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18 WISSENSCHAFT & TECHNIK

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Luxemburger Wort Dienstag, den 27. Juni 2006

N I K I / 18 Luxemburger Wort Dienstag, den 27. Juni 2006 Roboter lernen denken

Roboter lernen denken

Das Forschungsprojekt XPERO möchte Roboter mit der Fähigkeit selbstständigen Lernens ausstat- ten. Im Gegensatz zu den meisten Forschungsbemühungen im Be- reich künstlicher Intelligenz set- zen die Forscher allerdings auf das Lernen von Null auf. So sol- len Maschinen die gestellten Auf- gaben nicht durch quantitative Rechenleistungen oder durch das Abgleichen von gesammelten Da- ten mit vorgegebenen komplexen Mustern lösen, sondern man möchte erreichen, dass Roboter künftig in der Lage sind, Lern- erfolge durch eigenständiges Ex- perimentieren zu erzielen.

Airbagsensor hört den Unfallerfolge durch eigenständiges Ex- perimentieren zu erzielen. Siemens VDO hat einen Airbag- sensor entwickelt, der auf

Siemens VDO hat einen Airbag- sensor entwickelt, der auf Geräu- sche reagiert und die Luftkissen nahezu doppelt so schnell auslö- sen kann wie bisher eingesetzte Systeme. Der „Crash Impact Sound Sensor“ (CISS) erkennt Körperschallwellen, die bei Ver- formung der Karosserie entste- hen. Anhand von definierten Cha- rakteristika werden Unfallstärke und Notwendigkeit der Aktivie- rung des Airbags ermittelt.

und Notwendigkeit der Aktivie- rung des Airbags ermittelt. Glas aus CO 2 Italienische Wissenschafftler der

Glas aus CO 2

Italienische Wissenschafftler der Universität von Florenz haben es in einem Laborversuch geschafft, Kohlendioxid in einen Glaszu- stand zu versetzen. Unter enorm hohem Druck von 500 000 atm formten die Moleküle einen gla- sigen Kristall. Dieses neue Mate- rial, das auf den Namen „amor- pher Kohlenstoff“ getauft wurde, zerfiel allerdings außerhalb der Druckkammer sofort wieder. Nun möchten die Forscher das „CO 2 -Glas“ für die Zimmertem- peratur „fit machen“ und es so nutzbar machen.

peratur „fit machen“ und es so nutzbar machen. Privates Erdbeben-Warnsystem In Zusammenarbeit mit dem

Privates Erdbeben-Warnsystem

In Zusammenarbeit mit dem GeoForschungsZentrum Potsdam hat das Unternehmen Sectyelect- ronics ein kostengünstiges Erd- bebenwarnsystem auf den Markt gebracht. Das Gerät soll sich so- wohl für Einfamilien- als auch für Hochhäuser eignen. Herz- stück der neuen Technik ist die Sensorik und die Auswerteelek- tronik zur Erkennung, Messung und Auswertung von Erdbeben- schwingungen. In Zusammen- arbeit mit den Wissenschaftlern ist so ein Vorwarnsystem auf Ba- sis der Primär- und Sekundär- Wellendetektion entstanden.

sis der Primär- und Sekundär- Wellendetektion entstanden. Handys fördern Blitzeinschlag Handynutzer sollten bei einem

Handys fördern Blitzeinschlag

Handynutzer sollten bei einem Gewitter nicht im Freien telefo- nieren, denn dadurch erhöht sich die Gefahr einen Stromschlag zu fokussieren. Durch ein Mobiltele- fon kann ein Blitzschlag gefähr- licher werden, denn das Gerät leitet den Strom direkt in den Körper. „Bisher sind drei Todes- fälle durch Blitzeinschlag in Zu- sammenhang mit Handytelefonie in China, Korea und Malaysia bekannt“.

mit Handytelefonie in China, Korea und Malaysia bekannt“. Creutzfeldt-Jakob-Epidemie Einem internationalen Forscher-

Creutzfeldt-Jakob-Epidemie

Einem internationalen Forscher- team um John Collinge des Uni- versity College London könnte künftig eine wahre CJD-Epidemie ausbrechen. Die Zeitspanne zwi- schen einer Infektion mit dem BSE-Erreger und der Erkrankung könne nämlich bis zu fünfzig Jahre oder mehr betragen.

