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Universität „Džemal Bijedić“

Fakultät der humanistischen Wissenschaften in Mostar


Abteilung für Germanistik

SEMINARARBEIT IN SYNTAX

Thema: Die Funktionen der Partizipialkonstruktionen

Mentorin: Belma Prndelj Studentin: Mirela Durmo

Mostar, Januar 2008.


Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Morphologische Beschreibung..........................................................................................................4
1.1. Partizip I.....................................................................................................................................4
1.2. Partizip II...................................................................................................................................5
2. Syntaktische Beschreibung................................................................................................................6
2.1. Partizip I......................................................................................................................................6
2.1.1. Notwendige Partizip I Verbindungen..............................................................................6
2.1.2. Freie Partizip I Verbindungen.........................................................................................6
2.2. Partizip II....................................................................................................................................7
2.2.1. Notwendige Partizip II Verbindungen.............................................................................7
2.2.2. Freie Partizip II Verbindungen........................................................................................7
3. Gebrauch von Partizipien...................................................................................................................9
4. Zusammengesetzter Satz..................................................................................................................10
5. Partizipialkonstruktionen.................................................................................................................11
5.1. Attributive Partizipialkonstruktionen........................................................................................11
5.2. Nicht-attributive Partizipialkonstruktionen..............................................................................13
Beispiele...............................................................................................................................................16
Zusammenfassung................................................................................................................................2
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Literaturverzeichnis.............................................................................................................................25

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Einleitung

Die größte syntaktische Einheit ist der Satz. In der linguistischen Literatur gibt es sehr viele
Deutungen dessen, was unter einem Satz zu verstehen ist.Saätze sind sprachliche Einheiten, die
relativ selbstständig und abgeschlossen sind. Sie erscheinen in sehr unterschiedlicher Form.Man
unterscheidet: einfachen Satz, zusammengesetzten Satz und Satzäquivalent.
Ich werde mich nur mit satzwärtigen Partizipionalkonstruktionen, bzw. mit dem zusammengesetzten
Satz, beschäftigen.
Zusammengesetzter Satz besteht mindestens aus zwei Teilsätzen. Zusammengesetzte/ komplexe
Sätze sind Konstruktionen, die als Satzverbindung, Satzgefüge oder Periode erscheinen.
Satzgefüge besteht aus Teilsätzen, zwischen welchen eine (grammatische) Abhängigkeit besteht (d.h.
mindestens ein Teilsatz ist einem anderen grammatisch untergeordnet). Den untergeordnetenTeilsatz
bezeichnet man als Nebensatz. Zusammen mit den Nebensätzen werden im Folgenden auch
satzwärtige Infinitiv-und Partizipialkonstruktionen behandelt (die sich zwar formal von den
Nebensätzen unterscheiden, ihnen aber funktional äquivalent sind).
Ich werde mit der morphologischen und dann mit der syntaktischen Beschreibung der Partizipien,
bzw. Partizipialkonstruktionen, anfangen. Da man satzwärtige Partizipialkonstruktionen auch
Partizipialsätze nennt, werde ich mich mit dem zusammengesetzten Satz als nächstes befassen.
Partizipialkonstruktionen kommen als Gliedteile und als Satzglied vor. Also, wurde der Gebrauch als
Nächstes behandelt.
Die Beispiele für mein Thema habe ich aus dem Buch von Hermann Hesse „Der Steppenwolf“
herausgenommen.

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1. Morphologische Beschreibung

In der deutschen Sprache unterscheidet man nach den morphologischen Merkmalen drei infinite
Verbformen: Infinitiv – PartizipI – Partizip II

1.1. Partizip I

Laut Helbig/Buscha (2001;98) wird das Partizip I durch das Anhängen von –d an den Infinitiv
gebildet:

arbeiten-d, kommen-d

In Verbindung mit einem finiten Verb ist das Partizip I in der Form unveränderlich.Die verbalen
Kategorien (Tempus, Modus, usw.) werden durch das finite Verb getragen:

Sie spricht (spräche, sprach, usw.) zögernd.

Das Partizip I hat kein syntaktisches Subjekt bei sich. Sein logisches Subjekt wird in der Regel durch
das Subjekt des finiten Verbs ausgedrückt:

Heimkehrend fand sie die Wohnung verschlossen.

Mit Ausnahme des Subjekts hat das Partizip alle notwendigen (valenzbedingten) Glieder bei sich:

Sie ermähnte ihn, an seine Ehrlichkeit appelierend.

Das Partizip kann auch durch freie (valenzunabhängige) Glieder erweitert sein:

Spät heimkehrend (,) fand sie die Wohnung verschlossen.

In Verbindung mit einem Substantiv übernimmt das Partizip I die adjektivischen Merkmale für
Genus, Kasus, Numerus, Deklinationsart und Komparation.
Man vergleicht die Genusformen von Partizip I als Prädikativ und als Attribut:

Ihr Vortrag war überzeugend. -ihr überzeugender Vortrag

Ihr Argument war überzeugend.-ihr überzeugendes Argument

Ihre Darstellung war überzeugend. -ihre überzeugende Darstellung

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Oft ist das attributtive Partizip erweitert durch notwendige (valenzbedingte) und freie
(valenzunabhängige) Glieder:

Die seit kurzem in einem Einfamilienhaus wohnende Familie

1.2. Partizip II

Laut Helbig/Buscha ( 2001;99 )

