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Marktreport Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  21. September 2012 Der westeuropäische Interventionismus ist zum

Marktreport

Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  21. September 2012
Wirtschaft, Finanzen, Edelmetalle  21. September 2012

Der westeuropäische Interventionismus ist zum Scheitern verurteilt.

Der Sozialismus kann viele Formen annehmen. Nicht immer wird jede davon als solche erkannt.

Am einfachsten zu erkennen ist sicherlich der Sowjet-Sozialismus. Er strebt nach revolutionärem Gesellschaftsumsturz und Vollverstaatlichung aller Produktions- mittel.

Schon viel schwieriger ist es, den „dritten Weg“, der auch als „soziale Markt- wirtschaft“ oder Interventionismus bezeichnet wird, als eine Form des (herauf- dämmernden) Sozialismus zu erkennen.

Was bedeutet Interventionismus? Interventionismus bedeutet fallweises Eingrei- fen des Staates in das Marktgeschehen. Hierzu gehören Steuern, aber auch staatliche Weisungen, Gebote, Verbote und Einschränkungen.

Die Befürworter des Interventionismus wollen das Privateigentum der Produkti- onsmittel nicht etwa abschaffen. Sie wollen lediglich die Verfügungsgewalt über das Privateigentum gemäß „wünschenswerter gesamtgesellschaftlicher Ziele“ beeinflussen.

„Es ist nicht notwendig, den Menschen den Durst nach Macht beizubringen. Aber es ist sehr

„Es ist nicht notwendig, den Menschen den Durst nach Macht beizubringen. Aber es ist sehr sinn- voll, dass sie durch moralische Bildung gelehrt und durch ihre bürgerlichen Verfassungen ge- zwungen werden, sich viele Beschränkungen ge- genüber einer unbescheidenen Ausübung und einer ungezügelten Leidenschaft dafür aufzuerlegen.“

Edmund Burke (1729 – 1797), Appeal, III S. 77 f., Doering, D. (Hrsg.), Freiheit, Tradition, Revolution.

Der Interventionismus soll die „guten Seiten“ von Kapitalismus und Sozialismus bewahren und gleichzeitig deren „schlechte Seiten“ ausschalten.

Doch das ist ein trügerisches Vorhaben: Der Interventionismus ist nämlich kein gangbares Wirtschaftssystem:

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

IN DIESER AUSGABE

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Der westeuropäische Interventionis- mus ist zum Scheitern verurteilt

Seite 5:

Wirtschaftspolitischer Kommentar:

Das Geld „aus dem Nichts“ führt in die Krise

Seite 7:

Edelmetallmarkt-Bericht: Leichte Preiskorrekturen stehen dem Auf- wärtstrend nicht entgegen

Seite 12: Marktdaten

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Nicht einmal das Gelddrucken der EZB lässt die Aktienkurse steigen Bilanzsumme des Eurosystems (Mrd. Euro) und Euro STOXX 50

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Bilanzsumme des Eurosystems (LS)

Euro STOXX 50 (RS)

 

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

Wer gedacht hat, die Geldmengenauswei- tung und Tiefzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) würde die Wachstums- und Beschäftigungsaussichten im Euroraum verbessern, wird enttäuscht sein. Die Aktienkurse, die ja tendenziell ein Indi- kator für die künftigen Prosperitätsentwick- lung darstellen, sind nach wie vor nur we- nig höher als zum bisherigen Hochpunkt der Krise im März 2009. Zum einen haben offensichtlich die EZB- Maßnahmen (noch) nicht die Inflationser- wartungen in die Höhe getrieben, die ten- denziell auch für höhere Aktienkurse sor- gen würden. Zum anderen scheinen sich aber auch die künftigen Wachstumsperspektiven durch die EZB-Aktionen nicht verbessert zu ha- ben. Die nach wie vor gedrückten Aktienkurse könnten demnach signalisieren, dass Inves- toren für die Zukunft eine stagnative oder gar rezessive Entwicklung im Euroraum er- warten; weil nämlich erwartet wird, dass sich der Interventionismus immer unge- hemmter ausbreitenden wird und die pro- duktiven Kräfte massiv schädigen wird.

„Das zwischen beiden [also Sozialismus und Kapitalismus, Anm. d. V.] vermit-

telnde System des durch obrigkeitliche Maßnahmen beschränkten, geleiteten

und regulierten Eigentums einzelner ist in sich selbst widerspruchsvoll und

sinnwidrig; jeder Versuch, es ernstlich durchzuführen, muß zu einer Krise füh-

ren, aus der dann entweder Sozialismus oder Kapitalismus allein den Ausweg

geben können.“ 1

Der Interventionismus führt zu Krisen, weil er Menschen zwingt, sich so zu ver-

halten, wie sie aus selbstverstandenem Interesse nicht handeln wollen und/oder

können.

Menschen werden versuchen, den Staatszwängen auszuweichen, und daher

werden auch die Ziele, die der Interventionismus erreichen will, nicht erreicht.

