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neuwal Sommergespräch 2012

neu wal Sommergespräch 2012 neu wal .com “Unser Projekttitel lautet: Demokratiereformkonvent per Bürgerbeteiligung”

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“Unser Projekttitel lautet:

Demokratiereformkonvent per Bürgerbeteiligung”

Die IG Demokratie und die Online Partei Österreich (OPÖ) beim neuwal Sommergespräch 2012

Dieter Zirnig im Gespräch mit Stean Schartlmüller von der IG Demokratie und der OPÖ

Während im ORF die Sommergespräche mit den derzeit regierenden Parteien abgehalten werden, spricht neuwal.com in den ich-mach-politik.at-Studios mit bestehenden als auch neuen Kleinparteien und Initiativen in Österreich. ORF hat die Großen. Wir machen die Kleinen groß.Der Sommer 2012 steht sozusagen im Zeichen politischer Veränderung und Information: In unseren Sommergesprächen diskutieren wir mit Vertretern jener politischen Parteien und Initiativen, die es derzeit (noch) nicht in den Nationalrat geschafft haben.

Heute zu Gast bei unserem Sommergespräch ist Stefan Schartlmüller von der IG Demokratie und der Online Partei Österreich (OPÖ).

Gast bei unserem Sommergespräch ist Stefan Schartlmüller von der IG Demokratie und der Online Partei Österreich
neu wal .com Herzlich Willkommen, Stefan, und vielen Dank fürs Dabeisein. Wir sprechen heute gemeinsam

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Herzlich Willkommen, Stefan, und vielen Dank fürs Dabeisein. Wir sprechen heute gemeinsam über neue Ideen und politische Veränderungen, Möglichkeiten und Vorstellungen zur politischen Mitgestaltung sowie auf Positionen und Standpunkte zu aktuellen politischen Themen.

Bei Online, Internet, Partei und Politik, fallen mir zu aller erst die Piraten ein. Eine zweite ähnliche Partei in Östereich? Worin liegt da der Unterschied?

Stefan Schartlmüller: Der Ansatz vom Christian Obermayer, der quasi die Idee für die OPÖ hatte war jener, dass die Piraten eben mit einigen Problemen kämpfen. Da man aus Fehlern lernen sollte, was die etablierte Politik weniger macht, hat Christian gesagt, dass das hier ein zukunftsträchtiger Ansatz sein soll. Und zwar: Demokratie und Internet-Demokratie und -Politik. Diese Themen gehören anders aufbereitet und braucht andere Strukturen.

Wenn wir sagen: Basisdemokratie im Internet, dann dürfen Eitelkeiten, wie sie manchmal bei den Piraten überhand nehmen, eigentlich kein Thema sein.

Was ist denn nun die Grundidee der OPÖ und wie definiert ihr euren politischen Bereich?

Die Grundidee ist, Themen per Internet einzubringen, diese zu diskutieren und dass dann darüber abgestimmt werden kann. Diese Abstimmung soll dann nicht nur per Ja oder Nein gemacht werden, sondern man soll sich auch einbringen können. Daraus soll natürlich ein Liquid Fedback daraus entstehen und ein Bereich, in dem man Themen im Vorfeld disktutieren kann. Derzeit gibt es eine Beta-Version - wir arbeiten allerdings im Hintergrund intensiv weiter.

“Die Presse” titelt: “Demokratie per Mausklick. Ist das ein Begriff, mit dem ihr könnt und was kann man sich darunter vorstellen?

Das würde dann funktionieren, wenn sich alle Leute gleich beteiligen. Wir haben derzeit allerdings ein Problem der politischen Bildung, die zu kurz gekommen oder überhaupt verkommen ist. Politische Bildung ist eindeutig zu wenig präsent an österreichischen Schulen.

Medien sind natürlich auch immer wieder ein Thema. Es wird in allen Medien auch immer verschiedenst berichtet. Ich selbst lese Kronen Zeitung, den Standard, Die Presse oder Die Furche und alles mögliche. Das macht allerdings nicht jeder, was allerdings sehr wichtig wäre.