1. wird das Partizip II bei den regelmäßigen Verben durch das Anhängen von –t an den
Verbstamm (nach stammauslautendem –t oder –d.-et), bei den unregelmäßigen Verben durch
das Anhängen von –en an den Verbstamm und Veränderung des Stammvokals gebildet:

regelmäßige Verben:
verkaufen: verkauf-t
verarbeiten: verarbeite-t

unregelmäßige Verben:
versprechen: versproch-en
versinken: versunk-en

2. Bei den Verben, die auf der ersten Silbe betont werden, ist neben den Suffix –(e)t bzw. –en,
zur Bildung des Partizip II das Präfix ge- notwendig. Das Präfix steht bei einfachen Verben
und bei Verben mit einem untrennbaren Erstteil am Wortanfang:

arbeiten: ge-arbeit-et
langweilen: ge-lang-weil-t

und bei den Verben mit untrennbaren Erstteil und den Verbstamm zwischen dem Erstteil und dem
Verbstamm:

aufstehen: auf-ge-stand-en
untergehen: unter-ge-gangen

3. In Verbindung mit einem finiten Verb ist das Partizip II – wie das Partizip I- in der Form
unveränderlich; in Verbindung mit einem Substantiv übernimmt es die adjektivischen
Formenmerkmale:

Sein Roman ist gelungen. -sein gelungener Roman


Seine Oper ist gelungen. -seine gelungene Oper

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Sein Bild ist gelungen -sein gelungenes Bild

2. Syntaktische Beschreibung

2.1. Partizip I

Laut Helbig/Buscha (2001; 102)


Die Infiniten Verbformen bilden im Deutschen keine besondere Wortklasse, sondern gehören
verschiedenen anderen Wortklassen an.Das Partizip I kommt außer im adjektivischen Gebrauch
beim Substantiv, vor allem in freien (valenzunebhängigen) Verbindungen mit finiten Verben, vor.
Daneben gibt es auch notwendige (valenzbedingte) Verbindungen mit finiten Kopula- und
Vollverben. Im Gegensatz zum Infinitiv, unterscheiden sich die notwendige und die freie
Verbindungsart beim Partizip I nicht durch besondere Bezeichnungsmittel.

2.1.1. Notwendige Partizip I - Verbindungen

Im beschränktem Maße verbindet sich mit dem Partizip I eines Vollverbs das Kopulaverb sein (noch
enger begrenzt die Kopulaverben ) werden und bleiben:

Die Arbeit ist/wird/bleibt anstrengend.

Vielfach handelt es sich aber um den Gebrauch adjektivischer PartizipienI als Prädikativ:

Der Film ist spannend.

In notwendiger Verbindung mit einem Partizip I stehen auch einige Vollverben, wie z.B. nennen,
bezeichnen als, erklären für, halten für, finden. Das Subjekt des Partizips ist identisch mit dem
Objekt des finiten Verbs. Als Partizip können nur Verben auftreten, die eine
sein- Verbindung zulassen:

Ich finde das Argument überzeugend.


Ich finde, dass das Argument überzeugend ist
Ich finde, dass das Argument überzeugt.

2.1.2. Freie Partizip I- Verbindungen

Verbindungen eines finiten Verbs mit einem Partizip I sind gewöhnlich freie Verbindungen zweier
Vollverben, für die es keine syutaktischen Beschränkungen gibt. Die Bedeutung des Partizips in
der Verbindung ist aktivisch. Es besteht Zeitgleichheit mit dem finiten Verb. Das Subjekt des
Partizips entspricht gewöhnlich dem Subjekt des finiten Verbs:

Der Wissenschaftler wirkte überzeugend.


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Der Wissenschaftler argumenrtierte(,) und überzeugte.

Übereinstimmung der Subjekte gibt es auch bei einem, durch notwendige (valenzabhängige)
und/oder freie Satzglieder, erweiterten Partizip I (Partizipialkonstruktion):

Die Kinder zogen, fröhlich lärmend, auf den Sportplatz.

Die Kinder zogen, indem sie fröhlich lärmten, auf den Sportplatz.

Wenn das Partizip nicht auf ein Verb zurückführbar ist, handelt es sich um ein Adjektivadverb:

Das Institut sucht dringend eine Sekräterin.

2.2. Partizip II

Partizip I kommt außer in adjektivischen Gebrauch beim Substantiv, in notwendigen


(valenzbedingten) Verbindungen mit finiten Hilfs- und Vollverben und in freien
(valenzunabhängigen) Verbindungen mit finiten Vollverben, vor. Wie beim Partizip I unterscheiden
sich beide Verbindungsarten nicht durch besondere Bezeichnungsmittel.

2.2.1. Notwendige Partizip II – Verbindungen

Mit dem Partizip II eines Vollverbs verbinden sich die Vollverben haben,sein, werden.Nur eine
kleine Gruppe Verben kann sich als Vollverb mit einem Partizip II verbinden. Das Subjekt des
Partizips ist zumeist identisch mit dem Akkusativobjekt:

Ich fand den Film gelungen.

Ich fand,dass der Film gelungen war.

Ein gemeinsames Subjekt haben nur die adverbialen Verbindungen mit finitem Kommen:

Er kommt gerannt.

Er kommt, indem er rennt.

