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FESTIVAL 2012

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Freitag, 24. August 2012 Kayhan Kalhor solo / Aynur & Morgenland Chamber Orchestra St. Marien,
Freitag, 24. August 2012
Kayhan Kalhor solo / Aynur & Morgenland Chamber Orchestra
St. Marien, 18.30 Uhr
Samstag, 25. August 2012
Morgenland All Star Band
Open Air, Marktplatz Osnabrück, 20.00 Uhr
Sonntag, 26. August 2012
Gozaran – Time Passing
Cinema Arthouse, 11:30 Uhr
Ein Film von Frank Scheffer
Salah Ammo & Hussein Zahawy
Lagerhalle, 18.30 Uhr
Trio Mara
Lagerhalle, 19:30 Uhr
Morgenland All Star Band
Lagerhalle, 21:30 Uhr
Montag, 27. August 2012
Half Moon Ein Film von Bahman Ghobadi
Lagerhalle, 18.00 Uhr
Dienstag, 28. August 2012
Özlem Bulut
Lagerhalle, 20:00 Uhr
Salman Gambarov – Late Night Jazz
Lagerhalle, 22:00 Uhr
Mittwoch, 29. August 2012 Osnabrücker Jugendchor, Osnabrücker Symphonieorchester & Solisten Ein musikalischer Dank
Mittwoch, 29. August 2012
Osnabrücker Jugendchor, Osnabrücker Symphonieorchester & Solisten
Ein musikalischer Dank an Johannes Rahe
Dom St. Petrus, 20:00 Uhr
Donnerstag, 30. August 2012
Gani Mirzo & Ibrahim Keivo
Kurdische Musik trifft Flamenco / Jesidische Lieder
Lagerhalle, 20:00 Uhr
Freitag, 31. August 2012
Mohammad Reza Mortazavi
St. Marien, 20:00 Uhr
Samstag, 1. September 2012
Hakan Vreskala
Sounds of Resistance. Turkish and Kurdish Folkstep Punk
Lagerhalle, 21:00 Uhr
DJ IPEK
Eklektik Berlinistan – Sounds of Orasia, Turkey, Balkan and Elektro
Lagerhalle, ab 23 Uhr
Nachklang
Samstag, 8. September 2012
Nazareth in Osnabrück – Musik macht Schule.
Musikschulaustausch Nazareth – Osnabrück
Konzert im Rahmen der Kulturnacht
Kunsthalle Dominikanerkirche, 18:00, 19:00, 20:00 Uhr

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6 Auch in diesem Jahr richtet das Morgenland Festival Osnabrück den Blick auf eine Musikkultur, die

Auch in diesem Jahr richtet das Morgenland Festival Osnabrück den Blick auf eine Musikkultur, die hier eher unbekannt ist, aber zu entdecken lohnt. Nach aserbaidschanischer, uigurischer, syrischer und iranischer Musik liegt der Schwerpunkt des Pro- gramms in diesem Jahr auf der Musik der Kurden, die als Min- derheit im Iran, Irak, Syrien und der Türkei leben.

Das Morgenland Festival Osnabrück kann auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Es ist weit über die Region hinaus bekannt. Ins- besondere freue ich mich, dass der Festivalname immer mit Osnabrück in Verbindung gebracht wird. Das Festival fördert Ver- ständnis und fordert Toleranz. Das ist im Sinne der Friedensstadt Osnabrück. Denn mit seinen Musikern aus Ost und West baut es Brücken zwischen den Nationen und Kulturen. Seine Musik ver- bindet über alle Grenzen hinweg.

Es freut mich, dass viele Osnabrücker Institutionen mit in das Programm einbezogen werden: das Osnabrücker Symphonie- orchester, die städtische Musik- und Kunstschule und der Osna- brücker Jugendchor. Der Chor gestaltet im Rahmen des Festivals gemeinsam mit dem Orchester und Solisten aus Syrien und der Türkei ein Konzert zu Ehren des langjährigen Chorleiters Johan- nes Rahe. Gemeinsam haben sie bereits Konzerte im Iran, der Tür- kei sowie in Syrien und Jordanien gegeben.

Erstmals in diesem Jahr ist die „Morgenland All Star Band“ zu erleben. Die Band vereint ein Dutzend Musiker, die in den ver- gangenen Jahren das Osnabrücker Publikum begeistert haben und bildet neben dem Morgenland Chamber Orchestra ein zwei- tes eigenes Festivalensemble, das die Herzen des Publikums erobern wird.

Ich danke allen Sponsoren und Förderern dieses Festivals. Mein besonderer Dank gilt Festivalleiter Michael Dreyer, der in den ver- gangenen Jahren dem Morgenland Festival Osnabrück zu seinem Renommee verholfen hat.

Allen Besuchern des Morgenland Festivals 2012 wünsche ich an- genehme und anregende Musikerlebnisse und den Veranstaltern weiterhin viel Erfolg.

genehme und anregende Musikerlebnisse und den Veranstaltern weiterhin viel Erfolg. Boris Pistorius Oberbürgermeister 7

Boris Pistorius

Oberbürgermeister

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8 Liebe Festivalgäste, geschätzte 1.000 Musiker, ungezählte Konzerte in Osnabrück, Teheran, Damaskus, Amman, Berlin,

Liebe Festivalgäste,

geschätzte 1.000 Musiker, ungezählte Konzerte in Osnabrück, Teheran, Damaskus, Amman, Berlin, Izmir, Bremen, Amsterdam, Canakkale; noch mehr Freundschaften, die bis heute zwischen den Musikern und auch zwischen Musikern und Publikum fortbe- stehen – das sind acht Jahre Morgenland Festival Osnabrück.

Wir sind unserer Tradition treu geblieben und werden auch in die- sem Jahr eine große Bandbreite von traditioneller Musik bis Punk auf die Osnabrücker Bühnen bringen.

Schwerpunkt dieses Festivals ist die kurdische Musik. Die Kurden gelten als eines der ältesten Völker des Vorderen Orients und haben in ihrer Geschichte niemals in einem eigenen National- staat gelebt. Als Minderheiten leben sie heute zum größten Teil in der Türkei, Syrien, Iran und im Irak. Etwa eine Million Kurden leben in Westeuropa, davon ca. 700.000 in Deutschland.

Minderheiten pflegen ihre Kultur als identitätsstiftende Kraft sicherlich weit mehr, als wir es in der westlichen Welt kennen. Gleichzeitig gab und gibt es einen fortwährenden wechselsei- tigen Einfluss arabischer, persischer und türkischer Musik auf die der Kurden. So antwortete mir Ibrahim Keivo, armensch- stämmiger Sänger aus Nordsyrien auf die Frage nach der Musik in seiner Heimat:

»Eine Musik beeinflusst die andere. Die assyrische Musik hat etwas von der kurdischen und die kurdische hat etwas von der armenischen. Das Ergebnis ist am Ende eine Musik, die besonders ist. Die Musik führt die Leute zusammen.« Keivo ist einer der fünf Musiker, die wir in diesem Jahr aus Syrien erwarten.

Seit vielen Monaten verfolgen wir mit großer Sorge die Entwick- lungen in dem Land, das wir noch vor zwei Jahren mit dem Os- nabrücker Jugendchor besucht haben. Damals wollten viele der jungen Sänger vor lauter Begeisterung für das Land und die Men- schen gar nicht mehr nach Hause.

Natürlich stellt sich immer lauter die Frage, ob man Musik ma- chen, tanzen, feiern, »festivalen« darf, während anderswo die Barbarei ausgebrochen ist und kein Ende in Sicht scheint. Umso mehr, wenn dieser Ort sich so nah anfühlt, so nah geworden ist. Letztlich sind es vor allem die Nachrichten, die uns aus Damaskus erreichen – die Vorfreude der Musiker (»I can't wait! «), die dort seit über einem Jahr kaum noch musizieren können, die mich davon überzeugt haben, dass es legitim und wichtig ist, ihnen mittels des Festivals eine Bühne zu geben. Eine Bühne auch und vor allem für die Fortsetzung eines zivilgesellschaftlichen Aus- tausches, der über die kommenden Jahre ein wichtiges Funda- ment des friedlichen Zusammenlebens sein kann.

Ich danke den vielen Förderern des Festivals, der Stadt Osnabrück und der Lagerhalle e.V. für das immer wieder entgegengebrachte Vertrauen.

Mein besonderer Dank geht an das wunderbare Team, seien es die Mitarbeiter vor Ort, die Tonmeister, Kameramänner, Klavier- techniker, Licht- und Tonbetreuer, die uns während des Festivals begleiten.

Nicht zuletzt gilt mein Dank Ihnen, dem Publikum. Auf einer Reise durch Aserbaidschan, den Libanon und Xinjiang in China, wo wir für einen Festival-Trailer gedreht haben, sprachen die Musiker immer wieder davon, wie begeisterungsfähig und offen das Os- nabrücker Publikum sei. Mit Osnabrück und den Osnabrückern hat das Morgenland Festival seine bestmögliche Heimat gefunden.

Ich wünsche Ihnen großartige Konzerte und hoffe, dass Ihre Neu- gier bezüglich der kurdischen Kultur geweckt werden wird!

Konzerte und hoffe, dass Ihre Neu- gier bezüglich der kurdischen Kultur geweckt werden wird! Ihr Michael

Ihr

Michael Dreyer

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EIN VIRTUELLES LAND

1 2 EIN VIRTUELLES LAND KURDISTAN (wörtlich: das »Land der Kurden«) ist kein Staat. Es hat

KURDISTAN (wörtlich: das »Land der Kurden«) ist kein Staat. Es hat kurdi- sche Fürstentümer gegeben und kurdi- sche Provinzen im Osmanischen Reich wie in Persien. Aber Kurdistan ist keine politisch-territoriale Einheit. Das kurdi- sche Siedlungsgebiet lag beiderseits der Grenze zwischen dem Osmanischen Reich und Persien, dem heutigen Iran. Auch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als aus den Hinterlassenschaften des Osmanischen Reiches die Türkei als türkischer Nationalstaat sowie der Irak und Syrien als arabische Nationalstaaten entstanden, blieben die kurdischen Aspirationen auf Staatlichkeit unerfüllt. Die kurdisch bevölkerten Landstriche erstrecken sich seither über mehrere Staaten: vom östlichen Ana- tolien in der Türkei und einem Gebietsstreifen südlich der türkisch-syrischen Grenze über den nördlichen und nordöstlichen Irak bis in die nordwestlichen Gebiete Irans.

