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BAUSTATIK 2 Seilstatik | Theorie II. Ordnung und Stabilität | Traglastverfahren | Tragwerksdynamik | Nährungsmethoden
BAUSTATIK 2 Seilstatik | Theorie II. Ordnung und Stabilität | Traglastverfahren | Tragwerksdynamik | Nährungsmethoden

BAUSTATIK 2

Seilstatik | Theorie II. Ordnung und Stabilität | Traglastverfahren | Tragwerksdynamik | Nährungsmethoden | Modellbildung

S-2-03/2004

| Nährungsmethoden | Modellbildung S-2-03/2004 Gernot Beer Institut für Baustatik Technische Universität

Gernot Beer Institut für Baustatik Technische Universität Graz

Forschungsberichte | Diplomarbeiten | Skripten | Vorträge/Tagungen

 
 
  Einführung 1 Seilstatik 1 Dehnstarre Seile 2 Dehnbare Seile 10 Theorie II. Ordnung und Stabilität
  Einführung 1 Seilstatik 1 Dehnstarre Seile 2 Dehnbare Seile 10 Theorie II. Ordnung und Stabilität
  Einführung 1 Seilstatik 1 Dehnstarre Seile 2 Dehnbare Seile 10 Theorie II. Ordnung und Stabilität
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  Einführung 1 Seilstatik 1 Dehnstarre Seile 2 Dehnbare Seile 10 Theorie II. Ordnung und Stabilität

Einführung

1

Seilstatik

1

Dehnstarre Seile

2

Dehnbare Seile

10

Theorie II. Ordnung und Stabilität

27

Stabilitätsprobleme

29

Spannungsprobleme II. Ordnung

34

Systemberechnung Theorie II. Ordnung

37

Traglastverfahren

43

Elasto - plastisches Verhalten von Tragwerken

43

Traglastverfahren

64

Tragwerksdynamik

77

Systeme mit einem Freiheitsgrad

77

Systeme mit mehreren Freiheitsgraden

85

Dynamische Lasten

98

Maschinenfundamente

102

Modale Analyse

103

Antwortspektrenverfahren

105

AWeiterführende Literatur

110

Näherungsmethoden

113

Verfahren nach Ritz

113

Beispiel, gevouteter Träger

124

Methode der Finiten Elemente

126

 
 
113 Verfahren nach Ritz 113 Beispiel, gevouteter Träger 124 Methode der Finiten Elemente 126    
113 Verfahren nach Ritz 113 Beispiel, gevouteter Träger 124 Methode der Finiten Elemente 126    
113 Verfahren nach Ritz 113 Beispiel, gevouteter Träger 124 Methode der Finiten Elemente 126    
 

 
113 Verfahren nach Ritz 113 Beispiel, gevouteter Träger 124 Methode der Finiten Elemente 126    
Modellbildung 139 Einführung 139 Idealisierung der Tragwerksgeometrie 139 Auflager 144 Verbindungen

Modellbildung

139

Einführung

139

Idealisierung der Tragwerksgeometrie

139

Auflager

144

Verbindungen

145

Tragwerkselemente

147

Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement

152

Einwirkungen

153

145 Tragwerkselemente 147 Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement 152 Einwirkungen 153
145 Tragwerkselemente 147 Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement 152 Einwirkungen 153
145 Tragwerkselemente 147 Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement 152 Einwirkungen 153
145 Tragwerkselemente 147 Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement 152 Einwirkungen 153
145 Tragwerkselemente 147 Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement 152 Einwirkungen 153
145 Tragwerkselemente 147 Definition der Schnittkräfte für Biegestabelement 152 Einwirkungen 153

! " In Baustatik 1 wurden Berechnungsmethoden für Tragwerke vorgestellt welche „exakte“ Lösungen in dem

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! " In Baustatik 1 wurden Berechnungsmethoden für Tragwerke vorgestellt welche „exakte“ Lösungen in dem

In Baustatik 1 wurden Berechnungsmethoden für Tragwerke vorgestellt welche „exakte“ Lösungen in dem Sinn ergeben, dass die Lösungen die Bedingung für Gleichgewicht und Verträglichkeit exakt erfüllen. Allerdings sind diese Lösungen nur möglich, wenn man vereinfachte Annahmen trifft.

Die in Baustatik 1 getroffenen Annahmen sind:

Annahme 1: Für die Aufstellung der Gleichgewichtsgleichung wird das unver- formte Tragwerk betrachtet

Annahme 2: Das Material ist linear elastisch

Annahme 3: Die Lasten werden unendlich langsam aufgebracht

Annahme 4: Ebene Querschnitte normal zur neutralen Achse bleiben auch nach der Verformung eben und normal zur verformten neutralen Achse (Bernoulli Hypothese).

Letztere Annahme hat eine starke Idealisierung des Bauwerks zu Folge. Bauwerke sind in Wirklichkeit dreidimensionale Objekte, die durch die Annahme von Bernoulli in ein aus Geraden bestehendes Modell zurückgeführt werden können. In vielen Fällen wird die Berechnung durch die Reduzierung auf zwei Dimensionen weiter vereinfacht. Diese Vereinfachnungen vorzunehmen ohne dass zu grösse Fehler in der Berechnung entstehen ist eine nicht einfache Aufgabe . Diese ist auch unter dem Begriff Modellbildung bekannt.

Für viele Probleme im konstruktiven Ingenieurwesen muß man die oben erwähn- ten Annahmen hinterfragen um die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von Tragwer- ken zu gewährleisten. Bei manchen Problemstellungen können die Annahmen sogar zu vollkommen falschen Ergebnissen führen.

In Baustatik 2 befassen wir uns daher mit der Modellbildung und speziellen Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.

Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.
Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.
Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.
Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.

Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.
Berechnungsmethoden die angewendet werden müssen, wenn bestimmte der oben aufgezählten Annahmen nicht mehr zutreffen.

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So werden z.B. sehr oft Seile oder Membrane in Tragkonstruktionen verwendet. Hier sehen wir dass Annahme 1 zu keinem vernünftigen Ergebnis führen würde, da sich die Form des Seils an die Belastung anpaßt. Dies ist unsere erste Einführung in sogenannte geometrisch nichtlineare Probleme. Bei Tragwerken mit hohen Druckkräften sehen wir dass die Tragwerksverformungen (obwohl noch immer sehr kleine Verformungen angenommen werden) sich stark auf das Gleichgewicht auswirken können.

Bei nichtlinearen Problemen kann eine Lösung nur iterativ oder inkrementell ermittelt werden. Der Rechenaufwand ist wesentlich größer als bei linearen Pro- blemen und die Güte der Ergebnisse von der verwendeten Größe des Inkrements abhängig.

Das Sicherheitskonzept des EUROCODE verlangt die Berechnung einer Traglast, unter vollen Ausnutzung der sogenannten plastischen Reserve. In Kapitel 3 wird ein Verfahren vorgestellt wie man diese Traglast bestimmen kann. Dabei müssen wir die Annahme 2 fallen lassen und auch inelastische Verformungen zulassen. Dies ist eine Einführung in materiell nichtlineare Probleme. Es ist klar das für beide Arten von Nichtlinerität das Superpositionsprinzip nicht mehr gilt.

Betrachten wir die Belastungen die auf Tragwerke wirken, so werden diese im sel- tensten Fall „unendlich langsam“ aufgebracht. Man denke nur an Verkehrs-,Wind und Erdbebenbelastung. Daher ist es wichtig herauszufinden was passiert wenn Annahme 3 nicht mehr zutrifft. Dies trifft besonders für Tragwerke zu, die in Erd- bebengebieten gebaut werden.

Schließlich ist die Bernoulli Hypothese schon für gedungene Stäbe nicht mehr anwendbar. Für die Berechnung von Scheiben, Krafteinleitungsproblemen etc. muß man ohne diese Hypothese auskommen. Es wird gezeigt das, ausgenommen für extrem einfache Problemstellungen, hier nur Näherungsmethoden angewendet werden können, bei denen sogar teilweise die Gleichgewichtsbedingungen verletzt werden. Die Lösungen sind trotzdem brauchbar, da bei genügendem Rechenauf- wand die Fehler sehr klein werden. Natürlich ist eine Lösung nur mehr mit EDV Programmen möglich. Da in den meisten Zivilingenieurbüros Finite Elemente Pro- gramme verwendet werden ist es wichtig das jeder Ingenieur mit dem Konzept der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.

der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.
der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.
der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.
der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.
der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.
der Näherungslösung und den potentiellen Fehlerquellen, die auftreten können zumin- dest ein wenig vertraut ist.

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Seile werden sehr oft als Tragelemente in Tragwerken verwendet. Beispiele sind Hänge- und Schrägseilbrücken, zugbeanspruchte Strukturen (Überdachungen) und Seilbahnen. Abb. 1.1 zeigt ein Beispiel für die Verwendung von Seilen bei der neuen Schrägseilbrücke in der Normandie. Der Ausdruck „Seil“ bezieht sich eigentlich auf Kabel, die entweder aus Stahl oder Kunststoffdrähten zusammenge- setzt sind (im Englischen wird dieses auch als cable bezeichnet). So ist eine Schrägseilbrücke z.B. eine cable stayed bridge (eine Hängebrücke wird aber wie im Deutschen als eine suspension bridge bezeichnet).

wie im Deutschen als eine suspension bridge bezeichnet) . % # # !& * & Abbildung

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Abbildung 1.2 zeigt den Aufbau des Kabels für die größte Hängebrücke der Welt. Für Seile nimmt man angenähert an, dass die Biegesteifigkeit EI vernachlässigbar klein ist. Daher können keine Biegemomente und (da die Knicklast null ist) keine Druckkräfte aufgenommen werden. Die Biegesteifigkeit des Kabels in Abbildung 1.2 ist sicher nicht null, aber wenn man die Spannweite des Kabels von 2 km be- trachtet sind die Einflüsse aus Biegung vernachlässigbar klein. Bei Seilen spielt der Durchhang bzw. die Form des Seiles eine große Rolle. Da sich die Form des

vernachlässigbar klein. Bei Seilen spielt der Durchhang bzw. die Form des Seiles eine große Rolle. Da

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Seiles aufgrund der Belastung ändert, sprechen wir von einem geometrisch nicht- linearen Problem.

wir von einem geometrisch nicht- linearen Problem. % # , * $ - , . &

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Die Seilkraft und die Seilgeometrie kann aus der Bedingung, dass an keiner Stelle des Seiles Biegemomente auftreten können oder aus der Differentialgleichung des Gleichgewichts errechnet werden. Die (relativ zu linearen Problemen) aufwendige Berechnung von nichtlinearen Problemen kann durch Weglassen von vernachläs- sigbar kleinen Einflüssen vereinfacht werden. Im folgeneden werden zuerst Seile behandelt, bei denen die Längenänderung des Seiles vernachlässigbar klein ist.

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Hier wird die elastische Dehnung des Seiles aufgrund der Seilkraft vernachlässigt.

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0
0
4 1 . .203 1 -
4
1
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1
-

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Für ein Seil mit vernachlässigter Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h.

Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h. M ( x )
Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h. M ( x )
Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h. M ( x )
Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h. M ( x )

Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h. M ( x )
Biegesteifigkeit gilt, dass das Biegemoment an jeder Stelle null sein muß, d.h. M ( x )

M(x)

=

M

0

(x) + H y(x)

=

0

$

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$
$

+ !

