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Joerg Heidrich Urheberrecht für Fotografen Wie gestaltet man Verträge? Was tun bei Fotoklau? Wie stelle

Joerg Heidrich

Urheberrecht

für Fotografen

Wie gestaltet man Verträge? Was tun bei Fotoklau? Wie stelle ich meine

Fotos unter freie Lizenzen, sodass sie auch von Dritten genutzt werden können? Der nachfolgende Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen, mit denen sich Fotografen regelmäßig konfrontiert sehen.

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c't Digitale Fotog rafie 02/20 12

Fotografie und Urheberrecht

Was muss ich tun, da mit meine Fo tos urheberrech tlich gesch ützt sind? Unter­ liegen alle Fotografien diesem Urheber­ rechtsschutz?

Sch utz nach dem U rheberrechtsgesetz (UrhG) entsteht automatisch, eine geson­ derte Anmeldung, wie etwa bei Marken, ist

nicht erfo rderlich, denn

UrhG sind alle Fotos automatisch und zu­ nächst ungeachtet ihrer Qualität als soge­ nannte Lichtbilder geschützt. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein ana loges oder digitales Bild handelt.

nach Paragraf 72

Gibt es im Urh eberrech t einen Unter­ schied zwischen künstlerisch hoch werti­ gen Bildern und ein facher Gebrauchs­ fo tografie ?

Ja, die gibt es - auch wenn diese Unterschei­ dung in der Praxis nur eine geringe Rolle spielt. Man unterscheidet zwischen ei nfachen Lichtbildern und Lichtbildwerken. Letztere müssen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) .,i nd ivid uelle Werke in dem Sinne darstellen, dass sie das Ergebnis der eigenen geistigen Schöpfu ng ihres Urhe­ bers sind " . Dabei bedarf es allerdings keines besonderen Maßes an schöpferischer Gestal­ tung, sodass im Ergebnis nahezu alle Fotogra­ fien als Lichtbildwerke geschützt sind. Unter den Beg riff der Lichtbilder fa l len dagegen allenfalls noch technische Gebrauchsaufnah­ men, bei denen jeder Fotograf das ungefä hr gleiche Ergebnis erreichen würde. Das gilt etwa bei Lufta ufnah men fü r die Ka rtog rafie, fü r Aufna hmen in der Medizi n und Biologie oder fü r die rei ne Reprod uktion von vorh an­ denen Werken.

Wie lange ist eine Fotografie durch das Urheberrecht geschützt?

Die Dauer der Schutzfrist im Urheberrecht ist

der releva nteste U nterschied zwischen den

beiden oben genannten Bildarten. Bei ein­ fachen Lichtbildern erlöschen die Rechte des Fotografen an seinen Bildern in der Regel SO Jahre nach der ersten Veröffentlichung. Licht­ bildwerke sind dagegen bis zu 70 Jahre nach

dem Tod des Fotografen geschützt. Diese inzwischen nur noch schwer nachvollziehbar lange Schutzfrist entstammt ursprünglich der Überlegung, dass noch zwei Generationen nach dem eigentlichen Urheber von dessen Werken profitieren sollen.

Wie sind eigen tlich Fotografien nach dem Urheberrecht geschützt?

Parag raf 11 UrhG schützt das U rheber­

recht .,den U rheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes " . Zugleich dient es

auch

Vergütung

regelt wird also auf der einen Seite die Bezie­

hung des Urhebers zu seinem Werk, das sogenannte Urheberpersönliehkeitsrecht. Gleichzeitig regelt das UrhG auch die Verwer­ tungsrechte an dem Werk, also die Art und Weise, wie Rechte auf Dritte übertragen wer­ den können.

Sicherung einer a ngemessenen fü r die Nutzu ng des Werkes " . Ge­

Nach

der

Brauche ich zwingend ein " Copyright " ­ Symbol an meinen Bildern?

Nein. Das Copyright-Symbol stammt ur­ sprünglich aus dem amerikanischen Recht und hat hierzu lande keinerlei ju ristische Re-

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

leva nz. Dennoch empfiehlt es sich in der Pra­ xis durchaus, diesen Verweis auf eigene Urhe­ berrechte zu n utzen. Den n die Erfahrung zeigt, dass daraus eine Hinweisfu nktion ent­ steht und entsprechend gekennzeichnete Bil­ der weniger häufig kopiert werden.

Wie kann ich im Zweifelsfall nach weisen, dass ein Bild tatsächlich von mir stammt?

Dazu gibt es viele Mög lichkeiten. Meist ist dafür eine datierte Veröffentlichung auf einer Website mit entsprechendem Urhe­ bervermerk bereits ausreichend. Ebenfalls mög lich ist zum Beispiel die Vo rlage der ent­ sprechenden Originaldatei oder des Nega­ tivs. Bei besonders aufwendigen und kost­ spieligen Prod u ktionen ka nn das Foto auch bei einem Rechtsanwalt oder Notar hinter­ legt werden.

Meine Rechte an meinem Bild

Was ist der Inhalt des Urheberpersönlich­ keitsrechtes?

Das U rheberpersönlichkeitsrecht defi niert

die Bezieh ung des Fotog rafen zu seinem Bild und ka nn im Ei nzelfall auch ü ber den Verkauf von Rechten an einem Bild hinaus­ gehen. Seine gesetzliche Regelung fi ndet es im Wesentlichen in den Parag rafen 12 bis 14 UrhG. Kernpunkt ist zunächst einmal der

Anspruch des Fotog rafen nach Parag raf 12

UrhG. Danach darf dieser allein bestimmen,

und wie sein Werk zu veröffentlichen

Urheberpersönlichkeitsrecht sieht

ist " . Das

ob

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

weiterhin das Recht zur Anbringung eines Hinweises auf den Fotografen vor und sch ützt di esen vor einer ,.entstellenden N u t­ zung" seiner Bilder.

ein veröffen tlich tes Bild zwingend

mit dem Namen des Fotografen versehen

werden ?

