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Fragen & Antworten zu Lantermanns Klausur

„Persönlichkeitspsychologie“
Erläutern Sie mindestens 4 Bewertungskriterien für eine Persönlichkeitstheorie
Wie jede Theorie muss auch eine Theorie der Persönlichkeit die allgemeinen Gütekriterien für
Theorien erfüllen.
Allgemeine Gütekriterien einer Theorie:
1. Geltungsbereich (gering vs hoch)
2. Explizitheit: Definition der Konstrukte, Begründung, Beziehungen zwischen Konstrukten
3. Widerspruchslosigkeit
4. Überprüfbarkeit: empirische Überprüfbarkeit; Operationalisierung
5. Gültigkeit: sie sollten empirisch gestützt werden können
6. Sparsamkeit
7. Brauchbarkeit für Praxis

Was versteht man in der Persönlichkeitspsychologie unter einer Persönlichkeitseigenschaft


- was sind die wichtigsten Kriterien?
„Eigenschaften“ werden als zeitlich relativ stabile und transsituativ konsistente
Verhaltensdispo-sitionen einer Person umschrieben, als grundlegende Einheiten, mentale
Strukturen der Persön-lichkeit, die „hinter“ aller Variabilität des beobachteten Verhaltens,
dessen Regelmäßigkeiten und Konsistenz des Verhaltens und Erlebens erklären.

Womit, mit welchen grundlegenden Themen, beschäftigt sich die Psychologie der
Persönichkeit?
Die Psychologie der Persönlichkeit beschäftigt sich mit den grundlegenden Themen:
- Struktur der Persönlichkeit
- Dynamik der Persönlichkeit
- Entwicklung der Persönlichkeit
- Unterschiede zwischen Menschen
- Psychopathologie der Persönlichkeit
- Verhaltensänderung (Intervention)

Dementsprechend ergeben sich unter anderem folgende Grundfragen der


Persönlichkeitspsychologie:
- Wie und Wieso sind Menschen so, wie sie sind?
- Wer bin ich?
- In welcher Weise unterscheiden wir uns voneinander, in welcher Weise sind wir
vergleichbar?
- Wieso gehen Menschen so unterschiedlich mit Problemen um?
- Wieso laufen Menschen immer wieder in die selbe Falle?

Was kennzeichnet psychoanalytische Ansätze der Persönlichkeit?


1. Persönlichkeit (Charakter) ist Ergebnis von Konstitution und Erfahrung. Sie kennzeichnet
sich durch habituelle Triebdynamik.
Motive müssen auf rationaler und irrationaler (unbewusster) Ebene gesucht werden.
2. Persönlichkeiten prägen sich vor allem in früher Kindheit, im Durchlaufen der
Entwicklungsphasen:
a. Orale Phase
b. Anale Phase
c. Phallische Phase
i. Bei Jungen:
Ödipuskomplex aus Rivalität und Angst vor Vater. Bewältigung durch
Identifikation mit Vater und Zärtlichkeit gegenüber Mutter.
ii. Bei Mädchen:
(erst später von Interesse) – Wunsch, vom Vater ein Kinder zu
bekommen. Penisneid wird Mutter angelastet. Bewältigung durch
Identifikation mit Mutter.
Kommt es (wegen elterlichem Verhalten) zur Fixierung, bestimmt diese die weitere
Persönlichkeitsentwicklung.

Welche Angstverarbeitungsmechanismen werden in der Psychoanalyse angenommen?


In der Psychoanalyse wird angenommen, dass Angst immer dann entsteht, wenn eine
übergroße Reizflut auf das Individuum wirkt. Zu unterschieden sind:
- Realangst bei Reizen aus der Umwelt.
- Neurotische Angst, wenn Triebimpulse aus ES nicht abgewehrt werden.
- Moralische Angst, wenn Überich zu stark.

