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Umnutzungsvorgänge in der Gutslandschaft von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

Eine Bilanz unter der besonderen Berücksichtigung des Tourismus

Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vorgelegt von Dipl.-Geogr. Frank Rathje

Kiel 2004

Für meine Eltern und Martina

Vorwort
Mein Interesse an der Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern reicht weit zurück. Der Anstoß zu dieser Arbeit erwuchs aus meinem Bedürfnis, mich mit der Geschichte und dem Landschaftswandel meiner Heimat Schleswig-Holstein auseinander zu setzen. Im Jahr 1952 brachte Ingeborg Leister ihre Arbeit »Rittersitz und adliges Gut in Holstein und Schleswig« heraus. Sie schließt mit den Worten: »Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatte die Wehraufgabe, der sich Wohn- und Wirtschaftsgebäude unterordnen mussten, die Anlage geprägt, dann wurde das Gleichgewicht zwischen Herrenhaus und Wirtschaftshof gefunden und ging verloren, als der Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit mehr und mehr beherrschend in den Vordergrund trat. Noch ist dieser letzte Abschnitt nicht abgeschlossen, und es ist nicht abzusehen, wie er ausmünden wird«. Nun, über 50 Jahre später, möchte ich den von ihr gesponnenen Faden aufgreifen und fortführen. Nach den zum Teil katastrophalen Umbrüchen des letzten Jahrhunderts ist mittlerweile eine Kontinuität in der Entwicklung der schleswig-holsteinischen Güter eingetreten. Diese relative Konstanz erlaubt es, einen Ausblick in die Zukunft zu wagen, der Ingeborg Leister verwehrt bleiben musste. Mehr als zehn Jahre nach der deutschen Vereinigung ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern weisen viele Gemeinsamkeiten auf, jedoch hat die vierzig Jahre andauernde Trennung durch zwei unterschiedliche Gesellschaftsordnungen so manche Parallelen verwischt. Zu Zeiten der DDR sind die Gutsanlagen als ein großer profaner Denkmälerbestand auch aus ideologischen Gründen häufig entstellt, manchmal sogar gänzlich vernichtet worden. Die Gutsgebäude konnten aufgrund der geringen ökonomischen Leistungsfähigkeit der DDR nur schwer erhalten werden. Aber auch nach der Vereinigung 1990 haben Vandalismus und Abriss zu unwiederbringlichen Verlusten geführt. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft bedeutet für viele Gutsgebäude im gesamten Untersuchungsgebiet eine große Gefahr, wobei bereits viele schmerzliche Verluste eingetreten sind. Die Idee zu dieser Arbeit ist aus der Erkenntnis erwachsen, dass nur bei einer entsprechenden Nutzung die Rettung dieser Kulturdenkmale möglich ist. Noch vor nicht allzu langer Zeit wäre ein so breit angelegtes Vorhaben für eine einzelne Person kaum vorstellbar gewesen. Moderne Kommunikationsmittel wie das Internet und die elektronische Datenverarbeitung haben die Voraussetzungen geschaffen. Allerdings wäre es mir ohne die vielen Mitarbeiter der Amtsverwaltungen und Bürgermeister in SchleswigHolstein und Mecklenburg-Vorpommern nicht gelungen, eine so geschlossene Datengrundlage herzustellen. Die Arbeit stützt sich aber auch auf zahlreiche Gespräche mit Besitzern von Gutsanlagen oder einzelnen Gutsgebäuden. Insbesondere Herrn Dr. Hans-Helmut Kranemann und seinen Mitarbeitern, den Familien von Bassewitz und von Gerlach sowie der Familie Glöe bin ich aufgrund ihrer Auskunftsfreude zu großem Dank verpflichtet. Sie halfen mir bei meiner intensiveren Beschäftigung mit den Gutshöfen in Blücherhof, Dalwitz, Hohenstein und Klein Nienhagen. Zahlreiche Institutionen wie Behörden, Verbände und Vereine waren mir mit Rat und Tat behilflich. Allen Personen möchte ich herzlich danken. Ein spezieller Dank gilt hierbei Herrn Prof. Dr. Götz von Rohr vom Geographischen Institut der ChristianAlbrechts-Universität zu Kiel, der die Betreuung der Arbeit übernahm. Neumünster, im Mai 2004 Frank Rathje

Inhaltsverzeichnis

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Seite 1. Das Problem der Erhaltung von Gutsanlagen und ihr regionalwirtschaftliches Potenzial....................................................................1 2. Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.....................5 2.1 Werden und Vergehen – Der historische Wandel der Gutslandschaft..............................5 2.1.1 Entstehung der Gutslandschaft......................................................................................5 2.1.2 Einflüsse auf die Gutslandschaft im 20. Jahrhundert und die Folgen..........................11 2.1.3 Übersicht über die im 20. Jahrhundert verloren gegangenen Gutsgebäude.................21 2.2 Verbreitung der Gutslandschaft im Untersuchungsgebiet..............................................24 2.2.1 Bauliche Ordnung des Gutshofes................................................................................24 2.2.2 Typologie der Standorte..............................................................................................26 2.2.3 Anzahl und Vorkommen der Standorte im Untersuchungsgebiet................................28 2.3 Gutslandschaft in der Gegenwart...................................................................................31 2.3.1 Eigentumsstruktur der Gutshöfe.................................................................................31 2.3.2 Ungenutzte Gutsgebäude............................................................................................36 2.3.3 Übersicht über den Zustand der Gutsgebäude.............................................................40 2.3.4 Gutsgebäude auf dem Immobilienmarkt.....................................................................45 2.4 Umnutzungsoptionen für Gutsgebäude..........................................................................47 2.4.1 Außerlandwirtschaftliche Umnutzungsoptionen.........................................................47 2.4.2 Umnutzungsoptionen im Rahmen der Landwirtschaft................................................48 2.4.3 Optionen im touristischen landwirtschaftlichen Nebengewerbe.................................50 3. Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet........................53 3.1 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen..........................................53 3.2 Allgemeine Trends im Tourismus...................................................................................59 3.2.1 Nachfragetrends..........................................................................................................59 3.2.1.1 Reiseverhalten..........................................................................................................60 3.2.1.2 Reisemotivation.......................................................................................................61 3.2.1.3 Wachsende Ansprüche der Touristen........................................................................67 3.2.1.4 Verändertes Informations- und Buchungsverhalten.................................................68 3.2.2 Angebotstrends............................................................................................................68 3.3 Tourismus in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern...............................71 3.3.1 Struktur des Tourismus................................................................................................72 3.3.2 Grundzüge der Tourismuspolitik.................................................................................78 3.3.3 Konzeption des Tourismusmarketing..........................................................................81 3.3.4 Organisation und Struktur des Gutshof-Tourismus.....................................................82 3.3.5 Entwicklungsperspektiven des Tourismus in der Gutslandschaft...............................86 4. Umnutzung von Gutsgebäuden.....................................................................................89 4.1 Theoretische Grundlagen...............................................................................................89 4.2 Einfluss von Standort, Gebäudegestalt und Gebäudekonstruktion.................................91 4.3 Die Rolle der Eigentümer während der Umnutzungsmaßnahmen...............................105 4.4 Rechtliche Aspekte von Umnutzungsmaßnahmen.......................................................109 4.4.1 Baurecht....................................................................................................................109 4.4.2 Denkmalschutzrecht..................................................................................................114 4.4.3 Steuerrecht................................................................................................................115 4.4.3.1 Steuerliche Konsequenzen für landwirtschaftliche Betriebe..................................115

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4.4.3.2 Begünstigung der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum.................................118 4.4.3.3 Steuerliche Begünstigung von betrieblichen Investitionen....................................119 4.4.3.4 Steuerliche Begünstigung von Baudenkmalen.......................................................119 4.5 Öffentliche und sonstige Förder- und Finanzierungsprogramme.................................120 4.5.1 Inanspruchnahme......................................................................................................120 4.5.2 Förderung landwirtschaftlicher Betriebe...................................................................121 4.5.3 Förderung von Gewerbebetrieben.............................................................................122 4.5.4 Förderung der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum..........................................125 4.5.5 Förderung der Dorferneuerung und ländlichen Regionalentwicklung......................127 4.5.6 Denkmalförderung....................................................................................................131 5. Gutsanlagen und ihre Nutzung...................................................................................133 5.1 Tourismus und Freizeit.................................................................................................133 5.1.1 Hotels und Pensionen sowie Gemeinschaftsunterkünfte...........................................133 5.1.2 Ferienzimmer und Ferienwohnungen sowie Ferienhäuser........................................146 5.1.3 Camping und Freizeitwohnsitze................................................................................156 5.1.4 Reiten und Golf.........................................................................................................160 5.1.5 Tagungen und Seminare sowie Kursusveranstaltungen............................................165 5.1.6 Kulturveranstaltungen und Märkte...........................................................................171 5.1.7 Museen und Ausstellungen sowie Führungen...........................................................177 5.1.8 Gastronomie und Festräume.....................................................................................181 5.2 Agrarwirtschaftliche Nutzung......................................................................................187 5.2.1 Tier- und Pflanzenproduktion....................................................................................187 5.2.2 Forstwirtschaft..........................................................................................................198 5.2.3 Direktvermarktung....................................................................................................201 5.2.4 Vermietung und Verpachtung....................................................................................205 5.3 Gewerbe und nichttouristische Dienstleistungen.........................................................207 5.3.1 Handwerk und produzierendes Gewerbe..................................................................207 5.3.2 Transport, Handel, Banken und Versicherungen.......................................................209 5.3.3 Freie Berufe und sonstige private Dienstleistungen..................................................210 5.3.4 Öffentliche Dienstleistungen und Verwaltung...........................................................214 5.4 Wohnen........................................................................................................................218 5.4.1 Formen der Wohnnutzung.........................................................................................218 5.4.2 Wohnen im eigenen Wohnraum................................................................................219 5.4.3 Gemeinschaftliches Wohnen.....................................................................................220 5.4.4 Wohnen zur Miete.....................................................................................................222 5.4.5 Wohnen in Betreuungseinrichtungen........................................................................222 6. Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen...........................................225 6.1 Auswahlkriterien..........................................................................................................225 6.2 Hohenstein – Vorgehen Schritt für Schritt....................................................................228 6.3 Klein Nienhagen – Konzentration auf die Vielfalt des Tourismus................................236 6.4 Blücherhof – Potenziale optimal nutzen.......................................................................247 6.5 Dalwitz – Persönliche Präferenzen zum Kapital gemacht............................................259 7. Konzeptionelle Überlegungen zu Umnutzungsmaßnahmen....................................269 7.1 Touristische Vermarktung der Gutslandschaft..............................................................269 7.2 Vorschläge für eine sinnvolle Umnutzung von Gutsgebäuden.....................................274 7.2.1 Allgemeine Bemerkungen.........................................................................................274 7.2.2 Professionalisierung..................................................................................................275

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7.2.3 Diversifizierung........................................................................................................278 7.2.4 Kooperation..............................................................................................................280 8. Fazit und Ausblick........................................................................................................287 9. Literatur- und Quellenverzeichnis.............................................................................291 10. Standortverzeichnis...................................................................................................307

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wobei jedoch Ansätze zu einer Konvergenz spürbar werden. Mindestens ebenso wie der Standort. wobei der Dreiseithof den bescheidensten Vertreter darstellt. Die Gutslandschaft wird durch weitere Elemente. In Mecklenburg-Vorpommern sind landwirtschaftliche Betriebe im Zusammenhang mit Gutsgebäuden selten.Zusammenfassung V Zusammenfassung Der Großteil des östlichen Hügellandes Schleswig-Holsteins und – bis auf wenige Ausnahmen an der Küste und in grenznahen Gebieten – die gesamte Landesfläche Mecklenburg-Vorpommerns wird von der Gutslandschaft eingenommen. Aber ebenso wichtig wie die historischen Zusammenhänge sind architektonischen Merkmale bei der Abgrenzung von anderen Kulturlandschaften. Die getrennte Entwicklung zwischen 1945 und 1990 hat zu einer anders gearteten Eigentums. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Erhaltungssituation der Gutsgebäude sogar noch erheblich angespannter als in Schleswig-Holstein. Allerdings ist die Vermarktung des Gutshof-Tourismus nur wenig entwickelt und insbesondere in SchleswigHolstein kaum ausgeprägt.und Nutzungsstruktur geführt. und das Vorhandensein eines großen herrschaftlichen Wohnhauses. Spätestens mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann die Erhaltung der Bausubstanz der Gutshöfe schwierig zu werden. die Gebäudekonstruktion und -gestalt tragen allerdings die Fähigkeiten und Präferenzen der Eigentümer zum Gelingen der Umnutzungsmaßnahmen bei. so genannte Pertinenzien. Bereits durch die Umstellung auf den reinen Marktfruchtbau wurden große Wirtschaftsgebäude wie Scheunen. Daher besteht dort bei einer Umnutzung zu gewerblichen Zwecken ein Zwang zu großer Professionalität. Gutsgebäude zeigen eine mehr oder weniger große Affinität zu bestimmten Umnutzungsalternativen. sondern auch ein bedeutsames regionalwirtschaftliches Potenzial dar. In diesen Gebieten konnten aufgrund der Leibeigenschaft – einer engen sozio-ökonomischen gegenseitigen Abhängigkeit zwischen Leibeigenen und Grundherrn – besonders umfangreiche und prächtige Gutsanlagen entstehen. sowie Parks und Alleen bestimmt. Dort hat die Bodenreform nach 1945 zu einer Zersplitterung der Eigentumsstruktur der Gutshöfe geführt. Die dominierenden architektonische Merkmale eines Gutshofes sind in der Regel die Anordnung der Gebäude in achsial-symmetrischer Weise. In Schleswig-Holstein besteht die Neigung. Kernbereiche der Gutslandschaft bilden die historischen Güterdistrikte oder Ritterschaftlichen Ämter. für einen angemessenen Erhalt der Gebäude zu sorgen. Insbesondere bei sehr umfangreichen Gebäuden ist mit Eigenmitteln kaum etwas auszurichten und die Aufnahme einer gewerblichen Nutzung fast obligatorisch. Die Umnutzung von Gutsgebäuden zu touristischen Zwecken ist eine der am häufigsten gewählten Alternativen. das schwindende Einkommen aus der Agrarproduktion durch landwirtschaftliche Nebengewerbe wie die Begründung eines Bauernhof-Cafés oder durch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Wohnraum und Gewerbeflächen sowie die Einrichtung von Ferienwohnungen zu kompensieren. Gutshöfe stellen nicht nur eine Belastung für die Eigentümer. . Nur in wenigen Ausnahmefällen sind Gutsanlagen eigentumsrechtlich zumindest überwiegend in einer Hand und die Landwirtschaft bildet die Basis eines Gutsbetriebes wie es in SchleswigHolstein noch üblich ist. Das für den Betrachter augenfälligste Merkmal der Gutslandschaft ist allerdings der Gutshof und insbesondere das Gutshaus. Speicher und Ställe nicht mehr benötigt und sind in den letzten drei Jahrzehnten vielfach abgerissen worden oder verfallen zusehens. Aufgrund der aktuellen Renditeprobleme in der Landwirtschaft ist es Eigentümern von Gutshöfen häufig kaum noch möglich.

At least as important as the place. The diverse development between 1945 and 1990 lead to a different ownership and utilization even though there were some affinities noticeable. Also the estate buildings show a more or less good affinity towards alternative usage. In Mecklenburg-Vorpommern the situation in preserving those buildings is even more tense than in Schleswig-Holstein. Estates and manors are not just a financial burden but have also an important economical potential for their region. The dominant architectural feature of the estates usually is the arrangement of the buildings symmetrical axis wise and adding a large mansion. This forces towards more professionalism when changing a estate building to use it otherwise. a buildings construction and look is the ability of the owner and the priority it has for him when changing a buildings usage. In Schleswig-Holstein there is a tendency to compensate a minor income in agriculture through a secondary business like a farm-coffeehouse or income through renting out living or business places or using the estate buildings as holiday apartments. For the viewer the most eye-catching attribute of the estate region is of course the estate and especially its manor. In Mecklenburg-Vorpommern an agricultural company in combination with a manor is rare. but manor-tourism is not that much developed especially not in Schleswig-Holstein. for example distilleries. making the three sided farmyard the simplest one. to build extremely extensive and pompous estates and manors. Because of the actual income troubles of the whole farming industry it is merely impossible for the owners of the old manors to take care of an appropriate preservation.VI Summary Summary Wide areas of the eastern highlands in Schleswig-Holstein and except some parts of the coast and areas close to the borders the countries whole surface in Mecklenburg-Vorpommern is occupied by the estate region. In these regions it was possible. It is especially difficult to preserve huge buildings where with the monetary resources of the owner not much is possible and a secondary business is compulsory. Only in a few exceptions the estates are mainly still in the same hands and the agriculture builds the basis of a estate comparable to the ones in Schleswig-Holstein. mills or forester houses and also parks and avenues. Because of the rearrangement towards the trade of fruit cultivation many bigger buildings like barns. At latest with the economical and social changes during the twenties and thirties of the last century the preservation of the building material of the manors and estates started to become difficult. stables or reservoirs were disassembled or simple decay during the last three decades. because of the enserfment of the population and a social-economical boundary between serfs and feudal lords. Also as important as the historical coherences are the architectural characteristics as diversion to other cultural regions. The use of manors as a tourist attraction is the most common alternative. . The estate region in addition is dominated by other related buildings. There the socialistic land reform after 1945 had lead to a fragmentation of the ownership structures of the manors and estates. Core areas of the estate region are build by the historical estates-districts or knight’s areas.

Dieser Umstand reicht zur Qualifizierung als Gutshof allerdings nicht aus. Jahrhundert hinein auf. die an den Landbesitz gebunden waren. Der Aufstieg des Adels ging einher mit entsprechenden Privilegien. Neben der rechtlichen Stellung eines Gutes ist die bauliche Anordnung seiner Gebäude ebenso wichtig.und standesrechtliches Gebilde. Die Art der Gutsarbeiter reichte vom einfachen Erntehelfer bis hin zum hochqualifizierten Fachmann wie Stellmacher. soziale und kulturelle Funktionen. um glänzen zu können. Stallgebäude und Scheunen. Das Problem der Erhaltung von Gutsanlagen und ihr regionalwirtschaftliches Potenzial Die Entstehung der historischen Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern hat ihren Ursprung in der deutschen Ostkolonisation des hohen Mittelalters. die dann zumeist auch in Gestalt einer Gutsanlage ihre Ausprägung fanden. sondern ein staats. Die Anzahl der Gutsarbeiter konnte auf den größeren Gütern mehrere Hundert betragen. wobei der Gutsbesitzer auch eine soziale Verpflichtung und Fürsorge übernahm. Ziegeleien oder Teeröfen und die Anmut der Landschaft mit ihren Alleen und Fischteichen bei. Allerdings braucht jede Perle auch eine Fassung. Sie stellen damit Kulturdenkmale ersten Ranges dar. dass sich bis zur zweiten Hälfte des 16. Ihre Größe konnte mehrere Tausend Hektar betragen. Hierbei gilt die U-Form des Hofes mit dem herrschaftlichen Wohnhaus an der Stirnseite als das entscheidende Kriterium.und besitzrechtlichen Voraussetzungen führten zur Herausbildung des Adligen Gutes. Diese standes. Jahrhunderts die Leibeigenschaft etablieren konnte. Bestimmte Regionen im Untersuchungsgebiet werden im großen Maße von dieser Hofform geprägt. die sich durch eine Vielzahl und Vielfalt von Gebäuden auszeichnen. Der Bau von Schulen und Armenhäusern stellte die Bildung und Sozialfürsorge sicher. Gutshof und Landschaft müssen daher als Kontinuum betrachtet werden. Das Zusammenspiel der oben genannten Funktionen hat zu Gutshöfen geführt. das nicht immer mit einer feudalen Gutswirtschaft verbunden sein musste. weisen ebenfalls eine beachtliche Anzahl von Wohn. die in gutseigenen Wohnhäusern. die nicht aus einem Adligen Gut oder Meierhof hervorgegangen sind. Zur touristischen Relevanz der Gutslandschaft tragen neben den Gütern auch die Pertinenzien wie Brennereien. Insbesondere bedeutende Gutsanlagen zeigen baugeschichtlich den gesamten Wandlungsprozess der sozio-ökonomischen Bedingungen und der damit verbundenen Lebensform vom ausgehenden Mittelalter bis in das 20. Der Begriff umschreibt vornehmlich kein architekturgeschichtliches. In erster Linie waren Adlige Güter allerdings große Landwirtschaftsbetriebe.und Wirtschaftsbauten auf. Oftmals wurde hierfür die Einrichtung von Nebenstellen – so genannte Meierhöfe – notwendig. Schweizer und Verwalter. Die Gutsherrschaft wirkte über Jahrhunderte auf die Landschaft ein und machte sie zu einer eigenen Form der Kulturlandschaft – der Gutslandschaft. Ein Verschwinden der genannten Bausubstanz in Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern würde nicht nur den Verlust eines bedeutenden profanen Denkmalbestandes . ja in ganzen Dörfern untergebracht wurden.Das Problem der Erhaltung von Gutsanlagen und ihr regionalwirtschaftliches Potenzial 1 1. Die Bewirtschaftung einer solch großen Fläche erforderte eine Vielzahl von Wirtschaftsgebäuden wie Speicher. Bei einem Gutsbetrieb handelte es sich daher hauptsächlich um eine Wirtschaftsgemeinschaft. Während und nach der Eroberung und Besiedlung bildete sich allmählich ein neuer Lehnsadel heraus. Diese Anlagen sind oftmals bis heute erhalten geblieben. Mühlen. Zugleich wurden die Bauern nach und nach so weit entrechtet. Große Höfe. ökonomische. Die Hofanlagen der Adligen Güter gehören aufgrund ihrer Größe und Vielfalt der Gebäude zu den Perlen der Gutslandschaft. Der privilegierte Gutsherr übernahm in seinem Territorium vielmehr politische.

da die mit ihnen in der Regel verbundenen landwirtschaftlichen Großbetriebe aufgrund einer radikalen Umstellung auf den Marktfruchtbau einen besonders großen Produktivitätsfortschritt erzielen konnten. Von dieser Entwicklung sind insbesondere Gutsanlagen betroffen. Daneben ist die Anzahl der ungenutzten Gutshäuser extrem groß. Trotz der immensen Erhaltungskosten und den daraus resultierenden erheblichen finanziellen Belastung befinden sich die Gutsanlagen in Schleswig-Holstein noch in einem vergleichsweise guten Zustand. beherbergen kommunale Einrichtungen und Mietwohnungen. Davon sind die anspruchsloseren Wohnhäuser der Domänen. dass insbesondere in den sechziger bis achtziger Jahren viele Wirtschaftsgebäude abgerissen worden sind. Sie sind meistens mit einem landwirtschaftlichen Großbetrieb verbunden und eigentumsrechtlich in einer Hand. Das hat in den vergangenen Jahrzehnten zu quantitativen Einbußen im Gesamtbild der Gutslandschaft geführt. Die aufgezeigte Situation macht deutlich. um langfristig gesichert werden zu können und mögliche Zukunftsoptionen offen zu halten. Es ist aber zu berücksichtigen. Der in den letzten Jahren forcierte Einzug neuer Nutzungen in die Gutshäuser Mecklenburg-Vorpommerns ist augenfällig. Allein aus den Erträgen der Landwirtschaft sind die Erhaltungsaufwendungen kaum abzudecken. Die überkommenen Gutshöfe sind darüber hinaus durch eine große Anzahl unterschiedlicher Gebäude gekennzeichnet. befinden sich jedoch aufgrund unterlassener Instandhaltung meist in einem schlechten Zustand. Die gefährdeten Gutsgebäude bedürfen einer wirtschaftlich tragfähigen Nutzung. dass es die Gebäude und Grundstücke als Teile der Gutslandschaft durch Umnutzung mit sinnvollen und ökonomisch tragfähigen Nutzungskonzeptionen auch langfristig zu erhalten gilt.2 Das Problem der Erhaltung von Gutsanlagen und ihr regionalwirtschaftliches Potenzial und die Einbuße eines prägenden Charakteristikums der Kulturlandschaft mit den entsprechenden Konsequenzen für ihre Inwertsetzung bedeuten. die den modernen Erfordernissen an eine rationelle Landwirtschaft nicht mehr genügen oder nur mit großem Aufwand angepasst werden können. Hierbei bietet sich insbesondere der . die sich dann in Zukunft nicht mehr nutzbar machen lassen. Bereits mit dem Verlust der besonderen Machtbefugnisse des Gutsherrn sowie der damit verbundenen Auflösung des in sich geschlossenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems der Adligen Güter begann die ursprüngliche Nutzung und damit die Erhaltung der Gutsgebäude schwierig zu werden. Unter Kostengesichtspunkten kann eine denkmalpflegerisch befriedigende Erhaltung der Gutsanlagen häufig nicht mehr gewährleistet werden. Dahingegen besteht offenbar eine größere Neigung. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Wirtschaftsgebäude bis 1990 zumeist von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) genutzt und danach häufig nicht mehr benötigt. die kunsthistorisch wertvollen Schlösser und Herrenhäuser zu schonen.und Meierhöfe besonders stark betroffen. Ihr Zustand ist meist nur mäßig. Viele Gutshäuser befinden sich aber noch im Eigentum der Gemeinden. sondern auch ein Verlust an Entwicklungspotenzialen in den betroffenen Regionen. Darüber hinaus ist ein immenser Schwund an Wirtschaftsgebäuden zu beklagen. Diese Wirtschaftsgebäude stehen leer. Nicht zu vergessen ist ein qualitativer Verlust durch das Entstellen von Gebäuden aufgrund von Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen. Im letzten Jahrhundert ist es aus den besagten Gründen bereits zu spürbaren Verlusten an Gutshäusern gekommen. Pacht. Diese sind häufig völlig ungenutzt und stehen leer. Die Gebäude werden heutzutage nur noch von wenigen Familienmitgliedern bewohnt und verursachen große Kosten. Heute wird durch den seit Jahrzehnten anhaltenden Strukturwandel in der Landwirtschaft eine Vielzahl von Wirtschaftsgebäuden nicht mehr für die landwirtschaftliche Produktion benötigt. Die Gutshäuser zeichnet für heutige Verhältnisse eine eklatante Überdimensionierung aus.

Daraus ergeben sich folgende Forschungsfragen: – Welche Typen von Gebäuden und Anlagen kommen auf den Gutshöfen im Untersuchungsgebiet vor? – Wie stellen sich die Eigentums. Die meist staatlichen Akteure mit fördernder und beratender Funktion. Vor diesem Hintergrund ist es sehr wichtig. die mit einem möglichst geringen Substanzverlust verbunden sind. die im Zusammenhang mit einer Gutsanlage stehen. wie zum Beispiel den Denkmalpflegebehörden und die Gruppe der Finanzierungsträger wie Banken und andere Kreditinstitute könnten über eine entsprechende Beratung wertvolle Hinweise . da es nur wenige mittelständische Landwirtschaftsbetriebe gibt. Die Umnutzung von Gebäuden ist nichts ungewöhnliches. In MecklenburgVorpommern ist diese Kombination selten. Diese Arbeit soll die Umnutzung von Gebäuden. für ungenutzte oder untergenutzte Gebäude sowie sonstige Anlagen im Zusammenhang mit Gutshöfen tragbare Nutzungsmöglichkeiten zu beschreiben und aufzuzeigen.und Nutzungsstruktur der Gutsanlagen in SchleswigHolstein und Mecklenburg-Vorpommern dar und wie werden sie sich entwickeln? – Welchen Einfluss hat die Lage im Raum auf die Nutzung der Gutsanlagen? – Welche Umnutzungsoptionen insbesondere in den Bereichen Tourismus und Freizeit sind denkbar? – Welche finanziellen Hilfen gibt es bei der Umnutzung? – Wie stellt sich die Sozialstruktur der Besitzer von Gutsgebäuden dar? – Mit welchen sozial-psychologischen Auswirkungen auf die Besitzer ist während der Umnutzungsmaßnahmen zu rechnen? – In welchem Maße sind die vorgefundenen Typen von Gebäuden und Anlagen für neue Nutzungen geeignet? – Wie ist eine optimale Nutzung von Gutsgebäuden im Sinne der Zielsetzung zu erreichen? – Wie sollte der Gutshof-Tourismus am Erfolg versprechendsten organisiert und strukturiert sein? Neue Erkenntnisse. entsprechende Gebäude und Grundstücke überhaupt wieder einer Nutzung zuzuführen. In Schleswig-Holstein ermöglicht der Tourismus den Agrarbetrieben die sinkenden Erträge aus der Landwirtschaft zu kompensieren. Es findet somit eine Einengung auf zumeist (ehemals) landwirtschaftliche Gebäude und Anlagen eines bestimmten Typus statt. Der Tourismus stellt aber auch hier eine Möglichkeit dar. den Gebäuden selbst. Die Vermietung von Ferienzimmern hat auf dem Lande eine lange Tradition. oder auch nur die Aufbereitung des bisher Bekanntem. Käufer und Verkäufer entsprechender Objekte von großem Nutzen. zum Beispiel bei der Umwandlung von Mietwohnungen in Praxisräume oder Anwaltskanzleien. Die Verflechtungsbereiche zwischen dem Tourismus und der Landwirtschaft sind bedeutend. Mehr als diese große Anzahl von Fällen gelangen die relativ wenigen Beispiele zunächst des Funktionsverlustes von großen Industrieanlagen und gegebenenfalls deren Revitalisierung ins Bewusstsein. In dieser Untersuchung soll insbesondere die Betrachtung von Nutzungsalternativen in den Bereichen Tourismus und Freizeitkonsum im Vordergrund stehen. Dieser Bereich ist vergleichsweise wenig erforscht und bearbeitet. Welche Umnutzung in Frage kommt. von der Finanzierung und den persönlichen Präferenzen und Zielen der Besitzer ab. Parks oder Landschaftsteilen zum Gegenstand haben.Das Problem der Erhaltung von Gutsanlagen und ihr regionalwirtschaftliches Potenzial 3 Tourismus als Option an. wären insbesondere für Eigentümer. ohne Aufsehen ab. Entweder wird die Umnutzung einzelner Objekte beschrieben oder es werden allgemeine Teilaspekte isoliert betrachtet. hängt hauptsächlich vom Standort. Diese Vorgänge sind allgegenwärtig und laufen zumeist.

Da eine möglichst große Anwendbarkeit der Ergebnisse der Arbeit in der Praxis angestrebt wird. Aufgrund dieses weit gefassten Ansatzes. liegt das Gewicht auf der Systematisierung der Umnutzungsvorgänge und -ergebnisse. Mittel. Soziologie. Ökonomie. . werden die Sichtweisen vieler Wissenschaftsbereiche wie der Geografie.4 Das Problem der Erhaltung von Gutsanlagen und ihr regionalwirtschaftliches Potenzial gewinnen. Architektur und Geschichtswissenschaft einbezogen. ohne dass es wegen des beschränkten Rahmens zu einer wirklich Fächer übergreifenden Betrachtungsweise kommen kann.und langfristig ist durch indirekte Wirkungen an eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung in der Gutslandschaft zu denken.

welligen kuppigen Grundmoränenplatten. Die sich inzwischen veränderten Anforderungen erschweren den Erhalt und die Nutzbarmachung dieser Gebäude. Hier wie dort erreichen die Höhenzüge nirgends die 200-Meter-Höhenlinie. von historischen Kulturlandschaften zu sprechen. von hügeligen Endmoränen. Bauernhöfe.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 5 2. Jahrhunderts rapide an Dynamik gewonnen. Sie wird durch breite Buchten und schmale Förden gegliedert. Die Kulturlandschaft ist allerdings nicht nur ein örtlich. denn keine Kulturlandschaft vermag über einen längeren Zeitraum in einem unveränderten Zustand zu bleiben (BURGGRAFF 1996). Die Gutslandschaft ist ein Anachronismus. Das macht jene Zonen in der Kulturlandschaft. die sich zum einen aus den natürlichen Standortfaktoren. Sie sind vom nordischen Inlandeis beziehungsweise seinen Schmelzwässern gestaltet. Die Abgrenzung dieser Gebiete ist allerdings nur mit aufwendigen quantitativen und qualitativen Verfahren möglich. zumeist Gebäude. insbesondere auch die wirtschaftliche und siedlungsmäßige Nutzung der ursprünglichen Naturlandschaft. Zum weitaus größten Teil ist Mecklenburg-Vorpommern ein während der Weichseleiszeit aufgeschüttetes Jungmoränenland. von Sanderplatten und Urstromtälern aus. Dabei wird das Bild der Kulturlandschaft stets durch das Auftreten oder die Vergesellschaftung charakteristischer Elemente wie Alleen. Die dort entstandenen Lehmböden gehören zu den besten in Deutschland. Bebauung. entstanden in einer inzwischen vergangenen Gesellschaftsordnung.1 Werden und Vergehen – Der historische Wandel der Gutslandschaft 2. Auf das Hügelland folgt im Westen die Geest mit sandigen und moorigen Böden. Knicks beziehungsweise Hecken bestimmt. Trotz moderner Bewirtschaftungsverfahren ist der Ackerbau auf der Geest wegen des geringen Feuchtigkeitshaltevermögens noch .1 Entstehung der Gutslandschaft Nach BENTHIEN (1996) drückt sich die Kulturlandschaft in ihrer Eigenart aus. Diese zeichnen sich dadurch aus. Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2. Gutsanlagen. zum anderen aus menschlichen Einflüssen. Das verdeutlichen verschiedene Prozesse des Vergehens von Gutsanlagen. Pflege des Vorgefundenen ergibt. umso wertvoller und ihre Inwertsetzung umso interessanter. wie zum Beispiel der planmäßigen Nutzung. Geologie oder Bodengüte.1. einen beträchtlichen Seenreichtum und eine fast lehrbuchartige Abfolge von ebenen. Im östlichen Teil besteht sie aus schwach geneigten eiszeitlichen Sanderaufschüttungen der Weichseleiszeit (Vorgeest) und im Westen aus welligen Grund. Was die natürlichen Standortfaktoren betrifft sind Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern als die beiden nördlichsten Bundesländer Deutschlands durch die glaziale Formung geprägt. sondern auch ein zeitlich zu verstehender Begriff. Daher hat es sich eingebürgert. wie zum Beispiel Relief. Hinter der unter Einbezug der Inseln 1470 Kilometer langen Küste zeichnet sich das Binnenland durch relativ gering veränderte Reliefformen. periglaziär überformt und holozän modifiziert worden. Diese Vorgänge haben seit Beginn des 20. Die historischen Landschaftselemente. die durch die Gutshöfe geprägt werden.und Endmoränen der Saaleeiszeit (Hochgeest). Im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern verlaufen die Hauptnaturräume nicht in westöstlicher. sondern in nordsüdlicher Richtung. Diese entsteht durch die dauerhafte Beeinflussung. Diese Landschaft findet ihre ungefähre Entsprechung in Schleswig-Holstein im östlichen Hügelland. der durch menschliches Handeln im Laufe der Zeit in eine andere Form der Kulturlandschaft transformiert wurde. die zur Erstellung dieser Arbeit nur in Ansätzen angewandt werden konnten. Die schleswig-holsteinische Ostseeküste ist als Ausgleichsküste mit mehr oder weniger vielen aktiven Kliffs ausgebildet. dass sie als Zonen in der gegenwärtigen Kulturlandschaft stark durch historische Elemente geprägt sind (BOCK 2001).

Zumeist wurde die Burg verlassen und an einer anderen Stelle in unmittelbarer Nähe eine geräumigere Anlage errichtet. Diese fortgesetzte Fixierung auf die Verteidigungsfunktion führte zu teilweise sehr ungünstigen Standorten der Gutshöfe in Verhältnis zur Wirtschaftsfläche. die sehr fruchtbar sein können. Zu Zeiten der Völkerwanderung verließen germanische Stämme im fünften Jahrhundert das Land zwischen Elbe. schwere Böden. Saale und Oder. eine in der Regel sehr bescheidene Verteidigungs.und Wehranlage. die häufig deshalb als Grünland genutzt werden. Diese Landschaft – die alte und neue Marsch sowie Flussmarsch an der Niederelbe – ist im Holozän bei mehrfacher Hebung und Senkung des Meeresspiegels entstanden. dass sich die großen schleswig-holsteinischen Gutsanlagen noch heute als Einzelhöfe außerhalb größerer Siedlungen befinden. eine sumpfige. die sich nach und nach mit der slawischen Bevölkerung vermischten (BRANDT/KLÜVER 1981). als sei nur ein Dorf oder ein kleinerer Distrikt den Rittern zur Besiedlung überlassen worden« (LEISTER 1952: 18). Die künstlich aufgeworfenen Erdhügel mit einem Holzturm darauf werden Motten genannt (STRUVE 1973). Im Verlauf der mittelalterlichen Ostsiedlung wurden im gesamten nordostdeutschen Raum verhältnismäßig gleichartige Zustände hinsichtlich des Landbesitzes geschaffen. In Schleswig und Holstein entwickelten sich später insbesondere von diesen Turmburgen ausgehend die adligen Gutshöfe. Diese auch Meierhöfe genannten Anlagen liegen vorzugsweise auf Erhebungen (LEISTER 1952). Die Kleiböden der alten Marsch sind dichte. Daneben gab es das castrum. die sich erst während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit wandelten. Diese Böden werden deshalb häufig als Grünland genutzt. Wiederholt versuchten fränkische und später deutsche Könige die Slawen unter ihre Oberhoheit zu bringen. aus dem der Ritter mit seinen Angehörigen seinen Lebensunterhalt bezog. Die Anfänge der Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern begannen mit der Besiedlung des Landes nach dem Zurückweichen der letzten Inlandvereisung. das er durch bäuerliche Unterlokatoren besiedeln lässt. Vielmehr hat es den Anschein. Im oder am Dorf befand sich die curia. Sächsische und slawische Siedlungsgebiete waren durch den Limes Saxoniae getrennt. Dieser Hauptnaturraum findet seine Entsprechung im südwestmecklenburgischen Sandgebiet. die sich von der Kieler Förde etwa der heutigen Bundesstraße 404 folgend bis an die Elbe erstreckte. Die beschriebenen Vorgänge haben dazu geführt. Allerdings nahm die Kolonisation in Ostholstein eine eigenständige Entwicklung: »Der holsteinische Ritter tritt nicht als grundherrlicher Lokator auf. schwer passierbarere Naturzone. Diese Migrationsbewegung legte den Grundstein für die dauerhafte Herausbildung der Kulturlandschaft in diesem Raum und fixierte das noch heute vorhandene Netz der Siedlungen. als Inhaber eines weiträumigen Lehens. Die leichteren. Aus diesem Grunde errichtete man Nebenhöfe inmitten der abgelegenen Ländereien. Diesen militärischen Vorstößen folgte im zwölften Jahrhundert die Besiedlung mit Bauern aus Westfalen. SchleswigHolstein zeichnet sich darüber hinaus durch einen weiteren Hauptnaturraum aus: den Marschen. . ein befestigter Hof. Danach rückten in das Gebiet des nördlichen SchleswigHolstein Dänen.6 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern heute problematisch.und Feinsandablagerungen. Der herrschaftliche Eigenbetrieb des Ritters war ursprünglich nicht viel größer als der eines großen Bauern und erreichte später in Holstein im Durchschnitt eine Größe von acht Bauernhufen (LEISTER 1952: 36). In der Folge bildeten sich Schlick. gut durchlüfteten Böden der jungen Marschen sind dagegen beste Ackerböden (v. BRANDIS 1990). Holland und Friesland. Die ritterlichen Vasallen verfügten darüber hinaus bis in die Neuzeit über grundherrliche Rechte und die hohe Gerichtsbarkeit. Spuren der vorgeschichtlichen Besiedlung sind noch in Bodendenkmalen erhalten. die meist mangels natürlicher Höhenplätze abseits von den Siedlungen in Schutz von Wasser oder Sumpfflächen errichtet wurde. Jüten und Friesen und in das östliche Holstein und das heutige Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern slawische Stämme nach.

denen häufig auch eine Reihe von Neben. In vielen Regionen musste die Bevölkerung in Schleswig und Holstein bis zu ihrer finanziellen Ablösung königlichen und herzoglichen Domänen (Vorwerke) Dienste leisten. d. Jahrhunderts und die Einführung der Reformation schufen weitere Möglichkeiten. Die Leibeigenschaft bildete eine ganz wesentliche Voraussetzung der neuzeitlichen Gutswirtschaft. Amtshöfe. Bargteheide. Die schwierige wirtschaftliche Situation der Klöster seit dem Ende des 15. waren alt hergebrachte Kommunalverbände der bäuerlichen Selbstverwaltung. Eine Ausdehnung des Grundbesitzes gelang dem Adel insbesondere durch die Rodung des Waldes. Das Gutsland wurde auf Kosten des Bauernlandes vergrößert und der Gutsbetrieb durch abhängige Arbeitskräfte bewirtschaftet (SCHMIDT 1997). Vielfach wurden durch die Gutsherrschaft neue Wohnhäuser für die Landarbeiter gebaut. vollzog sich von da an ein Wandel zur Eigenwirtschaft. Jahrhundert. wie zum Beispiel Dithmarschen oder Fehmarn. Diese landesherrlichen Höfe wurden über einen festgelegten Zeitraum verpachtet (vgl. Analog zu Schleswig-Holstein erfolgte auf dem Gebiet des heutigen MecklenburgVorpommern ebenfalls eine divergierende Entwicklung in den hier ritterschaftlich und domanial genannten Gebieten. sind eher selten. die sich wie Rethwischhof im ländlichen Raum befinden.und Spanndienste waren einer modernen Landbewirtschaftung hinderlich. Die Dörfer in der schleswig-holsteinischen Gutslandschaft liegen in der Regel abseits der adligen Gutshöfe und waren Wohnort der Untergehörigen. Aus diesem Grund strebte der Adel das Legen der Bauernstellen an. Kriegerische Auseinandersetzungen wie der Dreißigjährige Krieg und horrende Steuerlasten ließen viele Bauern aufgeben. Kronshagen. Außerhalb der Güterdistrikte erging es den Menschen oftmals auch nicht viel besser. Neumünster. Die Art der Verwaltung unterschied sich nicht wesentlich von der Praxis in den . Barmstedt. In diesen Landesteilen gab es nur sehr wenige Gutshöfe. die auch eine weitgehende Abgabenfreiheit und eine generelle Bestätigung der von den Rittern schon lange ausgeübten Hochgerichtsbarkeit beinhalteten. und im 16. Hinzu kamen stark steigende Preise für landwirtschaftliche Produkte in der zweiten Hälfte des 15. Diese grundlegenden Veränderungen wirkten sich auch auf das Siedlungsbild aus. Der Ritterschaft gelang es ausgehend von Ostholstein und Lauenburg im 14. PRANGE 1971). v. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern entstand der besondere Siedlungstyp des Gutsdorfes (vgl. und 15. In Schleswig-Holstein hat der Begriff des Gutsdorfes eine andere Bedeutung. Jahrhunderts hauptsächlich Grundherren. Die Gerichtsbarkeit bildete die Rechtsgrundlage für die aufkommende Erbuntertänigkeit der bisher freien Pachtbauern. Daneben gelang es dem Adel. Die alte Form der Hand. Vielfach entstanden die Katenstellen an den Zufahrten der Höfe erst nach der Aufhebung der Leibeigenschaft (LEISTER 1952: 103).und Wirtschaftsgebäuden zugeordnet waren. dass der Graf von Holstein nur mit Hilfe des holsteinischen Adels das dänische Krongut in Schleswig gewinnen und behaupten konnte. Die Amtshäuser wurden bevorzugt inmitten der Städte oder größeren Siedlungen erbaut. Auch in Mecklenburg und Vorpommern war das Domanium in Ämter unterteilt. Die Landschaften. Die Amtmänner residierten in Schlössern und Amtshäusern. den jeweiligen Landesherren weit reichende staatliche Privilegien abzuringen. Ansonsten prägten die Bauernhöfe mit ihren unterschiedlichen Haustypen das Landschaftsbild.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 7 Waren die Ritter bis zum Beginn des 16. Pinneberg oder Reinfeld der Fall. Das ist zum Beispiel in Bad Segeberg. Außerhalb der Güterdistrikte war Schleswig und Holstein in Landschaften und vor allem Ämter unterteilt. in dem der jeweilige Landesherr die Steuern und Abgaben über den so genannten Amtmann eintrieb. So konnten die Großgrundbesitzer ihre Wirtschaftsflächen vergrößern. Jahrhundert dem einheimischen Kleinadel den Landbesitz abzukaufen (BRANDT/KLÜVER 1981). DOLLEN 1993). Im Extremfall sind ganze Dörfer verschwunden oder die Siedlung wird nur noch vom Gutshof beherrscht. Die Güter im Landesteil Schleswig haben ihre Wurzeln darin. die von den Abgaben der Pächter lebten. Land in größerem Umfang zu erhalten.

Wulfsfelde herzogl. Vorw. abgebrannt . Vorw. abgebrannt M. Vorw. .Um 1910 noch Schutthalde des ehem.Altgebäude in den 1890er Jahren abgebrannt oder durch Sturm zerstört . Vorw. . königl. Vorw. Vorw.Schloss 1785 abger. Vorw.(Ahrensbök) . abgerissen . v. Aumühle herzogl. königl.1814 abgerissen (Oevelgönne) .Hofanlage 1810 abgerissen .8 Ort Stellau Steinburg Norgaard Segeberg Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Typus Jahr Erg. Domkapitel herzogl. + = Verlust + + x + + + + (x) + (x) + + + . Drage M. Vorw. Vorw. Vorw.Forsthaus . . Wesenberg herzogl. Adliges Gut königl. Lindau M. Vorw. Lundsgaard M. Vorw. Vorw. Adliges Gut Adliges Gut Kanzleigut königl. Sprenge herzogl. v. Vorw. Vorw. .(Bösdorf) . v.Parzellierung weitg.Am alten Standort 1657 zerstört . Vorw. Vorw. Rundhof M. Vorw. .GH 1826 abger. 19. Roest Adliges Gut M. Vorw.Alt Nottfeld . Quellen: siehe Text S. Bemerkung 1776 + 1776 + 1776 o 1776 + 1777 + 1777 + 1778 x 1778 o 1778 o 1779 o 1779 + 1779 + 1779 o 1779 o 1780 o 1780 x 1781/00 x 1782 (+)x 1783/85 x 1783 o 1783 o 1783 + 1784 + 1784 x 1784 + (x) 1784 + 1784 x 1784 + 1784 o 1785 o 1785 + 1785 x 1786 + 1786/90 x 1786 x 1786 x 1787 o 1787/91 o 1788 x 1788 x 1788 o 1788 o (+ x) 1788 x 1788 x 1788 + (x) 1788 x 1788 o 1789 + 1789 x 1789 x 1789 x 1790 o 1790 + 1790 + 1791 + 1791 x 1791 + 1791 + 1792 x 1793/94 o 1794/00 x 1796/07 x 1797 + 1797 x 1798 x 1799/00 x 1799 x 1799 x 1800 x 1801 + 1816 1830 1850 1856 1860 1887 1897 . des 19. Vorw. Tremsbüttel herzogl. Steinhof königl. Vorw.Hofgebäude 1771 abgerissen (Alt Rehberg) . Vorw.1658 zerstört . Vorw. Papendorf königl. Gutshauses vorhanden . Vorw. Jh. M.1851 verkauft . M. Vorw. Vorw.Resthof 1852 abgerissen und neu erbaut . Vorw. Rohlfshagen herzogl. v.1717 durch Sturmflut zerstört . Hohenstein M. Brokenlande herzogl. Vorw. Vorw. Domkapitel Schrevenborn Adliges Gut Unewatt Adliges Gut Büllsbüll Adliges Gut Ascheberg Adliges Gut Fürstl. Vorw. Vorderhaus 1818 wieder aufgebaut (Neustadt) . Kaltenhof bischöfl.Gut 1925 aufgelöst . Putlos M.(Reinfeld) . v.1817 abgebrannt. Todendorf herzogl.Schloss 1718 abger. Stammhof 1895 abgebrannt . Pinneberg königl. herzogl.1741 abgebrannt . Lenste herzogl. Vorw. Vorw. Vorw. Hohenhorst königl.Stammhof M. v. = Vorwerk (Domäne) + + + + + o + + + + + + + + + + + + + + + o(x) + + o(x) + + x + + + x o + + + (x) o +(x) +o + o x x + + + + x o +(x) x (+) x o + + o + o + + o x x x x o x + o o + x x + + x + + x . königl. Augstfelde königl. M. Vorw. v.Oster-Bunsbüll . Kronshagen herzogl. Majenfelde bischöfl. v. Heidekamp Klein Hastedt Adliges Gut Kleinrade M. Kleveez herzogl. Lundsgaard Adliges Gut Adliges Gut herzogl. Vorw. v. Sarlhusen Adliges Gut Stockelsdorf Lübsches Gut Nübel herzogl.Schloss 1691 abger. Vorw. Vorw.Schloss 1708 abgerissen . Pahlhorn königl. Mohrkirchen königl. v. v. Haale königl. Adliges Gut Adliges Gut M. Vorw. .1644 (?) zerstört . v. Bollingstedt herzogl. Breitenburg Rosdorf Adliges Gut Heselgaard Adliges Gut Bekhof herzogl.GH abgerissen. Vorw. Ladegaard M. Bordesholm Rumohrhütten herzogl.Burg 1784 abgerissen .GH 1907 abger. Vorw. v.1627/28 zerstört . Adliges Gut königl. Oehe M. v. Schwensby herzogl. v. v. v. Rethwisch königl. Arlewatt königl.1799/1809 neu erb. bischöfl. Hanerau M.1801 weiter verkl. rückgängig gemacht . Hansfelde Lüb.1898 abgerissen . . Vorw. Vorw.Gutshaus im 19. Vorw. Vorw. Vorw. Vorw. Bemerkung 1630 1632 1633 1633 1633 1639 1641 1643 1657 1666 1680 1684 1685 1704 1704 1735 1737 1737 1741 1741 1742 1742 1743 1743 1744 1744 1744 1745 1745 1746 1746 1747 1747 1747 1748 1748 1749 1750 1752 1752 1754 1755 1755 1756 1756 1757 1758 1761 1765 1765 1765 1765 1766 1766 1767 1767 1767 1767 1767 1768 1768 1768 1768 1769 1770 1770 1771 1771 1771 1772 1773 1773 1774 1774 1774 1775 1775 1775 Ort Adolfshof Ahrensbök Rothensande Schafhaus Lasbek Tarbek Flarupgaard Pehmen Stocksee Fahrendorf Gronenberg Kalkjärgaard Mohrkirchen Schrixdorf Cismar Fahrenstedt Buckhagen Bramstedt Düttebüll Hütten Körnick Treufeld Dörphof Friedrichshof Grünhof Ladegaard Lindauhof Neufeld Nottfeld Dahme Kronsgaard Stegen Anker Oehe Rosenkrantz Tolkschuby Schönhorst Seekamp (Kiel) Ahrensburg Böternhöfen Christinenthal Drage Grünberg Lundsgaard Mönkenbrook Mönkhagen Voldewraa Bockholt Friedrichstal Gelting Karlsburg Albsfelde Hasselberg Immenhof Bokhorst Hanerau Jarsdorf Oldenbüttel Eschelsmark Friedrichshof Maasleben Priesholz Klixbüll Lindewitt Gaarde Dollrott Olpenitz Roest Rundhof Hamfelde Wilhelminenhof Groß Kollmar Brunsholm Norgaard Jahnhof Neu Böelschuby Dothmark Wesebyhof Blasberg Sophienruhe Christianshöhe Typus bischöfl. Oehe M. Eckhorst Lübsches Gut Salem herzogl.1700 abgerissen . v. v. königl. Vorw. Vorw. Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut königl. Schwensby M. Satrupholm Satrupholm herzogl. Hastedt Farchau herzogl. herzogl. Schönwalde Adliges Gut königl. Satrupholm Neuhof königl. herzogl. Breitenburg königl.Im Krieg zerstört .1745 abgerissen .GH d. Vorw. Insp. Luschendorf herzogl.GH 1971 abger. Vorw. Rosgaard herzogl. Neuhof königl. Kastorf Jahr Erg. Vorw. Gottorf herzogl.Torhaus zum Gutshaus umgebaut. = Meierhof o = Neuer Hof auf Stammparzelle x = Resthof Tab. Bunsbüll M. Kl. Vorw. königl. Vorw. Vorw. 1: Die Parzellierung und der Verlust von Gutshöfen in Schleswig-Holstein zwischen 1630 und 1899 (Unvollständige Zusammenstellung.1993 abgebrannt .1807 abgerissen . v. königl. v. Vorw. v. . Ellgaard Adliges Gut Bahrenfleth M. v.Schloss 1756 abger. Karlsburg königl. Vorw. Vorw. Vorw. Basthorst M. herzogl. Vorw. Hof herzogl. Adliges Gut königl. v. Rendsburg königl. Vorw. Plön königl. Lindauhof königl.Kleiner Hof 1827 neu erbaut (Dingen) . v. Vorw. Vorw. Hanerau Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut Adliges Gut M. Garkau königl. Dakendorf herzogl. Hanerau Kanzleigut M. Ravenshorst königl.Resthof 1780 parzelliert und abgerissen . 9).Stammhof 1851 abgebrannt . Vorw. Klostervorwerk herzogl. Vorw. Jh. Vorw.1863 erneut parz.1970 abgerissen . Böelschuby M. Oehe Adliges Gut Adliges Gut M. v. Süsel königl. v. Alfsdorf königl. M. Stammhofes 1887 abgebr. Krummendiek Adliges Gut Bahrenhof herzogl. Drage Adliges Gut M. Vorw. Vorw. v. v. Adliges Gut Adliges Gut Stadtgut M. Hemmelsdorf Lüb. Vorw. Resthof 1860 vollständig parzelliert . Jh. Vorw.1899 abgerissen GH = Gutshaus M.1. Vorw. Vorw. Vorw. Vorw. Vorw. königl. Vorw. Ohrfeld königl.-Haus vorh.Wassergrabenrest . . Schwarzenbek herzogl. Rehberg M. Vorw. Düttebüll Adliges Gut herzogl. v. Ascheberg Oestergaard Adliges Gut Kremsdorf herzogl.1657 zerstört . Satrupholm Obdrup M. Wassergrabenrest .Anfang d. . v.Jagdschloss nach 1778 abgerissen.Resthof 1976 abgerissen (Geesthacht) . königl. Karpe königl. Vorw. Vorw. M.(Oberkleveez) . Winsen Adliges Gut Südensee herzogl.Später in 2 Höfe geteilt . Vorw. Domkapitel Hobbersdorf Lüb. Hatzburg Padelecksgaard herzogl. . .

Bis 1918 gehörte das mecklenburgische Staatsgebiet zu vier Neunteln den Herzögen (Domanium). die in der Einsetzung der Schleswig-Holsteinischen Landkommission 1768 ihren ersten Höhepunkt fand. als die Bedeutung der herzoglichen und königlichen Vorwerke stark zurückging. Jahrhunderts zu Grunde. Fast überall kam es zu einer finanziellen Ablösung der Hofdienste. Die nicht vollständige Auflistung beruht im Wesentlichen auf der Veröffentlichung von PRANGE (1971) und auf Topografien von SCHRÖDER (1854 und 1855/56). Jahrhunderts wurde auch in Mecklenburg die holsteinische Koppelwirtschaft eingeführt. Tabelle 1 ermöglicht einen Überblick. die einer Gutsanlage ebenbürtig sind. dass nun weniger Dienstbauern benötigt wurden. So erlebten die schleswig-holsteinischen Güter in den letzten vier Jahrhunderten vier Phasen. also das stückweise Ausbringen des Hoffeldes zur Pacht oder Erbpacht an Bauern. Anfang des 18. Die Parzellierungen. In den schleswig-holsteinischen Landesmatrikeln von 1652 sind 184 Adlige Güter verzeichnet (LEISTER 1952). Viele dieser Gutsanlagen sind nicht mehr vorhanden (siehe Tab. Bereits 1840 überwogen in Mecklenburg-Vorpommern die Familien bürgerlicher Herkunft unter den Gutsbesitzern (SOBOTKA 1993). Es wurde bereits 1633 parzelliert und verfiel. zu vier Neunteln der Ritterschaft und zu einem Neuntel den Städten (SOBOTKA 1993: 11). wenn auch viele Domänen angelegt wurden. Die zweite Parzellierungswelle erfasste die Güter Ende des 18. KARGE/MÜNCH/SCHMIED 1993). Einzelne Domänen oder Güter wie Tellow fungierten in Form von Mustergütern als Vorreiter einer modernen Landbewirtschaftung. Jahrhunderts der Vergangenheit an (SOBOTKA 1993).Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 9 Herzogtümern Holstein und Schleswig (vgl. Das geschah zum ersten Mal 1632/33 im Herzogtum Gottorf und im Herrschaftsbereich des dänischen Königs. was in vielen Fällen die Niederlegung der Vorwerke induzierte. Jahrhunderts im Zuge der Agrarreform. Ein besonders eindringliches Beispiel für den Wandel in der Gutslandschaft stellt das ehemalige herzogliche Vorwerk Norgaard bei Flensburg dar. und 19. Die Nachfrage führte im 18. So gelangten viele in die Hände von Bauern und Bürgern. Die Adligen Güter befanden sich zunächst allein im Besitz der Ritterschaft. Die Gutswirtschaft an sich wurde aber noch nicht in Frage gestellt. Wirtschaftliche Innovationen erfolgten nur äußerst langsam. Im Domanium blieb das landesherrliche Interesse an den Abgaben und Diensten bestehen. Der wirtschaftliche Anreiz der Privilegien machte sie jedoch als Anlageobjekt interessant. So wurden Ende des 18. Diese Vorgänge waren allerdings nicht in eine allgemeine Agrarreform eingebettet. Jahrhundert zu einer Vermehrung der Güter durch die Abteilung von Meierhöfen als selbstständige privilegierte Güter. Jede Zeit brachte und bringt ihre eigenen zerstörerischen Kräfte hervor. Darüber hinaus gingen viele Vorwerke und Adlige Güter in den verheerenden Kriegen des 17. OLDEKOP (1906 und 1908) und HAMER (1994). Einige daraufhin entstandene Bauernhöfe. In diese Zeit fällt die Anlage der charakteristischen Knicklandschaft. Der Flurzwang und die veraltete Dreifelderwirtschaft gehörten aber im Domanium erst um die Mitte des 19. Im Gebiet der Ritterschaft waren die Interessen des Grundherrn auf die Eigenwirtschaft mit entsprechender Leibeigenschaft und Marktproduktion gerichtet. Dabei blieb der an das Gut gebundene Rechtsstatus erhalten. in denen eine Reihe von ihnen parzelliert wurden. In den Jahren 1806/07 wurden in Schleswig-Holstein 60 ehemalige Meierhöfe auf hoheitliche Verordnung zu Adligen Gütern erklärt. Groß Steinrade oder Moisling abgerissen. erreichten auch im Habitus Dimensionen. Im Falle des herzoglichen Vorwerks Todendorf bei Ahrensburg künden nur noch hochgepflügte Backstein- . führten manchmal zum fast gänzlichen Verschwinden der betroffenen Gutshöfe. Das Werden der Gutslandschaft war und ist im Sinne eines dynamischen Prozesses immer mit dem Vergehen verknüpft. oftmals Kaufleute aus Hamburg. Jahrhunderts zum Beispiel die Lübschen Güter Eckhorst. 1). denn die Regenten brauchten einfach nur dringend Geld (PRANGE 1971). in der sich das Verhältnis zwischen bestelltem Acker und der Weide sowie der Brache so veränderte. wie die Höfe Hansen und Otzen in Gintoft.

und Meierhöfen etablierte sich der große bäuerliche Dreiseithof in der Landschaft (PFEIFER 1928). Karlshof. Ludwigsburg und Rögen gaben nur wenig (unter 10 %) Land ab. verbunden. 1805 wurde die Leibeigenschaft in Schleswig-Holstein abgeschafft. Die Güter zeigten sich effektiver als die bäuerliche Wirtschaftsweise. Ähnlich erging es zum Beispiel Rekentin (1908) in Mecklenburg-Vorpommern oder Gaarz (1905). sondern wurde auch wieder rückgängig gemacht. Saxtorf oder Staun in Schwansen. Mit einer Reihe von Gütern in Schleswig-Holstein. Eine andere Konstellation ist in Drage anzutreffen. Der Hof auf der Drager Stammparzelle heißt Friedrichsruh und ist 1903 selbst aufgesiedelt worden. Insbesondere die Anlage von Meierhöfen geschah nur noch aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Das Ablegen von Höfen verlor nicht nur an Bedeutung. Die ausgelegten Parzellenstellen waren in der Regel nicht gleich verkauft worden. Der Resthof wurde 1945 enteignet. Maasleben. Das weit vom Haupthof Petersdorf abgelegene Vorwerk Christianenhain wurde in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts abgerissen. Löhrstorf (1906) sowie Höbek (1911) in Schleswig-Holstein. Olpenitz. Es ist nur noch das Inspektorhaus und Gerichtsgebäude vorhanden. Von diesen Hofanlagen ist heute nichts mehr zu sehen. Auch mit dieser Maßnahme begann der Sinn weiterer Parzellierungen fraglich zu werden. Jahrhundert zu bäuerlichem freien Eigentum. blieb es den jeweiligen Gutsbesitzern überlassen. Der Bundhorster Meierhof Ludwigslust oder der 1849 von Wittmoldt angelegte Meierhof Eichhorst wurden vor 1900 wieder niedergelegt. Die großen Parzellenstellen nahmen trotz ihres kleineren Hoffeldes vielfach die symmetrische Dreiseitform der Gutshöfe auf und glichen sich deren Habitus an. Guts. Jahrhunderts und Anfang des 20. . Eine Phase der Zeit. Ornum. Kasmark. Die überragende soziale Position des Gutsbesitzers in der ländlichen Gesellschaft blieb im Wesentlichen erhalten. Die Auswirkungen der Parzellierungen auf das Siedlungsbild insbesondere in der Landschaft Angeln waren von ganz erheblicher Bedeutung. Grünholz. Bienebek. Auf dem ehemaligen Hofareal befindet sich heute ein öffentliches Schwimmbad. Jahrhunderts ernstlich gefährdet. ob und in welcher Form sie durchgeführt wurde. Hemmelmark. wurde so verfahren. sondern nur noch kühl kalkulierender Leiter eines landwirtschaftlichen Großbetriebes. Der Verlust des Gutshauses oder sogar der gesamten Anlage trat also nicht regelmäßig ein. Diese ist zumeist mit Rudimenten des Vorgängers. Oftmals wurden die Ländereien der Gutshöfe nur verkleinert und diese blieben als mehr oder weniger große Resthöfe erhalten. Im Grunde änderte sich aber bis zum Ersten Weltkrieg nichts Entscheidendes an den Strukturen in der Gutslandschaft in Schleswig-Holstein. wie zum Beispiel Damp. Büstorf. Schönhagen und Stubbe konnten von den großen Gütern in Schwansen ihren Landbesitz gänzlich erhalten (BONSEN 1966: 230). Auf die ehemalige Hofanlage weist nur noch ein Wassergrabenrest hin. Das Adlige Gut wurde 1788 parzelliert. Das Adlige Gut Dörphof wurde allerdings vollständig aufgesiedelt. wie zum Beispiel dem Wassergraben oder einem alten Kellergewölbe. Da es sich bei der Parzellierung um eine freiwillige Maßnahme handelte.10 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern reste auf einem Acker von der einstigen Hofanlage. Neben den geschlossenen Dörfern.und Erbpacht führte manchmal erst im 20. Der Gutsbesitzer war nun kein Grundherr mehr. Häufig entwickelte sich auf der größeren Stammparzelle nach der Niederlegung wieder eine große Hofanlage. So wurde 1905 das Lehngut Langhagen bei Güstrow zahlungsunfähig und aufgesiedelt. Krieseby. Die Tabelle 1 gibt das Nachlassende Interesse an Parzellierungen von Gütern ab etwa 1805 wider. Das schlossähnliche Gutshaus viel der Spitzhacke zum Opfer. Diese Stellung im Sozialgefüge wurde auch nicht während einer kleinen Aufsiedlungswelle am Ende des 19. Loitmark. Zudem fehlte es zunehmend an zahlungskräftigen Interessenten für neu ausgelegte Parzellen. Der Verfall der Preise für landwirtschaftliche Produkte aufgrund neuer starker Konkurrenz auf dem Weltmarkt brachte die Güter in finanzielle Schwierigkeiten.

Nach Auswertung von Topografien und Güteradressbüchern von RAABE (1894). Aber immer besteht die Gefahr. Das ruinöse Gutshaus von 1755 wurde 1992 abgerissen. allerdings den gesamten Raum erfassend. Weitere Gutshäuser wurden ihrer wirtschaftlichen Grundlage beraubt und blieben manchmal über Jahrzehnte unbewohnt. 1866 und 1868) und KAMKE (1865) bestanden in der zweiten Hälfte des 19. Der Hof Kraak wurde 1835 unter Belassung eines Halbhufnergehöfts aufgelöst. Häufig zogen auch gänzlich neue Nutzungen in die alten . 1865b. Das geschah in Schleswig-Holstein zwischen 1920 und 1945 mindestens 71-mal. Eine Ausnahme stellt das Gebiet des Kreises Herzogtum Lauenburg dar.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 11 In Mecklenburg war die Leibeigenschaft 15 Jahre später zu Ende. wo spätestens seit dem Ende des 18. Der Resthof gelangte als Hufe VIII an die Familie Jacobs. Herrenhäuser sucht man zum Beispiel in Mönchneversdorf oder Süssau vergebens. die 1849/50 mit 13 Bauernhöfen und zwölf Bütnereien aufgesiedelt wurde. 2. Unter Umständen wurden aber auch die Gutsgebäude auf zwei oder mehrere neue Eigentümer aufgeteilt. Es existieren noch zwei Stallgebäude. von Stiftungen und der Universität Greifswald. Auch das Reichssiedlungsgesetz von 1919 erleichterte die Aufsiedlung. aufgesiedelt oder stark verkleinert wurden. BERGHAUS (1865a. wenn die Abfindungssummen für die erbberechtigten Familienmitglieder nicht aufgebracht werden konnten. Jahrhundert brachte mit seinen katastrophalen Umbrüchen und auch den vielen schleichenden Prozessen eine quantitative und qualitative Aushöhlung der historischen Gutslandschaft mit sich. was zum Beispiel die touristische Inwertsetzung sehr erschweren kann. charakterisieren. einst eingeführt als Sicherstellung der notwendigen wirtschaftlichen Basis zur Erhaltung des ungeteilten Besitzes. Statt mit Leibeigenen arbeitete man ökonomischer mit Landarbeitern und Pächtern. dass viele Güter häufig ihre Besitzer wechselten. Aufsiedlungen zwischen den Weltkriegen Eine erhebliche Veränderung erfuhr die Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bereits zwischen den beiden Weltkriegen. dass die überkommene Kulturlandschaft verdrängt und schließlich abgelöst wird. Diese Entwicklungen sorgten dafür. Jahrhunderts dieses Element in der Gutslandschaft praktisch aufhörte zu existieren. Die Domäne Rastow ließ man 1864 parzellieren. Jahrhundert und die Folgen Das 20. Die Bewirtschaftung hatte sich aber auch hier teilweise bereits vorher umgestellt. jedoch eher lokal begrenzt. Jahrhunderts auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern 578 landesherrliche Domänen und Stadtgüter sowie 156 sonstige Pachthöfe der Adligen Klöster. wenn die Gebäude nicht sogar abgerissen wurden. In dieser Zeit wurden auch eine Reihe von Domänen in Mecklenburg aufgelöst und parzelliert. Die Quellen des Veränderungsdrucks und den daraus resultierenden Verlusten waren und sind durchaus vielfältig.1. So geschah es zum Beispiel mit der Domäne Trantow. Die dann erforderlichen Umnutzungsvorgänge verursachten starke Eingriffe in die Bausubstanz. Von den Gebäuden der Domäne blieb nichts übrig. erwies sich oftmals als Liquidationsgrund. Die Prozesse lassen sich einerseits als hart. Häufig blieb ein Resthof in der Hand eines Eigentümers zurück. Der Grundbesitz wurde aufgeteilt und gelangte in die Hände mehrerer Eigentümer. Dann ist das Typische verloren gegangen. oder als weich. Die gesetzliche Auflösung der Familien-Fideikommisse. als die Inflation und Weltwirtschaftskrise viele Güter in den Bankrott trieb. in Mecklenburg-Vorpommern wurden im gleichen Zeitraum mindestens 203 Güter aufgesiedelt.2 Einflüsse auf die Gutslandschaft im 20. Die Parzellierung der Domänen in Mecklenburg-Vorpommern erreichten allerdings nie die Intensität wie in Schleswig-Holstein.

Nach dem Krieg strömten Hunderttausende Flüchtlinge nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Aufgrund von jüngeren historischen Entwicklungen ist Mecklenburg-Vorpommern in dieser Hinsicht besonders benachteiligt. Nach der Aufsiedlungsphase entstanden vielerorts neue Gebäude auf dem Gutshof. Einige Gutsanlagen wie Dänisch Nienhof nördlich von Kiel sind aus diesem Grund als solches kaum noch zu erkennen. dass einige Gutshäuser wie Tangstedt. Die Menschen wurden auf engstem Raum auch in Gutsgebäuden untergebracht. Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg Bis 1945 durchliefen die Güter in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern einen gleichartigen Wandel. Schrödershof bei Jördenstorf). Nach dem Auszug der Flüchtlinge waren viele Gutshäuser so verwohnt. Neuendorf A. Häufiger ereilte allerdings die Wirtschaftsgebäude dieses Schicksal (z. Badresch. Borstel beherbergt seit 1938 ein Forschungsinstitut. Lenschow.12 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Gemäuer ein. wie zum Beispiel Goldensee bei Ratzeburg (1975). Hanshagen (Gut I). Eine große Zahl von Kunstschätzen wurde geraubt oder wanderte in den Ofen. Im Gutshaus von Deutsch-Lindau besteht bis heute eine Sozialeinrichtung. Es fiel wie auch Brook bei Greifswald. In SchleswigHolstein kamen im Wesentlichen bis in die Mitte der fünfziger Jahre hinein etwa 30 000 Hektar landwirtschaftliche Fläche vielfach aus Mehrfachbesitzen zur Aufsiedlung. dass sie kurz darauf. Den Scheidepunkt für die gegenwärtig unterschiedliche Eigentumsstruktur der Gutsanlagen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bildeten die anders gearteten Ansätze der Bodenreform in den beiden Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg. So wurde 1948 das Gutshaus Dwasieden auf der Insel Rügen von Sowjetsoldaten kurzerhand gesprengt. Solche degenerierten beziehungsweise deformierten Gutsanlagen bedeuten immer eine mehr oder weniger starke inhaltliche Aushöhlung der Gutslandschaft. Vom Gutshaus Krienke auf Usedom ist nur noch ein Restflügel erhalten. Hagen fungierte lange als Schule und ist nun das Kulturzentrum der Gemeinde Probsteierhagen. Das Hauptgebäude aus dem Jahr 1920 wurde bis 1948 abgerissen. Prestin. Sind diese Vorgänge nicht unerfreulich genug. dass die einstige Hofanlage allenfalls noch zu erahnen ist. 45 vom 20. . Die haltlosen Zustände sorgten dafür. oder nach jahrzehntelanger Agonie. In den vorhandenen drei großen Wirtschaftsgebäuden richtete man Neubauernstellen ein. Mindestens 91 Güter wurden aufgeteilt oder verkleinert. die nicht immer Rücksicht auf die überkommene bauliche Struktur nahmen. Mit den politischen Folgen des Zweiten Weltkrieges riss die gemeinsame Entwicklung der Gutslandschaft ab.B. wobei auf die wertvolle Ausstattung häufig keine Rücksicht genommen wurde. abgerissen werden mussten. LANDGESELLSCHAFT S-H 1966). Daher ist ein möglichst originaler Zustand der Gutsgebäude wünschenswert. Dorow. Kastorf wurde zum Beispiel 1930 aufgesiedelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch Gesetz des Kontrollrates der Alliierten Nr. um die Frierenden zu wärmen. Schlieffenberg bei Güstrow oder Voigtsdorf bei Grimmen abbrannten. wie zum Beispiel Dobbin bei Güstrow (1947) und Perdöl (1951). Die Order sah den Abriss von Gutsgebäuden für die Materialgewinnung zur Errichtung von Neubauernhäusern vor. Eine touristische Inwertsetzung wird erschwert. denn die Gutshäuser wurden letztendlich für die Unterbringung der Flüchtlinge gebraucht. Diese sind mittlerweile so nahe an das Gutshaus und den Restpark herangerückt. Die in den zwanziger und dreißiger Jahren geschaffenen Eigentumsverhältnisse wirken bis heute in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nach und erzeugen so manche Ähnlichkeit im Habitus vieler Gutshöfe in beiden Bundesländern. Glambeck bei Neustrelitz. Kutzow oder Tornow dem Befehl 209 der Sowjetischen Militäradministration zum Opfer. ließ die Besatzungsmacht in Mecklenburg-Vorpommern willkürlich einzelne Gutshäuser zerstören. wobei meistens ein mehr oder weniger großer Resthof übrig blieb (vgl.

um den Bestand der großen Betriebe sichern zu können. Rund 700 000 Hektar wurden an etwa 83 000 Neubauern verteilt. aber auch aus ideologischen Gründen. September 1945 der gesamte Grundbesitz über 100 Hektar entschädigungslos enteignet. Der Rest wurde Volkseigentum und ging in den staatlichen Bodenfonds ein. die jeweils etwa acht bis zehn Hektar erhielten. Diese Einrichtungen waren Familienvermögen. 1: Eines der beiden Neubauernhäuser auf Gut Tellow. 2199 Güter von Privatbesitzern sowie 472 Domänen. Um Baumaterialien zu gewinnen. Nur Kirchengüter wurden verschont (KUNTSCHE 1996: 54). Aus Teilen dieser Flächen wurden Volkseigene Güter (VEG) gebildet (KUNTSCHE 1996). die in der Folgezeit zum Erhalt der Bausubstanz häufig nicht mehr ausreichte. Die ehemaligen Eigentümer flüchteten oder wurden vertrieben. sind Gutsgebäude bewusst zerstört worden.07 Millionen Hektar. In der Bodenreform von 1945 bis 1949 in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) entfielen von den 3. Diese Familienvermögen waren als erstes von der Bodenreform in Schleswig-Holstein betroffen und wurden aufgesiedelt. Das führte zu einer Schmälerung der wirtschaftlichen Basis. . was etwa einem Drittel der Gesamtfläche entspricht.23 Millionen Hektar enteigneten Grundbesitzes auf das Land Mecklenburg 1. In MecklenburgVorpommern wurde wie überall in der sowjetischen Besatzungszone auf Beschluss der Landesverwaltung von Mecklenburg-Vorpommern vom 5. Die notwendig gewordene Anlage von Neubauernstellen wurde im großen Umfang durch den Umbau vorhandener Wirtschaftsgebäude auf den Gutshöfen erreicht. In Tellow wurde zum Beispiel der Kuhstall abgerissen und aus dem Abbruchmaterial zwei Neubauernhäuser Abb. Stadtgüter und Pachthöfe waren von der Maßnahme betroffen. Diese Gutshöfe blieben von der Aufsiedlung und der damit einhergehenden Verbauung weitgehend verschont.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 13 Februar 1947 die Fideikommisse in ganz Deutschland endgültig aufgelöst. wobei es manchmal zu Gewaltexzessen kam. die sich in ungeteilter Bestandserbfolge vererbten und unveräußerlich waren. Im Vordergrund sind die Grundmauern des ehemaligen Kuhstalles zu sehen (April 2000).

