurden (!Linotype !Monotype). B. ein Förderer des Humanismus. (1440–1493. dieses Wappen sei allen Buchdruckern verliehen worden. die etwa 100 Jahre älter ist und aus dem 14.: ( ) [ ] < > = + – · : × ≤ ⊆ ∂ ∇ ℘ ℜ p ∞ oder auch Formelbuchstaben (!Formelsatz). Kaiser Friedrich III. Daraus mag die Legende vom !Buchdruckerwappen entstanden sein. Sein erstes Werk ist 1460/61 eine 49zeilige lateinische Bibel in zwei Bänden. Sie ist die erste von 18 Bibeldrucken in deutscher Sprache vor Luther und Grundlage aller vorlutherischen Bibeln in Deutschland. Der Mentelin-Bibeldruck geht auf eine Handschrift zurück. (!Mastering) Mathematische Zeichen Matrize Mediäval Bezeichnung für die venezianische und französische Renaissance-Antiqua (Old Style). B. Düsseldorf 1983. 3.und !Unterlängen aus einer Mediävalschrift (!Mediäval) Mediävalziffern 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 Versalziffern 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 Mediävalziffern Melotypie Mentelin Notendruck in Buchdrucklettern Johann Mentelin (um 1410–1478) hatte wahrscheinlich zu !Gutenberg Kontakt. Matrizen waren im Bleisatz negative Buchstabenformen aus Messinglegierungen.Mater In der Druckformherstellung des Bleisatzes der Abdruck von einer Hochdruckform in hitzebeständiger Pappe.

a. (!Setzer. was sich innerhalb der Kolumne abspielt. (!Offizin) !Schriftgrad (7 Punkt) !Namen der Schriftgrade !Namen der Schriftgrade (1 Punkt) Auch !Typographie. Es gab ihn im !Bleisatz nicht. (!Formatbüchlein !Hornschuch !Text) Minuskel Minuszeichen Missal Mittel Mittelachse Kleinbuchstabe (!Gemeine) Das Minuszeichen – ist aus „m“ = minus entstanden. befaßt sich mit der Zusammenfügung von Buchstaben zu Wörtern und zu Zeilen. Ein Monogramm symbolisiert die durch sie dargestellte Person. Die Mikrotypographie unterliegt weniger modischen Trends wie die !Makrotypographie. Jahrhunderts. danach unterschrieben die Herrscher allein mit ihrem Namen.und Druckersprache) Einzelne Buchstaben eines Namens werden graphisch miteinander verbunden dargestellt. weil die Parameter der menschlichen visuellen Wahrnehmung von physikalischen Gesetzmäßigkeiten beherrscht werden. Zeilen usw. also alles. (!Druckbuchstabe !Kapitälchen) !Schriftklassifikation Erscheinen nach dem Druck (durch zu wenig Farbe) einzelne Buchstaben. Buchstabenmonogramme sind bereits aus der griechischen Antike bekannt. Herrschermonogramme spielten auf Urkunden des Mittelalters bis zum Reichstag von Worms 1495 eine bedeutende Rolle. (!Druckerzeichen !Exlibris !Signet) Einzelbuchstaben-Setz.Metteur Mignon Mikroskopisch Mikrotypographie Der für den Umbruch verantwortliche !Setzer. nur schwach gedruckt oder völlig ungedruckt. Jahrhunderts mit der Verbreitung der Personalcomputer auf (!DTP). so daß sie die Mitte der Textzeilen durchschneidet.. Bis heute finden Monogramme u. (!Matrize !Handsatz) Das Monotype-Setzsystem ist ein Beispiel für die ausgereifte Technik der Mechanik des 19. die um die „Mikrotypographie“ wußten und hinter denen eine jahrhundertelange Erfahrung auf diesem Gebiet stand. 1893 von Tolbert Lanston (1844–1913) in Chicago vorgeführt. (!Mathematische Zeichen !Pluszeichen) !Schriftgrad (48 Punkt. scherzhaft Setzerdompteur. (!Flattersatz !Zeilenfall) Die sogenannte m-Höhe oder x-Höhe ist die Höhe der Kleinbuchstaben ohne !Oberund !Unterlänge. Wörter. deren Abstand und Anordnung usw. (!Lesen) Der Begriff Mikrotypographie taucht Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre des 20. auf Bildern oder in Siegeln Verwendung. 60 Punkt) !Namen der Schriftgrade !Schriftgrad (14 Punkt) !Namen der Schriftgrade Frei auslaufende Textzeilen oder typographische Elemente sind auf eine gedachte senkrechte Linie gesetzt. Anordnung und Abstände erzeugen eine visuelle Wechselwirkung (!Anmutung). Sätze. Mittellänge Modern Face Mönch Monogramm Monotype 59 . Buchstabengröße. so hat man es mit einem Mönch zu tun.und -Gießmaschine. weil nur Fachleute bis dahin mit der Erstellung von Schriftsatz befaßt waren.

Die Monotype-Setzmaschine, der Taster, erzeugt einen 31-Kanal-Lochstreifen mit einem Koordinatensystem, das den in die Monotype-Gießmaschine eingesetzten Schriftrahmen steuert. Der Schriftrahmen von 15 × 15 Matrizen (= 225 Zeichen) bzw. 17 × 15 Matrizen (= 255 Zeichen) ähnelt den Schriftfontrahmen heutiger Computersysteme (14 × 16 = 224 Zeichen [siehe Seite 114–117] bzw. mit Steuerzeichen 16 × 16 = 256 Zeichen). Von dem in dem Lochstreifen gespeicherten Text konnte beliebig oft Satz gegossen werden und war daher ein ideales Speichermedium. Der Taster besitzt zwei getrennte Tastaturen mit zusammen 276 Tasten mit sechs Alphabeten (normal, halbfett und kursiv in jeweils Groß- und Kleinbuchstaben) und zweimal 15 Ausschlußtasten, die die Breite des Ausschlusses, der Wortzwischenräume, bestimmen. Beim Setzen werden die Einheiten der Buchstaben addiert, und am Ende der Satzzeile wird durch eine Settrommel (Rechentabelle) der noch verbleibende Raum zum Zeilenende durch Ausschlußzahlen angegeben, die der Setzer über die Ausschlußtasten eingeben muß. Die Monotype verfügt über ein eigenes typographisches Maßsystem, das es im !Handsatz (!Punkt) nicht gibt: 1. das Set, 2. die Einheit und 3. die Grundeinheit. 1. Das Set entspricht dem DTP-Punkt im !Typographischen Maßsystem. Es dient der Monotype, die Breite einer Schrift zu definieren. Es wird bestimmt, wieviel Set ein Setgeviert sind, die dem breitesten Buchstaben, meistens „M“ oder „W“, entsprechen. Zum Beispiel ist ein Geviert einer 9¾-Set-Schrift nach der untenstehenden Formel = 3,42 mm breit. Das Setgeviert wird in 18 Einheiten unterteilt. 2. Die Einheit ist eine relative Größe und dient dazu, die !Dickte der einzelnen Buchstaben in ein Breitenverhältnis zum Geviert zu bringen. Ein „M“ z. B. hat 18 Einheiten, ein „i“ nur 5. 3. Die Grundeinheit schließlich verbindet die Größen Set und Einheit. 1 Set = 0,35 mm : 18 Einheiten = 0,0195 mm = 1 Grundeinheit So kann das Monotype-System feststellen, wie stark in einer 9¾-Set-Schrift ein „i“ ist mit 5 Einheiten Breite nach der Formel Grundeinheit · Set · Einheiten = 0,0195 mm · 9¾ · 5 = 0,95 mm Montage 1. Bei der Bogenmontage Zusammenstellen der Seiten eines Werkes zur Druckform (!Ausschießen !Formatmachen) 2. Bei der Seitenmontage !Umbruch (!Klebeumbruch) zur Kolumne (Filmmontage, Papiermontage) Morris William Morris (1834–1896), führende Persönlichkeit der präraffaelitischen Kunstrichtung, engagierter Sozialpolitiker, Dichter, Reformer des englischen Kunsthandwerks, bedeutender englischer Erneuerer der europäischen Buchkultur, begründete 1890 die Kelmscott Press, die er von 1891 bis 1896 leitete. (!Privatpresse)

60

N
Nachbreite Nachsatz Nagelprobe Die Nachbreite ist der Abstand zwischen !Buchstabenbild und der rechten Kegelgrenze des Buchstabens (!Vorbreite !Druckbuchstabe) Hinterer !Vorsatz Methode zur Überprüfung der !Laufrichtung des !Papiers. Fährt man mit den Fingernägeln an den Kanten des Papiers entlang, wölbt sich das Papier und zeigt die Dehnrichtung. Die schwächere Wellung des Papiers ist die Laufrichtung. Weitere Überprüfungen sind möglich durch Einreißen, Anfeuchten oder Biegen. (!Streifenprobe) Siehe !Adobe, Aldus Manutius, Baskerville, Berthold, Bodoni, Caxton, Cicero, Coster, Didot, Duden, Estienne, Fournier, Frutiger, Garamond, Gill, Gutenberg, Hesse, Hornschuch, Hugo, Jaffé, Jannon, Janson, Jenson, Koberger, Koenig, Kosog, Lichtenberg, Mentelin, Morris, Plantin, Renner, Restif de la Bretonne, Sütterlin, Tsai Lun, Tschichold, Wallau, Zapf Amman (!Druckfehler!Holzschnitt !Verleger), Ballhorn (!Verballhornen), Bessarion (!Setzer- und Druckersprache), Bismarck (!Duden), de Bry (!Kupferstich), Bürger (!Korrektor), Cicero (!Stenographie), Claudius (!Rechtschreibreform), Dürer (!Holzschnitt !Kupferstich !Koberger), Erasmus von Rotterdam (!Aldus Manutius !Druckergelehrte !Verleger), Feyerabend (!Verleger), Froben (!Aldus Manutius !Druckergelehrte), Fust (!Gutenberg), Goethe (!Langes „s“ !Logos !Zahlen), Heidegger (!Hermeneutik), Jean Paul (!Setzer), Koch (!Rotunda), Lamartine (!Schriftsetzer), Lanston (!Monotype), Luther (!Bibel !Ente !Gutenberg), Mergenthaler (!Linotype), Merian (!Kupferstich), Moxon (!Typographisches Maßsystem), Mozart (!Leporello), Sabon (!Namen der Schriftgrade [72 Punkt]), Sachs (!Druckfehler), Schiller (!Coster), Schöffer (!Gutenberg !Cicero), Schongauer (!Kupferstich), Schopenhauer (!Setzer), Senefelder (!Lithographie), Stromer (!Papier), Tiro (!Stenographie) (siehe auch !Schriftdesigner !Fraktur) Bevor sich das französische bzw. anglo-amerikanische Punktsystem ausbreitete und zur Norm erhoben wurde, konnte man die !Schriftgrade nur mit Namen bezeichnen und waren in der absoluten Größe nicht eindeutig festgelegt. Viele Buchdruckereien und Schriftgießereien hatten ihre eigene Hausgröße, und die Schriften ließen sich nicht untereinander mischen. Erst die Entwicklung eines !typographischen Maßsystems (!Didot) mit festen Bezugspunkten (!Punkt) konnte diesen Mangel beseitigen. 1 Punkt entspricht im typographischen Maßsystem nach Didot 0,376 mm.
1 Punkt 2 Punkt Mikroskopisch Non plus ultra Beide Namen erklären sich selbst. Beide Schriftgrade sind wertlos für den praktischen Gebrauch. Auf der Pariser Weltausstellung 1855 wurde ein Satz und Druck gezeigt, dessen Schrift auf 2-Punkt-Kegel gegossen war. Diese drei Namen erklären sich selbst. Eine Brillant-Schrift wurde zum ersten Mal in Nordamerika geschnitten. Eine Diamant-Schrift wurde 1700 erstmals von dem Amsterdamer Schriftgießer Voskens geschnitten. Eine Perl wurde 1625 von Jean !Jannon gegossen. Dieser Schriftgrad wird auch Parisienne oder Sedanoise genannt. Alle drei Grade wurden meistens auf einem 6-Punkt-Kegel gegossen.

Namen

Namen der Schriftgrade

3 Punkt 4 Punkt 5 Punkt

Brillant Diamant Perl

61

6 Punkt

Nonpareille

1490 druckte der Basler Drucker Johannes Froben (!Druckergelehrte) eine Bibel in diesem kleinen Schriftgrad. Der Name entstand in einer Zeit, als eine 6-Punkt-Schrift Nonpareille (Ohnegleichen) war. Ein Schriftgrad für Zeitungsinserate, noch gut lesbar, wurde nach 1900 vereinzelt in Deutschland eingeführt. Der Name taucht im 18. Jahrhundert auf. Dieser Schriftgrad wurde, wie auch die 8-Punkt-Schrift, Jungfer (siehe aber !Jungfrau) genannt. Ebenso wurde der Name Mignon/ Mignonne (Allerliebst) gebraucht; das Petit-Schriftbild, auf 7 Punkt gegossen, hieß Grobe Kolonel. Petit (der Kleine) war der kleinste der vorwiegend verwendeten Schriftgrade. Er wurde auch Jungfer genannt oder auch Brevier, weil Breviere, die Gebetbücher der Geistlichen, sehr häufig in Petit gedruckt wurden. Borgis ist eigentlich franz. Bourgeois und heißt Bürger. Der Name geht auf den französischen Buchdrucker Geoffroy Tory zurück, der kleinformatige preiswerte Bücher für die Bürger druckte. Die Bücher größeren Formats waren nur für den Adel und die Geistlichkeit erschwinglich. Dieser Schriftgrad wird in Süddeutschland Garmond, in Norddeutschland Korpus genannt. Garmond erinnert an Claude !Garamond, Korpus an den Druck des „Corpus juris“, einem Gesetzbuch, das in dieser Schriftgröße gedruckt wurde. 12 Punkt im Konkordanzsystem des rheinischen Zolls (!Typographisches Maßsystem: Zur historischen Entwicklung der typographischen Maßsysteme) sind nur 11 Punkt im DidotSystem. Eine gleiche Verschiebung findet man auch im Französischen zwischen dem Fournier-System und dem DidotSystem. In England wird dieser Schriftgrad „Small Pica“ genannt, Pica ist 12 Punkt. 1467 haben in der ersten Druckerei Roms die Drucker Sweynheim und Pannartz Schriften Ciceros in diesem Schriftgrad gedruckt; auch Peter Schöffer hat Schriften Ciceros gedruckt. 1 Cicero = 12 Punkt entspricht 4,512 mm. 14 Punkt war der mittlere Schriftgrad, als es die im 16. Jahrhundert üblichen sieben Schriftgrade gab: Petit, Garmond, Cicero, „Mittel“, Tertia, Text, Kanon. Prima (36 Punkt), Secunda (20 Punkt), Tertia (16 Punkt): „die Dritte“ unter den alten sieben Schriftgraden (siehe 14 Punkt), in England gab es zehn Schriftgrade. Dieser Schriftgrad zwischen 16 Punkt (Tertia) und 20 Punkt (Secunda) kommt aus dem Französischen und bedeutet parangonner = ausgleichen. Textum bedeutet lat. Gewebe. An ein Gewebe erinnert eine geschriebene oder gedruckte Seite der Textura. Text ist die Schriftgröße, in der Gutenberg seine Bibeltexte druckte. Siehe 12 Punkt Siehe 14 Punkt Siehe 36 Punkt Das katholische Meßbuch, der Canon missae, wurde oft in diesem Schriftgrad gedruckt.

6½ Punkt 7 Punkt

Insertio Kolonel

8 Punkt

Petit

9 Punkt

Borgis

10 Punkt

Garmond Korpus

11 Punkt

Rheinländer

12 Punkt

Cicero

14 Punkt

Mittel

16 Punkt

Tertia

18 Punkt

Parangon

20 Punkt

Text (Secunda)

24 Punkt 28 Punkt 32 Punkt 36 Punkt

Doppelcicero Doppelmittel Kleine Kanon Kanon (Prima) 3 Cicero

62

Unveränderter Nachdruck einer Auflage (!Männchen !Neuauflage !Stehsatz) Die erste Auflage einer Publikation. (!Männchen !Stehsatz) !Schriftgrad (6 Punkt) !Namen der Schriftgrade !Schriftgrad (2 Punkt) !Namen der Schriftgrade !Bogennorm Handabziehpresse in der Bleisetzerei. hier konnte auch der Bleisatz durch zuviel „Druck“ „abgenudelt“. hier wurden Abzüge für die !Hauskorrektur und die !Autorkorrektur gefertigt. aus dem 1784 der Didot-Punkt entstand. 72 Punkt entsprechen genau 1 Zoll = 1/12 des „Pied du Roi“. (!Didot !Punkt !Typographisches Maßsystem) Siehe 72 Punkt 84 Punkt Grobe Sabon 7 Cicero Nasenklammer Neuauflage Neudruck Neuerscheinung Neusatz Nonpareille Non plus ultra Norm Nudel !Akkolade Die weitere Auflage einer Publikation (!Neuerscheinung) mit oder ohne Änderungen.42 Punkt 48 Punkt 60 Punkt 72 Punkt Grobe Kanon Kleine Missal 4 Cicero Grobe Missal 5 Cicero Kleine Sabon 6 Cicero Siehe 36 Punkt Siehe 60 Punkt Konkordanz Dieser Schriftgrad erinnert an die Missale. (!Gurkenhobel) Beim Deckenband (!Einband) keilförmige Verbindung zwischen Buchdeckel und !Buchrücken. dem französischen Fuß. Erweiterungen. (!Rille) Anzahl der Drucke oder Druckblätter auf einem Papierbogen (!Ausschießen !Bogen) Nut Nutzen 63 . B. Überarbeitungen usw. von wo aus sich seine Schriften über ganz Europa verbreiteten. wirkt wie ein Scharnier. Der Lyoner Typenschneider Jacque Sabon (etwa 1535–1580) arbeitete in einer Frankfurter Typengießerei. !Manuskript) erfaßter neuer Schriftsatz. das !Buchstabenbild der !Lettern plattgedrückt werden. das großformatige Meßbuch der katholischen Kirche. die in den Handel kommt (!Edition [editio princeps] !Neuauflage) Nach einer Vorlage (z.

bis 22. Der Unterschnitt heißt !Queue. von 1889 bis 1903 in Amerika. Mit höherem !Volumen nimmt die Opazität ab. Als Erfinder des Offsets gelten der Amerikaner Ira W. Jahrhundert häufig der Buchtitel aufgetragen wurde. (!Verschobener Schnitt !Schnittmarken) Optical Character Recognition. der Besitzer war der Prinzipal. 2. und 16. Für Hilfsarbeiten waren die !Pachulken und !Stifte zuständig. Die erste deutsche Offsetmaschine lief 1906 im Format 40 cm × 60 cm. ihm unterstanden die !Metteure. (lat. Winkeldruckerei. Officina Typographeum. Stampfe. (!Druckverfahren) Ohne Kohlepapier.: to set off = absetzen) Der Offsetdruck ist aus der !Lithographie (heute ein künstlerisches Druckverfahren) hervorgegangen.und Festtagen wird ebenfalls eine billige Entschädigung gegeben. Er ist ein indirektes chemisches Flachdruckverfahren (Druck von der Druckplatte auf ein Gummituch und dann auf das Papier). !Zwiebelfischbude Offsetdruck (engl.O Oberlänge Oberschnitt Über die !Mittellänge (x-Höhe) der Kleinbuchstaben nach oben reichender Buchstabenteil (!Unterlänge !Druckbuchstabe) Schnitt an der oberen Kante des !Buchblocks (Kopfschnitt). ein !Faktor führte die Setzerei. Rubel († 1908) und der deutsche Lithograph Caspar Hermann (1871–1934).“ (Auszug aus dem Handbuch der Buchdruckerkunst von W. … Bei Arbeiten an Sonn.: officio = Büro) Früher größere Buchdruckerei. Bude. !Marmorieren) oder als Goldschnitt (Kopfgoldschnitt) angefertigt werden. auf dem im 15. 16 Seiten) !Ausschießen !Antiqua !Mediäval (!Schriftklassifikation) !Mediäval (!Schriftklassifikation) Undurchsichtigkeitsgrad des !Papiers.5 cm. !Quetsche. Kunsttempel. Pfuschdruckerei. Taubenschlag. !Graphik OCR Offizin OKP Oktav Old Face Old Style Opazität Original 64 . Trittmühle. von der eine !Reproduktion angefertigt werden soll. die Mittagsstunde ungerechnet. 1. dann folgten die !Cornuten. mit Hilfe von OCR-Verfahren kann das Programm die Buchstaben der eingescannten Bilddatei eines gedruckten Textes erkennen und in eine Textdatei umwandeln. Der Oberschnitt kann gefärbt (Farbschnitt. die von !Gehilfen (!Gespan) unterstützt wurden. Schmiere. Hasper [1835]) Andere Bezeichnungen für Buchdruckereien: Bruchbude. Gegensatz von Transparenz. (!Handsatz) „Die Dauer der Tagarbeit ist gewöhnlich elf Stunden. der Schnitt dem Buchrücken gegenüber ist der Vorderschnitt. druckende und nichtdruckende Teile liegen auf einer Ebene. Tütenquetsche. Druckstube. Das Original ist eine beliebige !Vorlage. Selbstdurchschreibpapier !Buchformat (Normalbogen [8°].

