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Marktreport Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  14. September 2012
Marktreport
Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  14. September 2012

Mit der Ratifizierung des ESM ist der Weg frei in die Euro- Inflationsgemeinschaft.

Am 12. September 2012 hat das Deutsche Bundesverfassungsgericht den Euro- päischen Stabilitätsmechanismus (ESM) genehmigt, wenngleich auch mit Vor- behalten.

Vor allem hat das Gericht gefordert, dass Deutschlands ESM-Haftungssumme auf 190 Mrd. Euro begrenzt bleibt und darüber hinausgehende Zahlungen in den ESM nur mit Zustimmung des Deutschen Bundestags möglich sind.

Regierende aus dem In- und Ausland überbieten sich nun mit Lob über das Ur- teil. Die Finanzmärkte geben ihrer Freude Ausdruck durch steigende Aktienkur- se und sinkende Renditen für Euro-Staatsanleihen zweifelhafter Qualität.

Der Blick auf die Konsequenzen, die die Entscheidung des deutschen Gerichts nach sich ziehen wird, sollte die Freude jedoch verstummen lassen: Mit einer Ratifizierung des ESM ist der Weg bereitet in (1) die Euro-Inflationsgemeinschaft und (2) ein immer zentralistisch-planwirtschaftlicher werdendes Europa. 1

„Niemals fanden Despoten eine zur Knechtschaft be- reitere Generation.“ —Felix Somary (1952), Krise und Zukunft
„Niemals fanden Despoten
eine zur Knechtschaft be-
reitere Generation.“
—Felix Somary (1952), Krise und Zukunft
der Demokratie, S. 21.

Die Folge für die Inflation im Euro- raum wird deutlich, wenn man sich die Rolle des ESM vor Augen führt, die er bei der beabsichtigten Finan- zierung der öffentlichen Haushalte durch die Europäische Zentralbank (EZB) spielen soll.

Der EZB-Rat hat am 6. September 2012 angekündigt, Staatsanleihen aufkaufen zu wollen, und zwar in unlimitierter Höhe, wenn dies denn politisch als not- wendig erachtet wird.

Um die Anleihekäufe in der Öffentlichkeit zu (schein)legitimieren, hat der EZB- Rat sie unter eine Bedingung gestellt, die er selbst willkürlich, für die eigenen Zwecke passend gewählt hat: nämlich dass Länder, deren Anleihen von der EZB gekauft werden sollen, bereits an einem „geeigneten“ Reform- oder Konsolidie- rungsprogramm des EFSF/ESM teilnehmen müssen.

1 Siehe hierzu unseren Beitrag „ESM: ein Trojanisches Pferd zur Entmachtung der nationalen Parlamente“, in: Degussa Marktreport, 29. Juni 2012.

USD per Feinunze Gold

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per Feinunze Gold 2000 1900 1800 1700 1600 1500 1400 1300 Jan 11 Jul 11 Jan

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

USD per Feinunze Silber

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Tageswerte. USD per Feinunze Silber 50 46 42 38 34 30 26 Jan 11 Sep 11

Jan 11

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Mai 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

EURUSD

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Tageswerte. EURUSD 1,50 1,45 1,40 1,35 1,30 1,25 1,20 Jan 11 Jul 11 Jan 12 Jul

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

IN DIESER AUSGABE

Seite 1:

Mit der Ratifizierung des ESM ist der Weg frei in die Euro-Inflationsge- meinschaft.

Seite 3:

Wirtschaftspolitischer Kommentar:

Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 5)

Seite 6:

Edelmetallmarkt-Bericht: Markt- und Umfeldbedingungen deuten auf wei- ter steigende Edelmetallpreise

Seite 12: Marktdaten

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2 14. September 2012

14. September 2012

Der ESM – eine Übersicht über Deutschlands „Rettungsbürde“ Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist ein dauerhafter „Hilfsfonds“, der die bisherige Europäische Finanzstabilitäts- fazilität (EFSF) bis Mitte 2013 ablösen soll. Der ESM soll über ein Stammkapital in Höhe von 700 Mrd. Euro verfügen. Damit wird er Kredite an strauchelnde Staaten in Höhe von 500 Mrd. Euro vergebenen können. Die „Überdeckung“ der Kredit- gewährung ist nötig, damit die Anleihen, die der ESM ausgibt, ein „AAA“-Rating erhält. Das Stammkapital wird von 17 Euroraum- Staaten eingebracht, und zwar 80 Mrd. Euro als effektive Einzahlung in den kommenden Jahren, 620 Mrd. Euro wer- den als Garantien bereitgestellt. Deutsch- land haftet mit 27 Prozent des Stammka- pitals des ESM: mit einer Bareinlage in Höhe von 22 Mrd. Euro und mit knapp 170 Mrd. Euro in Form von Garantien. Da bereits Unterstützungskredite an Irland, Griechenland, Portugal und Spanien aus- gezahlt beziehungsweise gewährt wur- den, beläuft sich der Haftungsbetrag für Deutschland bereits auf merklich über 300 Mrd. Euro. Zudem ist zu beachten, dass bei der Deut- schen Bundesbank mittlerweile (zweifel- hafte Forderungen in Form von) „Target- 2-Salden“ in Höhe von 752 Mrd. Euro aufgelaufen sind. Zusammen mit den unmittelbaren Euro-Rettungsmaßnahmen ist also mittlerweile eine Fiskalbelastung in Höhe von etwa 40 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entstanden Es obliegt weiterhin dem Bundestag zu entscheiden, den Haftungsrahmen des ESM „bei Bedarf“ weiter zu erhöhen – eine Kompetenz, die die Regierenden seit Ausbruch der Krise immer maßloser ge- nutzt haben – und wohl auch weiter nut- zen werden, so dass ein Ende der Ver- pfändung des Bürgervermögens nicht ab- sehbar ist.