Doch wenn der Interventionismus die Ziele nicht erreicht, die er vorgibt zu er-

reichen, bestärkt das meist seine Befürworter nur noch stärker in ihrer Auffas-

sung, dass mehr und bessere Gesetze und Gebote und Verbote nötig seien, um

die angestrebten Ziele zu erreichen.

Die Krisen, für die der Interventionismus sorgt, löst folglich eine Interventionis-

musspirale aus, die, wenn sie erst einmal in Gang gesetzt ist, sich kaum mehr

stoppen lässt.

Der Interventionismus deformiert so die Leistungskraft der Wirtschaft und lässt

– wenn er nicht beendet wird – früher oder später eine sozialistische Ordnung

entstehen.

Der Interventionismus gedeiht besonders gut unter der parlamentarischen De-

mokratie, weil sie der Mehrheit die Verlockung in Aussicht stellt, an Einkom-

men zu gelangen, die sie selbst nicht erwirtschaften kann oder will.

Genauer: Der Interventionismus ermöglicht es einer weniger leistungsfähigen

und –willigen Mehrheit, sich auf Kosten einer leistungsfähigeren und

–willigeren Minderheit besser zu stellen (zum Beispiel indem der leistungsfähi-

geren und –willigeren Minderheit eine höhere Besteuerung auferlegt wird).

Oder einzelne Gruppen verschaffen sich Privilegien, die notwendigerweise auf

Kosten Dritter gehen. Das trifft insbesondere im Bereich des Geldwesens zu:

Wird die Geldproduktion verstaatlicht, ist der Missbrauch der Notenpresse vor-

programmiert.

1 Mises, L. v. (1929), Kritik des Interventionismus, S. 23.

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Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama „Mehrere einander ablösende Kabi- nette hatten bereits

Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama

„Mehrere einander ablösende Kabi- nette hatten bereits zugelassen, daß die Inflationsrate nach und nach stieg, aber jetzt galoppierte sie einem unbe- kannten Ende entgegen, da die Regie- rung immer mehr Geld drucken ließ, das an Wert mehr und mehr einbüßte. (Am Ende dieser beispiellosen Hy- perinflation bekam man für einen Dollar 4,2 Billionen Mark). Deutsch- land schwamm im Papiergeld, dessen Wert täglich und stündlich sank. Und eine der Mittelschicht verpflichtete Regierung duldete, daß ebendiese Schicht beraubt wurde; ihre Erspar- nisse lösten sich zum größten Teil in nichts auf, und ein Volk, das an die moralische und treuhändischerisch Tugend des Sparens geglaubt hatte, sah sich enteignet.“

—Fritz Stern (2009), Fünf Deutschland und ein Leben, S. 85.

Sachgeld wird durch Papiergeld ersetzt; die Zinsen werden von der staatlichen Notenbank auf „unnatürliche“ Tiefststände manipuliert; der Staat weitet immer weiter zu Lasten der Privaten aus; die Verschuldung steigt an; die Konjunktur folgt dem Muster eines „Boom-and-Bust“-Zyklus, taumelt von Krise zu Krise.

Die Krisenanfälligkeit wird dann jedoch nicht dem Interventionismus, sondern dem System freier Märkte angelastet. Die Politikreaktion ist folglich nicht weni- ger Interventionismus und mehr Markt, sondern mehr Interventionismus und weniger Markt.

Die Übelstände werden „bekämpft“ mit den Mitteln, die sie verursacht haben. Und auf diese Weise wird die Gesellschaft, nach und nach, in ein sozialistisch- kollektivistisches Gemeinwesen überführt.

Das europäische Integrationsprojekt ist diesen zerstörerischen Kräften des Inter- ventionismus bereits anheimgefallen.

Zwar haben seit je her wohl alle Euroraum-Länder mehr oder wengier sozialis- tisch-interventionistische Politiken verfolgt. Allerdings sorgte die noch existie- rende Währungsvielfalt vor Euro-Einführung für einen Währungswettbewerb.

Der Währungswettbewerb hielt den nationalen Interventionismus zumindest etwas in Schach: Trieb es eine nationale Regierungen allzu übel mit der Inflati- on, kam es zu Kapitalabfluss, Währungsabwertung und steigenden Zinsen (ins- besondere für Staatskredite).

Mit der Einführung der Euro-Einheitswährung ist die produktive Kraft des Wäh- rungswettbewerbs und damit auch des (Wirtschafts)Systemwettbewerbs im Eu- roraum nun jedoch außer Kraft gesetzt.

Die aktuelle Krise beflügelt Politiken, die auf noch mehr Staat, noch mehr Zent- ralismus und vor allem auf noch weniger Wettbewerb und Eigenverantwortung der Akteure abzielen.

Der Staatsapparat und seine Bürokratie sollen nicht schrumpfen, sondern sie sollen ausgeweitet werden; Entscheidungskompetenzen sollen von der nationa- len auf eine supranationale Ebene verlagert werden; Harmonisierungs- und Gleichmachungsbestrebungen sollen Wettbewerb reduzieren; und die diszipli- nierende Kraft, für das eigene Handeln haften zu müssen, soll ausgehebelt werden.