Jetzt haben wir über die OPÖ gesprochen und ich habe gehört, dass es ein Projekt mit dem Namen “IG Demokratie” gibt. Was ist jetzt diese IG Demokratie genau?

und ich habe gehört, dass es ein Projekt mit dem Namen “IG Demokratie” gibt. Was ist
neu wal .com IG Demokratie ist und wird ein spannendes Projekt. Bevor die OPÖ entstanden

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IG Demokratie ist und wird ein spannendes Projekt. Bevor die OPÖ entstanden ist - das ist ja auch ein relativ junges Projekt - war ich schon relativ viel unterwegs und habe Netzwerkarbeit gemacht. Ich habe mich mit Menschen von der unibrennt-Bewegung, mit grünen, roten, schwarzen Menschen getroffen und überall angesetzt. Ich wollte verstehen, wer wen warum trifft und warum Dinge passieren oder eben nicht passieren, wer sich in dem Bereich gut versteht oder sich nicht mag. Die OPÖ war bei diversen Vernetzungstreffen mit anderen kleinen Parteien dabei und da hat sich für mich herauskristallisiert, dass das schwierigste die inhaltliche Diskussion ist. Und das sieht man auch im Parlament. Und Reformen passieren deswegen nicht, weil es kein ordentliches Diskussionsklima gibt und die Entscheidungsfindungsformen in Wirklichkeit veraltert und kaputt sind. Es wird gestritten: Der eine hat eine Idee und der andere hat eine Idee. Und dann gibt es irgendwo in der Mitte einen faulen Kompromiss. Und das soll sich aufhören - hier geht es um die Entscheidungsfindung selbst und um die Form, wie Demokratie statt findet.

Wobei kann jetzt die IG Demokratie oder die OPÖ bei diesen Entscheidungsfindungen helfen?

Als IG Demokratie sind wir gerade dabei, sämtliche Modelle der Entscheidungsfindungen zusammen zu tragen: Dragon Dreaming, Whistle Council, es gibt Bürgerräte, die derzeit in Vorarlberg und in Deutschland schon super funktionieren. Es kommen Moderatoren zusammen, es wird politikwissenschaftlich analysiert: Welche Möglichkeiten gibt es partizipativ und kooperativ?

Es gilt, diese Themen aufzubereiten und in Richtung Demokratie-Reformkonvent loszuschicken. Der Projekttitel lautet: Demokratiereformkonvent per Bürgerbeteiligung. In Wirklichkeit steht nämlich eine Demokratiereform an, so wie es der Verfassungspräsident Holzinger sagt. Tatsache ist allerdings, dass wir als Bürger und BürgerInnen ein Mitspracherecht haben sollten bei so einer Demokratiereform.

Um jetzt noch einmal kurz zu strukturieren und auf den Punkt zu bringen: Was ist die IG Demokratie und was ist die OPÖ?

Die OPÖ ist für mich ein Konzept, ein Tool und ein Werkzeug, wo Demokratie stattfinden kann. Mir ist es wichtig, dass alle Menschen, die sich mit Internet-Demokratie beschäftigen zusammenarbeiten müssen. Wir sind in Gespräch mit dem eGovernment Departement in Krems, mit iDepart etc. mit dem Ziel, dass es hier ein Art BarCamp gibt, bei dem man sich mit diesen Demokratie-Tools auseinandersetzt.

Die IG Demokratie will eine Demokratiereform. Nicht nur im direkten Bereich, sondern auch beim Wahlrecht. Wir wissen, dass beim Wahlrecht Optimierungen anstehen. Parlament gehört gestärkt, Initiativrecht. Es gibt ganz viele Sache, die hinken und repariert gehören. Wir, die IG Demokratie will die BürgerInnen und Bürger dazu ermächtigen, diese Veränderung mitzutragen.

gehören. Wir, die IG Demokratie will die BürgerInnen und Bürger dazu ermächtigen, diese Veränderung mitzutragen.
neu wal .com Wer sind denn die Mitstreiter und Proponenten der IG Demokratie? Offen als

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Wer sind denn die Mitstreiter und Proponenten der IG Demokratie?

