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Vergiftungsfälle bei Hunden

An einigen tierärztlichen Universitäten und Hochschulen sowie anderen Einrichtungen (z.B. pharmakologische Institute) werden die Ursachen von Vergiftungsfällen bei Hunden dokumentiert. Nach Auswertung der verfügbaren Daten ergibt sich folgende Statistik:

Insgesamt

1. Schokolade

2. Insektizide und Rodentizide (Köderstationen für Insekten, Rattengift)

3. Düngemittel

4. Nahrungsmittel mit dem Süßstoff Xylitol (z.B. zuckerfreie Kaugummis)

5. Ibuprofen und Paracetamol (Schmerzmittel)

6. Trockenbeutel mit Kieselgel (engl. Silicia Gel Packs)

7. Amphetamine (zur Therapie von ADHS/ADS)

8. Haushaltsreiniger

Pflanzen

1.

Herbstzeitlose

2.

Azaleen

3.

Zyklamen

4.

Kalanchoe

5.

Lilien

6.

Oleander

7.

Dieffenbachia

8.

Narzissen

9.

Maiglöckchen

10.

Sagopalme

11.

Tulpen und Hyazinthen

Arzneimittel für Menschen

1. Nichtsteroidale Antiphlogistika (z.B. ASS, Ibuprofen, Diclofenac, Piroxicam, Naproxen, Phenylbutazon)

2. Paracetamol

3. Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Citalopram)

4. Medikamente zur Behandlung von ADHS/ADH (z.B. Methylphenidat in Ritalin ® )

5. Benzodiazepine (u.a. Clotiazepam, Diazepam, Medazepam in Beruhigungs-/Schlafmitteln)

6. Präparate zur Empfängnisverhütung (Hormone wie Östrogen, Östradiol, Progesteron)

7. ACE-Hemmer (zur Therapie des Bluthochdruckes, z.B. die Wirkstoffe Benazepril, Enalapril, Ramipril)

8. Beta-Blocker (Einsatz bei koronarer Herzkrankheit, Bisoprolol, Propanolol, Metoprolol)

9. Schilddrüsenhormone ( L-Thyroxin bei Unterfunktion der Schilddrüse)

Tierarzt Stephan Teichmann | Windhundefreunde.de

10. Cholesterinsenker (Statine wie Atorvastatin, Pitavastatin, Simvastatin)

Anzeichen für eine Vergiftung

gastrointestinale Symptome:

Erbrechen

Durchfall

verstärkter Speichelfluss

Appetitlosigkeit

Übelkeit

Innere Blutungen:

Husten/Erbrechen von Blut

blasse Zahnfleisch

erhöhte Herzfrequenz

Schwäche und Lethargie

Festliegen

Nierenversagen:

Maulgeruch (Halitosis: urämischer Atem)

Appetitlosigkeit

Erbrechen

Durchfall

übermäßiger Durst oder Harndrang

kein oder geringer Harndrang

Leberversagen:

Gelbsucht (Ikterus: gelbe Verfärbung des Zahnfleisches/des weißen Teiles des Auges)

Schwäche oder Zusammenbruch als Folge einer niedrigen Blutzuckerspiegel

Mattigkeit und Niedergeschlagenheit

Erbrechen

Durchfall

Teerstuhl (Meläna: blutgeschwärzter Durchfall)

Erste Maßnahmen bei Vergiftungen

Entfernen Sie den Hund von dem Gift.

Stellen Sie die schädliche Substanz (evtl. die Umverpackung/den Beipackzettel) sicher.

Vergewissern Sie sich, dass Atmung und Verhalten des Hundes normal sind.

Geben Sie dem Hund keinesfalls ein Gegenmittel.

Lösen Sie ohne Rücksprache mit ihrem Tierarzt kein Erbrechen aus.

Kontaktieren Sie eine Tierarztpraxis/Tierärztliche Klinik.

Tierarzt Stephan Teichmann | Windhundefreunde.de