Muss

Paragraf 13 des U rhG legt fest, dass es das

all einige

legen, ob sein Name im Zusammenhang mit seinem Bild zu nennen ist oder nicht. Zwar ka nn er hierauf auch verzichten. Besteht er jedoch darauf, dass sein Werk mit einer Urheberrechtsbezeich nung zu versehen ist, so muss sich ein Verwerter auch daran ha lten. Verg isst er d ies, ka nn das sogar ein Grund fü r eine Abmahnung sei n. Zudem ent­ steht obendrein ein Schadensersatzan­ spruch, der einen empfindlichen Aufschlag um 1 00 Prozent gegenü ber dem sonst zu za h l enden Honorars u mfa sst. Eine vo rsätz­ lich fa lsche Benen nung des Bildes mit einem anderen Namen kann sogar eine Straftat sein. Wer also zum Beispiel ein fremdes Bild mit dem eigenen Namen sch mückt, dem droht nach Paragraf 1 07 UrhG eine Freiheits­ strafe von bis zu drei Jahren oder eine Geld­ strafe.

Recht des Fotog rafen ist, fe stz u­

Wie sieht es aus, wenn ein Bild en tstellt oder in einen gänzlich unerwünsch ten Zusammenhang gestellt wird?

Der Urheber hat auf Grund seines Urheber­ persönlichkeitsrechts einen Anspruch da­ rauf, dass sein Werk dem Publikum unver­ fä lscht dargeboten wird. Er ka nn nach Para­ graf 14 UrhG eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seines Werkes ver-

bieten, ,. die geeig net ist, seine berechtigten geistigen oder persönlichen Interessen am Werk zu gefährden". Allerdings sind diese Fälle bei Fotografien in der juristischen Pra­ xis eher selten. Ein Grundsatzu rteil des BGH stammt aus dem Jahr 1 971. ln dem soge­ nan nten ,. Petite Jacqueli ne"-Fa ll wurde von einem Gesamtporträt eines Mädchens nur die zudem retuschierte Augenpartie fü r einen Buchumschlag verwendet. Hierin sah der BGH eine ,.Verstümmelung" des Werkes und gewährte dem Fotografen sogar eine Geldentschädigung in Höhe von rund 5000 DM. Andere Fälle von Entstellung sind etwa vorstellbar, wenn ein Bild ungewollt und ohne Zusammenhang in einen pornografi­ schen Kontext gesetzt wi rd, zum Beispiel als Werbung fü r eine Eroti kmesse.

wi rd, zum Beispiel als Werbung fü r eine Eroti kmesse. • • • • Weitergabe

Weitergabe und Verkauf von Bildern

Ka nn

Fotos weitergeben ?

ich

das

Urheberrecht an

me in en

Nein. Anders als im amerika n ischen Recht, in dem das ,.Copyright" als Handelswa re auch vollständig weitergegeben werden ka nn, sieht das kontinentaleuropäische Recht vor, dass der Urheber stets seinem Werk verbun­ den bleibt. Daher ist auch grundsätzlich nur die Weiterga be von sogenan nten Nutzu ngs­ rechten möglich. Selbst dann, wenn ein Ur­ heber sämtliche Rechte an seinem Bild ver­ ka uft, ve rbleibt ihm der ,. Kern des Urh eber­ rechts", der zum Beispiel garantiert, dass sein Wunsch nach Namensnennung beste­ hen bleibt oder seine Bilder vor Entstellung schützt.

Was sind Nutzungsrechte und wie gebe ich diese weiter?

Zwa r ka nn man

das eigentliche Urheberrecht übertragen. Allerdings können an dem jeweiligen Werk N utzu ngsrechte, sogenan nte Lizenzen, übertragen werden, die eine Verwendung zum Beispiel eines Fotos durch Dritte erlau­ ben. Diese sind in den Parag rafen 15 bis 23 UrhG geregelt. Daru nter fä l l t insbesondere

das Recht zur Vervielfältigung, zur Verbrei­

fü r eine

tung oder zur N utzu ng eines Werks

im deutschen Recht nicht

Ausstellung. Wird also zum Beispiel ein Bild an eine Zeitung oder Zeitsch rift verka uft,

dann werden die dafür notwendigen N utzu ngsrechte in einem entsprechenden Vertrag mit dem jeweiligen Fotografen explizit vereinbart.

Wodurch

von

un terscheidet sich

einem

ein

einfa­

Nut­

ches

zungsrecht?

ausschließlichen

Die wichtigste Differenzieru ng, die man beim Kauf von N utzu ngsrechten treffe n muss, ist die Festleg ung, ob ei nfache oder ausschließliche Rechte übertragen werden sollen. Im erstgenannten Fall darf der Erwer­ ber das Bild zwar uneingeschränkt fü r die vertraglich vereinbarten eigenen Zwecke nutze n. Das gilt aber nach wie vor auch fü r den Fotografen, der seine Bilder weiterhin

an Dritte

sel bst verwenden oder erneut

lizenzieren ka nn. Anders sieht es jedoch bei der Übertragung von absoluten Rechten aus, bei der nur der Lizenznehmer die Foto­

g rafie kü nftig n utze n da rf. Dementspre­

chend ist der Erwerb von a usschließlichen Rechten wesentlich teurer als dies bei ein­

fa cher N utzu ng der Fall ist.

Dürfen übertragene Nutzungsrechte auch weitergegeben werden ?

Nur sofern dies vertraglich vereinbart ist. Man spricht in diesem Fall von übertragba­ ren Rechten, die der Lizenznehmer erwirbt. Auch d i ese Diffe renzieru ng wi rkt sich natür­ lich auf den Preis fü r die N utzu ngsrechte aus. So wird bei dem Verkauf eines Bildes an eine Agentu r regelmäßig der Ü bergang von absoluten und übertragbaren Rechten ver­ einbart werden. Denn nur so ka nn die Agentu r ihrerseits die Bilder uneinge­ schränkt selbst nutzen und Lizenzen an ihre Kunden ertei len. Andererseits reicht fü r die Nutzung eines Fotos als Buchcover der Er­ werb von einfachen, nicht übertragbaren Rechten.

U rheberrecht für Fotografen I FAQ

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Dienste wie lockerz oder Twitter räumen sich weitreichende Nutzungsrechte an hochgeladenen Bilder ein.

Was ist, we nn ich Bilder zwar verka uft, dabei aber keine explizite vertragliche Vereinbarung über die Nutzung verein­ bart habe?