Vor allem die Entscheidung des EZB-Rates, Anleihen strauchelnder Staats- schuldner (und auch de facto bankrotter Banken) aufkaufen zu wollen, wenn nötig in unbegrenztem Umfang, leistet dem Ausbreiten des Interventionismus

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4 21. September 2012 im Euroraum in bisher ungeahnter Weise Vorschub. Nunmehr lässt sich dank der
4 21. September 2012 im Euroraum in bisher ungeahnter Weise Vorschub. Nunmehr lässt sich dank der

im Euroraum in bisher ungeahnter Weise Vorschub.

Nunmehr lässt sich dank der elektronischen EZB-Notenpresse alles finanzieren. Die Marktkräfte, die der Misswirtschaft von Regierungen und Banken Einhalt gebieten könnten, sind jetzt ausgehebelt.

Das weitere Auswuchern des Interventionismus (in Form der Schaffung einer Bankenunion, einer „koordinierten Fiskalpolitik“ und vieles mehr) wird jedoch nicht die Krisen verhindern, für die der Interventionismus unweigerlich sorgt.

Der Interventionismus ist eine schiefe Ebene: Die Gesellschaft, die sich auf ihr befindet, wird in Richtung Sozialismus rutschen. Und bekanntlich muss der So- zialismus scheitern. Der westeuropäische Interventionismus – wenn er weiter betrieben wird – wird scheitern, weil er zu Sozialismus führt; er wird ebenso scheitern, wie die Gesellschaften Osteuropas Anfang der 90er Jahre des ver- gangenen Jahrhunderts mit dem Sozialismus gescheitert sind.

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Der wirtschaftspolitische Kommentar

5 21. September 2012 Der wirtschaftspolitische Kommentar Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama Die

Quelle: Ludwig von Mises Institute, Auburn, US Alabama

Die Geldschöpfung „aus dem Nichts“ führt in die Krise 2

Johann Wolfgang von Goethe (1749

– 1832) wusste um die Verlockung

und die zerstörerische Kraft des Pa- piergeldes. Im Faust lässt er Mephisto

dem Kaiser, in dessen Land Korrupti- on und Gewalt herrschen und dessen Hofstaat chronisch über seine Ver- hältnisse lebt, den Rat geben, Papier- geld auszugeben, das mit „ungeho- benen Schätzen des Landes“ gesi-

chert – also in Wirklichkeit ungedeckt

– ist, um einen Karneval zu finanzie-

ren. Gesagt, getan. Doch nur kurzfris-

tig scheinen die Geldsorgen gelöst, verfallen die Menschen dem trügeri- schen Papiergeldsegen. Der Wahn währt nur kurz. Das Papiergeld stürzt des Kaisers Reich vollends in Chaos.

2 Dieser Beitrag wurde am 5. September 2012 in der Börsen-Zeitung veröffentlicht. Der für diese Woche angekündigte Beitrag „Was Sie schon immer über Geld wissen wollten … (6. Teil)“ erscheint in der nächsten Ausgabe.

Goethe nahm vorweg, was mit voll- endeter Perfektion und Perfidität nun zur allgemein befürworteten Geld- ordnung geworden ist: Papier- oder „Fiat“-Geld (fiat vom lateinischen „es geschehe“). Die Produktion des ent- materialisierten Geldes ist staatlich monopolisiert. Ökonomisch betrach- tet handelt es sich, genauso wie in Goethes Kaiserreich, um legalisierte Geldfälschung. Doch es kommt noch schlimmer: Das Fiat-Geld wird durch Bankkreditvergabe produziert, die nicht durch „echte Ersparnis“ gedeckt sind. Das Geldschaffen durch Kredit- vergabe „ex nihilo“ macht das Fiat- Geld zum eklatanten Fremd- und Störfaktor im System freier Märkte – und führt zu schweren wirtschaftli- chen und sozialen Schäden.

Das Fiat-Geld verursacht Finanz- und Wirtschaftskrisen. Das Ausweiten der Fiat-Geldmenge durch Bankkreditver- gabe senkt den Marktzins künstlich herab – und zwar unter das Niveau, das bestehen würde, wenn die Kre- ditvergabe nicht ausgeweitet worden wäre. Die künstlich gesenkten Zinsen verlocken zu Investitionen, die ohne ein künstliches Absenken nicht ange- gangen worden wären. Die Auswei- tung der Fiat-Geldmenge durch Bankkreditvergabe gaukelt einen Zu- wachs von Ersparnissen vor, der nicht vorhanden ist, um damit neue Investi- tionsprojekte erfolgreich zu bestrei- ten. Früher oder später tritt zutage, dass die Investitionsprojekte zu den ursprünglich kalkulierten Preisen nicht durchführbar sind. Der „Boom“ er-

weist sich als illusionär und kippt um in einen „Bust“.