Um Angst zu bewältigen verfügt das ICH über folgende Abwehrmechanismen:


Mechanismus Wehrt ab Durch
Verdrängung Innere und äußere Verdrängung ins Unbewusste
Reize
Projektion Innere Reize Projektion eigener Triebimpulse auf
andere
Reaktionsbildung durch Innere Reize Verkehrung ins Gegenteil
Verleugnung
Verschiebung Innere Reize Verschiebung des Triebziels auf anderes
Objekt
Rationalisierung Eigenes Verhalten Umdeutung des Verhaltens
Sublimierung Innere Reize Ersatzhandlungen
Regression Trauma Rückzug auf frühkindliche Stufe der
Triebregulation

Wie wird "Persönlichkeit" aus lerntheoretischer Sicht konzipiert?


Lerntheorien schließen biologische Vorprogrammierungen aus. Sie gehen davon aus, dass
Menschwerdung und Persönlichkeitsentwicklung ausschließlich Ergebnisse von
Lernprozessen sind. Diese Lernprozesse sind weitgehend von außen gesteuert.

Was sind die grundlegenden Konzepte einer kognitiven Persönlichkeitstheorie? – Erläutern


Sie die Konstrukte mit Beispielen!
Mensch als informationsverarbeitendes System;
Black-Box-Füllung mit Infoverarbeitungsprozessen.
Schwerpunkt sind interne Prozesse; Umwelt nur als sensorische Informationen, die dann
transformiert werden in und als Informationen.
Was kennzeichnet eine Persönlichkeit: Art der Informationsverarbeitung
Bsp:
- Sensitizer, Represser
- Analytisch versus synthetisch
Entscheidender Unterschied zwischen Personen ist ihr Wissen:
Verknüpfung von deklarativen und prozeduralen Wissensbeständen als habituelle
Disposition/Eigenschaft.
Person ist ein problemlösender Organismus, der versucht, sich so zu verhalten, dass er
sowohl maximale Belohnung durch seine Umwelt wie auch innere Befrie-digung in Form von
Selbstlob erhält.
1. Struktur
Konzept des Selbst
Ziel
Selbst: nichts fixiertes, sondern prozeßhaftes: auf das Selbst bezogene Kognitio-nen.
Personen verfügen über Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle
Besonderer Aspekt: Selbstwahrnehmung und - kontrolle der Effektivität eigener Handlungen.
Self-efficacy
„Menschen, die sich selbst als effektiv in ihren Handlungen einschätzen, handeln anders,
denken und fühlen anders als solche, die sich als ineffektiv einschätzen.“
Ziele: Selbstmotivierung; Situationsauswahl, Organisation von Verhalten in Plänen
Prozess:
1. Beobachtungslernen
2. Selbstregulierung (Einfluss auf eigenes Verhalten)
Standards; Erwartungen von Auswirkungen, Zielerreichung, etc.
Verhalten gesteuert von Erwartungen, nicht von Konsequenzen direkt.
Prozess der Selbstverstärkung (Selbstbelohnung; Belohnungsaufschub..)
Antizipierte Befriedigung ist entscheidener Motor.
Effektivität der Handlung: gesteuert über Feedback über Diskrepanz zwischen ei-genem Stan-
dard und Ergebnis, incl. sozialer Vergleich
Wachstum und Entwicklung:
über Anreicherung von Wissen, Beobachtungslernen und direkte Erfahrung. Damit ist der
soziale Einfluss groß
Verhalten gesteuert von: - direkten äußeren Konsequenzen, so wie sie erlebt
werden.
- stellvertretende Erfahrungen der Konsequenzen, die
andere erleben
Zusammenfassung/zentrale Konstrukte kognitiver Ansätze:
• Reziproker Determinismus
• Selbst
• Pläne-Ziele
• Effektivität
• Beobachtungslernen, Modelllernen
• Innere Standards,
• Selbstregulierung
• Erwartungen
• Belohnungsaufschub