Diesen Fall regelt Paragraf 31 UrhG. Sind da­ nach bei der Rechteei n räumung die N ut­ zungsarten nicht ausdrücklich einzeln be­ zeichnet, so besti mmt sich nach dem von beiden Partnern zugrunde gelegten Ver­ tragszweck, auf welche Nutzungsarten sich der Vertrag erstreckt. Die Juristen sprechen von der .,Vertrag szwecktheorie " oder auch der .,Zweckübertragung sregel " . Wird zum Beispiel von einem Fotografen ein Bewer­ bungsfoto erworben, so liegt der Zweck die­ ser Vereinbarung logischerweise in der Nut­ zung fü r Bewerbungsschreiben. Nicht um­ fa sst wi rd dagegen die Verwendung des Bil­ des als Profi lfoto fü r die eigene Website. ln diesem Fall müsste also diese Art der N ut­ zung zusätzlich vereinbart und auch vergü­ tet werden. U mgekehrt wi rd eine N utzu ng

c't Digita le Fotog rafie 02/2012

wi rd eine N utzu ng c't Digita le Fotog rafie 02/2012 durch eine Bildagentur regelmäßig

durch eine Bildagentur regelmäßig die Ü bertragung weitgehender Rechte erfo r­ dern. Zumindest wenn höhere Summen im Spiel sind, empfiehlt es sich, bei der Gesta l­ tung derartiger Verträge einen auf Urheber­ rechtsfälle spezialisierten Anwalt hinzuzu­ ziehen.

Dürfen meine Bilder automa tisch verän­

dert

Rechte verkaufe?

wenn ich

und bearbeitet werden,

Nein. Auch das Bearbeitu ngsrecht an u rhe­ berrechtliehen Werken muss gesondert ver­ traglich vereinbart und gegebenenfalls auch vergütet werden. Sta nda rdverträge fü r die Übertragung von Rechten an Bildern enthal­

ten daher stets auch eine solche Klausel, die

das

Bea rbeitungsrecht betrifft.

Wer hat die Rechte an Bildern, die im Rah­ men von Arbeitsverhältnissen entstehen?

Das Urheberrecht an einem Bild steht immer dem Fotografen zu. Entsteht aber ein Bild im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses, so wer­ den dem Arbeitgeber au tomatisch umfa ng­ reiche N utzungsrechte eingeräumt. Dies regelt Paragraf 43 UrhG. Dieser gilt allerdings nicht fü r jedes von einem Arbeitnehmer ge­ schaffene Werk. Vielmehr muss die Fotografie in Erfüllung einer Verpflichtung aus dem Ar­ beits- oder Dienstverhältnis erstellt worden sei n. Daru nter fa llen ei ndeutig Bilder von als solchen angestellten Fotografen, aber wohl auch Werke von Journalisten, Pressespre­ chern oder sonstigen Arbeitnehmern, zu deren Aufgabe es auch nur gelegentlich ge­ hört, Fotos zu schießen. Erschafft dagegen zum Beispiel die Küc henhilfe in der Mittags-

nur gelegentlich ge­ hört, Fotos zu schießen. Erschafft dagegen zum Beispiel die Küc henhilfe in der

1 09

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

pause einen Meilenstein der Fotogeschichte, so stehen allein ihm und nicht dem Arbeit­ geber die Rechte an dem Bildnis zu.

Was für Rechte erteile ich eigen tlich den Anbietern von Online-Galerien beim Up/oad meiner Bilder?

denen die Interessen des Schöpfers des Wer­ kes gegenüber denen etwa der Lehre und den Schulen, der Berichterstattung oder dem Zu­ gang zu Kulturgütern zurücktreten müssen. Besonders praxisrelevante Schranken sind die sogenannte Privatkopie und das Zitatrecht

Welche Rechte gewährt die "Privatkopie''?

Das ist sehr u nterschied lich. Zunächst einmal muss ich dem An bieter die notwendigen Rechte erteilen, damit er die Bilder über seine Seite wiedergeben ka nn. Einige Online-Gale­ rien gehen jedoch noch sehr viel weiter und lassen sich von dem User Rechte für eine eigene Nu tzung und Lizenzierung an Dritte übertragen. So warnte etwa das Urheber­ rechtsprojekt iRig hts.i nfo Anfang 20 12 kon­ kret vor der Nutzu ng von Twitpic, Twitter und Lockerz beim Foto-Upload, da sich diese An­ gebote sehr weitreichende N utzu ngsrechte an fremden Bildern einräum en. Zwa r ist zwei­ fe lhaft, ob deren N u tzu ngsb edingu ngen auch im deutschen Recht gelten. Trotzdem sol lte man sich vor der Wa hl einer Onli ne­ Galerie über deren Bedingu ngen informieren und mög lichst eine User-freundliche Online­ Galerie auswählen.

Die Privatkopie und die " Schranken " des Urheberrechts

Was sind "Schranken " des Urheberrechts?

Als Schranken des Urheberrechts bezeich net

man versch iedene Nutzu ngsfo rmen geschütz­

ter Werke, die der Gesetzgeber als Ausgleich

zwischen den Ansprüchen der Rechteinhaber

und den Interessen der Gesellschaft geschaf­

fen hat. Diese fi nden sich

in den Parag rafen

44a ff. Ur hG. Dort sind die Fälle festg el egt, in

Paragraf 53 UrhG erla ubt .,einzelne Vervielfäl­ tigungen eines Werkes durch eine natürliche

Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern " . Allerdings darf diese Kopie keinerlei Erwerbszwecken dienen und zur Vervielfälti­ gung darf ., kei ne offensichtlich rechtswidrig hergestel lte oder öffentlich zugä ngl ich ge­ machte Vorlage " verwendet werden. Die letzt­ genannte Einschränkung dient vor allem einer Einschränkung der Nutzu ng von lnternet­ tauschbörsen. Für den Bereich der Fotografie bedeutet diese Vorsch rift, dass un beschränkt Bilder zur privaten Nutzung kopiert und ver­

vielfältigt werden dürfe n. Es

spiel jedermann erla ubt, sich ein

ist also zum Bei­

privates

Fotoarchiv zu erstellen. Allerdings fä llt u nter diese private Nutzung nicht das Einstellen die­ ser Bilder auf Websites ohne Erlaubnis des Rechteinhabers, was eine Urheberrechtsverlet­ zung darstellt.