Der üble Trick ist nun der Folgende: Der EZB-Rat sieht es schon als ausreichend

an – und das ist wichtig herauszustellen –, wenn ein Land das Instrument der

sogenannten „erweiterten Kreditlinie“ (“Enhanced Conditions Credit Line“ o-

der kurz „ECCL“) nutzt, 2 und wenn dabei Primärmarktkäufe für Anleihen durch

den EFSF/ESM vorgesehen sind.

Die ECCL wurde beim EU-Gipfel im November 2011 ersonnen. ECCL sind Kre-

dite für Länder, die noch Zugang zu den Kapitalmärkten haben, aber hohe

Kreditkosten zahlen müssen (aufgrund unsolider Schuldenpolitik). Um ECCL zu

erhalten, müssen Länder Spar-und Reformauflagen erfüllen. Welche das sind,

ist nirgends definiert, sie unterliegen der (tages)politischen Beliebigkeit.

Diese Konstruktion wird wohl darauf hinauslaufen, dass ein Land schon ECCL-

Kredite bekommen kann, wenn es nur verspricht, die ohnehin mit der EU-

Kommission vereinbarten Budgetziele einzuhalten; EFSF/ESM-Unterstützung

wird als Vorleistungen für künftig versprochene Konsolidierungserfolge ge-

währt.

Die betragsmäßige Begrenzung des ESM (wie vom Bundesverfassungsgericht

gefordert) ist damit im Grunde auch kein Hindernis mehr für unbegrenzte EZB-

Anleihekäufe. Bereits relativ kleine ESM-Kredite erfüllen die Bedingungen, dass

EZB-Anleihekäufe erfolgen „dürfen“.

Die Vorgabe, der EZB-Rat werde die durch Anleihekäufe neu geschaffene

Geldmenge „neutralisieren“, wird sich als irreführend erweisen. Denn beginnen

Nichtbanken ihre Anleihen zu verkaufen – und genau damit ist zu rechnen –,

lässt sich die dadurch ausgelöste Erhöhung der Geldmengen M1 bis M3 aus

politischen Gründen nicht mehr rückgängig machen. 3

Das Vorhaben des EZB-Rates, Staatsanleihen aufzukaufen, dem nun durch die

Errichtung des ESM der Weg bereit ist, läuft nicht nur auf eine Politik der Euro-

Inflationierung hinaus. Sie ebnet gleichzeitig auch den Weg in Richtung eines

immer zentralistischen-planwirtschaftlicheres Europa, das Freiheit und Wohl-

stand in ungeahnter Weise gefährdet.

2 Für weitere Details klicken Sie bitte hier. 3 Zur Erklärung hierzu siehe den Anhang zu unserem Beitrag „Zentralbanken können sich irren – und zwar auch absichtlich“, in: Degussa Marktreport, 7. September 2012, S. 3 bis 5.

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Der wirtschaftspolitische Kommentar

nen keinerlei Ersparnisse gegenüber-

stehen.

Was Sie immer schon

über Geld und Gold wis-

sen wollten

(Teil 5)

immer schon über Geld und Gold wis- sen wollten (Teil 5) Im Fiat-Geldsystem lassen sich zwei

Im Fiat-Geldsystem lassen sich zwei

Geldformen unterscheiden: Zentral-

bankgeld und Geschäftsbankengeld.

Das Zentralbankgeld (das auch als

„Basisgeld“ bezeichnet wird) wird

ausschließlich von der Zentralbank

produziert; sie hat das Monopol für

die Produktion von Zentralbankgeld.

Zentralbankgeld hat die Form von

Münzen, Banknoten und Girogutha-

ben bei der Zentralbank.

Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama

Das Geschäftsbankengeld wird von

privaten Geschäftsbanken durch Kre-

ditvergabe produziert und hat die

Form von Giroguthaben, die bei priva-

Wie die Kredit- und

Geldschöpfungspyrami- den.

de (nicht mehr) funktio- niert

ten Geschäftsbanken gehalten wer-

Das besondere im Fiatgeldsystem ist

nun, dass private Geschäftsbanken

das Geschäftsbankengeld nur dann

produzieren können, wenn sie über

Zentralbankgeld verfügen. Es ist damit

also die Zentralbank, die in letzter

Konsequenz über die gesamte Geld-

menge in der Volkswirtschaft be-

stimmt.

Das heutige Papier- oder „Fiat“-

Geldsystem hat folgende Eigenschaf-

ten:

(1) Die staatliche Zentralbank hält das

Monopol über die Fiat-Geldproduk-

tion.

(2) Fiat-Geld repräsentiert intrinsisch

wertloses Material in Form von be-

druckten Papierscheinen und vor al-

lem Einträgen auf Computer-

Festplatten („Bits & Bytes“).

(3) Fiat-Geld wird durch Bankkredit-

vergabe geschaffen – sprichwörtlich

„aus dem Nichts“, durch Kredite, de-

In den letzten Jahrzehnten wurde das

immer stärkere Ausweiten von Kredit

und Geld vor allem durch drei Fakto-

ren begünstigt:

(1) Die staatliche Regulierung hat die

Eigenkapitalvorhaltung der Banken

für risikoreiche Kredite immer weiter

herabgesetzt.

