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DER TEMPORALE SUBJUNKTOR “ALS “ + Präsens

IULIAN I. UNTARU

PRÄLIMINARIEN
Die Schulgrammatik lehrt uns, dass der Subjunktor ”als”einen Temporalsatz einleitet, dessen Verb sehr oft im
Präteritum steht, um ein einmaliges vergangenes Geschehen zum Ausdruck zu bringen:
Errare humanum est – sagte der Hahn und trat die Ente. Als er als vierzehnjähriger Schüler das hörte, kugelte er
sich vor Lachen.
Aber auch das Perfekt oder das Plusquamperfekt können nach “als” auftreten:
Als ich das erfahren habe, habe ich ihn angerufen.
“Wie sie an ihm vorüberzogen, die Letzten der Großen Armee, zerlumpt und düster, da fiel ihm ein, wie er hier
Posten gestanden hatte, als sie eingezogen waren...” (A. Seghers)
Der temporale Subjunktor ''wenn'' hingegen kann sowohl mit dem Präteritum als auch mit dem Präsens oder mit
einem Futurum verbunden werden:
(Immer) wenn es regnete, blieb sie zu Hause.
Wenn der Wecker klingelt, stehe ich sofort auf.
Wenn ich dich besuchen werde, werde ich dir alles erzählen.
“Wenn” drückt folglich ein iteratives Geschehen in allen Zeitstufen, aber auch ein einmaliges Geschehen in der
Gegenwart und in der Zukunft aus.
Man kann das schematisch folgendermaßen darstellen:
Geschehen Vergangenheit Gegenwart Zukunft
einmalig als wenn wenn
iterativ wenn wenn wenn

Der lesefreudige Deutschlernende wird aber staunen, wenn er in der Presse oder in der schönen Literatur Sätze
finden wird, wo der Subjunktor ''als '' mit dem Präsens verbunden ist. In seinem Lehrbuch findet er nichts darüber
und er wird solche Sätze als falsch betrachten. Hinze (1975-112) empfiehlt in seiner Schulgrammatik: „Nach als
kann nur ein Tempus der Zeitstufe Vergangenheit stehen.“ Die “Kontrastive Grammatik (deutsch-rumänisch)“
(1993-148) schreibt schwarz auf weiß: “Als verbindet sich nur mit verbalen Formen, die Vergangenes bezeichnen”
und führt folgendes Beispiel an: “Als auch er essen wollte, (da) war der Salat alle.” (1993-148)
Solche Sätze sind dennoch nicht falsch, weil man nach temporalem ''als '' auch das Präsens verwenden kann, wie
folgendes Beispiel zeigt:
''Es ist gegen sieben Uhr, als Pinneberg wieder auf die Straße tritt.'' (Kleiner Mann-was nun? - Hans Fallada,
Rowohlt Taschenbuch Verlag Hamburg, 1950, Seite 236)
Im “Deutschen Universalwörterbuch”, Dudenverlag, 2. Auflage, 1989 finden wir ein anderes Beispiel, wo nach
“als” das Präsens vorkommt: “Als sie eine Zeitung kauft, (da) wird sie von dem Herrn angesprochen.”
In den in Rumänien herausgegebenen Grammatikbüchern, die uns zur Verfügung standen, erwähnt man diesen
Sonderfall nicht und auch die deutschen vernachlässigen diese Kombination (die Liste der Bücher – siehe
Literatur).
Es gibt trotzdem eine Ausnahme: Savin, Emilia (1965): Limba germană contemporană. Sintaxa. Bucureşti.
Auf Seite 129 finden wir eine Anmerkung und zwei Beispiele: “Als wird gelegentlich mit dem historischen
Präsens verknüpft: “Als es ihm an der Zeit dünkt, steigt er ein (der Schaffner wandte gerade den Rücken).” (Th.
Mann) und “Lucilia ist nicht zurück, als Rarus endlich im Gasthof ankommt.” (B. Brecht)
Dieser kurze Artikel nimmt sich vor, den Tempusgebrauch im Temporalsatz der Gleichzeitigkeit zu untersuchen.
Im Falle der Gleichzeitigkeit finden wir sowohl im Obersatz als auch im Untersatz dasselbe Tempus oder ver-
schiedene Tempora, die synonymisch gebraucht werden. Wir kamen auf die Idee, diesen Artikel zu verfassen,
nachdem wir den Roman “Kleiner Mann-was nun?“ von Hans Fallada gelesen hatten. In diesem Buch fanden wir
viele Konstruktionen, wo man nach ''als'' das Präsens verwendet. Wir haben aber auch Beispiele, die der Feder
vieler Schriftsteller deutscher Zunge entflossen sind, angeführt.
Wir nehmen zuerst ''als'' und dann ''wenn'' unter die Lupe und entnehmen der schönen Literatur schlagende
Beispiele.
DER SUBJUNKTOR ''ALS''
Der Subjunktor ''als'' geht auf die mittelhochdeutschen Formen ''also, alse'' zurück und anfangs konkurrierte er
mit ''wenn'', denn beide Subjunktoren drückten allgemeine, geläufige Tatsachen aus; ''wenn'' konnte auch ein
einmaliges zukünftiges Geschehen zum Ausdruck bringen.