2.2.2. Freie Partizip II- Vrebindungen

Laut Helbig/Buscha (2001, 109)


Während es für die freien Partizip II- Verbindungen keine (syntaktischen) Beschränkungengibt, sind
freie Partizip II- Vrebindungen nur von solchen Verben möglich, die sich in der Form des Partizips II
auch mit dem finitem Hilfswerb sein verbinden. Damit ist vor allem die große Zahl der Intransitiva-
soweit sie nicht Orts- oder Zustandveränderungen bezeichnen- ausgeschlossen, wie z.B.
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schlafen (ohne Objekt), helfen (mit Dativobjekt), beruhen auf (mit Präpositionalobjekt). Die
Genusbedeutung der Partizipien II in den freien Verbindungen entspricht der Genusbedeutung der
Vrebindung mit dem Hilfsverb sein. Das Subjekt des Partizips stimmt gewöhnlich mit dem Subjekt
des finiten Vrebs überein. Dies gilt für die nicht erweiterten Partizipien, ebenso wie für die durch
notwendige und / oder freie Satzglieder erweiterten Partizipien (Partizipialkonstruktionen).

Während das Partizip I Gleich-oder Nachzeitigkeit mit dem finiten Verb ausdrückt, steht das Partizip
II gewöhnlich im Verhältnis der Vorzeitigkeit zum finitem Verb. Eine Ausnahme machen nur die
durativen transitiven Verben, die auch Gleichzeitigkeit ausdrücken können (und damit die passive
Entsprechung zum Partizip I darstellen):

In der Stadt angekommen(,) ging er sofort zu seinemFreund.

Nachdem er in der Stadt angekommen war, ging er sofort zu seinem Freund.

(Vorzeitigkeit, intransitives Verb)

Obwohl von allem gewarnt(,) fuhr er los.

Obwohl er vonallen gewarnt worden war,fuhr er los.

(Vorzeitigket, perfektives transitives Verb)

Von zwei Locks gezogen(,) fuhr der Zug in den Bahnhof ein.

Der Zug, der von zwei Locks gezogen wurde, fuhr in den Bahnhof ein.

(Gleichzeitigkeit, duratives transitives Verb)

Wenn ein Partizip II nicht auf ein Verb zurückführbar ist, handelt es sich um ein Adjektivadverb:

Er schaute sie betroffen an.

Mein Freund spielt geschickt Billard.

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3. Gebrauch von Partizipien

Laut E. Zilic (2002; 158)


Bei den Partizipialkonstruktionen regelt sich der Gebrauch von Partizip I und Partizip II nach der
relativen und nicht nach der absoluten Zeit.
Partizip I steht bei der Gleichzeitigkeit und Partizip II bei der Vorzeitigkeit des Nebensatzes vor dem
Hauptsatz.Zum Beispiel:

In Dreasden angekommen, besuchte er seinen Freund.

Ein Lied singend, ging er über die Straße.

Während das Partizip I in der Partizipialkonstruktion aktivische Bedeutung hat, kann das Partizip II
aktivische und passivische Bedeutungen haben- entsprechend einer unterschiedlichen syntaktischen
Ableitung:

(1) Das Team aufgrund seiner vorbildlichen Leistung ausgezeichnet, feierte den Erfolg.
Das Team aufgrund seiner vorbildlichen Leistung ausgezeichnet worden war, feierte den Erfolg.
Das Team feierte den Erfolg. Das Team war...ausgezeichnet worden.
Das Team feierte den Erfolg. X hatte das Team...ausgezeichnet.

In (1) Partizip II hat hier passivische Bedeutung und ist das Vorgangspassiv abgeleitet/ das
Oberflächensubjekt des Partizips entspricht einem Objekt in der zugrunde liegenden aktivischen
Struktur.

(2) Die Reisegruppe, in Dresden angekommen, besuchte den Zwinger.


Als die Reisegruppe in Dresden angekommen war, besuchte sie den Zwinger.
Die Reisegruppe besuchte den Zwinger. Die Reisegruppe war in Dresden angekommen.

In (2) hat das Partizip II aktivische Bedeutung und ist über das Perfekt Aktiv abgeleitet / das
Oberflächensubjekt des Partizips entspricht einem Subjekt in der zugrunde liegenden Struktur.

Laut Helbig/ Buscha (2001; 588)


Anmerkung: Homonyme Fälle mit der Möglichkeit einer doppelten Interpretation:

Das Mädchen, frisch gewaschen und gekämmt, setzte sich an den Frühstückstisch.
(a) Das Mädchen, das sich frisch gewaschen und gekämmt hatte, setzte sich an den
Frühstückstisch.
(b) Das Mädchen, das frisch gewaschen und gekämmt worden war, setzte sich an den
Früstückstisch.

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In (a) entsteht das Partizip (mit aktivischer Bedeutung) über das Zustandsreflexiv, in (b) entsteht es
(mit passivischer Bedeutung) über das Vorgangspassiv.

Laut Duden 4 s. 194


Partizipien, die nur als Prädikatsteil (Konjugationsform) gebraucht werden können, sind nicht
substantivierbar. Es kann also nicht sein:

Der Gelaufene, der Geschlafene, das Geschämte...

Dies ist aber mit allen Partizipien möglich, die wie ein Adjektiv gebraucht werden können, wie z.B.:

Der Betrunkene, der Verliebte, die Schlafende, der Geprüfte, das Spannende...

4. Zusammengesetzter Satz

Laut E. Zilic, 2002; 159


Ein zusammengesetzter Satz besteht aus zwei oder mehreren Teilsätzen, die zu einer Einheit
zusammengefügt sind. Bei Zusammengesetzten Satz unterscheiden wir die Nebenordnung
(PARATAXE) und die Unterordnung (HYPOTAXE).