Offen als IG Demokratie präsentieren sich derzeich noch nicht sehr viele Menschen. Es gibt Erich Visotschnig mit dem SK-Prinzip. Gehard Schuster von der Volksgesetzgebung Jetzt!, der auch für die IG Eurovision unterwegs ist. Die meisten Leute sind derzeit im Hintergrund tätig. Wir sind mit Politikwissenschaft-Instituten in Kontakt die sagen: “Bitte jetzt noch eher im Hintergrund behalten.” Es ist ein brisantes Thema und ein spannendes Projekt bei dem wir mit unterschiedlichen Forschungsinstituten in Kontakt sind, wie zum Beispiel dem Göttinger-Institut für Demokratieforschung in Deutschland. Wir strecken unsere Fühler in alle Richtungen hin. Das Projekt stoßt auf ganz, ganz viel positives Feedback. Es ist breit aufgestellt sein und soll ein BürgerInnen-Rat sein. Dass hier jeder mitmachen kann, wird schwierig sein, so ist allerdings das BürgerInnenrat-Prinzip, bei dem Leute zufällig ausgesucht werden.

In Island hat es den Verfassungsreform-Konvent gegeben - das ist nun nicht perfekt vergleichbar, da die Situation in Irland eine andere war, allerdings hat das als Projektablauf sehr gut funktioniert.

Was wollt ihr nun mit der OPÖ verändern, als Partei, die bei einer Wahl antritt?

Für die meisten Menschen ist es sicherlich etwas Zukunftsthema, weil nicht jeder Mensch internet-affin ist. Es gibt Smartphones, es gibt Apps und die unterschiedlichsten Internet- Partizipationstools. Man wird es nicht nur auf Liquid Democracy herunterbrechen können, vielleicht in zwanzig Jahren. Wichtig ist allerdings, dass es zumindestens die Möglichkeit gibt, sich einzubringen. Und die Menschen zusammenbringe, die sich in dem Bereich mit Tools beschäftigen und in verschiedenen Ebenen verschiedene Tools einsetzen.

Weil es jetzt relativ wenige Leute wissen, wer Du bist und was Dich geprägt hat, haben wir sie gebeten, fünf Bilder mit Deinen persönlichen politischen Meilensteinen mitzubringen. Und das wollen wir uns jetzt gemeinsam anschauen.

Die politische Laufbahn wird es sich jetzt nicht ganz skizzieren lassen. Ich komme grundsätzlich aus der Gastronomie und beschäftige mich mit Agrarpolitik, in der auch - wenn man es global sieht - einiges schief läuft. In meinen jüngeren Jahren war ich sehr viel unterwegs und habe entdeckt, dass auf der Welt einiges schief läuft. Und, dass es auch anders geht und habe auch funktionierende Alternativen beobachtet. Irgendwo versuche ich diese Ansätze zusammen zu basteln und zu checken, wie es eben besser gehen könnte. Und an dem versuche ich eben zu arbeiten und zu lernen.

zu basteln und zu checken, wie es eben besser gehen könnte. Und an dem versuche ich
neu wal .com Was war denn das ausschlaggebende? Hat es einen Moment gegeben, der Dich

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Was war denn das ausschlaggebende? Hat es einen Moment gegeben, der Dich während Deiner Reise sehr geprägt hat?

Ich bin jetzt seit zweieinhalb Jahren Unternehmer und zahle halt unglaublich viele Steuern und sehe auch gleichzeitig, was an Misswirtschaft passiert. Das ist ein einfaches Beispiel. Dennoch möchte ich gerne Armut und Unterdrückung hernehmen, die ich nicht in Ordnung finde. Auf der einen Seite gibt es viele Menschen, denen es gut geht und auf der anderen Seite wieder viele, denen es nicht gut geht. Also, unser Wohlstand ist halt auf Unterdrückung oder Ausbeutung dort und da aufgebaut.