Dann leitete ''als'' nach und nach nur Temporalsätze ein, die ein einmaliges Geschehen in der Vergangenheit aus-
drückten und konkurrierte eine Zeitweile mit dem temporalen ''da'' ( mhd. “dô “), das nur mit einer Vergangen-
heitsform verknüpft werden konnte. Im Mittelhochdeutschen finden wir sehr oft “dô “:
„Dô diz alsus was getân, der marschalc fuor von im.“ (als dies getan war, verließ ihn der Marschall.)
„Dô er vür mich gestreit“ (als er für mich gestritten hatte)
(Beispiele apud: Agricola, Erhard; Fleischer, Wolfgang; Protze, Helmut (1969) : Die deutsche Sprache. Kleine
Enzyklopädie. Leipzig.)
Luther und Schiller verwenden auch das temporale „ da“ :
„Vnd es war vmb die dritte stunde, da sie jn creutizgten“ (Luther-Bibelfassung von 1546)
„Da der wolff des lemblins gewar ward, sprach er zu yhm...“ (Luther-Vom wolff und lemblin)
„Da sie aber auffs wasser kamen, tauchet der frosch hinuntern...“ (Luther-Vom frosch und der maus)
''Da der Griechen Schiffe brannten, war in deinem Arm das Heil.'' (Fr. Schiller)
Bei Luther finden wir auch “als” mit Präsens:
“Als er aber das den schemen vom fleisch ym wasser sihet, wehnet er, es were auch fleisch, vnd schnappet gyrig
darnach.” (Luther-Vom Hunde ym Wasser)
“Als er aber seiner art nach nicht schweigen kan, wenn er isset, horet yhn ein fuchs kretzen ...” (Luther-Vom raben
und fuchse)
Oder mit Präteritum:
“...uns als er aber den schnabel auffthet empfiel yhm der kese...” (Luther-Vom raben und fuchse)
Im Volksbuch des Till Eulenspiegel (16. Jahrhundert) finden wir beide Konjunktionen – “als” (häufiger) und “da”:
“Als er nun des Morgens aufstund, da kauft er grauen und roten Zindel...” (S. 69)
“Da sie nun zusammenkamen, da stund auf der älteste Rabbi...” (S. 70) (Ein kurzweilig Leben von Till
Eulenspiegel, Neu herausgegeben von Günter Jäckel, Philipp Reclam Jun. Leipzig)
Im 16. Jahrhundert finden wir das temporale “da” auch in Siebenbürgen, in den Predigten des Damasus Dürr
(niedergeschrieben zwischen 1570-1582):
“Da die Judenn auss Asia Paulum jm tempel zu Jerusalem sahenn, erregten sie das gantz volk...” (das Beipiel ent-
nahmen wir dem Beitrag: Grete Klaster-Ungureanu – Luthers Sprache in Siebenbürgen, S. 313, veröffentlicht in:
Germanistische Linguistik in Rumänien, Hrsg. Helmut Kelp, Bukarest, Kriterion-Verlag, 1993)
Das dauerte bis zu Beginn des Neuhochdeutschen.
''Als'' ersetzte allmählich das temporale ''da'', der letzte Subjunktor übernahm dann den heute üblichen kausalen
Wert.
''Doch nun mussten wir aufbrechen, da die Sonne sich schon den Bergen näherte.'' (G. Keller)
“Eines Tages war Zarathustra unter einem Feigenbaume eingeschlafen, da es heiß war, und hatte seine Arme über
das Gesicht gegelegt.” (Fr. Nietzsche)
Das temporale ''da'' ist im Süddeutschen auch heute noch lebendig und kann im gehobenen Stil ab und zu vor-
kommen:
Da er noch reich war, hatte er viele Freunde.
Auch in der Literatur ist es selten anzutreffen.
Im Roman „Kleiner Mann-was nun?“ von Hans Fallada finden wir dieses zeitliche „da“ als Subjunktor eines
Attributsatzes: “Ach, wo sind die Zeiten, da Pinneberg sich für einen guten Verkäufer hielt” (S. 180) oder eines
Temporalsatzes:
“Aber nun, da er es auspackt und auf den Tisch legt und meint, die Frau wird strahlen, seht, da ist der Frau das
Geld ganz gleichgültig...” (S. 196)
In den skandinavischen Sprachen, im Bokmål z.B., ist es heute als Temporalsubjunktor gang und gäbe (“da”-
einmalig in der Vergangenheit/ ”når”-einmalig, iterativ in der Gegenwart/Zukunft):
“Da jeg var for fire år siden i Oslo, kjøpte jeg meg en ny bil.”
(Als ich vor vier Jahren in Oslo war, kaufte ich mir ein neues Auto).