1 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verfügen. wobei rund ein Fünftel direkt über die VEGs und der größere Teil über den staatlichen Bodenfonds durch die LPGs bewirtschaftet wurde (LÖHR 2002). die die Regierungen der Bundesrepublik und der DDR am 15. um das volkseigene Vermögen zu privatisieren. Von dieser Regelung wird jedoch häufiger abgewichen. Die eigentumsrechtliche Zuordnung von etwa drei Millionen Flurstücken galt und gilt es zu klären und entweder bei der Zurückerstattung an den Alteigentümer mitzuwirken oder sie – möglichst gewinnbringend – zu veräußern. Erst am 22. November 2000 wurde die Verfassungsbeschwerde von Alteigentümern in dieser Angelegenheit vom Bundesverfassungsgericht mit knapper Mehrheit abgewiesen. das im Wesentlichen aus enteignetem Grund und Boden sowie den darauf stehenden Baulichkeiten bestand. Juni 1990 die Treuhandanstalt gegründet. Nun blieb nur noch die Regelung einer angemessenen Entschädigung der Enteignungsopfer strittig. so dass bis 1950 eine große Zahl bereits wieder aufgelöst wurde. Aber auch die Hansestädte Greifswald und Stralsund erhielten eine Reihe von Gütern zurück. Die BVVG und TLG handeln auf Rechnung der BvS und bieten entsprechende Objekte für sie auf dem Immobilienmarkt an. Institut oder . Juni 1990 abgaben. Für die Abwicklung dieser Aufgabe wurden neben der Treuhand zwei bundeseigene Immobilienunternehmen gegründet.und forstwirtschaftliche Flächen mit den als Betriebsvermögen eingestuften landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden wie Speicher. so dass sie jetzt wieder wie die Hansestädte Hamburg und Lübeck über eine Anzahl Stadtgüter verfügen. um die leichtere Vermarktung einer Gesamtanlage zu ermöglichen. April 1991 stand (HERZOG 1993). die 100-prozentige Töchter der Treuhand sind.14 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern errichtet (Abb. Bereits vor der Vereinigung wurde am 17. Diese Erklärung wurde in den Einigungsvertrag aufgenommen und eigens der Artikel 143 Absatz 3 des Grundgesetzes neu gefasst. wurde festgelegt. Dieses Vorgehen hielt auch der Überprüfung des Bundesverfassungsgerichts durch das Urteil vom 23. Auch über zehn Jahre nach der Vereinigung befindet sich immer noch eine große Zahl von Grundstücken und Gutsgebäuden im Eigentum der BvS. Die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH (TLG) übernahm die Gutshäuser und deren Nebengebäude einschließlich Grund und Boden. Die Neubauernstellen erwiesen sich als zu klein.und -verwaltungsgesellschaft mbH (BVVG) wurden dabei land. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Treuhandanstalt bildete zunächst die Privatisierung und Umformung der 515 Volkseigenen Güter. Von diesen VEGs waren 104 vor dem 8. Die Landflächen der aufgegebenen und verlassenen Höfe fielen dem Staat zu und wurden Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zur Verfügung gestellt. Ebenfalls hat die Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald eine Reihe von Pachthöfen zurückerhalten. In einer gemeinsamen Erklärung zur Regelung offener Vermögensfragen. Viele Gutshäuser wurden zum Beispiel Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre der Nutzung als Altenheim. Die Treuhand firmiert seit Anfang 1995 als Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) und wickelt die Restgeschäfte ab. Der Bodenverwertungs. dass die Enteignungen unter sowjetischem Besatzungsrecht zwischen 1945 und 1949 nicht mehr rückgängig gemacht werden. Zentralschule. 1). Der DDR-Staat konnte somit bis zur Vereinigung mit der Bundesrepublik Deutschland über etwa 2. Darüber hinaus trieb die forcierte Kollektivierung viele Landwirte aus dem Land. Damit ist eine Rückgabe der vor 1949 enteigneten Gutsanlagen und des Grundeigentums an die Alteigentümer praktisch ausgeschlossen. Für Enteignungen vor 1945 und nach 1949 gilt das nicht. die vornehmlich aus dem staatlichen Bodenfonds der ehemaligen DDR stammen. Internat. Die ehemaligen Domänen gingen so an das Land Mecklenburg-Vorpommern. Scheunen oder Stallanlagen zugeordnet. Mai 1945 im Eigentum einer Gebietskörperschaft und wurden an sie zurückübertragen (REXRODT 1993).

Der größere Anteil ging aber in die Rechtsträgerschaft der Gemeinden über. die ihren früheren Besitz zurückerhalten haben. so dass sich der Zustand kontinuierlich verschlechterte. dass Landschaftselemente beseitigt werden. Das sind zum einen die Alteigentümer ohne Restitutionsansprüche (Bodenreformgeschädigte) und einige wenige Alteigentümer. Dezember 1991 in eine andere Rechtsform um (WEISS 1996). Die leer stehenden Gehöfte verfielen. Die noch heute von den ehemaligen Neubauern und deren Nachkommen genutzten Wirtschaftsgebäude weichen durch Umbauten und Modernisierungen so weit von ihrer ursprünglichen Gestalt ab. dass viele Gutshäuser freigezogen werden und leer stehen. Nach 1990 gingen über 200 der LPGs in Liquidation (23 %) oder wandelten sich bis zum 31. Ebenfalls zu den Wiedereinrichtern gehören die LPG- . Die entstandenen Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften in den Nordbezirken der ehemaligen DDR bewirtschafteten schließlich Flächen von durchschnittlich 5000 Hektar. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Landschaft zum Zwecke einer rationell betriebenen Agrarindustrie ebenfalls ausgeräumt. Das führte manchmal zu stark divergierenden Nutzungen auf der Hofstelle. Seit den siebziger Jahren ist zu beobachten. dass sich die Gemeinden von diesen Objekten aus Kostengründen trennen. Die Neubauern und durch die Bodenreform nicht enteignete Altbauern sind weitgehend aus der Landwirtschaft und damit aus der Landschaft verschwunden. In mehreren Fällen wurde der Besitz geteilt. Die Eigentümer der Höfe lassen sich verschiedenen Gruppen zuordnen. die nicht rentabel sind.und Eigentumsstruktur als in Schleswig-Holstein geführt. Lange Zeit wurde in der Forstwirtschaft auf schnell wachsende Nadelbäume gesetzt und so das Bild der ursprünglichen Buchen-Eichen-Mischwälder stark verändert.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 15 Krankenhaus zugeführt und dienten häufig bis in die neunziger Jahre hinein diesem Zweck. Sie blieben Unterkünfte für Flüchtlinge und beherbergten kommunale Einrichtungen wie Kindergärten. Mit der baulichen Unterhaltung dieser Gebäude waren und sind die Gemeinden vielfach überfordert. In ihrer Bedeutung stehen die LPG-Nachfolgegesellschaften an erster Stelle. wurden als Quelle für Baumaterial missbraucht und verschwanden. In der Gutslandschaft Schleswig-Holsteins ist die Tendenz zu erkennen. So gingen häufig die zu den Gutsanlagen gehörenden Wirtschaftsgebäude wie Marställe. Dieser Zustand ist auch nach dem Vereinigungsprozess bis in die Gegenwart hinein ein häufiges Kennzeichen der Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Das geschieht zum Beispiel durch die Dezimierung der Knicklandschaft. Häufig ist aber auch ihre damals festgelegte Rechtsträgerschaft und Nutzung bis heute erhalten geblieben. wurden diese heruntergewirtschafteten Gebäude später zumeist aufgegeben. ist aber unübersehbar. gefolgt von den so genannten Wiedereinrichtern. Der Verkauf oder die Verpachtung der Landwirtschaftsflächen durch die BVVG hat in Mecklenburg-Vorpommern zu einer völlig anderen Betriebs. Der Trend. Viele Familien verließen ihre Heimat und gingen in den Westen. Auch dort. entweder durch Verkauf von einzelnen Häusern oder von Teilen des Bodens und des Waldes. Bis 1960 war die teilweise erzwungene Kollektivierung abgeschlossen. Stallgebäude und Scheunen verloren oder befinden sich in einem schlechten Zustand. wo die mehr oder weniger zwangsweise gebildeten LPGs die Nutzung von Gutshäusern für Verwaltungs. Lebensmittelverkaufsstellen oder Gemeindebüros. Die LPG-Wirtschaft nutzte zudem in zunehmendem Maße statt der großen historischen Stallungen und Scheunen neue Fertigteilbauten. Auswirkungen des Strukturwandels in der Landwirtschaft.und Kulturzwecke übernahmen. Der Kollektivierung der Landwirtschaft mit industriemäßigen Produktionsmethoden folgte die Umgestaltung der ländlichen Siedlungen durch Wirtschaftsbauten und semiurbane Wohngebäude. dass die Gutsanlagen vieler Orts nur noch schwer als Einheit erkennbar sind.

die bis heute mit einem tiefgreifenden Strukturwandel verbunden ist. Fast alle diese Höfe haben teilweise bereits vor Jahrzehnten die arbeitsintensive Milchviehhaltung abgeschafft. Als letzte Gruppe sind die Neueinrichter zu nennen. Das sind ehemalige Genossenschaftsbauern. die ihr Privatvermögen herausgezogen haben und es nun mit der Bewirtschaftung eines eigenen Hofes versuchen. Raps und Zuckerrüben den Schwerpunkt der schleswig-holsteinischen Gutswirtschaft. der mit einer fortschreitenden Mechanisierung und starkem Kapitaleinsatz kompensiert wurde. Dort hat sich eine im Vergleich zu Westdeutschland andersartige Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe etabliert. unter denen die LPG-Nachfolger dominieren. Etwa ein Viertel von ihnen sind Marktfruchtbau-Betriebe.3 Prozent an den insgesamt 20 028 Betrieben über zwei Hektar (STAT. Heute kann ein Betrieb mit 700 Hektar Nutzfläche mit zwei Arbeitskräften bewirtschaftet werden. Zwar kann man bei Betriebsgrößen von mehreren hundert Hektar im westdeutschen Vergleich von sehr leistungsfähigen Höfen sprechen. Neben dem Marktfruchtbau sind insbesondere einige kleinere oder durch ihre Böden benachteiligte Gutsbetriebe in die Veredelung (Schweine. jedoch erweisen sich diese Größenordnungen durch die neue Konkurrenz in Ostdeutschland bereits als zu klein. . LÖHR 2002: 164-171). Dadurch geraten selbst die großen landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein zunehmend unter Druck. insbesondere den Niederlanden (vgl. Heute bildet der Anbau von Getreide. Im Vergleich zu allen westdeutschen Ländern weist Schleswig-Holstein die größte durchschnittliche Betriebsgröße auf. die zum Beispiel Getreide oder Raps erzeugen. Aber einige der Neueinrichter kommen sogar aus dem Ausland.16 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Aussteiger. Dort befindet sich die Masse der Gutsbetriebe und der noch häufig mit ihnen verbundenen Gutsanlagen. Jeder Arbeitsplatz erfordert aufgrund des hohen Mechanisierungsgrades etwa 400 000 Euro Investitionskosten (LORENZEN-SCHMIDT 1996: 247). Schleswig-Holstein ist insbesondere im Vergleich zu den südlichen Bundesländern ebenfalls ein Land der Vollerwerbsbetriebe. Die Landwirtschaft in MecklenburgVorpommern wird weitgehend durch Großbetriebe von mehreren tausend Hektar beherrscht. Damit besitzt Mecklenburg-Vorpommern unter allen Bundesländern die günstigste Betriebsgrößenstruktur. Das bedeutete für fast alle Gutsbetriebe die Hinwendung zum hochintensiven spezialisierten Ackerbau und die Abschaffung der Milchvieh. Diese Höfe hatten einen Anteil von 2. Verbunden war die Umstellung auf diese Wirtschaftsweise mit einem drastischen Arbeitskräfteabbau. Geflügel) eingestiegen. Den Rest bilden Betriebe der Rechtsform Juristische Person. Die Gutsbetriebe wandten sich einer modernen und rationellen Landwirtschaft zu. LANDESAMT S-H 2000). Die Mehrzahl der Landwirtschaftsbetriebe (über 80 %) werden nun von natürlichen Personen getragen. Diese bewirtschaften aber nur etwa ein Drittel der Landwirtschaftsfläche. die mit einer Bewirtschaftung im Nebenerwerb nur schwer in Einklang zu bringen ist. Aufgrund des fruchtbaren Bodens sind diese Höfe – neben den Gebieten mit jungen fruchtbaren Marschböden – auf den Jungmoränen des Östlichen Hügellandes konzentriert. In Schleswig-Holstein kam es ab 1950 aufgrund des Wiederaufbaus zu einer guten landwirtschaftlichen Konjunktur. So betrug 1997 in Mecklenburg-Vorpommern bei Unternehmen natürlicher Personen die durchschnittlich bewirtschaftete Fläche 139 Hektar und bei Unternehmen juristischer Personen 1126 Hektar je Betrieb (a] WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 1998).und Schweinehaltung. Hier überwiegen ostdeutsche Hofgründer. Die Umnutzung von historischen Wirtschaftsgebäuden für diese Zwecke konnte allerdings bei weitem nicht die Aufgabe und in der Folge auch den Abriss von nun funktionslos gewordenen landwirtschaftlichen Wirtschaftsbauten ausgleichen. Aufgrund des herrschenden Anerbenrechts haben die Höfe eine Struktur und Größe. Ende 1999 gab es 451 Höfe mit über 200 Hektar Landwirtschaftsfläche. Diese Unternehmen bewirtschaften rund zwei Drittel der Landwirtschaftsfläche (WEISS 1996: 118-123).

Das nach dem Zweiten Weltkrieg als Gaststätte Forsthaus Hof Hagen geführte Gutshaus wurde Ende der sechziger Jahre abgerissen. Das Nebengebäude hat Mietwohnungen aufgenommen und der Pferdestall steht leer. Die Scheune brannte 1975 ab. Dann gibt es noch jene Höfe. Im schlimmsten Fall wurden die Gutshöfe als störende Elemente auch gänzlich abgerissen. Die Landeshauptstadt Kiel mit ihren überdurchschnittlichen Verlusten ist ein eindringliches Beispiel für die negativen Wirkungen der Suburbanisierung auf die Gutslandschaft. weil noch ein Teil der Wirtschaftsgebäude vorhanden ist. rudimentäre Zeugen der vorangegangenen Kulturlandschaft. Ähnlich erging es Mönkhof und Niemark. Im Falle des ehemaligen Stadtgutes Luisenhof ist das Gutshaus an eine Künstlerin vermietet. Zumeist wurden jedoch nur die Wirtschaftsgebäude geschleift und die Gutshäuser blieben als quasi städtische Villen erhalten. wie das Beispiel des Hofes Marienlust zeigt. Er wurde 1822 zurückgekauft und als Meierhof bewirtschaftet. Dann wissen nur noch Ein- . Der ehemalige privilegierte Hof (Freihof) bestand aus drei Hufen. Der Zugriff auf diese Höfe war und ist im Vergleich zu anderen Städten insofern erleichtert. Der ehemalige Hofplatz wird heute von einem mehrstöckigen Wohnkomplex eingenommen. Niendorf ist bereits vom Stadtkörper umschlossen.und Gewerbegebieten in das Umland hinein. Die Gutsanlage viel vollständig der Abrissbirne zum Opfer. 1788 entstand auf dem Hoffeld des Adligen Gutes Ahrensburg der Erbpachthof Hagen. Sie sind aber vollständig in die umgebende Bebauung aufgegangen. Auf den Ländereien wurde die Wohnsiedlung Am Hagen errichtet. Heute erinnert nur noch die Hofstraße in Kiel-Gaarden an Marienlust. die im Falle der Stadtgüter allerdings auf ökologischen Landbau umgestellt worden sind. Das Stadtgut wurde aufgesiedelt und das Gutshaus vom Resthof getrennt. Rund 30 Jahre später folgte der Mettenhof. die gleichnamige Hochhaussiedlung Mettenhof zu errichten. weil es sich überwiegend um Stifts. Dem wachsenden motorisierten Straßenverkehr musste der Kieler Hof weichen. Die Gutsanlagen werden langsam vom Stadtkörper umschlossen und sind nur noch schwer zu erkennende. Heute lassen sich alle Stadien der Vereinnahmung durch die landhungrige Stadt beobachten.oder Stadtgüter handelt. Die Wirtschaftsgebäude sind an ein Saatzuchtbetrieb verpachtet.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Suburbanisierung 17 Zu den eher räumlich begrenzten Prozessen gehört die seit Jahrzehnten fortschreitende Suburbanisierung – das Ausgreifen der Städte mit Wohn. Das Herrenhaus beherbergt Mietwohnungen. Zu dieser Kategorie gehören auch Dänischburg und Luisenhof. Seit dieser Zeit ist der Hof abgängig. die bereits unter der Stadtnähe gelitten haben. 1960 kaufte das Wohnungsbauunternehmen Neue Heimat das Areal auf und begann. In noch ländlich geprägten Gebieten befinden sich die Stadtgüter Falkenhusen. Hierbei handelt es sich um normale landwirtschaftliche Betriebe. Zu dieser Gruppe gehört Brandenbaum. Ganz in der Nähe erging es dem Hof Viehburg nicht besser. Als anschauliches Beispiel für diesen Prozess kann das Schicksal der Güter im Weichbild der mittelalterlichen Hansestadt Lübeck gelten. Die Anlagen sind als Gutshöfe erkennbar. Aber nicht nur das Anwachsen der Großstädte. die Flächen für den Hochschulstandort beziehungsweise für den Bau der Autobahn 20 abgeben mussten. Das älteste Kieler Stadtgut mit seinem Gutshaus von 1902 wurde im Zuge des Stadtautobahnbaus am Westring abgerissen. sondern auch die Ausdehnung von Mittelstädten hat zu Verlusten geführt. Meistens fehlen die Wirtschaftsgebäude. Das Gut wurde in den vierziger Jahren bis auf einen Resthof aufgesiedelt und das Areal weitgehend bebaut. 1900 wurde er verkauft und für die Wohnbebauung der damals stürmisch wachsenden Stadt Kiel parzelliert und abgerissen. Der ehemalige große Erbpachthof wurde 1907 von der Stadt Kiel angekauft und diente bis in die dreißiger Jahre als Erholungsstätte für Tuberkulose-Kranke. Er war bis 1896 ein Meierhof von Quarnbek gewesen. Krummesse und der Hof Nienhusen.

Der Resthof wurde nur sechs Jahre später nochmals parzelliert. aber auch die Aktivitäten der Bundeswehr und Nationalen Volksarmee (NVA) blieben nicht ohne Folgen. die Feldscheunen zu Stallgebäuden umgebaut und neue Wohnhäuser daneben errichtet. Ein Beispiel für diesen Werdegang ist der Hardebeker Hof in der Nähe von Neumünster. das Gutshaus 1976 verkauft. Aber nicht nur Großstädte wie Lübeck verschlangen Gutsanlagen. wenn auch die Suburbanisierung aufgrund der staatlichen Förderung des Baus von Großwohnsiedlungen nicht die Dynamik wie in Westdeutschland entfalten konnte. Der Gutshof wurde aufgesiedelt. Die Nutzung als Remonteamt. Allerdings ist das kein spezifisch ostdeutsches Problem. Das Flächenwachstum der Gewerbegebiete setzt sich auch im Westen bis in die Gegenwart fort. In Hoisbüttel bei Hamburg soll das Gutshaus abgerissen und das Grundstück verkauft werden. Jahrhunderts eine Reihe von Gütern in Beschlag. auch Mittelstädte wie Eckernförde (Wilhelmsthal).und Kuhstall sind bereits abgetragen. Schönböcken wurde 1926 aufgesiedelt und weitgehend bebaut. der die Gutslandschaft an Umfang und Reichtum dezimiert hat. da die Gutslandschaft nicht in ihrer Grundstruktur beeinträchtigt wurde. In der ehemaligen DDR wuchsen die Städte ebenfalls in ihr Umland hinein. Ab 1958 wurden die Gebäude bis auf wenige Reste nach und nach abgetragen. und wurde später aufgesiedelt. also ein Gestüt des Heeres. Allerdings sorgte der Staat als Eigentümer nicht immer für eine wünschenswerte Pflege der Gebäude und ließ die Gutshöfe später häufig aufsiedeln.18 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geweihte. Das geschah leider allzuoft auf Kosten von Gutsanlagen. Zumeist fielen die Wirtschaftsgebäude wie in Evershof. Klein Trebbow. Das ehemalige Gutshaus dient nun als Gemeinschaftshaus des Stadtteils Karlshof mit Versammlungsraum.und Pflegeheim. Ferdinandshof oder Mariawerth war relativ unproblematisch. Schönböken. Es dient heute als Alten. In Zurow bei Neubukow musste 2001 sogar das marode Gutshaus einem Neubaugebiet weichen. Die Aufrüstung durch das nationalsozialistische Regime verursachte die größten Verluste. Das Gut kaufte sich 1810 ein Hamburger Kaufmann zusammen. Bereits das junge Kaiserreich nahm Ende des 19. das Hofgelände bebaut und die Landwirtschaftsflächen aufgeforstet. Anlage von Militäreinrichtungen Ein weiterer Akteur. ist der Staat und seine Armee. Heute bewohnt das Gutshaus ein Unternehmer aus Hamburg mit seiner Familie. wie zum Beispiel in Grabau. Lockwisch Hof oder Retschow den Planungen zum Opfer. Tanzsaal und einem Raum für kulturelle Veranstaltungen. Das Gebäude wurde beim Bau des Fährhafens Mukran abgerissen. dass es sich um ehemalige Gutshäuser handelt. Nicht anders erging es dem Gutshaus Borchtitz auf Rügen. Das Stadtgut Karlshof zum Beispiel wurde 1916 aufgelöst. Das Verwalterhaus sowie der Schweine. In Rostock tilgte der Bau des Überseehafens die Domäne Petersdorf und den Meierhof Oldendorf von der Landkarte. . Der Gutshof diente in der Zeit des Nationalsozialismus als Remonteamt. 1922 war damit bereits wieder Schluss. Der aufgestaute Nachholbedarf ließ viele neue Wohnund Gewerbegebiete entstehen. 1898 erwarb der Staat den Hof und richtete ein Remontedepot ein. Kellinghusen (Louisenberg) oder Reinbek (Hinschendorf) integrieren Gutshäuser in ihren Stadtkörper. Das Gutshaus Strecknitz ist Teil der Medizinischen Hochschule und Weißenrode ist erbbaurechtlich an eine ältere Dame für Wohnzwecke gebunden. Nicht nur die Neuanlage von Wohngebieten. Zurzeit wird das Gebäude als Sozialwohnheim genutzt. Krempelsdorf ist als Gemeindezentrum an die Kirche verpachtet. auch die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe forderte ihren Tribut. Das hat sich nach der Vereinigung grundlegend geändert. In Bad Schwartau ist um die Gutsanlage Cleverhof ein Gewerbegebiet entstanden.

Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 19 Einen weitaus intensiveren Eingriff in die Gutslandschaft stellt die Einrichtung von Bombenabwurf-. 1935 richtete dort die Wehrmacht einen Truppenübungsplatz ein. In den dreißiger Jahren baute die Wehrmacht die Erprobungsstelle der Luftwaffe in Rechlin sowie einen Flugplatz bei Lärz und richtete einen Bombenabwurfplatz ein. Fünf kleine Stadtgüter der Hansestadt Stralsund. Die Eingliederung in einen Schießplatz überstand das Gutshaus in Bücken bei Itzehoe noch schadlos. ob die Fläche des Gutes nur verkleinert. Mit der Freigabe zur Besiedelung des Truppenübungsplatzes 1920 wurde das Gutshaus dann doch abgetragen. Die Nachbarschaft zu einem Militärgebiet hat sich zum Vorteil verkehrt. Noch in den fünfziger Jahren ließ die Bundeswehr den Gutshof Hohensasel bei Plön für die Anlage eines Truppenübungsplatzes einebnen. . 1896 kaufte der Staat den ehemaligen Meierhof von Breitenburg auf. ging ebenfalls verloren. Roggentin und Schillersdorf zum Opfer. Das 1899 errichtete Gutshaus Ranzow auf Rügen ist in dieser Hinsicht doppelt gehandikapt. Ebenfalls im Eigentum des Bundes befindet sich die unter Naturschutz gestellte Halbinsel Buhlitz auf Rügen.und Bombenabwurfplatzes zu Werke. Dabei ist allerdings zu unterscheiden. Nach Angaben des Unternehmens scheiterte der geplante Wiederaufbau des Gutshauses bisher an der Lage im Naturschutzgebiet. teilweise sind im Gebäude bereits die Decken eingestürzt. Zur ersten Kategorie gehören zum Beispiel Christianshöhe bei Eckernförde und das bereits erwähnte Louisenberg. 1998 erwarb die in Köln ansässige Fundus-Gruppe die gesamte Halbinsel Wustrow von der TLG. Mittelhof und Westhof in Sundische Wiese wurden aufgelöst und abgerissen. Der Schießplatz wird noch heute von der Bundeswehr genutzt und gilt als einer der modernsten in Europa. Qualzow. das Gebäude an einen Privatmann zu verkaufen. Groß Wessek. Von den Gebäuden des einstigen Allodialgutes mit den Meierhöfen Neu und Klein Wustrow sind aufgrund der jahrzehntelangen militärischen Nutzung des Geländes allenfalls noch die Grundmauern vorhanden. So ökologisch wertvoll Militärflächen auch sind – in Sachsen siedeln sich auf einem Truppenübungsplatz sogar wieder Wölfe an – die Gutslandschaft ist auf eine Art rudimentäre Naturlandschaft zurückgeworfen. Schieß. wo die landwirtschaftliche Fläche fast gänzlich für die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes abgegeben wurde. Es liegt auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne der Sowjetarmee und im 200-MeterSchutzstreifen des Nationalparks Jasmund.und Truppenübungsplätzen dar. Heute beherbergt das Gebäude von um 1900 ein Hotel mit 15 Appartements. Den Abrissmaßnahmen entging lediglich ein Landsitz des Grafen von Klot-Trautvetter. Die Fonds-Gesellschaft kann bereits eine Reihe von Gutsanlagen auf der Insel Rügen ihr Eigen nennen. Rechlin. der Lübkehof und Osthof in Pramort sowie der Dünenhof. Mit dem Abriss eines großen Stallgebäudes 2001 ist das letzte bauliche Zeugnis des Gutes Bücken nunmehr verschwunden. ein Meierhof von Weißenhaus. Dabei stellt wohl der Abriss eines Großteils des Gutshofes Putlos an der Ostsee für Schleswig-Holstein den schmerzlichsten Verlust dar. Diesen militärischen Einrichtungen fielen die Güter Klopzow. die baulichen Anlagen für militärische Zwecke umgenutzt oder sogar gänzlich abgerissen worden sind. Leppin. In Mecklenburg-Vorpommern wurde um Rechlin quasi ein ganzer Landstrich überformt. Besonders rabiat ging das Militär ab 1936 auf der Halbinsel Zingst bei der Anlage eines Schieß. Den größten Raubbau an der Gutslandschaft durch militärische Maßnahmen betrieben die Nationalsozialisten in ihrer Aufrüstungsphase in den dreißiger Jahren. Außerdem behindert der rechtliche Status die wirtschaftliche Verwertung von Gebäuden. Darüber hinaus musste die ehemalige königliche Försterei Straminke weichen. wenn diese sich in einem Naturschutzgebiet befinden. Dem Bundesvermögensamt als Eigentümer gelang es erst im Sommer 2002. Seit dem Abzug der Sowjetsoldaten 1992 steht das Gutshaus leer. Das Gutshaus auf dem ehemaligen Militärgelände ist nur noch Geschichte. Der Schießplatz wurde aufgelöst und das Areal unter Naturschutz gestellt.

Göhren bei Strasburg. So hatten sich im Gutshaus Kurtshagen bei Anklam deutsche Truppen verschanzt. Das Gutshaus in Iven wurde von den Rotarmisten mutwillig mit Leuchtspurmunition in Brand geschossen. Der ehemalige Meierhof von Heiligenstedten wurde bis 1975 im Zuge eines Straßenbrückenbaus über die Stör abgerissen. Es wurde noch während des Krieges wieder aufgebaut.20 Kriegsverluste Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Die Aufrüstung führte in den Zweiten Weltkrieg. Bereits 1941 brannte das kombinierte Wohn. das Vorwerk Gaatz und der Forsthof Scheide zerstört. Besonders hart traf es Neustrelitz. Heute markieren nur noch Bäume den einstigen Hofplatz. konnte aber wiederhergestellt werden. Nieden. Das großherzogliche Schloss wurde wenig später durch Brandstiftung vernichtet. Das Gebäude brannte nach Beschuss ab. Heinrichshof bei Ueckermünde. Das Herrenhaus Sophienhof bei Waren wurde von einer SS-Einheit in den letzten Kriegstagen mit eingelagertem Kulturgut unter anderem des Pergamon-Museums in Berlin gesprengt und vernichtet. Überhaupt war Kiel und Umgebung besonders stark betroffen. Der Sünderuphof mit seinem Gutshaus von 1750 und das Kuhhaus wurden 1942 schwer beschädigt. Der ehemalige Nebenhof von Kaden brannte 1944 ab. An Wirtschaftsgebäuden ging die große Scheune in Kiel-Seekamp und die Oppendorfer Mühle verloren. Das Kieler Schloss wurde bis auf den Rantzaubau zerstört. Noch in den letzten Kriegstagen wurde der Landsitz Friedrichsruh bombardiert. Canzow. Ein weiterer Schwerpunkt der Kriegsschäden ist die Umgebung von Flensburg. Auf dem Land traf es den Meierhof in Ellerau. Karlshof bei Ribnitz-Damgarten und Wiebendorf in die Luft. In Schleswig-Holstein kam es vergleichsweise selten zu Schäden aufgrund direkter Kriegseinwirkungen. Das Restgebäude wurde gesichert und 1966 der zerstörte Teil verkürzt neu erbaut. Eine große Anzahl von Gutshäusern wie Damerow bei Waren. Ein Großteil der Stadt ging inklusive der Stadtgüter Mittenfelde und Steinwalde sowie des Landdrostei-Hauses (Amtshaus) in Flammen auf. Besonders hart traf es das Gut Schrevenborn in der Gemeinde Heikendorf und den Lindenhof in Mönkeberg. Das 1711 erbaute Kuhhaus in Altenhof brannte bis auf die Grundmauern nieder. Krumbeck bei Neustrelitz und Weitendorf bei Güstrow kunsthistorisch besonders wertvolle Gutshäuser verloren. 1943 wurde bei einem Bombenangriff auf die Raketenversuchsstelle in Peenemünde das gleichnamige Stadtgut der Stadt Wolgast. Melz und Schlatkow in Brand setzten. Röhsminde (Jarplundhof) verlor 1944 seine Wirtschaftsgebäude durch Brandbomben. Es kam allerdings nicht wie in Schleswig-Holstein ausschließlich zu Angriffen aus der Luft. Krüselin. der besonders in MecklenburgVorpommern große Verheerungen anrichtete. wurde aber im gleichen Stil und in ähnlicher Größe neu erbaut. Ein Bombentreffer brachte eine Hälfte des Herrenhauses in Rastorf zum Einsturz. Diekhof. Bei einem Bombenangriff auf den Reichsmarinehafen wurden die Hofanlagen 1944 vollständig vernichtet.und Wirtschaftsgebäude des Klostergutes Hohenhorst (Hof I) bei Preetz aufgrund von Brandbombentreffern ab. Marodierende Fremdarbeiter zogen durch das Land. . Hohensee. Bereits 1945 begann der Wiederaufbau des Wohnhauses. Osten bei Schmarsow oder Roggenhagen ging durch Kampfhandlungen zugrunde. Griebow. Sowjetsoldaten sprengten darüber hinaus kurz nach ihrem Einmarsch zum Beispiel die Gutshäuser in Badekow bei Boizenburg. 1945 wurden der Wagenschuppen und das Melkhaus des Ottenhofes bei Itzehoe durch Bomben zerstört. Neben den bereits genannten Objekten gingen 1945 durch die beschriebenen Vorgänge mit Behrenhoff. sondern in den letzten Kriegsmonaten besonders in Vorpommern und Ostmecklenburg auch zu schweren Kämpfen am Boden. die beispielsweise die Gutshäuser in Damerow bei Pasewalk. Aber auch Deutsche versündigten sich im eigenen Land.

2: Die verloren gegangenen Gutshäuser in Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern.5 14. Zieht man nur die Rittergüter und Meierhöfe als Vertreter der klassischen Gutslandschaft heran. Bei der Betrachtung der Hoftypen ist auffällig. .9 16.9 %). Die DDR gab mehrfach kleinste Siedlungen auf und siedelte die Einwohner um. Rechnet man die Anteile (Tab. dass diese einstmals weitab vom Haupthof errichteten kleineren Anlagen in der DDR-Zeit bevorzugt aufgegeben und dem Verfall preisgegeben wurden. zeigt sich.5 %) überproportional von dem Schwund betroffen. Und drittens ist es wahrscheinlich. Jahrhundert verloren gegangenen Gutsgebäude 21 Eine traurige Besonderheit stellen die vielen wüst gewordenen Siedlungen in MecklenburgVorpommern dar.3 %) und das Gebiet in und um Itzehoe für schleswig-holsteinische Verhältnisse überdurchschnittlich große Verluste auf.9 100. Die Abbildung 2 gibt an.1949 1950 .4 4.1. Erstens ist es möglich. dass in der Literatur und in den Güterverzeichnissen aufgeführte Nebenhöfe nie ein ausgesprochenes Gutshaus besessen haben und eher als Vorwerke oder sonstige Pertinenzien anzusehen sind.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2. dass der Schwund nach 1990 nur leicht an Dynamik verloren hat. 2) auf die Gesamtsumme der Verluste hoch und legt diese auf das Jahr um.3 Übersicht über die im 20.0 Mecklenburg-Vorpommern Anzahl 38 92 338 82 550 Prozent 6.4 Prozent liegen diese Gebäude weit über dem Durchschnitt aller Gutshäuser und ähnlicher Objekte im Lande. dass in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere die Gutshäuser der Meier.1 3. Zweitens ist es denkbar.1939 1940 .beziehungsweise Nebenhöfe verschwunden sind.7 61. Verfall und Abriss fielen nach der Wende in Mecklenburg-Vorpommern viele Gutshäuser und weitaus mehr Wirtschaftsgebäude zum Opfer. dass die bei der Erfassung hilfreichen Organisationen beziehungsweise Personen die zum Teil schmucklosen Zweckbauten nicht als Gutshäuser angesehen haben. Während in Mecklenburg-Vorpommern rund ein Viertel der Gutshäuser verschwunden ist. Parchim (-32. Mit einer Verlustrate von 39. Dieses Vorgehen schonte die begrenzten Ressourcen.2 62. Hier weisen die Landeshauptstadt Kiel (-38.0 Tab. treten darüber hinaus noch die Kreise Mecklenburg-Strelitz und Ostvorpommern hinzu. Die Gebäude verfielen oder wurden abgerissen. sind im gleichen Zeitraum in Schleswig-Holstein nur etwas mehr als zehn Prozent der Gutshäuser abgängig. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kreise Ludwigslust (-32. Hütthof bei Brüel (1974 aufgegeben) oder Ruhn bei Parchim (1980 untergegangen) auch größere Hofanlagen.3 100.8 %) und Uecker-Randow (-32.1989 1990 . Dieser Befund könnte auf die Kombination von drei Faktoren zurückzuführen sein. In der DDR-Zeit gingen pro Jahr Schleswig-Holstein Zeitraum des Verlusts 1900 .2003 Summe Anzahl 28 3 58 4 93 Prozent 30. deren Zeitpunkt des Verlusts in Erfahrung gebracht werden konnte. in welchen Regionen seit 1900 Gutshäuser den geschilderten Prozessen zum Opfer gefallen sind. Unter diesen Orten befanden sich beispielsweise mit Eickhof bei Bützow. Die Zahlen differieren im Untersuchungsgebiet ganz erheblich.5 %). der angrenzende Kreis Plön (-18.

Abb. 2: Der Anteil der verloren gegangenen Gutshäuser in den Ämtern des Untersuchungsgebietes Legende < 5 % der Gutshäuser 5 % bis < 15 % der Gutshäuser 15 % bis < 25% der Gutshäuser 25 % bis < 35 % der Gutshäuser 35 % und mehr der Gutshäuser Keine Gutshäuser vorhanden .

Speichern und Scheunen insbesondere von kleineren Höfen verloren. Fenster. In den neunziger Jahren waren es immerhin noch rund neun Gutshäuser pro Jahr. Ein Abriss ist dann nur noch eine Frage der Zeit oder die Gutshäuser fallen von alleine zusammen. Das ehemalige Lehngut Groß Kelle war bis zur Wende ein Volkseigenes Gut. Nicht zu vergessen ist der Schwund. Nur in sehr seltenen Fällen entstehen Gutshäuser wie Phönix aus der Asche neu. Die Eigentümer werden ihrer Verantwortung nicht gerecht oder sind mit den Gebäuden finanziell überfordert. Der Tourist als unbefangener Beobachter wird vielfach die Zusammenhänge kaum wahrnehmen.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 23 etwa zwölf Gutshäuser verloren. der zum Beispiel durch Brände verursacht wird. da viele Eigentümer im Zuge der Kollektivierung in den Westen flüchteten. Öfen und andere Einbauten heraus. Politische Verwicklungen löste der Abriss des denkmalgeschützten Gutshauses in Wamckow bei Sternberg aus. Die Gutshäuser verloren nach der Vereinigung ihre öffentlichen. Der Chef eines westdeutschen Entsorgungsunternehmens mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz lässt von dort einen großen landwirtschaftlichen Betrieb verwalten. Der Verlauf des Niedergangs gestaltet sich fast immer gleich. Eine Anfrage im Schweriner Landtag sollte die Verantwortlichen ans Licht bringen. Im Übrigen ist die Geschichte der Gutsanlagen gespickt mit teilweise katastrophalen Eingriffen in die Bausubstanz. ist für Mecklenburg-Vorpommern ein natürlicher Schwund von etwa einem Verlust pro Jahr anzusetzen. Zieht man die Zahlen für Schleswig-Holstein als Vergleichsmaßstab heran. Die Ruine wurde abgeräumt und der Eigentümer baute sich ein neues Feriendomizil in den Dimensionen des ehemaligen Kernbaus. Aus denkmalpflegerischer und kunsthistorischer Sicht sind diese Verluste sehr bedauerlich. dass die entstandenen Wunden wieder verheilen. In Mecklenburg-Vorpommern ging bereits relativ früh eine große Zahl von Stallgebäuden. Die Gutshäuser in Schabow bei Bad Sülze (1993). Die Hofanlage wurde dann von der Treuhand an die Familie von Heydebeck verkauft. Zargen. Das ist zum Beispiel in Groß Kelle bei Waren der Fall. Diese Gebäude wurden nicht mehr für die landwirtschaftliche Produktion benötigt. Unklare Eigentumsverhältnisse verhindern manchmal. Zu diesem Zweck wurden in die Scheune vier Ferienwohnungen eingebaut. Die Gebäude wurden 1999 abgerissen. In die leer stehenden Gutshäuser rücken Vandalen ein oder Plünderer reißen Türen. So brannte 1994 das Gutshaus in Wendisch Baggendorf nieder. Wirtschaftliche Standbeine sind die Pferdezucht und ein Reiterhof mit Gastpferdeboxen. Wanzka (1998) oder Boddin bei Hagenow (2000) gingen allerdings verloren. Für den Bauunterhalt . dass die Gutshäuser in potentere Hände gelegt werden können oder eine Sanierung dieser bereits weidwunden Gebäude erscheint zu kostspielig. Ein originalgetreuer Wiederaufbau ist dann möglich. Die örtliche Bevölkerung zeigt oftmals kaum Interesse am Schicksal der Gebäude. Ein besonders trauriges Beispiel stellen das kunsthistorisch wertvolle alte Gutshaus und der nicht minder bedeutsame Wirtschaftshof in Kittendorf dar. In Schleswig-Holstein brannte im Mai 2000 das 250 Jahre alte Herrenhaus Schönweide ab. Wenn die modernen Gebäude in den kommenden Jahrzehnten Patina angesetzt haben. besteht die Chance. zumeist sozialen oder kommunalen Funktionen und die Mietwohnungen wurden freigezogen. Allerdings wurde das Gebäude unter Verwendung alter Bauteile wieder aufgebaut. Das historische Gutshaus wurde abgerissen und auf den Fundamenten für eigene Wohnzwecke ein neues Gebäude erbaut. Norbert Rethmann baute das Gutshaus originalgetreu wieder auf. Noch stärker als die Gutshäuser sind die Wirtschaftsgebäude von Verfall und Abriss betroffen. wenn die Bewahrung des ursprünglichen Erscheinungsbildes im Rahmen eines betriebswirtschaftlichen Konzeptes sinnvoll erscheint. Nach der Jahrtausendwende scheint sich die Zahl der Abgänge in Mecklenburg-Vorpommern auf etwa vier Objekte pro Jahr einzupendeln.

erfolgte der große Aderlass an Wirtschaftsgebäuden in Schleswig-Holstein in den siebziger und achtziger Jahren. Im Rahmen der Arbeit wurden insgesamt 12 816 Gutsgebäude erfasst. In Schleswig-Holstein sind insgesamt 4611 und in Mecklenburg-Vorpommern 8205 Gebäude erfasst worden. Sie brannten ab – ob willentlich oder nicht – oder stürzten bei Stürmen in sich zusammen. Auf der anderen Seite nutzten bis zur Wende vielfach die LPGs Scheunen und Stallungen der größeren Gutsanlagen. Mit Sicherheit viele tausend Objekte. Nach 1990 brachen die Strukturen der DDR-Landwirtschaft zusammen und der Zwang zur Erhaltung dieser Gebäude allein aufgrund der Mangelwirtschaft viel weg. Höchstwahrscheinlich waren es einige Tausend mehr. so dass der Verlust der Gebäude nur eine Frage der Zeit war. So gibt es mehrere Fälle. wo zwei große Abrisswellen einmal in den fünfziger und sechziger Jahren sowie nach der Vereinigung über das Land gingen.1 Bauliche Ordnung des Gutshofes Der Mittelpunkt des Gutshofes bildet das herrschaftliche Wohnhaus. Ein Landesprogramm in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bezeichnung Herrenhaus sollte dem . Das können auch moderne Gebäude sein.24 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geschah nichts.2 Verbreitung der Gutslandschaft im Untersuchungsgebiet 2. das zeitweise den Namen Schandfleckenbeseitigungsprogramm trug. fördert den Abriss maroder Wirtschaftsgebäude. müssen um 1900 mindestens 25 000 Gutsgebäude im Untersuchungsgebiet existiert haben. wurden in Mecklenburg-Vorpommern 1938 Gebäude gezählt (-23. wo auf dem selben Platz zwei Objekte gezählt wurden.3 %). Bei sehr vorsichtiger Schätzung. die organischer Bestandteil eines Gutshofes oder einer ähnlichen Anlage gewesen sind. Während in Schleswig-Holstein seit 1900 genau 529 Verluste erfasst werden konnten (-11. Der Schwund ist in Mecklenburg-Vorpommern im Verhältnis mehr als doppelt so groß und zieht sich durch alle Gebäudetypen einer Gutsanlage. wie es bei den Gutshäusern geschehen ist.6 %). das Schicksal einer jeden Scheune oder eines jeden Stallgebäudes zu klären. Häufiger aber verfielen die Gebäude einfach oder wurden abgerissen. Wie dramatisch der Substanzverlust der Gutslandschaft im 20. die jedem ermittelten Standort im Durchschnitt sechs Gebäude zuordnet. Jahrhundert ist.5 %). Abweichend von den ermittelten Zahlen dürften seit 1900 weitaus mehr Gutsgebäude verloren gegangen sein. macht die enorme Anzahl der verloren gegangenen Gutsgebäude deutlich. die dennoch einen Überblick ermöglichen. während in Schleswig-Holstein überwiegend größere Wirtschaftsgebäude betroffen sind. weil anstelle des Vorgängerbaus ein neues Gebäude wesentlich anderer Art errichtet wurde. Von diesen Objekten gingen zwischen 1900 und 2003 insgesamt 2467 verloren (-19. Die Terminologie ist hierbei relativ eindeutig: Das Wohnhaus des Gutsherrn ist als Gutshaus definiert. 2. und der Verschönerung der ländlichen Siedlungen dienen soll. Vielmehr handelt es sich bei den genannten Verlustziffern um en passant gewonnene Daten. Die bereits vor der Wende nicht ausreichende Bauunterhaltung und der jahrelange Leerstand verursachte an den Wirtschaftsgebäude gravierende Schäden. So wurden nicht wiedergutzumachende Lücken in die Gutslandschaft gerissen. Das ist in diesem Rahmen gar nicht zu leisten und auch nicht nötig. wenn es in Verbindung zu einem Wirtschaftshof steht. Nun ist es nicht Aufgabe dieser Arbeit. Abweichend zu MecklenburgVorpommern. da im Sinne der Arbeit primär die Nutzung der bestehenden Gutsgebäude untersucht werden soll.2. Die verlorenen Gutsgebäuden sind im Untersuchungsgebiet ungleich verteilt.

oder Wirtschaftshof wird zumeist mit der Scheune und dem Kuhhaus von zwei sehr großen Wirtschaftsgebäuden dominiert. An die ebenfalls repräsentativen. zumeist als Breit. Der Bau. Nur hier und in den privaten Räumlichkeiten bestand die uneingeschränkte private Sphäre des Grundherrn und seiner Angehörigen. Der Gutshof wurde entweder als rechteckige oder halbkreisförmige axial-symmetrische Anlage errichtet (LEISTER 1952: 108).oder Querbau. . Dreilützow. dem großen Bauhof mit flankierenden Wirtschaftsgebäuden gegenüber. Das Torhaus mit Durchfahrt ist eine schleswig-holsteinische Spezialität und in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten. (1) (2) (3) (4) (5) (6) 1) Zufahrtsallee Landarbeiterkaten und Pertinenzien 2) Torhaus mit Torrisalit und Durchfahrt 3) Bauhof Wirtschaftsbauten (Kuhhaus. Das typische Herrenbeziehungsweise Gutshaus entstand erst im 18. Scheune) 4) Ehrenhof mit Kavaliershaus und Marstall 5) Herrenhaus mit Vestibül und Gartensaal 6) Park mit Gartenhaus oder Orangerie Abb. Jahrhundert. Bedeutende Exemplare gab und gibt es nur in Bellin.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 25 Wohnhaus des Gutsherrn eines Adligen Gutes vorbehalten bleiben.oder Festsaal bis zur Garten. Vielfach schließt ein Torhaus den Wirtschaftshof ab. jedoch mehr privat geprägten Bedürfnisse des adeligen Gutsbesitzers ist das Herrenhaus angepasst. Die Gutsanlage vereint mit ihrer Gebäudeanordnung die Anforderungen des landwirtschaftlichen Betriebes im Bauhof und die repräsentativen Erfordernisse im Ehrenhof.und Gerichtsherr ableiten. Johannstorf. die sich aus der Funktion als Grund. Die Funktion vieler Gutshöfe als Zentren von Verwaltungsbezirken beeinflusste das Sozialgefüge der ländlichen Bevölkerung in einem großen Maße. Im Inneren des Gutshauses setzt sich die Struktur des Gutshofes mit dem repräsentativen Empfang in der Eingangshalle über den Garten. So übte der Gutsherr neben dem politischen Mandat die Gerichtsbarkeit aus. Es ist meist aufwendig gestaltet und schließt die Lebensgrundlage des Gutes – den Bauhof – repräsentativ nach außen ab. was sich in repräsentativen Herrenhäusern manifestierte. 3: Schema einer adligen Gutsanlage (verändert nach BUBERT/WALTER 1995: 4). sollte die Bezeichnung Gutsgebäude für die übrigen Bauten eines Gutes verwendet werden. Dalwitz. Neben der ebenfalls repräsentativen Wirkung ergab sich ihre Funktion aus der Koppelwirtschaft. Von der Wortbedeutung her umfasst der Begriff Gutshaus alle Gebäude einer Gutsanlage. Um Verwechslungen mit dem herrschaftlichen Wohnhaus zu vermeiden. Luplow und Remplin (POCHER 1995: 35). Es bestimmt noch heute die Vorstellung von der baulichen Ordnung eines Gutshofes. Das idealtypisches Schema einer adligen Gutsanlage ist in Abbildung 3 dargestellt.und Parkanlage en miniature fort. In der Mittelachse liegt das Gutshaus.

In diese Kategorie fallen ebenfalls Hofanlagen. Kunkellehngut) gehören ebenfalls dazu. Die Meierhöfe. Darüber hinaus darf das Wohnhaus im Gegensatz zum klassischen Bauernhaus nicht über einen Wirtschaftstrakt (Stallanbau.und Stadtgütern zu. deren Anordnung und Größe der Gebäude die Bezeichnung als Gutshof rechtfertigt. ohne Zweifel ebenfalls Teil der klassischen Gutslandschaft.oder Allodialgüter) und Meierhöfe die zusammengefasst in geschlossenen oder zum Teil auch räumlich zersplitterten früheren Güterdistrikten (Ritterschaftlichen Ämtern) die klassische Gutslandschaft bilden. Entweder aus frühen Ausbauten aus Dörfern oder abgelegten Parzellenstellen von Gütern sind gegen Ende des 18. solange eine Hofanlage Gutsanlagen-Charakter (Abb. Ähnlich wie die Meierhöfe setzten sich Domänen sehr häufig aus einfacheren Zweckbauten zusammen. Kanzleigut. In Anlehnung an die genannten rechtlichen und architektonischen Kriterien gibt es drei Standortkategorien. dass die Besitzer immer das Ende der Pachtzeit vor Augen hatten. In diesen Regionen stellen allerdings die Domänen die spektakulärsten Hofanlagen dar. Große Forsthöfe sind als Gutsanlagen anzusehen. die zwar nicht den rechtlichen Status. Somit ist es sinnvoll. Selbst Hofanlagen Adliger Güter weichen häufiger von dem skizzierten Schema ab. Letztere wurden – wie der Name schon sagt – von Städten zur Pacht ausgelegt. wenn die genannten architektonischen Kriterien erfüllt sind. Die Eigentümer von Pachthöfen waren im Untersuchungsgebiet insbesondere die Stiftungen.26 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2. sind relativ anspruchslos gestaltet. 3) aufweist. . aber den baulichen Habitus einer Gutsanlage aufweisen.2 Typologie der Standorte Die Übereinstimmung von rechtlichem Status und architektonischer Ausformung der Gutsanlagen ist nicht immer gegeben. die ein sehr großes Wohnhaus integrieren. Lehn. Das ist anlehnend an die weitverbreitete U-Form der Meierhöfe auch beim Typus des Dreiseithofes der Fall. von denen aus durch einen Verwalter oder Pächter vom Haupthof weit entfernte Ländereien bewirtschaftet wurden. Jahrhunderts die Dreiseithöfe in Schleswig-Holstein hervorgegangen. Treten Gutshöfe auf kurzer Distanz auf. Allerdings sind Gutsanlagen auch Solitäre. und Adligen Klöster sowie die evangelische Kirche und Universität Greifswald. Daher wird im Folgenden auch eine historisch als Großbauernhof einzustufende Hofanlage als Gutsanlage bezeichnet. Die erste Gruppe sind die ehemaligen Adligen Güter (Ritter-. das rechtlich-historische sowie das architektonische Kriterium gleichwertig bei der Erfassung der Gutshöfe heranzuziehen. da ihre Anlage den Beginn der Aushöhlung der klassischen Gutslandschaft bedeutete.B. Bergeraum) verfügen. die bei der Erfassung der Gutshöfe zu berücksichtigen sind. An der Stirnseite so eines Dreiseithofes befindet sich das zumeist stattliche Wohnhaus. obwohl sie im historischen Sinne keine sind. Für den Touristen als interessierten Betrachter sind ohnehin zunächst historische oder rechtliche Entstehungsmomente zweitrangig. Die Höfe wurden vom jeweiligen Landesherrn eine festgelegte Zeit lang für einen bestimmten Geldbetrag verpachtet. Es handelt sich um Nebenhöfe der großen Gutsanlagen.2. Der Nachteil dieser Bewirtschaftungsform war. möglicherweise eingefasst in einer Dorflage. In Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Typus ebenfalls sehr häufig. Die zweite Gruppe von Gutsanlagen setzt sich aus solchen Höfen zusammen. Genauso ging es auf Pacht. Auch wenn diese Objekte in den ehemaligen Güterdistrikten entstanden sind. sind sie insbesondere für Schleswig-Holstein untypisch und in gewisser Weise entwertet. Scheune und Viehstall wurde gegenüber dem eigentlich überlegenen Bauernhaus mit seinem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach der Vorzug gegeben. Es gibt des Weiteren viele Höfe. Höfe mit ähnlicher Rechtsstellung (z. werden sie trotzdem den architektonisch definierten Höfen zugeordnet. Eine vorzügliche Unterhaltung der Gebäude und Pflege der Landwirtschaftsflächen war unter diesen Umständen kaum zu erwarten. insbesondere in den einstmals domanialen Gebieten. rechts und links davon sind die Wirtschaftsgebäude angeordnet. Dem Dreiseithof mit Wohnhaus.

Die Pächter hatten dann entsprechende Abgaben zu leisten. Zumeist befindet sich in mehr oder weniger großer Entfernung ein Bauhof. sondern häufig auch für Verwaltungszwecke. dass ein Damenstift zwei Spitzen hat. Seltener richteten kommunale oder private Waldbesitzer zum Zwecke der Forstwirtschaft solche Hofanlagen ein. Preetz. Malchow und Ribnitz (Stadt Ribnitz-Damgarten) nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst. Neben einem Teil der Steuereinnahmen diente der Bauhof der Versorgung des Amtmannes und seiner Entourage. Daher können sie als überdimensionale Amtshäuser oder Landsitze bezeichnet werden. Diese Einrichtungen wurden für die standesgemäße Versorgung der Damen mit zum Teil erheblichen Landbesitz ausgestattet. der dort die Steuern eintrieb. Nicht zufällig wurden in Mecklenburg die Territorien der Adligen Damenstifte als Klosterämter bezeichnet. Ob nun Adliges Gut oder Schloss. denen in der Regel auch Neben. dass es in der Regel kein herausragendes Wohnhaus gibt. die meisten dieser Objekte haben ihre Wurzeln in frühen militärischen Schutzbauten – den Burgen. Diese Nebengebäude dienen dem persönlichen Wohl des Eigentümers und haben keinen ökonomischen Nutzen.-Johannis-Kloster) und Uetersen. In Schleswig-Holstein gibt es diese Damenstifte in Itzehoe. Der Verbitter in Itzehoe ist noch heute der Sprecher der schleswig-holsteinischen Ritterschaft und oberste Rechtsund Verwaltungsinstanz des Klosters. In den Amtshäusern hingegen residierte der vom Landesherrn eingesetzte Amtmann. In MecklenburgVorpommern sind diese mittelalterlichen Relikte erheblich häufiger als in Schleswig- . Allenfalls haben diese großzügigen Anlagen einen Pferdestall. Ganz ähnlich wie die Adligen Klöster. der teilweise vom Bauhof am Kloster. ist der Umstand. Der Sphäre der klassischen Gutslandschaft sind eher die Adligen Klöster und Landsitze zuzuordnen. die genau genommen nicht im rechtlich-historischen und auch nicht im architektonischen Sinne Gutshöfe sind. für die allgemeine Verwaltung sorgte und zu Gericht saß. Küchenbau oder ein Gartenhaus. dass sie nicht in direkter räumlicher Verbindung mit Gebäuden für die landwirtschaftliche Produktion stehen. Die Adligen Klöster sind im Zuge der Reformation entstanden. Die dritte und kleinste Gruppe von Standorten beinhaltet jene Gebäude und Anlagen. Das liegt daran. Die großen landesherrlichen Schlösser – und nur solche dürfen auch so bezeichnet werden – dienten nicht nur als Wohnung des Landesherrn und seiner Angehörigen. In der Regel wurden Forsthöfe im Auftrag des Landesherrn erbaut. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die adeligen Damenstifte in Barth.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 27 wenn sie eine U-Form aufweisen. Dobbertin. Während der Säkularisation wurden in Klostergebäuden adelige Damenstifte eingerichtet. wie er noch heute in Eutin zu sehen ist. So wurden zum Beispiel in Farve und Gelting ehemalige Burgtürme in das jeweilige Herrenhaus integriert. Letztere sind zumeist von adeligen Grundherren erbaute villenartige Anwesen. Nicht selten wurden sie wie in Reinbek jahrzehntelang ausschließlich von Amtmännern als Wohnsitz genutzt. Aufgrund historischer und architektonischer Überschneidungen wurden aber auch diese Standorte in die Arbeit einbezogen.und Wirtschaftsgebäude zugeordnet waren. Steinerne Zeugen sind jedoch selten. Die Äbtissin oder Priörin ist für die Leitung der Konventualinnen und der Probst beziehungsweise der so genannte Küchenmeister für die Verwaltung des Klosters zuständig. Was diese Anlagen besonders macht. in denen die Ritterschaft ihre unverheirateten Töchter unterbringen konnte. Es handelt sich um herrenhausartige Gebäude. stellten in den historischen Ämtern und Landschaften die Amtshäuser einen Anlaufpunkt für die Bevölkerung dar. wenn in früheren Zeiten der Förster auch Landwirtschaft vornehmlich für den Eigenbedarf betrieb. durch größere Pachthöfe und von Bauernstellen bewirtschaftet wurde. die sich von einem Gutshaus nur dadurch unterscheiden. Schleswig (St. Das ist insbesondere dann der Fall. Häufig zeugt noch heute der Rest eines Wassergrabens von der wehrhaften Vergangenheit.

sind in den ermittelten Zahlen für 1900 eingerechnet. die im ersten Drittel des 20. die keine historische Bausubstanz mehr besitzen. Es gibt allerdings Beispiele wie Breitenburg oder Spantekow. Wie ist das Ensemble einzustufen. Nicht anders steht es um die neuzeitlichen Verwandten – die Festungen. Das gesamte Untersuchungsgebiet enthält folglich insgesamt 4147 Standorte. Die Wohngebäude für die Festungsbesatzung sind meist reine Zweckbauten. Allerdings wurden nur jene Standorte erfasst. Der restaurierte Burgturm wurde mit einem Stahlgerüst im Inneren versehen und ist als Aussichtsturm hergerichtet. Die historische Einordnung mancher Anlagen ist nicht immer leicht. ist eine weitgehende Erfassung der Gutsanlagen im Untersuchungsgebiet erforderlich. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurden alle Höfe bearbeitet. In die Gesamtzahl von 3564 Standorte sind allerdings auch jene eingeflossen. von Güterverzeichnissen. 2. Das Amt wurde später aufgelöst. Heute weisen Schleswig-Holstein 955 und Mecklenburg-Vorpommern 2609 Standorte mit historischen Gebäuden oder Anlagen auf. dass sich ab dieser Hektarzahl größere Hofanlagen entwickelt haben könnten. können aber auch mehr als ein Gutshaus aufweisen. Die ermittelten Standorte müssen also kein Gutshaus besitzen. Das sind Nebenhöfe von Gütern. Da die Umnutzung von Bausubstanz in der Guts. Mit der Einführung von Feuerwaffen ging man dazu über. Es ist davon auszugehen. Insofern liegt hier eine ähnliche Situation wie bei den Adligen Klöstern vor. dass es von außen kaum einen repräsentativen Charakter entfalten kann.3 Anzahl und Vorkommen der Standorte im Untersuchungsgebiet Um die Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gesichert abgrenzen und ihre touristische Relevanz untersuchen zu können. die zum Beispiel in größerer Zahl in der Stadt Schleswig anzutreffen sind. Sie ist bereits im 17. Domänen. weil diesen Hofanlagen ganz überwiegend ein Gutshof-Charakter zuzubilligen ist. wie das Beispiel Wesenberg zeigt.2. die die historischen oder architektonischen Kriterien erfüllen. die kein Gutshaus aufweisen. In unmittelbarer Nähe steht das ehemalige Amtshaus des Amtes Wesenberg im Burghof. Heute sind dort die Heimatstube. Ausgehend von der Auswertung topografischer Karten (Maßstab 1:25 000). Stadtbibliothek und die Tourist-Information untergebracht. dass Gutshöfe festungsartig ausgebaut worden sind. Zwar hat eine Burg mit dem Palas ein Hauptgebäude. Jahrhundert verfallen und 1801 teilweise abgerissen worden. Stadtgüter und Pachthöfe sind von diesem Verfahren allerdings ausgenommen. Gutshöfe. blieben die teilweise imposanten Stadthöfe des Adels ohne Berücksichtigung. Jahrhunderts über Grund und Boden von mindestens 100 Hektar verfügten. Amtshaus oder Forsthof? Dieses Dilemma zeichnet viele Standorte in Mecklenburg-Vorpommern aus. wobei selbst die Unterkunft des Festungskommandanten in der Regel kaum herausragt. als Burg. sondern allenfalls eine Statthalterwohnung in einem Wirtschaftsgebäude oder Arbeiterhaus. Topografien und anderer Publikationen gab es um 1900 in Schleswig-Holstein 1012 und in Mecklenburg-Vorpommern 3135 Standorte mit den oben genannten Anlagen (siehe Standortverzeichnis im Anhang). Als historische Bausubstanz wird jene . Enthalten sind darüber hinaus die Vorwerke. allerdings ist es so in die wehrhafte Anlage mit Mauern und Türmen eingebunden.28 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Holstein anzutreffen.und nicht in der Stadtlandschaft untersucht werden sollte. die wie Helenenruhe bei Itzehoe nach 1900 errichtet wurden. die weniger als 100 Hektar bewirtschaftet haben. Dabei sind so weit wie möglich auch Höfe berücksichtigt worden. Erdwälle oder steinerne Bastionen anzulegen. Das Gebäude diente danach als großherzoglicher Forsthof und Wohnung des Pachtfischers. Mitten in der Stadt liegt die ehemalige landesherrliche Burg Wesenberg auf einer Anhöhe. deren Gutshof-Charakter aber erhalten geblieben ist.

Zu addieren sind des Weiteren mindestens 94 Inspektor-. die sich von Angeln über Schwansen.5 Anzahl 1900: 4080 Anzahl 2003: 3186 Verlust: 21.1 6 6 0 55 48 12. bezeichnet. die sich weitgehend durch ihre Einbettung in Dreiseit-Hofanlagen qualifizieren.0 36 32 11. Diese Regionen lehnen sich sehr stark an die ehemaligen Güterdistrikte der klassischen Gutslandschaft an und befinden sich zudem.9 235 202 14. ergibt sich folgendes Bild (Tab.1 4 4 0 4 4 0 11 9 18.5 25 22 12.8 998 890 10. wie zum Beispiel in Schwansen oder Wagrien.9 % Tab.4 493 356 27. Gut/Rittergut Meierhof/Nebenhof großer Forsthof Domäne/Stadtgut sonstiger Pachthof Burg/Festung Schloss/Palais Amtshaus Adl.8 3082 2296 25. 4). Betrachtet man das Vorkommen der Standorte mit Gutshäusern in Schleswig-Holstein (Abb.0 289 176 39. 3): Um 1900 besaß Schleswig-Holstein 515 Gutshäuser im Zusammenhang mit Adligen Gütern und Meierhöfen. Diese Objekte sind allerdings nicht in Tabelle 3 aufgenommen worden.und Pächterhäuser in Schleswig-Holstein und 78 in Mecklenburg-Vorpommern. so erkennt man eine deutliche Häufung. Diese Gebäude dienten als Wohnung für den zweiten Mann in der Hierarchie eines Gutes und sind häufig ohne weiteres als Gutshäuser zu bezeichnen.0 1426 1099 22. zum Teil in ausgesprochenen Tourismusgebieten. Von diesen Vertretern der klassischen Gutslandschaft wies Mecklenburg-Vorpommern 1715 auf. .3 156 114 26. 3: Die Anzahl der aufgenommenen Gutshäuser und anderer Hauptgebäude von Anlagen der aufgeführten Typen in den Jahren 1900 und 2003 im Untersuchungsgebiet.4 15 13 13.2 3 3 0 360 326 9. ergibt sich für Schleswig-Holstein eine Anzahl von etwa 1200 und für Mecklenburg-Vorpommern von rund 4100 Gutshäusern. Das Gebiet um Itzehoe und der Geestbereich Nordfrieslands hat einige Gutsanlagen aufzuweisen. Betrachtet man allein die Gutshäuser. Das liegt darin begründet. Verwalter. Hinzu kamen in Schleswig-Holstein 432 und in Mecklenburg-Vorpommern 1283 Objekte.9 1 1 0 17 17 0 10 10 0 24 21 12.8 579 426 26. Eine so markante Ausprägung der Standorte mit Gutshäusern wie in Schleswig-Holstein gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Kloster Landsitz Dreiseithof Zwischenergebnis Gesamtergebnis Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Anzahl Anzahl Verlust Anzahl Anzahl Verlust 1900 2003 in % 1900 2003 in % 280 252 10. In Anbetracht dessen. Im gesamten Untersuchungsgebiet dürften um 1900 folglich etwa 5300 Gutshäuser existiert haben. Jene Gebiete mit einer ausgesprochen hohen Dichte von einem Standort auf weniger als zehn Quadratkilometer sind trotz der gravierenden Einbußen des letzten Jahrhunderts prinzipiell der Gutslandschaft zugehörig und lassen sich entsprechend vermarkten. dem Dänischen Wohld und quer durch Ostholstein mit einem Keil nach Hamburg erstreckt. dass von den Dreiseithöfen in Schleswig-Holstein schätzungsweise drei Viertel und in Mecklenburg-Vorpommern rund ein Drittel erfasst werden konnten. während in den übrigen westlichen Landesteilen Bauernhöfe das Landschaftsbild prägen.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 29 Typus Adl. die vor Ende des Zweiten Weltkrieges errichtet wurde.7 51 45 11.

4: Die Anzahl der Gutshäuser im Verhältnis zur Fläche der Ämter des Untersuchungsgebietes Legende < 10 km2 / Standort 10 km2 bis < 20 km2 / Standort 20 km2 bis < 50 km2 / Standort 50 km2 und mehr / Standort und weniger als zwei Standorte vorhanden .Abb.

und Eigentümergemeinschaften. Mittlerweile sind fast 60 Prozent der Gutshäuser in privater Hand.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 31 dass das gesamte Land von der Ostkolonisation berührt wurde und die naturräumliche Gliederung nur wenige Sanderflächen aufweist. wie zum Beispiel die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Organisationen mit Erwerbszweck sind zum Beispiel Genossenschaften und Kapitalgesellschaften. Ein kleiner Teil der Eigentümer sind Alteigentümer oder ihre Nachkommen. 4). die die Gebäude während der Bodenreform zugewiesen bekamen. Die in der Regel höhere finanzielle Potenz der Westdeutschen ist hierfür ursächlich. Kommunen oder werden durch kommunale Wohnungsunternehmen verwaltet.6 Prozent der Gutshäuser. Das eröffnet besondere Vermarktungs-Chancen im touristischen Bereich. Platen (Poggenhof. Hinzu treten Erben. Trotz der großflächigen Verbreitung der Gutslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Zone mit einer großen Dichte von Gutsanlagen auszumachen. Hahn (Basedow). Aufgrund dieser starken Position im Siedlungsbild des Landes hat die Gutslandschaft im Bewusstsein der Bevölkerung einen erheblich größeren Stellenwert als in Schleswig-Holstein. die ihren ehemaligen Besitz zurückerhalten oder zurückgekauft beziehungsweise gepachtet haben. So sind die Bassewitz (Dalwitz). Pentz (Volzrade). Jahrhundert als Land der Gutshäuser anzusehen. Hinter diesen Organisationen verbergen sich Stiftungen. wo bis auf das östliche Hügelland im Wesentlichen der Bauernhof das Siedlungsbild beherrscht. Die Bodenreform wirkt sich auch auf die Eigentumssituation vieler Gutshäuser aus. Die Bedeutung von Organisationen ohne Erwerbszweck als Eigentümer hat im Gegensatz zur Situation in Schleswig-Holstein keine große Bedeutung. Es gibt kaum einen Landstrich. Fast neun Prozent der Gutshäuser in MecklenburgVorpommmern sind auf zwei oder mehrere Eigentümer aufgeteilt und stellen damit Zweioder Mehrfamilienhäuser dar (Tab.3. der nicht eine nennenswerte Anzahl Gutshäuser aufweist. Oertzen (Roggow bei Bad Doberan). . Der Großteil dieser Objekte steht zum Verkauf oder wird in Zukunft auf dem Immobilienmarkt angeboten werden.5 Prozent überrascht. Dort und im Klützer Winkel östlich von Lübeck liegt der glückliche Umstand vor. Es handelt sich allerdings um ehemalige Pachthöfe und damit kleinere Anlagen.3 Gutslandschaft in der Gegenwart 2. Flotow (Teutendorf). Hinzu kommen 5. Der relativ niedrige Anteil von 3. Schätzungsweise die Hälfte der Privateigentümer großer Gutshäuser (Rittergüter) kommt aus Westdeutschland. die sich vom Klützer Winkel über das wellige bis kuppige Rückland der Mecklenburger Seenplatte bis zur Peenemündung in Vorpommern erstreckt. die sich im Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern oder des Bundes befinden. Levitzow (Lelkendorf). 2. Daher ist Mecklenburg-Vorpommern noch heute trotz der immensen Verluste im 20. Ebenfalls sind Güter auf Rügen sehr häufig. Rund ein Fünftel der Gutshäuser gehört den Landkreisen. Eine Vielzahl ist in den letzten Jahren bereits veräußert worden.1 Eigentumsstruktur der Gutshöfe Die Eigentumsstruktur der Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern ist aufgrund der bereits genannten Zersplitterung häufig unübersichtlich. Das sind zumeist jene Personen oder ihre Nachkommen. Vereine und die Kirchen sowie die Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald. Die größte Dichte an Gutshäusern wurde um Greifswald festgestellt. Die Wirtschaftsgebäude befinden sich oftmals in Verwaltung der BVVG beziehungsweise TLG oder sind aufgeteilt zwischen mehreren Eigentümern. da die Sanierung und Nutzung dieser häufig sehr großen Gebäude von einzelnen Privatpersonen kaum zu bewältigen ist. dass sich sehr viele Gutsanlagen in einem ausgesprochenen Tourismusgebiet befinden.