als es eine einheitliche Rechtschreibung noch nicht gab) der Verleger Georg von Cotta an Paul von (seit 1910) Heyse (1830–1914): „Alle Werke. wenn nicht der Autor seine Orthographie vorschreibt. wer !Schriftsatz erstellt (!Typograph). Der Ochs benimmt sich unmanierlich. wir glauben. Ja.: ortho = richtig) !Rechtschreibung (Gegenteil ist die !Kakographie) Am 1. die wir drucken. sollte neben der zu beherrschenden Materie (!Lektor) auch die !Orthographie beherrschen. mit diesem Festhalten mächtig dazu beigetragen zu haben. sind und bleiben in der Schreibart gesetzt. sollte dazu auch die Orthotypographie beherrschen. Orthotypographie Outline Die Kontur eines !Schriftbildes O Der Orang-Utan ist possierlich. muß neben sicherem Deutschwissen beides beherrschen (sonst ist es kein !Korrekturlesen). und wer Korrektur liest (!Korrektor). Schreibweisen im Schriftsatz Seite 107–112 Wer schreibt (!Autor !Manuskript).Orthographie (griech. September 1858 schrieb (in einer Zeit. Ebenso unsere Journale alle. 65 . wie Schiller und Goethe sie geschrieben. daß nicht die grenzenlose Verwirrung in der Schreibart allgemein werde …“ (!Duden !Rechtschreibreform) Richtige typographische !Schreibweisen (!Buchdrucker-Duden !Typographie !Mikrotypographie !Hornschuch) Siehe Orthotypographie.

d. Die erste Papiermühle Deutschlands. wurden Pachanten nur in 16 Städten Mitteleuropas losgesprochen. Bis Mitte des 19. gefunden und stammt aus dem Jahre 98 n. Wien.: chárte = Papier [Karte. Die Seite 1 (ungerade) ist eine rechte Seite (!Recto). Jahrhunderts waren !Hadern (Lumpen) der wichtigste Papierrohstoff. die Seite 2 (gerade) ist eine linke Seite (!Verso). Weichheit. Griffigkeit. (!Farben !HKS) (griech.P Pachant Bei den Buchbindern wie ein !Cornut. (!Foliieren !Toter Kolumnentitel) !Glatter Satz. Bezeichnung für Tölpel. New York. Papier wird nach einzelnen Eigenschaften für verschiedene Verwendungszwecke unterteilt. der noch umbrochen werden muß. jemand. Knecht.. Paketsetzer (!Paketsatz). (griech. In diesem Farbmischsystem aus 8 Grundfarben werden 487 Standardfarbtöne für gestrichenes und ungestrichenes Offsetpapier entwickelt. So steht grundsätzlich immer die gerade Seite links und die ungerade Seite rechts. Prag.: R E LI E F P F E I L E R . Opazität. um es erneut beschreiben zu können. für das Pantone Matching-System (PMS). Oder. Verleimen und Pressen hergestellter Werkstoff zum Beschreiben. Auch Bachulke. Glanz. Luftdurchlässigkeit Pachulke Pagina Paginieren Paketsatz Palimpsest Palindrom Pantone Papier 66 . Bedrucken und Verpacken. wurde durch den Nürnberger Ratsherrn und Kaufmann Ulman Stromer (1329–1407) an der Pegnitz bei Nürnberg 1390 errichtet. oder DIE LIEBE IST SIEGER – REGE IST SIE BEI LEID. Saugfähigkeit. Feuchtedehnung. Farbannahme. Leipzig. Fettdurchlässigkeit. in Etsina in der Provinz Kansu. Münster. Lübeck. wie z. darunter in Breslau. Chr. Optische Eigenschaften: Färbung. Die Herstellung von Papier wurde 105 n. oder aus dem Griechischen. die Gleißmühle.und Satzarbeiten Hilfsdienste leistet (!Offizin) !Kolumnenziffer Mit fortlaufender Seitenzahl versehen. Während Cornuten in jeder Stadt mit einer Druckerei losgesprochen werden konnten. das vorwärts und rückwärts gelesen den gleichen Sinn ergibt. Gleichmäßigkeit der Oberfläche 2. Dichte.: wieder geschabt) Erneut beschriebenes !Pergament. Erst 1000 Jahre später gelangte die Kunst der Herstellung von Papier (Weiße Kunst) über den Orient und Nordafrika nach Europa (Spanien ab 1260. (!Fahne) (griech. Frankfurt a. B. an alten Brunnenanlagen zu finden: Ν Ι Ψ Ο Ν Α Ν Ο ΜΗ ΜΑ Τ Α ΜΗ ΜΟ Ν Α Ν Ο Ψ Ι Ν (Wasche Deine Sünden und nicht nur das Gesicht) Schutzmarke der Pantone Inc. Frankreich 1338 in La Pielle). Leimungsgrad. Auf speziellen Farbfächern wird jeder Farbmischung eine PMS-Nummer zugeordnet. Das bisher älteste beschriftete Papier wurde in China. Das beschriebene Pergament wird abgeschabt. durch !Tsai Lun beschrieben. Blatteigenschaften: Laufrichtung.: wieder derselbe Weg) Satz oder Wort. Biegesteifigkeit. der bei Druck. Chr. Nürnberg.: pápyros !Papyros) ist ein überwiegend aus Pflanzenfasern durch Verfilzen. Hamburg. Glätte. Charta]) Papier (von griech. 1.

Tsai Lun. DIN-Formate.: pápyros) Papyros gilt als Vorläufer des !Papiers. Büttenpapier. Chromopapier. Einreißwiderstand. Der Handel mit Papyros von Ägypten nach Griechenland lief über die phönizische Stadt Gebal (Jbeïl) im Libanon. h. eine weitere Schicht wurde im rechten Winkel darübergelegt. Siebdruck Klassifizierung nach Stoffklassen (SK) Superfein Fein Mittelfein Belordinär Konzept Ordinär Zeitungsdruck Holzfrei Schwach holzhaltig Holzhaltig Stark holzhaltig Ordinär SK 1 SK 2 SK 3 SK 4 SK 5 SK 6 SK 7 SK 8 SK 9 SK 10 SK 11 SK 12 [m. Papyros. 45 % Zellulose Heftumschläge m. 55 % Holzschliff Rollenoffset. = höchstens] aus Hadern Wertschriften. Durchschießen. Laufrichtung.3. (!Schriftrolle) Papiermontage Papiervolumen Papyros 67 . Tiefdruck. Ries. 40 % Zellulose Graupack. Papiergewicht. Hadern. in Ägypten zurück. 60 % Altpapier. Densometer. Beide Lagen bearbeitete man mit einem Schlagwerkzeug so lange. Rohbogen. Bruchwiderstand. 40 % Holzschliff Schreibmaschinenpapier m. 70 % gebleichter Holzschliff Zeitungen bis 5 % verholzte Fasern ohne Holzschliff Papiertaschen m. Opazität. Mattgestrichene Papiere: Gestrichene Papiere. Querformat. bis 5 % verholzte Fasern Offsetpapier. 60 % Zellulose Naturpackpapiere m. = mindestens h. maschinenglatt oder leicht satiniert. Falzwiderstand. OKP. 20 % Holzschliff. h. Chr. Die Herstellung dieses Beschreibstoffes geht auf die Zeit von etwa 3000 v. Drucktechnische Eignung: Hochdruck. Das Mark der Papyroshalme wurde in dünne Streifen geschnitten. Wasserzeichen. Banknoten m. Efalin. UWS. Naturpapiere: Ungestrichene Papiere. um eine gleichmäßig geschlossene gut zu bedruckende Oberfläche zu erhalten. Festigkeitseigenschaften: Reißlänge. Gefügefestigkeit 4. bis der Pflanzensaft. Elefantenhaut. 25 % Holzschliff Zeitschriften m. Satinieren: Satiniert werden Papiere. Die danach getrockneten und geglätteten Blätter wurden zu einer Rolle zusammengeklebt. Offsetdruck. Fettflecke. Es ist holzstofffrei oder holzstoffhaltig. maschinenglatt oder satiniert Gestrichene Papiere: Papierveredlung durch Auftragen einer pigmentierten Streichdispersion (dem Strich). 20 % Hadern Landkarten holzfrei. h. die nicht oder nur sehr wenig satiniert werden. 80 % Zellulose Einwickelpapier m. ein zusammenhängendes elastisches Blatt ergab. und man legte sie dicht nebeneinander. Wellpappe Offsetdruckpapier: Vollgeleimtes festes Papier mit guter Dimensionsstabilität. Kataloge m. Chr. Zuschuß Papierformate Papiergewicht !DIN-Formate (nach DIN 476 Papierformate in cm) Das Flächengewicht oder Quadratmetergewicht von Papier in Gramm Nach DIN ISO 536 ist: 7 g/m² bis 150 g/m² = Papier 150 g/m² bis 600 g/m² = Karton über 600 g/m² = Pappe !Klebeumbruch !Volumen (griech. Weiße Kunst. die keine Veredlung durch einen Streichauftrag haben. h. Gautschen. Zeitungsdruckpapier: Stark holzstoffhaltiges Rollenpapier für den Zeitungsdruck. weshalb der griechische Name dieser Stadt Byblos (Biblio = Buch [!Bibel]) ist. Nagelprobe. Volumen. wie ein Klebstoff wirkend. deren Oberflächenqualität aus dem Glättwerk nicht ausreicht. 55 % Holzschliff. Lebensdauerklassen (LDK). Pergament. 40 % Holzschliff. Siehe !Bogen. Prospekte holzhaltig. Die ältesten heute noch erhaltenen beschrifteten Papyrosrollen sind von etwa 2500 v.

0 cm × 45. eingeklammerter Text Paßmarke.0 cm B 12 Breitformat 271.0 cm B 2 Kulturformat 70. chaldäisch.0 cm Französisches Format 300. ähnlich der !Japanischen Bindung. Er eröffnete 1555 in Antwerpen eine Druckerei (Museum in Antwerpen) und Verlagsbuchhandlung.0 cm B ½ PTT-Format 32. (!Blitzer) Dateiformat (Portable Document Format). Auch !Gutenberg hat (als Luxusausgabe) 30 Exemplare seiner 42zeiligen Bibel auf Pergament gedruckt. um Satz zu transportieren oder zu lagern und zu stapeln. (!Mathematische Zeichen !Minuszeichen) Satzunterlage im !Bleisatz (oft aus Karton). Ludolphsche Zahl. Eine zum Beschreiben präparierte Tierhaut (nicht gegerbtes Leder). (!Stehsatz !Satzschiff) Vorsilbe.0 cm B 4 Weltformat 90. B. und der Farbstand wird so kontrolliert. konstantes Verhältnis des Kreisumfangs zum Durchmesser (!Mathematische Zeichen) Typographisches Maß in angelsächsischen Ländern (12 Point) (!Punkt !Typographisches Maßsystem !Namen der Schriftgrade [11 Punkt]) Bilderschrift.5 cm × 128. Klammerzeichen.0 cm × 294.0 cm × 170.6 cm 12 m² GF Großformat 400. Grafiken und Multimedia-Elemente enthalten. Der Name ist aus hellenistischer Zeit von der kleinasiatischen Stadt Pergamon entlehnt mit ihrer aus der Antike berühmten !Bibliothek. griechisch. Etwa 1600 typographisch wertvolle Drucke sind bekannt. Elektronische Ausgaben von Büchern werden häufig als PDF-Dokumente mit Adobe Distiller (und auch anderen Programmen) erstellt. Pluszeichen Porte-page Präfix 68 . darunter seine berühmt gewordene Polyglottbibel in acht Foliobänden in hebräisch. Die Dokumente können Texte. Mit ihrer Hilfe werden die einzelnen Farben nacheinander übereinstimmend gedruckt.0 cm × 260. Chr. Das Pluszeichen + ist aus „p“ = plus entstanden.5 cm × 128. die vor den Wortstamm oder das Grundwort tritt.0 cm × 102. die mit dem Acrobat Reader gelesen werden können (!DTP). (!Palimpsest) !Schriftgrad (5 Punkt) !Namen der Schriftgrade !Schriftgrad (8 Punkt) !Namen der Schriftgrade π = 22 : 7 = 3. lateinisch und syrisch. Pergament als Beschreibstoff war allerdings schon lange vorher bekannt.0 cm PDF Pergament Perl Petit Pi Pica Piktogramm Plakatformate Plantin Christoph Plantin (um 1520–1589). Frau + Kind + Tisch = Wickelraum).0 cm Englisches Format 64. Erste Vorstellung von der Firma !Adobe 1991 unter dem Namen „Carousel“.0 cm 24 sheet 580. feine Fadenkreuze außerhalb der zu bedruckenden Fläche.5 cm × 42. berühmter Antwerpener Buchdrucker und Verleger.0 cm × 100.0 cm B 12-Baby 90.0 cm × 35.141 592 653 589 793 238 46 …. In Fremdwörtern der deutschen Sprache finden zahlreiche Vorsilben und Vorwörter aus dem Griechischen und Lateinischen Verwendung. Mischung aus !Logogramm und !Ideogramm Hängekartons 25.0 cm B 200 Cityformat 120.0 cm × 400. von denen eine Auswahl in der folgenden alphabetischen Liste in deren hauptsächlicher Bedeutung zu finden ist. Bildschreibung (z. mit einem mathematischen Text bekannt) oder auch (als Vorläufer des !Codex) durch Zusammenschnüren der beidseitig beschriebenen Seiten gebraucht.Parangon Parenthese Passerkreuz !Schriftgrad (18 Punkt) !Namen der Schriftgrade Klammer. Es wurde als !Schriftrolle (aus Ägypten ist eine Lederrolle um 2200 v.

und soll dem einfacheren Verständnis vieler Fremdwörter und deren Schreibweisen dienen. ad-) anfang-. schwierig. zurück männlich ungleich gekrümmt vor (s. außerhalb l = außen. die gedruckten Text herstellen und kontrollieren. (g = griechisch l = lateinisch s.(s. evexexexoextra- g = darauf. supra-) g = gut g = aus. über … hin (s. ab-) von … weg (s.l = zusammen.(s. Tele-phon = = = = autoeuholotele- Die Liste ist für die gedacht. außerhalb 69 . ad-) (s. amphi-) von … weg. com-. vor Vokalen) zweifach. un-. di-) biobrachybradyg = lebensg = kurz g = langsam C chlorochromocircacircumD dedesdidi(a)E eefek(to)em-. entzwei g = schmal g = miß-. extra-) hinein. intra-. in-) (s. sym-) disdolichodys- l = auseinander. in-. apo-) (s. intra-) spiegelbildlich innerhalb. doppel. ursilber(s. pro-) gegen (s. heraus g = außen. con-. Uni-versum = = = = = amphi bievleukouni- Auto-mat.(s. bi-) (hin)durch. ad-) ab. = siehe) A aaababsaccadaerafagakanthoakroaktinoalloambiamblyoamphig= l= l= l= l= l= g= l= l= g= g= g= g= l= g= g= un-. ringsum ananaandroanisoankyloanteant(i)apap(o)ararch(e)argyroasatautog= g= g= g= g= l= g= l= g= l= g= g= l= l= g= (s. ad-) (s. ex-) außerhalb (s.(zeitlich) um … herum (s. bei. im-) cisl = diesseitig col-. heraus l = aus. von … weg (s. Bi-kini Ev-angelium Leuk-ämie. epieu-. en(to)g= g= l= l= l= l= g= g= l= l= g= g= g= g= (blaß)grünlich farbig. contra-) (s. amphi-) stumpf. zu luft(s. zwischen aus (s. erster. innen (s. farbum. doppelt (s. Holo-kaust Tele-graph. verneinend (s. ad-) selbst. ab-) (s. strahlen(körper)fremd beid. innen (s. schwach. enenantioen(do)-. wieder-. ad-) an. ambi-). auf. cum. de-. ab-) (s. herab (s. a-) hinauf-. schlaff beid. Auto-mobil Eu-ropa. ex-) (s. schlecht eph-. ad-) spitz an den Enden strahlig. Eu-thanasie Holo-gramm. mit (s. eigen B barybathybig = schwer g = tief l = zwei-. Leuko-plast Uni-form. super-.Beispiele: Amphi-theater Bi-zeps.

übel. verneinend (s. col-. spitz-. super-) schlafunter. hypo-) zwischen (s. gleichartig wasserfeucht. weniger schwarz mitten. post-) klein einzeln. konL leioleptoleuk(o)M makromega(lo)meiomelanomesoN neoneur(o)- g = glatt g = dünn g = weiß g= g= g= g= g= groß. von unten. allein muskelschleim- g = neu g = nervgegen (… hin). weit groß kleiner. (s. en-) gleich(artig). flüssigkeitsüber(mäßig). con-. dia-) innerhalb (s. endo-) (s. osökog= oligog= onkoopisthooptoorthooxy- g= g= l= g= g= geschwulstrückwärts. l = op-. greisg= g= g= g= g= g= g= g= bluteinfach greifen. cum-) l = nahe … bei. hinab (s. zurück hoch hinauf unter(halb). ininJ jur- g = siehe phg = erdg = alt-. zwischen lipolitho- g = fett g = stein- met(a)mikromonomyomyxonulli- g= g= g= g= g= später. ob-) haus-.(s. zwillings- g = ärztlich g = eigen(tümlich) l = in. geradescharf-. com-. sauer- 70 . de-) horn(s.(s. häßlich schön herab. kol-. ok-. of-. endo-) hinein (s. wirtschaftwenig. semi-) verschieden (s. a-) l = rechtschlecht. (s. gering l = kein O obl= oc-. nach …. para-) g= g= g= g= hohl welt-. an-) l = un-. l = kom-. vollständig ähnlich. em-. selten. xeno-) schweißglykogynäkoholohomoiohydrohygrohyperhypnohyp(o)hypseloinfrainterintraintroisojuxtakoilokosmkryokryptog = süß g = weiblich g= g= g= g= g= g= g= g= l= l= l= l= g= ganz. schmuckkälte-. sub-. nach (s. frostverborgen- K kakog= kalog= kat(a)g= keratog= ko-. lang. gesichtsrichtig-. neben (s. hinein (s. retro-) seh-. berühren hundert sonnenhalb. (s. innen-.F fG geoger(o)H hämohaplohapthek(a)theliohemiheterohidroI iatroidioim-.

scheinbar seelenkältespeicheleiter- l = zurück. neben. vorderster. zeitl. hypo-) l = (s. in eins.con-) g = seelen-. dia-) halbanderthalbfach hartfett. wiederg= g= l= l= l= g= g= g= g= g= g= g= fauligspaltab-. prae-) für hinzu (s. platt ptylaomehr pyoretrosthenosubsuf-. von phos = photós prot(o)naturpseudopflanzenpsychoschief psychroflach. schwärzlich profreundproslichtproso(licht-) Gen. circum-) prograu. supsupersuprasur-. hyper-) oberhalb (s. pro-) außerhalb. mit (s. synthymotranstri- g= g= g= g= g= g= g= l= l= l= g= l= g= g= g= g= g= g= g= g= nahe atem-. opistho-) g = kräftigl = minder-. unter.). hyper-) praeterum … herum (s. auseinander (s. (s. sub-) l= l= l= g= über(mäßig). übermäßig prae(s. sub-) zusammen. ganz pollakisbei. ganz. nachher (s. hinter (s. sämtlich g = gelb g = fremd g = bläulichg = fermentxerog = trocken zyto- g = zell- Praktische Tipps !Farbbrille (Farben) !Faulenzer (Ausschießen) !Fleckenentfernung (Papier) !Klebeumbruch (Montage) !Nagelprobe (Papier) !Präfix (Vorsilben zum Auswendiglernen) !Volumen [2] (Formel zur Berechnung der Dicke eines Buchblocks) !Streifenprobe (Papier) 71 . ad-) vorwärtserster. hinüber g = drei l = ein. suk-.(s. gemütsl = über. dia-. schmal fern vier gottwärme l = zurück. bunt grau oft stadtviel hinter. meta-) vor (s.(s. (s. sussym-. hindurch. wichtigster falsch.P pachypaleopalim-. gegen poli(s. luftmannigfaltig.. sug-. per-) polyfünf postdurch. entgegen vor (räuml. lipo-) eng. palinpanpar(a)pelpentaperperiphäophilophosphotophysphytoplagioplatypleioR reS saproschizosesemisesquisklerosteatostenoT teletetratheothermoU uniX xanthoxenoZ zyanozymo- g = dick g = alt g = wieder g= g= l= g= l= g= g= g= g= g= g= g= g= g= g= plesiopneumpoikilopolioalles.