1. 1. Als +Vergangenheitsform-->einmaliges Geschehen in der Vergangenheit
(verbale Form-->Präteritum (sehr oft)/fakultatives Korrelat ''da ''):
''Als ich ein Knabe war, fühlte ich immer eine brennende Sehnsucht... (H.Heine)
''Als er es endlich unternahm, mit einer Gesichtshälfte auf die Erde zu spähen, war der Umsturz auf ihr noch
immer im Wachsen. '' (H. Mann)
''Als Katharina Blum endlich aus ihrer Wohnung fort und zur Vernehmung geführt wurde, verzichtete man letzten
Endes doch darauf, ihr Handschellen anzulegen.'' (H. Böll)
''Als Blorna früh gegen halb zehn mürrisch zum Frühstück kam, hielt Trude ihm schon die ZEITUNG entgegen ''
(H. Böll)
''Am anderen Tag, als man sie brauchte, war sie wieder zur Stelle.'' (Otto Alscher)
''Aber als dann der Graf fort war, kam sie noch immer nach Tatonga.'' (Otto Alscher)
''Und am Tag, als Sylvia starb, war Marie draußen...'' (Kate Millet)
''Als er sieben Jahre alt war, ward er zur Schule geschickt...'' (Th. Mann)
Das Merkmal (+ einmalig) ist verstärkbar durch: gerade, plötzlich... oder kontextgebunden (als er starb...)
1. 2. Als+Präsens
Es handelt sich nicht um ein authentisches Präsens, sondern um ein historisches Präsens. Man verwendet dieses
Prä-sens, um Vergangenes lebhaft zu vergegenwärtigen, um die zeitliche Distanzierung zu annullieren (eine re-
aktualisierte Vergangenheit). Als Universaltempus kann das Präsens die Grenzen des “jetzt” durchbrechen und
sowohl Vergangenes als auch Zukünftiges zum Ausdruck bringen.
Wir zitieren, was das historische Präsens anbelangt, Th. Mann:
“Auf einmal, mitten im Stück, verstummte das kleine Orchester aufs neue. Ein einzelnes, sehr helles
Trompetensignal schmetterte auf. Die Stille ringsum war groß. Und aus einem kleinen Tor, das ich nicht beachtet
und das sich plötzlich aufgetan hatte, bricht – ich wähle hier die Gegenwartsform, weil das Ereignis mir so
gegenwärtig ist – etwas Elementares hervor...”
Der Bezugspunkt ist nicht der Redemoment, sondern ein vergangenes Geschehen, das durch eine Temporalangabe
/Eminescu stirbt im Jahre 1899/ oder durch den Kontext, den Sinnzusammenhang, das Allgemeinwissen
verdeutlicht wird /Eminescu stirbt, von allen verlassen, aber seine Gedichte sind unsterblich/ ( - handelt es sich
um allbekannte Sachen, so kann die Temporalangabe fehlen). Das historische Präsens wird sehr oft stilistisch
ausgewertet, um dem Erzählten mehr Lebendigkeit und Gegenwartsnähe zu verleihen. Der Leser wird dadurch zu
einem privilegierten Zeugen, die Rede fällt mit der Handlung zusammen, so dass man den Eindruck hat, dass sie
sich vor unseren Augen abspielt. Die in der Vergangenheit liegende Handlung wird durch das Präsens historicum
lebendiger und handgreiflicher vor Augen geführt.
In solchen Beispielen ersetzt das historische Präsens die normale Tempusform der Erzählung - das Präteritum:
1939 begann der zweite Weltkrieg wird zu 1939 beginnt der zweite Weltkrieg.
Die Lokalisierung erfolgt durch die Temporalangabe, die vergangenheitsorientiert ist; die Opposition Vorzeitigkeit
(Aktzeit) – Gleichzeitigkeit (Redemoment) wird annulliert, die Beziehung zum Präsens als Jetztzeit wird außer
acht gelassen. Die syntagmatische Beziehung, die kombinatorische Kompatibilität des Präsens mit einer
vergangenheitsorientierten Temporalangabe verleiht ihm diese Vergangenheitsbedeutung.
Geht es aber um logischerweise nur einmalig stattfindende Handlungen, ist die Präsensform nach “als” unmöglich:
Als ich noch ein Kind war, verbrachte ich unvergessliche Ferien im kleinen Dorf meiner Großeltern.
Als ich noch ein Kind bin*.....- unmöglich
Im Folgenden, literarische Belege, die eindeutig beweisen, dass diese Kombination mit dem Präsens keine isolierte
Spracherscheinung darstellt.
Im Roman „Kleiner Mann-was nun?“ von Hans Fallada (Rowohlt Taschenbuch Verlag Hamburg, 1950) finden
wir fast alle als-Sätze mit dem Präsens (etwa 35 Konstrukte). Fallada (und nicht nur Fallada) geht folgendermaßen
vor: ist das Präsens historicum das Erzähltempus, so wird „als“ mit diesem Präsens verknüpft:
„Pinneberg geht ins Parterre hinunter, dann über den Hof. Das ältliche, gelbe Fräulein Semmler ist immer noch
da. Sie steht, als Pinneberg eintritt, in einer nicht misszuverstehenden Haltung an der Tür von Herrn Lehmanns
Zimmer.“ (S. 207)
Ist das Präteritum das Erzähltempus, so kommt das Präteritum nach „als“ vor (sehr selten in diesem Roman):
„Als das Kind sah, dass der Vater sich niederhockte, meinte es wohl, das gehörte dazu, und es hockte sich auch
nieder. Und so sahen die beiden eine Weile in Hockstellung dem Wasser zu.“ (S. 227)
Als +Präsens in Falladas Roman:
„Emil Kleinholz schläft schon auf der Fahrt fest ein, er wacht auch nicht auf, als ihn die Frau mit dem Chauffeur
ins Haus bringt...“ (S. 42)
„Als sie um viertel acht wieder ins Schlafzimmer schaut, ist er wach, ist ihm übel“ (S. 43)
„Als er vom Güterbahnhof zurück zu Kleinholz geht, sieht er auf der anderen Seite der Straße eine Gestalt...“ (S.
