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Globales Mai Manifest

Wir leben in einer Welt, die von Kräften gelenkt wird, welche nicht in der Lage sind, der Weltbevölkerung Freiheit und Men- schenwürde zu schenken (wenn sie es je waren). Eine Welt, in der uns gesagt wird, “es gibt keine Alternative“ zum Verlust der Rechte, die unsere Vorfahren durch lange und harte Kämpfe verwirklichten.

Wir finden uns wieder in einer Welt, in der Erfolg offenbar defini- ert wird als Gegensatz zu den grundlegendsten Werten der Men- schheit, wie Solidarität und gegenseitiger Unterstützung. Zu- dem wird alles, was nicht Wettbewerbsfähigkeit, Egoismus und Habgier fördert, als dysfunktional betrachtet. Zudem wird diese unmoralische Ideologie durch das Monopol der Mainstream-Me- dien verstärkt, dem Werkzeug, das einen falschen Konsens rund um dieses unfaire und unhaltbare System erzeugt.

Aber wir sind nicht stumm geblieben! Unser Bewusstsein ist erwacht, und wir haben uns mit der Welle des Kollektivbewusst- seins verbunden, das nun Licht und Hoffnung in jede Ecke der Welt bringt. Von Tunesien zum Tahrir Square, von Madrid nach Rejkjavik, von New York nach Brüssel, stehen Menschen auf. Im Arabischen Frühling, in der Würde von Island, in der würdevol- len Wut von 15M und Occupy Wall Street. Gemeinsam haben wir den Status Quo aufgekündigt. Unsere Anstrengungen verkünden ganz klar „genug!“, und es wurden sogar Veränderungen anges- toßen, weltweit.

Deshalb kommen wir, Frauen und Männer, Bewohner dieses Planeten, am 12. Mai erneut wieder zusammen, um unseren Stimmen Gehör zu verschaffen. Überall auf der Welt. Wir verur- teilen den gegenwärtigen Zustand unseres Planeten und drän- gen auf die Anwendung verschiedener Strategien, die entwickelt wurden, um das Allgemeinwohl anzuregen und zu fördern.

Wir missbilligen die gegenwärtige Verteilung der ökonomischen Mittel, bei der nur eine kleine Minderheit Armut und Unsicherheit entgehen, während zukünftige Generationen dazu verdammt sind, ein vergiftetes Erbe anzutreten, dank der Umweltverbre- chen der Reichen und Mächtigen. „Demokratische“ politische Systeme, wo es sie gibt, wurden bedeutungsleer und in den Di- enst der wenigen gestellt, die daran interessiert sind, die Macht der Konzerne und Finanzinstitute zu stärken, ohne Rücksicht auf das Schicksal des Planeten und seiner Bewohner. Die gegenwärtige Krise ist kein natürlicher Unfall. Sie wurde durch die Habgier derer verursacht, die die Welt versenken würden, mit Hilfe einer Wirtschaftslehre,

die ihren eigentlichen Sinn verloren hat. Sie verwaltet nicht mehr das Allgemeingut, sondern stellt nur noch eine Ideologie dar, die im Dienste der Finanzmacht steht und versucht Bil- lionen von Menschen erstickende Maßnahmen aufzuzwingen, ohne diese nach ihrer Meinung zu fragen. Sie sagen, es gibt keine Alternative. Sie sagen, wir müssen unsere Zukunft in die Hände eben derjenigen Experten legen, die sie zerstören.

Hier und jetzt sind wir zurück. Wir sind erwacht und nicht, um uns nur zu beschweren! Hier und jetzt gehen wir die wahre Ursache der Krise an: ihre Politik und ihre Lügen versteckt hinter leerer Rhetorik. Hier und jetzt schlagen wir Alternativen vor, weil wir das Problem lösen möchten, während wir uns auch in eine demokratischere Welt bewegen. Einfach gesagt wollen wir eine Welt, die von den Werten der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit regiert wird – dem alten Traum unserer Vorfahren, als sie sich in vorangegangenen Generationen ge- gen Unterdrückung erhoben – rund um den Planeten! Einfach gesagt wollen wir eine Welt, in der jeder Frau, jedem Mann und Kind das Streben nach persönlichem und kollektivem Glück garantiert ist.

Die unten stehende Erklärung spricht nicht im Namen eines jeden innerhalb der Global Spring/Occupy/Take the Square- Bewegungen, noch gibt sie dies vor. Dies ist ein Versuch Ei- niger innerhalb der Bewegungen geschriebene und weltweit in verschiedenen Asambleas (Versammlungen) befürwortete Erklärungen miteinander in Einklang zu bringen. Der Entstehu- ngsprozess dieser Erklärung war konsensbasiert, offen für alle und regelmäßig auf unseren internationalen Kommunikations- plattformen angekündigt, die ebenfalls offen für alle sind (wie die „squares“-Mailingliste, die wöchentlichen globalen Round- tables und die „internationale“ Facebook-Gruppe). Es war ein langer und harter Prozess, voller Kompromisse. Diese Erklärung wird den Asambleas in aller Welt angeboten zur Diskussion, Überarbeitung, Ergänzung und Bestätigung.

Es wird einen Prozess des globalen Dialoges geben, und diese Erklärung ist ein Teil davon, ist work-in-progress. Wir fordern nichts von Regierungen, Konzernen oder Parlamentsmitgliedern, welche manche von uns als unrechtmäßig, unverantwortlich oder korrupt betrachten. Wir sprechen zu den Menschen der Welt, sowohl innerhalb als auch außerhalb unserer Bewegun- gen. Wir wollen eine andere Welt, und eine solche Welt ist möglich:

1. Die Wirtschaft muss in den Dienst des Wohlergehens der Menschen gestellt werden, muss die Umwelt unterstützen und ihr dienen, nicht privatem Profit. Wir wollen eine Welt, in der Ar- beit für ihren sozialen Nutzen wertgeschätzt wird, nicht für ihren finanziellen oder kommerziellen Profit. Daher fordern wir:

Freier und universeller Zugang zu Gesundheit, Bildung (von der Grundschule bis zu höherer Ausbildung) und Behausung für alle menschlichen Wesen, durch eine geeignete Politik, um dies zu gewährleisten. Wir lehnen die Privatisierung öffentlicher Dienste und die Nutzung dieser wesentlichen Dienste für privaten Profit vollkommen ab.

Volle Achtung der Kinderrechte, einschließlich freier Kinder- betreuung für jeden.

Pension/Rente, damit wir Würde in allen Lebensaltern haben. Festgeschriebenes universales Krankengeld und Urlaubsgehalt.

Jeder Mensch soll Zugang zu einem adäquaten Einkommen für seinen Lebenunterhalt haben. Wir fordern also Arbeit oder al- ternativ dazu ein universell garantiertes bedingungsloses Grun- deinkommen.

Unternehmen sollten für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden, z.B. sollten Unternehmenssubventionen und Steuersenkungen eingestellt werden, wenn ein Unternehmen Arbeitsplätze auslagert oder Löhne senkt, die Umwelt oder die Rechte von Arbeitnehmern verletzt.

Neben Brot wollen wir Rosen. Jeder hat das Recht, Kultur zu genießen, an kreativer oder bereichernder Freizeit im Dienst der Menschheitsentwicklung teilzuhaben. Daher fordern wir die zunehmende Reduzierung von Arbeitsstunden, ohne Einkom- menssenkung.

Nahrungsmittelunabhängigkeit durch nachhaltige Landwirtschaft soll gefördert werden als ein Instrument der Nahrungsmittel- sicherheit zum Wohle Aller. Das sollte ein uneingeschränktes Verbot für die Produktion und die Vermarktung von gentechnisch veränderten Organismen beinhalten und eine sofortige Ein- schränkung der Nutzung von Agro-Chemikalien. Wir fordern eine Politik, die mit dem Verständnis harmoniert, dass sich unser Lebenswandel in Richtung organisch und ökolo- gisch bewegen sollte. Diese Politik sollte auf einer einfachen Regel basieren: man darf die Balance des Ökosystems nicht für den eigenen Profit vergiften. Eine Verletzung dieses Grundsatzes soll weltweit als Umweltverbrechen geahndet und mit schweren

Sanktionen belegt werden. Eine Politik, die einen Umstieg von fossilen Brennstoffen auf er- neuerbare Energien fördert, durch massive Investitionen, um zu einer Veränderung des Produktionsmodells beizutragen.

Wir fordern die Einführung internationaler Umweltstandards, verpflichtend für Staaten, Firmen, Konzerne und Individuen. Ökozid (willentliche Zerstörung von Umwelt, Ökosystemen, Bio- diversität) sollte international als Verbrechen größten Ausmaßes anerkennt werden.

2. Für das Erreichen dieser Ziele glauben wir, dass die Wirtschaft auf allen Ebenen demokratisch gestaltet sein sollte, vom Lokalen bis hin zum Globalen. Die Menschen müssen die demokratische Kontrolle über finanzielle Institutionen, transnationale Un- ternehmen und deren Lobbies innehaben. Zu diesem Zweck fordern wir:

Kontrolle und Regulierung von Finanzspekulation durch die Abschaffung von Steueroasen und Einführung einer Finanztran- saktionssteuer. Solange diese existieren, müssen der internatio- nale Währungsfond, die Weltbank und das Basler Komitee zur Bankenregulierung radikal demokratisiert werden. Deren Auf- gabe soll es von nun an sein, die wirtschaftliche Entwicklung auf der Basis demokratischer Entscheidungsfindung voranzutreiben. Reiche Regierungen dürfen nicht mehr Stimmrecht besitzen, weil sie reich sind. Internationale Institutionen müssen durch das Prinzip kontrolliert werden, dass jedes menschliche Wesen den gleichen Wert wie andere menschliche Wesen besitzt – Afrikaner, Argentinier oder Amerikaner; Grieche oder Deutscher.

Solange diese existieren, müssen das globale Handelssystem und die Welthandelsorganisation radikal reformiert und de- mokratisiert werden. Die Kommerzialisierung von Leben und Ressourcen, Lohn- und Handelsdumping zwischen den Ländern muss aufhören.

Wir wollen die demokratische Kontrolle über globale Gemeingüt- er, definiert als natürliche Ressourcen und ökonomische Institu- tionen, welche grundlegend für eine angemessene Wirtschaft- sleistung sind. Diese Gemeingüter sind: Wasser, Energie, Luft, Telekommunikation und ein faires und stabiles Wirtschafts- system. In all diesen Bereichen müssen Entscheidungen den Bürgern gegenüber verantwortlich getroffen werden und es müssen deren Interessen gesichert werden, nicht die Interessen einer kleinen Minderheit der Finanzelite.

Solange soziale Ungleichheiten existieren, müssen Steuern auf allen Ebenen dem Prinzip der Solidarität unterworfen sein. Diejenigen, die mehr haben sollten dazu beitragen, das kollek- tive Sozialwesen zu erhalten. Maximales Einkommen sollte begrenzt werden und Mindesteinkommen sollten festgesetzt werden, um die empörenden sozialen Unterschiede in unseren Gesellschaften, sowie deren sozialpolitische und ökonomische Folgen zu verringern.

