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Patronen- und Kartuschhilsen der Deutschen Wehrmacht Inden nunmehr Uber 50 Jahren seit dem Ende des Krieges ist es immer schwieriger geworden, Patronen- und Kartuschhiilsen, besonders bei Bodenfunden, anhand der Beschriftung zu identifi- zieren. Weil also eine einwandtreie Bestimmung dieser Hillsen nur bei Kenntnis der Abmessungen méglich ist, wollen wir auf vielfachen Wunsch deren MaBzeichnungen ab dem Kaliber von 3,7 cm wiedergeben. Die nachstehend und in Fortsetzungen abgedruckten Zeichnung stammen aus verschiedenen Originalquellen, wie Munitions-Vorschriften, Handbiichern, Anweisungen fir das Laborieren und {irdie Herstellung usw. Sie sind also sowohl in der Art, als auch in der Qualitét unterschiedlich und wurden auch nicht durch eigene Angaben erganzt, um den Charakter des Originals zu erhalten. Die Zusammenfassung enthait also: 4) Patronenhiilsen, die mit einer Treibladungsztindung (Ztindhiitchen, Ziindschraube), der Trei ladung und dem eingesetzten Gescho8 an die Truppe ausgegeben werden. Sie haben den Vort daB sie als Einheit in das Rohr geschoben werden und daher ein schnelles Nachladen ermég- lichen. Sie haben aber auch den NACHTEIL, da8 die Treibladung, falls dies ndtig ware, nicht ver- andert werden kann. Deshalb werden sie meist nur bei Geschiitzen mit einem kleineren Kaliber, aber auch bei solchen grdBeren Kalibers, wo es auf ein besonders schnelles Nachladen ankommt, Wie bei der Flak und bei der Marine, oder aus raumlichen Griinden, wie bei Kampfwagenkanonen, verwendet. 2)Kartuschhiilsen werden, mit Treibsladungsziindern und der Treibladung versehen, zum Her- ausschieBen der Granate, die vorher in das Rohr geschoben wurde, verwendet. Sie haben den NACHTEIL, daB der Ladungsvorgang langer dauert, aber den groBen Vorteil, da’ man die in Teilen eingesetzte Treibladung je nach Bedarf (Kurz- und Weitschiisse, obere und untere Winkelgruppe, Durchschlagskraft usw.) variieren kann. Sie sind meist mit der gréBten Teilladung laboriert, so da man bei Nichtbedarf, nachdem man den Kartuschdeckel abgenommen hat, die iiberflissigen Teiladungen herausnehmen kann, die aber im Kriegsfalle meist nicht mehr verwendet werden. Bei gréBeren und schweren Kalibern ist ohnedies, aus Gewichtsgriinden, nur die sogenannte ge- trennte Ladung, also das gesonderte Laden der Granate, einer eventuellen Zusatziadung, die in einem Beutel oder Papierbehalter eingefiihrt wird, und der Hauptladung, die in der Kartuschhiilse untergebracht ist, méglich. 3) Kartuschen, also fertig laborierte Kartuschhillsen, wurden zur Erganzung, oder wenn andere MaBzeichnungen nicht zur Verfiigung standen, aufgenommen. 4) Sonderkartuschen wie z.B. Aushilfskartuschen, Mandverkartuschen, MeBkartuschen usw. wurden ebenfalls aufgenommen. Die Zeichnungen sind nach dem Kaliber, beim kleinsten beginnend, und innerhalb dieser, nach den Huilsenlangen ‘geordnet. Die MaBangaben befinden sich am Kopf der Zeichnungen, in der damals gebréuch- lichen Art, in Zentimetern wiedergegeben. Die beispielhafte Wiedergabe der Bodenstempel kann natUrlich aus Platzgriinden nicht vollstandig sein. Es kommen also auch andere Stempelungen vor. Einteilige und mehrteilige Hilsen wurden aufgenommen, soweit sich die Unterschiede in der Nummerung der Hulsen niederschlagen. 3,7x7.6cm Suberitscheibe (mit Kunst- schellacklack eingeklebt) Papphilse Kartuschvorlage in Zelluloid- kapsel (zu 10 g Kalium-Chlorid ‘mit Graphit 4:1 gemischt) Spreng-Schwarzpulver (0,3 -1,5) etwa 5g Pergamentpapierscheibe etwa 6 g Nz. Man. St. P. (955. Pappspund Kupferkappe verdeckte Zindung Manéverkartuschhiilse der 3,7-cm-Pak 3,7x9,4m ne eae sete ‘Lh bt f I ‘Réhrenpulver z j H j H i y Y A 3.7 em Patrh 97 98 y y HY y y y || ee | All Wa ALA a Z, YA—y y Zundschraube 130A Liter pL —— 44,4. Ansicht des Bodens Ladungsgenicht __fasviesinre ennbuchstabe des anfertigenden Zeugamtes Patronenhiilse der 3,7-cm-Abkommkanone (Marine)