46)
„Die Scharrenhöfer scheint nur ein Nachtgespenst zu sein, in der Küche, als Lämmchen Wasser holt...“ (S. 48)
„Als er dann zu ihr in die Küche kommt, laufen ihre Augen nicht von der Zwiebel, die sie für die Bratkartoffeln ge-
schnitten hat“ (S. 51)
„Es ist gegen elf Uhr, als Pinneberg nach Hause kommt.“ (S. 56)
„Sie klettern auf der anderen Seite, sich bei den Händen haltend, hinauf, und als sie oben sind, stoßen sie auf eine
Schneise...“ (S. 59)
„Und als sie da nun so rumbastelt, klopft es an der Tür...“ (S. 73)
„Und als die vier etwas sehr erstaunt und blöde blicken, sagt sie plötzlich gefasst...“ (S. 75)
„Sie scheint Pinneberg etwas aufgekratzter, als sie nun weiter ablegt, Blätter in Personalakten.“ (S. 87)
„Nein, doch nicht so was, sagt die Frau, als Pinneberg ein Jackett in die Hand nimmt“ (S. 96)
„Dann, als er merkt, dass Lämmchen ihn beobachtet...“ (S. 109)
„Als Pinneberg an diesem Abend nach Haus kommt, wird er plötzlich von einer elektrischen Lampe angeleuchtet
und eine Stimme ruft: -Halt! Hände hoch!“ (S. 125)
„Und ist sofort ganz wach und ganz bei der Sache, als der Junge das Licht anmacht...“ (S. 131)
„Und als er ganz wütend werden will...“ (S. 133)
„Seine Stirn erheitert sich, als er zu lesen anfängt.“ (S. 134)
„Und dann, als er sie wieder hinsetzt, sagt er noch: -Ihr habt Mut.“ (S. 140)
„Eine blonde große Schwester ist gerade auf dem Gange und dreht sich um, als sie den Anmarsch sieht...“ (S. 145)
„So läuft er, und als er in Alt-Moabit ist, ist die Uhr halb zwölf“ (S. 160)
„... und sagt, als er sieht, dass ihn der Kellner immer noch böse anfunkelt...“ (S. 160)
„Und als Lämmchen zu lachen anfängt, verteidigt er sich...“ (S. 172)
„Und als diese Briefe geschrieben sind und Lämmchen friedlich dasitzt in ihrem rotweißen Bademantel, als sie
ihren Murkel an der Brust hält und das Kind trinkt, trinkt, trinkt-, da taucht Pinneberg noch einmal die Feder in
das Tinten-fass... (S. 177)
„... und als er doch einmal dazu kommt, behaupten sie, dass Pinneberg einen Tippel gerettet hat...“ (S. 180)
„Als er wieder auftaucht, sagt Pinneberg mit Nachdruck...“ (S. 189)
„Aber im Auto dann, als er damit vor die Wohnung fährt, kann er es doch nicht lassen...“ (S. 199)
„...sie sehen ein Schaufenster an, und als in dem Schaufenster nichts mehr anzusehen ist, warten sie wieder.“ (S.