Kein Geld mehr für Bankenrettungen. So lange Schulden exis- tieren, fordern wir den Beispielen von Island und Ecuador fol- gend, eine soziale Überprüfung der Schulden einzelner Länder. Unrechtmäßige Schuldenforderungen von finanziellen Institu- tionen sollten nicht gezahlt werden.

Uneingeschränkte Beilegung der Sparpolitik, die nur einer Min- derheit zu Gute kommt, und die großes Leiden für die Mehrheit verursacht.

So lange Banken existieren, muss getrennt werden zwischen Geschäfts- und Finanzbanken, und Banken „too big to fail“ sind zu vermeiden.

Unternehmen dürfen keine juristischen Personen sein. Firmen können nicht auf dieselbe Ebene von Rechten erhoben werden wie Menschen. Das öffentliche Recht, Arbeiter, Bürger und die Umwelt zu schützen, sollte über den Schutz privaten Eigentums oder von Kapitalanlagen gestellt werden.

3. Wir glauben, dass politische Systeme vollkommen de- mokratisch sein müssen. Deshalb fordern wir volle Demokra- tisierung internationaler Institutionen und eine Abschaffung des Vetorechtes einiger weniger Regierungen. Wir wollen ein politisches System, das die Vielfalt und Vielseitigkeit unserer Gesellschaften wahrhaft repräsentiert:

Alle Beschlüsse, die die gesamte Menschheit betreffen, sollen innerhalb demokratischer Foren wie einer partizipatorischen und direkten UN-Parlamentsversammlung oder einer UN-Völkervers- ammlung getroffen werden. Nicht von reichen Clubs wie den G20 oder den G8.

Wir fordern auf allen Ebenen die Entwicklung einer Demokra- tie, die so partizipatorisch wie möglich ist und die eine nich- trepräsentative, direkte Demokratie beinhaltet.

So lange Wahlsysteme praktiziert werden, sollen sie so fair und repräsentativ wie möglich sein. Verzerrungen, die das Prinzip

Prinzip der Verhältnismäßigkeit verletzen, sind zu vermeiden.

Wir fordern eine Demokratisierung des Zugangs zu Medien und der Leitung von Medien (Mainstream-Medien). Diese sollen dazu dienen die Öffentlichkeit zu bilden, anstatt einen künstlichen Konsens über ungerechte Politik zu schaffen.

Wir fordern Demokratie in Unternehmen und Konzernen. Un- abhängig von Lohnniveau und Geschlecht sollen Arbeitnehmer echte Entscheidungskraft in den Firmen und Unternehmen haben, in denen sie arbeiten. Wir wollen kooperative Konzerne und Unternehmen als echte demokratische ökonomische Institu- tionen fördern.

Null Toleranz gegenüber Korruption in der Wirtschaftspolitik. Wir müssen den maßlosen Einfluss des Big Business in der Politik unterbinden, der heute eine Hauptbedrohung echter Demokratie darstellt.

Wir fordern die vollständige Redefreiheit, Versammlungsfreiheit und ein Demonstrationsrecht, sowie ein Ende der Versuche das Internet zu zensieren.

Wir fordern die Wahrung von Datenschutz und der Privatsphäre innerhalb und außerhalb des Internets. Weder Unternehmen noch Regierungen sollen Datenspeicherung betreiben.

Wir sind überzeugt davon, dass Militärausgaben der gesell- schaftlichen Entwicklung politisch entgegenstehen. Daher fordern wir die Beschränkung auf ein Minimum.

Die bürgerlichen, kulturellen, politischen und ökonomischen Re- chte von ethnischen, kulturellen und sexuellen Minderheiten sind voll anzuerkennen.

Manche von uns glauben, dass eine neue universelle Deklaration der Menschenrechte erarbeitet werden muss, die dem 21. Jahr- hundert gerecht wird, verfasst auf partizipatorischem, direktem und demokratischem Wege. Solange die gegenwärtige Deklara- tion der Menschenrechte unsere Rechte definiert, muss die Um- setzung in allen – reichen und armen – Ländern vorangetrieben werden. Dies beinhaltet die Schaffung von Institutionen die für die Umsetzung und die Bestrafung von Verstößen sorgen, wie etwa ein internationaler Gerichtshof, der soziale, ökonomische und ökologische Verbrechen von Regierungen, Unternehmen und Individuen ahndet. Wie in Island oder manchen lateinameri- kanischen Ländern sind neue Verfassungen für politische Institu- tionen auf allen Ebenen zu überlegen:

lokal, national, regional und global. Gerechtigkeit und Gesetze müssen allen dienen, ansonsten ist Gerechtigkeit keine Gere- chtigkeit und Gesetz nicht Gesetz.

Dies ist ein weltweiter Globaler Frühling. Wir werden hier sein im Mai 2012, wir werden kämpfen, bis wir gewinnen. Wir werden nicht aufhören, Menschen zu sein. Wir sind keine Num- mern. Wir sind freie Frauen und Männer.

Für einen globalen Frühling!

Für globale Demokratie und soziale Gerechtigkeit!

Geht auf die Straßen im Mai 2012!

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/may/11/occu-

py-globalmay-manifesto

The ‘GlobalMay manifesto’ of the Occupy movement

The global Occupy movement wants a better world. Such a world is possible, and here’s how …

We are living in a world controlled by forces incapable of giving freedom and dignity to the world’s population. A world where we are told “there is no alternative” to the loss of rights gained through the long, hard struggles of our ancestors, and where success is defined in opposition to the most fundamental values of humanity, such as solidarity and mutual support. Moreover, anything that does not promote competitiveness, selfishness and greed is seen as dysfunctional.

But we have not remained silent! From Tunisia to Tahrir Square, Madrid to Reykjavik, New York to Brussels, people are rising up to denounce the status quo. Our effort states “enough!”, and has begun to push changes forward, worldwide.

This is why we are uniting once again to make our voices heard all over the world this 12 May.

We condemn the current distribution of economic resources whereby only a tiny minority escape poverty and insecurity, and future generations are condemned to a poisoned legacy thanks to the environmental crimes of the rich and powerful. “Demo- cratic” political systems, where they exist, have been emptied of meaning, put to the service of those few interested in in- creasing the power of corporations and financial institutions.

The current crisis is not a natural accident; it was caused by the greed of those who would bring the world down, with the help of an economics that is no longer about management of the common good, but has become an ideology at the service of financial power.

We have awakened, and not just to complain! We aim to pin- point the true causes of the crisis, and to propose alternatives.

The statement below does not speak on behalf of everyone in the global spring/Occupy/Take the Square movements. It is an attempt by some inside the movements to reconcile statements written and endorsed in the different assemblies around the world. The process of writing the statement was consensus- based, open to all, and regularly announced on our internation- al communications platforms. It was a hard and long process, full of compromises; this statement is offered to people’s as- semblies around the world for discussions, revisions and en- dorsements. It is a work in progress.

We do not make demands from governments, corporations or parliament members, which some of us see as illegitimate, unaccountable or corrupt. We speak to the people of the world, both inside and outside our movements.

We want another world, and such a world is possible:

1. The economy must be put to the service of people’s welfare, and to support and serve the environment, not private profit. We want a system where labour is appreciated by its social utili- ty, not its financial or commercial profit. Therefore, we demand:

• Free and universal access to health, education from primary

school through higher education and housing for all human beings. We reject outright the privatisation of public services management, and the use of these essential services for private profit.

• Full respect for children’s rights, including free childcare for everyone.

• Retirement/pension so we may have dignity at all ages. Man- datory universal sick leave and holiday pay.

• Every human being should have access to an adequate in-

come for their livelihood, so we ask for work or, alternatively, universal basic income guarantee.

• Corporations should be held accountable to their actions. For

example, corporate subsidies and tax cuts should be done away with if said company outsources jobs to decrease salaries, vio- lates the environment or the rights of workers.

• Apart from bread, we want roses. Everyone has the right to

enjoy culture, participate in a creative and enriching leisure at the service of the progress of humankind. Therefore, we demand the progressive reduction of working hours, without reducing income.

• Food sovereignty through sustainable farming should be pro-

moted as an instrument of food security for the benefit of all. This should include an indefinite moratorium on the production

and marketing of genetically modified organisms (GMOs) and immediate reduction of agrochemicals use.

• We demand policies that function under the understanding

that our changing patterns of life should be organic/ecologic or should never be. These policies should be based on a simple rule: one should not spoil the balance of ecosystems for simple profit. Violations of this policy should be prosecuted around the world as an environmental crime, with severe sanctions for those convicted.

• Policies to promote the change from fossil fuels to renew-

able energy, through massive investment which should help to

change the production model.

• We demand the creation of international environmental stan-

dards, mandatory for countries, companies, corporations, and individuals. Ecocide (wilful damage to the environment, eco- systems, biodiversity) should be internationally recognised as a crime of the greatest magnitude.

2. To achieve these objectives, we believe that the economy should be run democratically at all levels, from local to global. People must get democratic control over financial institutions, transnational corporations and their lobbies. To this end, we demand:

• Control and regulation of financial speculation by abolishing

tax havens, and establishing a Financial Transaction Tax (FTT). As long as they exist, the IMF, World Bank and the Basel Com- mittee on Banking Regulation must be radically democratised.

Their duty from now on should be fostering economic develop-

ment based on democratic decision making. Rich governments cannot have more votes because they are rich. International institutions must be controlled by the principle that each human

is equal to all other humans – African, Argentinian or American;

Greek or German.

• As long as they exist, radical reform and democratisation of the global trading system and the World Trade Organization must take place. Commercialisation of life and resources, as well as wage and trade dumping between countries must stop.

• We want democratic control of the global commons, defined

as the natural resources and economic institutions essential for

a proper economic management. These commons are: water,

energy, air, telecommunications and a fair and stable economic system. In all these cases, decisions must be accountable to citizens and ensure their interests, not the interests of a small minority of financial elite.

• As long as social inequalities exist, taxation at all levels should maintain the principle of solidarity. Those who have more should contribute to maintain services for the collective welfare. Maximum income should be limited, and minimum income set to reduce the outrageous social divisions in our societies and its social political and economic effects.

• No more money to rescue banks. As long as debt exists,

following the examples of Ecuador and Iceland, we demand a social audit of the debts owed by countries. Illegitimate debt owed to financial institutions should not be paid.

• An absolute end to fiscal austerity policies that only benefit a minority, and cause great suffering to the majority.

• As long as banks exist, separation of commercial and financial banks, avoiding banks that are “too big to fail”.

• An end to the legal personhood of corporations. Companies

cannot be elevated to the same level of rights as people. The public’s right to protect workers, citizens and the environment should prevail over the protections of private property or invest- ment.

3. We believe that political systems must be fully democratic.

. We therefore demand full democratisation of international institutions, and the elimination of the veto power of a few gov- ernments. We want a political system which really represent the variety and diversity of our societies:

Human Rights, fit for the 21st century, written in a participa- tory, direct and democratic way, needs to be written. As long as the current Declaration of Human Rights defines our rights, it must be enforced in relation to all – in both rich and poor countries. Implementing institutions that force compliance and

All decisions affecting all mankind should be taken in demo-

penalise violators need to be established, such as a global court

cratic forums like a participatory and direct UN parliamentary

to prosecute social, economic and environmental crimes per-

assembly or a UN people’s assembly, not rich clubs such as G20 or G8.

petrated by governments, corporations and individuals. At all levels, local, national, regional and global, new constitutions for political institutions need to be considered, as in Iceland or in

At all levels we ask for the development of a democracy that

some Latin American countries. Justice and law must work for

is

as participatory as possible, including non representative

all, otherwise justice is not justice, and law is not law.

direct democracy .