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/ 203
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Aus dieser Gleichung kann man den Durchhang y(x) bestimmen

y(x)

M 0 (x)

---------------

= H

Aus Gründen des horizontalen Gleichgewichts muß bei vertikaler Belastung die horizontale Komponente der Seilkraft H an jedem Punkt gleich sein. Für die Seilkräfte gilt (siehe Abb. 1.4):

H

H H

------------ ------------ ----------- = = = S 1 S 2 S 3 cos cos cos
------------
------------
-----------
=
=
=
S 1
S 2
S 3
cos
cos
cos
0
0
4
4
.
1
1
.
!
! 5
-
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# #

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Für eine vertikale konstante Gleichlast q, bezogen auf die horizontale Achse, erhält

man aus der Bedingung

M(x)

=

0

die Gleichung für den Durchhang:

y(x)

=

-------(L qx – x)

2H

Der Durchhang in der Mitte f (Stich) ist:

und die Horizontalkraft

y

L

2

---

H

=

f

=

2

qL

---------

8H

qL 2

= ---------

8f

5555
5555

#

$ + !

7 7 0 q 4 4 .203
7
7
0
q
4
4
.203

% # * 4 !

Die Seillinie ist durch folgende Gleichung gegeben:

y(x)

=

4fx

--------(L – x)

L

2

Die Seildurchhangskurve ist also eine Parabel 2. Ordnung.

Ermittlung der Seillänge

Die Länge der Parabel erhält man aus der Differentialbeziehung

Wenn

ds

=

y' 2 « 1

dx 2 + dy 2
dx
2 +
dy 2

ds

------

dx

=

$ 1 + y' 2
$
1
+
y' 2

$0

ist, dann gilt näherungsweise:

1 + y' 2
1
+
y'
2

=

1

+

y ' 2

------

2

$.

Die Länge des Seiles ist

mit:

s 0

=

L

0

y'(x)

ds

------dx

dx

oder

=

4f

-----(L – 2x)

L

2

s 0

=

L

0

1 +

' 2 dx

y

------

2

Das Integral kann nach Simpson numerisch ausgewertet werden, wobei mit drei Stützpunkten eine Parabel exakt integriert werden kann:

6666
6666
6666
6666

6666

6666
6666

x

x

x

=

=

0

L

---

2

= 1

s 0

=

Die Seillänge ergibt sich zu

L

---

6

y'

y'

y'

=

=

=

1 +

s 0

4f

-----

L

0

4f

-----

L

2

8f

-------

L

2

+

4

1

=

L

+

8f 2

-------

3L

+

$ + ! 7 7
$
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7
7

1

+

0 8f ------- 2 L 2
0
8f
-------
2
L
2

# # '

$" $ " + $ , $ " " &

Wir betrachten einen kleinen Teil des Seiles mit der Länge ds, das mit einer ver- tikal nach unten wirkenden verteilten Belastung q (bezogen auf die horizontale Länge) belastet ist. Aus der Gleichung für das horizontale Gleichgewicht ergibt sich, dass die horizontale Komponente H der Seilkraft S, die entlang des Seiles wirkt, über die Seillänge konstant sein muß.

!!!!

Seiles wirkt, über die Seillänge konstant sein muß. !!!! '''' 4444 :::: ::::$$$$0000 4444
''''
''''

4444

konstant sein muß. !!!! '''' 4444 :::: ::::$$$$0000 4444

::::

::::$$$$0000
::::$$$$0000
sein muß. !!!! '''' 4444 :::: ::::$$$$0000 4444 ''''9999$$$$''''

4444

muß. !!!! '''' 4444 :::: ::::$$$$0000 4444 ''''9999$$$$'''' $$$$0000

''''9999$$$$''''

$$$$0000

!!!!9999$$$$!!!!

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Aus dem vertikalen Gleichgewicht ergibt sich:

oder

V – qdx – V – dV

dV = –qdx

=

0

8888
8888

#

$ + !

Setzt man die Beziehung

ein, dann ergibt sich

V

= Htan

Hy'

dV = Hy''dx

und mit der Gleichung für vertikales Gleichgewicht die Diffgl. für die Seillinie

Hy''

=

–q

Die Lösung dieser Differentialgleichung ist im Abschnitt 1.2.2. gegeben. Ist die Belastung des Seiles das Eigengewicht, dann muß die verteilte Belastung q auf die wirkliche Seillänge ds bezogen werden. Für das vertikale Gleichgewicht erhält man

dV

= –qds

=

q

2 1 – y'
2
1
y'

dx

die Differentialgleichung lautet in diesem Fall:

=

Die Lösung der Differentialgleichung ist die bekannte Form der Kettenlinie:

1 – y' 2
1
y' 2

Hy''

–q

y(x)

=

H

----

q

cosh

q

----

H

(

x

C

1

)

+

C 2

Der Unterschied zwischen Seillinie und Kettenlinie ist, dass die Seillinie gegenüber der Kettenlinie im Scheitelbereich stärker gekrümmt ist. Die Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen der berechneten Haltekraft der Seillinie (H P ) und der Kettenlinie (H k ), dem Stich der Seillinie (f P ) und dem der Kettenlinie (f k ) für verschiedene Verhältnisse Seillänge s 0 zur Spannweite L.

. /

0 . 0

.