Fast überall trifft zu, dass, wo Kurdistan beginnt, auch die Berge beginnen oder doch wenigstens in Sicht kommen. Die Gebirge Anatoliens, des nördlichen Irak, des nordwestlichen Iran, darun- ter einige Dreitausender, bildeten über Jahrhunderte ein ver-

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gleichsweise sicheres, von schweren Armeen kaum einnehmbares Zufluchts- und Rückzugsgebiet. Umstritten und oft umkämpft waren die fruchtbaren Felder des nördlichen Mesopotamien und die anderen, aus den Flüssen der kurdischen Berge genährten Ebenen, die von kurdisch-, arabisch- und türkischsprachigen Völ- kern und Stämmen besiedelt wurden, sowie ihre Städte, einige mit großen historischen Namen wie Aleppo, Mosul und Kirkuk. Die meisten Kurden, etwa vierzehn Millionen, leben in der Türkei; die Zahl der syrischen Kurden wird auf etwa zwei Millionen, viel- leicht mehr, geschätzt. Die demografischen Verhältnisse sind ein Politikum und die Angaben deshalb, je nach Quelle, sehr unter- schiedlich. Die iranischen Kurden zählen wohl mehr als vierein- halb Millionen. Im Irak gehören etwa fünf Millionen der ins- gesamt siebenundzwanzig Millionen Einwohner zur kurdischen Volksgruppe, davon dürften dreieinhalb Millionen in den drei Provinzen leben, die zusammen das Gebiet der Kurdischen Regionalregierung (KRG) bilden, die übrigen in Bagdad und im Rest des Irak.

Irakisch-Kurdistan ist weder der größte noch der bevölkerungs- reichste Teil des »Landes der Kurden«, aber nur hier regieren die Kurden sich selbst. Faktisch ist dies schon seit 1991 so. Mit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im Frühjahr 2003 ist die

12 Bedeutung des irakischen Kurdistans aber in mehrfacher Hinsicht

gewachsen: Die Kurdische Regionalregierung und ihre Parteien sind ein konstitutives Element der neuen politischen Ordnung im Gesamtirak, sie spielen schließlich auch in Bagdad eine wichtige Rolle. Irakisch-Kurdistan ist in mancher Hinsicht ein Modell für die Möglichkeit, einen besseren Irak zu bauen. Das Verhältnis der kurdischen Region zur Regierung in Bagdad und zum Zentralstaat überhaupt ist potentiell konfliktgeladen. Ob es Kurden und an- deren Irakern gelingt, eine haltbare föderale Ordnung zu errich- ten, in die das irakische Kurdistan sich als »Bundesland« einfügen lässt, wird eine der wesentlichen Fragen für die Fort- existenz des Gesamtstaates sein. Auch die Nachbarn beobachten sehr genau, was in den kurdischen Provinzen des Irak vor sich geht. Obwohl Irakisch-Kurdistan kein eigenständiger Staat ist – ein Faktor regionaler Politik ist es zweifellos geworden, und das Selbstvertrauen von kurdischen Parteien und Gruppen in der Tür- kei, in Syrien und in Iran ist gewachsen.

Viele haben in der Wahl des Kurden Jalal Talabani, des Chefs der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), zum irakischen Staatsprä- sidenten einen Sieg für das kurdische Volk im Ganzen gesehen. Doch man sollte die Unterschiede nicht ignorieren. Die Kurden sind durch die Staaten, in denen sie leben, geprägt worden, haben unterschiedliche Eigenheiten und Identitäten entwickelt. Die Frage der nationalen Identität, erläutert ein kurdischer Poli-

tiker in Sulaimani, werde von Kurden in der Türkei, im Irak, in Iran völlig anders beantwortet: »Lassen Sie mich etwas verallge- meinern. Wenn Sie einen türkischen Kurden fragen, was er ist, wird er Ihnen sagen: Ich bin Kurde. In Irakisch-Kurdistan wird man Ihnen antworten: irakischer Kurde. Und in den iranisch- kurdischen Gebieten werden Sie hören: Ich bin Iraner kurdischer Nationalität.«

Der Augenschein bestätigt in den meisten Fällen diese generelle Charakterisierung. Allerdings sind nationale und ethnische Iden- titäten keine stabilen Größen. Sie verändern sich insgesamt lang- sam, können aber durch politische Ereignisse scharf hervortreten, manchmal sogar mit großer Heftigkeit. Die neuen geopolitischen Realitäten in der Region, die sich nicht zuletzt in der Etablierung und verfassungsmäßigen Absicherung des kurdischen Teilstaats im Irak manifestieren, finden ihren gesellschaftlichen Nieder- schlag auch in den Nachbarländern. In Syrien ist das besonders deutlich: In den achtziger und neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts haben syrische Kurden sich zwar in der Regel über bestimmte Diskriminierungen und politische Einschränkungen beklagt, gleichwohl aber mit Blick auf die Nachbarstaaten ge- sagt, dass es ihnen verhältnismäßig gut gehe. Syrien war ein Zufluchtsort vor allem für Kurden aus dem Irak. Heute ist das an- ders geworden: Syrisch-kurdische Studenten studieren an Univer-

sitäten Irakisch-Kurdistans; in der Türkei, die sich auf die Mit- gliedschaft in der EU vorbereitet, hat ein ernsthafter Reform- prozess begonnen, bei dem die Frage gleicher Bürgerrechte im Mittelpunkt steht; »selbst in Iran«, entfährt es einem kurdischen Intellektuellen im syrischen Qamishli, sei es besser, »da beschwe- ren die Kurden sich, dass an staatlichen Schulen kein Kurdisch unterrichtet wird. Aber immerhin sind private Schulen erlaubt, die Kurdisch anbieten. Bei uns nicht.« [ Den großen kurdischen Staat wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Realistischere Zukunftsszenarien fokussieren auf Dezen- tralisierung, Föderalisierung sowie Demokratisierung in der Türkei, Iran und Syrien und auf die Perspektiven einer gefestigten Autonomie Irakisch-Kurdistans, möglicherweise auch auf die Eigenstaatlichkeit dieses Gebiets. Das alles versetzt die Regie- rungen der Nachbarstaaten in Unruhe, weshalb sie das Experi- ment eines föderativen Irak und des Teilstaats »Irakisch- Kurdistan« sehr genau und sehr kritisch beobachten.

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Gekürzter Auszug aus „Orientalische Promenaden“ von Prof. Dr. Volker Perthes, Pantheon Verlag 2006

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KURDEN IN DEUTSCHLAND – EINE ANNÄHERUNG

Die Zahl der Kurden in der Bundesrepu- blik Deutschland wird auf rund 700.000 (in ganz Westeuropa gut eine Million) geschätzt – die meisten von ihnen bzw. ihre Vorfahren stammen aus den Herkunftsstaaten Türkei (zwischen 500.000 und 600.000), Irak (bis zu 100.000), Iran und Syrien (jeweils einige Tausend). Darüber hinaus sind Kurden aus dem Libanon, aus Armenien, Aserbaidschan sowie wei- teren Kaukasusrepubliken in die Bundesrepublik eingewandert. Konkrete Zahlen liegen nicht vor, weil offizielle Statistiken nur nach Staatsangehörigkeit geführt werden. Da es keinen Staat »Kurdis- tan« gibt, haben Kurden in Deutschland entweder die Staatsange- hörigkeiten ihrer Herkunftsstaaten – oder aber sie sind Deutsche.

ihrer Herkunftsstaaten – oder aber sie sind Deutsche. Die ersten Kurden kamen um die Wende des

Die ersten Kurden kamen um die Wende des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert zum Studium nach Deutschland – bis Mitte der 1960er Jahre bildete eine Handvoll Studierender den

14 Großteil der hiesigen kurdischen Bevölkerung. Erst Ende der 1960er

Jahre, nach Abschluss eines Anwerbeabkommens zwischen der Tür- kei und der Bundesrepublik Deutschland, reisten Kurden in signifi- kanter Zahl als »türkische« Arbeitsmigranten ein. Verwandte und Bekannte, teils ganze Dorfgemeinschaften, zogen im Zuge der »Ket- tenmigration« nach. Bis heute sind viele Kurden aus der Türkei Nachkommen dieser so genannten »Gastarbeiter«. Seit den 1980er Jahren steigt die Zahl der Kurden vor allem aufgrund des Zuzugs von Flüchtlingen. Diese stammen einmal mehr vor allem aus der Türkei, wo über 2.000 kurdische Dörfer dem Erdboden gleich gemacht wurden und bis in die späten 1990er Jahre jeder Ausdruck kurdischer Identität unnachgiebig als Separatismus verfolgt wurde, aber auch aus dem Irak, wo Saddam Hussein im Jahr 1988 mit Gift- gas gegen die eigene kurdische Bevölkerung vorging. Während sich die Lage im Irak insbesondere seit dem letzten Golfkrieg 2003 ent- spannt hat – seither verwaltet die Kurdische Regionalregierung of- fiziell einen Teil der überwiegend kurdischen Siedlungsgebiete – bleibt die Situation in der Türkei prekär. Dies ist vor allem auf die fortgesetzten militärischen Aktivitäten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die seit 1984 bewaffnet gegen den türkischen Staat vorgeht, zurückzuführen. Auch aus dem Iran und Syrien fliehen Kurden vor staatlicher Verfolgung nach Deutschland – und das nicht erst seit der Niederschlagung der so genannten grünen Revolution im Iran 2009 bzw. dem Beginn des Aufstands in Syrien im März 2011.

