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Beschlussbuch

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

Inhaltsverzeichnis

Seite

1

Übersicht

02

2

A Thesenpapier Brandenburg 2030

06

3

A Positionspapier Landesvorstand

15

4

B Bildung

22

5

D Demokratie, Inneres und Bürgergesellschaft

39

6

E - Europa, Frieden, Sicherheit

59

7

F Finanz- und Steuerpolitik

67

8

K Kommunalpolitik

71

9

N Netzpolitik und Internet

77

10

O Organisation / Partei

87

11

U Umwelt / Energie

92

12

V Infrastruktur und Verkehrspolitik

97

13

W Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Tarif

100

14

I Initiativanträge

103

A

1

Thesenpapier „Junges Brandenburg 2030“

LaVo / LA

A

2

„Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – unsere Zukunft“

LaVo

B

1

LehrerInnen unterstützen! Für mehr Qualität im Schulunterricht

BAR

B

2

Inklusion umsetzen! Konsequent handeln!

P

B

3

Einrichtung einer unabhängigen verfassten SchülerInnenschaft

P

B

4

Verpflichtende Kita-Bedarfspläne

OHV

2

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B

5

Stärkung der Mitwirkungsgremien

OHV

B

6

Überprüfung des Betreuungsschlüssels

OHV

B

7

Eine Schule für alle!

LOS

B

8

Medienkompetenz an Brandenburger Schulen stärken

LDS

B

9

Entwicklung einer Kommunikationsstrategie

LDS

B10

Ausweitung der Umsetzung von Inklusion

LDS

B

11

AbiturientInnen sollen wählen können

LOS

B

12

Nahtloser Übergang vom Studium ins Referendariat

FFO

B

13

Studieren über Grenzen hinweg

CB

B

14

Kooperation stärken, statt Schließung von Hochschulen in

LaVo

 

der Lausitz zum Zwecke einer Neugründung

D

1

Die, die ausgrenzen draußen lassen.

PR

D

2

Drogentest für Pflegeeltern

OHV

D

3

Mehr Finanzmittel für Jugendämter

OHV

D

4

Eine generelle Stasi-Überprüfung für ALLE, die für ein

MOL

 

höheres Amt kandidieren wollen oder sich bewerben

D

5

Unterkünfte für Asylbewerber / Migranten menschlich gestalten

MOL / LAK Europa &

 

Internationales

D

6

Alle Wahlen ab 16!

LOS

D

7

Wahlen für alle in Deutschland!

LOS

D

8

Gleichstellung von Homosexuellen

LOS

D

9

Verstetigung und Stärkung der Bekämpfung der

LOS

 

Grenzkriminalität

D

10

Einführung einer Nichtwählersteuer

LDS

3

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D

11

Verfassungsschutz bis 2013 abschaffen!

CB

D

12

Videoaufzeichnung in U-Haft

CB

D

13

Linke Jugendprojekte und politische Jugendarbeit

BAR

 

schützen!

D

14

Fusion Berlin-Brandenburg

CB

D

15

Internationale Standards in Polizei und Staatsanwaltschaft

CB

 

verwirklichen!

D

16

Stasi Aufarbeitung angehen

CB

E

1

STOP von INDECT!

MOL

E

2

FRONTEX verbieten, europäische Grenzsicherung anders

MOL / LAK Europa &

 

organisieren

Internationales

E

3

Neue Perspektiven für Griechenland

LOS

E

4

Schaffung einer europäischen Armee

LOS

F

1

Kosten der Bankenrettung nach dem Verursacherprinzip

LOS

 

finanzieren

F

2

Einführung einer Margin abhängigen

EE

 

Finanztransaktionssteuer

F

3

Einführung einer Margin abhängigen

EE

 

Finanztransaktionssteuer

K

1

Finanzierung der sozialen Wohnungsbauförderung

P

 

sicherstellen

K

2

Demokratische Rechte für Ortsteile stärken

BAR

 

Kommunalverfassung ändern

K

3

Ausbau und Förderung von 24-Stunden-Kindertagesstätten

P

 

in Brandenburg

K

4

Für eine familienfreundlichere Arbeitswelt

P

4

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N

1

DSL für Brandenburg

LOS

N

2

Anti-Counterfeiting Trade Agreement

LOS

N

3

Datenschutz und Verbraucherschutz ernst nehmen

LDS

 

Datenbrief einführen!

N

4

Freie W-LAN-Netze ermöglichen

LDS

 

Telekommunikationsdienstgesetz ändern!

N

5

WLan in der SPD

CB

N

6

Störerhaftung abschaffen

CB

N

7

Whistleblowing besser schützen!

CB

N

8

Netzneutralität gewährleisten!

CB

O

1

Grammatikfehler in der Richtlinie

PR

O

2

Anerkennung der Juso-HSG Wildau

LaVo &

 

LandessprecherInnenrat

der Juso-HSGn

Brandenburg

O

3

Keine parteilosen Minister mehr berufen!

MOL

O

4

Kooptieren NEIN Danke! Landesvorstandsmitglieder lieber

MOL

 

ausweiten / ausweiden ;-)

U

1

Energiekonzept 2030: Ab 2030 dezentrale

TF

 

Energieversorgung sicherstellen

U

2

Atom-Forschungsreaktor Wannsee schnellst möglich

P

 

stilllegen und endgültig abschalten!

V

1

Für einen starken Osten A14 weiterbauen

PR

V

2

Fortschreibung des Landesverkehrsplans

PM

W

1

Einführung einer Mindesausbildungsvergütung

LDS

W

2

Einführung einer Mindestausbildungsvergütung

CB

5

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I 1

Asylknast auf dem BER stoppen

PR

I 2

Kürzung durch die Hintertür! Schlechtere Bedingungen für

AbiturientInnen

BAR

6

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A Thesenpapier Brandenburg 2030

7

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

Antragsteller: LaVo und LA

1

Themengebiet: A 1 Thesenpapier

 

2

Titel / Überschrift: Brandenburg 2030

3

A 1

x angenommen

siehe Synopse

 

4

5

Thesenpapier „Junges Brandenburg 2030“

 

6

7

Prolog

8

9

Der Leitbildprozess und die Diskussionsmöglichkeiten des Thesenpapiers „Brandenburg

10

2030“ werden durch die Jusos Brandenburg ausdrücklich begrüßt.

 

11

Ein Leitbildprozess schafft Klarheit über die Richtung, in die wir künftig gemeinsam

12

gehen wollen. Es schafft Orientierung und Verbindlichkeit für die politischen Akteure.

13

Gleichzeitig erhöhen wir die Berechenbarkeit für den Wähler. Man weiß, wofür wir

14

stehen.

15

16

Zwei Faktoren bestimmen zunehmend das politische Handeln: freie Haushaltsmittel und

17

die Demografie. Beide Faktoren können heute bereits gut geschätzt werden: 2030

18

werden sich die Zuweisungen von Seiten des Bundes und der EU in der

19

Größenordnung von 1/5 des jetzigen Haushaltsvolumens verringert haben. Nach

20

heutigem Stand der Schätzungen werden gleichzeitig in vielen Regionen des Landes

21

nur noch die Hälfte der Menschen im Vergleich zu 1990 leben. Vielerorts wird die

22

Anzahl junger und/oder erwerbsfähiger Menschen sich halbiert haben. Der Berlin- nahe

23

Raum wird davon weit weniger betroffen sein wie die ländlichen Regionen.

 

24

25

Politik muss sich dessen bewusst sein und das Handeln danach ausrichten. Es gilt,

26

Weichen für die gute Weiterentwicklung des Landes zu stellen.

 

27

Die voraussichtliche demografische und finanzielle Entwicklung des Landes macht

28

deutlich: Wir als heute junge Generation, die im Jahr 2030 noch mitten im Leben stehen,

29

werden die Folgen des aktuellen Handeln in besonderem Maße zu spüren bekommen.

30

Es ist vor diesem Hintergrund unser ureigenes Interesse, bei der Gestaltung unseres

31

Landes maßgeblich mitzuwirken.

