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Kanton Schwyz

Montag, 29. Oktober 2012 / Nr. 251

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Auf dem Jakobsweg – und etwas weiter

Merlischachen Beat Strickler reiste auf dem Jakobs- weg. Für ihn sei es ein Privileg, diesen Weg zu gehen – respektive zu fahren.

Sandro Portmann sandro.portmann@schwyzerzeitung.ch

2200 Kilometer sind es von Merlischa- chen nach Santiago de Compostela in Spanien. Beat Strickler begab sich auf den Pilgerweg und kam nach 15 Tagen am Ziel an. Geht nicht? Mit seinem Elektrobike schon. «Und ja, man muss auch bei einem Elektrovelo noch treten», so der 47-Jährige. Das Fahrrad unter- stützt seine Anstrengung allerdings wählbar in drei Stufen anhand des Pedalendrucks. Seine Motivation für die Reise: «Ich hatte bisher ein gutes Leben und einen guten Job. Es ist ein Privileg, diesen Weg zu machen und dafür bin ich dankbar», sagt Strickler.

Der Weg ist das Ziel

Es war die Geschichte von Ales Hu- bacek und Oliver Guenay, die Strickler nicht mehr losliess. Die beiden flogen diesen Sommer mit einem motorisierten Gleitschirm einen Teil des Jakobswegs ab. Beat Strickler faszinierte, dass sie den traditionellen Pilgerweg auf einem anderen Weg bestritten. Inspiriert wur- de er bei seinem Projekt aber auch an seinem Arbeitplatz im Verkehrshaus der Schweiz. Dort fand von April bis Okto- ber die Ausstellung «Sonne bewegt», die das aktuelle Thema nachhaltige Mobili- tät sowie erneuerbare Energie behan-

delte statt. Auch die Elektrovelomarke Flyer war vor Ort. Und so sagte sich Strickler: «Der Weg ist das Ziel – egal ob man mit einem Wohnmobil, zu Fuss oder eben mit einem Elektrobike geht.» Doch ein Elektrobike besitzt er zu die- sem Zeitpunkt gar nicht. Für sein Projekt wurde er von der Marke Flyer unter- stützt. Sie stellten für seine Reise das Fahrrad aus ihrer Vermietflotte zur Ver- fügung. Danach müsse er es wieder zurückgeben. Bevor er sich auf den Weg machte, modifizierte er das Bike nach

«Wie du pilgerst, ist egal. hauptsache ist, man geht.»

Beat Strickler

seinen Ansprüchen um. Lenker und Pneu wurden für den abenteuerlichen Weg ausgewechselt. Geprägt war diese Strecke von unterschiedlichen Natur- landschaften, Alpinzonen, Hügel-, Flachland und urbanen Gebieten, was die Fortbewegung nach Westen ab- wechslungsreich gestaltete.

162 Kilometer am ersten Tag

«Es war schönstes Wetter, als ich in Einsiedeln losfuhr», erinnert er sich. Vieles sei anfangs noch ungewiss ge- wesen. Zum Beispiel, wo er übernachten werde. So fuhr er am 21. September los und überquerte die Haggenegg (1400 m ü. M.) und den Brünig (1030 m ü. M.) bis zum Thunersee zu den Beatushöh- len. Mehr durch einen Zufall entdeckte er dort das Hotel Beatus, «Ich sagte mir, wenn das schon Beat heisst, übernach-

test du jetzt in diesem Hotel», so der 47-Jährige. Am ersten Tag legte er auf dem Elektrovelo 162 Kilometer zurück. Für die Reise hat er sich vorgenommen, jeden Tag eine Kerze in einer Kirche anzuzünden. Bereits in Frankreich fand er jedoch heraus, dass die viele Kirchen nicht täglich öffentlich zugänglich sind.

Von unsichtbarer Kraft getrieben

«Ich ging bewusst alleine auf diese Reise», so Beat Strickler. Schon bald stellte er fest: «Man ist gar nie alleine.»

Wie eine Familie kamen ihm die Pilger vor. Es sei ja trotz Strapazen niemand gezwungen, diesen Weg zu gehen. «Je- der macht diesen Weg freiwillig, und das spürt man auch. Es ist ein Privileg, den Weg zu gehen», so Strickler. Wie seine Weggefährten auch, so nutzte der Merlischacher Kirchen und Kathedralen, um Kraft zu tanken. Die Akkus hingegen lud er dort auf, wo er übernachtete. Je näher als er einem Etappenziel kam, umso mehr Pilger traf er an. Diese ka- men von verschiedenen Ländern und

Beat Strickler fuhr mit einem Elektro- bike von Merli- schachen nach Santiago de Compostela.

Bild Sandro Portmann

schachen nach Santiago de Compostela. Bild Sandro Portmann Kontinenten und waren jung oder jung- geblieben: alle

Kontinenten und waren jung oder jung- geblieben: alle mit dem gleichen Ziel. «Es schien, als seien sie von einer un- sichtbaren Kraft getrieben.»