Wie definiert sich ein Volk ohne gemeinsames Territorium? Ein Volk ohne eine verbindende Religion? Die Mehrheit der Kurden gehört dem sunnitischen Islam an, es gibt aber auch Aleviten und Yeziden, Zwölfer-Schiiten und Al-i Haqq – Religionsgemeinschaften, die allesamt nur wenig bekannt sind. Wie definiert sich ein Volk, das zudem keine gemeinsame Hochsprache besitzt? Rigorose Sprach- verbote bzw. die mangelnde Förderung des Kurdischen sowie die Tatsache, dass es kein einheitliches Schul- und Bildungswesen gibt, dem alle Kurdischsprecher unterworfen wären, standen der Heraus- bildung einer solchen im Wege. Stattdessen sind mit Kurmancî und Soranî zwei Hauptdialektgruppen – einige Wissenschaftler sprechen gar von unterschiedlichen Sprachen – zu unterscheiden. Kurmancî wird in den meisten kurdischen Gebieten der Türkei, in Syrien und der ehemaligen Sowjetunion gesprochen, Soranî vor allem im Iran und im Irak.

Und was ist gemeint, wenn von kurdischer Kultur die Rede ist? Oft meint dieser Begriff eine Mischung aus traditionellen Trachten und Tänzen, Speisen und Gewürzen, aber auch bestimmten Werten und Verhaltensnormen. Fragt man dann genauer nach, ergibt sich schnell die Schwierigkeit, dass »traditionelles« kurdisches und tür- kisches Essen kaum voneinander abzugrenzen ist, dass Kurden im Irak ganz andere Trachten tragen als in Kasachstan, dass bestimmte

Formen von »Ehre« nicht auf Kurden beschränkt sind, sondern sich im ganzen Nahen Osten, aber auch in Südeuropa finden. »Kultur« – und dies gilt für die kurdische wie für jede andere – ist eben kein festgeschriebenes, unveränderliches Set von Normen und Bräuchen, sondern offen und veränderlich (wenngleich nicht willkürlich), oft voller interner Widersprüche, abhängig von konkreten Machtver- hältnissen und politischen Diskursen innerhalb und außerhalb der eigenen »Gemeinschaft«.

Auch der Begriff »kurdische Kunst« hat nicht ohne weiteres eine Bedeutung. Er kann ebenso die Werke kurdischer Künstler meinen wie auch Kunstwerke, deren Gegenstand die Lebenssituation der Kurden in den Herkunftsstaaten oder in der Diaspora ist. Kurdisch- sprachige Kriminalromane, die in der deutschen Provinz spielen und in denen kein einziger Protagonist kurdischer Herkunft ist, können ebenso dieser Kategorie zugeordnet werden wie türkische Lied- texte, die das Schicksal der Kurden beklagen. Einen kleinen und nichtsdestotrotz vielfältigen Ausschnitt dessen, was »kurdische Kunst« bzw. »kurdische Musik« bedeuten kann, lässt das dies- jährige Morgenland Festival Osnabrück hören.

Siamend Hajo, Europäisches Zentrum für Kurdische Studien

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ZUR MUSIK DER KURDEN Das kurdische Volk gehört zu den größ- ten alt-eingesessenen Kulturen des

ZUR MUSIK DER KURDEN

Das kurdische Volk gehört zu den größ- ten alt-eingesessenen Kulturen des Vor- deren Orients. Das Kurdische, mit seinen verschiedenen Dialekten, ist eine indo-europäische Sprache die mit dem Persischen, dem Deutschen, nicht aber mit dem Türkischen oder Arabi-

schen verwandt ist. Kurden haben seit Urzeiten das nördliche Me- sopotamien, den westlichen Iran und das östliche Anatolien bevölkert. Es gab kurdische Fürstentümer und Stammesherrschaf- ten, auch lokale moderne Kleinstaaten wie die Mahabad-Repu- blik (1945-46), aber einen umfassenden kurdischen Staat hat es nie gegeben. Bei der Aufteilung des Osmanischen Reiches nach 1918 fielen Teile des kurdischen Gebietes – Kurdistan, Land der Kurden – an den Iraq, an Syrien – oder verblieben in der neuen Türkischen Republik, wo dann die alten kurdischen Herrschafts- und Kulturstrukturen lediglich als »Tradition« weiter existierten. Die kurdischen Gebiete im westlichen Iran und im Kaukasus blie- ben davon unberührt.

Kurdische Fürsten und Stammesoberhäupter umgaben sich ge- wöhnlich mit Hofsängern, beytbêj, »Balladensagern«, die wie die Barden des europäischen Mittelalters die mündliche Literatur der

16 Zeit vortrugen und bewahrten – historische aber auch märchen-

hafte Erzählungen, Heldenlieder, poetische Epik über Ereignisse der Gegenwart – und sich dabei allenfalls auf einer Langhalslaute begleiteten. Diese Praxis lebt in Kurdistan wie in der europäischen Diaspora fort, wo einige beytbêj weithin bekannt geworden sind.

Von alters haben kurdische Musiker und Musikgelehrte auch an den großen Höfen des Morgenlandes gewirkt – in Istanbul, Baghdad, im Iran – und haben jeweils zum höfischen und urba- nen Musikleben ihrer Zeit beigetragen und davon gelernt.

Die großen Veränderungen und Wiederbelebungen in der kurdi- schen Musikkultur sind dem Radio, dem Internet und neuerlich den Festivals zu verdanken die sich jeweils an ein stammesüber- greifendes, urbanes, interkulturelles Publikum wenden. Internet- portale für kurdische Musik haben inzwischen tausende von kurdischen Gesängen und Videos global zugänglich gemacht, und Kulturfestivals wie das Morganland Festival Osnabrück ermögli- chen es einem breiten Publikum, Aufführungen kurdischer und anderer morgenländischer Musik und Musiker unmittelbar zu er- leben – immer in urbaner Gestalt. Tradition, Kultur heisst auch immer Veränderung, Anpassung, Fortentwicklung, und so bieten hier führende kurdische Künstler ihre Musik in neuzeitlicher, ur- baner Form dar die vom Wandel der Gegenwart gelernt hat aber immer kurdisch geblieben ist.

Prof. Dr. Dieter Christensen

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P R O G R A M M 12

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Freitag, 24. August

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St. Marien

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18:30 Uhr

20 Freitag, 24. August | St. Marien | 18:30 Uhr Kayhan Kalhor solo Aynur&Morgenland Chamber Orchestra

Kayhan Kalhor solo

Aynur&Morgenland Chamber Orchestra

Zu Beginn des diesjährigen Morgenland Festival Osnabrück steht ein großer Name: Kayhan Kalhor. Er gilt als ein Meister der kurdischen und persischen Musik und begeistert seit vielen Jahren ein weltwei- tes Publikum mit seinem virtuosen Spiel auf der Kamanche (Kniegeige).

Als Solist wie Komponist hat Kalhor internationale Beachtung gefunden: drei seiner Aufnahmen wurden für den Grammy nominiert. Kalhor ist festes Mitglied des Silk Road Project von Yo Yo Ma.

„Als Kalhor zu spielen begann war es, als würden zahlreiche Instrumente miteinander kommunizieren. Die unterschiedlichen Klangfarben beschwörten die klagende Bitte zwei unglücklich Liebender herauf.“ (New York Times)

Den zweiten Teil der Eröffnung bestreitet das Mor- genland Chamber Orchestra. Das Kammerorchester, welches 2009 ins Leben gerufen wurde, ist aus dem jährlichen Festivalprogramm nicht mehr wegzuden- ken. Musiker aus Iran, Aserbaidschan, Syrien,

Deutschland und kurdische Musiker erarbeiten ge- meinsam in Osnabrück ein speziell für sie arran- giertes Programm. Solistin in diesem Jahr ist die kurdische Sängerin Aynur. Wie kaum eine andere vermag sie mit ihrer warmen Stimme und großen Bühnenpräsenz den Schmerz, die Sehnsucht und die Schönheit kurdischer Klagelieder zum Ausdruck zu bringen. Fatih Akin hat ihr in seinem Film „Cros- sing the bridge“ ein Denkmal gesetzt. Dort singt sie in einem alten Hamam das kurdische Lied „Ehmedo“. Auch in St. Marien wird dieses Lied zu hören sein. Die Arrangements stammen von dem Hamburger Komponisten und Arrangeur Wolf Kerschek. Das Morgenland Chamber Orchestra wird erstmals geleitet von dem türkischen Dirigen- ten Naci Özgüc.

Morgenland Chamber Orchestra Aynur, Gesang Cemil Qocgiri, Tembur Rony Barrak, Darbouka Hussein Zahawy, Daf Leitung: Naci Özgüc

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Morgenland All Star Band Open Air

Samstag, 25. August

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Marktplatz Osnabrück | 20:00 Uhr

Das Morgenland Festival Osnabrück hat im Laufe der vergangenen acht Jahre geschätzte 1.000 Musiker aus aller Welt eingeladen. Viele Kontakte bestehen bis heute, viele Musiker waren mehr als nur einmal zu Gast in Osnabrück. Zahlreiche Projekte haben sich weiterentwickelt und so der Grund- idee des Festivals als ein nachhaltiges Ereignis Rechnung getragen. In diesem Jahr stehen erstmalig die Musiker gemeinsam auf der Bühne, denen sich das Festival auf ganz besondere Art und Weise ver- bunden fühlt. Sie kommen aus Syrien, der Türkei, Xinjiang/ China, Aserbaidschan, dem Libanon und Deutschland und stehen symbolisch für die geographische und menschliche Reichweite des Festivals.

Kinan Azmeh, Klarinette Rony Barrak, Perkussion Joachim Dölker, Schlagzeug Aynur, Gesang Salman Gambarov, Klavier Ziya Gückan, Violine Ibrahim Keivo, Gesang Perhat Khaliq, Gesang & Gitarre Frederik Köster, Trompete Andreas Müller, Bass Dima Orsho, Gesang Issam Rafea, Oud, Firas Shahrastan, Qanun

Gozaran – Time Passing

Ein Film von Frank Scheffer

Gozaran – Time Passing Ein Film von Frank Scheffer Sonntag, 26. August | Cinema Arthouse |

Sonntag, 26. August

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Cinema Arthouse

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11:30 Uhr

„Ich kam zurück mit nur einem Koffer. In diesem Koffer war nur eine Sache. Der Traum, in meiner Heimatstadt Musik zu machen.“ Dieser Traum bringt den irani- schen Dirigenten Nader Mashayekhi an die Grenzen seiner Kraft – und darüber hinaus.