 

32

33

Das nun vorliegende Diskussionspapier

der

Jusos

erhebt

keinen

Anspruch

auf

34

Vollständigkeit und Universalität, sondern ist als

Ergänzung

des

Thesenpapier

35

„Brandenburg 2030“ zu verstehen.

 

36

37

Viele Feststellungen zu den Entwicklungen der vergangenen Jahre und zu den

38

wahrscheinlichen Entwicklungen in den nächsten knapp 20 Jahren wurden in dem

39

Thesenpapier getroffen und sollen daher hier nicht wiederholt werden sollen. Ebenso

40

sollen viele Thesen nicht neu aufgezählt werden - im Zweifel bedeutet der Umstand,

41

dass eine These des Thesenpapiers „Brandenburg 2030“ nicht genannt wird, dass diese

42

Auffassung geteilt wird. Im Mittelpunkt des nun vorgelegten Diskussionspapiers der

43

Jusos sollen vor allem die sich unterscheidenden Ideen und Denkansätze stehen.

 

44

8

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Thesenpapier „Junges Brandenburg 2030“

2

3

4

I. Brandenburg ist überall - Landesplanung solidarisch gestalten

5

6

Brandenburg ist ein Land des solidarischen Miteinander. Schon heute findet ein findet

7

ein finanzieller Ausgleich zwischen wirtschaftlich prosperierenden Regionen und dem

8

ländlichen Raum Brandenburgs statt. Ein Ausgleich mit Augenmaß ist notwendig, damit

9

in Brandenburg weiterhin gleiche Lebensverhältnisse in allen Regionen garantieren

10

werden können.

11

12

Demographie und Bevölkerungswanderung sind nicht steuerbar, können aber durch

13

kluge politische Weichenstellungen beeinflusst werden. Wer nicht möchte, dass die

14

Peripherie Brandenburgs ausblutet, der muss jungen Menschen eine Perspektive in

15

ihrer Heimat bieten und die einzelnen Landesteile interessant für potentielle Zuzügler

16

machen. Das wird geschaffen, indem Kreisstrukturen nicht starr nach Einwohnerzahlen

17

ausgerichtet werden, sondern unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten,

18

der geografische und infrastrukturellen Lage gebildet werden.

19

20

Alle kreisfreien Städte sind bereits bei der Kreisstrukturreform 2015 aufgelöst worden

21

und bilden mit ihrem Umland starke Verbünde. Die vier Universitätsstädte Neuruppin

22

(neu geschaffen nach 2013), Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder) und sowie die

23

Fachhochschulstandorte Eberswalde, Wildau, Senftenberg und Brandenburg an der

24

Havel bilden die Leuchttürme in den acht gebildeten Metropolregionen.

25

Die Fachhochschulen, Universitäten und Berufsbildungszentren konnten die

26

Jugendlichen und jungen Familien in den Regionen halten. Nach ihrem Studium wird

27

der Weg in die Selbstständigkeit genauso gesucht wie in Anstellungsverhältnisse. Die

28

Ansiedlung und Gründung neuer Unternehmen wird mit zinsgünstigen Darlehn

29

gefördert.

30

31

Potsdam wird als Landeshauptstadt Sitz der gemeinsamen Berlin- Brandenburger

32

Landesverwaltung sein. Dank modernster Technik (E-Government) ist eine

33

Zentralisierung von Behörden nicht mehr notwendig um Verwaltungsprozesse zu

34

verkürzen und vermeintliche Synergieeffekte zu erzielen. Zur Stärkung der peripheren

35

Räume werden Ministerien, Ämter und sonstige Landesbehörden gleichmäßig im

36

gesamten Land verteilt sein.

37

Das alles trägt dazu bei, dass gut bezahlte Jobs im gesamten Land zu finden sind und

38

so dem Lohngefälle zwischen ländlichem Raum und Berlin-nahem Verflechtungsraum

39

entgegengewirkt wird. Arbeitsplätze, Kaufkraft, junge Familien und Kinder bleiben den

40

Regionen damit erhalten.

41

42

Die Metropolregionen haben ein eigenes Profil, die durch Kooperation und Netzwerke,

43

unabhängig von Verwaltungsgrenzen, nachhaltige Entwicklungen und Innovationen

44

vorangetrieben werden. Jede Metropolregionen besitzt mindestens einen Bahnhof, der

45

von Hochgeschwindigkeitszügen planmäßig angefahren wird.

46

47

Kommunale Verwaltungen und Landesverwaltung nutzen die gemeinsame

48

Beschaffungsstelle des Landes für Anschaffungen.

49

50

Die Polizei ist in allen Teilen des Landes präsent. Insbesondere die Arbeit der

51

Revierpolizei als lokaler Ansprechpartner trägt dazu bei, das Vertrauen in die Polizei zu

52

erhalten. Gegenseitiges Verständnis zwischen Polizei und Bevölkerung kann so gestärkt

53

werden.

9

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1

Brandenburg und Berlin sind zur Gewährleistung der inneren Sicherheit eng vernetzt

2

und haben gemeinsame Institutionen. Der Landesverfassungsschutz ist bereits 2013

3

abgeschafft worden.

4

5

Brand- und Katastrophenschutz sind in gemeinsamen Strukturen organisiert. Eine

6

länderübergreifende Zusammenarbeit ist dabei selbstverständlich. Die ehrenamtlichen

7

örtlichen Strukturen sind in besonderem Maße zu unterstützen. Ihre Arbeit wird durch

8

hauptamtliche regionale Strukturen koordiniert und ergänzt.

9

10

11

II. Brandenburg im Internetzeitalter

12

13

Brandenburg ist 2030 E-Government-Land. Als Voraussetzung hierfür ist ein

14

flächendeckender und kostenfreier Internetzugang gewährleistet. Um dem

15

Informationsanspruch der BürgerInnen gerecht zu werden, sind an öffentlichen Plätzen

16

und in öffentlichen Gebäuden für jedeN eine schnurlose Internetverbindung vorzuhalten.

17

Mobile Ansprech- und Beratungsstellen werden das Online-Angebot der

18

Landesverwaltung ergänzen.

19

20

Behörden- Guides sind erste Ansprechpartner für Hilfe suchende BürgerInnen und

21

halten Verwaltungsgänge so kurz wie möglich, aber so umfänglich wie nötig.

22

Hilfesuchenden kann neben einer Online-Beratung, einem Telefonservice und den

23

arbeitnehmerfreundlichen Angeboten in den Verwaltungseinrichtungen auch dank

24

mobiler Serviceeinheiten in dünner besiedelten Teilen des Landes ohne größere

25

Umstände geholfen werden.

26

27

WeitestgehendeTransparenz herrscht auf allen Ebenen der Landesverwaltung. Das

28

Akteneinsichts- und Informationsgesetz ist vereinfacht worden und jedem Bürger und

29

jeder Bürgerin verständlich. Über wesentliche Angelegenheiten informiert die

30

Landesverwaltung maschinenlesbare und barrierefreie Informationen im Internet auf

31

einer einheitlichen Online-Verwaltungsplattform.

32

33

Der Landtag wird weiter zentraler Ort politischer Entscheidungen sein. Ergänzend

34

können die BürgerInnen jederzeit eine direkte Abstimmung des Volkes initiieren und ein

35

Volksbegehren auch per Briefabstimmung oder Internet unterstützen.

36

37

Anonyme Hinweisgeber („Whistle-blower“) ermöglichen die schnelle und konsequente

38

Verfolgung von Missständen in der Landesverwaltung und der freien Wirtschaft. Die

39

Hinweisgeber unterliegen einem besonderen Schutz und können sich vertrauensvoll an

40

ernannte Ombudsleute wenden.

41

42

Präventiv darf die Polizei - trotz modernster und sehr effektiver technischer

43

Möglichkeiten die Daten nicht sammeln und auswerten. Dabei werden restriktive

44

Datenschutzbestimmungen angewendet um Datensparsamkeit zu gewährleisten,

45

Persönlichkeitsrechte der Bürgerinnen und Bürger zu wahren und möglichem

46

Missbrauch vorzubeugen. Die Techniken und Methoden werden regelmäßig evaluiert.

47

Dies bildet die Grundlage für die Entscheidung des Landtags, ob die Mittel weiterhin

48

eingesetzt werden.