Jahr des Neandertalers 2006

Kein primitiver Keulenschwinger

Von der Entdeckung des Homo neanderthalensis

VON CHRISTIAN SCHNITZLER

Vor 150 Jahren wurden in einer Kalkhöhle bei Düsseldorf Skelett- Reste eines prähistorischen Men- schen gefunden. Mit hochkarätigen Ausstellungen erinnert das „Jahr des Neanderthalers 2006“ an den Beginn der Urmenschenforschung.

Das Neandertal vor den Toren Düsseldorfs zehrt von seiner Ver- gangenheit: Seit 1996 steht hier ein futuristisch anmutender Muse- umsbau, der mit seinen Ausstel- lungen zur Vor- und Früh- geschichte bislang über 1,7 Millio- nen Besucher angezogen hat. Nur wenige Gehminuten entfernt be- findet sich das Areal, auf dem im August 1856 die weltweit bekann- ten Neandertal-Gebeine entdeckt wurden. Der Fundort ist heute als ar- chäologische Erinnerungsland- schaft gestaltet. Steintafeln ver- mitteln Wissenswertes aus den Jahrmillionen menschlicher Ent- wicklung. Umsichtige Museums- didakten haben sogar die Lage der Kleinen Feldhofer Grotte aus- gewiesen: Diese Kalkhöhle, in der sich das Gerippe des steinzeit- lichen Neandertal-Bewohners fand, existiert längst nicht mehr. Noch im frühen 19. Jahrhundert war die Gegend für seine wild- romantische Schönheit berühmt. Dann kam der industrielle Kalk- abbau. Die pittoreske Gegend mit ihren Grotten und Felsformatio- nen verwandelte sich in einen gi- gantischen Steinbruch und wurde binnen weniger Jahrzehnte zer- stört. „Aus Sicht der Forschung hatten wir Glück im Unglück,“ sagt Gerd-Christian Weniger, Ar- chäologie-Professor und Direktor des Neanderthal-Museums. „Ohne den Kalkabbau wären die Fossilien wohl erst im 20. Jahrhundert ent- deckt worden.“ Das Jahr 1856, in dem die rätselhaften Knochen von Steinbrucharbeitern aus dem Lehmboden der Grotte geschau- felt und wenig später sachkundig beschrieben wurden, gilt heute als Beginn der Urmenschenfor- schung. Der Zufallsfund machte

als Beginn der Urmenschenfor- schung. Der Zufallsfund machte Rekonstruktion eines neolithischen Dorfes bei Blaschette.

Rekonstruktion eines neolithischen Dorfes bei Blaschette.

das Tal vor den Toren Düsseldorfs zum Namensgeber einer ganzen Menschenform. Dabei war das Gerippe äußerst fragmentarisch. Nur die Schädel- decke sowie 15 weitere Knochen waren gesichert worden. Der Steinbruchbesitzer, der den Zu- fallsfund an sich nahm, schrieb ihn einem Bären zu. Erst der um Rat gefragte Elberfelder Lehrer und Naturforscher Johann Carl Fuhl- rott erkannte Reste eines archa- ischen menschlichen Wesens. Re- nommierte Wissenschaftler unter- schiedlicher Disziplinen bestätig- ten, dass es sich um Humanfossi- lien handele. Doch über das Alter und den Grund für die anato- mischen Auffälligkeiten vor allem des Schädels entbrannte heftiger Streit. Sollten die Knochen etwa von einem Zeitgenossen stammen, der an Rachitis gelitten hatte? Als im belgischen Spy und an anderen Orten ähnliche Relikte auftauch- ten, war die Diskussion entschie- den. Demnach ließ sich ein Men- schentyp beschreiben, dessen