8

;8

65

58

<

;8

8

; =

8=6

Die Tabelle zeigt, dass für Seile mit Eigengewicht bis zu einem Verhältnis s 0 /L < 1,10 eine Fehlberechnung der Horizontalkraft H um nur 1,4 % erfolgt, d.h dass man dafür in der Praxis die einfachere parabolische Seillinie für die Berechnungen heranziehen kann. Dies würde einem Verhältnis von Stich zu Spannweite (f/L) von 0,194 entsprechen. So hat zum Beispiel die längste Hängebrücke der Welt (Akashi Kaikyo Brücke in Japan, Abb. 1.8) mit einer Spannweite von 1990 m und einem Stich von 201 m ein Verhältnis f/L von 0,101. In den folgenden Betrachtungen wird eine parabolische Seillinie angenommen.

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Für dehnstarre Seile, die mit einer Gleichlast q belastet sind, gibt es eine einfache Beziehung zwischen der Haltekraft H, dem Durchhang (Stich) f, und der Spann- weite L:

H = --------- qL 2

8f

Wird ein Seil mit gegebener Seillänge s o über eine Spannweite L gespannt, so kann man den Durchhang und die Seilkraft ausrechnen.

Unter Annahme einer parabolischen Seilkurve erhalten wir nach Auflösung der Formel für die Seillänge den Stich f:

f

Und damit die Haltekraft:

H =

3 = ---L ( s o – L) 8 qL 2 1 --------- ------------------------------ 8
3
=
---L
(
s
o – L)
8
qL 2
1
---------
------------------------------
8
3
---L
( s
o – L)
8
H = 3 = ---L ( s o – L) 8 qL 2 1 --------- ------------------------------

#

$ + !

H

# $ + ! H s o -L % # 2 ' # & 4 4
# $ + ! H s o -L % # 2 ' # & 4 4
# $ + ! H s o -L % # 2 ' # & 4 4

s o -L

% # 2 ' # & 4 4 $ > $ $ !? #

Das Diagramm zeigt, dass bei einem dehnstarren Seil die Haltekraft mit der Ver- größerung der Spannweite L zunimmt und bei einer Spannweite gleich der Seil- länge s 0 (das bedeutet ein gerades Seil) theoretisch unendlich wird. Dies ist deshalb der Fall, weil für ein Seil, das nicht gekrümmt ist, kein Gleichgewicht zwischen den inneren Kräften (Seilkräfte tangential zum Seil) und der Belastung hergestellt werden kann.

# # )

" + $ $ % !

Das Kabel der Akashi Kaikyo Brücke hat einen Durchmesser von 1,122 m und daher ein Fläche von 0,988 m 2 . Unter der Annahme eines spez. Gewichts von Stahl von 7850 kg/m 3 ergibt sich eine Gleichlast q von 77,6 KN/m. Mit der Spannweite von 1990 m und einem Stich von 201 m ergibt sich folgende horiz. Haltekraft

H

=

2

qL

---------

8f

77

,

6

1990

2

= ------------------------------ = 191109 kN = 191, 109MN

8 201

H

Die Seilkraft ergibt sich aus der Gleichung

cos Aus Abschnitt 1.1.2 ergibt sich die Seilneigung an der Pylonspitze (x=0) mit

S

= ------------

wobei

= atan(y')

y'

 

4f

4 201

=

-----

= ----------------

L

1990

= 0, 404

und daraus ein Winkel Pylons beträgt

= 22

. Die (maximale) Seilkraft am oberen Ende des

S

191, 109

= --------------------- = 206, 14MN 0, 927

Dies ist 7,8 % der minimalen Seilkraft in der Mitte, die gleich der horizontalen Haltekraft H ist.

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$

! 2! 3 q ! 24 3 : q s
!
2! 3
q
!
24 3
:
q s

Sind die Fixpunkte eines Seiles nicht auf gleicher Höhe, so teilt man die verteilte vertikale Last q in zwei Komponenten. Die Komponente der Gleichlast q in Rich- tung normal zur Sehne ist:

und parallel zur Sehne

q

q

s

=

=

q cos

q sin

====
====

#

$ + * !

Der Stich der Seillinie (in Richtung normal zur Sehne) ergibt sich aus:

Die Haltekraft

S

ist

q L 2

f = ------------

8S

q

L 2

 

S

=

----------------

8 f

+

q

S

L

# $

 

# #

$ $$

 

$   # # $ $$   7 7 4 y 1 7 % # ##
$   # # $ $$   7 7 4 y 1 7 % # ##

7 7 4 y 1 7
7
7
4
y
1
7

% # ## * $ * !

Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man

* $ * ! Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man   PL H =
* $ * ! Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man   PL H =
* $ * ! Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man   PL H =
* $ * ! Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man   PL H =

* $ * ! Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man   PL H =
* $ * ! Aus dem Gleichgewicht in der Seilmitte erhält man   PL H =

 

PL

H

=

-------

 

4f

.

Die Seilkraft ist

$

$
$
$
$

+ * !

$ + * !
$ + * !
 

H

Hs

PL

s

S

=

------------

=

-------

=

-------

---

.

 

cos

L

4f

L

Aus der Geometrie (Satz von Pythagoras) erhält man nach Umordnung

s

=

2f

L 2 1 + ----- 2f
L
2
1
+
-----
2f

und somit für die Seilkraft (konstant über das Seil)

S

=

P

---

2

L 2 1 + ----- 2f
L
2
1
+
-----
2f

Die Länge des gedehnten Seiles ergibt sich mit dem Hooke’schen Gesetz als

s

=

s

0

1 + --------

EA

S

Setzt man die aus geometrischen Beziehungen und aus der Längenänderung berechneten Werte für s gleich, dann ergibt sich

L 2 2f ◊ 1 + ----- = s ◊ 1 + 0 2f
L
2
2f
1
+
-----
=
s
1 +
0
2f

P

-----------

2AE

L 2 1 + ----- 2f
L
2
1
+
-----
2f

Die Kraft P in Abhängigkeit vom Durchhang f ergibt sich zu

P(f)