• As long as they are practised, electoral systems should be as

fair and representative as possible, avoiding biases that distort the principle of proportionality.

• We call for the democratisation of access and management of

media. These should serve to educate the public, as opposed to the creation of an artificial consensus about unjust policies.

• We ask for democracy in companies and corporations. Work-

ers, despite wage level or gender, should have real decision- making power in the companies and corporations they work in. We want to promote co-operative companies and corporations, as real democratic economic institutions.

• Zero tolerance of corruption in economic policy. We must stop

the excessive influence of big business in politics, which is today

a major threat to true democracy.

• We demand complete freedom of expression, assembly and

demonstration, as well as the cessation of attempts to censor

the internet.

• We demand respect for privacy rights on and off the internet. Companies and the government should not engage in data min- ing.

• We believe that military spending is politically counterproduc- tive to a society’s advance, so we demand its reduction to a minimum.

• Ethnic, cultural and sexual minorities should have their civil, cultural, political and economic rights fully recognised.

• Some of us believe a new Universal Declaration of Human

This is a worldwide global spring. We will be there and we will fight until we win. We will not stop being people. We are not numbers. We are free women and men.

For a global spring!

For global democracy and social justice!

Take to the streets in May 2012!

We are free women and men. For a global spring! For global democracy and social justice!

Occupy Humanism

We are an open collective of individuals who get together in a consent-oriented process. We are united in the wish for a fundamental global change and in the rage against oppression, exploitation, war and capitalism. We see ourselves as a part of the global uprising, which has many names and grows with the diversity of the forms of resistance. We create an open space in which people from all origins, with different backgrounds and distinct philosophies of life, can gath- er in a protected way. Therefore we clearly take a stand against discriminating ideologies like racism, sexism, anti-semitism, islamophobia, nationalism and homophobia as well as against the dispersion of such ideologies. We are aware of the need of overcoming our own discriminatory patterns of thought since we all grew up in authoritarian structures and still live in them. We were educated rather to compete than to cooperate with each other. We decided to disturb the prevalent conditions peacefully and vehemently to develop horizontal alternatives. We know that we are not alone with this. We do not represent a static program that might exclude you. We look forward to solidary criticism and cooperation.

Wir sind ein offenes Kollektiv von Individuen, die sich in einem konsensorientierten Prozess zusammenfinden. Uns eint der Wunsch nach einem grundlegenden weltweiten Wandel und die Wut auf Unterdrückung, Ausbeutung, Krieg und Kapitalismus. Wir verstehen uns als Teil des globalen Aufstandes, der viele Na- men trägt und an der Vielfalt seiner Widerstandsformen wächst. Wir erschaffen einen freien Raum, in dem sich Menschen aller Herkunft, mit unterschiedlichen Geschichten und verschiedenen Weltanschauungen geschützt begegnen können. Deshalb wen- den wir uns klar gegen diskriminierende Ideologien wie u.a. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Islamophobie, Nation- alismus und Homophobie sowie gegen die Verbreitung solcher Ideologien.Wir sind uns darüber bewusst, dass wir selbst auch diskriminierende Denkmuster zu überwinden haben, da wir alle in autoritären Strukturen aufgewachsen sind und leben.

Wir wurden erzogen zu Konkurrenz statt zu Kooperation. Wir haben uns entschieden, diese herrschenden Verhältnisse friedlich und vehement zu stören, um horizontale Alternativen zu entwickeln. Wir wissen, dass wir damit nicht alleine sind. Wir vertreten kein statisches Programm, das Dich vielleicht aus- schließen würde.

Wir freuen uns auf solidarische Kritik und Zusammenarbeit.

Occupy Presseerklärung

Seitdem im Jahr 2008 die Immobilienblase geplatzt ist, hat eine globale ökonomische Krise die Welt erfasst, die verschiedene Länder mit unterschiedlicher Intensität traf. Und doch waren die Versuche, diese Krise zu bewältigen, überall die gleichen:

riesige Summen öffentlicher Gelder wurden verwendet, um einen angeschlagenen Finanzsektor und ein zur Krise neigen- des Wirtschaftssystem zu retten und Unternehmensgewinne zu sichern; strenge Austeritätsmaßnahmen und Einsparungen im öffentlichen Sektor; ein enormer Verlust von Renten, Ersparnis- sen und Arbeitsplätzen; und vor allem: ein politischer Konsens, sowohl die strukturellen Ursachen als auch die hauptverant- wortlichen Personen unberührt zu lassen. Die Krise hat außer- dem eine beschämende Tatsache über unsere sogenannten auf- geklärten Demokratien enthüllt: sie funktionieren nicht länger. Ob durch die technokratischen Regierungen Griechenlands und Italiens oder das Diktat der Bundesbank: die Demokratie wurde außer Kraft gesetzt, um zu tun, was als notwendig erachtet wird für eine Rückkehr zu einem Modell des Wirtschaftswachstums, das nicht den Interessen der Mehrheit dient.

Nicht nur die Auswirkungen der Krise waren global. Auch brach sich eine weltweite Widerstandsbewegung Bahn, die sich dem Krisenmanagement von nationalen und internationalen Regier- ungsinstitutionen entgegenstellt. Von Tunesien über Ägypten nach Israel, von Griechenland nach Spanien, von Deutschland bis ins Vereinigte Königreich und von Chile bis in die Vereinigten Staaten haben sich breite gesellschaftliche Bewegungen formi- ert und eine klare Botschaft artikuliert: dass die Menschen nicht für eine Krise zahlen werden, die sie nicht verursacht haben. Auch werden wir nicht die Fortsetzung der fehlerhaften Politik akzeptieren, welche die Krise verursacht hat: Deregulierung der Finanzmärkte, Privatisierung öffentlicher Güter, eine zunehm- ende prekäre Beschäftigung und ein ökonomischer Wachstum- swahn, der im Widerspruch zu den begrenzten Ressourcen unseres Planeten steht. Und wir sind bereit, einen Schritt weiter zu gehen: den quasi-religiösen Glauben in Frage zu stellen, dass der kapitalistische Markt jemals ein stabiles und nachhaltiges Wirtschaftssystem erschaffen kann, an dem Jede und Jeder teil- haben kann. Trotz des beispiellosen materiellen Reichtums auf der Welt verhindern unsere sozioökonomischen Strukturen, dass wir gleichermaßen davon profitieren. Stattdessen produzieren sie Krisen und Machtasymmetrien und schneiden darüber hinaus Milliarden Menschen selbst vom Zugang zu den lebensnotwen- digsten Gütern ab. Wir sind Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit ver- schiedenen Hintergründen.

Wir kommen zusammen als Besetzende, als Indignad@s, als Empörte. Bereits in den ersten Tagen unserer Bewegung haben wir uns dazu entschlossen, die Verantwortung für unser Leben und unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Folglich kön- nen uns Regierungen und Organisationen nicht repräsentieren; Politiker repräsentieren uns nicht; Die Medien repräsentieren uns nicht; Individuen repräsentieren uns nicht; Wir sind nicht repräsentierbar. Stattdessen glauben wir an und praktizieren horizontal-kooperative Formen um miteinander zu arbeiten, Entscheidungen zu treffen und zu handeln.

Im Gegensatz zu korrupten und verantwortungslosen un- ternehmerischen sowie politischen Eliten erkennen wir die Schwierigkeiten demokratischer Entscheidungsprozesse offen an, die auch auftreten, während wir gemeinsam an echten Lö- sungen für die gegenwärtigen Krisen arbeiten. Wir glauben, dass echte Demokratie und ein inklusives Wirtschaftssystem es wert sind, dass wir für sie kämpfen. Darüber hinaus glauben wir, dass viele Menschen weltweit sowohl unsere Wut und unsere Unzu- friedenheit, als auch unsere Überzeugung teilen, dass es echte Alternativen gibt.

Die Zeit zum Handeln ist gekommen. Wir haben uns aus vielen Gründen dafür entschieden, an der 7. Berlin Biennale teilzunehmen, manche davon sind persönlich, andere teilen wir kollektiv. Die KunstWerke stellen uns vor al- lem Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen wir Menschen aus verschiedenen Ländern dieser Erde zusammen bringen können, um unsere Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr zu teilen und neue Kontake zu knüpfen, die unsere Bewegungen voranbrin- gen sollen. Die kommenden zwei Monate werden ein kollektives Experiment sein, während dessen wir zusammen daran arbeiten werden, die Galerie in einen Raum zu verwandeln, in dem wir sowohl politische Fragen als auch organisatorische Strategien diskutieren, durch öffentliche Interaktion wachsen und uns an verschiedenen Aktionsformen beteiligen können, von kreativen Aktionen bis hin zu Großdemonstrationen.

Selbst wenn wir auf der Biennale zusammenkommen, ist unser- er Recht auf öffentliche Versammlungen gefährdet, sowohl von Seiten der Polizei als auch durch Gesetzesänderungen. Wasserw- erfer in Chile, Tränengas in Oakland und Schlagstöcke in Span- ien wurden gegen Menschen eingesetzt, die ihre Stimme erhe- ben. Der bloße Akt des öffentlichen Zusammenkommens um über unsere Zukunft zu diskutieren ist in unseren sogenannten Demokratien nicht mehr möglich. Die Europäische Union bil- det Einsatzkommandos und schafft einen rechtlichen Rahmen, um soziale Unruhen, wie wir sie in Griechenland oder Spanien

gesehen haben, effektiver und unauffälliger zu unterdrücken. In Nordafrika, von Tunesien bis Ägypten und Syrien hat die gewalt- same Unterdrückung durch den Staat bereits vielen Menschen das Leben gekostet. Die Galerie stellt uns einen temporären sicheren Hafen zur Verfügung, in dem wir uns für die Arbeit am politischen Wandel einsetzen können, aber der wahre Kampf findet in den Straßen statt.

Dies ist weder eine Kunstausstellung oder ein Werbegag noch ein Ersatz für das Besetzen öffentlicher Räume. Wir mögen uns zwar in einer Galerie in Berlin befinden, aber wir sind ke- ine statische Bewegung, die ausgestellt wird. Wir sind ein Teil größerer Aktionen, die sich im Moment überall auf der Erde entfalten. In den Vereinigten Staaten hat Occupy Wall Street für den 1. Mai zu einem Generalstreik aufgerufen. Ein Aufruf, dem man in Städten in Nordamerika und Europa enthusiastisch folgen wird. Ein Jahr nach dem Aufkommen der Bewegung in Spanien am 15. Mai wird der 12. Mai ein weiterer Tag internatio- naler Demonstrationen. In Berlin werden einzelne Demonstra- tionszüge, die in Stadtteilasambleas entstanden sind, von fünf verschiedenen Orten aus zusammenlaufen und auf dem Alexan- derplatz eine Agora bilden, die zwei Wochen lang als Zentrum für Netzwerkarbeit und Ideenentwicklung dienen soll. Vom 16. bis zum 19. Mai wird ein breites internationales Bündnis zu Blockupy nach Frankfurt reisen; eine Aktion, um die Europäische Zentralbank zu blockieren und ein Ende des undemokratischen Krisenregimes der Europäischen Union zu fordern. So wie diese großen Aktionen ist auch die okkupierte Berlin Biennale nur ein Schritt in dem langen Prozess der Schaffung einer erfolgreichen Bewegung für soziale, ökonomische und umweltbezogene Gere- chtigkeit. Wir laden euch herzlich ein, euch in diesen Prozess mit einzubringen!