Unternehmen schränken die zuvor ausgeweitete Produktion und Be- schäftigung ein, Investitionsprojekte werden liquidiert. Doch der Ab- schwung, durch den die Fehlinvestiti- onen bereinigt werden sollen, ist poli- tisch nicht gewollt. Unter den Rufen von Regierenden, Banken- und Un- ternehmensverbänden und Gewerk- schaften nach noch tieferen Zinsen senkt die Zentralbank die Zinsen noch weiter ab, um die Bankkredit- und Fi- atgeldmenge noch weiter auszudeh- nen. Das unheilvolle „Boom-Bust“- Spiel wiederholt sich um das ein oder andere Mal. Dabei steigt im Verlauf der Boom-und-Bust-Zyklen die Ver- schuldung relativ zur Wirtschaftsleis- tung immer weiter an. Schließlich werden unrentable Investitionen nicht liquidiert, sondern mit tieferen Zinsen Anschluss finanziert. Und zudem werden neue Investitionen angelockt, die wiederum nur profitabel sind, wenn die Zinsen künstlich niedrig bleiben. Das Fiat-Geldsystem führt so unweigerlich in eine Überschuldung, angeführt von einer übermäßigen Verschuldung von Staaten und auch Geschäftsbanken.

Denn vor allem die Staatsverschul- dung steigt dank des Fiat-Geldsystems immer weiter an. Es erlaubt, Wahl- kampfversprechen und einen auswu- chernden Staatsapparat nahezu ge- räuschlos mit künstlich gedrückten Zinsen zu finanzieren. Angesichts der schier unerschöpflichen Finanzkraft

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des Staates begeben sich immer mehr Menschen direkt oder indirekt in sei- ne Abhängigkeit: Staatsangestellte, Empfänger staatlicher Pensions-, Transfer- und Subventionszahlungen oder Unternehmer, die von staatli- chen Aufträge leben. Aber auch Spa- rer, die ihre Lebensersparnisse in Staatsanleihen anlegen, werden zu willigen Befürwortern des (fi- nanz)starken Staates.

Es kommt zur „kollektiven Korrupti- on“: Eine wachsende Zahl von Gesell- schaftsmitgliedern wird aus ihrem Ei- gennutzkalkül heraus zu Befürwor- tern staatlicher Zwangsmaßnahmen zum Erhalt des Fiat-Geldsystems. Um Staats- und Bankenpleiten abzuweh- ren, werden weitreichende Einschnitte in die Eigentums- und Freiheitsrechte akzeptiert – wie zum Beispiel der Er- lass von Handelsverboten und Kapi- talverkehrsbeschränkungen, vor allem auch das Auswuchern der Regulie- rung und Bürokratie. Gerade die Kri- sen, für die das Fiat-Geld zwangsläu- fig sorgt, überführen die Gesellschaft so Stück für Stück in ein kollektivis- tisch-sozialistisches Gemeinwesen.

Ist die kollektive Korruption erst ein- mal weit gediehen – hat also erst einmal ein großer Teil der Bevölke- rung sein persönliches Wohl und We- he an die Geschicke des Staates und an das von ihm monopolisierte Fiat- Geld gebunden –, dann sind auch die Weichen in Richtung hoher Inflation oder sogar Hyperinflation gestellt. Denn vor die Wahl gestellt, Pleiten von Staaten und Banken und damit eine Rezession-Depression hinzuneh- men oder aber offene Rechnungen

mit neu ausgegebenem Fiat-Geld zu bezahlen, wird sich die Mehrheit ge- gen Pleitewellen und für das Geld- vermehren aussprechen.

Das heutige Fiat-Geldsystem ist keine „natürliche“, also aus Marktprozes- sen heraus gewachsene Ordnung. Es konnte nur entstehen, indem die Staaten das zuvor etablierte Sachgeld- system bewusst zerstört haben. Ein markanter Zeitpunkt dafür war der 15. August 1971, der Tag, an dem der amerikanische Präsident Richard Nixon (1913 – 1994) das Goldeinlö- sungsrecht der US-Dollar-Halter ein- seitig aufkündigte. Mit diesem Schritt wurden die letzten Überbleibsel der Goldbindung für das Weltwährungs- system beseitigt, und fortan konnten die Nationalregierungen über beliebig vermehrbares Fiat-Geld verfügen und seine Kaufkraft je nach eigner Interes- senlage heruntermanipulieren.

Das staatliche Fiat-Geldsystem lässt sich weder ökonomisch noch ethisch überzeugend verteidigen. Der Gegen- entwurf zum staatlichen Fiat-Geld ist das freie Marktgeld. Ganz in diesem Sinne hatte sich Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) bereits 1976 für einen Währungswettbewerb ausge- sprochen, ein denkbar einfacher und ökonomisch praktikabler Ansatz: Die Monopolstellung des Staatsgeldes wird aufgehoben, und fortan haben die Geldnachfrager die freie Wahl, was sie als Geld verwenden wollen. Angesichts der (physischen) Eigen- schaften, die Geld erfüllen muss, würde sich vermutlich rasch ein Sach- geldsystem (vor allem wohl Gold und Silber) herausbilden.