Schloß Grubenhagen.B.B. Mindestens 79 Gutshäuser gehören wieder dieser Personengruppe. Ulrichshusen. Spantekow) wieder in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause. Plessen (Schönfeld).5 100. kommunale Wohnungsunternehmen Privateigentum (Privatpersonen. gibt es noch einige mehr. Groß Luckow. Quitzin. Ein Anachronismus in Mecklenburg-Vorpommern und ein getreues Abbild schleswig-holsteinischer Verhältnisse.B. Hohendorf. Mohrmannshof. Lüskow. Polier (Samow). Pansevitz. Tressow bei Waren. Eigentümergemeinschaften Organisationen ohne Erwerbszweck (Stiftungen. Hartwigshof. Auf den Gutsanlagen in Dalwitz. Erben-. Krumbeck bei Neustrelitz. Die Mitglieder der weitverzweigte Familie von Maltzahn können mit Gützkow. Poppendorf.aaaaa Vorpommern. Vereine. Suckwitz. Redewisch bei Grevesmühlen. Schönfeld bei Gadebusch). Alt Negentin. Vanselow und Zarrentin bei Grimmen Hotel. Karbow bei Röbel. Schmatzin.oder Pensionsbetriebe.6 58. Ehepaare. Oftmals wurden die Gebäude auch gleich weiterverkauft (z. . Zietlitz). Nustrow. Stolpe bei Anklam. Charlottenhof bei Lübz.32 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Eigentumsform Anzahl 202 80 128 472 1333 81 2296 Prozent 8. Roggow bei Bad Doberan. Nustrow. Alteigentümern oder ihren Nachkommen ist es allerdings relativ selten gelungen. Personengesellschaften) Organisationen mit Erwerbszweck (Kapitalgesellschaften) Summe Tab. Die Höfe reichen von eher bescheidenen Dimensionen bis zu großen Gutsbetrieben von mehreren hundert Hektar (z. Gutsanlagen mit einem Landwirtschaftsbetrieb zu verbinden. Zum Beispiel bestehen in Barkow bei Lübz. 4: Die Eigentumsstruktur der aufgenommenen Gutshäuser in Mecklenburg.0 3. Das fast leer stehende Gutshaus in Zornow gelangte an einen Niederländer. Samow.6 20. Ein Nachkomme des Alteigentümers der Gutsanlage Buchar (Stadt Altentreptow) betreibt Erdbeeranbau und Direktvermarktung. Kommunen. Strohkirchen.8 3. Reischvitz). und Schwerin (Göhren. Samow und Vanselow findet nicht nur Landwirtschaft statt. Groß Gievitz.B. denn in vielen Fällen existiert das Gutshaus nicht mehr (z. Mindestens 25 Gutshöfe im Besitz dieser Personengruppe befinden sich im Zusammenhang mit einer landwirtschaftlichen Nutzung. Schack (Glewitz bei Grimmen). Reischvitz. Miltzow. In den Gutshäusern beziehungsweise -anlagen von Alt Jargenow. Krumbeck. sondern es werden auch Ferienwohnungen angeboten. Weitendorf bei Güstrow oder Zapel) oder es bestand kein Interesse an der Übernahme des Gutshauses (z.B. Ulrichshusen und Vanselow sogar sieben Gutshäuser ihr Eigen nennen. die nach 1990 im Osten Deutschlands insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich ihr Glück zu machen versucht. Die Nutzung der Gutshäuser zum Zwecke des Tourismus ist bei den Alteigentümern sehr beliebt. Chemnitz).0 mehrere Eigentümer. Settin. Dalwitz. Dakendorf. Todenhagen und Volzrade wurden Ferienwohnungen eingerichtet. Lelkendorf. Hof Steinhagen (Wangern). Alteigentümer. Kirchen) Bund (z. die in den Besitz von Landflächen oder Wirtschaftsgebäuden gelangt sind. Pinnow bei Malchin. Stellshagen. Quitzin. Kaarz. Personen aus dem Nachbarland gehören zu jener Personengruppe im Besitz von Gutshäusern. BvS) und Land Landkreise.5 5.

dreißiger und fünfziger Jahren aufgesiedelten Gutsanlagen weisen teilweise ähnlich zersplitterte Eigentumsverhältnisse wie in Mecklenburg-Vorpommern auf.und Wirtschaftsgebäude auf verschiedene Eigentümer aufgeteilt. In das Gutshaus Strecknitz hat das Uniklinikum Lübeck ihr medizinisches Laser-Zentrum untergebracht. . Betrachtet man die Eigentumsverhältnisse der Gutsanlagen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als Ganzes. Eigentümergemeinschaften Organisationen ohne Erwerbszweck (Stiftungen. Dieser Umstand ist eine Folge der Aufsiedlungen in den zwanziger und dreißiger Jahren. Die Hansestadt Hamburg nennt die zwei Staatsgüter Wulfsdorf und Wulksfelde ihr Eigen.4 5. Vereine. Krempelsdorf. Personengesellschaften) Organisationen mit Erwerbszweck (Kapitalgesellschaften) Summe Anzahl 12 45 21 50 744 18 890 Prozent 1. Nach einem Brand stand das Gutshaus lange Zeit leer und wurde von einer Bauherrengemeinschaft wieder aufgebaut. Die in Schleswig-Holstein in den zwanziger. Ein beredtes Zeugnis legt davon die Gutsanlage Dunkelsdorf bei Ahrensbök ab. Kirchen) Bund und Land Landkreise. Hagen. Sie haben ihre Wirkungsfelder im sozialen (Freudenholm. Ein großer Teil des Gutshofes findet als Landeskulturzentrum Verwendung. Der ehemalige Pferdestall wurde jüngst aufwendig saniert und Wohnungen eingebaut. Stockelsdorf) in Schleswig-Holstein sind im kommunalen Eigentum und befinden sich nicht in Verbindung mit einem landwirtschaftlichen Pachtbetrieb. Wulksfelde ist als landwirtschaftlicher Betrieb verpachtet. Direkt gegenüber befindet sich die ehemalige Remise. Immerhin 50 Gutshäuser (z. tlw. tlw.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Eigentumsform mehrere Eigentümer. Schönböken) oder das Gutshaus beherbergt ein Internat (Louisenlund). Siggen). kommunale Wohnungsunternehmen Privateigentum (Privatpersonen. Nütschau. Ehepaare. wissenschaftlichen (Borstel. 5). zwei weitere im Inspektorhaus.1 2.0 33 Tab. Klein Nordsee.3 5. So könnte die aufgenommene Eigentumsstruktur der Gutshäuser in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unterschiedlicher nicht sein (Tab.6 2. Vereine. Padelügge). Trenthorst bei Westerau) und auch religiösen Bereich (tlw. Eine landwirtschaftliche Nutzung findet man auf der Anlage nicht mehr. kulturellen (Ahrensburg.B. Das Gut wurde 1954 aufgesiedelt und das Gutshaus sowie die Neben. Hoisbüttel. Noer. Karlsburg. Das kunsthistorisch bedeutsamste Gutshaus im Eigentum des Landes ist Salzau. Der größte Anteil der kommunalen Gutshäuser in Schleswig-Holstein steht im Zusammenhang mit den Domänen des Kreises Herzogtum Lauenburg.0 100.6 83. Kommunen. 5: Die Eigentumsstruktur der aufgenommenen Gutshäuser in Schleswig-Holstein. lässt sich die Tendenz feststellen. Die Folge sind hier wie dort teilweise stark divergierende Nutzungen und Erhaltungszustände der einzelnen Gutsgebäude auf engstem Raum. Erben-. Sie wird nur noch in geringem Umfang genutzt und ist in einem schlechten Zustand. dass es zu einer Annäherung der Eigentumsstrukturen kommt. Heute wohnen dort drei Familien. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nutzt mit Hohenschulen und Lindhof zwei dem Land gehörende Gutsanlagen als Versuchsgüter. Stiftungen und ähnliche Organisationen spielen in Schleswig-Holstein eine ähnlich große Rolle wie die Kommunen und Landkreise. Nütschau.

die auf den Urlaub auf dem Gutshof abzielt. ist deutlich erkennbar. Tralau) oder erbauten sich manchmal im Park ein modernes Wohnhaus (Borghorst. Jedes Gebäude wird genutzt und trägt zur Wertschöpfung des Standortes bei. sondern zumeist über Vermietung oder Verpachtung abgewickelt. Bis 1990 wurde der Wirtschaftshof von der örtlichen LPG bewirtschaftet. Hemmelmark. das im Verwalteranbau des Gutshauses wohnt. Rohlstorf. die zersplitterten Gutsanlagen wieder in eine Hand zusammenzuführen. Der Eigentümer lebt die meiste Zeit des Jahres in München. Es setzt sich langsam die Erkenntnis durch. besteht die vermehrte Gefahr.und Wirtschaftsgebäude sowie des näheren Umfeldes des Gutshauses möglich ist. Das Bestreben. Das Gutshaus war nur noch von wenigen Mietern bewohnt und ruinös. Denn das Gutshaus ist die Wirtschaftsgebäude für sich genommen allenfalls eine Landvilla. Die ebenfalls dort untergebrachte Gutsherberge für bis zu 40 Personen wurde aufgelöst und weitere Ferienwohnungen eingebaut. Bis 1994 gelang es einem Privatmann das Gutshaus mit dem verwilderten Park. In Schleswig-Holstein ist es in den letzten Jahrzehnten in mindestens 31 Fällen insbesondere zu Abtrennungen von Herrenhäusern vom Hof gekommen. So ist es nicht verwunderlich. und die ehemalige Schmiede verbirgt ein Nebengelass und den Streichelzoo für die Feriengäste. Das ist zurzeit beim Herrenhaus der 1976 verkauften Gutsanlage Roest in Angeln der Fall. Kaltenhof). weil die Gutsanlagen in der Regel mit leistungsfähigen landwirtschaftlichen Betrieben verbunden sind. . In Mecklenburg-Vorpommern ist statt der zunehmenden Zersplitterung der Eigentumsverhältnisse ein gegenläufiger Trend erkennbar. Darüber hinaus wird der Eigentümer in die Lage versetzt. Bis auf ein verloren gegangenes Gebäude gegenüber vom Gutshaus konnte so das gesamte Ensemble in ein Nutzungskonzept einbezogen werden. wenn es sich nicht um sehr unrentierliche Gebäude wie große Gutshäuser handelt. dass eine vernünftige Nutzung häufig nur unter Einbezug der Neben. dass es Bemühungen gibt. Die Remise wurde ebenfalls in eine Ferienwohnung umgebaut. häufig an vermögende Privatpersonen zum Zwecke der Wohnnutzung oder für soziale sowie gewerbliche Zwecke. Erst dieser Bezug schafft den erforderlichen Kontext zur Gutslandschaft. Quarnbek. So geschieht es zum Beispiel bei einer touristischen Vermarktungsstrategie. Kluvensiek. die ehemalige Scheune. negative Einwirkungen zu minimieren. Die auf den Höfen ablaufenden Umnutzungsvorgänge werden selten über Verkäufe. Die Betreuung der Feriengäste übernimmt das Hausmeister-Ehepaar. dass diese Objekte auf dem Immobilienmarkt angeboten werden und häufiger leer stehen. wenn eine Nutzung und Vermarktung unter Ausnutzung der besonderen Eigenart einer Gutsanlage erfolgen soll. Dies ist um so dringlicher. Remise und Schmiede zurückzukaufen. Zersplitterte Eigentumsverhältnisse kommen vergleichsweise selten vor.und Nutzungsstruktur in Schleswig-Holstein erheblich günstiger als in Mecklenburg-Vorpommern dar. den Besitz zusammenzuhalten. Das Gutshaus beherbergt heute sieben Appartements und ein Café für bis zu 30 Personen. Ein außerordentlich positives Beispiel ist der Gutshof Groß Behnkenhagen bei Miltzow in Vorpommern.34 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Trotzdem stellt sich heute die Eigentums. Zumindest innerhalb der geschlossenen Anlage sind ungewollte negative Einwirkungen ausgeschlossen. Diese Gebäude wurden von den Eigentümern als zu drückende finanzielle Last und als zu unbequem empfunden. Der Tenne genannte Saal bietet Platz für Feierlichkeiten mit bis zu 70 Personen. zogen die ehemaligen Eigentümerfamilien zumeist in bescheidenere Nebengebäude wie das Inspektorhaus (Bredeneek. Nach Verkauf. Vermietung oder Verpachtung. Sind die Gutshäuser erst einmal vom Hof und der Wirtschaftsgrundlage des landwirtschaftlichen Betriebes getrennt. In der Scheune befinden sich großzügige Ferienwohnungen (70-140 qm). Allerdings nur.

Welche Folgen es haben kann. einige Räume werden von einem Tischtennisverein genutzt. stellt für die Erhaltung. Das Gutshaus befindet sich zur Hälfte in Privateigentum und wird von der Eigentümerfamilie auch bewohnt. Allerdings ist aufgrund der komplizierten Verhältnisse die Aufteilung der Abrisskosten auf die Eigentümer strittig. wenn der Zukauf von Wirtschafts. insbesondere aufgrund der Bodenreform in Mecklenburg-Vorpommern. zeigt das Beispiel Passow bei Lübz. Die Gemeinde hat nun den Vorplatz neu gestaltet. Das Gutshaus war bis 1993 Kulturhaus mit Wohnungen. es ist nur noch eine Ruine. Zersplittertes Eigentum. Die anderen beiden Drittel befinden sich einerseits im Privatbesitz und andererseits im Eigentum der BvS. ist der Abriss vorgesehen. Der Zustand des Gutshauses ist mäßig. Die Baumaschinen sollen auf die Rückseite des Wirtschaftsgebäudes verlegt werden. Auf dem Areal der Gutsanlage hat sich allerdings auch ein Baumaschinenhandel angesiedelt.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 35 Abb. . Gar nicht ungewöhnlich sind Eigentumsstrukturen wie jene der Gutsanlage Groß Toitin in der Stadt Jarmen. Vermarktung und Nutzung von Gutshäusern und vor allem Wirtschaftsgebäuden eine schwere Hypothek dar. Landkreis Demmin. Kindergarten und Gaststätte und wurde dann langsam geräumt.und Nebengebäuden misslingt oder versäumt wird. Da sich das Gebäude nur noch in einem schlechten Zustand befindet. Vis-à-vis zum Hotel präsentierten sich Bagger und Radlader (Abb. Ein Drittel eines größeren Stallgebäudes gehört ebenfalls der Stadt. Bibliothek. bevor es 1996 an einen Privatmann verkauft wurde. Diese Gebäudeteile stehen leer. 5: Ein Baumaschinenhandel beeinträchtigte die Nutzung des Gutshauses in Passow als Hotel (Mai 2000). Bürgermeisteramt. Die andere Hälfte gehört der Stadt. 5). Eine Mietwohnung ist noch belegt. Dieser sanierte das Gutshaus und eröffnete ein Hotel mit 20 Doppelzimmern sowie sechs Suiten und richtete zwölf Ferienwohnungen in den beiden Seitenflügeln ein.

3. finden sich ebenfalls überproportional viele leere Gutshäuser (29 %). Eine gewisse Bedeutung kommt noch . Alle gängigen Nutzungsmöglichkeiten laufen ins Leere. Im Gegensatz zu den eher bescheideneren Gutshäusern in Vorpommern haben ihre Vertreter (z. da Leerstand in der Regel mit mangelnder Pflege und Unterhaltung verbunden ist und die betreffenden Gebäude dann schnell in ihrer Substanz gefährdet sind. aber viele der neuen Eigentümer scheinen ihre Investitionen erst einmal zurückgestellt zu haben. Das gilt in Mecklenburg-Vorpommern im besonderen Maße auch für die Kreise Demmin. Güstrow und Rügen.3 Prozent der Gutshäuser ohne Nutzung. Die Gutshäuser sind im Verhältnis etwas weniger von Leerständen betroffen.7 Prozent erheblich geringer ausfällt als in Mecklenburg-Vorpommern. dass die Quote der Leerstände der erfassten Gutsgebäude in Schleswig-Holstein mit 4. ein ausgesprochenes Tourismusgebiet. So ist es nicht verwunderlich. wie zum Beispiel Leerstand aufgrund von Eigentümerwechseln oder Sanierungsarbeiten. Dementsprechend ist auch der Erhaltungszustand. Gärten und sonstiger Anlagen ist der Angelpunkt aller Erhaltungsbemühungen. Mit rund 32 Prozent befinden sich überdurchschnittlich viele Gutshäuser im Eigentum der Gemeinden. Darüber hinaus findet man in dieser Region eine Konzentration von ungewöhnlich großen Objekten. was einer Quote von 3. die übrigen 1815 Gebäude stehen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Entwicklung tragfähiger Nutzungskonzepte ist insbesondere für diese verwaisten Objekte dringlich.B. Dort sind 38. aber kaum ein Interessent lässt sich von einem Kauf überzeugen. Auf den zweiten Blick sind die Ursachen jedoch vielschichtiger und in den einzelnen Regionen von unterschiedlichem Gewicht. die Abwanderung ist vergleichsweise hoch. Die Gutshäuser sind zwar verkauft worden.2 Ungenutzte Gutsgebäude Das Problem ungenutzter Gutsgebäude. Der Landstrich an der polnischen Grenze ist extrem strukturschwach. Dort sind 29 Prozent der aufgenommenen Gutsgebäude ungenutzt.9 Prozent ist fast siebenmal so hoch wie in Schleswig-Holstein. im Landkreis Nordwestmecklenburg. In Schleswig-Holstein stehen zurzeit 32 Gutshäuser leer. Im Untersuchungsgebiet wurden insgesamt 10 349 noch existierende Gebäude erfasst. 6) zeigt einige regionale Besonderheiten. Das Gutshaus Lancken in der Gemeinde Dranske auf der Insel Rügen ist zum Beispiel seit 1967 ohne Nutzung. Schleswig-Holstein mit der Großstadt Lübeck in unmittelbarer Nähe. Aber nur 192 von ihnen befinden sich in SchleswigHolstein. Auch der Anteil der Kommunen als Eigentümer der ungenutzten Gutshäuser ist mit rund 14 Prozent sehr gering. Das Gefährdungspotenzial ist in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern durchaus unterschiedlich.36 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2. Abgesehen von den prozentualen Anteilen: wo viele Gutsanlagen vorhanden sind. Allerdings gibt es in diesem Sinne auch neutral oder positiv zu bewertende Leerstände. Groß Schwansee oder Lützow) im Landkreis Nordwestmecklenburg fast schlossartigen Charakter.4 Prozent entspricht. Im äußersten Westen von Mecklenburg-Vorpommern. vernachlässigter Parks. Dahingegen finden sich in Mecklenburg-Vorpommern 572 ungenutzte Gutshäuser. Von diesen Objekten stehen 2007 leer. was einem Anteil von 19. Für die Veräußerung wurden viele Gutshäuser leergezogen. vernünftige Nutzungskonzepte zu entwickeln und die Finanzierung sicher zu stellen. Das könnte ein Grund für die Leerstände sein.6 Prozent des erfassten Bestandes entspricht. Hier sind die Bedingungen eigentlich ungleich günstiger als im UeckerRandow-Kreis: gute Verkehrsverbindungen. Die geografische Verteilung der ungenutzten Gutshäuser (Abb. Die Quote von 24. Dort konnten aufgrund der großen Anzahl von Gutshäusern frühzeitig viele Objekte nach der Belegung mit Flüchtlingen wieder leergezogen werden. Mit weitem Abstand ist der Kreis Uecker-Randow von Leerständen am stärksten betroffen. stehen auch viele Gutshäuser leer. Für solche großen Gebäude ist es ungleich schwieriger.

6: Der Anteil ungenutzter Gutshäuser in den Ämtern des Untersuchungsgebietes Legende < 5 % der Gutshäuser 5 % bis < 15 % der Gutshäuser 15 % bis < 25% der Gutshäuser 25 % bis < 35 % der Gutshäuser Keine Gutshäuser vorhanden 35 % und mehr der Gutshäuser .Abb.

zurück. die an den örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet sind. Die Begründung: der Vater sei dänischer Staatsbürger gewesen und erst zu DDRZeiten enteignet worden. Die endgültige Zuordnung vieler Gutshäuser wurde dadurch verhindert. Dort gründete sich der Verein Behren Gut e. ging die Anzahl bis zum 31. Gab es am 3. Das Gutshaus verbleibt im Eigentum des Bundes. Oftmals wurden aufgrund mangelnder finanzieller Möglichkeiten oder anderer Prioritäten notwendige Unterhaltungsaufwendungen unterlassen. Am einfachsten erscheint eine Nutzung im urbanen Raum. durch die Förderung der freiwilligen Zusammenlegung leistungsfähigere Kommunen zu erreichen. Dort ist neben einigen Mietwohnungen das kommunale Kulturzentrum mit Räumen für Theateraufführungen und Konzerte sowie einer Kunsthandwerkerausstellung und Galerie untergebracht. Jugendliche. Oktober 1990 noch 1116 Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern. Ende 1991 gab das Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen in Schwerin das Gebäude und 509 Hektar Land an Nikolaus Graf Bernstorff. Ohne diese Zuordnung sind die Vermarktung oder Investitionen in die Erhaltung und Instandsetzung aber kaum möglich. im Gutshaus eine kulturelle Begegnungsstätte mit Freizeitangeboten für Kinder. Im Gegenteil. befindet sich in einem absolut ländlich geprägten Gebiet und ist noch am ehesten mit den Verhältnissen in . Ein weiteres Kriterium ist das Verhalten der Gemeinden. das Ende 2000 die Klage in letzter Instanz abwies. Mit 472 Gutshäusern befindet sich noch eine große Anzahl in ihrem Eigentum. Positive Beispiele gibt es einige. So stritt zum Beispiel die Familie zu Putbus nahezu ein Jahrzehnt um ihren einstmals sehr großen Besitz auf der Insel Rügen. die vom Verein betreut werden. So gelangte das Gutshaus des 1925 aufgelösten Gutes Stockelsdorf 1950 durch Ankauf an die Vorortgemeinde von Lübeck. Gegen die darauf erfolgte Rücknahme der Rückgabe klagte Graf Bernstorff bis zum Bundesverwaltungsgericht. Bereits im semiurbanen Bereich liegt das Herrenhaus Hagen in der Gemeinde Probsteierhagen bei Kiel. Senioren und Frauen zu schaffen. staatsanwaltschaftliche Untersuchungen brachten ans Licht. Allerdings sind diese an ein Mindestmaß der Bevölkerungsdichte gebunden. dem Sohn des Alteigentümers. Nur über solche örtlichen Initiativen lassen sich dann auch die vielen staatlichen Fördermöglichkeiten wie im Falle von Viecheln das Denkmalschutz-Sonderprogramm Dach und Fach oder den EU-Regionalfonds LEADER II beziehungsweise LEADER+ anzapfen Vor allem fehlt es an finanzierbaren Nutzungskonzepten. ein Ortsteil der Gemeinde Lehmkuhlen. Das es auch anders geht. Nun wurde das Gutshaus zum Gemeindezentrum mit Gastwirtschaft und Kunstwerkstatt umgebaut. Ein trauriges Zeugnis dieser Problematik legt das unter Denkmalschutz stehende Gutshaus Raguth in der Gemeinde Tessin bei Wittenburg ab. Das Herrenhaus wurde bis zur Wende als Kindergarten genutzt und befand sich bis dahin noch in einem befriedigenden Zustand. dass der Alteigentümer mitnichten die dänische Staatsangehörigkeit besessen hatte. Aufgrund jahrelanger völlig fehlender Bauunterhaltung und von VandalismusSchäden befindet sich das Gebäude in einem ruinösen Zustand. Zur Erhaltung des Gutshauses geschah nichts. Rethwisch. Dezember 1999 auf 1010 zurück. zogen Anfang der neunziger Jahre Asylbewerber in das Gebäude ein. zeigt das Beispiel Viecheln in der Gemeinde Behren-Lübchin. Zunächst Sonderschule. mit dem Ziel. Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern sind in der Regel sehr klein und fühlen sich mit dem Erhalt der großen Gebäude überfordert. Dafür wurde eine Gaststätte und im Wintergarten ein Veranstaltungssaal für bis zu 80 Personen eingerichtet. Die ortsansässige Bevölkerung ist nicht immer am Erhalt der Gutsgebäude interessiert.38 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern immer der leidigen Eigentumsfrage zu. Der Abriss scheint unausweichlich.V. Es existieren mehr als doppelt so viele Gutshäuser wie Gemeinden im Lande. Die Landesregierung versucht.

Manchmal finden dort Orchesterproben (z. Mietwohnungen und ein Kirchenraum untergebracht. Auch die Privatisierung ist keine Gewähr für eine Sanierung und Nutzung. In die Bauerhaltung wurde und wird häufig nicht genug investiert. einer Arztpraxis und einem Gemeindezentrum mit Veranstaltungssaal. wurde das Objekt im Rahmen der Bestandsaufnahme nicht als leer stehend eingestuft. Wenn eine Nutzung sporadisch stattfindet oder auch nur ein Raum dauerhaft genutzt wird. Die Erscheinungen so einer Unternutzung sind vielfältig. Zumeist betrachten die Kommunen den Verkauf als die praktikabelste Alternative. Das Freigelände ist mit über 200 Fuchsien bepflanzt und hält einen Grillplatz für die Besucher bereit. dass sich im Eigentum der Gemeinde Ankershagen befindet. Bürgermeisterzimmer und Bibliothek ebenfalls viele Funktionen. Das Gutshaus in Grabowhöfe bündelt mit fünf Mietwohnungen. Das Vorhaben wurde mit Mitteln aus dem EU-Programm LEADER und der Gemeinschaftsaufgabe (GA) Agrarstruktur und Küstenschutz des Bundes und der Länder gefördert (Kap. kann sich für die Erkundung des Nationalparks ein Fahrrad in der angeschlossenen Ausleihstation mieten. Daher müssen tragfähige Konzepte möglichst viele Nutzungen bündeln. Viehställe. Darüber hinaus befindet sich im Gebäude eine Gaststätte. Die Gebäude sind zu reinen Spekulationsobjekten verkommen oder dienen der Steuerersparnis. Das Herrenhaus wird nur noch sporadisch als Gästehaus und für private Feierlichkeiten genutzt. 4). nichts in den Erhalt zu investieren. Wer will. der 1950 aufgesiedelt wurde. Im Herrenhaus Rantzau wurde früher ein Hotel betrieben. Scheunen oder Speicher werden nicht mehr benötigt und stehen leer oder werden nur in geringem Umfang genutzt. Es handelt sich um einen ehemaligen Meierhof des Adligen Gutes Lehmkuhlen. Allerdings bleiben viele Gemeinden auf ihren Gutshäusern sitzen. In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Unternutzung der Gutshäuser weiter ver- .Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 39 Mecklenburg-Vorpommern vergleichbar. wie das beispielsweise in Rantzau oder Saxtorf der Fall ist. sind Legion. Für die Wirtschaftsgebäude in Schleswig-Holstein hat der Strukturwandel in der Landwirtschaft ebenfalls einschneidende Folgen gehabt. Das Gutshaus Rothensande (Waabs) steht leer. Im Gutshaus von Friedrichsfelde bei Waren. Die Ländereien werden von Wetterade aus bewirtschaftet. Verbreitet ist auch die gelegentliche Nutzung für Kulturveranstaltungen.B. Dem Adebar kann mit Hilfe einer Kamera via Monitor beim Brutgeschäft zugesehen werden. Auf der Blomenburg bei Selent gibt es Konzerte (Selenter Burgkonzerte). dass zahlreiche Wirtschaftsgebäude in den letzten Jahren abgerissen wurden. Eine weitere Ausstellung erinnert an den in der Nähe in Sommerstorf geborenen Dichter und Übersetzer Johann Heinrich Voß. Oldensworter Musiktage) statt. Manchmal werden die Gutshäuser nur noch von einer älteren Person bewohnt. Im Gutshaus sind der kommunale Kindergarten. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Bevölkerungsdichte noch erheblich geringer als in Schleswig-Holstein. um eine kontinuierliche Pflege zu gewährleisten. Nicht zu vergessen sind die vielen nur wenig genutzten Gutsgebäude. Von dieser Praxis sind neben einer Reihe von Gutshäusern vor allem viele Wirtschaftsgebäude in MecklenburgVorpommern betroffen. Die ökonomischen Zwänge führten dazu. In Kaltenhof bei Gettorf hat sich der Eigentümer des Gutshauses ein modernes Wohnhaus im Park erbaut. Die Hausherrin ist Innenarchitektin und präsentiert in einem Showroom im Keller mehrere Tausend Stoffmuster. wurde 1999 eine Informationsstelle des Müritz-Nationalparks mit Nationalpark-Ausstellung und Beobachtungsstelle für Störche eingerichtet. In einigen Fällen bleibt daher sogar eine dauerhafte Nutzung nach erfolgter Sanierung aus. Beispiele für den Ankauf in der festen Absicht. seit geraumer Zeit wohnt jedoch nur noch die Eigentümerin dort. Ausstellungen und Märkte. Das Herrenhaus Wulfshagen dient während des Schleswig-Holstein Musik Festivals als Gästehaus.

während das andere Ende bereits zusammenfällt. Das eine Ende eines Gebäudes kann noch bewohnt sein.3. Nutzungen. die auch in den schleswig-holsteinischen Gutshäusern immer häufiger vorzufinden sind. Besonders eigentumsrechtlich aufgeteilte Gutshäuser sind bezüglich ihres Zustandes nur schwer einzustufen. wenn eine Hälfte noch bewohnt wird und die andere leer steht (Abb. 7). Ab und zu wird noch ein Raum für Gemeindevertretersitzungen genutzt oder ein bis zwei Wohnungen sind vermietet. 2. die Kosten für den Unterhalt abzuwerfen. betreiben Cafés und vieles mehr. Trotz dieser Konvergenz ist immer noch eine Diskrepanz bezüglich des Erhaltungszustandes der Gutshäuser zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern festzustellen. Dort gibt es 134 Gutshäuser. orientierten sich die neuen Gutsherren am Konzept des Offenen Hauses. Die Eigentümer wohnen mit Mietern unter einem Dach. Die Privateigentümer in Mecklenburg-Vorpommern waren sich dieser Problematik zumeist bewusst.40 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Abb. Die Landwirtschaft vermag kaum noch. Außerdem werden die Gebäude in Schleswig-Holstein von den zumeist nur noch kleinen Familien als zu groß und unbequem empfunden. um die vielen Räume überhaupt nutzen zu können und an laufende Einnahmen zu gelangen. als sie sich für den Erwerb eines Gutshauses entschieden. breitet. die dieser Kategorie zuzuordnen sind. vermieten Ferienwohnungen. Diese Objekte befinden sich überwiegend in kommunaler Hand.3 Übersicht über den Zustand der Gutsgebäude Der Besitz eines Gutshauses bedeutet in der Regel eine erhebliche Belastung für die Eigentümerfamilie aufgrund der arbeitsintensiven und kostenträchtigen Pflege und Erhaltung des Hauses und Gartens. Das kann bei großen Objekten zu grotesken Situationen führen. Wenn nicht ohnehin genügend finanzielle Mittel vorhanden waren. Der grundsätzlich schlechtere Bauzustand der . 7: Das Gutshaus der ehemaligen Domäne Mamerow ist seit langer Zeit nur noch auf der linken Seite bewohnt (November 1994). stellen ihre Räumlichkeiten für Feierlichkeiten zur Verfügung.

Erhaltungsinvestitionen werden daher soweit wie möglich vermieden. So ist zum Beispiel Charlottenhof in der Gemeinde Wangels nur noch von einer älteren Person bewohnt. Viele Privateigentümer wohnen nicht vor Ort und sind mit ihrem Besitz nicht verwurzelt. Viele Gemeinden sowie Bund. bis größere Probleme auftreten. Der Zustand ist fast ausnahmslos zumindest als befriedigend einzustufen. in Wahrheit marode sein können.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 41 Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern liegt in der vielfältigeren Eigentumsstruktur begründet. deren Mängel zumindest in einem der drei Schadensgruppen zu einer Funktions- Abb. Einen mäßigen bis schlechten Bauzustand weisen 35 Gebäude auf.oder Wasser und Sanitärinstallationen zumeist fünf Schadensgruppen herangezogen. Fenstern und Außenwänden. Mindestens 840 Gutshäuser in Schleswig-Holstein fallen in diese Kategorie. Gas. den Fenstern. Fünf Objekte sind in einem sehr schlechten Zustand oder sogar ruinös. Um diese Gebäude braucht man sich noch nicht sonderlich zu sorgen. weil äußerlich noch intakt wirkende Gebäude. also der Bewertung von Dach. Land und Privatpersonen wollen die Gebäude loswerden. zum Beispiel aufgrund von baubiologischen Schäden. die keine sichtbaren Mängel an Dach. Als mäßig sind jene Objekte zu bezeichnen. Als Gebäude mit gutem Bauzustand gelten jene. Fenstern und Außenwänden aufweisen. 8: Vom Herrenhaus Pansevitz auf der Insel Rügen sind nur noch der freigelegte Keller und die beiden Treppentürme vorhanden (Oktober 2003). Dieser Befund sollte aber nicht täuschen. Eher kosmetische Mängel wie einzelne schadhafte Stellen in den drei Schadensgruppen ohne Funktionsverlust deuten auf einen noch befriedigenden Bauzustand hin. fußt die Beurteilung des Bauzustandes grundsätzlich auf den äußeren Eindruck. . Auch bewohnte Gutshäuser können gefährdet sein. Da eine Kenntnis der Situation im Inneren der Gebäude häufig nicht vorhanden ist. Außenwänden. Daher können die ermittelten Angaben nur ein Anhaltspunkt sein. Das Gebäude weist teilweise bereits Baumängel auf und es ist nur eine Frage der Zeit. Hausfluren und Treppenräumen sowie Elektro-. Das ist in Schleswig-Holstein weitgehend anders. Zur Bewertung des Bauzustandes eines Gebäudes werden mit dem Dach.

Um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Auf dem Gutsareal ist ein Neubaugebiet geplant. einem Meierhof von Deutsch-Lindau. Die Grundmauern wurden für den Bau eines Maschinenschuppens verwendet.1 1.und Wärmeschutz führt oder die Verschließbarkeit mangelhaft ist. 6) in Großgruppen zusammengefasst. Fenstern und Außenwänden charakterisiert. . Gebäude im sehr schlechten Zustand sind nicht mehr bewohnbar. Der Hof wurde 1958/59 aufgesiedelt. wenn allenfalls noch Gebäudeteile aufrecht stehen. Bei Ruinen sind das Dach oder die Zwischendecken eingefallen. ist das Gebäude untergegangen.6 0. die durchlässig sind oder der Putz großflächig abgeplatzt ist. Schleswig-Holstein Zustand gut bis befriedigend mäßig bis schlecht sehr schlecht bis ruinös Ruinenrest Summe Anzahl 840 35 5 3 883 Prozent 95. Ein schlechter Bauzustand wird durch massive Mängel und Verschleißerscheinungen an Dach.0 Mecklenburg-Vorpommern Anzahl 1129 698 232 31 2090 Prozent 54.42 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beeinträchtigung geführt haben. begehbare Kellergewölbe werden allerdings als Ruinenreste betrachtet.4 11.0 0. Dieser Zustand liegt beispielsweise vor. 6: Der Bauzustand der Gutshäuser in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern einschließlich der Ruinenreste. Wenn nur noch Fundamente vorhanden sind. Dass aber auch ruinöse Gebäude noch zu retten sind. wurden nicht eingestuft. wenn nur die stark gefährdeten oder sogar ruinösen Gutshäuser betrachtet werden.0 33.0 Tab. Stark gefährdet ist das Gutshaus des Hofes Stuth in Strukdorf. wenn die Dachhaut großflächig abgelöst ist und die Außenwände Risse und Fugen aufweisen. sind die gemachten Angaben zum Bauzustand (Tab.5 100. Das ehemals stark verfallene Gutshaus wurde zumindest soweit saniert. dass die Denkmalschutzbehörde einer Abrissgenehmigung zugestimmt hat. Vom Herrenhaus Pansevitz auf der Insel Rügen sind zum Beispiel nur noch die Reste der beiden Treppentürme erhalten (Abb. Eines davon ist das Gutshaus Schmabek bei Itzehoe. Das ist dann der Fall. Gebäude.3 100. brannte ab. Die Lehmwände des denkmalgeschützten Gebäudes haben bereits so sehr gelitten. Der bekannteste Vertreter der ruinösen Gutshäuser in Schleswig-Holstein ist das Herrenhaus in Gülzow. Die beiden zuletzt genannten Kategorien wurden als Verlust gewertet.1 4. Das Pachtverhältnis des Kreisgutes lief 1994 aus. Eine Außenwand des denkmalgeschützten Gebäudes ist bereits eingefallen. Das Gutshaus erwies sich für den Resthof als zu groß und steht leer. Der großen Anzahl von 232 Objekten in Mecklenburg-Vorpommern stehen nur fünf in Schleswig-Holstein gegenüber. wenn undichte Fenster zu keinem ausreichenden Nässe. an denen grundlegende Sanierungsarbeiten im Gange sind. Die Familie Stuth hat sich ein neues Wohnhaus erbaut. die nicht über den Bodenhorizont hinausragen. Dieser ist mittlerweile abrissreif. Noch erhaltene. 8). Vier weitere Gutshäuser sind ruinös und ihr Fortbestand ist mehr als ungewiss. Von Ruinenresten ist dann zu sprechen. zeigt das Beispiel Brookhusen in der Gemeinde Benitz bei Rostock. Das Gutshaus von Ruckforde. Als gesichert ist die Diskrepanz bezüglich des Bauzustandes zwischen den Gutshäusern in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern anzusehen. dass es wieder Überlebens-Chancen hat.

was sich positiv auf den Erhaltungszustand ausgewirkt hat. Die Eigentümer fühlen sich nicht für ihren Besitz verantwortlich. In Mecklenburg-Vorpommern ist zu beobachten. die meistens auch einen Park oder zumindest einen großen Garten besessen haben. Aber etwas weniger als ein Drittel kann als nur mäßig oder sogar nur schlecht erhalten gelten. Immerhin jedes zweite Gebäude hat zumindest einen befriedigenden Erhaltungszustand. Bis in das 20. Fast jedes dritte Gebäude ist in die Kategorie mäßig bis schlecht einzustufen und rund ein Fünftel der Nebengebäude ist in einem sehr schlechten Zustand oder ruinös. dass die Parkanlagen überwiegend in einer mehr oder weniger rudimentären Form vorhanden sind. Die Neben. Ganz besondere Probleme sind mit der Erhaltung der Gutsparks verbunden. dass sie vor dem Aus stehen. Der Landschaftspark in Burg Schlitz bei Teterow ist sogar rund 80 Hektar groß. Häufig wird nur noch ein kleiner Kernbereich gepflegt. Schlösser und ähnliche Anlagen. Diese Objekte fließen natürlich nicht in die Bilanz ein. Amtshäuser. Aus den besagten Gründen haben immerhin drei Viertel der Nebengebäude in SchleswigHolstein zumindest einen befriedigenden Erhaltungszustand. Nur rund jedes vierte dieser Gebäude befindet sich mindestens in einem befriedigenden Zustand.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 43 Was die Neben. Speicher und große Stallgebäude sind dort wie auch in Schleswig-Holstein häufig funktionslos geworden und schwer umzunutzen. Die Parkfläche in Rundhof beträgt beispielsweise 38 Hektar. Im Untersuchungsgebiet bestanden 1900 insgesamt 4080 Gutshäuser. . Oftmals fehlt aber auch das Geld. Etwa ein Fünftel der Scheunen. Scheunen. Jahrhundert hinein hatten die Gutsbetriebe ausreichend Personal. Grundsätzlich sind bei der Beurteilung des Erhaltungszustandes die Neben. heruntergekommene Gebäude in unmittelbarer Nähe seines Wohnhauses zu dulden. Etwa fünfzehn Prozent weisen einen mäßigen bis schlechten und rund jedes zehnte Nebengebäude einen sehr schlechten oder sogar ruinösen Bauzustand auf. Die Erhebung sollte schwerpunktmäßig die Gutshäuser erfassen. Ungünstiger stellt sich die Situation in MecklenburgVorpommern dar. Marställe oder Verwalterhäuser in der Regel einen besseren Erhaltungszustand als andere Gebäudetypen. Trotz der Möglichkeit eines gewissen Maschineneinsatzes sind die Eigentümer heute vollkommen überfordert. Allerdings ist bei der Beurteilung der allgemeinen Erhaltungssituation nur eine grobe Schätzung möglich. Ein Teil dieser Objekte wird voraussichtlich in den nächsten Jahren abgerissen werden. Daher haben Kavaliershäuser. denn ein Abriss ist teuer. In Schleswig-Holstein wurden während der siebziger und achtziger Jahre viele überflüssige Wirtschaftsgebäude abgerissen. Kleinere Wirtschaftsgebäude wie Stellmachereien ließen sich des Weiteren leicht für die Wohnnutzung umbauen. Der Großteil dieser Gebäude steht vor dem Untergang. dass zum Beispiel Landarbeiterhäuser oder Schnitterkasernen schon immer bewohnt waren. Nur rund die Hälfte der Nebengebäude befindet sich in einem befriedigenden Zustand oder besser. Rund 35 Prozent lassen sich als mäßig bis schlecht erhalten bezeichnen. dass Ruinen Jahre oder gar Jahrzehnte stehen bleiben.und Wirtschaftsgebäude wurden nicht vollständig ermittelt. Etwa 40 Prozent weisen einen sehr schlechten oder ruinösen Zustand auf. Bei der Beurteilung der immer noch günstigeren Situation als in Mecklenburg-Vorpommern ist ein statistischer Effekt zu berücksichtigen. stellt sich die Situation sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Mecklenburg-Vorpommern zum Teil erheblich ungünstiger dar. Speicher oder großen Stallgebäude in Schleswig-Holstein sind so weit heruntergekommen.von den großen Wirtschaftsgebäude zu unterscheiden. Ein weiterer Aspekt ist. Insbesondere in Schleswig-Holstein wird der Eigentümer des Gutshofes eine geringe Neigung haben. um die Parkanlagen zu pflegen. In Schleswig-Holstein sieht die Lage der großen Wirtschaftsgebäude nur scheinbar günstiger aus.und Wirtschaftsgebäude betrifft. Noch ungünstiger ist die Situation der großen Wirtschaftsgebäude in Mecklenburg-Vorpommern. So ist es nicht verwunderlich.

In Schleswig-Holstein gibt es 13 fürstliche Parkanlagen im Zusammenhang mit den landesherrlichen Schlössern. Bei 53 dieser Standorte ist das dazugehörige Gutshaus im Laufe der letzten hundert Jahre verloren gegangen. Das erfordert hohe Anfangsinvestitionen. In Mecklenburg-Vorpommern forderten die Ereignisse nach 1945 einen besonders hohen Tribut. Wie man Ruinen noch etwas abgewinnt. Aber auch die völlige Verwahrlosung ist nicht selten. Für diesen Zweck müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Der Park bildet mit dem Gutshof und der umgebenden Landschaft ein Kontinuum. Jersbek. Feuerholz war nach dem Krieg Mangelware. dass Parks als Gesamtkunstwerke vornehmlich aus lebendem Material – nämlich Pflanzen – ohnehin einem natürlichen Verfall ausgesetzt sind. was heute den Verkauf und Erhalt der benachbarten Gutshäuser sehr erschwert. In einigen Fällen wie in Endingen existiert noch eine Herrenhausruine. Amtsund Gutshäusern ermittelt. davon sind 538 im Wesentlichen noch vorhanden. Diese erscheinen besonders geeignet für eine gesellschaftliche Inwertsetzung. Häufig markieren nur noch alte Bäume in der Feldmark die ehemalige Hofanlage. die aus Kostengründen nicht mehr aufgebaut werden können. Einige Parkanlagen wie Putbus oder Neustrelitz haben aber trotz dieses Makels eine große Anziehungskraft. Vielfach müssen die historischen Anlagen als Totalverlust eingestuft werden. da die Schlösser bereits bedeutende touristische Anlaufpunkte darstellen. Standorte der nächsten Erhaltungsstufe sind als Parkreste zu bezeichnen. Hanerau. BUTLAR/MEYER 1996: 79). Klein Kubbelkow oder Klevenow wurden weitgehend abgeholzt. die vor langer Zeit gepflanzt worden sind und heute die ehemalige Gartenanlage anzeigen (POPPENDIECK 1996: 676-681).B.B.44 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wie zum Beispiel in Gülzow. Zumeist sind die Grundzüge der Parkanlagen aber noch erkennbar. ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern günstiger. Sind zum Beispiel die Hofgebäude marode oder befindet sich in unmittelbarer Nähe eine große Schweinemastanlage. zeigt das Beispiel Leuchtenberg im Landkreis Neustadt an der Weinstraße. Mittlerweile ist daraus ein Kulturspektakel unter dem Namen Leuchtenberger Sommer entstanden (CZOMMER 1995: 83). . Haseldorf. Häufig wurden die großen Landschaftsparks weitgehend aufgeforstet (z. Darüber hinaus sind 164 Gutsparks im Land inventarisiert (v. sich aber im attraktiven Umfeld eines gut erhaltenen Parks befinden. die als interessante Kulisse dienen kann. was im Laufe der Zeit immer mehr Besucher anlockte. Die Bandbreite der Erhaltungszustände der Gutsgärten und Parkanlagen im Untersuchungsgebiet ist enorm groß. Im Familienbesitz befinden sich nur Emkendorf. zumeist Frühblüher wie Primeln oder Wildtulpen. Diese Erhaltungsmöglichkeit ist für jene Gutshausruinen in Mecklenburg-Vorpommern interessant. Dort begannen Anfang der achtziger Jahre Idealisten in der Burgruine Theater zu spielen. Zu berücksichtigen ist. Karnitz. Das sind Zierpflanzen. Für die folgenden Zahlen kann kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden: in MecklenburgVorpommern wurden insgesamt 608 Parkanlagen im Zusammenhang mit Schlössern. Groß Schoritz. Auch mit diesen Objekten lässt sich im Sinne einer gesellschaftlichen Inwertsetzung insbesondere in den Bereichen Tourismus und Freizeit nur wenig anfangen. Bei der Spurensuche helfen auch so genannte Stinzenpflanzen. ist natürlich auch der Park in seiner Wirkung beeinträchtigt. Was die Zugänglichkeit betrifft. Viele Parkanlagen wie in Ganschvitz.B. Kambs bei Röbel). Krummendiek). Podewall) oder Wochenendhäuser in die Anlage gesetzt (z. Hierbei sind einige Relikte der ehemaligen Anlage noch erkennbar. Karlsburg ist verpachtet und dient als Sanatorium für Suchtkranke. Der Öffentlichkeit sind allerdings nur 20 von ihnen zumindest zum Teil zugänglich. Hohenstein oder Waterneverstorf. Allerdings müssen sich die Anlagen für diesen Zweck in einem guten Pflegezustand befinden. Seestermühe und Weißenhaus. Häufig wurden im Park Kleingartenanlagen geschaffen (z. Ascheberg. Das letztere Herrenhaus ist jedoch nicht bewohnt.

Im Vergleich zu Neubauten bestechen Bestandsimmobilien wie historische Gutsgebäude durch vergleichsweise günstige Kaufpreise. So ist es nicht verwunderlich. Sie sind insbesondere im ländlichen Raum anzutreffen.1).0 16. dass neben anderen Formen des Vermögensaufbaus der Erwerb von Immobilien traditionell eine große Bedeutung besitzt. Privateigentum Organisationen mit Erwerbszweck Summe Anzahl 19 3 38 138 40 4 242 Prozent 7.3.5 1. Das ist für Gutsgebäude in Mecklenburg-Vorpommern von Bedeutung.4.2 15. Werden allerdings andere Nutzungen präferiert. die dann zum Erhalt der Gartenanlagen beitragen können.9 1. 2. was sie als gehobene Wohnstandorte begehrt macht. In Schleswig-Holstein befinden sich die Gutsanlagen zumeist außerhalb geschlossener Ortschaften. Darüber hinaus erhält man mehr Fläche für sein Geld. Ihr Anteil an Eigentumsform mehrere Eigentümer Organisationen ohne Erwerbszweck Bund (z. dass nicht alle zum Verkauf stehende Gutshäuser erfasst werden konnten und viele bei einem stimmigen Nutzungskonzept durchaus zu erwerbende Gebäude offiziell gar nicht angeboten werden. Kommunen. Neubauten fallen nach dem Erstbezug rasch im Preis.2). Zu bedenken ist. Nur Strategien. Wohnungsuntern.0 Tab. weil mit dem Objekt auch erheblich höhere Erhaltungsaufwendungen verbunden sind. Selbst die große kunsthistorische Bedeutung mancher Gebäude vermag diesen Umstand nur selten aufzuwiegen. 7) zum Verkauf stehender Gutshäuser ist der noch große Gestaltungsspielraum bei der Auswahl für alle nur erdenklichen Aktivitäten als weiteres Positivum anzumerken. 7: Die Eigentumsform der zum Verkauf stehenden Gutshäuser (auch Teileigentum) in Mecklenburg-Vorpommern (Stand: Mitte 2003). Bei Objekten mit Mietwohnungen ist darüber hinaus die Mieterstruktur zu beachten.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 45 Viele Parkanlagen gehören den Gemeinden oder sind quasi öffentlichen Einrichtungen wie Hotels angeschlossen.7 100. Angesichts der in Mecklenburg-Vorpommern beachtlichen Anzahl (Tab. Dabei handelt es sich insbesondere um Objekte im Eigentum von Gemeinden. kom.B.7 57.4. . Gutsgebäude machen in dieser Hinsicht keine Ausnahme.4 Gutsgebäude auf dem Immobilienmarkt Die Menschen leben und arbeiten die meiste Zeit ihres Lebens innerhalb von Gebäuden. 4. Diese Auflagen sind innerhalb von Ortschaften weniger streng. weil sich viele Objekte nicht in Alleinlage befinden. was eine gewisse Einschränkung in der Verwertbarkeit bedeutet. Grundsätzlich ist bei der Auswahl der Kaufobjekte neben dem Bauzustand die Lage das wichtigste Kriterium für den langfristigen Werterhalt. können schnell baurechtliche Beschränkungen virulent werden (Kap. 4. als Ausgleich dient lediglich die steuerliche Abschreibung (Kap. BvS) und Land Landkreise.3. werden in Anbetracht der desolaten Haushaltslage der öffentlichen Hand unter Umständen zu einer direkten oder indirekten Freisetzung von finanziellen Mitteln führen. die eine Öffnung beinhalten. Bestandsimmobilien sehen in dieser Hinsicht langfristig günstiger aus.

Wirtschaftsgebäude abzureißen. noch relativ vollständig erhaltene Gutsanlagen zu finden. Der Abriss der häufig desolaten Wirtschaftsgebäude hilft unter Umständen bei der Vermarktung der Gutshäuser. Angebote sind wahre Raritäten. da über Jahre weitere Gutshäuser auf dem Immobilienmarkt angeboten werden dürften. Gleich auf liegen in ihrer Bedeutung als Anbieter Bund und Land sowie Privatpersonen. sind weitaus geringer als bei den Gutshäusern ausgeprägt. Ist das Angebot an Gutshäusern in Mecklenburg-Vorpommern auch groß. Verkäufe verursachen Aufsehen in den Medien und der Öffentlichkeit. wie sie zum Beispiel in Berlin beziehungsweise Rostock von der Deutschen Grundstücksauktionen AG beziehungsweise Norddeutschen Grundstücksauktionen AG durchgeführt werden. Wenige Makler und Agenturen haben sich auf dieses Geschäft spezialisiert. Die Eigentümerfamilie Kleingarn ergriff kurz nach der Wende ihre Chance und kaufte sich auf der Insel Rügen die Gutsanlage Hof Wollin. In Schleswig-Holstein wird viel häufiger vermietet oder verpachtet.und Wirtschaftsgebäuden eintreten. Bei Auktionen. Eine Versteigerung ist das letzte Mittel. wird wahrscheinlich die gegenläufige Tendenz bei den Neben. sich aber mit Auswanderungsplänen nach Südafrika trug. Der Schwerpunkt der Existenz lag nun eindeutig auf Rügen. Johannisthal war bis dahin ein landwirtschaftlicher Betrieb mit einer Netto-Ackerfläche von etwa 180 Hektar. Zu dieser Gruppe gehörte das ehemalige Adlige Gut Johannisthal bei Oldenburg in Holstein. Erfahrungen hatten die Kleingarns bereits in Johannisthal gesammelt. . Dieser Gestaltungsspielraum wird voraussichtlich auch in Zukunft nur wenig abnehmen. Eine große Anzahl Gutshäuser in oder zumindest in der Nähe von Erholungsgebieten sowie der großen Städte stehen zum Kauf zur Verfügung. zum Zuge kommt der Höchstbietende. In Schleswig-Holstein sind die Verhältnisse bezüglich der Erhaltung der Wirtschaftsgebäude günstigerer. der in Holstein als Verwalter arbeitete. weil der Verkauf des Gutes direkt mit dem Engagement der ehemaligen Eigentümer in MecklenburgVorpommern zusammenhängt. Der Fall ist umso interessanter. jedoch wird es in MecklenburgVorpommern in Zukunft immer schwieriger werden. Einige residieren sogar in Gutsgebäuden. wenn eigene Verkaufsbemühungen über einen längeren Zeitraum nicht gefruchtet haben. Die Landwirtschaftsfläche war bereits durch Abtretungen an einen weichenden Erben entscheidend verkleinert worden.46 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern den Verkaufsobjekten ist ohnehin bereits sehr groß. Im großen Stil zog sie dort Urlaub auf dem Bauernhof auf und richtete im Gutshaus und einem Stallspeicher insgesamt 17 Ferienwohnungen ein. Denn den Käufer kann man sich nicht mehr aussuchen. Ab und zu bewohnte der Sohn das Gebäude. Das Herrenhaus mit seinen 17 Räumen stand weitgehend leer. Die Beseitigung wird in vielen Fällen beispielsweise durch die Anlage von Neubaugebieten forciert. wie zum Beispiel im Gutshaus Schrixdorf bei Süderbrarup. Darüber hinaus ließ er einen Campingplatz anlegen. der auf seinem Anteil eine Kiesgrube mit Müll-Recycling-Anlage und Deponie betreibt. wo sie in der umgebauten Meierei zwei Ferienwohnungen betreuten. In Schleswig-Holstein läuft der Verkauf der Gutshäuser diskreter ab. Das ist eine im Vergleich zu den benachbarten Gutsbetrieben relativ geringe Größe. Die Hemmungen. Die Landwirtschaftsflächen und Wirtschaftsgebäude wurden verpachtet. jedoch trifft man auch hier häufig keine oder nur eine wenig intensive Nutzung an. Aufgrund der geringeren Anzahl von Gutshäusern und der stabileren Eigentumsstruktur ist die Fluktuation auf dem Markt erheblich geringer als in Mecklenburg-Vorpommern. Anbieter sind neben den Gemeinden die TLG und BVVG sowie im wachsenden Umfang Privatpersonen und Unternehmen. kommen jedes Vierteljahr Dutzende Gutsgebäude unter den Hammer. Von einem schlossartigen Gutshaus für mehrere hunderttausend Euro bis zur Stallruine für ein Mindestgebot von 500 Euro wird das gesamte Spektrum versteigert. Das Anwesen mit den Ländereien und fünf vermieteten Landarbeiterhäusern wurde schließlich verkauft.

deren Berufsausübung nicht unbedingt an einen bestimmten Ort gebunden ist.4. die ökonomischen Standortvorteile für Mittelstand und Handwerk. Daher sind auch Perspektiven außerhalb der Agrarproduktion zu nutzen. was die Verwendung als Hauptwohnsitz oder den Umbau zu Wohnungen nahe legt. Die Vorzüge einer naturnahen Umgebung können aufgrund moderner Verkehrs. Ausgehend von diesen Entwicklungsoptionen sind für Gutsanlagen als Ensembles und die entsprechenden Einzelgebäude eine Vielzahl von Umnutzungsmöglichkeiten denkbar. So ist eine intensivere Nutzung für Fortbildung und Qualifizierung durch Unternehmen sowie private und öffentliche Bildungsträger möglich.und Informationstechnologien immer besser genutzt werden. dass die landwirtschaftlichen Betriebe Einnahmen aus Bereichen erzielen. bietet sich die Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mit Hilfe von Einkommenskombinationen an. Dies ist gerade in Ostdeutschland erforderlich. Entwicklungsoptionen können dabei auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf einige Stärken des ländlichen Raumes aufbauen. Um die historischen Hofgebäude der Agrarbetriebe erhalten zu können. Weitere gewerbliche Dienstleistungen sind zwar in der Regel an eine gewisse Siedlungsdichte gebunden. Die Nutzung als Seniorenwohnanlage beziehungsweise betreutes Wohnen weist ebenfalls eine gewisse Peripherie-Fähigkeit auf. Beispielgebend ist hierbei das so genannte . die günstigen Entwicklungsbedingungen für Familien und das Ressourcenpotenzial« (WIRTH 1996: 19). Ländliche Räume immer weniger von der Landwirtschaft abhängig. Die entsprechenden Gebäude werden dort nicht mehr der landwirtschaftlichen Produktion zugeführt werden können. Handwerk und Dienstleistungen bieten Handlungsfelder. In abgelegenen Gebieten ist insbesondere das Handwerk maßgeblich in seiner Funktion als Arbeitgeber und Ausbilder. der geringe Bodenpreis. weil die ländliche Bausubstanz im Gegensatz zu Westdeutschland in einem weitaus geringeren Maße mit der Landwirtschaft verbunden ist. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt zu. Bei bestimmten Einrichtungen der Betreuung und Pflege kann Abgelegenheit sogar zum Standortvorteil werden. zu einer Verknüpfung der Potenziale zu kommen und die regionalen und lokalen Wirtschaftskreisläufe zur Ausschöpfung der regionalen Ressourcen zu nutzen. Viele Objekte drohen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herauszufallen oder sind es bereits. Handel.1 Außerlandwirtschaftliche Umnutzungsoptionen 47 Vor allem in periphären ländlichen Regionen treten Schwierigkeiten auf. für funktionslos gewordene Gebäude neue Aufgaben zu finden. Direktvermarktung sowie landwirtschaftliche und außerlandwirtschaftliche Dienstleistungen zusammenfassen lassen.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2. bieten aber Chancen im wachsenden Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen (Telematik). Jedoch zeigen einige Stärken in manchen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns nur eine geringe Ausprägung oder sind gar nicht vorhanden (vgl. der hohe Anteil an Wohneigentum. Die Perspektiven erscheinen günstig.4 Umnutzungsoptionen für Gutsgebäude 2. Es könnten aber auch Berufsgruppen angesprochen werden. familiären oder nachbarschaftlichen Umfeld zu verzeichnen. »Dies sind vor allem die überwiegend gute Lebensund Umweltqualität. das positiv wahrgenommene soziale Umfeld. Das heißt. SIEBERT/ZIEROLD 1996 und HERRENKNECHT 1995). Die Lebenserwartung nimmt immer weiter zu und damit auch die Zahl der demenziellen Erkrankungen. Es findet eine »Verjüngung« des Alters mit einem fortgesetzten Trend zur Entberuflichung statt. das Identitätsbewusstsein der Bewohner. Gewerbe. Gleichzeitig sind rückläufige Zahlen an potenziellen Helfern aus dem privaten. die sich mit den Stichworten ländlicher Tourismus. wobei es wichtig erscheint. Daher sind mögliche Entwicklungsperspektiven und Erhaltungsstrategien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern durchaus unterschiedlich.

und Bibliotheksschalter. Bis 2006 sollen rund 50 dieser Zentren im Land entstehen. Das Ziel von Nachbarschaftsläden ist es. als in den Gebäuden häufig der Rat der Gemeinde. Hinzu treten Räumlichkeiten des dörflichen Gemeinschaftslebens (Veranstaltungs. Solche Nachbarschaftsläden können ohne zusätzliche Förderung mit einem Einzugsgebiet von etwa 700 Einwohnern rentabel geführt werden. Geflügel. ein Energieversorgungsunternehmen. die überhaupt zum Erhalt des landwirtschaftlichen Betriebes beitragen. So können sich landwirtschaftliche Betriebe stärker als bisher auf Marktnischen konzentrieren. öffentliche und private Dienstleistungen sowie soziale und kommunikative Einrichtungen zu Bündeln. So sind insbesondere jene Maßnahmen zu begrüßen. ein Kulturraum.B. In diesem Rahmen kann historische Bausubstanz auch mit anderen Nutzungen verbunden werden. die Deutsche Bahn AG. Bei einem Pilotprojekt in der Verwaltungsgemeinschaft Bismark (Altmark) wurden die Stadtverwaltung. Post.bzw. die für eine Treffpunktfunktion sorgen und die Frequentierung der Einrichtung erhöhen. Kommunalverwaltung) ergänzt wird. Ein Lebensmittelgeschäft wird dann durch eine Postagentur. Lotto-Annahmestelle. Nachbarschaftsläden) erscheint ebenfalls Erfolg versprechend.und Schafhaltung relevant. Das Zusammenführen von Dienstleistungen ermöglicht es. Das Beispiel Schotten könnte eine interessante Alternative sein.und Kommunikationstechnologien (ZIMMERMANN 1995). Grundgedanke der skizzierten Ansätze ist es. Markt- . durch Integration von Dienstleistungsangeboten in einer örtlichen Lebensmittelverkaufsstelle die Versorgung der Gemeindebevölkerung zu sichern. VersandhandelsZweigstelle und weitere Funktionen ergänzt. während das Angebot durch zusätzliche Dienstleistungen (z. Räume für die Aus. Bei der Umnutzung von Hofgebäuden ist insbesondere die Schweine-. MarktTreffs bauen in der Regel auf eine Lebensmittelverkaufsstelle auf. Bank. Eine möglichst breite Bündelung von öffentlichen Infrastruktureinrichtungen (Versammlungsräume. sonst nicht rentabel zu führende Außenstellen auszulasten. Verwaltungsstellen) und Funktionen der Versorgung (Dorf. Lotto. ein Veranstaltungsraum. da sich in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der nahezu akzentfreien Sprache und niedrigen Löhne vermehrt Call-Center ansiedeln. Das Angebotsspektrum dieser Einrichtungen soll auf die individuellen Bedürfnisse der Gemeinden ausgerichtet sein.und IuK-Technik-Zentrum 1992 in Betrieb genommen wurde. German Parcel und die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) in einer Einrichtung vereinigt. Medienräume. Das Konzept von BürgerBüros stützt sich auf die Kombination von öffentlicher Verwaltung und kommerziellen Dienstleistungen in einer Einrichtung.2 Umnutzungsoptionen im Rahmen der Landwirtschaft Historische Bausubstanz im Besitz von Landwirten sollte in der Regel solange wie möglich agrarwirtschaftlich genutzt werden. eine Lebensmittelverkaufsstelle und soziale Einrichtungen untergebracht waren. 2.und Weiterbildung und ein Dienstleistungsbüro vereinigt. Insbesondere in den dünn besiedelten Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns bieten die oben genannten Ansätze Perspektiven für die Revitalisierung von Gutshäusern. so dass durch die verbesserte Frequentierung eine zentrale Stelle für die Grundversorgung in gering besiedelten Gebieten aufrecht erhalten werden kann. Der Schwerpunkt des Projekts liegt aber in der Ausbildung von Arbeitskräften im Bereich der Informations. Diese sind dort noch aus DDR-Zeiten als eine Art Gemeindezentrum in Erinnerung.48 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Gelbe Haus in Schotten (Hessen). die dort MarktTreffs genannt werden.und Vereinsräume sowie Räume für Jugend und Senioren).4. Das geschieht in SchleswigHolstein durch die Förderung von ländlichen Dienstleistungszentren. Unter einem Dach sind Informations. das Amt für Versorgung und Soziales Magdeburg. welches als Bibliotheks.

Für die Etablierung eines Hofladens mit allen Nebeneinrichtungen für Verarbeitung und Lagerung könnten viele ehemalige Wohn. Für die landwirtschaftlichen Flächen und damit für den Charakter der Kulturlandschaft sind bei sinkenden Agrarpreisen verschiedene Auswirkungen auf die Flächennutzungsstruktur möglich. Heil. Besonders geeignet sind Speicher und kleine Scheunen. Topinabur. Flachs und Hanf (BMBau 1997: 55). Auch sind in strukturschwachen ländlichen Räumen noch Potenziale durch die Stärkung der Direktvermarktung vorhanden. Ein weiterer Ansatzpunkt ist das Betreiben eines Bauernhof-Cafés mit einem Veranstaltungssaal als Vorstufe oder Zusatzangebot. . Sanddorn. Das heißt. Grünraumpflege.und Gewürzpflanzen oder Tabak sowie der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen. Der Windenergienutzung sind in Schleswig-Holstein wie Mecklenburg-Vorpommern besondere Chancen einzuräumen.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 49 nischen könnten auch solche landwirtschaftlichen Produkte sein. Ausflügler und Urlauber bilden zusammen mit der ortsansässigen Bevölkerung ein großes Kundenpotenzial. Welche Alternativen im Einzelfall gewählt werden. Große vorhandene Hofgebäude lassen sich so als Maschinenhallen. Sinkende Einkommenserwartungen im landwirtschaftlichen Bereich und Beschäftigungs. Nonfood-Ölpflanzen wie Öllein. Zu den Marktnischen gehört aber auch der Bereich der Sonderkulturen wie Buchweizen. Darüber hinaus bietet sich eine weitergehende Nutzung regenerativer Energien in Biogasanlagen oder die Nutzung von Biomasse an. Pflege von Biotopen oder Ortspflege. Ähnliche Arbeiten werden im Gartenund Landschaftsbau ausgeführt. Der ländliche Raum weist häufig eine Unterversorgung an sozialen Dienstleistungen auf. Werkstätten oder Materiallager nutzen. dass Einkommen in einem landwirtschaftlichen Nebengewerbe erzielt wird. Garagen. Damit wäre bereits ein weiterer Aspekt der Einkommenssicherung von landwirtschaftlichen Betrieben genannt: Einkommenskombinationen im Verflechtungsbereich mit außerlandwirtschaftlichen Einkommensquellen. Betreuung von Freizeitanlagen. Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof können über die Versorgung ihrer Gäste mit den eigenen Produkten ein Zusatzeinkommen erzielen.und ehemaligen Wirtschaftsgebäuden zu sehen. So ist die großflächige Extensivierung durch Naturschutzmaßnahmen oder Brachen und die Ausweitung von Flächen für nachwachsende Rohstoffe. in Kooperationen. als Lieferant der Gastronomie und Lebensmittelgeschäfte oder im Ab-Hof-Verkauf geschehen. Im Rahmen der Dienstleistungen wäre zuerst an jene zu denken. Das wären beispielsweise die Schneeräumung. die ein Agrarbetrieb mit seinen Maschinen und Geräten für andere Betriebe und die Allgemeinheit erbringen kann. Kaninchenmast) sowie die Teichwirtschaft zu nennen. Dieser Begriff bezeichnet die Produktion.und Erholungsflächen denkbar (DE HAEN/ISERMEYER 1990: 11). Günstige Bedingungen finden landwirtschaftliche Betriebe mit Direktvermarktung im Umland größerer Städte und in landschaftlich reizvollen Gebieten vor. In diesen Bereich fällt auch das Angebot von Transportleistungen. Körnersonnenblumen.und Wirtschaftsgebäude geeignet sein. die Forstwirtschaft sowie Freizeit. hängt von den politischen Rahmenbedingungen und den Standortfaktoren ab. Mögliche Handlungsalternativen haben die unterschiedlichen Strukturmerkmale in der Landwirtschaft der beiden Bundesländer zu berücksichtigen. Des Weiteren ist die Wildtierhaltung (Damtierhaltung. Dieses kann in Form von Wochen.und Einkommensmöglichkeiten im nichtlandwirtschaftlichen Bereich bleiben weiterhin Motor des agrarstrukturellen Wandels. Geeignet sind hierbei alle größeren Gebäude mit ausreichender Deckenhöhe.oder Bauernmärkten. Kompostierung. Das sind insbesondere Stärkekartoffeln. Raps. Das ist beispielsweise bei der Nachfrage nach Ziegenprodukten der Fall. Verarbeitung und Vermarktung von hofeigenen Erzeugnissen durch den Erzeuger selbst. Direktvermarktung sowie Freizeit und Tourismus. In diesem Zusammenhang wäre auch die Unterbringung und Betreuung von alten Menschen in entsprechend umgebauten Wohn. die überwiegend aus dem Ausland importiert werden. Dafür bieten sich insbesondere Aktivitäten auf drei Feldern an: Dienstleistungen.

dass bei Neuinvestitionen mindestens 100 Übernachtungstage erforderlich sind. Des Weiteren nimmt die Nachfrage nach Tagungen oder Seminaren auf dem Bauernhof zu. die nur für eine Woche oder ein Wochenende bleiben. wobei die Betten an 62 Tagen im Jahr belegt sind (LENDER 1997: 238). Dazu zählt die Gästebeherbergung in ländlichen Gebieten in Ferienzimmern. Das Potenzial wird allerdings durch die Zweit. Nur wenige Betriebe bewirtschaften in irgendeiner Form historische Gutsgebäude. Für Mecklenburg-Vorpommern ist es daher fruchtbarer. Die erstgenannte Kategorie geht aufgrund der größeren sozialen Belastung der Bauernfamilie und der unkomfortablen Unterbringung seit Jahren zurück. Töpfern. in Anlehnung an FOIRA von Urlaub auf dem Lande zu sprechen. die aber zur Erhöhung des Freizeitwertes beitragen oder mehr ideel- .50 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2. da diese Nachfragegruppe aufgrund der demografischen Entwicklung eher zurückgeht. Picknicks. kleine Scheunen und vor allem Wohnhäuser geeignet. -wohnungen und -häusern oder auch Ferien auf dem Reiterhof (FOIRA 1983: 43). also das Vermieten von Ferienwohnungen oder -häusern im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Betrieb. In Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Situation anders dar. Überhaupt kommen Kurzurlauber in Betracht. Eine interessante Beherbergungsform insbesondere für Fahrradwanderer. Als Unterbringungsart hat die Ferienwohnung und mit Abstrichen das Ferienhaus eine überragende Bedeutung. das heißt Wohnen unter einem Dach mit der Familie des Bauern oder Urlaub am Bauernhof. Eine weitere. Dieser dürfte in Zukunft primär über eine verbesserte Qualität ausgetragen werden. bieten insgesamt 1343 Betriebe Unterkünfte für Feriengäste an (vom STAT. LENDER (1997: 48) gibt ein Potenzial von jährlich etwa 14 Millionen Übernachtungen auf Bauernhöfen in Schleswig-Holstein an. Der Markt für Urlaub auf dem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern ist durch die Tatsache geprägt. LANDESAMT S-H nachrichtlich erhalten). Aber auch besondere Freizeitangebote können fester Bestandteil von Urlaub auf dem Bauernhof sein: Brot backen. 178 dieser Höfe bieten Quartiere für Feriengäste an (vom STAT. noch relativ junge Angebotsform. LANDESAMT M-V nachrichtlich erhalten). Zusätzliche Angebote müssen daher zwangsläufig zu einem Verdrängungswettbewerb um Marktanteile führen. um die Rentabilität zu erreichen (JÄGER 1988: 14). So soll jede 26. Torhäuser. Ferienzimmer genügen heute nicht mehr den Ansprüchen.4. Übernachtung von Urlaubern in Schleswig-Holstein auf einem Bauernhof erfolgen. Die Bedeutung der Beherbergung von Feriengästen auf den Bauernhöfen kann nur geschätzt werden. Kurzreisende oder Gruppen. Ende 1999 wurden dort nur 5176 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. da diese zumeist im Inland erfolgen. die im Rahmen der Landwirtschaftszählung 1999 erfasst worden sind. Für die Umnutzung zu Ferienwohnungen sind Speicher. sind die Heuhotels. Als Faustformel gilt. Von den 20 028 landwirtschaftlichen Betrieben über zwei Hektar in Schleswig-Holstein. In großen Gemeinschaftsräumen wird den Gästen die Möglichkeit geboten. Dazu könnten Führungen und Veranstaltungen wie Ausflüge in die Umgebung unter einem bestimmten Motto. einfach aber preisgünstig im Heu zu übernachten. Lagerfeuer oder Grillabende angeboten werden. Als Nachfrager von Urlaub auf dem Bauernhof treten insbesondere in der Ferienzeit Familien mit Kindern auf. Es lassen sich zwei Angebotsformen abgrenzen: Bauernhofurlaub im engeren Sinne. Das Marktpotenzial dürfte zukünftig kaum zunehmen.3 Optionen im touristischen landwirtschaftlichen Nebengewerbe Urlaub auf dem Bauernhof ist ein nur noch bedingt ausbaufähiger Bereich. Hier einzuordnen wären Gebäude ohne Rendite.und Dritturlaube erhöht. dass es vergleichsweise wenige landwirtschaftliche Betriebe als Anbieter gibt. Basteln oder auch Jagen und Fischen sollen die Stammkunden halten. Der Bauernhof-Urlauber nutzt insbesondere Outdoor-Angebote und möchte primär die Natur erleben.

eventuell mit einem Restaurant und Pächterwohnung.Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 51 len Zwecken dienen. Innerhalb Deutschland zeigen sich regionale Unterschiede bezüglich der Anzahl der Golfspieler. Das Gutshaus lässt sich als repräsentatives Clubhaus umbauen und die diversen Wirtschaftsgebäude sind häufig gut für die zuvor genannten Nutzungen geeignet. In Tourismusgebieten könnte das Angebot an Kutsch-. Die höchste Spielerdichte hat Hamburg. Hierbei bieten sich der Tourismus und Freizeitkonsum als Aktionsfelder an. Neben dem Camping auf dem Bauernhof. denn es fällt ihnen leicht. Der Nachteil liegt im Wandel von der Gutslandschaft zu einer Form der Freizeitlandschaft. Schlitten. Nutzungskonzepte müssen daher auch unter Beteiligung nichtagrarer Elemente entwickelt werden. Golf erfuhr in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten und ist von steigender Relevanz im Tourismus. Ein Beispiel dafür ist die Nutzung einer Scheune für ein kleines privates landwirtschaftliches Museum. die Golfplätze in die Landschaft zu integrieren. Das Schlusslicht bilden die neuen Bundesländer einschließlich Mecklenburg-Vorpommern (GRÜGER 1993: 10). Die Nachfrage nach Ausritten und Geländeritten zu Pferd sowie Reitunterricht hat in den letzten Jahren zugenommen. Umnutzungsmaßnahmen können im Rahmen eines landwirtschaftliches Nebengewerbes. Je nach Landschaftsbeschaffenheit stehen Reitwege zur Verfügung. Das größte Entwicklungspotenzial dürfte jedoch der Pensionspferdehaltung und dem Angebot an Gastpferdeboxen innewohnen. Derartige Anlagen werden neben stark frequentierten Tourismusgebieten vor allem in Stadtnähe eine rentable Auslastung erreichen. Des Weiteren benötigen 18-Loch-Golfplätze neben den Spielbahnen eine Anzahl von Gebäuden wie ein Clubhaus. Diese Anlagen werden auch immer häufiger als Ergänzung der touristischen Infrastruktur angesehen. die Flächen für den Golfplatzbau und ähnliche Großprojekte zur Verfügung zu stellen. Ein 18-Loch-Golfplatz mit Übungswiese und Übungsgrüns und 120 Pkw-Stellplätzen benötigt eine Fläche von 60 bis 75 Hektar (GRÜGER 1993: 11). Camping auf dem Bauernhof könnte eine weitere Betriebsart sein. Viele landwirtschaftliche Gebäude können zum Pferdestall umgenutzt werden. Eine sicherlich zu erwägende Nische sind geführte Reittouren von Bauernhof zu Bauernhof oder von Hotel zu Hotel. Der Vorteil für Gutsbetriebe liegt auf der Hand. Die Zahl der Golfplätze nimmt nicht nur in der Nähe der Ballungsräume zu. kann dass Betreiben eines oder mehrerer Campingplätze ein lukrativer Einnahmezweig sein. Hier bietet sich ein Bereich der Gutslandschaft an. einen Proshop für Golfausrüstung. Insbesondere große Scheunen mit einer entsprechend großer Tordurchfahrt sind besonders gut für das Unterstellen von Wohnwagen und Booten in den Wintermonaten geeignet. Neben dem bedeutungsvollen Bereich rund um das Pferd ist der Golfsport ebenfalls dem Tourismus und den Freizeitaktivitäten zuzuordnen. durch einen . Ebenfalls ist der Anteil der mobilen Unterkunftsformen ein nicht zu vernachlässigendes Marktsegment.und Kremserfahrten eine sinnvolle Ergänzung darstellen. gefolgt von Schleswig-Holstein. Die Haltung von Reitpferden (Verleihpferden) wird in der Regel für einen Betrieb nur in Verbindung mit anderen Formen der Pferdehaltung rentabel sein. Eine große Scheune bietet sich für den Umbau zu einer kleinen Reithalle an. ein Caddyplatz sowie die Gebäude für die Unterbringung der Pflegemaschinen. dass die Masse der Gutsgebäude in MecklenburgVorpommern nicht mit einem Landwirtschaftsbetrieb verbunden ist. Es sei noch einmal darauf hingewiesen. Gutsanlagen drängen sich für diesen Zweck geradezu auf. wenn es nicht gelänge. -wohnungen und -häusern lässt sich des Weiteren durch das Anbieten von Reitmöglichkeiten ergänzen. Damit ginge eine wertvolle touristische Ressource verloren. der ohnehin stark vom Menschen gestaltet ist: die Gutsparks. die aufgrund ihrer noch geringen Verbreitung zunächst nicht mit einem scharfen Wettbewerb der Anbieter belastet wäre. Das Vermieten von Ferienzimmern.

Die wirtschaftlichen Aktivitäten sind hierbei so mannigfaltig. . dass die touristischen Dienstleistungen in Gutsgebäuden oder in ihrer unmittelbaren Nähe erbracht werden. Die Gesamtheit des Tourismus im räumlichen Zusammenhang mit Gutsanlagen wird im Folgenden als Gutshof-Tourismus bezeichnet. An dieser Stelle sollen die Erscheinungsformen des Gutshof-Tourismus aufgezeigt und systematisiert werden. wie die Erscheinungsformen des Tourismus selbst.52 Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Privatvermieter oder ein gewerbliches Unternehmen der Tourismuswirtschaft durchgeführt werden. Als gemeinsames Thema dient lediglich der Umstand. Hierbei zeigen einige touristische Nutzungsalternativen eine mehr oder weniger deutliche Affinität zur Gutslandschaft.