Nachdem ich viel unterwegs war und viele Sachen gesehen habe, die ich nicht in Ordnung gefunden habe, möchte ich daran arbeiten. Vielleicht nicht nur in Österreich, sondern auch in Europa.

Viele Parteien kämpfen um Struktur und um Unterstützungserklärungen, um bei Wahlen anzutreten. Wie kann nun aus euren Initiativen eine wählbare Partei werden. Ist das ein Ziel und wenn ja, wie weit seid ihr dabei schon?

Die IG Demokratie versucht in erster Linie das politische System zu reformieren: Die Leute anregen, dass sich etwas verändern und verbessern muss. Wir wissen, dass nicht das Grundstruktur Partei schlecht ist, sondern die Art der Führung und wie Parteien organisiert sind. Auch die Demokratie innerhalb der Parteien funktioniert nicht 100 %ig.

Die IG Demokratie als Projekt hat nicht vor, ins Parlament einzuziehen; die OPÖ allerdings schon. Die IG Demokratie versucht weiterzudenken und andere Ansätze zu denken. Im Grunde geht es um die Entscheidungsfindung. Bei den Unterstützungserklärungen möchten wir bei den Menschen ansetzten, die eventuell frustriert sind und zum Beispiel nicht mehr wählen gegangen sind. Es gilt, diese Leute aufzuwecken und zu sagen: “Schaut’s euch dieses Projekt an und bringt’s euch ein!” Es gibt verschiedene Arten, unser Projekt zu unterstützen. Sei es finanziell oder kommunikativ. Wir freuen uns auf regen Zulauf. Joseph Beuys hat gesagt, es gehört parlamentarisch und außerparlamentarisch gearbeitet. Ich möchte alles daran setzen, dass es besser wird: Das politische System und die Gesamtsituation.

Die Leute, die sagen, “es läuft etwas falsch schief, es kann nicht mehr so weitergehen”, müssen sich selbst engagieren. Und da ist vermutlich der richtige Ansatz jener der BürgerInnenräte, wie es in Vorarlberg gibt und die Leute wieder für die Politik zu gewinnen. Und hier ist auch der Ansatz der politischen Bildung wieder ganz wichtig.

Auf eurer Website opoe.at gibt es Votings zu unterschiedlichen Themen. Zum Beispiel “Budgetvorsorge für den europäischen Stabilitätsmechanismus”. Dabei kann man Ja, Nein und Enthaltung abstimmen. Bei diesem Voting haben 403 Leute

Stabilitätsmechanismus”. Dabei kann man Ja, Nein und Enthaltung abstimmen. Bei diesem Voting haben 403 Leute
neu wal .com mitgestimmt und wurde mit 217:151 und 35 Enthaltungen abgelehnt. Wie läuft das?

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mitgestimmt und wurde mit 217:151 und 35 Enthaltungen abgelehnt. Wie läuft das? Ist das ein Prozess, der derzeit geübt wird um später an Relevanz zu gewinnen?

Das ist im Prinzip die Beta-Version und soll für die Leute ein Art Gefühl erzeugen: “Wie könnte das sein, wenn man Online abstimmt?” und soll wirklich nur zum Ausprobieren sein.

Wie steht’s ihr generell zu elektronischen Abstimmungen und wie steht ihr zur Wahlcomputerproblematik bzw. welche positiven Argumentationen gibt es dabei?

Da gibt es zwei spannende Ansätze. Und zwar: Der eine Ansatz ist wie bei den Internetbanking- Geschichten TANs und Codes zu verwenden, was weitgehend nicht so schlecht funktioniert. Ein weiterer Ansatz sind Verifizierungsschritte. Im Grunde habe ich auf der einen Seite die “geheime Wahl”. In Zukunft kann es sein, dass man sich nicht mehr dafür schämen muss, wen man wählt und dass man sich quasi verifiziert. Das heißt, dass man in der Öffentlichkeit sagt, wen oder was man gewählt hat. Das wäre dann selbstkontrollierter. Mag Zukunft sein, allerdings gibt es Menschen, die sich mit diesen Mechanismen derzeit beschäftigen.