Eine Übertragung der staatlichen Geldproduktion auf freie Märkte – die Privatisierung der Geldproduktion – würde ein Geld hervorbringen, das im Einklang mit den ökonomischen und ethischen Prinzipien der Marktwirt- schaft steht. Monetäre Konjunktur- und Finanzkrisen würden aufhören. Der Spielraum für wachstumsschädli- che Marktinterventionen schwindet, das Fortschreiten auf dem Weg in die unfreie und verarmende Gesellschaft, den das Fiat-Geld ebnet, wird ge- stoppt. Die (Wieder)Beschäftigung mit der Idee des freien Marktgeldes wird sich als wahrer und tatsächlich hebba- rer Schatz erweisen. Nicht überra- schend, denn schon Goethe wusste:

„Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen es noch einmal zu denken.“

Nächste Woche (Teil 6):

Warum das Heraufsetzen der In- flation so gefährlich ist

Thorsten Polleit

++49 (0) 69 860 068 287 thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

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Gold (USD pro Feinunze) 1780 1740 1700 1660 1620 1580 1540 Jun 12 Jul 12
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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Gold-ETFs (Mio. Feinunzen)

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Silber (USD pro Feinunze) 35,0 34,0 33,0 32,0 31,0 30,0 29,0 28,0 27,0 26,0 Jun
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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Silber-ETFs (Mio. Feinunzen)

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Edelmetallmarkt-Bericht

Leichte Preiskorrekturen stehen dem Aufwärtstrend nicht entgegen.

In Euro gerechnet hat der Goldpreis nunmehr ein Rekordhoch erreicht; am 21. September handelte er bei 1366,8 Euro pro Feinunze. Die wachsende Unsicher- heit über die Zukunft des Euro(raums), vor allem aber auch die wachsende Ein- sicht der Anleger, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine Inflationspoli- tik eingeschwenkt ist, dürften diese Entwicklung maßgeblich getrieben haben.

Goldpreis in Euro (pro Feinunze)

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Quelle: Bloomberg.

Die EZB-Ratsentscheidung vom 6. September 2012, wenn nötig unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen zu wollen, spricht stärker denn je dafür, dass das Geldvermehren im Euroraum nicht nur an Fahrt aufnimmt, sondern sogar auch stärker ausfallen wird als in den USA – und das spricht für Abwärtsdruck auf den Außenwert des Euro.

EZB-Politik des Geldausweitens schwächt den Euro-Außenwert Bilanzsumme US-Fed und EZB sowie EURUSD-Wechselkurs

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Prognose
Prognose

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Bilanzsumme der Fed relativ zu der der EZB (LS)

Euro-Dollar-Wechselkurs (RS)

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Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen.

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Platin (USD pro Feinunze) 1720 1670 1620 1570 1520 1470 1420 1370 Jun 12 Jul
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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Platin-ETFs (Millionen Feinunzen)

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Palladium (USD pro Feinunze) 700 680 660 640 620 600 580 560 Jun 12 Jul
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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Obwohl der Euro seit dem 24. Juli von 1,205 auf nunmehr 1,296 angestiegen ist (und Mitte September oberhalb von 1,30 handelte), spricht doch weiterhin viel dafür, dass dies lediglich eine kurze technische Gegenbewegung war, die nunmehr von einer trendmäßigen Euro-Abwertung gefolgt sein sollte. Unsere Prognose lautet unverändert 1,05 für EURUSD bis bitte 2013. In Euro gerechnet sollten Anleger also mit Edelmetall-Anlagen attraktive Renditen erwirtschaften (und das auch in relativ kurzer Frist).

Entwicklung in der letzten Woche

 

Gold

Silber

Platin

Palladium

In USD (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche:

 

1775,1

34,9

1637,8

677,8

 

in USD

13,6

0,7

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-3,5

in %

0,8

2,1

-1,7

-0,5

Höchster Preis

1775,1

34,9

1665,8

681,3

Niedrigster Preis

1761,5

34,2

1628,0

662,5

In Euro (pro Feinunze) Aktuell Änderung gegenüber Vorwoche:

 

1362,9

26,8

1257,5

520,4

 

in Euro

20,2

0,7

-12,3

1,1

in %

1,5

2,8

-1,0

0,2

Höchster Preis

1366,6

26,8

1269,8

520,4

Niedrigster Preis

1342,8

26,1

1251,4

511,3

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen auf Basis der Schlusskurse.

Die Investitionsnachfrage nach Edelmetallen ist weiter aufwärts gerichtet. Die Gold-Bestände der „Exchange Traded Funds“ (ETFs) stiegen auf 81,1 Millionen Feinunzen gegenüber noch 80,5 Millionen in der Vorwoche. Die Silber-ETF- Bestände erreichten 593,3 Millionen Feinunzen im Vergleich zu noch 590,5 Millionen Feinunzen am 14. September. Besonders stark stiegen die Platin-ETFs:

Sie erreichten 1,50 Millionen Feinunzen von 1,48 Millionen Feinunzen gegen- über der Vorwoche. Dahinter verbirgt sich sicherlich vor allem die (drohende) Angebotsverknappung. Die Palladium-ETF-Bestände hingegen blieben nahezu unverändert und betrugen derzeit 1,95 Millionen Feinunzen.

