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Ersetzen Social Signals bald das klassische Linkbuilding?

Dienstag, 26. Juni 2012

Twitter Tweets, Facebook Likes & Shares und Googles +1, zusammengefasst als “Social Signals”, sind das neue Linkbuilding! Zumindest wenn man einigen SEOs Glauben schenkt. In der Tat ist momentan im Land der Suchmaschinenoptimierer eine Debatte über die “Social Power” entbrannt; wie stark ist der Einfluss von Social Media auf das Ranking einer Seite aber wirklich?

Dass Social Media einen gewichtigen Anteil am Ranking einer Webseite hat ist unbestritten. So veröffentlichte searchmetrics Anfang des Jahres die Google Ranking Faktoren 2012 für Deutschland(siehe Abb. 1) mit einer klar erkennbaren Grundtendenz: Social Signals werden immer wichtiger.

Grundtendenz: Social Signals werden immer wichtiger. Abb. 1: Google Ranking Faktoren 2012 (Quelle: searchmetrics)

Abb. 1: Google Ranking Faktoren 2012 (Quelle: searchmetrics)

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Unabhängig von dieser Entwicklung gibt es jedoch vereinzelt immer wieder Aussagen, die in Social Media den Tod des klassischen Linkaufbaus sehen. Demnach würde Google in Zukunft das Ranking verstärkt über die Anzahl von Tweets oder Facebook Likes bestimmen. Ein aktueller Blogeintrag bei SEOmoz adressiert diese Thematik ebenfalls. Auslöser war ein Blogkommentar von “keyserholiday” in diesem Blog. Er behauptete, für den Suchbegriff “Camper Men Shoes” in den Top 6 zu ranken. Angeblich ohne Backlinks zu dieser Seite aufgebaut zu haben.

Dazu entwickelte sich auf Twitter ein interessanter Schlagabtausch (siehe Abb. 2), bei welchem die Twitterin @jennita das Linknetzwerk bloßstellte, welches der angeblichen Null- Backlink-Seite seine Positionierung verschaffte. @keyserholiday bestritt jedoch ein Netzwerk zu besitzen und versicherte ausschließlich durch White Hat SEO sein Ranking erzielt zu haben. Von dieser Aussage angestachelt, machte sich der Blogger Martin Macdonald (@searchmartin) einen Spaß daraus das Netzwerk in seinem Blog zu entlarven und dies ebenfalls bei Twitter kundzutun.

zu entlarven und dies ebenfalls bei Twitter kundzutun. Abb. 2: Twitter Schlagabtausch Suchlotsen - Ihre

Abb. 2: Twitter Schlagabtausch

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Sie fragen sich nun vielleicht, was diese kleine Geschichte mit Social Media und dessen Einfluss auf die Suchergebnisse zu tun hat? Nun, die Pointe ist die Tatsache, dass Martin Macdonalds Blogeintrag plötzlich höher platziert war, als die Seite des Auslösers der Debatte. Der Blog hatte zwischenzeitlich sogar für das etwas schwierigere Keyword “Camper Shoes” eine Nummer-zwei-Platzierung erreicht. Und diesmal tatsächlich gänzlich ohne Backlinks sondern nur durch die entsprechenden Erwähnungen bei Twitter u.a. von SEO-Größen wie Rand Fishkin (@randfish), dem CEO von SEOmoz.

Inzwischen findet man Macdonalds Blog allerdings nicht mehr in den Top 10 für “Camper Shoes” und damit wird auch deutlich, welchen Rankingeinfluss Social Signals momentan einnehmen. Die Kombination aus frischem Content und Social Media führt gerade in der frühen Phase der Positionsfindung zu einem besseren Ranking und damit zu mehr Präsenz. Google löst damit ganz nebenbei ein Henne-Ei-Problem. In der Theorie sollen gute Inhalte automatisch durch interessierte Leser verlinkt werden, da diese Inhalte einen besonderen Mehrwert darstellen. Durch diese Verlinkungen steigt wiederum das Ranking der Seite. Doch wie sollen diese Inhalte gefunden werden, wenn Sie aufgrund schlechter Platzierungen in den Suchmaschinen erst gar nicht zu sehen sind?

Dadurch, dass Google neuen Inhalten nun anfänglich höhere Positionen vergönnt, hat der Content die Chance Backlinks zu erhalten und somit seine Position zu festigen oder aber wieder im Nirwana der SERPs zu verschwinden.

Die steigende Anzahl von Tweets zu einem bestimmten Thema kann für Google ein deutliches Zeichen für einen Trend oder eine aktuelle Nachricht sein. Nach dem tragischen Tod von Sängerin und Schauspielerin Whitney Houston analysierte Twitter das Vorkommen des Wortes “Whitney” in allen Tweets und veröffentlichte den nachstehenden Graphen.

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Abb. 3: Zeitverlauf der ersten 2,5 Mio. Tweets nach dem Tod von Whitney Houston (Quelle:

Abb. 3: Zeitverlauf der ersten 2,5 Mio. Tweets nach dem Tod von Whitney Houston (Quelle: mediabistro)

Nach dem die Nachrichtenagentur Associated Press (@AP) über den Tod der Sängerin twitterte, zeigt sich im Graph der schlagartige Anstieg auf über 2,5 Millionen Tweets innerhalb von zwei Stunden. Auch für Google ein klares Signal, dass es sich offensichtlich um ein aktuelles Ereignis handelt und Grund genug, Webseiten mit entsprechenden Inhalten höher zu positionieren.

Social Signals sind momentan einer von etwa 200 Rankingfaktoren die Google nutzt, um die Position einer Webseite zu bestimmen. Der Einfluss von Social Media ist in den letzten Jahren stark gestiegen und dieser Trend wird auch zukünftig anhalten, jedoch sind soziale Signale kein alleiniges Rankingkriterium. Wie oftmals im Leben und in der SEO-Welt, ist es die richtige Mischung aus Tweets, Likes, Shares, +1s, klassischem Linkbuilding und natürlich frischem, hochwertigen Content, welche die besten Positionen in den SERPs versprechen.

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