200)
„Er macht das Licht an und das Kind verstummt einen Augenblick, als es die Helle sieht...“ (S. 202)
„Sie steht, als Pinneberg eintritt, in einer nicht misszuverstehenden Haltung an der Tür von Herrn Lehmanns
Zimmer.“ (S. 207)
„Gerade als sie dies denkt, geht draußen ein Geschrei los...“ (S. 211)
„Die Frau wird noch wütender, als sie sieht, dass auch das mit den Hunden nichts hilft...“ (S. 228)
„Und ist doch froh, als er die Treppe zu Heilbutts Wohnung hinaufklettert.“ (S. 234)
„Und als das junge Mädchen zögert, sehr ärgerlich: -Ich bin der Freund von Herrn Heilbutt.“ (S. 234)
Im Band „Das Wunder des Tollatsch. Fünfzehn Geschichten“ (Aufbau-Verlag Berlin und Weimar, 1988)
bevorzugt Fallada das Präteritum als geeignetes Tempus für das ruhige schriftliche Erzählen; die als-Sätze werden
mit demselben Tempus verknüpft:
„Als die erste Stange einmal los war, brachen die andern weg wie Harzer Käse.“ (S.22)
„Als sie vorbei waren,rappelte ich mich auf.“ (S.23)
„Als es gegen Morgen war, kroch ich die Leiter hoch zum Heuboden.“ (S.25)
„Als ich wieder ganz ruhig war, drehte ich mich um.“ (S. 51)
Wählt er das Präsens als Erzähltempus (das aber seltener), tritt dieses Tempus nach „als“ auf:
„Als ich wieder aufs Büro komme, steht der Rittmeister hinter dem Schreibtisch.“ (S. 18)
„Als er aber wieder blinzelt, weil die gar nicht gehen, liegt eine Schachtel Streichhölzer vor ihm.“ (S. 79)
“Als der Krüger einsieht, es hilft nichts, steht er langsam auf....” (S. 79)
“...als der Krüger zurückkommt, sind seine beiden Gäste eifrig beschäftigt...” (S. 79)
In historischen Schilderungen finden wir selbstverständlich sehr oft das historische Präsens; so- z.B. - in einem
Buch “Palais Holnstein. Ein Münchener Adelspalais. Bayerische Vereinsbank. 1988”, wo dieses Präsens zu 80
Prozent vorkommt:
“Der schmächtige sechsjährige Prinz von Asturien, der Erbe Spaniens, stirbt am 6. Februar 1699 ...” (S.14)
“Therese Kunigunde muss genauso wie er die nächsten zehn Jahre ohne ihre Kinder im Exil verbringen.” (S. 19)
Fast alle Temporalsätze mit “als” werden hier mit dem historischen Präsens verknüpft:
“Als Max Emanuel seine kühnen Hypothesen entwickelt, ist sein ältester Sohn Karl Albrecht...gerade sieben Jahre
alt.” (S. 17)
“Als Karl Albrecht bittet, Graf Joseph von Törring-Jettenbach, dem er besonders zugetan ist, bei ihm zu lassen, ...
wird ihm dieser Wunsch erfüllt.” (S. 21)
“Als Karl Albrecht wenige Wochen nach seinem 19. Geburtstag im August 1716 wieder in München eintrifft, kann
er auf eine erfolgreiche Bildungsreise zurückblicken.” (S.35)
“Als Eugen nicht nachgibt, beschuldigt man ihn....” (S. 40)
Wie man sieht, hat man das gleiche Tempus sowohl im Ober- als auch im Untersatz; es gibt aber auch Fälle, wo
diese Identität fehlt, wenn man verschiedene Zeitverhältnisse zum Ausdruck bringt:
“Als die beiden Bayernprinzen nach Belgrad kommen, hat Prinz Eugen bereits den Kampf entschieden.” (S. 38)
In Lehrbüchern, wo man die Story literarischer Werke kurz vorstellt, treffen wir die Folge als+Präsens, wie im
“Lehrbuch für die IX. Klasse. Deutsche Literatur”, Verfasser - Michael Markel und Hans Müller, E.D. P.,
Bucuresti, 1990:
“Als Kriemhild Siegfrieds Schwert erhebt, um Hagen zu enthaupten, erinnert sie sich...” (S. 22)
“...als die Wasserfrauen ihm den bevorstehenden Untergang der Burgunder verkünden, lässt er das Schiff
zerschlagen...” (S. 22)
“Als ihm aber eines Tages eine Schar Ritter in ihren glänzenden Rüstungen begegnet, regt sich die von seinem
Vater ererbte ritterliche Veranlagung in ihm...” (S. 26)
“Erst als Gawan die Blutstropfen bedeckt, besinnt er sich seiner Umgebung...” (S. 29)
“Als er sich aber aus Minne zur Gralsträgerin Repanse taufen lässt, wird auch ihm der Anblick des Grals zuteil.”
(S. 30)
“Als Simplicissimus sich im Schwarzwald der Einsamkeit ergibt, fesselt ihn eigentlich mehr die schöne Gegend
und weniger die Frömmigkeit...” (S. 61)
“Als er darüber in Ekstase gerät, sagt eine ehrbare Bürgersfrau über ihn...” (S. 136)
Weitere literarische Beispiele:
''Als er wieder hinabspäht, gleitet die Bärin unruhig an der Felswand hin. '' (Otto Alscher)
“Als er nicht herauskommt – in der Tat besitzt er einen Hintergang – geht Scaper weg...” (B. Brecht)
“Als der Torhüter das merkt, lacht er und sagt...” (Franz Kafka)
“Eine ungeheure Freude hebt die Herzen, als der Kreis der Verfolger die `Orlow` passieren lässt, als sie
ungefährdet einläuft in den neutralen Hafen.” (L. Feuchtwanger)
Abschließend noch 4 Beispiele, entnommen aus: G. Spranger – Das Lügenspiel, Greifenverlag zu Rudolstadt,
1980
“Die Menschenmenge vor dem Landgericht verstummt, als der Leichenwagen die Toreinfahrt verlässt.” (S.7)
“Sie macht nur einmal kurz die Augen auf, als ich in dieses Idyll eindringe, dann schläft sie weiter.” (S. 8)
“Als der Verwalter des Hauses, in dem ich wohne, erfährt, dass ich mich mit dem Fall Grete Beier befasse, sagt er
ganz aufgeregt...” (S. 81)
“Als ich aus dem Auto steige, fängt es sachte zu schneien an.” (S. 256)
“Als” + Präsens kann ein einmaliges Geschehen, aber –seltener- auch ein wiederholtes Geschehen in der
Vergangenheit zum Ausdruck bringen, wie im folgenden Satzgefüge:
„Abends, als das Ehepaar im Bett liegt, das Licht ist schon gelöscht, sagt Pinneberg noch...“ (S. 140)
Der Gesamtzusammenhang oder verschiedene deiktische Elemente (z.B. manchmal, immer, jedes Mal, jeden
Morgen., jeden Tag, abends, morgens ...für die Iterativität) präzisieren oder intensivieren jede Nuance.
