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12 l WINTERTHUR

DER LANDBOTE DONNERSTAG, 14. JUNI 2012

Eine grössere Bauhoheit für Hausbesitzer

Hauseigentümer sollen Kleinbau- ten ohne Baubewilligung erstel- len dürfen, und zwar auf einer Fläche von 6 Quadratmetern. So lautet der überarbeitete Vor- schlag aus Winterthur zur Ände- rung des kantonalen Baugesetzes.

MARC LEUTENEGGER

Wer auf seinem Grundstück einen Velounterstand oder ein Spielhaus auf- stellen will, soll dafür keine Baubewil- ligung mehr einholen müssen. Mit die- ser Forderung tritt der Winterthurer Gemeinderat voraussichtlich an den Kanton. Konkret will das Parlament mit einer Behördeninitiative eine Än- derung des Planungs- und Baugesetzes anstossen. Dieses entbindet heute nur Bauten von der Bewilligungsplicht, die tiefer als 1,5 Meter sind und gleichzeitig nicht mehr als 2 Quadratmeter Fläche einnehmen. Diese Dimensionen sind aus Sicht des Stadtparlaments für die heute üblichen Kleinbauten zu knapp bemessen, was viele Verfahren verursa- che und damit einerseits Aufwand für die Verwaltung und andererseits Kos- ten für die Bauherren bedeute.

Die nachgebesserte Version

Die parlamentarische Sachkommission Bau und Betriebe (BBK) hat nun in einem Zwischenschritt die Begründung des Begehrens überarbeitet und die For- derungen konkretisiert. Demnach sol- len auf Privatgrund bewilligungsfrei Bauten erstellt werden können, die nicht mehr als 6 Quadratmeter Fläche bean- spruchen. Auf diese Grösse kommt die BBK durch eine Ableitung: So würden im Vermessungswerk heute Kleinbau- ten mit unter 6 Quadratmetern Grund- läche nicht mehr eingetragen. Die Kommission schlägt zudem vor, dass für solche Bauten keine minimalen Grenz- und Gebäudeabstände gelten sollen. Stimmt der Gemeinderat der überar- beiteten Version zu, wovon aufgrund des einstimmigen Kommissionsresulta- tes auszugehen ist, wird die Stadt die Behördeninitiative beim Kanton ein- reichen. Die Chancen sind ungewiss. Vom Regierungsrat weiss man aus einer Postulatsantwort von 2011, dass er wenig bis nichts von einer Lockerung der Bewilligungsplicht hält. Den Ent- scheid über die verlangte Revision des Planungs- und Baugesetzes fällt aller- dings der Kantonsrat. Interessant werden dürfte vor allem, wie sich die bürgerlichen Parteien posi- tionieren, nachdem der ihrem Lager nahestehende Hauseigentümerverband (HEV) die Behördeninitiative aus Winterthur als kontraproduktiv be- zeichnet hat. Diese erzeuge Rechtsun- sicherheiten und berge die Gefahr, dass Bauten oberhalb von Werkleitungen er- stellt würden und wieder abgerissen werden müssten, mahnte der HEV und zog gleichzeitig seine alte Idee von einem Bauinspektor für Kleinbauten aus der Schublade.

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«Ich unterstütze die Wahl von Barbara Günthard-Maier, weil sie sich auch für Frauen einsetzt. Sie

«Ich unterstütze die Wahl von Barbara Günthard-Maier, weil sie sich auch für Frauen einsetzt. Sie weiss aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer einfach ist, Familie, Beruf und Politik zu kombinieren. Und dennoch tut sie es.»