Nur die benötigte Auflage wird gedruckt.37597 mm (bei 0 °C) Didot-Punkt alt = 0.Prime Printing on Demand Privatpresse Producer Prolog Proof Prozeßfarben PS Pseudokursiv Punkt Die erste !Kolumne des Druckbogens (!Schöndruck) PoD.34722 mm Didot-Punkt alt = 0. bedarfsgerechtes Drucken im Digitaldruck (!Computer-to-Press) mit Hilfe von Systemen. (!Goudy !Morris) !Hersteller (griech. 72 . Der Pudel ist meist halb geschoren.35147 mm (!Schriftgrad !Typographisches Maßsystem) Freie Stelle im !Buchstabenbild (!Druckbuchstabe) Punze P Der Papagei hat keine Ohren. in der eigene Verlagswerke hergestellt werden mit dem Ziel der Pflege der Buchkultur. B.: Vorwort) Einleitung (!Epilog) Von einem Farbsatz hergestelltes Muster zur Beurteilung der Farbwiedergabe (!Andruck !Farben) !CMYK Postskriptum = Nachschrift (griech.: pseudos = Lüge) Elektronisch schräggestellte Schrift (!Kursiv) Typographische Maßeinheit. Buchwerkstatt.37500 mm DTP-Point [pt] = 0. 8• = acht Punkt (aber nicht 8° = acht Schriftgrade oder das Buchformat !Oktav) Fournier-Punkt = 0. z.37606 mm (bei 20 °C) Didot-Punkt neu [dd] = 0.: p oder •. Abk. die ohne !Druckform arbeiten.35277 mm Pica-Point [pc] = 0.

Bleibt eines der Gevierte stehen. bei dem der waagerechte Papierrand länger ist als der senkrechte Papierrand Horizontaler Buchtitel auf dem !Buchrücken Unvollkommen eingerichtete und schlecht arbeitende Druckerei. 8 Seiten (!Bogen !Ausschießen) (engl. bis 35 cm.oder 4-Cicero-Blindmaterial von 6 bis 20 Punkt Breite (!Blindmaterial !Handsatz) Professionell erstellter !Schriftsatz nach allen Regeln der typographischen Kunst (!Anmutung !Schreibweisen !Text !Typographie !Orthotypographie) !Buchformat. (!Offizin !Zwiebelfischbude) Der Unterschnitt des Buches (!Oberschnitt) Englische Tastatur. = landscape) Papierformat. also 6 Punkte. q w e r t y ist die Buchstabenreihenfolge von links nach rechts unter der Ziffernreihe. Liegen alle Signaturen nach unten. hat man einen „König“ und damit einen vor dem Spiel festgelegten Höchstgewinn an Punkten. Halbbogen [4°].: Koph. geschüttelt und ausgewürfelt. 3. q wird im Deutschen immer zusammen mit u = qu geschrieben. q w e r t z ist die Buchstabenreihenfolge von links nach rechts unter der Ziffernreihe.Q Q (hebr. (!Griechische Zahlen) Würfelspiel der Setzer (!Schriftsetzer) mit Bleigevierten (!Geviert) Spielregel: Es werden drei Gevierte gleichen Schriftgrades (8–10 Punkt) in die Hand genommen. griech.: Koppa) Das Q (ku) wurde aus dem Lateinischen ins Deutsche übernommen. (!Schreibmaschinenschrift) Quadräteln Quadraten Qualitätssatz Quart Querformat Quertitel Quetsche Queue Qwerty Qwertz 73 . sie druckt von abgequetschten und damit unbrauchbaren Lettern oder quetscht beim Drucken die !Buchstabenbilder der !Lettern platt. sind alle Gevierte blank und zählen die doppelte Punktzahl. Lautwert = kv (siehe !U). Im Bleisatz 2-. Jede nach oben liegende !Signatur bringt einen Punkt. (!Schreibmaschinenschrift) Deutsche Tastatur. Das altgriechische Koppa hat die Jahrtausende überlebt und bedeutet in der griechischen Zahlenschrift den Wert 90.

mit denen Grauwirkungen oder Farbabstufungen erzielt werden können (Tonwertzerlegung). z.: radere = schaben) Manuelles Tiefdruckverfahren mittels geätzter Druckplatte. Die rechte Seite eines Blocksatzes wirkt optisch unruhig. eine Kupferplatte wird mit einer säurebeständigen Schicht aus Asphalt.und Offsetdruck Randausgleich Randziffern Raster Rasterweiten Nicht genehmigter Nachdruck (!Neudruck) Rauhsatz ist !Flattersatz. problematisch ist in der neuen Rechtschreibung. Bilder darzustellen. Werden diese Zeichen etwas nach rechts aus dem Satzformat herausgerückt. Sie stehen außen links bei linken (geraden) Seiten und außen rechts bei rechten (ungeraden) Seiten neben der Kolumne in der Grundschrift neben der ersten Zeile eines Absatzes. Diese Zählmethode bietet den Vorteil bei !Neuauflagen. Sieb. Randziffern werden oft in juristischen Werken gebraucht. Sieb.und Offsetdruck Hochauflösend. von Jacob Grimm vertretenen Rechtschreibung nach etymologischen Gesichtspunkten. Harz oder Wachs versehen und mit Ruß geschwärzt. Der Rauhsatz findet bei kurzen und kürzesten Zeilen Anwendung. Hockney sind nur einige bedeutende Künstler. grobes Papier Guter Zeitungsdruck. wirkt der rechte Satzrand fast genau so ruhig wie der linke. S. Dürer. gemeint ist hier: Teen-ager. um z. Diese Randausgleichmethode hat !Gutenberg für die Kolumnen seiner berühmten 42zeilige Bibel verwendet. Aufl. Sie zählen die Absätze. wenn es auf Randziffern beruht. Mit einer spitzen Radiernadel wird in den weichen Ätzgrund gearbeitet. Rembrandt. (!Silbentrennungen !Rechtschreibung) Real Rechtschreibreform 74 . Dadurch wirkt der Rand des Rauhsatzes geschlossener als beim Flattersatz. 22. Chagall. Ist die Arbeit beendet. Max Ernst. Dalí. für Zeitungen zu fein Gute Qualität.: Tee-nager (Duden.R Radierung (lat. grobes Papier Durchschnittliche Qualität. um einen sauberen Blocksatz zu erreichen. auch bei Umbruchverschiebungen unverändert von der Vorauflage zu übernehmen. bei dem jede !Silbentrennung erlaubt ist. (!Fadenzähler !Farben) Linien je Inch 60 lpi 70 lpi 90 lpi 120 lpi 133 lpi 150 lpi Raubdruck Rauhsatz Linien je cm 24 L/cm 27 L/cm 35 L/cm 47 L/cm 52 L/cm 59 L/cm Zeitungsdruck. B. grobes Papier Zeitungsdruck. Die Technik der Radierung kam Anfang des 16. u. das !Stichwortverzeichnis. Goya. um das Zitieren der Absätze dieses Werkes als Quellenangabe zu erleichtern. Jahrhunderts auf. nach phonologischen Gesichtspunkten zu trennen. die Radierungen angefertigt haben. !Schriftgrad (120 Punkt) Die jüngste Rechtschreibreform der deutschen Rechtschreibung (!Duden 1995) ist zum Teil die Ablösung der bis dahin üblichen. 957). wenn dort zu viele Punkte. B. a. (!Zeilenzähler) Raster sind Druckelemente aus Linien oder Punkten (!Rasterweiten). 2000. Picasso. wird die Platte an den Rändern und auf der Rückseite mit Asphaltlack abgedichtet und in einem Säurebad geätzt. Kommas oder Trennzeichen (!Silbentrennungen) untereinanderstehen.

Jahrhunderts hatten sich die Rechtschreibkonventionen ohne behördliche Regelung gebildet (!Orthographie). z. oder ein liegendes „T“ für einen Laut zwischen „I“ und „U“. Es folgte Hieronymus Freyer mit seiner „Anweisung zur Teutschen Orthographie“ (1722) und Johann Christoph Gottsched mit „Grundlegung einer deutschen Sprachkunst“ (1748). Es wurde unter anderem das Diagamma inversum eingeführt.Nicht nur heute. Erste Versuche. B. die deutsche Rechtschreibung zu normieren. dadurch steht dann Zeile auf Zeile. (!Rechtschreibreform) Bis in die Mitte des 19. die Grundlagen der heutigen deutschen Rechtschreibung: „Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuchs der hochdeutschen Mundarten“ (5 Bände. Satz von !Verzeichnissen: Literaturverzeichnis.: Wiedergabe) Herstellung von Druckformen zur Wiedergabe von Bildern (!Original !Vorlage) Registerpunkte Registersatz Registerschnitt Regletten Remittenden Renner Reprint Reproduktion 75 . ein umgedrehtes „F“ für ein konsonantisches „V“. Johann Christoph Adelung schuf.und Schriftkünstler. beschädigte Bücher Paul Renner (1878–1956). Die Punkte müssen auf der Seite untereinanderstehen. (!Elenchos) !Daumenregister Im Bleisatz !Blindmaterial für den !Durchschuß in der Länge der Satzzeile und in !Schulterhöhe in 1. nicht nach phonologischen. Jacob Grimm trat Johann Christoph Adelung mit der Forderung entgegen. Die weitere Entwicklung der deutschen Rechtschreibung siehe !Duden !Druckfehler !Kosog. Inhaltsverzeichnis usw. ein umgedrehtes „C“ für die Doppelkonsonanten „PS“ oder „BS“. 4. Buch. wurde unter Kaiser Claudius am 21. sie stehen dann genau Schriftlinie auf Schriftlinie. sondern nach etymologischen Gesichtspunkten zu schreiben. (!Schriftdesigner) !Faksimile (lat. und 12 Punkt Stärke (über 12 Punkt Stärke !Stege) (lat. 2. halten die Zeilen in den Kolumnen Register.: die Zurückzuschickenden) An den !Verlag zurückgehende Exemplare einer Zeitung oder Zeitschrift oder für technisch fehlerhafte bzw. 3. auf seine Vorgänger aufbauend. Der Grauwert einer Seite erscheint nun im Textgewebe (!Text) optimal. Punkte auf Geviert oder Halbgeviert zum !Auspunktieren im !Registersatz. Rechtschreibung Normierung der Schreibweise einer Sprache nach verbindlichen Regeln. Stehen die Zeilen der !Versoseiten genau auf den Zeilen der !Rectoseiten. auch im kaiserzeitlichen Rom gab es Rechtschreibreformen. zum 800. oder das Antisignum. Recto Rectoseiten Registerhalten Rechte ungerade Seite in einem Buch und Vorderseite eines Blattes (!Verso) Vorderseite eines !Druckbogens Die Satzzeilen eines Drucks schimmern häufig durch das Papier (!Opazität). April 47 n. die sich aber nicht durchsetzte. 1774 bis 1786). Einer seiner bekanntesten Entwürfe ist die !Futura. unternahm Justus Georg Schottel mit der „Ausführlichen Arbeit von der teutschen haubt Sprache“ (1663). Chr. Gründungstag von Rom eine Rechtschreibreform durchgeführt. Stichwortverzeichnis. Erreicht wird das Halten des Registers durch einen gleichen !Schriftgrad und durch gleichen !Durchschuß. 6.

V = 5. Grün. Jahrhunderts. das dann auf das Ausgabemedium übertragen wird. Seine Memoiren hat Restif nicht nur selbst erlebt. Das autobiographische Werk „Monsieur Nicolas“. !Borgis für einfache Erzählungen oder für moralische Bemerkungen. III = 3. oftmals auch für Betonungen innerhalb eines Wortes Buchstaben in Versalien oder in anderem Schriftgrad. additive Farbmischung (!Farben) !Schriftgrad (11 Punkt) !Namen der Schriftgrade Im Bleisatz besonders lange Satzspalten (!Rohsatz) (arab. (!Fortdruck) Buchbesprechung RGB-Farbsystem (Primärfarben: Rot. nach DIN 6730 Verpackungseinheit von sortengleichem Planopapier. B. M = 1000 Die Zahlen werden von links nach rechts gelesen und addiert. beginnt hier zu schreiben und hinterließ ein literarisches Lebenswerk pikanter und wirklichkeitsgetreuer Schilderungen zahlreicher Liebesaffären. Er kommt als Buchdrucker aus der Provinz nach Paris. 1 Ries 1 Buch 10 Ries = = = 20 24 25 1 Buch = 480–500 Bogen Bogen Schreibpapier Bogen Druckpapier (!Buch) Ballen Revision Rezension RGB Rheinländer Riemen Ries 1 Ries wiegt je nach Größe und Stärke des Papiers zwischen 5 und 8 kg. L = 50. !Cicero für Leidenschaft oder Stellen mit großem Effekt. Nicolas Edme (1734–1806). Steht eine kleinere Ziffer vor einer größeren. Abdruck. sondern auch selbst gesetzt.Restif de la Bretonne (Rétif). z. verlegt und vertrieben. gedruckt. Rille RIP Bei der !Broschur vorgesehene Knickstelle zum Aufschlagen des Buches (!Nut) Raster Image Prozessor. C = 100. Von ihm wird gesagt. MCMXCIX = 1999. Bildschirmfarben. er rechnet Daten aus Seitenbeschreibungssprachen wie PostScript (!Adobe) in ein Pixelmuster um. letzte Überprüfung und Korrektur vor Beginn des Auflagendrucks. Magenta. D = 500. die die Bedeutung des Gesagten hervorheben. der mit der Korrektur verglichen wird (revidieren). Sekundärfarben: Cyan. daß er einige der Werke seiner Memoiren ohne Manuskript direkt am Setzkasten setzte. Er gibt in seinen Memoiren auch einen fachkundigen Einblick in das typographische Handwerk des 18. Blau = Weiß. wobei er im Satz verschiedene Schriftgrade wählte. Papier kann eingeriest (verpackt) oder im Gegensatz uneingeriest auf Paletten geliefert werden. !Petit für viele langweilige.: Ballen) Papiermaß. Gefalzte und richtig hintereinanderliegende !Druckbogen eines kompletten Werkes (!Kollationieren [2] !Bogennorm !Bogensignatur) Unbeschnittener !Druckbogen (!Bogen) Noch nicht weiterverarbeiteter Satz (!Paketsatz !Fahne !Riemen) Die römischen Ziffern bestehen aus sieben verschiedenen Zeichen: I = 1. X = 10. enthält seine intimen Memoiren. so muß sie abgezogen werden. mit nahezu 5000 Seiten eines der umfangreichsten Werke der Weltliteratur. aber notwendige Details. Gelb [!CMYK]). IV = 4. MMII = 2002 Rohblock Rohbogen Rohsatz Römische Zahlen 76 .

zuordnen. Rundgotisch (Schrift im Übergang von Romanisch zu Gotisch. Neuschöpfung 1930 von Rudolf Koch (!Wallau) So wurde die Schrift „Americain“ scherzhaft wegen ihrer herabhängenden !Serifen genannt. B.Rotunda Rotznasengotisch Rubrik Rubrizieren Rubrum Rundgotisch Rundsatz !Gotisch mit runden Formen. wobei die Schriftlinie innen oder außen sein kann. gebogen wird (z. bei der eine Zeile konvex. konkav oder als Wellenlinie usw. zum Kreis bei einem Rundstempel). bezeichnen (!Rubrik) Aktenzeichen. kurze Inhaltsangabe (!Rubrik) !Rotunda Satzart. 77 . (!Gotisch) (lat. R Der Rehbock scheut den Büchsenknall.: rubrum = Rötel) Überschrift eines Abschnitts. Artikels oder Kapitels (Rubrikzeile). früher in Rot gedruckte Überschriftszeile Einordnen. Die Ratt’ gedeihet überall. italienische Gotik).

(!Langes „s“) !Satzschiff Fehlerhaft einseitig nicht bedruckter !Bogen (!Druckbogen) Unscharfer Druck von Bildern oder von Schrift Typographische Verzierungen wie Ränder. ß = sz (ß = sz) Bis etwa 1800 war es nicht üblich. 84 Punkt) !Namen der Schriftgrade Siehe: !Akzidenzsatz. In den !gebrochenen Schriften gehörte das „ß“ immer zum Standard. Das Schiff bestand aus einer Metallplatte mit Umgrenzung. Gleichzeitig verschwand das lange „s“ aus den Antiquaschriften. Jahrhunderts diese Schriften für Deutsch üblich wurden. fälschlich !Druckfehler (!Verballhornen) Satzbreite (wird in !Cicero oder mm angegeben) Auf einem Schiff wird etwas transportiert. (!Druckfehler) Durch Setzen (!Druckfehlerteufel) entstandener Fehler. Formsatz. Es wurde im Deutschen in die Antiquaschriften als ß übernommen. Tabellensatz. Paketsatz. um den ausgebundenen Satz vom Schiff schieben zu können. Formelsatz. Die Stellung des Satzspiegels auf der Seite wird bei Büchern nach bestimmten Seitenrandverhältnissen ermittelt. später auch mit zwei runden „s“ = „– –“. Schluß-„s“) 1. Fremdsprachensatz. Registersatz. und so auch auf einem Satzschiff in der Bleisetzerei. um ein „ß“ darzustellen. Geschah das aber in Ausnahmefällen doch. Die Virgel verschwindet etwa 1730 und wird durch das Komma ersetzt. rundes „s“ !scharfes „s“ (!Gebrochene Schriften. Schriftsatz. !Vignetten Satz Satzanweisung Satzfehler Satzformat Satzschiff Satzspiegel Satzzeichen Scharfes „s“ Schiff Schimmelbogen Schmitz Schmuck 78 . Flattersatz. Der hintere Teil der Umgrenzung war entfernbar. Das Satzschiff diente der Aufnahme des fertigen Satzes oder der !Kolumne. Rundsatz. mit einem langen „s“ + einem runden „s“ = s –. Neusatz. Qualitätssatz. nach ihm sind eine Schriftfamilie benannt und zwei Schriftgrade. Übersatz. als etwa Mitte des 18. berühmter Schriftdesigner. Der Satzspiegel beinhaltet Breite und Höhe der Kolumne ausschließlich toter !Kolumnentitel. Rohsatz. Das !Semikolon gibt es ab etwa 1694. in deren unsichtbaren Rahmen das zu Druckende steht.S s Sabon Der deutsche !Schriftsatz kennt drei verschiedene „s“-Formen: !langes „s“. Maschinensatz. zur !Orthographie. Jacque Sabon (etwa 1535–1580). einschließlich lebender Kolumnentitel und !Fußnoten. Sie enthält genaue Angaben über !Schreibweisen im Schriftsatz (!Orthotypographie). Stehsatz. Blocksatz. Leisten. (!Setzerwerkzeug) Der Satzspiegel bildet die Nutzfläche einer Druckseite. zum !Layout und zur !Typographie. Die !Virgel als Satzzeichen taucht im Hochmittelalter auf. 2. aber als s z. das Ausrufezeichen ab etwa 1797. !Norm und !Marginalien. behalf man sich. Bleisatz. Deutsch in Antiquaschriften zu setzen (!Antiqua). Handsatz. Werksatz Eine gute Satzanweisung ist die beste Voraussetzung für eine problemlose und kostengünstige Satzerstellung. Glatter Satz. !Schriftgrad (72 Punkt.