Viele Projekte haben beim Morgenland Festival Osnabrück ihren Anfang genom- men. So auch die langjährige Zusammenarbeit des niederländischen Filmemachers Frank Scheffer mit dem iranischen Komponisten und Dirigenten Nader Mashayekhi. Über viele Jahre hat Scheffer die Arbeit des Musikers begleitet – in Teheran, Wien und auch beim Morgenland Festival Osnabrück. Entstanden ist ein sensibel erzähl- ter Film über die Kraft von Visionen.

Ein Film wie ein Gedicht! ***** (De Filmkrant, NL)

Deutschland, Niederlande 2011 Regie: Frank Scheffer Buch: Frank Scheffer und Michael Dreyer Farsi/Deutsch mit dt. Untertiteln mit Nader Mashayekhi, Tehran Philharmonic Orchestra , Osnabrücker Jugendchor, Mitgliedern des Osnabrücker Symphonieorchesters, Arvo Pärt uva.

Eine Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde. Morgenland Festival Osnabrück e.V.

Salah Ammo & Hussein Zahawy

Der kurdisch-syrische Bouzouk-Spieler, Sänger und Komponist Salah Ammo erarbeitet eigens für das Morgenland Festival Osnabrück ein Programm mit dem kurdisch-irakischen Dafspieler Hussein Zahawy. Die Musiker verbindet die Liebe zur kurdischen Musik sowie das Studium ihrer regionalen Unter- schiede und Gemeinsamkeiten. Beide verfügen über langjährige internationale Bühnenerfahrung und treten nun erstmalig gemeinsam auf. Der Abend verspricht ein packendes Zusammenspiel an Tradi- tionellem und bislang Unerhörtem.

ein packendes Zusammenspiel an Tradi- tionellem und bislang Unerhörtem. Sonntag, 26. August | Lagerhalle | 18:30

Sonntag, 26. August

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Lagerhalle

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18:30 Uhr

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Sonntag, 26. August

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Lagerhalle

| 19:30 Uhr

Trio Mara

Mara ist ein Begriff aus der Zaza-Sprache, einer der ältes- ten nativen Sprachen des mitt- leren Ostens und bedeutet „von uns“. Das Trio Mara, 2011 in Wien gegründet, möchte sein Publikum teil- haben lassen an den Kulturen einer Region, die als Wiege der Menschheit gilt. Gemeinsam schöpfen die drei Musikerin- nen aus dem reichen Fundus traditioneller kurdischer Musik sowie Liedern anderer mittel- östlicher Sprachen, denen sie mit Elementen klassischer und zeitgenössischer Musik zu einem neuen, eigenen Aus- druck verhelfen.

Sakina, Gesang Nure Dlovani, Violine Naze Isxan, Klavier

Morgenland All Star Band

Night Jam Session

Sonntag, 26. August

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Lagerhalle

| 21:30 Uhr

Ein weiteres Mal gibt sich die neu gegründete Formation „Morgenland All Star Band“ die Ehre, diesmal am späteren Abend in der Lagerhalle. Für alle, die nicht genug bekommen können oder das Open Air Konzert am Vorabend verpasst haben.

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Montag, 27. August

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Lagerhalle

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18:00 Uhr

Half Moon

Ein Film von Bahman Ghobadi

Trotz Krankheit plant der alternde Starmusiker Mamo zusammen mit seinen zehn Söhnen zu einem großen Konzert in den Irak zu fahren. Dieser symbolische "Schrei der Freiheit" findet anlässlich des Sturzes von Saddam Hussein statt. Die Unterdrückung kurdi- scher Musik im Irak hat endlich ein Ende.

Nachdem es seinem treuen Freund Kako gelingt, einen alten Schulbus aufzutreiben, machen sich Mamo und seine Söhne, die ihn wie in frühen Tagen als Orchester begleiten, auf den Weg. Zusammen mit der ehemals gefeierten Sängerin Hesho und ihren In- strumenten überqueren sie die Grenze in den Irak.

Der Weg der Musiker durch die majestätische Land-

schaft ist beschwerlich und voller Hindernisse, aber Mamo führt sie zielstrebig in ein Abenteuer voller

Leidenschaft und Magie

(Info: Pandora Film).

Buch und Regie: Bahman Ghobadi Iran 2006 Kurdische Originalfassung mit dt. Untertiteln

Özlem Bulut

Gleich bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt wurden sie mit dem Förder- preis des Austrian World Music Awards ausgezeichnet – die sechsköpfige For- mation um die türkische Sängerin Özlem Bulut verbindet die Klänge ihrer anatolischen Heimat mit Pop und Jazz zu einer gleichsam sinnlichen und me- lancholischen Musik. „West-östliche Diva“ titelt 3sat in einem Portrait über die Sängerin, die auch eine klassische Musikausbildung genossen hat und an der Volksoper in Wien engagiert ist. Özlem Bulut bewegt sich spielerisch zwischen kurdischem Liedgut, Jazz und „Königin der Nacht“.

Özlem Bulut, Gesang Andrej Prozorov, Saxofon Marco Annau, Klavier Wolfgang Köck, Bass Christoph Schödl, Schlagzeug Juan Carlos Barsumian, Oud

Dienstag, 28. August

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Lagerhalle

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20:00 Uhr

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Dienstag, 28. August

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Lagerhalle

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22:00 Uhr

Salman Gambarov – Late Night Jazz

Lagerhalle | 22:00 Uhr Salman Gambarov – Late Night Jazz Salman Gambarov, einer der wohl wichtigsten

Salman Gambarov, einer der wohl wichtigsten Vertreter der aserbaidschanischen Jazzszene, gab bereits 2009 ein umjubeltes Konzert

energiegeladener Jazz vom Allerfeinsten“ schrieb die

Neue Osnabrücker Zeitung über den Auftritt. In diesem Jahr tritt Gambarov gemeinsam mit der Morgenland All Star Band auf und bietet

mit seinem Quartett „Bakustic Jazz“ beim Morgenland Festival Osnabrück. „

30 dazu dem Festivalpublikum einen exklusiven Einblick in sein solistisches Schaffen.

Abschied aus dem Morgenland

Ein musikalischer Dank an Johannes Rahe

Mittwoch, 29. August

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Dom St. Petrus |

20:00 Uhr

Viele Jahre hat das Morgenland Festival Osnabrück eng mit dem Osnabrücker Jugend- chor zusammengearbeitet: Konzerte in Osnabrück, aber auch Iran (die erste iranische Aufführung der Bach’schen Johannes-Passion), Syrien, Jordanien, Türkei. Immer war Domchordirektor Johannes Rahe ein begeisternder Partner und Dirigent. Sein Abschied aus der Berufswelt ist dem Festival Anlass genug, um sich mit einem fulminanten Kon- zert und mit hochkarätigen Solisten gebührend von ihm zu verabschieden und für die großartige Zusammenarbeit und Offenheit zu danken. Das Osnabrücker Symphonieor- chester ist Johannes Rahe und dem Chor ebenso verbunden. Wir freuen uns über diese Kooperation mit dem Orchester / Theater Osnabrück.

Auf dem Programm steht unter anderem das Klarinettenkonzert „Khayyam“ von Fazil Say, die Uraufführung eines traditionellen kurdischen Liedes in der Bearbeitung von Gani Mirzo für Chor a-capella und Solisten, sowie Auszüge aus dem Oratorium „Yunus Emre“.

Osnabrücker Jugendchor Osnabrücker Symphonieorchester Kinan Azmeh, Klarinette Aydın Ustuk, Tenor Ibrahim Keivo, Gesang Leitung: Naci Özgüc

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Experimentierfreudig war der Osnabrücker Jugendchor schon immer. Neben dem klassischen geistlichen Repertoire zog es den Chor, vor allem Dank der Neugier von Chorleiter Johannes Rahe, immer zu Neuem und Unbekanntem, immer auf der Suche nach stil-, zeit- und kulturübergreifenden Kontakten:

ob bei Musik zeitgenössischer Komponisten, Konzerten mit afrikanisch-traditionellen Musikgruppen in Afrika, oder als Chor in einer Grufti-Band auf dem Wave-Gothic Festival – eine Vielzahl von ungewöhnlichen Projekten ließe sich hier aufzählen. Ebenso war der Jugendchor immer reisefreudig: Ghana, den Libanon, Chile, die USA, Burkina Faso, die Färoer Inseln, fast ganz Europa hat der Osnabrücker Jugendchor in seinem 38-jährigen Bestehen bereits bereist, um ein Stück der eigenen Kultur in andere Länder zu tragen und mit einem kleinen Teil des Anderen wieder nach Hause zu fahren.

Mit einem weiteren in der norddeutschen Kleinstadt Osnabrück eher ungewöhnlichen Projekt, dem Morgenland Festival Osnabrück, verbindet den Osna- brücker Jugendchor bereits eine kleine Tradition: Seit 2007 war der Chor fast jedes Jahr beim Festival in Osnabrück zu Gast und ist ebenso regelmäßig in die weltweiten Wirkungsstätten des Festivals gereist. Durch die Gastspiele der letzten Jahre hatten die Jugendlichen die Chance, sich vor allem einen Teil des Mittleren Ostens auf andere Weise zu erschließen: Bachs Johannes-Passion in der Islamischen Republik Iran, ein Requiem mit Bigband im mittlerweile krisengeprägten Syrien und Nachbarland Jordanien oder in Musik gegossene Philosophie eines Sufi in der Türkei. Gänzlich andere Herangehensweise an das Fremde, das Unbekannte, das nur medial Geprägte. Das Tragen von Kopftüchern im wahrsten Sinne „am eigenen Leib“ erfahren, sich mit Händen und Füßen mit nur arabisch sprechenden Taxifahrern verständigen und doch irgendwie ans Ziel gelangen, Jam Sessions mit türkischen klassischen Musikern

in kleinen Hinterhöfen

und

dabei immer und zuerst eine Begegnung miteinander durch Musik.