Die Parataxe, oder die Satzverbindung ist Reihung von Hauptsätzen (zwei oder mehrere), die
einander gleichwertig sind.

Die Hypotaxe, oder das Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und einem, oder mehreren
Nebensätzen oder satzwertigen Infinitiven und Partizipien. Auch Nebensätze können untereinander
subordinativ verbunden werden (= ein Nebensatz ist in einen anderen eingebettet).

Ein Satzgefüge wird bei Engel (1999:363) „komplexer Hauptsatz“ genannt.“Unter einem komplexen
Stz verstehen wir einen Satz, in den mindestens eine satzartige Konstruktion – als Satzglied oder als
Attribut – eingebettet ist.“ Als satzartige Konstruktion fasst Engel alle Konstruktionen, deren
Struktur von einem zentralen Verb bestimmt wird (Nebensätze, Infinitiv- und bestimmte
Partizipialkonstruktionen).

Laut Helbig/Buscha (2001;578)


Die Infinitiv- und Partizipialkonstruktionen werden als satzwertig verstanden. Sie unterscheiden sich
zwar formal von den Nebensätzen, sind ihnen aber funktional aquivalent.

Der Ersatz eines Nebensatzes durch eine Partizipialkonstruktion ist in der Regel nur bei Identität der
Subjekts im Hauptsatz und Nebensatz möglich.

Laut E.Zilic (2002; 156)


Ausnahmefälle, hinsichtlich der Subjektidentität: Es ist keine Identität des Subjekts im Hauptsatz
und im Nebensatz vorhanden und die Partizipialkonstruktion bezieht sich auf das Objekt des
Hauptsatzes:

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Der Arzt las ein Buch, überladen mit fremden wissenschaftlichen Termini.

5. Partizipialkonstruktionen

Partizipialkonstruktionen sind niemals valenzbedingt und können folglich auch nicht Subjekte oder
Objekte des übergeordneten Satzes vertreten. Obwohl die Partizipialkonstruktionen im Verhältnis zu
den, ihnen entsprechenden NS nicht-explizite Konstruktionen sind und als offene, undifferenzierte
Formen oft mehrere syntaxische und semantische Interpretationen zugleich zulassen, lassen sich
unter syntaktischem Aspekt drei Subklassen unterscheiden:

Attributive Partizipialkonstruktionen, adverbiale Partizipialkonstruktionen und


Partizipialkonstruktionen als Nebenprädikate. Die zuletzt genennten beiden Subklassen können als
nicht-attributive Partizipialkonstruktionen zusammengefasst werden.

5.1. Attributive Partizipialkonstruktionen

Laut Helbig/Buscha (2001; 583)


(als Gliedteil)
Attributive Partizipialkonstruktionen beziehen sich immer auf ein Substantiv (selten: ein
substantivisches Pronomen). Die attributive Partizipialkonstruktion ist kein eigenes Stellungslied
und kann folglich die erste Stelle vor dem finiten Verb im Hauptsatz (Aussagesatz) nicht allein
einnehmen (ohne dass die Bedeutung verändert wird):

Eine ärztliche Behandlung, aufbauend auf einer eindeutigen Diagnose, hätte den Patienten gerettet.
(ist nicht transformierbar in: Aufbauend auf einer eindeutigen Diagnose(,) hätte eine ärztliche
Behandlung den Patienten gerettet.)

Der Schriftsteller, 1960 in Berlin geboren, hat einen neuen Roman veröffentlicht.
(ungrammatischer Satz: 1960 in Berlin geboren(,) hat der Schriftsteller einen neuen Roman
veröffentlicht.)

Sie hat (zumeist direkt, in seltenen Fällen indirekten) Anfangskontakt mit einem Substantiv (seltener:
mit einem substantivischen Pronomen):
Der Schriftsteller, zu Hause gemieden und im Ausland übersehen wurde, war nach 1900 völlig
isoliert.
(ist transformierbar aus: Der Schriftsteller, der zu Hause gemieden und im Ausland übersehen wurde,
war nach 1900 völlig isoliert.)

Attributive Partizipialkonstruktionen lassen sich ohne Bedeutungsveränderung durch einen


attributiven Relativsatz paraphrasieren:

Eine ärztliche Behandlung, die auf einer eindeutigen Diagnose aufbaut, hätte den Patienten gerettet.

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Der Schriftsteller, der 1960 in Berlin geboren (worden) ist, hat einen neuen Roman veöffentlicht.

Zwischen einer attributiven Partizipialkonstruktion und dem entsprechenden Substantiv (als


Bezugswort) müssen semantische Beziehungen der Kongruenz von semantischen Merkmalen
bestehen.
Die attributiven Partizipialkonstruktionen, im Unterschied zu den nicht-attributiven
Partizipialkonstruktionen, lassen sich ohne Bedeutungsveräbderung in erweiterte Partizipialattribute
verwandeln(wobei aus dem Anfangskontakt ein Endkontakt zum Substantiv als Bezugswort wird
und entsprechende morphosyntaktische Signale der Flexion auftreten):

Eine auf einer eindeutigen Diagnose aufbauende ärztliche Behandlung hätte den Patienten gerettet.
Der in Hamburg angekommene Arzt besuchte sofort seinen Freund.