=

2AE

Dies ist in Abb. 1.12 für

2f L 1 ----- ---- – -------------------------- L s 0 L 2 1 + -----
2f
L
1
-----
---- – --------------------------
L
s
0
L
2
1 +
-----
2f

A = 0,001 m²

 

s 0 = 50 m

E =

16

10 6

kN/m²

L = 50 m

s 0 L 2 1 + ----- 2f A = 0,001 m²   s 0 =

#

$ + * !

aufgetragen. Dies entspricht einem gewichtslosen Seil, das vor der Belastung durch P gerade ist. Die Nichtlinearität der Verformungs-Belastungskurve für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen.

für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen. 1 P(f) 0 10 4 8000 6000
für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen. 1 P(f) 0 10 4 8000 6000
für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen. 1 P(f) 0 10 4 8000 6000
für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen. 1 P(f) 0 10 4 8000 6000

für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen. 1 P(f) 0 10 4 8000 6000
für höhere Werte von P ist deutlich zu sehen. 1 P(f) 0 10 4 8000 6000

1

P(f)

0

10 4 8000 6000 4000 2000 0 0 3 6 9 12 15 0 f
10 4
8000
6000
4000
2000
0
0
3
6
9
12
15
0
f
15

Stich [m]

% # # ! 12 3

#

$ $ $

Bei stark gespannten Seilen, wie sie z.B. bei Schrägseilbrücken vorkommen, muß die Seildehnung berücksichtigt werden. Man kann jedoch mit der Näherung einer parabolischen Seillinie rechnen, da das Verhältnis f/L klein ist. Bei der Berechnung von dehnbaren Seilen ergibt sich folgende Aufgabenstellung:

Gegeben:

s 0

L Spannweite

q 0

Länge des ungedehnten, unbelasteten Seiles

Gewicht pro Seillänge des ungedehnten Seiles

Gesucht:

Kraft S

Die Wirkungsrichtung der

von der Auflagerkraft . Den folgenden Überlegungen liegt die Annahme

zugrunde, dass der Stich f klein ist („stark gespanntes Seil“), daher kann gesetzt werden.

Seilkraft S ist stets tangential, sie ist daher verschieden

S

S

S

$

$
$
$
$

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Da sich bei einer starken Anspannung des Seiles der Seilquerschnitt verkleinert, reduziert sich auch das Gewicht pro Meter Seil. Das veränderte Gewicht pro Meter Seil erhält man aus der Bedingung, dass das Gesamtgewicht des Seiles konstant bleiben muß. Es gilt

G

=

q

0

s

0

=

qL

Daher ist das Gewicht pro Meter des gedehnten Seils

q

q 0 s 0

----------

= L

Die Gleichlast in Richtung normal und tangential zur Sehne beträgt:

q

=

q cos

Berechnung der Haltekraft S

q s

=

q sin

Die Haltekraft S setzt sich aus 2 Komponenten zusammen, die aus der Querbelas- tung S 1 und die aus der Längsbelastung S 2 , die bei stark gespannten Seilen im Ver-

hältnis zu S 1 klein ist. Daher wird im folgenden S=S=S 1 angenommen.

Unter der Annahme, daß die Seilkraft S über die Seillänge konstant ist, ergibt sich die Länge des gedehnten Seiles mit:

s

=

s

0

+

SL

--------

AE

(Glg. 1.1)

5555
5555

#

$ + * !

q L 2 = ------------ S 1 8f L q = S 2 q s
q L 2
= ------------
S 1
8f
L
q
=
S 2
q s s 0
q s

% # #( , "? $ 4 !

Aus der Geometrie erhält man bei der Annahme einer parabolischen Seillinie

Wird für den Stich f

eingesetzt, ergibt sich

s

=

L +

8

-------

3L

f

s

=

L

8f 2

+ -------

3L

q L 2

= ----------------

8 S

2

L

q

------------

8S

2

=

L

+

1

------

24

q L 3

------------

2

S 2

(Glg. 1.2)

Durch Gleichsetzen der Gleichungen (Glg. 1.1) und (Glg. 1.2) erhält man

6666
6666
6666
6666

6666

6666
6666

s 0

+

SL

--------

AE

= L

+

1

------

24

2 L 3

q

------------

S 2

S 2

und mit

und

wobei

als:

q 0

=

q

0

$ + * !

s 0 S 2 +

S --------- 3 L AE

=

S

2

S 3 +

S

2

s

AE ---- – AE

0

L

L

1

+ ------q

24

2 L 3

2

q L 3 AE

--------------------

24L

a

a

2

0

=

=

(

s

0

– L)

-------- AE

L

2

q 0

0 AE

------------------------

24

s 2

=

0

cos

. Die Gleichgewichtsgleichung für das Seil ergibt sich

 

S 3 +

a

2

S

2

+

a

0

=

0

Beispiel: Stahlkabel, Durchmesser 0,05 m

 

Gegeben:

A = 1,96 10 -3 m 2

 

q 0 = 0,154 kN/m

E = 210 10 6 kN/m 2

 

s 0 = 40,0 m

 
 

= 0, 60and 90

 

Gesucht: Diagramm Seitkraft (S) zu Spannweite (L)

EA

= 1, 96 10

–3

210 10

6

=

411

Die Koeffizienten errechnen sich zu:

1.

= 0

,

 

a 0

2.

= 60

,

a

0

=

q

=

0

q

0

411

a 2

= 0, 154 kN/m

=

,

6 10

3

40

------ – 1

L

(0, 154) 2

----------------------------------------------------------------------

(40)

2

411

,

6

10

3

24 =

=

0, 154

0, 5 = 0, 077 kN/m

(0, 077) 2

----------------------------------------------------------------------

24

(40)

2

411

,

6

10

3

=

,

6

10

3

–15 59

,

–3 897

,

10

10

6

6

8888

24 ( 40 ) 2 ◊ 411 , 6 10 3 = , 6 10 3
24 ( 40 ) 2 ◊ 411 , 6 10 3 = , 6 10 3

#

$ + * !