Das Bild von Musik als universeller Sprache ist ein oft bemühtes Klischee, das allzu oft in platten Crossover-Projekten mündet, die zu keiner wirklichen Verständigung der Kulturen führen können. Wo aber sonst tritt man in so intensiven Kontakt mit einer syrischen Bigband, probt man über viele Tage intensiv mit iranischen Geigerinnen, Oboistinnen oder einem türkischen Bratscher, fängt man beim stundenlangen Warten an der syrisch-jordanischen Grenze auf dem Weg zum nächsten Konzert an, gemeinsam Musik zu machen? Natürlich kann niemand durch ein kurzes Gastspiel einen tiefen Eindruck in eine fremde Kultur gewinnen, aber eines kann man in diesem Rahmen: Neugier wecken und aufmerksam machen auf das „Mehr“ in anderen Kulturen, das eben selten in den Nachrichten vorkommt.

Noch Wochen nach dem Gastspiel in Damaskus haben viele der Jugendchörler ungeheures Fernweh gehabt, wollten zurück in dieses Land um mehr zu sehen, mehr zu erleben. Immer noch bestehen Freundschaften zwischen Musikern aus Syrien und Sängern des Chores. Einer von vielen kleinen Anfängen nicht nur für eine musikalische Annäherung.

Sarah Musli

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Donnerstag, 30. August

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Lagerhalle

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20:00 Uhr

1 2 Donnerstag, 30. August | Lagerhalle | 20:00 Uhr Gani Mirzo & Ibrahim Keivo Kurdische

Gani Mirzo & Ibrahim Keivo

Kurdische Musik trifft Flamenco / Jesidische Lieder

Ibrahim Keivo hat das Publikum des Morgenland Fes- tival Osnabrück bereits mehrfach mit seinem kraft- vollen Gesang begeistert. In diesem Jahr trifft er den kurdisch-syrischen Musiker Gani Mirzo, der sich in Spanien dem Flamenco verschrieb und die Musik sei- ner kurdischen Wurzeln mit diesem vereint. Zusam- men entwickeln Ibrahim Keivo, Gani Mirzo und Band ein Programm, das gemeinsame Wurzeln der beiden Musiktraditionen aufdeckt. Keivo wuchs als arme- nisch-stämmiger Christ in einem kleinen jesidischen Dorf in Nordsyrien auf. Mirzo: „Er ist wohl einer der besten kurdischen Sänger unserer Zeit, auch wenn er “

kein Kurde ist

Sänger unserer Zeit, auch wenn er “ kein Kurde ist Gani Mirzo, Oud | Ibrahim Keivo,

Gani Mirzo, Oud | Ibrahim Keivo, Gesang | Juan Jose Barreda, Flamencogitarre | Salva Sanchez, Cajon | Francesc Puig, Klarinette | Aziz Khodari, Perkussion | Martin Melendea, Cello

Mohammad Reza Mortazavi

Als im Mai 2010 das Album „Green Hands“ des irani- schen Ausnahme-Perkussionisten Mohammad Reza Mortazavi erschien, überschlug sich die Presse förmlich vor Begeisterung: „Klänge wie aus einer anderen Welt“ (NDR Kultur), „Schaut man dem unglaublich virtuosen Solisten zu, könnte man denken, er hätte nicht zwei, sondern mindestens sechs Hände.“ (ARTE).

Bereits mit zehn Jahren (und in den sechs folgenden Jahren auch) gewann der 1978 geborene Meister- trommler mit eigenen Kompositionen die angesehene „Tombak Music Competition“ in Teheran. Seine Kompo- sitionen gehen weit über das hinaus, was man von einem reinen Perkussionisten erwarten würde: Tanzbare Rhythmen, schnelle Beats und tranceartige Melodien verweben sich in immer wieder neuen Variationen zu hypnotisierenden Rhythmuswelten.

Ohne jegliche technische Hilfsmittel, einzig mit seinen beiden Händen und den traditionellen persischen Hand- trommeln Daf und Tombak, erschafft der Wahlberliner eine atemberaubende Klangvielfalt wahrhaft orchestra- len Ausmaßes.

Freitag, 31. August

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St. Marien

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20:00 Uhr

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Samstag, 1. September

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Lagerhalle |

21:00 Uhr

36 Samstag, 1. September | Lagerhalle | 21:00 Uhr Hakan Vreskala & Band Sound of Resistance.

Hakan Vreskala & Band

Sound of Resistance. Turkish and Kurdish Folkstep Punk

Auf seinem frisch veröffentlichten Debütalbum „Her Köyde Bir Deli Var“ – zu Deutsch: „In jedem Dorf gibt es einen Verrückten“ – bringt der auf türkisch und kurdisch singende Hakan Vreskala nicht nur seine musikalische Vielseitigkeit sowie seine sozial-politisch querulante Hal- tung durch Punk, Rock, Balkan, Rap und Ska zum Aus- druck. Seine Musik, die er selber als „Sound of Resistance“ bezeichnet, bringt das Publikum durch ihre extreme Tanzbarkeit zum Toben.

Hakan Vreskala, Gesang Carl Blixt, Schlagzeug Ruhi Erdogan, Trompete Jonas Jurström, Gitarre Olov Nordström, Bass Otis John Sansjö, Saxofon

DJ Ipek

Sounds of Turkey, OrAsia, Balkan and Elektro

Bereits im vergangenen Jahr überzeugte DJ Ipek das tanzwütige Festivalpublikum mit ihrem innovativen Mix, der Musikstile der Türkei, Nordafrikas, Israels, Irans, des Bal- kans, Griechenlands und Bollywoods zu einem überraschenden und mitreißenden Sound verbindet. Die letzte Nacht im Mor- genland verspricht lang zu werden

Samstag, 1. September

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Lagerhalle |

ab 23:00 Uhr

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Kultur ist überall. ®

Einfach gute Musik …

›Konzert‹ im Deutschlandradio Kultur

Das pointierte Angebot für alle, die Abwechslung lieben. Altes und Brandneues: Sinfoniekonzerte, Klangexperimente, Kammer- und Klavierkonzerte. Oder: Operetten und Oratorien. Immer mittwochs: Rock, Pop, Jazz, Folk live. Der Samstag ist Operntag: mit ausgewählten Produktionen von renommierten und innovativen Bühnen.

In Osnabrück auf UKW:

101,1

Konzert-Newsletter und weitere Informationen:

deutschlandradio.de oder 12 Hörerservice 0221.345-1831

5 31. August • 20:03 Konzert Aufzeichnung vom 24.,25. und 28. August 2012 vom Morgenland Festival Osnabrück

und 28. August 2012 vom Morgenland Festival Osnabrück Nazareth in Osnabrück Musik macht Schule. Seit 2007
und 28. August 2012 vom Morgenland Festival Osnabrück Nazareth in Osnabrück Musik macht Schule. Seit 2007

Nazareth in Osnabrück

Musik macht Schule.

Seit 2007 findet im Rahmen des Morgenland Festival Osnabrück ein Musikschulaustausch zwischen der Musik- und Kunstschule Osnabrück und Nazareth statt. Das Polyphony Conservatory Nazareth widmet sich der Ausbildung junger israelischer Schüler arabischer Herkunft. Beim Schulaustausch steht neben der gemeinsamen musikalischen Arbeit das Kennenlernen des jeweils ande- ren Alltags im Mittelpunkt. Daher wohnen die Jugendlichen in den Familien ihrer Austauschschüler.

Der diesjährige Besuch der Musik- schüler aus Nazareth findet vom 1.– 9. September in Osnabrück statt. Im Rahmen der Kulturnacht bringen die Schüler das einstudierte Pro- gramm in drei kurzen Auftritten um 18:00, 19:00 und 20:00 Uhr zur Aufführung.

Samstag, 8. September

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Kunsthalle Dominikanerkirche

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B I O G R A F I E N 12

Kayhan Kalhor wurde 1963 in Teheran geboren – er gilt als einer der berühmtesten Kamanche-Spieler überhaupt. Mit sieben Jahren begann er auf der Kamanche, zu spielen, eine Kniegeige aus dem persischen Raum. Mit dreizehn wurde er eingeladen, mit dem Nationalen Rundfunk- und Fernsehorchester Iran zu arbeiten, wo er in den folgenden fünf Jahren blieb. Mit siebzehn begann er seine Arbeit mit dem Shayda Ensemble des „Chavosh Cultural Center“, zu dieser Zeit die prestigeträchtigste Kulturorganisation des Iran. Auf seinen un- zähligen Reisen durch den Iran lernte Kalhor die musikalischen Eigenarten der verschiedenen Regionen kennen und ließ diese in sein Schaffen einfließen. Welttourneen als Solist und mit interna- tionalen Orchestern (u.a. den New York Philharmonics) folgten. Kayhans Kompositionen für Film- und Fernsehen erreichten ihren Höhepunkt mit einem Stück für Francis Ford Copolla’s „Youth Wit- hout Youth“, das er gemeinsam mit Osvaldo Golijov produzierte. Kalhor ist Mitglied von Yo-Yo Ma’s „Silk Road Project“, drei seiner Kompositionen finden sich in der Diskografie des Projekts wieder. Zudem wurden drei seiner jüngsten Aufnahmen für den Grammy nominiert.

drei seiner jüngsten Aufnahmen für den Grammy nominiert. Issam Rafea wurde 1971 in Kuwait geboren. Er

Issam Rafea wurde 1971 in Kuwait geboren. Er studierte Oud und Kontrabass

42 in Kuwait und Damaskus am „Higher Institute of Music“ als Schü-

ler von Fayez Zahr El-Din, Aref Abdallah und Askar Ali-Akbar. Derzeit leitet er die Fakultät für arabische Musik an der Musikhochschule in Damaskus, wo er Oud und Harmonielehre lehrt. Zudem komponiert und arrangiert Rafea für Fernsehen und Theater. 1997 wurde Rafea mit dem zweiten Preis des „Arabic Traditional Ensembles“ Wettbewerbs in Kairo ausgezeichnet, 2000 gewann er den vierten Preis der „Cairo Improvisation Competition“, den ersten in der Kategorie Oud. Seine Auftritte führten ihn in nam- hafte Konzerthäuser Frankreichs, Spaniens, Marokkos, Irans, Ägyp- tens, der Türkei, Kuwait und Syriens.

