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SPD-Landesverband Niedersachsen

Gemeinsam anpacken für unser Land


„Niedersachsenfonds“ auflegen
Kommunen stärken und Arbeit sichern

Die Finanzkrise hat eine tiefe Verunsicherung bei den Menschen hervorgerufen. Die
Folgen für die Wirtschaft und die Beschäftigten in Niedersachsen sind in ihrem
Ausmaß noch nicht absehbar. Daher sind wir aufgefordert zu handeln und die
Menschen und die Wirtschaft in Niedersachsen zu stärken. In einer gemeinsamen
Kraftanstrengung aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Gesellschaft sehen wir
einen Weg, unser Bundesland zukunftsfest zu machen und sicher durch die Krise zu
bringen.

Niedersachsen hat viele Potenziale, um der wirtschaftlichen Krise zu trotzen: Mit


seinen Stärken in der Automobilindustrie, der maritimen Wirtschaft, dem Energie- und
Tourismussektor sowie der Landwirtschaft bringt Niedersachsen gute
Voraussetzungen mit, um sich in schweren wirtschaftlichen Zeiten zu behaupten.
Dennoch brauchen wir in einer ökonomischen Ausnahmesituation gezielte
Investitionen und Maßnahmen, um die Wirtschaft und die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer zu stärken.

Während die Landeregierung in ihrer passiven Haltung verharrt und nichts


unternimmt, um Niedersachsen zu schützen, setzt die SPD Niedersachsen auf die
erfolgreiche Gestaltung der Krise. Insbesondere durch die Generierung kommunaler
Investitionstätigkeit können Arbeitsplätze bei kleinen und mittleren Unternehmen
gesichert werden.

Die SPD Niedersachsen fordert daher von der Landesregierung ergänzende


Maßnahmen zum Konjunkturprogramm der Bundesregierung einzuleiten, die speziell
auf die Bedürfnisse Niedersachsens zugeschnitten sind. Dazu muss es ein
Sonderprogramm für Kommunen, Wachstum und Beschäftigung geben, das in den
Jahren 2009 und 2010 abfließt und damit für eine spürbare Revitalisierung der
Konjunktur sorgt („Niedersachsenfonds“).

Bei den Investitionen von Bund und Land muss sichergestellt sein, dass auch
finanzschwache Kommunen ihre wichtigen Investitionsvorhaben umsetzen können.
Sie brauchen die Chance, die gebotenen Modernisierungs- und Sanierungsprojekte
umzusetzen. Dazu ist es notwendig, dass ein Großteil der Projekte durch Bundes- und
Landesmittel finanziert wird. Die kommunalen Aufsichtsbehörden sind anzuweisen,
ihre Genehmigungspraxis investitionsfreundlicher auszulegen.
1. Gestaltende Politik für Niedersachsen

Der von Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagene Deutschlandfonds zeigt den richtigen


Weg auf, wie der drohenden Konjunkturkrise begegnet werden kann. Die aufgezeigten
Ziele „Arbeit sichern“, „Menschen stärken“, „Zukunftsmärkte erschließen“ und
„sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft voranbringen“ lassen sich auf
Niedersachsen übertragen und ergänzen. Mit schnellen Investitionen in Bildung,
Energieeffizienz, Umwelt, Arbeit und Infrastruktur lassen sich diese Ziele erreichen.

- Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur


Viele wichtige Infrastrukturprojekte liegen baureif vor, d. h., für sie existieren
Planfeststellungsbeschlüsse. Durch den Deutschlandfonds muss gesichert werden,
dass diese notwendigen Projekte für Niedersachsen umgehend in den Jahren 2009 und
2010 durchgeführt werden können. Durch die Umsetzung dieser Bauvorhaben kann die
Wirtschaft in Niedersachsen, vor allem im Bereich der klein- und mittelständischen
Unternehmen gestärkt werden.

- Stärkung der maritimen Wirtschaft


Die maritime Wirtschaft ist die wachsende Wirtschaftskraft in Niedersachsen. Darum
ist es gerade jetzt erforderlich, in die Hafenwirtschaft zu investieren. Die schon im
Investitionsplan von NPorts dargestellten notwendigen Investitionen der nächsten
Jahre sind dringend erforderlich und können im Wesentlichen durch zusätzliche
Finanzmittel vorgezogen werden. Dazu gehört der Ausbau zusätzlicher Hafenflächen
ebenso wie die Erneuerung veralterter oder defekter (Schleuse Emden)
Infrastruktureinrichtungen. Die Planung der 2. Ausbaustufe des Jade-Weser-Ports muss
schnell vorangetrieben werden.