Der Übersetzer aus einer Fremdsprache ins Deutsche muss dieser Spracherscheinung viel Aufmerksamkeit
schenken, denn das historische Präsens soll mit “als” verknüpft werden, wie in den folgenden Beispielen aus
einem Ferienbuch, einer Übersetzung aus dem Amerikanischen: Kate Millet - Im Basement. Deutscher
Taschenbuch Verlag, München 1990 (Übersetzung - Erica Fischer):
''Und Jenny scheint sich nie die Mühe gemacht zu haben, bei Sylvia nachzufragen, erfährt man erstaunt, als die
Anklage weiterfragt.'' (Kate Millet)
''Als er jede Hilfsquelle durchgeht, an die sie sich hätte wenden können, stößt er auf die letzte Gestalt, die vor
Sylvias Tod auftauchte...'' (Kate Millet)
''Aber immer wieder, sogar noch zuletzt, als sie sich auf diese extreme Art verteidigt, kann Gertrude nicht auf den
Versuch verzichten, Sylvia wegen Verbrechen anzuklagen...'' (Kate Millet)
''Als das Gericht wieder zusammentritt, wird Sylvias Verstümmelung fortgesetzt.'' (Kate Millet)
Das Spiel der Tempora und das Talent des Übersetzers lässt sich auch anhand von einigen Beispielen aus einer
Über-setzung aus dem Französischen (Cavanna-Die Augen größer als der Magen, Goldmann -Verlag, Übersetzer
Martin Schulte) beweisen:
-historisches Präsens als Erzähltempus---als + Präsens historicum
„Er fasst eine Hand, sie fühlt sich schlapp an wie ein Lappen. Als er ihr den Kopf hochzuheben versucht, fällt
dieser nach vorn...“ (S. 156)
„Ich lese gerade Olympio ou la vie de Victor Hugo von Maurois, als im Fernsehen Zola von Lanoux und Lorenzi
läuft.“
(S. 226)
-einmaliges Geschehen in der Vergangenheit—als + Präteritum
„Das ist passiert, als ich ganz klein war, dessen bin ich mir sicher.“ (S. 255)
-Präteritum als Erzähltempus—als + Präteritum
„Als die Politik Sache von Potentaten war, funktionierte sie wie irgenein Gangstersyndikat...“ (S. 249)
Liegt kein Präsens historicum vor, so finden wir wenn + Präsens:
„Wenn ich auf dem Weg nach Hause bin, zu meinem Landsitz, den ich mir mit soviel Mühe und Schweiß im Laufe
eines ganzen Lebens erkämpft habe, stelle ich mir vor, wie ....“ (S.261)
Sowohl im Englischen als auch im Französischen finden wir einen einzigen Subjunktor in allen Fällen: when bzw.
quand.
“Als” signalisiert an und für sich Vergangenes; das historische Präsens aktualisiert Vergangenes. Durch diese
Kombination erzielen die Schriftsteller einen doppelten Stileffekt: durch “als” wird man in die Vergangenheit
zurückversetzt, man ist vom Satzanfang an darauf gefasst, durch das historische Präsens wird diese Vergangenheit
lebendig und gegenwärtig gemacht, als ob es Atemporalität, zeitloses Geschehen gäbe.
Anmerkung:
Der Subjunktor ''wie '' (< mhd. swie=wie auch immer) kann mit ''als'' in Konkurrenz treten:
Wie er starb, hatte er kein Geld mehr, nur einen Schuldenberg.
“Und siehe da, recht hat er, der alte Kinotiger, wie der Mann zurückkommt, hat die Frau ein Inserat in der Zeitung
gefunden...” (H. Fallada-Kleiner Mann-was nun?”
W. Jung betrachtet “wie” nur als eine Ersatzform für ''als'' mit dem Präsens:
''Wie er kommt, stehen die Schüler auf.'' (apud W. Jung-1980: 95)
DER SUBJUNKTOR ''WENN''
''Wenn'' geht auf das mittelhochdeutsche Adverb ''swanne, swenne'' (= wann immer, wann irgend) zurück und
leitete schon im Mittelhochdeutschen Temporalsätze ein, in der Bedeutung ''immer wenn, so oft als, jedesmal''.
Wenn und wann waren ursprünglich gleichwertig.