Anatomie trotz großer Ähnlich- keit regelmäßig vom modernen Menschen abwich: Neben den Homo sapiens trat der stämmige, flachschädelige Homo neander- thalensis. Der aufsehenerregende Steinbruch-Fund von 1856 wurde zum „Typus-Exemplar“, das Nean- dertal selbst zur „Typus-Lokali- tät“. In der internationalen De- batte über die Evolutionstheorie Charles Darwins avancierte der Neandertaler zum Kronzeugen für die Entwicklung des Menschen. Nach heutigem Wissensstand ist der Homo neanderthalensis einer der jüngsten Vertreter der menschlichen Stammesgeschich- te. Während etwa der ‚Homo habi- lis‘ vor gut zwei Millionen Jahren in Erscheinung trat, bringt es der Knochenmensch aus dem Nean- dertal auf nur 42 000 Lenze. Der Homo neanderthalensis lebte im mittleren Paläolithikum. Seine Relikte finden sich in Europa, im Nahen Osten und Westasien. Die ältesten Fossil- funde werden auf ein Alter von 130 000 Jahren datiert. Offenbar

(FOTO: SERGE WALDBILLIG)

starb diese Menschenform vor etwa 30 000 Jahren aus. Mittler- weile gibt es weltweit mehr als 300 Neandertaler-Funde. Archäo- logie, Paläoanthropologie und jetzt auch die Paläogenetik haben uns diesen nahen Verwandten vertrauter gemacht. Das Image vom brutalen Primi- tivling mit Holzkeule und gebück- ter Körperhaltung ist überholt:

Der Neandertaler ging aufrecht, konnte nach Ansicht vieler For- scher sprechen und war wohl ebenso intelligent wie der zeit- gleich lebende Homo sapiens. Viele Werkzeuge und andere Hin- terlassenschaften sprechen jeden- falls für ebenbürtige Entwick- lungsstufen. Das jähe Ende dieses Menschentyps wird unterschied- lich erklärt: Einige Fachwissen- schaftler verweisen auf den Kli- mawandel, andere spekulieren über eingeschleppte Krankheiten. Ebenso umstritten ist, ob es zu einem Gen-Austausch mit dem Homo sapiens kam.

www.neanderthal.de

Se donner une visibilité internationale

Le Prof. Faiez Zannad a analysé l'opportunité d'une création d'un centre d'investigation clinique

Selon un rapport de l'OECD, le Luxembourg publie environ 200 publications par million d'habi- tants par année, soit environ 100 publications par an, tous les do- maines scientifiques confondus. Et c'est le Centre hospitalier de Luxembourg (CHL), dans la loi duquel la mission de recherche clinique est inscrite au même titre que ses missions d'enseigne- ment,qui participe à la moitié des publications scientifiques du pays. «Le Luxembourg doit détecter ses points forts dans la recherche et se donner ainsi une visibilité internationale», fut l'une des conclusions du Prof. Faiez Zannad, directeur du Centre d'investiga- tion clinique (CIC) de l'Université de Nancy, qui a récemment tenu

(CIC) de l'Université de Nancy, qui a récemment tenu Le Prof. Faiez Zannad, directeur du Centre

Le Prof. Faiez Zannad, directeur du Centre d'investigation clinique (CIC) de l'Université de Nan-

cy.

(PHOTO: LAURENT BLUM)

une conférence au CHL sur le sujet suivant: «Un Centre d'inves- tigation clinique: opportunités, en- jeux et organisation». La recher- che clinique, c'est-à-dire le déve- loppement de nouveaux traite- ments et de moyens de diagnostic et de prévention, est une étape indispensable dans le processus complexe de la recherche biomé- dicale et permet la valorisation des découvertes issues de la recherche fondamentale au laboratoire au profit immédiat des malades. «La recherche clinique a beaucoup évolué les dix dernières années», a expliqué le Prof. Zannad. La ri- gueur dans le raisonnement a aug- menté, car la méthodologie est devenue plus sophistiquée. En ou- tre, il y a plus de qualité objective

dans la réalisation ainsi qu'une plus grande demande sécuritaire. De plus la transparence éthique a

augmenté de même que la transpa- rence financière. En effet, il y a des financements publics et des finan- cements privés pour la recherche clinique. Enfin, la compétition s'est accrue les dernières années. Pour améliorer la recherche cli- nique, il faudra dorénavant inves- tir plus d'argent dans la formation, construire des réseaux théma- tiques et passer par la certifica- tion. En outre il serait avantageux d'organiser un profil de carrière spécifique et d'équilibrer le contenu des enseignements de re- cherche clinique en veillant à ré- duire la prédominance de la mé-

thodologie et la statistique.

(fh)