Maja Hofmann-Baur, Hauswirtschaftslehrerin und Mutter, Winterthur

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Barbara Günthard-Maier in den Stadtrat

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Mehr Lösungen. Mehr Winterthur. www.barbara-guenthard.ch Nicht Triumph, sondern gegenseitiger Respekt prägt die

Nicht Triumph, sondern gegenseitiger Respekt prägt die Sportarten Judo und Ju Jitsu. Nach diesem Grundsatz trainieren die Mitglieder des Winterthurer Klubs. Bild: Marc Dahinden

Weltmeister im Spiegel

Der Judo & Ju Jitsu Club Winterthur will mit dem Kampfsport Verantwortung und Zivilcourage hochleben lassen. Mit erlernter Technik soll mit Macht sinnvoll umgegangen werden können.

RUEDI FRETZ

Im Tribünengebäude des FC Winter- thur geht es zum Trainingslokal des Judo & Ju Jitsu Clubs ein paar Treppen hinunter. Im Untergeschoss ist ein hel- ler Raum, der mit einem Mattenfeld be- legt ist und nicht mit Schuhen betreten werden darf. Nach und nach treffen Vereinsmitglieder ein, alle gekleidet in blaue oder weisse Kimonos. Die Far- ben der Gürtel sind verschieden. Je dunkler, desto höher. Schwarz ist der Grad eines Meisters, der nochmals zehn verschiedene Stufen umfasst. Die Begrüssung und der Trainings- beginn ist ein Ritual. Japanische Worte fallen. Fast scheint der Begründer des Judo, Jigoro Kano (18601938), dessen Bild gross an der Wand hängt, zuzuhö- ren und zu nicken. Auf der gegenüber- liegenden Seite ist ein grosser Spiegel angebracht, in dem sich die Trainieren- den sehen. Die Überschrift des Spie- gels: «So sehen Weltmeister aus.»

«Nicht der Weltmeister, sondern die Schweizer Meisterschaft steht für uns im Vordergrund», sagt Vereinspräsi- dent Matthias Graber. «Wir organisie- ren sie nächstes Jahr an einem Wochen- ende in Neftenbach. Hier haben wir die nötige Infrastruk- tur.» Ein Organisa- tionskomitee mit motivierten Leuten ist an der Arbeit. Eine Aulage ist, dass bis 400 Zu- schauende Platz inden. Es wird viel Engagement in der Freizeit auf den Ver- ein zukommen, dessen sind sich Präsi- dent Graber und seine Kameraden be- wusst. Doch der Anlass ist eine der Ge- legenheiten, Judo & Ju Jitsu einer brei- teren Öffentlichkeit vorzustellen. «Unser Sport beachtet Rituale. Mit den erlernten Techniken gehen wir ver- antwortungsvoll um», sagt Graber. «Wir verändern den Menschen nicht

um», sagt Graber. «Wir verändern den Menschen nicht zur Kampfmaschine, auch wenn es Kampfsportarten sind. Wir

zur Kampfmaschine, auch wenn es Kampfsportarten sind. Wir kämpfen nicht gegeneinander, sondern wollen aneinander wachsen und besser wer- den. Das Training ist geprägt durch gegenseitigen Respekt. Nie triumphiert der Sieger über den Besiegten.»

Frauen im gefährlicheren Sport

Für Judo sind Kinder ab acht Jahren willkommen. Ausgebildete J+S-Leiter trainieren sie altersgerecht. Interessen- ten können erst einmal einem Training als Zuschauer beiwohnen. Durch den Dachverband Winterthur Sport werden auch Einsteigerkurse organisiert. Die Jugendlichen wechseln jeweils alters- mässig liessend zu den Erwachsenen. Zum Einstieg ins Ju Jitsu ist ein Min- destalter von 16 Jahren erforderlich. Präsident Graber: «Ich freue mich im- mer wieder, wie junge, verantwortungs- bewusste Menschen bei unserer Sport- art einsteigen. Es ist wohl bekannt, dass hier nur reife Leute am Platz sind.» Graber selber hat als Knabe be- gonnen und schaut deshalb auf etliche Jahre zurück. Der heute 28-Jährige ge- hört dem Vorstand seit fünf Jahren an. Seit zwei Jahren ist er Präsident. «Er-