Wann = wenn:
“...ach gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit! Wann ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?” (Fr. Hölderlin - Die Heimat)
Landschaftlich und veraltet finden wir das auch heute:
“Wann ich fertig bin, rufe ich dich sofort an.” ( “Deutsches Universalwörterbuch”, Dudenverlag, 2. Auflage,
1989)
Wenn=wann:
“Wenn bin ich Ihnen denn so gleichgültig geworden?” (Ch. F. Gellert)
2. 1.Wenn + Präteritum-->wiederholtes Geschehen in der Vergangenheit
''Immer wenn man bei ihm Überraschung vermutete, bekam sein Gesicht einen Ausdruck schläfriger
Gleichgültigkeit.'' (Anna Seghers)
“Die Traktoristen fluchten, wenn sie Wunschgetreu kommen sahen.” (E. Strittmatter)
Das Merkmal (+ iterativ) kann verstärkt werden durch: immer, oft, manchmal, jedes Mal, jeden Tag/Abend,
morgens, abends...) - bei vorangestelltem Untersatz.
2. 2. Wenn+Präsens:
-einmalig in der Gegenwart (der Kontext oder gerade, erst, am Abend, um 4... Uhr als präzisierende oder
intensivierende deiktische Elemente)
Heute um 3 Uhr, wenn ich dich anrufe, sei ,bitte, zu Hause!
-wiederholt in der Gegenwart (der Kontext oder deiktische Elemente - manchmal, immer, jedes Mal, jeden
Morgen., jeden Tag... als Verstärkung)
“Wenn nachts die Hunde bellen,
Dann rinnen Tränenquellen
Wohl in den Todeszellen
Im Totenhaus.” (Alfred Schmidt-Sas)
“Jedesmal, wenn Pinneberg dies Fahrgeld ausgeben muss, wütet er.” (H. Fallada-op. cit., S. 231)
-einmalig/wiederholt in der Zukunft – siehe 2. 3.
3. Wenn + Präsens/Futur/Perfekt-->einmalig in der Zukunft
“Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?“ (Rainer Maria Rilke).
Wir besprechen das morgen, wenn ich zu dir komme/kommen werde.
“Wenn” lässt sich auch mit einem zukunftsorientierten Perfekt kombinieren:
Jeder Mensch - ob reich, ob arm – muss ins Gras beißen, wenn seine Zeit gekommen ist.
Wenn + Präsens/Futur – iterativ in der Zukunft
Jedes Mal, wenn wir genug Zeit haben/haben werden, werden wir noch ein bisschen an dieser Übersetzung
arbeiten.

SCHLUSSFOLGERUNG
Die Folge ''als ''+ Präsens ist auch möglich und weil sie keine Seltenheit ist, wie die Literatur, aber auch die
Presse das beweisen, vertreten wir die Ansicht, dass die Lehrbücher und die Grammatikbücher diese Tatsache
nicht mehr außer acht lassen müssen. Denn viele Schriftsteller benutzen das historische Präsens als Stilmittel und
selbstverständlich auch diese Kombination. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige Schriftsteller beide Konstrukte
(als + historisches Präsens—wenn+Präsens) effektvoll nacheinander benutzen.
Das vollständige Schema im Temporalsatz der Gleichzeitigkeit sieht folgendermaßen aus:
Ge-schehen Vergangen-heit aktualisierte Gegen-wart Zu-kunft
Vergangen-heit
einmalig als + als + wenn + Präsens wenn +
Präteritum/ hist. Präsens Präsens/
Perfekt/ Futur/
Plusquam-perf. Perfekt
iterativ wenn + als + wenn + Präsens wenn + Präsens/
Präteritum hist. Präsens Futur

Eine Frage bleibt gegenwärtig allerdings noch unbeantwortet: wird die Konstruktion als+Präsens ihren Gebrauch
erweitern und als Gegenüberstellung zur iterativen Struktur wenn+Präteritum vielleicht Einmaligkeit oder
Iterativität in der Gegenwart ausdrücken?
ADDENDA
Beispiele aus der Welt der Dichtung:
Nikolaus Lenau – Sämtliche Werke und Briefe. Erster Band - Gedichte und Versepen, Insel -Verlag,
Leipzig, 1970

Als+historisches Präsens
„Als nun der Abend Kühlung bringt,
Steht er an grüner Stelle;“ (Der Polenflüchtling - S. 83)
„Mit dem Grafen Konopacki,
Seinem Freunde treubewähret,
Spricht Johannes angelegen,
Als der Abend wiederkehret.“ (Die Gewitternacht - S. 176)
„Als sie treten in das düstre
Und verhängnisvolle Zimmer,
Es zittert, es wimmert; doch mit festrem Griffe...“ (Die Marionetten - S. 191)
„So dachte der Genius, der die Menschheit führt,
Als er die Stirne Gutenbergs berührt.“ (Gutenberg - S. 339) – hier ein Präsens wegen dem Reim.
„Als sie weiter traben beide,
In Gedanken, ohne Laut,
Als sie kommen auf die Heide,
Wo sie einst geirrt als Braut...“ (Anna/Nach einer schwedischen Sage - S. 360)
„Folge mir zur Waldkapelle!