5.2. Nicht-attributive Partizipialkonstruktionen

Laut Helbig/Buscha (2001; 585)


(Als Satzglied in der Funktion freier Umstandsangaben)
Nicht-attributive Partizipialkonstruktionen beziehen sich immer auf ein Verb des übergeordneten
Satzes. Sie können die erste Stelle vor dem finiten Verb im Hauptsatz allein einnehmen:

Der Arzt, in Hamburg angekommen, besuchte sofort seinen Freund.


In Hamburg angekommen(,) besuchte der Arzt sofort seinen Freund.

Nicht-attributive Partizipialkonstruktionen lassen sich ohne Bedeutungsveränderung durch einen


expliziten subjunktionalen Nebensatz (bzw. Durch eine Präpositionalgruppe mit entsprechender
Präposition) paraphrasieren:

Nachdem er in Hamburg angekommen war, besuchte der Arzt sofort seinen Freund.
Nach seiner Ankunft in Hamburg, besuchte der Arzt sofort seinen Freund.

Innerhalb der nicht-attributiven Partizipialkonstruktionan unterscheiden sich die adverbialen und die
nebenprädikativischen Partizipialkonstruktionen.

Bei Konstruktionen mit Nebenprädikat handelt es sich um zwei Geschehen (das Geschehen in der
Partizipialkonstruktion ist akzessorisch zum Geschehen im übergeordneten Satz):

Der Autor unterscheidet(,) vom 19. Jahrhundert angefangen(,) mehrere Phasen in der Entwicklung
der modernen Kunst.
Die Sportler zogen(,) Fahnen schwenkend(,) in ads Stadion ein.

Bei Konstruktionen mit adverbialer Partizipialkonstruktion handelt es sich um ein Geschehen. Sie
lassen unterschiedliche semantische Möglichkeiten zu:

1. modal:
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Indem der Autor falsche Begriffe auf die Wirklichkeit anwandte, entstellte er sie.
(Falsche Begriffe auf die Wirklichkeit anwendend(,) entstellte sie der Autor.)

2. temporal:
Während er eine dickeZigarre rauchte, entwickelte er seinen Plan.
(Eine dicke Zigarre rauchend(,) entwickelte er seinen neuen Plan.)

3. kausal:
Weil das Kind das Gewitter fürchtete, lief es schnell nach Hause.
(Das Gewitter fürchtend(,) lief das Kind nach Hause).

Anmerkung: Es gibt Partizipialkonstruktionen kausaler Art, in denen die Einleitungssubjunktion


des Nebensatzes fakultativ erhalten bleibt:
Dieses Theterstück wirkte völlig unklassisch, (weil) den üblichen asthetischen Normen
wiedersprechend.

4. konzessiv:
Obwohl von seinen Freunden gewarnt, verließ er sein Versteck. (konzessiv)
Von seinen Freunden gewarnt, verließ er sein Versteck. (kausal)

5. konditional:
Partizipialkonstruktionen in konditionaler Funktion sind auf die geschriebene Sprache beschränkt
außer einer Anzahl von Phrasen, die im Sprachgebrauch zu festen Wendungen geworden sind.
Gelegentlich kommen die Subjunktoren falls, wennund sofern vor. In solchen festen Wendungen
wird das Pronomen man als implizites Subjekt vorausgesetzt. (Djukanovic:73) Hier ist die
Gleichheit der Subjekte in der Konstruktion im Hauptsatz nicht erforderlich. Zum Beispiel:

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, muss man drei Tropfen nehmen./nehme man drei Tropfen.
Nach der Vergangenheit meiner Frau befragt, konnte ich kaum etwas berichten.
Wenn gewünscht, bringen wir ihnen den Apparat ins Haus.

Laut E.Zilic (2002; 155)


Zu den frequentesten festen Wendungen mit konditionaler Bedeutung gehören:

Oberflächlich betrachtet,(...). Aufrichtig besagt, (...).


Theoretisch gesehen, (...). Ehrlich gesagt, (...).
Besser ausgedrückt, (...). Im Grunde genommen, (...).
Streng angenommen, (...). Objektiv betrachtet, (...).
Äuserlich betrachtet, (...).
Angenommen, dass der Preis nicht zu hoch ist, möchte ich das Buch kaufen.
Vorausgesetzt, dass ich Zeit habe, komme ich morgen um fünf.
Abgesehen davon, dass ich keine Lust habe, habe ich auch kein Geld.

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Laut Helbig/Buscha (2001; 587)
Die Partizipialkonstruktionen die semantischen Beziehungen nicht explizit signalisieren, sind oft
mehrdeutig und können- abhängig vom Kontext- manchmal semantisch unterschiedlich
interpretiert werden:

Durch das Referat angeregt(,) meldete sich der Abgeordnete zur Diskussion.

Nachdem der Abgeordnete durch das Referat angeregt worden war, meldete er sich zur
Diskussion. (temporal)

Weil der Abgeordnete durch das Referat angeregt worden war, meldete er sich zur Diskussion.
(kausal)

Die folgenden Beispiele werden aus dem Buch von Hermann Hesse „Der Steppenwolf“
entnommen:

Attributive Partizipialkonstruktionen:

1. „Nun ja“ sagte er, „ich komme wegwn des Zimmers, das sie zu vermieten haben.

2. Er habe nur darum gebeten, seine Ankunft nicht polizeilich zu melden, da ihm, einen

kränklichen Mann, diese Formalitäten und das Herumstehen...


