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REZENSION

„Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre“

Dr. Erich Gutenberg

Eingereicht bei den Herrn

Prof. Dr. Richard Weißkopf und Mag. Vötsch Mario

Postmodernes Denken in der Organisationstheorie: Modul 433028/29

Institut für Organisation & Lernen


Leopold-Franzens-Universität

Dietmar Lengauer

31.03.2008
„REZENSION zum Gutenberg-Text“

Die verfasste Rezension setzt sich mit den „Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre“
von Dr. Erich Gutenberg vom Springer Verlag (Berlin Heidelberg New York), mit der
ISBN-Nummer 3-540-05694-7 vom Erscheinungsjahr 1979 in der 23., unveränderten
Auflage in Buchdruckform auseinander.
Dr. Erich Gutenberg hat in der Betriebwirtschaftslehre mit dem Thema „Die
Unternehmung als Gegenstand der betriebswirtschaftlichen Theorie“ habilitiert, gilt
als Begründer der modernen deutschen Betriebswirtschaftslehre und ist am 22. Mai
1984 verstorben.
Bewusst wurde in Anlehnung an den wissenschaftlich ausgerichteten Gutenberg-
Textausschnitt eine streng formale hierarchische und strukturell, von 1 bis 5
nummerierte Form der Ausarbeitung des Textes „Grundlagen der
Betriebswirtschaftslehre“ gewählt, da in dieser nicht postmodernen Darstellung und
Herangehensweise sich in einer gewissen Art und Weise die Textstruktur am besten
grob visuell in schriftlicher Form zeigen lässt und so am besten auf die konkrete
analytisch um nicht zu sagen kühl und nüchtern an die Fragestellung, Ergebnisse
und Erkenntnisse „Organisation in der Betriebswirtschaft“ eingegangen werden kann.

1. Was ist die Funktion und die Aufgabe von “Organisation” bei
Gutenberg?
I. Funktion:
1. Der instrumentale Charakter der Organisation
2. Generelle und fallweise Regelung
3. Das Substitutionsgesetz der Organisation

2. Wie ist das Verhältnis von Organisation und Planung bei Gutenberg zu
beschreiben?
II. Der organisatorische Prozess:
1. Die Bestandteile des organisatorischen Prozesses
2. Organisatorische Maßnahmen für die Lösung sachbezogene Aufgaben
3. Zuständigkeit der Verantwortung
4. Die Bildung und die Größe organisatorischer Einheiten

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5. Das organisatorische Risiko
III. Zuständigkeitssysteme:
1. Das hierarchische Zuständigkeitssystem
2. Das funktionale Zuständigkeitssystem
3. Das hierarchisch-funktionale Zuständigkeitssystem

IV. Formen kooperativer Zusammenarbeit:


1. Freie Formen kooperativer Zusammenarbeit
2. Gebundene Formen kooperativer Zusammenarbeit

3. Welche Rolle spielen Regeln in der Organisationstheorie Gutenbergs?

Zur Beantwortung dieser Frage würde ich folgendes Zitat als klassische Beispiel für
die Gangart der Argumentation nehmen: „In diesem Falle versagt die soeben
erwähnte Rangfolgeregel. Aber es besteht eine mathematische Lösung für diesen
Fall. Sie stellt einen sehr diffizilen Kompromiss zwischen mehreren Möglichkeiten dar
und erlaubt, die Arbeitsverteilung (personal assignment) optimal zu bestimmen“
(Gutenberg, 1979, S. 245).
Mit dieser Ausführung lässt sehr gut der Umgang mit Schlüsselbegriffen darstellen
und es lässt sich der Stil dieser Epoche beeindruckend aufzeigen, wobei einige
Sachzusammenhänge trotz Versuch des Autors mit einer perfekten Beschreibung
und Ausformulierung schwammig, nicht ganz klar und mit der Zeit mehr verzehrt um
nicht zu sagen konfus auf den Leser wirken können.

4. Wie beschreibt Gutenberg das Verhältnis von formeller und informeller


Organisation?