Irans, Ägyp- tens, der Türkei, Kuwait und Syriens. Aynur wurde 1975 in Cemisgezek, Türkei, geboren. In
Irans, Ägyp- tens, der Türkei, Kuwait und Syriens. Aynur wurde 1975 in Cemisgezek, Türkei, geboren. In

Aynur wurde 1975 in Cemisgezek, Türkei, geboren. In Istanbul studierte sie Gesang und veröf- fentlichte 2002 ihr erstes Soloalbum. Neben der Arbeit mit türkischen und kurdischen Bands wirkte Aynur in diversen Fernseh- und Kinoproduktionen mit. 2005 sang sie das erste kurdische Lied in einer türkischen Filmproduktion. Über die türkischen Grenzen hinaus wurde sie u.a. durch den Film „Cros- sing the bridge“ von Fatih Akin bekannt. Das Verbot der kurdi- schen Sprache in der Türkei wurde zwar 1990 aufgehoben, dennoch war es bis vor wenigen Jahren in der türkischen Musik- welt absolut unüblich auf kurdisch zu singen. Aynur, die der kur-

dischen Musik in der Türkei gewissermaßen ihre Sprachlichkeit zurückgegeben hat, gilt als eine der bedeutendsten Künstler kur- discher Musikkultur. Ihre expressive, facettenreiche Stimme und starke Bühnenpräsenz ermöglichen es auch dem Zuhörer ohne Textverständnis, die Trauer, Leidenschaft und Grausamkeit zu spüren, die in den kurdischen Klageliedern besungen werden.

spüren, die in den kurdischen Klageliedern besungen werden. Cemil Qocgiri wurde in Duisburg geboren. Der kurdische

Cemil Qocgiri wurde in Duisburg geboren. Der kurdische Mu- siker arrangiert altes kurdisches Liedgut neu und präsentiert es in seinen Werken. Zusam- men mit Aynur sorgt er in der Türkei und Kur- distan für einen neuen Ton. In ausgefeilten Arrangements kombiniert Qocgiri das musika- lische Erbe ihrer Vorfahren mit Aynurs Stimme. Zwar ist Aynur der eigenen kulturellen Tradition treu geblieben, doch öffnet sie die Musik für neue Einflüsse, für europäische und internationale Klänge, wodurch sie die Überlieferungen respektvoll modernisiert. Beide setzten im letzten Album „Rewend“ eine breite Palette an Instrumenten und Klangfarben ein und gaben althergebrachtem Re- pertoire und ihren Kompositionen eine neue Ästhetik.

Dima Orsho wurde 1975 in Damaskus geboren. Sie schloss als erste syrische Sopranistin ihr Studium mit einem Master of Music in Gesang und Klarinette am „The Boston Conservatory“ ab. Orsho studierte mit

Rebecca Folsom, Galena Khaldieva, Shauna Beesley, Anatoly Moratof und besuchte Ge- sangsklassen im Konservatorium Maastricht mit Mia Besselink. Auftritte als Solistin führ- ten sie in den Nahen Osten, Europa und die USA, darunter mit dem Syrian National Sym- phony Orchestra bei der Eröffnung des Opern- hauses Damaskus 2004. Orsho arbeitet beim „Leish Troup for Movement Theatre“ als Sängerin und Komponistin. Sie lebt und arbeitet in Chicago.

Sängerin und Komponistin. Sie lebt und arbeitet in Chicago. Ibrahim Keivo stammt aus Al Jazira, einer

Ibrahim Keivo stammt aus Al Jazira, einer Region im Nord- osten Syriens, die durch eine enorme ethni- sche und religiöse Vielfalt gekennzeichnet ist. Seit Jahren sammelt Keivo die Lieder der Re- gion: Lieder über Liebe, Freude, Trauer, Ernte, Hochzeitslieder, rituelle Lieder, Mythen. Keivo singt auf arabisch, kurdisch, aramäisch, assyrisch und armenisch und begleitet sich selbst auf traditionellen Instrumenten wie Bou- zouk, Saz, Baglama, Oud und Kamanche.

Instrumenten wie Bou- zouk, Saz, Baglama, Oud und Kamanche. Gani Mirzo wurde in Qamishli im Nordorsten

Gani Mirzo wurde in Qamishli im Nordorsten Syriens geboren. Nach seinem Musikstudium bei Nouri Iskandar am Konservatorium von Aleppo lehrte Mirzo Laute und Komposition in Syrien. 1993 zog es ihn

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nach Spanien, wo er sich von 1994-2000 am Liceu Conservatory in Barcelona dem Fla- menco widmete. Derzeit ist Mirzo Direktor der Fakultät für Orientalische Musik (Ziryab) an der Musikschule Barcelona und Professor für Flamenco-Gitarre am Liceu Conservatory. Seine Kompositionen zeichnen sich durch eine einzigartige Verbindung von Einflüssen kurdischer, orientalischer und andalusischer Musik aus.

kurdischer, orientalischer und andalusischer Musik aus. Hakan Vreskala wurde 1975 in Izmir geboren. 2001 zog es

Hakan Vreskala wurde 1975 in Izmir geboren. 2001 zog es den kurdisch-türkischen Perkussionisten zum Musikstudium an die „Royal Music Academy“ in Stockholm, es folgten Tour- neen durch die Türkei und Europa in unter- schiedlichen Formationen. Vreskala kom- poniert Musik für Theater und Film. Durch die Theaterversion von Fatih Akıns Film „Gegen die Wand“ für das schwedische Staatstheater, bei dem er die Regie führte und die Musik kom- ponierte, begann er seine Gesangskarriere.

die Musik kom- ponierte, begann er seine Gesangskarriere. Hussein Zahawy wurde 1980 im Irak in eine

Hussein Zahawy wurde 1980 im Irak in eine kurdische Familie geboren. 1990 zog er gemeinsam mit seiner Familie nach Großbritannien, wo er bis heute lebt. Mit fünf Jahren erhielt er Unterricht auf der Daf, einer

kurdischen Rahmentrommel, die er von sei- nem Großvater übernahm. Bereits im Alter von dreizehn Jahren war er mit seinem Instru- ment zu Gast in diversen Radio- und Fernseh- produktionen. Neben der Daf erlernte Zahawy in den Folgejahren diverse weitere Per- kussionsinstrumente. Er wirkt weltweit so- wohl als Solist als auch mit internationalen Ensembles und Orchestern. Im Jahr 2000 gründete er das „Living Fire Ensemble“ das zum ersten Mal in der Geschichte kurdischer Musik Künstler aus allen Regionen Kurdistans zusammenbringt um die regionale Vielfältigkeit zu vereinen.

zusammenbringt um die regionale Vielfältigkeit zu vereinen. Kinan Azmeh wurde 1976 in Damaskus geboren. Als erster
zusammenbringt um die regionale Vielfältigkeit zu vereinen. Kinan Azmeh wurde 1976 in Damaskus geboren. Als erster

Kinan Azmeh wurde 1976 in Damaskus geboren. Als erster arabischer Musiker gewann er den 1. Preis des Internationalen Nicolay Rubinstein Wettbe- werbs in Moskau 1997. Azmeh studierte an der „Juilliard School of Music“ und lebt derzeit in Damaskus und New York. Von der New York Times als “Virtuose mit seelenvollem Ton" gefeiert, arbeitet Azmeh unter anderem mit Mari Kimura, Marcel Khalife, Daniel Barenboim, Elliott Sharp, Katia Tchemberdji, Kani Karaca, Kevork Mourad und dem „Silk Road Project“ von Yo Yo Ma. Er tritt weltweit als Kompo- nist und Solist in Erscheinung, darunter in der Carnegie Hall in New York, der Royal Albert Hall in London und der Berliner Philharmonie.

Morgenland Chamber Orchestra Das Kammerorchester wurde 2009 mit der Idee gegründet, ein festivaleigenes Ensemble zu etablieren, das sowohl den musika- lischen Dialog zwischen Ost und West, als auch zwischen den ver- schiedenen Regionen des Vorderen Orients fördert. Es hat bereits in den ersten Jahren gefeierte Konzerte mit Solisten wie Alim Qa- simov, Jivan Gasparyan, Perhat Khaliq, Ibrahim Keivo und vielen anderen gegeben. Ein erstes Gastspiel führte das Ensemble zum Troja Festival in Canakkale. Für die kommenden Jahre sind weitere Gastspiele geplant. Das Morgenland Chamber Orchestra setzt sich aus syrischen, iranischen, aserbaidschanischen, armenischen und deutschen Musiker zusammensetzt. Im Sommer 2011 erschien die Dokumentation „Eastern Voices“ von Frank Scheffer und Günter Wallbrecht über das Morgenland Chamber Orchestra, als BluRay Disc und DVD. 2012 wird das Orchester erstmals von dem türki- schen Dirigenten Naci Özgüc geleitet.