Erläutern Sie den Begriff „Selbstkonzept“


Die Fähigkeit zur Selbstreflexion als zentrales Merkmal der Spezies Mensch. Menschen machen sich
selbst zum Gegenstand ihres Denkens.
Die Summe ihrer selbstbezüglichen Wahrnehmungen und Beschreibungen schlägt sich nieder in
ihrem Selbstkonzept.
Das Selbst umfasst sämtliche Aspekte der eigenen Person, soweit diese als bedeutungsvolle
Selbstbeschreibungen wahrgenommen werden. Diese schließen sowohl physikalische als auch
„mentale“ Dimensionen der Person ein.
Das Selbst als Ergebnis eines kontinuierlichen, niemals abgeschlossenen Konstruktionsprozesses.
Stellen Sie mehrere Strategien der Selbstregulation dar – allgemein und mit Beispielen
Selbstregulation ist aktiver, konstruktiver Prozess, durch den Menschen lernen, ihre eigenen Ziele zu
setzen und dabei versuchen, ihre Motivation, Kognition, Emotionen und Verhalten so zu
überwachen, zu regulieren und zu kontrollieren, dass auch in wechselnder Umgebung Ziele erreicht
werden können.

Strategien der Selbstregulation können z.B. sein:


- Regulation von Emotionen (z.B. durch Musik oder „rausschreien“)
- Aufmerksamkeitslenkung
- Neutralisierung / Aufschub von Handlungsimpulsen
- Reiz- und Umweltkontrolle
- Selbstinstruktion und Selbstverstärkung
- Selbstexperimente

Charakterisieren Sie in knappen Worten die folgenden Persönlichkeits-Perspektiven:


- Behaviorismus
- Dispositionstheorie
- Kognitive Theorien
Worin liegen die wesentlichen Unterschiede zwischen den Ansätzen?

Schildern und erläutern Sie verschiedene Strategien der Selbstdarstellung.


Zu unterscheiden sind zum einen lang- und kurzfristige Strategien der Selbstdarstellung. Eine
langfristige Strategie wäre z.B. ein Gesichts-OP wogegen das Schminken vorm abendlichen Ausgehen
eine kurzfristige Stratgie wäre.
Außerdem ist zwischen assertiven und defensiven Auftrittsweisen zu unterscheiden. Bei ersterer
steht das Ziel im Vordergrund, sich durch seinen Auftritt bei anderen Vorteile zu verschaffen, wobei
dies mit einem be-stimmten Risiko behaftet sein kann, etwa negativ aufzufallen, weil man allzu
deutlich seine verborgenen Ziele hat durchscheinen lassen oder als Angeber ent-larvt wird. Bei
defensiven oder protektiven Selbstdarstellungsstrategien steht dagegen im Vordergrund, Misserfolge
zu vermeiden und sein eigenes Selbstwertgefühl und seine Identität zu schützen. Hier liegt die Gefahr
darin, dass man sich so unauf-fällig präsentiert, dass man erst gar nicht bemerkt wird.