- Förderung des Tourismus


Die Tourismuswirtschaft ist einer der größten Arbeitgeber Niedersachsens. Allerdings
gibt es erheblichen Investitionsstau wie auch im Masterplan Niedersachsen und den
regionalen Masterplänen dargelegt. Zinsgünstige Darlehen und/oder
Finanzierungszuschüsse könnten erhebliche Anreize zu Investitionen liefern, und
zusätzliche Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft für Niedersachsen sicherstellen.

- Stärkung der Automobilindustrie


Die Automobilindustrie ist ein bedeutender Arbeitgeber. Die Entwicklung neuer
Antriebskonzepte, Speichertechnologien und der Elektromobilität eröffnen langfristige
neue Perspektiven. Mit der Förderung von Forschung und Entwicklung kann
Niedersachsen seinen Vorsprung weiter ausbauen. Darüber hinaus muss alsbald ein
Automobilgipfel einberufen werden, um in einer gemeinsamen Kraftanstrengung von
Unternehmen, Gewerkschaften und Politik den Rahmen für die weitere Stärkung des
Automobilstandortes Niedersachsen voranzutreiben.

- Stärkung der Gesundheitswirtschaft


Krankenhausinvestitionsfinanzierung ausbauen. In den letzten Jahren hat sich
Niedersachsen immer weiter aus der Krankenhausinvestitionsfinanzierung
zurückgezogen. Folge hiervon sind erheblicher Investitionsstau und ein massiver
Substanzverlust. Mit Investitionen in den Gesundheitsbereich muss dem
entgegengewirkt werden.
2. Konkret müssen folgende Schritte durch den Niedersächsischen Landtag
Landtag
eingeleitet werden:

- Das vom Bund initiierte Sondervermögen „Deutschlandfonds“ ist gemeinsam mit den
anderen Ländern um 50 Prozent - also insgesamt mindestens 5 Milliarden Euro -
aufzustocken, was einem niedersächsischen Anteil von ca. 500 Millionen Euro
entspricht.

- Die Landesregierung setzt sich gegenüber dem Bund dafür ein, dass aus dem
Vermögen des „Deutschlandfonds“ zunächst Verkehrsinfrastrukturprojekte anstatt
nach Königsteiner Schlüssel nach Priorität finanzieren werden. Vor allem wegen der
besonderen Bedeutung der Hafenhinterlandanbindung muss hier der Grundsatz „Der
Norden hat Vorfahrt“ gelten.

- Die verbleibenden, nach Königsteiner Schlüssel auf Niedersachsen entfallenden


Mittel, werden vollständig in einen „Niedersachsenfonds“ überführt, dessen Mittel in
vollem Umfang zur Finanzierung von kommunalen Infrastrukturprojekten an die
niedersächsischen Kommunen weitergeleitet werden. Die Verteilung der Mittel erfolgt
im Einvernehmen mit den kommunalen Spitzenverbänden und orientiert sich an der
Baureife einzelner Projekte.

- Über den Niedersachsenfonds hinaus legt die Landesregierung einen


Nachtragshaushaltsplan 2009 vor, der in einem Volumen von mindestens 100
Millionen Euro Investitionsschwerpunkte in den Zukunftsbereichen Bildung,
Kinderbetreuung, Gesundheits- und Mobilitätswirtschaft sowie maritime Wirtschaft
und Tourismus setzt.

3. Aufbruch für Niedersachsen

Die drohende Wirtschaftskrise darf weder dazu führen, dass wir in Panik verfallen,
noch darf die Politik sich auf eine reine Zuschauerrolle zurückziehen. Die
Landesregierung unter Ministerpräsidenten Wulff setzt in der jetzigen Situation keine
Impulse zur Verbesserung der Situation im Land. Ein starkes Bundesland wie
Niedersachsen mit seinen erfolgreichen Unternehmen und qualifizierten und
leistungsfähigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern braucht jedoch eine starke
politische Führung, die es durch die Krise bringt.

Wir setzen hierbei auf die Stärke unseres Bundeslandes und einen Aufbruch, den die
Politik durch die richtigen Rahmenbedingungen, zukunftsgerichtete Investitionen und
die Förderung des Miteinanders von Unternehmen, Gewerkschaften und Gesellschaft
anstoßen kann. Die Landesregierung hat es bisher versäumt, einen solchen Weg
vorzubereiten und einzuschlagen.

Ihrer Rolle Niedersachsens Interessen zu stäken und Politik für die Menschen in diesem
Land zu machen, ist die Landesregierung bisher nicht nachgegangen. Mit dem
Wachstums- und Stabilitätspakt für Deutschland hat die SPD auf Bundesebene klar
ihre Ziele für eine zukunftsgerichtete und krisenfeste Politik definiert. Diesen Weg geht
auch die SPD Niedersachsen.