3. Der Mann, der diese Stube bewohnte, konnte ein Gelehrter sein.

4. Auf dem gröseren Tisch zwischen den vielen Büchern und Schriften stand häufig ein

Blumenstrauß, dort trieb sich auch ein Aquarellierkasten herum, der aber stets voller Staub
war, ...
5. Eine Strohumflochtene Flasche war meistens mit italienischem Rotwein gefüllt, den er in der

Nähe in einem kleinen Laden holte, ...


6. „Sehen sie“, fuhr Haller fort, „dieser kleine Vorplatz mit der Arkaurie, der so fabelhaft riecht,

ich...
7. Er nahm mich mit in sein Zimmer, wo es stark nach Tabak roch, ...
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8. Er zog vor unserer Zugängerin, einer braven Frau, den Hut jedesmal...

9. Erst wurde Händel gespielt, eine edle und schöne Musik, ...

10. Auf einem Parkettboden, den zu betreten man sich scheut, stehen da zwei Schemel...

11. Schade war es um das Jetzt und Heute, um all diese ungezählten Stunden und Tage, die ich

verlohr, die ich nur erlitt, die weder Geschenke noch Erschütterungen brachten.
12. Da stand gegenüber, jenseits der Gasse, in der Finsterniss eine alte graue Steinmauer, die ich

immer gerne sah, sie stand immer so alt und unbekümmert da...
13. Vielleicht waren diese paar Stammgäste, die ich vom Sehen alle kannte, richtige Philister und

hatten zu Hause...
14. Immer hatte diese Art von Musik, so sehr ich sie verabscheuerte, einen heimlichen Reiz für

mich.
Partizipien die satzwertig sind, wenn andere Glieder zu ihnen treten:

15. Ich stand einen Augenblick schnuppernd, roch an der blutigen grellen Musik,...

16. Prüfend blickte ich zu der alten Mauer hinüber, heimlich wünschend, der Zauber möge

wieder beginnen.
17. Der Mann könnte hierüber lang und unterhaltend sprechen...

18. Der Mensch ist eine aus hundert Schalen bestehende Zwiebel, ein aus vielen Fäden

bestehendes Gewebe.
19. Ich nahm dies schwer betäubende Mittel nur dann, wenn körperliche Schmerzen mich bis

zur Unerträglichkeit plagten.


20. Wie war das so langsam und schleichend über mich gekommen...

21. Der Abend wurde dann auch entsprechend wunderbar.

22. Der Araukarienplatz hier, der ist so strahlend rein,...

23. Und als ich nun schmerzend auf diese Anspielung anging und anmeldete, ...

24. Die wenigen Male, die ich damals antraf, schien er auffallend lebendig und verjüngt...

25. Zugleich erkannte ich, dass nicht Weltverachtung, sondern Selbstverachtung die Basis

eines Pessimismus sei, denn so schonungslos und vernichtend er vor Institutionen reden
konnte, nie schloß er sich aus.
26. Scherzend deutete ich auf diese Anspielung...
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Adverbiale Partizipialkonstruktionen:
(Partizipialkonstruktionen als Satzglied in der Funktion freier Umstandsangaben)

Modalangabe:

27. Die Hausfrau schenkte den Kaffee vollends ein, mit einem tief leidenden Gesicht, dann

eilte sie aus dem Zimmer...


28. Vernünftig sprach ich mir selber zu, wie einem geängstigten Kind...

29. Sie behandelte mich so schonend, wie ich es nötig hatte, und so spöttisch, wie ich es nötig

hatte.
30. Halt, trink nicht so rasch.

31. „Halt“, rief ich flehend,“gehen sie, geh nich fort“!

32. Der alte Mann bewegte den strengen Kopf etwas nach forn, und indem sein harter, amtlich

gefaltener Mund sich in einem kleinen Lächeln entspannte...


33. „Ich weiß, ich weiß!“, rief ich wütend.

34. „Ach“, sagte ich bittend, „lass lass dich doch von mir einladen!

35. Sie schüttelte das nur mit einem Zucken der Augenbrauen von sich, sah mich zwingend an

und fuhr fort, mit ganz kalter Stimme...


36. Auch mit ihr tanzte ich nun leichter, freier und fröhlicher, wenn auch nicht so unbeschwert

und selbstvergessen wie mit jener anderen.

Kausalangabe:

37. Genau so sehnten sich die von ihm verachteten und verhöhnten Zeitungsleser nach der

idealen Zeit vor dem Kriege zurück, weil das bequemer war, als aus dem erlittenen zu
lernen.
38. Dann setzte ich mich zu ihr aufs Bett, hielt ihre Hand, bat sie leise zu reden, da man uns

nicht hören dürfte, ...


39. Vielleicht doch, weil es mein eigener war?

40. Von diesen Naturen sind sehr viele vollkommen unfähig, jemals den realen Selbstmord

zu begehen, weil sie dessen Sünde tief erkannt haben.

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41. Nehmen wir, da dies sich von selbst anbietet, eben jenes sein Verhältnis zum

„Bürgerlichen“ zum Ausgangspunkt.


42. Der Steppenwolf stand, seiner eigenen Auffassung zufolge, gänzlich außerhalb der

bürgerlichen Welt, da er weder Familienleben, noch sozialen Ehrgeiz kannte.


43. Da ich schwieg, fuhr er fort...

44. Da diese Sache mit dem Unterlassen der polizeilichen Meldung mir nicht gefiel, wollte

ich wenigstens erfahren, was die Tante über den Fremden wisse.
45. Ich saß sehr gerne hier, da diese Araukarie so schön roch...