49

50

51

52

53

10

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1

III. Beste Bildung von Anfang an

2

3

In allen Bildungsbereichen von der kostenfreien Kita bis zur gebührenfreien Hochschule

4

hat sich die Bildungsqualität verbessert. Alle Potentiale über die Herstellung

5

chancengleicher Bildungsangebote werden genutzt, denn die Gesellschaft kann es sich

6

nicht leisten, jungen Menschen Lebenschancen zu verbauen. Bildung muss immer

7

stärker lebensbegleitend sein. Kultur und Sport sind wichtige Identitätsanker für das

8

Land Brandenburg und bedeuten für viele Menschen Lebensglück. Sie bringen

9

Menschen miteinander in Kontakt und verbinden die Gesellschaft. Mit diesem

10

Verständnis von Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport werden ökonomische und

11

soziale Ausgrenzungsprozesse unterbunden.

12

13

Brandenburg 2030 wird weiterhin ein gutes KiTa- Betreuungsangebot mit kleinen

14

Gruppen, gut ausgebildeten ErzieherInnen und bestens ausgebauten

15

Kindertagesstätten vorhalten. Die grundständige und qualitativ verbesserte Ausbildung

16

zum/zur ErzieherIn findet an der Fachschule für Sozialwesen statt. Der Anteil der

17

männlichen Erzieher in den Kitas ist deutlich erhöht.

18

19

Flächendeckend und wohnortnah werden Gesamtschulen im Ganztagsbetrieb

20

unterhalten. Inklusive KiTa-Gruppen und inklusiver Unterricht haben sich als

21

gewinnbringend für die Gesellschaft herausgestellt und sind selbstverständlicher Teil

22

des Bildungs- und Schulwesens. Die Inklusion trägt dazu bei, dass trotz sinkender

23

Schülerzahlen auch weiterhin Schulen im gesamten Land wohnortnah vorhanden sind.

24

25

Das Lehrpersonal ist stark verjüngt, hoch qualifiziert und wird adäquat entlohnt. Die

26

Stärkung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Schulen hat sich positiv

27

gestaltet. Die Schulen haben mit größerem eigenem Budget mehr Verantwortung; sie

28

haben ein stärkeres Mitspracherecht bei der Auswahl des Personals. Der faire

29

Wettbewerb um Lehrkräfte verbessert die Qualität aller Brandenburger Schulen. Durch

30

E-learning-Angebote und Schulverbünde ist ein vielfältiges Fächerangebot im ganzen

31

Land gewährleistet.

32

33

Neben Effekten wie motivierten Lehrkräften und Schülern, einem verbesserten

34

Schulklima und ausgereiften Schulprofilen fördert der Wettbewerb der Schulen

35

untereinander das gemeinsame Streben nach bestmöglicher Wissensvermittlung.

36

Ziel ist es, dass jeder Schüler und jede Schülerin einen Schulabschluss macht.

37

38

Alle SchülerInnengremien auf Kommunal- und Landesebene sind selbstbestimmt und

39

autonom. Es gibt eine verfasste SchülerInnenselbstverwaltung.

40

41

Jede und jeder hat die Möglichkeit zum Nachholen eines Schulabschlusses und eines

42

Berufsabschlusses. Die Angebote sind vielfältig und auf alle individuell zugeschnitten.

43

Weiterbildung sowie beständige berufliche Qualifikation sind gesellschaftliche

44

Standards.

45

46

Der unverminderte bundesweite Wettbewerb um gut ausgebildete Lehrkräfte erfordert,

47

ihnen gute Arbeitsbedingungen mit größtmöglicher Eigenständigkeit zu bieten. Der

48

Anteil männlicher Lehrkräfte ist deutlich erhöht.

49

50

51

Brandenburgs Wissenschafts- und Forschungstradition wird bewahrt. Neue

52

Technologien und Produkte „made in Brandenburg“ werden weltweit exportiert und

53

zählen zu den Marktführern in ihren Segmenten.

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2

In allen Regionen des Landes werden Hochschulen betrieben. Die Brandenburger

3

Hochschulen haben ein vielfältiges Fächerangebot, dass z.B. in den Bereichen

4

(frühkindliche) Bildung, Pflege, Medizin, Gesundheitsberufe, Energiesystemtechnik,

5

Bioökonomie und technischer Umweltschutz ausgebaut wurde.

6

Die Ausbildungsangebote tragen quantitativ den Ausbildungswünschen der

7

BrandenburgerInnen, und derer die es werden wollen, Rechnung. Das gilt auch für die

8

Ausfinanzierung von Masterstudienplätzen für alle Bachelor-AbsolventInnen, die von

9

dem Angebot Gebrauch machen wollen. Das Land macht gegenüber den Hochschulen

10

die Bedarfe des Landesdienstes deutlich. Die Studienplatzzahl wird nach diesen

11

Maßgaben gesteuert.

12

13

Auch im Norden des Landes hat sich die Neugründung einer Universität als

14

gewinnbringend herausgestellt, da sich um die Hochschulstandorte ein kulturell

15

vielfältiges, unternehmerfreundliches, wirtschafts- und forschungsinnovatives Umfeld

16

bildet. Neue Betätigungsfelder und Produkte werden geschaffen und bieten auch

17

Hochschulabsolventen ein breites Arbeitsplatzangebot im ländlichen Raum. Die heute

18

50.000 Studienplätze werden bis 2030 stetig und sich am Bedarf orientierend

19

ausgebaut. Brandenburg schafft es damit, den Bedarf an eigenen Fachkräften in allen

20

Bereichen zu decken.

21

Das Land Brandenburg hat auf die privaten Initiativen zur Einrichtung eines

22

Medizinstudiengangs in Brandenburg reagiert. Die öffentlich- privat finanzierte

23

medizinische Fakultät bildet Ärzte für Brandenburg aus.

24

25

Die Kooperationen untereinander und mit den außeruniversitären

26

Forschungseinrichtungen und Unternehmen sind ausgebaut. Der Technologie- und

27

Innovationstransfer zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen

28

ist ein ständiger Prozess, der die Wettbewerbsfähigkeit der Brandenburger

29

Unternehmen aber auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch die

30

Einnahme von Drittmitteln stärkt. Durch Praktika und Stipendien werden Studierende

31

langfristig an Unternehmen und damit an Brandenburg gebunden. Die Unabhängigkeit

32

der Lehre ist durch die staatliche Ausfinanzierung der Hochschulen gewahrt.

33

34

Es gibt eine starke Bund- Länder- Kooperation bei der Hochschulfinanzierung. Auf

35

Brandenburgs Initiative hin gibt es einen neuen und dauerhaften Bund- Länder- Pakt.

36

Der Bund finanziert insbesondere Hochschulen in strukturschwachen Regionen mit.

37

Brandenburg stellt die Gegenfinanzierung aller Kofinanzierungsangebote des Bundes

38

sicher.

39

40

Mindestens jeder Zweite eines Altersjahrgangs nimmt ein Studium auf. Die

41

Möglichkeiten des Studienbeginns mit einem qualifizierten Berufsabschluss sind

42

erweitert und werden gut genutzt. Um eine flexiblere Lebensplanung zu ermöglichen,

43

können alle Studiengänge semesterweise in Teilzeit studiert werden.

44

45

Alle Studierenden haben die Möglichkeit, ein Auslandssemester und Auslandspraktikum

46

absolvieren, um sich sprachlich, kulturell und fachlich zu bilden und bestmöglich zur

47

internationalen Zusammenarbeit beitragen zu können.

48

49

Die Gremien der Hochschulen in Brandenburg sind grundlegend demokratisch mit

50

gleichberechtigter Mitbestimmung.

51

52

Wissenschaft ist zentraler Standortfaktor für die langfristige Entwicklung Brandenburgs.

53

Ihr Anteil an den Arbeitsplätzen wird sich kontinuierlich erhöhen und der

12

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1

Fachkräftebedarf gesichert. Die Hochschulen halten junge Menschen im Land und

2

machen es lebendig und mobil.