Spricht der alte Eremit,
Als des Abends letzte Helle
Von den Wipfeln sich verzieht.“ (Anna – S. 362)
„Aber süßre Wonne gibt es,
Als sie wird dem Helden kund...“ (Johannes Ziska/Bilder aus dem Hussitenkriege – S. 410)
Hier im Wechsel mit dem Präteritum:
„Süßre Wonne, Liebeswonne;
Hat dein Herz ihr nie geschlagen,
Als du einst am Königshofe
Lebtest in beglückten Tagen.“ (Johannes Ziska – S. 411)
„Als ich scheidend stieg zu Rosse,
Sah ich noch die Edeldame...“ (Johannes Ziska – S. 411)
Weiter „als“ + Präsens:
„Ziska hat gen Rabys Mauern
Seines Heeres Sturm gewendet,
Als ein Pfeil ihm auch das zweite
Auge trifft, er ist geblendet.“ (Johannes Ziska – S. 414)
„Und als die Rosen nicht mehr blühn
Und nimmer flötet die Nachtigall...“ (Das Rosenmädchen – S. 440)
„Und als der fernen Fackeln letzter Schein
Den Wald noch einmal zauberhell verklärt
Und nun dahin am Laube zitternd fährt,
Als Faust im Finstern steht allein...“ (Faust/Ein Gedicht – S. 572)
„Die Brüder in San Marco singen,
Die Vesper, friedlich und erbaut,
Als plötzlich an die Pforten dringen,
Des Priors Feinde stürmisch laut.“ (Die Verhaftung – S. 741)
„Als die das Herz um seine Ruhe bringen.“ (Pierre von Castelnau – S. 790)

Als + Präteritum
„Ich zog durchs weite Ungarland;
Mein Herz fand seine Freude,
Als Dorf und Busch und Baum verschwand
Auf einer stillen Heide.“ (Die Heidenschenke – S. 68)
„Die Wolken waren fortgezogen,
Die Sonne strahlt im Untergang
Und am Gebirg der Regenbogen,
Als ich von meinem Lager sprang.“ (Der Abend – S. 95)
“Als mir im Auge quoll der Tränenguss...“ (Die Rose der Erinnerung – S. 104)
„Als sie vom Paradiese ward gezwungen...“ (Heimatklang – S. 295)
„Wie einst in jener Abendstunde,
Als ich dich sah zum letzten Mal!“ (An Luise – S. 297)
„Als die Ungarn ihre Tage
Tränkten noch mit Türkenblut. “ (Mischka – S. 372)
„Als du warst davongezogen...“ (An Fräulein Julie – S. 464)

Wenn + Präsens
„Wir singen manche Weisen,
Wenn wir die Erd umkreisen,
Die bängste aller bangen,
Hat lauschen er empfangen.
Das Lied, das dumpf wir klagen,
Wenn wir den Wildbach jagen,
Und wenn die Blitze flechten
In schwülen Sommernächten.
Wenn Wölf im Eise suchen
Ihr Leben und verfluchen,
Und wenn das Kätzlein grelle,
Aufstöhnt in seiner Zelle,
Wenn sich die Meereswellen
Auftürmen und zerschellen,
Im Sturm die Möwen zagen,
Erhebt das Lied sein Klagen.“ (Am Sarge eines Schwermütigen – S. 395)

LITERATUR
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1. Agricola, Erhard; Fleischer, Wolfgang; Protze, Helmut (1969): Die deutsche Sprache. Kleine Enzyklopädie.
Leipzig.
2. Buscha, Joachim; Findeisen, Renate-Freudenberg u. a. (1998): Grammatik in Feldern. 1. Auflage, München.
3. Dreyer, Hilke; Schmitt, Richard (1991): Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik. 2. Auflage,
München
4. Flämig, Walter (1971): Zur Funktion des Verbs. Tempus und Temporalität. Modus und Modalität. Aktionsart
und Aktionalität. In: Probleme der Sprachwissenschaft, 253-290, Leipzig.
5. Helbig, Gerhard; Joachim Buscha (1989): Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht.
Leipzig.
6. Heyd, G. (1990): Grundwissen für den Unterricht in Deutsch als Fremdsprache. Frankfurt am Main.
7. Hinze, Fritz (1975): Deutsche Schulgrammatik. Stuttgart.
8. Hoberg, Rudolf; Ursula Hoberg (1996): DUDEN - Gramatica limbii germane. Iaşi.
9. Jung, Walter (1980): Grammatik der deutschen Sprache. Leipzig.
10. Neumann, Erika (1981): Limba germană. Morfosintaxa. Bukarest.
11. Savin, Emilia (1965): Limba germană contemporană. Sintaxa. Bucureşti.
12. Savin, Emilia (1985): Mică gramatică a limbii germane. Bucureşti.
13. Stănescu, Speranţa (1980): Limba germană Morfo-sintaxa. Bucureşti.
14. Stănescu, Speranţa (1988): Sinteze de sintaxa propoziţiei germane. Bucureşti.
15. Ulrich, Engel; Mihai Isbaşescu; Speranţa Stănescu u. a. (1993): Kontrastive Grammatik (deutsch-
rumänisch). Heidelberg.