Die Altersstruktur der Schleswig-Holsteiner zeigt keine großen Auffälligkeiten. Weitere Schwerpunkte befinden sich um Neumünster. gefolgt von den Kreisen Herzogtum Lauenburg. insbesondere um Lübeck. sondern vorübergehend auch die kreisfreien Städte von teilweise starken Wanderungsgewinnen. Weitere Konzentrationen befinden sich an der westlichen Ostseeküste und in den übrigen Kreisstädten. Die Bevölkerungsdichte von 78 Einwohner auf den Quadratkilometer ist mit Abstand die geringste in ganz Deutschland. Regionen. Nach 1990 haben sich in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern große demografische und wirtschaftliche Veränderungen ergeben. In jüngster Zeit erwies sich insbesondere der Kreis Plön für Zuwanderer als attraktiv. Mit einem Anteil von jeweils 15. und im Umland von Hamburg.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 53 3. Husum und Heide. Neubrandenburg.9 Prozent liegt die Zahl der Einwohner jünger als 15 Jahre etwas über und die der Altersrentner etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Die Schwerpunkte der Bevölkerungsverteilung liegen unter anderem an der Ostseeküste. Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg. Diese Argumentation macht deutlich. Weit über 50 Prozent aller Gemeinden haben weniger als 500 Einwohner. wird ihre Nachfrage bei sinkendem Einkommen vermutlich stärker zurückgehen.1. bei weiteren über 40 Prozent liegt die Dichte zwischen 25 und 50 Einwohner je Quadratkilometer. aber sie ist erheblich höher als in Mecklenburg-Vorpommern.3 Prozent der Bevölkerung. Die natürliche Bevölkerungsbewegung war in den letzten Jahrzehnten stets negativ. Stralsund. dass die wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere die Struktur des Fremdenverkehrs in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und damit auch der Gutshof-Tourismus neben anderen Faktoren ganz wesentlich von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland beeinflusst werden. in ihnen leben aber nur 4. werden daher stärker von wirtschaftlichen Schwankungen betroffen sein als andere. Greifswald und Wismar. Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3. Schwerin. Über ein Drittel der Bevölkerung lebt allein in den sechs Stadtkreisen Rostock. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung profitierte nicht nur das Hamburger Umland und die übrigen Kreise. Demgegenüber haben fast 45 Prozent aller Gemeinden Dichtewerte von unter 25 Einwohner je Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte in Schleswig-Holstein liegt mit 175 Einwohnern auf den Quadratkilometer ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt (230 Ew/km2). LANDESAMT S-H 1998). wobei die beiden Großstädte Lübeck und Kiel mit ihrem hohen Anteil älterer Menschen den höchsten Negativsaldo aufwiesen. 44 Prozent der Gemeinden haben weniger als 500 Einwohner. In ihnen leben aber nur etwas mehr als neun Prozent der Bevölkerung (WEISS 1996). Da Leistungen im Tourismus keine existenzielle Bedeutung haben. Diese Dienstleistungen sind nicht lagerfähig und werden von einer Vielzahl von öffentlichen und privaten Akteuren in einem komplizierten Zusammenspiel erbracht. während die kreisfreien Städte in der Regel wieder negative Wanderungssalden aufweisen (STAT. Itzehoe. Rendsburg. Hinsichtlich der gewachsenen demografischen Strukturen und den Auswirkungen der Wiedervereinigung kann man für Mecklenburg-Vorpommern sogar von einem »Land der Extreme« sprechen (WEISS 1996: 73). Der Ort der zumeist arbeitsintensiven Produktion und des Konsums ist in der Regel identisch. Kiel und Flensburg. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Leistungen auf dem Tourismusmarkt zeichnen sich durch einige besondere Eigenschaften aus. die stark vom Tourismus geprägt sind. Vielfach sind die entstandenen Arbeitsplätze an keine höhere Qualifikation gebunden. Hinsichtlich der Altersgliederung findet man in Mecklenburg-Vorpommern die jüngste .

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Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet

Bevölkerung mit dem geringsten Anteil an Altersrentnern im ganzen Bundesgebiet. In fast allen Kreisen liegen die Anteile mit zum Teil weniger als 15 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 18 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern, wie in den anderen neuen Bundesländern auch, ist der Rückgang der Bevölkerungszahlen in den ländlichen Regionen besonders augenfällig. Insbesondere in den Gemeinden des vorpommerschen Festlandes sowie den daran anschließenden mecklenburgischen Kreisen, der am stärksten ländlich geprägten Region Deutschlands, ist der Rückgang besonders groß. Die Ursachen sind in den enormen Abwanderungen in den Jahren 1989 bis 1992, den seitdem stark gesunkenen Geburtenraten und einer kleinräumigen Umverteilung der Bevölkerung zu finden. Eine Überalterung der Bevölkerung ist die Folge. Im Umfeld der Oberzentren und der größeren Kreisstädte sind aufgrund der einsetzenden Suburbanisierung die größten Wanderungsgewinne zu verzeichnen (WEISS 1996). Die Anzahl der Einwohner in der Bundesrepublik dürfte voraussichtlich in den nächsten Jahren nicht mehr wesentlich wachsen. Bei gleich bleibenden politischen Rahmenbedingungen ist eher von einem Rückgang der Bevölkerungszahl auszugehen. Viel bedeutender für den Tourismus wird aber der sich verändernde Altersaufbau der Bevölkerung sein. Für Mecklenburg-Vorpommern wird bis zum Jahr 2010 insgesamt ein Bevölkerungsrückgang von 1,83 (1995) Millionen auf dann 1,73 Millionen Einwohner prognostiziert. Der Anteil der Bevölkerung unter 20 Jahre würde von 27 Prozent (1992) auf unter 15 Prozent sinken, während der Anteil der über 60-Jährigen dagegen von knapp 17 Prozent auf über 23 Prozent steigen würde (WEISS 1996: 99). Für Schleswig-Holstein erwartet man dagegen einen Anstieg der Bevölkerung von 2,7 (1995) auf 2,8 Millionen im Jahr 2010. Während der Anteil der unter 20-Jährigen nur moderat von 20 (1995) auf 19 Prozent im Jahr 2010 sinken soll, wird für die Bevölkerung über 65 Jahre ein steiler Anstieg von 16 (1995) auf 21 Prozent im Jahr 2010 angenommen (STAT. LANDESAMT S-H 1998). Langfristigere Prognosen für das gesamte Bundesgebiet lassen eine dramatischere Entwicklung erkennen. Die Gesamtzahl der Bevölkerung in Deutschland soll bis 2050 von jetzt 82 auf 65 bis 70 Millionen absinken. Die Bedeutung der Senioren wird zunächst leicht, dann deutlich steigen. Diese zunehmend kaufkräftige Klientel wird aufgrund ihrer gemachten Erfahrungen immer anspruchsvoller und darüber hinaus über einen Motorisierungsgrad verfügen wie keine Generation zuvor. Durch den Kohorteneffekt wird der Anteil der Altersgruppe der 20- bis 60-Jährigen stark abnehmen und sich damit die Zahl der Familien und die Gruppe der unter 20-Jährigen ebenfalls verringern. Darüber hinaus darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Durchschnittsfamilie, das Altersklassen unter 20 20 bis unter 60 60 und mehr Gesamt
(Auf Wert vom 1.1.1999)

Einheit 1000 % 1000 % 1000 % 1000 %

1999 17 583,6 21,4 46 091,0 56,2 18 362,4 22,4 82 037,0 100

2010 15 373,1 19,0 45 060,7 55,6 20 652,2 25,5 81 085,9 98,8

2020 13 688,8 17,4 42 256,8 53,6 22 846,2 29,0 78 791,8 96,0

2050 10 303,1 15,9 30 365,3 46,7 24 304,9 37,4 64 973,3 79,2

Tab. 8: Altersaufbau der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland bei einer Zuwanderung von 100 000 Personen im Jahr (STAT. BUNDESAMT 2000).

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Ehepaar mit zwei Kindern, zugunsten anderer Formen des Zusammenlebens und der Alleinerziehenden an Bedeutung einbüßt und in den Urlaubsregionen immer häufiger auch die Großeltern mit den Enkelkindern anzutreffen sind (STAT. BUNDESAMT 2000). Das Verhalten von Altersgruppen lässt sich nicht ohne weiteres in die Zukunft projizieren. Bisher war allerdings zu beobachten, dass Personen ab 50 Jahre und kinderlose Paare ein besonderes Interesse für kulturtouristische Angebote und auch für die Sehenswürdigkeiten der Gutslandschaft gezeigt haben. Außerdem dürfte sich in Zukunft das gestiegene Bildungs-Niveau der über 60-Jährigen positiv auf die Bereitschaft auswirken, Kulturangebote wahrzunehmen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zeigen deutliche Strukturmerkmale der Dienstleistungsgesellschaft. In Schleswig-Holstein arbeiten drei Viertel der Erwerbspersonen im tertiären Sektor. Für ein westliches Flächenland ist das ein Spitzenwert. Handwerk und Gewerbe sind schwach besetzt (21 % der Erwerbspers.), allerdings hat die Land- und Forstwirtschaft (3,5 % der Erwerbspers.) im nördlichsten Bundesland eine große Bedeutung (vom Stat. Amt für Hamburg und S-H nachr. erh.). Der in den letzten Jahrzehnten besonders stark prosperierende tertiäre Sektor erreichte seine größten Zuwächse im Hamburger Umland. Dieses Wachstum wurde insbesondere im Bereich der sozialen Dienste und durch Organisationen ohne Erwerbszweck, also Dienste im Gefolge von Arbeitslosigkeit, Behinderung, höherer Altenquote, gestiegener Delinquenz und Aggression induziert. Für den Staat arbeitet annähernd jeder sechste Erwerbstätige, für Handel, Banken, Versicherungen, Verkehr und Nachrichtenübermittlung mehr als jeder Vierte. Darüber hinaus ist in Schleswig-Holstein jeder Zehnte im Bereich der Freizeit, Unterhaltung, Gesundheit und des Sports beschäftigt. Dienstleistungen medizinischer, rechts- und naturwissenschaftlicher sowie künstlerischer Art werden des Weiteren meist freiberuflich erbracht. In Mecklenburg-Vorpommern hat der tertiäre Sektor ebenfalls einen überragenden Anteil an der Wirtschaftsleistung. Im Jahr 2002 wurde 76 Prozent der Bruttowertschöpfung im tertiären Sektor erwirtschaftet (vorl. Berechn. des Stat. Landesamtes M-V März 2003). Im Gegensatz zu Schleswig-Holstein ist dieser hohe Wert aber zu einem gewissen Teil auf die nach der Vereinigung ablaufende DeIndustrialisierung zurückzuführen, die den Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Wirtschaftsleistung so stark dezimierte, dass das Land den geringsten Industrialisierungsgrad aller Bundesländer aufweist. Auffällig ist das starke Gewicht des Handwerks, in dem jetzt jeder zweite Erwerbstätige des produzierenden Gewerbes und fast jeder fünfte Erwerbstätige insgesamt tätig ist. In den Dienstleistungsunternehmen hat sich die Zahl der Arbeitsplätze gegenüber 1989 mehr als verdoppelt. Allerdings ist die Wertschöpfung des Dienstleistungsbereiches im Vergleich zu Westdeutschland noch sehr gering (STAT. LANDESAMT M-V 1997). Das erklärt zum Teil die immer noch deutlich geringere durchschnittliche Kaufkraft der Bevölkerung, die im Zentralraum und Osten des Landes am geringsten ausfällt. Investitionen, die hauptsächlich auf das Potenzial der ortsansässigen Bevölkerung ausgerichtet sind, müssen diese Tatsache berücksichtigen (Abb. 9). Auch Schleswig-Holstein ist kein einheitlicher Wirtschaftsraum. Kennzeichnend für die regionale Struktur ist ein Süd-Nord und ein Ost-West-Gefälle. Unternehmen und Beschäftigte konzentrieren sich in erheblichem Maße auf das Hamburger Umland. Hier werden auch je Einwohner besonders hohe Einkommen erzielt. Weitere, räumlich begrenzte Schwerpunkte stellen auch die vier kreisfreien Städten Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg einschließlich ihres Umlandes dar, die sich alle an oder in relativer Nähe der Ostseeküste befinden. Dort liegen, neben den Badeorten Büsum und St. Peter-Ording sowie den Nordfriesischen Inseln, die Schwerpunkträume des Tourismus. Die Verkehrsanbindung dieser Gebiete ist günstiger als in den anderen Teilräumen des Landes. Die Regionen in Schleswig-Holstein, die mit Abstand die größte Dichte an Gutsanlagen aufweisen, zeigen sich also vergleichsweise geeignet für

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65 % bis < 70 % 70 % bis < 75 % 75 % bis < 80 % 80 % bis < 85 % 85 % bis 90 %

Abb. 9: Kaufkraft je Eiwohner der Landkreise und kreisfreien Städte in MecklenburgVorpommern 1999 im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (29 867 DM) in Prozent (Angaben der GFK Nürnberg 1999). wirtschaftliche Aktivitäten und Investitionen. Neue Gewerbeunternehmen siedeln sich in Mecklenburg-Vorpommern vorrangig in Orten mit einem guten Angebot an qualifizierten Arbeitskräften an. Weiterhin ist die Verkehrsgunst ein entscheidendes Kriterium. Hier dürfte die Fertigstellung der Ostseeautobahn (A 20) für eine verbesserte Verkehrsanbindung großer Teile Mecklenburg-Vorpommerns sorgen. Der Bevölkerungsverlust insbesondere in den dünn besiedelten ländlichen Gebieten Vorpommerns mit der dadurch ausgelösten Reduzierung der technischen und sozialen Infrastruktur muss als Hypothek angesehen werden. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die Potenziale der großflächigen Landwirtschaft mit geringem Arbeitskräftebedarf und der Tourismus und Freizeitkonsum an der Küste und den prädestinierten Regionen des Binnenlandes Konstanz zeigen dürften. Neben dieser Tendenz zur Dienstleistungsgesellschaft deuten andere Fakten darauf hin, dass Flexibilität und Mobilität weiter zunehmen. Freizeitaktivitäten wird nicht mehr ausschließlich an Wochenenden oder während des Urlaubs nachgegangen. Die Arbeitszeit und damit auch die Freizeit gestaltet sich immer flexibler. Formen des Sabbat-Jahres ermöglichen den Urlaub für einen längeren Zeitraum, die Altersteilzeit als gleitender Übergang in den Ruhestand schafft Spielraum für die Aufnahme von Freizeitbeschäftigungen. Durch die Veränderung der Arbeitswelt weg von schwerer körperlicher Arbeit hin zu einer zunehmenden psychischen Belastung wandelt sich nicht nur der zeitliche Rahmen, sondern auch der Inhalt des Urlaubs. Die Ansprüche und Intention des Touristen an den Urlaub haben sich weg vom Ausruhen von kör-

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perlicher Anstrengung hin zur Abwechslung und Anregung als Ausgleich der psychischen Beanspruchung entwickelt. Durch den enormen Anstieg der Mobilität in den letzten Jahrzehnten steht dem Konsumenten dabei ein immer größerer Aktionsraum für die Befriedigung seiner Bedürfnisse zur Verfügung. Hierbei ist eine gewisse Mobilitätsdifferenzierung feststellbar. Diese spiegelt sich zum Beispiel in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern je nach Saison in der Distanz zu den jeweiligen Quellgebieten der Urlauber wider. So ist es nicht verwunderlich, dass die Wohnorte der Kurzurlauber in der Vor- und Nachsaison eher in relativer Nähe liegen, während in der Hochsaison weiter entfernt liegende Orte in Deutschland als Quellgebiet der Touristen dominieren. Es handelt sich dann in der Regel um die Haupturlaubsreise. Diese Urlauber werden allein aufgrund der höheren Kosten für die Anreise länger bleiben. Allerdings sorgten die bisher gemessen an der Entwicklung der allgemeinen Lebenshaltungskosten zurückgebliebenen Aufwendungen für Mobilität für eine Ausweitung des Aktionsradius im gesamten Spektrum der Mobilitätsdifferenzierung. So legen Tagesausflügler mittlerweile eine durchschnittliche Anreiseentfernung von 70 Kilometern zurück (SANDERMANN 2002). Veranstaltungen auf Gutshöfen können daher prinzipiell ein großes BesucherPotenzial ausschöpfen. Die bisherigen Ausführungen machen deutlich, dass wirtschaftliche Zwänge entscheidende Kriterien in einer marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaft sind. Markthandlungen in der Tourismusbranche sind ihnen ebenso unterworfen wie in anderen Wirtschaftsbereichen. Als Determinanten einer Konsumentscheidung, zum Beispiel einen Urlaub zu verbringen, wirken sich neben vielen anderen Motiven insbesondere Beschränkungen in den Dimensionen der Information, Zeit und des Geldes aus. Als Vermittler zwischen Wunsch und Wirklichkeit fungiert ganz besonders die verfügbare Zeit und das verfügbare Einkommen. Daneben hat auch die Einkommensverteilung in der Gesellschaft einen Einfluss auf Art und Umfang der Konsumentscheidungen (DIW 1999). Im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) werden unter anderem Entwicklungen in der Einkommensstruktur erfasst. Außerdem macht das SOEP eine differenzierte Analyse der Nachfrage nach ausgewählten personenbezogenen Diensten möglich. Es ist nicht zwingend, dass Ruheständler aufgrund ihres Altersfortschrittes weniger aktiv sind als in der Phase des Berufslebens. Das Gegenteil ist der Fall. Die im Rahmen des SOEP befragten Personen, die zwischen 1990 und 1995 in Westdeutschland in den Ruhestand gingen, waren aktiver beziehungsweise steigerten ihre Freizeitaktivitäten gegenüber Personen, die noch im Erwerbsleben standen. Offenkundig hatten die Befragten neben mehr Freizeit auch genügend Einkommen zur Verfügung. Andererseits scheint diese aktive Phase im Alter nicht lange anzuhalten. Die Altersgruppe der über 65-Jährigen weist im Vergleich die geringste Reiseintensität auf. Fast jeder zweite (45 Prozent) zwischen 65 und 74 Jahren will nicht mehr verreisen, bei den über 80-Jährigen sind es sogar 67 Prozent (BAT-FREIZEITFORSCHUNGSINSTITUT 1999). Eine in Zukunft große Herausforderung für das Tourismusgewerbe. In Westdeutschland lassen sich verschiedene Phasen der Einkommensentwicklung unterscheiden. Von 1985 bis 1987 erfolgte preisbereinigt ein relativ deutlicher Zuwachs der Realeinkommen der Haushalte. Danach schwächte sich der Realeinkommenszuwachs zu Beginn der neunziger Jahre ab. Bis Mitte des Jahrzehnts stagnierte das Realeinkommen, um von 1995 bis 1997 sogar zurückzugehen (STAT. BUNDESAMT 1999). Erst der Zeitraum zwischen 1998 und 2000 brachte wieder ein geringes Wachstum (SOEP 2000). Für Ostdeutschland lässt sich ab 1990 eine kontinuierliche Angleichungsbewegung an das westdeutsche Niveau beobachten. Diese erreichte 1997 bereits 82 Prozent des durchschnittlichen Westeinkommens. Seitdem ist der Angleichungsprozess ins Stocken geraten. Auch unterscheidet sich das Freizeitverhalten der Ostdeutschen von jenem der Westdeutschen aufgrund der Einkommensdifferenz und 40 Jahre unterschiedlicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen noch rela-

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Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet

tiv stark. Während in Westdeutschland über die Hälfte der im Rahmen des SOEP 1995 befragten über 16-Jährigen mindestens einmal in der Woche essen und trinken gegangen sind, waren es in Ostdeutschland wenig mehr als ein Drittel. Das galt zum Beispiel auch für den Besuch von Opern, Konzerten und Theateraufführungen als Indikator für eine anspruchsvolle Freizeitgestaltung, der in Westdeutschland bei etwa zehn Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat erfolgte, während es in Ostdeutschland nur etwa sechs Prozent waren. Die Anteile der Personen, die mindestens einmal im Monat Ausflüge oder kurze Reisen gemacht haben, sind in West- wie Ostdeutschland mit 34 Prozent gleich (DIW 1999). Eine weitere Annäherung der Verhaltensmuster wird im Rahmen der unterschiedlichen Sozialisation der beiden Bevölkerungsgruppen über die weitere Angleichung der persönlichen Einkommen erfolgen. Einkommenszuwächse oder -einbußen schlagen zeitverzögert auf die Ausgaben für Freizeit, Urlaub und Reisen durch. So nahm in Westdeutschland zwischen 1990 und 1995 die Anzahl der Tage, an denen 16-Jährige und ältere Personen Ausflüge und Kurzreisen unternahmen um fünf auf 20 Tage ab. Dabei variiert die Abnahme mit der Einkommenssituation der befragten Personen. War das Pro-Kopf-Einkommen 1995 höher als 1990, zeigte sich kein abweichendes Verhalten. War es allerdings niedriger als 1990, nahm die Anzahl der Ausflugs- und Kurzurlaubstage um zehn auf 20 erheblich stärker ab. Nur bei jener Personengruppe, die zwischen 1990 und 1995 in den Ruhestand ging, konnte überhaupt eine Zunahme der Ausflugs- und Kurzurlaubstage festgestellt werden. Die Anzahl nahm von fünf auf insgesamt 35 Tage zu. Das Pendant zu den Ruheständlern bildet die Personengruppe, die sich zwischen 1990 und 1995 verheiratete. Die Anzahl der Ausflugsund Kurzurlaubstage nahm um zehn auf nur 15 Tage ab. Die Personen wurden häuslicher und verbrachten zum Beispiel mehr Zeit vor dem Fernseher (DIW 1999). Der Zeitfaktor ist daher ebenso bedeutsam wie das Einkommen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass bis in die jüngste Vergangenheit hinein die Ausgaben für Urlaub und Freizeit in Westdeutschland bisher fast ausnahmslos schneller gestiegen sind als das reale Haushalts-Nettoeinkommen. Die genannte Tendenz in der Einkommensentwicklung sagt aber noch nichts darüber aus, wie ungleich das Einkommen in der Bevölkerung verteilt ist. Dieses Verhältnis ist möglicherweise bei der Bevorzugung von bestimmten hoch- beziehungsweise niedrigpreisigen Freizeitund Urlaubsangeboten von Bedeutung. Eine nennenswerte quantitative Verschiebung zwischen den einzelnen Einkommensgruppen war bisher in Deutschland jedoch nicht erkennbar. Jene Anteile der Bevölkerung, die sich statistisch in gleiche Einkommensklassen zusammenfassen lassen, sind in den letzten 15 Jahren relativ konstant geblieben. Ein signifikantes Anwachsen der Gruppen mit weniger als 50 Prozent und mit mehr als 200 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Haushaltseinkommens konnte nicht festgestellt werden. Auch der Einkommensanteil, über den die jeweils ärmsten und reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen, gab kein Anlass zur Besorgnis (STAT. BUNDESAMT 1999). Allerdings ist es seit 2002 zu einer merklichen Polarisierung in der Einkommensverteilung gekommen. Das ärmste Fünftel der Bevölkerung verfügt nur noch über 9,3 Prozent am gesamten Einkommen, während der Anteil des reichsten Fünftels auf 36,4 Prozent anstieg (SCHMID 2004). Veränderungen der jeweiligen Marktanteile von niedrig-, mittel- und hochpreisigen Urlaubsund Freizeitangeboten können daher durchaus in der Einkommensverteilung eine Ursache haben. Die Einkommensverhältnisse in Deutschland schlagen spiegelbildlich auch auf die Reiseintensität durch. Die Besserverdienenden mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von mehr als 2500 Euro sind bei den Urlaubern überrepräsentiert, die sich eine Reise von zwei Wochen und mehr leisten können. Rund 57 Prozent dieser Reisenden gehören dieser Gruppe an. Nur 17 Prozent der Urlauber, die mehr als zwei Wochen verreisen, verdienen unter 1000 Euro (BAT-FREIZEIT-FORSCHUNGSINSTITUT 2001).

Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3.2 Allgemeine Trends im Tourismus

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Der Begriff Tourismus ist so vielschichtig, dass in ihm nicht allein die touristische Nachfrage im Zusammenhang mit Urlaubs- und Erholungsreisen subsumiert werden sollte, sondern die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergibt, für die der Aufenthalt weder hauptsächlicher und dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist (KASPAR 1975: 13). Damit zählen alle vorübergehenden Aufenthalte – also auch der Ausflugs- und Geschäftsreiseverkehr – mit Ausnahme des Pendlerverkehrs zur touristischen Nachfrage. Und zwar gleichgültig, ob diese vorübergehenden Aufenthalte mit Übernachtungen verbunden sind oder sich nur auf einige Stunden erstrecken. Je nach Zweck lassen sich mehrtägige Reisen in vier Kategorien untergliedern. Urlaubsreisen machten 1992 mit 58,6 Prozent den größten Block aus, gefolgt von Bekannten- und Verwandtenbesuchen mit 25,2 Prozent. Dienst- und Geschäftsreisen hatten einen Anteil von 9,4 Prozent und sonstige private Reisen, das sind zum Beispiel Reisen zu Fortbildungskursen, einer Messe oder einer Tagung, machten 6,6 Prozent aus (LÜÜS 1993: 819). Ebenso ist die Bedeutung der Freizeit für die Entstehung und Entwicklung des Tourismus offensichtlich. Aufgrund seiner Komplexität ist der Begriff Freizeit nicht eindeutig zu bestimmen. Eine rein negative Definition der Freizeit als frei von Arbeit erscheint nicht mehr zeitgemäß. Sie ist nicht nur Zeit zur Reproduktion der Arbeitskraft, sondern auch Konsumzeit, zunächst für Güter des regelmäßigen Bedarfs, später auch für Güter und Dienstleistungen, die speziell für die Freizeit angeboten werden (LÜDTKE 1975). Wie im Tourismus kommt es auch während der Freizeit zu Austauschbeziehungen zwischen Anbietern und Nachfragern von Leistungen. Es besteht ein Markt mit spezifischen Verhaltensweisen der Marktteilnehmer. Während sich der Tagestourismus vielfach auf bestimmte Ereignisse (Events) bezieht, zeichnet sich der wohnortnahe Freizeitkonsum vorzugsweise durch eine auf Dauer angelegte Regelmäßigkeit aus 3.2.1 Nachfragetrends Der Tourismus zeigte in der Vergangenheit in seiner Entwicklung einige eindeutige Trends, die das Marktgeschehen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar berührten. Die Tourismusbranche ist immer wieder dazu gezwungen, diese Trends wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Dieses ist um so drängender, als die Grenzen des Wachstums auf dem deutschen Reisemarkt erreicht scheinen. So hat sich die Gesamtzahl der Urlaubsreisen mit fünf oder mehr Tagen Dauer weit vom Höchstwert 1994 entfernt und seit 1996 um die 62 Millionen eingependelt. Im Jahr 2003 gab es einen relativ starken Anstieg (Tab. 9). Dieser Befund dürfte vornehmlich auf eine veränderte statistische Methodik bei der Durchführung der Reiseanalyse (RA) zurückzuführen sein, die die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) jährlich durchführt. Auch stagniert seit 1998 die Reiseintensität, das heißt der
Kennziffern UrlaubsreiseIntensität UrlaubsreiseHäufigkeit Urlaubsreisen Einheit % der Bev. ab 14 J. Reisen je Reisenden Mio. 1994 78,1 1,37 67,2 1995 77,9 1,32 64,5 1996 71,8 1,35 61,2 1997 74,3 1,32 62,2 1998 76,4 1,31 63,4 1999 75,3 1,30 62,6 2000 75,9 1,29 62,2 2001 76,1 1,30 63,4 2002 75,3 1,30 63,1 2003 76,8 1,34 66,1

Tab. 9: Urlaubsreise-Kennziffern in Deutschland über den Zeitraum von 1994 bis 2003 (FUR-Reiseanalysen).

Begleitet wird diese Entwicklung von einer Neuordnung im Inland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Inlandsurlauber lag 1999 bei 12.2 Tage.3 Tage) und die Nordseeküste (14. 2000 und 2001).3 Tage auf.60 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Prozentanteil der Bevölkerung ab 14 Jahre.7 Tage) auf (BAT-FREIZEITFORSCHUNGSINSTITUT 1999.2.3 Tage. Deutschland kann im Jahr 2003 mit 32. Von der Verkürzung der Durchschnittsreisedauer in den letzten Jahren (1980: 18. 2003: 12. Da im Rahmen von Kurzurlaubsreisen ganz überwiegend Ziele im Inland aufgesucht werden.1 Prozent am Urlaubsreisemarkt. aber die östlichen Bundesländer haben stark aufgeholt. gefolgt von Bayern mit 13 Tagen. Mecklenburg-Vorpommern (6 %) konnte im Jahr 2003 wieder Schleswig-Holstein (4 %) hinter sich lassen und auf Platz zwei der beliebtesten inländischen Reiseziele vorstoßen. Die Haupturlaubsreise der Deutschen wird aber wieder zunehmend in inländischen Destinationen verbracht. Auch Niedersachsen (4.1 Reiseverhalten Die derzeitige Stagnation des Urlaubsreisemarktes ist primär auf die leichte Abnahme der Mehrfachreisen wie Zweit.9 Tagen in außereuropäischen Ländern. Allerdings sind die Höchststände der Jahre 1994 und 1995 noch nicht wieder erreicht worden.5 Millionen Urlaubsreisen einen mehr als doppelt so großen Marktanteil vorweisen als das zweitplatzierte Spanien mit 12.7 Prozent. Seither geht es im Deutschland-Tourismus wieder aufwärts. Im Jahr 2003 stieg die Urlaubsreisehäufigkeit auf ein seit 1996 nicht mehr erreichtes Niveau. .8 Tage) sind jedoch insbesondere die deutschen Destinationen betroffen. waren es 1999 nur noch 58 Prozent (FUR 2001). gegenüber 15. Wurde 1993 mit fast 64 Millionen Kurzreisen noch der Höchststand in diesem Segment erreicht. Auch die Reisedauer im Inland ist abhängig vom jeweiligen Reiseziel.7 Tagen Urlaubsdauer in europäischen und 20. bröckelte die Anzahl fast kontinuierlich auf nur noch 50 Millionen Reisen im Jahr 2000 ab. In einer langfristigen Betrachtung sind alle UrlaubsreiseKennzahlen jedoch so stark angestiegen.6 Prozent sowie Österreich und die Türkei mit 6. dass sie sich immer noch auf einem sehr hohen Niveau befinden. Seit Jahrzehnten geht der Marktanteil des Inlandes bis auf einen kleinen Boom im Vereinigungsjahr 1990 kontinuierlich zurück.oder Drittreisen und einen kontinuierlichen Rückgang der Kurzreisen von zwei bis vier Tagen Dauer zurückzuführen. Im Jahr 2002 unternahmen immerhin 18 Prozent der Deutschen zwei oder sogar mehr Urlaubsreisen mit mindestens fünf Tagen Dauer (FUR 2003). 1990: 16. Die längste Aufenthaltsdauer weisen die Ostseeküste Schleswig-Holsteins (14. Auch dieser Anstieg dürfte vornehmlich auf die bereits erwähnte veränderte statistische Methodik der RA zurückzuführen sein.6 Prozent und 21. Deutschland droht zum Kurzurlaubsland zu werden – für die Inländer genauso wie für die ausländischen Städte. Schleswig-Holstein zu überholen (Tab. 3.8 beziehungsweise 6. die im Laufe eines Jahres mindestens eine Urlaubsreise von mindestens fünf Tagen Dauer durchführt. Dahinter folgen Italien mit 8. 10).3 %) gelang es.9 Tagen. Sind 1992 noch 65 Prozent der Urlauber in dieser Zeit in die Ferien gefahren. Neben der Entwicklung der Reiseintensität trägt die seit 1997 beständig niedrige Anzahl der Reisen pro Reisenden zur Stagnation des Urlaubsreisevolumens bei. so dass noch Wachstumspotenzial bis zur voraussichtlichen Sättigungsgrenze besteht. Die Hauptreisezeit von Juni bis August verliert immer mehr an Bedeutung.1. Nach einem Zwischenhoch im folgenden Jahr wurden 2002 wieder nur 53 Millionen Kurzreisen unternommen (FUR 2003). Im Jahr 2002 konnte der Abwärtstrend erstmals gestoppt werden.und Kulturtouristen. Zwar bleibt Bayern weiterhin beliebtestes Bundesland. Der Urlaub im Inland ist für die Deutschen mit Abstand am beliebtesten. In ostdeutschen Feriengebieten hält sich der Urlauber durchschnittlich 11. sind die heimischen Urlaubsregionen von der nachlassenden Reiselust stärker betroffen.

8 5.3 13.2 16.7 18.0 5.6 5.1 2.2 28. Dieses Wissen wäre allerdings erforderlich. Jugoslawien Osteuropa Ungarn Außereuropäische Länder Türkei Nordafrika Fernreisen Alle Urlaubsreisen (in Mio.0 8.2 2001 % 29.3 14.1 61 Tab.0 62. Psychologie oder Soziologie.3 2.8 8. Größe des Wohnortes und dem Image des Zielgebietes mitbestimmt (MUNDT 2001).4 3.0 3.8 2.6 6.) 1993 % 35.8 4.7 5.7 3.6 2. Einige der übergreifenden theoretischen Motivationsansätze (MUNDT 2001) korrelieren stark mit bestimmten Arten zu reisen.2 2. wie sich der Gutshof-Tourismus als Angebotsform in Zukunft positionieren sollte.7 7.8 2.2 6.7 3.5 7.4 3.5 4. .1 3.7 2.4 3.9 2.5 10.6 6.6 3. Die Bedeutung dieser Wachstumsfelder als Entwicklungsoptionen für den Gutshof-Tourismus gilt es abzuschätzen.0 29.5 5.8 13.2 9.6 14.1 14.0 7.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Urlaubsziele Deutschland gesamt Bayern Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Schleswig-Holstein Baden-Württemberg Ausland gesamt Skandinavien Westeuropa Österreich Frankreich Niederlande Europäisches Mittelmeer Spanien Italien Griechenland Kroatien.7 8.4 4.3 4. 10: Urlaubsziele der Deutschen in den Jahren 1993 und 2000 bis 2003 (FUR 2003).6 0.1 2003 % 32. Einstellungen und Werte der Urlauber bemühen sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen wie der empirischen Motivforschung.1 2.2 Reisemotivation Das Reiseverhalten der Urlauber wird von vielen Faktoren wie dem Bildungs-Niveau. um Aussagen treffen zu können.1 5.2 6.9 3.0 4.0 14.1.8 3.3 6. warum Menschen überhaupt verreisen und ganz bestimmte Verhaltensweisen im Urlaub zeigen.0 4. 3.6 22.3 63.6 13.8 63.6 7.1 2. Allerdings sagen diese Komponenten noch nichts darüber aus.7 20.7 6.1 2.5 3. Einkommen.6 13.3 3. weil sie häufig empirisch nicht genug unterfüttert sind.0 69.3 3.9 3.1 3.8 1.6 9.4 6.3 2.5 4. Solche Erklärungsmuster sind mit Vorsicht zu genießen. Prestigestreben oder Konsumverhalten interpretiert.5 2. die in den letzten Jahren ihren Marktanteil zum Teil deutlich ausbauen konnten.8 3.4 2.8 3.6 3. der Stellung im Beruf.1 1.0 3.6 2.5 6.7 16. Slowenien. Das Reisen wird je nach Profession zum Beispiel als Grundbedürfnis.4 5. Um die Erforschung der Motive. Andererseits zeigen sich auch empirische Befunde in der Motivforschung oftmals nicht ausreichend theoriegeleitet (PETERMANN 1997).5 3. Alter.3 64.0 63.6 26.6 12. Lebensstil.1 70.3 6.1 66.4 2002 % 30.9 2.8 2.4 9.2 6.1 67.9 3.7 70.4 7.5 3.1 9.8 3.7 2.9 2.6 3.4 2000 % 29.6 3.2.7 7.3 2.2 28.6 6.

5 Prozent (LORENZ/SCHIEFER/HÜBNER 2001). Über zwei Drittel der deutschen Golfanlagen besitzt keine nennenswerte touristische Ausrichtung. Nach HANS MAGNUS ENZENSBERGER (1962: 147-168) ist das moderne Reisen eine vergebliche Flucht aus diesen selbst geschaffenen Zwängen. Die Gäste verbringen für diesen Zweck in der Regel nur einige Tage in der Region. daher üben urwüchsige Natur. Die Reisenden sind auf der Suche nach einem »ursprünglichen Leben«. Ähnlich spektakuläre Erscheinungen sind an der Westküste Schleswig-Holsteins zu sehen. die Golf zum Hauptanlass hatten. Es sind zumeist Resorts mit . die durch Aktivitäten im Freien geprägt sind. Es folgten Mecklenburg-Vorpommern mit 9. Im Inland war im Jahr 2000 Bayern (49. In diesem Sinne können auch Kulturlandschaften in Deutschland wie Weinanbaugebiete oder eben auch die Gutslandschaft von diesem Antrieb zu Reisen profitieren. Von dort aus lässt sich im Frühjahr und Herbst der Kranichzug beobachten. Als prominentes Beispiel gilt das Schlosshotel im Herrenhaus Hohendorf bei Stralsund. Der Golftourismus hat nur einen sehr kleinen Marktanteil. Dem Golfsport kommt aber insbesondere als Motiv für Kurzreisen eine wachsende Bedeutung zu. Umweltschutzaspekte spielen jedoch nur eine untergeordnete Rolle (BATFREIZEITFORSCHUNGSINSTITUT 1999). für sich die Folgen des Alltags abzumildern (MUNDT 2001: 132). Eine 1999 durchgeführte Repräsentativbefragung ergab. Im Urlaub wird den Reisenden ein Gefühl von Freiheit suggeriert. wobei es nicht schaden kann. wenn sich die gewählte Destination ihre Authentizität bewahrt hat. Die Menschen in Deutschland leben überwiegend im urbanen und suburbanen Raum. Damit liegen diese beiden von zehn in der Befragung genannten Attribute an erster und zweiter Stelle in der Bedeutung für den Touristen.1 Prozent und Schleswig-Holstein (Ostsee) mit 5. mit dem aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und den vielen Naturschönheiten insbesondere Mecklenburg-Vorpommern wuchern kann. Gerade dort können viele Gutshöfe mit Urlaubsquartieren als Stützpunkt dienen. Das Segment konnte aber weltweit in den letzten Jahren starke Wachstumsraten vorweisen. Unterschiedliche Formen des Aktivurlaubs Mit dem Naturerleben korrespondieren Urlaubsformen. Das andere Drittel kooperiert mit Beherbergungsbetrieben in der Nähe oder bietet selbst Übernachtungskapazitäten an. dem sie sich im Alltag längst entfremdet haben. Auf der anderen Seite können solche Angebote für eine bessere Auslastung in den ansonsten schwachen Frühjahrs-.und Wintermonaten sorgen.1 %) mit großem Abstand Marktführer bei jenen Urlaubsreisen. Allerdings hat auf die Natur bezogenes Reisen Ende der achtziger Jahre den Höhepunkt erreicht und seitdem leicht an Bedeutung eingebüßt (PETERMANN 1997). Ausschließlich auf den Tourismus ausgerichtete Anlagen gibt es nur wenige.62 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Auf die Natur bezogenes Reisen Ein psychologischer Erklärungsansatz für das Reisen vermutet das Bestreben. Golf ist ganz überwiegend ein Freizeitsport. allerdings gibt es dort nur wenige Gutshöfe. Eine kontinuierliche Auslastung durch die Touristen wäre durch die Beobachtung von Wildtieren wie dem Biber möglich. dass für 71 Prozent der Bevölkerung eine schöne Landschaft und für 61 Prozent ein gesundes Klima die wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Urlaubs sind. Gasthöfe oder Pensionen profitieren. Herbst. Ein Pfund. Daher dürften insbesondere Beherbergungsbetriebe wie Hotels. denn häufig ist zwischen November bis März an einen Spielbetrieb nicht zu denken.und intakte Kulturlandschaften eine starke Anziehungskraft aus. Grundsätzlich sind Golfanlagen in Deutschland klimatisch gegenüber südlichen Destinationen benachteiligt. Der Mensch ist einem Bündel von Zwängen und Verpflichtungen unterworfen.

Das Reiten ist ganz überwiegend eine Freizeitbeschäftigung und weniger eine Urlaubsaktivität. Golf hat in breiten Bevölkerungsschichten an Beliebtheit gewonnen. Neddesitz und Teschow bei Teterow. Gutshöfe sind in der Lage. An die Betreiber und das Personal werden hohe Anforderungen gestellt. Ansonsten verhält es sich mit den vielen Golfplätzen. Nirgendwo ist der Anteil an der Gesamtbevölkerung höher. wenn Radfahren im Urlaub als Aktivität dominiert. Darüber hinaus hat der Reit. Zumeist wird das Radfahren im Urlaub nebenbei betrieben. die Vielzahl an geforderten Funktionen aufzunehmen. Auch die Ferienunterkünfte sind häufig sehr ausdifferenziert. da kaum Beherbergungsbetriebe in Gutsgebäuden . In MecklenburgVorpommern sind Radreisen von Schlosshotel zu Schlosshotel möglich. Bei den Radlern ist die Übernachtung im Hotel mit 28 Prozent am beliebtesten. In der Deutschen Reiterlichen Vereinigung waren 1998 etwa 6100 Reitvereine mit rund 724 000 Mitgliedern organisiert. Reiturlaub findet allerdings woanders statt. Prominente Vertreter im Zusammenhang mit Herrenhäusern sind die Anlagen in Göhren-Lebbin. Von einem klassischen Fahrradurlaub kann daher nur dann gesprochen werden.und Wellness-Einrichtungen verfügen.und Dressurplatz sowie ein offenes. attraktives Reitgelände erforderlich. Mecklenburg-Vorpommern hat in den letzten Jahren stark aufgeholt. Es folgen mit zwölf Prozent die Pension und mit acht Prozent die Übernachtung im Wohnwagen. Der Radtourismus ist nicht homogen.und Reiterhöfe können nicht sich selbst überlassen werden und bedürfen zumeist einer intensiven Anleitung und Betreuung. Wenn auch das elitäre Element immer mehr zurückgeht. insbesondere in Niedersachsen. Das Gewicht der letztgenannten beiden Gruppen auf dem Gesamtmarkt der Urlaubsreisen ist noch relativ klein. Im Reittourismus liegt hohes wirtschaftliches Potenzial. Urlaub auf dem Reiterhof ist auch für das ansonsten relativ benachteiligte Binnenland eine Erfolg versprechende touristische Entwicklungsoption. wenn auch wie bei jedem Umbau von Altbausubstanz gewisse Abstriche in der Funktionalität zu machen sind. die über weitere Sport-. Immerhin haben im Jahr 2000 mehr als zwei Millionen Deutsche eine mehrtägige Radreise unternommen.und Fahrradtourismus hat in letzter Zeit stark zugenommen. ein Spring. Paddocks und Koppeln. Für den Reitbetrieb sind eine Reithalle. Die Gäste der Ferien. Nachtwanderungen oder ähnliche Veranstaltungen. wie mit allen anderen Golfanlagen auch. Bei einer Radreise ist das Fahrrad das einzige Verkehrsmittel. Hinzu kommt die etwa gleiche Anzahl nicht organisierter Reiter. Reiterhöfe benötigen allerdings einen umfangreichen Bestand an Gebäuden und Anlagen. -wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünften wie Heuhotels. SchleswigHolstein ist das Land der Reiter. Freizeit. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) werden die Fahrradurlaube immer länger und erreichen inzwischen durchschnittlich 13 Tage. Die Pferde benötigen geräumige Boxen. nicht nur in fachlich-reiterlicher Hinsicht. Reiterferien sind eine komplexe Angebotsform. was nur noch knapp unter dem Durchschnitt sämtlicher Urlaubsreisen liegt.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 63 einem breiten Angebot für Golfer. Die Gastpferde und die hofeigenen Vierbeiner wollen gepflegt und versorgt sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland rund 600 000 Pferde. scheinen Gutsanlagen mit ihrem feudalen Rahmen immer noch eine große Affinität zum Golfsport zu besitzen. die in Verbindung mit Gutsgebäuden stehen. Dafür heben sich diese Standorte im Habitus von Anlagen in modernen Gebäuden ab. In SchleswigHolstein gibt es so ein Angebot nicht. In der Freizeit erwarten die zumeist jugendlichen Gäste Aktionen wie gemeinschaftliche Grillabende. Die Vermarktung ist in den Deutschland allerdings unterentwickelt. Nur Bayern leistet sich ein professionelles Marketing (LORENZ/SCHIEFER/HÜBNER 2001). Geboten ist eine hotelmäßige Dienstleistung in Ferienzimmern.

Kulturtourismus gliedert sich grob in drei Reisearten: Städtereisen. Diese Reiseart ist jedoch für die Inwertsetzung der Gutslandschaft kaum fruchtbar zu machen. Musik. Geschichtliche Ereignisse und künstlerische Leistungen sind stark mit der Gutslandschaft verwoben und manifestieren sich in den baulichen Zeugnissen. kann Reisen eine persönlichkeitsverändernde Erfahrung sein.und Kulturtourismus bedient. und die Niederlande. Die topografisch eher flachen Länder haben an Bedeutung eingebüßt. Nach Angaben des ADFC sollen sich dort nur 41 Prozent der Fernradwege in einem akzeptablen Zustand befinden. Niedersachsen und SchleswigHolstein an die Spitze setzen. Bildungs. Die Fahrradförderung in Nordrhein-Westfalen. Studienreisen und Themenreisen. Im Urlaub können die Reisenden Abstand gewinnen und ihr eigenes Gefühlsleben neu entdecken. die vom ADFC als fahrradfreundlich eingestuft und in das Verzeichnis Bett&Bike aufgenommen wurden. Physische Herausforderungen als selbst inszenierte Erfahrungen stärken das Selbstbewusstsein. Vielmehr ist diese Urlaubsform eine touristische Entwicklungsoption für das Binnenland. Pausen und Besichtigungen ergänzen die Haupturlaubsaktivität und andere Reisemotive treten hinzu. Die Zahl der Beherbergungsbetriebe im Bundesgebiet.und Studienreisen. stieg von 216 im Jahr 1995 auf 2880 im Jahr 2001. So besucht rund ein Drittel der Urlauber in Schleswig-Holstein kulturelle Veranstaltungen und zwei Drittel nehmen an Besichtigungen von Schlössern. Die Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern bedarf offensichtlich noch des Ausbaus. dass es eine kleine aber nicht unbedeutende Gruppe von Urlaubern gibt (etwa 15 %). bei denen Kultur nur eine Urlaubsaktivität – wenn auch eine wichtige – unter vielen darstellt. Diesen Menschen steht eine größere Gruppe von Urlaubern gegenüber. hat sich offenbar ausgezahlt. Daheim verbessert der Urlauber seine soziale Position durch das ausführliche Erzählen seiner Erlebnisse. Welche Urlauber könnten sich für die kulturellen Bezüge der Gutslandschaft interessieren? Ohne zu sehr dem Kapitel Tourismusmarketing vorgreifen zu wollen. da Radler rund 20 Prozent mehr am Tag ausgeben als der Durchschnitt der Urlauber.64 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet vorhanden sind. Im Inland konnte sich Nordrhein-Westfalen vor Bayern. Frankreich. die sich auf die Bereiche Kultur. insbesondere in der Pilotregion Münsterland. bei denen die Kultur maßgebliches Urlaubsmotiv ist. Das Interesse an Kulturreisen nahm zwischen 1999 und 2002 um 46 Prozent zu (FUR 2002). Gastronomie und Beherbergungsbetriebe profitieren überdurchschnittlich von Fahrradurlaubern. die sich auf den Fahrradurlauber eingestellt haben. geschichtliche und künstlerische Epochen. Städtereisen haben in den letzten Jahren etwas an Beliebtheit gewonnen. Das Kennenlernen anderer Länder. Gewerbe. Kirchen oder Museen teil (LOHMANN 1999: 19). Im Ausland waren die beliebtesten Ziele für Radtouristen im Jahr 2000 Italien. Sitten. Gesellschaft. . Städte und Menschen befriedigen die angeborene Neugier.und Kulturtourismus Kein Mensch will den ganzen Tag auf dem Fahrrad zubringen. Landschaften. Fremde Kulturen. Noch Mitte der neunziger Jahre konnte Schleswig-Holstein den größten Marktanteil verbuchen. Die Lage in einem Seengebiet oder an einem Fernradweg wäre für die in diesem Segment aktiven Anbieter ideal. Vielversprechender erscheinen da Themen. Literatur oder Religion beziehen können. Ein weiterer psychologischer Erklärungsansatz für das Reisen unterstellt den Urlaubern das Streben nach »Selbstverbesserung und symbolischer Selbstergänzung« (Mundt 2001: 127). Eine besondere Affinität der Radtouristen zu Gutsgebäuden dürfte es auch nicht geben. ist festzuhalten. Gebräuche oder Kunstinteresse werden im klassischen Bildungs. In der Tat. Bei der Planung von Kulturangeboten müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser beiden Gruppen streng auseinander gehalten werden.

Events sind ein maßgebliches Element im Tourismus. Menschen und Erfahrungen. während für die Umnutzung zu Hotels insbesondere die Herrenhäuser prädestiniert sind. möchte er etwas bisher Unbekanntes aber nicht völlig Ungewohntes genauer kennen lernen. im Durchschnitt weit mehr als der Normalurlauber auszugeben. Wie LOHMANN sich ausdrückt. Das können Malkurse oder Lehrveranstaltungen in Sachen Gartengestaltung sein. sondern ein attraktives Gesamtprodukt. Malen oder auch Brot backen eine Rolle. Die Urlauber suchen auch Zerstreuung und möchten ihren Erlebnisdrang ausleben. wenn Beherbergungsbetriebe in Gutsgebäuden zur Arrondierung ihres Angebots mit der Gutslandschaft korrespondierende Kursusveranstaltungen organisieren. Es erweist sich also als sehr aufwendig. Mit relativ wenig Aufwand ist die Öffnung von Gutshaus und Park für Besichtigungen und Führungen möglich. Dafür ist der Kultururlauber auch bereit. »Sie erwarten nicht nur hochstehende Kultur. In MecklenburgVorpommern haben sich viele Schlosshotels in Gutshäusern etabliert und sich mit vielfältigen Angeboten auf die Bedürfnisse dieser Klientel eingestellt. welches sich auch aus Konsumerlebnis und Verwöhnelementen zusammensetzt« (LOHMANN 1999: 20). Etwas Illusion kann bei der Vermarktung sehr hilfreich sein. Das korrespondiert mit der Zunahme von Fernreisen. Spinnen.und kleinere Wirtschaftsgebäude in Frage. Erlebnistourismus Im Urlaub soll alles ganz anders sein. Aber es sind nicht nur die Reisterrassen auf Bali gefragt. -wohnungen oder -häusern in der Regel nur gering. Das kann auch sporadisch zu Events wie Konzerte oder Aufführungen geschehen. Der Begriff beschreibt vielmehr Veranstaltungen.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 65 Der reine Kultururlauber ist ein sehr anspruchsvoller Konsument. die den Besucher nachhaltig in Erinnerung bleiben. Im Rahmen des Kulturtourismus dürfte die größte Nutzungsintensität erreicht werden. Sport- . Die Übersetzung des englischen Wortes Event als Ereignis greift zu kurz. So zumindest ein Erklärungsansatz. während in Beherbergungsbetrieben wie Hotels. die zur Entwicklung der Gutslandschaft geführt haben. Das macht den Erfolg von künstlichen Ferienwelten à la Centerparcs verständlich. die dem Urlauber Raum für eigene Kreativität und selbst gerichtete Betätigung bieten. In der Regel werden es aber Reisegruppen bestehend aus Kulturinteressierten sein. den Kultururlauber zufrieden zu stellen. Natürlich hat das Leben auf einem Gutshof heute nichts mehr mit den ökonomischen und sozialen Bedingungen zu tun. Für den Einbau von Ferienwohnungen kommen vorzugsweise Neben. Die Palette reicht von großen Messen über Feste. je breiter das Spektrum an Dienstleistungen für den Gast ausfällt. Pensionen oder Gemeinschaftsunterkünften eine stärkere Betreuung der Gäste erfolgt. Die Intensität der Nutzung nimmt zu. In Schleswig-Holstein gibt es in dieser Hinsicht nur wenige Ansätze. Er verfolgt im Urlaub nicht nur seine kulturellen Interessen. Der Reisende sucht neue Ziele. Aber beim Urlaub ist der Aspekt der Inszenierung nicht zu unterschätzen. Zunehmend spielen im Urlaub Betätigungen wie Weben. Gasthöfen. Auch inländische Urlaubsregionen können profitieren. Es dürfte sich entweder um anderen Orts untergebrachte Urlauber oder Tagestouristen handeln. wenn diese sich durch Architektur und Ambiente deutlich von den heimischen Stätten des Wohnens und Arbeitens abheben und einen Gegenentwurf zum Alltag liefern. wenn die Urlauber in den Gutsgebäuden auch untergebracht sind. der das Hauptmotiv zu Reisen als erstrebten Kontrast zum Alltag deutet (MUNDT 2001: 130). Jedoch sind ihm ausländische Reiseziele lieber als das Inland. Auch im eigentlich eher individuell ausgerichteten Bereich der Vermietung von Ferienwohnungen werden Beschäftigungsangebote immer wichtiger. Dieses Motiv wird insbesondere im Klubtourismus bedient. sondern geht einer Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten nach. Gutshöfe lassen sich in unterschiedlicher Intensität dem Kulturtourismus zugänglich machen. Daher dürfte der Kultururlauber durchaus für die Gutslandschaft zu erwärmen sein. Der Lebensstil von modernen Gutsbesitzern ist weit von den Vorstellungen der Touristen entfernt. Dieses Angebot ist bei einer Vermietung von Ferienzimmern. Eine höhere Wertschöpfung wird dann erzielt.

Eine Vielzahl von Schlosshotels in . Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.66 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet veranstaltungen. Ohne Zweifel ist das Reisen zum Erhalt oder zur Förderung der Gesundheit diesem Motiv zuzuordnen (MUNDT 2001: 137). Aber selbst diese weit bekannten Kultur-Events vermögen nur in einem geringen Umfang Besucher aus anderen Regionen anzulocken (HERMANN/NIESE/PESCHEL 1998). was zumindest in Schleswig-Holstein auf höchster politischer Ebene bereits auf Kritik gestoßen ist. in denen die Erhaltung der Gesundheit zwar hauptsächlicher aber nicht ausschließlicher Zweck der Reise ist. Dabei ist zwischen der traditionellen Kur und dem Gesundheitsurlaub strikt zu unterscheiden. Speicher oder Stallgebäude werden als Veranstaltungshallen genutzt. Gehobene Kulturveranstaltungen wie Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals oder des Musiksommers Mecklenburg-Vorpommern können im begrenzten Umfang auch Kurzreisen erzeugen. sich von Mitbewerbern abzuheben. Musicals und Konzerte jedweder Art. Es beinhaltet daher vielfältige Angebote. die Anbieter haben allerdings auch mit dem gesundheitspolitischen Korsett nichts zu tun. Diese Reiseform hat in den letzten Jahren ein nicht unerhebliches Marktvolumen entwickelt und liegt voll im Trend (FUR 2002). Dabei führen viele Wege nach Rom und der Urlauber wird jeweils unterschiedliche Strategien verfolgen. Dunn kreiert. Im Zusammenhang mit der Gutslandschaft sind insbesondere Oster-. Das Leitbild ist der betreute Patient und nicht der mündige Konsument. Hierbei scheint Wellness immer mehr das Zauberwort zu sein. Allerdings besteht bei der Vielzahl der Angebote mittlerweile das Problem.oder Landmärkte sowie Gartenmessen zu nennen. ist der Markt riesig. Ein Wellness-Urlaub muss nicht unbedingt in der Hochsaison stattfinden.und Gesundheitstourismus Die Reisemotivation Erholung wird allzu häufig ausschließlich unter physiologischen Aspekten betrachtet (MUNDT 2001: 124).ness zusammen. Die Leistungen werden von den Krankenkassen nicht ersetzt. Die Gutshöfe dienen als Kulisse. Dem Wellness liegt das Bild einer multifaktoriellen Genese der Gesundheit zugrunde. dass sich diese Rolle außerhalb des medizinisch Notwendigen überlebt hat. wie es im Kur. Die Angebotsstruktur wird durch große und gut ausgelastete Hotels der Mittel. Die Kur wird von einem Arzt verschrieben und von der Krankenkasse weitgehend bezahlt. sondern als Übergang von der Anspannung in die Entspannung angesehen werden. sich die notwendige Erholung zu verschaffen. Der schillernde Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern Well. die eine gesunde Ernährung.und Luxusklasse bestimmt. Diese Festivals sind künstlerische wie publizistische Großereignisse. Große Wirtschaftsgebäude wie Scheunen. Der Begriff Gesundheitstourismus kennzeichnet jene Urlaubsreisen. geistige Ausgeglichenheit und Aktivität. Weihnachts. Entspannung sowie Körperpflege fördern sollen. Das bei entsprechender Vermarktung mehr möglich ist.und Gesundheitstourismus zum Ausdruck kommt.being und Fit. die fast ausschließlich im Rahmen des Tagestourismus aufgesucht werden. Anschlussbehandlung und Rehabilitation in Privatkliniken eine gewisse Bedeutung. Es spricht viel dafür. Fitness. Aufgrund des Wandels in der Arbeitswelt und veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sollte Erholung weniger im Sinne des Ausruhens in Form des Müßigganges. Der Wellness-Urlauber gibt weit mehr als der Durchschnitt der Reisenden aus. Daher dienen WellnessAngebote häufig als saisonverlängernde Maßnahme. In Deutschland besuchten 1999 rund 202 Millionen Menschen etwa 10 000 dieser Veranstaltungen. die sich mit Wohlbefinden beziehungsweise körperliche Form übersetzen lassen und wurde 1959 vom US-amerikanischen Arzt Halbert L. Kur. Aufgrund von Kürzungen im Gesundheitswesen hat das Kurwesen Mitte der neunziger Jahre ohnehin einen starken Einbruch erlebt. Hängt man die Messlatte etwas niedriger. zeigen die nicht unüblichen Übernachtungen im Zusammenhang mit Musical-Besuchen. Darüber hinaus hat die klinische Behandlung. Wellness-Leistungen werden prinzipiell von medizinisch gesund eingestuften Menschen nachgefragt und dienen daher primär der Prävention.

1. Das blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Wahl der Urlaubsunterkünfte.und Nutzungsstruktur der in Frage kommenden repräsentativen Herrenhäuser unwahrscheinlich. Grundlegender Service wird als Selbstverständlichkeit empfunden. profitieren von dem Trend hin zu anspruchsvolleren Urlaubsformen. Das Luxussegment nahm von 1999 auf 2000 um 28 Prozent zu.2. Das erklärt die große Bedeutung dieser Urlaubsquartiere. 3. Ein weiterer Ausbau von Hotels nicht nur in Gutshäusern könnte in Zukunft zu Überkapazitäten führen. . Dieser Umstand induziert die große Zahl der so genannten Schlosshotels in Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings geschieht das im Untersuchungsgebiet nicht gleichermaßen. Ein Umstand. Der Hotelurlaub konnte von dem Wunsch nach mehr Komfort profitieren und nahm um vier Prozent zu (FUR 2001). Diese Wortschöpfung beschreibt den Trend. dass die Urlauber je nach finanzieller Situation mal den Lux-us oder die Ask-ese bei der Urlaubsplanung zum Tenor erklären. In Zukunft werden es Ferienunterkünfte mittlerer Kategorie und Preisklasse schwerer haben. das Preis-LeistungsVerhältnis der Zielgebiete miteinander zu vergleichen.und Kur-Kliniken nur unbedeutende Ansätze in Gutsgebäuden. Einfache Urlaubsquartiere wie Gasthöfe. Die Hauptausprägungsformen des Gutshof-Tourismus. in ihren Urlaub erhebliche Summen zu investieren. Der Zulauf in die Hotels der Luxusklasse ist unübersehbar. Das sind Reisen. als auf den Urlaub zu verzichten. Allerdings sind Wellness-Angebote in ihrer Gesamtheit relativ komplex strukturiert und damit an eine größere Beherbergungskapazität gebunden. Allerdings stiegen im gleichen Zeitraum die Ausgaben für den Urlaub pro Person immerhin noch um acht Prozent. Hier drückt sich der Wusch vieler Urlauber nach Unabhängigkeit aus. Dabei reagiert er in der Masse bei anhaltend angespannter wirtschaftlicher Situation sehr preissensibel. Ein Teil der Bevölkerung wird tendenziell lieber einmal eine Reise streichen. vielmehr erwartet der Gast weitere Leistungen mit hohem Erlebniswert. Die Nebengebäude können daher problemlos für Ferienwohnungen oder als Ferienhaus umgenutzt werden.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 67 Mecklenburg-Vorpommern profitiert von diesem Trend. der OPASCHOWSKI bereits von »Luxese« sprechen lässt (BAT-FREIZEITFORSCHUNGSINSTITUT 2000). die Schlosshotels sowie Ferienwohnungen in Gutsgebäuden.3 Wachsende Ansprüche der Touristen Die Touristen von heute sind reiseerfahren und daher in der Lage. Dieser Trend äußert sich darin. In Schleswig-Holstein sind die Gutshöfe meistens eigentumsrechtlich in einer Hand. bei denen mehr als 4500 Euro pro Person ausgegeben wird. um dann im nächsten Jahr mehr Geld in die Hand zu nehmen (Intervallreisen). So ist spürbar jene Gruppe von Reisenden angewachsen. dafür öfter im Jahr in den Urlaub gefahren wird. Pensionen und Privatvermieter mit Ferienzimmern mussten dagegen einen stetigen Nachfragerückgang verkraften. Der Anteil des Hochpreissegments der Reisen zum Preis von mehr als 1500 Euro pro Person erhöhte sich von zehn Prozent in 2001 auf 13 Prozent im Jahr 2002 (FUR 2001). Ein anderer Teil wird lieber sparen wollen und Billigreisen buchen. Ein ähnlicher Boom wie in Mecklenburg-Vorpommern erscheint aufgrund der anders gearteten Eigentums. Insbesondere die Ferienzimmer sind nicht mehr zeitgemäß und werden mittelfristig weitgehend aus dem Angebot verschwinden. In Schleswig-Holstein gibt es bis auf einige Reha. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Gutshöfe eigentumsrechtlich häufig zersplittert und Investoren sind in der Regel vornehmlich am Erwerb des Herrenhauses interessiert. die bereit ist. Die großen Gewinner innerhalb der Urlaubsunterkünfte waren aber in den letzten Jahren die Ferienwohnungen und -häuser. Die Nutzung eines so großen Gebäudes kann nur professionell erfolgen. Die Folge: Verzicht auf Mittelmaß. Die Folge ist ein ausgeprägtes Anspruchsdenken in Bezug auf die Qualität des touristischen Angebots. dass lieber kürzer.

6 Millionen Menschen oder vier Prozent der deutschen Bevölkerung.2 Angebotstrends Auch wenn es einigen Reisezielen und -arten immer gelingen wird. dass zahlreiche Studien hochgerechnet zwischen 28 und 37 Millionen Bundesbürger ermittelt haben. einfache Buchbarkeit und große Professionalität der ausländischen Konkurrenz machen es den inländischen Urlaubsregionen schwer. hohe Marketing-Aufwendungen.68 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3.2. In der Tat verfügen fast alle größeren Anbieter im Rahmen des Gutshof-Tourismus über eine eigene Homepage. Die Reiseanalyse 2001 der FUR erbrachte. Es besteht allerdings auch kein Grund. sorgt für einen zusätzlichen Konkurrenzdruck. Im Deutschland-Tourismus sind die neuen Bundesländer mittlerweile ernst zu nehmende Mitbewerber. die auf keinen Fall das Internet nutzen wollen oder bisher keinen Internet-Zugang haben und auch keinen planen (OEHMICHEN 2002). Die Grenzen des Wachstums sind zwar noch nicht erreicht. Das bedeutet eine Steigerungsrate von 86 Prozent binnen Jahresfrist. politische Krisen oder gestiegene Preise. Bisher hat kein Medium ein anderes vollständig ersetzt. Bereits heute kommt kein Reiseveranstalter ohne Internet aus und auch die allermeisten Privatvermieter müssen sich mit dem Vertriebsweg »Datenautobahn« auseinander setzen. Er ist erheblich wendiger geworden und reagiert schnell auf Faktoren wie Witterung.4 Verändertes Informations. Die Zeiten sind vorbei.1. Immer mehr Destinationen müssen sich auf einen stagnierenden oder schwach wachsenden Markt behaupten. aber exorbitante Zuwachsraten sind eher unrealistisch. Das Internet wird bei der Planung der Urlaubsreise nur von etwa sechs Prozent genutzt (FUR 2001). als der Urlauber Monate im Voraus buchte. an einen deutlichen Rückgang der touristischen Nachfrage in Deutschland als Quell. Der Vertriebsweg Internet wird also mittelfristig eine große Personengruppe nicht erreichen können. Sonnengarantie. eine Reise im Internet zu buchen (FUR 2001). überproportionale Wachstumsraten zu erzielen. Das sind 2. wobei fast drei Viertel mehrmals in der Woche im Internet surften und dabei 47 Prozent schon einmal Informationen über den Urlaub eingeholt und sogar 13 Prozent eine Reise gebucht haben. Frühbucherrabatte und das Streichen von Bettenkapazitäten sollen für eine bessere Planbarkeit des Urlauberverhaltens sorgen.und Buchungsverhalten Das Buchungsverhalten der Touristen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. ist der Tourismusmarkt insgesamt mehr oder weniger durch Stagnation und Globalisierungstendenzen geprägt. Das Bestreben. Auch der Zwang zum Sparen hat den Last-Minute-Trend stark forciert. Diese Zahlen sollten jedoch nicht täuschen.und ausländischen Reisezielen hinzu. Weitere 15 Prozent konnten sich vorstellen. 3. strukturschwache Regionen vermehrt touristisch zu erschließen. Verschärfend tritt die zunehmende Konkurrenz zwischen in. auch wenn durch die Vereinigung die Einwohner der ehemaligen DDR als zusätzliche Nachfrager hinzugekommen sind. Ganz im . Weniger dramatisch ist der Wandel bezüglich der genutzten Informationsquellen. An zweiter Stelle folgen eigene Erfahrungen und die Beratung im Reisebüro. Diese Verhaltensänderung der Kunden zwingt die touristischen Anbieter zum flexibleren Agieren. Alles läuft auf eine weitere Diversifizierung der Vertriebskanäle hinaus. Dafür spricht.oder Zielgebiet zu glauben. Von größerem Gewicht sind aber die Auswirkungen des internationalen Wettbewerbs. dass bereits im Januar 2001 über 30 Prozent der Deutschen über einen Internet-Zugang verfügten.2. Bekannten oder Arbeitskollegen die Hauptrolle bei der Wahl des Urlaubsortes. guter Service. Wie seit eh und je spielen die Empfehlungen von Freunden.

wobei das Ergebnis in der Anzahl von Margeriten-Symbolen dargestellt wird. Die Anbieter touristischer Leistungen bedienen sich hierbei einer Reihe von Strategien. beziehungsweise sich das Urlaubsquartier in unmittelbarer Nähe des Gutshofes befindet. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof in Schleswig-Holstein e. Bildanzeigen mit einem grünen Punkt deuten auf einen landwirtschaftlichen Voll. Kooperationen und Zusammenschlüsse von Beherbergungsbetrieben und Reisevermittlern erleichtern die Berechenbarkeit und Kontrolle von touristischen Leistungen. dass der Ferienbetrieb die höchsten Qualitätsanforderungen erfüllt. Des Weiteren gibt es die klassische Bewertung von eins bis fünf Sternen. sondern fast ausschließlich über Verschiebungen zwischen den Marktanteilen zu erzielen. dass man vorzugsweise auf Lebensmittelprodukten findet. Der GutshofTourismus bietet aufgrund der kulissenhaften Wirkung der Anlagen hierfür gute Voraussetzungen. soll dem Konsumenten signalisieren. beinhaltet eine erstklassige Ausstattung mit außergewöhnlichem Komfort.und ausländischen Destinationen praktisch austauschbar sind. Das Gütesiegel Hergestellt und geprüft in Schleswig-Holstein der Landwirtschaftskammer. zwei Symbole für die Mittelklasse und drei für die gehobene Mittelklasse. Ein roter Punkt markiert Resthöfe. Für die Anbieter wird es immer schwerer. Da gibt es das Gütezeichen Urlaub auf dem Bauernhof der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Zentrales Element einer industriellen Produktion ist die Standardisierung. wie die aktuellen Daten zeigen.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 69 Gegenteil. Zur Standardisierung gehört des Weiteren die Zertifizierung und Kategorisierung der Qualität von Ferienunterkünften. dass zu viele Gütesiegel und Kategorien aber auch zur Verwirrung des Konsumenten führen können. müssen die touristischen Leistungen ein klares Profil aufweisen und beim Urlauber Emotionen wecken. Im Rahmen des Gutshof-Tourismus müsste sicher gestellt werden. Standardisierung Als Reaktion auf das sich verändernde Nachfrageverhalten ist auf der Angebotsseite eine permanente Anpassung erforderlich. also fünf Sterne. Zuwächse sind aber kaum noch über ein steigendes Marktvolumen. die Kindern Ferien auf dem Rücken der Pferde ermöglichen. . Da die meisten in. Der Reiseveranstalter Schwerin Plus – Touristik-Service GmbH bietet beispielsweise Urlaub in Schlössern und Herrenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern an. Der Urlauber wünscht ein hohes Maß an Produktsicherheit. Die Betriebe werden regelmäßig auf die Einhaltung bestimmter Richtlinien überprüft. dass der Urlauber in historischen Gutsgebäuden untergebracht wird. der über 400 Betriebe mit dem Angebot Urlaub auf dem Bauernhof enthält. Diese Symbole machen die Art des Beherbergungsbetriebes deutlich. überhaupt noch vom Kunden wahrgenommen zu werden. Dieses Beispiel macht deutlich. was im Gastronomiebereich bei Fast-food-Ketten bereits üblich ist (LOHMANN 1996). aber ihren Gästen immerhin ein ländliches Umfeld bieten können. Einen Einblick soll der von der Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof in Schleswig-Holstein e. haben sich darüber hinaus noch einer freiwilligen Qualitätskontrolle unterzogen. Eine Margerite steht für eine zweckmäßige Ausstattung. dass auf Ponyhöfe hinweist. Für die Qualität stehen weitere Symbole und Zeichen. Touristische Inszenierungen spielen eine immer größere Rolle (STEINECKE 1997). die keine Landwirtschaft mehr betreiben.V.oder Nebenerwerbsbetrieb hin. herausgegebene Katalog LandErlebnis geben. Dann gibt es noch ein blau-schwarzes Reitersymbol.V. Ein Stern bedeutet einfache und zweckmäßige Ausstattung und die höchste Kategorie. Ein übergreifender Trend in der Tourismusbranche geht in die Richtung einer industriellen Organisation des Angebots.

Man will sich erholen.70 Spezialisierung Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Eine weitere unternehmerische Strategie touristischer Anbieter. Insbesondere bei Hotelbetrieben ist eine immer stärkere Fokussierung auf bestimmte Preisniveaus und Zielgruppen wie Gesundheits-. Reiten ist auf dem benachbarten Reiterhof möglich. Komplexe Angebotsformen Die Motive von Urlaubern sind sehr selten eindimensional. so dass insgesamt 95 luxuriös eingerichtete Zimmer und Suiten auf die Gäste warten. Tennishalle. Das unter Denkmalschutz stehende Herrenhaus wurde aufwendig saniert und dem Gebäude ein äußerlich angepasster Neubau an die Seite gestellt. Entscheidend ergänzt wird das Angebot durch eine 100 Hektar große Golfanlage mit 27 Löchern. Dorfhotel. Genau in dieses Raster passt das 2001 eröffnete Golf. So können der Wunsch nach dem Besonderen und Statusansprüche befriedigt werden. Um das als Schlosshotel fungierende Herrenhaus gruppieren sich viele weitere Einrichtungen inklusive Robinson Club. Entspannungsmusik. Das ist bisher in dieser Form noch nicht umgesetzt worden. die sich gegebenenfalls aus der Geschichte und Ausprägung der Gutslandschaft herleiten lassen. sich in einer Marktnische zu etablieren. Die Kopfkissen gibt es auf Wunsch auch aus Dinkelspreu.und Wellnesshotel Schloss Teschow bei Teterow. Einkaufen und Kultur genießen. Geist und Seele«.und Ferieneinrichtungen wie Ferienparks. in denen eine Vielzahl von Aktivitäten zu einem sinnvollen Ganzen gebündelt werden. Retreats. Aktivitäten wie Meditation. Ein anschauliches Beispiel für die Konzentration auf ein Wellness-Angebot mit leicht esoterischen Einschlag als Marktnische stellt das Gutshaus Stellshagen zwischen Lübeck und Wismar dar. Sport treiben und gut essen. der sich in einem Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Gutes angesiedelt hat. Bioböden und Betten mit Bettwäsche aus »natürlichem. Durch eine anspruchsvolle Architektur. CraniosacralTherapie. aber nicht faulenzen. versuchen viele Hotels und Resorts eine hohe Exklusivität zu vermitteln. Das könnte über attraktive Themen gelingen. unbehandelten Material«. einer Beauty-Farm und Shops. Gymnastik oder Yoga und Gesundheitsangebote wie Tachyon. Hypnose-NLP oder Aura Soma sollen das Wohlbefinden der Gäste erhöhen. vielseitige Themengastronomie. Einige Betriebe operieren unter einem besonderen Motto. gehobene Veranstaltungen und eine aufgrund des Preises eingeschränkten Zugang. müssen die Anbieter sich ein klares Profil zulegen und versuchen. . Noch größere Dimensionen erreicht das Ferienzentrum Land Fleesensee in Göhren-Lebbin. Aufgrund der zunehmend individuelleren Wünsche der Reisenden gewinnen komplexe Angebotsformen an Bedeutung. Clubanlagen.und Außenschwimmbad. die der industriellen Produktion entlehnt ist. Das nach baubiologischen Gesichtspunkten sanierte Hotel verspricht »den ganzheitlichen Urlaub für Körper. Um überhaupt wahrgenommen zu werden. Der Gutshof Groß Breesen bei Güstrow vermarktet sich beispielsweise als Bücherhotel. Insbesondere die letztgenannten Einrichtungen bieten dem Urlauber aufgrund eines attraktiven Angebotsmix zahlreiche Wahlmöglichkeiten. wie sie in Mecklenburg-Vorpommern des Öfteren anzutreffen ist. Die Verpflegung besteht aus vegetarischer Kost aus eigenem Bioanbau. stellt die Spezialisierung dar.oder Kulturreisende zu beobachten. Die Zimmer sind nach der Lehre Feng-Shui eingerichtet und besitzen einen störfeldfreien Schlafbereich. einem Wellness-Center mit Innen. Reiki. Der Markt ist an gleichartigen Angeboten mittlerweile übersättigt. Den Gast erwartet eine Bibliothek mit über 70 000 Bänden. Eine Kooperation. Orte für so ein beschriebenes Urlaubserlebnis sind multifunktionale Freizeit. Sport. Golfplätze und Event-Halle. Themenhotels und Resorts.