00. Typographische Schreibweisen.Schmuckfarbe Schmutztitel Sonderfarbe (!HKS !Pantone) Auch Antiporta. 1946. Schnellschuß Schnitt Schnittkante Schnittmarken Schöndruck Schrägstrich Schreibmaschinenschrift Schreibmaschinenschrift Schreibschrift Schreibweisen Druckschriften.: Richtlinien für den Schriftsatz.) Zwei Beispiele für Schreibweisen mit Sinnveränderung (hier fehlte der !Korrektor): In einer Anzeige heißt es: „Damen und Herrenfahrrad anzubieten“ (richtig: Damen. Schreibschriftprobe !Orthotypographie.— €.00 € 5. die Handschriften nachgebildet sind. email. 05. B.oder Papiermontagen zum Druck können bei der Filmbelichtung durch Überstrahlung der Schnittkanten feine Linien im Film entstehen. als Bücher nicht in gebundener Form verkauft wurden. E-mail. Schriftschnitt (!Schriftfamilie) 2. 500. und was soll das Herrenfahrrad? Häufig liest man „Email“. 500. 12. an denen entlang das Papier geschnitten wird (!Anschnitt). 12.: Textverarbeitung). Auf jeden Fall sollte der !Duden zu Rate gezogen werden. 05. 5. 46. bietet das Buch „Detailtypographie“ von Friedrich Forssman und Ralf de Jong aus dem Verlag Hermann Schmidt.de Hier erfährt der Leser von der Entmaterialisierung eines Schmelzüberzuges und seiner elektronischen Versendung an angegebene Adresse. siehe Orthotypographie. Dez. Der Schmutztitel stammt aus einer Zeit. 05. Schnitt des !Buchblocks (!Oberschnitt) Bei Film. nur mit Angabe des Autors und des Titels versehen. Mainz 2002. e-mail 500 €. 5. 500.00 €. Aufl. die den Typen einer Schreibmaschine nachgebildet ist und in der alle Zeichen dieselbe !Dickte haben.typografie. E-Mail. Beispiele für Schreibweisen: (welche sind falsch. Außerhalb der zu bedruckenden Fläche.dilba@t-online. (Ausführliche Auskunft über alle Einzelheiten im Schriftsatz.: Email eberhard.) e-Mail. Linienmarkierungen. Email. aber gefalzte Druckbogen.. z. (!At-Zeichen !Egyptienne !Grotesk !Schriftklassifikation) 2. Schreibweisen im Schriftsatz Seite 107–112 und im Duden (21. 500. 500. eMail.1946. EMail.€. 22. welche sind richtig? Mischungen sind immer schlecht. 1946. damit sie nicht mitdrucken. (!Broschur !Titelei) Ein rasch zu erledigender Druckauftrag 1. die die Schnittmarken bezeichnen. ein Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz. Aufl. Der Leser fragt sich: Was sind das für Damen. Email = Schmelzüberzug (!Druckfehler !Orthographie !Verballhornen) 79 . www. Dezember 46. die dann wegretuschiert werden müssen. E-Mail = elektronischer Brief. sondern als ungeschnittene. (!Oberschnitt) Erster Druckgang eines Druckbogens (!Prime !Widerdruck) / = Strich von rechts oben nach links unten (!Backslash !Bruchstrich !Virgel) 1.und Herrenfahrrad). die erste Seite eines Buches nach dem !Vorsatz.de. Druckschrift für den Schriftsatz. Die Schrift für die Typen der Schreibmaschine ist aus der serifenbetonten LinearAntiqua entstanden.12. liegen die !Passerkreuze.46 Die Schreibweisen im !Schriftsatz sind zum Teil festgelegt und dürfen nicht willkürlich durch Unkenntnis geändert werden.12. € 500. € 500.– €.

akrophonische Schrift = Wort. Chr. eine Verräumlichung der Sprache (!Typographie). möglicherweise durch Wanderungsbewegungen aus dem Gebiet des Schwarzen Meeres entstanden. Um 3200 verschwindet der Schriftgebrauch aus der kulturellen Landschaft der Balkanregion und findet sich in Griechenland in der frühhelladischen Kultur in dekorativen Motiven wieder. China. 5300 auch Verbreitung der Ackerbaukultur nach Mitteleuropa). Laut (Phönizisch [semitische Buchstabenschrift – vokallos]. um 2300 v. Piktogramm = Begriff. (!Druckbuchstabe) 80 . und etwa 50 % der Zeichen der Linear-BSchrift (mykenische Kultur. es werden Zeichen gesetzt. Das Mittelmeer brach etwa 6700 mit einer gigantischen Sturzflut über den Bosporus in das heutige Schwarze Meer ein. Jahrtausend entsteht die neolithische Donauzivilisation (alteuropäische vorindogermanische Zivilisation – um 5500 tauchen Bandkeramiker im Karpatenbecken auf. es entsteht in diesem Sinne ein dreidimensionaler Raum. Silbe. Handschrift (!Manuskript) 2. Buch (z. in der Induskultur. älteste heute noch erhaltene Papyrosrollen) und um 3000 v. Hauptsächlich im Norden und Nordwesten wurden weite Gebietsteile überschwemmt und zwangen die dort lebenden Menschen zum Rückzug. um 2000 v. Schritte der Schriftentwicklung a) nicht sprachgebunden 1. kretische Hieroglyphen [Diskus]. in Ägypten (2500 v. Anmerkung zu den donauländischen Kulturen: Bis 6000 v. Anschließende Klimaschwankungen. Maya. !DTP !Lichtsatz) 1. hethitische Hieroglyphen. Wort 3. etwa 6200 Einsetzen einer Mini-Eiszeit. Pamphlet 4. Buchstabe (ägyptische Hieroglyphen. Streitschrift. in Mesopotamien (Sumerer). Die Kulturtradition wird in die Ägäis weitergereicht (Kykladenkultur) und lebt um 2500 in Altkreta (minoische Kultur) wieder auf. Dadurch wird eine Drift aus dem Gebiet der donauländischen Kulturen in Richtung Südosten ausgelöst. das als riesiger Binnensee vielleicht etwa 100 Meter unter dem damaligen Meeresspiegel (seither sind die Weltmeere gestiegen) lag.Schrift Schrift ist die Darstellung der Sprache im zweidimensionalen Raum. Chr. B. die zunächst den Balkan (Donauzivilisation) und mit Verzögerung den Vorderen Orient (Frühe Hochkulturen) trafen. Flugschrift. griechisch) entsprechen der Linear-A-Schrift. Azteken) b) sprachgebunden 4. kretische Linear B) 5. Im 6. gefolgt etwa 5800 von einer rapiden Erwärmung. Chr. (Durch den Computer tritt eine bildlich kommunikative zeitliche Dimension hinzu. Ausbreitung des Ackerbaus von Anatolien bis auf den Balkan. bewirkten technologische Innovationen und überregionale kulturelle Wanderungsbewegungen. Chr. Ideogramm = Begriff. Die Entstehung der donauländischen Kulturen ist u. akkadische [assyrisch/babylonische] Keilschrift. in der Kultur der Olmeken (Mittelamerika). die Heilige Schrift [!Bibel]). Entwicklung der Schrift Die Entstehung der Schrift etwa 3300 v. in China und um 1000 v. Wort (Altsumerisch. Logogramm = Begriff. Chr. sumerische Keilschrift. Druckschrift (!Schriftbild !Schriftfamilie !Schriftgrad !Schriftklassifikation) 3. Etwa 50 % der Zeichen der Linear-A-Schrift der minoischen Kultur entsprechen den Zeichen der donauländischen Kulturen. (!Alphabet !Logogramm) Vieles spricht dafür. a. daß vor den orientalischen Kulturen die donauländischen Kulturen die älteren Impulsgeber für viele spätere Entwicklungen bis in die klassische Antike waren. das Denken wird zur Wechselwirkung zwischen Sprache und !Text (!Graphem). Wort 2. Induszivilisation. 5300 ältestes Zeugnis von längeren Schriftzeichensequenzen auf Tontafeln aus Tartaria in Transsylvanien [Rumänien]. Chr. Aus einem See weit unterhalb des Meeresspiegels entstand das heutige Schwarze Meer. Etwa 3500 dringen Indoeuropäer nach Südosteuropa ein und überlagern die donauländische Kultur. Alphabet = Buchstabe. Chr. Griechisch [vokalisiert]) Schriftbild Das Schriftbild ist der druckende Teil einer Schrift.

in Deutschland auch in Englisch. kursiv. halbfett. Slanted Strichstärke Extraleicht Leicht Mager Buch Halbfett Dreiviertelfett Fett Extrafett Ultrafett Schriftlage Normal Kursiv Schriftgrad (Schreibweise = ° [nicht • = !Punkt]) Verschiedene Schriftgrade besitzen Namen. Thin Condensed. (!Namen der Schriftgrade) deutsch französisch englisch 2• 3• 4• 5• 6• 7• Non plus ultra. Strichstärke und Schriftlage. hier einige „Klassiker“: Schriftschöpfer Schrift Claude Garamond (1480–1561) !Garamond Jean Jannon (1580–1658) Garamond William Caslon (1692–1766) Caslon John Baskerville (1706–1775) Baskerville Giambattista Bodoni (1740–1813) Bodoni Erich Walbaum (1768–1837) Walbaum Ferdinand Theinhardt (1820–1909) (Royal-Grotesk) (Berthold AG !Grotesk) Akzidenz Grotesk Eric Gill (1882–1940) Gill Paul Renner (1878–1956) Futura Stanley Morison (1889–1967) Times Hermann Zapf (1918) Palatino Max Miedinger (1910–1980) Helvetica Adrian Frutiger (1928) Univers (!Schriftklassifikation) (1532) (1621) (1725) (1754) (1789) (1810) (1880) (1927) (1928) (1932) (1950) (1957) (1957) Schriftfamilie Schriftschnitt des gleichen Typs mit unterschiedlichem Charakter (z. Narrow Normal. Regular Semibold. Zeichenbreite Extraschmal Schmal Normal Breit Extrabreit Extra Condensed. Die Schriftgrade können zum Teil regional unterschiedlich bezeichnet werden oder weisen auch im Laufe der Zeit Namensverschiebungen auf. Regular Expanded. B. normal. schmalfett usw. Heavy Black Regular Italic. Book. Extended Extra expanded Ultralight Extralight Light Roman. Medium Bold Extrabold. Er entsteht durch eine Kombination aus Zeichenbreite.Schriftcharakter Schriftdesigner !Schriftfamilie Gestalter von !Schriftfamilien. Oblique. Halbpetit Perl Nonpareille Kolonel. Compressed. Jeder Schriftschnitt führt innerhalb der Schriftfamilie einen eigenen Namen. Mignon Diamant Sédanoise Parisienne Nonpareille Mignonne Excelsior Brilliant Pearl Nonpearl Minion 81 . fett. Viertelpetit Brillant Diamant.).

Weiterhin wird der Zusammenhang zwischen Schriftcharaktere dargestellt (wie es die DIN 16 518 nicht unmittelbar sichtbar macht). Die !Versalhöhe ist die Höhe (Schrifthöhe) des !Schriftbildes 1. Kegel ist der Körper einer !Letter (!Schrifthöhe [1] !Schulterhöhe) Die Tabelle stellt den Zusammenhang zwischen angelsächsischer und deutscher Schriftklassifikation dar (ohne gebrochene Schriften). 2. z. Konkordanz Grobe Missal Kleine Sabon Grobe Sabon Real Imperial Petit-texte Gaillarde Petit-romain Philosophie Cicero St. Waagerecht die historische Komponente. Jh. senkrecht die stilistische Komponente. Der Schriftkegel bezeichnet die Höhe des !Gevierts (!Dickte × Kegel) eines !Schriftgrades. Jh. oberer Überhang 2. !Mittellänge. Bourgeois Garmond. 1 Sans Serif 2 Grotesk – Gill Sans Rotis Sans Franklin Gothic Trade Gothic Helvetica Univers Futura Bauhaus Schriftkegel Schriftklassifikation 1 Old Style 2 Mediäval 82 . 1 Slab Serif 2 Linear-Antiqua – Joanna Licida Serif Century Candida Clarendon Impressum Rockwell Memphis 20. Augustin Gros-texte Brevier Burgeoise Long Primer Small Pica Pica English Columbian Schrifthöhe 1.8• 9• 10• 11• 12• 14• 16• 18• 20• 24• 28• 32• 36• 42• 48• 60• 72• 84• 120• 150• Petit Borgis. !Oberlänge. 1898 einigten sich die deutschen Schriftgießer auf diese Schrifthöhe. bis 1800 (1 = angelsächsisch) (2 = deutsch) 1 Venetian Old Face 2 Venezianische Renaissance 1 Old Face 2 Französische Renaissance 1 Transitional 2 Barock 1 Modern Face 2 Klassizistisch 2 Konstruiert 1 Serif 2 Antiqua Trajanus Centaur Garamond Palatino Baskerville Times Bodoni Walbaum – 1800–1900/20. (!Schriftkegel [2] !Schulterhöhe) Prüfung der Höhe der Lettern: Neun in der Schrifthöhe nebeneinanderliegende Lettern ergeben 47 Cicero (9 · 622/3 : 12). bestehend aus unterem !Überhang. !Unterlänge. Im Bleisatz genormte Letternhöhe von 622/3 Punkt = 23.567 mm. Garamond/Gill oder Bodoni/Helvetica. Korpus Rheinländer Cicero Mittel Tertia Parangon Text Doppelcicero Doppelmittel Kleine Kanon Kanon Grobe Kanon Kleine Missal. B.

Die DIN 16 518 (nur deutscher Sprachraum) teilt alle Schriften in 11 Gruppen ein: 1. Venezianische Renaissance-Antiqua (Trajanus) 2. Französische Renaissance-Antiqua (Palatino) 3. Barock-Antiqua (Baskerville) 4. Klassizistische Antiqua (Bodoni) 5. Serifenbetonte Linear-Antiqua (Clarendon) 6. Serifenlose Linear-Antiqua (Helvetica) 7. Antiqua-Varianten (Largo) 8. Schreibschriften (Legende) 9. Handschriftliche Antiqua (Post-Antiqua) 10. Gebrochene Schriften (siehe Seite 108) Gotisch (Caslon-Gotisch) Rundgotisch (Weiss-Rundgotisch) Schwabacher (Nürnberger Schwabacher) Fraktur (Unger-Fraktur) Frakturvarianten (Weiss-Fraktur-Kursiv) 11. Fremdländische Schriften Siehe Schriftmuster Seite 120/121 (!Schriftdesigner) Schriftlinie Die Schriftlinie ist die gedachte Linie, auf der alle Buchstaben, unabhängig von Schriftgröße und Schriftart, ausgerichtet sind. Sie bildet die untere Begrenzung der !Versalien, während manche !Minuskeln die Schriftlinie mit ihrer !Unterlänge nach unten durchbrechen. Schriftrollen gelten als die Bücher der Antike. Sie sind aus !Papyros oder !Pergament gefertigt. Auf der Innenseite der Papyrosrolle mußten die Markfasern der Papyrosstaude parallel zur Beschriftung laufen, denn nur unter Schwierigkeiten ließ sich der vertikale Faserverlauf beschreiben. Deshalb sind die meisten Papyrosschriftrollen nur einseitig innen beschriftet. Es gab auch Schriftrollen aus Pergament (diese konnten leicht auf beiden Seiten beschrieben werden), die im wesentlichen Texte enthielten, die dauerhaften Charakter haben sollten, z. B. Gesetzestexte oder religiöse Texte (der Talmud verfügt, daß das mosaische Gesetz nur auf Lederrollen geschrieben werden darf). Eine Rolle hatte etwa 6–10 Meter Länge, im Extremfall sogar 40 Meter oder mehr. Die Höhe betrug 25–30 cm. Auf jedes Blatt schrieb man eine breitere Kolumne oder zwei Kolumnen von je etwa 35 Buchstaben. (!Papier !Explicit) Im Schriftsatz gelten besondere !Schreibweisen, die für alle Schriftarten außer der !Schreibmaschinenschrift gültig sind. Neben der Rechtschreibung (!Duden) haben sich im Schriftsatz (!Buchdrucker-Duden) im Laufe der Zeit bestimmte Schreibweisen durchgesetzt, von denen einige in den Richtlinien für den Schriftsatz im Duden abgedruckt sind. Besondere Beachtung findet der Satz mathematischer und chemischer Formeln (!Formelsatz), ebenso auch der !Tabellensatz. !Schriftfamilie Typograph, handwerklicher Beruf aus der Bleisatzzeit (!Gehilfe !Korrektor), der sich als Handsetzer (!Handsatz) mit !Schriftsatz und der Herstellung von !Bleisatz beschäftigte. (!Setzer !Setzkasten !Setzerwerkzeug) Alphonse de Lamartine (1790–1869), Dichter (Lyriker der französischen Romantik), Diplomat, Abgeordneter, Minister:

Schriftrollen

Schriftsatz

Schriftschnitt Schriftsetzer

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„Die Typographie ist der Vorhof der Literatur. Im geistig anspruchsvollen Bereich der Literatur ist eine ziemlich umfassende Bildung Voraussetzung. Es wird eine bis ins einzelne gehende Kenntnis der Sprache vorausgesetzt, und die Sprache ist der Schlüssel zu allem Wissen. (!Schrift) … Durch ihre Kunst sind die Schriftsetzer so etwas wie Novizen der Literatur. Sie sind durch ihren Beruf die ersten Mitwisser der Idee. (!Logos) Die innige Vertrautheit, die sie mit den Schriftstellern, den Politikern, den Dichtern und den Gelehrten verbindet, führt diese Handwerker des Gedankens tief hinein in die Wissenschaft, die Politik und die Literatur. Könnte man sich einen Notenschreiber vorstellen, der nichts von Noten versteht? Könnte man sich einen Bildstecher vorstellen, der nichts vom Zeichnen versteht? Genauso ist es beim Schriftsetzer. Sein Beruf steht dem des Schriftstellers am nächsten. Wenn überhaupt Denken, Fühlen und Schreiben ein Beruf ist, so hat er zumindest den geistigsten unter den handwerklichen Berufen.“ Die älteste Darstellung eines Schriftsetzers ist aus einem Holzschnitt in dem in Lyon 1499 von Matthias Huss gedruckten Totentanzgedicht „La Grant Danse macabre“ bekannt (siehe Seite 106). Schulterhöhe Schusterjunge Bei Bleibuchstaben (!Letter) die Kegelhöhe (!Schriftkegel [2]), auf der das !Buchstabenbild sitzt Am Ende einer Kolumne stehende Anfangszeile eines Absatzes (!Waisenkind). Schustern bedeutete im 19. Jahrhundert zurechtflicken, pfuschen, was von der Typographie durch den Begriff Schusterjunge noch verstärkt wurde. (!Hurenkind) Ein Ausdruck der Setzer, wenn der Schriftsatz (!Handsatz) nicht nach den Regeln der Kunst zusammengebaut wurde (!Bleisatz). In diesem Sinne wird heute an den PC von manchen Anwendern jede Menge elektronisch „geschustert“, selbst bei einfachsten Satzaufgaben, die die Weiterverarbeitung des Textes (!Textverarbeitung) oftmals erschweren, manchmal sogar unmöglich machen (!Tabellensatz). Der Schutzumschlag umgibt die !Buchdecke. Er entstand erst im 20. Jahrhundert. In den 50er Jahren tritt die werbende Funktion des Schutzumschlages in den Vordergrund und wird so zur Werbung für das Buch selbst. Um die Wende zum 16. Jahrhundert entstand aus einer gotischen Buchkursive diese Druckschrift. Sie ging von Nürnberg aus und fand durch die Reformationsdrucke über ganz Deutschland Verbreitung. Von der gotischen Schrift unterscheidet sie sich durch rundere Formen. Bis Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Schwabacher von der sich etwa gleichzeitig ausbreitenden viel schmaler laufenden !Fraktur verdrängt. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt (Schwabach bei Nürnberg?). Sammlung von Widerwärtigkeiten (!Weißbuch) Die Kunst des Setzens und Druckens (!Weiße Kunst) !Setzer, der auch gleichzeitig Drucker ist, so wie der Degen der Schweizer beidseitig geschliffen ist. !Buchformat (griech.: halber Punkt; Kolon = Punkt, Schluß) Strichpunkt ; Abschließende Querstriche am oberen und unteren Ende des !Buchstabenbildes, auch Schraffe (niederl.: schreef = Strich, Linie), An- und Abstriche bei !Mediäval-, !Antiqua- und !Egyptienneschriften (!Druckbuchstabe !Grotesk)