3

4

5

6

IV. Brandenburg - das Miteinander zählt!

7

8

Brandenburg ist ein Land der Offenheit und der Chancen. Die freie Entfaltung der

9

Persönlichkeit zum Nutzen der Gemeinschaft ist der Schlüssel guten Zusammenlebens.

10

11

Menschen aus anderen Teilen Deutschlands, Europas, sowie aus anderen Kulturkreisen

12

sind im ganzen Land willkommen. Es gibt erhebliche Erleichterungen für

13

AsylbewerberInnnen, die ein besserer Miteinander fördern. Insbesondere Kinder von

14

AsylbewerberInnen werden nicht diskriminiert, sondern in Schule und Gesellschaft

15

integriert.

16

17

Auch EU-BürgerInnen können Aufgaben im Dienst der Landesverwaltung übernehmen-

18

eine Selbstverständlichkeit im Europa des Jahres 2030.

19

Ebenso selbstverständlich ist es, dass Brandenburg hilft, wenn humanitäre Notstände in

20

anderen Ländern eintreten. Es bietet auch die Aufnahme von Betroffenen an.

21

Von sexueller Orientierung unabhängige Lebenspartnerschaften sind fester Bestandteil

22

der offenen Gesellschaft, rechtlich gleichgestellt und im ganzen Land akzeptiert.

23

24

Frauen werden in allen Lebensbereichen weder bevorzugt noch benachteiligt.

25

Quotenregelungen für Frauen sind in allen Lebensbereichen aufgrund der

26

selbstverständlichen Gleichbehandlung mit Männern überflüssig geworden. Frauen und

27

Männer sind in allen leitenden Positionen in gleichem Maße vertreten.

28

29

Der kritische Umgang mit der DDR-Vergangenheit ist etabliert. Der offene Umgang mit

30

Stasi- Akten zu Bildungs- und Forschungszwecken ist selbstverständlich.

31

32

In Brandenburg gibt es keine rechtsextremistische Partei mehr, die sich gegen

33

Demokratie und Rechtsstaat wendet. Menschenverachtende Ideologien,

34

Glaubensansätze und Ansichten spielen keine Rolle mehr in der Gesellschaft.

35

36

Die Kommunale Selbstverwaltung ist gestärkt. Es gibt vielfältige Gestaltungsspielräume

37

in der Kommunalpolitik. Moderne kommunale Bürgerbeteiligung ist eine

38

Selbstverständlichkeit. Das Recht, an kommunalen Wahlen und Abstimmungen

39

teilzunehmen, wird nicht durch Staatsangehörigkeit eingeschränkt: Alle Einwohner im

40

Wahlalter können wählen und die örtliche Gemeinschaft mitgestalten.

41

Bürgerhaushalte sind im gesamten Land etabliert.

42

43

Bei Planungen von lokalen Infrastrukturvorhaben initiieren die Kommunen, ergänzend

44

zu den Entscheidungen durch die gewählten Kommunalvertreterinnen und vertreter,

45

bei Bedarf auch direkte Entscheidungen durch die wahlberechtigten Einwohnerinnen

46

und Einwohner. Dabei ist ein Teilnahmequorum von 2/3 der Wahlberechtigten

47

notwendig.

48

49

Jugendbeteiligung findet in allen Kommunen durch aktive Jugendparlamente statt.

50

51

Die Bedeutung des Ehrenamtes wird steigen. In Brandenburg werden 2030 mehr als die

52

Hälfte der hier Lebenden einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen und damit über dem

53

Bundesschnitt liegen. Die weiter verstärkte und verstetigte Anerkennung von Leistungen

13

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1

der Ehrenamtlichen in immaterieller (z.B. Auszeichnungen) und materieller Form (z.B.

2

Ehrenamtspass) führt dazu, dass immer mehr Menschen in allen Alters- und

3

Lebenslagen sich gesellschaftlich zum Wohl aller einbringen. Die öffentlichen

4

Verwaltungen unterstützen die Arbeit Ehrenamtlicher durch Freistellungen und mittels

5

kluger Stellenausschreibungen. Zudem wird ehrenamtliche Tätigkeit auch durch

6

minimale Zeitgutschriften (etwa 1h/ Woche) auf das Altersteilzeitkonto der Beschäftigten

7

besonders prämiert. Nahezu jeder Beamte und jede Beamtin, jeder Angestellte und jede

8

Angestellte im öffentlichen Dienst ist daher ehrenamtlich tätig und trägt damit dazu bei,

9

dass Feuerwehr, THW, Sportvereine u.v.a. weiterhin genügend Mitglieder haben.

10

11

Kommunen und Landesverwaltung arbeiten eng mit den Hochschulen zusammen.

12

Ergebnis sind optimierte und zeitgemäße Verwaltungsprozesse.

13

14

Allen Brandenburgerinnen und Brandenburgern ist im städtischen wie im ländlichen

15

Raum kulturelle Teilhabe ermöglicht. Das schließt die Hochkultur ebenso wie die

16

Soziokultur und populäre Kultur ein. Kultur kann so ihre Integrations- und soziale

17

Bindungskraft entfalten. Kulturelle Bildung richtet sich an alle Generationen.

18

Kulturförderung ist ein wesentlicher Bestandteil der brandenburgischen Finanzpolitik.

19

Neben dem Erhalt und Ausbau regionaler Kulturangebote steht der deutsch-polnische

20

Austausch im Mittelpunkt der Kulturförderung.

21

22

Gesundheit und Fitness sind für die Menschen sehr wichtig. Der enge Zusammenhang

23

von körperlicher und geistiger Fitness wird in allen Lebensbereichen

24

(Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Beruf) durch Angebote vermittelt. Die

25

Kooperation mit Vereinen und der Breitensport müssen dafür gefördert werden.

26

27

28

29

V. Gutes Wirtschaften in Brandenburg

30

31

Brandenburg ist gut auf dem Weg der finanziellen Konsolidierung unterwegs. Neue

32

Schulden werden seit 2011 nicht mehr gemacht. 2030 wird bereits ein guter Teil der

33

Schulden selbst abgebaut worden sein.

34

Alle direkten und indirekten Subventionen wurden überprüft. Verzichtbare Subventionen

35

wurden eingestellt und die eingesparten Beträge für die Schuldentilgung verwendet.

36

37

In vielen Branchen finden sich heute schon nicht mehr genügend geeignete

38

Arbeitnehmer. Vielerorts ist damit unter den gut ausgebildeten Fachkräften bereits

39

Vollbeschäftigung festzustellen- wer was kann, der bekommt auch einen Job.

40

Ein Ausbildungsplatz oder ein Arbeitsplatz ist daher schon heute kein entscheidender

41

Anreiz mehr um junge Menschen in der Heimat zu halten. Dieses wird um so mehr

42

gelten, da es einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn geben wird.

43

44

Zunehmend wichtiger werden sog. „weiche Standortfaktoren“: Kurze Fahrtwege für alle

45

Familienmitglieder, ein hochwertiges kulturelles Angebot und beste

46

Bildungseinrichtungen für alle Lebensabschnitte bilden zunehmend die Grundlage für

47

die Entscheidung junger Menschen über das Bleiben oder Gehen.

48

49

Brandenburg liegt auch 2030 im Herzen Europas. Als Knotenpunkt des Güter- und

50

Warenverkehrs hält Brandenburg eine hervorragend ausgebaute Verkehrsinfrastruktur

51

vor. Neben den sechsspurig ausgebauten Autobahnen sind auch die Bundes- und

52

Landesstraßen in aller Regel dreispurig ausgebaut. Insbesondere im Berlin-nahen

14

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Raum wurde damit dem weiteren Zuzug, dem zunehmenden Warenverkehr und die

2

weitere Erhöhung des Individualverkehrs Rechnung getragen.

3

4

Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsförderung sind vorrangig an Wertschöpfung,

5

Zukunftsfähigkeit und Innovation der Produkte und Dienstleistungen orientiert. Dazu

6

gehören auch Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sowie die Beständigkeit der

7

Arbeitsplätze.