freulicherweise sind unsere jungen Mit- glieder bereit, Verantwortung zu über- nehmen, im Vorstand oder als Trainer.» Eine obere Altersgrenze gibt es nicht. Judo & Ju Jitsu wird von Frauen und Männern gemeinsam betrieben. Mat- thias Graber stellt fest: «In unserem Verein sind in der Sparte Ju Jitsu die Frauen sogar häuiger als im Judo anzu- treffen. Dabei verwendet Ju Jitsu die gefährlicheren Techniken.» Die Mitglieder bleiben nicht immer im Untergeschoss der FCW-Tribüne. «Die Mitglieder scheuen die Öffent- lichkeit keineswegs», sagt der Präsi- dent. «Wir waren an der Winti-Messe, und haben unser Können auch im Ein- kaufszentrum Seen gezeigt. Das hat uns und den Zuschauern Spass ge- macht. Sie bildeten eine richtige Men- schentraube um unsere Matten.» Der Verein ist Winterthur sehr ver- bunden. «Wir haben es komfortabel», sagt Matthias Graber. «Das Sportamt stellt uns das Lokal, das wir doch dau- ernd belegen, zu sehr günstigen Bedin- gungen zur Verfügung. So können wir die Mitgliederbeiträge tief halten.

www.jjcw.ch

 

DIE STADTMEISTERSCHAFT ZUR EM

 

DEN SPIELTAG GETIPPT

U nsere Stadtmeisterschaft hat einen neuen Tabellenführer: Mit

hat unsere Tippspielaufsicht die Gele- genheit zur Korrektur – und muss da- von ein erstes Mal Gebrauch machen. Konkret wurden Walter Steinmann und seinem FC Töss für die Begeg- nung Irland gegen Kroatien zwei Punkte zu wenig gutgeschrieben. In der aktuellen Tabelle ist der Fehler korrigiert und Steinmann aufgerückt.

RANGLISTE

 
   
 
  Beginn der zweiten Runde der Grup- penspiele hat Thomas Schüpbach vom FC Wüllingen den Geschäftsführer

Beginn der zweiten Runde der Grup- penspiele hat Thomas Schüpbach vom FC Wüllingen den Geschäftsführer des FC Winterthur Andreas Mösli an der Spitze abgelöst. Schüpbach ver- buchte einen Dreier mit dem richtig vorausgesagten 1:1 der Polen gegen Russland. Ebenfalls drei Punkte ein- fahren konnte Heini Suter für den SC Veltheim. Er schätzte die Begegnung von Griechenland gegen Tschechien korrekt ein – und kann sich beim Schiedsrichter für den aberkannten Treffer der Hellenen bedanken. Wäh- rend die Fehler der Unparteiischen in Polen und der Ukraine stehen bleiben,

bedanken. Wäh- rend die Fehler der Unparteiischen in Polen und der Ukraine stehen bleiben, 1. Thomas

1.

Thomas Schüpbach

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2. Andreas Mösli 7

2.

Andreas Mösli

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Lorenz Cassol

2.Lorenz Cassol Heini Suter 7

Heini Suter

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Präsident

SC Hegi

4.4. 6.

4.4. 6.

6.4. 4.

Lorenz Cassol

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Italien

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G laubt man unseren Fussballexper- ten, so bezwingt Spanien heute

Tony Ruckstuhl

6

Kroatien

0

Abend Irland ohne Mühe. Hingegen scheint den Italienern ein schwerer Gang gegen die Kroaten bevorzuste- hen. Vier Tipper glauben an einen knappen Sieg, viermal wird ein Unent- schieden prophezeit. (mcl)

Pascal Okle

5

 

7.  Walter Steinmann 4

Walter Steinmann

4

Spanien

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8.Spanien 3 Thomas Dürsteler 3

Thomas Dürsteler

3

Irland

1