Erörtern Sie verschiedene Selbstinszenierungsstrategien einer histrionischen


Persönlichkeit
Kürzlich hat Lothar Laux von der Universität Bamberg ein in diesem Zusam-menhang interessantes
Konzept vorgestellt: Das Konzept einer „histrionischen Persönlichkeit“ und einer „histrionischen
Selbstdarstellung“. Histrionische Per-sönlichkeiten fassen, so die Umschreibung des Konzepts, soziale
Alltagssituati-onen als Gelegenheit zum Rollenspiel auf. Sie führen also absichtlich und expli-zit vor
Zuschauern eine kurze Handlungsepisode auf, die für sie „Als – Ob –Charakter“ hat. Sie führen also
ganz bewusst und zielgerichtet ein Spiel auf, das auch so als Spiel, als „Simulation“ von Alltagsleben
begriffen werden soll von den anderen, den Zuschauern und Zuhörern. Auf beiden Seiten herrscht oft
ein stillschweigendes Einverständnis, sich auf das Spiel einzulassen. Alltagssituati-onen werden von
histrionischen Personen gern in kleine dramatische Szenen umgewandelt.
Nach den berichteten Befunden von Laux kann davon ausgegangen werden, dass ungefähr 20
Prozent der Bevölkerung zu einem histrionischen Darstell-lungsstil neigen, im weiteren Sinne also als
histrionische Persönlichkeit angese-hen werden können. Auf der Grundlage von ungefähr 100
Einzelinterviews konnten fünf verschiedene „dramatisierende“ Selbstdarstellungsstile heraus-
destilliert werden.
Der Bühnendarsteller: Bei diesen Personen steht Lustgewinn als Motiv für ihren Auftritt deutlich im
Vordergrund. Es geht ihnen vor allem darum, selbst Spaß zu haben und auch dem Publikum Spaß zu
bereiten und eine lang-weilige Situation mit Witz und Spielfreude zu beleben. Bühnendarsteller
scheu-en keinesfalls ein großes Auditorium, ganz im Gegenteil, verfügen über ein brei-tes Repertoire
von dramatisierenden Darstellungstechniken, das sie ständig in Form eines bewussten „Trainings“
erweitern möchten.
Der Heimspieler: Diesen Menschen geht es ebenfalls um Lustgewinn für sich und sein Publikum. Im
Gegensatz zu den „Bühnendarstellern“ ist der Rück-griff auf ein Repertoire an histrionischen
Verhaltensweisen für sie nicht so wich-tig. Sie reflektieren ihre Selbstdarstellungsweise auch weniger
und bevorzugen es, im kleinen, überschaubaren Rahmen aufzutreten.
Der Protektive: Bei diesen Menschen steht der Wunsch im Vordergrund, die Stimmungen der oder
des Interaktionspartners positiv zu beeinflussen. Al-lerdings geht es dieser Gruppe nicht so sehr um
den eigenen Lustgewinn, son-dern darum, dem Publikum eine angenehme Erfahrung zu verschaffen
und auf diesem Wege die Sympathien der Anwesenden zu gewinnen oder zu sichern. Anders als bei
den Bühnendarstellern und Heimspielern stehen die Protektiven ihrem histrionischen Stil eher
zwiespältig gegenüber. Da sie sehr darum bemüht sind, ihren Stil stets den Bedürfnissen und
Erwartungen anderer anzuschmiegen, sehen sich Protektive häufig vor die Aufgabe gestellt, ihr
„wahres“ Befinden und ihre „wahre Persönlichkeit“ hinter einer Maske zu verbergen. Der protektive
Inszenierungsstil wird demnach als Mittel zum Schutz des Selbstwertgefühls gegenüber Bedrohungen
von innen und außen genutzt und auch, um mit der Selbst-Vorführung von eigenen,
selbstwertgefährdenden Gedanken und Emotio-nen abzulenken.
Der Kompetenzdarsteller: Bei diesen Menschen ist ein ausgeprägtes und demonstrativ vorgeführtes
Kompetenzstreben konstitutiv. Ihr Hauptmotiv liegt darin, mit ihrem spezifischen histrionischen
Auftreten den Eindruck zu vermit-teln, man sei höchst kompetent, fit, fähig, um darüber die Gunst
und das Interes-se des Publikums zu gewinnen. Kompetenzdarsteller schätzen dabei ein mög-lichst
grsses Publikum.
Der Provokateur: Diese Spielart histrionischer Auftretensstile wird in der Absicht gewählt, das
Publikum zu provozieren, um auf diese Art und Weise Re-aktionen beim Publikum auszutesten oder
bestimmte Antworten gezielt hervor-zurufen. Bei laut geäußerter Empörung über diese Provokation,
dieses unmögli-che Verhalten ist das Ziel des Provokateurs erreicht: Er beabsichtigt mit seinem
Darstellungsstil, sich von anderen, den Biedermännern und Langweilern, deut-lich abzuheben.
Diesem Stil geht es also weniger um Sympathiewerbung und Signalisierung von sozialer
Zugehörigkeit, sondern um Abgrenzung, um eine oftmals ironisch bis zynisch vorgeführte Botschaft
des „Ganz – Anders-Seins“ als das Publikum.
Bei allen Unterschieden ist den hier dargestellten histrionischen Darstellungssti-len doch gemeinsam,
dass diese Form der Interaktionssteuerung mit „Überra-schung“, mit Abweichung von Erwartungen
und Normen operiert. Histrionische Persönlichkeiten verfolgen mit ihrer Selbstdarstellung in der
Kommunikation mit anderen das Ziel, „originell“ zu sein und vor allem so auch zu wirken. Das macht
ihre Besonderheit und Stärke aus, und das wiederum birgt auch manche Gefahren. Weniges tut mehr
weh als mitzuerleben, wie eine Person in völliger Überzeugung ihrer Einzigartigkeit dem vermeintlich
einvernehmlichen Publi-kum die neuesten Originalitätsprodukte präsentiert und dabei auf das
Publikum den ungewollten Eindruck macht, bemüht, selbstverliebt, unkritisch seinen eige-nen
Produkten gegenüber zu sein und dabei ganz stolz auf die eigene Originali-tät zu ein.