(2) Banken wurde es von den Zentral-

banken erlaubt, immer weniger Kasse

zu halten relativ zu ihrem Kreditge-

schäft: Die sogenannte Mindestreser-

ve wurde systematisch herabgesetzt.

(3) Die Zinsen, die Geschäftsbanken

für das Zentralbankgeld, das sie sich

bei der Zentralbank per Kredit be-

schaffen können, wurden immer wei-

ter herabgeschleust.

„Kreditmultiplikator“ des US- Bankenapparates* 250 200 150 100 50 0 60 65 70 75 80
„Kreditmultiplikator“
des
US-
Bankenapparates*
250
200
150
100
50
0
60 65 70 75 80 85 90 95 00 05 10
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnun-
gen. Der Multiplikator wurde ermittelt, indem
die gesamte Kreditvergabe der US-Banken
durch die von ihnen gehaltenen Zentralbank-
geldguthaben geteilt wurde.

Alles zusammen hat zu einem atem-

beraubenden Auftürmen der interna-

tionalen Kredit- und Verschuldungs-

pyramide geführt. Dies zeigte sich be-

sonders deutlich in dem Ansteigen

des Kreditschöpfungsmultiplikators. Er

zeigt die Höhe der Kredite, die Ban-

ken mit einer Einheit Zentralbankgeld

produzieren können.

Der Kreditschöpfungsmultiplikator (er

wird errechnet, indem die gesamte

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4 14. September 2012

14. September 2012

Kreditvergabe der US-Banken durch

die von ihnen gehaltenen Zentral-

bankgeldguthaben geteilt wurde) be-

trug Anfang 1960 nur etwa 17: Die

US-Banken konnten also mit einem

US-Dollar Zentralbankgeld etwa 17

US-Dollar Bankkredite produzieren.

Anfang 2008 betrug der Kreditschöp-

fungsmultiplikator etwa 208: Mit ei-

nem US-Dollar Zentralbankgeld pro-

duzierten die Banken also 208 US-

Dollar Kredit!

Mit dem Ausbruch der internationa-

len Finanz- und Wirtschaftskrise ist

der Multiplikator drastisch zusam-

mengebrochen. Dies liegt vor allem

daran, dass die US-Zentralbank die

Zentralbankgeldguthaben der Banken

drastisch erhöht hat, aber diese Gut-

haben werden derzeit nicht wie zuvor

zur neuen Kreditvergabe verwendet.

Wenn Banken jedoch keine neue

Kredite mehr vergeben beziehungs-

weise fällig werdende Kredite nicht

erneuern und zur Rückzahlung stel-

len, bricht der Papiergeldboom in sich

zusammen. Der inflationäre Schein-

aufschwung weicht einem deflationä-

ren Zusammenbruch.

All die Produktionswege und Arbeits-

plätze, die im Zuge des Papiergeld-

booms geschaffen wurden, gehen

verloren. Schuldner gehen Pleite, weil

ihre Einkommen geringer ausfallen,

als im Zeitpunkt der Kreditaufnahme

erwartet wurden. Im Grunde ist die

Depression die Bereinigung der im

Papiergeldboom aufgelaufenen Fehl-

investitionen und Fehlentwicklungen.

Doch das ist auch der Grund, warum

eine

wünscht ist.

Depression

politisch

uner-

Deshalb greifen die Zentralbanken

nun noch vehementer in das Finanz-

und Kapitalmarktgeschehen ein. Das

Ziel ist klar: Ein Schrumpfen der

Geldmengen soll um jeden Preis ver-

hindert werden, der Zins soll so nied-

rig wie möglich absenkt werden und,

wenn möglich, soll auch die Bankkre-

ditexpansion fortgeführt werden.

„Überschussreserven“ der US- Banken und Giroguthaben der US- Nichtbanken in Mrd. US$ 1800 1600 1400
„Überschussreserven“ der US-
Banken und Giroguthaben der US-
Nichtbanken in Mrd. US$
1800
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08
10
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Überschussreserve
Sichtguthaben
Quelle: Thomson Financial.

Dazu kaufen die Zentralbanken Wert-

papiere auf – von Banken und auch

von Nichtbanken. Auf diese Weise ist

die Zentralbank tatsächlich in der La-

ge, die Geldmenge nicht nur vor dem

Schrumpfen zu bewahren, sie kann

sie auch jederzeit in jeder beliebigen

Menge anwachsen lassen. In den USA

zum Beispiel haben die Anleihekäufe

der US-Zentralbank (Fed) die Girogut-

haben der US-Bürger seit Ende 2008

bis heute verdoppeln lassen (siehe

nachstehende Graphik).

Die Macht der Zentralbanken über die

Geldmenge wird nun zur Ohnmacht.

Denn die hohe und drückende

(Über)Verschuldungslast der Volks-

wirtschaften – einhergehend mit Key-

nesianischen Lehren von der heilbrin-

genden Wirkung einer Geldmengen-

ausweitungs- und Inflationspolitik –

schwört nun eine Politik der bewusst

herbeigeführten Geldentwertung

herbei. Die Inflation ist die geradezu

unausweichliche Folge einer Wirt-

schafts- und Gesellschaftspolitik, die

versucht, die von ihr angerichteten

Schäden vor der breiten Öffentlichkeit

zu verbergen.

Um die Preise in die Höhe zu treiben,

bedarf es – wie vorangehend erklärt –

weder eines funktionierenden Ban-

kenapparates noch einer überbor-

denden Konjunktur. Alles, was es zur

Inflationspolitik braucht, ist der politi-

sche Wille, die elektronische Noten-

presse schnell genug laufen zu lassen.