2.

= 90

,

q

0

=

S

0 , a

0

=

(

s

0

= 0

– L)

AE --------

L

Die Seilkraft in Abhängigkeit von der Spannweite L ist in Abb. 1.15 dargestellt.

S (kN) 500 = 0∞ = 60∞ = 90∞ L (m) 39,95 40 40,05
S (kN)
500
=
0∞
=
60∞
=
90∞
L (m)
39,95
40
40,05

% # #) -* $ ! ! $ !? #

# '

$ $ " & $

Um Tragkonstruktionen mit Seilen mit dem Weggrößenverfahren berechnen zu können, muß die veränderliche Steifigkeit des Seiles berücksichtigt werden. Bei nichtlinearen Problemen muß die Definition der Steifigkeit geändert werden. Statt der Definition, dass eine Steifigkeit eine Kraftgröße zufolge Einheitsverformung ist, definieren wir eine Tangentialsteifigkeit als Änderung der Seilkraft mit der Verschiebung des Seilendes.

$ !9$! q !
$
!9$!
q
!
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;;;;
;;;;
;;;;

;;;;

;;;;
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% # #* $ A

$

$
$
$
$

+ * !

$ + * !
$ + * !

Eine Änderung der Spannweite L bewirkt eine Änderung der Seilkraft um

dS

dS

= ------- dL

dL

Die Tangentialsteifigkeit ist somit:

k T

dS

-------

= dL

Die Ableitung der Seikraft S erhält man durch die Bildung des totalen Differentials der kubischen Gleichung

Dieses ist:

f(S, L)

= S

3 +

a

2

S

2 +

a

=

0

0

=

0

df

=

------dS f

 

S

+ ------ f dL L

 

und somit ist die Tangentensteifigkeit

k T

=

dS

-------

dL

=

f L

----------------

f S

Die Ableitungen von f ergeben sich mit:

f

------

S

=

f

------

L

3S

2

+

=

S

2a

2

2

S

a

--------

2

L

=

=

3S

S

2

2

+ 2

------------- AEs

L 2

0

(

s

0

– L)

------------ AES

L

Dies ergibt für die Tangentialsteifigkeit:

oder

k T

k T

=

=

S 2 AEs 0

---------------------------------------------------------------

L 2

s

3S

2

+

2

AES

L

------------

(

0

– L)

AE

--------

0

s

Ss 0

------------------------------------------------------

3SL 2 +

0 – L)AEL

2

2

(

s

0 – L ) AE -------- 0 s Ss 0 ------------------------------------------------------ 3SL 2 + 0 –

#

$ + * !

Die Tangentialsteifigkeit des Seiles kann wie folgt geschrieben werden:

k T

=

AE

0

--------

s

f(S, L)

wobei der Ausdruck in Klammern die (lineare) Steifigkeit des gewichtslosen Seils mit der ursprünglichen Länge s 0 darstellt. Der Multiplikator ist

f(S, L) =

2

3 S

s

0

----

L

--------------------------------------------------- S

0 – L)AE L

+

2

(

s

Für den Fall L=s 0 ergibt sich f(S,L) als 1/3. Die Änderung der Steifigkeit wird in Abbildung 1.17 für das Seil auf Seite 1-15 mit einer Neigung von 60 Grad gezeigt.

f (S,L) 1.0 L (m) 39,95 40 40,05
f (S,L)
1.0
L (m)
39,95
40
40,05

% # #- B 2! 3 -* $ !? #

Man sieht, dass die Steifigkeit des Seiles mit zunehmender Spannweite L dem Wert des Fachwerkstabes asymptotisch zustrebt.

Wird das Seil als Tragwerkselement verwendet, so muß immer die derzeit aktuelle Spannweite L eingesetzt werden. Betrachtet man z.B. das Tragwerk in Abb. 1.18, das aus einem Seil und einem Kragarm besteht, so wird sich die Spitze des Kra- garms nach Einbau des Seiles auf Grund der Seilkraft leicht nach links bewegen. Bringt man ein Inkrement der Belastung P nach rechts wirkend an, so kann man die Änderung der Seilkraft näherungsweise mit

S

=

k

T

L

berechnen, wobei k T mit der Spannweite L 0 (Bild 1.17) berechnet wird.

<<<<
<<<<
<<<<
<<<<

<<<<

<<<<
<<<<

$ + * ! L L 0 P
$
+ * !
L
L
0
P

% # #1 A # " ! * ?

Dies ist nur eine Näherung, da sich während der Verformung die Spannweite L und somit auch die Tangentialsteifigkeit k T ändert. Der Fehler, der bei der Wahl eines zu grossen Inkrements gemacht wird, ist in Abb. 1.18 dargestellt. Dieser Fehler stellt eine Kraft dar, die zur Erfüllung des Gleichgewichts am Ende des Kragarms fehlt. Um die durch die Linearisierung falsch berechnete Verformung L zu erre- ichen, ist eine größere Kraft als P notwendig (nämlich P+ R).

P

P

Last-Verformungskurve des Tragwerks R (Fehler) Punkt sollte hier liegen Berechneter Punkt . L „linearisierter“
Last-Verformungskurve des Tragwerks
R (Fehler)
Punkt sollte hier liegen
Berechneter Punkt
.
L
„linearisierter“ Verlauf
L(exact)
L
0
L(Näherung)

% # #2 B * " *

====
====

#

$ + * !