Since the collapse of the US housing bubble in 2008, a global economic crisis has enveloped the world, striking different countries with varying intensity. Yet everywhere the attempts to solve the crisis have been the same: enormous sums of public money used to rescue a failing financial sector and a crisis-prone economic system, and restore corporate profits; harsh auster- ity measures and cuts to the public sector; a tremendous loss of pensions, homes, savings and jobs; and above all: a politi- cal consensus to leave both the structural causes and the most responsible persons untouched. The crisis has also revealed an embarrassing fact about our so-called enlightened democra- cies: they no longer work. Whether through the technocratic governments installed in Greece and Italy or the dictates of the Bundesbank, democracy has been suspended in order to do what is deemed necessary for a return to a model of economic

growth that does not serve the interests of the majority.

If the effects of the crisis have been global, so too has resis-

tance against the crisis management of national and interna- tional governance. From Tunisia to Egypt to Israel, from Greece to Spain, from Germany to the UK, and from Chile to the United States, major popular movements have formed around a com- mon consensus: the people will not pay for a crisis they didn’t cause. Nor will we accept the continuation of the failed policies that led to this crisis: deregulation of financial markets, priva- tization of public utilities, increasingly precarious employment, and an economic growth obsession that is incompatible with life on a finite planet. And we are ready to go further: to call into question our near-religious faith that the capitalist market system can create a stable and sustainable economy that allows everyone to participate. Despite the unprecedented level of ma- terial wealth in the world today, our socio-economic structures prevent us from equally enjoying its gains, instead creating crises, asymmetries of power and cutting off billions from even the essential means to survive.

As people from many different countries and backgrounds, we are coming together as occupiers, indignad@s, outraged. Since the early moments of our movement, we decided to take responsibility for our lives and future. Thus, governments and corporations do not represent us. Politicians do not represent us. The media does not represent us. Individuals do not repre- sent us. We are not representable. We believe in and practice horizontal, collaborative ways of working and developing our positions and actions.

In contrast to the corruption and unaccountability of corporate and political elites, we openly acknowledge the difficulties of democracy, even as we work together to find genuine solutions to the crisis. We believe that real democracy and an inclusive economic system are worth fighting for. We also believe that many people all over the world share our anger and discontent, as well as our conviction that there are alternatives.

Now it is time to act.

We have chosen to participate in the 7th Berlin Biennale for many reasons, some personal, some collectively shared. Above all, the KunstWerke provides us with a space to bring together

participants from different countries around the world, to share our experiences from the last year and build new connections to bring our movements forward. The next two months will be

a collective experiment, as we work together to transform the

gallery hall into a space where we can discuss both political questions and organizational strategies, grow through public in- teraction, and engage in various forms of activism, from creative actions to mass demonstrations. Even as we come together during the Biennale, the right to pub- lic assembly is being threatened, both by the police and through legislative changes. Water cannons in Chile, tear gas in Oakland and police batons in Spain have been deployed against people raising their voice. The simple act of coming together in public to discuss our future is no longer possible in our famed democ- racies. The European Union is currently building task forces and legal frameworks to suppress the social uprisings that we saw in Greece or Spain more effectively, and more silently. Across Northern Africa, from Tunisia to Egypt to Syria, violent state repression has cost many people their lives. The gallery provides us with a temporary safe haven to engage in the work of politi- cal change, but the real struggle takes place in the streets.

This is not an art project or a publicity stunt, nor is it a substi- tute for the occupation of public space. Although we may be in a gallery in Berlin, we are not a static movement on display. We are part of larger actions unfolding across the planet. In the United States, Occupy Wall Street has called for a general strike on May 1st, a call that will be answered enthusiastically in cities across North America and Europe. Following a year after the emergence of the movement in Spain on 15M, May 12 will be another major day of international demonstrations. In Berlin, demonstrations growing out of neighborhood assemblies will converge from five different points of the city, building an Agora at Alexanderplatz to serve as a two-week hub for networking and an exchange of ideas. On May 16 to 19, a broad interna- tional coalition will travel to Frankfurt for Blockupy, an action to blockade the European Central Bank and demand an end to the undemocratic crisis regime of the European Union. Like these major actions, the occupied Berlin Biennale is only a step in the long process of building a successful movement for social, eco- nomic and environmental justice. We invite you to join us.

Press Conference April 25 , 2012

Aufstände vernetzen sich auf der Berlin Biennale

Bereits im letzten Jahr wurden Menschen der global aufgekom- menen sozialen Bewegungen 15M | Indignados | Occupy | Ech- te Demokratie Jetzt | Arabischer Frühling von den KuratorInnen der diesjährigen Berlin Biennale eingeladen, die 400qm große Halle des KunstWerke-Gebäudes vom 27. April bis zum 1. Juli 2012 für ihre Aktivitäten zu nutzen. Mit der Pressekonferenz vom 25. April wurde dieses Projekt begonnen. Diese Kooperation ist kein Museum, sondern ein Arbeits- und Experimentalraum für globalen Wandel und Widerstand! Wir errichten einen kreativ-aktivistischen, politischen Ort, in dem Menschen aus Berlin und aller Welt zusammenkommen. Wir werden gemeinsam Versammlungen halten, interaktive Wis- sensaneignung praktizieren, Strategien entwickeln, direkte Aktionen vorbereiten, politische Interventionen planen, sowie weitere Formen aktiv-politischen Engagements entwickeln. Ein Hauptziel ist dabei die Schaffung eines „Global Square“, welches die verschiedenen weltweiten Bewegungen miteinander vernetzt, in Beziehung bringt und so der Koordinierung und Stärkung sozialer Kultur dienen soll.

Das zweimonatige Forum auf der Biennale bietet uns die Möglichkeit andere Menschen und Gruppen mit gesellschaftskri- tischen Themen zu konfrontieren, welche wir im ansonsten, beispielsweise auf Demonstrationen, nur schwer erreichen kön- nen. Darüber hinaus geht es uns auch darum die erstarrte Welt des Kunstestablishments aufzubrechen, die alltagsferne, rein ästhetische Erfahrung aufzuheben, dadurch die Kunst wieder lebendig in die Gesellschaft zu integrieren. Schließlich ist sie kein Konsumgut, sondern eines der wirkungsvollsten Werkzeuge für politischen Aktivismus und Gesellschaftsgestaltung!

Beschreibung der Arbeitsgruppen und Aufgabenfelder:

Die Küche als wichtigster Punkt sozialen Zusammenlebens be- darf keiner weiteren Beschreibung. Dies ist der Ort an dem wir viele Stunden miteinander verbringen, über verschiedene Dinge reden, uns austauschen, essen und trinken werden. Die Aufga- ben der Küche werden mittels Rotation unter allen Aktivisten aufgeteilt, sodass die anfallende Arbeit sich gleichmäßig auf die gesamte Gruppe verteilt. Hier ist auch der Platz zum Erlernen alternativer Selbstversorgung, vegetarisch/veganer Esskultur, Workshops zum Containern und zur Entwicklung von Strategien

zur Beschaffung von Nahrung ohne Geld.

Occupy Kommunikation: Erfahrene ModeratorInnen der Oc- cupy Bewegung werden mindestens dreimal wöchentlich - je nach Bedarf auch spontan – partizipative, nicht-hierarchische Gruppendiskussionen (Asambleas) organisieren. Wir möchten Kommunikationsformen einsetzen, die gewalt- und konkur- renzfrei, sowie anti-diskriminierend sind und auf den Prinzipien der gemeinsamen Achtung basieren. Der gemeinsame Dialog ist eines der wichtigsten Ziele des Forums, die Asamblea ist dabei nur eine von vielen verschiedenen Formen, in dem sich dieses entfalten kann.

Kreative Aktionen / Arbeitsgruppen: Diejenigen Aktivis- tInnen, die stärker in Bildern oder auch Worten aktiv sind, werden Performances und Aktionen sowohl in den KW, als auch im öffentlichen Raum in Berlin veranstalten. Neben Workshops zur Bannerherstellung, Hilfe beim Anfertigen von Protestsch- ildern, Postern, Bildern aller Art, wird es auch Theaterstücke, Flashmobs und Improvisationen geben. Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt! Die Kunstobjekte, die in der Occupy Halle ausgestellt werden, sind Symbole und Modelle für alternatives, nachhaltigeres Leben. Sie konzentrieren sich um die Idee der Erfüllung von Grundbedürfnissen, die den Menschen mehr Unabhängigkeit von profitorientierten Systemen ermöglichen.

Die Autonome Universität ist ein Projekt, das sich dem Wissensaustausch, der Organisierung von Diskussionen, der Entwicklung neuer Strategien des Widerstands verschrieben hat. Die Bandbreite reicht vom Veranstalten von Kursen zum Spannungsverhältnis zwischen Kapitalismus und Demokratie, über Trainings in Techniken direkter Aktion, bis hin zum Aufbau einer offenen Bibliothek. Die AU ist mehr als nur ein Ort der Kritik an der bestehenden Ordnung, sie ist eine Plattform für Selbstbildung, die aus den Beiträgen der Menschen aus den Bewegungen und lokalen Widerstandsstrukturen, von kritisch- en Intellektuellen und anderen Gästen gestaltet wird. Bei Interesse ein Projekt im Rahmen der AU zu organisieren:

autonomousuniversity@gmail.com

IT Arbeitsgruppe: Das Internet hat einzelne regionale oder lokale Bewegungen zu einer gemeinsamen globalen Bewegung gemacht. Bei der Occupy Biennale werden die IT-Affinen der Bewegung ein ComLab einrichten, wo sie Wissen und Tech- nologien teilen. Per LiveStream werden sowohl Bilder aus der weltweiten Protestbewegung in den internen Raum, als auch aus der Halle in die Welt gebracht.

Im Hacklab werden Aktivisten an alternativen Informationssys- temen arbeiten, Projekte wie Secushare, Lorea und TheGlobal- Square, die sich auf soziale Interaktion im Netz beziehen, sind der Schwerpunkt. Anfänger können sich in Workshops über freie digitale Umfelder informieren und die Grundlagen des Daten- und Privatsphärenschutzes aneignen. Konferenzen werden ab- gehalten zu Themen wie freie Software, p2p Technologie/Theo- rie, Medienaktivismus, Netzneutralität oder Informationsfreiheit. Dies wird ein zweimonatiges niemals ruhendes Hackathon.

Die Arbeitsgruppe Kinder und Jugend wird sowohl für die Teilnahme und Teilhabe von jungen BesucherInnen sorgen als auch Workshops von jugendlichen AktivistInnen organisieren.

preparations, political interventions, as well as new forms of active-political engagement. Besides, a principal purpose is the creation of the “Global Square” which links up the different worldwide movements with each other, thus should serve the coordination and strengthening of social culture. The 2-month forum on the biennial offers us the possibility to confront other people and groups with society-critical themes, which we can’t reach otherwise, for example on demonstra- tions. In addition, it is a matter for us to open the numb world of the art establishment, abolish the everyday-distant, purely aesthetic experience. Integrating thereby the art again vividly into the society. Finally art it is no consumption product, but one of the most effective tools for political activism and society creation!