200 Kilometer zum Dessert

Täglich führte Strickler Tagebuch auf Facebook, wo er seine Reise mit Fotos veranschaulichte. Früher als geplant er- reichte er sein Ziel. Nach 15 Tagen auf dem Fahrrad und 2200 Kilometern stand er auf dem Platz. «Ich bin erleichtert und glücklich», schrieb er, als er bei der Ka- thedrale in Santiago de Compostela an- kam. Doch auch ein Stück Ernüchterung trat ein. «Ist es das jetzt gewesen?», fragte er sich. Von anderen Pilgern hör- te er, dass es lohnenswert sei, dem Weg nach Finisterre bis zur Küste zu folgen. So entschloss er sich, dem Pilgerweg bis ans Cap hin- und zurückzufahren, was nochmals 200 Kilometern entspricht. «Das war mein Dessert», sagt Strickler. So zeigte der Kilometerzähler am Ende, als er wieder in Merlischachen ankam, gar einen Stand von 2800 Kilometern an. Während der Fahrt dachte er über vieles nach. Doch das sei ein unbewusster Prozess. «Man muss nicht denken, es denkt selber mit einem», stellte er fest. «Wie du pilgerst, ist egal, Hauptsache ist, man geht.»

Freund muss zurück

Von seinem ersten Elektrobike spricht Strickler heute wie von einem guten Freund. Probleme hatten die beiden keine, «oder alle waren lösbar», so der ursprünglich gelernte Elektriker. Das Fahrrad steht noch immer bei ihm zu Hause, bereit, um es an Flyer zurück- zugeben. Was aber bleibt, sind seine Erinnerungen. «Vielleicht gibt es mal eine öffentliche Diashow, wer weiss.»

AMTLICHE BEKANNTMACHUNG

EINL ADUNG

zur ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre

U N G zur ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre MythenForum Tagungs- und Kulturzentrum mit Restaurant und
U N G zur ordentlichen Generalversammlung der Aktionäre MythenForum Tagungs- und Kulturzentrum mit Restaurant und

MythenForum

Tagungs- und Kulturzentrum mit Restaurant und Kino

Schwyz

«Regionales Mehrzweck- und Gemeindezentrum Casino Schwyz AG» Mittwoch, 21. November 2012, 17.00 Uhr im MythenForum Schwyz, 6430 Schwyz

Traktanden und Anträge des Verwaltungsrates

1. Begrüssung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

2. Erläuterungen zum Geschäftsbericht und zur Jahresrechnung 2011/2012

3. Bericht der Revisionsstelle

4. Beschlussfassung betreffend

Bericht der Revisionsstelle 4. Beschlussfassung betreffend a. Genehmigung des Jahresberichtes 2011/2012 Antrag des

a. Genehmigung des Jahresberichtes 2011/2012 Antrag des Verwaltungsrates: Der Jahresbericht 2011/12 sei zu genehmigen

b. Genehmigung der Jahresrechnung 2011/2012 Antrag des Verwaltungsrates: Die Jahresrechnung, ausweisend einen Jahres- gewinn von CHF 15 741.14 sei zu genehmigen.

c. Genehmigung über die Verwendung des Bilanzgewinnes Antrag des Verwaltungsrates: Der Bilanzgewinn von CHF 17 634.13 sei, reduziert um die Zuweisung an die gesetzliche Reserve von CHF 15 000.00, auf die neue Rechnung vorzutragen.

d. Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrates

Antrag des Verwaltungsrates: Die Mitglieder des Verwaltungsrates seien in globo für das Geschäftsjahr 2011/2012 zu entlasten.

5. Ausblick Geschäftsjahr 2012/2013 und nahe Zukunft

6. Wahlen: Wiederwahl von zwei Mitglieder n in den Verwaltungsrat (vorbereitet)

7. Wahl der Revisionsstelle Antrag des Verwaltungsrates: Die CONVISA REVISIONS AG, Herrengasse 14, 6431 Schwyz, sei als externe Revisionsstelle für die Dauer eines Jahres zu wählen.

8. Verschiedenes / Anträge und Verhandlung ohne Beschlussfassung

Eintrittskarten: Namenaktionären, die am 30. Juni 2012 im Aktienregister eingetragen sind, wird die Eintrittskarte direkt zugestellt. Die Eintrittskarte und die Stimmzettel sind am 21. No- vember 2012 unabgetrennt am Saaleingang vorzuweisen. Stimmrecht: Stimmberechtigt sind die am 30. Juni 2012 im Aktienregister eingetragenen Namen-

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aktionäre.