Auch weiterhin leichte Preiskorrekturen stehen dem Aufwärtstrend insbesonde- re beim Goldpreis nicht entgegen.

Palladium-ETFs (Millionen Feinunze)

Goldpreis (USD pro Feinunze)

2,4

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Quelle: Bloomberg. Tageswerte.

Quelle: Bloomberg.

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21. September 2012

Edelmetallpreise, aktuell und Schätzungen (pro Feinunze)

In US-Dollar

 

Gold

Silber

Platin

Palladium

I. Aktuell

1775,1

34,9

1637,8

677,8

II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage

 

1769,5

34,6

1640,8

672,0

1757,4

34,3

1644,3

676,1

1721,3

33,0

1596,9

657,5

1654,7

30,0

1495,9

616,4

1621,8

29,1

1472,7

610,5

1646,2

30,5

1527,6

641,4

III. Prognosen

Q3 2012

1755

34

1563

679

Q4 2012

1948

41

1672

733

Q1 2013

2065

44

1672

733

Q2 2013

2168

48

1672

733

In Euro

 

Gold

Silber

Platin

Palladium

I. Aktuell

1362,9

26,8

1257,5

520,4

II. Gleitende Durchschnitte 5 Tage 10 Tage 20 Tage 50 Tage 100 Tage 200 Tage

 

1357,1

26,6

1258,3

515,4

1354,3

26,4

1267,1

521,0

1346,4

25,8

1248,8

514,2

1323,4

24,0

1195,7

492,7

1293,5

23,2

1174,1

486,7

1283,4

23,8

1190,0

499,6

III. Prognosen

Q3 2012

1463

28

1303

566

Q4 2012

1694

36

1454

638

Q1 2013

1877

40

1520

667

Q2 2013

2065

45

1593

698

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen und Prognosen (jeweils für das Quartalsende).

10

10 21. September 2012

21. September 2012

Goldpreis (pro Feinunze) in nationalen Währungen

   

Vor einer

Änderung

Vor einem

Änderung

Vor drei

Änderung

Vor sechs

Änderung

Vor einem

Änderung

Vor zwei

Änderung

Aktuell

Woche

in %

Monat

in %

Monaten

in %

Monten

in %

Jahr

in %

Jahren

in %

US-Dollar

1.774,60

1.770,40

0,2

1637,80

8,3

1.566,28

13,3

1650,43

7,5

1.782,35

-0,4

1.287,15

37,9

Euro

1.361,29

1.348,49

0,9

1313,37

3,6

1.250,04

8,9

1251,30

8,8

1.315,73

3,5

970,16

40,3

Chinesischer Renminbi

11.191,20

11.202,29

-0,1

10417,23

7,4

10.000,67

11,9

10442,34

7,2

11.535,47

-3,0

8.540,56

31,0

Japanischer Yen

138.826,06

138.787,33

0,0

130063,98

6,7

125.878,00

10,3

137798,59

0,7

138.017,50

0,6

108.730,58

27,7

Britisches Pfund

1.088,92

1.091,83

-0,3

1038,05

4,9

1.006,27

8,2

1041,69

4,5

1.155,51

-5,8

819,32

32,9

Schweizer Franken

1.648,67

1.640,81

0,5

1577,45

4,5

1.501,28

9,8

1508,75

9,3

1.613,35

2,2

1.280,56

28,7

Indische Rupie

94.790,63

95.678,42

-0,9

90527,24

4,7

89.302,09

6,1

83649,42

13,3

87.385,25

8,5

58.159,61

63,0

Russischer Rubel

54.959,60

54.009,62

1,8

52063,48

5,6

52.137,74

5,4

48339,81

13,7

56.829,84

-3,3

39.546,86

39,0

Australischer Dollar

1.688,67

1.678,53

0,6

1.561,53

8,1

1.559,50

8,3

1.581,15

6,8

1.771,58

-4,7

1.344,89

25,6

Kanadischer Dollar

1.728,18

1.720,34

0,5

1617,68

6,8

1.610,52

7,3

1640,10

5,4

1.808,86

-4,5

1.312,10

31,7

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Aktien ausgewählter Goldproduzenten

 

Währung

Preis

Marktkapi-

% 1-Monat

% 3-Monate

% 1-Jahr

Kurs-Gewinn-

Dividenden-

talisierung,

Verhältnis

Rendite (%)

Mrd.