Dass nunmehr eine neue Runde der

(Basis)Geldmengenausweitung einge-

läutet wurde, lässt sich wohl durch

die Entwicklung der nach wie vor rela-

tiv gemäßigten Geldmengenwachs-

tumsraten in den USA und im Euro-

raum erklären. Durch ein weiteres

Aufkaufen von ausstehenden Anlei-

hen, die die Zentralbanken vor allem

von Nichtbanken kaufen werden,

können die Geldmengen weiter aus-

gedehnt werden.

Ein massives Ausweiten der Geld-

mengenaggregate wird vor allem im

Euroraum kommen, denn hier hat

sich der EZB-Rat aufgemacht, den Eu-

ro um jeden Preis zu retten. Und der

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5 14. September 2012

14. September 2012

Preis, den sie die Bürger dafür zahlen

lässt, wird eine immer weiter und

immer schneller steigende Geldmenge

sein – was früher oder später die In-

flation in die Höhe treibt und das

Geld entwertet. – Warum eine stei-

gende Inflation in der aktuelle Krisen-

lage leicht aus dem Ruder laufen

kann, das soll in der nächsten Woche

besprochen werden.

US-M2 und Euro-M3 (Jahresverän- derung in Prozent) 16 14 12 10 8 6 4 2
US-M2 und Euro-M3 (Jahresverän-
derung in Prozent)
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US M2
Euro M3
Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnun-
gen.

Nächste Woche (Teil 6):

Warum das Heraufsetzen der In-

flation so gefährlich ist

Thorsten Polleit

++49 (0) 69 860 068 287 thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

„Bei genauerem Hinsehen greift Europa nicht mehr nur nach deutschen Steuergeldern – deren Aufkommen ist
„Bei genauerem Hinsehen greift Europa nicht mehr nur nach
deutschen Steuergeldern – deren Aufkommen ist schließlich
begrenzt -, sondern auch nach den deutschen Spargeldern.
Daher der Ruf nach einer Bankenunion kombiniert mit einer
Europäisierung der Einlagensicherung. Dann würden die
deutschen Kontoinhaber indirekt für die Einlagen der Sparer
in Südeuropa mithaften. Die verschiedenen Einrichtungen
der deutschen Einlagensicherung reichen aber nicht einmal
für die Guthaben im eigenen Land, falls es zu einem Sturm
auf die Banken kommt und die Krise außer Kontrolle gerät.“
Bruno Bandulet, Vom Goldstandard zum Euro, 2012, Kopp-Verlag, S. 136.

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6 14. September 2012

14. September 2012

Gold (USD pro Feinunze) 1780 1740 1700 1660 1620 1580 1540 Jun 12 Jul 12
Gold (USD pro Feinunze)
1780
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Jul 12
Aug 12
Aug 12
Sep 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Gold-ETFs (Mio. Feinunzen)

81

 

79

 

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75

     

73

       

71

       

69

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Jan. 11

Jul. 11

Jan. 12

Jul. 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Silber (USD pro Feinunze) 35,0 34,0 33,0 32,0 31,0 30,0 29,0 28,0 27,0 26,0 Jun
Silber (USD pro Feinunze)
35,0
34,0
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30,0
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28,0
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Jun 12
Jul 12
Aug 12
Sep 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Silber-ETFs (Mio. Feinunzen)

600 590 580 570 560 550 540 530 Jan. 11 Jul. 11 Jan. 12 Jul.
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Jan. 11
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Jul. 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Edelmetallmarkt-Bericht

Markt- und Umfeldbedingungen deuten auf weiter steigende Edelme- tallpreise.

Nicht nur die Aktienmärkte sind nach der Ankündigung des EZB-Rates am Don-

nerstag, den 6. September 2012, unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen zu wol-

len, in die Höhe gestiegen. Mittlerweile haben auch die Edelmetallpreise deut-

lich nachgezogen.

Vor allem die Entscheidung der amerikanischen Zentralbank am 13. September

2012, eine neue Runde der Basisgeldmengenausweitung zu verfolgen, hat die

Aktien- und Edelmetallpreise weiter beflügelt. Die US-Notenbank wird bis zum

Jahresende jeden Monat Hypothekenwertpapiere in Höhe von 40 Mrd. US-

Dollar ankaufen; dieses Vorgehen wird als Politik des „QE3“ bezeichnet.

Entwicklung in der letzten Woche

 

Gold

Silber

Platin

Palladium

In USD (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche:

1770,8

34,6

1691,5

690,3

in USD

44,6

1,2

98,0

22,8

in %

2,6

3,7

6,1

3,4

Höchster Preis

1770,8

34,7

1691,5

690,3

Niedrigster Preis

1726,3

33,3

1593,5

667,5

In Euro (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche:

1359,7

26,6

1298,7

530,0

in Euro

9,2

0,5

52,2

7,8

in %

0,7

1,8

4,2

1,5

Höchster Preis

1368,8

26,9

1304,5

533,7

Niedrigster Preis

1343,0

25,8

1246,6

521,1

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen auf Basis der Schlusskurse.

Vermutlich verbirgt sich hinter dem Edelmetall-Preisanstieg insbesondere die

Erwartung vieler Investoren, dass die Schuldenkrise nun auch im Euroraum be-

dingungslos mit einer Ausweitung der Geldmenge „bekämpft“ werden wird;

Pleiten von Staaten und Banken werden durch das Drucken von neuem Geld

abgewendet.