Welche Positionen vertretet ihr noch? Wir haben sehr viel über Online gesprochen. Gibt es noch Platz für andere Themen?

Im Grunde ist die OPÖ wirklich die Plattform, bei der sich jeder einbringen kann. Ich bin jetzt jemand, der sich gesamtpolitisch für alles interessiert. Von der Agrarpolitik angefangen bis hin zu Mobilität, Umweltschutz und so weiter. Wir wissen, dass es Reformansätze gibt. Wir wissen, dass es in den Parteien gute Ideen gibt. Scheitern tut es eben oft an der Entscheidungsfindung. Am Streit, wer denn die besseren Ideen hat genauso wie an Machterhalt und Sesselkleberei.

Es gibt ja den Begriff der “Direkten Demokratie”. Wie seht ihr diesen Begriff und wie kann er euch bei euren Veränderungen dabei helfen?

Ich glaube, dass auch Direkte Demokratie neu gestaltet werden muss. Weniger, was die Abstimmungsverhältnisse betrifft, sondern eher, wie diese Abstimmungen zu Stande kommen. Also, diese Einleitungsprozesse müssen anders gestaltet werden. Wenn jemand eine Idee hat, muss sie eine Plattform finden, wo es die Möglichkeit für eine breitere Basis zur Mitgestaltung gibt. Wenn von Seiten Regierung nun ein Thema auftritt, wie zum Beispiel das Thema Wehrpflicht, muss im Vorfeld mehr Mitsprache ermöglicht werden: Objektive Berichterstattung, etc.

Wie würde das denn Ideal aussehen?

muss im Vorfeld mehr Mitsprache ermöglicht werden: Objektive Berichterstattung, etc. Wie würde das denn Ideal aussehen?
neu wal .com Man muss sich Zeit dafür nehmen und in Richtung Bürgerrat versuchen eine

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Man muss sich Zeit dafür nehmen und in Richtung Bürgerrat versuchen eine Gruppe zu definieren, die in der Öffentlichkeit auftritt und für Fragen offen ist. Und - es braucht vorallem mediale und kompetente Berichterstattung.

Es ist schon öfter angesprochen worden: Agrarpolitik. Was wären hier deine Veränderungswünsche, die Du mit der Initiative einbringen könntest?

In Wirklichkeit gibt es hier sehr viel zu tun. Viele Leute wissen nicht, dass in Österreich sehr viele Lebensmittel im Müll landen. Es gibt Beispiele, wo Spargel aus Peru eine Woche vor der Spargelsaison in Österreich importiert wird, dann aber ⅓ davon im Müll landet. Es gibt Studien die sagen, dass 70 % einer Bananenernte im Müll landen. Am Feld wird “nicht normgerechtes Produkt” liegen gelassen. Es geht am Transportweg, im Geschäft und im Kühlschrank vieles kaputt. Das sind Dimensionen, die vielen Leuten nicht bewusst sind. Hier muss grenzüberschreitender gedacht werden, da viele Leute nichts zu Essen haben.

EU-Agrarpolitik ist ein wichtiges Thema, das derzeit heftig diskutiert wird. Ich glaube, 2014 sollen neue Beschlüsse gefasst werden und es gibt zum Glück viele Leute, die sich damit befassen.

Ein weiteres brisantes Thema, nicht nur in Österreich, ist die derzeitige wirtschaftliche Situation in der EU. Habt ihr hier Ideen oder Vorschläge, wie ihr hier als Initiative dieser (vermeintlichen) Krise begegnen kann?