Allein durch den Tagestourismus sind im Jahr 2002 etwa 2. Freizeit.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Professionalisierung 71 Die bisher skizzierten Trends forcieren die Tendenz. Am schwierigsten ist der Anteil der Umsätze zu quantifizieren. Dieser erhöhte Druck zur Professionalisierung stellt insbesondere die klein. Beide Länder gehörten im Jahr 2000 mit 10. Die im Tourismus aktiven Gutsbetriebe sind von dieser Problematik nicht ausgenommen. die zumeist vom Eigentümer geleitet und mit Familienangehörigen betrieben werden.8 Millionen Übernachtungen bei Verwandten beziehungsweise Bekannten und in eigenen Ferienunterkünften gegeben haben (N.I.1 Milliarden Euro gewesen sein (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2000). Da touristische Leistungen mit ihren vielen Komponenten nur schwer von anderen Branchen abgegrenzt werden können.3 Tourismus in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Die Wirkungen des Tourismus sind vielfältig und erreichen für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine große Bedeutung als Wirtschaftsfaktor. kommen somit gestiegene Qualitätsanforderungen zu. In Mecklenburg-Vorpommern sollen es 1999 mehr als 1. 3. zum anderen erfordern individuelle touristische Angebote ausgesprochene Spezialisten. In Mecklenburg-Vorpommern trägt der Tourismus mit ungefähr neun Prozent zum Volkseinkommen bei (ENGEL 1999). An die Qualifikation der in der Tourismusbranche Beschäftigten knüpfen sich erhöhte Anforderungen.und Bekanntenbesuchen und der Nutzung von Freizeitwohnungen ergibt.5 (S-H) Übernachtungen je Einwohner zu den mit Abstand fremdenverkehrsintensivsten Bundesländern. Die größten Effekte sind vorzugsweise in den Schwerpunkträumen des Tourismus zu spüren. Die Anzahl der Beschäftigten im Tourismussektor von Mecklenburg-Vorpommern wird auf über 50 000 geschätzt. wenn sich die Betriebsgröße sowie Preis und Qualität der Leistungen im mittleren Segment bewegen.T. Auf kleinere Betriebe.und Gesundheitseinrichtungen oder der Einzelhandel werden positiv beeinflusst. So trägt der Tourismus mit 19. Das wären dann rund 8.9 Prozent der Gesamtbeschäftigten (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2000). sind nur Schätzungen der volkswirtschaftlichen Wirkungen möglich.und mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein vor große Herausvorderungen (LOHMANN 1996: 28). Eine Definition des Tourismus gibt es in der amtlichen Statistik nicht. Der unmittelbar dem Tourismus zuzurechnende Umsatz wird in Schleswig-Holstein auf rund 5. In Schleswig-Holstein soll es 1999 etwa 7. . der sich aus dem Tagestourismus. Vom Tourismus profitieren nicht nur die Beherbergungsbetriebe und die Gastronomie.6 %) weit an der Spitze aller Bundesländer. 2001). Auch vor. ENGEL (1999) geht von bis zu 75 000 Beschäftigten aus. Damit liegt das Land gefolgt von Schleswig-Holstein (4.2 (M-V) beziehungsweise 7.2 und in Mecklenburg-Vorpommern etwa fünf Milliarden Euro geschätzt.und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche wie Verkehrsunternehmen.T.2 Milliarden Euro in Schleswig-Holstein umgesetzt worden. den Verwandten. In MecklenburgVorpommern sollen es neun Millionen Übernachtungen sein (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2004: 1).I. In Schleswig-Holstein arbeiten zum Beispiel ungefähr 80 000 Beschäftigte in der Tourismusbranche. Die Kaufkraftverlagerung in strukturschwache Gebiete kann erheblich sein. dass es touristische Anbieter in Zukunft schwerer auf dem Markt haben werden. 2001: 32).5 Prozent aller Erwerbstätigen (N. Das sind 7. Zum einen werden im industrialisierten Tourismus vermehrt Mitarbeiter im mittleren und höheren Management benötigt.4 Prozent zum Volkseinkommen an der Westküste Schleswig-Holsteins bei (MLR S-H 2002: 2). Nur Bayern auf Platz drei (6.1 Übernachtungen/Ew) erreicht noch annähernd diese Werte. was einem Anteil von zwölf Prozent aller Beschäftigten entsprechen würde.

72 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3. Angebotsstruktur Produkte im Tourismus sind prinzipiell Ausfluss der Kombination von drei Faktoren: den natürlichen und kulturellen Gegebenheiten. insbesondere die reich gegliederte Ostseeküste zu nennen. 13 und 14) zwei im Binnenland befin- . 6.1 Struktur des Tourismus Die Deutschen unternahmen im Jahr 2001 etwa 308 Millionen Reisen mit mindestens einer Übernachtung. In Schleswig-Holstein tritt die Nordsee hinzu. können für den Tourismus umgenutzte Gutsgebäude prinzipiell nur an etwa 50 Prozent der Nachfrage partizipieren.3 Prozent Marktanteil hat der Tourismus im Bereich der Ostseeküste die größte Bedeutung. Auf einen Boom des Deutschland-Tourismus nach der Vereinigung. Bei den Urlaubsreisen sieht dieses Verhältnis erheblich ungünstiger aus. Das sind die Rahmenbedingungen. 10: 9 und 10) sowie der Mecklenburgischen Schweiz und Seenplatte (Abb. In den Jahren 1997 bis 1999 sind die Übernachtungen im Urlaubsreiseverkehr in Deutschland wieder angestiegen. dass die wenigen Objekte außerhalb der klassischen Gutslandschaft nicht auch Ansatzpunkte für den Tourismus sein können.9 Prozent. Wegen des im gleichen Zeitraum stark gewachsenen Gesamtmarktes machte sich dieser Trend in den tatsächlichen inländischen Gästezahlen nur wenig bemerkbar. 7 und 8) und der Mecklenburgischen Ostseeküste (Abb. wenn sie ein relativ bewegtes Relief und eine abwechslungsreiche Vegetation aufweisen.8 Prozent und auf das Binnenland 20. weil das übrige Binnenland bis zum Ende der neunziger Jahre ein Wachstum erzielen konnte. Das bedeutet aber nicht. Als wichtigste Kenngröße sind die Gewässer. 28 Prozent führten ins Ausland. Gutsanlagen haben auf allen drei Ebenen ihre Bedeutung. Besonders betroffen von den Rückgängen waren die Feriengebiete abseits der Küsten (FORUM DEUTSCHLANDTOURISMUS 1998). folgten seit der Mitte der neunziger Jahre leicht sinkende Urlauberzahlen.4 Prozent am Gesamtmarkt partizipiert (MLR S-H 1997: 12). 10: 3. während der Bereich der Ostseeküste und die Holsteinische Schweiz Einbußen hinnehmen mussten. Für SchleswigHolstein lassen sich so drei Feriengebiete abgrenzen. Die Binnenseen beziehungsweise Seenplatten sind besonders dann attraktiv. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind aufgrund ihres Naturraumpotenzials hervorragend für den Tourismus geeignet. Analog zu Schleswig-Holstein ist ausgehend von den Angebotspotenzialen auch in Mecklenburg-Vorpommern der Tourismus an der Küste und im Binnenland zu unterscheiden (Abb. Mit 41. 12. unter den sich Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als Zielgebiete des Tourismus zu behaupten haben. wenn sie vernetzt sind und über Strände beziehungsweise trittfeste Ufer sowie über ein abwechslungsreiches Hinterland verfügen. 10: 4 und 5). Das gilt umso mehr. von denen mit Rügen und Hiddensee (Abb. 10). Diese regional spezifischen Angebotspotenziale grenzen zwei grundlegende Marktsegmente voneinander ab: den Tourismus an den Küsten und im Binnenland. 10: 11. Da sich nur wenige Gutsanlagen an der Nordseeküste und in weiten Bereichen des Binnenlandes befinden. 72 Prozent dieser Reisen hatten Orte im Inland zum Ziel. Ausgehend von Schwerpunkträumen lassen sich fünf Tourismusgebiete zusammenfassen. dem übrigen Vorpommern (Abb. Diese Verlagerung des Tourismusgeschehens von den Küsten in das Binnenland könnte vielen Gutsanlagen zugute kommen. wobei die Holsteinische Seenplatte (Holsteinische Schweiz) mit 4. Landschaften ohne nennenswerte Gewässer können auch attraktiv sein. Auf die Nordseeküste entfallen 37.3. Bis 2003 konnte Deutschland sogar seinen Marktanteil wieder ausbauen. den Leistungen verschiedenster Anbieter und einer von Staat und Gemeinden geschaffenen Infrastruktur. Seit Jahrzehnten sinkt der Marktanteil Deutschlands. 10: 1 und 2) drei an der Küste und mit Westmecklenburg (Abb.

Bei der Verteilung der Beherbergungskapazitäten fällt ein absolutes Übergewicht der Küste ins Auge. Diese traf bis Anfang der neunziger Jahre die Akzeptanz der Gäste und sorgte für teilweise hohe Zuwachsraten. Das Beherbergungsangebot in Schleswig-Holstein wird stark von Privat. wo er allenfalls für die Hansestadt Lübeck von größerer Bedeutung ist. Etwa zwei Drittel der Übernachtungsmöglichkeiten finden sich in den Landkreisen an der Küste. 10: »Tourismusgebiete Mecklenburg-Vorpommerns« (WEISS 1996: 168). die statistisch nicht erfasst werden.und Wandlungsprozesse hin zu marktfähigen Beherbergungseinrichtungen zu leisten. Diese Nachfrageform fällt aufgrund der ländlichen Lage jedoch prinzipiell für die allermeisten Gutsanlagen aus. Der Anteil des Städtetourismus ist in MecklenburgVorpommern größer als in Schleswig-Holstein. Die grundlegende Angebotsstruktur im Tourismus wurde in Schleswig-Holstein in den siebziger und achtziger Jahren geschaffen. Im letzten Jahrzehnt kam es zum Aufbau neuer Bettenkapazitäten. Mecklenburg-Vorpommern hatte zunächst im Gefolge der Vereinigung enorme Anpassungs.und Kleinanbietern sowie Zweitwohnungen geprägt. den. Gutshöfe. um bestehen zu können. Die Nachfrage im Binnenland wird hauptsächlich durch die Seenplatten absorbiert.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 73 Abb. insbesondere durch Hotels. die sich nicht in den genannten Gunsträumen befinden. müssen bei Umnutzungsmaßnahmen im Bereich des Tourismus auf ein besonders stimmiges und attraktives Angebot achten. Eine Reihe von Objekten befindet sich noch im Bau . ein Fünftel in den Binnenlandkreisen und 14 Prozent in den kreisfreien Städten (WEISS 1996: 175).

Im Jahr 1999 registrierte man 15. im Jahr 2000 die Zahl der Übernachtungen um 1. Veranstaltungen oder Theateraufführungen zu den Anziehungspunkten.6 Millionen Übernachtungen.). Gegenwärtig stellt sich der Mix der touristischen Betriebsarten beider Bundesländer recht unterschiedlich dar. Dieser Trend konnte erst im Jahr 1999 gestoppt werden. Das Angebot ist insbesondere in Schleswig-Holstein durch kleine und mittlere Betriebe mit weniger als neun Betten geprägt. lagen im Jahr 2000 mit einer Auslastungsquote von 38. Schleswig-Holstein gelang es. Die tatsächlichen Übernachtungen dürften in Schleswig-Holstein daher um zwei Drittel höher liegen als die amtlichen Angaben (LOHMANN 1995: 51). die über fast ein Drittel der gesamten Bettenkapazitäten in Mecklenburg-Vorpommerns verfügen. um 2002 zu stagnieren. Als Spielhäuser. Das Jahr 2001 brachte nur noch eine leichte Erhöhung der Übernachtungszahl auf 20.9 Millionen. Unterrepräsentiert sind aber Kurund Rehabilitations-Einrichtungen. ist die freizeitrelevante Infrastruktur noch lückenhaft. wie Museen und Bibliotheken prädestiniert. Im begrenzten Umfang sind Gutsanlagen in der Lage. die aber nur einen begrenzten Markt aufweisen. so dass es zu einer fallenden Auslastungsquote kam. Der Umfang dieser Übernachtungen kann nur geschätzt werden. LANDESAMT S-H und M-V 2001). Auch bauliche Einrichtungen für Sport-.5 Mio. in denen Kindern insbesondere bei schlechtem Wetter ein attraktives Angebot gemacht wird. verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern in diesem Zeitraum bei den Gästeankünften und Übernachtungen stets neue Rekorde. In diesem Bereich könnten für die Umnutzung von Gutsgebäuden in Mecklenburg-Vorpommern noch Markt-Chancen bestehen.3 Prozent auf 19.74 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet oder Umbau. Der Anteil der Ferienwohnungen (911 Betriebe und etwa 54 000 Betten) und -häuser ist im Vergleich zu Schleswig-Holstein (2860 Betriebe und etwa 75 000 Betten) deutlich geringer (STAT. Während das Angebot im Bereich der Beherbergung in Mecklenburg-Vorpommern große Fortschritte gemacht hat. Diese Übernachtungszahlen sind allerdings nur die halbe Wahrheit. Neben Sehenswürdigkeiten und Attraktionen gehören Unterhaltungsangebote.9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hotels. So sind Parks für Erholungsflächen und die Gutshäuser für öffentliche Einrichtungen. Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern durchläuft weiterhin eine rasante Entwicklung. Gasthöfen. Das gilt insbesondere für die saisonverlängernden Schlechtwetterangebote. Diese Dynamik hielt auch in der Folgezeit an. Diese statistische Untererfassung fällt in MecklenburgVorpommern etwas geringer aus (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2004: 1).6 Prozent gegenüber 1998. Hinzu kommen Aufenthalte bei Bekannten und Verwandten und im eigenen Freizeitwohnsitz.6 Prozent zu steigern. Darüber hinaus muss eine . Dieser Umstand ist für die Intensität der Tagesbesuche von Bedeutung. so dass auf 100 statistisch erfasste Betriebe beziehungsweise 100 Betten etwa 700 tatsächliche Anbieter und weitere 100 Betten entfallen. entsprechende Funktionen aufzunehmen. Nachfragestruktur Während die Zahl der Übernachtungen in Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten in Schleswig-Holstein in den Jahren 1997 bis 1999 stagnierte (1999: 20.und Gesundheitsangebote zählen zur freizeitrelevanten Infrastruktur. Die Wachstumsraten bei den Gästeübernachtungen konnten zunächst nicht mit dem Aufbau der Kapazitäten Schritt halten. Im Jahr 2003 besuchten 22. Im Jahr 2000 zählte das Statistische Landesamt 18.1 Millionen Gäste Mecklenburg-Vorpommern.8 Millionen an. Spiel.8 Prozent über dem Landesdurchschnitt und dem Vorjahresergebnis. Im Jahr 2001 stieg die Zahl der Übernachtungen immerhin noch um 8. wie Feste. denn die Daten der amtlichen Statistik spiegeln das touristische Geschehen nicht vollständig wider.3 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Betrieben. das sind 16. ein Anstieg um 17. Das Angebot Mecklenburg-Vorpommerns an Hotels. Pensionen und Hotels garnis mit 1306 Betrieben (S-H: 1638) und etwa 72 000 Betten (S-H: 58 000) ist dem Schleswig-Holsteins mehr als gleichwertig. sind Wirtschaftsgebäude wie Speicher und Scheunen aber auch Gutshäuser geeignet.

6 Tage. Mit ungefähr 30 Prozent folgen die alten nördlichen Bundesländer (SchleswigHolstein. Die Anzahl der Übernachtungen wird nicht nur durch die Gästeankünfte. Niedersachsen.und Mecklenburg-VorpommernUrlauber kleinere Abweichungen. In Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Herkunftsstruktur der Gäste völlig anders dar. Damit hat diese Urlaubsform für beide Bundesländer ein sehr großes Gewicht.1 Prozent stammten mit Abstand die meisten Urlauber aus den neuen Bundesländern einschließlich Mecklenburg-Vorpommern selbst (BREITZMANN 2000: 11). Mit etwa 40 Prozent sind die Gäste aus den mittleren alten Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 75 Beurteilung der Nachfragestruktur ohne die Berücksichtigung der Campingtouristen unvollständig bleiben.0 Tage). Dort bleiben die Reisenden länger in den Küstengebieten als im Binnenland. Während sich die Herkunftsstruktur der Schleswig-HolsteinUrlauber stärker an den tatsächlichen Bevölkerungsanteilen der Bundesländer orientiert. Dänen und Österreicher.9 und in Mecklenburg-Vorpommern 10. Die Reisedauer ist in den einzelnen Tourismusgebieten allerdings durchaus unterschiedlich. Mecklenburgische Ostseeküste: 4. Mit 42. In Einbezug der genannten Faktoren wird die gesamte jährliche Nachfrage in Schleswig-Holstein auf rund 54 (MLR S-H 2002) und in Mecklenburg-Vorpommern auf 45. Gemessen am Bevölkerungsanteil ein unterdurchschnittlicher Wert. Die Camper induzierten im Jahr 2002 in Schleswig-Holstein 10. Jeder zweite dieser Urlauber stammt allein von Rhein und Ruhr. Die Urlauber bleiben länger an der Nord. Nur 2. Eine ähnliche Konstellation ist in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten.1 Prozent der Touristen kamen aus dem Ausland. Gegen den Trend gelang es Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich die durchschnittliche Reisedauer der Touristen zu steigern. desto länger auch der Urlaub ist. Hamburg. Die Schleswig-Holstein-Urlauber kommen überwiegend aus den alten Bundesländern (FUR 2000). das aber seit Jahren abnimmt. konzentrieren sich aber vornehmlich auf die Städte Kiel. Hessen. Saarland oder Rheinland-Pfalz am stärksten vertreten.6 Tage (Vorpommern: 4. lässt das überproportionale Gewicht der neuen Bundesländer in Mecklenburg-Vorpommern den Schluss zu.2 Millionen Übernachtungen. dass je weiter das Quellgebiet der Touristen entfernt liegt. Bremen und Berlin). während die Touristen in Westmecklenburg durchschnittlich nur 2. Als Faustformel im Tourismus gilt.2 Tage). an der Ostsee 4. Der Süden war mit 6. So betrug 2000 die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf Rügen beziehungsweise Hiddensee 5. Lübeck und Flensburg.8 Prozent dabei.1 Prozent zu Buche.7 Tage verbrachten (Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte: 3. warum in Schleswig-Holstein die Zahl der Übernachtungen seit Jahren weitgehend stagniert.beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern-Urlaub und den dann tatsächlichen . Die Urlauber aus den neuen und alten Bundesländern unterscheiden sich etwas in ihren Absichten und Bedürfnissen. Die Nordländer schlugen mit 26. Diese Unterschiede sind aber nicht gravierender Natur. Im Jahr 1999 kamen nur 19. An der Nordsee betrug 2001 die durchschnittliche Verweildauer 7.8 Tage.3 Tagen. dass in den alten Bundesländern noch ein großes Gästepotenzial schlummert. Zumeist sind es Schweden.1 Prozent der Urlauber kamen hierbei aus Berlin. Allein 12. Diese nimmt seit den siebziger Jahren beständig ab.als an der Ostsee. Aufgrund der anders gearteten Herkunftsstruktur zeigen die Reisemotive und -aktivitäten der Schleswig-Holstein. Das ist der Hauptgrund. sondern auch durch die Dauer der Reise bestimmt.5 Millionen Übernachtungen geschätzt (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2004: 1). Grundsätzlich ist zwischen den Reisemotiven für einen SchleswigHolstein. Jeweils rund 15 Prozent kommen aus den neuen Bundesländern und aus den Südländern Bayern und Baden-Württemberg. Die zumeist aus Skandinavien stammenden ausländischen Touristen sind zahlenmäßig nicht unbedeutend.1 Prozent aus den mittleren Bundesländern.6 Tage. Die verschiedenen Ansätze der Gästebefragungen lassen allerdings keine 100-prozentige Vergleichbarkeit zu. Diese lag im Jahr 2000 im Durchschnitt bei 4.

Der Anteil der Hotels und Gasthöfe ist mit zusammen 39. 82. während einfache Pensionen oder Ferienzimmer Einbußen hinnehmen müssen. die Ruhe zu genießen. Die verschieden großen Anteile der Betriebsarten am Übernachtungsvolumen haben Auswirkungen auf die Wertschöpfung. Fast jeder zweite ist ein Gesundheitsurlauber und etwa der gleiche Anteil soll zu den Genussorientierten gehören. 2001: 42-43). Differenzen zwischen den ursprünglichen ReiseInteressen und den tatsächlichen Urlaubsaktivitäten. Ausflüge machen. liegen die Camper mit ihren durchschnittlichen Tagesausgaben am Ende der Skala. Strand. Das Angebot an Ferienwohnungen und -häusern hat in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren stark zugenommen. die insbesondere bei den Aktivitäten Radfahren und Kulturerlebnisse sowie Bildung erweitern ausgeprägt sind. Kulturerlebnisse oder die Bildung erweitern stehen als Urlaubsmotive nicht ganz so hoch im Kurs (BREITZMANN 2000: 15-19). 11). lässt sich allgemein ein Trend zu qualitativ gehobenen Beherbergungsformen feststellen. Baden. Sonnen. Spazierengehen. So stehen für die Gäste in Schleswig-Holstein insbesondere das Klima und die gute Luftqualität hoch im Kurs. Wie bereits erwähnt. Es könnten in bestimmten Fällen aber auch Defizite im Angebot vorliegen. dass sie der Tätigkeit Natur und Landschaft erleben im Urlaub nachgegangen sind. Über ein Drittel der Schleswig-Holstein-Urlauber bezeichnet sich als Natururlauber. Baden und Sonnen.76 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Urlaubsaktivitäten zu unterscheiden. Die Übernachtungszahlen reichen allerdings noch nicht an die Werte in Schleswig-Holstein heran. maritimes Flair genießen. Gerade dieses Marktsegment hat in Schleswig-Holstein ein großes Gewicht (Tab. Bei den Urlaubsaktivitäten spielen Lebensmitteleinkäufe im Urlaubsort. Bei den Schleswig-Holstein-Urlaubern ist insbesondere das Farhrradfahren beliebt (N. Radfahren und Shoppen eine große Rolle. Rad fahren.I. Daneben gewinnen Ferienwohnungen und -häuser an Bedeutung. Meer. Dagegen spielen Hotels und Gasthöfe eine eher untergeordnete Rolle.4 Prozent an den Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben über acht Betten außerordentlich groß. gut essen gehen oder Sehenswürdigkeiten kennen lernen auf den Plätzen. Nach Berechnungen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e. Das ist in MecklenburgVorpommern völlig anders. Fast ein Fünftel ist als Kultururlauber zu bezeichnen (MLR S-H 1997: 16). Natur erleben. Baden und die guten Wander. Als weitere Urlaubsaktivitäten folgen Gut essen gehen.2 Prozent aller Gäste nannte Ruhe und Erholung genießen als Aktivität.T. dürften primär auf zeitliche Hürden der Urlauber zurückzuführen sein. So werden Übernachtungen im Hotel beziehungsweise Gasthof immer beliebter. Baden und Sonnen wurde von 76. Nicht zu unterschätzen sind auch jene Aufenthalte.V. Dann folgen Landschaft.9 Prozent der Gäste genannt (BREITZMANN 2000: 20-24).und Radfahrmöglichkeiten auf der Rangfolge der Urlaubsmotive.2 Prozent der befragten Mecklenburg-Vorpommern-Urlauber an. die in den eigenen Freizeitwohnsitzen verbracht werden. Vom Trend hin zu qualitativ gehobenen Beherbergungsarten profitieren beide Bundesländer also bisher auf ihre jeweils eigene Weise: Mecklenburg-Vorpommern durch die Hotellerie und Schleswig-Holstein durch Ferienwohnungen und -häuser. etwas mit den Kindern tun.8 Prozent der Urlauber angegeben. Im Jahr 1999 gaben 83. Die Mecklenburg-Vorpommern-Urlauber haben an erster Stelle Interesse daran. Während Hotelgäste in gewerblichen Betrieben je Tag am meisten ausgeben. Es folgen die Qualität der Landschaft. reist der typische Mecklenburg-Vorpommern-Urlauber eher mit Partner und ohne Kinder an (BREITZMANN 2000: 29). Während die Gruppe der Familien mit Kindern unter den Urlaubern in Schleswig-Holstein eine sehr große Bedeutung hat. Kulturerlebnisse oder Bildung erweitern werden immerhin von 38. Wandern und Sehenswürdigkeiten kennen lernen auf den Plätzen. (DWIF) gibt in Deutschland ein Übernach- .

3 %).0 7 443 275 35. Kurtaxe.2 Prozent aus sonstigen Dienstleistungen (z. 18.8 Prozent machen Wohnortausflüge aus.8 3. gefolgt von den Brandenburgern (8. Mecklenburg-Vorpommern befindet sich im Einzugsbereich der Ballungsräume Berlin. Parkgebühren.T. Die Tagesausgaben sind allein aufgrund des Wegfalls der Übernachtungskosten allerdings erheblich geringer als beim Übernachtungstourismus.8 Prozent aus den Verpflegungskosten. Während der Saison besteht ein Potenzial von zwölf bis 15 Millionen Tagesausflüglern (BANDELIN/BRAUN 1994: 124). Für die Mecklenburgische Seenplatte stellen die Tagestouristen wegen der guten Verkehrsanbindung zu den Ballungsräumen Hamburg und Berlin (Autobahnen 19 und 24) eine besonders große Potenzialaufwertung dar. Naturbedingt kommen die meisten Tagestouristen aus Mecklenburg-Vorpommern selbst (52. 2001: 12). Als weitere Quellgebiete der Ausflügler fallen bereits Niedersachsen (8 %).6 880 408 593 886 1 004 964 1 070 152 4.0 18 250 052 100 Tab. Fast 77.I.7 827 964 4.5 346 910 494 349 1 909 157 1.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Schleswig-Holstein Betriebsarten Hotels Gasthöfe Pensionen Hotels garnis Erholungs-.2 77 Mecklenburg-Vorpommern Betriebe 503 307 212 284 146 911 68 54 2485 Betten 47 055 8947 6272 9731 11 152 54 108 6261 10 768 154 294 Übern. -wohnungen und -zentren Jugendherbergen Sanatorien. Hamburgern (6 %) und Schleswig-Holsteinern (5.7 2. Zur Wertschöpfung tragen des Weiteren die Tagestouristen bei. tungsgast in gewerblichen Betrieben durchschnittlich 93.I.50 Euro stempeln Schleswig-Holstein zum Schlusslicht aller Bundesländer. Ferienund Schulungsheime Ferienhäuser. In Schleswig-Holstein sind neben der Bevölkerung im eigenen Land (66 %) insbesondere die Hamburger (18 %) besonders wichtig.6 Millionen Tagesreisen Schleswig-Holstein zum Ziel. Die größte Gruppe von Tagesausflüglern von außerhalb der Landesgrenzen stellen die Berliner (10. Im Jahr 2003 waren rund 50.7 20 860 093 100 2 741 683 15.1 %) (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2000). % 6 305 988 34. Kongressgebühren) und zehn Prozent aus Einkäufen zusammen (HARRER/SCHERR 2002). 15.0 5 002 639 27.7 %). Darüber hinaus setzen sich diese zu 31. Hamburg und Hannover. Bettenanzahl und Zahl der Übernachtungen nach Betriebsarten in Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern im Jahr 2000 (STAT.6 Millionen Tagesgäste in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2004: 1).30 Euro am Tag aus. .2 Prozent sind Urlaubsortausflüge und vier Prozent Tagesgeschäftsreisen (N. LANDESAMT S-H und M-V 2001).9 2 710 388 13. Im Jahr 1999 hatten allein 97. 11: Anzahl der Betriebe mit mehr als acht Betten.4 650 341 3.5 5.4 9. Tagesausgaben von lediglich 70. % 4 069 824 19.6 3 056 226 14. Mecklenburg-Vorpommern (3 %) und Bremen (2 %) in der Bedeutung deutlich ab (N. 2001: 116). Mecklenburg-Vorpommern steht Dank des großen Anteils der Hotellerie besser da.5 %). Vorsorgeund Rehakliniken Summe Betriebe 604 188 204 642 225 2860 42 63 4828 Betten 32 679 3745 4978 16 922 27 204 74 826 6540 10 086 176 980 Übern.3 5.T. Die Übernachtungskosten haben aber nur mit durchschnittlich 36 Prozent Anteil an den Tagesausgaben.B.

die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und damit Einkommen zu sichern.und organisationspolitische Leitziele präzisiert. da der Begriff mehr Raum für Kompromisse lässt. Auf Bundesebene gibt es außer dem Ausschuss für Fremdenverkehr und Tourismus kein Akteur. Das tourismuspolitische Leitbild wurde insbesondere in Schleswig-Holstein bisher durch den umwelt. strukturpolitische. wobei die Koordination nicht immer ausreichend ist. die hier nicht alle erörtert werden sollen. insbesondere wenn diese sich spezialisiert haben (Wellness). Übernachtungszahlen) angestrebt. Aber auch die Verbesserung von qualitativen Indikatoren wie die Gästezufriedenheit oder das Preis-Leistungs-Verhältnis wird nicht vergessen. Der von Robert Jungk und Jost Krippendorf um 1980 propagierte Begriff beinhaltet das Gleichgewicht zwischen vier Polen: den Bedürfnissen der Touristen. Im Einzelfall sei auch aus strukturpolitischen Gründen an ein Agieren gegen den Markt zu denken. Arbeitsplatz. Alle staatlichen Ebenen. dass im Bereich der Qualität des Unterkunftsangebotes und der privaten Infrastruktur ein Bedarf an zusätzlichen hochwertigen Hotels und Ferienanlagen gesehen wird. sondern auch an die Schließung nicht mehr marktgerechter Angebote gedacht wird. dass nicht nur an einer Schaffung neuer. Es soll dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen und propagiert den »Tourismus der Zukunft« (MLR S-H 2002: 12). die preisgünstige Quartiere auch nur für eine . Dem derzeitigen Grundsatzprogramm der Bundesregierung zum Tourismus liegt keine Analyse der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dimensionen des Tourismus zugrunde. Marktchancen wird des Weiteren Beherbergungsbetrieben eingeräumt. schleswig-holstein-typischer und dynamischer Tourismus verstanden. In der neuen Tourismuskonzeption des Landes Schleswig-Holstein ist das Leitbild des schleswig-holsteinischen Tourismus skizziert. marktbewusster. ordnungsrechtliche und steuerliche Instrumente sowie Fördermittel zu beeinflussen. kundenorientierter. Darüber hinaus werden tourismuspolitische Aktivitäten durch zahlreiche Fachressorts wahrgenommen. der Erhaltung der Natur. der sich ausschließlich mit diesem Thema befasst. Bund. kulturellen und ökonomischen Situation der Bereisten und den Interessen der Anbieter. Von besonderer Bedeutung ist. Länder sowie die Gemeinden und Kreise. Die Tourismuskonzeption zielt aufgrund der Komplexität des touristischen Gesamtprodukts stark auf eine intensive Kooperation aller im Tourismus tätigen Akteure ab. Arbeitsplätze zu schaffen und strukturschwache Regionen zu fördern. Darunter wird ein qualitätsorientierter. Anhand ganz konkreter Zielmarken werden Steigerungen der wichtigsten touristischen Indikatoren (z. wird heute eher vom nachhaltigen Tourismus gesprochen. allerdings müssen die bisherigen Aktivitäten auf Bundesebene aufgrund der tourismuspolitischen Zersplitterung und der vielen im Tourismus tätigen Akteure als ineffektiv bezeichnet werden.und sozialverträglichen oder sanften Tourismus geprägt. Dabei konzentriert sich die Konzeption auf zehn strategische Handlungsfelder.2 Grundzüge der Tourismuspolitik Eine einheitliche Tourismuspolitik gibt es in Deutschland nicht. wo noch keine ausreichende Gästenachfrage vorhanden ist. Da die vier genannten Pole nur schwer in Einklang zu bringen sind.B. Die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern sind sich der Bedeutung des Tourismus bewusst und versuchen. formulieren tourismuspolitische Ziele und suchen sie in die Tat umzusetzen. Das soll beispielsweise im Binnenland geschehen.3. Dieses Leitbild wird durch quantitative. Angestrebt wird des Weiteren die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen auf dann insgesamt rund 100 000 in den direkt tourismusrelevanten Bereichen.78 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3. qualitative. Das bedeutet. Großer Bedeutung misst die Landesregierung der touristischen Entwicklung des Binnenlandes bei. Auf Landesebene sieht die Situation besser aus. der geringst möglichen Beeinträchtigung (wenn nicht gar Verbesserung) der sozialen. Die Politik vermag den Tourismus durch vielfältige.

Kultur. Senioren. Pferdesport. Hierbei haben der Landtourismus. Heuhotels) und insbesondere junge Menschen. Eine besondere Bedeutung haben die Aussagen zur künftigen Förderpolitik. Hierbei hat das mecklenburg-vorpommersche Binnenland gegenüber dem von Schleswig-Holstein den Vorteil.)« angesehen (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 2004: 11). Das Tourismuskonzept des Landes Schleswig-Holstein verzichtet weitgehend auf die Benennung von Einzelmaßnahmen. Fahrradtouristen oder Gruppenreisende ansprechen (MLR S-H 2002: 17). Ähnlichkeiten zur schleswig-holsteinischen Tourismuskonzeption sind unverkennbar. Ausfluss der strategischen . Die tourismuspolitischen Zielsetzungen und Strategien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähneln sich insgesamt deutlich. Appartementanlagen sowie auf spezifische Zielgruppen ausgerichtete Quartiere (Wellnesshotels. Zu diesem Zweck stehen Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur (GA-Mittel) und aus Förderprogrammen mit in der Regel nur indirektem touristischen Bezug bereit (Kap. Zu diesem Zweck lassen sich eine Reihe von Förderprogrammen.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 79 Nacht anbieten (z. Familien. Das bleibt regelmäßig zu erstellenden Umsetzungskonzepten vorbehalten.und Ortsebene abgestellt. Die Landestourismuskonzeption enthält insgesamt 130 konkrete Maßnahmen. Ferienwohnungen und -häuser. Hierbei wird insbesondere auf die Kooperation der wichtigen im Land tätigen Akteure (Tourismusorganisationen. wie zum Beispiel das Regionalprogramm 2000 oder das Programm Zukunft auf dem Land sowie Finanzmittel im Rahmen der Städtebau-. Die Ausweisung von Tourismusräumen ist seit 1993 erfolgt. die nur zum Teil einen direkten touristischen Bezug aufweisen (Kap. sowie Regionsmarken mit Leben erfüllt.und serviceorientierten Tourismus verpflichtet sein. Reiterhöfe etc. Eine finanzielle Förderung des Tourismus ist auch in Mecklenburg-Vorpommern über verschiedene Förderprogramme möglich. Die letzte Fortschreibung datierte aus dem Jahr 1998. dass es über ein außerordentlich reiches und verzweigtes Gewässernetz verfügt. die zur Markenbildung führen sollen. Das Land muss für diesen Zweck allerdings noch seine Alleinstellungsmerkmale definieren. Hauptziel der Tourismusentwicklung bis 2010 soll demnach der Aufbau einer nationalen und internationalen Tourismusmarke Mecklenburg-Vorpommern sein. Angebotsverbesserung und des Binnenmarketings die höchste Priorität eingeräumt wird. Im Binnenland war aus strukturpolitischen Gründen ein gezielter Ausbau touristischer Schwerpunkte vorgesehen. die sich aus Themenprodukten entwickeln lassen. wobei jene im Rahmen der Markterschließung. 4). Im Januar 2004 wurde die neue Landestourismuskonzeption vorgestellt. Golftourismus sowie Kunst.B. Mit dem Aufstellen von Regionalplänen im Jahr 1997 wurden die Tourismusräume an die jüngste Entwicklung angepasst. Als zukunftsfähig und damit förderungswürdig werden insbesondere »mittelgroße Betriebe. Jugend.oder Naturschutzförderung anzapfen. 4). Das Land wird auch weiterhin direkte Tourismusförderung betreiben. Unternehmen aus anderen Wirtschaftsbereichen) auf Landes-. wobei allerdings weniger die Förderung touristischer Betriebe als die Verbesserung der touristischen Infrastruktur im Vordergrund stehen soll. qualitativen Wachstum sowie der Förderung eines qualitäts. Zu diesem Zweck sollen die Bemühungen auf bestimmte Zielgruppen wie Paare. Die Landestourismuskonzeption MecklenburgVorpommern enthält zehn Leitlinien. Regions.und Kultur die wohl größte Relevanz für den Gutshof-Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Singles und Behinderte sowie einige strategische Themen-Märkte konzentriert werden. Bed & Bike-Betriebe. Bis 2010 werden demnach die Aktivitäten einem nachhaltigen. Die Tourismuskonzeption des Landes Mecklenburg-Vorpommern war bereits etwas in die Jahre gekommen. Die Dachmarke MecklenburgVorpommern wird dann durch mehrere Submarken. Tourismuswirtschaft.

. entsprechend erläutert. Tagestourismus und Naherholung. So heißt es dort: »Voraussetzung für den Erfolg derartiger vernetzter Angebote sind eine gezielte Pflege der (Kultur)landschaft und eine Erschließung der örtlichen kulturhistorischen Potentiale. des ersten Robinson-Clubs in Deutschland. Darüber hinaus wird die Steigerung der Qualität des touristischen Produkts als Hauptziel formuliert. da diese mit dem Aufbau der Kapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern nicht immer Schritt halten konnte. Verkehr und 6. Die Tourismuspolitik in Mecklenburg-Vorpommern hat seit Ende der neunziger Jahre insbesondere den Sport-. 4. 5. Insbesondere dem Urlaub auf dem Rad wird für die touristische Erschließung des Binnenlandes große Bedeutung beigemessen. Maritime Wirtschaft. Dort entstand mit dem Bau eines Schlosshotels. Leistungen im Tourismus sind nicht nur ungemein vielschichtig.und Nachsaison besser ausschöpfen zu können. Es eröffnen sich die besten Chancen. Von den genannten Vernetzungsbereichen sind primär die ersten drei bei der Wahrnehmung von Umnutzungsoptionen für Gutsgebäude von Relevanz. Erholungsvorsorge und Landschaftspflege die sechs wichtigsten Vernetzungsbereiche mit dem Tourismus auf. Hier gelte es. Darauf weist ausdrücklich die Fortschreibung der Tourismuskonzeption Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 1998 hin und führt mit 1. 3. Für den Besucher zählen aber ein jungsteinzeitliches Großsteingrab. Nur die ausgewiesenen 13 Fernradwege in MecklenburgVorpommern umfassen insgesamt eine Länge von etwa 2000 Kilometern. Es wird nur noch die Stabilisierung der bestehenden Betriebe als Ziel formuliert. als Merkmale regionaler Identität und Kulturgeschichte bzw. Die skizzierten Vernetzungsbereiche mit dem Tourismus haben aber – wie bereits erwähnt – in SchleswigHolstein und Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der anders gearteten Nutzungs.und Wellness-Bad). ist das zum Hotel mit 184 Zimmern umgebaute Herrenhaus und seine zwei ehemaligen Wirtschaftsgebäude. ein slawischer Burgwall. zu einer Erfolg versprechenden Nutzungskonzeption zum Erhalt der Gutsanlagen oder einzelner Gutsgebäude zu kommen.. Natur-. Schlösser. Naturschutz. Landwirtschaft und Handwerk.sowie Tagungs. Kur. insbesondere in der Vor.und Nachsaison erfreut.und Wachstumspotenziale in der Vor. Kur und Gesundheit. Teilaspekte der ‘Destination MV’« (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 1998b: 107). Kultur-.und Nachsaison sowie neue Pauschalangebote an den nicht immer marktgerechten Tourismusstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern. auch wenn es bauliche Schäden aufweist [. 2. Allerdings. begehbar gemacht. die zu besichtigen ist. die Zusammenarbeit der Tourismusakteure zu verstärken und neue Vertriebskanäle zu nutzen (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 1998b: 98-99). Gutshäuser. so die Landesregierung. was allein die definitorische Abgrenzung erschwert.80 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Ansätze der bisherigen Tourismuspolitik ist das im Mai 2000 durch hochrangige Prominenz eröffnete Land Fleesensee in Göhren-Lebbin bei Waren. scheitere deren Inwertsetzung wie auch die anderer Produktinnovationen. die sich bisher einer sehr guten Auslastung auch in der Vor.und Eigentumsstruktur der Gutshöfe eine durchaus unterschiedliche Bedeutung und Erfolgsperspektive. Dorfhotels und von 4 PGA-Golfplätzen mit einem Finanzvolumen von rund 200 Millionen Euro die bis dahin größte gewerbliche Investition in MecklenburgVorpommern.und Kongresstourismus im Blick. eines Fit for Fun Spa (Spaß. Die Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Wirtschaftsbereichen sind wenigstens ebenso mannigfaltig. Die neue Landestourismuskonzeption ist weniger ambitioniert. eine gotische Dorfkirche. Kulturtourismus.] usw. Das 600-Seelen-Dorf Göhren-Lebbin wird nun vom größten Ferienobjekt Nordeuropas beherrscht. Mittelpunkt der Anlage.. um die Markt.und Gesundheits. auch wenn diese in den Augen der Einheimischen oft nur von geringer Bedeutung erscheinen.

und Trendforschung sowie Qualifizierungsprogramme sollen eine hohe Qualität im schleswigholsteinischen Tourismus gewährleisten.3. für ein organisatorisch und inhaltlich stimmiges touristisches Angebot zu sorgen. der nun ausschließlich die konzeptionelle Positionierung des Schleswig-HolsteinTourismus erarbeitet.und Dienstleistungen kommunaler und privater Anbieter ist. Aktuell und augenfällig ist diese Entwicklung auch in Schleswig-Holstein.und Zielgruppen-Marketing bestehende Angebote oder entwickelt neue. Vertriebs. Die Landesgremien geben den konzeptionellen Rahmen vor (Kap.3 Konzeption des Tourismusmarketing 81 Ursprünglich umfasste der Begriff Marketing das Bündel von Maßnahmen. die entsprechend der gewünschten Reichweite für ein lokales bis internationales Marketing sorgen.V. Gebietskörperschaften und andere Interessenverbände.. Die fünf Regionalorganisationen (Nordseebäderverband. kommt eine koordinierende und unterstützende Funktion zu. Daher ist die Zusammenarbeit und das gemeinsame Auftreten der Politik. Das Bündeln dieser Marketingaktivitäten übernehmen als Dienstleister auf der Makro-Ebene institutionalisierte oder freiwillige Zusammenschlüsse. um sie entsprechend zu vermarkten.und Kommunikationspolitik auf dem Markt allein zu agieren. Tourismusverbände und einzelnen Anbieter so wichtig. Markt. Der Politik. angesiedelt. der besagt. HAEDRICH 1993: 35-41). um eine Verbesserung dieser tourismuswirtschaftlichen und -politischen Arbeitsorganisation zu erreichen. Dort wurde zu Beginn des Jahres 2001 die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TASH) gegründet. Herzogtum Lauenburg Marketing & Service GmbH und Marketingkooperation Städte) haben die Aufgabe. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl von meist kleineren privaten Anbietern. Sie dient als zentrale touristische Landesmarketingorganisation und hat die Aufgabe.V. mit Hilfe von Instrumenten der Produkt-. Heute bezeichnet Marketing einen ganzheitlichen Denkansatz. Die Marketingaktivitäten der touristischen Einzelbetriebe laufen unabhängig voneinander ab und sind daher der Mikro-Ebene zuzuordnen.V. während die touristischen Organisationen für die Ausgestaltung mit Hilfe der verschiedenen Marketinginstrumente zuständig sind.3. dass sich alle Aktivitäten von Organisationen. deren Möglichkeiten relativ begrenzt sind. OstseeHolstein-Tourismus e. Das kann nur auf Grundlage einer Analyse der touristischen Nachfrage und eines daraus entwickelten Konzepts geschehen. dass das touristische Produkt eine Kombination natürlicher Gegebenheiten sowie Sach. auch auf diesen auszurichten haben. die unmittelbar auf Verkauf. die am Markt tätig sind. Es wird vom Touristen als kollektives Produkt angesehen. insbesondere auf Landesebene. Fast immer ist den regionalen Institutionen ein Dachverband aufgesetzt.2). deren Bedürfnisse zur eigenen oder gesellschaftlichen Nutzensteigerung optimal zufrieden zu stellen sind (vgl.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3.. Bis zur Gründung der TASH waren die entsprechenden Marketing-Aufgaben beim Tourismusverband Schleswig-Holstein e. Schon mehrfach wurde darauf hingewiesen. Im Mittelpunkt stehen die derzeitigen und potenziellen Kunden. Vertrieb und Distribution von Gütern und Dienstleistungen gerichtet sind. Schleswig-Holstein Binnenland Tourismus e. Preis-. die eigene Region mit besonderen touristischen Angeboten zu positionieren und mit einer Ausnahme (Nordseebäderverband) für die angeschlossenen Tourismus-Gemeinden . Die Organisation eines mehr oder weniger reibungslosen Zusammenspiels dieser unterschiedlichen Akteure ist eine Hauptaufgabe des strategisch ausgerichteten Tourismusmarketing. 3. Der Einfluss ist aufgrund der finanziellen Förderung der Tourismusakteure durch das Land nicht unerheblich. Dafür bündelt die Agentur im Bereich des Themen. In den letzten Jahren wurden in den einzelnen Bundesländern große Anstrengungen unternommen. Darüber hinaus ist die TASH für den Informationsservice und das Online-Marketing zuständig. In diesen Bereichen finden sich die größten Überschneidungen zwischen dem Tourismusmarketing auf Makro-Ebene und der Tourismuspolitik.

ob nun in der TASH oder im Tourismusverband MecklenburgVorpommern. Wichtige Marketing-Aufgaben wie der Buchungs-Service oder die InternetPräsentation werden vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern oder privatwirtschaftlich wahrgenommen. 3. wenn diese selbst dazu nicht in der Lage sind. hat in dieser Publikation 46 Standorte zusammengefasst. so nannte sich 1997 der Tourismusverband als Herausgeber seiner Broschüre Schlösser und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Somit gelang es.V. So bleiben von acht aufgeführten Standorten mit Beherbergungsmöglichkeit nur zwei übrig. 5). Der Fremdenverkehrsverband. Anwesenheit auf Reisemessen oder den Betrieb von Informations. welche touristische Arbeitsorganisation effektiver ist. da sich das touristische Angebot häufig nur im Umfeld der Schlösser und Herrenhäuser befindet. Fischland-Darß-Zingst. In beiden Bundesländern findet eine Konzentration der Kräfte in einer Organisation statt. wie dem Deutschen Hotel. ein Nebengebäude eines Schlosses. 30 Gutshäuser. (DeHoGA). drei Industrie.und Handelskammern (IHK) oder der Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof. wenn auch in Schleswig-Holstein nicht von einem eigenständigen Segment Gutshof-Tourismus gesprochen werden kann. sondern der gesamte Gutshof in die Betrachtung einbezogen wird (Kap. die im weitesten Sinne ein touristisches Angebot vorhalten. Mecklenburgische Ostseebäder. Auch sind die aufgeführten Objekte nicht homogen. Gesellschafter sind.4 Organisation und Struktur des Gutshof-Tourismus Die TASH und der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern spielen bei der Vermarktung von touristischen Anlaufpunkten auf Gutshöfen eine bedeutende Rolle. Das touristische Angebot in Schleswig-Holstein stellt sich erheblich breiter dar. Als sehenswert sind in der Broschüre vier weitere Gutshäuser in der Landschaft Angeln und 15 . in denen man übernachten kann. Die lokalen und regionalen Tourismus-Vereine und -Verbände sowie der Landesverband konstituierten sich kurz nach der Wende in den Jahren 1990 bis 1992.und Gaststättenverband Schleswig-Holstein e. Es werden tatsächlich eine Reihe von Gebäuden genannt. Usedom. Anzeigenkampagnen.3. Vorpommern. Sie vertreten ihre Region gegenüber dem Land. Wenn nicht nur das Gutshaus.82 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet und lokalen Fremdenverkehrsvereine Marketing-Maßnahmen wie die Internet. Parallel existierende Interessenverbände wie die Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande oder der Verband der Campingplatzbetreiber sind Mitglied im Landesverband und wirken über Arbeitsgruppen bei der Marketing-Planung mit. wo sie neben weiteren Organisationen. mit dem ehemaligen Kloster Cismar ein Amtshof und eine so genannte Schlossgaststätte. Es ist müßig darüber zu spekulieren. Acht Regionalverbände (Rügen. Kulturveranstaltungen und Feierlichkeiten durchgeführt werden oder sich Ausstellungen oder Cafés befinden.und Buchungszentralen zu übernehmen. Dort hat im Gegensatz zu Schleswig-Holstein der Landesverband noch alle Fäden in der Hand. wo jedermann in einem Gutshaus auch übernachten kann.und Prospekt-Präsentation. fünf städtische Adelshöfe beziehungsweise Stadtpalais. ein Jagdschloss. Mecklenburgische Schweiz und Mecklenburgische Seenplatte) bilden das Pendant zu den sechs Regionalverbänden in SchleswigHolstein. Genannt werden sechs Schlösser. Die tourismuswirtschaftliche Arbeitsorganisation in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich anders dar. die historisch gesehen bis auf den Baustil nichts mit Schlössern oder Herrenhäusern gemein haben. eine Vielzahl von tourismusrelevanten Interessenverbänden mit ihren durchaus unterschiedlichen Vorstellungen unter dem Dach der TASH zusammenzuführen. im Tourismusverband und der TASH. Mecklenburg-Schwerin. Allerdings sind die Angaben nicht immer zuverlässig.

und Gutsanlagen des Landes kurz präsentiert. Das Pendant Gastgeberverzeichnis 2001 für den ländlichen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern enthält 264 Anbieter. wobei 39 von ihnen Gutsanlagen oder Dreiseithöfe sind. Regionale Touristikorganisationen. was einem Anteil von 8. Schloss. befasst. und die Arbeitsgemeinschaft für Urlaub und Freizeit auf dem Lande in Mecklenburg-Vorpommern e. dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Dieses bescheidene Angebot hat sich in sechs Jahren mit der vierten Ausgabe 2002 drastisch ausgeweitet. Der Tourismusverband und die Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern geben ebenfalls eine Informationsschrift zum Thema Schlösser und Herrenhäuser heraus.7 Prozent entspricht. Die aufgenommenen Standorte mit Beherbergungskapazitäten sind allerdings sehr homogen. Von den 367 in der Ausgabe 2000/01 aufgeführten schleswig-holsteinischen Höfen lassen sich 27 als Gutsanlagen oder Dreiseithöfe bezeichnen.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 83 um Eckernförde genannt. Die vielen Schlosshotels werden ausnahmslos in anderen Publikation beworben.V. Standort ist das Gartenhaus in Wrechen. Diese machen einen Anteil von 10.6 Prozent aus. wobei nur in einem. Einen Querschnitt des Angebotes in diesem Segment vermittelt der Katalog Raus aufs Land – Urlaub auf dem Bauernhof. Das entspricht einem Anteil von 7.V. dem Jagdschloss Prillwitz. wie die Fremdenverkehrsgemeinschaft Hohwachter Bucht oder die Eckernförder Touristik GmbH. Im Wesentlichen findet eine Vermarktung von Ferienunterkünften auf Gutshöfen in Schleswig-Holstein nicht über spezialisierte Vertriebskanäle statt. Landwirtschaft und Forsten (aid) herausgegeben wird.2 Prozent aus. Speziell mit der Vermarktung von Urlaub auf dem Bauernhof beziehungsweise Urlaub auf dem Lande sind darüber hinaus die 1990 gegründete Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof in Schleswig-Holstein e. macht der mitgewachsene Umfang des Prospekts deutlich. Dieses Angebot besteht heute nicht mehr. Der 53. Deutschen Landfrauenverband und dem Auswertungsdienst für Ernährung. Die Analyse der von diesen Organisationen herausgegebenen Kataloge erbrachte folgendes Bild: der Prospekt LandErlebnis Schleswig-Holstein 2001 enthielt 369 Höfe. Davon stehen 23 in Verbindung mit einem Gutshof. . Vielmehr sind diese Angebote in der Regel völlig in die branchenüblichen Marketingaktivitäten integriert. die sich vornehmlich dem Gutshof-Tourismus widmen. in denen man übernachten kann oder die mit anderen touristischen Angeboten aufwarten. Wie rasant der GutshofTourismus in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren zugenommen hat. dem Deutschen Bauernverband. informieren ihre Gäste mit eigenen Faltblättern über die Gutshäuser der Gegend. Die erste Ausgabe aus dem Jahr 1996 enthielt zwölf Schlösser. der von der Zentrale für Landurlaub. Trotz dieser großen Anzahl ist das touristische Angebot im Zusammenhang mit Gutshäusern bei weitem noch nicht vollständig erfasst. Die zehn genannten Gutsanlagen machen allerdings einen Anteil von 18. Damit hat sich im Vergleich zur ersten Ausgabe die Anzahl der aufgenommenen Gutshäuser mit Übernachtungsmöglichkeiten mehr als vervierfacht. Darüber hinaus stellt der Prospekt 52 Gutshäuser mit Übernachtungskapazitäten mit Text und Bild vor. allerdings ohne Abbildung und redaktionellen Text. Von den nur 24 aufgeführten Gutshäusern wiesen lediglich die Hälfte Übernachtungskapazitäten auf. Die Farbbroschüre beinhaltet die öffentlich zugänglichen Schlösser mit ihren touristischen Attraktionen und führt jene Gutshäuser mit Kapazitäten und Preisen auf. In einem redaktionellen Teil werden die bedeutendsten Burg-. In einem Verzeichnis kommen noch weitere sechs Standorte hinzu. In der gleichen Publikation sind nur 55 Höfe in Mecklenburg-Vorpommern enthalten.4 Prozent. wie sie einerseits unter dem Etikett der jeweiligen Ferienregionen oder andererseits unter der Bezeichnung Urlaub auf dem Bauernhof entfaltet werden. übernachtet werden konnte.

und Betriebsfahrten.und Gutshäusern in Mecklenburg-Vorpommern. Das Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete Mecklenburg-Vorpommern in Remplin. ein weiteres in einem Schloss. Die genannten Orte können entweder mit dem Auto oder Fahrrad und im Rahmen der kleinen Tour auch zu Fuß besucht werden. Jubiläen und anderer Familienfeiern. erreichen qualitativ zumeist jedoch nicht das gleiche Niveau. Rundreisen sind auch mit dem Fahrrad oder einer vierspännigen Postkutsche möglich. gastronomische Leistungen und womöglich noch ein weiterer Aufenthalt des Brautpaars werden als wesentliche Elemente der Wertschöpfungskette Hochzeit von ein und demselben Dienstleister abgedeckt. der tatsächlich einen beträchtlichen Teil des touristischen Angebots im Zusammenhang mit Gutshäusern in Mecklenburg-Vorpommern zusammenfasst. Die Unterbringung der Gäste. Der Prospekt vermag allerdings nicht das Angebot an Ferienwohnungen in Gutsgebäuden so umfassend abzubilden wie das Hotelangebot. sich die Hotels und jeweilige Aufenthaltsdauer individuell zusammenzustellen.und WellnessRundreise möglich. Eine weitere Spezialität ist das Ausrichten von Hochzeiten. wenn auch räumlich und funktional kleiner dimensioniert. Es ist allerdings häufig nur eine Besichtigung von außen möglich. Für den Hotelneubau in Sparow wurde das historische Gutshaus abgerissen. Im großen und ganzen trügt also das Etikett Urlaub in Schlössern und Herrenhäusern nicht. Der Reisende hat die Möglichkeit. Das ist auch im Rahmen der Gesundheits. lassen sich im Rahmen des Pilotprojekts Reittourismus in der Altmark beobachten. die sich fast flächendeckend auf das Gebiet MecklenburgVorpommerns verteilen. hat eine große und kleine Schlössertour auf einem Faltblatt mit Karte zusammengestellt. Ein für den Hotelbetreiber lohnendes Geschäft. Fahrradreisen. In diesem Rahmen finden viele Veranstaltungen in Gutshäusern statt.oder als Rundreise gebucht werden. Die Ausgabe 2003 enthält 48 Hotelstandorte. Vergleichbare Aktivitäten. Die übrigen Standorte. Eine Verknüpfung von Konzert und Übernachtung in einem Gebäude gibt es allerdings nicht. Ein Hotel befindet sich in einer Burg.84 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Ein weiterer Akteur ist die Schwerin Plus – Touristik Service GmbH. Das Gepäck wird von Hotel zu Hotel befördert. Die beteiligten Hotels in den Gutshäusern Klink. Außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern sind ähnliche Aktivitäten zur Vermarktung von touristischen Produkten rund um Schlösser und Gutshäuser ebenfalls zahlreich. Ein Schwerpunkt dieses Reiseveranstalters beziehungsweise -vermittlers ist neben der Veranstaltung von Gruppen-. Der Gast kann jeweils zwei Übernachtungen in Schlosshotels mit Wellness. Vereins. Zwischen Salzwedel und Stendal . Weitere Pauschalangebote von Schwerin Plus bündeln Übernachtungen in Gutshäusern mit Konzerten des Musiksommers Mecklenburg-Vorpommern. der Organisation von Tagungen und Kongressen oder dem Karten-Service die Organisation von Urlaub in Schlössern. Herren. Für Bahnreisende oder Kurzurlauber sind weitere Strecken im Programm. Die fünf angebotenen Fahrrad-Rundkurse decken im Wesentlichen die landschaftlich reizvollsten Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern ab. Schorssow und Teschow haben eine schwerpunktmäßige Ausrichtung im Bereich Wellness. Zu diesem Zweck wird seit 1996 jährlich ein Prospekt herausgegeben. haben historisch betrachtet nichts mit Schlössern oder Gutshäusern zu tun. Die Hotels können als Einzel. 42 dieser Standorte weisen tatsächlich historische Gutshäuser auf. das für den Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See zuständig ist.und Relax-Massage inklusive erwarten. Die standesamtliche Trauung im Gutshaus ist in Mecklenburg-Vorpommern in vielen Orten möglich. Die Tour enthält 15 Standorte rund um den Malchiner See und spart auch ruinöse oder gar abgerissene Gutshäuser nicht aus. wie der ehemalige Jagdsitz von Erich Honecker.

präsentiert werden.und Ferienhöfe Rittergut Scharpenhufe. wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Das ist zum Beispiel bei der so genannten Ahlener Schlössertour der Fall. V. die für die Unterbringung von Gästen oder für Feierlichkeiten und andere Veranstaltungen offen stehen.und Wegebenutzung für Reiter vor. hat man es versäumt. Das ist im Vergleich mit anderen Bundesländern sehr liberale Regelung. was die Schaffung attraktiver Verbindungen erschwert. Die Bemühungen tragen Früchte. Zum anderen sind aufgrund des weitgehenden Fehlens für den Reittouristen geöffneter Gutshöfe die infrastrukturellen Voraussetzungen nur eingeschränkt vorhanden. Eine viertägige Busreise sollte zum Beispiel zuerst Husum. verschlossene Türen zu öffnen. Husum. der Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Krusemark und der Interessengemeinschaft Sternreiten in der Altmark e. Solche Angebote zeichnen sich durch ein besonderes Merkmal aus und sind relativ selten.. dann die Schlösser in Glücksburg. die in einem gemeinsamen Prospekt des Fremdenverkehrsverbandes Altmark e. Schloss Calberwisch. Übernachtungsmöglichkeiten mit hotelmäßigem Charakter sind in schleswig-holsteinischen Schlössern nicht und Gutshäusern kaum vorzufinden. Zum einen liegen restriktivere Rechts-lagen bezüglich der Straßen. Der Historiker und bekannte Publizist zum Thema Gutshäuser arbeitet mit Cai von Rumohr zusammen. Gutshaus Büttnershof. Von denen gibt es fünf in der Region. Eutin und Plön ansteuern. Die im August 1999 vom Tourismusverband initiierte SchlösserTour in Schleswig-Holstein war ähnlich konzipiert. Häufiger dürfen die Gebäude nur besichtigt werden. bringen die schleswig-holsteinische Gutslandschaft den Einheimischen und Touristen näher. Die vier letztgenannten Betriebe stellen Etappenziele und Übernachtungsorte des viertägigen Rittes dar. Hotels und Pensionen mit Gastpferdeboxen angesiedelt. Dengelsberg. Ein Blick hinter die Fassaden bleibt ihm allerdings allzu oft verwehrt. Plön. Diese Tour wurde nie durchgeführt. Es handelt sich um die Reiter. die auf die Bedürfnisse von Reittouristen eingestellt sind. Die Anzahl der Gutsgebäude ist relativ klein. Während das Interesse von Reisegruppen offenbar überschätzt wurde.Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 85 kartierte bis 1996 ein ABM-Team etwa 1600 Kilometer ausgeschilderte Reitwege. Gruppen aus Einzelreisenden zu bilden. Die Betrachtung von außen ist häufiger möglich. Weitere Pauschalen bündelten Übernachtungen in Hotels in der Nähe der Schlösser mit Führungen durch die Gebäude. Thurau führt seit 1993 Gruppen über die Gutshöfe Ostholsteins. Der Eigentümer des Gutshofes Drült in Angeln gehört dem schleswig-holsteinischen Uradel an und pflegt Verbindungen zu vielen Gutsbesitzern.V. Der Clou ist neben anderen geführten themenbezogenen Trail-Ritten ein Wanderritt von Gutshaus zu Gutshaus. Steinwehr Osterrade und aus einiger Entfernung auch an Georgenthal vorbei. Hubertus Neuschäffer ist es besser gelungen. Es handelt sich um eine Sechs-Tage-Radtour im Münsterland. Im gleichnamigen Hochglanzprospekt wurden die sechs landesherrschaftlichen Residenzen Eutin. Das Etablieren eines ähnlichen Angebots in SchleswigHolstein oder Mecklenburg-Vorpommern stößt vielfach auf Schwierigkeiten. Auf einer Kutsche geht es in dreieinhalb Stunden über zwölf Kilometer an den Gutshäusern Kluvensiek. In Sachsen-Anhalt gilt darüber hinaus. in deren Verlauf die Schlösser und Herrensitze aufgesucht werden und die Teilnehmer an den Etappenzielen in Hotels in der Nähe übernachten. Im Rahmen der Fünf-Güter-Tour werden alle Gutshöfe der Gemeinde Bovenau am Nord-Ostsee-Kanal angesteuert. Rund eine Hand voll Anbieter. Eine entscheidende Qualität von touristischen Angeboten in Schlössern und Gutshäusern ist es in ihnen zu übernachten. weil sie nur für Gruppen vorgesehen war. In der Altmark haben sich mittlerweile 23 Reiterhöfe mit Übernachtungsmöglichkeit und 26 Ferienhöfe. Schloss Schönfeld und das Hotel Schloss Storkau. . dass überall geritten werden darf. Gottorf (Schleswig) und Reinbek touristisch vermarktet. Glücksburg. wie der freischaffende Historiker Bernd Thurau.

hat in einem Vortrag am 7.5. Bernd Fischer. Eine Broschüre stellt die meisten bedeutenden Beherbergungsbetriebe in Gutshäusern und darüber hinaus 167 Parks und Gärten im Lande vor. 4. Welche große Bedeutung die Landesregierung der touristischen Erschließung der Herrenhäuser beimisst.3. des Landeskulturverbandes und der Sparkassenstiftung geschehen. So sind die Gutsbetriebe in Schleswig-Holstein gezwungen. Daneben werden mit der Backsteingotik. Grundlage dieser Aktivitäten sind die Kulturtouristischen Leitlinien der Landesregierung. Allen gemeinsam ist nur die thematische Klammer. die sich mit einer Intensivierung des Kulturtourismus befassen. in einem sehr unterschiedlichen Maße wahrgenommen.3).und Erweiterungs-Investitionen von Tourismusbetrieben zur Schaffung zusätzlicher Bettenkapazitäten nicht gefördert. die sich aus einer Initiierung beziehungsweise Intensivierung des GutshofTourismus ergeben. Es fehlt für die meisten Produktgruppen eine übergeordnete Plattform. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern werden allerdings die Chancen. Parks und Herrenhäusern großes Gewicht zukommt. Ausgenommen sind nur Schlossgebäude. Das Bundesland weist gefolgt von Brandenburg die meisten Guts. So werden grundsätzlich Errichtungs. In den Kulturtouristischen . Die Produkte wie Führungen. Allerdings bleibt das Marketing von Produkten über den Begriff Gutshof-Tourismus vielfach nur in Ansätzen stecken.und Herrenhäuser in Deutschland auf. dass die touristischen Dienstleistungen offensichtlich in oder im unmittelbaren Umfeld von Gutsgebäuden erbracht werden. Der Tourismusverband verfolgt Themenmarketingstrategien. wenn neben der Schaffung beziehungsweise Erweiterung von Bettenkapazitäten gleichzeitig im erheblichen Umfang in die gewerbliche touristische Infrastruktur investiert wird (Kap. August 2003 vorgestellt worden sind. In Schleswig-Holstein gibt es zurzeit noch keine Aktivitäten ähnlicher Qualität. Entsprechende Überlegungen sind in Bemühungen eingebettet. Beabsichtigt ist eine intensivere Verzahnung von Kulturangeboten und Tourismus. Die Umnutzung von Herrenhäusern zu touristischen Zwecken ist privilegiert. Das soll durch eine verbesserte Zusammenarbeit der TASH. wobei den Schlössern. Bäderarchitektur und anderen Bauwerken wie Leuchttürme. Märkte und Gartenmessen können eher als Freizeitkonsum verstanden werden oder wie Urlaub auf dem Reiterhof oder Wellness-Aufenthalte in Schlosshotels sehr komplexe touristische Angebotsformen sein. sich von Mitbewerbern stärker als bisher abzuheben.5 Entwicklungsperspektiven des Tourismus in der Gutslandschaft Der Gutshof-Tourismus setzt sich aus einer Vielzahl von Anbietern mit den unterschiedlichsten touristischen Dienstleistungen zusammen. an der sich die individuellen Marketingaktivitäten ausrichten können. Die überwiegende Zahl der entsprechenden Anbieter ist sich dieses besonderen Merkmals auch bewusst und viele stellen diese Besonderheit bei der Vermarktung des eigenen touristischen Angebots auch heraus.86 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 3. April 2004 vor der Sektion Rostock des Wirtschaftsrates Mecklenburg-Vorpommern die Bedeutung der Schlösser. der Kulturanbieter. Diese Zusammenhänge sind auch den Akteuren auf der Ebene der Tourismuspolitik bekannt. macht die Ausgestaltung des Regionalen Förderprogramms Mecklenburg-Vorpommern 2000 deutlich. die am 19. ihre Ferienunterkünfte über die Schiene Urlaub auf dem Bauernhof anzubieten und geben somit eine Möglichkeit aus der Hand. Entsprechende Investitionen in Gutshäuser und sonstige historische Gebäude werden ebenfalls gefördert. Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Mühlen oder Seebrücken weitere Themen aufgenommen und mit unterschiedlichen Produktlinien vermarktet. Parks und Herrenhäuser als ein Alleinstellungsmerkmal des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern herausgestellt.

Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet 87 Leitlinien sind neben dem Schleswig-Holstein Musik Festival auch die Schlösser und Herrenhäuser des Landes als Anziehungspunkte für Schleswig-Holstein-Urlauber genannt. insbesondere bei schlechter Witterung. Eutin. In Mecklenburg-Vorpommern existiert eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren. aber Kultur ist ein Sammelbegriff für viele Tätigkeiten. Zum anderen ist anzustreben. zum Teil auf eine sehr interessante Form der Kulturlandschaft zu lenken – die Gutslandschaft. Jedoch spielen die Schlösser und Herrenhäuser des Landes beim Tourismusmarketing der TASH bislang nur eine marginale Rolle. Dieser positive Effekt lässt sich auch mit der Angebotsform des Kreativ-Urlaubs erreichen. die in anderen Bundesländern kaum noch vorhanden ist. Wesentliches Element der Urlaubsreise bleibt die Erholung. kulturelle Attraktionen – seien es Märkte. Reinbeck und das Schloss vor Husum sowie das Herrenhaus Ahrensburg werden als kulturelle Treffpunkte präsentiert. Kundige Führungen in den verschiedenen Schutzgebieten oder zum Beispiel die Beobachtung des spektakulären Kranichzuges im Frühjahr und Herbst bieten Ansatzpunkte für den naturbezogenen Tourismus mit saisonverlängerndem Charakter. haben eine besondere Affinität zum ländlichen Ambiente. Ansonsten ist der Gutshof-Tourismus möglicherweise für ein einheitliches Marketing von zu heterogener Natur. Insbesondere künstlerische oder hauswirtschaftliche Kurse. bei dem sich auf Einladung des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein (TV S-H) und des Sparkassen. Diese Angebote eignen sich gut für das Überspielen fehlender anderer Attraktionen. Über den passiven Kunst.und Wasserwandern. lassen nicht vermuten. Eine Vielzahl von touristischen Angebotsformen weisen eine gewisse Affinität zur Gutslandschaft auf. Töpfern. wie das Fahrrad. Konzerte oder andere Events – besser mit vor und nachgelagerten touristischen Angeboten wie Gastronomie oder Beherbergung zu verknüpfen. sich historische Gebäude in den Städten anzusehen.und Kulturkonsum hinaus besteht hier die Möglichkeit zum Selbstmachen und Erlernen neuer Fertigkeiten. September 2003 in Kiel. Am besten geschieht das in einem Gutsgebäude oder auf dem Gutshof. Allerdings ist die Konkurrenz zu ausgewiesenen Kurorten mit ihrer medizinischen Infrastruktur groß. Hierbei sind besonders zwei Aspekte herauszustellen. An zweiter Stelle ist die sportbezogene Urlaubsgestaltung. Der Besuch von Museen und Konzerten oder die Besichtigung historischer Gebäude gehören zu diesen Aktivitäten. -wohnungen und -häusern mittelfristig zu einem Dachmarken-Marketing auch über Ländergrenzen hinweg zu kommen. Musik oder bestimmte Handarbeitstechniken. Ausgesprochene Kulturreisende sind nicht sonderlich zahlreich.und Giroverbandes für Schleswig-Holstein (SGV S-H) rund einhundert Personen aus Tourismus. Erste Ergebnisse eines Workshops am 3. im Rahmen des Gutshof-Tourismus zumindest bei der Vermietung von Ferienzimmern. Dafür sind auch Beauty. . wie Malen. wobei aber auch andere Motive und Aktivitäten hinzutreten können. Kultur und Verwaltung über die Intensivierung des Kulturtourismus in Schleswig-Holstein diskutierten. dass sich auf die Potenziale der Gutslandschaft kurzfristig erheblich mehr Aufmerksamkeit richten wird. da es insbesondere auf die individuelle Betreuung und die zielgerichtete Aktivität ankommt. Für Schleswig-Holstein wie für Mecklenburg-Vorpommern hat das reichhaltige Naturpotenzial herausragende Bedeutung für den Tourismus. denen im Urlaub gerne nachgegangen wird. Die Broschüre bunt* stellt einen ersten Ansatz in dieser Richtung dar. Insbesondere das Binnenland bietet ideale Voraussetzungen für alle diese Urlaubsaktivitäten.und Wellness-Angebote geeignet. Segeln und Reiten zu nennen. Dieses könnte unter der Bezeichnung Urlaub auf dem Gutshof geschehen. den Impuls der Touristen. Es erscheint ohnehin überlegenswert. Die TASH ist mit der Einrichtung eines geeigneten kultur-touristischen Marketings betraut. Allenfalls die landesherrlichen Schlösser Glücksburg. Zum einen sollte es möglich sein.

durch die Freizeitbürger das Dorfleben und lokale Gewerbe sowie den Handel zu fördern. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind darüber hinaus als Alterssitze interessant. Dieses kann ein fest gemietetes Zimmer. eine Wohnung oder ein Haus sein. Ehemalige Gutskaten und Stallgebäude.und Tagungsbereich in Mecklenburg-Vorpommern wird ebenfalls ein erheblicher Nachholbedarf attestiert. ungenutzte Gebäude zu sanieren und zu verkaufen. Eine Verdoppelung des Marktvolumens in Mecklenburg-Vorpommern gilt als realistisch (WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 1998b: 101). Der Tagestourismus trägt in Schleswig-Holstein mit rund 42 Prozent zum touristischen Umsatz bei. Diese Alternative ist für jene Regionen interessant. die am Wochenende und im Urlaub wegen der günstig bewerteten Lebensbedingungen auf dem Land ein zweites Zuhause suchen.88 Situation und Perspektiven des Tourismus im Untersuchungsgebiet Dem Tourismus im Kongress. Diese Position ließe sich ausbauen. . Das Beherbergungsgewerbe ist aber nicht immer das Maß aller Dinge. Unter Umständen gelingt es. Freizeitwohnen wird von Menschen wahrgenommen. aber auch so manches Gutshaus scheinen für diese Form der Umnutzung besonders prädestiniert. denn der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gutshöfe mit ihren bedeutenden Parkanlagen und großen Wirtschaftsgebäuden haben sich mit der Veranstaltung von Gartenmessen oder Märkten zu großen Besuchermagneten in diesem Segment entwickelt. in denen sich der Aufbau von freizeitrelevanter Infrastruktur nicht lohnt. Freizeitwohnen bringt Mieteinnahmen oder ermöglicht es. Ebenso wenig wie von den Tagesausflüglern profitiert das Beherbergungsgewerbe von einer weiteren Komponente des Tourismus – dem Freizeitwohnen.