Die Bedeutung des Wechselkurses für Goldinvestoren Goldpreis in Euro (pro Feinunze) und EURUSD-Wechselkurs

1400

1300

1200

1100

1000

900

800

und EURUSD-Wechselkurs 1400 1300 1200 1100 1000 900 800 1,50 1,45 1,40 1,35 1,30 1,25 1,20

1,50

1,45

1,40

1,35

1,30

1,25

1,20

Jan. 11

Mai. 11

Sep. 11

Jan. 12

Mai. 12

Sep. 12

 

Gold (LS)

EURUSD (RS)

Quelle: Bloomberg, Tageswerte.

7

7 14. September 2012

14. September 2012

Platin (USD pro Feinunze) 1720 1670 1620 1570 1520 1470 1420 1370 Jun 12 Jul
Platin (USD pro Feinunze)
1720
1670
1620
1570
1520
1470
1420
1370
Jun 12
Jul 12
Aug 12
Sep 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Platin-ETFs (Mio. Feinunzen)

1,5 1,4 1,3 1,2 Jan 11 Jul 11 Jan 12 Jul 12
1,5
1,4
1,3
1,2
Jan 11
Jul 11
Jan 12
Jul 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Palladium (USD pro Feinunze) 700 680 660 640 620 600 580 560 Jun 12 Jul
Palladium (USD pro Feinunze)
700
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640
620
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Jun 12
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Aug 12
Aug 12
Sep 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Palladium-ETFs (Mio. Feinunzen)

2,4

2,2

2

1,8

1,6

Jan 11

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Die bedingungslose Geldpolitik zur „Rettung des Euro“, die nun offiziell einge-

läutet wurde, hat auch EURUSD erheblich Auftrieb verliehen. Von seinem jüngs-

ten Tiefststand am 24. Juli 2012 von 1,205 ist er nunmehr deutlich gestiegen

und mittlerweile bei etwa 1,30 angelangt.

Der Goldpreis ist jedoch in Euro gerechnet jüngst weiter angestiegen – und be-

findet sich nunmehr nahe dem bisherigen Höchstpreis von 1.359 Euro pro Fein-

unze, der Anfang September 2011 zu verzeichnen war.

Dank der Euro-Aufwertung verhielt sich der Euro-Goldpreis in den letzten zwölf

Monaten relativ stabil (obwohl der US-Dollar-Goldpreis seit dem 5. September

2011 von 1.900 USD pro Feinunze auf 1.539 USD pro Feinunze am 16. Mai

2012 fiel).

Kurzfristig ist die Aufwertung des EURUSD durchaus nachvollziehbar: Mit den

jüngsten (Geld)Politikentscheidungen hat aus Sicht vieler Investoren das unmit-

telbare Risiko des Euro-Zerfalls erheblich abgenommen – und dadurch hat der

Euro vor allem gegenüber dem US-Dollar an Attraktivität gewonnen.

Längerfristig gehen wir nach wie vor davon aus, dass EURUSD sich deutlich ab-

schwächen wird. Vor allem deshalb, weil die „Politik der Euro-Rettung“ durch

die elektronische Notenpresse die politischen und wirtschaftlichen Zentrifugal-

kräfte erst richtig in Schwung bringen und das Euro-Projekt seiner wahren Zer-

reißprobe entgegengeführt wird. Das Geldvermehren in den USA wird den

Goldpreis in USD weiter in die Höhe treiben, so dass der Goldpreis in Euro stär-

ker steigen sollte als in US-Dollar gerechnet.

Platin nach wie vor attraktiv(er als Gold) Gold- und Platinpreis (in USD pro Feinunze)

2000

1900

1800

1700

1600

1500

1400

1300

USD pro Feinunze) 2000 1900 1800 1700 1600 1500 1400 1300 Jan. 11 Mai. 11 Sep.

Jan. 11

Mai. 11

Sep. 11

Jan. 12

Mai. 12

Sep. 12

Platin

Gold

Quelle: Bloomberg, Tageswerte.

Der Platinpreis (in USD und Euro) sollte sich deutlich stärker entwickeln als der

Goldpreis. Nach wie vor sprechen angebotsseitige Engpässe und Unsicherheiten

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8 14. September 2012

14. September 2012

Volatilität Gold- und Silberpreis (USD pro Feinunze) 90 Gold Silber 70 50 30 10 Sep
Volatilität Gold- und Silberpreis (USD
pro Feinunze)
90
Gold
Silber
70
50
30
10
Sep 11
Dez 11
Mrz 12
Jun 12
Sep 12

Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

für eine steigende Bewertung des Platinmetalls – vor allem auch gegenüber

Gold (obwohl unser bisheriges Kursziel von 1.563 für Ende des dritten Quartals

2012 bereits kurzfristig übertroffen ist). Investoren sollten daher (weiterhin) in

Betracht ziehen, Gold- in Platinpositionen zu tauschen oder aber den Einstieg in

den Edelmetallmarkt mit Platinkäufen zu beginnen.

Monetäre Funktion von Gold und Silber „erkennbar“ Gold-, Silber- und Rohstoffpreise* (in USD pro Feinunze)
Monetäre Funktion von Gold und Silber „erkennbar“
Gold-, Silber- und Rohstoffpreise* (in USD pro Feinunze)
1000
900
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500
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11
12
Gold
Silber
Platin
S&P Rohstoffindex

Quelle: Bloomberg, Tageswerte. *Gesamtertrag („Total Return“).