Partizipation!

Webseite

Description of the working groups and tasks:

Wir rufen alle Menschen, die neugierig beziehungsweise wüt- end und unzufrieden sind, die für Veränderung kämpfen oder mitkämpfen wollen – dazu auf, an den Aktionen und Treffen teilzunehmen. Wir organisieren uns und gestalten unsere Zu- kunft selbst. Schickt dazu eine Mail an: partizipationbiennale@ googlemail.com

The Kitchen as the most important point of social life needs no other description. This is the place we spend many hours with each other, talk about different things, exchange and share ideas, where we eat and drink. The duties of the kitchen are split by means of rotation among all activists, so that the at- tacking work evenly spreads on the whole group. Here is also the place for learning alternative self-sufficiency, vegetarian / vegan eating culture, Workshops for strategies how to the pro- curement food without money.

Programm

: http://occupybb7.org : http://occupybb7.org/calendar/2012-04

Statement zur Pressekonferenz: http://occupybb7.org/deklara- tion Unser frei gestaltbarer Teil auf der offiziellen Seite: http://www.

berlinbiennale.de/blog/7-biennale/indignadxs-occupy

The worldwide movements network on the 7th Berlin Biennial

In the last year people of the worldwide social movements 15 m | Indignados | Occupy | Real Democracy Now | Arabian Spring were invited by the curators of this year’s Berlin Biennial. They offered us to use the 400 square metre hall of the KW building from the 27th of April to the 1st of July 2012 for our activities. This project started now with the press conference from the 25th of April. This cooperation is no museum, but a workroom and experi- mental space for global change and opposition! We establish a creative, active, political place, involving the activists from Ber- lin and all over the world. There will be meetings, discussions, interactive knowledge transfer, strategies, direct actions,

Occupy Communication: Experienced activists of the Occupy movement organize at least three times weekly - according to demand also spontaneously – partizipative, non-hierarchical group discussions (Asambleas). We would like to use com- munication forms which are free of abuse of power and free of competition, anti-discriminating and are based on the principles of the common esteem. The interactive dialogue is one of the most important aims of the forum, the Asamblea is besides, only one of many different forms in which this can develop.

Creative Actions / Working Groups: Those activists who express their political engagement in pictures or words have their forum here. There is a bunch of activities, performances and actions in KW and also in the public space in Berlin. Beside Workshops for banner production, help with making protest signs, posters, pictures of all kind, there also will be plays, flash mobs and improvisations. No limits are set to the variety! The art objects which are issued in the Occupy Hall are symbols and models for alternative, more lasting life. They concentrate around the idea of the fulfillment of basic needs which allow more independence of profit oriented systems.

The Autonomous University is a project which focused on the knowledge exchange, the organization of discussions, the devel- opment of new strategies of the opposition. The range reaches from organizing courses about the tension relation between capitalism and democracy, trainings in technologies of direct action, up to the construction of an open library. It is more than

a place of criticism of the existing order, it is a platform for self education which is formed from the contributions of the people from the movements and local opposition structures, by critical intellectuals and other guests. With interest to organize a project within the scope of the AU, write us:

autonomousuniversity@gmail.com

IT Working Group: The Internet has made single regional or local movements a common global movement. With the Oc- cupy biennial the IT-Professionals of the movement will furnish

a ComLab where they divide knowledge and technologies. The

LiveStream will send pictures from the worldwide protest move- ment into the Biennial space, as well as from the hall all around the world.

In the HackLab the activists will work on alternative information systems, projects like Secushare, Lorea and TheGlobalSquare which refer to social interaction in the net as their main focus. Beginners can find out in Workshops about free digital spheres and acquire the bases of the data and privacy protection. Con- ferences are held on subjects like free software, p2p technology

/ theory, media activism, net neutrality or freedom of informa- tion. This becomes a 2-month never resting Hackathon.

The Working Group of Children and Youth will provide playgrounds, activities, crafting hours for the participating young guestsl, as well as organize Workshops for youthful activists.

Participation!

We call all people who are curious and outraged to fight for the change, join the struggle and participate in the meetings and actions. We organize and form our future ourselves. If you want to join us send an email to: partizipationbiennale@googlemail.

com

We organize and form our future ourselves. If you want to join us send an email

This is not a protest movement - this is the new society.

Wir sind keine Träumer, wir sind die, die aus einem Traum erwa- chen, der sich längst in einen Alptraum verwandelt hat.

Wir zerstören nichts, wir sind nur Zeuge, wie das System sich nach und nach selbst zerstört.

“Die Revolution ist kein Apfel der herunterfällt wenn er reif ist. Du musst ihn zum fallen bringen.”

This is not one revolution – this is 7 billion revolution

Blockupy - das heißt die Grundrechte zu verteidigen um auf deren Grundlage eine wirkliche Gemeinschaft und Gesellschaft der Menschen aufzubauen oder mitanzusehen wie sich Finanzoli- garchie und Postdemokratie entgültig etablieren.

“Lasst mich auf die Gefahr hin, lächerlich zu erscheinen, sagen, dass der wahre Revolutionär von großen Gefühlen der Liebe ”

geleitet wird

Es ist unmöglich, an einen authentischen Revolutionär zu den-

ken ohne diese Qualität großer Liebe

Dosis Sinn für Gerechtigkeit und Wahrheit haben, um zu ver- hindern, in Extreme, in kalten Intellektualismus, in Isolierung von den Massen zu fallen. Jeden Tag müssen wir ringen, so dass diese Liebe, Menschlichkeit zu leben, in konkrete Tatsachen ver- wandelt wird, in Handlungen, die als Beispiel dienen werden.” Ernesto “Che” Guevara

Man muss eine große

When we are dreaming alone it is only a dream. When we are dreaming with others, it is the beginning of reality.” Dom Hélder Câmara

“Staat ist ein Verhältnis, ist eine Beziehung zwischen den Men-

schen, ist eine Art, wie die Menschen sich zueinander verhalten; und man zerstört ihn, indem man andre Beziehungen eingeht,

indem man sich anders zueinander verhält. (

Staat - und sind es so lange, als wir nichts andres sind, als wir die Institutionen nicht geschaffen haben, die eine wirkliche Ge- meinschaft und Gesellschaft der Menschen sind.”

) Wir sind der

Es gilt zu erkennen, dass Information die abstrakte Währung jeglicher Wahrnehmung darstellt.

„Die Geschichte wird siegen! Die Welt wird eine bessere werden. Werden wir überleben? Das liegt an euch!“ Julian Assange

“Hier ist nun die Wahrheit, die sie frei machen wird. (…) Und an- gesichts dieses Gefühls Segensworte zu sprechen für die Profite und Propheten der Wahrheit, für die Befreier und Märtyrer der Wahrheit, für die Voltaires, Galileos und Principias der Wahrheit, für die Gutenbergs, Marconis und Internets der Wahrheit, für die Serienmörder der Täuschung, jene brutalen, getriebenen und besessenen Bergleute der Wirklichkeit, die jedes vermoderte Gebäude zerschmettern, zerschmettern, zerschmettern, bis alles in Ruinen liegt, für die Saat des Neuen.” Julian Assange, letzter Eintrag in seinem Blog iq.org, 29. August 2007

Wissen ist Macht, und wir sozialisieren die Macht indem wir das Wissen sozialisieren.

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“

If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor.

Wir, die guten Willens sind, Geführt von Ahnungslosen, Versuchen für die Undankbaren Das Unmögliche zu vollbringen. Wir haben soviel mit so wenig So lange versucht, daß wir jetzt Qualifiziert sind, fast alles Mit Nichts zu bewerkstelligen.

If you support this war, send your own children! Every child is an artist. The problem is staying an artist when you grow up

As long as we can speak out, as long as we can publish, and as long as the Internet remains free, we will continue to fight back, armed with the truth.

Du must dein Ändern leben

The price of apathy towards public affairs is to be ruled by evil men.

Go to work. Get married. Have some kids. Pay your taxes. Pay your bills. Watch your TV. Follow fashion. Act normal. Obey the Law. And repeat after me: I AM FREE

OCCUPY Global Square zu Gast bei der 7. Berlin Biennale in den KW

Gibt es Unterschiede zwischen Kunst und Politik, und wenn ja, wie viele? Essay von Nicole Becker Die Frage stellt sich in einer Zeit, in der neuerdings gewisse so- ziale Kompetenzen und Legitimationskonzepte gefordert werden, sowohl von der Politik als auch von jedem einzelnen Menschen in sich dynamisch verändernden sozialen Gemeinschaften wie “Staat” oder “Gesellschaft”, “Verein” oder “Familie”. Begriffe wie Ambiguitätstoleranz (der Umgang mit Vieldeutig- keit) und Frustrationstoleranz (Verarbeitung von vermeintlichen Niederlagen, tatsächlich aber gegebene Zugeständnisse) stehen als erlernbare Konzepte zur Verfügung in der Herausforderung von Individuen, mit Meinungsvielfalt und gelebter Demokratie umzugehen. Dabei ist nicht immer ein win-win- Prinzip erfül- lbar als idealisiertem Gewinn, sondern oft geht es für eine Seite ums Geben, damit ein Vorhaben oder ein Konflikt nach langen Verhandlungen für beide Seiten endlich lösbar wird. Kunst als Ausdrucksform hat nun eine lange Tradition der Ambi- guität; diese ist oft bewusst vom Künstler eingesetzt, wenn eine Präsentation ein “Erlebnis” für den Betrachter sein kann. Sich auf Kunst einzulassen bedeutet, bekannte Pfade zu verlassen, um Neues entdecken zu können mit allen Sinnen. Kunst muss also nicht zwangsläufig eindeutig sein und genießt traditionell den Ruf, ein meinungsfreies und streitbares Kommu- nikationsmittel zu sein. Durch ihre starke Präsenz kam ihr im- mer wieder Zensur und Manipulation durch herrschende Institu- tionen zu; ihre Protagonisten werden bis heute in vielen Staaten verfolgt, kriminalisiert, in Gefängnisse gesteckt und getötet. Die Sprache der Kunst hat also offenbar in allen Gesellschaften ein starkes und das Bewusstsein prägendes Gewicht. Die Sozial- und Bewusstseinsforschung bezieht sich in neueren Diskursen auf das “innere Team” in uns selber, d.h. unsere vielfältigen inneren Stimmen, die unsere täglichen Handlungen immer wieder als Mikrodemokratie mit Konsensentscheidungen tragen mit der Chance, aus Fehlentscheidungen lernen zu kön- nen. Jede Person ist also per se ein Verbund aus Ambiguität und Meinungsbildung in einem dynamischen Wechselspiel. Somit ist also das “äußere Team” jede Form einer Gruppe, eines sozialen Zusammenhangs oder eines Kollektivs, in dem jeder

lernen kann, sich auf etwas Gemeinsames und die so erlebten Erfahrungen einzulassen. Kenner wissen, dass uns Gruppen verändern können, im positiven wie im negativen Sinne. Nun sind Medien, d.h. Organe, die beauftragt sind, meinungs-