8

Herausragende Wirtschaftsbereiche sind regenerative Energien, (Umwelt-)Tourismus,

9

High-Tech und Biotechnologie, wissensbasierte Dienstleistungen, Luft- und Raumfahrt,

10

sowie die Gesundheitswirtschaft. Das Land Brandenburg fördert private Forschungs-

11

und Entwicklungsinitiativen individuell und vor allem in diesen Bereichen. Es entstehen

12

Synergien zwischen Wirtschaft und Hochschulen durch eine verstärkte gemeinsame

13

Zusammenarbeit. Die Metropolregionen mit ihren eigenen Wirtschaftsprofilen werden

14

dadurch gestärkt.

15

16

Kluge Vereinbarungen von Land, Sozialpartnern und Unternehmen garantieren die

17

Nachhaltigkeit der in Brandenburg durch die Förderung geschaffenen Arbeitsplätze.

18

Durch die richtigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen haben sich in Brandenburg

19

exportorientierte Unternehmen gegründet und angesiedelt, die in Brandenburg gute

20

Arbeitsplätze mit guter Entlohnung in Forschung, Entwicklung und Produktion in

21

wettbewerbsfähigen Zukunftsbranchen geschaffen haben. Die Unternehmen sind für

22

ausländische Fachkräfte attraktiv und ziehen vor allem Arbeitnehmerinnen und

23

Arbeitnehmer aus den europäischen Nachbarregionen an.

24

Die Arbeitsbedingungen im Brandenburger Wissenschaftsbereich gehören zu den

25

attraktivsten und fairsten in Deutschland.

26

27

Brandenburg hat seine Stellung als wichtiger Energielieferant in der Bundesrepublik

28

weiter entwickelt. Dafür sind einerseits die Forschung, Entwicklung und Produktion im

29

Bereich der Energieerzeugung und Energiespeicherung gestärkt. Die Verminderung der

30

indirekten Braunkohlesubventionen wurde zur Stärkung der regenerativen Energien

31

investiert. Ökonomisch wettbewerbsfähige dezentrale regenerative Energieregionen

32

haben sich entwickelt. Die Laufzeiten der letzten Braunkohlekraftwerke laufen aus.

33

34

Die Energieversorgung ist landesweit Aufgabe der Kommunen. Die Stromnetze

35

befinden sich in kommunaler Hand.

36

37

Neben dem naturnahen Tourismus stellt die Landwirtschaft den entscheidender Faktor

38

zur Stabilisierung ländlicher Räume und zum Erhalt und zur Entwicklung der

39

Kulturlandschaft dar. Sie orientiert sich am regionalen Markt Berlin-Brandenburg. Es

40

besteht eine kleinteilige, biologisch nachhaltig arbeitende Struktur. Der Ökolandbau ist

41

ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum.

42

Zudem sind kleine und mittlere Unternehmen, darunter das Handwerk, zuverlässige

43

Arbeitgeber und Stabilitätsfaktoren auch im ländlichen Raum. Sie sind Garanten für

44

„Gute Arbeit“ und gute Ausbildung.

45

46

2030 evaluiert Brandenburg die Kapazitäten des Flughafens BBI „Willy Brandt“.

15

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

A Positionspapier Landesvorstand

16

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

Antragsteller: LaVo

1

Themengebiet: A 2 - Positionspapier

2

Titel / Überschrift: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene - unsere Zukunft

3

A 2

x angenommen

4

5

Antragstext:

6

Die Hälfte der Legislaturperiode unserer Brandenburger Landesregierung ist vorüber.

7

Nach 2 1/2 Jahren wurde durch die SPD Landtagsfraktion vieles auf den Weg gebracht.

8

Einiges davon ging auf Initiativen der Jusos zurück, sodass wir es uns auch nicht

9

nehmen lassen sollten, auch in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode und darüber

10

hinaus, unsere Vorstellung einer gerechten Gesellschaft in die Tagespolitik einfließen zu

11

lassen.

12

Als Arbeitsgemeinschaft der unter 35jährigen Genossinnen und Genossen beschäftigen

13

uns zweifelsohne jene Themen, die unsere Altersgruppe betreffen. Diesen gilt es sich

14

besonders zu widmen. Insbesondere die Herabsetzung des Wahlalters ab 16 Jahre hat

15

eine besondere Bedeutung für junge Menschen.

16

„Den Heranwachsenden fehlt eine gewisse Reife des Staatsbürgers.“ - diese und

17

ähnliche Vorbehalte waren zu vernehmen, bevor der Landtag das aktive Wahlalter

18

herabgesetzt hatte.

19

Tatsächlich stammt dieser Ausspruch aus dem Jahr 1966 von Konrad Adenauer, der die

20

in der damaligen BRD aufkommende Forderung nach einer Senkung des

21

Mindestwahlalters sehr kritisch betrachtete. Erst 1970 wurde das Mindestalter für das

22

aktive Wahlrecht auf 18 Jahre gesenkt (bis dahin: 21 Jahre). Das passive Wahlrecht,

23

seit 1970 an das Volljährigkeitsalter gekoppelt, wurde sogar erst 1975 auf 18 Jahre

24

gesenkt durch die entsprechende Herabsetzung des Volljährigenalters. Maßgeblich

25

profitiert von diesen Änderungen haben die linke Volkspartei SPD und die Liberalen.

26

Das Mindestwahlalter 16 Jahre ist seit 2007 bereits in ganz Österreich umgesetzt. In

27

Deutschland ist Brandenburg nach der Hansestadt Bremen das erste

28

Flächenbundesland, welches diese Senkung des Mindestwahlalters für Landtagswahlen

29

umgesetzt hat. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-

30

Holstein und Mecklenburg-Vorpommern dürfen 16-Jährige zumindest bei

31

Kommunalwahlen ebenfalls schon wählen.

32

Experten wie der Deutsche Bundesjugendring oder der Jugendforscher Klaus

33

Hurrelmann schätzen diese Entwicklung seit Langem als überfällig ein. Hurrelmann

34

vertritt die Meinung, dass Jugendliche bereits im Alter von 14 Jahren ohne

35

Einschränkung in der Lage sind, einzuschätzen, was bei einem Wahlvorgang geschieht.

17

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Auch die Ergebnisse der 16. Shell-Jugendstudie aus dem Jahr 2010 unterstreichen,

2

dass Jugendliche heute früher reif sind als Generationen vor ihnen. Sie nehmen

3

bewusst wahr, was in ihrem sozialen Unfeld passiert und beweisen ein hohes Maß an

4

Reflexionsfähigkeit. Medien, Freunde und Elternhaus spielen dabei eine große Rolle.

5

Jugendliche sind sachlicher und kritischer als zu anderen Zeiten. Und jung Menschen

6

werden auch wieder poltischer. Jeder dritte Jugendliche schätzt sich den Ergebnissen

7

der Studie zu Folge heute als „politisch interessiert“ ein. Die Tendenz ist sogar steigend.

8

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse ist es für uns Jusos eine selbstverständliche

9

Konsequenz, dass diese jungen Menschen, die Chance haben sollen in der

10

Gesellschaft und in der Politik mitzubestimmen. Die Proteste gegen den Bologna-

11

Prozess, Initiativen gegen Atomkraft sowie zahlreiche Aktivitäten im Internet gegen

12

Vorratsdatenspeicherung und für den Schutz der Üersönlichkeitsrechte sind Ausdruck,

13

dass Jugendliche sich einmischen und politisch beteiligen wollen. Wir wollen ihnen

14

durch das aktive und vor allem auch durch das pasive Wahlrecht mehr Verantwortung

15

übertragen. Wir Jusos sagen, die Jugend ist reif dafür!

16

Alles in allem ist die Senkung des aktiven Mindestwahlalters auf 16 Jahre vor allem als

17

Chance zu sehen. Wir sind sicher, dass die Senkung des passiven Wahlalters in

18

Brandenburg auf 16 Jahre wiederum bedeutend für die Demokratie insgesamt und die

19

SPD im Speziellen gestaltet werden kann.

20

Für Brandenburg bedeutet die Senkung des Mindestwahlalters zunächst ein

21

zusätzliches Wählerpotential von 25-30.000 weiteren Erstwählern zwischen 16- und 18

22

Jahren. Darauf müssen sich Gesellschaft, Schule und Politik einstellen.