Silber (derzeit bei etwa 34,6 USD pro Feinunze) erscheint ebenfalls ein attrakti-

ves Investment zu sein. Allerdings ist hier zu beachten, dass auch der aktuelle

Preis bereits leicht über unserem geschätzten „Fair Value“ von 34 USD pro

Feinunze für das Ende des dritten Quartals liegt. Wenngleich kurzfristig eine

Konsolidierung nicht auszuschließen ist, sollte allerdings der Weg für den Sil-

berpreis in Richtung 41 USD pro Feinunze (unsere Prognose für das Ende des

vierten Quartals) frei sein.

Weiterhin ist anzumerken, dass die Investitions-Nachfrage nach Edelmetallen

insgesamt weiterhin aufwärts gerichtet ist. So stiegen die Gold-ETF-Bestände

(ETF steht für „Exchange Traded Funds“) weiter auf 80,2 Millionen Feinunzen

gegenüber 79,5 Millionen Feinunzen in der Vorwoche. Die Silber-ETF-Bestände

betrugen 590,2 Millionen Feinunzen. Vor allem die ETF-Platin-Bestände stiegen

stark an, und zwar auf 1,47 Millionen Feinunzen von 1,45 Millionen Feinunzen

gegenüber der Vorwoche. Die Bestände der Palladium-ETFs hingegen nahmen

leicht ab, sie fielen auf 1,96 Millionen Feinunzen gegenüber noch 1,97 Millio-

nen vor einer Woche.

Nach dem starken Ansteigen in der vergangenen Woche wäre eine leichte Kor-

rektur der Edelmetallpreise alles andere als überraschend. Investoren sollten sie

als Gelegenheit nutzen, Positionen aufzubauen.

9

9 14. September 2012

14. September 2012

Goldpreis (pro Feinunze) in nationalen Währungen

   

Vor einer

Änderung

Vor einem

Änderung

Vor drei

Änderung

Vor sechs

Änderung

Vor einem

Änderung

Vor zwei

Änderung

Aktuell

Woche

in %

Monat

in %

Monaten

in %

Monten

in %

Jahr

in %

Jahren

in %

US-Dollar

1.771,13

1.735,65

2,0

1599,05

10,7

1.623,73

9,1

1644,88

7,7

1.819,63

-2,7

1.268,15

39,7

Euro

1.359,77

1.354,56

0,4

1299,73

4,6

1.286,99

5,7

1257,12

8,2

1.324,09

2,7

975,99

39,3

Chinesischer Renminbi

11.189,77

11.018,72

1,6

10195,64

9,8

10.330,91

8,3

10362,97

8,0

11.615,09

-3,7

8.566,75

30,6

Japanischer Yen

137.577,81

135.805,39

1,3

126260,10

9,0

128.533,59

7,0

136888,84

0,5

139.293,88

-1,2

105.385,03

30,5

Britisches Pfund

1.093,37

1.084,61

0,8

1022,02

7,0

1.044,32

4,7

1045,01

4,6

1.152,36

-5,1

815,29

34,1

Schweizer Franken

1.653,64

1.639,46

0,9

1561,23

5,9

1.545,27

7,0

1523,45

8,5

1.591,97

3,9

1.264,08

30,8

Indische Rupie

96.895,44

95.823,00

1,1

89541,17

8,2

90.336,32

7,3

81854,92

18,4

86.511,65

12,0

58.990,04

64,3

Russischer Rubel

54.685,98

54.988,04

-0,5

51079,55

7,1

52.717,08

3,7

48419,52

12,9

55.313,28

-1,1

38.894,40

40,6

Australischer Dollar

1.674,35

1.671,62

0,2

1.527,21

9,6

1.623,35

3,1

1.568,29

6,8

1.776,48

-5,7

1.345,14

24,5

Kanadischer Dollar

1.710,30

1.699,01

0,7

1589,88

7,6

1.660,65

3,0

1624,90

5,3

1.800,42

-5,0

1.301,67

31,4

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Aktien ausgewählter Goldproduzenten

 

Währung

Preis

Marktkapi-

% 1-Monat

% 3-Monate

% 1-Jahr

Kurs-Gewinn-

Dividenden-

talisierung,

Verhältnis

Rendite (%)

Mrd.

Barrick Gold

USD

41,6

41,7

21,9

6,8

-21,0

9,7

1,5

Freeport McMoRan

USD

41,8

39,7

19,4

23,3

0,2

11,5

2,7

Goldcorp

USD

45,4

37,2

23,3

14,5

-10,8

27,0

1,1

Newmont Mining

USD

55,5

27,6

19,7

9,4

-13,6

13,7

2,4

Newcrest Mining

USD

28,8

22,1

10,7

17,9

-26,9

19,4

1,2

AngloGold Ashanti

USD

35,4

13,6

4,4

-2,7

-21,5

9,0

1,9

Polyus Gold

USD

3,6

10,9

23,4

18,2

1,7

16,9

Kinross Gold

USD

9,9

11,3

23,4

13,8

-41,2

13,6

2,0

Gold Fields

USD

12,9

9,4

-5,3

-4,4

-23,4

9,1

3,7

Agnico-Eagle Mines

USD

50,2

8,6

12,7

19,3

-27,6

35,7

0,8

IAMGOLD

USD

14,7

5,5

28,4

17,0

-32,2

15,5

1,7

Harmony Gold

USD

8,9

3,9

-14,0

-13,2

-31,4

12,3

0,0

Hui Index

USD

503,2

503,2

214,8

19,1

12,0

-16,5

16,7

1,3

S&P 500

USD

1460,0

13501,2

4,0

9,8

22,8

14,9

2,0

Quelle: Bloomberg.