Gutenberg beschreibt zu viel und versucht komplexe Organisationsstrukturen auf


einfache Bestandteile herunter zu brechen und zu erklären warum sie gerade jetzt
formal oder informell funktionieren und vernachlässigt, für meinen Geschmack die
enorme Vielfalt der Komplexität mit seinen vielen individuellen Bestandteilen und
übersieht dabei großteils den Umfang und das Wirkungspotential von
Organisationen, was als große Ressource in Unternehmen und der modernen
Betriebswirtschaft heutzutage gesehen und wahrgenommen werden sollte.

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5. Persönliches kurzes Statement zu Gutenberg und die Ausarbeitung!
Aus meinem jetzigen Wissensstand würde man den Gutenberg Text in einer
postmodernen Denkweise völlig anders, weniger streng konservativ im kreativem
Denken aufarbeiten und sich gar nicht auf die sehr beschränkten und eingrenzenden
Fragen zu diesem Text eingehen. Den Gutenberg Text in freier, ungezwungen und
viel kritischeren um nicht zu sagen sarkastischer Herangehensweise zu erfahren und
zu reflektieren, hätte mir persönlich mehr den nötigen Kick gegeben, als sich vorab
mit bewusst gewählten Fragen sich diesem nicht mehr zeitkonformen Text zu nähern.
Die Fragen gaben mir einen Rahmen um im Umdenkprozess zu helfen und in das
sehr komplexe, aber auch wieder sehr frei „rahmenlosere“ Denken zu kommen.
Dies ist der Grund, warum ich eigentlich nicht der gleichen Meinung des Autors bin
und warum ich, bewusst von mir die teilweise provokante identische Auflistung und
Darstellung des Gutenberg-Textes gewählt wurden, wie z.B. II. Der organisatorische
Prozess, weil für so eine Fragestellung zu diesem Text eine genauso stupide
komplett abgekapselte Antwortform erwartet wird, da es keine wirklichen Freiräume
in der bzw. anderen Beantwortungsform zulässt. Wenn man sich an diese
Fragestellung hält kann genau so das Denken und die Struktur „Grundlagen der
Betriebswirtschaftlehre“ von Dr. Erich Gutenberg erlebt, erfahren und widerspiegelt
werden, aber mehr dann nicht. Gutenberg würde höchst wahrscheinlich selbst so die
Fragen beantworten und mit sich selber sehr zufrieden sein und gerade das spiegelt
realistisch wider, dass viele Fragen bis heute nicht vollständig beantwortet sind und
durch die Komplexität in unserer sehr schnelllebigen medial beeinflussten
Gesamtumweltlandschaft immer noch sehr viele unerforschte Fragen offen sind,
bleiben und in weiter Folge unbeantwortet bleiben werden!
Ich stellte mir in der Erarbeitung und Ausarbeitung dieses Textes mehrmals die
Frage, wie arm Gutenbergs Denken in Bezug auf „Freiräume“ eigentlich gewesen
sein musste und ob in dieser ganzen Darstellung wirklich der gesamte Nutzeffekt
vollzogen wurde oder vielmehr die guten vielen Möglichkeiten ohne so einem
rationellen Denken außer acht gelassen wurden. Anzumerken und festzuhalten ist,
dass einzelne Schlüsselpunkte gut nachvollziehbar, sozusagen logisch verständlich
verwendet werden und Anknüpfungspunkte zur wissenschaftlichen Theorie
erkennbar sind, wobei zu bedenken ist, dass der Autor in diesem Bereich, sicher ein
Pionier war, mit Sicherheit immer noch ist und bleiben wird.

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Abschließend soll zur Literaturempfehlung dieser Rezension festgehalten werden,
dass es ist eigentlich eine Zumutung gegenüber vorwiegend BWL-Studenten ist, so
einen einschlägig-konservativen Text lesen bzw. sogar lernen zu lassen, da gerade
solche (BASIS-) Literatur nicht mehr wirklich zeitkonform ist und den Denkprozess
postmoderner Betriebswirtschaftlehre sicher negativ nachhaltig in der heutigen
Betrachtung beeinflussen und das Interesse der Leser mit Sicherheit nicht fördert.

6. Literaturverzeichnis

Gutenberg, E. (1979): Grundlagen der Betriebswirtschaft. Heidelberg, New York.


Springer-Verlag.

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