Schildern sie den Prozess der Angstentstehung


1. Einschätzung einer Situation als bedrohlich
2. Intensität der Zustands-Reaktion ist proportional zum Ausmaß der
Bedrohtheit
3. Zustandsangst besteht so lange, wie Individuum die S. als bedrohlich
interpretiert
4. Interindividuelle Unterschiede tragen zur Bedrohlichkeitseinschätzung bei. Bsp: Selbstwert
oder Leistungsversagen in S.
5. Angstzustände werden als unangenehm erlebt und initiieren daher
Bewältigungsreaktionen. (direkte Handlungen, Vermeidung,
Intellektualisierung....
6. Häufige Konfrontation mit angstauslösenden Situationen kann zur Etablierung effektiver
Bewältigungsstrategien führen.

Beschreiben Sie die Konstrukte „Zustandsangst“ und „habituelle Angst“ (Angst als
Persönlichkeitsmerkmal)
Zustandsangst: bewusst wahrgenommener emotionaler Zustand, der gekennzeich-net ist durch
Anspannung, Nervosität, innere Unruhe und Besorgtheit sowie durch eine erhöhte Aktivität des
autonomen Nervensystems.
Angst als Eigenschaft (habituelle Angst): relativ stabile Neigung, Situationen als bedrohlich zu inter-
pretieren und darauf mit Zustandsangst zu reagieren.

Erörtern Sie den Selbstdarstellungsansatz von Schlenker & Leavy


Der Selbstdarstellungsansatz von Schlenker & Leavy berücksichtigt zentral die Komponente von Angst
und deren Bewältigung.
1. Einschränkung des Ansatzes auf soziale Angst.
"Soziale" Situationen. : tatsächliche oder vorgestellte Situationen, in denen man zum Fokus der
Aufmerksamkeit anderer wird.
2. Selbstdarstellung: Der Versuch, bestimmte Selbstbilder zu vermitteln. Die da-durch
hervorgerufenen Eindrücke bestimmen, wie andere uns beurteilen und be-handeln, und darüber
hinaus, wie wir uns selbst sehen.
3. Zweifel am Gelingen einer Selbstdarstellung (als kompetent, sympathisch, etc.)
Daraus Basispostulat:
"Angst entsteht in realen oder vorgestellten sozialen Situationen, wenn Personen motiviert sind,
bestimmte Eindrücke auf andere zu machen, aber daran zweifeln, ob ihnen dies gelingen wird…"
4. Was also bestimmt/beeinflusst soziale Angst?
• Erster Eindruck
• Größe des Publikums
• Öffentlichkeit der Darbietung
• Wichtige andere im Publikum