Stand: 14. September 2012.

 
Gold Forward Offered Rates (%) 6 5 4 3 2 1 0 07 08 09
Gold Forward Offered Rates (%)
6
5
4
3
2
1
0
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
Gold Lease Rates* in Basispunkten 350 300 250 200 150 100 50 0 -50 -100
Gold Lease Rates* in Basispunkten
350
300
250
200
150
100
50
0
-50
-100
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate

*Libor-Zins abzüglich Gold Forward Offered Rates.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Silber Forward Offered Mid-Rates (%) 6 5 4 3 2 1 0
Silber Forward Offered Mid-Rates (%)
6
5
4
3
2
1
0
07 08 09 10 11 12 1-Monat 3-Monate 6-Monate 12-Monate Silber Lease Rates* in Basispunkten
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
Silber Lease Rates* in Basispunkten
300
250
200
150
100
50
0
-50
-100
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate

*Libor-Zins abzüglich Silber Forward Offered Mid-Rates.

10

10 14. September 2012

14. September 2012

Edelmetallpreise, aktuell und Schätzungen (pro Feinunze)

In US-Dollar

 

Gold

Silber

Platin

Palladium

I. Aktuell

1770,8

34,6

1691,5

690,3

II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage

 

1745,4

33,9

1644,4

679,0

1724,4

33,2

1608,6

661,2

1691,7

31,8

1567,2

647,8

1635,7

29,3

1474,3

607,2

1615,9

28,9

1468,1

610,3

1642,2

30,4

1523,5

641,0

III. Prognosen

Q3 2012

1755

34

1563

679

Q4 2012

1948

41

1672

733

Q1 2013

2065

44

1672

733

Q2 2013

2168

48

1672

733

In Euro

 

Gold

Silber

Platin

Palladium

I. Aktuell

1359,7

26,6

1298,7

530,0

II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage

 

1353,7

26,3

1275,3

526,6

1350,6

26,0

1259,7

517,8

1338,5

25,2

1239,8

512,5

1316,7

23,5

1186,4

488,6

1288,5

23,0

1170,1

486,4

1280,3

23,7

1186,8

499,2

III. Prognosen

Q3 2012

1463

28

1303

566

Q4 2012

1694

36

1454

638

Q1 2013

1877

40

1520

667

Q2 2013

2065

45

1593

698

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen und Prognosen (jeweils für das Quartalsende).

11

11 14. September 2012

14. September 2012

Weitere wichtige Wirtschaftsdaten, aktuell und Schätzungen

 

Aktuell

Q3 12

Q4 12

Q2 13

I.

Notenbankzinsen (%)

       

US Federal Reserve

0,00

0,00 – 0,25

0,00 – 0,25

0,00 – 0,25

EZB

0,75

0,75

0,00 – 0,25

0,00 – 0,25

Bank von England

0,50

0,50

0,25

0,25

Bank von Japan

0,10

0,10

0,10

0,10

II.

Staatsanleihen (%)

US Treasury 10-J

1,75

1,80

1,80

1,90

Bund 10-J

1,60

1,50

1,60

1,70

UK Gilts 10-J

1,85

1,70

1,80

1,90

JGBs 10-J

0,80

0,90

1,00

1,00

III.

Währungen

EURUSD

1,30

1,20

1,15

1,05

EURJPY

101,2

101,0

98,0

108,0

EURGBP

0,80

0,86

0,84

0,84

IV.

Öl

Ölpreis (Brent, Fass)*

117,7

112,7

118,4

124,3

Quelle: Bloomberg, eigene Prognosen. Stand: 14. September 2012

Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen seit Jahresanfang in Prozent

-10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 S&P 500 Nasdaq Euro STOXX
-10
-5
0
5
10
15
20
25
30
35
S&P 500
Nasdaq
Euro STOXX 50
FTSE 100
DAX
Swiss MI
Nikkei
Hang Seng
Bovespa
Russia
CRB Index
Gold
Silber
Rohöl
EURUSD
USDJPY
EURGBP
EURCHF
USDCAD
USDGBP
USDJPY
US-Staatsanleihe 7-10 J.
US-Staatsanleihe 1-3 J.
Euro-Staatsanleihe 1-3 J.
Euro-Staatsanleihe 7-10 J.
UK-Staatsanleihe 7-10 J.
UK-Staatsanleihe 1-3 J.
Japan-Staatsanleihe 7-10 J.
Japan-Staatsanleihe 1-3 J.
2,8
21,1
8,9
6,0
25,7
10,5
8,3
11,8
9,2
4,9
4,0
13,2
24,3
9,4
0,5
1,5
-3,5
0,0
-5,4
4,2
1,0
2,0
0,3
10,7
3,6
4,6
0,6
2,5
0,2

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. Stand: 14. September 2012.