Das ist auf alle Fälle ein spannendes Thema. Ich fände es wichtig, dass man sich dafür Zeit nimmt und nicht von einem teuren Gipfel zum anderen hetzt und, dass das nicht nur zwischen Frankreich und Deutschland ausgemacht wird. Es ist nicht so, dass nur Links oder Rechts Fehler gemacht haben, sondern es ist einfach Misswirtschaft passiert: In Griechenland oder, ein noch besseres Beispiel, in Spanien, vorallem was Immobilien und Banken betrifft. Das muss geöffnet werden. Und hier sind wir wieder bei einem “Marionetten-Beispiel”, dass wirklich die Mechanismen, die im Hintergrund laufen, durchleuchtet werden müssen. Da braucht es einfach mehr Transparenz. In Deutschland hat es einen offenen Brief einer Ökonomin an Frau Merkel gegeben, in dem es geheißen hat, dass ESM keine so gute Idee ist. Und es ist so, dass hier 150 Ökonomen das eine sagen und 150 Ökonomen das andere sagen. Das heißt: Wir brauchen eine andere Diskussionskultur. Die Leute müssen sich an den Tisch setzen und so lange diskutieren, bis es passt. Weil sonst geht es tatsächlich in die Binsen.

Zum Thema Umwelt und Energie, welche Ideen und Überlegungen habt ihr dazu?

Ein großes Thema sind die Öffentlichen Verkehrsmittel. Öffentlicher Verkehr muss ausgebaut werden, was ganz, ganz wichtig ist. Viele Leute wissen nicht, dass Energiesubventionen ganz

Verkehr muss ausgebaut werden, was ganz, ganz wichtig ist. Viele Leute wissen nicht, dass Energiesubventionen ganz
neu wal .com viele objektive Berichterstattungen verwässern. Atomstrom ist nämlich nicht billig, sondern wird massiv

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viele objektive Berichterstattungen verwässern. Atomstrom ist nämlich nicht billig, sondern wird massiv subventioniert. Es gibt in diesem Zusammenhang auch die Frage mit der Endlagerung. Das sind Sachen, die medial offen und objektiv diskutiert werden müssen und wo Tatsachen auf den Tisch gelegt werden müssen.

Jetzt gerade die perfekte Diskussion rund um den Biosprit: Das kann nicht viel Sinn machen.

Interessantes Beispiel ist auch Japan: Dort ist man gezwungen worden, 20 bis 30 % Strom einzusparen. Das hat natürlich wirtschaftliche Auswirkungen. Diese Sachen muss man integriert und zusammen denken: Wirtschaftliche Entwicklung, Finanzmarktentwicklung und Energiethemen gehören zusammengedacht.

Auf einer Skala von 0-10, wo 0 für "klassisch" rechts und 10 für "klassisch" links steht - wo seht ihr eure Initiative? Wo sehen euch die Wähler? Wo sehen euch andere Parteien?

Solche Skalen müssen sich meiner Meinung nach auflösen. Wenn man das Beispiel “rechts außen” hernimmt, dann glaube ich, dass hier Leute unterwegs sind, die nicht grenzüberschreitend unterwegs sind. Es gibt Menschen, die grenzüberschreitend konsumieren, die global konsumieren aber man denkt nicht über die Grenze hinweg. Auch das ist ein Thema in Österreich, das einfach viel zu wenig diskutiert wird.

Was sind nun die politischen Punkte und Themen, mit denen ihr euch von anderen Parteien unterscheidet?

Die OPÖ ist Werkzeug, Konzept und Plattform. Die IG Demokratie möchte ein Projekt durchziehen. Es geht darum, dass die Menschen die Möglichkeit bekommen, bei der Demokratiereform mitgestalten zu können. Das ist ihr legitimes Recht, unserer Meinung nach. Wir wollen die Frage stellen: “In welchen Bereichen wollen wir in welcher Form mitgestalten.” Transparenz, Kontrolle und so weiter.

In Hamburg hat eine Bürgerinitiative selbst das Transparenzgesetz geschrieben. Das ist bei uns auch ein Thema. Und es ist so, dass nicht die Parteien dieses Transparenzgesetz schreiben, sondern die Bürger. In Hamburg hat es funktioniert: transparenzgesetz.de ist auf Grund der hohen Legitimation - die Initiative hat sehr viel Feedback bekommen - und ist quasi angenommen und im Rathaus beschlossen worden. So kann es funktionieren und so kann es aussehen.