Gibt es auch so etwas wie ein Zitatrecht bei Bildern?

Obwohl gesetzlich nicht explizit geregelt, er­ lauben die Gerichte in sehr begrenztem Um­ fa ng auch die freie N utzung von Bi ldern als Zitat. Dies ist regelmäßig bei Bildbesprechun­ gen im Rahmen eines Ausstellu ngsberic hts möglich. Allerdings muss fü r eine solche Nut­ zung die Aufnahme des Bildes in den Text­ beitrag geradezu zwingend erfo rderlich sein,

da ansonsten eine Beschäftigung damit ka um möglich wäre. Zu beachten ist, dass im Rahmen eines Bildzitats die genutzte Foto­ g rafie nicht verä ndert und bearbeitet werden darf und der Urheber zu nennen ist.

•

Bearbeitung , Plagiat und Parodie

Darf ich Bilder von anderen bearbeiten und dann veröffentlichen?

Das ist nur sehr eingeschränkt unter den Vora ussetzungen des Parag rafen 24 U rhG

Ben utzu ng "

fremder Werke sogar ohne Zusti mmung des Urhebers möglich, wenn daraus wieder ein selbstständiges Werk entsteht. Die Voraus­ setzungen dafür sind allerdings hoch. Insbe­ sondere muss das benutzte Werk hinter dem neu erschaffenen Arbeitsergebnis völlig zu­

erlau bt. Danach ist eine

freie

rücktreten. Im Bereich der Nutzung von

Fotos wird es daher in aller Regel nicht aus­

reichen, ei nfach zwei Bilder

Werk zu montieren. Werden dagegen tau­ send Vorlagen derart kombiniert, dass da­

zu einem neuen

raus zum Beispiel ein Gesicht entsteht, so

Benutzu ng der verwen­

deten Originalbilder vorliegen.

wi rd darin eine freie

Wie sieht es mit Parodien oder Satire aus? Darfich fremde Aufnahmen dafür nutzen?

Bei Pa rodien oder Satire ist es im Gegensatz zur Bearbeitu ng gewollt und notwendig, dass das Original noch erkennbar ist. Daher sind die Anforderungen an die Übernahme von geschützten Vorlagen in diesem Bereich weitaus niedriger. Es reicht in der Regel aus, wenn sich das neu geschaffene satirische

Werk inhaltlich und künstlerisch mit dem parodierten Original auseinandersetzt.

Sind

Aufnahmen eigen tlich zulässig?

nachgestellte

Bilder

berühm ter

Das Urheberrecht sch ützt immer nur die kon­ krete Umsetzung einer Idee, aber nicht die Idee als solche. Es ist daher erlau bt, sich von fremden Quellen inspirieren zu lassen und diese als Basis fü r eigene Umsetzungen zu nut­ zen. Die Grenze des Zu lässigen liegt im Be­ reich der Fotog rafie dort, wo ein fremdes, be­ sonders kunstvolles Bild quasi eins zu eins nachfotog rafiert wird. Hier ist die Abgrenzu ng schwierig und beschäftigt die Gerichte. Kon­ kret bedeutet dies zum Beispiel, dass es aus urheberrechtlicher Sicht unbedenklich wäre, den Nachba rn in seinem Garten auf einem roten Sofa sitzend abzu bilden. Rechtlich pro­ blematisch ka nn es dagegen sein, ein be­

stim mtes Bild der Reihe ., Die Rote Couch " des

Fotografen Horst

Wackerbarth neu zu a rran­

gieren und vor Ort mit gleichem Blickwinken und gleicher Beleuchtu ng abzufotografieren.

Blickwinken und gleicher Beleuchtu ng abzufotografieren. • • • • Was tun bei " Bilderklau "

Was tun bei " Bilderklau " ?

Was kann ich tun, wenn ich meine Bilder in fremden Angeboten finde?

Wer ohne die Erlaubnis des Rechteinhabers ein fremdes Bild öffentlich nutzt, begeht damit einen Verstoß gegen das Urheberrecht und macht sich unter Umständen sogar straf­ bar. Der Fotograf hat gegen den Rechtsver­ letzer einen Anspruch auf Unterlassung und Zahlung von Schadensersatz. Ob und wie er diese Ansprüche geltend macht, liegt in sei­ nem eigenen Ermessen. Viele Rechteinhaber

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

Viele Rechteinhaber Urheberrecht für Fotografen I FAQ Bei Parodien oder Satire ist es gewollt und notwendig,

Bei Parodien oder Satire ist es gewollt und notwendig, dass das Original noch erkennbar ist.

gehen zuerst den Weg, den Rechtsverletzer zum Beispiel per Mai I auf sein Verha lten auf­ merksam zu machen. Aber auch der sofortige Weg zum Anwalt ist rechtlich zulässig. Dabei ist zu beachten, dass nur derjenige rechtlich tätig werden ka n n, der im Besitz der N ut­ zungsrechte ist. Hat also ein Fotograf einer Agentur alleinige Nutzungsrechte übertra­ gen, kann er nicht sel bst gegen Rechtsverlet­ zungen vorgehen.

Was ist eine Abmahnung und welchen Sinn hat so ein Schreiben ?

Trotz vielfachem Missbrauch ist die Abmah­ nung von der Grundidee her ein juristisches Mittel, das den I nteressen des Empfä ng ers

dient. Denn statt direkt eine vielfach teurere Klage anzustreben, wird dem Abgemahnten damit die meist deutlich kostengünstigere Gelegenheit gegeben, die Sache außer­ gerichtlich zu beenden. in einem solchen Schreiben wird ein potenzieller Rechtsver­ letzer aufgeforde rt, d iesen Verstoß zu u n terlassen und sich kü nftig ., rechtstreu " zu verhalten. Um dies zu gara ntieren, muss eine sogenannte Unterlassungserklärung a bgegeben werden. Darin verpfl ichtet sich der Abgemahnte, den jeweiligen Rechts­ bruch, etwa die Verwendung eines Fotos, zukünftig zu unterlassen. Gleichzeitig verpfl ichtet er sich, fü r den Fall der Wieder­ holung des Rechtsverstoßes eine Vertrags­ strafe zu zahlen. Diese liegt im Bereich des Urheberrechts normalerweise zwischen 3000 und 10 000 Euro.