Temporalangabe:

46. Nachdem ich die innerste Bestimmung nach der Natur erkannte, zog es mich in die innigste

Sehnsucht...
47. Als ich zu Ende gelesen hatte, fiel mir ein, daß ich vor einigen Wochen einmal in der Nacht

ein etwas sonderbares Gedicht aufgeschrieben hätte, das ebenfalls vom Steppenwolf
handelte.
48. In die Rehe bin ich doch so verliebt; wenn ich doch jetzt bloß eins fände!

49. Eines Tages, nachdem ich wieder einmal vergeblich Straßen und Plätze nach dem Mann

mit der Plakatstange abgesucht hatte, ging ich die...


50. Nach dem zweiten Tanz warf sie sich in den Diwan und lachte wie ein Kind.

51. Als der Tanz zu Ende war, allzu früh, zog das schöne Sammetmädchen sich zurück, und

plötzlich stand Hermine neben mir, die uns zugelassen hat.


52. Während ich aß und trank, steigerte sich in mir dies Gefühl des Abwelkens und

Abschiedfeierns, ...
53. „Dann“, sagte Mozart friedlich, „würde ich dir vorschlagen, noch eine von meinen

hübschen Zigaretten zu rauchen,bevor du gehst“.


54. Als ich am Abend wiederkam, erzählte sie mir, der Fremde habe gemietet...

55. Als der Redner seine Kanzel bestieg und seine Ansprache begann, enttäuschte er manche

Zuhörer, ...
56. Nachdem ich nun denn so vorgegriffen habe, erübrigte es sich, noch weiter über die

rätselhafte „Fremdheit“ Hallers zu sprechen ...


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57. Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laue fade Erträglichkeit

sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so windig
weh und ehlend, dass ich...
58. Kaum hatte ich den Schluck Elsässer genommen, so spührte ich, dass ich heut noch nichts

gegessen hatte außer dem Frühstücksbrot.


59. Als aber die kleine runde Kartonmünze ans Auge hob, um nach der Nummer zu sehen,

stand gar keine Nummer drauf.


60. Während ich sie mechanisch annahm und in den Fingern drehte, war der flinke kleine Kerl

schon verschwunden.
61. Während ich trank, sah ich das Profil des jungen Mannes, es sah so bekannt und reizend

aus.

Konditional:

62. Wenn Faust den unter den Schullehrern berühmten, von Philister von Schauer

bewunderten Spruch sagt, dann...


63. Harry, wenn du für etwas Gutes und Ideales kämpfst und meinst,dann wirst du es auch

erreichen.
64. Und manchmal, wenn ich in irgendeinen Moderestaurant zwischen allen den eleganten

Lebemann- und Hochstapelfiguren meine Onesteps tanzte, so kam ich mir wie ein
Verräter an allem vor, was mir je im Leben ehrwürdig und heilig gewesen war.
65. Wenn ich sämtliche Werke von Bach und Heydn im Kopf habe und die gescheitesten

Sachen darüber sagen kann, so ist damit noch keinen Menschen gedient.
66. Wenn er klug wäre, so würde er über den Maler und den Professor einfach lachen.

67. Wenn er verrückt wäre, so würde er ihnen ihren Goethe ins Gesicht schmeißen.

68. Wenn ich aber mein Blaserohr nehme und einen zügigen Shimmy spiele, so mag der

Shimmy gut oder schlecht, er wird doch den Leuten Freude machen.
69. Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laute fade Erträglichkeit

sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so
windig weh und ehlend, dass ich die verrostete Dankbarkeitsleiter dem schläfrigen
Zufriedenheitsgott ins zufriedene Gesicht schmeiße und...
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70. Wenn Harry sich selbst als Wolfsmenschen empfindet und aus zwei feindlichen und

gegensätzlichen Wesen zu bestehen meint, so ist das lediglich eine vereinfachende


Mytholigie.
71. Wenn nun also ein Mensch schon dazu vorscheitert, die eingebildete Einheit des Ichs zur

Zweiheit auszudehnen, so ist er schon beinahe ein Genie.


72. Wenn Faust unter den Schullehrern berühmten, von Phillister und Schauer bewunderten

Spruch sagt. „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“, dann vergisst erden Mephisto
und eine ganze Menge anderer Seelen, die er ebenfalls in seiner Brust hat.
73. Wenn er seine Lieblinge unter den Unsterblichen anbetet, etwa Mozart, so sieht er ihn

letzten Endes doch immer noch mit Bürgeraugen an...


74. Wenn ich in diesen Blättern zuweilen verachte und auch verspiele, so glaube doch darum

niemand!
Konzessiv:
75. Ob sein Manuskript eines einführenden Vorwortes bedurfe, sei dahingestellt.

76. Obgleich ich über das Leben des Steppenwolfs sehr wenig weiss, habe ich doch allen

Grund zu vermuten, ...


77. Trotzdem war meine Traurigkeit ein wenig aufgehellt, es hatte mich doch ein Gruß der

anderen Welt berührt, ...


78. Harry verfährt, obwohl er ein hochgebildeter Mensch ist, etwa wie ein Wilder, der nicht

über zwei hinaus zählen kann.


79. Obwohl ihm vom Ziel der Menschenwerdung mehr bewußt ist als den Bürgern, macht er

doch die Augen zu und will nicht wissen...


80. Aber da fiel der Dichterfürst mir wieder ins Auge,obwohl er beiseite auf eine Kommode

gestellt worden war.