Da die Steifigkeit bei der Verlängerung der Spannweite zunimmt, wurde bei der Näherungsberechnung mit einer zu kleinen Seilkraft gerechnet, d.h. das Seil wirkt in Wirklichkeit viel mehr am Tragverhalten mit, als angenommen. Man nennt den Fehler auch eine Ungleichgewichtskraft (engl. force unbalance).

P

P/2

P/2

Exakte Lösung Näherungslösung R (Fehler) . L 0
Exakte Lösung
Näherungslösung
R (Fehler)
.
L
0

L

% # C $ $ B $ & * "

P R (1. Fehler) R (2. Fehler) P L . L(exact) L(2. Näherung) L(1. Näherung)
P
R (1. Fehler)
R (2. Fehler)
P
L
.
L(exact)
L(2. Näherung)
L(1. Näherung)
% # # $ ) # C ?

Es gibt zwei Strategien, die man hier anwenden kann: Man kann die Größe des Inkrements verkleinern, d.h. die Belastung P in kleine Inkremente unterteilen (siehe Beispiel in Abb. 1.19 mit 2 Inkrementen). Man sieht, dass der Fehler bei der Unterteilung der Last in zwei Schritte wesentlich kleiner wird, jedoch die berech- nete Kurve bei jedem Schritt immer mehr von der exakten Kurve abweicht.

Eine andere Methode ist es, den Fehlbetrag der Kraft auszurechnen und wieder auf das System aufzubringen. Rechnet man dabei mit einer veränderlichen Steifigkeit (d.h. man rechnet die Steifigkeit nach Ende der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der Fehler quadratisch abnimmt.

der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der
der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der
der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der
der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der

der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der
der Iteration immer neu aus), so spricht man von einer Newton Raphson Iteration, bei der der

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$
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$

+ * !

$ + * !
$ + * !

Das Verfahren führt daher zu einer schnellen Konvergenz, d.h. die Iteration kann nach wenigen Schritten abgebrochen werden. Dies wird im Bild 1.20 gezeigt.

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3 " " 4 ! " & $

Es wurde dargestellt, dass ein Seil mit Eigengewicht ein nichtlineares Tragwerkse- lement darstellt, dessen Steifigkeit sich mit der Verformung ändert. Das Weggrös- senverfahren kann auch für solche Fälle angewendet werden muß, aber auf Grund der Veränderlichkeit der Steifigkeit modifiziert werden.

Seile mit Eigengewicht werden in der Berechnung wie Fachwerkstäbe behandelt, jedoch wird die Steifigkeit EA/s o mit einem Faktor f(S,L) multipliziert, der von der Seilkraft S und der Spannweite L abhängt. Die Berechnung erfolgt nun in folgen- den Schritten.

1. Schritt: Einbau des Seiles.

Beim Einbau des Seiles in das Tragwerk belastet es dieses mehr oder weniger stark, abhängig davon ob es stark oder schwach gespannt ist. Mit der ursprüngli- chen Seillänge vor dem Einbau, s 0 und der Spannweite, L 0 wird eine Seilkraft S 0 ermittelt. Da sich durch diese Belastung Verformungen und damit eine Änderung der Spannweite des Seils ergeben, ist zu überprüfen, ob die Veränderung der Seilkraft vernachlässigbar ist. Ist dies nicht der Fall, muß die Seilkraft und Spann- weite iterativ verbessert werden.

Weitere Schritte Newton Raphson Verfahren

1. Lineare Berechnung mit Belastung P mit Anfangssteifigkeit k T0

Mit dem im ersten Schritt berechneten Werten für S (S 0 ) und L (L 0 ) wird die Anfangssteifigkeit k T0 berechnet. Es erfolgt eine lineare Berechnung. Die er- haltenen Verformungen u 0 verändern die Spannweite L und damit auch auf die Seilkraft S.

2. Überprüfung des Gleichgewichts

Mit den neu errechneten Spannweiten L 1 werden neue Seilkräfte S 1 errechnet. Mit diesen neuen Seilkräften wird das Gleichgewicht überprüft und der Fehlbetrag R 1 ausgerechnet.

3. Lineare Berechnung mit Belastung R 1 und Steifigkeit k T

Der berechnete Fehlbetrag wird auf das System aufgebracht, es ergibt sich eine Verbesserung der Verformung ( u 1 ). Die verbesserte Verformung wird mit

u

u 1

=

0

+ u 1

berechnet. Mit der neuen Verformungen werden neue Spannweiten L berechnet und die Schritte 2. und 3. solange wiederholt, bis der Fehlbetrag unter einer Toler- anzgrenze fällt.

L berechnet und die Schritte 2. und 3. solange wiederholt, bis der Fehlbetrag unter einer Toler-

#

$ + * !

Beispiel: Abgespannter Kragarm mit Belastung am Ende

150 kN u = 60∞ % # , " " -* ? 40 m L
150 kN
u
= 60∞
% # , " " -* ?
40 m
L

Gegeben:

Seil: EA = 441,6 10 3 kN , q 0 = 0,154 kN/m, s 0 = 40,0 m (siehe Seite 1-15)

Biegeträger: EI= 1,0 10 7 kNm 2 , A >>

Gesucht: a) Last-Verformungsdiagramm

b) Verformung am Ende des Kargarms aus Belastung von 150 kN

Da für den Kragarm A >> , hat das System nur einen Freiheitsgrad u (siehe Bild

1.21).

Die Steifigkeit des Seils ohne Eigengewicht beträgt:

k S

=

EA

--------(cos60∞)

s 0

= --------------------------0, 25 = 2756 kN/m

40

Die Steifigkeit des Biegeträgers ist

k B

1. Einbau des Seiles

=

3EI

---------

L 3

3

1

10

7

= ----------------------- = 724 kN/m

(34,6) 3

2

441

,

6

10

3

Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft von 157 kN (siehe Seite 1-15).