12

12 14. September 2012

14. September 2012

Marktdaten

Die ultra-laxe EZB-Politik kann die Kreditrisiken für Banken nicht vollends absenken

Credit Default Swap Spreads (Basispunkte) für Schuldtitel, die von Euroraum-Banken emittiert wurden 600 550 500
Credit Default Swap Spreads (Basispunkte) für Schuldtitel, die von Euroraum-Banken emittiert wurden
600
550
500
450
400
350
300
250
200
150
Jun 10
Okt 10
Feb 11
Jun 11
Okt 11
Feb 12
Jun 12
1 Jahr
3 Jahre
5 Jahre

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

Target-2-Saldo der Bundesbank erreicht Rekordwert von 751 Mrd. Euro im August 2012

Target-2-Salden in Mrd. Euro 800 600 400 200 0 -200 -400 -600 99 00 01
Target-2-Salden in Mrd. Euro
800
600
400
200
0
-200
-400
-600
99
00
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
Deutschland
Griechenland
Irland
Portugal
Spanien
Italien
Frankreich

Quelle: Universität Osnabrück.

Goldminen-Aktien erscheinen angesichts eines weiter steigenden Goldpreises attraktiv

HUI-Index, Goldpreis (USD pro Feinunze) und S&P 500* 1000 900 800 700 600 500 400
HUI-Index, Goldpreis (USD pro Feinunze) und S&P 500*
1000
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
99
00
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
HUI
Gold
S&P 500

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. *Indexiert (Januar 1999 = 100).

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13 14. September 2012

14. September 2012

Beiträge in bisher erschienen Ausgaben

Ausgabe

Inhalt

14. September 2012

Mit der Ratifizierung des ESM ist der Weg frei in die Euro-Inflationsgemeinschaft. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 5) Edelmetallmarkt-Bericht: Markt- und Umfeldbedingungen deuten auf weiter steigende Edelmetallpreise

7. September 2012

Zentralbanken können falsche Entscheidungen treffen – und zwar auch absichtlich. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 4) Edelmetallmarkt-Bericht: Zurück auf den langfristigen „Bull-Markt-Trend“

31.

August 2012

Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu führen, werden lauter. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 3) Edelmetallmarkt-Bericht: Investitionsnachfrage nach Edelmetall steigt weiter

23.

August 2012

Der EZB-Rat liebäugelt mit einer Zinskontrollpolitik – einer Politik, die die Ersparnisse entwertet. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 2) Edelmetallmarkt-Bericht: Gold und Silber werden im Zuge der weltweiten Konjunkturabschwächung steigen

17.

August 2012

Staatsschulden, die niemand zurückzahlen kann und will Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 1) Edelmetallmarkt-Bericht: Das Umfeld begünstigt die Aussicht auf wieder ansteigende Edelmetall-preise

10.

August 2012

Die EZB macht ernst. Die „Lirarisierung des Euro“ hat begonnen. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Zentralbankräte werden immer mehr Geld drucken Edelmetallmarkt-Bericht: Bodenbildung bei der Preiskonsolidierung; über das „Gold-Alpha“

3. August 2012

Über das Geldvermehren, den Goldpreis und den Euro-Wechselkurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Fehler der EZB Edelmetallmarkt-Bericht: Preiskonsolidierung dauert weiter an

27.

Juli 2012

„Depression“ – die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Krise des Interventionismus Edelmetallmarkt-Bericht: Aufbruch, aber noch kein Ausbruch

20.

Juli 2012

Wie die Zentralbanken die Zinsmärkte manipulieren Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Inflation wirklich ist Edelmetallmarkt-Bericht: Erstarkender US-Dollar macht Edelmetallpreisen zu schaffen

13.

Juli 2012

Die Zentralbanken sind auf Inflationskurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kollektive Korruption Edelmetallmarkt-Bericht: Kein Grund zur Euphorie

6. Juli 2012

Gold versus Aktien – ein kurzer Blick auf die Periode 1920 bis 2012 Wirtschaftspolitischer Kommentar: Aus dem Ruder gelaufen Edelmetallmarkt-Bericht

29.

Juni 2012

ESM: ein Trojanisches Pferd zur finanzpolitischen Entmachtung der nationalen Parlamente Die EZB wird die Zinsen senken. Die Politik der Euro-Entwertung schreitet voran Das Fiasko des Fiatgeldes Edelmetallmarkt-Bericht

22.

Juni 2012

Im Euroraum spielt sich eine „fast unsichtbare“ Währungskrise ab „Target2“-Salden ganz einfach erklärt 100 Jahre „Die Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“ Edelmetallmarkt-Bericht

15.

Juni 2012

Ein Ausscheiden Griechenlands wird die Euro-Krise nicht beenden Renaissance der Kapitalverkehrskontrollen? Zur Euro-Krise – ein Diskussionsbeitrag Edelmetallmarkt-Bericht

8. Deutsche Reichsbank 1923: ein Lehrstück über eine politisch unabhängige Zentralbank Die Zeichen stehen auf Abschwächung der internationalen Konjunktur Die Gefahr der Inflation Edelmetallmarkt-Bericht

Juni 2012

1. Die Bedeutung der Bankbilanzen für die Edelmetallpreise Kredit und Geld im Euroraum: Deflatorischer Druck baut sich auf Ein Fiatgeldboom endet in einer Depression Edelmetallmarkt-Bericht

Juni 2012

Der wöchentliche Degussa Marktreport ist zu beziehen unter:

www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx Alle bisherigen Ausgaben des Degussa Marktreports stehen dort auch zum Download zur Verfügung.

14

14 14. September 2012

14. September 2012

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Impressum Der Marktreport erscheint wöchentlich freitags und ist eine kostenlose Serviceleistung der Degussa
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 14. September 2012
Herausgeber: Degussa
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Tel.: (069) 860068-0, Fax: (069) 860068-222
E-Mail: info@degussa-goldhandel.de
Internet: www.degussa-goldhandel.de
Redaktion: Dr. Thorsten Polleit, Julia Kramer
Druck: Degussa
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