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

Wie hoch sind die Kosten für eine Ab­ mahn ung und wer muss sie tragen ?

Ist eine Abmahnung gerechtfertigt, hat der Empfänger die durch die Einschaltung des An­ walts entstandenen Kosten zu erstatten. Diese Regelung resultiert ebenfalls aus der Idee, dass die Abmahnung im Interesse des Empfängers ist. Die Höhe der Anwaltskosten wiederum be­ misst sich nach dem Gesetz über die Vergü­ tung der Rechtsanwältinnen und Rechtsan­ wälte (RVG). Im Gegensatz zu den extrem hohen Gebührensätzen im Bereich zum Bei­ spiel des Markenrechts, bewegen sich im Ur­ heberrecht die Gebührenansprüche normaler­ weise zwischen 300 und 1 000 Eu ro.

Habe ich einen Anspruch auf Schadens­ ersatz für geklaute Bilder?

Wann ein Anspruch besteht, regelt Paragraf 97 UrhG. Danach ist der Verletzer dem Rech­ teinhaber " zum Ersatz des daraus entste­ henden Schadens verpfl ichtet", sofern die Verletzung vorsätzlich oder fa h rlässig er­

fo lgt, was in aller Regel der Fall ist. Die Höhe des Schadensersatzes orientiert sich meist an den Kosten, die ein rechtmäßiger Ver­

wender

des Bildes fü r die Nutzu ng bei ord­

nungsgemäßer Lizenzierung bezahlt hätte. ln einigen Fällen gibt es dazu noch einen Strafzuschlag, etwa wenn der Fotograf nicht als Urheber des Bildes genannt wird.

Wie

den ein Fotografgeltend machen kann?

hoch ist der Schadensersa tzanspruch,

Wie hoch die letztlich zu zahlende Summe ist, hängt stark von den Umständen des Einzel­ fa lls und der Art und Weise der unerlaubten

Verwendung ab. Agenturen mit eigener Preisliste können in der Regel einfach ihre üblichen Preise ansetzen. ln weniger klaren Fällen wird zur Berechnung häufig die Preis­ liste zugrunde gelegt, welche die Mittel­ sta ndsgemeinscha ft Foto-Ma rketing (MFM) jährlich herausgibt. Leider ist diese Liste immer noch nicht frei verfügbar, sondern muss dort erworben werden. Zwar hat der BGH in einer Entscheidung aus dem Jahr 200S die Vorgaben der MFM fü r nicht rechtsverbindlich erklärt, da sie einseitig die I nteressen der Fotografen berücksichtigt. Dennoch können die MFM-Preislisten eine erste Orientieru ng zur Berechnung des Schadensersatzes darstellen. Dabei spielt die Länge der Nutzung eine ebenso wichti­ ge Rolle wie die Art der Verwendung, sodass sich eine generelle Aussage zu den üblichen Ansprüchen nur schwer treffe n lä sst. Die Höhe des Schadensersatza nspruchs fü r ein widerrechtlich verwendetes Bild liegt übli­ cherweise zwischen 1 00 und 1 000 Eu ro, kann aber im Einzelfall auch erheblich darü­ ber liegen.

Was soll ich tun, wenn auf eine Ahmah­ nung nicht reagiert wird?

Reagiert ein Abgemahnter auf ein solches Schreiben nicht oder nicht fristgerecht, so ist meist der Gang zum Gericht unvermeid­ lich. Dort wird der Anwalt in der Regel bean­ tragen, dass der Abgemahnte die weitere Nutzung des Bildes zu unterlassen hat und zudem einen Schadensersatzanspruch gel­ tend machen. Im Fall einer gerichtlichen Entscheidung können sich die Kosten fü r die Urheberrechtsverletzung gegenüber denen einer Abmahnung schnell vervielfachen. " Aussitzen" einer Abmahnung ist also meist keine gute Idee.

einer Abmahnung ist also meist keine gute Idee. • • • • Menschen als Motiv Was

Menschen als Motiv

Was is t überhaupt das nen Bild?

Rech t am eige­

Das Recht am eigenen Bild besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber ent­ scheiden da rf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffe nt­ licht werden. Es ergibt sich aus Paragraf 22 des Kunst-U rheberrechtsgesetzes (KUG). Die Vorschrift stellt zudem klar, dass eine Einwil­ ligung in einer Veröffentl ichung im Zweifel dann als erteilt gilt, wenn die Abgebildeten fü r die Bilder beza hlt wurden. ln allen ande­ ren Fällen, insbesondere auch bei Straßen­ fotog rafie, ist im Prinzip fü r eine Veröffentli­ chung die Zustimmung jedes einzelnen Ab­ gebil deten erfo rderlich. Dabei ka nn auch eine sogenannte kon kludente Einwilligung genügen, also eine schlüssige Handlung, aus der sich die Zustimmung zu der Aufnahme erkennen lässt. Die kann zum Beispiel durch Nicken oder " in Pose setzen" erfolgen. Aller­ dings obl iegt im Streitfall dem Fotog rafen die Nachweispfl icht, dass eine Erla u bnis zur Veröffentlich ung vorgelegen hat. Daher soll­ te dieser bestrebt sein, sich möglichst durch eine schriftliche Erklärung abzusichern.

Welche A usnahmen zum Recht am eige­ nen Bild gibt es?

Das KUG

men, bei denen eine Zustimmung des Abge­ bildeten fü r eine Veröffentl ichung nicht not­

wendig ist: Die Abbildung einer Person der Zeitgeschichte, die Abbildung als " Beiwerk", sowie die Teilnahme des Abgebildeten an einer öffentlichen Versammlung.

kennt d rei praxisreleva nte Ausnah­

Wer ist eine "Person der Zeitgeschichte " ?