Barrick Gold

USD

42,5

42,5

15,1

10,9

-20,4

9,9

1,5

Freeport McMoRan

USD

40,9

38,9

12,2

24,1

15,0

11,3

2,7

Goldcorp

USD

46,5

38,0

18,4

25,1

-9,3

27,7

1,1

Newmont Mining

USD

56,6

28,2

17,3

18,5

-16,3

13,9

2,4

Newcrest Mining

USD

30,8

23,6

14,6

32,9

-20,7

19,8

1,2

AngloGold Ashanti

USD

36,3

14,0

5,6

3,4

-22,9

9,1

1,9

Polyus Gold

USD

3,5

10,5

19,1

11,3

-0,3

16,4

Kinross Gold

USD

10,3

11,7

20,9

22,8

-39,5

14,1

1,9

Gold Fields

USD

13,3

9,7

-1,6

2,5

-25,6

9,4

3,6

Agnico-Eagle Mines

USD

52,0

8,9

11,5

29,3

-23,8

37,0

0,8

IAMGOLD

USD

16,1

6,0

28,6

36,1

-28,9

16,9

1,6

Harmony Gold

USD

9,5

4,1

-0,7

-3,6

-28,8

13,1

0,0

Hui Index

USD

522,1

522,1

221,7

17,4

21,9

-14,6

17,3

1,3

S&P 500

USD

1460,3

13502,6

3,3

10,2

25,2

14,9

2,0

Quelle: Bloomberg.

Stand: 21. September 2012.

 
Gold Forward Offered Rates (%) 6 5 4 3 2 1 0 07 08 09
Gold Forward Offered Rates (%)
6
5
4
3
2
1
0
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
Gold Lease Rates* in Basispunkten 350 300 250 200 150 100 50 0 -50 -100
Gold Lease Rates* in Basispunkten
350
300
250
200
150
100
50
0
-50
-100
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate

*Libor-Zins abzüglich Gold Forward Offered Rates.

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen.

Silber Forward Offered Mid-Rates (%) 6 5 4 3 2 1 0
Silber Forward Offered Mid-Rates (%)
6
5
4
3
2
1
0
07 08 09 10 11 12 1-Monat 3-Monate 6-Monate 12-Monate Silber Lease Rates* in Basispunkten
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate
Silber Lease Rates* in Basispunkten
300
250
200
150
100
50
0
-50
-100
07
08
09
10
11
12
1-Monat
3-Monate
6-Monate
12-Monate

*Libor-Zins abzüglich Silber Forward Offered Mid-Rates.

11

11 21. September 2012

21. September 2012

Weitere wichtige Wirtschaftsdaten, aktuell und Schätzungen

 

Aktuell

Q3 12

Q4 12

Q2 13

I.

Notenbankzinsen (%)

       

US Federal Reserve

0,00

0,00 – 0,25

0,00 – 0,25

0,00 – 0,25

EZB

0,75

0,75

0,00 – 0,25

0,00 – 0,25

Bank von England

0,50

0,50

0,25

0,25

Bank von Japan

0,10

0,10

0,10

0,10

II.

Staatsanleihen (%)

US Treasury 10-J

1,79

1,80

1,80

1,90

Bund 10-J

1,62

1,50

1,60

1,70

UK Gilts 10-J

1,85

1,70

1,80

1,90

JGBs 10-J

0,80

0,90

1,00

1,00

III.

Währungen

EURUSD

1,30

1,20

1,15

1,05

EURJPY

102,0

101,0

98,0

108,0

EURGBP

0,80

0,86

0,84

0,84

IV.

Öl

Ölpreis (Brent, Fass)*

111,8

117,4

123,3

129,5

Quelle: Bloomberg, eigene Prognosen. Stand: 21. September 2012.

Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen seit Jahresanfang in Prozent

S&P 500 Nasdaq Euro STOXX 50 FTSE 100 DAX Swiss MI Nikkei Hang Seng Bovespa Russia CRB Index Gold Silber Rohöl EURUSD USDJPY EURGBP EURCHF USDCAD USDGBP USDJPY US-Staatsanleihe 7-10 J. US-Staatsanleihe 1-3 J. Euro-Staatsanleihe 1-3 J. Euro-Staatsanleihe 7-10 J. UK-Staatsanleihe 7-10 J. UK-Staatsanleihe 1-3 J. Japan-Staatsanleihe 7-10 J. Japan-Staatsanleihe 1-3 J.

-10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 2,8 21,9 9,1 5,5 25,7
-10
-5
0
5
10
15
20
25
30
35
2,8
21,9
9,1
5,5
25,7
11,0
7,7
12,5
8,7
3,3
0,5
13,4
25,2
3,9
0,5
2,2
-4,0
0,5
-4,7
4,8
1,7
1,8
0,3
10,4
3,6
4,7
0,5 2,6
0,2

Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen. Stand: 21. September 2012.

12

12 21. September 2012

21. September 2012

Marktdaten

Zentralbank-Bilanzen schwellen an – weil immer neues Basisgeld geschaffen wird

Bilanzsumme der Zentralbanken (indexiert)*

500

450

400

350

300

250

200

150

100

50

0

(indexiert)* 500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0 06 EZB 07 Fed

06

EZB

07

Fed

08

09

Bank von Japan

10

Bank von England

11

12

13

Schweizer Nationalbank

Quelle: Thomson Financial, eigene Berechnungen. *Juli 2006 = 100.

Die Zeichen stehen längst auf Konjunkturabschwung

Deutscher IFO-Index (Geschäftsklima) und US-Einkaufsmanager-Index (NAPM)

120

115

110

105

100

95

90

85

80

(NAPM) 120 115 110 105 100 95 90 85 80 90 94 98 02 06 10

90

94

98

02

06

10

Quelle: Thomson Financial.