Mohammad Reza Mortazavi wurde 1978 in Isfahan/Iran geboren und begann mit sechs Jahren Tombak (Handtrommel)-Unterricht zu nehmen. Überwältigt von der Kraft und Faszination der Musik erlernte er das Trommelspiel so schnell, dass ihm sein Lehrer im Alter von neun Jahren nichts mehr beibringen konnte. Er widmete bereits damals seine ganze Aufmerksamkeit der Musik.Mit zehn Jahren gewann Mohammad Reza Mortazavi das erste Mal den jährlich stattfindenden irani- schen Tombak-Wettbewerb, an dem nur die besten Musiker des

Landes teilnehmen dürfen. Auch in den fol- genden Jahren gewann er diesen Wettbewerb kontinuierlich und bereits mit 20 Jahren galt er vielen als der beste Tombak-Spieler der Welt. Im Laufe seiner Karriere entwickelte er über 30 neue Schlag- und Fingertechniken und revolutionierte damit die traditionelle Spielweise – nicht immer zur Freude der alten Meister. Das Publi- kum in Teheran war begeistert und seine Konzerte regelmäßig ausverkauft. Mit 22 Jahren reiste Mortazavi das erste Mal nach Deutschland und trat mit großem Erfolg in München auf. Er ver- öffentlichte mehrere CDs und wurde auf verschiedene Konzerte in ganz Europa eingeladen, wo er Begeisterungs- stürme aus- löste. Seit acht Jahren lebt und arbeitet er nun sehr erfolgreich in Deutschland.

lebt und arbeitet er nun sehr erfolgreich in Deutschland. Özlem Bulut wurde in der Ost-Türkei geboren

Özlem Bulut wurde in der Ost-Türkei geboren und ist mit anatolischer Musik aufgewachsen. Als Teen- ager zog sie nach Istanbul und begann dort eine Karriere als klassische Sopranistin, die sie letztlich an die Wiener Volksoper führte. In Wien hat sich ein Zirkel von Jazz-Musikern und Komponisten um sie zusammengefunden, der in der Özlem Bulut Band ein Medium findet, orientalische Musik zu erfor- schen. Um eine persönliche und zeitgemäße Handschrift für

Band ein Medium findet, orientalische Musik zu erfor- schen. Um eine persönliche und zeitgemäße Handschrift für

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diese Formation zu entwickeln ist der Komponist und Pianist Marco Annau, der für die aktuellen Kompositionen verantwort- lich ist, zu einer musikalischen Reise aufgebrochen, die voller Überraschungen steckt.

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Der Osnabrücker Jugendchor besteht aus etwa 80 Jugendlichen, die ihre chorische Vorbildung zumeist am Osnabrücker Dom, bei den Domsingknaben bzw. der Mädchenkantorei des Osnabrücker Domchores erhalten haben. Unter Leitung des ehemaligen Domchordirektors Johannes Rahe entstand eine Chorstruktur mit insgesamt 400 – 500 Mitgliedern. Sie arbeitet zusammen mit Schulen, Kirchen und politischen Ge- meinden und bietet in der Osnabrücker Region fast flächende- ckende vokale Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugend- liche. Schwerpunkt der Arbeit ist die geistliche A-cappella-Musik von den Anfängen bis zur Gegenwart im klassischen und experi- mentellen Bereich. Zahlreiche CD-, Rundfunk- und Fernsehproduk- tionen dokumentieren das hohe künstlerische Niveau. Konzert- reisen führten den Chor als musikalischen Botschafter Deutsch- lands – oftmals mit Unterstützung des Deutschen Musikrates – in viele Teile der Welt. Im Rahmen des Morgenland Festival Osna- brück gastierte der Chor mit der Johannes-Passion in Teheran. Weitere gemeinsame Projekte führten nach Damaskus, Amman und Izmir. Im Mai 2012 hat Clemens Breitschaft die Nachfolge von Johannes Rahe als Domchordirektor angetreten.

Rony Barrak wurde 1971 in Beirut geboren. Bereits im Alter von vier Jahren begann er auf der Darbuka zu spielen. Mit sieben Jahren folgten erste Fern- sehauftritte, mit Siebzehn gewann Barrak die Goldmedaille in einem Fernsehwettbewerb für junge Musiktalente aus dem Mittleren Osten. Dieser Preis ermutigte ihn dazu, 1990 nach London zu gehen, um seinem Instrument Klangfarben jenseits des Tradierten und Bekann- ten zu entlocken. Er studierte Orchester-Schlagzeug und Drum-Set auf der „Guildhall School of Music“ und lehrte im Anschluss daran Middle Eastern Percussion am „Trinity College of Music“. Sein viel- seitiges Repertoire an traditioneller, klassischer, lateinamerikani- scher und Jazzmusik ermöglicht es ihm, mit Musikern wie Sarah Brightman, Vanessa May oder Fairuz auf der Bühne zu stehen – es entstanden zudem zahlreiche Orchesteraufnahmen. Seine eigenen Kompositionen kamen – um nur einige zu nennen – in Stockholm, London, Prag, Moskau und Bremen zu Aufführung.

Stockholm, London, Prag, Moskau und Bremen zu Aufführung. Salah Ammo wurde 1978 in Darbasiyah im Nordosten

Salah Ammo wurde 1978 in Darbasiyah im Nordosten Syriens geboren. Diese Region an der Grenze zum Irak und der Türkei vereint verschie- dene ethnische Gruppen wie Araber, Türken, Kurden, Armenier, As- syrer und Roma. Schon früh beschäftigte sich Ammo mit ihren Traditionen – den Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Er schloss 2004 sein Studium mit Schwerpunkt Bouzouk (Langhalslaute) und

Perkussion am „Higher Institute of Music“ in Damaskus ab. 2007 gründete er die elfköpfige „Joussour Group for Music and Singing,“ die sich innerhalb kürzester Zeit in Syrien und im Arabischen Raum einen Namen machte. Ammo arbeitet als Komponist, Solist, Dozent und Sänger. Seine Kompositionen enthalten sowohl kurdische als arabische Lieder, instrumentale Musik und Soundtracks für Film- und Theaterproduktionen.

Musik und Soundtracks für Film- und Theaterproduktionen. Sakina Teyna fand als Sängerin zunächst autodidaktisch

Sakina Teyna fand als Sängerin zunächst autodidaktisch ihren Einstieg in die Musik und bildete später ihre Stimme professionell weiter aus. Sie trat sowohl als Solosängerin wie auch im Duett mit dem Sänger Mehmet Akbas auf. Neben ihren Konzerten wirkt sie mehrfach auch bei Theaterstücken und Lesungen mit, wo sie im Rahmen von Musik- Textperformances singt. Seit 2008 engagiert sie sich verstärkt für Menschen- und insbesondere Frauenrechte. Im Januar 2012 er- schien ihr Debut-Solo-Album „Royê mi“.

Januar 2012 er- schien ihr Debut-Solo-Album „Royê mi“. Naze Isxan spielte bereits mit sechs Jahren Klavier.

Naze Isxan spielte bereits mit sechs Jahren Klavier. Sie studierte an der Mu- sikhochschule Rimski-Korsakow in Krasnodar. Seit Ende der 90er

Rimski-Korsakow in Krasnodar. Seit Ende der 90er Jahre gibt sie Konzerte, zunächst innerhalb von Russland,

Jahre gibt sie Konzerte, zunächst innerhalb von Russland, seit 2001 jedoch auch regelmä- ßig in verschiedenen anderen Ländern in Europa. Ihre Leidenschaft gilt der kurdischen Musik, die sie in ihren Konzerten vor allem auch einem nicht-kurdischen Publikum näher bringen möchte.

Nure Dlovani erhielt ihre musikalische Ausbildung in den Fächern Violine und Klavier an Konservatorien und Musikhochschulen in Moskau, Jerevan und Frankfurt am Main. Ihr Repertoire ist viel- seitig. Sie spielt ebenso klassische Musik wie Popular- und Filmmusik, unter anderem in ver- schiedenen Projekten mit der Neuen Philharmonie Frankfurt. Da- neben arbeitet sie mit renommierten kurdischen Musikern zusammen, sowohl bei Studioaufnahmen als auch in Konzerten.

zusammen, sowohl bei Studioaufnahmen als auch in Konzerten. Naci Özgüc wurde in Ankara geboren. Im Alter

Naci Özgüc wurde in Ankara geboren. Im Alter von vier Jahren begann Özgüc, dessen Eltern beide als Opernsänger tätig waren, mit Klavierunter- richt und nahm nach seinem Schulabschluss ein Musik- studium am „State Conservatory“ in Ankara auf. Zwischen 1987 und 1990 führte ihn ein Masterstudium nach Bloomington, USA. Er

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48 studierte bei Lorin Maazel in Pittsburgh, Jiri Be- lohlavek in Zlina und Ferdinand Leitner in

studierte bei Lorin Maazel in Pittsburgh, Jiri Be- lohlavek in Zlina und Ferdinand Leitner in Siena. Seit 1990 ist Özgüc Dirigent beim Ankara State Opera and Ballet. 1994 wurde er in der Türkei als bester Dirigent des Jahres ausgezeichnet.

2011 dirigierte er Sayguns Oratorium „Yunus

Emre“ beim Morgenland Festival Osnabrück.

„Yunus Emre“ beim Morgenland Festival Osnabrück. Firas Shahrastan 1982 in Al Hasaka, Syrien geboren. 2006

Firas Shahrastan 1982 in Al Hasaka, Syrien geboren. 2006 schloss Shahrastan sein Quanunstudium am „Higher Institute of Music“ in Damaskus ab. Shahrastan arbeitete als Solist des Syrian National Symphony Orchestra und ging mit Fayrouz und Marcel Khalifeh auf Tournee.

Er ist derzeit Mitglied der Bands Roubai Toueis und Woujouh und spielt als Solist im Qatar Philharmonic Orchestra, mit dem er in den USA, Italien, Frankreich, Türkei und Großbritannien gastierte.

Italien, Frankreich, Türkei und Großbritannien gastierte. Andreas Müller wurde 1968 in Osnabrück geboren. 1992- 1998

Andreas Müller

wurde 1968 in Osnabrück geboren. 1992-

1998 studierte er Kontrabass an der Amster-

damer Hochschule der Künste. Seit 1992 spielt Müller in verschiedenen Bands: K Dur, Tommy Schneller Band, Big Daddy Wilson,

Erstes Improvisierendes Streichorchester, Sick

for Toys. Er fühlt sich in verschiedenen Stilrichtungen von Crosso- ver Rock, Blues, Jazz, improvisierter und Weltmusik zu Hause. Ak- tuell ist er auf der im Juli 2012 erschienenen CD des syrischen Trios Hewar „Letters to a homeland“ zu hören, mit dem er 2011 auf dem Morgenland Festival Osnabrück spielte.