Zeitgeschichte " ist

weit auszulegen. Offenkundi� fa llen daru nter berühmte Personen, wie Schauspieler, Politi­ ker, Sportler oder Sänger. Doch auch völlig un­

bekannte Menschen können als solche gelten, wenn sie durch ein Ereignis in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, wie etwa als Teilneh­ mer an einer Casting-Show oder auch als Opfer eines Verbrechens. Dabei ist jedoch zwi­

schen den Interessen des jeweils Abgebilde­ ten und dem Berichterstattungsinteresse der Medien abzuwägen. So wird etwa das Opf�r einer spektakulären Entführung abgebildet werden dürfen, das eines Ha ndtaschenraubs dagegen im Normalfall nicht. Bei dieser Bewer­ tung ist auch die zeitliche Nähe zu dem jewei­ ligen Ereignis zu beachten. Spätestens einige Jahre danach ka nn die Eigenschaft des Abge­ bildeten als " Person der Zeitgeschichte " und damit die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Bildes auch wieder erlöschen. Zu beachten ist auch, dass diese Regel ung fü r die Da rstellung der Betroffenen im öffentlichen Raum gilt. Fotos aus dem Bereich der Privatsphäre, wie dem eigenen Garten oder etwa einem Restau­

ra nt, fa llen nicht daru nter und erfordern die

Zustimmung des Abgebildeten.

Der Begriff der " Person der

Wa nn

ist

eine

abgebildete

Person

als

"Beiwerk " eines Fo t os zu bewerten?

Eine weitere AusnahfTie, bei der keine Zustimmung der abgebildeten Person zu einer Veröffentlichung erforderlich ist, stellt dessen Bewertung als bloßes " Beiwerk " des Bildes dar. Das ist dann der Fall, wenn erkenn­ bar ist, dass es bei dem Foto eben gerade nicht um die Darstellung der Personen ging, son­ dern diese sich allenfalls zufällig neben oder innerhalb des eigentlichen Motivs befanden.

neben oder innerhalb des eigentlichen Motivs befanden. U rheberrecht für Fotografen I FAQ Hier ist das

U rheberrecht für Fotografen I FAQ

Motivs befanden. U rheberrecht für Fotografen I FAQ Hier ist das Motiv eindeutig das Gebäude, die

Hier ist das Motiv eindeutig das Gebäude, die Personen sind ., Beiwerk " und dürfen abgebildet werden. Dies gilt nicht mehr, wenn die Person vergrößert wird. Deshalb wurde sie hier verpixelt.

So wird es bei der Fotografie von Bauwerken oder Straßenszenen kaum möglich sein, diese menschenleer zu erwischen. Im Zweifelsfall gilt: Je kleiner die abgebildeten Personen auf dem Foto erscheinen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese " Beiwerk " sind.

Was genau ist unter " Versammlungen, Aufzüge oder ähnliche Vorgängen " zu verstehen ?

Es liegt nahe, dass nicht jeder einzelne Teil­ nehmer etwa einer Demonstration oder eines Stra ßenfests um Erla ubnis zur Veröffentli­ chung von Bildern dieser Veranstaltung ge­ fragt werden kann. Zudem muss der Besu­ cher einer solchen Veranstaltung damit rech-

nen, fotografiert zu werden. Daher ist die Nutzung solcher Bilder auch dann zulässig, wenn darauf einzelne Teilnehmer zu erken­ nen sind. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass nicht die Abbildung einzelner Personen im Vordergrund steht, sondern der Gesamtcharakter der Veranstaltung wieder­ gegeben werden muss. Wer also einzelne Teilnehmer zum Beispiel einer Demonstra­ tion in den Vordergrund des Bildes setzen

will, braucht hierzu fü r die Veröffentl ichung die Zustimmung der Betroffenen. Der Begriff

fa ssen

der Versammlung ist dabei weit zu

und umfa sst die meisten öffentlichen Vera n­ staltungen, wie auch Konzerte, Sportveran­ staltungen oder Kongresse. Dabei ist aber das Hausrecht des Veranstalters zu beachten, so­ fern sich die Veransta ltung auf Privatg rund­ stücken abspielt. Dieser kann die Fotofreiheit

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

Urheberrecht für Fotografen I FAQ Vorsicht bei Fotos von Bauwerken. Nicht immer ist ihre Publikation ohne

Vorsicht bei Fotos von Bauwerken. Nicht immer ist ihre Publikation ohne Zustimmung erlaubt.

gegebenenfalls einschränken, wie dies zum Beispiel häufig bei Konzerten passiert.

Ist es zulässig, Bilder von Schulklassen auf der Schui- Website zu veröffen tlichen?

Das Recht am eigenen Bild gilt auch fü r Kin­ der, die dabei von ihren Eitern vertreten wer­ den. Für eine Veröffentlichung zum Beispiel von Klassenfotos ist daher die schriftliche Zu­ stimmung der Eitern aller Abgebildeten er­ fo rderlich. Zudem sind auch datensch utz­ rechtliche Vorgaben zu beachten, wenn da­ rüber hinaus Namen und sonstige Daten der Kinder veröffentlicht werden.

Namen und sonstige Daten der Kinder veröffentlicht werden. • • • • Arbeit mit Modellen Was

Arbeit mit Modellen

Was ist ein " Model Release " und welchen Sinn hat dieser?

Wer mit Modellen arbeitet, sol lte sich vor den Aufnahmen stets einen sogenannten Model

Release abzeichnen lassen. Dieser dient dem Nachweis fü r die Zusti mmung des Models zu der Veröffentlichung der Bilder. ln diesem Ver­ trag werden üblicherweise die Eckpunkte der vereinbarten Zusammenarbeit festgehalten.

nach dem Honorar

Hi eru nter fä llt die Frage

und der Art der Nutzung der Aufnahmen. Im

Aktbereich ist es im Zweifelsfa lle auch hi lf­ reich, sich noch einmal explizit die Volljährig­ keit des Models bestätigen zu lassen. Vorlagen fü r solche Verträge gibt es frei verwendbar im Internet, beispielsweise beim DJV unter djv.de.

