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HERBSTElNDRCKE UND ABGESANG

Der Wald zieht an sein buntes Kleid, gar farbenprchtig, ohne Trug, die letzten Schwalben sind bereit, fr ihren langen Flug Von Norden weht ein khler Wind, voll Zorn ballt er sich zur B', die fhrt ins Laub geschwind' und wirbelt's in die Hh' Die Bltter fallen ohne Ruh' Vom Baum herab und immerzu, gondeln langsam hin und her eh' sie fall'n ins Blttermeer Sonnenlicht durchdringt die Au, belebt die alte Bltterpracht, mit Farbenspiel im Morgentau, nach einer langen Nacht Die letzten Blumen sind verblht Die Sonne, die im Sommer glht, hat ihre Kraft schon lngst verloren, jetzt legt sich Klte um die Ohren Hoch am Himmel fliegen Drachen, Kinder lrmen, schrein und lachen, sie nutzen noch die kurze Zeit, denn bald ist alles tief verschneit ber Wiese, Feld und Strauch, schleicht sich zart ein Nebelhauch, der zieht dann ber Tannenwipfel, hoch' hinauf zum fernen Gipfel berst mit Silberglanz, ruht der See im Tal Sein weier Dampf schwebt berall Dreht sich herum im Tanz

Aus den Kaminen qualmt schon Rauch, den jagt der Wind im Kreis, auf meinen Sinnen liegt ein Hauch, von Klte, Schnee und Eis. Stille Eintracht kehrt nun wieder, zieht so ein wie jedes Jahr, legt sich ber alles nieder und es ist dann wunderbar

Herbsteindrcke im Salzkammergut Lyrik Von Fritz Reisenauer - 2. Sept. 1986 Fritz Reisenauer (Copyright) (Weitergabe und Verbreitung fr private Zwecke erlaubt) Verffentlicht am Donnerstag 12. Nov. 1987 Im Ischler Wochenblatt Wochen rundschau Folge 422 - 11. Jahrgang