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Universität Zürich
Institut für schweizerisches Bankwesen
Merkblatt über die Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit
§ 1 Allgemeine Hinweise zu Aufbau und Struktur der Arbeit
Die Einhaltung der Grundprinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens wird vorausgesetzt. Die hierfür nöti-gen Kenntnisse sind vor Beginn der Arbeit mittels entsprechender Fachliteratur zu erarbeiten. Hierzu können  beispielsweise die Kapitel 3-4 und 6-11 aus dem Buch von Sachs, S. / Hauser, A.: Das ABC der betriebs-wirtschaftlichen Forschung, Versus, Zürich, 2002 dienen. 1. Eine wissenschaftliche Arbeit ist grundsätzlich wie folgt zu gliedern: - Einband, Titelblatt/Deckblatt (vgl. § 3) (keine Seitennumerierung) - Falls vorhanden: Schriftliche Aufgabenstellung (vgl. § 4) (keine Seitennumerierung) - Executive Summary (vgl. § 5) (Seitennumerierung: römische Zahlen, beginnend bei römisch I) - Inhaltsübersicht (vgl. § 6) (Seitennumerierung: römische Zahlen fortlaufend) - Inhaltsverzeichnis (vgl. § 7) (Seitennumerierung: römische Zahlen fortlaufend) - Abbildungsverzeichnis (vgl. § 8) (Seitennumerierung: römische Zahlen fortlaufend) - Tabellenverzeichnis (vgl. § 8) (Seitennumerierung: römische Zahlen fortlaufend) - Abkürzungsverzeichnis (vgl. § 9) (Seitennumerierung: römische Zahlen fortlaufend) - Textteil (vgl. § 10) (Seitennumerierung: arabische Zahlen, beginnend bei arabisch 1) - Literaturverzeichnis (vgl. § 11) (Seitennumerierung: arabische Zahlen fortlaufend) - Verzeichnis der Interviewpartner (vgl. § 12) (Seitennumerierung: arabische Zahlen fortlaufend) - Anhang (vgl. § 13) (Seitennumerierung: arabische Zahlen fortlaufend) [Erstellung der Disposition vgl. §14] 2. Thementreue: Die in einer schriftlichen Aufgabenstellung umschriebenen Themen sowie jedes in einem Titel angekündigte Thema ist ohne Abschweifungen im entsprechenden Absatz resp. Kapitel zu behandeln. 3. Vollständigkeit: Das angekündigte Thema ist vollständig, d.h. in ausreichender Tiefe zu behandeln. Allfällige Eingrenzungen sind zu begründen, Weitschweifigkeiten zu vermeiden. 4. Struktur: Die Arbeit ist logisch und übersichtlich zu strukturieren. Der Leser muss dem Gedankenfluss des Autoren folgen können („Roter Faden“). Neben der eigentlichen Behandlung der Thematik gehören zur Arbeit immer eine Einleitung (Problemstellung und Zielsetzung und Aufbau der Arbeit sowie notwendige Begriffsklärun-gen) und eine Schlussbetrachtung (Beurteilung, kritische Würdigung). Unter Umständen ist in der Einleitung auch die Angabe der Art des methodischen Vorgehens sinnvoll (beispielsweise Hinweis auf verwendete Lite-ratur, Interviews, empirische Auswertungen etc.). 5. Richtigkeit: Logik der Argumente, richtige Anwendung von Methoden sowie Schlüssigkeit der Folgerungen sind Grund-anforderungen an jede wissenschaftliche Arbeit. Bei Unsicherheit über die Richtigkeit einer Aussage, ist auf diese (auch wenn von anderen Autoren übernommen) zu verzichten. 6. Originalität und eigener Beitrag: In der Arbeit sollte ein eigener Beitrag des Autors ersichtlich sein, sei dies durch eine geschickte didaktische Darstellung des Themas, eigene Abbildungen, eigene Untersuchungen oder Umfragen, Interviews etc.
 