Wie kann es gelingen, so etwas in Österreich umzusetzen?

In dem die IG Demokratie und das Projekt dahinter sehr viel Unterstützung erfährt. Es braucht zu Beginn einige finanzielle Mittel. Im Hintergrund sieht es schon sehr gut aus, sehr viele

erfährt. Es braucht zu Beginn einige finanzielle Mittel. Im Hintergrund sieht es schon sehr gut aus,
neu wal .com UnterstützerInnen sind schon an Board. Wir möchten auf den Unis schauen, ob

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UnterstützerInnen sind schon an Board. Wir möchten auf den Unis schauen, ob uns junge Menschen unterstützen können, die sich mit dem Thema “Demokratie” beschäftigen und hier etwas weiterbekommen wollen. Es wird keine Kinderjause, allerdings wird das schon was werden. Das Feedback ist bis jetzt zu 110 % positiv, darum sind wir hier sehr optimistisch.

Welche Projekte gibt es von Euch und wie macht ihr auf euch derzeit aufmerksam?

Wir sind gerade in der Anlaufphase. Es gibt unsere Website, die sich von Woche zu Woche immer wieder verbessert. Es fehlt an Geld, daher ist es ganz klar, dass es bis jetzt noch nicht perfektioniert ist. Die Projekte werden die sein, dass wir das ganze strukturieren, wir möchten Inhalte generieren und damit in die Öffentlichkeit gehen um Menschen zu finden, die sich damit beschäftigen.

Was wäre der ausschlaggebende Moment, in dem Du sagen würdest: “Ja, damit bin ich jetzt mal zufrieden?”

Die Aufmerksamkeit muss so groß werden, damit es als öffentliches Projekt wahrgenommen wird. Im Oktober machen wir eine große Tour durch Österreich, bei der wir Leute aus ganz Österreich für unser Projekt gewinnen wollen. Es wird genügen Arbeit geben, die wir transparent darstellen möchten.

2013 muss auf alle Fälle das passieren, dass unser Projekt und Konzept konkretisiert wird, wie es aussehen soll. Es gibt schon viele Pozessdesignvorschläge und unterschiedliche Methoden.

Es stellen sich die Frage, in welchen Bereichen wir Transparenz, Mitsprache und Kontrolle möchten. Es geht darum, dass die Thematik aufbearbeitet werden muss: Moderation, Partizipation, Wahlrecht. TeilnehmerInnen müssen per Zufallsprinzip eruiert werden, so wie es eben bei den BürgerInnenräten in Vorarlberg schon funktioniert. Dann gibt es Moderation und Begleitung durch Rechtsexperten. Der Ablauf muss dokumentiert und nach außen hin sichtbar gemacht werden. Kontakt mit Menschen muss vorhanden sein über alle möglichen Kanäle und dann geht es eben in Richtung Demokratiereform.

Angenommen, es würde sich in der Bevölkerung etwas ändern und die OPÖ wäre eine starke Fraktion im Parlament mit Mandaten. Was wäre anders? Woran würde es die Bevölkerung und die Politik merken?

Das muss auf eine Bürgerbeteiligungsebene gestellt werden. Es braucht Diskussionen, Online- Arbeit. Perfekt ist es noch nicht. Im Herbst kommt die Alpha-Version auf unserer Website und dann werden wir daran noch feilen. Die Generierung von NationarätInnen ist jetzt noch nicht perfekt. Mein Hauptaugenmerkt liegt beim Projekt IG Demokratie, weil das Konzept Demokratie

ist jetzt noch nicht perfekt. Mein Hauptaugenmerkt liegt beim Projekt IG Demokratie, weil das Konzept Demokratie
neu wal .com neu durchdacht werden muss. Und optimalst mit vielen Leuten. Vielen Dank für’s

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neu durchdacht werden muss. Und optimalst mit vielen Leuten.

Vielen Dank für’s Dabeisein und alles Gute!

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