65

60

55

50

45

40

35

30

Ölpreis weiter im Aufwärtstrend

WTI, USD pro Barrel

160

140

120

100

80

60

40

20

0

Aufwärtstrend WTI, USD pro Barrel 160 140 120 100 80 60 40 20 0 00 01

00

01

02

03

04

05

06

07

08

09

10

11

12

Quelle: Bloomberg.

13

13 21. September 2012

21. September 2012

Beiträge in bisher erschienen Ausgaben

Ausgabe

Inhalt

21.

September 2012

Auch der westeuropäische Sozialismus ist zum Scheitern verurteilt. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Geldschaffen „aus dem Nichts“ führt zur Krise Edelmetallmarkt-Bericht: Leichte Preiskorrekturen stehen dem Aufwärtstrend nicht entgegen

14.

September 2012

Mit der Ratifizierung des ESM ist der Weg frei in die Euro-Inflationsgemeinschaft. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 5) Edelmetallmarkt-Bericht: Markt- und Umfeldbedingungen deuten auf weiter steigende Edelmetallpreise

7. September 2012

Zentralbanken können falsche Entscheidungen treffen – und zwar auch absichtlich. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 4) Edelmetallmarkt-Bericht: Zurück auf den langfristigen „Bull-Markt-Trend“

31.

August 2012

Die Rufe, Amerika zurück zum Goldstandard zu führen, werden lauter. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 3) Edelmetallmarkt-Bericht: Investitionsnachfrage nach Edelmetall steigt weiter

23.

August 2012

Der EZB-Rat liebäugelt mit einer Zinskontrollpolitik – einer Politik, die die Ersparnisse entwertet. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 2) Edelmetallmarkt-Bericht: Gold und Silber werden im Zuge der weltweiten Konjunkturabschwächung steigen

17.

August 2012

Staatsschulden, die niemand zurückzahlen kann und will Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Sie immer schon über Geld und Gold wissen wollten … (Teil 1) Edelmetallmarkt-Bericht: Das Umfeld begünstigt die Aussicht auf wieder ansteigende Edelmetall-preise

10.

August 2012

Die EZB macht ernst. Die „Lirarisierung des Euro“ hat begonnen. Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Zentralbankräte werden immer mehr Geld drucken Edelmetallmarkt-Bericht: Bodenbildung bei der Preiskonsolidierung; über das „Gold-Alpha“

3. August 2012

Über das Geldvermehren, den Goldpreis und den Euro-Wechselkurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Fehler der EZB Edelmetallmarkt-Bericht: Preiskonsolidierung dauert weiter an

27.

Juli 2012

„Depression“ – die unentrinnbare Folge eines Papiergeldbooms Wirtschaftspolitischer Kommentar: Die Krise des Interventionismus Edelmetallmarkt-Bericht: Aufbruch, aber noch kein Ausbruch

20.

Juli 2012

Wie die Zentralbanken die Zinsmärkte manipulieren Wirtschaftspolitischer Kommentar: Was Inflation wirklich ist Edelmetallmarkt-Bericht: Erstarkender US-Dollar macht Edelmetallpreisen zu schaffen

13.

Juli 2012

Die Zentralbanken sind auf Inflationskurs Wirtschaftspolitischer Kommentar: Kollektive Korruption Edelmetallmarkt-Bericht: Kein Grund zur Euphorie

6. Juli 2012

Gold versus Aktien – ein kurzer Blick auf die Periode 1920 bis 2012 Wirtschaftspolitischer Kommentar: Aus dem Ruder gelaufen Edelmetallmarkt-Bericht

29.

Juni 2012

ESM: ein Trojanisches Pferd zur finanzpolitischen Entmachtung der nationalen Parlamente Die EZB wird die Zinsen senken. Die Politik der Euro-Entwertung schreitet voran Das Fiasko des Fiatgeldes Edelmetallmarkt-Bericht

22.

Juni 2012

Im Euroraum spielt sich eine „fast unsichtbare“ Währungskrise ab „Target2“-Salden ganz einfach erklärt 100 Jahre „Die Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“ Edelmetallmarkt-Bericht

15.

Juni 2012

Ein Ausscheiden Griechenlands wird die Euro-Krise nicht beenden Renaissance der Kapitalverkehrskontrollen? Zur Euro-Krise – ein Diskussionsbeitrag Edelmetallmarkt-Bericht

8. Juni 2012

Deutsche Reichsbank 1923: ein Lehrstück über eine politisch unabhängige Zentralbank Die Zeichen stehen auf Abschwächung der internationalen Konjunktur Die Gefahr der Inflation Edelmetallmarkt-Bericht

Der wöchentliche Degussa Marktreport ist zu beziehen unter:

www.degussa-goldhandel.de/de/marktreport.aspx Alle bisherigen Ausgaben des Degussa Marktreports stehen dort auch zum Download zur Verfügung.

14

14 21. September 2012

21. September 2012

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Redaktionsschluss dieser Ausgabe: 21. September 2012
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