bildende Aufgaben in einer Gesellschaft zu übernehmen, selten

unabhängige Berichterstatter. Zumal die Vorgaben einer Infor- mation zu einem Ereignis als Rohfassung über die Presseagen- turen geliefert wird, also standardisiert und komprimiert. Die Medien sind deswegen für unsere Meinungsbildung nur be- grenzt einsetzbar, da sie eine ergebnisorientierte Berichterstat- tung anstreben. Das bedeutet, dass sie üblicher Weise die Instanz unseres “inneren” individuellen Entscheidungsteams umgehen, mangels Zeit und an einen Auftrag gebunden. Sie sind also verpflichtet, eindeutig zu arbeiten. Was ist also von der Berichterstattung der Medien über ein widersprüchliches, sprich ambiguitives gesellschaftliches Ereignis zu erwarten? Entweder haben wir es dann mit journalistischer Empörung oder vorschnellen, von Vorurteilen geprägten Meinungen zu tun, da die Faktoren Zeit und Vieldeutigkeit für eine Abwägung der Widersprüche im Takt der wirtschaftlich vorgegebenen Zeit aus- gelassen werden müssen. Ein prozessorientierter Medienbericht würde aus diesem Konzept vollkommen herausfallen. Nun versteht sich OCCUPY Global Square als ein Projekt der Ber- lin Biennale tatsächlich als prozessorientierte, d.h. an Kleinzielen ausgerichtete Struktur im Spannungsverhältnis zwischen Poli- tik und Freiheit des persönlichen Ausdrucks. Diese Eckpfeiler können herkömmlich als Kunst- und Demokratiebegriffe gelten, bereichert um den Faktor Zeit für eine basisorientierte Demokra- tie, in der jede Stimme zählt und in der Wortführer sich vorher von der Gruppe die Legitimation geholt haben, um für diese sprechen zu können. Gemeinsam bzw. mit Delegierten können so die meisten Ents- cheidungen gefällt werden, zu denen jede(r) etwas beiträgt und deren Qualität durch die “bottom-up”-Struktur (von unten nach oben) eine solide Unterstützung und Bereitschaft zur Umsetzung durch die an der Struktur Beteiligten erfahren. Die Bereicherung ist die Intelligenz der Gruppe, die proportional zum miteinander geteilten Wissen ist. Eine wohltuende Erfah- rung in einer Gesellschaft, in der Machtmissbrauch und Ellenbo- gen die Waffen der Hilflosen sind, um vermeintlich “nach oben” zu kommen oder dort verbleiben zu können. Auch bekommt der Begriff der Arbeitsteilung wieder seine tatsächliche Bedeutung und verliert seinen etwa abstrakten Wert. Die für solche Erfahrungsprojekte notwendigen Räume sind da- her in der Strukturierung und Möblierung auch möglichst flexibel gehalten und weisen kreisförmige, dynamische Zirkelstrukturen auf im Gegensatz zur Konfrontsituation (Vortrag, Schule) und statischen top- down-Hierarchie des üblichen Alltags. Die in einer so flachen und prozessorientierten Hierarchie erar- beiteten Ergebnisse sind sozusagen nachhaltigen Charakters und die für die Protagonisten notwendigen Kompetenzen wie Ambi- guitäts- und Frustrationstoleranz, daraus resultierend Meinungs-

bildung, aber auch Ermutigung zur freien Rede vor einer Gruppe oder das Wissen um unterschiedliche Veto- und Konsensformen sowie auch die gewaltfreie Kommunikation werden in solchen Zusammenhängen erfahr- und erlernbar gemacht. Diese sozi- alen Kompetenzen werden kommuniziert und gelebt, auch z.B. mit der Erfahrung, dass Ideen oder Umsetzungen sich im Laufe des gemeinsamen Abwägens verändern oder gar argumentativ abgelehnt werden können. Es ist eine lohnenswerte und vielseitige Kunst, demokratisch orientierte politische Arbeit zu leben. Und dabei den Balanceakt zwischen konservativ-spöttischen Pressestimmen, den selbst- bestimmten und dennoch gemeinsamen Idealen auf tänzerische Weise zu gestalten.

OCCUPY Global Square as invited guests at 7th Ber- lin Biennale in Kunstwerke (KW)

Are there differences between arts and politics existing, and if so, how many?

Essay by Nicole Becker This question is now asked at a time when recently certain so- cial competences and concepts of authorization are required of politicians as well as of each individual in a dynamically chang- ing social community like “state” or “society”, “association” or “family”. Terms like ambiguity tolerance (how to deal with ambiguous information) or frustration tolerance (how to come to terms with a supposed defeat, but actually given concessions) are provided as concepts to be learned in the individual challenge to cope with diversity of opinion and living democracy. The principle of win-win is not always to serve its purpose as an ideal but quite often it depends on just one part to give, for the process to continue or a conflict to be solved for both parties to have an agreement. Art as a mode of expression has a long tradition of ambiguity, actually, and it’s often deliberately used by the artist if a presen- tation is possibly an experience for the observer. To embark on art means leaving familiar habits to explore something new by all sensory impressions. Art inevitably does not have to be unambiguous and tradition- ally has the good reputation of being pugnacious and a medium of freedom of speech. By its presence art always suffered from censorship and manipulation by ruling institutions. artists still are persecuted, declared as being criminal, put into prison or sentenced to dead nowadays. The expression of art causing awareness obviously is of impor- tant value in any society.

The contemporary research of social science and mind refers to the idea of “the inner team” inside ourselves, i.e. our several inner voices when it comes to decisions we have to make by means of micro-democratic structures and veto or consensus and in the meantime having the opportunity of learning by trial and error. Therefore, each individual is in conjunction with ambi- guity and opinion making process in a dynamic interplay. Hence the “external team” is any kind of group or any social connection or a collective everybody is able to learn to embark on common goals and thereby common experiences. Experts know about the fact how we are able to change our personality within groups, by good or bad meanings. Media, so to speak organs, commissioned to take over tasks of making opinion in societies, are dependent correspondents most of the times. Even the guidelines of an information to an event is delivered by the press agencies as rough version in a stan- dardized and condensed form. Therefore, media’s efforts are of limited purpose for our opinion making process due to their solution-based way of reporting. Usually, they circumvent the individual “inner” team responsible for a decision due to a lack of time and bound to a given order. So they are obliged to work unambiguously. What to expect by media reporting an ambiguous social event?

Either we experience the effect of outrage by correspondents or an over-hastily conclusion full of prejudice, due to the fact that the time necessary to weigh needed ambiguous information is different to the usual time economy dictates. Any process-ori- ented media report would be far out of the concept. OCCUPY Global Square as a Berlin Biennale project uses the method of process-orientation, i.e. working with the structure of subgoals and in between the related tension of politics and freedom of individual expression. These corner pillars tradition- ally express the meaning of art as well as democracy, enriched by the factor of time for a grass roots-oriented understanding of democracy in which every person counts and the spokesperson got the legitimation of the entire group before he speaks as a representative. Together or rather with delegates most of the decisions are made and every individual of the group really feels being rep- resented. The quality of any decision, a sound support and the willingness to transfer decisions into action is guaranteed by this “bottom-up” structure. A gaining process is the intelligence of the group which is in proportion to the shared knowledge. An agreeable experience in a society of power abuse and being ruthless as weapons for the helpless to supposedly “get to the top” or to remain “at the top”. The meaning of the term of “job

sharing” comes to the real meaning and the abstract value will

The conclusions made in this flat and process-oriented hierar- chy hold a sustainable character and the necessary skills for the protagonists such as ambiguity and frustration tolerance as well as the opinion making process resulting from this, the encour- agement for making a free speech in the midst the group, the knowledge of different ways of veto or consensus are experi- enced and learned as well as the non-violent communication. These social skills are learned, discussed and reflected upon, the experience e.g. of proceeding an idea is important for it could be modified, changed or rejected in the continuous process of the cooperation experience. It’s a worthwile and varied art to actually live democratic ori- ented political structures. And at the same time to perform the equilibristic dance between conservative media mocking mind, the right of self-determination and nonetheless the group’s com- mon ideals. Berlin, 10th of May, 2012

The author is artist and facilitator, born 1962 on the day of the declaration of the Human Rights, grew up in Cologne, lives in Berlin since 1993 and until now spends most of her lifetime with projects in the context of art and culture.

lifetime with projects in the context of art and culture. Global Change Factory in Berlin Die

Global Change Factory in Berlin

Die Strukturen und Arbeitsbedingungen, die wir auf der 7. Oc- cupy Berlin Biennale temporär etabliert haben, möchten wir gerne in ein langfristiges Projekt überführen: Die Global Change Factory. Die Factory soll einerseits Ausgangs- und Knotenpunkt für politisches Engagement sein, aber auch den beteiligten Aktiven die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Selbstbestimmung bieten. Wir beanspruchen hierfür einen Gebäudekomplex mit Frei-und Grünflächen, um eine selbstständige und selbstver- waltete, herrschaftsfreie Wirtschafts- und Wohnstruktur in Berlin aufzubauen.

Wir brauchen Platz für alternative Wohnprojekte (Wagenburgen, Ökohäuser/ Obst- und Gemüseanbau), großflächige Solar-und Sonnenkollektoranlagen, Windrotoren, etc. und die Schaffung von Ateliers, Werkstätten, Versammlungs- und Veranstaltung- sräumen.

Teilprojekte der Global Change sind:

Webdesign- und Grafik Büro Videoschnitt und Sounddesign Biobäckerei und Bioladen Tonstudio Fahrradwerkstatt/Fahrradschweisswerkstatt zur Herstellung von Fahrradkonstruktionen und Elektrofahrrädern+Fahrzeugen Kneipe/Club/Veranstaltungsort für Konzerte, Filmvorführungen, Performances etc. Kunstgalerie/Ideenwerkstatt Gebrauchtwarenhandel Modeateliers-Schneiderei Youth Hostel Vegan/vegetarisches Restaurant Nachrichtenagentur und Öffentlichkeitsarbeit Radiosender und Internet-TV-Kanal Etc., etc. Wir sind eine Ideen/Visions-Bank. Wir wollen subventioniert und gefördert werden, damit wir in die Lage versetzt werden selbst- organisierte, selbstverwaltete Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen.

Um organisatorische Fragen konfliktfrei zu lösen wollen wir eine konsensuale Rätestruktur etablieren und so eine Hierarchisier- ung verhindern. Privatpersonen und Firmen sollen sich Räume und Flächen anmi- eten können ohne in einer permanenten Gruppenkommunika- tion mit den Organisatoren der Factory stehen zu müssen.

-Die Voraussetzung dafür sollte die Akzeptanz eines sozialen und ökologischen Konsens sein, der von der Factory erarbeitet und beschlossen wird.

In der Global Change Factory - und nicht nur hier - sind wir ein offenes Kollektiv von Individuen, die sich in einem konsensori- entierten Prozess zusammenfinden. Uns eint das Bestreben nach einem grundlegenden weltweiten Wandel. Wir verstehen uns als Teil des globalen Protestes, der viele Na- men trägt und an der Vielfalt seiner Widerstandsformen wächst. Wir erschaffen einen freien Raum, in dem sich Menschen jeder Herkunft mit unterschiedlichen Geschichten, Weltanschauun- gen und Philosophien begegnen können. Unbedingter gegen- seitiger Respekt und Achtung sind hier die Grundlage.