Darf ein Model trotz Vertrags nach träg­

Beispiel

lich

von A ktbildern verbieten ?

die

Veröffen tlich ung

zum

Im Einzelfall ist dies möglich. Paragraf 42

ge­

wa ndelter Überzeugu ng". Diese liegt dann vor, wenn das Model der Ansicht ist, dass die Veröffentlichung von in der Jugendzeit gefer­ tigten Aktaufnahmen nicht länger der eige­ nen Ü berzeugung entspricht und unzumut­ bar ist. Allerdings ka nn eine solche Änderu ng der eigenen Überzeugung erst viele Jahre

nur in Aus­

nach den Aufna hmen und auch

U rhG erla u bt einen solchen Widerruf bei

nahmefällen geltend gemacht werden. Im Regelfall muss auch ein die Bilder nachträg­

lich bedauerndes Model mit der damaligen Entscheidung leben und sich an den ge­ schlossenen Vertrag halten.

leben und sich an den ge­ schlossenen Vertrag halten. • • • • Fotografieren im öffentlichen

Fotografieren im öffentlichen Ra um

Men­

schen im öffen tlichen Raum zu beachten?

Was

ist

beim

Fotografieren

von

Streetphotog raphy spielt sich in der Praxis häufig in einem rechtlichen Graubereich ab. Streng genommen schützt das Recht am eigenen Bild nur vor einer Veröffentl ichung von Bildern ohne Zustimmung des Betroffe­ nen, sofern sich dieser im öffentlichen Raum

a ufhält. Das Foto darf also geschossen, a ber

dann nicht zum Beispiel online gestellt wer-

den. Ein zwingender urheberrechtlicher An­ spruch auf eine Löschung des Bildes besteht daher im Regelfall nicht. Es sollte aber zumin­ dest die Fairness und Rücksichtnahme gebie­ ten, einer solchen Forderung eines Abgebil­ deten nachzukommen.

Ist es problema tisch, wenn bei Bildern zum Beispiel fremde Werbung oder an­

dere Bilder mit ins Bild gelangen ?

Nein. Nach Paragraf 57 U rhG ist auch die Ver­ öffentlichung von fremden Werken wie zum Beispiel Werbebildern im Hintergrund zuläs­

sig, we nn sie als

u nwese ntliches Beiwerk

neben dem eigentlichen Gegensta nd der Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentli­

chen Wiedergabe anzusehen" ist.

Darf ich Gebäude im öffen tlichen Ra um eigen tlich unbeschränkt fo tografieren?

Anfe rtigen von

Fotos von und in Gebäuden rechtlich nicht unproblematisch. Den Interessen des Foto­ grafen stehen auf der anderen Seite das Ur­ heberrecht des Architekten sowie das Haus­

recht des Besitzers entgegen. Bezüglich der Außenansicht von Gebäuden regelt Paragraf 59 UrhG im Rahmen der sogenannten Pano­

ra mafreiheit, dass die

ohne Zustimmung des Rechteinhabers foto­ grafiert und veröffentlicht werden da rf. Aller­ dings dürfe n Bilder nur von einem öffentlich frei zugänglichen Punkt aufgenommen wer­ den, also der Straße und nicht etwa einer Wohnung aus dem Haus gegenüber oder gar aus einem Hubschrauber. Nicht erlaubt ist es zudem, fü r die Aufnahmen Privatg rundstü­ cke zu betreten, ohne eine entsprechende Genehmigung zu besitzen.

ä u ßere Ansicht" auch

Überraschenderweise ist das

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

ist das Urheberrecht für Fotografen I FAQ Wer auf Konzerten fotografiert, muss die Rechte des

Wer auf Konzerten fotografiert, muss die Rechte des Veranstalters berücksichtigen. Er hat das Hausrecht und kann das Fotografieren auf seiner Veranstaltung beschränken.

Wie sieht es mit Bilder von Kunstwerken aus, die öffentlich zugänglich sind?

Kun stwerke im öffentlichen Ra um fa llen in

der Regel

u nter den Beg riff

Panoramafre i­

heit" und

dürfe n in vielen Fällen u n ei nge­

schränkt fotog rafi ert werden. Allerdings

setzt Paragraf 59 UrhG voraus, dass sich die

öffentlichen

Ra um befi nden, also zumi ndest fü r seine

Lebensdauer". Ist eine Kunsta k­

tion dagegen zeitlich befristet, so gilt sie nicht als bleibendes Werk. So hat der Bun­

desgerichtshof im Jahr 2002 entschieden,

dass der von Christo und Jeanne-Ciaude ver­ hüllte Reichstags aufgrund der zeitlichen Be­

fristung der Aktion nicht unter die Panora­

mafrei heit fä l l t. Er

ver bot damit eine ge­

werbliche Nutzung von Bildern des Werkes,

zum Beispiel als Postkarte.

Kunstwerke

bleibend "

im

natürliche

Wie sieht es mit In nenaufnahmen aus?

I n nenaufnahmen dürfe n grundsätzlich nur mit Erlaubnis des Eigentümers angefe rtigt

werden. Diesem steht es frei, das Fotografie­ ren gänzlich zu verbieten oder an bestimm­ te Bed ingu ngen wie die Zahlung eines Entgelts oder die Nichtbenutzung von Blitz­ geräten zu knüpfe n. Dieses Recht steht neben Privatpersonen grundsätzlich auch staatlichen oder kirchlichen Stellen als I nhaber des Hausrechts zu. Es darf daher auch das Fotografieren in Schlössern oder Museen in Staatseigentum reglementiert werden.

Darf ich im Museum oder bei Konzerten fotografieren und dann die Bilder ins Netz stellen?

Im Prinzip ja, sofern es sich um öffentliche Veranstaltungen im Sinne des Kunstu rhe­ berrechts handelt. Allerdings muss man die Rechte des Veranstalters berücksichtigen, der das Hausrecht inne hat. Deshalb ka nn der Vera nstalter das Fotografieren auf seiner Veranstaltung beschränken oder sogar vol l­ ständig verbieten. Er muss a ber die Teil neh­ mer der Veranstaltung auf diese Beschrän-

Urheberrecht für Fotografen I FAQ

kungen a ufmerksa m machen, etwa durch einen Aushang oder eine entsprechende Ansage.

etwa durch einen Aushang oder eine entsprechende Ansage. Verle ih t ein Presseausweis besondere Rechte bezüglich

Verle ih t ein Presseausweis besondere Rechte bezüglich des Fotografierens?