Umnutzung von Gutsgebäuden 4. Der Zwang zu einer Aufnahme wirtschaftlicher Aktivitäten mit den entsprechenden Folgen unterbleibt nur dann. weil in der Regel nur dann von einer dauerhaften Erhaltung von Gebäuden und Anlagen auszugehen ist. wenn die Liquidität gefährdet wird. Zur Beurteilung der Rentabilität einer Investition. Zum Beispiel sei ein Gutshaus mit Park gegeben. Die übliche Nutzung des Parks wäre dahingegen relativ kapital.und arbeitsintensive Nutzung. Aus wirtschaftlichen Gründen sind viele Eigentümer gezwungen. weil die intensive Nutzung des Gutshauses die extensive Nutzung des Parks mitträgt und eine Hotelnutzung gewisser Kategorie die geringe Nutzungsintensität des Parks bedingt. Das führt zu Konflikten im Bezug auf den Schutz der Gebäude aber auch der Privatsphäre der Bewohner. können verschiedene Berechnungsmethoden angewendet werden. Die Liquidität. in irgendeiner Form ihren Besitz zu öffnen. . Art und Umfang der Nutzung von Gutsanlagen oder einzelner Gebäude und Grundstücke lassen sich mit den Begriffen Intensität. Aufgrund des Gebotes der Wirtschaftlichkeit wird sich der private Sektor auf diesem Gebiet kaum engagieren. ist das eine relativ kapital. was die Nutzung natürlich kapital. Soll im Gutshaus ein Hotel betrieben werden. hier vornehmlich in die Umnutzung von Gebäuden. von denen die Kapitalwertmethode die gebräuchlichste sein dürfte (vgl. Mit dem Erhalt der Gebäude und Anlagen stehen die Gutsbesitzer jedoch weitgehend alleine da. Der Terminus Intensität bezeichnet das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Die Einschätzung der verschiedenen Nutzungen lässt sich anhand der Literatur vornehmen. die mit ihren Herrenhäusern und Parks einen außerordentlich großen kulturhistorischen Wert aufweisen. ob der Eigentümer beziehungsweise Besitzer nur die Kosten der Erhaltung eines Gebäudes erwirtschaften oder mit der Nutzung sein Einkommen verdienen möchte. Es ist zum Beispiel möglich. da es eine in die Zukunft gerichtete Handlung ist. Der Planung und Kalkulation liegen daher nur eingeschränkte Informationen zugrunde. AMENDE 1993). In der Tat dienen viele der überwiegend in Privatbesitz befindlichen Gutsgebäude auch kulturellen Zwecken. wenn mit der Nutzung keine finanziellen Interessen verbunden werden müssen. Zumindest in der schleswigholsteinischen Gutslandschaft ist das häufig anders. wie es bei der Wohnnutzung sehr vermögender Privatpersonen der Fall ist. Diese Konstellation kommt allerdings vergleichsweise selten vor. Konzertsäle sowie Parks und Grünflächen gehören normalerweise der öffentlichen Sphäre an. Die Gutshäuser können dann aber weniger intensiv genutzt werden. Des Weiteren ist eine Investition immer mit Risiken verbunden. Dabei muss der Arbeitsaufwand – auch der Aufwand der Eigenleistungen – in einem angemessenen Verhältnis stehen. Zu unterscheiden ist zwischen kapitalintensiven/-extensiven und arbeitsintensiven/-extensiven Verwendungen. Potenziell defizitäre Nutzungen im Freizeitbereich wie Museen.1 Theoretische Grundlagen Umnutzungsmaßnahmen sollen prinzipiell wirtschaftlich tragfähig sein. Die Wirtschaftlichkeit oder Unwirtschaftlichkeit einer Nutzung hängt von vielen Faktoren ab. Durch das Repräsentationsbedürfnis der früheren Erbauer sind Gutshöfe entstanden. Staat und Bürger drängen auf den Schutz der Objekte. das heißt die Fähigkeit. seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Eine rentable Investition sollte nicht durchgeführt werden.Umnutzung von Gutsgebäuden 89 4. Zum Beispiel ist es bedeutsam.und arbeitsextensiv. im Park einen Golfplatz anzulegen.und arbeitsintensiver macht. Liquidität und das Risiko (MANTHEY/CÜPPERS/v. REISCH/ZEDDIES 1992). Das ist möglich. Das weckt Begehrlichkeiten auf gesellschaftliche Inanspruchnahme. ist bei jeder Investition zu bedenken. Kenngrößen der Wirtschaftlichkeit sind die Rentabilität. Diversifikation und Kapazität beschreiben.

sondern auch deren Rechtsstellung. Eine umfangreichere Nutzungen der Gutsanlagen eröffnet durch den größeren Durchlauf von Produktionsmengen – seien es landwirtschaftliche Produkte oder Feriengäste – mehr Gestaltungsmöglichkeiten als weniger umfangreiche. Mit der Anlage von Obst. Nur ein Teil wird die Chance haben. um die Auslastung zu erhöhen. Der ökonomische Bezug lässt sich bereits aus der Begriffsbestimmung des Denkmals ableiten: »Denkmale im Sinne des Gesetzes sind Sachen. Eine Sache von Bedeutung für jemanden ist ein wirtschaftliches. Zu den materiellen Möglichkeiten gehören nicht nur Gestalt und Zustand der Gebäude und Anlagen. Das oben genannte Beispiel setzt den Fall einer pluralistischen Nutzung (Hotel. Auskunfts. vereinfacht die Größe oder den Umfang einer Nutzung als absoluten Wert. Es ist bei potenziell knappen Ressourcen und endlichen Möglichkeiten daher verfehlt. Der Besitzer trägt die Erhaltungs-. Er muss Veränderungen der Nutzung eines Baudenkmals anzeigen und sich die Umnutzung von der zuständigen Behörde genehmigen lassen. Es ist damit illusorisch.90 Umnutzung von Gutsgebäuden Der Terminus Diversifikation bezeichnet die Vielfalt oder die Veränderung von einer einseitigen (mononomischen) zu einer vielseitigen (pluralistischen) Nutzungsstruktur. mit ökonomisch nicht fundierten Erhaltungsansprüchen zu agieren. Gastronomie) erschlossen wird.oder Erdbeerplantagen und der Einrichtung eines Hofladens und Bauernhof-Cafés zur Direktvermarktung ist der Übergang zur allgemeinen Diversifikation fließend. Golf) voraus. in einer Güterabwägung diejenigen Objekte herauszufinden. Die Kombination und Ausgestaltung der Komponenten Intensität. Wie eingangs erwähnt. Das stellt ihr großes Plus dar. weil knappes Gut. wenn ihre Wertschätzung mit der Kostenentwicklung nicht Schritt halten kann. ein Denkmal auch unter dem ökonomischen Blickwinkel zu betrachten (TIEPELMANN 1992: 7). deren zukünftige Nutzung die Umbau. Das Bestellen der Äcker mit Gerste und Roggen wäre aber nicht interessant. bei denen vorher keine Inwertsetzung möglich war (indirekter Effekt). Die Verfolgung einer speziellen Diversifikationsstrategie wäre beispielsweise der Anbau unterschiedlicher Feldfrüchte. Die Diversifikation findet nur auf dem Gebiet der Landwirtschaft statt. die gesamte festgestellte Denkmalsubstanz auf Dauer schützen und erhalten zu wollen. Die mononomische beziehungsweise pluralistische Nutzung findet bei der speziellen Diversifikation in einer Branche und bei der allgemeinen Diversifikation in mehreren Wirtschaftszweigen statt. Mögliche Investoren stehen daher vor der Aufgabe. Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen. Jedoch sind Baudenkmale aufgrund ihrer Besonderheiten und rechtlichen Stellung nur bedingt marktfähig und im Unterschied zu anderen laufend hergestellten Wirtschaftsgütern im Kern nicht reproduzierbar. da ein anderer Wirtschaftszweig als die Landwirtschaft (Handel. Deshalb ist es wichtig.und Erhaltungskosten tragen. wenn die Wohnnutzung des Eigentümers außer Acht gelassen wird. Es können nun ungenutzte oder untergenutzte Gebäude und Anlagen in ein den gesamten Gutshof umfassendes Nutzungskonzept einbezogen werden. Andererseits verursachen sie aber Kosten und binden Ressourcen. Diversifikation und Kapazität im Rahmen von Umnutzungsmaßnahmen hängen von den materiellen und immateriellen Möglichkeiten der Besitzer der Gutsgebäude ab. da sich keine baulichen Konsequenzen ergeben. stehen Gutsanlagen und Teile von ihnen als Kulturdenkmale häufig gesetzlich unter Schutz. an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht« (DSchG M-V. § 2.und Duldungspflicht. Abs. fortbestehen zu können. Der Terminus Kapazität bezeichnet das größtmögliche Produktionsvolumen je Zeiteinheit. Zum Beispiel sei eine Gutsanlage mit einem großen Bestand an Ferienwohnungen gegeben. Erst durch die große Kapazität lohnen sich Maßnahmen der Attraktivitätssteigerung. . Baudenkmale sind daher ständig vom Untergang bedroht. 1). Ein zusätzliches Angebot an den Feriengast wäre etwa die Einrichtung eines Kinderspielhauses in einer Scheune.

edles oder vornehmes Image pflegen müssen. ihre Nutzung mit Kunst und Kultur zu verbinden. Da die Authentizität ihr größtes Kapital ist. Was macht aber ihren Reiz aus. Schmuck und sonstige Kunstgegenstände versuchen vom Flair der Gutsgebäude zu profitieren. Im Rahmen eines ökologischen Landwirtschaftsbetriebes werden fünf Ferienwohnungen angeboten. müssen Umnutzungen so behutsam wie möglich vorgenommen werden. Also ist es nur folgerichtig. dass sich Architekturbüros häufig in den großzügigen Räumlichkeiten gründerzeitlicher Stadtvillen und auch einigen Gutsgebäuden angesiedelt haben. gibt es viele. die sich aus der Aura der Geschichte. stellen ein Zeugnis der Adelskultur dar. Mode. Diese Stellung nehmen eher die landesherrlichen Schlösser ein. Die an Disneyland erinnernde Vorgehensweise kann im Sinne der Arbeit nicht als Umnutzungsmaßnahme bezeichnet werden. Hochzeitsfeierlichkeiten im entsprechenden Ambiente und die Unterbringung der Gäste liegen so in einer Hand. die Gutshäuser.und Kongresswesen scheint ebenfalls Potenziale für die Inwertsetzung von Gutsanlagen zu besitzen. Die Kosten eines Umbaus liegen heute in der Regel nur noch wenig unter denen eines Neubaus. Es ist kein Zufall. Die Verbindung von Gutsanlagen mit dem Golfsport ist bereits dargestellt worden. dass in seltenen Fällen auch dieser Anachronismus vorkommt. Die Bandbreite reicht da vom eher Profanen wie Kunsthandwerkermärkten bis zu den höchsten Weihen der Konzerte von Musikfestivals. da die historische Bausubstanz restlos vernichtet wurde. befriedigen die romantische Sehnsucht der Bevölkerung nach der guten alten Zeit. Die Gebäude bestechen durch eine Mischung. der sie für einige Nutzungsalternativen besonders interessant macht? Diese Frage ist entscheidend bei der Vermarktung und damit Erhaltung der betreffenden Gebäude und Anlagen. die ein nobles.2 Einfluss von Standort.Umnutzung von Gutsgebäuden 4. Wohndekor. die Architekten heute so nicht planen würden. So ist beispielsweise das Gutshaus Klein Gievitz bei Waren im gleichen Stil an historischer Stelle wiedererrichtet worden. den diese Gebäude zumeist erfüllen: sie haben den Reiz der Authentizität. wenn auch einige Gutsanlagen wie Wotersen oder Dänisch-Lindau an der Schlei durch Fernsehsendungen zu einer beachtlichen Bekanntheit und damit temporär großen Besucherzahlen gekommen sind. Der Glanz der Herrenhäuser strahlt auf Nutzung und Besitzer zurück. In Gebäuden also. Gutsgebäude sind selbst Kulturdenkmale. Das Tagungs. Ihre größten Vertreter. Die Anekdoten von Gutsbesitzern über Touristen. Ansonsten würde das Kapital zerstört. wenn denkmalpflegerische Auflagen zu erfüllen sind. Große Möglichkeiten bestehen bei der Inwertsetzung von Gutsgebäuden im Tourismus. auf das diese Nutzungen angewiesen sind. Auch viele Geschäfte für Antiquitäten. Gutsgebäude sind Monumente vergangener Epochen. Stilmöbel. Welche Anforderungen und Kriterien wirken bei der Auswahl geeigneter Objekte zusammen? . auch wenn Gutshäuser für sich genommen keine überragenden Anziehungspunkte sind. Dieser Umstand macht die große Zahl von Schlosshotels in Mecklenburg-Vorpommern erklärlich. zwei Hallen für Tennis und Fitness und einer so genannten Gutskapelle neu erbaut. Gebäudegestalt und Gebäudekonstruktion 91 Natürlich können Gutsgebäude für eine Vielzahl von Nutzungen geeignet sein. Gutsgebäude sind insbesondere für jene Nutzer geeignet. wie es bei Gutsgebäuden häufig der Fall ist. In Sparow bei Malchow wurde das Gutshaus und die Remise abgerissen und dann zusammen mit einer Appartementanlage. Die Vorzüge scheinen so groß zu sein. Ein Markt für den Urlaub auf dem Gutshof sollte demnach vorhanden sein. wenn auch die Vermarktung dieses Segments unterentwickelt ist. Die generelle Eignung von Gutsgebäuden für bestimmte Nutzungen sagt aber noch nichts über den Einzelfall aus. Gutsanlagen sind Anziehungspunkte. Der Kostenvorteil verkehrt sich schnell zum Nachteil. die in einem unachtsamen Augenblick ins Gutshaus schlüpfen oder sich »an der Fensterscheibe die Nase plattdrücken«. Das Akzeptieren des höheren Aufwandes lässt sich teilweise durch einen Zusatznutzen erklären. einen gediegenem Lebensstil und einer ansprechenden Baugestalt zusammensetzt.

dass zwar die Nutzung von Gutsanlagen für den Tourismus außerhalb des Küstenraumes und der Seenplatten erschwerlicher ist. fünf Ferienwohnungen und ein Appartement untergebracht. Gastpferdeboxen oder Tennis bereit. Das Angebot ist vielseitig: für die Feriengäste stehen Annehmlichkeiten wie Weinkeller. Spielplatz. Reittourismus und Tagungs. sich aber einzelne Anbieter durchaus behaupten können. Tagungen und Seminare überbrücken die schwächeren Wintermonate. Aufgrund des schlechten Bodens wurde der Großteil der Landwirtschaftsfläche stillgelegt oder aufgeforstet und im Herrenhaus und Torhaus zehn Ferien-Appartements eingebaut. Die Spezialisierung auf den Tourismus mit einer Diversifikation in den Aktivitäten Urlaub auf dem Lande. Die Ländereien des ehemaligen Meierhofs von Satrupholm sind inzwischen vollständig verpachtet. Die Auslastung ist trotz der relativen Lageungunst gut. . Sauna. dass nicht immer rationelle Überlegungen zum Erwerb geführt haben. dass die Anzeigengröße und die Anzahl der Medien ein Indikator für die Professionalität und Spezialisierung der Betriebe sein könnte (vgl. Zeigt die Umgebung ein schönes Landschaftsbild? Welches Potenzial hat die Bevölkerung und Wirtschaft der Umgebung? Ist der Gutshof verbaut oder hat er einen ansprechenden Habitus? Wie ist die Verkehrsanbindung beschaffen? Wie weit ist es bis zur Arbeitsstätte oder zum ersten Wohnsitz des Eigentümers? Bei gewerblicher Nutzung: ist eine gute Erreichbarkeit für die Kunden und Lieferanten gewährleistet? Das sind nur einige Fragen. Die Betreiberfamilie ist seit Jahren im Tourismus tätig und hat ihr Angebot kontinuierlich ausgebaut. Oster-Bunsbüll in der Gemeinde Havetoftloit liegt ziemlich genau zwischen den Städten Schleswig und Flensburg mitten in der Landschaft Angeln fernab von der Küste. Die hauseigene Reitanlage ist mit einer Reithalle ausgestattet. die ein Investor zu klären hat. Sie haben je nach Intention des Umnutzungsvorhabens ein mehr oder weniger großes Gewicht. sondern auch die Gegebenheiten des nahen und weiteren Umfeldes. Selbst weniger gut geeignete Orte können unter Umständen wirtschaftlich genutzt werden.92 Standort Umnutzung von Gutsgebäuden Der Standort ist während der Planung einer Umnutzung ein sehr wichtiges Kriterium. Viele Neueigentümer von Gutsgebäuden werden bestätigen. Ponyreiten. In diesen Ungunsträumen ist im größeren Maße das Talent und Geschick der Betreiber gefragt. eine intensive Nutzung mit großer Kapazität nahe. Streicheltiere. wenn das Konzept stimmig und der Einsatz groß sind.und Seminarwesen sorgt für eine selbst tragende Attraktivität des Objekts und in Zusammenhang mit der relativ großen Kapazität für eine gute Ausnutzung der Gebäude. Aber die Standortanalyse ist nicht alles. Die Nutzung von Gutsanlagen für den Tourismus in Ungunsträumen legt entweder eine ausgesprochen extensive oder. Der vergleichsweise große Werbeaufwand im Falle Oster-Bunsbüll – die Anzeigen sind in den entsprechenden Katalogen und Broschüren erheblich aufwendiger als der Durchschnitt – legt die Folgerung nahe. Fahrradverleih. So muss die Lage in einem ausgesprochenem Tourismusgebiet bei entsprechender Positionierung im Markt und Professionalität nicht ausschlaggebend sein. Für Investoren ist daher nicht nur die Beschaffenheit des umzunutzenden Gebäudes von Bedeutung. In einem Speicher befindet sich ein Seminarraum. Tischtennis kann ebenfalls unter Dach betrieben werden. das zeigen die Beispiele Fahrenstedt und Oster-Bunsbüll. Im Gutshaus sind drei Ferienzimmer. Das machen die Gutshöfe Oster-Bunsbüll und Fahrenstedt deutlich. LENDER 1997). Nur wenige Kilometer südlich von Oster-Bunsbüll liegt das Gut Fahrenstedt in der Gemeinde Böklund. Das heißt. Diese Maßnahmen sorgen für eine gewisse Unabhängigkeit vom Witterungsgeschehen.

der auch der Gutshof gehört. insbesondere die Metropolregion Hamburg.Umnutzung von Gutsgebäuden 93 Nicht nur Auswirkungen auf die Marketingstrategie können durch die Bedingungen des Standorts induziert werden. weil sich Straßenbauverwaltungen bei Hofstellen an überörtlichen Straßen häufig gegen eine Umnutzung von Gebäuden aussprechen. Aber selbst so bevorzugte Standorte wie Görtz können Probleme bekommen. Ähnliche Fälle. Die Behörden argumentieren. dass sie insbesondere von Urlaubern und Tagesausflüglern profitieren – ob nun individuell per Auto oder organisiert per Bus. Es kann weitgehend auf aufwendige Marketing-Maßnahmen verzichtet werden. Das legt den Schluss nahe. Über die stark befahrene Straße rollt der Verkehr zu den Erholungsorten an der Lübecker Bucht und ein Teil des Ausflugsverkehrs bis zur Insel Fehmarn. Der Vorteil eines Standortes mit einem fast garantierten Durchlauf von potenziellen Kunden liegt auf der Hand. Jedoch gilt auch hier. Die gesamte Vermarktung wird durch die Tourismusgesellschaft mbH Kap Arkona durchgeführt.und Ostsee sowie in der ostholsteinischen Seenplatte konzentriert. Für die beiden letztgenannten Gruppen ist daher die Verkehrsgunst des Standortes zumindest ein Kriterium. dass entsprechende Einrichtungen in Gunsträumen es leichter haben. Das sind im Wesentlichen die großen Städte. Daher dürften die Betriebe mit Pensionspferdehaltung weitgehend nur das Potenzial der näheren Umgebung ausschöpfen können. die von sehr vielen Menschen aufgesucht werden. So wurde ein Bauernhof-Café in eine alte Scheune eingebaut. Sie sind dort in den Küstenräumen der Nord. den Weg der allgemeinen Diversifikation einzuschlagen. Bauernhof-Cafés sind im Untersuchungsgebiet vorwiegend in Schleswig-Holstein anzutreffen. wobei die unterschiedlichen Freizeitaktivitäten eine jeweils andere Entfernungstoleranz zum Quellgebiet der Konsumenten aufweisen. Ein Objekt dieser Kategorie stellt der Gutshof Putgarten auf der Insel Rügen dar. Wer zum Kap vordringen möchte.und Arbeitsstätten der Golfspieler. Besondere gastronomische Angebote wie Bauernhof-Cafés dürften in Bezug auf die Entfernungstoleranz zwischen den beiden genannten Freizeitaktivitäten stehen. dass die Hofzufahrten eine potenzielle Unfallquelle darstellen (LORIZ 1994). Die notwendige Pflege und Versorgung der Pferde erfordert ein häufiges Aufsuchen der Anlagen. Zumeist verbringen die Golfspieler einen längeren Zeitraum auf dem Golfplatz. kann sich entweder auf einen vier Kilometer langen Fußmarsch begeben oder sich – natürlich gegen Entgelt – mit der Pferdekutsche chauffieren lassen. Im Gegensatz dazu steht die Freizeitreiterei. Die Eigentümer des großen landwirtschaftlichen Betriebes haben sich nach langem Überlegen entschlossen. liegen dann vor. wenn sich die Höfe in der Nähe von überragenden Brennpunkten des Tourismus befinden. So dürfte die Verkehrsgunst eines Standorts weniger die Nutzung im Tourismus als den Freizeitkonsum betreffen. Das sind Anziehungspunkte wie bedeutende Naturschönheiten oder Gebäude. Der Ort Putgarten ist für den motorisierten Besucherverkehr gesperrt. Auf dem Weg dorthin ist die Gutsanlage Putgarten eine Zwischenstation. Das Gutshaus wird ausschließlich von der Eigentümerfamilie bewohnt. Die Gutsanlage liegt direkt an der Bundesstraße 501. wo der Kraftfahrzeugverkehr aufgrund einer Kurve zur Verlangsamung der Fahrt gezwungen ist. Golfplätze zum Beispiel liegen zumeist in der Nähe von Autobahnen oder Bundesstraßen. Das Inspektorhaus beherbergt eine Galerie und ein Geschäft für Bernsteinschmuck. sich aber auch Betriebe auf weniger geeigneten Standorten durchaus behaupten können. so dass ein längerer Anfahrtsweg tolerierbar erscheint. Als eine konsequente Wahrnehmung von Standortvorteilen im Rahmen einer Umnutzung von Gutsgebäuden im Untersuchungsgebiet kann Görtz bei Oldenburg in Holstein gelten. Die Anlage liegt in großer Nähe zum Kap Arkona. In . aber bis auf wenige Ausnahmen relativ weit entfernt von den potenziellen Wohn. dass umnutzungswilligen Eigentümern die potenziellen Kunden quasi frei Haus geliefert werden. im ehemaligen Pferdestall besteht ein Hofladen.

Innenbereichs-Objekte erscheinen daher prädestiniert für eine Nutzung als Mietshaus oder den Einzug von Gewerbeunternehmen. In Mecklenburg-Vorpommern ist es von großer Bedeutung. Die große Intensität der Nutzung des Gutshofes ist dem großen Besucheraufkommen angepasst. Gebäudegestalt Der Charakter baulicher Anlagen als Ensembles und die äußere Hülle von Gebäuden ist vom Baustil abhängig. Die Gefahr ist insbesondere bei nicht maßstabsgerechten Gebäuden im Zusammenhang mit Großprojekten virulent. möglich sein. Auf Innenbereichs-Objekten bleiben die Kommunen oder die TLG und BVVG häufig sitzen. Schuppen und hässliche Plattenbauten lassen die Gutsanlagen allzu oft kaum noch erkennen. weil sich die meisten Gutsgebäude im Außenbereich befinden. ob sich eine Gutsanlage im Innen. ein Café und acht Ferienwohnungen eingebaut werden. Es ergeben sich zwei miteinander verwandte. .und Landschaftsbild trotz neuer Verwendung erhalten bleiben? Die Eignung von großen Teilen der Gutslandschaft in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für Freizeit und Tourismus ist bereits eingehend dargelegt worden. Die ästhetisch äußerst unbefriedigende Einbettung in die Dörfer mit der Verschandelung durch Ställe.oder Freizeitlandschaft wird. Glasbläserei. wenn aus der Gutslandschaft eine Form der Fremdenverkehrs. Diese enge räumliche Verzahnung eröffnet den Zugang zu Fragen der kleineren Maßstabsebene. wie sie in Verbindung mit den Gütern Damp und Weißenhaus in Schleswig-Holstein sowie den Gutsanlagen Neddesitz und Göhren-Lebbin in Mecklenburg-Vorpommern entstanden sind. Aus diesem Grund ist die Vermarktung von Außenbereichs-Objekten in Mecklenburg-Vorpommern bereits weit fortgeschritten. und mit welchen Maßnahmen können Hof. jedoch finden sich weniger Interessenten.oder Außenbereich bebauter Ortsteile befindet. sondern dürfte das Wohnen im Grünen in relativer Abgeschiedenheit anstreben. Die Parks sind abgeholzt. Bernsteinschleiferei. Die eigentumsrechtlichen Fragen sind kompliziert. Fischräucherei und ein Rügenladen untergebracht. verwahrlost oder können nicht zugekauft werden. Auch die sehr flächenintensive Nutzung der Landschaft durch den Golfsport kann Gefahren bergen. repräsentatives Gutshaus wird wohl nicht bereit sein. ist der kleinräumige Kontext während der Standortsuche beziehungsweise Entwicklung eines Nutzungskonzepts für Gutsgebäude zu beachten. Diese Gebäude sind größtenteils privatisiert. Im Gutshaus sollen eine Galerie. Druckwerkstatt. mitten im Ort zu wohnen.94 Umnutzung von Gutsgebäuden den beiden großen Wirtschaftsgebäuden sind eine Schauwerkstatt für Rügenkeramik. Die Kunsthandwerker arbeiten auf eigene Rechnung und sind Mieter. Kritisch ist hierbei der Einbau von Freilichtbühnen oder Sportplätzen in Parks zu bewerten. Ein Kaufinteressent für ein großes. Gutsgebäude im Außenbereich sind abgesehen von rechtlichen Fragen für eine Vielzahl von Nutzungen wie für die Belange der privaten Wohnnutzung oder Verwendung im Tourismus und Freizeitbereich in der Regel geeigneter und attraktiver als Gutsgebäude im Innenbereich. Diese erscheint bei einer behutsamen Anlage in Parks weniger akut. eventuell mit Ferienzimmern. In Ausnahmefällen könnte auch eine Nutzung im gastronomischen Bereich. wenn beherrschende Baumgruppen und Sichtachsen nicht beeinträchtigt werden. Das Nutzungsspektrum ist in der Regel zwar nicht eingeschränkter. aber klar abzugrenzende Fragenkomplexe: Welche Gebäudegestaltung ist für bestimmte Nutzungen besonders geeignet. Ebenso wie die großräumige Einordnung der einzelnen Objekte. Die angemessene Umgestaltung beziehungsweise Umnutzung der Landschaft wird aber dann an ihre Grenzen stoßen. In Schleswig-Holstein stellt sich das Problem im geringeren Maße.

Glücksburg (1582/87). In Gutshäusern sind von diesen Bauten manchmal mittelalterliche Gewölbekeller als Relikte vorhanden. da sie vom Habitus eher abweisend sind.B. Weiteren Anlagen dieser Zeit wie Divitz oder Ulrichshusen kann man noch heute den wehrhaften Charakter anmerken oder sie sind aus Burgen hervorgegangen. Die wenigen weitgehend erhaltenen Anlagen können auch heute ihren wehrhaften Charakter nicht verbergen.1 125 17. in Schleswig-Holstein wären Damp. Der Adel lebte in Motten. Roest und Wahlstorf zu erwähnen.0 21 3. Nach damals modernsten Erkenntnissen wurden die Festungen in Dömitz und Spantekow errichtet.1945 36 9.9 auch dann der Fall. Brodau) schon lange vergangen. sentativen Gebäudes bedürfen. Jahrhunderts die klassische Gutswirtschaft herauszubilden.5 %).1649 nicht unbedingt beim Be12 3. desto seltener sind sie (Tab. Das gilt auch für das Bützower Schloss. In der Renaissance begann sich während des 16. Lindauhof. deren Erbauungsjahr in Erfahrung gebracht Schleswig-Holstein sind es werden konnte. 12). In Tab.8 227 32.4 heute noch bestehenden Objekten das Erbauungsjahr in 1900 .4 41 5. Eine ausgeprägte Gutswirtschaft gab es noch nicht. 12: Anzahl der Gutshäuser und ähnlicher Objekte. 1800 . Rantzau.1 malpflegerisch hoch bedeutsam und sehr rar sind. die ihren Charakter bis 1599 aus der Erbauungszeit be7 1. um sich bequemere Häuser zu bauen.0 aller Gutshäuser und Gebäude mit gleichem Status. Husum (1577/82) oder Reinbek (1570/80) gehen auf diese Zeit . Meckl. Gutshäuser aus dieser Zeit sind spärlich. Außer Betracht blieben Gebäude. müssen aber 1600 . also kleine Burganlagen mit einem Wohnturm. Eine große Bedeutung kommt den Schlössern zu. wenn sie 1700 . sind in Gutshäusern gut Erbauungsjahr Objekte Prozent Objekte Prozent aufgehoben. Das ist 37 9.9 Erfahrung gebracht werden. Hoyerswort.1799 70 17. 395 Objekte (44. Das entspricht 34.0 trachter einen repräsentativen 1650 . die durch eine nachträgliche Umgestaltung ihren Charakter stark verändert haben und nur noch im Kern ursprüngliche Bestandteile aufweisen.4 %) und in Mecklenburg-Vorpommern 700 (30.7 71 10.0 wahrt haben.1849 118 29.0 700 100. Der Adel verließ die wehrhafte Burg.Umnutzung von Gutsgebäuden 95 Nutzungen. Sie bedürfen einer speziellen Umnutzungskonzeption.9 176 25.-Holst. Die einst aus Fachwerk errichteten Gutshäuser sind bis auf einige sehr seltene Vertreter (z. das aus einer Burg hervorgegangen ist. Die Schlossanlagen in Gadebusch (1570/71).1 Während der Erfassung der Gutshäuser konnte bei 1095 1850 .6 Gebäude.1749 wie ihre in puncto Baudekor üppigeren Verwandten denk.1750 .4 Prozent Summe 395 100. Entsprechende 13 3. Es befindet sich im Eigentum der Stadt und steht seit Jahren zum Verkauf. Das keineswegs überraschende Ergebnis: Je älter die Gebäude. Nütschau.-Vorp. In Mecklenburg-Vorpommern ist das zum Beispiel Venz auf Rügen. Aus der Zeit der Romanik und Gotik haben fast auschließlich Burganlagen wie Klempenow oder Burg Stargard die Zeitläufe überdauert. die eines repräSchl.3 25 3. Güstrow (1558).8 14 2.1899 102 25.1699 Eindruck auslösen.

Kartlow. sich gegen die alten Bautraditionen durchzusetzen. Jahrhundert das Zeitalter des Barocks. Dieser Baustil zeichnet sich durch ein Denken in hierarchisch gegliederten Systemen aus. denn der Einbau eines die Räume erschließenden Querkorridors kam erst später auf. Das äußere Erscheinungsbild der größeren Gutshäuser wird nun – beginnend um 1760 – zunehmend durch die Stilrichtung des Klassizismus geprägt. 11). Schlemmin).96 Umnutzung von Gutsgebäuden zurück. dass in Norddeutschland im Gegensatz zu den großen europäischen Kulturlandschaften die entsprechenden Entwicklungen immer relativ spät wirksam wurden. Erst einmal in Gang gekommen. In der Folgezeit begann sich eine stärkere Separierung der Funktionen auf dem Gutshof aber auch im Herrenhaus selbst durchzusetzen. In Mecklenburg-Vorpommern wären Griebenow. Jahrhunderts wie Jersbek. Die edle Baugestalt und der Grundriss macht diese Gebäude für Umnutzungsmaßnahmen besonders gut geeignet. Als ausgereifte Vertreter des Barock gelten in Schleswig-Holstein zum Beispiel Güldenstein und Schierensee. In dieser Zeit begann sich das klassische Gutshof-Schema zu entwickeln. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat mit Burg Schlitz. Bedeutendster Baumeister des Historismus in MecklenburgVorpommern ist Friedrich Hitzig. Herrenhäuser des Barock sind aus ästhetischer Sicht ungemein attraktiv und eignen sich für eine Verwendung mit repräsentativem Charakter. 12). In Vietgest ist beispielsweise ein Schlosshotel eingerichtet worden. Die drei zuletzt genannten Objekte sind zu Schlosshotels umgebaut worden. Viele andere Gutshäuser dieser Zeit im Untersuchungsgebiet wie Ludorf (1698) oder Wulfshagen (1699) sind allerdings schlichte zweigeschossige Breitbauten. Fortifikatorische Elemente wie Wassergräben traten weiter in den Hintergrund. wobei der Gutsbesitzer zunehmend mehr Wert auf seine Privatsphäre legte. der für die Herrenhäuser in Bredenfelde. . Die wesentlichen Elemente der Formensprache des Barock sind eine streng axial-symmetrische Anlage in Ausrichtung auf das im Idealfall dreiflügelige Herrenhaus. Neben vielen weiteren Gebäuden gilt Knoop (1792/1800) als ein Hauptwerk des Klassizismus im Lande. eine Fassadengestaltung mit Pilastern und Mittelrisalit sowie ein hohes. dass bei einer Umnutzung selbst an geringere Eingriffe in die Bausubstanz nicht zu denken ist. Durch die Anlage von Alleen und Parks strahlte diese Intention weit in die Landschaft aus. Daher sind die Nutzungsalternativen für solche Gebäude sehr begrenzt. dauerte der Einfluss des Barocks bis um 1800. Eine der wichtigsten Strömungen stellt hierbei die Neugotik dar. Herrenhäuser des 17.B. Hagen oder Wensin zeugen noch vom alten Bauverständnis. Diese Stilrichtung dürfte auch den Vorstellungen breiter Bevölkerungsschichten von einem repräsentativen Gebäude nahe kommen. In Mecklenburg gab es mit dem Bau des Herrenhauses Rossewitz (1657/80) einen frühen Höhepunkt. Alle Gebäude aus dieser Epoche sind so wertvoll. abgewalmtes Mansard-Dach. die auf einen Brennpunkt orientiert sind. Auf die Renaissance folgte im 17. Spätere Herrenhäuser zeigen in ihrer Konstruktion und Bauzier eine erheblich repräsentativere Wirkung. Quantitativ sind in Mecklenburg-Vorpommern aber insbesondere Einflüsse des Historismus in der Baugestaltung der Gutshäuser maßgebend. In Gutshäusern mit dieser Baugestalt haben sich viele Schlosshotels angesiedelt (z. Das ist insbesondere in SchleswigHolstein der Fall (Tab. Neue Architekturstile hatten es schwer. Die Wirtschaftshöfe waren teilweise noch seitlich zum Gutshaus angeordnet. Passow oder Teschow sehr bedeutsame Vertreter des Klassizismus aufzuweisen. Prebberede oder Vietgest zu erwähnen. Allerdings ist ein Umbau von Gebäuden des Barock mit großen Schwierigkeiten verbunden. wie sie im Gutshaus von Vogelsang bei Güstrow zum Ausdruck kommt (Abb. Das Herrenhaus Krönnevitz dient heute als feudales Urlaubsdomizil. die antike Vorbilder aufnimmt und variiert. in dem die gesamte Anlage auf das herrschaftliche Wohnhaus hin ausgerichtet wurde. Allerdings ist zu berücksichtigen.

Mecklenburg-Vorpommern weist mit dem Gutshaus Stellshagen (1924) einen nennenswerten Vertreter auf. das Bauhaus und der internationale Stil – also das. Als Hauptwerk gilt die Blomenburg (1842/55) bei Selent von Eduard Knoblauch. In Schleswig-Holstein finden sich erheblich weniger Vertreter der Neugotik. der Heimatschutzgedanke und die Hinwendung der Architekten zu süddeutschen Vorbildern des Neobarocks ein Kennzeichen der regionalen Architektur zwischen 1900 und 1945. Neben der Neugotik wurden auch Gutshäuser in den Formen der Neorenaissance und des Neobarock erbaut. Daran änderte sich im Wesentlichen auch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts nichts. Eine beachtliche Anzahl von Gutshäusern wurde in diesem Zeitraum gebaut. Neetzow und Hohendorf verantwortlich zeichnet. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden noch Gutshäuser gebaut. was ihre Chancen bei der Vermarktung allerdings nicht schmälern muss. Das im Krieg zerstörte Herrenhaus in Schrevenborn wurde 1958 ersetzt. was man heute als klassische Moderne bezeichnet – fand in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nur zögernd Eingang in die Bautätigkeit. Das alte Gutshaus war viel zu klein. Weitere Beispiele sind das 1837 erneuerte Gutshaus in Farve und das 1851/53 umgebaute Herrenhaus in Heiligenstedten. Viele Objekte sind in dieser Zeit auch im Villenstil errichtet worden und nehmen Anleihen im urbanen Raum. In Stockseehof musste ein standesgemäßes Gebäude neu errichtet werden. 11: Die Gebäudegestalt des Gutshauses Vogelsang bei Güstrow weist wie viele andere in Mecklenburg-Vorpommern neugotische Formen auf (Juni 1999). der auch das Herrenhaus Schlemmin entworfen hat. Das ist jener Architekt. In SchleswigHolstein sind nennenswerte Beispiele mit Rohlstorf und Schulenburg allerdings nur vor dem Ersten Weltkrieg entstanden. . Das bekannteste Beispiel dürfte das Kuhhaus in Garkau von Hugo Häring sein. Ansonsten blieb die Nutzung des Backsteins.Umnutzung von Gutsgebäuden 97 Abb. Kittendorf. In Rothenhausen riss man das baufällige Gutshaus ab und baute sich 1980 ein neues Wohnhaus. Der Jugendstil. Diese Gebäude weisen keine traditionellen Bezüge zum Gutshof auf.

Es diente zu Zeiten der DDR unter anderem als Resozialisierungslager für Straffällige und war nach der Vereinigung nur noch teilweise bewohnt und verfiel.98 Umnutzung von Gutsgebäuden Darüber hinaus gibt es aber eine große Anzahl von jeher bescheideneren Gebäuden oder Gutshäusern. Es gilt generell zwischen den genehmigungspflichtigen Veränderungen und den Vorhaben zu unterscheiden. Schmuck sowie Einbau. Für Veranstaltungen. Goldschmiede. Tischlerei und ein Grafikbüro. In den Jahren 1997 und 1998 wurde das Gebäude durchgreifend umgestaltet (Abb. 13) und dient nun in kommerzieller Form der Kunst und Kultur.und Design-Objekte für Marketing und Messebau angeboten. die aus welchen Gründen auch immer im Laufe der Zeit auf ihre reine Bauform reduziert wurden. BEHRENS 1995). Den Plänen und Vorstellungen der Eigentümer sind bezüglich der Baugestalt bei der Umnutzung kaum Grenzen gesetzt. Das Ermessen ist insbesondere dann sehr groß. die dem Ermessen des Eigentümers beziehungsweise Nutzers zugänglich sind. Vernachlässigung oder aus ideologischen Gründen verloren haben. Das gerade noch erträgliche Maß der unabweisbaren Veränderung von Baudenkmalen hängt von der baugeschichtlichen Bedeutung und dem Zustand des Gebäudes sowie den Präferenzen des zuständigen Mitarbeiters der Denkmalschutzbehörde ab. die ihre Bauzier durch Kriegseinwirkung. Die durch die Eigentümerin angestrebte Außendarstellung wird durch die Gebäudegestalt unterstrichen. Daraus folgt »eine gründliche Auseinandersetzung mit der .und Pflegeheim der Volkssolidarität. Eindrucksvoll macht das die Umnutzung des Gutshauses Schorrentin bei Malchin deutlich. Solche Abb. Das Gutshaus Friedrichshagen bei Güstrow ist als solches kaum noch zu erkennen (Abb. Bei der Fassadengestaltung intakter Gebäude ist ein ähnliches Vorgehen nicht möglich und auch nicht statthaft. In jedem Falle sollte sich der Umnutzende aber von der »Verpflichtung zu guter qualitätvoller Architektur« leiten lassen.und Wirtbei Güstrow nur noch erahnen (April 1999) schaftsgebäude sind nicht per se für Verwendungen im Tourismus und Freizeitbereich ungeeignet. 12: Die schmucklose Gestalt lässt die ursprüngliche Objekte einschließlich vieZweckbestimmung des Gutshauses Friedrichshagen ler Neben. Die Bestandsaufnahme hat gezeigt. Workshops und Seminare steht ein Saal für bis zu 50 Personen und Übernachtungsmöglichkeiten für 16 Gäste zur Verfügung. einen ungeahnten Vorteil. dass die geplante Kapazität zur Bausubstanz passen muss und im Wesentlichen der Standort und weniger die Gebäudegestaltung als Faktor maßgeblich ist. weil schwerwiegende Veränderungen häufig vermieden und unabweisliche durch sorgfältige Planung und bauliche Maßnahmen weitgehend kompensiert werden können (vgl. Auflagen der Denkmalpflege greifen mangels schützenswerter Bausubstanz in einem weitaus geringeren Maße. Accessoires. 12). Es diente seit 1973 als Kinderkrippe und ist heute Alten. Im Übrigen haben Gebäude. wenn das Objekt nicht unter Denkmalschutz steht. Im Gutshaus befinden sich eine Schlosserei. In der Galerie werden Möbel.

Zunächst stehen insbesondere die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern in der Pflicht. um die frei gewordenen Flächen zumeist mit Ein. 14). im Rahmen ihrer planerischen Bemühungen dafür zu sorgen. In diese Gebäude wurden insgesamt 21 Mietwohnungen eingebaut. So bleibt das ehemalige Bauschema des Gutshofes für jedermann ersichtlich. denn durch Umnutzungsmaßnahmen soll gerade der Abriss von historischer Bausubstanz verhindert werden. behutsames Behandeln wertvoller Elemente und Vorsicht beim Einsatz neuer Materialien.Umnutzung von Gutsgebäuden 99 Abb. . Unter anderem durch die Verpachtung von Land für die Anlage eines Golfplatzes 1992 und die damit einhergehende Verkleinerung des landwirtschaftlichen Betriebes verloren einige Wirtschaftsgebäude ihre ursprüngliche Funktion. Formen und Farben« (DAMM 1990: 120). dass die Gutsanlagen als historische Ensembles in ihrer Struktur nicht irreversibel verwischt werden. sollte auch die ehemalige Funktion umgenutzter Gebäude in ihren Grundzügen erkennbar bleiben. jedoch auf der durch Mauerreste deutlich erkennbaren Grundfläche eine Minigolfanlage errichtet. Es gibt nur wenige Fälle. 13: Die Gestalt der Parkfassade des Gutshauses Schorrentin nach der Sanierung zwischen 1997 und 1998 (von Privat). Natürlich stellt eine solche Maßnahme nur ein Notbehelf dar. Auf private Initiative geht ein interessantes Beispiel auf der Insel Rügen zurück. Dort wurde zwar ein Wirtschaftsgebäude der Gutsanlage Prosnitz in der Gemeinde Gustow abgerissen. weil ein Teil des Schornsteins erhalten wurde und so die ehemalige Funktion des Gebäudes anschaulich ist (Abb. Materie vor Ort. was bei der Vermarktung hilfreich ist.und Zweifamilienhäusern zu bebauen. Ebenso wie die Struktur von Gutsanlagen. wo eine Neubebauung maßstäblich erfolgt ist. Leider sind oftmals die Wirtschaftsgebäude beseitigt oder sogar ganze Gutshöfe abgerissen worden. Die Umnutzung der ehemaligen Meierei ist hierbei besonders erwähnenswert. Diese Maßnahme verleiht den Gebäuden ihren ganz individuellen Charme. Rücksicht auf das Vorhandene. Für diese These steht die gelungene Umnutzung der ehemaligen Meierei auf dem Gutshof Neudorf in der Gemeinde Hohwacht.

Urlaubern. die das Gutshof-Ensemble beeinträchtigen und ganz generell die Beseitigung von Unwiederbringlichem sind schwerwiegendere. wenn sich entsprechende Gebäude bautechnisch in einem guten Zustand befinden. nur juristisch interessant. Dabei ist es. Keinen Schutz genießt zum Beispiel die Gutsanlage Groß Breesen bei Güstrow. Es drängt sich der Eindruck auf. eine ästhetisch befriedigende Lösung sei bereits dann erreicht. Dieser Umstand liegt möglicherweise darin begründet. die es eigentlich besser wissen müssten. Groß Breesen beeinträchtigt die repräsentative finanziellen Aspekten und Wirkung des Gebäudes (HAUSPROSPEKT). da irreversible Eingriffe. Im Verhältnis zwischen Gebäude und Nutzern. Eingriffe und Veränderungen. 14: Der Erhalt eines Teils des Schornsteins der Neudorfer Meierei macht die ehemalige men sind besonders behutFunktion ersichtlich (August 1999). Diese unglückliche Lösung illustriert eine mangelnde Sensibilität für qualitätvolles. Solche Maßnah. Dort besteht seit 1998 im Gutshaus und zwei modernen Nebengebäuden ein Hotel mit 60 Betten und einem Restaurant im historischen Gewölbekeller. dass die Altbausanierung im Gegensatz zum Neubau während der Ausbildung nur eine untergeordnete Rolle spielt. dass in großen Teilen der Bevölkerung die Ansicht vorherrscht. Damit wird die repräsentative Wirkung des Gutshauses stark beeinträchtigt. maßstabsgerechtes und ästhetisches Bauen in der Gesellschaft. ob das Ensemble oder Einzelobjekt unter Denkmalschutz steht oder nicht.und Neubauten. 15: Der Anbau an die Hoffassade des Gutshauses in Authentizität des Gebäudes. Viele Planer und Architekten. Vor die hofseitige Fassade wurde an den zweigeschossigen Mittelrisalit ein Bau für den Speiseraum und weitere Wirtschaftsräume angebaut (Abb. legen zuweilen einen mangelnden Sinn für Proportionen und den Kontext der Gebäude an den Tag. Es besteht Spielraum bei der Abwägung zwischen der Erhaltung der Abb. Besuchern oder Kunden eröffnet dieser Umstand eine gewisse Freiheit in der Planung von Umnutzungsmaßnahmen.100 Umnutzung von Gutsgebäuden Die bisher genannten Beispiele lassen die Spitze einer Hierarchie erkennen. als nachrangige Veränderungen von Baudetails. sam und mit großem planerischen Sachverstand durchzuführen. die die Gutslandschaft als Ganzes gefährden. .Abb. wie bereits dargelegt. An. Abrisse oder nicht maßstabsgerechte Um-. 15).

Lage und Ausführung plausibel sein. sondern die bestehenden übernommen. Planer und Architekten führen die genannten Defizite jedoch zu vermeidbaren Verlusten an historischer Bausubstanz und zu Beeinträchtigungen des Orts.Umnutzung von Gutsgebäuden 101 der Akzeptanz beim Publikum. denn leider gibt es für Reet kein farblich und strukturell gleichartiges Material. hinter die aus Gründen der Wärmedämmung Holzfenster gesetzt wurden. Sie sollten wie die Fenster. Jedoch sind Kompromisse in der Regel unumgänglich. Vermauerungen sind soweit wie möglich zu vermeiden. Die Grundvoraussetzung für den Erhalt der Gebäude und Anlagen während der Umnutzungsmaßnahmen ist neben der fachmännischen Beratung und Bauausführung vor allem die uneingeschränkte Bereitschaft des Eigentümers. ist die Verglasung der Tore und Türen ein praktikabler Weg. welches auch Abbruchhäusern entnommen werden kann. Jedoch ist der Erhalt der Tore und Türen vorzuziehen. . da sie häufig rückgängig zu machen sind. soll der Umbau eines ehemaligen Kuhhauses der Gutsanlage Hohenhain in der Gemeinde Schwedeneck bei Kiel deutlich machen (Abb. das bedingt ein altes Gebäude. Insbesondere bei großen Scheunen und Kuhhäusern wird der Einbau von Fenstern im Dachbereich bei der Unteren Denkmalschutzbehörde auf Schwierigkeiten stoßen. Nur der Austritt ist neu. Türen und Fenster gegliedert. stets aus Holz sein und sich nach der vorgegebenen Einteilung richten. die dann von innen abgedämmt werden können. Auf der Ebene der Eigentümer. Weniger schwerwiegend als Veränderungen an der Stellung der Gebäude im Siedlungsbild sind Veränderungen an Baudetails. Im anderen Fall sollten die Fassadenveränderungen von ihrer Dimensionierung. Das rechte Fenster in der ersten Etage hat seine Dimensionierung seit alters her. um es in Abb. 16: Der Giebel einer umgenutzten Scheune auf dem die Umgebung einzupassen. Im vorderen Drittel des ehemaligen Kuhhauses wurden im Erdgeschoss ein Veranstaltungssaal und in der ersten und zweiten Etage jeweils zwei Ferienwohnungen eingebaut. In den zwei oberen Etagen blieben die alten Fenster aus Gusseisen erhalten. In Hohenhain hat man sich aus Kostengründen aber gegen eine Eindeckung mit Reet und für ein mit Kunststoff beschichtetes Aluminiumblech entschieden. was die zweitbeste Lösung darstellen würde. Eine häufig anzutreffende Variante. 16). weil sie in die teilweise gewaltigen Dachflächen einfach nicht hinein gehören. Gutshof Hohenhain bei Kiel (August 1999). Wie sich Umnutzungsmaßnahmen anhand von Baudetails auswirken und gestalten lassen. Erfordert die Nutzung viel Licht. Die Fassade wird entscheidend durch Tore. Die hinteren zwei Drittel des Gebäudes dienen als Maschinenschuppen. Hierfür wurden in Hohenhain keine neuen Öffnungen geschaffen. Die Reparatur und Neueindeckung der Dachhaut selbst mit dem vorher verwendeten Material wird immer die beste Lösung sein. Der Gutshof steht nicht unter Denkmalschutz. damit die Fassadengliederung nicht verfälscht wird. Im Falle von Hohenhain wurde eine grüne Farbe des Daches gewählt.und Landschaftsbildes. Zwecks Belichtung wurden auf jeder Seite des Daches zwei Gauben eingebaut. Auch bei anderen Gebäudetypen sind Dachausbauten angemessen zu dimensionieren und Dachlukenfenster in Größe und Anzahl behutsam zu planen. In Hohenhain wurde durch die Sprossung der Fensterflächen im Erdgeschoss leider kein optimales Ergebnis erzielt. Ansonsten ist auf angepasstes Material zu achten.

jene Objekte zu wählen. Aus wirtschaftlichen Erwägungen müssen stark sanierungsbedürftige Gebäude einen großen Standortvorteil. zum Beispiel für Weihnachts.beziehungsweise Balkenwerks.oder Wasserinstallationen sind es Schäden an tragenden Teilen des Mauer. da sich die Gefahr des wirtschaftlichen Scheiterns erhöht. Hier besteht das Problem. So wird allein beim Betrachten des bescheidenen Gutshauses des Stiftshofes in der Stadt Pasewalk (Abb. Wenn fast keine Alternative praktikabel erscheint. Gewaltige Baumassen und mangelnde Belichtung schließen von vornherein eine Reihe von Nutzungsmöglichkeiten aus. Neben dem Zustand hat die Baumasse.102 Gebäudekonstruktion Umnutzung von Gutsgebäuden Mit der Betrachtung von Aspekten der Gebäudestruktur dringt man im wahrsten Sinne des Wortes tiefer in die Thematik der Eignung von Gutsgebäuden für bestimmte Verwendungen vor. überhaupt geeignete Verwendungen für diese Gebäude zu finden. um eine Sanierung und Umnutzung wagen zu können. Denn vielmehr als veraltete oder zerstörte Elektro-. Diese Art der Nutzung. Größe oder Proportion Auswirkungen auf die Eignung von Gebäudetypen für bestimmte Nutzungsalternativen. Dieses Vorgehen ist sinnvoll. Jedoch schaffen sie manchmal die einzige Möglichkeit für den Erhalt bereits aufgegebener Gebäude. Leider werden sich die Elemente Standort. 17) deutlich.oder Pensionsbetrieb als für den Einbau von Ferienwohnungen oder als Freizeitwohnsitz eignet. eine sehr attraktive Gebäudegestalt oder sonstige Vorteile für die geplante Nutzung aufweisen.oder Ergänzungsbauten zu vermeiden. Bad. Zustand. Prädestiniert sind diese Gebäude aufgrund ihres großen Volumens für die Nutzung als Lageroder Veranstaltungshalle. Abb. Von besonderer Bedeutung ist hierbei der Zustand der Gebäudekonstruktion selbst. Bei sehr großen Wirtschaftsgebäuden wie Scheunen oder Kuhhäusern tritt das Bestreben der optimalen Deckung der genannten Elemente in den Hintergrund.oder Ostermärkte. um unnötige An. ist aber eher sporadischer Natur. die mit ihren Proportionen für die geplante Nutzung am besten geeignet sind. bleibt die Möglichkeit der Putenhaltung. Emotionale Bindungen an ein Objekt sollten objektiv betrachtet kein Kriterium bei der Umnutzung sein. Mit vergleichsweise wenig Aufwand erwirtschaftet man zumindest einen kleinen Nutzen. 17: Das Gutshaus des Stiftshofes in Pasewalk hat nur eine bescheidene Größe (Juni 2002). Baugestalt. Bei gleichwertigen Standortbedingungen und vergleichbarer Gebäudegestalt versteht es sich von selbst. Proportion und Konstruktion nur höchst selten mit der geplanten Nutzung vollständig übereinstimmen. . die eine Umnutzung oder Sanierung zu einem schwer kalkulierbaren Risiko machen. dass sich der Bau aufgrund seiner Größe weniger für einen Hotel.

Die Scheune aus dem Jahr 1881 gehört der Gemeinde und beherbergt ein Hotel. Ein umfangreiches Stützensystem erschwert die Nutzung als Lagerraum sowie das Unterstellen von Booten oder Campingwagen. Der vordere Teil wurde verpachtet und ein Restaurant eingerichtet. Im ehemaligen Kuhhaus von Altenhof bei Eckernförde konnte so ein Veranstaltungssaal mit 870 Plätzen. Es bleibt aber anzumerken. So gilt die FeldsteinScheune in Bollewick bei Röbel als die größte ihrer Art in Deutschland. Das Gebäude ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert: ein Rampensystem macht es auf drei Ebenen zugänglich und es befindet sich im Eigentum der Stadt. die bei der späteren Vermarktung hilfreich sein kann. so dass ein kleiner Veranstaltungssaal entstanden ist. in ihnen sind jedoch häufig ganze Wälder verbaut. Sie umschließen zwar einen großen Raum. denn diese zeigt sich für die verschiedenen . in die innere Struktur wurde aber massiv eingegriffen. Darüber hinaus sind die Toröffnungen für diesen Zweck häufig zu klein. zum Spielort des Schleswig-Holstein Musik Festivals zu werden. Die Erhaltung der Konstruktionsprinzipien und ihre Sichtbarkeit nach den Umbaumaßnahmen verleihen den Räumlichkeiten eine besondere Atmosphäre. Um in der Landwirtschaft als Maschinenhalle verwendet werden zu können.B. Ähnliche Probleme treten auch bei Gutshäusern auf. da das Stützensystem die Sicht auf die Bühne erschwert. Emkendorf bei Rendsburg und Wotersen) oder außergewöhnliche Einzelbauten lassen sich unter Umständen leichter vermarkten. Diese Prozedur ist ebenfalls bei der Umnutzung zu einer Konzertsaal notwendig. Märkte und Konzerte statt. Ein ungewöhnliches Bauwerk stellt auch die Auffahrtscheune auf dem Gutshof Niental im Stadtgebiet von Lütjenburg dar. Je nach Art und Intensität der geplanten Nutzung sowie des bestehenden Grundrisses werden Veränderungen am Raumprogramm notwendig. Äußerlich bleiben die Gebäude nach den Umnutzungsmaßnahmen zwar weitgehend unverändert. Das Stützensystem ist links und der Trakt hinten vermauert. Zusätzlich sind Scheunen und Kuhhäuser mit konstruktiven Problemen behaftet. Im Gebiet der Mecklenburger Seenplatte gelegen. Schon heute finden gelegentlich Veranstaltungen. Bauernladen. Beides ist in Schleswig-Holstein sehr ungewöhnlich. dass diese Art der Umnutzung unter normalen Voraussetzungen kaum Kosten deckend ist. mit der Option ausgebaut worden. Die Abbildung 18 zeigt das ehemalige Kuhhaus in Damp. Traditionswerkstätten und Büros. Gastronomie und ein Ausstellungs-Foyer geschaffen werden. 18: Das Stützensystem im Kuhhaus von Damp ist deutlich zu große Gebäude ist als Veranstaltungszentrum erkennen (August 1999). Das Abb. Bei der Wahl der Nutzungsalternativen ist daher unbedingt die Konstruktion der Gebäude zu berücksichtigen. müssen entsprechende Gebäude jedoch freitragend umgebaut werden. die bei bedeutender und empfindlicher Bausubstanz zum Ausschluss des Vorhabens führen können. Antiquitäten-Geschäft. kann das Bauwerk als ein Anziehungspunkt im Fremdenverkehr bezeichnet werden. einen Veranstaltungssaal.Umnutzung von Gutsgebäuden 103 Einzelne Gebäude im Rahmen bedeutender Ensembles (z.

Für den Gutshauskeller sind weitere. so dass die Frequentierung eher sporadisch ist und es so kaum zu Abnutzungserscheinungen kommen dürfte. fantasievollere Nutzungen denkbar. Es besteht vielmehr das Problem. Der von Francesco Antonio Tadei und Guiseppe Anselmo Pellicia verzierte Garten. Das Gebäude ist ein Hauptwerk des Klassizismus in Schleswig-Holstein. Einzelnen Abschnitten der Gutshäuser lassen sich besonders gut bestimmte Nutzungen zuweisen. Intensivere Nutzungsformen wie der Einbau von Ferienwohnungen in ein Gutshaus. Je intensiver die Art der Verwendung ist oder je intensiver die Nutzung betrieben wird. Empfänge. Häufig ist das Modell anzutreffen. Günstig ist es dann. bereiten bei der Integration in den Baukörper größere Probleme. ist eine Trennung relativ leicht möglich. dass im Gewölbekeller nicht eine Bar. In das einzige Herrenhaus an der Westküste wurden fünf Ferienwohnungen mit einer Größe zwischen 60 und 70 Quadratmeter und insgesamt 24 Abb. die sich wegen ihrer geringeren Größe leichter zu Ferienzimmern oder Ferienwohnungen umbauen lassen. eine Abgrenzung zwischen dem privaten Bereich der Eigentümerfamilie und dem temporär öffentlichen Bereich zu finden.104 Umnutzung von Gutsgebäuden Nutzungmöglichkeiten mal mehr mal weniger geeignet. Dort befanden sich häufig die Bedienstetenzimmer. . Dann können sich der Eigentümer und die Feriengäste besonders einfach aus dem Weg gehen. Hat das Gutshaus mehr als ein Geschoss. dass selbst unter komplizierten Bedingungen eine Lösung möglich sein kann. wenn einzelne Gebäudetrakte ohnehin durch einen separaten Eingang zugänglich sind. dass die Eigentümerfamilie im Erdgeschoss wohnt und die Ferienwohnungen im Obergeschoss untergebracht sind. Familienfeiern oder Tagungen vermieten. lassen sich für repräsentative Anlässe. Sie sind aber in der Regel sehr groß. wie die Hallen in den Herrenhäusern von Damp und Hasselburg oder der in vielen Gutshäusern vorhandene Gartensaal.und Speisesaal kann für Veranstaltungen gemietet werden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind nur wenige Gutshäuser der Öffentlichkeit zugänglich. ist das in vielerlei Hinsicht erwähnenswerte Herrenhaus Hoyerswort in der Gemeinde Oldenswort bei Husum. da die meisten Objekte als private Wohnhäuser oder der Unterbringung von Mietwohnungen dienen. wie er zum Beispiel im Erdgeschosses des Gutshauses Knoop im rechten Trakt vorhanden ist (Abb. 19: Die Raumabfolge eines Gutshauses am Beispiel Kaltenhof bei Kiel (Mai 2000). Führungen gibt es jedoch fast ausnahmslos nur nach Anmeldung. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kaum ein Hotelbetrieb in einem Gutshaus. Ein Beispiel. desto wahrscheinlicher wird es aber zu Erscheinungen des Verbrauchs beziehungsweise der Vernichtung von historischer Bausubstanz kommen. Ansonsten eröffnet die Erschließung durch einen Korridor Möglichkeiten für die Selektion bestimmter Räume. Einige von ihnen können besichtigt werden. Ohnehin sind in erster Linie große und kunsthistorisch bedeutende Gebäude interessant. Die Räume in Gutshäusern müssen nicht unbedingt zahlreich sein. 20). ein Café oder Restaurant eingerichtet hätte. Besonders eindrucksvolle Räume.

desto umfangreicher wird jedoch eine zusätzliche Erschließung durch Korridore notwendig werden. Abb. Sie sind wegen ihrer Größe und Raumhöhe für die Wohnnutzung ungeeignet. Das aus einem Haupthaus und einen langen rückseitigem Flügel bestehende Renaissance-Gebäude (Abb.3 Die Rolle der Eigentümer während der Umnutzungsmaßnahmen Die Inwertsetzung von Gebäuden und Grundstücken über die reine Wohnnutzung des Eigentümers und seiner Familie hinaus beinhaltet viele soziologische und psychologische Aspekte. verträglicher sind als die Herausnahme von Wänden. 20 und 21 ohne Maßstab (Archiv LANDESAMT FÜR DENKMALPFLEGE S-H). 4. 21) wird darüber hinaus von zwei Familien bewohnt. Diese sind ein entscheidendes Kriterium bei der Frage. bestimmte Nutzungen auf dem Gutshof zu dulden und andere nicht. nicht unbedingt größere Eingriffe in das Gebäudegefüge bedeuten.Umnutzung von Gutsgebäuden 105 Abb. Diese sind latent vorhanden. welche Form der Inwertsetzung überhaupt gewählt werden sollte. Auch wenn das Vorhaben nicht vom Eigentümer selbst betrieben und die Gebäude und Grundstücke vermietet oder verpachtet werden. Hierbei ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. auch wenn Umnutzungsmaßnahmen im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebes. so dass die Eigentümerfamilie trotz des großen Gebäudes über Platzmangel klagt. wie sie in Schleswig-Holstein üblich sind. dass Hinzufügungen. Die Trennung zu den Feriengästen und der Zugang zu den Ferienwohnungen erfolgt über die Diele im Vorder. beispielsweise als Hotelbetrieb. statt Appartements zum Beispiel einfache Zimmer. oder im Rahmen einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit durchgeführt werden. jedoch sagen diese Rahmenbedingungen nur wenig über die Präferenzen und Fähigkeiten des Unternehmers aus. insbesondere von Leichtbauwänden. Das Potenzial des Standortes und der wirtschaftlichen Aktivitäten beeinflussen zwar stark die Erfolgsaussichten einer Umnutzungsmaßnahme. Generell muss eine noch intensivere Nutzungsform. Betten integriert. wie sie in Mecklenburg-Vorpommern häufig vorkommen. hängt die Auswahl der Alternativen von der Bereitschaft des Eigentümers ab. Räume durften aufgrund des Denkmalschutzes nicht verändert werden. Je intensiver die Nutzung wird. Die beruf- . 20: Erdgeschoss-Grundriss des Gutshauses Knoop in der Gemeinde Altenholz bei Kiel. Diese Hoyerswort.Abb. Baumaßnahmen sollten den Grundsatz berücksichtigen. 21: Erdgeschoss-Grundriss des Gutshauses haus und den ehemaligen Festsaal im Rückflügel.

Eine Beeinträchtigung des Betriebsablaufs muss bei der Beherbergung von Feriengästen oder Kundenbesuchen in Kauf genommen werden. wenn die Tätigkeiten die Schwelle der Gewerblichkeit überschreiten. dass die landwirtschaftlichen Gutsbetriebe fast ausnahmslos als Familienbetriebe geführt werden. Pensionen. die prinzipiell ohne Berücksichtigung von Neubauten erst bei der völligen Ausnutzung der bestehenden Bausubstanz ihre Grenze findet. neben der speziellen Diversifikation in der Landwirtschaft. So kommt es durch die Aufnahme einer zusätzlichen Tätigkeit wie die Betreuung von Ferienwohnungen im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebes nicht zur Überlastung einzelner Familienmitglieder. Dann besteht entweder die Möglichkeit des Einsatzes von Fremdarbeitskräften oder einer Kombination von arbeitsintensiven und -extensiven Nutzungen. Die Bemühungen um den Absatz erhalten mit der Aufnahme von Tätigkeiten im Tourismus und Freizeitbereich den gleichen Stellenwert wie die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen. Insofern betreffen die allgemeinen Aussagen auch gewerbliche Umnutzungsmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist zu berücksichtigen. dass sich wirtschaftliche Kalkulationen in der Regel verbessern. Entscheidungen über bestimmte Umnutzungsmaßnahmen sollten daher das Wohl aller betroffenen Familienmitglieder berücksichtigen. wenn sie gewerbliche Aktivitäten planen. Es unterliegt der Beurteilung des Unternehmers beziehungsweise Landwirts. spezielles Wissen und eine Qualifikation voraus. Gaststätten oder Reiterhöfen auch der Fall.und Instrumentenkombination zu gelangen. Hier bestimmen sich die Ansätze zur Diversifikationsstrategie eines landwirtschaftlichen Betriebes oder gewerblichen Unternehmens. Jedoch ist zu berücksichtigen. Außerdem sind Fragen des Marketings virulent. wenn mit einer größeren Kapazität gearbeitet werden kann. Jedoch setzten diese Tätigkeiten eine große Kontaktfreudigkeit. die weit über die eines durchschnittlichen Landwirts hinausgeht. stehen die Instrumente der Werbung.106 Umnutzung von Gutsgebäuden liche Qualifikation – die Betriebsleiter von Gutsbetrieben sind häufig studierte Landwirte oder haben eine andere akademische Ausbildung – beeinflusst die Fähigkeit. sollten vielmehr über eine Nutzung von Gebäuden in der Form der Vermietung oder Verpachtung nachdenken. Marktlücken zu erkennen sowie kreativ zu denken und zu handeln. Öffentlichkeitsarbeit und des Sponsorings zur Verfügung (HOFMANN 1997).und Familienarbeit zur Verfügung stehen. Um den potenziellen Feriengast zum Aufenthalt oder den Kunden zum Kauf zu bewegen. Insbesondere die Bedeutung der Ehefrau des Betriebsleiters kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das ist beispielsweise bei kleineren Hotels. viel Zeit. auch über Möglichkeiten der allgemeinen Diversifikation beispielsweise in den Bereichen Tourismus und Gastronomie nachzudenken. Qualifikation und Fähigkeiten der Familienmitglieder. Eigentümer. in dem mehrere Generationen für die Erwerbs. Die Organisation eines Unternehmens als Familienbetrieb. hat auf fast allen Aktionsfeldern viele Vorteile. in dem man tätig werden möchte. Neben einer Analyse der Marktsituation des Bereichs. Verkaufsförderung. Die aufzubauende Kapazität. ist eine Analyse der betrieblichen Arbeitsabläufe notwendig. Hinzu kommen kaufmännische Kenntnisse und die Beherrschung der Buchführung. Die Aufnahme einer wirtschaftlichen Aktivität beziehungsweise einer zusätzlichen Tätigkeit erfordert vorher aber eine intensive Abstimmung innerhalb der Familie und einer Bestandsaufnahme des Humankapitals bezüglich der Interessen. bei der Auswahl seiner Marketingaktivitäten zu einer günstigen Mittel. . die wegen persönlicher oder zeitlicher Gründe den genannten Anforderungen nicht gerecht werden können. So besteht tendenziell eine gewisse Bereitschaft. Für die Mieter oder Pächter gelten dann die Ausführungen entsprechend. kann die Eigentümerfamilie überfordern.

Stufe 2. Die Eigenkapitalbildung wird wieder möglich und es kann zum Aufbau neuer Reserven kommen. das als Familienzyklus bezeichnet wird (MANTHEY/CÜPPERS/v. landwirtschaftlichen Familienbetrieben neue Impulse zu geben und damit ungenutzten Gebäuden neue Perspektiven zu eröffnen. Eine Eigenkapitalbildung ist jedoch möglich. Die Veränderungen haben nicht nur Auswirkungen auf die Familienstruktur. AMENDE 1993: 19). Mit der Geburt von Kindern während der Aufbauphase ist die Eigenkapitalbildung nur noch begrenzt zu realisieren und in der Stabilisierungsphase sogar eher unwahrscheinlich. sondern auch auf die Einkommens. Nun gilt es. AMENDE 1993). wenn der neue Betriebsleiter weichende Erben entschädigen muss oder durch Einheirat weiteres Humankapital in den Familienverband einfließt. Stufe niedrig steigend (Geburten) Stabilierungsphase hoch Auslaufphase 1.Umnutzung von Gutsgebäuden Kennzeichen der Familienzyklusphasen Anzahl der Familienmitglieder Aufbauphase 1. beginnen allerdings Fragen der Hofübergabe an die jüngere Generation und die mögliche Abfindung weichender Erben an Bedeutung zu gewinnen. Stufe fallend (Todesfälle) 107 niedrig (Kinder sind eigenständig) steigend Einkommen und Lebenshaltungsaufwand pro Person Eigenkapitalbildung Haushalt hoch fallend niedrig steigend möglich begrenzt möglich getrennte Haushaltsführung Folgeinvestitionen unwahrscheinlich getrennte Haushaltsführung Vermeidung von Substanzverlusten möglich möglich Aufbau getrennter Haushalte Investitionen in Betrieb und Haushalt Auflösung des Aufbau eines Altenteilerneuen Altenhaushalts teilerhaushalts Aufbau neuer Reserven Abfindung weichender Erben Vermögen Tab. und in der Auslaufphase.und Vermögenssituation (Tab. . Insbesondere in der Aufbauphase. 13: Der Familienzyklus und seine Auswirkungen auf landwirtschaftliche Familienbetriebe (MANTHEY/CÜPPERS/v. In der Auslaufphase geht die Anzahl der Familienmitglieder durch Todesfälle zurück. Die Struktur der Bewirtschaftung sollte zudem möglichst flexibel gehalten werden. Zu Beginn der Aufbauphase ist die Anzahl der Familienmitglieder noch relativ klein. Das junge und das alte Betriebsleiterehepaar richten sich in getrennten Haushalten ein. Aber auch der Aufbau getrennter Haushalte führt oftmals zur Umnutzung von Gebäuden. Substanzverluste beim Betriebsvermögen zu vermeiden. 13). Investitionen in Betrieb und Haushalt lassen das Einkommen und den Lebenshaltungsaufwand pro Person in die Höhe schnellen. dürften Überlegungen zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit und damit der Erschließung von Einkommensmöglichkeiten virulent werden. Wenn die Kinder eigenständig werden. wenn die Kinder ihre Ausbildung beendet haben. da die Betriebsleiterfamilie – wie jede andere Familie auch – einem ständigen Wandel in Größe und Zusammensetzung unterworfen ist. Diese Veränderungen laufen häufig nach einem bestimmten Muster ab. Diese Zeiträume sind prinzipiell besonders geeignet. Stufe 2.

Das zweite Kavaliershaus steht leer. Präferenzen und finanziellen Möglichkeiten des Eigentümers ab.und arbeitsintensive Nutzung wie die Einrichtung eines Gastronomiebetriebes investiert oder einer kapital.und arbeitsextensiven Nutzung als Unterstellmöglichkeit für Wohnwagen oder Boote den Vorzug gibt. Es hängt aber von den Fähigkeiten. Der Betriebsleiter hat sich daher auf das Halten und Züchten von Pferden spezialisiert. beinhaltet aber auch Abfindungsansprüche der übrigen Erben gegenüber dem Hoferben. sondern die geschlossene Erbfolge des Hoferben. Hier befindet sich auch ein Hofladen. wo Grundstücke intensiver genutzt werden. Die Wirtschaftsgebäude und ein Kavaliershaus dienen weitgehend diesem Zweck und enthalten auch Gastpferdeboxen. die unter Umständen zum Verschleiß der Gutslandschaft führen kann. Entweder lässt man die Gebäude ungenutzt verfallen oder es werden die Umnutzungsmaßnahmen konsequent umgesetzt. Soll nur die Substanz der Gebäude erhalten oder sogar der Wert gesteigert werden? In welcher Phase des Familienzyklus befindet sich die Eigentümerfamilie? Will der Eigentümer selbst neue Tätigkeiten im Zusammenhang mit umgenutzten Gebäuden und Grundstücken ausführen oder von Mieten und Pachten profitieren? In welchem Zeitraum muss die Gewinnschwelle erreicht sein? Von diesen Prämissen hängt es ab. Die persönlichen Präferenzen des Eigentümers sind maßgeblich. Während der Hofübergabe wurde ein weichender Erbe mit einem Teil der Ländereien abgefunden. welche potenzielle Nutzung überhaupt in Frage kommt. Im ersten Fall legt man darüber hinaus Kapital und Nutzungsart dauerhaft fest. ist die Gutsanlage Ludwigsburg in Schwansen. Auf diesem Areal betreibt dieser seitdem einen Campingplatz an der Küste der Hohwachter Bucht mit insgesamt 350 Stellplätzen und eine Kiesgrube mit Mülldeponie und -recyclinganlage. . Das Selbstverständnis der Eigentümer spielt eine mindestens ebenso große Rolle wie eher technischen Fragen der Eignung von Standort und Gebäude für bestimmte Nutzungsmöglichkeiten. Die mangelnde wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von vielen landwirtschaftlichen Betrieben kann demnach einen Impuls für die Umnutzung von Gebäuden und Grundstücken geben. In der Remise sind Kutschen untergestellt. ob der Eigentümer einer Scheune in eine kapital. Im Torhaus sind bereits drei Ferienwohnungen vorhanden. Diese Regelung soll die unwirtschaftliche Zersplitterung der Höfe vermeiden. jedoch sollen dort Ferienwohnungen entstehen. Im Keller und Festsaal finden Veranstaltungen wie Familienfeiern oder Gymnastik-Kurse statt. wonach keine Teilung wie im bürgerlichen Erbrecht eintritt. ohne sie zu nutzen. In diese Kategorie fällt das Gut Johannistal bei Oldenburg. Die restlichen Landwirtschaftsflächen werden zusammen mit dem Anteil des zweiten Erben von Ludwigsburg aus bewirtschaftet. Nur sehr leistungsfähige Gutsbetriebe oder sehr vermögende Privatpersonen können Gebäude erhalten. führte eine Aufteilung des Besitzes auf zwei Brüder zu einer intensiveren Nutzung der Bausubstanz der Gutsanlage. die in der Hand eines Erben verblieb. dass es durch Substanzverluste nach Erbgängen zu verstärkten Umnutzungsbestrebungen kommen kann. die es nach Absprache zur Besichtigung öffnet. Im Gegensatz zu Johannistal. Das Gutshaus wird von der Eigentümerfamilie bewohnt. Auf dem an der Küste der Eckernförder Bucht gelegenem Areal des einen Erben entstand ein Campingplatz mit insgesamt 600 Stellplätzen. für den Schweine gehalten werden. Im Falle der Gutsanlage Ludwigsburg war sicherlich der Standort in einem ausgesprochenen Tourismusgebiet hilfreich.108 Umnutzung von Gutsgebäuden Das Anerbenrecht ist in Norddeutschland geltendes Sonderrecht für ländlichen Grundbesitz. Ein weiteres Beispiel. Die Folge ist häufig eine intensiviere Nutzung der Gebäude und Grundstücke. Insgesamt erreicht der Betrieb aber nur eine Größe von 200 Hektar. Auch in Stadtnähe sind im Prinzip fast alle Verwendungen möglich. welche Alternativen bevorzugt werden.