Global Change Factory in Berlin

We want to transfer the structures and terms of employment, which we temporarily established at the 7. Occupy Berlin Bien- nial, into a long-term project: The Global Change Factory. The Factory should be a starting point and interchange for political engagement, but also offer the possibility for the economic self- determination of the involved activist. We claim for this a com- plex of buildings with free surfaces and green areas to build up an independent and self-administered economic structure free of rule and residential structure in Berlin.

We need place for alternative residential projects (carriage castles, ecological houses / Fruit cultivation and Vegetable-grow- ing), wide solar collector arrangements, wind rotors, etc. and the creation of studios, workshops, meeting and event rooms.

Part projects of the Global Change Factory are:

Web design and graphics office

Videocut and sound design Biobaker’s and whole food shop Recording studio Bicycle workshop / bicycle sweat workshop to the production of bicycle constructions and Elektrobikes+Vehicles Bar/Club/Eventspace for concerts, screenings, performances etc. Art gallery / idea workshop Second-hand goods trade Fashion studio tailoring

Youth Hostel

Vegan/vegetarian restaurant

News agency and public relations Radio station and Internet TV channel Etc., etc.

We are an “ideas and visions-bank”. We want to be subsidized and be promoted, so that we are enabled to create self-orga- nized, self-administered job and traineeships.

To solve organizational questions without conflict we want to set up a consensual council structure and prevent thus a hierar- chization.

Private individuals and companies should be able to rent rooms and surfaces without having to stand in a permanent group communication with the organizers of the Factory. The condition for it should be the acceptance of a social and ecological consensus which is compiled by the Factory and is decided.

In the Global Change Factory - and not only here - we are an open group of individuals who meet in a process oriented to consensus. The aspiration for a basic worldwide change unites us. We see us as a part of the global protest which carries many names and grows in the variety of his opposition forms. We create a free space in which people of every origin with dif- ferent stories, world views and philosophy can meet. More abso- lutely mutual respect and esteem are here the basis.

Contact:

info@globalchangefactory.org

www.globalchangefactory.org

Occupy Facebook Groups Germany

Occupy Aachen:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Aachen-Aix-la-Chapelle-Aken/160487714044935 Occupy Augsburg:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Augsburg/298871343471998 Occupy Aschaffenburg:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Aschaffenburg/279843335372244

Occupy Berlin: https://www.facebook.com/pages/Occupy-Berlin/221831461210523-- http://occupyreichstag.blogsport.de/ Occupy Bielefeld:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Bielefeld/191777454232160 Occupy Bochum:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Bochum/290043317675276 Occupy Bonn:https://www.facebook.com/groups/274117625953458/

Occupy Bremen:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Bremen/263876903654107 Occupy Bremen und Bremerhaven:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Bremen-und-Bremerhaven/232334876821227 Occupy Dortmund:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Dortmund/306705169343751 Occupy Düsseldorf:https://www.facebook.com/Occupy.Duesseldorf Occupy Erfurt:https://www.facebook.com/pages/Occupy-ErfurtGermany/291443700866030 Occupy Flensburg:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Flensburg/203748606363771

Occupy Frankfurt:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Frankfurt/137920816306272

Occupy Freiburg im Breisgau:https://www.facebook.com/OccupyFreiburg Occupy Hamburg:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Hamburg/197797413623789 Occupy Hannover:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Hannover/142198699211851 Occupy Heidelberg:https://www.facebook.com/groups/300243273334991/ Occupy Hildesheim:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Hildesheim/187364644674687 Occupy Karlsruhe:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Karlsruhe/285543408131572 Occupy Kassel:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Kassel/205468782856892 Occupy Kiel:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Kiel/287409087955303 Occupy Koblenz:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Koblenz/206319356105468 Occupy Köln:https://www.facebook.com/pages/Occupy-K%C3%B6ln-Cologne/158344127590264 Occupy Lübeck:https://www.facebook.com/pages/Occupy-L%C3%BCbeck/283634594988025 Occupy Mainz:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Mainz/304654166215665 Occupy Mannheim:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Mannheim/145359492229567 Occupy München:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Muenchen/230252597032002 Occupy Nürnberg:https://www.facebook.com/pages/Occupy-N%C3%BCrnberg/212858078780714 Occupy Oberhausen:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Oberhausen/276556675710669 Occupy Offenburg:http://www.occupyoffenburg.de Occupy Osnabrück:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Osnabr%C3%BCck/162393653855331 Occupy Regensburg:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Regensburg/187670701310658 Occupy Rhein Kreis Neuss:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Rhein-Kreis-Neuss/250163525034818 Occupy Rhein-Sieg-Kreis:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Rhein-Sieg-Kreis/278328648856494 Occupy Rostock:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Rostock/207846552617371 Occupy Saarland:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Saarland/230923533629553 Occupy Stuttgart:https://www.facebook.com/pages/Occupy-Stuttgart/228532897201707 Occupy Trier:https://www.facebook.com/event.php?eid=136458346454917

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kapitalgleichkunst.wordpress.com markus.kirste@googlemail

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Die Blume des Lebens

Die Blume des Lebens ist die geometrische Form aus der sich “das Gerüst der Welt” konstruiert. Sie beinhaltet die Ge- setzmäßigkeiten, also die Form, durch die sich Energie, Liebe und Information als die erfahrene Wirklichkeit entwickelt.

Diese uralte Struktur, seit Jahrtausenden bekannt, lässt und heute nach Jahrhunderten der Dominanz eines fast aus- schließlich mechanistisch- und religiös instrumentalisierten Weltbildes erkennen wie perfekt und harmonisch dieses Univer- sum konstruiert ist, nach welchen Gesetzmäßigkeiten sich seine Evolution & damit die unsere vollzieht, und wie wir Menschen in unserer Natur ein ganzheitliches Weltblid wieder entdecken können, um dadurch gesund und nachhaltig mit den Zyklen, Schwingungen und der Charakteristika dieses lebendigen Uni- versums im Einklang zu leben.

Hier auf der 7.okkupierten! Berlin Biennale liefen wir und unsere Wege zusammen. Wir haben heute durch Wissen- schaft und direkt erfahrbarer fundamentaler Wirklichkeit die Möglichkeit eine neue Ära in unserer gemeinsamen Erfahrung zu begründen. Wie das Ergebnis und die gerade neu zu erkun- denden Freiheitsgrade, die neue Gesellschaft, die Arbeits- und Lebensstruktur aussehen werden bestimmt unsere Offenheit dem Neuen gegenüber.

werden bestimmt unsere Offenheit dem Neuen gegenüber. Wir sind eine heterogene Gruppe verschiedenster Menschen,
werden bestimmt unsere Offenheit dem Neuen gegenüber. Wir sind eine heterogene Gruppe verschiedenster Menschen,

Wir sind eine heterogene Gruppe verschiedenster Menschen, fühlen uns nicht als liberal, konservativ, links oder rechts, arm oder reich – und wie all die Dualismen lauten. Wir verstehen uns maßgeblich als integrativ, und verabschieden uns vom alten Dogma, verschreiben uns der neuen Idee: „Kooperation statt Konkurenz“…

Occupy Public Space Protest + Art

Wir… sind eine Gruppe von Individuen, die sich im Rahmen der Occupy:Frankfurt-Protestbewegung kennengelernt haben. Gemeinsam engagierten wir uns im Arbeitskreis Kunst & Kultur. Nun streben wir eine größere Vernetzung mit bereits bestehen- den Initiativen und Einzelpersonen an, um unser gemeinsames kreatives und politisches Potential weiter zu entfalten.

Der öffentliche Raum ist voll von verführerischen, manifesten oder unterschwelligen Werbebotschaften, die nicht nur das Kon- sumverhalten der zufälligen Betrachter beeinflussen, sondern auch Rollenbilder und gesellschaftliche Identitäten heranbilden sollen, die sich in das aktuelle ökonomische und kulturelle Sys- tem einfügen. Wir verstehen die Synthese von ‘protest + art im öffentlichen Raum’ als ein Potential, um Irritationen zu erzeugen, welche der permanenten Reizüberflutung und der politisch nicht ungewollten Selbstvergessenheit entgegenwirken könnten, die zugleich Ursache und Wirkung für subjektives autoritäres Verhalten in einem objektiven Zustand eines andauernden Klas- senantagonismus und fortbestehender Ausbeutungsverhältnisse ist.

We are a group of people, who met each other at the Occupy:Frankfurt protest movement. Together we formed a working group that focussed on culture and arts. Now we aspire to connect with already existing local and global initiatives or indivdual persons to develop and unlock our collective creative potential.

The public sphere is overspammed with seductive and/or subliminal advertising to stimulate the casual viewers’ cosump- tion behaviour and his willingness to conform to rules and role models pre-defined by the functional logic and standards of the actual economical and cultural system. We understand ‘protest + art in public spaces’ as a potential to create irritations to soak in the normal state. of sensory overload and politically intended absent-mindedness, which is both cause and effect of subjective authoritarian be- haviour in an objective state of enduring class antagonisms and exploitation.

http://occupy-public-space.com

occupy-public-space@gmx.de

objective state of enduring class antagonisms and exploitation. http://occupy-public-space.com occupy-public-space@gmx.de

Guerilla Gardening

This garden is an ongoing, open project, created from donations and recycled materials. The majority of the garden is moveable, so that it can be relocated at the end of the Biennale period. We intend to inspire people to start their own urban gardens, show- ing that one can grow food on their balcony, sidewalk and on rooftops.

People no longer know how to grow their own food, which has resulted in an increasing disconnect with nature and seasonal produce. We are now mostly dependent on the corporate sys- tem of agricultural production, overregulated, environmentally destructive and wasteful. We consume industrialized goods from supermarket shelves and without any real idea of where our food actually comes from or what it really contains. Food is essential for survival, and through gardening we reclaim lost agricultural skills essential in creating self-sustainable and resilient communities.

Dieser Garten ist wachsendes, offenes Projekt, das aus Spenden und Recycle Material geschaffen wurde.Der grösste Teil des Gartens ist beweglich, so dass er am Ende der Biennale umgep- flanzt werden kann. Unsere Absicht ist es Menschen zu inspirieren ihren eigenen Stadtgarten zu schaffen und zu zeigen wie man Lebensmittel auf seinem Balkon, am Strassenrand oder auf Dächern an- pflanzt.Durch eine zunehmende Entfremdung von der Natur und saisonalem Lebensmittelanbau, wissen die Menschen nicht mehr, wie man seine eigenen Lebensmittel anbaut. Heutzutage sind wir grössenteils abhängig von industrieller Landwirtschaftproduktion, überreguliert, umweltzerstörend und verschwenderisch.Wir konsumieren industriell erzeugte Lebens- mittel aus Supermärkten, ohne zu wissen woher unser Essen wirklich herkommt und was es beinhaltet. Lebensmittel sind essistenziell zum Überleben und durch Gärt- nern erreichen wir wieder verlorene landwirtschaftliche Fähig- keiten und indem wir sich selbsternährende, unverwüstliche Gemeinschaften gründen.

the future is a seed inside the soul of each possibility

Radio 99Prozent

Unsere Medieninitiative “Radio99Prozent” ist zur Biennale nach Berlin gekommen! Das Projekt ist im Umfeld von Occupy Frankfurt entstanden und versucht mit Podcast / Radio den Erkenntnisgewinn der Hörer voranzubringen. Daher liegt der Schwerpunkt auf Aufzeichnung und Live- Übertragung von Aktionen, Diskussionsrunden und thematischen Gesprächen. Wir wollen den Radio- / Podcast-Kanal für unsere Bewegung nutzbar machen. Wir haben ein großes Interesse mit anderen Aktivist_innen in Kontakt zu kommen, und uns über deren Visionen, Projekte und Arbeitsweisen zu unterhalten.