Ausnahmsweise ja. Denn aus den Landespres­ segesetzen und der Pressefreiheit ka nn sich ergeben, dass Journalisten Zutritt zu öffentli­ chen Ereignissen mit entsprechendem Be­ richterstattungswert gewährt werden muss, d9mit diese davon berichten können. Dies umfa sst auch das Anfertigen von Fotog rafien der Veransta ltung zu Zwecken der öffentli­ chen Wiedergabe im Rahmen der Presse­ berichterstattung.

chen Wiedergabe im Rahmen der Presse­ berichterstattun g . Darf ich Fotos von fentlichen? Kunstaktionen veröf­
chen Wiedergabe im Rahmen der Presse­ berichterstattun g . Darf ich Fotos von fentlichen? Kunstaktionen veröf­

Darf ich Fotos von fentlichen?

Presse­ berichterstattun g . Darf ich Fotos von fentlichen? Kunstaktionen veröf­ Das ist umstritten. So hat

Kunstaktionen veröf­

Das ist umstritten. So hat das OLG Düsseldorf End� 201 1 auf eine Klage der Erbin einem Museum verboten, Fotos von Aktionen des Künstlers Joseph Beuys zu zeigen (Az.: I 20 U 101/09). Diese hätten durch den Künstler selbst oder seine Erbin genehmigt werden müssen. Durch die Fotografien sei das Beuys­ Aktionskunstwerk mit den Mitteln der Foto­ grafie zwar umgestaltet worden. Dies allein stelle jedoch keine freie und damit nicht ge­

nehmig ungspfl ichtige Bea rbeitung dar. I ns­

besondere zeigten die Fotografien nicht nur

dar. I ns­ besondere zeigten die Fotografien nicht nur die besondere Form der Anordnung der Ge­

die besondere Form der Anordnung der Ge­ genstä nde, sondern auch die Handlu ngs­ ablä ufe der Kunsta ktion. Die Entscheidung

könnte

er�ebliche Auswi rku ngen auf Foto­

grafien von Kunstaktionen nicht nur im Be­ reich der Malerei, sondern auch bei Auffüh­

rungen haben. Allerdings wird dabei voraus­ sichtlich der Bundesgerichtshof das letzte

Wort haben. Wer bis zur Klärung der Rechts­ lage auf Nummer sicher gehen will, der sollte vorab die beteiligten Künstler um ihre Erla ub­ nis bitten.

die beteiligten Künstler um ihre Erla ub­ nis bitten. • • • • Die Grenzen des

die beteiligten Künstler um ihre Erla ub­ nis bitten. • • • • Die Grenzen des

Die Grenzen des Erlaubten:

Fotografie und Strfrecht

Wo

Fotografie?

liegen

die

Grenzen

der erotischen

Die Herstellung von eroti schen oder auch

pornografischen Aufnahmen mit volljähri­ gen Modellen ist in Deutschland vollkom­ men legal. Problematisch wird es allerdings dann, wenn pornografische Bilder veröffent­ licht werden sollen. ln diesem Fall sind die komplizierten Vorschriften des Jugend­ schutzes einzuhf!lten, die strenge Vorausset­ zungen fü r die D11rstellung von Pornog rafie a ufstellen. Insbesondere muss dabei sicher­ gestellt werden, dass Minderjäh rige keinen Zugriff auf diese !nhalte haben. Gesetzlich verboten ist allerdings nach Paragraf 1 84a des Strafgesetzbu�hes auch die Verbreitung gewalt- oder tierpornografischer Schriften. Dieses Verbot umfasst auch ein Herstel- lu ngsverbot, sofern die Fotografien in der Absicht gesc�ossen werden, die Ergebnisse zu veröffentl ichen.

'
'

Was muss man bei Fotografien von Kin­ dern und Jugendlichen beachten ?

Gänzlich verboten ist sowohl die Herstel­ lung als auch der Besitz von Fotos, die sexu­ elle Handlu ngen von, an oder vor Kindern

bi� zu 14 Jahren zum Gegenstand haben. Pa­

rag r<,Jf 1 84b StGB sieht hierfü r eine Mindest­

zu einer

Höch ststrafe

gen Jahren gibt es in Paragraf 1 84c StGB aych pen Straftatbestand der J4gendporno­ grafie, der mit einer Höchststrafe von drei J<Jhren belegt werden ka nn. Hieru nter fa l len pornog rafische Aufna h men von Vjerzehn­ bis Achtzehnjährigen. Wenn also ein 1 8-Jäh­ rig�r entsprechend eindeutige Fotos von seiner jüngeren Freu ndin mgcht, so stellt dies regelmäßig bereits eine Straftat dar.

WeiH�re Probleme mit dieser Vorschrift gibt es regelmäßig dadurch, dass auch ., Sc hein­ jugendlichkeit " u nter di ese Vorsch rift fa llen kann. Hieru nter versteht man die Darstel­ lung von zwa r fa ktisch Vo lljährigen, jedoch

" gesch minkten und gekleideten

rv)odels, die wie Minderjährige aussehen

strafe von d rei Monaten bis hin

wie Minderjährige aussehen strafe von d rei Monaten bis hin von fü nf Jahren vor. S,eit
wie Minderjährige aussehen strafe von d rei Monaten bis hin von fü nf Jahren vor. S,eit

von fü nf Jahren vor. S,eit eini­

auf
auf

jung

und wirken.

Personen in ge­

schützten Räumen wie e wa einer Woh­ nung zu fotografieren ?

Ist es erla ubt, fremde

Der Parag raf 201 a StG B schützt vor einer .,Ve rletzung des höch stp� r�ö nli chen Le­ bensbereichs durch Bildaufnahmen " . Da­ nach ist es verboten, von einer anderen Per­

son, die sich in einer Wohn4ng oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, un befugt Bildaufnah men

erzustellen, sofern dad u rch deren ., höch st­

Rersönlicher

Lebensbereich " verletzt wird.

Qiese Vorsch rift beschr r kt sich nicht auf voyeuristische Aufnahm�n. soncjern erfasst

sich nicht auf voyeuristische Aufnahm�n. soncjern erfasst auch Fälle wie etwa das unerlaubte Fotogra­ fieren in

auch Fälle wie etwa das unerlaubte Fotogra­ fieren in Klassenzi mmern oder Privaträ u­ men. Im Falle einer Veru rteilung droht hier eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. (keh) �t

hier eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. (keh) �t 116 c't Digita le

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