23

Von Seiten der Landesverwaltung wird als Ergebnis der parlamentarischen Mehrheit für

24

die Senkung des Mindestwahlalters zu erwarten sein, dass geeignete Maßnahmen

25

getroffen werden, um die heute 14- bis 15-jährigen für die Landtagswahlen 2014

26

vorzubereiten. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Rahmenlehrpläne der

27

Schulen zu legen sein.

28

Jugendpolitik beginnt jedoch nicht erst in der Wahlkabine- das gesamtgesellschaftliche

29

Ziel muss es sein, dass demokratische Willensbildungsprozesse in allen

30

Lebensbereichen selbstverständlich werden. Ob in den Familien, Sportvereinen, KiTas,

31

Schulen oder Jugendclubs: Demokratie muss anfassbar und erlebbar sein. Umso früher

32

junge Menschen positive Erfahrungen mit demokratischen Entscheidungen machen,

33

umso wahrscheinlicher ist es, dass sie sich auch im weiteren Leben aktiv an der

34

weiteren gesellschaftlichen Entwicklung beteiligen.

35

Demokratische Prozesse sind jedoch bedeutungslos, wenn sie nicht respektiert werden.

36

Jugendparlamente, die lediglich als „Aushängeschild“ für Kommunen verstanden

37

werden, erfüllen nicht ihren eigentlichen Zweck. Jugendpolitische Entscheidungen

38

müssen daher immer „mit“ den Jugendlichen getroffen werden, und nicht „gegen“ diese.

39

An Orten - und das sind leider immer noch sehr viele -, an denen es keinen

40

Jugendbeirat/Jugendparlament gibt, müssen Jugendliche aktiv von den kommunalen

41

Verwaltungen beteiligt werden, z.B. durch Umfragen und Abstimmungen. Hier sind die

18

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Möglichkeiten, welche das Internet heute bietet, noch nicht annähernd ausgeschöpft

2

worden.

3

Auch die Bereitstellung eines Mikro-Budgets für die Umsetzung von selbständigen

4

Projekten kann hilfreich sein um Jugendbeteiligung in den Kommunen anzuregen. Dabei

5

ist die maximal mögliche Form- und Kontrollfreiheit anzustreben. Man muss Vertrauen

6

haben und Freiräume bieten, damit Jugendliche sich selbst eine Umgebung schaffen,

7

die sie attraktiv finden

8

Jugend braucht Zeit und Raum für ihre Entwicklung. Leider ist eine zunehmende

9

Tendenz zu beobachten, die junge Lebensart und Subkultur weniger als zu anderen

10

Zeiten duldet. Immer weitgehendere Restriktionen lassen die Bereitschaft junger

11

Menschen, sich gesamtgesellschaftlich einzubringen, sinken. Die gesamte Gesellschaft

12

muss jedoch ein Interesse daran haben, dass sich Jugend ausprobiert, Grenzen

13

auslotet und Erfahrungen sammelt. Nur in einem solchen freien und ungezwungenen

14

Raum kann demokratisches Denken wachsen.

15

Der Juso- Landesverband unterstützt Initiativen, die jungen Menschen sehr früh

16

Teilhabe an Mitbestimmungsprozessen ermöglichen. Wir appellieren an die Kommunen

17

und Landkreise, sich der Schaffung oder Belebung der

18

Jugendparlamente/Jugendbeiräte anzunehmen. Wir erwarten zudem, dass in Kürze ein

19

landesweites Konzept der Landesregierung und des zuständigen Ministeriums vorgelegt

20

wird, welches die verjüngte Erstwählerschaft fit für die Wahlen macht.

21

22

Ein weiterer sich stetig im Wandel befindlicher Bereich in unserem Land Brandenburg ist

23

die Bildung. Gerade als Jusos ist uns Bildung besonders nah und wichtig.

24

Entscheidende Punkte sind uns dabei Solidarität und freie Bildung. Wir sehen in der

25

Bildung eine Voraussetzung für die Fähigkeit zur selbstbestimmten Entwicklung jeder

26

und jedes Einzelnen. Sie ist ein Emanzipationsprozess, der zu kritischem

27

eigenständigen Denken und Hinterfragen führt. Damit ist sie essenzieller Bestandteil

28

einer funktionierenden Demokratie und eines solidarischen Gemeinwesens.

29

Gerade deshalb müssen alle gleichen Zugang und gleiche Bildungschancen haben, in

30

allen Bildungsbereichen (Schule, Ausbildung, Hochschule, Weiterbildung).

31

Die Ursache für soziale Ausgrenzung und Benachteiligung besteht nicht nur

32

ausschließlich in mangelnder Bildung. Ursachen sind auch Arbeitslosigkeit, Armut,

33

Krankheit und eine Politik, die solche Risiken nicht solidarisch absichert. Gemeinsames

34

Lernen und Leben steht für uns im Mittelpunkt. Dabei geht es sowohl um das Ziel

35

zukünftig inklusive Ganztagsschulen in Brandenburg umsetzen zu können, als auch

36

Hochschulen gut auszufinanzieren und für Alle zu öffnen, die diesen Weg gehen

37

möchten. Schulen, und Hochschulen haben eine große Bedeutung, insbesondere für

38

den ländlichen Raum, auch im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes

39

und im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

19

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Wir brauchen Bildung und Brandenburg braucht uns, denn Bildung kann einen wichtigen

2

Beitrag dazu leisten, einen Arbeitsplatz zu finden und dadurch unsere Existenz und

3

damit unseren Verbleib im Land sowie dem Land Fachkräfte zu sichern.

4

Trotz statistischer Zahlen wie dem sehr guten Lehrer-Schüler-Betreuungsverhältnisses

5

in Brandenburg sind die Bedingungen in der Realität von Schulen in Brandenburg

6

suboptimal. Darüber täuschen auch Taschenspielertricks von einem Lernenden-

7

Lehrenden-Verhältnis von 15,4 zu 1 nicht hinweg. Die Gründe für die

8

verbesserungswürdige Situation sind vielfältig, hängen aber alle eng mit der

9

Finanzierung von Bildung im Land zusammen. Ähnliches gilt für den Hochschulbereich.

10

Ungeachtet großer Leistungen in den letzten Jahren, vor allem bei der Steigerung der

11

Studierendenzahlen von rund 31 000 auf über 50 000, gibt es nach wie vor auch

12

erhebliche Defizite bei der Hochschulfinanzierung des Landes Brandenburg.

13

Darum haben wir uns auf mehreren Ebenen aktiv gegen die Kürzungen in den

14

Bereichen Bildung und Wissenschaft eingesetzt. Neben Appellen an die SPD-Fraktion,

15

der Mitgründung eines bereichsübergreifenden Bündnisses und mehrerer Aktionen und

16

Diskussionsrunden, haben wir im vergangenen Jahr einen Antrag gegen die Kürzungen

17

auf dem SPD-Landesparteitag eingebracht und damit landesweit Aufmerksamkeit

18

erhalten. Das knappe Votum gegen die Behandlung des Antrages hat uns bestärkt, uns

19

auch weiterhin für die Ausfinanzierung der so wichtigen Bereiche einzusetzen. Im

20

Bereich Schulbildung wurden auch dank unserer Proteste- Kürzungen weitgehend

21

zurückgenommen. Auch unserer Kritik an der mangelnden Beteiligung an

22

Entscheidungsprozessen wurde mit dem Versprechen begegnet uns in Zukunft

23

innerhalb der SPD anzuhören und uns einzubinden.

24

Wir werden uns auch weiterhin für mehr Beteiligung an der Politik und der

25

Zukunftsgestaltung in den Bereichen Bildung und Wissenschaft im Land einsetzen.