Motivationaler Hintergrund:
• öffentliche Selbstaufmerksamkeit
• Bedürfnis nach sozialer Anerkennung
• Orientierung an anderen
• Furcht vor negativer Beurteilung

5. Eine Situation wird dann als bedrohlich wahrgenommen, wenn man glaubt, dass zentrale
Selbstbilder auf dem Spiel stehen. Dann beginnt ein Prozess des Selbstwertschutzes, der dann
nahezu als alleinige Aufgabe begriffen wird.
6. Bei hoher Selbstrelevanz, die auf dem Spiel steht:
Informationssuche konzentriert auf selbstbildstützende Informationen.
Bsp: schlechtes Abschneiden bei einem Intelligenztest: Suche nach Informationen, die den Nutzen
des Tests in Frage stellen.
7. Als Folge der Bedrohungseinschätzung wird zunächst Angst ausgelöst.
a)Führt jedoch die eigene Recherche zu der Erwartung, in der Lage zu sein, sich wirkungsvoll
darzustellen, resultieren positive Emotionen. Dann fühlen sich auch Hochängstliche wohl und sind in
besonderem Maße leistungsfähig!
b) bei gegenteiliger Erwartung jedoch resultiert eine Steigerung der Angst.

Welche Aspekte beinhaltet die Weiterentwicklung des Ansatzes von Schlenker & Leavy
durch Laux & Weber
Laux und Weber (u.a. 1991):
Man kann Angst haben, die erwünschten Selbstbilder auch vermitteln zu können.
Das forciert die Angst.
Bsp: Man antizipiert eine Prüfungssituation, die Ergebnisse, aber eben auch die Angst! die dann eine
zusätzliche Quelle der Selbstwertbedrohung werden kann.
8. Bedrohlichkeitsgehalt der Angst
1. Validierung der Selbstwertbedrohung durch das Gefühl der aufkommenden Angst bei dem
"Durchspielen" von selbstwertbezogenen Gedanken
2. Angst vor dem Sichtbarwerden der Angst
9. Verbergen von Angst dann, wenn Sichtbarwerdenlassen gleichgesetzt wird mit dem Nichterreichen
des gewünschten Eindrucks.
Soziale Angst kann also durch "Verbergen" von Angst vor dem Publikum bewältigt werden.
Studenten mit hoher Zustandsangst weisen im Vergleich zu Studenten mit geringer Angst eine stark
defensive Absichtsstruktur auf: Sie wollen ihre Schwächen und Anfälligkeiten verbergen, um vor
anderen gut dazustehen; sie wollen jedes Aufse-hen vermeiden und sich der Situation anpassen.
10. Strategisches Mitteilen von Angst
(etwa als "Kooperationsangebot", als Selbstdarstellung eines schutzbedürftigen und damit
schonungsbedürftigen Menschen; auch Selbstbehinderungsstrategie).

Welche Motivationen befördern die Entstehung sozialer Angst – und aus welchen
psychologischen Gründen?
Folgende Motivationen können die Entstehung sozialer Angst befördern:
• öffentliche Selbstaufmerksamkeit
• Bedürfnis nach sozialer Anerkennung
• Orientierung an anderen
• Furcht vor negativer Beurteilung

Soziale Angst entsteht in "sozialen" Situationen (tatsächliche oder vorgestellte Situationen, in denen
man zum Fokus der Aufmerksamkeit anderer wird). Eine Situation wird dann als bedrohlich
wahrgenommen, wenn man glaubt, dass zentrale Selbstbilder auf dem Spiel stehen. Als Folge der
Bedrohungseinschätzung wird zunächst Angst ausgelöst.