10 3 Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft
10 3 Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft
10 3 Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft
10 3 Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft

10 3 Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft
10 3 Wird das Seil mit einer Spannweite von 40 m eingebaut, ergibt sich eine Seilkraft

$

$
$
$
$

+ * !

$ + * !
$ + * !

Diese Belastung bewirkt eine Verformung nach links am Ende des Kargarms von

u 0

157

= ---------

724

=

0, 217 m

Daraus ergibt sich eine Verkleinerung der Spannweite des Seiles um

L 0 =

u

0 cos

=

0, 217

0, 5= 0,108 m

Das Seil hat nun eine Spannweite von L- L=39,891 m. Daraus ergibt sich eine Seilkraft von S= 57,4 kN. Aus dieser Seilkraft ergibt sich eine kleinere Verfor- mung als vorher.

Es wird solange iteriert, bis sich die Seilkraft nur mehr geringfügig ändert (siehe Tabelle).

 

5 "

&

$

5= <=

8 6

5= =

;;

5

5= =

;

6

5= =

;

8

5= = 6

;6

Es ergibt sich eine endgültige Seilkraft nach Einbau von 64 kN.

Wir nehmen das verformte System als eine im Gleichgewicht befindliche Aus- gangsposition und berechnen die zusätzliche Verformung aus einer horizontalen Belastung P.

Das allgemeine Weggrößenverfahren ergibt

(

k T0

+

k

B )u 1 =

P

Die initiale Steifigkeit des Seiles ist nach Einbau

k T0

= f(S, L)k

S = 84, 75kN/m

Berechnung des Last-Verformungsdiagrams

5555
5555

#

$ + * !

Um das Lastverformungsdiagram zu bekommen, unterteilen wir die Gesamtlast in Inkremente von 25 kN.

P (kN) 200 R 1 100 u 1 u 2 u (m) 0.1 u 0.2
P (kN)
200
R 1
100
u 1
u 2
u (m)
0.1
u 0.2

% # ' ' "

Die Berechnung erfolgt mit folgendem Schema

1. Berechnung der Verformung mit linearisierter Formel

u n + 1

P

= ----------------------------

+ 724)

(

k Tn

2. Neue Bestimmung der Spannweite

L n + 1

= L

+

0

5

,

n

u n + 1

3. Neue Bestimmung der Seilkraft und Steifigkeit

k Tn + 1

=

2724

f(S, L)

Berechnung nach Newton-Raphson

1. Lineare Berechnung

Die Verformung wird mit der initialen Steifigkeit k T0 berechnet

u 0

150

= ----------------------------------- = 0, 185

(84, 75 + 724)

Aus dieser Verformung ergibt sich eine Änderung der Spannweite von

L 1

= L

0 +

0 ,

5

u

0 = 39, 914 + 0, 0925

=

40, 00

Daraus ergibt sich eine Seilkraft von 157 kN.

6666
6666
6666
6666

6666

6666
6666

$

$
$
$
$

+ * !

$ + * !
$ + * !

2. Überprüfung des Gleichgewichts

Überprüft man das Gleichgewicht am Pylonende mit der neu errechneten Seilkraft, dann ergibt sich

(157 – 64)

0, 5 + 724

0, 185 – 150

=

30, 4

=

R 1

das heißt, es besteht kein Gleichgewicht.

Scos60∞ 150 kN S
Scos60∞
150 kN
S

k B u 0

3. Lineare Berechnung mit R 1

Wir bringen die Ungleichgewichtskraft wieder auf das System auf. Mit der neu errechneten Steifigkeit k T1 =918.6 ergibt sich die Verbesserung der Verformung mit

u 1

–30, 4

= ----------------------------- = 0, 0185m (918 + 724)

Der verbesserte Wert der Verformung ergibt sich als

u 1

=

0, 185 – 0, 0185

= 0, 1665

Aus dieser Verformung ergibt sich eine neue Spannweite von

L 1

=

40 + 0, 009

= 40, 009

und daraus eine neue Seilkraft von 195 kN. Eine Überprüfung des Gleichge- wichts ergibt wieder eine (wesentlich kleinere) Ungleichgewichtskraft. Die Iter- ation (in Abbildung 1.22 grafisch dargestellt) wird solange wiederholt bis die Ungleichgewichtskraft vernachlässigbar klein ist.

8888
8888

#

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! * ? * " !? ? * " D $ !. "* & D $

Bei Systemen mit hohen Druckkräften (z.B. Bögen) ist es aus Sicherheitsgründen, bei Systemen mit hohen Zugkräften (z.B. Hängebrücken) aus Wirtschaftlichkeits- gründen notwendig, den Einfluß der Verformung auf die Schnittkräfte zu berück- sichtigen, d.h. die Gleichgewichtsgleichungen müssen am verformten System aufgestellt werden. Im Gegensatz zu den im Abschnitt besprochenen Seilen wird jedoch angenommen, dass die Verformungen klein sind. Dies bezeichnet man als Berechnung nach Theorie II Ordnung. Aus dieser Berechnung ergeben sich grund- sätzlich nichlineare Last-Verformungsdiagramme und das Superpositionsprinzip ist nicht anwendbar.

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5555
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Bei zunehmenden Zugnormalkräften wird das Tragwerk steifer bei zunehmenden Drucknormalkräften weniger steif (siehe Abb. 2.1). Bei Beanspruchung durch Normalkräfte und Querbelastung spricht man von einem Spannungsproblem II. Ordnung, sind nur Normaldruckkräfte vorhanden, von einem Stabilitätsproblem.

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6666
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