26

Dazu werden wir weiterhin Angebote wie die Zukunftsdebatte 2030 nutzen, um unsere

27

Vorstellungen und Ideen einzubringen. Mit Veranstaltungen und der aktiven Begleitung

28

der Bildungs- und Hochschulpolitik wollen wir auch in Zukunft die Menschen unseres

29

Landes für die Probleme sensibilisieren und uns intensiv vor allem für mehr

30

Investitionen in Bildung und Wissenschaft einsetzen. Unsere Schwerpunktthemen

31

werden dabei sein:

32

Umsetzung und Finanzierung inklusiver Bildung in Brandenburg

33

Ausstattung und Finanzierung von Schulen und Hochschulen

34

Lern- und Studienbedingungen an Schulen und Hochschulen

35

Mitspracherechte und Beteiligung von Schüler_innen und Studierenden

36

Arbeitsbedingungen von Beschäftigten an Schulen und Hochschulen

37

Erhalt der Solidarität aller Hochschulstandorte untereinander

38

Dabei setzen wir auf die aktive Zusammenarbeit mit allen Menschen aus den

39

betroffenen Bereichen. Das bedeutet auch, dass wir für eine aktive Beteiligung kämpfen,

40

bevor Entscheidungen getroffen werden.

20

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, die Akzeptanz und Unterstützung der

2

Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen im Land Brandenburg zu steigern und dabei

3

auch stärker ihre Bedeutung für die Infrastrukturentwicklung des Landes betonen!

4

5

Bei der derzeitigen Debatte lohnt es sich, sich den Begriff Inklusion etwas näher zu

6

betrachten. Inklusion wird in Brandenburg zuweilen als Schlagwort für die Abschaffung

7

der Förderschulen betrachtet. Aufgrund der desolaten Situationen rund um diese

8

Schulform (damit ist insbesondere der übermäßig hohe Abgang von Schülerinnen und

9

Schülern ohne Schulabschluss gemeint), muss dieses Ansinnen nicht durchweg als

10

negativ bewertet werden. Allerdings trifft diese Pauschalisierung weder den inhaltlichen

11

Kern des Begriffes der Inklusion, noch werden sämtliche Untiefen bei der nötigen

12

Strukturreform bewusst und offen kommuniziert. Im wissenschaftlichen Sinne und unter

13

Betrachtung der UN-Behindertenrechtskonvention, meint Inklusion ein sozialpolitisches

14

Handeln ohne die Einbeziehung separierender Funktionssysteme. Es gilt die

15

Gleichstellung als höchstes Gut. Die Unterschiedlichkeiten von Menschen werden

16

demnach von der Gesellschaft wahrgenommen, jedoch nicht zum Anlass genommen,

17

jemandem die Teilhabe zu verweigern. Der Status der Normalität gilt als abgeschafft,

18

vielmehr ist die Vielfalt als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren.

19

Beim Thema Inklusion ist die Landesregierung bereits die ersten Schritte gegangen. Im

20

Ministerium wurde eine Stabsstelle eingesetzt, die sich insbesondere der Thematik

21

widmet und Vorschläge für Umsetzungen erarbeitet. Eine erste Strategie existiert

22

bereits. Danach erhalten landesweit rund 70 Grundschulen den Status einer

23

Projektschule. Damit verbunden ist eine bessere finanzielle Ausstattung und für von

24

Schließungen bedrohte Schulen die Hoffnung, wenigstens bis zum Ende dieser

25

3jährigen Projektphase zu bestehen. Zum Schuljahresanfang sollen die ersten

26

Brandenburger Schulen mit inklusiven Konzepten arbeiten und demnach offen für alle

27

Schüler der Regionen sein, unabhängig von etwaigen Beeinträchtigungen. Diese

28

Umsetzung der Konzepte und deren Erfolge sollen stetig evaluiert werden und ab 2015

29

flächendeckend inklusiv gelehrt werden soll. Daraus ergeben sich jedoch mehrere

30

Fragen und Probleme. Die folgenden Vier sollten für uns zunächst Priorität haben:

31

1. Als erstes muss die Frage gestellt werden, wie und noch dazu von wem die

32

inklusiven Klassen unterrichtet werden. Einer Lehrerin/einem Lehrer der

33

Grundschule fehlen sonderpädagogische Grundlagen, angefangen von der

34

persönlichen Eignung, über die fachdidaktischen Grundlagen bis hin zum

35

entsprechenden Lehrmaterial. Mit einem zweitätigen Seminar können unsere

36

Lehrerinnen und Lehrer nicht zu Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen

37

ausgebildet werden. Hier gilt es für die Jusos Brandenburg genau hinzuschauen.

38

Denn ein Schulsystem steht und fällt nun einmal mit der Kompetenz seiner

39

Lehrerinnen und Lehrer.

40

2.

Ein mindestens ebenso wichtiger Punkt ist die bauliche Ausstattung der Schulen.

41

Auch wenn mit einem Neu- oder Umbau zugleich der Schaffung von

42

behindertengerechten Voraussetzungen umgesetzt werden muss, sind derzeit

43

längst nicht sämtliche Grundschulen in der Lage, alle Kinder und Jugendlichen

21

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

mit körperlichen Behinderungen aufzunehmen, da sie schlicht nicht in der Lage

2

wären, selbstständig die Unterrichtsräume zu erreichen. Auch hier gilt es als

3

Jusos dafür zu sorgen, dass unsere Kommunen nicht mit diesem Problem

4

alleine gelassen werden.

5

3. Unsere wohl weitreichendste und schwierigste Aufgabe, ist es unseren

6

Beschluss vom LPT 2009, zur Schaffung eines gemeinsamen Bildungssystems

7

wieder in den Fokus zu rücken. Denn besonders im Hinblick einer inklusiven

8

Bildung, müssen die exkludierenden und selektiven Prozesse zwischen der

9

sechsten und siebten Klasse verhindert werden. Wir Brandenburger Jusos

10

haben dazu bereits eine einhellige Auffassung, unsere Mutterpartei hat diese

11

übernommen. Leider ist in den letzten Jahren keine Initiative von unserer

12

Landesregierung ausgegangen, um diesen Beschluss umzusetzen. Wenn wir

13

nun schon über Inklusion reden, dann über ein vollwertiges und in sich

14

schlüssiges Model!

15

4. Zu guter Letzt ist die Frage zu stellen, warum wir bei der Thematik der Inklusion

16

lediglich an Schule denken. Selbstverständlich ist die Schule der bestimmende

17

Lebensraum junger Menschen. Allerdings sind gleichwohl die anderen

18

Lebensbereiche unserer Heranwachsenden nicht außer Acht zu lassen. Warum

19

reden wir nicht auch über inklusive KITAs und inklusive Freizeiteinrichtungen.

20

Inklusion ist ein umfassender Begriff und bezieht sich im derzeitigen Kontext auf

21

Menschen mit Behinderungen. Ihnen ist genauso zu ermöglichen, ins

22

Ferienlager zu fahren und in der KITA die ersten Experimente mit Schaufeln und

23

fremder Kinder Köpfe zu veranstalten!

24

25

Der bisher eingeschlagene Weg fordert von uns auch ein konsequentes Arbeiten an

26

unseren Zielen. Es gilt den jungen Menschen in unserem Land eine Grundlage zu

27

geben und Ihnen als Interessenvertretung zu dienen. Diesen Ruf gilt es auch weiterhin

28

gerecht zu werden!

29

Kampf gegen Rechtsextremismus

30

Wir engagieren uns für Toleranz und Weltoffenheit. Gleichzeitig fordern wir mehr

31

Zivilcourage im Alltag und mehr Toleranz gegenüber anderen Kulturen. Wir zeigen

32

Gesicht, da wo andere sich wegducken, wenn z. B. Menschen diskriminiert oder von

33

Rechtsextremisten bedroht werden. So beteiligen sich viele unserer Mitglieder aktiv an

34

Gegendemonstrationen bei Rechten Aufmärschen (etwa bei „Neuruppin bleibt Bunt“,

35

„Dresden Nazifrei“).

36

Aber wir wollen noch mehr! Wir wollen gezielt über rechtsextreme Aktivitäten

37

aufzuklären und gegen Neonazis mobil machen. Hierzu haben wir am 27. Januar 2012,

38

dem Gedenktag für die Opfer des Holocaust, die Internetseite www.fuer-brandenburg-

39

ohne-neonazis.de freigeschaltet. Sie soll Hintergrundinformationen bereitstellen und uns

40

helfen Handlungsstrategien gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus zu

41

entwickeln. Auch soll www.fuer-brandenburg-ohne-neonazis.de die Vernetzung von

42

bestehenden Aktionsbündnissen und Initiativen gegen Rechtsextremismus unterstützen.