Schustern

Schutzumschlag

Schwabacher

Schwarzbuch Schwarze Kunst Schweizerdegen Sedez Semikolon Serifen

Schweinebackenaktion Unverlangtsendungen (z. B. von Büchern oder Zeitschriften, nicht mehr statthaft)

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Setzer

(!Handsatz !Maschinensatz !Schriftsetzer !Setzer- und Druckersprache) Zwei Beispiele der Beziehung zwischen !Autor und Setzer (siehe auch !Korrektor): „Mein lieber Setzer! Wir verhalten uns zu einander wie Leib und Seele; müssen daher, wie diese, einander unterstützen …“ Arthur Schopenhauer (1788–1860) am 7. 9. 1843 in einem Brief mit Korrekturanweisungen aus Frankfurt an seinen Setzer. „… und denken Sie nie, Sie verständen es besser; ich bin die Seele, Sie der Leib. … Theilen Sie diese Ermahnung dem Korrektor mit.“ Jean Paul (1763–1825) in einem Brief aus Bayreuth vom 28. 9. 1812, ebenfalls mit Korrekturanweisungen, an den !Verleger: „Ich flehe Sie aber ordentlich an, dass Sie meine sieben Bitten an den Setzer zu Ihren sieben Befehlen an ihn machen. … Sieben Bitten an den Herrn Setzer in der Vorschule … siebente – und diese ist die Hauptbitte: sagen Sie Amen! D.h. ja ja, es soll also geschehen. Leben und setzen Sie wol Der Verfasser“ (!Quadräteln !Restif de la Bretonne !Setzkasten !Schweizerdegen) Scherzhafte Bezeichnungen für Setzer: Arschgespan, Draufstecher, Hamster, Hudler, Marder, Pfuscher, Satzarchitekt, Satzklempner, Schnellhase, Setzerdompteur, Speckjäger, Stupfer, Typenfänger, Zeilenfänger, Zeilenreiter, Zeilenspinner

Setzer- und Druckersprache

Bereits kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst (ca. 1445) durch !Gutenberg entstand nach und nach eine Fachsprache, die sich stark unter dem Einfluß der Gelehrtensprache regional unterschiedlich formierte. Fast alle Vorlesungen der Gelehrten jener Zeit wurden in Latein gehalten, und Setzer, Drucker und Korrektoren waren gezwungen, sich entsprechende Kenntnisse anzueignen, um die ihnen zum Druck anvertrauten Manuskripte richtig zu setzen und zu drucken. Ebenfalls erlebte nach dem endgültigen Zusammenbruch des Byzantinischen Reiches (Eroberung von Konstantinopel 1453) Griechisch neben Latein eine „Renaissance“ in gebildeten Kreisen (!Druckergelehrte). Aus der Bibliothek des Johannes (Basilius) Bessarion (1403–1472), byzantinischer Theologe, Kardinal seit 1439, lateinischer Patriarch von Konstantinopel (1463), Humanist, ist der lateinische und griechische Teil der sehr bedeutenden Marciana (!Bibliothek) in Venedig entstanden, auf die !Aldus Manutius zugreifen konnte. Aus dieser Zeit stammen Begriffe wie Cicero, Kolumne, Spatium, Kolon, Typographie. In die Fachsprache haben im Barock zahlreiche Begriffe aus dem Französischen Eingang gefunden, hauptsächlich im Bereich Schriftguß und Schriftsatztechnologie: Nonpareille, Petit, Garmond, Regletten. Viele deutschsprachige Begriffe wurden dem täglichen Leben entnommen: Fisch, Zwiebelfisch, Schusterjunge, Löffel, Hochzeit, Grab. Die Kenntnis der Fachsprache wurde in !Formatbüchlein festgehalten und weitergegeben (!Hornschuch). Das zeigt u. a. ein Gedicht aus einem Formatbüchlein des 17. Jahrhunderts: Doch braucht den Bengel frisch ihr Drucker / und die Ballen Die Spindel / Lauffebrett / die Farbe unter allen Dörfft ihr / Schließnagel / Ram / auch Esel / Mütterlein / Schwam / Mater / Ballen-Knecht / Farbeeisen / Farbestein / Die Rolle / Tiegel / Büchs / Puncturen / Schrauben / Walle / Karn / Galgen / Fundament / Feuchtebretter / Korbel / Schnalle / Rameisen / sammt den Filtz / Das Klopfholz / Feuchtestein / Steg / Antritt / Schienen / Keil / zur Presse müssen seyn.

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werden Überschriften mit festgelegten Kodierungen versehen. aus dem der !Setzer mit einem !Winkelhaken den Satz setzte. B. Zur weiteren Ausrüstung gehörte das !Satzschiff. Da siehs ’tu Cicero / Petit / Garamond und Mittel / Cursiv / so viel Antiqua Canon der Bücher Tittel / Anfängt die Jungffer-Schrifft / Corpus / Quadrat / Missal Samt manchen Spatien / bedarf er überal. Jahrhunderts verstärkt in die deutsche Fachsprache der Setzer und Drucker Eingang gefunden: !At !Books on Demand !Caps !CMYK !Cross-media !DTP usw. der Anlagesteg (!Steg). Er beschreibt die logische Struktur des Dokuments. einem durchsichtigen Typometer für Papier. (!Cross-media) Setzkasten SGML 86 . Standardized Generalized Markup Language (allgemeine standardisierte Strukturierungssprache). Eine scherzhafte Fachwörtertextprobe: Hatte schließlich in der !Zwiebelfischbude der Typenfänger (!Setzer) mit seinem !Löffel alle !Fliegenköpfe aufgelöst sowie die !Hurenkinder und !Schusterjungen beseitigt und fehlte nur noch ein Wort aus dem !Manuskript in einer Zeile. und schließlich wurde die !Makulatur (mit !Schimmelbogen und !Mönchen) dem !Apostelklopfer zum Binden überlassen. Der !Gurkenhobel der !Quetsche wurde vom !Schweizerdegen in Gang gesetzt.Der Setzer darf Divis / Tenakel / Aal und Schiffe / Viel kleine Fächelein / darein er manche Griffe Thut / eh der Winckelhack mach die Columnen voll. (!Bleisatz) Setzerwerkzeug Das Handwerkszeug des !Schriftsetzers oder Handsetzers (!Handsatz) bestand aus dem !Winkelhaken. Autorensysteme oder Internet-Publishing. einer Pinzette. nicht dessen Aussehen (z. jetzt hatte man endlich eine !Jungfrau in der Hand (die aber keineswegs zur !Hochzeit geeignet war). in denen die Bleibuchstaben nach einem festgelegten Schema für den !Schriftsatz aufbewahrt wurden. Dadurch ist SGML medienneutral und offen für Satzsysteme. Er weis was er vor Schrift zu jedem brauchen sol. und die !Imprimatur konnte erteilt werden. 66 cm × 61 cm × 4. seit 1986 von der ISO als internationaler Standard definiert. Der Verkauf der !Auflage erfolgte über eine !Schweinebackenaktion. die !Kolumnenschnur. einem !Typometer aus Metall für das Blei. B. Und diß kömt her aus eines Teutschen Rath. in der Vergangenheit gehörte auch ein !Tenakel dazu bis zur Einführung des !Maschinensatzes. Genormte Setzkastenmaße waren z. um sie nicht zum !Ladenhüter werden zu lassen. Ein Standard. Figuren / Rösslein / viel Steg mit vielen Zügen / Viel Blumen-Kräuter-Stöck die Formen recht zu fügen / Und schreibt in schneller Eyl / daß man sich wundern muß / Durch Eisen / Ertz und Stahl / mit Oel vermengtem Ruß. Ein !Knüller folgte nun dem anderen. der vorher auch den !Satz zusammengeschustert (!Schustern) hatte. Schriftart oder Schriftgröße wird nicht geregelt). Anglo-amerikanische Begriffe haben in der zweiten Hälfte des 20. der !Ahle. In Fächer eingeteilter Kasten aus Holz oder aus Kunststoff (Antiquakasten 125 Fächer. Ein Abdruck allererst gibt er zu überlesen Dem / ders verbessern sol / und wann es recht gewesen / Macht er den Schöndruck / drauff des Wiederdrucks Formath.3 cm für den kleinen Schriftkasten. Frakturkasten 116 Fächer). wurde der !Leiche noch schnell ein !Grab geschaffen und zur Kontrolle auf der !Nudel eine !Fahne abgezogen. der hierarchische Auszeichnungen innerhalb von Dokumenten festlegt.

oder Personenzeichen (!Logo !Druckerzeichen) Die Regeln der Rechtschreibung zur Silbentrennung sind nicht genau identisch mit den Regeln der Typographie zur Silbentrennung. Die Signatur dient dem Auseinanderhalten verschiedener Schriften durch unterschiedliche Signaturen. Marken. z. Siehe aber !Bogensignatur (!Kollationieren) (lat. als Firmen-. Dem Handsetzer dient die Signatur beim Setzen aus dem !Setzkasten.: signum = Zeichen) Graphisch gestaltetes Zeichen. bei Satzbreiten ab etwa 25 Cicero und Schriftgrößen bis 11 Punkt) sollten nicht weniger als 3 Buchstaben abgetrennt werden (Ausnahme nur bei extrem großen Wortzwischenräumen). Bei etwa 70 Zeichen je Zeile (z. (!Astronomische Zeichen !Mathematische Zeichen) 87 . die nicht zur normalen Ausstattung einer Schrift gehören. Bei weniger als 70 Zeichen je Zeile oder 25 Cicero Satzbreite können auch 2 Buchstaben abgetrennt werden (die neue Rechtschreibung läßt in jedem Fall sogar einen Buchstaben zu!). B. Mit einem Abkürzungsverzeichnis versehen.: und so weiter = usw. Sinnverändernde Trennungen sollten immer vermieden werden: Spar|gelder Druck|erzeugnis Decks|aufbauten Walz|erzeugnisse Ur|anfang Erb|adel be|inhalten Drei|sternehotel Haus|tier Steuer|erhebung Rechts|auffassung Bau|mängel Elefantenur|instinkt Hersteller|information Trocken|estrich ein|engen Sauna Bau|chemie 20000 Schul|zentrum Signet Silbentrennungen Computertrennprogrammen ist stets zu mißtrauen: Nach Möglichkeit sollte nach Wortteilen getrennt werden. nicht nach Sprechsilben: Eisen-bahn nicht Ei-senbahn gesamt-europäisch nicht gesamteu-ropäisch Kaffee-ersatz nicht Kaffeeer-satz Jugo-slawien nicht Jugos-lawien (!Rechtschreibreform) Teen-ager nicht Tee-nager (!Rechtschreibreform) Silbentrennungen sind immer Notlösungen. um durch Erfühlen der Signatur die Buchstaben richtig gedreht in den !Winkelhaken zu stellen. Die Typographie behandelt dieses Thema aus einer anderen Perspektive und sehr individuell und schränkt zum Teil die orthographischen Trennregeln ein. Diphthonge oder die Buchstaben „li“ sollten nach Möglichkeit nicht abgetrennt werden (li = schwäbische/schweizerische Verniedlichung: häusli-che statt häus-liche). bei der die Farbe mit einer Rakel durch ein Sieb auf das Druckgut gedruckt wird. (!Duden [1996] !Rauhsatz !Flattersatz !Randausgleich) Skalenfarben Sonderzeichen !Farben Buchstaben oder Zeichen. eine Wortgruppe oder eine Silbe.: sigillum = Siegel) Abkürzungszeichen. (lat. B. Einige Beispiele dazu: Es sollten nicht mehr als 3 Zeilentrennungen untereinander stehen (!Randausgleich. B. Buchtitel in Katalogen Einkerbung am Buchstabenkörper (!Kegel [2]) einer Bleiletter (!Letter). Ausnahmen nur im Schmalsatz).Siebdruck Sigel Sigeln Signatur !Druckverfahren. feststehendes Zeichen für ein Wort. B. z. z.

die dann 1936 vereinfacht wurde und noch heute gebraucht wird. Gleichmäßiges Erweitern der Buchstabenabstände einer Schrift (kein !Ausgleichen). Der Name Stenographie taucht um 1602 zum ersten Mal in England auf. entweder als !Ausgleichen oder als !Sperren (lat. B. Chr. Buchstabenabstand (!Achtelpetit !Viertelpetit !Blindmaterial !Wortzwischenraum) Arbeit. Tull. November 63 v. (!Formate) 4. 3. (!Laufweite !Spationieren) Auf die Deckelinnenseite eines Buches geklebtes Vorsatzblatt (!Fliegendes Blatt !Vorsatz) – = Halbgeviertstrich. schrieb M. aber voll bezahlt wird. Anlagestege waren massive eckige Bleistangen. Geheimschrift 1. oder !Übersatz. In Deutschland kam 1924 die Einheitskurzschrift nach langen Verhandlungen zustande. der für einen !Neudruck oder eine !Neuauflage bereitgehalten wird. (!Neusatz) !Lithographie (griech. z. Tachygraphie. Archivierter ausgedruckter Satz. die in der Länge auf ein !Satzschiff passen mußten. (!Hängender Einzug) Druckendes !Blindmaterial im Bleisatz (!Äquivalentzeichen) Seite.: Raum) Ausschluß bis 1½ Punkt. (!Kupferstich) Geheimschreibkunst. zuerst seit 1818 zum Druck von Wertpapieren gebraucht. am 8. Es ist die erste datierbare stenographische Nachschrift einer römischen Rede. 2. (!Ausgangsseite) Spitzmarke wird ein Stichwort in einem Lexikon genannt. die wenig Mühe bereitet. Steg ist auch ein druckender Teil des !Buchstabenbildes. B. Tiro (Freigelassener und Freund !Ciceros) die erste Catilinarische Rede Ciceros in Stenographie (Tironische Noten) auf. (!Umbruch !Kolumne) Erweitern der Buchstabenabstände einer Schrift. Im Bleisatz oft hohlgegossene Bleiklötze von 2 bis 4 Cicero Stärke und bis 24 Cicero Länge (bis 1 Cicero Stärke !Regletten). weil es hier keine Kursiv gibt. der für späteren Gebrauch archiviert wird. einspaltig oder mehrspaltig. z. Mittelsteg. zwei-. Manuelles Tiefdruckverfahren zum Druck hoher Auflagen. am Ende eines Kapitels. Kopfsteg oder !Bundsteg. das am Beginn des Lexikonartikels steht und hervorgehoben ist. kleines Blindmaterialstück. Kreuzsteg. Der Name ist abgeleitet von den Querrippen (Stege) im Innern der Hohlstege. als Auszeichnungsmöglichkeit nur für Frakturschriften empfehlenswert. um den nicht ausgebundenen Satz seitlich zu halten. Spiegel Spiegelstrich Spieß Spitzkolumne Spitzmarke Stahlstich Steganographie Stege Stehsatz Steindruck Stenographie 88 .Spalte Spationieren Spatium Speck Sperren Vertikale Unterteilung einer bedruckten Seite in Textspalten.: stenó = eng) Kurzschrift. die nur zum Teil die Höhe des Satzspiegels ausfüllt. dreispaltig usw. der vor dem eingezogenen Text als Aufzählungsstrich jeweils vor der ersten Zeile einer neuen Aufzählung steht. In der fertigen Druckform wurden die ausgeschossenen !Kolumnen (!Ausschießen) durch Stege dem Stand des !Satzspiegels entsprechend voneinander getrennt und nach ihrer Lage mit Namen versehen: Kapitalsteg.

Bogen. Lauge zu machen. Das rasche Auffinden eines Begriffs ist die wichtigste Aufgabe der typographischen Gestaltung eines Stichwortverzeichnisses. der im Einlauf behindert wird. wobei der gesetzte Text fehlerfrei sein sollte. die darin sich vorfindenden Schrifften waschen und sie jeden Morgen. Ein Streifen biegt sich stärker als der andere. Graphiker. Register. um einen Punkteabzug bei der Bewertung zu vermeiden. die 1915 in mehreren deutschen Ländern eingeführt wurde. auszukehren (welches zu jeder Jahreszeit vor dem Beginn der Arbeit geschehen muß). woher sie entnommen sind. (!Fleckenentfernung) In der Umgangssprache der Offsetdrucker das Anhalten der Druckmaschine. . Die Kurrentschrift (aus der Sütterlin-Schrift hervorgegangen) wurde 1935 als deutsche Schreibschrift an allen Schulen eingeführt. Legen Sie beide Streifen übereinander und halten Sie sie nun zwischen Daumen und Zeigefinger senkrecht nach oben.“ (!Offizin) Stift Stockflecke Dunkelbraune bis gelbliche Flecke im Papier. entwickelte eine Schul. (!Handsatz) Ludwig Sütterlin (1865–1917). der wegen Welligkeit oder Verspannung an der Seitenmarke anstößt. Jahrhundert und auch teilweise noch in der ersten Hälfte des 20. nach den verschiedenen Kegeln aufsetzen und wieder an ihren bestimmten Ort bringen. !EAN-Code Die erste Zeile eines Absatzes beginnt ohne Einzug. die Buchdruckereyen stets rein und sauber zu halten. die ein !Setzer mit der Hand in einer Stunde setzen konnte. Der Stundensatz wurde bei Prüfungen zum Setzergehilfen bewertet. der fast aufrecht stehen bleibt. Schrägbogen.und abzuhängen. (!Einziehen) !Linien Im !Bleisatz die Zahl der Buchstaben. im Falle es verlangt wird: in Häusern.Stereotype Stichwortverzeichnis (griech. auf der die Kolumne von einer !Mater abgegossen ist. der zweite Streifen aus dem Querformat. Der Setzer mußte mindestens eine bestimmte Anzahl von Buchstaben in einer Stunde setzen können. das Papier auf. . Markieren Sie beide Streifen. Verschiedene Ursachen können sein: Doppelbogen. Lehrer am Kunstgewerbemuseum Berlin.: stereo = fest) Druckplatte aus Blei. wo kein Hausknecht gehalten wird. Schneiden Sie aus dem zu prüfenden Blatt zwei gleich lange Streifen von etwa ± 15 cm Länge und ± 2 cm Breite aus. aber bereits 1941 durch die lateinische Schrift (deutsche Normalschrift) abgelöst. Correcturen fortzutragen . sie müssen auch das Kehrricht der Buchdruckerey aussuchen. Licht anzuzünden. Stockflecke zerstören das Papier. bezeichnet die Laufrichtung. Sie entstehen durch Bakterien und werden durch Wärme und Feuchtigkeit begünstigt. den Ofen zu heizen. Der eine Streifen aus dem Hochformat. sind sie verbunden. (!Knüller) Methode zur Überprüfung der !Laufrichtung des !Papiers (siehe auch !Nagelprobe). Jahrhunderts hatten die Lehrlinge (Burschen) kein leichtes Leben: „Die Setzer-Lehrburschen sind beauftragt. vor beginnender Arbeit. Lehrling (!Lossprechung) Im 19.und Lehrbücher von erheblicher Bedeutung und erhöht den Gebrauchswert des Buches ganz entscheidend. dem in Hause befindlichen Corrector das Manuskript vorzulesen. Wasser in die Feuchtwanne zu tragen. Bogen. Der Streifen. Stopper Streifenprobe Strichcode Stumpf anfangen Stumpffein Stundensatz Sütterlin 89 . Fach. Schlagwortverzeichnis (!Anhang !Verzeichnisse) Ein sorgfältig erarbeitetes Stichwortverzeichnis ist für Sach-.und Verkehrsschrift (Sütterlin-Schrift).