4. Änderung. Es gilt qualifizierte und einfache Bebauungspläne zu unterscheiden. Hierbei ist rechtlich bedeutsam.und Bauordnungsrecht unterteilt. Daher sollte möglichst viel Eigenkapital eingesetzt werden. Die Wirtschaftlichkeit hängt im Wesentlichen von den Baukosten. Pachten. Die Zulässigkeit von Vorhaben. sonstige Einnahmen).4. wann Umnutzungsmaßnahmen der Baubehörde angezeigt und von ihr genehmigt werden müssen.1 Baurecht In Deutschland ist das Baurecht in das Bauplanungs. ist es ein qualifizierter Bebau- . Änderung oder Nutzungsänderung von baulichen Anlagen zum Inhalt haben. Wirtschaftsgebäuden und Grundstücken als prägende Teile der Gutslandschaft fällt nach Paragraf 29 BauGB unter den Begriff des Vorhabens. kann aber auch eine geringere Verzinsung akzeptabel sein. ob die Gutsanlage oder eine sonstige.und Bauordnungsrechts erfüllt sind. die die Errichtung. Allerdings bieten sich für einige Gutsbetriebe mit ihrem zum Teil größeren Mitarbeiterstab besondere Möglichkeiten.Umnutzung von Gutsgebäuden 109 Die Finanzierung ist ein zentraler Punkt bei der Umsetzung von Umnutzungsmaßnahmen. Unterhaltung und den Abbruch von baulichen Anlagen und beinhalten Vorschriften der Bauausführung. Diese regeln die Errichtung. Das Bauplanungsrecht ist im Baugesetzbuch (BauGB) festgelegt und bestimmt. die Gebäudesubstanz zu erhalten. Nutzung. Beim Einsatz von Fremdkapital sind Zins und Tilgung fällig. die überbaubaren Grundstücksflächen und die örtlichen Verkehrsflächen enthält. Eigentümern mit einem sehr hohen Grenzsteuersatz eröffnen Umnutzungsmaßnahmen des Weiteren die Möglichkeit. Verfolgt der Eigentümer hauptsächlich das Ziel. den Einnahmen (Mieten. Wenn ein Bebauungsplan Festsetzungen über Art und Maß der baulichen Nutzung. im Innenbereich (§ 34 BauGB) oder im Außenbereich (§ 35 BauGB) liegt. Aufwendungen von der Steuerschuld zum Abzug zu bringen. Die Umnutzung von Gutshäusern. ergibt sich aus den Paragrafen 29 bis 35 des BauGB. die mit ihrem Besitz besonders emotional verbunden sind. Außerdem ist zu berücksichtigen. Die Umnutzung muss aber in Art und Umfang so erheblich sein. in welcher Weise ein Grundstück bebaut und auch genutzt werden darf. Wird die Umnutzungsmaßnahme mit Rücklagen finanziert oder werden die Baukosten durch hohe Eigenleistungen niedrig gehalten. den Zinskosten und den steuerlichen Aspekten ab. um den Anteil von Fremdkapital so gering wie möglich zu halten. Das Bauordnungsrecht ist in den jeweiligen Bauordnungen der Länder kodifiziert. relevante bauliche Anlage oder ein Grundstück im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplanes (§ 30 BauGB). dass die Genehmigungsfrage neu aufgeworfen wird. kann man bereits nach relativ kurzer Zeit von einer Umnutzungsmaßnahme profitieren.4 Rechtliche Aspekte von Umnutzungsmaßnahmen 4. Eigenleistungen von über 30 Prozent werden aber als unrealistisch angesehen (MORITZ 1992). Dann ist das Vorhaben gemäß der Paragrafen 30 bis 35 auf seine bauplanungsrechtliche Zulässigkeit zu prüfen. darf ein Bauvorhaben durchgeführt werden. Jedoch sollten die Einnahmen mindestens die Aufwendungen für Versicherungen und Grundsteuern sowie die Reparaturen abdecken. Nur wenn die Anforderungen des Bauplanungs. dass das eingesetzte Eigenkapital in anderen Projekten und Anlageformen möglicherweise eine höhere Verzinsung erreicht und daher selbst potenziell wirtschaftliche Umnutzungsmaßnahmen nicht immer empfehlenswert sind. Dieses Vorgehen werden insbesondere jene Personen akzeptieren. Es hängt von den Regelungen der jeweiligen Landesbauordnung ab.

Die Grundstücksgrenzen sind dabei unerheblich (vgl. Im unbeplanten Innenbereich ist zur Beurteilung der Rechtmäßigkeit von Umnutzungsmaßnahmen der Paragraf 34 BauGB maßgebend. sind einfache Bebauungspläne. insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinden in MecklenburgVorpommern haben die Neigung. Die frei gewordenen Flächen werden dann mit einem Bebauungsplan überplant und für Ein. 1 BauGB sind im hohen Maße interpretationsbedürftig.-Württ. Die Gemeinden besitzen die Planungshoheit. Dann schließt sich der Außenbereich an. der Hofcharakter wird aber irreversibel zerstört. das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden« (§ 34 Abs. Abwasser und Strom zu verstehen. Die Anforderungen an gesunde Wohn. der Bauweise und der Grundstücksfläche. wenn der Bebauungsplan geändert oder unter bestimmten Voraussetzungen des Paragrafen 31 BauGB eine Befreiung oder Ausnahme von den Festsetzungen des Bebauungsplanes vorgenommen wird. Es besteht – wie in ganz Ostdeutschland – ein Nachholbedarf beim Bau von Eigenheimen.und Speisewirtschaften sowie Betrieben des Beherbergungsgewerbes. Die Zulässigkeit von Vorhaben im Geltungsbereich richtet sich dann nach den Paragrafen 34 oder 35 BauGB. Urteil vom 25. Diese Entscheidungen liegen im Ermessen der Gemeinde. Schank. Die für diesen Zweck freigeräumten Flächen im Bereich der Gutsanlagen sind relativ leicht zu erschließen. die diese Voraussetzungen nicht enthalten. soziale. die überbaut werden soll. 1 BauGB). für den aber kein Bebauungsplan aufgestellt wurde. »wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung. welche Vorhaben sich in die vorhandene Umgebung einfügen. Dieser Zustand wird daher als unbeplanter Innenbereich bezeichnet. Die Zulässigkeit von Umnutzungsmaßnahmen im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans richtet sich nach seinen Festsetzungen. gesundheitliche und sportliche Zwecke möglich. die das BauGB ergänzt. die sich in zentraler Dorflage befinden. Ist der Gutshof im Bebauungsplan als Fläche für die Landwirtschaft festgesetzt. November 1993 – 5 S 1991/93). sind Umnutzungen von Gebäuden und Grundstücken für außerlandwirtschaftliche Zwecke prinzipiell nicht möglich. eine umfangreiche Rechtssprechung entwickelt. Ein Vorhaben wie die Umnutzung von Gutsgebäuden oder die Bebauung von Grundstücken auf Gutsanlagen wird nur dann genehmigt. Im Innenbereich dürfte die Erschließung in der Regel gesichert sein. Dorf. Diese sind nur dann genehmigungsfähig. Die Zulassungsvoraussetzungen des Paragrafen 34 Abs. Ein Bebauungsplan wird von ihr als Satzung beschlossen. in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. liegen innerhalb eines bebauten Ortsteils. kulturelle. Die Anforderungen an gesunde Wohnund Arbeitsbedingungen beinhalten die bauliche Beschaffenheit und Zugänglichkeit von . Dann sind eine Reihe von Vorhaben und damit Umnutzungsmaßnahmen zulässig.. Der Innenbereich endet grundsätzlich hinter dem letzten Gebäude.und Zweifamilienhäuser ausgewiesen. Und in der Tat haben Gerichte bei der Beurteilung. Unter Erschließung ist der Anschluss des Vorhabens an das öffentliche Straßennetz und Versorgungsleitungen für Wasser. VGH Bad. Nach Paragraf 10 BauNVO werden bestimmte Baugebiete unterschieden und die darin zulässigen Vorhaben festgelegt. Diese lehnt sich an die in der Baunutzungsverordnung genannten Gebietstypen wie Wohngebiet. wenn der Gutshof in einem ausgewiesenen Dorfgebiet liegt (§ 5 BauNVO). Deutlich günstiger ist es. die häufig baufälligen Wirtschaftsgebäude abzureißen.110 Umnutzung von Gutsgebäuden ungsplan (§ 30 BauGB).oder Kerngebiet an. Er setzt rechtsverbindlich die Nutzung der Grundstücke fest. Demnach ist die Einrichtung von Wohngebäuden.und Arbeitsbedingungen müssen gewahrt bleiben. Bebauungspläne. das noch zur zusammenhängenden Bebauung gehört. Viele Gutsanlagen. kleineren Gewerbebetrieben mit entsprechendem Störpotenzial und Anlagen für örtliche Verwaltungen sowie für kirchliche. Diese Bestimmungen sind in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) genannt. Einzelhandelsbetrieben.

Grundsätzlich ist vom Gesetzgeber vorgesehen. aber wird die Einrichtung von Ferien. 2 sind nur dann zulässig. also Ferien auf dem Bauernhof. Ist in der Nachbarschaft keine vergleichbare Nutzung vorhanden. die sich nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans (§ 30 BauGB) und innerhalb des unbeplanten Innenbereichs (§ 34 BauGB) befinden. Denn wenn ein Vorhaben das Ortsbild beeinträchtigt. weil es beim An. 369). Bis auf wenige Ausnahmen sind ausschließlich landwirtschaftliche Bauvorhaben zulässig und privilegiert. 55 S. jedoch wird diesem nur in wenigen Ausnahmefällen eine beschränkende Aussagekraft entnommen werden können. Der Ermessensspielraum der Genehmigungsbehörde ist bei Vorhaben im unbeplanten Innenbereich relativ groß. wie es in MecklenburgVorpommern in der Regel der Fall ist.und Weidewirtschaft einschließlich Pensionstierhaltung auf überwiegend eigener Futtergrundlage. um die Zuordnung zu rechtfertigen (vgl. Es sind vor allem im Außenbereich grundsätzlich unzulässige. wenn Ferienwohnungen beziehungsweise Wohnungen im Einwirkungsbereich eines emit- . dass der Außenbereich von Bebauung freigehalten werden soll (§ 35 BauGB). die in einem Wohngebiet liegen. Darstellungen eines vorliegenden Flächennutzungsplans sind hierbei nicht relevant (vgl. Das trifft unter anderem bei der Darstellung Landwirtschaftliche Fläche zu. die nicht an der Privilegierung durch einen landwirtschaftlichen Betrieb teilhaben. muss dann aber eine besondere. wenn im Vergleich zur vorherigen Nutzung keine zusätzlichen Störungen oder Spannungen entstehen. aber bestandsgeschützte oder bisher landwirtschaftlich genutzte Gebäude betroffen. wenn sie einem landwirtschaftlichen Betrieb dienen und die Landwirtschaft an Umfang und Bedeutung für den Gesamtbetrieb überwiegt.Umnutzung von Gutsgebäuden 111 Gebäuden sowie mögliche Immissionen durch Lärm. Zum Beispiel dürfte die Umnutzung von Wirtschaftsgebäuden. unprivilegierten Vorhaben im Außenbereich im Sinne des Paragrafen 35 Abs. der Erwerbsobstbau. 3 nennt einige Beispiele. wann ganz besonders eine Beeinträchtigung vorliegt.und Abtransport nur zu zeitlich begrenzten Störungen kommen wird. Der Paragraf 35 Abs. wenn die Wirtschaftsgebäude als gewerblicher Lagerraum vermietet werden sollen und mit umfangreichen Lkw-Verkehr zu rechnen ist.. wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt. Für die Zulässigkeit von Umnutzungsmaßnahmen ist also primär die umliegende Bausubstanz maßgeblich. Juni 1984 – 3 S UUZ 89). Auch nichtlandwirtschaftliche Vorhaben können privilegiert sein. der Weinbau. von anderen zu unterscheidende Urlaubsform sein. Urteil vom 28. die berufsmäßige Imkerei und die berufsmäßige Binnenfischerei« (§ 201 BauGB). jedoch werden Umnutzungsvorhaben hier noch am ehesten genehmigt (LORITZ 1994). Solche sonstigen. Schwieriger stellt sich die Zulassung von Umnutzungsmaßnahmen dar. Die Zulässigkeit von an sich nichtlandwirtschaftlichen Vorhaben durch die privilegierte Hauptnutzung wird als Mitziehen bezeichnet. BVerwG-Entscheidung 1987. darf die geplante Umnutzung nicht von vornherein ausgeschlossen werden. wird es sich wohl nicht in die umliegende Bebauung einfügen. Dieses geschieht unter anderem durch die Zuordnung von Ferienwohnungen zum landwirtschaftlichen Betrieb. Anders ist die Situation zu beurteilen. für das Unterstellen von Booten und Wohnwagen im Winter zulässig sein. Nur eine geringe Bedeutung hat die Beeinträchtigung des Ortsbildes. Der Außenbereich umfasst alle Gebiete. VGH Bad. die Wiesen. wobei vergleichbare Nutzungen zu genehmigen sind. So kann ein Vorhaben bei mangelnder Übereinstimmung mit einem Flächennutzungsplan unzulässig sein.oder sogar Dauerwohnungen die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen wohl kaum beeinflussen. Verunreinigungen und Erschütterungen von Nachbargrundstücken. Die Landwirtschaft im Sinne des Baugesetzbuches »ist insbesondere der Ackerbau. die gartenbauliche Erzeugung.-Württ. Anders stellt sich aber die Sachlage dar. Das Angebot.

ist zu berücksichtigen. Auch nach mehreren Versteigerungsterminen fand das Anwesen bisher keinen Käufer. Seit 1993 nimmt das Herrenhaus die Werbeagentur und Wohnung der Familie des Eigentümers auf. Erfordert ein Vorhaben unwirtschaftliche Aufwendungen für Verkehrs. Problematisch wird es dann. sind ebenfalls öffentliche Belange verletzt. dass durch das vorhandene Gebäude die Landschaft bereits beeinträchtigt ist. mit der Teilprivilegierung den landwirtschaftlichen Strukturwandel zu fördern und aufgegebenen Wirtschaftsgebäuden eine neue Nutzung zu ermöglichen. Voraussetzung für eine Umnutzung ist daher. Beurteilungskriterium ist.B.und Versorgungseinrichtungen. wenn der Bauherr die Kosten übernimmt. Allerdings ging die Rechnung nicht auf und der Investor musste Insolvenz anmelden. 1989 kaufte der Inhaber einer Werbeagentur aus Hamburg das Anwesen und begann es nach und nach zu sanieren. Vier Jahre lang stand das im Eigentum des Landes Schleswig-Holstein befindliche Ensemble mit Herrenhaus und zwei Torhäusern leer. als Hotel) den Neubau von Gebäuden erforderlich macht. Insgesamt wird in der Genehmigungspraxis auf die Schutzwürdigkeit des Außenbereichs abgestellt. Im Außenbereich stößt auch die Möglichkeit an Grenzen. ob ein Vorhaben das Ortsoder Landschaftsbild beeinträchtigt. kommt die Teilprivilegierung nicht mehr zur . also landwirtschaftlich genutzt wurde. einem Investor. Die Frage der Verfestigung oder Erweiterung einer Splittersiedlung kann ebenfalls evident werden. Wesentliches Element des Konzepts war aber die Bebauung einer unmittelbar am Gutspark angrenzenden etwa sechs Hektar großen Freifläche mit Ein. Hotel und Trainingszentrum sind geschlossen worden. dass das Gebäude bisher privilegiert war. bevor es 1987 wegen unhaltbarer Zustände geschlossen wurde. Mit dieser Variante wurde Anfang der neunziger Jahre das Herrenhaus Heiligenstedten bei Itzehoe vor dem Verfall bewahrt. die vom Gesetzgeber im Paragraf 35 Absatz 4 BauGB teilprivilegiert werden. Jedoch scheidet dieser Gesichtspunkt aus. Der Gesetzgeber beabsichtigt. Im September 1992 eröffnete das Hotel Jardin mit 19 Zimmern im zweiten Torhaus. Als Splittersiedlung wird ein enger räumlicher Bereich mit baulichen Anlagen bezeichnet.112 Umnutzung von Gutsgebäuden tierenden landwirtschaftlichen Betriebes eingerichtet werden sollen. die natürliche Eigenart der Landschaft beeinträchtigen oder die Entstehung einer Splittersiedlung befürchten lassen nicht entgegengehalten werden. Das südliche Torhaus wurde 1991 zum Restaurant Orangerie umgebaut. dass sie Darstellungen eines Flächennutzungsplans oder eines Landschaftsplans widersprechen. Zunächst wurde im Park ein internationales Trainingszentrum für Sportpferde eingerichtet. ob die Umnutzung diese Vorbelastung mehr als nur unwesentlich erhöht. Ist bereits eine Umnutzung von der landwirtschaftlichen Nutzung in eine andere Nutzung erfolgt und sollen dann eine erneute Nutzungsänderung vorgenommen werden. was zu einer restriktiven Handhabung bei völlig neuen Vorhaben (Neubauten) und in landschaftlich besonders schützenswerten Gebieten einerseits und zu einer großzügigeren Handhabung in weniger schützenswerten Bereichen und bei der Umnutzung von bestandsgeschützten Gebäuden führt. wenn dieser landesplanerisch überhaupt genehmigungsfähig wäre. Erheblich einfacher ist die Genehmigung von sonstigen Vorhaben. Diese Vorgehensweise ist nur mit der Aufstellung eines Bebauungsplans möglich. Von 1958 an war das Schloss Heiligenstedten ein privat geführtes Altenheim.und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen. Diesen Vorhaben dürfen die öffentlichen Belange. Das Herrenhaus ist noch bewohnt. Bei der Beurteilung. zur Refinanzierung den Neubau von weiteren Gebäuden auf einen Teil seines Grundstückes zu ermöglichen. der sehr unrentierliche Gebäude wie sehr große Gutshäuser umnutzen möchte. wenn die geplante Nutzung eines bestandsgeschützten Gebäudes (z. die in keiner organischen Beziehung zueinander stehen.

gleichgültig welcher Nutzung es bisher gedient hat. das Bild der Kulturlandschaft prägenden Gebäuden ebenfalls teilprivilegiert. Unter diese Regelung kann jede Art von Gebäude fallen. wie die Frage der lichten Höhe der Aufenthaltsräume. keinen Neubau für die aufgegebene privilegierte Nutzung zu errichten. Das Bauordnungsrecht beinhaltet Regelungen über allgemeine Anforderungen an die Bauausführung (z. So muss ein Gebäude für die Umnutzung prinzipiell geeignet sein und es muss noch einen Wert haben. Das Gebäude kann ungenutzt.B. Werden von einem Landwirt zum Beispiel Lagerflächen für Speditionen in einer Scheune eingerichtet. Für die Erörterung sind daher die Landesbauordnungen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern maßgeblich. wie Feldscheunen. Eher bautechnische Fragen wie Festigkeit. Weit ab vom Hof liegende Gebäude. Dauerhaftigkeit oder Isolierung sollen hier nicht . dass die Nutzung außenbereichsverträglich im Sinne des Paragrafen 35 Absatz 3 sein muss. darf jedoch keine Ruine sein. Im Untersuchungsgebiet hat nur Mecklenburg-Vorpommern von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Bei einer gewerblichen Umnutzung muss der vermietungswillige Landwirt den Genehmigungsbehörden sehr genau darlegen. 87f. wie es ohne Zweifel bei Gutsgebäuden der Fall ist (vgl.und Schadstoffimmissionen zu erwarten sind (LORITZ 1994). diese Frist bis zum 31. Dezember 2004 nicht anzuwenden (§ 245 b Abs. Diese Regelungen sind in den jeweiligen Bauordnungen der Bundesländer festgelegt. Der zweckmäßigen Umnutzung sind keine Grenzen gesetzt. Brand-. deren Nutzung einem Wiederaufbau gleichkommen würde. scheiden somit aus. EHEBRECHT-STÜER 1997: 178). Nur Veränderungen innerhalb des Gebäudes und Fensterund Türenveränderungen sind zulässig. S. zu günstigen Bedingungen umzunutzen. ob die Erschließung gesichert ist und welche Lärm. Ist die Umnutzung bisher privilegierter Gebäude zu Wohnzwecken geplant. Das Objekt muss außerdem vor dem 27. was ab einer gewissen Intensität nicht mehr der Fall ist.Umnutzung von Gutsgebäuden 113 Anwendung. BayVBl. Des Weiteren werden im Paragraf 35 Absatz 4 Voraussetzungen genannt. die mit der Bildung von Genossenschaften aufgegeben wurden. Auf Ferienwohnungen und Ferienzimmer findet die Begrenzung keine Anwendung. und in einem räumlichen Zusammenhang mit der Hofstelle stehen. Eine besondere Bedeutung für den Erhalt und die Umnutzung von Gutsgebäuden kommt der Regelung des Paragrafen 35 Absatz 4 Satz 1 Nummer 4 BauGB zu. dass höchstens drei Wohnungen je Hofstelle entstehen. Wärme.und Schallschutz) oder sonstige Anforderungen. Darüber hinaus besteht die Verpflichtung. Denkmalschutz ist daher nicht erforderlich. welche gewerbliche Nutzung geplant ist. In Ostdeutschland besteht damit die Chance. Die Aufgabe kann den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb oder auch nur einzelne Gebäude und Gebäudeteile betreffen. Die Baulichkeiten müssen die Eigenart der Kulturlandschaft ausmachen. jedoch muss nach dem Umbau die Kulturlandschaft ausmachende Wirkung des Gebäudes erhalten bleiben (VGH München. Der Gesetzgeber hat damit eine realitätsferne Regelung geschaffen. Überhaupt hat das Gesetz für andere Nutzungsarten keine derartige Begrenzung vorgesehen. So ist die Nutzungsänderung von erhaltenswerten. 2 BauGB). 1996. Der Wiederaufbau verfallener Gebäude und Ruinen scheidet daher im Sinne der Teilprivilegierung aus. Die äußere Gestalt muss im Wesentlichen erhalten bleiben. sieht das Gesetz vor. Die Begriffskonstruktion besteht unabhängig vom Landesdenkmalrecht. Auch darf die Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung nicht länger als sieben Jahre zurückliegen.). August 1996 zulässigerweise errichtet worden sein. jedoch ergibt sich eine Reglementierung daraus. Hofstellen. die zu erfüllen sind. Die Länder sind ermächtigt. kommt der erneute Wechsel zu einer teilprivilegierten Nutzung nicht mehr in Betracht (KOPPITZ 1999). da der Landwirt bereits mit der ersten Umnutzungsmaßnahme Erfolg haben muss.

2 LBO S-H) unter diese Regelung fallen. Wochenendhausgebiet oder Ferienhausgebiet zuordnet oder der Ort des Vorhabens zum Geltungsbereich eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans nach Paragraf 12 BauGB gehört (§ 64 LBauO M-V). Jedoch sei erwähnt. Außer der zusätzlichen Prüfung der Vorgaben für die Dachkonstruktion (§ 37 LBO S-H) gelten die gleichen Vereinfachungen wie in Mecklenburg-Vorpommern. 4 LBauO M-V bzw. So ist in Mecklenburg-Vorpommern die Änderung von Wohngebäuden geringer Höhe mit nicht mehr als zwei Wohnungen genehmigungsfrei. reinen oder allgemeinen Wohngebiet. freistehende landwirtschaftliche Betriebsgebäude mit nicht mehr als zwei oberirdischen Geschossen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume bis 100 Quadratmeter Grundfläche und nicht mehr als zwei oberirdischen Geschossen die Zulässigkeitsvoraussetzungen des Vorhabens bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr geprüft (§ 63 Abs.114 Umnutzung von Gutsgebäuden Gegenstand sein. In der schleswig-holsteinischen Landesbauordnung ist die Baufreistellung bei Vorhaben von Gebäuden geringer Höhe sogar noch weiter gefasst. Gebäude geringer Höhe sind jene. Alle gemäß Paragraf 29 BauGB planungsrechtlich relevanten Umnutzungsvorhaben müssen das Baugenehmigungsverfahren durchlaufen. Diese Vorhaben sind dann auch Umnutzungen im Sinne der jeweiligen Landesbauordnung. 17 und Abs. Darüber hinaus sind bautechnische Nachweise einzureichen. Hier sind vielmehr Fragen des Verwaltungsverfahrens der Genehmigungspraxis von Vorhaben relevant. Dieser Fall tritt ein. So werden in Mecklenburg-Vorpommern für Wohngebäude geringer Höhe. § 2 Abs. Die Gebäude müssen nur innerhalb des Geltungsbereichs eines Bebauungsplans. wenn sich diese im Geltungsbereich eines Bebauungsplans befinden. aber außerhalb eines Gebietes mit Veränderungssperre. 1 Nr.und Freizeitflächen (§ 8 Abs. Kinderspiel. 3 LBO S-H). Übliche Erhaltungs-. der den jeweiligen Standort einem Kleinsiedlungsgebiet. Im jeden Fall sind nach wie vor der Bauantrag und die Bauvorlagen beizubringen. dass aufgrund höchstrichterlichem Urteil an Ferienwohnungen in dieser Hinsicht geringere Anforderungen gestellt werden als an Dauerwohnungen (BVerwG-Urteil vom 13 Februar 1982 [BVerwg 4 C 59. 1 Nr. 3 LBauO M-V) sowie Stellplätze und Garagen (§ 48 LBauO M-V). Die Ausnahmen umfassen die Regelungen über Abstandsflächen (§ 6 und § 7 LBauO M-V). eingeschossige Gebäude bis zu 200 Quadratmeter Grundfläche. So kann die Umnutzung eines Kuhstalls zu einem Schweinestall bereits genehmigungspflichtig sein. Bei Gebäuden mittlerer Höhe werden die Regelungen des Brandschutzes (§ 19 LBO S-H) überprüft. da alle baulichen Anlagen außer Sonderbauten (Bauten mit Gefährdungspotenzial § 58 Abs. 56 bis 60 LBauO M-V) wie in Schleswig-Holstein (§ 69 Abs.78]). 1 und 2 LBO S-H). Außerdem bedarf die Änderung nichttragender oder aussteifender Bauteile und die äußere Gestaltung baulicher Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern (§ 65 Abs. In beiden Bundesländern gilt für einzelne Vorhaben ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren. weil mit einer vermehrten Geruchtsbelästigung zu rechnen ist. Modernisierungsund Ausbaumaßnahmen als Änderung im Sinne des Paragrafen 29 Absatz 1 BauGB sind jedoch genehmigungsfrei. in dem Aufenthaltsräume möglich sind. 2 LBO S-H) keiner Genehmigung. . 1 LBauO M-V). an irgendeiner Stelle mehr als sieben Meter über der Geländeoberfläche liegt (§ 2 Abs. bei denen der Fußboden keines Geschosses. Auch hier geht die schleswig-holsteinische Landesbauordnung weiter. Der Vorhabenbegriff des Paragrafen 29 BauGB ist allerdings von der bauordnungsrechtlichen Genehmigungserfordernis abgekoppelt. eines Sanierungsgebietes oder von Gebieten mit einer Erhaltungssatzung liegen (§ 74 Abs. wenn die neue Nutzungsform andere oder weitergehende Anforderungen stellt. Weitere Ausnahmen und Befreiungen von Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung sind im Rahmen der Erhaltung und Nutzung von Baudenkmalen möglich (§ 70 LBauO M-V und § 76 LBO S-H).

das unter Denkmalschutz steht. 1 DSchG M-V). volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen« (§ 2 Abs. Die Denkmalschutzgesetze beider Länder sehen darüber hinaus den Schutz von Ensembles vor.2 Denkmalschutzrecht 115 Das Denkmalschutzrecht steht neben dem Bauordnungs. Es besteht grundsätzlich das Gebot der schonendsten Nutzung.und Parkanlagen genießen Schutz vor Beseitigung und Veränderung ohne Eintragung in das Denkmalbuch. wenn die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind. Ihre Eintragung ist aber vorgesehen.und Bauplanungsrecht. wissenschaftliche. Dem gegenüber erfolgt in anderen Ländern die Unterschutzstellung durch Verwaltungsakt und Eintragung in eine Liste. Einer Eintragung in ein Denkmalbuch oder einer Denkmalliste bedarf es nicht. »wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen.und Wirtschaftsbedingungen sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische. . Die Anpassung an moderne Wohnverhältnisse denkmalgeschützter Bausubstanz lässt sich häufig nur mit höheren Kosten bewerkstelligen. sind generell Maßnahmen wie Beseitigung. Allgemein handelt es sich bei Denkmälern um bauliche Anlagen oder Teile von baulichen Anlagen. Das denkmalschutzrechtliche Veränderungsverbot kann prinzipiell auch baurechtlich genehmigungsfähige Vorhaben unterbinden. Dieses Verfahren kommt in Schleswig-Holstein zur Anwendung. Entsprechende Regelungen sind in den jeweiligen Denkmalschutzgesetzen (DSchG) der Länder enthalten. als wenn das Vorhaben nur an planerische Festsetzungen gebunden wäre. Der Eigentümer eines Denkmals ist darüber hinaus gravierenden Nutzungsbeschränkungen unterworfen. Radikale Veränderungen erhöhen die Problematik. geschichtliche. deren Erhaltung aus bestimmten Gründen im öffentlichen Interesse liegt.Umnutzung von Gutsgebäuden 4.und Parkanlagen sowie andere von Menschen gestaltete Landschaftsteile. So unterliegen Denkmale in einigen Ländern dem gesetzlichen Schutz bereits dann. In Mecklenburg-Vorpommern sind Denkmale ebenfalls in Denkmallisten einzutragen. Garten-. Dazu gehören das Austauschen von Fenstern und Türen oder sogar das Streichen der Außenfassade. Bei unauflösbaren Konfliktfällen geht das staatliche Denkmalschutzrecht allerdings dem Recht der Bauleitpläne als Satzungsrecht vor. denn Umnutzungen bedeuten auch bei einer behutsamen Vorgehensweise eine Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes und der Substanzerhaltung. ist die Zulässigkeit des Vorhabens auch nach dem Denkmalschutzrecht zu prüfen. In Mecklenburg-Vorpommern besteht dann ein öffentliches Interesse. Friedhofs. Ist ein Gebäude als Denkmal geschützt. Soll ein Gutsgebäude umgenutzt werden. für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits.und Nutzungsgebot der Abwägung mit den baurechtlichen Belangen. wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Dahingegen bedürfen das denkmalschutzrechtliche Erhaltungs. Gruppen von Gebäuden können geschützte Denkmalbereiche bilden. Der Zwang zur Erhaltung der geschützten Bausubstanz engt die Bandbreite der Nutzungen mehr ein. In den einzelnen Bundesländern sind die Verfahren für die Unterschutzstellung von Denkmalen unterschiedlich ausgestaltet. Die denkmalschutzrechtlichen Vorschriften dienen dem Schutz und der Erhaltung der Baudenkmäler. in Schleswig-Holstein bedürfen sämtliche Arbeiten der Genehmigung. Nutzungsänderung und Veränderung der baulichen Anlage grundsätzlich genehmigungspflichtig. Einen einheitlichen Denkmalbegriff gibt es nicht. In Mecklenburg-Vorpommern ist das äußere Erscheinungsbild des Denkmalbereichs geschützt. die die baulichen Anlagen des Denkmalbereiches und seine Umgebung beeinträchtigen könnten. Der Schutzstatus besteht unabhängig von der Denkmaleigenschaft der einzelnen baulichen Anlagen. Nur historische Garten. auch wenn in den maßgeblichen Denkmalschutzgesetzen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern der Sinngehalt der Begriffe doch sehr ähnlich ist. wenn auch der Schutz durch das Gesetz nicht davon abhängig ist. Das sind ohne Zweifel auch Gutsanlagen.4.

116 4.4.3 Steuerrecht

Umnutzung von Gutsgebäuden

4.4.3.1 Steuerliche Konsequenzen für landwirtschaftliche Betriebe Landwirtschaftliche Betriebe haben bei der Umnutzung von Gebäuden eine ganze Reihe von Aspekten des Steuerrechts zu beachten. Ist der gewerbliche Nebenbetrieb integraler Bestandteil des landwirtschaftlichen Betriebes, wird der Ertrag des Nebenbetriebes nur soweit für die Bemessung der Steuern zugrunde gelegt, wie er nicht im Wirtschaftswert des Hauptbetriebes enthalten ist. Werden die Grenzen zur Gewerblichkeit überschritten, wird entweder nur der Nebenbetrieb oder der ganze Betrieb als Betriebsvermögen bewertet. Das führt unter Umständen zu einem höheren Einheitswert und negativen Auswirkungen bei der Grund-, Vermögen-, Erbschaft- und Schenkungsteuer. Gewerbebetriebe haben Gewerbesteuern an die Gemeinde zu zahlen, von denen land- und forstwirtschaftliche Betriebe befreit sind. Die Gewerbekapital- und Gewerbeertragsteuer haben unterschiedliche Bemessungsgrundlagen und Freibeträge. Bei der Umsatzsteuer (UStG) gilt für Landwirte die Durchschnittssatzbesteuerung nach Paragraf 24 UStG mit gesondert festgelegten Steuersätzen. Diese Pauschalierung gilt für Gewerbebetriebe nicht. Daher besteht auch für Landwirte bei Einkünften aus einem Gewerbe die Aufzeichnungspflicht. Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG sind von der Umsatzsteuer ausgenommen. Wirtschaftsgebäude, die von einem landwirtschaftlichen Betrieb dauernd für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden, gehören laut Bewertungsgesetz zum landwirtschaftlichen Vermögen. Das gilt prinzipiell auch für Gutshäuser. Werden die Gebäude für nichtlandwirtschaftliche Zwecke umgenutzt, können sie unter Umständen aus dem Betriebsvermögen des landwirtschaftlichen Betriebes herausfallen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Gebäude derartig umgebaut werden, dass eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung ausgeschlossen wird. Der Überschuss aus außerlandwirtschaftlichen Einkünften darf dann nicht dauernd höher sein, als der Gewinn aus der Land- und Forstwirtschaft. Der Verkehrswert des landwirtschaftlichen Betriebes sollte gegenüber den umgenutzten Gebäuden überwiegen, um die Entnahme aus dem Betriebsvermögen durch das Finanzamt und damit das Aufdecken von stillen Reserven des Betriebes zu vermeiden. Umgenutzte Gebäude, die nun der Vermietung oder Verpachtung als Wohnung, Geschäfts, Lager- oder Unterstellraum dienen, werden aber auf jeden Fall als Grundvermögen bewertet, was sich ebenfalls auf die Summe der Einheitswerte auswirkt. Dadurch ergeben sich oftmals höhere Grundsteuern als bisher. Auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz wird die Grundsteuer A und auf den übrigen Grundbesitz die Grundsteuer B erhoben. Für die Ermittlung der beiden Steuern werden unterschiedliche Steuermesszahlen und Hebesätze angewendet. Vermögen-, Erbschaft- und Schenkungsteuer sind für das Gesamtvermögen zu zahlen. Bei der Errechnung der Einkommensteuer ist wichtig, ob die Mieteinnahmen als Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft oder aus Vermietung und Verpachtung erzielt wurden, da für sie unterschiedliche Freibeträge und WerbungskostenPauschbeträge gelten. Insbesondere Verpächter sollten darauf achten, durch die Umnutzung einzelner Gebäude keine steuerliche Betriebsaufgabe zu provozieren (RIEKE 1994). Vor der Realisierung weiter gehender Umnutzungsmaßnahmen sollte daher stets der Rat eines Steuerrechtsexperten eingeholt werden. Wenn Zimmer für weniger als sechs Wochen im Jahr oder nur die Schlafräume der Familie, das heißt keine eigens eingerichteten Gästezimmer, an nicht mehr als vier Feriengäste vermietet werden, liegt ein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb vor. Werden

Umnutzung von Gutsgebäuden
Ort der Beherbergung Schlafräume der Familie Gästezimmer Anzahl der Gäste/Wohnungen Nicht mehr als 4 Gäste Nicht mehr als 8 Gäste Voraussetzung, Maßnahme Keine gewerbliche Beherbergung Gewerbsmäßige Aufnahme von Gästen, erlaubnisfrei Gewerbsmäßige Aufnahme von Gästen, behördliche Erlaubnis, bestimmte Anforderungen an den Betrieb Kein Gewerbe, sondern Vermögensverwaltung Gewerbebetrieb

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Rechtsvorschriften — Gewerbeordnung (GewO), Gaststättengesetz (GastG) Gewerbeordnung (GewO), Gaststättengesetz (GastG)

Gästezimmer

Mehr als 8 Gäste

Möblierte Appartements, Wohnungen, Ferienhäuser Möblierte Appartements, Wohnungen, Ferienhäuser Zelt- oder Campingplätze (nur Grundstück) Zelt- oder Campingplätze mit Waschgelegenheit, Toiletten, Stromanschlüssen o.ä.

In der Regel nicht mehr als 3 Wohnungen In der Regel mehr als 3 Wohnungen — —

Gewerbeordnung (GewO), Gaststättengesetz (GastG) — Gewerbeordnung (GewO)

Nicht gewerblich, keine Anzeigepflicht Gewerblich, gewerbliche Anzeigepflicht

Tab. 14: Formen der Gästebeherbergung in Verbindung mit landwirtschaftlichen Betrieben (HOFMANN 1997: 140). weniger als vier Zimmer oder sechs Betten für Feriengäste bereitgehalten, handelt es sich bei den Räumlichkeiten bewertungsrechtlich um Grundvermögen und um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. In diese Kategorie fällt auch die Anlage eines Zelt- oder Campingplatzes, wenn nur das Grundstück zur Verfügung gestellt wird. Eine Anzeigepflicht besteht nicht. Anders stellt sich der Sachverhalt dar, wenn für die Camper ServiceLeistungen wie Toiletten, Waschgelegenheiten oder Stromanschlüsse zur Verfügung stehen. In diesem Fall ist der Zelt- oder Campingplatz ein Gewerbebetrieb, der auch beim Gewerbeamt angezeigt werden muss. Anbieter mit mehr als drei Zimmern oder sechs Betten betreiben ebenfalls einen Gewerbebetrieb und die Räume gehören zum Betriebsvermögen. Bereits nur eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus kann unter Umständen ein Gewerbeunternehmen sein, wenn eine hotelmäßige Betreuung (z.B. Stellen der Bettwäsche, tägliche Wohnungsreinigung, Frühstück usw.) durch den Vermieter stattfindet (BFH-Urteil vom 19. Januar 1990, III Renaissance 31/87). Eine Gewerbesteuerpflicht besteht jedoch erst ab einem Gewinn von 24 500 Euro im Jahr. Bei Bettenzahlen unter neun Betten ist lediglich einer Anzeigepflicht beim Gewerbeamt nachzukommen (§ 14 und § 55c GewO). Bei mehr als neun Betten ist eine Erlaubnis zu beantragen (§ 2 GastG). Bei Bauernhof-Cafés, Be- und Verarbeitungsbetrieben und Hofläden hängt die steuerliche Einordnung von der Verwendung und Art der hergestellten Produkte und der Herkunft der Rohstoffe ab. Ein Bauernhof-Café ist ein Gewerbebetrieb, in dem Produkte der ersten Bearbeitungsstufe weiterverarbeitet werden. Eine landwirtschaftliche Tätigkeit liegt nur noch dann vor, wenn der Ertrag des Bauernhof-Cafés eine untergeordnete Rolle

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spielt. Wenn eigene landwirtschaftliche Produkte wie Getreide, Milch, Eier oder Obst zu Brot-, Back-, Konditorwaren, Säften oder in seltenen Fällen auch Trinkbranntwein verarbeitet werden, stellt ein Bauernhof-Café eine höhere Form der Direktvermarktung dar. Tätigkeiten, wie das Brotbacken oder die Fleischverarbeitung, die normalerweise unter die Handwerksordnung (HwO) fallen, brauchen beim Unterschreiten bestimmter NettoJahresumsätze nicht von einem Handwerksmeister ausgeführt zu werden. Ein Hofladen, in dem selbst erzeugte landwirtschaftliche Produkte ohne Be- und Verarbeitung verkauft werden, ist ebenfalls kein Gewerbebetrieb. Der Einkaufswert von zugekauften landwirtschaftlichen Produkten sollte aber in der Regel nicht mehr als 20 Prozent und unter bestimmten Bedingungen nicht mehr als 30 Prozent des Umsatzes des Gesamtbetriebes übersteigen, damit noch eine landwirtschaftliche Tätigkeit vorliegt (BFH-Urteil in BFHE 131, 555, BStBl. II 1981, 518). Bis zu diesen Grenzen greift die Durchschnittssatzbesteuerung nach Paragraf 24 UStG. Der Verkauf von Handelswaren, also nicht betriebstypischer Produkte, ist allerdings auf jedem Fall gewerblich (BVerwG-Urteil vom 12. Dezember 1972 I C 4.71, BVerwG-Entscheidung 41, 271). Aus steuerlicher Sicht ist dann eine unternehmerische Trennung zwischen Landwirtschaft und gewerblicher Direktvermarktung oft die bessere Alternative, da sich Vorteile bei der Umsatzsteuer ergeben und die Gefahr vermieden wird, dass der gesamte landwirtschaftliche Betrieb bei einem starkem Überwiegen des Handelsbetriebes als gewerblich eingestuft wird. Die Gewerblichkeit ist auch daher häufig unbedenklich, weil aufgrund hoher Freibeträge oft keine Gewerbesteuer anfällt (OBERMEYER 1996). Pferdezucht ist der Landwirtschaft zugehörig. Ebenso die Pferdehaltung, wenn Pferde gegen Entgelt verliehen oder als Kutschpferde eingesetzt werden. Ist ein Reitlehrer vom Betrieb eingestellt, wird der Reitbetrieb gewerblich, aber nicht, wenn der Landwirt eine gleichartige Ausbildung besitzt. Die Pensionspferdehaltung gehört ebenfalls zur Landwirtschaft. Werden von einem Betrieb eigene Pferde ausgebildet, ist das eine landwirtschaftliche, bei fremden Pferden eine gewerbliche Tätigkeit. Steht ein Reitstall in einem Zusammenhang mit Gastronomie oder einem Beherbergungsbetrieb, ist der gesamte Betrieb gewerblich (vgl. SCHWENDNER 1993: 60). 4.4.3.2 Begünstigung der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum Für Vorhaben, die der Erhaltung von Gutsgebäuden oder Umnutzung zu Wohnraum dienen, können steuerliche Begünstigungen in Anspruch genommen werden. Diese sind im Einkommensteuergesetz (EStG) festgelegt. Darüber hinaus gewährt der Staat Zulagen bei der Herstellung oder Anschaffung einer Wohnung im Rahmen des Eigenheimzulagengesetzes (EigZulG). Nur in Ostdeutschland mit dem Gebietsstand vom 3. Oktober 1990 ist ebenfalls eine Förderung durch das Investitionszulagengesetz (InvZulG) möglich. Stellen Gebäude ein selbstständiges Wirtschaftsgut dar, können Anschaffungs- und Herstellungskosten laut Paragraf 7 Abs. 4 EStG von Gebäuden, die nach dem 31. Dezember 2002 angeschafft oder fertig gestellt worden sind, mit zwei Prozent linear abgeschrieben werden. Diese Regelungen gelten entsprechend auch für Eigentumswohnungen und in Teileigentum befindliche Räume sowie Betriebsgebäude. Der Staat fördert den Wohnungsbau unter anderem durch eine steuerunabhängige Zulage. Begünstigt ist die Herstellung oder Anschaffung einer Wohnung im eigenen Haus oder einer eigenen Eigentumswohnung (EigZulG). Nicht begünstigt ist eine Ferien- oder Wochenendwohnung. Der Anspruchsberechtigte kann die Eigenheimzulage im Jahr der Fertigstellung oder der Anschaffung und in den folgenden sieben Jahren in Anspruch nehmen.

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Eine Bewilligung erfolgt aber nur dann, wenn Kinder steuerlich begünstigt werden können. Das Einkommen darf im Erstjahr der beantragten Förderung und im vorangegangenen Jahr zusammen 70 000 Euro bei Alleinstehenden oder 140 000 Euro bei Verheirateten nicht übersteigen. Es wird ein einheitlicher Familiengrundbetrag von 1200 Euro gewährt (§ 9 EigZulG). Darüber hinaus kommt für jedes zum Haushalt des Wohnungseigentümers gehörende Kind eine Kinderzulage von 800 Euro hinzu. Investitionen in nachträgliche Herstellungsarbeiten, in die Anschaffung, soweit nachträgliche Herstellungsarbeiten nach dem Kauf durchgeführt worden sind und in Erhaltungsmaßnahmen an Mietwohngebäuden, die vor dem 1. Januar 1991 fertig gestellt worden sind, bewirken in Mecklenburg-Vorpommern wie in ganz Ostdeutschland auf die Investitionssumme eine Investitionszulage von 15 Prozent (§ 3 InvZulG). Die Investitionen müssen nach dem 31. Dezember 1998 und vor dem 1. Januar 2005 erfolgt sein. Der Antrag auf die Investitionszulage ist bis zum 30. September des Kalenderjahres zu stellen, das auf das Wirtschaftsjahr oder Kalenderjahr folgt, in dem die Investition abgeschlossen worden ist. Die Wohnungen müssen nach Abschluss der Herstellungs- oder Erhaltungsarbeiten mindestens fünf Jahre der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken dienen. Für Erhaltungsarbeiten sind maximal 614 Euro je Quadratmeter förderungsfähig. Auf die förderungsfähige Gesamtsumme sind dann noch 2556 Euro als Selbstbehalt abzuziehen. Auf diesen Betrag errechnet sich dann die Investitionszulage von 15 Prozent. 4.4.3.3 Steuerliche Begünstigung von betrieblichen Investitionen Betriebliche Investitionen im Zusammenhang mit der Erhaltung und Nutzung von Gutsanlagen werden in Mecklenburg-Vorpommern wie in ganz Ostdeutschland durch Paragraf 2 InvZulG begünstigt. Nur die Investitionen bestimmter Betriebe werden gefördert. Das gilt für das verarbeitende Gewerbe mit maximal 250 Arbeitskräften und produktionsnahe Dienstleistungen wie Ingenieur-Büros für die bautechnische Gesamtplanung oder für die technische Fachplanung sowie Betriebe der Datenverarbeitung und Datenbanken, Forschung und Entwicklung, Industrie-Design, Markt- und Meinungsforschung, technischen, physikalischen und chemischen Untersuchung, Werbung und des fotografischen Gewerbes. Die Anschaffung und Herstellung neuer Gebäude, Eigentumswohnungen, im Teileigentum stehende Räume und andere Gebäudeteile, die selbstständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind, bewirken eine Investitionszulage von fünf Prozent auf die Investitionssumme. Die Investitionen müssen nach dem 31. Dezember 2001 und vor dem 1. Januar 2005 erfolgt sein. Die genannten baulichen Anlagen müssen mindestens fünf Jahre zum Anlagevermögen eines Betriebes oder einer Betriebsstätte im Fördergebiet gehören. Bei Erstinvestitionen, zum Beispiel bei der Errichtung einer neuen Betriebsstätte oder der Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte, beträgt die Investitionszulage 12,5 Prozent beziehungsweise bei Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten 25 Prozent, wenn die Investition nach dem 31. Dezember 1999 begonnen wurde. 4.4.3.4 Steuerliche Begünstigung von Baudenkmalen Der Sozialpflichtigkeit des denkmalgeschützten Eigentums stehen eine Reihe von steuerlichen Vorteilen gegenüber. Ein großer Teil dieser Begünstigungen für die Eigentümer von Baudenkmalen sind im Einkommensteuergesetz (EStG) festgelegt. Der Steuerpflichtige muss mit einer Bescheinigung der zuständigen Denkmalbehörde die Denkmal-

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eigenschaft des jeweiligen Gebäudes nachweisen. Herstellungskosten für Baumaßnahmen, die zur Erhaltung eines Baudenkmals oder seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind, können im Jahr der Herstellung und in den folgenden neun Jahren mit jeweils zehn Prozent abgesetzt werden (§ 7i EStG). Als sinnvolle Verwendung ist hierbei eine Nutzung zu verstehen, die die Erhaltung der schützenswerten Bausubstanz auf Dauer gewährleistet. Für Gebäude oder Gebäudeteile, die für sich genommen kein Baudenkmal sind, aber einem geschützten Ensemble angehören, können Herstellungskosten für Baumaßnahmen ebenfalls abgesetzt werden, die für das Erscheinungsbild des Ensembles erforderlich sind. Das ist insbesondere für relativ vollständig erhaltene Gutsanlagen ein wichtiger Sachverhalt. Die Kosten für Instandsetzungsmaßnahmen an Baudenkmalen können auf zwei bis fünf Jahre gleichmäßig verteilt werden (§ 11b EStG). Die Voraussetzungen des Paragrafen 7i EStG gelten entsprechend. Die Regelung des Paragrafen 11b EStG findet nur Anwendung, wenn das Baudenkmal nicht für eigene Wohnzwecke, sondern zur Einkunftserzielung genutzt wird. Die Herstellungskosten für Baumaßnahmen eines zu eigenen Wohnzwecken genutzten Baudenkmals können im Jahr des Abschlusses der Baumaßnahme und den folgenden neun Jahren jeweils mit zehn Prozent als Sonderausgaben abgezogen werden. Ein Steuerpflichtiger kann die Abzüge beliebig häufig, aber nur für ein einziges Gebäude in Anspruch nehmen (§ 10f EStG). Schutzwürdige Kulturgüter, die weder zur Einkunftserzielung noch zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden, sind zum Beispiel Gutsparks, Teehäuser, Eiskeller, Taubenhäuser oder Brunnen. Gutsanlagen weisen häufig Objekte dieser Art auf. Herstellungs- und Erhaltungsaufwendungen können im Jahr des Abschlusses der Maßnahmen und in den folgenden neun Kalenderjahren jeweils bis zu zehn Prozent wie Sonderausgaben abgezogen werden (§ 10g EStG). Es bestehen darüber hinaus Fördermöglichkeiten nach weiteren Steuergesetzen. Nach dem Grundsteuergesetz besteht ein Rechtsanspruch auf den Erlass der Grundsteuer, wenn an der Erhaltung des Grundbesitzes öffentliches Interesse besteht und der Rohertrag aus dem Grundbesitz in der Regel unter den jährlichen Kosten liegt. Diese Unrentierlichkeit muss ein Dauerzustand sein, um die Begünstigung zu induzieren. Von einem öffentlichen Interesse ist dann auszugehen, wenn der Grundbesitz als Baudenkmal unter Schutz gestellt ist. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht laut Bewertungsgesetz des Weiteren die Möglichkeit, bei der Ermittlung des Gesamtvermögens für die Vermögensteuer Teile des Einheitswertes oder den Einheitswert von denkmalgeschützten Objekten außer Ansatz zu lassen. Das Erben sowie die Schenkung von Grundbesitz, dessen Erhaltung wegen seiner Bedeutung für Kunst, Geschichte oder Wissenschaft im öffentlichen Interesse liegt, kann nach Paragraf 13 Abs. 1 Nr. 2 Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz mit 60 Prozent seines Wertes von der Erbschaftund Schenkungsteuer befreit werden. Voraussetzung ist aber, dass die jährlichen Kosten in der Regel die erzielten Einnahmen übersteigen und dass der Grundbesitz in angemessener Form zugänglich gemacht wird. Ist der Steuerpflichtige bereit, den Grundbesitz den geltenden Bestimmungen des Denkmalschutzes zu unterwerfen, und befindet sich der Grundbesitz seit 20 Jahren in Familienbesitz, ist der komplette Erwerb steuerfrei. Nach Paragraf 4 Nr. 20a UStG sind Umsätze von Einrichtungen des Bundes, der Länder und Gemeinden wie Museen, botanische Gärten oder Denkmale der Bau- und Gartenkunst umsatzsteuerfrei. Das gilt auch für private Unternehmen, wenn die zuständige Landesbehörde bescheinigt, dass diese die gleichen kulturellen Aufgaben erfüllen wie staatliche und kommunale Einrichtungen. Umsätze aus Führungen durch das Gutshaus oder Eintrittsgelder privater Museen können so unter Umständen von der Umsatzsteuer befreit werden.

Umnutzung von Gutsgebäuden 4.5 Öffentliche und sonstige Förder- und Finanzierungsprogramme 4.5.1 Inanspruchnahme

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Da man sich bei der Wahl von steuerlichen Begünstigungen und Mitteln aus öffentlichen Förder- und Finanzierungsprogrammen für die eine oder andere Alternative entscheiden muss, gilt es sorgfältig unter der Berücksichtigung der Höhe des zu versteuernden Einkommens abzuwägen, welches die günstigste Fördermöglichkeit darstellt. Bei einem niedrigen zu versteuernden Einkommen und damit niedrigen Grenzsteuersatz sind verbilligte Kredite und Zuschüsse aus Förderprogrammen vorteilhafter, während bei einem hohen Einkommen steuerliche Vergünstigungen nahe liegender sein dürften. Außerdem ist bei der Inanspruchnahme von öffentlichen Förder- und Finanzierungsprogrammen zu beachten, dass die Mittel vergriffen sein können oder dass ein Antrag abschlägig beschieden wird. Zwischen Antragstellung und der Bewilligung der Mittel liegt oft ein nicht unerheblicher Zeitraum, in dem häufig nicht mit der Maßnahme begonnen werden darf. Eine Vielzahl von Institutionen bietet Förderungs- und Finanzierungsprogramme an, die bei Umnutzungsmaßnahmen von Gutsgebäuden helfen. So vielfältig die Umstände und der Zweck der Umnutzungsmaßnahmen sein können, sind auch die einzusetzenden Förderinstrumente. Dient die Umnutzung gewerblichen Zwecken, setzen die Hilfen bereits bei der Existenzgründung des Unternehmens ein. Groß ist auch die Förderungskulisse bei der Modernisierung und Schaffung von Wohnraum. Eher der Erhaltung von Gebäuden dienen Programme, die die Förderung der Dorferneuerung und ländlichen Entwicklung sowie von Denkmalen zum Ziel haben. Diese Programme gelten allgemein. Darüber hinaus sind eine Reihe von Förderungsmöglichkeiten nur für landwirtschaftliche Betriebe bestimmt. Zudem bestehen in Ostdeutschland noch immer besondere Förderungsmöglichkeiten. Die jeweiligen Konditionen der Programme ändern sich wie die steuerrechtlichen Regelungen sehr schnell. Die nachfolgenden Ausführungen stellen nur eine Auswahl dar und können daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. 4.5.2 Förderung landwirtschaftlicher Betriebe Natürlich können Landwirte die für sie relevanten Förderungsmöglichkeiten wahrnehmen wie jeder andere Bürger und jedes andere Unternehmen auch. Speziell auf die Belange landwirtschaftlicher Betriebe sind zwei Förderwege ausgerichtet: das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) und das Sonderkreditprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Investive Maßnahmen von landwirtschaftlichen Unternehmen können durch das AFP im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes gefördert werden. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die im Land Schleswig-Holstein gültigen Richtlinien. So ist es möglich, den Kauf, Um- und Neubau von Wirtschaftsgebäuden und baulichen Anlagen, den Zukauf von Hof- und Gebäudeflächen im Einzelfall, die Umnutzung von Gebäuden für Urlaub auf dem Bauernhof bis zu 25 Betten und Investitionen im Bereich Direktvermarktung und Freizeit und Erholung wie die Pensionspferdehaltung zu fördern, wenn es für die Marktanpassung und Weiterentwicklung des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes erforderlich ist. Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Fördermittel gibt es nicht. Die Förderung erfolgt durch Zinszuschüsse für aufgenommene Kapitalmarktdarlehen und nicht rückzahlbare Zuschüsse. Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von mehr als 750 000 Euro – in Ausnahmefällen bis 1,25 Millionen Euro – werden nicht gefördert. Die Zuwendungen dürfen die Summe der baren Ausgaben nicht überschreiten. Bei einem Investitionsvolumen bis 50 000 Euro werden ausschließlich nicht

bäuerliche Gastronomie. Begehrte nicht rückzahlbare Zuschüsse gibt es im Rahmen von Regionalprogrammen. Die Förderung der Existenzgründung von Unternehmen in den Bereichen Fremdenverkehr.oder Nebenerwerbs. 4. wobei die Konditionen zwischen den alten und neuen Ländern teilweise erheblich differieren. Die Laufzeit der Kredite für Maschinen.3 Förderung von Gewerbebetrieben Die Förderung von Gewerbebetrieben geschieht über die unterschiedlichsten Kanäle. Außerplanmäßige Rückzahlungen sind für die Dauer der Zinsbindung nicht möglich. sind nicht rückzahlbare Zuschüsse bis zehn Prozent des Investitionsvolumens möglich. Die Abwicklung der Kreditvergabe läuft über die vom Landwirt gewählte Hausbank oder Sparkasse. die bis zu 35 Prozent des Investitionsvolumens betragen können.und Altenbetreuung. Die Kredite sollen je Betrieb und Jahr nicht mehr als 500 000 Euro betragen. Daneben sind auch Bürgschaften möglich. Das ERP-Existenzgründungsdarlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist für Unternehmensgründungen. die Aufwendungen von mehr als 50 000 Euro nötig machen. Die Investitionsbereitschaft soll ebenfalls mit günstigen Darlehenskonditionen angeregt werden. In den alten Bundesländern werden 50 und in den neuen Bundesländern bis zu 75 Prozent der Investitionssumme finanziert. Dazu stehen spezielle Mittelstandsprogramme bereit. Handel und Freie Berufe geschieht ausnahmslos über zinsgünstige Kredite. Existenzgründer können vornehmlich zinsgünstige Kredite erwarten. . wenn eine gewisse Mindestgröße überschritten wird und die Merkmale eines landwirtschaftlichen Betriebes im Sinne des Einkommensteuerrechts erfüllt sind. soweit dieser steuerlich noch der Land. Allerdings nicht mehr als 30 000 Euro. bäuerliches Handwerk und Landschaftspflege. Die Höhe des zinsverbilligten Darlehens richtet sich nach der Anzahl der Vollarbeitskräfte des landwirtschaftlichen Betriebes.5. In Einzelfällen können aber auch höhere Kredite gewährt werden.122 Umnutzung von Gutsgebäuden rückzahlbare Zuschüsse gewährt.und Forstwirtschaft zugeordnet wird. Allerdings höchstens fünf Millionen Euro. Wachstumsinvestitionen und Standortverlagerungen gedacht. In Schleswig-Holstein ergänzt die Investitionsbank die Hausbankfinanzierung bei der Existenzgründung. Die beiden ersten Beschäftigten berechtigen zu jeweils 200 000 Euro und jede weitere Vollarbeitskraft zu jeweils 85 000 Euro Darlehenssumme. Anlagen. die für die Existenzgründung der Unternehmen erforderlich sind. Das Sonderkreditprogramm für die Landwirtschaft und für Junglandwirte der Landwirtschaftlichen Rentenbank hilft bei der Finanzierung von Investitionen unter anderem im Zusammenhang mit der Aufnahme eines Zu. Die Kreditvergabe erfolgt über die eigene Hausbank oder Sparkasse. Einrichtungen und Warenlager beträgt bis zu zehn Jahre bei bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren und 20 Jahre bei drei tilgungsfreien Anlaufjahren. Die Zinsverbilligung beträgt bis zu 3. Fischer und Forstwirte sowie Gartenbauunternehmen ungeachtet der gewählten Rechtsform. Die Dauer der Laufzeit des Kapitalmarktdarlehens beläuft sich bei 100 000 Euro auf höchstens zehn und bei 200 000 Euro auf längstens 20 Jahre. Antragsberechtigt sind Unternehmen der Landwirtschaft. Die KfW-Mittelstandsbank stellt Unternehmerkredite für Investitionen bereit. Die Höchstbeträge liegen in Westdeutschland bei 500 000 und in Ostdeutschland bei einer Million Euro. Die Laufzeiten betragen bis zu 20 Jahre und drei tilgungsfreie Jahre bei unbesicherten Sonderdarlehen. Das gilt auch für Investitionen im Zusammenhang mit bäuerlichen Dienstleistungsangeboten wie Familien. Diese zehnjährigen Darlehen sind mit einer stillen Beteiligung vergleichbar.5 Prozent. Diese Zuschüsse werden jedoch nur im Zusammenhang mit zinsverbilligten Krediten gewährt. Bei Vorhaben. Gefördert werden Unternehmen des Handwerks und sonstiger Gewerbe einschließlich des Beherbergungssektors mit Investitionsdarlehen.

5 Prozent gefördert. Zum Fördergebiet gehören die neuen Länder und Berlin sowie bestimmte strukturschwache Gebiete in den alten Ländern. sonstige Unternehmen um bis zu 35 Prozent. Die Förderung aus den drei genannten Töpfen erfolgt in der Regel über Zuschüsse. Mecklenburg-Vorpommern gehört als Ziel-1-Gebiet zu den Regionen mit erheblichen Entwicklungsrückstand und genießt daher höhere Zuwendungen als SchleswigHolstein. Die Bürgschaften decken 80 Prozent des Ausfalls ab. Der Antrag ist wiederum vor dem Beginn der Maßnahme über die Hausbank oder Sparkasse zu stellen. wo bestimmte Regionen mit Strukturproblemen zu den Ziel-2-Gebieten gehören. Bei abzusichernden Kreditsummen zwischen 750 000 und zehn Millionen Euro greift in MecklenburgVorpommern das DtA-Bürgschaftsprogramm der KfW-Mittelstandsbank für die neuen Länder.Umnutzung von Gutsgebäuden 123 Bürgschaften dienen dazu. wenn der Kreditnehmer zwar ein tragfähiges Unternehmenskonzept hat. Bei einem Kreditvolumen von über 10 Millionen Euro ist grundsätzlich die C+L Treuarbeit AG in Düsseldorf zuständig. Umstellung oder Rationalisierung von Betrieben erleichtern und werden dann wichtig.und Gaststättengewerbes oder Gartenbaus sowie Angehörige der Freien Berufe. die Laufzeit maximal 15 Jahre. Die Bürgschaft beträgt maximal bis zu 80 Prozent des zu verbürgenden Kredits. Erweiterung. In den strukturschwachen Regionen der neuen Länder (A-Fördergebiete) können kleine und mittlere Unternehmen ihre förderfähigen Investitionskosten um bis zu 50 Prozent reduzieren. Der Einsatz der EU-Mittel bemisst sich an der Einstufung der Regionen. aber nicht über bankübliche Sicherheiten verfügt. Die Durchführung von regionalpolitischen Hilfen erfolgt entweder durch die Bundesländer oder über die KfW.und Investitionskredite vor allem für Existenzgründer und mittelständische Betriebe abzusichern. Die zuletzt genannten Summen werden Umnutzungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Gutsgebäuden nur in den seltensten Fällen erreichen. wenn es sich nicht um sehr große Gutshäuser oder vollständige Gutsanlagen handelt. Gefördert werden Investitionen in die Errichtung. in Mecklenburg-Vorpommern beträgt die maximale Bürgschaftshöhe eine Million Euro. Anträge müssen über die Hausbank oder Sparkasse gestellt werden. In Schleswig-Holstein deckt die Bürgschaftsbank des Landes maximal 750 000 Euro des Kredits ab. räumliche Schwerpunkte zu setzen. Daher sind in einigen Regionen auch günstigere Konditionen möglich. zeigt das Großprojekt Radison SAS Resort Schloss Fleesensee in Göhren-Lebbin bei Waren mit einer Investitionssumme von 200 Millionen Euro. Ihnen ist es überlassen. Begünstigt sind kleine und mittelständische Existenzgründer. Hotel. Handels und Fremdenverkehrs. Welche Dimensionen manche Vorhaben jedoch annehmen können. Begünstigt sind kleine und mittlere Unternehmen zum Beispiel des Handwerks. Sie sollen die Errichtung. . Erweiterung und Modernisierung einer im Fördergebiet liegenden Betriebsstätte. zum Beispiel aus den Bereichen des Handwerks. Mächtigstes Instrument zur Förderung von Investitionsmaßnahmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Fremdenverkehrsgewerbes sind zusammen mit zusätzlichen Landesmitteln Zuwendungen aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« (GA-Mittel) und dem Europäischen Fonds für regionale Zusammenarbeit (EFRE). die nicht zurückgezahlt werden müssen. Dieser Abzug beträgt für kleine und mittlere Unternehmen in strukturschwachen Gebieten der alten Länder (C-Fördergebiete) bis zu 20 Prozent und für sonstige Unternehmen nur noch bis zu 15 Prozent. wenn diese den Hauptteil ihrer Leistungen und Güter regelmäßig überregional absetzt. Betriebs. In den strukturstärkeren Regionen der neuen Länder (B-Fördergebiete) ist ein Zuschuss von bis zu 43 Prozent für kleine und mittlere beziehungsweise bis zu 28 Prozent für sonstige Unternehmen möglich. Für die Durchführung der Förderung sind ausschließlich die Länder zuständig. In den sonstigen Fördergebieten der alten Länder (D-Fördergebiete) werden kleine Unternehmen mit 15 und mittlere Unternehmen mit höchstens 7. Das Antragsverfahren wird über Hausbank oder Sparkasse des Kreditnehmers abgewickelt.

Umstellung oder den Erwerb einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte dienen. Die Gewährung lohnkostenbezogener Investitionszuschüsse ist ausgeschlossen. Es handelt sich um gewerbliche Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Betten und mindestens 30 Prozent Umsatzanteil aus der Beherbergung. wenn neben der Schaffung beziehungsweise Erweiterung von Beherbergungskapazitäten gleichzeitig im erheblichen Umfang in die gewerbliche touristische Infrastruktur investiert wird. Die förderungsfähigen Investitionskosten werden allerdings nur bis zu einer Höhe von maximal 10 000 Euro anerkannt. Schwerin und Wismar gehört zu den strukturstärkeren Regionen der neuen Länder und erhält GA-Mittel unter der Maßgabe der Konditionen der B-Fördergebiete.und -entwicklungsräume möglich. wenn sie der Errichtung. Damit könnten theoretisch die meisten Gutsanlagen in Schleswig-Holstein im Rahmen gewerblicher Investitionen in den Genuss von Investitionszuschüssen kommen. Ansonsten gelten die Regelungen für die C-oder D-Fördergebiete. Nordwestmecklenburg und Parchim sowie den kreisfreien Städten Rostock.und Erholungsorten. Von der Förderung ist grundsätzlich die Schaffung neuer Bettenkapazitäten ausgeschlossen. Eine Förderung ist grundsätzlich nur innerhalb der vom Land ausgewiesenen Tourismusschwerpunkt.2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.124 Umnutzung von Gutsgebäuden Schleswig-Holstein stehen zwischen 2000 und 2006 rund 258 Millionen Euro aus dem EFRE zu. Der Investor muss bei Antragstellung jedoch ein von der zuständigen Denkmalschutzbehörde ausgestelltes Dokument vorlegen. Zum D-Förderungsgebiet gehören die Landkreise Plön und Rendsburg-Eckernförde sowie die kreisfreien Städte Kiel und Neumünster. Nordfriesland. Die Anträge sind vor Beginn des Investitionsvorhabens bei der Investitionsbank einzureichen. Der gesamte Westen des Landes Mecklenburg-Vorpommern bestehend aus den Landkreisen Bad Doberan. Voraussetzung für die Förderung ist. Erweiterung. Ostholstein. Schleswig-Flensburg sowie in den kreisfreien Städten Flensburg und Lübeck.und Herrenhäusern sowie sonstige historische Gebäude. Der übrige Teil des Landes kommt als A-Fördergebiet in den Genuss der höchsten Fördersätze. Campingplätze und Wohnmobil-Campingplätze. dass sich durch die Investition die Anzahl der Dauerarbeitsplätze im Betrieb um 15 Prozent erhöht und die Abschreibungen der letzten drei Jahre müssen den Investitionsbetrag um mindestens 50 Prozent übersteigen. die überwiegend ständig wechselnden Gästen dienen sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch sonstige gewerbliche Betriebe der Tourismuswirtschaft. darunter das Radison SAS Resort Schloss Fleesensee in Göhren-Lebbin bei Waren (a] WIRTSCHAFTSMINISTERIUM M-V 1998). Mecklenburg-Vorpommern werden im Zeitraum 2000 bis 2006 allein für die Investitionsförderung durch den EFRE 374. Investitionen von privaten Unternehmen mit einem Umsatzschwerpunkt (mindestens 30 Prozent der Umsätze mit eigenen Beherbergungsgästen) im Fremdenverkehr werden gefördert. Ausgenommen davon sind nur Errichtungs. Ludwigslust. Gefördert werden Betriebe nur in anerkannten Kur. Die Förderung von gewerblichen Investitionen erfolgt unter den genannten Maßgaben für C-Fördergebiete in den Landkreisen Dithmarschen. Zwischen 1990 und 1997 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 2054 Investitionsmaßnahmen im Fremdenverkehrsgewerbe durch GA-Mittel gefördert. Diese Gelder werden zusammen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie Bundes. . Im D-Fördergebiet werden grundsätzlich nur Investitionen in Betriebsstätten gefördert. das die Zugehörigkeit zu den genannten Gebäuden bestätigt. Fremdenverkehrsbetriebe und sonstige Betriebe der Tourismuswirtschaft können nur unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.und Landesmittel im Regionalprogramm 2000 gebündelt. Diese Gebäude genießen daher durchaus einen Sonderstatus.und Erweiterungsinvestitionen in Schlössern und Investitionen in Guts. Außerhalb dieser Orte ist eine Förderung nur ausnahmsweise möglich. Ein Rechtsanspruch auf GA-Mittel besteht nicht.

was in der Regel eine Einsparung von 40 Kilogramm Kohlendioxid je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr bedeutet. die Installation von Brennwertkesseln oder der Einbau von Niedrigtemperaturkesseln in Verbindung mit Maßnahmen zum Wärmeschutz gefördert.beziehungsweise Instandsetzungsmaßnahmen ist das KfW-CO2-Minderungsprogramm gedacht. Gefördert werden Betriebe des Handwerks. Der Umsatz der Betriebe darf 50 Millionen Euro nicht übersteigen. Aufwendungszuschüsse für die Schaffung von altengerechten Mietwohnungen mit Betreuungsangebot zu erhalten. Von der KfW und vom Land auf der Grundlage des Wohnraumförderungsgesetzes (WoFG) gibt es zinsgünstige Darlehen. zum Beispiel an Dach. Der Kredithöchstbetrag liegt bei insgesamt fünf Millionen Euro oder 30 000 Euro je Wohneinheit. Die Förderung erfolgt mit öffent- . Das KfW-Programm Wohnraummodernisierung 2003 fördert die Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden. die Modernisierung von Wohnraum. Allerdings werden je nach Maßnahme höchstens zwischen 50 und 250 Euro je Quadratmeter Wohnfläche zinsgünstig finanziert. Gefördert wird der Wohnungsbau einschließlich des erstmaligen Erwerbs innerhalb von zwei Jahren nach Fertigstellung. Berechtigt sind Privatpersonen unabhängig von Alter und Familienstand.und Instandsetzungsmaßnahmen an Altbauten bietet das KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm bessere Konditionen. Für Modernisierungs.4 Förderung der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum Abgesehen von den steuerlichen Möglichkeiten findet eine Förderung der Erhaltung und Schaffung von Wohnraum im Wesentlichen über zwei Wege statt. In Mecklenburg-Vorpommern besteht darüber hinaus die Möglichkeit. wobei die durch die Baumaßnahmen entstehenden Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 250 Euro je Quadratmeter Wohnfläche zinsgünstig finanziert werden. Hierbei sind die Regelungen der Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB) und die Finanzierungsrichtlinien (FiRL) Soziale Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein maßgeblich.5. Der Umbau bestehender Gebäude zu Mietwohnungen sowie die Modernisierung wird in Schleswig-Holstein hauptsächlich über die Maßgaben des WoFG gefördert. Fassade und Fenstern. Wärmetauscher oder solarthermische und Photovoltaik-Anlagen. Es bietet Darlehen für Investitionen selbst genutzter oder vermieteter Wohngebäude. Der Bau und Erwerb von selbst genutzten Eigenheimen oder Wohnungen wird durch das KfW-Wohneigentumsprogramm gefördert. Die mögliche Kredithöhe bemisst sich an den Maßnahmen und der damit zu erreichenden CO2-Reduktion. Der Kreditbetrag von 500 000 Euro wird nur in den neuen Bundesländern bei besonderer volkswirtschaftlicher Bedeutung bis zu einem Kreditbetrag von höchstens drei Millionen Euro überschritten. allerdings höchstens 100 000 Euro. 4. In den neuen Ländern können maximal drei Viertel und in Westdeutschland 50 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten abgedeckt werden. Von den Gesamtkosten werden 30 Prozent zinsgünstig finanziert. Das Programm bietet langfristige Darlehen mit zinsgünstigen Festzinssätzen für gewerbliche Investitionen in Ostdeutschland und in den GA-Fördergebieten der alten Bundesländer an. Es müssen kleine und mittlere Unternehmen sein. der Erwerb von Belegungsrechten am bestehenden Wohnraum und der Erwerb von bestehenden Wohnraum. Die Anträge für die genannten Darlehen sind über die Hausbank oder Sparkasse an die KfW zu richten. Umfangreicheren Sanierungs. Handels und der Dienstleistunsbranche sowie die Freien Berufe außer Heilberufe. Ziel ist die Sanierung zum Niedrigenergiehaus. Es können bis zu 100 Prozent der förderungsfähigen Kosten abgedeckt werden.Umnutzung von Gutsgebäuden 125 Investitionen werden zudem durch das ERP-Regionalförderprogramm der KfW gefördert. Durch das Programm werden aber nur Wärmeschutzmaßnahmen. Eingeschlossen sind Maßnahmen zur Nutzung von erneuerbarer Energie wie Wärmepumpen. die einen Beitrag zur Energieeinsparung und CO2-Minderung leisten.