Vertretung: Für die Vollmachtserteilung ist die Eintrittskarte auf der Rückseite zu unterzeichnen und dem Bevollmächtigten, der gleichzeitig Aktionär sein muss (Art. 11 der Statuten), zu übergeben. Falls ein Aktionär den Verwaltungsrat bevollmächtigen will, bitten wir ihn, die Voll- macht blanko, jedoch unterzeichnet, an das Aktienbüro bei der Sparkasse Schwyz, Herrengasse 23, 6430 Schwyz, einzusenden. In diesem Falle werden wir besorgt sein, dass das Stimmrecht gemäss den Anträgen des Verwaltungsrates ausgeübt wird. Falls ein Aktionär einen unabhängigen Stimmrechtsvertreter bevollmächtigen will, so bezeichnen wir dafür Herrn Rechtsanwalt lic. jur. Richard-André Schindler, Bahnhof- strasse 83, Postfach 535, 6431 Schwyz. Depotvertreter: Depotvertreter im Sinne von Art. 689 OR werden gebeten, der Gesellschaft Anzahl und Kategorie der von ihnen vertretenen Aktien frühzeitig bekannt zu geben, spätes- tens bis 21. November 2012, 15.00 Uhr. Als Depotvertreter gelten die dem Bundes- gesetz vom 8. November 1934 über Banken und Sparkassen unterstellten Institute sowie gewerbsmässige Vermögensverwalter.

Dokumente:

Der Geschäftsbericht 2011/2012 mit Jahresberichten, Jahresrechnung und Bericht der Revisionsstelle werden den Aktionären mit der Einladung zur Generalversamm- lung direkt zugestellt. Die Dokumente und das Protokoll der ordentlichen General- versammlung vom 18. November 2011 liegen ab 29. Oktober 2012 bis zur Gene- ralversammlung vom 21. November 2012 am Sitz der Gesellschaft (MythenForum Schwyz, Reichsstrasse 12, 6430 Schwyz) und bei der Sparkasse Schwyz (Herren- gasse 23, 6430 Schwyz) für die Aktionäre zur Einsicht auf.

Schwyz, 17. Oktober 2012

Für den Verwaltungsrat Josef Letter, Präsident

Kirschfamilie feiert erste Gala

arTh die arnold dettling aG aus Brunnen wurde an der ers- ten kirschgala in zwei katego- rien ausgezeichnet.

Rund 70 Besucher kamen am ver- gangenen Freitag in die Alte Mosterei nach Arth. Hier fand schweizweit die erste Kirschgala statt. «Unserer Jury sind 70 Produkte von 17 Brennereien ein- gegangen», eröffnete Sonja Petignant- Keller, Vertreterin der Agroscope Changins-Wädenswil (ACW), die Rang- verkündigung der verschiedenen Kirsch- wasser. Sie beurteilte folgende Katego- rien: «Cuvée/Assemblage», «Sortenrein», «Holzfassgereift», «Vieille-Produkte», «Wildkirsch» und «Kirschliköre». Die verschiedenen Kirschwasser seien an- hand objektiver Kriterien überprüft, dis- kutiert und schliesslich ausgewertet worden, wie Petignant-Keller sagte. Sie vergab insgesamt 33 Produkten die Note «sehr gut» und befand zehn Produkte als «ausgezeichnet». Trotz aller Preise war es Lukas Fassbind, Präsident der Distisuisse, wichtig, zu betonen, dass

jede und jeder «seinen Lieblingskirsch» selbst findet. Denn die individuellen Präferenzen wurden bei der Jury nicht berücksichtigt. Sonst hätte die ganze Bewertung ihre Objektivität verloren.

Kirsch aus besten lauerzer chriesi

Unter den grossen Abräumern ist auch ein Einheimischer: Toni Eberhard von der Arnold Dettling AG in Brunnen. Auf die Siege in den Kategorien «Sortenrein» und «Wildkirsch» zeigte er sich stolz. Es sei der Lohn der ganzen Arbeit. «Zudem sind sie ein Beweis dafür, dass die Lau- erzer Chriesi, aus welchen unser Kirsch hergestellt wird, sehr hohe Qualitäten aufweisen», war Eberhard überzeugt und fügte an: «Sonst sind solche Resultate nicht möglich» Regierungsrat und Ehrengast Kurt Zibung stimmte dieser Aussage zu. «Werden Pflanzung und Pflege vernach- lässigt, nützt die grösste Brennkunst nichts.» Deswegen sei es eminent wich- tig, die Hochstämmer zu schützen, um «aus der Königin der Früchte den edels- ten Brand der Schweiz, den nationalen Stolz» herzustellen.

StéPhanie WeBer redaktion@schwyzerzeitung.ch

herzustellen. StéPhanie WeBer redaktion@schwyzerzeitung.ch Der glückliche Gewinner. Toni Eberhard trägt den Preis mit

Der glückliche Gewinner. Toni Eberhard trägt den Preis mit Stolz.

Bild Stéphanie Weber