Nebeneinanderstellen von Texten ß # S Der Steinbock lange Hörner hat.Schriftprobe der S!tterlin-Schrift a b c d e f g h i j k l m n o p q r " t u v w x y z A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z (!Deleaturzeichen !Duden 1941 !Fraktur !Gotisch) Synopse (griech.: Übersicht. syn = zusammen. opsis = das Sehen) Vergleichende Übersicht. Auch gibt es Schweine in der Stadt. 90 .

Tull. !Impressum (Seite 4). weben. natürlich ohne Webfehler (!Laufweite !Lesen). verfertigen. !Umbruch Druckverfahren. Reiter.) Alle Seiten vor dem eigentlichen Buchtext zählen zur Titelei.und Schreibmaschinen oder in Satzprogrammen (griech. Texte und Zeichen sollen durch eine klare Gliederung zueinander stehen.T Tab Tabellensatz (engl. (lat. Die logischen Beziehungen der Zahlen. Die senkrecht erfaßten Tabellenkolonnen lassen sich in der textlichen Weiterverarbeitung meist besser handhaben als die waagerecht erfaßten Zeilen einer Tabelle. Eine Tabelle besteht immer aus Tabellenkopf und Tabellenfuß. !Kupferstich. Tiro (63 v. das Wort „ansehen“: „Ich sehe es mir an. !Schriftgrad (20 Punkt) !Namen der Schriftgrade Schriftgröße der Gutenbergbibel (!Gutenberg). Kunst.: tachy = schnell) !Stenographie Deckblatt für Berichtigungen (!Druckfehler) Manuskripthalter (!Divisorium) ! Schriftgrad (16 Punkt) !Namen der Schriftgrade 1.: textus = Gewebe. Typenapparat siehe Seite 118 2. Textkonvertierung. texto = kunstvoll verfertigen. zusammenfügen. Setzt man den Geist eines Textes in Typographie um.“ Tabellenziffer Tabulator Tachygraphie Tektur Tenakel Tertia Text Textur Textverarbeitung Tiefdruck Times Tironische Noten Titelei Tmesis 91 . flechten. Etikett. z. Halbtitel. Fertigkeit) Der Text ist der Wortlaut des Verfassers.) Kennschild. vorragender Teil der Karteikarte (!Daumenregister) Eine Satzart. Der gedruckte Text soll im typographischen Sinne wie ein kunstvolles Gewebe erscheinen. Widmung. !Inhaltsverzeichnis usw. !Ziffern mit der Breite von einem !Halbgeviert Spaltensteller an Satz. das !Paginieren erfolgt häufig mit !römischen Zahlen. bestehend aus !Schmutztitel (Seite 1). !Innentitel. (!Anmutung !Typographie) !Gotisch Ein Teil der Druckvorstufe: Texterfassung. (!Halslinie) Wichtige Empfehlung: Im Tabellensatz sollte bei der Erfassung der Tabelle immer komplett eine Tabellenspalte nach der anderen gesetzt werden (nur in Ausnahmefällen die Tabelle über alle Spalten Zeile für Zeile waagerecht setzen). Textkorrektur. Haupttitel (Seite 3).: techne = Handwerk. (!Druckverfahren) Die zur Barock-Antiqua zählende Schrift Times New Roman ist 1932 von Stanley Morison für die Tageszeitung „Times“ entwickelt worden.: Schnitt) Trennung zusammenhängender Wortteile. bei dem die vertieften Teile drucken (Rollentiefdruck). abfassen. (griech. !Frontispiz (Seite 2). Vorwort. Chr. B. entsteht ein neues Gesamtkunstwerk. Begriffe und Symbole übersichtlich zusammenfaßt. (!Schriftdesigner !Schriftklassifikation) !Stenographie nach M. auch griech. künstlerische Tiefdruckverfahren sind heute !Stahlstich.. !Radierung. die gleichartige Zahlen.

sie ist Gestaltung eines Druckwerks (!Buchdruckerkunst). Abbildungen und Gestaltungselementen. „Gute Typographie bemerkt man so wenig wie gute Luft zum Atmen.). wenn es einem stinkt. Name einer Zeilensetzmaschine (griech. Leerraum. die Lehre von der ästhetischen Gestaltung und der guten Lesbarkeit.: typos = Gestalt. Hanf. Gestalter des Schriftsatzes (!Schriftsetzer) 2.Toter Kolumnentitel Transkription Transliteration Trennungen Tsai Lun Seitenzahl ohne Text (!Paginieren). Európe (altgr. Chr. und altgr.) Buchstabengetreue Umsetzung aus einem anderen !Alphabet (!Transkription) Beispiel „Europa“ aus dem Griechischen: EÙrèph = Europe (neugr. ein Zuwenig und Zuschwach entfernt sie ebenso von der Meisterschaft wie ein Zuviel und Zustark. Schlechte merkt man erst. die überwiegend von physikalischen Eigenschaften bestimmt wird (weil bestimmte Konstanten zu berücksichtigen sind. um die Lesbarkeit zu gewährleisten) und daher in ihren Gestaltungsmöglichkeiten keine großen Experimente zuläßt. die Umwandlung eines geschriebenen !Textes (!Manuskript !Schrift) in gedruckte Form. !Buch. graphein = schreiben) Typographie ist die Kunst des feinen Maßes.) !Silbentrennungen In China wurde die Herstellung von !Papier aus Rinde. Der tote Kolumnentitel zählt nicht zum !Satzspiegel. Anmerkung mit Lesehinweis): bis 1914 um 1880 1890–1914 1900–1914 ab 1914 ab 1925 1925–1940 um 1935 ab 1945 ab 1955 ab 1960 ab 1965 ab 1975 ab 1980 ab 1985 ab 2000 Historizistische Stile Arts and Crafts Jugendstil / Fin de Siècle Informative Sachlichkeit Experiment und Dekonstruktion Elementare Typographie Art Déco Traditionsverbundene Typographie Amerikanisch-Schweizer Stil Bildhafte Typographie Sachlich-funktionale Typographie Pop Art Punk Postmoderne und New Wave Techno und Underground Gegenwartstypographie Tschichold Typograph Typographie Typographische Stile 92 . Jan Tschichold (1902–1974). Chr. Typographie ist das gestaltete Nebeneinander von Schrift. (!Kolumnentitel !Lebender Kolumnentitel) Lautgetreue Umsetzung aus einem anderen !Alphabet (!Transliteration) Beispiel „Europa“ aus dem Griechischen: EÙrèph = Evrópi (neugr. Jahrhunderts (!Schriftdesigner) 1. beschrieben.“ (Kurt Weidemann) (!Anmutung !Laufweite !Lesen !Orthotypographie !Schriftsetzer !Typographisches Maßsystem !Typometer !Verzeichnisse) Die für die !Makrotypographie wichtigen Modetrends der typographischen Stile von etwa 1850 bis 2000 (Typographie ist mit politischer und gesellschaftlicher Entwicklung verbunden. Muster. einer der maßgeblichen Buchgestalter des 20.) um 105 n. Bast und Lumpen das erste Mal durch den kaiserlichen Hofbeamten Tsai Lun (*75 n. Man unterscheidet zwischen der !Makrotypographie (Layout) und ihren !typographischen Stilen (veränderlichen Modetrends) und der !Mikrotypographie. Typographie ist mehr als nur Textverarbeitung.

danach auch in Lichtsatzsystemen (in den anglo-amerikanischen Ländern das Pica-Point [pc]). nämlich bis ins 20. or the doctrine of Handy-works. Moxon setzte die damals in England zehn üblichen Kegelgrößen so hintereinander. 12 Viertelpetit = 4 Nonpareille.54 cm) ab: 1 Punkt (Pica-Point) = 0. 93 .35147 mm 12 Pica-Point = 1 Pica = 4. Das am weitesten verbreitete typographische System in Deutschland war das Konkordanzsystem mit einem Zoll als Ausgangsgröße (jedes Fürstentum in Deutschland hatte allerdings seinen eigenen Zoll [Teil eines Fußes]. 1 Zoll = 36 Viertelpetit. Überblick über die verschiedenen Punktsysteme: Didot-Punkt [dd] Der Didot-Punkt leitet sich vom 864. Das Werk aber ist das bis dahin ausführlichste über die Kunst des Buchdruckens (!Hornschuch) und enthält genaue Beschreibungen der Arbeit der Schriftschneider. 8 Nonpareille = 4 Cicero = 1 Konkordanz. Zum ersten Mal wird hier ein typographisches System vorgeschlagen. Eine Schwäche des Modells war bei der Realisierung das Fehlen der Systematik der Beziehung der Kegel untereinander. Mit am längsten in Deutschland hat sich der Rheinische Zoll in der Typographie erhalten. Durch die weltweite Verbreitung der Personalcomputer und mit ihnen DTPProgramme für den Schriftsatz hat sich der DTP-Punkt [pt] verbreitet (!Punkt). Der DTP-Punkt spielte übrigens auch schon bei der !Monotype-Setzmaschine von 1893 als Maß eine wesentliche Rolle (er hieß nur anders: Set). insgesamt waren es über einhundert.40 mm Pica-Point [pc] Das Pica-Point leitet sich von 35 cm mit 996 Points ab: 1 Pica-Point = 0.Typographisches Maßsystem Wie es von Land zu Land unterschiedliche Währungssysteme gibt.Teil eines Inches (2. 1683 veröffentlichte der Engländer Joseph Moxon seine Schrift „Mechanic Exercises.2176 mm 6 Pica = 0. so gibt es auch in der !Typographie unterschiedliche Maßsysteme. Mit ihm werden üblicherweise die Schriftgröße und der Durchschuß bezeichnet.5 mm 4 Cicero = 1 Konkordanz = 18 mm DTP-Punkt (PostScript-Point) [pt] Der DTP-Punkt leitet sich vom 72.30 mm Zur historischen Entwicklung der typographischen Maßsysteme: Nach Erfindung der Druckkunst werden die Schriftgrößen auch noch bis heute mit Namen bezeichnet.375 mm 12 Punkte = 1 Cicero = 4. applied to the art of printing“. denn er stammt aus dem Jahre 1871 (hier hieß er Point) und wurde 1986 von der Firma !Adobe „wiederentdeckt“ als PostScript-Point.352778 mm 12 Punkte (Pica-Point) = 1 Pica = 4. daß sie zusammen einen englischen Fuß ausmachten. während die Satzbreite und die Kolumnenhöhe in Millimeter bemaßt werden.996 Inch (Zoll) = 25. Schriftgießer und Schriftsetzer. Rheinländer]). Im Bleisatz war der Didot-Punkt [dd] auf dem europäischen Festland in Gebrauch.4 cm) und dem FournierSystem ab: 1 Punkt = 0.Teil des Pied du Roi (32.233 mm 6 Pica = 1 Inch (Zoll) = 25. Jahrhundert hinein [!Namen der Schriftgrade: 11 Punkt.

sondern auf 35 cm als Maß. an Moxon angelehnten System). das auf dem Zoll (25.Teil von 32. 1986 wurde von Adobe Systems Inc. ein Zoll ergibt danach 72. Luse & Co. konnte sich nicht durchsetzen. !Setzerwerkzeug). das nicht auf dem landesüblichen Zoll beruhte. Es beschreibt ein typographisches System. 1871 stellte in den USA die Chicagoer Schriftgießerei Marder.4 cm und litt unter den gleichen Schwächen wie das System von Joseph Moxon. 1978 wurde der Punkt von 0. Das Fournier-System setzt alle Kegelgrößen untereinander in feste Beziehung und enthält damit nicht die Schwächen der englischen Veröffentlichung von Moxon und der Veröffentlichung der französischen Regierung von 1723.4 mm) beruht.254 Point.375 mm abgerundet. 1735 übernimmt der Pariser Schriftgießer und Stempelschneider Pierre Simon Fournier das System von Trouchet. ein Zoll ergibt danach genau 72 Point (bis dahin arbeiteten die amerikanischen Schriftgießereien mit einem alten. Es läßt sich in seiner Ausführlichkeit mit Joseph Moxons Werk „Mechanic Exercises“ vergleichen. Der Prototype wurde in 12 Zoll unterteilt und ein Zoll in 12 Linien. das Pica-Point-Typomaß [pc] (Unterschied zum DTP-Pica-Point siehe Tabelle !Typographisches Maßsystem) 94 . unzuverlässigen. aus Kalifornien das PostScript-Point (DTP-Point) eingeführt. Sein Duodezimalsystem benutzt die Terminologie des französischen Fußes (Pied du Roi).4 cm. 1737 veröffentlichte Fournier zum ersten Mal das überarbeitete System. Die Einführung des typographischen Punktes ermöglichte zum ersten Mal eindeutig die Bezeichnung eines Schriftgrades durch ein Nennmaß. dann 1764 und 1768 in seinem Werk „Manual typographique“. 1879 glich der Schriftgießer Hermann Berthold den Didot-Punkt an das inzwischen in Deutschland eingeführte Meter an: 1 Meter = 2660 Didot-Punkt. ein typographisches System vor. 1723 veröffentlichte die französische Regierung mit dem „Reglement de la Libraire“ ebenfalls den Versuch.Teil von 30 cm (der „Prototype“) ist.1695 unternimmt Jean Trouchet von der Königlichen Französischen Akademie der Wissenschaften den ersten wirklichen Versuch einer Systematisierung der Schriftgrößen. (Die Pica-Point-Systeme von 1871/1986 [pt] und 1878 [pc] sind beim Messen mit den verschiedenen Typometern nicht zu verwechseln. Dieses System wird Pica-Point genannt (obwohl es nicht auf glatte Point zum Zoll aufgeht) und wurde 1886 verbindlich für alle amerikanischen und 1898 für alle englischen Schriftgießereien. Luse & Co. 1 Punkt („Corps“) ist der 864.) Typometer (griech. von 1871.: metron = das Maß) Durchsichtiges Kontrollmaß von etwa 30 cm Länge für das !typographische Maßsystem: das Didot-Typomaß [dd] (in der Bleisatzzeit auch aus Metall. Es bezog sich auf den Pied du Roi mit 32. in Philadelphia abwich. ein typographisches System einzuführen. Es wurde in 6 Pica und das Pica in 12 Point (0. aber benutzt ihn nicht als Maß (siehe 1735 Fournier).35146 mm). Das System von Marder. weil es nicht auf dem Pied du Roi basierte (es herrschte in Frankreich das Ancien régime). Es entspricht exakt dem Point der Schriftgießerei Marder. bei dem 1 Punkt der 864. 1784 erfolgte durch den Pariser Schriftgießer François Ambroise Didot und seinem Sohn Firmin die Abstimmung des Fournier-Systems mit dem königlich-amtlichen Fuß. das DTP-Typomaß [pt] (das DTP-Typomaß ist in Pica-Point eingeteilt). Smiths & Jordan Comp. weil es von dem System der damals größten Schriftgießerei MacKellar.37606 mm auf 0. Luse & Co. Ein Sechstel einer Linie ist kleinster Teil der „Point typographique“. 1878 einigten sich beide Schriftgießereien auf ein System.35277 mm) geteilt. das in 996 Point geteilt wurde (0. Das System konnte sich nicht überall durchsetzen.

den Durchschuß des Satzes feststellen kann. B. Der Tapir nachts zu schlafen pflegt. um Mißverständnisse zu vermeiden. z. 95 . indem man das Typomaß auf die gedruckte Vorlage legt und so den Schriftkegel bzw.: 48 Punkt Versalhöhe eines Didot-Typomaßes = 12. T Die Turteltaube Eier legt. Es läßt sich auch auf diese Weise schnell die Zahl der Zeilen einer Kolumne ermitteln.69 mm 48 Punkt Versalhöhe eines DTP-Typomaßes = 12. Vor dem Messen mit einem Typometer immer auf das Maßsystem achten.Mit dem Typometer kann die Versalhöhe gemessen werden.00 mm (!Typographie !Versalhöhe) Anhand des Typometers lassen sich mit dem !Zeilenzähler [2] die Abstände der Zeilen von Schriftlinie zu Schriftlinie messen.

(!Beihefter) Den Druckbogen umkehren. Der Überhang bei Schriften dient als ausgleichender Raum für die optisch ausgleichende Größenwirkung zwischen runden. mit einer eckigen Klammer versehen. und der zweite Druckgang erfolgt auf derselben Seite des Bogens. um Passerungenauigkeiten (!Blitzer) auszugleichen. das in gedruckter Form so überwiegend bis ins 18. Diese Doppelpunkte haben nichts mit den diakritischen Punkten des Trema (!Akzente) zu tun.U U Überfüllung Der Buchstabe U hat sich im Mittelalter aus dem Buchstaben V entwickelt. Citroën. Zaïre). die gleich aussehen (z. ö und ü sind im 15. Weiß und Grau (!Bunte Farben !Abgestumpfte Farben) Überhang Übersatz Überschließen Umbruch Umfang Umlaute Umleger Umschlagen Umstülpen Unbunte Farben 96 . (!Ausschießen) Anzahl der Seiten einer Drucksache Die Doppelpunkte der deutschen Umlaute ä. ae und oe wurden im Französischen dagegen die !Ligaturen æ und œ). Man setzte über die Vokale a. Jahrhundert Verwendung fand (aus lat. o und u ein kleines „e“ (siehe Holzschnitte Seite 6). in die Zeile darüber gesetzt (darunter = unterschließen) und nach rechts ausgeschlossen. Geringfügiges Überlappen der Ränder mit den direkt anschließenden Rändern anderer Farben. der nicht im Umbruch Platz findet (!Stehsatz) Passen nicht alle Wörter in eine Zeile. B. die Waagerechte eines Buchstabens grenzt an den Überhang. Jahrhundert entstanden. als immer mehr Texte statt in lateinischer nun in deutscher Sprache geschrieben wurden (sie spielen im Deutschen eine große Rolle in der Flexion und der Wortbildung). schließlich entstanden durch Verkürzen zwei Striche und letztendlich blieben zwei Punkte. z. (!Passerkreuz) Nichtdruckender oberer und unterer Teil des Buchstabens. Ändern des !Zeilenfalls (Zeilenumbruch) Umdrehen Der Druckbogen wird nach dem Druck gedreht. 1. so wird der Rest der Zeile. eine Rundung oder eine Spitze oder Senkrechte ragt in den Überhang hinein. Vorder. bei schmaler Satzbreite in Wörterverzeichnissen oder im Gedichtsatz. In einem Buch oder einer Zeitschrift können zwei oder mehr in einem eigenen Druckgang bedruckte Blätter um einen !Druckbogen gelegt und mitgebunden werden. Durch Schnellschreiben wurde aus dem kleinen „e“ ein dem Spätgotischen ähnliches kleines „n“ (n).und Seitenanlage werden gewechselt. umschlagen (wie eine Buchseite). (!Fleisch !Druckbuchstabe) Mehrsatz. Aufteilung des !Paketsatzes (!Fahne) in Seiten (!Kolumnen) und !Spalten (!Klebeumbruch) 2. B. Seitenmarke wechseln (!Ausschießen) Den Druckbogen parallel zu den Untermarken bei gleichbleibender Seitenmarke umkehren (!Ausschießen) Schwarz. spitzen und rechteckigen Formen eines Buchstabens.

und das Abwasser ist bis zu 80 % weniger belastet.und Unterlängen.: unica = Zwölftel [unus] = Unze. Teil eines Fußes) Unzialschriften bilden die Übergangsschriften von den Kapitalschriften (!Capitalis monumentalis) zu den Minuskelschriften (!Karolingische Minuskel) des römischen und griechischen Alphabets und unterscheiden sich von den Kapitalschriften durch Rundungen und durch Über. Die Herstellung dieser „grauen“ Papiere spart gegenüber den „weißen“ Papieren elektrische Energie ein.Unterlänge Unterschließen Unterschneiden Unter die !Schriftlinie reichender Buchstabenteil (!Druckbuchstabe) !Überschließen Verringern des Buchstabenabstandes (!Kerning). 97 . die ganz oder teilweise aus bereits gebrauchtem Papiermaterial hergestellt wurden und chlorfrei gebleicht sind sowie ohne optische Aufheller auskommen. !Unzialschrift 2. Die neben den Unzialschriften aufkommenden Halbunzialen haben schon den Charakter von Minuskelschriften. Der Uhu schläft zwölf Stunden täglich. die !Laufweite (!Dickte) der Schrift wird verringert (unterschnitten). Jahrhundert geschrieben wurden. Während die römischen Unzialschriften zwischen dem 4. das sind Papiere. die Dickte des einen Buchstaben unterschneidet die Dickte des Nachbarbuchstaben. Jahrhundert benutzt (Eroberung von Konstantinopel). bis ins 15. Gegenteil von !Sperren (!Spationieren) Queue (!Oberschnitt) 1. !Inch [Zoll] = 12. und 8. Unterschnitt Unziale Unzialschrift UWS U Die Unke schreit im Sumpfe kläglich. der Frischwasserverbrauch wird gesenkt (200–300 l je kg Papier). (lat. (!Minuskel !Bibel [Wulfilas Bibel]) Umweltschutzpapiere. allerdings wird die griechische Unzialschrift im Rahmen der griechisch-orthodoxen Kirche noch bis heute gebraucht (!Akrostichon). die hinter dem !Initial in größerem Grad als die Grundschrift stehen. Kleine Initiale. wurden die griechischen vom 4.