Joachim Dölker wurde 1962 in Osnabrück geboren. Ab 1973 nahm Dölker Schlagzeug und Perkussionun- terricht und ist seit 1977 als privater Schlag- zeuglehrer und seit 1984 als professioneller Musiker und Komponist tätig. Seit 1988 ist Dölker Dozent für Schlagzeug, Perkussion und

Ensemblemusik an der Kreismusikschule Osnabrück. Von 2001 – 2003 ging er als Drummer mit der Rockband The Scorpions auf Welttournee, 2006 tourte er mit Snowy White in England und Schottland. 2010 spielte Dölker mit der Rockband „Qetiq“ auf dem Morgenland Festival Osnabrück.

Rockband „Qetiq“ auf dem Morgenland Festival Osnabrück. Perhat Khaliq der Sänger und Gitarrist Perhat Khaliq wurde
Rockband „Qetiq“ auf dem Morgenland Festival Osnabrück. Perhat Khaliq der Sänger und Gitarrist Perhat Khaliq wurde

Perhat Khaliq der Sänger und Gitarrist Perhat Khaliq wurde 1982 in Urumqi, der Hauptstadt der Autono- men Uigurischen Provinz Xinjiang, in Nord- westchina geboren. Khaliq studierte Kunst am Xinjiang Art Institute von 2004 bis 2007. Seine erste Band gründete Khaliq 1997, seit

2000 spielt er regelmäßig in Bars in seiner Heimatstadt. 2010 war er Artist in Residence beim Morgenand Festival Osnabrück. Er trat mit seiner Band „Qetiq“ auf sowie als Solist mit dem Morgenland Chamber Orchestra, dem Osnabrücker Symphonieorchester und der NDR Bigband. Die erste CD von „Qetiq“ erscheint Ende 2012. Konzerte im Rahmen des Morgenland Festival Osnabrück führten Khaliq zum Troja Festival in Canakkale und ins Pergamonmuseum in Berlin.

Festival in Canakkale und ins Pergamonmuseum in Berlin. Ziya Gückan wurde im Jahr 1979 in Izmir/Türkei

Ziya Gückan wurde im Jahr 1979 in Izmir/Türkei geboren. Im Alter von 11 Jahren begann er seine mu- sikalische Ausbildung am „Dokuz Eylül- Staatskonservatorium“ in Izmir und machte in den Jahren 2001-2003 seinen Master mit dem Schwerpunkt Bratsche. 2002 bekam er die „Medaille D'or“ für Kammermusik verliehen. Seit 2005 ist Ziya Güçkan bei der Izmir State Opera beschäftigt. Im Jahr 2011 war er mit dem Izmir State Opera Orchestra beim Morgenland Festival Osnabrück zu Gast.

Osnabrücker Symphonieorchester wurde im Jahr 1919 gegründet. Bis auf eine dreijährige Unter- brechung nach einem Bombenangriff im März 1944 sorgte und sorgt das Osnabrücker Symphonieorchester seither für ein reges Musikleben in der Stadt und Region. Zu seinen Gästen zählten

in den letzten Jahren u. a. Midori, Kolja Blacher und Baiba Skride, Lars Vogt, Reinhard Goebel, Jan Vogler, Albrecht Mayer, Rabih Abou-Khalil und Anja Silja – um nur einige Künstler zu nennen. Mit der Saison 2012/2013 übernimmt Andreas Hotz den Posten des Generalmusikdirektors.

Andreas Hotz den Posten des Generalmusikdirektors. Aydın Ustuk Der türkische Tenor Aydın Ustuk begann seine

Aydın Ustuk Der türkische Tenor Aydın Ustuk begann seine musikalische Karriere an der Izmir State Opera, wo er als Cavaradossi in Puccinis Tosca debutierte. Zu Studienzeiten absolvierte Ustuk als Stipendiat an der „Accademia d’arte Lirica e Corale di Osimo“ in Ancona unter Mario Me-

lani. Er führte seine Studien in Italien bei Tuglio Giaggioni in Chia- ravalle fort und konzentrierte sich anschließend auf die Interpretation und Perzeption von Opernmusik unter der Anleitung von Antonio Tonini. Zurück in der Türkei gründete Ustuk neben sei- ner andauernden Zusammenarbeit mit der Izmir State Opera (und Mitarbeit an weiteren Projekten) das „Orchestra Allegra“ mit dem er gemeinsam mit seinem Bruder, ebenfalls Opernsänger, populäre Musik zur Aufführung bringt. 2011 war Ustuk erstmalig beim Morgenland Festival Osnabrück zu Gast – als Solist in Sayguns Oratorium „Yunus Emre“.

Frederik Köster Jahrgang 1977, studierte in Detmold Schulmusik und in Köln

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Jazz-Trompete und Jazz-Komposition/Arran- gement. Seine Lehrer in dieser Zeit waren Oli- ver Groenewald, Andy Haderer,

Jazz-Trompete und Jazz-Komposition/Arran- gement. Seine Lehrer in dieser Zeit waren Oli- ver Groenewald, Andy Haderer, Ack van Rooyen, Nils Wogram, Frank Reinshagen, Joa- chim Ullrich, Maria Schneider, Michael Abene u.a. Von 2001 bis 2005 war er Mitglied im BundesJugendJazzOrchester (BuJazzO) unter

der Leitung von Peter Herbolzheimer. Seit 2007 ist Frederik Köster Professor für Jazz-Trompete am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Auf dem Morgenland Festival Osnabrück begeisterte Köster im Jahr 2010 das Publikum mit Nader Mashayekhis „mou- lAna“ für improvisierenden Solisten und Orchester gemeinsam mit dem Osnabrücker Symphonieorchester.

Orchester gemeinsam mit dem Osnabrücker Symphonieorchester. Ipek Ipekçioglu Die deutschstämmige Türkin studierte

Ipek Ipekçioglu Die deutschstämmige Türkin studierte Sozial- pädagogik und ist seit Beginn der 90er Jahre als DJ tätig. Sie ist Herausgeberin der preis- gekrönten „Beyond Istanbul“ CD-Reihe beim Plattenlabel Trikont und unter anderem Kura- torin der „Beyond Istanbul“ Konzertreihe im Ballhaus Naunystraße in Berlin. Bekannt wurde Ipek insbesondere durch Ihren verführerischen Fusionsound & Dancemusik aus der Türkei, OrAsia und Balkan. In ihre Sets bezieht sie FolkElektroFu- sion, Gypsy Funk & Break Beats & Pop, House und Berlin Elektro

50 & Minimal mit ein. Ipek lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul.

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I M P R E S S U M 12

Veranstaltungsorte

Lagerhalle, Rolandsmauer 26, 49074 Osnabrück, 0541/338740 St. Marien, Am Markt, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/28393

Marketing

Osnabrücker Marketing Tourismus GmbH, Sven Christian Finke, Krahnstr. 52/53, 49074 Osnabrück Tel. 0541/323-4130, finke@osnabrueck.de, www.osnabrueck.de/omt

St. Petrus Dom zu Osnabrück, Hasestr. 40A, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/8180 Cinema Arthouse, Erich-Maria-Remarque-Ring 16, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/600650

Veranstalter

Stadt Osnabrück, Fachbereich Kultur, Marienstr. 5/6, 49074 Osnabrück Lagerhalle e.V., Rolandsmauer 26, 49074 Osnabrück

Konzeption und Künstlerische Leitung

Michael Dreyer

Redaktion

Friederike Ankele und Michael Dreyer

Organisatorische Leitung

Friederike Ankele

Fotos

Shiar Ali, Michael Dreyer, Philippe Frese, Aylin Gungör, Daniela Incoronato, Sedat Mehder, Pandora Film, Todd Rosenberg, Evren Zeytin, Dirk Ruchay

Festivalteam

Esma Selcan Alici, Berit Arend, Anke Bramlage, Eike Brahms, Silke Buttmann, Julia Hoepfner, Jens Meier, Milena Oehlers, Emre Özegemen, Julia Robker, Valeria Rothenburg, Johanna Schlottke, Lukas Schmitt und Juliane Wiedeburg

Gestaltung

Michael Bolmer, Grafik & Design

 

Druck

www.diedruckerei.de

Technische Leitung

Martin Schmeing

 

Auflage

1500

Kontakt Festivalbüro

Schloßstr. 60, 49080 Osnabrück, Tel. 0541/323-3092, info@morgenland-festival.com, morgenland-festival.com, youtube.com/morgenlandfestival, facebook.com/morgenlandfestivalos

© 2012

Alle Textrechte liegen bei den Veranstaltern

Presse

Presse- und Informationsamt der Stadt Osnabrück, Dr. Sven Jürgensen (Leitung), Tel. 0541/323-4305 Biermann PR, Pawel Sprawka, Valentinskamp 42, 20355 Hamburg, Tel. 040/33426967 sprawka@biermannpr.de

Unser besonderer Dank gilt

Dieter Christensen, Siamend Hajo, Norbert Hanesch, Christian Orch Heinecke und Volker Perthes

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»Volker Perthes ist einer der besten Kenner der Region. ›Der Aufstand‹ ist

das Beste, was bisher über den Umbruch im Nahen Osten geschrieben wurde.

Sachlich und differenziert, aber nicht abgehoben analysiert Perthes die Ereignisse.« NZZ

www.pantheon-verlag.de

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Paperback, 224 Seiten 12,99 (D) ISBN 978-3-570-55174-5

Auch als E-Book erhältlich

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  Paperback, 224 Seiten € 12,99 (D) ISBN 978-3-570-55174-5 Auch als E-Book erhältlich
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Theater

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Kulturgeschichtliches Museum

Kunsthalle Dominikanerkirche

Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum

Museum Industriekultur

Museum am Schölerberg

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K u ltu te r

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Freie Fahrt. Freier Eintritt.

Und

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