22

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

1

Durch Aufklärung- und Informationenaktivitäten wollen wir rechtsextremistischem

2

Gedankengut in der Gesellschaft entgegentreten. Neben unserem neuen

3

Informationskanal über www.fuer-brandenburg-ohne-neonazis.de werden wir

4

Postkarten, Aufkleber, Broschüren und CDs an Jugendliche verteilen.

5

Wir wollen weiterhin mit Jugendlichen im Land Brandenburg mit unseren „Kicks für

6

Toleranz“-Fußballturnieren ins Gespräch kommen. In Jüterbog, Oderberg und

7

Neuruppin haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht

8

Von unserer Landesregierung fordern wir, dass sie mit gleich bleibendem Einsatz, etwa

9

durch das Tolerante Brandenburg, den Kampf gegen Rechtsextremismus fördert.

10

Die Unterstützung lokaler Initiativen (z.B. Rock gegen rechts-Konzerte, „Dahme zeigt

11

Gesicht“) wollen wir auch in 2012 begleiten.

12

Keine öffentlichen Gelder mehr über die Parteienfinanzierung und dubiose V-Leute im

13

braunen Sumpf versenken!

14

15

Wir fordern die Landesregierung auf ernsthaft ein NPD-Verbot zu prüfen und über den

16

Bundesrat die Eröffnung des Verfahrens einzuleiten. Ein erneuter Vorstoß zum Verbot

17

der verfassungsfeindlichen NPD ist überfällig. Anstatt ständig neue Hürden aufzubauen

18

oder zu formulieren, sollten die Verantwortlichen alle gangbaren und

19

erfolgversprechenden Wege zum Ziel einschlagen und die Voraussetzungen für ein

20

NPD-Verbot schaffen. Wenn die NPD als legaler Arm einer verachtenswerten

21

Gesamtbewegung endlich stillgelegt ist, sind noch lange nicht die Ursachen für

22

Rechtsextremismus beseitigt - wohl aber ist ihr steuerfinanziertes Agieren mit den

23

Privilegien des Parteienrechts gegen die parlamentarische Demokratie damit endlich

24

beendet.

25

Auch wenn ein NPD-Verbot allein nicht alle Probleme des Rechtsextremismus in

26

Deutschland löst, wäre es doch ein klares Signal der Ächtung menschenverachtender

27

Gesinnung durch den demokratischen Staat.

28

Die schrecklichen, von Rechtsterroristen, begangenen Morde zeigen, wie wichtig und

29

richtig das Engagement von uns Jusos für Toleranz und gegen Fremdfeindlichkeit war

30

und ist.

31

Wir machen weiter und wollen unser Brandenburg ohne Neonazis!

32

23

Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

B Bildung

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Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

Antragsteller: UB Barnim

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Themengebiet: B 1

 

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Titel

/

Überschrift:

Lehrerinnen

und

Lehrer

unterstützen!

Für

mehr

Qualität

im

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Schulunterricht!

 

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Zur Weiterleitung an den SPD-Landesparteitag und die SPD-geführte Landesregierung

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und die Landtagsfraktion.

 

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B 1

x angenommen

 

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Antragstext:

 

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Die Jusos Brandenburg fordern die SPD-geführte Landesregierung auf, umgehend alle

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Lehrerinnen und Lehrer, die mit den interaktiven Tafeln „Smartboard“ oder „Whiteboard“

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arbeiten, regelmäßige verpflichtende Weiterbildungen anzubieten. Ziel dieser

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Weiterbildungen ist es, das Verständnis für die Anwendung dieser Technik zu schaffen

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und zu verbessern.

 

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Begrünung:

 

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Viele Schülerinnen und Schüler berichteten uns in den vergangenen Monaten, dass die

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interaktiven Whiteboards und Smarboards an ihren Schulen eingebaut wurden. Leider

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nutzen die wenigsten Pädagogen diese modernen Geräte.

 

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Durch eine verbindliche Schulung für alle Lehrkräfte kann sichergestellt werden, dass

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diese Boards mehr genutzt werden. Es wäre unverantwortlich Steuergelder in

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Millionenhöhe auszugeben, wenn diese Boards in den Klassenräumen einstaubten.

 

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Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

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Antragsteller: UB Potsdam

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Themengebiet: B 2

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Titel / Überschrift: Inklusion umsetzen! Konsequent handeln!

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B 2

x angenommen

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Antragstext:

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Die Jusos Brandenburg fordern die SPD-geführte Landesregierung sowie die SPD-

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Fraktion im Brandenburger Landtag auf, auf dem Weg zur Umsetzung der Inklusion

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konsequent voranzugehen. Die Anfang dieses Jahres vorgenommenen Absenkungen

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der zur Verfügung stehenden Stunden müssen wieder zurückgenommen werden und

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endlich auch tatsächlich neue LehrerInnen eingestellt werden! Das derzeitige und

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zukünftige Lehrpersonal muss schnellstmöglich auf die Erfordernisse der Inklusion

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vorbereitet werden.

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Begründung:

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Auf der einen Seite Pilotschulen zu bilden, die Inklusion „antesten“ sollen und hierfür

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zusätliche Stunden zur Verfügung gestellt kriegen und auf der anderen Seite die

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allgemeinen Lehr- und Lernbedingungen zu verschlechtern, passt nicht zusammen.

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Inklusion erfordert mehr und nicht weniger Mittel. Das Land Brandenburg darf nicht

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weitere Rückschritte bei der individuellen Betreuung und individuellen Lehrangeboten

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für SchülerInnen und Schüler machen, sondern muss endlich für mehr und bessere

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Bildung sorgen!

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Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

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Antragsteller: UB Potsdam

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Themengebiet: B 3

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Titel / Überschrift: Einrichtung einer unabhängigen verfassten SchülerInnenschaft

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Zur Weiterleitung an MBJS, SPD Landesparteitag, SPD-Fraktion, SPD- geführte

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Landesregierung von Brandenburg

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B 3

x angenommen

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Antragstext:

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Die Jusos Brandenburg fordern die SPD- geführte Landesregierung, die Ministerin für

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Bildung, Jugend und Sport Martina Münch und die SPD-Landtagsfraktion auf, eine

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Einrichtung einer unabhängigen verfassten SchülerInnenschaft mit einem eigenen

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Budget zu ermöglichen. Die Ausarbeitung und Ausgestaltung dieses Gremiums für alle

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Schulen und die Beteiligung der SchülerInnen auf Landesebene, soll in

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Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern, sowie dem Landeschülerrat und den

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Kreisschulräten geschehen.

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Begründung:

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Die Einrichtung dieses Gremiums soll Schülerinnen und Schülern eine Mitbestimmung

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über Ihre eigenen Belange ermöglichen und damit zugleich den Sinn für Demokratie

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fördern.

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Bisher sind die Beteiligungsrechte in der Realität sehr unterschiedlich ausgestaltet. Der

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Landesschülerbeirat durfte sich so zum Beispiel kurz vor den Haushaltsbeschlüssen für

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den Haushalt 2012 nicht mit der Finanzierung des Schulsystems beschäftigen, kurz

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nach den Beschlüssen durfte er es jedoch. Hierin wird das Problem sichtbar: Wirkliche

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Beteiligung ist, überspitzt gesagt, nicht gewollt, sondern es geht vielmehr darum, junge

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Menschen Beteiligung und Demokratie spielen zu lassen und ein paar schöne Bilder

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von aktiven Jugendlichen zu haben.

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Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Brandenburg 2012 Jugendbildungsstätte der Falken, Freienwalder Allee 8-10 16356 Werneuchen/Werftpfuhl

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Antragsteller: UB Oberhavel

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Themengebiet: B 4

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Titel / Überschrift: Verpflichtende Kita-Bedarfspläne

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Zur Weiterleitung an den Landesparteitag

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B 4

x angenommen

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Antragstext:

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Der Landesparteitag möge beschließen:

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Alle Brandenburger Kommunen werden verpflichtet, Kita-Bedarfspläne aufzustellen,

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