Verleger und Buchhändler des 15. … “ (!Druckfehler !Korrektor !Korrekturlesen) Erasmus von Rotterdam ist weiterhin aktuell. Zeitschriften usw. die Arbeit finanziell bevorschußte und für den Verkauf sorgte. die wegen ihrer !Druckfehler bekannt wurde. sondern im 11. von so gänzlich ungebildeten Leuten auf den Markt gebracht werden. herrschen die Buchhalter. Einer der wichtigsten Drucker. (!Verlag) Über die Geldgier von Verlegern aber und den Verfall der Qualität von Büchern schreibt Erasmus von Rotterdam in seinen Adagia (Sinnsprüche. Für sie geht es vor allem darum. Jahrhundert aus dem doppelten V. groß oder klein. die nicht einmal lesen können oder zu faul sind. daß keiner Schuhe anfertigt oder eine Truhe herstellt. … Sie überfluten die Welt mit Druckschriften. Korrektur zu lesen. … Es ist gesetzliche Vorsorge getroffen. Der Verlag hat Kontakte zu !Autoren und kauft deren Rechte an !Manuskripten. ich will nicht sagen: mit possenhaften Druckschriften. Jahrhundert derjenige. Jahrhunderts war aber Anton !Koberger (um 1440–1513) in Nürnberg. schriber in der bourge zu hagenow“.und Bindeaufträge werden in der Regel an Firmen der Druckindustrie vergeben) und den Vertrieb der fertigen Produkte. der aufgrund seiner Marktkenntnisse und Kreditfähigkeit auf Vorrat die Herstellung von Büchern veranlaßte. hübsch gemolt./12. wenn er nicht von der betreffenden Zunft bestätigt worden ist. der !Ligatur VV. zwischen 1500 [818 Adagia] und 1533 [4251 Adagia] in 27 Ausgaben erschienen) im Kapitel „Festina lente“ (!Aldus Manutius): „… für die der Gewinn auch nur eines Goldstücks wichtiger ist als die ganze Welt der Literatur.: geh mit mir!) Buchgattung – handliches Buch als Ratgeber und Nachschlagewerk oder Leitfaden (wie dieses Typographie-Lexikon) (lat. Sie wurde handschriftlich verbreitet und enthält eine Aufzählung der sofort lieferbaren Titel.V V Vademecum Vakat Verballhornen Aus dem V hat sich nicht nur das U. geistlich oder weltlich. die findet man alle bey diebolt louber. während so bedeutende Autoren. (lat. Von ihm stammt die älteste bekannte Bücheranzeige (Buchhändleranzeige) von 1447. Der Aufzählung geht folgender Text voraus: „Item welcher hande buecher man gerne hat. deren Rang man sogar eine Art religiöser Verehrung zubilligt. Der Verleger trägt das wirtschaftliche Risiko der Herausgabe eines Werkes. Verlag Verleger 98 . Druck. Kosten zu senken. das sich mit der Vervielfältigung und Verbreitung von Büchern. beschäftigt. die aus reiner Geldgier eher sechstausend Druckfehler in einem guten Buch durchgehen lassen. prüft und bearbeitet die Manuskripte (!Lektoren) und kümmert sich um die technische Herstellung (!Hersteller: Satz-. ist frei) Leere Seite. Seit die großen Konzerne und Verlagsgruppen das Buchgeschäft dominieren. Als erster bekannter Verleger (und Inhaber einer Handschriftenmanufaktur) gilt der Schreiber und Handschriftenhändler Diebolt Lauber in Hagenau im Elsaß (dort nachweisbar 1427–1467). Ein Unternehmen. absichtlich nicht bedruckte Seite (!Schimmelbogen) Verschlimmbessern: Der Buchdrucker Johann Ballhorn (1531–1599) soll 1586 eine Ausgabe des Lübecker Stadtrechts gedruckt haben.: es fehlt. (!ISBN !Orthographie) Der Verleger war schon im 15. der Buchstabe W entwickelt. als für einige Goldstücke einen Korrektor einzustellen. leere Kolumne. Die erste gedruckte Bücheranzeige ist 1466 bei Heinrich Eggestein in Straßburg erschienen.

Ein sehr bedeutendes Verlagsgeschäft wurde im 16. Jahrhundert von Sigmund Feyerabend (1528–1590) aufgebaut. Ab 1559 wurde er in Frankfurt tätig. Der Feyerabendsche Verlag umfaßte einen enormen Titelumfang, der vielen Frankfurter Druckern Arbeit verschaffte und Frankfurt ins Zentrum der Buchproduktion rückte. Es wurden lateinische juristische und theologische Werke für den internationalen Markt, für deutsche Leser populäre und reich illustrierte Bücher aus Geschichte, Dichtung und Sage produziert. Feyerabend beschäftigte führende Künstler als Buchillustratoren, darunter Jost Amman (!Holzschnitt). Das Signet der Firma war die ins Horn stoßende Fama, die Allegorie von Ruhm, Ruf oder Gerücht (!Druckerzeichen). (!Aldus Manutius !Caxton !Gutenberg [Fust und Schöffer] !Mentelin !Plantin !Restif de la Bretonne !Orthographie [Georg von Cotta]) Verlorene Bücher Verlorene Bücher sind Bücher, von denen kein Exemplar mehr vorhanden ist, deren Vorhandensein aber aus Quellenangaben nachgewiesen werden kann. Ein noch zu erstellendes Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts würde etwa 150 000 Titel von schätzungsweise 500 000 (einschließlich Kleindrucke) umfassen. Von der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts fehlt etwa ein Drittel. (!VLB) Das eindeutige Messen der Versalhöhe (Schriftgröße) kann Probleme aufwerfen, und es ist auf folgendes zu achten: 1. mit welchem !Typometer wird gemessen, 2. die Versalhöhe (!Versalien) von !Schriftlinie zu Schriftlinie (!Kegel) in Punkt zu messen ist eventuell mißverständlich, weil z. B. bei einem gleichen !Schriftkegel von 12 Punkt (4,5 mm) der eine Schrifthersteller 3 mm Versalhöhe hat und ein anderer 3,18 mm. Großbuchstaben (!Majuskeln !Capitalis monumentalis), Versalziffern (!Mediävalziffern), Kleinbuchstaben nennt man !Gemeine (Minuskeln) Bedruckter oder bemalter Buchschnitt (!Oberschnitt) mit einer Darstellung, die erst in richtiger Ansicht erscheint, wenn das Buch aufgeschlagen wird und die Seiten des Buchblocks damit entsprechend verschoben sind. Der verschobene Schnitt war in England des 18. und 19. Jahrhunderts besonders beliebt. Linke gerade Seite in einem Buch und Rückseite eines Blattes (!Recto) Rückseite eines !Druckbogens !Korrekturzeichen in V-Form aus der Bleisatzzeit mit der Bedeutung Buchstabe drehen, das Druckbild (!Schriftbild) steht auf dem Kopf. (Steht aber die Letter auf dem Kopf, siehe !Äquivalentzeichen !Blockade !Fliegenkopf) Verzeichnisse (!Registersatz !Elenchos) erfordern eine klare typographische Gestaltung (!Typographie), die dem Leser eine schnelle übersichtliche Information bietet. Die Erstellung von Verzeichnissen ist oftmals sehr aufwendig und erfordert vor Drucklegung eine intensive Überprüfung. (!Korrekturlesen) (Abkürzungsverzeichnis [!Sigeln] !Inhaltsverzeichnis !Stichwortverzeichnis !Literaturverzeichnis !Anhang) !CMYK Zwischenraum, der Geviertgröße entsprechend, ein Viertel des Gevierts (!Geviert)

Versalhöhe

Versalien Verschobener Schnitt

Verso Versoseiten Vertatur

Verzeichnisse

Vierfarbendruck Viertelgeviert

99

Viertelpetit Vignette Virgel

Zweipunktzwischenraum, der 4. Teil des 8 Punkt messenden Petitkegels (!Petit !Schriftkegel !Spatium) Typographischer Schmuck, Verzierung (lat.: virgula = kleiner Zweig, Strich) Die Virgel ist ein !Schrägstrich zwischen zwei Wörtern oder Zahlen, auch Vorläufer des Kommas. (!Satzzeichen !Setzer- und Druckersprache: Gedicht aus einem Formatbüchlein des 17. Jahrhunderts) Verzeichnis lieferbarer Bücher, seit 1971 jährlich erscheinende !Bibliographie im deutschsprachigen Raum. Siehe auch www.vlb.de statt der !CIP-Kurztitelaufnahme im !Impressum 1. Bezeichnung für ein Buch, einen Band oder ein Teil eines mehrbändigen Werkes 2. Papiervolumen ist das Verhältnis der Dicke des Papiers zu seinem Gewicht und wird nach der Formel: Papierdicke in mm mal 1000 durch Papiergewicht in g/m² gerechnet. Mit steigendem Volumen nimmt auch die !Opazität ab. Um die Dicke eines !Buchblocks zu berechnen, gilt folgende Formel: Seitenzahl : 2 · g/m² · Volumen = mm 176 : 2 · 0,09 · 1,18 = 9,35 Ein dickes Papier mit geringem Gewicht, mit viel Luft (!Volumen) Die Vorbreite ist der Abstand zwischen linker Kegelgrenze des Buchstabens und dem !Buchstabenbild. Druckvorlage, um !Reproduktionen herzustellen 1. Durchsichtsvorlage wie Film oder Dia 2. Aufsichtsvorlage wie Papier (!Original !Graphiker) Gefalztes stabiles Papier, das vorne oder hinten (hinterer Vorsatz oder Nachsatz) die !Buchdecke mit dem !Buchblock verbindet. (!Fliegendes Blatt !Spiegel) Abstand vom Kopf einer Seite bis zum Beginn des Textes, z. B. bei einem Anfang eines Kapitels.

VLB

Volumen

Volumenpapier Vorbreite Vorlage

Vorsatz Vorschlag

V

Das Vieh sich auf der Weide tummelt, Der Vampyr nachts die Luft durchbummelt.

100

W
Waisenkind Wallau Anfangszeile am Fuß einer !Kolumne; diese Zeile steht einsam und allein wie ein Waisenkind, auch Waisenknabe oder !Schusterjunge. (!Hurenkind) Heinrich Wallau (1852–1925), Mainzer Drucker und Inkunabelforscher (!Wiegendruck), war an der Schriftreform um 1900 beteiligt. Die Wallau-Schrift wurde 1930 von Rudolf Koch nach dem Vorbild der !Rotunda geschaffen. ™ (Warenzeichen), ® (eingetragenes Warenzeichen) Diese Zeichen markieren geschützte Wörter (Markenzeichen). Waschanlage zum Säubern von Druckformen Vom !Verlag einem neuen Buch beigelegte Besprechung Durchscheinende Stellen im !Papier (bedeutende Wasserzeichensammlung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Bücherei in Leipzig) echte: in der Siebpartie der Papiermaschine eingearbeitet halbechte: mit Gummidruckstock auf der Papiermaschine eingeprägt unechte: durch Prägung oder mit Fettfarbe nachträglich im Papier erzeugt Dokumentensammlung der deutschen Regierung, eines der internationalen Farb- oder Buntbücher. Die Veröffentlichung diplomatischer Akten erfolgt in den verschiedenen Ländern in Büchern mit farbigen Umschlägen, in England in Blaubüchern, in Frankreich in Gelbbüchern und in Deutschland in Weißbüchern. (!Schwarzbuch) Die Kunst des Papiermachens (!Papier !Schwarze Kunst) Druck von Büchern Satz von Büchern; weitere Satzarten sind der Zeitungs- und Zeitschriftensatz und der !Akzidenzsatz. Falzart, bei der das Papier parallel gefalzt wird und die Seiten ineinandergewickelt werden. (!Falzarten) Zweiter Druckgang, rückseitiges Bedrucken eines Bogens (!Schöndruck) !Titelei (Frühdruck, !Inkunabel) Alle Drucke seit der Erfindung des Buchdrucks durch !Gutenberg bis 1500 (!Explicit) Handsetzgerät (auch Löffel oder Kelle genannt) mit verschiebbarem Winkelstück (!Frosch), in dem die Bleilettern aus dem !Setzkasten zu Zeilen gesetzt und dann ausgeschlossen wurden. Die ausgeschlossenen Zeilen wurden mit einer Setzlinie ausgehoben und auf ein !Satzschiff gestellt und dort gesammelt. (!Schriftsetzer !Setzerwerkzeug) Ein in der letzten Absatzzeile alleinstehendes (kurzes) Wort. (!Hochzeit !Leiche) !Silbentrennungen Die Wortzwischenräume sollten, je nach Schrift und Schriftgröße, dem !Drittelsatz entsprechen oder etwa dem freien Raum in einem kleinen „n“ der gerade benutzten Schrift. Um Blocksatz zu erreichen, werden die Wortzwischenräume vergrößert oder verkleinert. !Gutenberg erreichte den Blocksatz in seiner 42zeiligen Bibel durch den Einsatz zahlreicher !Ligaturen und einem !Randausgleich.

Warenzeichen Waschbär Waschzettel Wasserzeichen

Weißbuch

Weiße Kunst Werkdruck Werksatz Wickelfalz Widerdruck Widmung Wiegendruck Winkelhaken

Witwe Worttrennungen Wortzwischenraum

101

kam etwa 1770 in England auf und war lange die übliche Buch.: xylon = Holz) !Holzstich.: xero = trocken) Trockenkopierverfahren !Mittellänge !Kapitälchen (griech. (!CIE-Lab) Die gelbe Farbe im Vierfarbprozeß (!CMYK !Farben) 102 .und Zeitungsillustrationsform.X Xerographie x-Höhe Xylographie (griech. Y YCC Yellow YCC ist das Farbmodell der Photo-CD und ist ähnlich aufgebaut wie das LabFarbmodell.

Zeilenzähler stehen außen neben der Kolumne in kleinem Schriftgrad. Palatino oder der Symbolfont Dingbats (!Schriftdesigner !Schriftklassifikation [2]) Siehe !Absatzzeichen. ob sie gut oder schlecht regiert werde. Deleaturzeichen. (arab. so wie Wörter aus Buchstaben. Sigel. seit 1823 Vertrauter und literarischer Gehilfe Goethes) (!Arabische Ziffern !Römische Zahlen !Griechische Zahlen) Prof. daß die Zahlen uns belehren. Druckerzeichen.“ Eckermann. Schriften: Optima. Oktober 1971 mit einem Anzeigenteil von 972 Seiten und über 3 kg Gewicht. Die ältesten bekannten Zeitungen erschienen 1609 in Straßburg („Relation“) und in Wolfenbüttel („Aviso“). Eine andere Art von Zeilenzählern (für verschiedene Kegelgrößen) findet man auf !Typometern. (!Mittelachse) !Absatzzeichen Abstand in der !Textverarbeitung von !Schriftlinie zu Schriftlinie (!Durchschuß) 1. 1650 erschien in Leipzig die erste Tageszeitung („Einkommende Nachrichten“) von Timotheus Ritzsch (1614–1678). Deskriptionszeichen. die bisher erschien. Meist wird nur jede fünfte Zeile gezählt. 1792–1854. Äquivalentzeichen. Wasserzeichen Lesezeichen (!Lesebändchen) Breitenverhältnis der Einzelzeilen zueinander.Z Zahlen Zahlen setzen sich aus !Ziffern zusammen. AtZeichen. Gespräche mit Goethe. (Johann Peter Eckermann. im !Flattersatz ist ein Wechsel von langen und kurzen Zeilen erwünscht bei gleichzeitiger sinnvoller inhaltlicher Teilung der Zeilen. Schriftkünstler. das sich zum Druck nicht mehr eignete. war die „New York Times“ vom 10. Buchhändler und Drucker. das aber weiß ich. Signet. Korrekturzeichen.: sifir = null) !Arabische Ziffern !Mediävalziffern !Zahlen (griech. Diakritische Zeichen. Mathematische Zeichen. Die Zeitung mit der höchsten Auflage der Welt ist heute die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ mit täglich über 10 Millionen Exemplaren. die Welt werde durch Zahlen regiert. Minuszeichen. Alineazeichen. Warenzeichen. Genealogische Zeichen. „Man hat behauptet. (!Buchdruckerwappen) Die dickste Zeitung. Pluszeichen. Berliner Format Rheinisches Format Nordisches Format 315 mm × 470 mm (mit 6 Kolumnen) 350 mm × 510 mm (mit 7 Kolumnen) 400 mm × 570 mm (mit 8 Kolumnen) Zapf Zeichen Zeichenbändchen Zeilenfall Zeilenfüller Zeilenschaltung Zeilenzähler Zeitung Zeitungsformate Zeug Ziffer Zimelien Im !Bleisatz alle !Lettern und alles !Blindmaterial aus Blei. Das Zeug wurde in einer Zeugkiste zum Einschmelzen gesammelt. Astronomische Zeichen.: Kleinodien) Bezeichnung für besonders wertvolle Bücher oder Handschriften 103 . Hermann Zapf (*1918). (!Randziffern) 2. Schriftsteller. Sie sollen das Zählen der Zeilen beim Zitieren erleichtern und werden in philologischen Werken gebraucht.

Das Zebra trifft man stellenweise. Der Zwiebelfisch (Alburnus lucidus) galt als eine minderwertige Fischsorte und wurde schon um 1530 für auf Jahrmärkten feilgebotenen minderwertigen Kram bezeichnet. Im Satz erscheinender Buchstabe anderen Schriftcharakters. der die ausgedruckten !Lettern fehlerhaft ablegte (!Ablegen). die etwa 3 bis 5 % der Druckbogen ausmacht. 104 . Der Setzer. bot in diesem Sinn Zwiebelfische (!Fisch) feil und war in der Setzerei nicht gern gesehen.Zusammentragen Zuschuß Zwiebelfisch Aufeinanderlegen von einzelnen Lagen oder Bogen für eine Zeitschrift oder einen !Buchblock Zusätzliche Papiermenge zur Auflagenhöhe. (!Zwiebelfischbude) Abwertend gebrauchter Ausdruck für eine schlecht arbeitende Setzerei (!Quetsche !Zwiebelfisch) Leerraum zwischen Satzspalten !Schmutztitel Zwiebelfischbude Zwischenschlag Zwischentitel Z Die Zwiebel ist der Juden Speise.