81. Obwohl ich keinen anderen Ausweg sah, obwohl Ekel, Leid und Verzweiflung rings um

mich getürmt standen, obwohl nichts mehr mich zu locken, mit Freude und Hoffnung zu
machen imstande war, graute mir doch unaussprechlich...
82. Obwohl ich nicht glaube, dass du damals so ein Musterknabe warst...

83. Obwohl ich in jenen paar Tagen des Wartens niemals daran zweifle, dass meine Freundin

ihr Wort halten werde, war ich am letzten Tag doch sehr erregt und ungewiß.
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84. Trotzdem war ich damit zufrieden, alleine diese Art zu tanzen...

85. Wenn solche Achmähartikel mich auch nicht ärgern können, manchmal machen sie mich

doch traurig.
86. Auch mit ihr tanzte ich nun leichter, freier und fröhlicher, wenn auch nicht so unbeschwert

und selbstvergessen wie mit jener anderen.


87. Obwohl ich sie nicht jeden Tag sah, war ich doch stets von ihr gesehen, geleitet,

begutachtet...
88. Sie war kaum weniger hübsch als Maria, wenn auch nicht so blühend und erlöst, und an

kleinen genialen Liebeskünsten ärmer, ...


89. ...obwohl sie meiner Ablehnung zustimmte, sah ich doch das Glimmern in ihren Augen und

spührte ihr Bedauern über den Verzicht.


90. Sie sehen, es geht auch ohne Saxophon. Obwohl ich diesem famosen Instrument gewiß

nicht zu nahe treten möchte.


91. Obwohl ich mich für Haller von der ersten Minute an, in der ich ihn sah, interessierte, tat

ich in den ersten paar Wochen doch keinen Schritt.

Elliptische Partizipialkonstruktionen
Absoluter Akkusativ
92. Er saß da, Zigarette im Mund, sah den Gästen zu...

93. ...bald darauf hörte ich sie miteinander die Treppe hinab und ausgehen, lebhaft und sehr

vergnügt in scherzendem Gespräch.


94. Wenn ich manche Nächte, in Mantel gehüllt, beim Regen und Sturm, durch die entblätterte

Natur lief.
95. Einmal geschah es nachts, dass ich im Wachliegen plötzlich Verse sagte, Verse viel zu

schön und viel zu wunderlich, als dass ich daran hätte denken dürfen...
96. Attila Schmelzle, seinen Hut in der Hand, stieß der Borobudur sein Skulpturengebirg in die

Lüfte.
97. ...erschreckte mich ein Mensch, ein einsamer später Heimkehrer mit müdem Schritt, eine

Mütze auf dem Kopf, mit einer blauen Bluse angetan...

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98. Im Licht der nächsten Laterne versuchte ich seine Standarte zu lesen, sein rotes Plakat an

der Stange,aber es schwankte hin und her...


99. Auch im Leben dieses Mannes schien, wie überall in der Welt, zuweilen als gewohnt,

alltägliche...
100.Er hat darum an Stelle der Macht die Majorität gesetzt, an Stelle der Gewalt das Gesetz, an

Stelle der Veravnwortung das Abstimmungsverfahren.


101.Er war aber nicht sehr groß, den Gang und die Körperhaltung von großgewachsenen

Menschen, er trug einen modernen bequemen Wintermantel...


102.Das liebe Mädchen stand vor mir, eine Hand auf meiner Schulter.

103.So, und jetzt Schluß!

104.Sie kam,Hände in der Tasche,setzte sich zu der Gruppe...

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Zusammenfassung

Partizipialkonstruktionen sind eigentlich Konstruktionen, die mehrere syntaktische und semantische


Interpretationen zulassen. Sie werden entweder aus Partizip I oder aus Partizip II gebildet und
deswegen wurden auch Partizipien auch allgemein beschrieben.Die Partizipialkonstruktionen
werden in der Regel als Gliedteil gebraucht, d.h. attributiv und beziehen sich immer auf ein
Substantiv; oder auch als Satzglied, d.h. nicht-attributiv, die sich immer auf ein Verb des
übergeordneten Satzes beziehen.
Man findet auch elliptische Partizipialkonstruktionen, die verkürzte Form, in denen Partizipien
ausgelassen worden sind.
Die Beispiele, welche ich aus dem Roman „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse entnommen
habe, sind nach folgendem Gebrauch eingeteilt:
- Attributive Partizipialkonstruktionen
- Partizipien die satzwertig sind, wenn andere Glieder zu ihnen
treten
- Adverbiale Partizipialkonstriktionen:
- Modal
- Kausal
- Temporal
- Konditional
- Konzessiv
- Elliptische Partizipialkonstruktionen /
Absoluter Akkusativ
Dabei konnte ich feststellen, dass sie sehr häufig in Form von Temporal- und Konzessivsätzen
vorkommen.
Ohne die Partizipialkonstruktionen wäre die Darstellung komplexer Sachverhalte sehr schwierig und
lang gewesen.

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Literaturverzeichnis:

Primärliteratur:

Hesse Hermann ( ), „Der Steppenwolf“:

Sekundärliteratur:

Duden Band 4 (1998): Grammatik der deutschen Gegenwartssprache

Helbig/Buscha (2001):Die deutsche Grammatik; Ein Handbuch für den


Ausländerunterricht/Thüringen : Langenscheidt

Zilic Erminka (2002): Syntax der deutschen Gegenwartssprache/Zenica : Dom stampe

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