Wir sehen unsere Medieninitiative als Beitrag zu einer Alternative zu den Mainstream-Medien, und möchten unsere Aktivitäten in Kooperation mit anderen Aktivist_innen auch international vernetzt.

We are looking forward to join the Biennale with our radio and podcasting project “Radio99Prozent”. Our project is based on an educational mission and aims to contribute to an alternative to the established media. The topics of our program are the international protests and the issues behind it. Therefore we invite you collaborate and contribute to the project. This might happen in various ways:

Tell us about your project, the protest in yout country and the political and social situation you are coping with. Support our project by joining the production process. We are happy to share our experience and knowledge. We are ready to learn from your activity too. Help to develop and build an international network creating new levels of communication.

http://radio99prozent.de

radio99prozent@occupyfrankfurt.de

an international network creating new levels of communication. http://radio99prozent.de radio99prozent@occupyfrankfurt.de

Articles as displayed at Occupy Berlin Biennale

Alain Badiou: Does the Notion of Activist Art still have a Mean- ing?

http://www.lacan.com/thesymptom/?page_id=1580

Occupy Berlin Biennale – Textfragmente (Remix by Markus Kirste, 2012

https://www.alex11.org/2012/04/occupy-berlin-biennale-text-

fragmente-remix-by-markus-kirste-2012/

SUBCOMANDANTE MARCOS: Der Vierte Weltkrieg hat schon begonnen

http://the-babyshambler.com/2011/12/04/subcomandante-mar-

cos-der-vierte-weltkrieg-hat-schon-begonnen/

Money creation and debts: the system behind impoverishment of citizens

http://the-babyshambler.com/2011/10/31/money-creation-and- The Fourth World War Has Begun: By Subcomandante Marcos

debts-the-system-behind-impoverishment-of-citizens/

http://rosecityresistance.org/2012/01/05/the-fourth-world-war-

has-begun-subcomandante-marcos/

Creación de dinero y deudas: el sistema tras el empobrecimien- to de los ciudadanos

http://the-babyshambler.com/2011/10/31/creacion-de-dinero-

y-deudas-el-sistema-tras-el-empobrecimiento-de-los-ciudada-

nos/

Geld und Geldschöpfung – Einblicke in ein Enteignungssystem

http://the-babyshambler.com/2011/10/30/geld-und-geldschop-

fung/

La Cuarta Guerra Mundial (por El Subcomandante Marcos) http://www.inmotionmagazine.com/auto/cuarta.html

aCAMPada/EchteDemokratieJetzt/Occupy Nazifrei!

https://www.alex11.org/2012/02/acampadaechtedemokratie-

jetztoccupy-nazifrei/

Der kommende Aufstand

http://media.de.indymedia.org/media/2010/07//286489.pdf

Julian Assange – Verschwörung als Regierungshandeln – Das Wikileaks-Manifest

http://the-babyshambler.com/2011/10/06/verschworung-als-

regierungshandeln/

L’insurrection qui vient http://www.lafabrique.fr/spip/IMG/pdf_Insurrection.pdf

Julian Assange – Conspiracy as Governance http://finemrespice.com/files/conspiracies.pdf

Linke Utopien - Wer hat Angst vor Anarchismus?

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/linke-utopien-wer-hat-

angst-vor-anarchismus-11627790.html

10 Strategien der Manipulation

http://le-bohemien.net/2011/06/16/10-strategien-die-gesell-

schaft-zu-manipulieren/

Découvrez l’Alchimiste en Vous

http://www.jocelynechoquette.com/article-0-58212003.html

Stèphane Hessel: Empört Euch!

http://media.de.indymedia.org/media/2011/08//315040.pdf

Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace

http://www.heise.de/tp/artikel/1/1028/1.html

A Declaration of the Independence of Cyberspace https://projects.eff.org/~barlow/Declaration-Final.html

Matrix Multiplication…Wenn gilt: Wissen ist Macht – teilen wir diese Macht!

http://the-babyshambler.com/2011/11/26/matrix/

Multiplication…Wenn gilt: Wissen ist Macht – teilen wir diese Macht! http://the-babyshambler.com/2011/11/26/matrix/

„Der Traum ist aus – er wurde zur Wirklichkeit“

Wir haben Idealismus, Utopien, Dogmen und Religionen - die ihre edle Aufgabe ein paar Jahrtausende hinweg erfolgreich erfüllt haben - nicht mehr nötig! Sie hatten ihre Zeit, durch sie sind wir hierhergekommen. Sie waren uns Trost, Mythos, Mo- tivation, Unterhaltung, Erbauung, Inspiration, Lebenskraft und Motor. Wir scheiden von ihnen wie von guten Freunden Nun wandelt sich das Paradigma, wir sind in der Epoche des Übergangs. Einstürze, Umbrüche, Zerstörung, Schmerzen der Geburt, sowie Aufbau, Anfänge und Wandel werden unser Zeit- alter bestimmen, den archetypische Geschmack unsrer Epoche prägen. Bisweilen werden wir über Schmerzen und Verluste klagen, weil wir nicht immer „den grossen Gang der Ereignisse“ erfassen können: Tränen werden fliessen, Menschen werden leiden, Grenzen fallen, Gewichte sich verschieben. Alles trans- formiert sich, aber nichts verschwindet, es verwandelt sich lediglich, wie die Raupe nicht stirbt: sie lebt im Schmetterling weiter

Alles in der Welt und Zeit hat seine Dauer, danach (sowie davor) entfaltet sich eine Ewigkeit ohne das Verschwundene. Ist es deshalb „verloren“, als Verlust einzuordnen? Die Zeit rückt vor, die Welt wandelt sich, die Menschheit „geht von einem Licht ins nächste“ (frei nach Goethe). Die Herausforderungen dieses Jahrhunderts sind andere als in denen zuvor, folglich werden wir auch neue Lösungsansätze verwirklichen, um ihnen zu begegnen. Echte, reine Liebe, Zuversicht, sowie ein praktischer Realism, der die Gegensätze nicht mehr trennt, sondern sie zu ihrer ursprünglichen Einheit verschmilzt - damit werden wir was erreichen! Nicht aber mit der ewigen hohlen Phrase des „Liebes- und Weltfriedensdogmas“. Sie nehmen sich beide gut aus, auf den ersten Blick, indes bleiben sie in dieser süsslichen Sehn- sucht, dem Wollen stecken. Sie sind eher ein berauschendes, lähmendes Narkotikum, als eine aktivierende Kraft. (Wer immer über die Liebe schwätzt, wie sollte der sie auch im Alltag, jeden Augenblick leben und verwirklichen können?) Der anastrophale Wandel der Welt und Menschheit bedarf jedoch zahlloser, dezentraler, praktischer Aktivitäten, welche als Summe die weltweite Veränderung sein werden. Wirkliche Liebe und konstruktiver Positivism sind verschwiegene, grosse Dinge, sie äussern sich selten mit süsslichen Worten. Eher schon mit ein- deutigen Taten, die etwaigen Interpretationen entgehen, weil sie nicht bloss von den „besten Welten“ träumen, sondern Tat-sa- chen schaffen, eine mögliche gute Welt selbst bauen! Dies sind die echten „Handlungen der Liebe“, praktische Lebensbejahung:

sie sind absolut, einfach und wirksam Ja, die zum Herzen sprechenden Idealisten, Träumer und

“Peacer” nerven viele begnügen sie sich doch allzu oft nur mit dem Träumen, Pläneschmieden, Phantasieren, während Ein- satz, Fleiss, zielorientierte Aktivität nötig sind. Weil sie schlafen, müssen andere über das Maass wachen, damit „die neue Welt“ nicht nur in den Köpfen der Idealisten stecken bleibt, sondern tatsächlich zu unsrer Wirklichkeit transformiert werden kann! Dennoch darf man sich von Vorstufen in der Geschichte nicht allzu sehr vereinnahmen lassen - all die vereinfachenden Ismen & Schubladen, sie verstellen uns die eigene Perspektive. Ausser der verliebten Betörung gibt es auch frische Ansätze, neue Ent-

wickelungen, Beispielloses

bewegen sich derzeit viele ernsthaft aktive Menschen, Gruppen und Dynamiken, die mit Recht ihre Notiz in der Welthistorie ver- dienen werden! Zum Beispiel dieses in der Geschichte beispi- ellose „Mankind Movement“, der Schwarm, das konstruktive

Kollektiv

ist was! „Die Anastrophe“ steht für mich daher für die Kraft des Pers- pektivwechsels, für Motivation und tüchtige Taten. Schliesslich lässt sich keine neue Erde bauen, ohne ein „olympisches Lächeln“ (Nietzsche). Wir haben einen konstruktiven Frohsinn

nötig, welcher aber die Abgründe zu den Gipfeln nicht leugnet – sondern trotzdem für die Zukunft kämpft! Wirklichkeit und träumereifreier Aktivismus schliessen sich nicht aus. Aus unseren Gedanken entstehen unsere Realitäten, unsere Welt ist unsere Vorstellung. Wir sind auch deshalb „Glückskind- er“, weil wir lieber mit Narben, Wunden, Verletzungen gebrannt sind und dennoch unser Lächeln bewahren, unsere Dynamik & Kraft entfalten. Anstatt genau denselben Zustand, die gleichen Herausforderungen und Aktivitäten mit einer pessimistischen, zernagenden Grundstimmung, welche zunehmend schwächt Doch dies muss keineswegs „optimistische Verklärung“ bedeu- ten! Schliesslich sind Optimism & Pessimism, wie auch Gut & Böse blosse Interpretationen, die der Mensch mit seiner zer- teilenden Logik erst konstruiert. Die Welt ist weder gut, noch schlecht - sie ist! Stärkende Perspektiven, wirklichkeitsfroher, zupackender Kon- struktivims - das schon eher! Deshalb betrachte ich uns alle wahrlich als Glückskinder, trotz Weltkriegen, Gelddiktatur, Atom-

kraft, Umweltzerstörrung, Gier, Ungerechtigkeiten

diese Dinge uns zu ihren Gegenentwürfen aktivieren! Sie sind im

ewigen Spiel der positiven und negativen Kräfte der notwendige, herausfordernde Gegenpol zu unsrer Güte und Zukunftslust. Durch sie erst werden unsere Kräfte gefordert und gefördert,

durch sie haben wir unser Los, unsre Aufgabe

Tod, das Ende, der Untergang, WIR die Geburt, das Leben, der

ANFANG.

Krystian Schneidewind, Berlin 2012

Neben den „Peacern“ und Betörten

oder wie es auch immer genannt werden wird. Das

Weil gerade

Sie sind der