Anhang Orthotypographie Schriftrahmen Schriftmuster Literaturverzeichnis 105 .

106 .

Orthotypographie Schreibweisen im Schriftsatz 107 .

. h. wenn sich die Fußnote auf das letzte Wort bezieht). Auf#atz Ligaturen (sch. D. Au#satz. ebenfalls bei Doppel-s (ss). ! Fußnoten und Anmerkungszeichen 1.. f (f ) und langes s (s ) nicht verwechseln 2. Dü##eldorf. Basi# Atlas.a. Nach Abkürzungspunkten innerhalb der Abkürzung immer ein fester Zwischenraum 2.. d. T. Dien#tag.Beispiel falsch Beispiel richtig ! Abkürzungen 1. mn mn..T. Basis R]plmj Gotisch ^ dYf_ / k jmf\ YZ[\]^_`abcdefgh ?@ABCDEF 01234 Gotisch Schwabacher s lang / # rund abcdefghijklmnop abcdefghijklmnop abcdefghijklmnop abcdefghijklm ABCDEFGH 12345 Schwabacher s lang / # rund Fraktur ABCDEFGH 12345 ABCDEFGH ABCDEFGH Fraktur Sütterlin f lang / s rund " lang/# rund 12345 12345 S!tterlin 108 . zu beachten sind Aussatz.. O.. B. Abkürzungen am Fußnotenanfang sind zulässig (siehe ! Abkürzungen 2) 2. d. allg. Keine Abkürzungen am Satzanfang im laufenden Text (siehe ! Fußnoten 1) z.. Rät#el (auch innerhalb eines Wortes).allg.. Im Auslaut einer Silbe steht das runde s (# = Schluß-s).B. a. h. a. Rätsel.1) ! Gebrochene Schriften 1. ss ). Dienstag.. Das heißt. auch innerhalb eines Wortes 3. Aufsatz Atla#. Düsseldorf. z. i. Fußnotenziffern im Grundtext hinter das Satzzeichen setzen (Ausnahme nur. Im Anlaut einer Silbe steht das lange s (s ) #prechen.h.O. i. dann hochstellen mn mn1). z. a. h.. außer in zusammengesetzten Wörtern. z. wenn Klammer. Schriftmuster Textur sprechen. D.

auseinanderliegende Jahreszahlen aber ohne Schrägstrich (siehe ! Striche 2.– DM 4.– € — 18. H. Das Aufeinandertreffen von Strichen vermeiden 3:1 Ergebnis 10-%-Klausel Apfel-Baum 4. Parenthesestriche (Halbgeviertstriche) sind Klammern (keine Gedankenstriche) und dürfen nicht vom Klammerinhalt getrennt werden (sie werden mit Wortzwischenraum gesetzt – kein Divis verwenden) 18. 1900-2000 1900– 2000 von 1900–2000 von A–Z mn mn – mn – mn mn mn mn mn .– – 5. Schrägstrich: aufeinanderfolgende Jahreszahlen können mit Schrägstrich gesetzt werden (ohne Apostroph). 5.bis 5-ZimmerWohnung 1980/81 1980 bis 1990 1980 und 1990 Ingenstau/Korbion/ Lampe-Helbig mmn mmn – mmn 1900 – 2000.-Grenze Buchstaben und Formelzeichen mit Divis verbinden (siehe ! Zeichen 3) Nicht jedes Hauptwort wird gekuppelt.– bis 5. Aufzählung von Namen mit Schrägstrich. Divis (Trennstrich.2000.00 € mmn mmn – mmn 1900 –2000 oder 1900 bis 2000 1900 bis 2000 von 1900 bis 2000 von A bis Z mn mn mn mn – mn – mn mn oder mn mn – mn – mn mn mn mn 400-m-Lauf 10-v. Geviertstrich (Auslassungsstrich) „—“ nur in Tabellen (Zahlen.-H.– DM 4. Viertelgeviertstrich. Bindestrich) „-“ 400 m Lauf Bei der Aneinanderreihung von Zahlen.-Grenze aber 3 : 1-Ergebnis 10%-Klausel Apfelbaum 4.50 € 19.mn mn mn mn mn 4. Wörtern.Beispiel falsch Beispiel richtig ! Striche 1. nicht mit Bindestrich (Doppelnamen mit Bindestrich) 1980-81 1980/90 Ingenstau-Korbion-LampeHelbig 109 . Halbgeviertstrich (Gedankenstrich) „–“ beim Zeilenumbruch ans Zeilenende stellen im Sinne von „bis“ ohne Zwischenraum setzen (kein Divis verwenden) „bis“ kann auch ausgeschrieben werden am Zeilenende immer „bis“ im Zusammenhang mit „von“ immer „bis“ 3. Kommata und € stehen untereinander) (siehe ! Zahlen 7) 2. 1900 .50 € 19.— € oder 19. 10 v. ! Zeichen 2) 7.– 5-ZimmerWohnung 6.

mn mn mn imn mn mn mn mn imn mn mnm imnm imnm. Silbentrennung von 3 Buchstaben vor oder nach der Trennung bei mehr als 70 Zeichen pro Zeile (z. Die Trennung „li“ vermeiden 4. Randnummern neben die erste Zeile des Absatzes setzen. Textverarbeitung (siehe Duden) 3. 1. wenn es nicht regnet. wenn es nicht regnet. Keine Diphthonge abtrennen (außer im Schmalsatz) eine Ausnahmefälle andere eine Ausnahmefälle andere zeitlichen Verbundeigenschaften gesamteuropäische zeitlichen Verbundeigenschaften gesamteuropäische ! Typographisches Typographie ist immer gut. Randnummern halbfett Düsseldorf ist eine schöne Stadt. B. um Zeilen ausoder einzutreiben (bei Schmalsatz besser Flattersatz) 4. Schriftlaufweite nicht verändern. mn mn mn imn mn mn mn mn imn mn mnm imnm imnm. wenn weniger als 1 Schriftgeviert freier Raum als Ausgang vorhanden ist 5. 5 110 . Satzbreite ab etwa 25 Cicero und Schriftgrößen bis 11 Punkt. nicht neben die Überschrift. Keine elektronisch kursiv gestellte Schrift verwenden (Pseudokursiv) 2.Beispiel falsch Beispiel richtig ! Trennungen 1. mn mn mn mn mn mn imn mn mnm imnm mnm. Ausgangszeilen bei Blocksatz auf volle Satzbreite austreiben. Die Regeln für das Schreibmaschinenschreiben gelten im Schriftsatz nur für die Schreibmaschinenschrift. Ausnahme bei extrem großen Wortzwischenräumen) bei weniger als 70 Zeichen pro Zeile (oder Satzbreiten unter 25 Cicero) Silbentrennung auch von 2 Buchstaben 3. 5 Eberhard Dilba Eberhard Dilba Schreibmaschinenschrift Düsseldorf ist eine schöne Stadt. mn mn mn mn mn mn imn mn mnm imnm mnm. wenn man sie nicht sieht (aber angenehm empfindet). für alle anderen Schriftarten gelten die Richtlinien für den Schriftsatz bzw. Nicht mehr als 3 Zeilentrennungen untereinander (Ausnahmen nur im Schmalsatz) 2.

07.00“ 6.000 abtrennen. das Mal-Kreuz verwenden.Beispiel falsch Beispiel richtig ! Zahlen und Ziffern 1. € hinter den Betrag setzen (in kaufmännischen Rechnungen auch davor).30 Uhr 16:30 Uhr DIN 18 000 aber DIN 5473 DIN 18 000-1 bis -4 16.– € 50 000.60 € 50 000 € 10 mm × 20 mm aber 2×400-m-Lauf 111 . Fünfstellige Tausender mit festem Zwischenraum 10. vierstellige DIN-Normen nicht abtrennen. damit die Ziffern untereinanderstehen 3.30 Uhr oder 1630 Uhr aber 16 Uhr (02 11) 3 87 98-0 02 11/3 87 98-0 € 50 000. 1998 2. hinter den Abkürzungspunkt einen festen Wortzwischenraum. mm hinter jeder Zahl!).00 € 50 000. Centbeträge mit Komma abtrennen €-Beträge im laufenden Text ohne Komma und Strich oder Nullen setzen (siehe ! Striche 1) 8. Keine führende Null bei Datumsangaben. Bei Uhrzeiten die Minuten mit Punkt abtrennen oder Minuten hochstehend ohne Punkt im laufenden Text nicht „. Bei Flächenangaben die Breite zuerst angeben (und keine Linie multiplizieren. nicht mit Punkt. Fünfstellige DIN-Normen von rechts dreistellig durch festen Zwischenraum abtrennen. 5 000 aber in Tabellen. Zahlen nicht kürzen (sinnverändernd) (siehe ! Zeichen 3) die Ziffer „0“ nicht durch die Buchstaben „o“ oder „O“ ersetzen Zahlenschreibung vereinheitlichen 10–60 000 6oer Jahre 1o ooo–6o ooo 1O OOO–6O OOO zwölf bis 24 € 10 000–60 000 60er Jahre 10 000–60 000 12 bis 24 € 10 000 aber 5000 05 000 10 000 3. die Vorwahl in Klammern setzen oder mit Schrägstrich abtrennen 7. Jahreszahl ausschreiben 4.– 50 000. die Teile der DIN mit Divis anhängen 5. ! Zeichen 3. Telefonnummern in Zweiergruppen von rechts teilen (auch die Vorwahl).00 Uhr 0211-3 87 98/0 0 5000 10 000 03.00 € 10 x 20 mm 2 x 400 m-Lauf 50 000 € aber 50 540. kein x (siehe ! Striche 4. vierstellige Tausender im laufenden Text nicht abtrennen.98 DIN 18000 DIN 18 000 Teil 1–4 16. 4) 16. 7.

Der Apostroph 3. oder ff. § 17 ff. Für deutsche Texte deutsche An. Das Et-Zeichen nur in Firmennamen verwenden 9. wenn f. Grad. Minuten.. bei Ableitungen oder Zusammensetzungen mit Zahlen kein Zwischenraum (siehe ! Striche 4. auch kleiner und hochstehend) © = Copyright (mit Zwischenraum an den Anfang) mir wird heiß & kalt 112 . aber §§ 17–19 Schmidt & Söhne Ware™ Ware® © 1980 Ware® 5. §§ 17ff. Prozentzeichen mit einem festem Zwischenraum an die Zahl anfügen. + 20 °C 5+20=25 a·b= c 24° C Winkel von 24 ° 45° 10' 43" §§ 17f. ™ = Warenzeichen (ohne Zwischenraum. +20 °C 5 + 20 = 25 a·b =c 24 °C aber Winkel von 24° 45°10′43″ § 17 f. für das Durchmesserzeichen kein nordisches Ø Vorzeichen stehen ohne Zwischenraum Operationszeichen stehen zwischen Zwischenräumen Formeln vor Operationszeichen brechen "…" «…» Januar ’99 Wie gehts? 45% 45 %ige Vol.. ! Zahlen 1) 4. oder ff. “…” „ …“ oder »…« Januar 99 Wie geht’s? 45 % aber 45%ige Vol. ganze Zahlen in Verbindung mit Brüchen ohne Zwischenraum. f.Beispiel falsch Beispiel richtig 9. Mathematische Zeichen (schriftunabhängige Zeichen) für das Mal-Kreuz kein x verwenden.und Abführungen verwenden. Ausnahme nur. mit Punkt setzen und durch festen Zwischenraum anfügen 8. Sekunden 7. Bruchzahlenschreibungen nicht mischen.-% × ∅ –5 °C. wenn die Bruchziffern die gleiche Versalhöhe haben wie die ganze Zahl 11/4 + 1/2 = 1¾ 1¼ + ½ = 1¾ oder 11/4 + 1/2 = 13/4 oder 1 1/4 + 1/2 = 1 3/4 ! Zeichen 1. Nur 1 Paragraphzeichen setzen. Bei Temperaturangaben zwischen Zahl und Gradzeichen fester Zwischenraum (alle anderen Gradangaben ohne Zwischenraum). folgender Kennbuchstabe ohne Zwischenraum 6. % x Ø – 5 °C. hochstehend) ® = eingetragenes Warenzeichen (ohne Zwischenraum. für die Auslassungspunkte (Ellipse) immer die im Schriftfont vorhandene Ligatur gebrauchen 2. folgt.

Schriftrahmen Standardschriftrahmen deutsch Schriftrahmen Symbol Schriftrahmen Wingdings Schriftrahmen Wingdings 2 113 .

Standardschriftrahmen deutsch 032 Spatium 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 ! " # $ %& ' ( ) * + .. . < = > ? 064 @A B C D E F G H I J K L MN O 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 P Q R S T U V WX Y Z [ \ ] ^ _ 096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111 ` a b c d e f g h i j k l m n o 0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127 p q r s t u v w x y z { | } ~ 0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143 € ‚ ƒ „ …† ‡ ˆ ‰Š ‹ Œ ‘ ’ “ ” • – — ˜ ™ š › œ Ž ž Ÿ 0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159 0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175 Spatium geschützt ¡ ¢ £ ¤ ¥ ¦ § ¨ © ª « ¬ . / 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 048 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 : .® ¯ 0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191 ° ± ² ³ ´ µ ¶ · ¸ ¹ º » ¼ ½ ¾ ¿ 0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207 À Á Â Ã Ä ÅÆÇ È É Ê Ë Ì Í Î Ï 0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223 Ð Ñ Ò Ó Ô Õ Ö × Ø Ù Ú Û Ü Ý Þ ß 0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239 à á â ã ä å æ ç è é ê ë ì í î ï 0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255 ð ñ ò ó ô õ ö ÷ ø ù ú û ü ý þ ÿ 114 .

< = > ? 065 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 079 080 ≅ Α Β Χ ∆ Ε Φ Γ Η Ι ϑ Κ ΛΜΝ Ο 095 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111 Π Θ Ρ Σ Τ Υ ς Ω Ξ Ψ Ζ [ ∴ ] ⊥ _ 096 0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127  α β χ δ ε φ γ η ι ϕ κ λ µ ν ο 0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143 π θ ρ σ τ υ ϖ ω ξ ψ ζ { | } ∼ 0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159 0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175 Spatium geschützt 0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191 ϒ ′ ≤ ⁄ ∞ ƒ ♣ ♦ ♥ ♠ ↔← ↑ → ↓ 0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207 ° ± ″ ≥ × ∝ ∂ • ÷ ≠ ≡ ≈ … ↵ ℵ ℑ ℜ ℘⊗ ⊕ ∅ ∩ ∪ ⊃ ⊇ ⊄ ⊂ ⊆ ∈ ∉ ∠ ∇    ∏ √ ⋅ ¬ ∧ ∨ ⇔⇐ ⇑ ⇒ ⇓ ◊ 〈  ∑            〉 ∫ ⌠  ⌡           0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223 0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239 0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255 115 .Schriftrahmen Symbol 032 Spatium 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 048 049 ! ∀ # ∃ %& ∋ ( ) ∗ + . − . / 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 063 064 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 : .

-./ 0 1 23 45678 9 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 048 :.< = > ? @ AB CD E F G H I 064 J K L M N O P Q R S ☺ U V WX Y 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 Z[ \ ] ^ _ ` a b c d ☯ f g hi 096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111 " $% & j k l mn o ) *p q r s 0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127 t u v w x y z { ⌧}~ • € • ‚  0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143 „…†‡ˆ‰Š‹Œ•Ž••‘’“ 0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159 ” • – — ˜ ™ š›œ•žŸ Spatium geschützt ¡ ¢ £ 0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175 ¤¥¦§¨© ª «¬-®¯°±² 0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191 ³´µ¶·¸¹º»¼½¾¿ÀÁ 0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207 Ã Ä Å Æ Ç È É ÊËÌÍÎ Ï Ð Ñ Ò 0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223 Ó Ô Õ Ö × ⌫⌦Ú Û Ü Ý Þ ß à á  0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239 ' â ã ä å æ ç !é ê ë ì í î ï 0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255 ð ñ ò óô õ ö ÷ ø ù ú û ü ý þ ÿ 116 .Schriftrahmen Wingdings 032 Spatium 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 + .

< = > ? @ 064 ABCDEF G H I J K L M N O P 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 Q R S T U V W X Y Z[ \ ] ^ _ ` 096 097 098 099 0100 0101 0102 0103 0104 0105 0106 0107 0108 0109 0110 0111 a bcdefghi0 1 2 3 4 5 6 0112 0113 0114 0115 0116 0117 0118 0119 0120 0121 0122 0123 0124 0125 0126 0127 789tuvwxyz{|}~•  0128 0129 0130 0131 0132 0133 0134 0135 0136 0137 0138 0139 0140 0141 0142 0143 ☼‚ƒ „ … † ‡ ˆ‰Š‹Œ•Ž•• 0144 0145 0146 0147 0148 0149 0150 0151 0152 0153 0154 0155 0156 0157 0158 0159 ‘ ’ “ ”• – — ˜ ™ š › œ • ž Ÿ 0160 0161 0162 0163 0164 0165 0166 0167 0168 0169 0170 0171 0172 0173 0174 0175 Spatium geschützt ¡ ¢£¤¥¦§¨©ª « ¬ .. / 0 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 048 1 2 3 4 567 8 9 :.® ¯ 0176 0177 0178 0179 0180 0181 0182 0183 0184 0185 0186 0187 0188 0189 0190 0191 °±²³ ´ µ ¶ · ¸ ¹ º » ¼ ½ ¾ ¿ 0192 0193 0194 0195 0196 0197 0198 0199 0200 0201 0202 0203 0204 0205 0206 0207 ÀÁÂÃÄÅÆÇÈÉÊËÌÍÎÏ 0208 0209 0210 0211 0212 0213 0214 0215 0216 0217 0218 0219 0220 0221 0222 0223 ÐÑÒÓÔÕÖ×ØÙÚÛÜÝÞß 0224 0225 0226 0227 0228 0229 0230 0231 0232 0233 0234 0235 0236 0237 0238 0239 àáâãäåæçèéêëìíîï 0240 0241 0242 0243 0244 0245 0246 0247 0248 0249 0250 0251 0252 0253 0254 0255 ðñòóôõö÷ø ù       117 . .Schriftrahmen Wingdings 2 032 Spatium 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 ! " # $ %& ℡ ( * + .

118 .

Schriftmuster Einteilung nach DIN 16 518 119 .

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Venezianische Renaissance-Antiqua Centaur Französische Renaissance-Antiqua abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz αβγδεζηθικλµνξοπρστυφχψω Garamond Barock-Antiqua Times Klassizistische Antiqua Bodoni Serifenbetonte Linear-Antiqua Rockwell Serifenlose Linear-Antiqua Arial Antiqua-Varianten Souvenir Schreibschriften Künstler Script Handschriftliche Antiqua Koch-Antiqua Gebrochene Schriften Gotisch Fremdländische Schriften Griechisch 120 .

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Centaur ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Venezianische Renaissance-Antiqua Garamond ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Französische Renaissance-Antiqua Times ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Barock-Antiqua Bodoni ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Klassizistische Antiqua Rockwell ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Serifenbetonte Linear-Antiqua Serifenlose Linear-Antiqua Arial ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Souvenir ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Antiqua-Varianten Künstler Script ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Schreibschriften Handschriftliche Antiqua Koch-Antiqua ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Gotisch ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 1234567890 Gebrochene Schriften Griechisch ΑΒΓ∆ΕΖΗΘΙΚΛΜΝΞΟΠΡΣΤΥΦΧΨΩ 1234567890 Fremdländische Schriften 121 .

122 .

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die vermutlich in Bamberg 1457/58 von Albrecht Pfister und Heinrich Keffer gedruckt wurde 128 . Seite der 36zeiligen Bibel..

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Typographie-Lexikon Eberhard Dilba .

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