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7. Verarbeitete Literatur: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Qualität einer Arbeit und dem Umfang der verarbeiteten Litera-tur. Neben Standardwerken sind zwingend auch neuere akademische Fachpublikationen, wissenschaftliche Studien sowie Artikel aus Fachzeitschriften zu berücksichtigen. Insbesondere soll auch das Internet für die Literaturrecherche genutzt werden. Arbeiten, die vorwiegend nicht-wissenschaftliche Quellen verwenden, werden konsequent abgelehnt. 8. Deklaration von Aussagen: Die Herkunft aller in der Arbeit gemachten Aussagen ist klar zu definieren. Eigene Erkenntnisse sind logisch zu begründen, Aussagen von Dritten sind immer mit einer Quellenangabe (vgl. dazu § 10, Pt. 6. bis 22.) zu versehen. Auf zusammenfassende Literatur oder Lehrbücher ist dabei nur in Ausnahmefällen zurückzugrei-fen. Wo immer möglich ist auf Primärquellen abzustützen. Insgesamt soll der kompetente und kritische Um-gang mit wissenschaftlichen Texten erkennbar sein.
§ 2 Sprache und Rechtschreibung
Wissenschaftliche Arbeiten müssen objektiv sein. Sie sollten in einem möglichst objektivierten, unpersönli-chen Sprachstil abgefasst werden (vgl. dazu § 10, Pt. 4.). Eine korrekte Orthographie und Interpunktion sind selbstverständliche Voraussetzungen. In der Übergangs-zeit (bis zum 31.7.2005) gilt sowohl die alte als auch die neue Rechtschreibung. Vor allem ist auf die einheit-liche Schreibweise einzelner Worte zu achten. Vermieden werden sollte beispielsweise, einmal „potentiell“ und anschliessend „potenziell“ zu schreiben. Unbedingt sollten die Rechtschreibe- und Trennhilfen der gän-gigen Textverarbeitungsprogramme verwendet werden.
§ 3 Einband, Titelblatt / Deckblatt
Die Arbeit wird gebunden (z.B. mittels Ringbuch oder Klemmrücken) eingereicht. Das Titelblatt enthält den Titel der Arbeit, das Fachgebiet sowie Name des Instituts und des Professors, bei dem die Arbeit verfasst wurde. Dazu gut ersichtlich der Name des Verfasser mit der vollständige Adresse (inkl. Tel. Nr., Email und Matrikelnummer) sowie das Datum der Abgabe.
§ 4 Aufgabenstellung
Wird die Arbeit aufgrund einer schriftlichen Aufgabenstellung (insbesondere bei Diplomarbeiten) erstellt, so ist unmittelbar nach dem Titelblatt eine vollständige Kopie derselben einzufügen (vom eigentlichen Auftrag  bis und mit dem Blatt mit der Unterschrift des Professors).
§ 5 Executive Summary
Das Executive Summary soll dem Leser in kurzer Zeit einen Überblick über die wesentlichen Aspekte der vorliegenden Arbeit vermitteln (Problemstellung, Vorgehen, theoretische Grundlagen und Resultate). Die Seitennumerierung erfolgt getrennt vom Textteil in römischen Zahlen.
 
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§ 6 Inhaltsübersicht
Eine Inhaltsübersicht (Titel des Inhaltsverzeichnisses bis zur zweiten Hierarchiestufe) ist nur bei umfangrei-chen Arbeiten resp. einem Inhaltsverzeichnis mit vielen Hierarchiestufen einzufügen. Die Seitennumerierung erfolgt fortlaufend in römischen Zahlen.
§ 7 Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis umfasst die einzelnen Kapitel und Unterkapitel der Arbeit inkl. Seitenangabe. Emp-fohlen wird eine Gliederung von nicht mehr als bis zur vierten Hierarchiestufe, so daß eine sinnvolle Über-sicht gewährleistet ist. Die Seitennumerierung erfolgt fortlaufend in römischen Zahlen.
§ 8 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildungen und Tabellen sind getrennt voneinander, fortlaufend zu numerieren und in einem getrennten Verzeichnis aufzuführen. Die Seitennumerierung erfolgt fortlaufend in römischen Zahlen.
§ 9 Abkürzungsverzeichnis
Ein Abkürzungsverzeichnis ist nur bei vielen und häufig verwendeten Abkürzungen zu erstellen. Seitennu-merierung: fortlaufend in römischen Zahlen.
§ 10 Textteil
1. Seitennumerierung: Ab der ersten Seite Text erfolgt die Seitennumerierung in arabischen Zahlen, beginnend bei arabisch 1. 2. Schrift und Textblock: Der Text ist im Blocksatz anzuordnen, wobei auf eine saubere Trennung zu achten ist. Als Schrifttyp ist eine Serifenschrift zu verwenden (z.B. Times, Times New Roman oder Palatino), 12 Pt, Zeilenabstand auf jeden Fall grösser als 1 Zeile bis max. 1½ Zeilen. Schlüsselwörter können mittels
 Kursivsetzen
 hervorgehoben werden. 3. Verständlichkeit der Sprache: Die Arbeit ist – unter Verwendung von Fachausdrücken – in einer verständlichen Sprache abzufassen, wobei  besonderer Wert auf prägnante und unmissverständliche Formulierungen zu legen ist. Der Leser sollte die einzelnen Abschnitte in einem Zuge durchlesen können. Kommt er dabei ins Stocken, so ist kein Textfluss vorhanden (der „rote Faden“ fehlt). 4. Schreibstil: Es ist ein unpersönlicher Schreibstil zu verwenden! Angeführte Argumente sind logisch zu begründen oder mit Quellenverweisen zu belegen und zu untermauern. Auf persönliche Werturteile ist weitgehend zu ver-zichten, sie entsprechen nicht einer wissenschaftlichen Arbeitsweise. Aussagen wie „Meiner Meinung nach...“ oder „Ich finde..“ sowie der Konditionalstil („Man sollte...“, „man müsste...“) werden nicht toleriert. Ist ein persönlicher Stellungsbezug angebracht, so ist eine möglichst neutrale Ausdrucksweise zu wählen („nach Ansicht des Autors der vorliegenden Arbeit…“).
 
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