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Wirtschaftliche Aspekte

Das Geschäft mit dem heimischen Garten

Die Luxemburger investieren wieder mehr in ihr eigenes Stück Natur

VON NINO MEESE

Es wird wieder mehr investiert in das eigene Stück Natur. Zu diesem Schluss kommen übereinstimmend alle großen Bau- und Gartenmärkte in Luxemburg. 2006 soll da keine Ausnahme sein.

W enn der kleine Yves zu sei- nen Wachsmalstiften greift,

ist er nicht mehr zu halten – da

wird alles bemalt, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Dann ist ihm ganz egal, ob er nun Papier oder die Tapete schmückt. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist seine Festung, sein Schloss, ganz im Sinne von „my home is my castle“. Was spätestens auf den zweiten Blick auffällt, ist, dass sein Haus immer einen un- scheinbaren Begleiter hat, einen einzelnen Baum unter einer gel- ben, strahlenden Sonne. Dieser Baum symbolisiert den Garten, Yves’ liebstes Abenteuerpara- dies. Der Garten ist also ein wichtiger Teil des Hauses, zu- mindest für Yves. Ein Eigenheim ohne Garten wirkt einfach nicht so lebendig, es fehlt ihm ein Stück Identität. Diese Identität gibt ihm der Be- wohner des Hauses, indem er dem eigenen Stück „grüne Lun- ge“ seine persönliche Note gibt. Es gibt dabei keinen Muster- garten, den es nachzubauen gilt, vielmehr sollte die eigene Kreati- vität oder Grundeinstellung er- kennbar sein. Ob Modell „Engli- scher Garten“ mit seiner natur- nahen Gestaltung, Modell „Fran- zösischer Garten“ mit seinen exakt geometrischen Formen oder das Modell „Verwilderter Garten“, den eigenen Vorlieben sind keine Grenzen gesetzt.

Hilfe für den Hobbygärtner

Dem geneigten Hobbygärtner werden bei diesem Vorhaben der Personalisierung des Gartens weit mehr Hilfen zur Seite ge- stellt als nur ein Rasenmäher und eine Heckenschere. Es hat sich um das Thema Garten schon lange ein ganzer Industriezweig entwickelt, von Baumärkten über Gärtnereibetriebe bis hin zu Elektronik- oder Automobil- konzernen, die Gartenwerk- zeuge herstellen. Es scheint also

Sie wird 2006 die Auslage wohl öfter auffüllen müssen ... (Fotos: Guy Jallay)
Sie wird 2006 die Auslage wohl öfter auffüllen müssen ...
(Fotos: Guy Jallay)

viel Geld in diesem Bereich zu zirkulieren, und es wird immer mehr. Die Kunden investieren stetig mehr in ihren Garten und be- scheren den großen Baumärkten in Luxemburg Jahr für Jahr stei- gende Umsätze. „Der Trend wird voraussichtlich positiv bleiben,

wenngleich die Kurve sich all- mählich abzuflachen beginnt“, wie Philippe Locatelli, Abtei- lungsleiter bei Auchan andeutet. Ähnliche Stimmen hört man auch bei Cactus Hobby, jedoch sieht man dort den Grund für den langsameren Gewinnanstieg in gefallenen Preisen.

Eine Investition ist per Defini- tion eine Kapitalanlage, die nicht für den Verbrauch bestimmt ist und somit nicht verloren geht. Wo findet sich also das viele Geld wieder, von dem sogar eine ganze Industrie leben kann? In der Wertsteigerung des eigenen Grundstücks.

Die Einstellung zum Garten als Kapitalanlage scheint weit ver- breitet zu sein, denn der Trend geht eindeutig in Richtung „mehr, größer und luxuriöser“. Auf die Frage nach der Wichtig- keit des Preises und der Qualität für den Kunden waren sich vier große Baumarktketten einig, dass die Qualität ganz klar Vor- rang hat. „Es gibt beide Extre- me, das heißt sowohl jene, die Stühle für zwei Euro für eine Gartenparty brauchen, als auch die, die ihren Garten über Jahre hinweg pflegen und zu hochwer- tiger Ware greifen. Der Durch- schnittskunde schaut aber nach der Qualität“, so Jean-Marie Re- ckinger, Marktleiter der Belle Étoile. Nur ein einziger Konzern sah den Schwerpunkt auf dem Preis. Neben den großen Baumärk- ten gibt es immer mehr Spezial- firmen für Gartenumbau, Teich- anlegung oder professionelle Be- leuchtung, und diese können sich aufgrund voller Bücher nicht über die Auftragslage be- schweren. Sie berichten über immer ausgefallenere Wünsche ihrer Kunden, sowohl was Größe als auch Komplexität angeht. Wenn der Trend zum größe- ren, voll ausgebauten Garten un- gebremst anhält, sollte Yves viel- leicht bald über einen zweiten Baum in seinen Bildern nach- denken.

7 Wirtschaftliche Aspekte Das Geschäft mit dem heimischen Garten Die Luxemburger investieren wieder mehr in ihr

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und auch hier wird es schnell anders aussehen.

7 Wirtschaftliche Aspekte Das Geschäft mit dem heimischen Garten Die Luxemburger investieren wieder mehr in ihr

Rasenmäher in allen Größen zählen zu den meistgefragten Gartengeräten.

7 Wirtschaftliche Aspekte Das Geschäft mit dem heimischen Garten Die Luxemburger investieren wieder mehr in ihr
pépinière: loschetter philippe SA: 8-12 (en saison) LU-VE: 8h-17h

pépinière:

loschetter philippe

SA: 8-12 (en saison) LU-VE: 8h-17h
SA: 8-12 (en saison)
LU-VE: 8h-17h
7 Wirtschaftliche Aspekte Das Geschäft mit dem heimischen Garten Die Luxemburger investieren wieder mehr in ihr

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