Nur innerhalb von förmlich festgelegten Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen ist für diese Maßnahmen das Ausschöpfen der Darlehensobergrenze möglich. Kalenderjahres nach der Bezugsfertigkeit. der Fassade. Die geförderten Wohnungen sind für mindestens 15 Jahre ab Fertigstellung Wohnungssuchenden zum Gebrauch zu überlassen. die Wiederherstellung oder Erneuerung des Daches. Das Baudarlehen beträgt in diesem Falle 80 Prozent der förderfähigen Kosten.126 Umnutzung von Gutsgebäuden lichen Mitteln durch Baudarlehen. Witterungseinflüsse und unterlassene Instandhaltung verursacht werden. Modernisierungen sind bauliche Maßnahmen. Instandsetzungen sind bauliche Maßnahmen zur Behebung von Mängeln an Wohngebäuden. Diese Zweckbestimmung der Wohnungen endet grundsätzlich je nach Vereinbarung mit Ablauf des 25. bauliche Maßnahmen für den erstmaligen Anschluss an die öffentliche Entwässerung. Mit der Förderung ist eine Mietpreis. Alterung. höchstens jedoch 14 000 Euro bei unter 50 Quadratmeter Wohnfläche und 16 500 Euro bei über 50 Quadratmeter Wohnfläche. Förderfähig sind 75 Prozent der Modernisierungskosten. die den Gebrauchswert von Wohngebäuden dauerhaft erhöhen. Des Weiteren ist die Beseitigung von Schäden an Gebäuden. Bewilligungsstelle für die Gewährung der genannten Fördermittel ist das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern.und Belegungsbindung der Wohnungen für die Dauer von 15 Jahren verbunden. höchstens jedoch 20 500 Euro je Wohnung. Die förderungsfähigen Kosten müssen mindestens 625 Euro je Quadratmeter Wohnfläche betragen. oder 35. der Einbau oder die Erneuerung der Heizung. Auf der Grundlage des WoFG und der ModRL gewährt das Land Mecklenburg-Vorpommern zur Modernisierung und Instandsetzung von Wohngebäuden auf Antrag zweckgebundene zinsgünstige Darlehen. Antragsberechtigt sind die Eigentümer der betreffenden Wohngebäude. die Änderung. gleichgültig. Daher sind die Bauwerkstrockenlegung. Die Wohnungen sind älteren Menschen vorbehalten. Kaum eine Gutsanlage in Schleswig-Holstein befindet sich in diesen Gebieten. die bestimmte Einkommensgrenzen nicht oder nur unwesentlich überschreiten. Die förderungsfähigen Kosten dürfen höchstens 500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche betragen.15 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. die durch Abnutzung.50 Euro je Quadratmeter und Monat bei einem jährlichen stufenweisen Abbau von 0. ob es sich um natürliche oder juristische Personen handelt. der Fenster oder innerer Teile des Wohngebäudes. Lebensjahr vollendet haben. Die Auszahlung des Darlehensbetrages erfolgt nach Fertigstellung der geförderten Maßnahme. Die Kosten je Quadratmeter Wohnfläche dürfen bestimmte Beträge nicht übersteigen. Elektroinstallation. . Wasserver. Erweiterung oder Nutzungsänderung von Gebäuden und die Anpassung von Wohnraum an die veränderten Wohnbedürfnisse förderfähig. Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Fördermittel besteht nicht (ModRL). Die Schaffung von altengerechten Mietwohnungen mit Betreuungsangebot im Bestand wird ebenfalls begünstigt. Der Aufwendungszuschuss beträgt 1. Außerhalb ist die Höhe des Baudarlehens von Art und Umfang der Baumaßnahme abhängig. Die Förderung erfolgt durch Darlehen beziehungsweise Aufwendungszuschüsse. Es können auch bauliche Maßnahmen im nicht gebundenen Wohnungsbestand gefördert werden. Es werden nur Wohnungen von Haushalten begünstigt. Das Förderdarlehen deckt höchstens drei Viertel der gesamten Baukosten des Vorhabens ab.und -entsorgung sowie Wärmeschutzmaßnahmen förderfähig. Hierbei ergibt sich in zehn Jahren ein Gesamtbetrag von 99 Euro je Quadratmeter. die höchstens 30 000 Euro je Vorhaben oder 12 000 Euro je Wohnung betragen dürfen. Holzschutzarbeiten an Tragwerkskonstruktionen. Der Darlehensbetrag deckt bis zu 40 Prozent der förderungsfähigen Kosten ab. die das 60. wenn der Gebrauchswert erheblich erhöht oder eine nachhaltige Einsparung von Energie und Wasser erzielt wird. Die Belegung erfolgt im Einvernehmen mit der Gemeinde. Mit diesem Förderinstrument wurde der Umbau des ehemaligen adeligen Klosters in Barth unterstützt.

Allerdings profitieren Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nicht gleichermaßen von den EU-Mitteln. MecklenburgVorpommern ist im europäischen Maßstab eine Region mit großem Entwicklungsrückstand und kann als Ziel-1-Gebiet bis 2006 mit 738. Die Europäische Union (EU) spielt hierbei eine sehr große Rolle. Die Auszahlung erfolgt erst nach dem Eintrag in das Grundbuch. betreiben die Bundesländer eine aktive Strukturpolitik. Um die Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes zu stärken und die Lebensqualität seiner Bewohner zu erhöhen. Mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten müssen durch Eigenleistungen abgedeckt werden.und nachgelagerten Bereichen. ehemals landwirtschaftlichen Gebäuden oder in dem Abbau von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft und den vor. allerdings dürfte die Bedeutung aufgrund einer verbesserten Infrastruktur und der Nutzung von modernen Informations.und Kommunikationstechnologien sowie die zunehmende Berücksichtigung von Umweltbelangen eher abnehmen. 4. die sich ihrer entledigen möchten.5. Auch die TLG betreibt den Verkauf von Gutshäusern an Mieter. da sich in Mecklenburg-Vorpommern viele Gutshäuser im Eigentum von Kommunen befinden. Die Mittel für die Förderung von Maßnahmen der ländlichen Regionalentwicklung und Dorferneuerung speisen sich aus verschiedenen Töpfen.zu Eigentumswohnungen. Die Fördermittel werden als Kredit zur Verfügung gestellt. Das Programm ist insbesondere für die Bewohner von Plattenbausiedlungen gedacht. Nach dem Erwerb darf der Käufer nicht über weniger als ein festgelegtes Grenzeinkommen zur Lebensführung verfügen. Zwar wird der Agrarsektor ein gewichtiger Faktor der Wirtschaft auf dem Lande bleiben. Diese zeigen sich in leerstehenden. Junge Menschen verlassen ihre Heimat und es kommt zu einer Überalterung der Bevölkerung.und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL – Abt. Die Abteilung Garantie des EAGFL unterstützt die ländliche Entwicklung im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik in den anderen Regionen der Union. leistungsfähigen Agrarbetrieben. Hierfür stehen rund zehn Prozent der Garantiemittel des EAGFL zur Verfügung. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft erfordert immer neue Anpassungsleistungen. Die Darlehenshöhe ist abhängig von der Zahl der Familienangehörigen. Auf diesem Wege ist das Gutshaus Gützlaffshagen in der Gemeinde Garz auf der Insel Rügen vollständig in das Eigentum der ehemaligen Mieter übergegangen. Der Verkauf an die ehemaligen Mieter ist hierbei eine praktikable Alternative. In Schleswig-Holstein zeigte der ländliche Raum in den letzten Jahren hingegen eine positive Entwicklung. Aber auch dort sorgte die Veränderungsdynamik neben positiven Effekten wie der Schaffung von Arbeitsplätzen außerhalb des agraren Sektors allerdings auch für Friktionen. Die Anträge sind an die zuständigen Landratsämter oder Verwaltungen der kreisfreien Städte zu richten.255 Millionen Euro aus dem Europäischen Ausrichtungs.Umnutzung von Gutsgebäuden 127 Das Landesprogramm zur Förderung des Erwerbs von eigengenutzten Eigentumswohnungen aus dem Bestand (LPBestErw) erleichtert in Mecklenburg-Vorpommern die Umwandlung von Miet.5 Förderung der Dorferneuerung und ländlichen Regionalentwicklung Der ländliche Raum ist einem mehr oder weniger starken Veränderungsdruck ausgesetzt. wie zum Beispiel Dolgemost im Stadtgebiet von Putbus. Antragsberechtigt sind natürliche Personen. Ausrichtung) rechnen. Der Trend geht weiterhin zu großen. . Die Fördermöglichkeit besitzt trotzdem im Zusammenhang mit Gutsgebäuden eine gewisse Bedeutung. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern fehlt es an beruflichen Perspektiven.

Die konkreten Projekte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zeigen insgesamt eine große Übereinstimmung. hat den Charakter eines Rahmenplanes und damit keine unmittelbare Rechtswirkung. ausnahmsweise mit bis zu 50 Prozent bezuschusst werden. Gefördert wird ebenfalls die Erhaltung und Gestaltung land.und forstwirtschaftlicher oder historisch bedeutender Bausubstanz mit ortsbildprägendem Charakter. Förderfähig sind Maßnahmen der Dorferneuerung und -entwicklung sowie der Schutz und die Erhaltung des ländlichen Kulturerbes.und Kommunikationstechnik. Zusammen mit den öffentlichen Aufwendungen des Landes und der Kommunen bilden die Bundes. Investitionen von Gemeinden beziehungsweise Gemeindeverbänden in die genannten Maßnahmen können mit 40 Prozent. Ziel ist das Bündeln von EU-. Bundes-. Einen abschließenden Maßnahmenkatalog gibt es jedoch nicht. die Einrichtung von ländlichen Dienstleistungszentren mit moderner Informations. Umnutzungsmaßnahmen landwirtschaftlicher Betriebe sind besser gestellt. In Schleswig-Holstein sind die Erhaltung und Gestaltung land. Forsten und Fischerei und dem Landrat oder Oberbürgermeister genehmigt. In Mecklenburg-Vorpommern wird dieser Rahmenplan Dorferneuerungsplan genannt. Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Verbesserung der Agrarstruktur und die Entwicklung des ländlichen Raumes zum Ziel gesetzt. Verbesserung der land. Der Dorfentwicklungsplan baut auf den Erkenntnissen einer Ländlichen Struktur. Der maximale Fördersatz beträgt 40 Prozent bei einem Förderhöchstbetrag von 100 000 Euro.128 Umnutzung von Gutsgebäuden Schleswig-Holstein ist hierbei ohne Einschränkung Fördergebiet und wird bis 2006 jährlich rund 35 Millionen Euro von der EU erhalten.und forstwirtschaftlich genutzter Bausubstanz mit ortsbildprägendem . Es beinhaltet mit der Förderung der ländlichen Entwicklung. Bundesmittel fließen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. jedoch höchstens 20 000 Euro je Maßnahme. Dort wurde der Umbau eines Landsitzes zur Außenstelle der Jugendherberge Albersdorf mit über 900 000 Euro gefördert. Die Förderung von Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung und ländlichen Regionalentwicklung richtet sich nach den jeweiligen Richtlinien in den Bundesländern. Den privaten Zuwendungsempfängern werden nicht rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 30 Prozent gewährt. der Agrarumwelt.und Betriebsraum für ein Schwimmbad. die Diversifizierung und Schaffung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe und die Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude zur Schaffung neuer Arbeitsplätze förderfähig. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Förderungsmodalitäten etwas anders. die Diversifizierung der Tätigkeiten im agraren und landwirtschaftsnahen Bereich und die Tourismusförderung.und Entwicklungsanalyse (LSE) auf. Der ehemalige Pferdestall dient der Gemeinde als Feuerwehrgerätehaus sowie Schulungs.und forstwirtschaftlicher oder ehemals land.und EU-Mittel die finanzielle Basis für die Förderung von Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung und ländlichen Regionalentwicklung. Von diesen Zuwendungen konnte die Gemeinde Pahlen bei Tellingstedt profitieren. In SchleswigHolstein sind die Aktivitäten des Landes unter dem Dach des Programms Zukunft auf dem Land (ZAL) vereint. Die Grundlage der Investitionsförderung ist in Schleswig-Holstein ein von der Gemeinde aufzustellender und vom Innenministerium zu genehmigender Dorfentwicklungsplan. Er wird im Einvernehmen mit dem Ministerium für Ernährung. Ausnahmen sind bei der Förderung von Einzelmaßnahmen mit Leitbildfunktion und der Förderung von Mietwohnungen möglich.und Ausgleichsmaßnahmen sowie Projekte in der Forstwirtschaft drei große Maßnahmegruppen. Landwirtschaft.und ernährungswirtschaftlichen Produktionsstruktur. Landes und kommunalen Mitteln.

Die Maßnahmen sollen dazu dienen. die nicht zurückgezahlt werden müssen.und forstwirtschaftliche Bausubstanz inklusive der Hofräume und Nebengebäude an die Erfordernisse zeitgemäßen Wohnens und Arbeitens anzupassen. Dieses Kürzel steht für Liaison entre actions de dévelopment de l’économie rurale oder übersetzt Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Teilnehmergemeinschaften werden mit bis zu 70 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert. Garten. neue zu schaffen oder Zusatzeinkommen zu erschließen. Für die Umnutzung von Gebäuden können Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt werden. vor Einwirkungen von außen zu schützen oder in das Ortsbild oder in die Landschaft einzubinden. die die land. Der Abriss von landwirtschaftlichen Gebäuden kann mit bis zu 50 Prozent bezuschusst werden. Dienstleistungs-. In SchleswigHolstein sind mit der Schleiregion. Es handelt sich hierbei um Zuschüsse. die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit Blick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Gemeinden im ländlichen Raum. Gewerbe-. Arbeitsplätze zu sichern. Holsteinsherz (Segeberg/Stormarn) und dem Kreis Steinburg (außer Itzehoe) sechs lokale Aktionsgruppen aktiv. Eider-Treene-Sorge-Niederung. Für eine Förderung kommen alle ländlichen Gebiete der EU in Frage.und forstwirtschaftlicher Betriebe für Wohn-. höchstens mit 750 000 Euro förderfähig. Begünstigte der finanziellen Unterstützung im Rahmen von LEADER+ sind die als lokale Aktionsgruppen (LAG) bezeichneten Partnerschaften. Für natürliche und juristische Personen sowie Personengesellschaften des privaten Rechts gilt grundsätzlich mit 40 Prozent und höchstens 20 000 Euro je Maßnahme ein anderer Fördersatz. in Weilern und landschaftsbestimmenden Gehöftgruppen und Einzelhöfen gefördert. Allerdings ist auch der Abriss nicht mehr nutzbarer baulicher landwirtschaftlicher Anlagen förderfähig.und Lagerflächen wird allerdings nur bis zu 50 000 und die übrigen Maßnahmen mit bis zu 100 000 Euro je Maßnahme bezuschusst. Insgesamt werden für Projekte in diesen Regionen zwölf Millionen Euro von der EU zur Verfügung gestellt. Zu diesen Projekten gehören auch Pläne. Die Einkünfte der Zuwendungsempfänger dürfen allerdings 90 000 Euro im Jahr nicht überschreiten. Er prüft die Förderanträge auf der Grundlage des genehmigten Dorferneuerungsplanes. Die genannten Projekte werden generell nur in Gemeinden und Ortsteilen mit landwirtschaftlicher Siedlungsstruktur. in denen Behörden und gewählte Vertreter nicht mehr als 50 Prozent der Mitglieder stellen dürfen. Westküste. Die Förderung der Umnutzung von Gutsgebäuden durch EU-Mittel im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER+ in Betracht.und Kulturerbes.Umnutzung von Gutsgebäuden 129 Charakter einschließlich entsprechender Hof-. Schwentine-Holsteinische Schweiz.und Grünflächen. öffentliche oder gemeinschaftliche Zwecke gefördert. Die Auswahl der durch LEADER+ geförderten Regionen ist abgeschlossen. Hinzu kommt noch einmal der gleiche Betrag aus nationalen Quellen. Maßnahmen in Dorferneuerungsgebieten sind mit bis zu 750 Euro je Einwohner. Im Mittelpunkt der Initiative steht die Aufwertung des Natur. Bewilligungsbehörde ist der Landrat oder Oberbürgermeister. kulturelle. Im Zeitraum 2000 bis 2006 stehen in Deutschland 247 Millionen Euro zur Verfügung. Handels-. in einem ehemaligen Remontestall in Grabau bei Bad Oldesloe eine kulturelle Begegnungsstätte mit dem Namen Naturhaus am Grabauer See . Inbegriffen sind auch Maßnahmen. Im Rahmen der Umnutzung von landwirtschaftlicher Bausubstanz werden vom Land investive Maßnahmen land. Ingenieuren und Betreuern sowie der Landkauf in Verbindung mit den oben beschriebenen Umnutzungsmaßnahmen förderfähig. Ebenso sind Leistungen von Architekten. Die Schaffung von Wohn.

und Nebenerwerben begünstigt. Es werden Kräuter. Die Gemeinschaftsinitiative LEADER besteht in veränderter Form bereits seit 1991.und Dienstleistungsgewerbe sowie zur Errichtung von abgeschlossenen Mietwohnungen förderfähig. Der Bullenstall in Repnitz bei Gnoien wurde für Kulturveranstaltungen saniert. In der Vergangenheit flossen mehrfach Mittel zum Erhalt von Gutsgebäuden aus dieser Quelle. Vereinszweck ist der kulturelle Austausch und die Förderung des Tourismus. Ebenfalls ist die Umnutzung. Ebenfalls ist die Einrichtung einer Druckerei im Erdgeschoss und einer Heimatstube im Obergeschoss einer Gutskate in Gülzow bei Güstrow gefördert worden. In dem Gebäude finden darüber hinaus Kulturveranstaltungen statt. jedoch verbessern sich die Förderkonditionen der Nutznießer nicht.und Produktionsbereichen und Aktivitäten im Zusammenhang mit der Kombination von landwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Zu.und Mehrbettzimmern untergebracht sind.und Freizeitangebots in ländlichen Gemeinden wie der Neu-. Im Dammereezer Park gelang die Einrichtung eines Naturlehrpfades mit Hilfe von LEADER-II-Mitteln. Marienhof bei Güstrow und Viecheln bezuschusst. In Mecklenburg-Vorpommern wurden zwölf Regionen ausgewählt. Nahezu alle Arten von Gutsgebäuden oder sogar ganze Anlagen sind Teil von Projekten geworden. Als weiterer Verwendungszweck können auch Maßnahmen zur Verbesserung des Kultur. Die Kapelle in Prüzen wurde zu einer Begegnungsstätte ausgebaut. Ein Raum wird durch den Förderverein Gutshaus Ehmkendorf e. Antragsberechtigt sind in diesem Fall ausnahmsweise auch Gemeinden.130 Umnutzung von Gutsgebäuden einzurichten. So werden Investitionen in landwirtschaftsnahen Dienstleistungs. Bei LEADER+ handelt es sich nicht um ein eigenständiges Förderprogramm. Die Kredite stehen einerseits für typische Dorferneuerungsmaßnahmen zur Verfügung.und Pilzferien für Kinder angeboten. Zur Weiterentwicklung ländlich geprägter Orte durch die Verbesserung der Lebens. Gemeindeverbände und Vereine. Neben diesen typischen Maßnahmen der Dorferneuerung sind auch Arbeitsplätze schaffende und Arbeitsplatz erhaltende Maßnahmen im ländlichen Raum durch das Programm abgedeckt. Es stehen zwar zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung. In Helpt bei Neubrandenburg ist der Umbau eines Stallspeichers zu einer Berufsförderungswerkstatt geplant. auch wenn die Gebäude nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. . Das Gebäude befindet sich im Privateigentum. So wurde die Sanierung des Gutshauses Ehmkendorf 1997 bis 1998 in der Gemeinde Stubbendorf bei Tessin durch den Vorgänger LEADER II unterstützt. Insgesamt ist eine Investitionen von 300 000 Euro vorgesehen. Der Forsthof Glaisin wurde vollständig saniert und zu einem Gasthof mit Veranstaltungssälen in den Wirtschaftsgebäuden ausgebaut. Häufiger sind allerdings Maßnahmen im Zusammenhang mit Gutshäusern gefördert worden. Friedrichshof bei Waren. die Erhaltung und Gestaltung ortsbildprägender landwirtschaftlicher Bausubstanz. Ebenfalls ist der Einbezug des Gutshofes Seedorf bei Bad Segeberg in ein LEADER+-Projekt vorgesehen. Um. die in Doppel. Hieraus wird die Aktivität so mancher Vereine in Mecklenburg-Vorpommern im Zusammenhang mit Gutsanlagen ersichtlich. genutzt. der Ausbau und die Erweiterung ehemals landwirtschaftlich genutzter Bausubstanz zur Erhaltung und Neueinrichtung von wohnstättennahen Arbeitsplätzen für Handwerk.und Erwerbsbedingungen sowie des Wohnungsangebotes hat die Landwirtschaftliche Rentenbank das Sonderkreditprogramm Dorferneuerung und ländliche Entwicklung aufgelegt. Das ist zum Beispiel der Erwerb. Dort sind eine Ausstellung zu den Stoffkreisläufen in der Natur und Mitmachaktionen geplant.V.und Ausbau von Jugendfreizeiträumen gefördert werden. Klein. Weitere Projekte wurden bis 2000 in den Gutshäusern in Beseritz.

Förderfähige Maßnahmen sind alle Arbeiten zur Sicherung. Ansonsten sind natürliche und juristische Personen sowie Personengesellschaften des privaten Rechts in ländlichen Gemeinden und Ortsteilen antragsberechtigt. abgewickelt. Besitzer oder Unterhaltungsberechtigte von Denkmalen sein.5. Die Kreditvergabe wird über die vom Antragsteller gewählte Hausbank oder Sparkasse abgewickelt. das Kuhhaus in Bossee oder das Torhaus des . Die Förderung wird im Zusammenarbeit mit dem im November 1995 gegründeten Denkmalpflegeverein Schleswig-Holstein e. Die Kredite sollen je Betrieb und Jahr 500 000 Euro nicht übersteigen. Die Darlehen sollen ein Volumen von 2. Das sind Maßnahmen. Zweckverbände und in Ausnahmefällen auch Privatpersonen in ländlichen Regionen. Gebietskörperschaften. Erhaltung und Restaurierung von Denkmalen in ihrer Originalsubstanz. Jeder einzelne Fall wird geprüft. soweit diese dem Wohl der Leistungsfähigkeit des ländlichen Raumes in Schleswig-Holstein dienen und im Zusammenhang mit der Landwirtschaft stehen. Wenn das Land entsprechende Komplementärmittel zur Verfügung stellt. Das Sonderkreditprogramm Räumliche Strukturmaßnahmen fördert Infrastrukturinvestitionen in ländlich geprägten Regionen. Die Zuwendungen werden als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt und können bis zu 50 Prozent der denkmalbedingten Mehraufwendungen betragen. die der Substanzerhaltung dienen. wenn auch eine Beteiligung der Landkreise. In den ersten fünf Jahren seines Bestehens wurde ein Investitionsvolumen von über 18 Millionen Euro induziert und so das Herrenhaus in Düttebüll. Zuwendungsempfänger können Eigentümer. Gefördert werden Maßnahmen zur Sanierung und Erhaltung denkmalgeschützter Bauten und Anlagen. In Ausnahmefällen ist ein höherer Kreditbetrag möglich. In Schleswig-Holstein besteht hinaus gehend über die sehr geringen Mittel des Landesamtes für Denkmalpflege auch die Möglichkeit der Förderung des Erhalts kulturhistorisch wertvoller Bauten und Anlagen durch die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft.5 Millionen Euro pro Jahr und Kreditnehmer nicht übersteigen. Gemeindeverbände.V. Antragsberechtigt sind Gemeinden. wie die Dorfsanierung oder der Bau von öffentlichen Freizeiteinrichtungen. wenn die Projekte die Bedingungen der Gemeinnützigkeit erfüllen. die von besonderer nationaler kultureller Wichtigkeit sind oder für die kulturelle und historische Entwicklung einer Kulturlandschaft eine herausragende Bedeutung haben. In Mecklenburg-Vorpommern wie auch in Schleswig-Holstein sind Zuwendungen von Landkreisen für Erhaltungsmaßnahmen an Denkmalen möglich. Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der kommunalen Daseinsvorsorge. Auf Landesebene wird in Mecklenburg-Vorpommern die Förderung des Erhalts von Baudenkmalen vornehmlich über das Landesprogramm Denkmalpflege organisiert.6 Denkmalförderung Durch das Denkmalschutz. 4. kreisfreien Städte oder Gemeinden vorliegt. Dazu gehören neben bedeutenden Baudenkmalen auch historische Parks und Gärten. werden denkmalpflegerische Maßnahmen durch Zuwendungen gefördert. Die Förderung soll nur dann erfolgen.Umnutzung von Gutsgebäuden 131 die sich mit der Jugendarbeit befassen. Die Stiftung gewährt Zuschüsse an natürliche und juristische Personen. Die Anträge auf finanzielle Zuwendungen sind an das Landesamt für Denkmalpflege zu richten. wenn auch die Haushaltsansätze gegenwärtig nur sehr klein sind.und Förderprogramm des Bundes für national wertvolle Kulturdenkmäler werden Objekte gefördert.

V. den finanziellen Eigenanteil selbst zu tragen. . zurück. Ebenfalls auf private Initiative geht der Denkmalfonds Schleswig-Holstein e. Die Projektauswahl erfolgt in Übereinstimmung mit den Landeskonservatoren. ob diese sich nun in urbanen oder in ländlichen Regionen befinden. Die Messerschmidt-Stiftung fördert nur Projekte in den neuen Ländern.132 Umnutzung von Gutsgebäuden Lensahnerhofes saniert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert dort. wo die Existenz von Kulturdenkmalen ohne Soforthilfe in Frage gestellt ist und die Eigentümer nicht in der Lage sind. Der Verein wurde bereits 1977 gegründet und kümmert sich um den Erhalt von Kulturdenkmalen.

Von den Wirtschaftsgebäuden ist nichts erhalten. Die Hotelgebäude weisen daher ausnahmslos nur einen einfachen Habitus und aufgrund der geringen Baumasse nur vergleichsweise . der überwiegend für die Hausgäste da ist. Das sind Ein. die überwiegend dem Tourismus zuzuordnen sind und/oder eine hohe Kapital.Gutsanlagen und ihre Nutzung 133 5. auch wenn zwischen den einzelnen Standorten große Unterschiede bestehen. welches dem nun Landhaus genannten Fachwerkgebäude auf der anderen Seite des alten Marktes gegenüber liegt.und Arbeitsintensität beziehungsweise große Kapazität aufweisen. Hotels gibt es in Schleswig-Holstein in den Gutshäusern von Hof Sierksdorf. die überwiegend dem Freizeitbereich angehören und/oder mit geringerer Kapital. Sie spielen dann als Treffpunkt der dörflichen Gemeinschaft eine erhebliche Rolle. Eine ähnliche Situation findet sich in Seedorf (Kreis Segeberg).und Arbeitsintensität und kleineren Kapazitäten verbunden sind. Das Hotel garni im Gutshaus von Julianka war früher der Mittelpunkt eines Meierhofs von Heiligenstedten. Dort hat der Gasthof Die Turmschänke 1987 das ehemalige Verwalterhaus gekauft und zum Bettenhaus mit Einzel. Aufgrund des vielfältigen Angebots im gastronomischen und teilweise auch kulturellen Bereich können Hotels und Gasthöfe auf die Bevölkerung im umliegenden Gebiet eine besondere Anziehung ausüben.und Doppelzimmern umgebaut. Hotels und Gasthöfe sowie Hotels garnis Mit der vergleichsweise höchsten Kapital. wenn dieser Vorgang auch manchmal schwierig ist. Das Gutshaus des Grömitzer Hofes beherbergt heute acht Zimmer des Hotels Gosch. Waldhof (Mölln) und Wulfsmühle (Tangstedt).oder Mehrraum-Ferienwohnungen mit der Möglichkeit der Selbstversorgung. Pfahlershof bei Lunden. Hotels garnis vermögen nur kleine Speisen anzubieten. Eine explizite Zuordnung der aufgenommenen Nutzung der Standorte zum Tourismus oder zur Freizeit erscheint nicht nötig und auch nicht möglich. Das Ordnungsprinzip der ermittelten Aktivitäten erfolgt unter der Maßgabe. Jahrhunderts vom Amtmann von Sievers zusammengekauft worden und bereits wenige Jahrzehnte später wieder auseinander gefallen.1 Hotels und Pensionen sowie Gemeinschaftsunterkünfte Die nachfolgende Darstellung der Nutzung von Gutsanlagen in den Bereichen Tourismus und Freizeit liegt die Prämisse einer sektoralen Bestandsaufnahme zugrunde. Hotels bieten zum Beispiel häufig auch Appartments an. Hotels sind öffentlich zugängliche Beherbergungsstätten mit Dienstleistungsangebot und mindestens einem Restaurant. Der Grömitzer Hof ist Ende des 18. Dann folgen Einrichtungen. Gutsanlagen und ihre Nutzung 5. Solche Einrichtungen in Gutsgebäuden sind im Untersuchungsgebiet sehr ungleich verteilt.1. Demnach ist in Schleswig-Holstein kein Hotel in einem Herrenhaus untergebracht. da die Nutzung beziehungsweise das Nutzungsspektrum häufig einen Mix der beiden und anderer Bereiche aufweist. In der Realität weisen viele Betriebe den Wünschen der Gäste entsprechend ein Mischkonzept auf.1 Tourismus und Freizeit 5. dass zuvorderst Einrichtungen behandelt werden. Die Einordnung der verschiedenen Betriebsarten folgt diesem Schema. Oder Anbieter von Ferienwohnungen warten mit einem Hotelservice auf.und Arbeitsintensität werden Hotels und Gasthöfe behaftet. Beim Gasthof fehlt dieser Aufenthaltsraum. welches nicht nur Hausgästen zur Verfügung steht und einem Aufenthaltsraum.

Die Schlossgaststätte in Belau mit neun Doppelzimmern ist eine ehemalige Villa des Gutsbesitzers von Diekhof. Hervorzuheben sind hierbei die drei Schwerpunkte Beauty (Schönheitsfarmen und Kosmetik-Angebote. Settin) sowie eines Landsitzes (Sundische Wiese) und sogar einer Burg (Burg Stargard). Dafür gibt es mit zehn Standorten vergleichsweise wenige Gasthöfe. In Mecklenburg-Vorpommern haben insgesamt 17 Standorte ein teilweise sehr reichhaltiges Angebot in Sachen Wellness entwickelt. Dafür wird einem ein ansprechendes Ambiente und eine Vielzahl von Dienstleistungen geboten. Solarium und Fitness-Raum wie im Fitness-Gewölbe des Gutshauses Woldzegarten gehören in dieser Hinsicht zum Standard. die in einigen Fällen durch den Einbezug von historischen Nebengebäuden und den Neubau von Ergänzungsbauten erheblich vergrößert wurden. Hotels befinden sich zudem im Gutshaus eines Meierhofes (Ranzow). Rund 31 Objekte tragen diesen Titel. von Domänen (Albertshof. In diesem eher hochpreisigen Segment sind vielfach weit über fünfzig Euro für eine Übernachtung im Einzelzimmer fällig. Das Hotel Teschow bei Teterow kommt zusammen mit dem Neubautrakt auf 95 Doppelzimmer. übrigens nicht nur für . Im Gegensatz zur dürftigen Bilanz in Schleswig-Holstein (5 Hotels. Klein Upahl). Im Gutshaus Klink sind 18 Doppelzimmer und zwölf Suiten untergebracht. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. eines Forsthofes (Gremmin). Vielist). Seewalde. Neddesitz. Das Gutshaus in Gädebehn bei Altentreptow wurde erst 2001 von der Gemeinde verkauft. Schorssow. zweier Klostergüter (Groß Breesen. Die durchschnittliche Kapazität der aufgenommenen Hotels in MecklenburgVorpommern liegt bei rund 34 Zimmern beziehungsweise 58 Betten. Schwenzin. eines Stallgebäudes in Mellenthin oder des Verwalterhauses in Klink als Hauptgebäude der Hotelbetriebe sind selten. Zu guter Letzt gibt es die Gaststätte Heitmann in Wotersen und der bereits erwähnte Gasthof Die Turmschänke in Seedorf. Teschow. weisen die Objekte zum Teil beachtliche Kapazitäten auf. Gasthöfe in Gutsgebäuden wurden nur vier ermittelt. Da die Herrenhäuser in der Regel Gebäude mit einer großen Nutzfläche sind. Durch den Schlossorangerie genannten Anbau wurde die Anzahl der Zimmer um 78 vergrößert. Es gibt zwischen den beiden Bundesländern auch ganz gravierende qualitative Unterschiede. In Mecklenburg-Vorpommern ist insbesondere die sehr große Anzahl Schlosshotels auffällig. Mit über einhundert Euro je Nacht im Einzelzimmer haben die Hotels in Stolpe/Anklam. von Erbpachthöfen und sonstigen Gütern (Nakenstorf. Viele dieser Angebote lassen sich unter den schillernden Begriff Wellness subsumieren. Historisch betrachtet dürfen sich nur das Grand Hotel Mercure in Neustadt-Glewe und allenfalls das Hotel Jagdschloss Prillwitz (Großherzoglicher Landsitz) am Tollensesee mit diesem Titel schmücken. Burg Schlitz und Lütgenhof den höchsten Anspruch. Aufgrund der großen Baumasse und der Gebäudegestalt stünden allen 39 Hotels in Herrenhäusern und noch einigen weiteren Objekten die Bezeichnung zu. Abgesehen von Gagern (Schulgebäude) und Roggendorf bei Gadebusch (Meierei) befinden sich die Gasthöfe und Hotels garnis in Gutshäusern. Demern. Die Nutzung von Nebengebäuden wie einer Scheune in Bollewick. 4 Gasthöfe.134 Gutsanlagen und ihre Nutzung wenige Zimmer auf. Als Standorte sind vier Rittergüter. 1 Hotel garni) weist Mecklenburg-Vorpommern mit 54 Hotels mehr als die zehnfache Anzahl entsprechender Einrichtungen in Gutsgebäuden auf. Während in Schleswig-Holstein nur relativ bescheidene Objekte bestehen. Sauna. Zwei Gutshäuser befinden sich im Eigentum von Gemeinden und die Räumlichkeiten sind nur verpachtet (Briggow. Das historische Gasthaus Ole Liese auf dem Gutshof Panker bei Lütjenburg hat nur eine Kapazität von sieben Ferienzimmern. Friedrichshof bei Laage. sind in Mecklenburg-Vorpommern die Hotels überwiegend in Herrenhäusern untergebracht. Hinzu kommen drei Hotels garnis. allerdings handelt es sich um relativ kleine Gebäude. zwei Forsthöfe. eine Domäne und ein Stadtgut vertreten. Klein Nemerow).

MecklenburgVorpommern im Beauty.und Fitness-Bereiches. das Land verkauft und zehn Ferienzimmer und eine Ferienwohnung für den Kurbetrieb mit therapeutischem Reiten umgebaut. Dampfbad.und Wellness-Bereich die Marktanteile wieder abzunehmen. Sauna. Hohendorf. Sie erfolgen im Rahmen von Naturheilverfahren und der traditionellen chinesischen Medizin (Akupunktur). In Hohendorf wurde zur Ergänzung des Hotels ein Neubau für eine Schönheitsfarm und Gaststätte errichtet. Die Analyse der Nutzung von Gutsgebäuden macht diesen Umstand allerdings nicht deutlich. Teschow bei Teterow. Neddesitz.und Wellness-Bereich mit Schönheitsfarm. In Teschow besteht auch die Möglichkeit der Ferien-Dialyse. Tecaldarium. hat sich auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Asthma.und Gesundheitsbereich attestiert werden.und Bankett-Räumen sowie 40 zusätzliche Betten wiedererstehen. Allgemein kann Mecklenburg-Vorpommern ein Nachholbedarf im Kur-. Wellness. nehmen die in den letzten Jahren geschaffenen Angebote in Gutsgebäuden eine Spitzenstellung ein. zeigen die Pläne in Spyker auf Rügen. In dem Beauty. Auf Sport und Wellness hat sich insbesondere das Hotel in Teschow bei Teterow spezialisiert. Im Gutshaus von Hohen Niendorf ist eine Schönheitsfarm geplant. der in Form.und Außenschwimmbad. Massagen und Physiotherapie sowie Schwimmbäder. Innen. Vor wenigen Jahren wurde die Landwirtschaft eingestellt. Ganz im Gegenteil. Darüber hinaus sind Wellness-Elemente wie bestimmte Massagen und ein Kosmetik-Studio vorhanden.Gutsanlagen und ihre Nutzung 135 die Damen). Schorssow und Woldzegarten. Ebenso wie es für Mecklenburg-Vorpommern schwierig ist. Die Schloss Warnsdorf genannte Anlage wird neben anderen Indikationen für die Behandlung von Übergewichtigen genutzt. Dort sollen die abgerissene Gärtnerei und der Wirtschaftshof für die Unterbringung eines Wellness. Solarium. Rheumatologie. Allerdings bestehen dort drei Kurkliniken beziehungsweise Sanatorien in Gutshäusern. könnte es bei zukünftigen Umnutzungsmaßnahmen in Schleswig-Holstein zu Problemen kommen. Rhassoulbad und Massagen bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Die Einrichtung in Bellevue auf Fehmarn. In Schleswig-Holstein gibt es solche Angebote im Zusammenhang mit Gutshöfen nicht. Sie beinhaltet mehr oder weniger große Wellness-Elemente. Brodersby) mit 260 Einzelzimmern auf. Twedt) außerhalb der Saison als Kneipp-Herberge für bis zu 13 Personen. Klink. Allerdings ist die Einrichtung zurzeit geschlossen. Jedoch könnte die Expansion durch weitere Einsparungen im Gesundheitswesen empfindlich gebremst werden. von Tagungs.und Gesundheitstourismus noch nicht erreicht hat. Das umfassendste Leistungsspektrum und die größte Kapazität weist allerdings die Rehabilitations-Klinik für Orthopädie. ein von Gollendorf ausgebauter und früh parzellierter Hof. einer Saunalandschaft. Maß und Standort dem ehemaligen Marstall nachempfunden ist. Wie wichtig Wellness-Angebote heutzutage sind. Eine Tagesklinik für Naturheilverfahren besteht im Gutshaus des Mildstedterhofes bei Husum. die nicht durch staatliche Eingriffe gestört werden können. allerdings ohne Beherbergung. im Kur. Da Mecklenburg-Vorpommern das Niveau der alten Bundesländer im Kur. Onkologie und Hämatologie in Schönhagen (Gem.und Gesundheitsbereich Fuß zu fassen. Was die Bereiche Wellness und Beauty betrifft. Alle drei Angebotsformen gibt es in Göhren-Lebbin. Als weiterer Standort mit Kuranwendungen fungiert das Kuhhaus in Lücke (Gem. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur in Bastorf bei Kühlungsborn. . Daher sind jene Angebotsformen zu präferieren. Die Damp Holding AG ließ zwischen 1994 und 1996 das Herrenhaus des ehemaligen Adligen Gutes umbauen. Stellshagen und Teschow bei Teterow medizinische und therapeutische Anwendungen. Allergien oder Neurodermitis spezialisiert. Der Landsitz Lindenhof in der Gemeinde Ratekau beherbergt eine Privatklinik mit 72 Betten. Die Ausrichtung vieler Hotels in Mecklenburg-Vorpommern geht exakt in diese Richtung. dürfte prinzipiell eine weitere Expansion in diesem Bereich und damit weitere Umnutzungen von Gutsanlagen möglich sein.

136 Ferienzentren und Freizeitparks Gutsanlagen und ihre Nutzung Die üblichen Dimensionen von Hotelanlagen werden durch Hotelbetriebe im Rahmen von Ferienzentren gesprengt. Oehe und Weißenhaus/Friederikenhof erfolgten. Im Ortsteil Neddesitz wurden 56 Millionen Euro in den Um. Das 600-Seelen-Dorf Göhren-Lebbin wird nun vom größten Ferienobjekt Nordeuropas mit insgesamt rund 1600 Betten in 577 Zimmern und Ferienwohnungen beherrscht. Das im Mai 2000 durch hochrangige Prominenz eröffnete Land Fleesensee in Göhren-Lebbin bei Waren ist mit einem Volumen von fast 200 Millionen Euro die bis dahin größte gewerbliche Investition in Mecklenburg-Vorpommern. Dort sind die Gutsanlagen zu den eigentlichen Kernen der zwei ermittelten Ferienzentren geworden. Der rasante Aufbau der touristischen Infrastruktur in den sechziger und siebziger Jahren an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste brachte unter anderem auch diese Angebotsform hervor. Das sind öffentlich zugängliche Beherbergungsstätten mit verschiedenen Wohn-. Mittelpunkt der Anlage mit vier PGAGolfplätzen und der Relax-Therme ist das zum Hotel mit 184 Zimmern umgebaute ehemalige Herrenhaus mit seinen zwei benachbarten Wirtschaftsgebäuden. Die betreffenden Gutsanlagen sind aber von den entstandenen Ferienzentren Damp 2000. Das Hotel hat 95 Zimmer sowie sieben Ferienwohnungen. Aufenthalts. An der Schwelle zu einem Ferienzentrum befindet sich die Anlage des Golf. Bescheidener nimmt sich das Steigenberger Maxx Resort Rügen in der Gemeinde Sagard aus. Solche Großprojekte waren nur durch umfangreiche Landverkäufe zu realisieren. Maasholm-Bad und Weißenhäuser Strand räumlich und funktional weitgehend getrennt. den Aufbau von 158 Ferienwohnungen und der Jasmund Therme sowie weiterer Einrichtungen investiert. 22: Der Gutshof Neddesitz auf der Insel Rügen wurde zum Hotel ausgebaut und bildet nun den Kern eines Ferienzentrums (September 1999). die zum Beispiel durch die Gutsbetriebe Damp.und Freizeiteinrichtungen und einem Angebot an Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten. Das ist in Mecklenburg-Vorpommern völlig anders.und Ausbau des Gutshauses und seiner Wirtschaftsgebäude zu einem Hotel mit 139 Zimmern und Suiten. drei Restaurants einen Abb.und Wellness-Hotels Schloss Teschow bei Teterow. .

Vergleichbar große Investitionssummen können beim Bau von Freizeitparks notwendig werden.und Event-Halle. die in dem Gutshaus. 9-Loch-Kurzplatz. Zu diesen in der Regel nur saisonal geöffneten Einrichtungen mit Gastronomie und Fahrgeschäften gehören in Schleswig-Holstein der Mini-Born-Park. Planungen bestehen in Lübzin. Die bessere Verfügbarkeit geeigneter Bausubstanz und vor allem die umfangreichen Förderungsmöglichkeiten machen die besonders kapitalintensive Umnutzungen von Gutsanlagen zu Schlosshotels oder Teilen von Ferienzentren in Mecklenburg-Vorpommern plausibel. In diesen . zwei sind ehemalige Meierhöfe. In Mecklenburg-Vorpommern sind jedoch eine Reihe von Standorten für die Ansiedlung kleinerer Einrichtungen im Gespräch. Pro-Shop sowie jeweils eine Tennis-. Es handelt sich um ein ehemaliges Pachtgut des Hospitals zum St. dass die genutzten Gebäude aufgrund ihrer Größe ohnehin nur für geringere Kapazitäten geeignet sind. Georg in Rostock. Langfristig ist die Ausstellung von 160 Modellen geplant. Historisch betrachtet gehören immerhin 16 Standorte zu den Rittergütern.und Wellness-Angebote. vier waren Domänen. Beim Gästeheim ist es höchstens ein Frühstück. zwei Reetdach-Scheunen und zwei weiteren Nebengebäuden untergebracht sind. die Tolk-Schau bei Schleswig. Einige Nummern kleiner sind die Ferienanlagen auf den Gutshöfen Hohendorf und Bastorf. Es besteht die Tendenz. Reit. Nur in Klein Stubben ist es ein Forsthaus und in Wrechen der Gesindehaus-Anbau des Gutshauses. Das Gutshaus wurde Anfang der neunziger Jahre abgerissen. Im Gegensatz zu Hotels geben diese Einrichtungen nur an Hausgäste Speisen und Getränke ab. Einige dieser Vorhaben sind konzeptionell mit einer Gutsanlage verbunden. Es existieren Gesundheits. einer ein Pachtgut und drei sind größere Höfe. Ähnlich intensiv wurde der Hof Krüseliner Mühle für den Tourismus umgenutzt. Sie sind auch durch eine geringere Kapazität gekennzeichnet.Gutsanlagen und ihre Nutzung 137 Beauty. Pensionen und Gästeheime Eine erheblich geringere Kapital. Der Gutshof Basthorst hat 24 Ferienwohnungen und Appartments. Als ähnliche Einrichtung werden der Garten der Düfte und in einem Glashaus der Schmetterlingsgarten in Friedrichsruh viel besucht. In Hohendorf wurden 20 moderne Ferienhäuser der Luxusklasse im Gutspark erbaut.und Wellness-Bereich. Auf dem Gelände sind zurzeit 30 Bauwerke aus Mecklenburg-Vorpommern im Maßstab 1:25 und weitere 15 Modelle zu sehen. Schauwerkstatt und Ausstellungsräumen untergebracht. Mecklenburg-Vorpommern weist immer noch ein Defizit in diesem Angebotssegment auf. Projektträger ist die Gemeinnützige Arbeitsförderungsund Fortbildungswerk GmbH in Rostock. Auch heiltherapeutische Maßnahmen sind möglich. In Mecklenburg-Vorpommern bestehen 28 Pensionen/Gästeheime in Gutsgebäuden. Der Bau größerer Freizeitparks stößt angesichts der großen Entfernung zu den Ballungsräumen allerdings auf Schwierigkeiten. der Land & Leute Erlebnispark bei Heide und der Hansapark bei Neustadt. mehrere Boutiquen und verfügt über einen 18-LochGolfplatz. wo ein Eselpark entstehen soll sowie Niekrenz bei Rostock.und Landschaftspark SehLand in Göldenitz. Der Landsitz dient noch heute der Familie von Bismarck als Domizil. Neun Herrenhäuser gehören zu ehemaligen Rittergütern.und Arbeitsintensität als Hotels weisen Pensionen und Gästeheime auf. In einem historischen Speicher im Eigentum der Hansestadt Rostock ist das Besucherzentrum mit Café. Davon befinden sich 19 Einrichtungen in Gutshäusern und neun in Nebengebäuden – zumeist Stallungen. Ferienanlagen sind Komplexe mit mindestens 50 Ferienhäusern oder Appartments und einem reichhaltigen Freizeitangebot in Gemeinschaftseinrichtungen wie man sie insbesondere aus den Destinationen des Südens kennt. Der Bau der 2001 fertig gestellten Anlage verschlang über 20 Millionen Euro. In der Realisierungsphase befindet sich der Modell.

Hotels. Gasthöfe sowie Hotels garnis und Pensionen in Gutsgebäuden FLENSBURG Ellgaard Bohlendorf Sterdebüllhof Schönhagen Reha-Klinik Oster-Bunsbüll Spyker Bellevue Kur-Klinik Tribbevitz Kartzitz Neddesitz Ganschvitz Sundische Wiese Hohendorf Ralswiek Gagern Klein Stubben Gremmin Parow Prosnitz KIEL Pfahlershof Panker STRALSUND Grömitzer Hof Stuthof Purkshof Neu Wendorf Bastorf Althof Philippshagen Krimvitz Schlemmin Belau Hof Sierksdorf Seedorf Lindenhof Reha-Klinik Julianka Kalkhorst Redewisch Albertsdorf Zweedorf Zarrentin ROSTOCK Groß Potrems Nustrow Friedrichshof Dalwitz Stellshagen Neu Farpen GREIFSWALD Moeckow Ranzin Schwiessel Bömitz Buggenhagen Mellenthin LÜBECK Vanselow Lütgenhof Demern WISMAR Nakenstorf Vietgest Wedendorf Gottin Liepen Stolpe Wulfsmühle Roggendorf Waldhof SCHWERIN Wotersen Hasenwinkel Teschow Koitendorf Gültz Schorssow Zülow Klein Upahl Jürgenstorf Burg Schlitz Groß Breesen Kaarz Kittendorf Briggow Zietlitz Basthorst Gädebehn Daschow Ulrichshusen Bredenfelde Neu Gaarz Charlottenhof Karow Vielist Groß Plasten Frauenmark Passow Barkow Lebbin Neustadt Woldzegarten Glaisin Leizen Schmuggerow Heidemühl Zinzow NEUBRANDENBURG Rattey Legende Ferienzentrum oder Ferienanlage Hotel Gasthof Hotel garni oder Pension Federow Prillwitz Klink Burg Stargard Klein Nemerow Boek Solzow Bollewick Wrechen Ludorf Krüseliner Mühle .Abb. 23: Ferienzentren.

dass es zum Aufbau von Überkapazitäten kommt. Zurzeit wird in Mecklenburg-Vorpommern jedes Jahr mindestens ein Hotel in einem Gutsgebäude neu eröffnet. Zwei von ihnen nutzen historische Gebäude größerer Höfe. Die durchschnittliche Kapazität beträgt nur etwas mehr als vier Zimmer oder acht Betten.Gutsanlagen und ihre Nutzung 139 Fällen wäre häufig auch Platz für eine Hotelnutzung vorhanden. Gebiete östlich von Rostock und um Anklam) frei von Standorten. Die Struktur der Einrichtungen als Ganzes ist ungemein heterogen. Hotels spielen in MecklenburgVorpommern eine sehr große Rolle. Insbesondere wenn es sich bei den Gästen um Kinder handelt. Zwölf weitere Standorte befinden sich gegenwärtig in einer konkreten Planungsphase. In Anbetracht dieser Tatsache besteht die Gefahr. Konzentrationen sind eindeutig im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte und auf Rügen feststellbar. 23). da nur wenige Standorte vorhanden sind. Durch die Unterbringung in Mehrbettzimmern kann eine außerordentlich große Flächenintensität erreicht werden. Sport. Die entsprechenden Betriebe sind daher gezwungen. Oster-Bunsbüll und der Sterdebüllhof vermieten darüber hinaus Ferienwohnungen.und SeminarEinrichtungen beim Wohnkomfort höchsten Ansprüchen genügen. eine Pension hat sich in der Hofanlage eines ehemaligen Kanzleigutes eingerichtet.oder Kulturangebote ausgerichtet werden. Es handelt sich um den Sterdebüllhof (Gem. Daher ist die durchschnittliche Kapazität nicht sonderlich groß. Gemeinschaftsunterkünfte Im Gegensatz zu Hotels oder Pensionen weisen Gemeinschaftsunterkünfte eine geringere Arbeitsintensität auf. Gutshäuser eig- . ermöglichen andere Gemeinschaftsunterkünfte durch die vergleichsweise wenigen Service-Leistungen vornehmlich geschlossenen Reisegruppen wie Schulklassen. In diesem Fall darf das Maß der Arbeitsintensität nicht über die wahre Natur der Nutzung hinwegtäuschen. Sie beträgt etwas mehr als neun Zimmer oder 18 Betten. Um am Tourismus an der Küste teilhaben zu können. Außerdem werden die Pensionen von den Eigentümern häufig nebenbei geführt. müssten Gutshäuser für eine entsprechende Umnutzung unmittelbar am Meer liegen. Ein breiter Gürtel entlang der Landesgrenze zu SchleswigHolstein und Polen sowie der Küste ist mit wenigen Ausnahmen (Klützer Winkel. Die meisten Hotels liegen darüber hinaus effektiv nur höchstens drei Kilometer von einer Bundesstraße entfernt. ist eine rasche Abnutzung der Bausubstanz zu befürchten.oder Jugendgruppen einen relativ preisgünstigen Aufenthalt. ohne allerdings ein Hotelservice anzubieten. Die Lage der Hotelstandorte in Mecklenburg-Vorpommern weist einige Auffälligkeiten auf (Abb. 13 Pensionen bieten darüber hinaus Ferienwohnungen an. Während einige Event. Solche Standorte wie Groß Schwansee sind aber sehr selten. sich in ihrer Betriebsausrichtung stärker voneinander abzuheben. Für Schleswig-Holstein lassen sich keine Aussagen machen. Sie sind häufig nur für den kurzfristigen Aufenthalt bestimmt und geben Speisen und Getränke wenn überhaupt nur an Hausgäste ab. Im Binnenland lässt die Bedeutung des Küstentourismus stark nach. Reit. Dann muss die Vermarktung auf andere Inhalte wie Wellness-. Die Bedeutung als Standort für Urlaub und Erholung ist im Vergleich zu Schleswig-Holstein überrepräsentiert. Alle sind in Gutshäusern untergebracht. der 1688 als Verwaltungssitz erbaut wurde. In der Regel bewohnen die Eigentümer jedoch das Gutshaus. Eine zu intensive touristische Nutzung wäre in diesem Fall problematisch. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Hotels wie Groß Breesen südlich von Güstrow können bereits als durchaus abgeschieden bezeichnet werden. Zweedorf ausschließlich. Bordelum). In Schleswig-Holstein gibt es nur drei Pensionen. Standorte von Pensionen beziehungsweise Gästeheimen weisen hingegen ein nicht so eindeutiges Muster auf.

In Schleswig-Holstein sind fast ausnahmslos Vereine oder Stiftungen Träger dieser Einrichtungen. die auf die Gästeklientel abgestimmt sind.140 Gutsanlagen und ihre Nutzung nen sich gut für die Unterbringung vieler Menschen und damit auch von Gruppen. Großenhof. Sie nennen sich Ferienlager. Nur das Jugendfreizeitheim in einem ehemaligen Arbeiterhaus des Vorwerks Glinde bei Bad Oldesloe und ein Jugend. die bestimmten Personenkreisen vorbehalten bleiben. Heimvolksschule oder Ferienpark. Auf die Unterbringung von Kinder. In Zelten können im Park bis zu 600 Personen übernachten.oder Jugendhotel.und Kursusheim im Inspektorhaus des ehemaligen adeligen Gutes Nütschau werden von der evangelischen (Glinde) beziehungsweise von der katholischen Kirche (Nütschau) betrieben. Jugendbegegnungsstätte. weil auch Einzelreisende in einer Gemeinschaftsunterkunft übernachten können. Das Gelände war bereits Treffpunkt von Pfadfindern aus ganz Deutschland. Schullandheime sind eigentlich von städtischen Schulen getragene Einrichtungen auf dem Land. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Bild differenzierter. Darüber hinaus ist das Vorhalten von Beschäftigungsangeboten häufig. Allerdings sind die Übergänge fließend. Der Hamburger Schulverein lässt auf dem Lenster Hof in fünf modernen Gebäuden ein Schullandheim mit 209 Plätzen betreiben. Allen gemein ist das Prinzip der Beherbergung in einfachen bis einfachsten Unterkünften mit wenig Service aber zu günstigen Preisen. die vorzugsweise nur für Angehörige der sie tragenden Organisationen gedacht sind. Immerhin in sechs Fällen betreiben Privatpersonen solche Ein- . 15). Gemeinschaftsunterkünfte haben sich entsprechend der Nachfrage unterschiedlich positioniert. Lalendorf. Aufgrund der Flächenintensität sind aber auch kleinere Objekte für solche Einrichtungen geeignet. Jugendgästehaus. Die Bezeichnungen dieser Einrichtungen sind sehr mannigfaltig. Bis auf die letztgenannten Einrichtungen definieren sich die drei zuvor genannten Kategorien weniger über die Nachfrageseite (Reisegruppen). Heuhotels für Gruppen. Weidehof (Wolgast) und Zislow. In die Kategorie der Gemeinschaftsunterkünfte fallen auch Jugendherbergen. Das sind Beherbergungsstätten. Rieth.und Schullandheime insbesondere für Kinder. Es lassen sich im Wesentlichen vier Kategorien unterscheiden: Tagungseinrichtungen mit Beherbergungskapazitäten.und Jugendgruppen haben sich insbesondere Ferienund Schullandheime spezialisiert. Kinder. Jugendlager. Dort unterhält der Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern im Gutshaus eine Unterkunft mit 40 Betten. Gruppen können auch erst vor Ort in der Unterkunft entstehen wie es durch die Teilnahme an einem Seminar oder Workshop geschieht. Radfahrer und Wanderer). Das sind in Mecklenburg-Vorpommern das Waldschulheim in Dümmer und Einrichtungen in Dreilützow. Gemeinschaftsunterkünfte im Zusammenhang mit Reiterhöfen sowie Ferien. gibt es in SchleswigHolstein mit den Pfadfinderheimen in Reinbek (Instenhaus des Schlosses) und in Groß Zecher. Allerdings werden auch jene Einrichtungen als Schullandheime betrachtet. Jedoch finden sehr häufig auch Einzelreisende und Familien Aufnahme. Pfadfinder sind ebenfalls in Glashagen bei Grimmen zu Hause. einfache Unterkünfte (z.B. Auch ist die Ausgabe von Speisen und Getränken üblich. In Schleswig-Holstein gibt es eine Außenstelle der Jugendherberge Albersdorf in einem ehemaligen Landsitz in der Gemeinde Pahlen mit 37 Betten.oder Schullandheime sind mit Abstand die häufigste Beherbergungsform im Rahmen der ermittelten Gemeinschaftsunterkünfte in Gutsgebäuden (Tab. Familienbildungsstätte. das durch die Bauweise der Unterkunft induziert werden kann. Ansonsten steht weniger der Grad des Zusammenhalts zwischen den Gästen im Vordergrund als das in der Regel geringe Maß an Privatsphäre. Die Ferien. die durch Private geführt werden und sich auf die Unterbringung von Schulklassen eingestellt haben. sondern vielmehr über die Anbieterseite. Ähnliche Einrichtungen.und Jugendgruppen.

0 26 24 2 5 57 45. Nur das Waldschulheim in Dümmer ist dem Landwirtschaftsministerium angegliedert.-Holst.7 56.ä. Es handelt sich um einfache Unterkünfte.0 38. Allerdings hat die Heimvolksschule in Vogelsang bei Wismar ebenfalls nur 22 Plätze.oder Schullandheime eine Kapazität von etwa 54 Betten auf. Gemeinschaftsunterkünfte Art der Einrichtungen: Tagungseinrichtungen u.0 Tab.7 46. Wanderern und Gruppen dienen.5 10. Mit 209 Betten hat der Lenster Hof die größte Aufnahmefähigkeit. Heuhotels sind zwar spartanische Quartiere. aber gerade das macht ihre Qualität aus.5 8.0 10. dass mindestens eine kleine. Alle drei Standorte bieten in einem mehr oder weniger großen Umfang Ferienwohnungen an. In Schleswig-Holstein besteht so eine Einrichtungen mit 30 Plätzen im ehemaligen Pferdestall in Sophienhof in der Landschaft Schwansen.8 14.4 13.1 0 56. Ansonsten fungieren Vereine als Träger.9 100. Die Ferien.ä. die dem eher kurzen Aufenthalt von Reitern. Das heißt.3 5.-Gebiet Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent 27.0 15 5 8 29 57 26. Zählt man noch einfache Unterkünfte für Wanderer dazu. 15: Art und Träger der Gemeinschaftsunterkünfte im Untersuchungsgebiet.6 42.0 22 8 8 42 80 Meckl.0 50. In den letzten Jahren ist in diesem Segment insbesondere das Schlafen im Heu populär geworden.und Schullandheime befinden sich bis auf wenige Ausnahmen in Gutshäusern. bestehen ähnliche Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Dachboden des Kutscherhauses von Groß Zecher und auf dem Hof Moos bei Kappeln. diese sind aber zum Teil erheblich größer. Fahrradfahrern.5 100. 141 Unters. in der Regel aber zwei Schulklassen untergebracht werden können.5 8.0 10. Bezeichnenderweise wurde im letzteren Gebäude mit 22 Plätzen die kleinste Kapazität ermittelt. Eine solche Umnutzung scheint also insbesondere für landwirtschaftliche Familienbetriebe . Von diesem Schema weichen zum Beispiel das Landarbeiterhaus in Tellow und Stallgebäude in Groß Petershagen ab.-Vorp.und Schullandheime Gesamt Träger der Einrichtungen: Privatpersonen Vereine/Stiftungen Kirchen Sonstige Gesamt 5 13 2 3 23 21. Fast ausschließlich in privater Hand sind andere arbeitsextensive Beherbergungsformen. Reiterhöfe Ferien.8 100.1 100. da es sich bei den Gruppen häufig um Schulklassen handelt.0 52. richtungen. Schleswig-Holstein hat zwar weniger Einrichtungen als Mecklenburg-Vorpommern.1 3.3 8. die allerdings im Zusammenhang mit der Nutzung von Gutsanlagen eher selten sind. Es folgen mit 160 Plätzen das Jugendheim in Noer und mit 90 Betten das christliche Freizeitheim in Ascheberg. Heuhotels u.5 100.Gutsanlagen und ihre Nutzung Schl.0 31 37 4 8 80 7 3 0 13 23 30.0 100. Im Durchschnitt weisen Ferien.7 13. Im Erdgeschoss des Kutscherhauses von Groß Zecher besteht darüber hinaus ein Bauernhof-Café.

und Kulturkolonie ein Radlerhotel mit zehn Zimmern für bis zu vier Personen. In Neu Gaarz bei Waren gibt es im Zusammenhang mit der Ökologischen Kunst. was auch vom Standort abhängig ist. Das wäre schon aus Gründen des Brandschutzes nicht möglich. Auch muss die Positionierung im Markt gut überlegt sein. deren Angebotsschwerpunkt eindeutig das regelmäßige Reiten unter Anleitung ist. Man darf sich die Unterkünfte nicht so vorstellen. Mit der Erwähnung der Betriebe in Klein Nienhagen und Rosenow bei Bützow ist bereits die Bedeutung des Reitsports angeklungen. dass die Touristen tatsächlich in der Scheune im Heu übernachten.und Reiterhöfen anders. Heuhotels oder ähnliche Unterkünfte treten sehr häufig in Vergesellschaftung mit anderen touristischen Angeboten auf. interessant. Die Unterbringung erfolgt hierbei zumeist in Ferien- .142 Gutsanlagen und ihre Nutzung Abb. Es handelt sich um Schlafplätze auf einem Heulager. 24). 24: Die Gäste des Heuhotels im Pferdestall von Klein Nienhagen brauchen nicht auf moderne Sanitärräume zu verzichten (Oktober 2001). Nicht jeder alte Speicher oder jede Scheune ist geeignet. Hierbei handelt es sich um Beherbergungsbetriebe. Das ist bei den Ferien. Im Erdgeschoss befinden sich in beiden Fällen Gastpferdeboxen. Die durchschnittliche Kapazität der ermittelten Heuhotels und ähnlicher Quartiere beträgt rund 30 Plätze. wenn auch das Reiten in den beiden besagten Fällen gleichwertig neben weiteren wirtschaftlichen Aktivitäten steht. Im Gutshaus von Klein Damerow. da sich die Betreuung nebenbei erledigen lässt und die Kosten für den Umbau durch Eigenleistungen überschaubar bleiben können. weil besondere brandschutzrechtliche Anforderungen zu erfüllen sind. Des Weiteren werden dort auch Ferienwohnungen vorgehalten. das als Ferienheim genutzt wird. können auf dem Dachboden zusätzlich 20 Personen übernachten. Heuhotels finden sich auch in Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch brauchen die Gäste auf zeitgemäße Sanitärräume nicht zu verzichten (Abb. Solche Einrichtungen sind beispielsweise im Dachgeschoss des großen Pferdestalls in Klein Nienhagen und der Scheune in Rosenow bei Bützow eingerichtet worden. die von Reittouristen genutzt werden können.

Im dortigen Gutshaus möchte der Verein Spielwagen e. Diese Konstellation ist ausschließlich in Mecklenburg-Vorpommern anzutreffen. betriebene Theater und Kunstwerkstatt mit Beherbergungsund Atelier-Betrieb.und Reiterhöfe mit Gemeinschaftsunterkünften.V. Sogar reine Selbstversorgerhäuser sind nicht selten. Das ist ein Beispiel von vielen Kooperationen in Mecklenburg-Vorpommern. wenn ausschließlich jugendliche Gäste die Zielgruppe darstellen. In Charlottenhof ist es ein Wirtschaftsgebäude. Das ist im Herrenhaus von Schönböken der Fall.Gutsanlagen und ihre Nutzung 143 zimmern oder Ferienwohnungen. In einem Fall ist die Gemeinschaftsunterkunft selbst nicht im Eigentum des Reiterhof-Betreibers. Im Gutshaus sind Büroräume und die Gästequartiere untergebracht. sich frei zu frei entfalten. dass einfache Quartiere nicht unbedingt in den Gutshäusern eingerichtet werden. Freie Theatergruppen haben auf dem Gutshof Bröllin die Möglichkeit. Probebühnen gibt es in der Reithalle und in einem Bullenstall. Bis zu 28 Betten stehen in modernen Bungalows in Klein Pritz für die Gäste bereit. Das Pendant in Mecklenburg-Vorpommern ist das Gutshaus Neu Schönau. Es ist nicht verwunderlich. wissenschaftlichem. Dort gibt es acht Ferien.und Reiterhöfe. aus Magdeburg ein Ferienfreizeit. Im Gutshaus Lischow sind Mehrbettzimmer für 30 Personen vorhanden. Einige der Einrichtungen haben sich als Nischenanbieter auf eine ganz bestimmte Klientel von Gästen spezialisiert oder stehen generell nur bestimmten Personengruppen offen. Die Sanierung für rund 1. Personengruppen können sich dort bilden oder Ergebnisse auf kulturellem. Auf dem Gelände ist in der Ferienzeit ein Zeltlager eingerichtet. Es handelt sich um spezielle Tagungs. in dem bis zu 50 Personen übernachten können. Dort können bis zu 24 Gläubige übernachten. Die Aktiven. das als Zen-Zentrum fungiert.und Reiterhöfe im Zusammenhang mit Gutsgebäuden nicht. Das ist insbesondere dann der Fall. Die durchschnittliche Aufnahmefähigkeit der ermittelten Gemeinschaftsunterkünfte dieses Typs liegt bei rund 30 Personen. Küche und Speisesaal sind in einem ehemaligen Getreidesilo eingerichtet worden.und Bildungshaus einrichten. allerdings kommen auch Gemeinschaftsquartiere in Form eines Heuhotels oder von Mehrbettzimmern vor. In dem kleinen Ort besteht seit 1992 eine vom Schloss Bröllin e.V. In Schleswig-Holstein gibt es solche Ferien. administriellem oder wirtschaftlichem Gebiet erarbeiten.5 Millionen Euro ist vorgesehen. Diese befinden sich in den unterschiedlichsten Gutsgebäuden.und Fahrverein hat den größten Teil des Wirtschaftshofes in Obermützkow gepachtet. In Hermannshagen bei Bützow darf man das sogar wörtlich nehmen. die für die Sanierung anreisen. Kalkhorst) untergebracht.7 Millionen Euro verschlingen. Das schleswig-holsteinische Landeskulturzentrum in .und Reiterhöfe Privatpersonen. Der Umbau einer Stallruine zu einem Begegnungszentrum soll weitere 1. Die Gebäude befinden sich allerdings noch in einem schlechten Zustand. Damit befindet sich dort der größte aller Ferien. Ansonsten sind die Gemeinschaftsunterkünfte in historischen Wirtschaftsgebäuden oder sogar in modernen Häusern eingerichtet worden. Ebenso gibt es Mehrbettzimmer im Herrenhaus in Borken. Zwei Schlafräume mit insgesamt 14 Betten sind im Gutshaus von Neuenhagen (Gem. Es gibt allerdings Ausnahmen. Weniger mit Urlaub als vielmehr mit Arbeit hat die vierte Gruppe der Gemeinschaftsunterkünfte zu tun. Ein Reit. Ansonsten sind die Betreiber der erwähnten Ferien. übernachten auf einem Schlafboden im Nebengbäude. Bei einer Unterbringung im Schlafsaal sind es sogar bis zu 80 Personen. Es dient regelmäßig religiösen Exerzitien. Er arbeitet in Suckow am Plauer See mit dem Eigentümer eines Kinderhotels zusammen. Hinzu kommen außer in Obermützkow weitere Kapazitäten in Ferienzimmern und -wohnungen im teilweise beachtlichen Umfang.und Seminareinrichtungen mit Übernachtungsmöglichkeiten ohne größere Service-Leistungen.

Steine. dessen Gebäude 1757 zum größten Teil abgerissen und die Reste zur Hofanlage einer Domäne umgewandelt worden sind. Im Warmhaus. In der ehemaligen Kornscheune ist ein Saal für Tagungen untergebracht. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Tagungs. Der Sänger der »Band Ton. Jahrhunderts vom Amtmann Graf Stollberg begründet. Dr. betreibt die Kirche eine so genannte Pilgerherberge. Es stehen 146 Übernachtungsplätze zur Verfügung. Dort können 14 Personen untergebracht werden.und Schulungszentren genutzt. Das Verwalterhaus in Möhlhorst ist zu einem Seminarhaus mit 45 Betten umgebaut worden. Die anderen ermittelten Gemeinschaftsunterkünfte sind erheblich kleiner als Tremsbüttel. In der Scheune ist ein Konzertsaal mit 600 Sitzplätzen untergebracht. Weitere Unterkünfte befinden sich im so genannten Konsulatsgebäude und in einem im Jahr 2000 eingeweihten Neubautrakt. Tagungen. Sie werden auf Wunsch von der eigenen Event-Agentur organisiert. Die Nutzungskonzeption ist auf diesen Umstand abgestimmt. Es gehört der Schloss Tremsbüttel GmbH einer Tochter der Dr. Das Tagungszentrum Tremsbüttel ist mittlerweile stark ausgebaut worden und dient nun nicht mehr ausschließlich der Information von Ärzten. wenn auch kein Hotelservice vorhanden ist. Der Wohnkomfort erfüllt hohe Ansprüche. dem ehemaligen Hospital. Der Chef des Pharma-Unternehmens. Events. Detlef Strathmann. Strathmann AG in Hamburg. Dem Ambiente des frisch sanierten Hauses entsprechend haben diese Veranstaltungen ein ausgesprochen exklusives Gepräge.und Seminareinrichtungen liegt bei rund 40 Betten. Die benachbarten Herrenhäuser Quarnbek und Kluvensiek werden vom Unternehmen als Tagungs. Lässt man die beiden größten Einrichtungen unberücksichtigt. Im ersteren Gebäude kann man übernachten und im Letzteren sich standesamtlich trauen lassen. Mit rund 120 Betten hat es die zweitgrößte Aufnahmefähigkeit aller ermittelten Einrichtungen. Heute beherbergt es elf Gästezimmer. Die Gutshäuser in Groß Schwansee und Hohen Luckow sind kunsthistorisch bedeutsame und sehr attraktive Gebäude. . Allerdings verfälschen Salzau und Tremsbüttel das Bild.und Tagungseinrichtungen weisen allerdings keine ausgesprochene Spezialisierung auf. Es dient für Seminare. Ein Stallgebäude in Neu Horst dient ebenfalls diesem Zweck. Dort wohnte Rio Reiser bis zu seinem Tod 1996. Bei dieser Anlage handelt es sich um ein ehemaliges Kloster. Das Gutshaus aus dem Jahr 1893 diente jahrelang als Schlosshotel. Eine ähnliche Ausrichtung hat auch die Nutzung des Herrenhauses Hohen Luckow. Beschaulicher geht es im Gutshaus Fresenhagen in Nordfriesland zu. hat im Gutshaus Dengelsberg in der Gemeinde Bovenau seinen Freizeitwohnsitz eingerichtet. Die übrigen Seminar. Ein musischer Hintergrund vieler Aufenthalte in Gemeinschaftsunterkünften ist nicht selten.144 Gutsanlagen und ihre Nutzung Salzau hat sich bereits seit längerem etabliert. Der Hof Tremsbüttel wurde Ende des 18. Die durchschnittliche Kapazität aller ermittelten Tagungs. Scherben« ist im Garten begraben.und Seminarmöglichkeiten gepaart mit einfachen Quartieren des Weiteren im Gutshaus von Ehmkendorf und Gremmelin sowie im Warmhaus in Tempzin. läge die durchschnittliche Aufnahmefähigkeit bei knapp 23 Personen. Heute ist das Herrenhaus in eine Stiftung eingebracht. Musikgruppen können dort in Ruhe arbeiten und Tonbandaufnahmen machen. Für den Bau der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern Haus Kölpinsee wurde Schloss Schwenzin bis auf die Grundmauern abgerissen. Etwas aus dem Rahmen fällt in diesem Zusammenhang das Herrenhaus Groß Schwansee im Klützer Winkel. Es ist die Unterbringung von 13 bis 16 Personen möglich. Die Kapazität ist also recht klein. Ansonsten sind die Kapazitäten erheblich kleiner. Produktpräsentationen und andere Unternehmensveranstaltungen sowie alle Arten von Feierlichkeiten.

und Seminarstätte und/oder Festveranstaltungen Ferienunterkunft vornehmlich für Gruppen Heuhotel oder Gemeinschaftsunterkunft mit kurzer Verweildauer Reiterhof mit Gemeinschaftsunterkunft . 25: Gemeinschaftsunterkünfte in Gutsgebäuden FLENSBURG Fresenhagen Satrupholm Moos Sophienhof Möhlhorst Salzau Noer Quarnbek KIEL Rixdorf Lensterhof Ascheberg Vogelsang Schönböken Neuenhagen Zarfzow Hohen Luckow Garvensdorf Lischow Großenhof Klein Nienhagen Bandelstorf Groß Schwansee Ehmkendorf Neuhof Stuthof Poppendorf STRALSUND Obermützkow Pahlen Schönhagen Glashagen Groß Pestershagen Weidehof ROSTOCK GREIFSWALD Turow Kattendorfer Hof Nütschau Glinde Gallentin Tremsbüttel Groß Zecher Wulfsdorfer Hof Neu Horst Settin Dümmer Dreilützow Reinbek Charlottenhof Klein Dammerow Klein Pritz Tempzin Rosenow Marienhof Kirch Kogel Finkenwerder LÜBECK WISMAR Hermannshagen Tellow Schorrentin Gremmelin Lalendorf Rieth Ludwigshof SCHWERIN Marxhagen Neu Gaarz Werder Neu Schönau Schwenzin Freidorf Zislow Suckow Karchow Wendorf Dambeck NEUBRANDENBURG Borken Rothenklempenow Bröllin Legende Redefin Rollenhagen Krumbeck Brückentin Schwarzerhof Tagungs.Abb.

Heute gehört es jedoch fast zum Standard.B. -wohnungen und -häuser sind mit Abstand die Ferienquartiere mit den meisten Anbietern. Die Vermietung erfolgt im Wesentlichen entweder im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof oder Urlaub auf dem Lande. Er nimmt mit der Anzahl der zu betreuenden Einheiten kontinuierlich zu. Es handelt sich um öffentlich zugängliche Beherbergungsstätten. Die Anzahl der Ferienzimmer hat daher in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein kontinuierlich abgenommen. die primär durch die jeweilige Betriebsausrichtung induziert werden. 5. Ascheberg. die ihren Urlaub auf einem Gutshof verleben möchten. Schwenzin). Solche Einrichtungen können sich in ihrer Qualität stark unterscheiden. Ferienzimmer sind Einzel-. der dann vorliegt.B. Dusche oder Bad. nur dass es sich um ein separates Gebäude handelt. Lenster Hof. Eher an den Küsten und in den Seenplatten sind ausgesprochene Tagungseinrichtungen zu finden (z. Es sind relativ arbeitsextensive Beherbergungsformen. Der Unterschied zwischen einem Bauernhof und einem Ländlichen Ferienhof besteht darin. jedoch ist der Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen. Beide Arten werden als ein Segment im ländlichen Tourismus betrachtet.B. Sophienhof). Das ist allerdings nur zum Teil der Fall (z. allerdings sind diese Bedingungen häufig auch außerhalb ausgesprochener Tourismusgebiete gegeben (z. entsprechen heute nicht mehr dem Standard. So sind Ferien. Charlottenhof). sind primär die infrastrukturellen Gegebenheiten auf dem Hof selbst (Reithalle usw. Das kann das Meer (z. Sie sind in der Regel für Gäste die erste Wahl.und Reiterhöfe in Mecklenburg-Vorpommern verteilt.2 Ferienzimmer und Ferienwohnungen sowie Ferienhäuser Ferienzimmer. Prinzipiell sollten Heuhotels eher in Fremdenverkehrsregionen angesiedelt sein. Werder bei Malchow). Noer. Für das Ferienhaus gelten die gleichen Kriterien. Noch disperser sind die Ferien. Die Landschaft sollte natürlich auch abwechslungsreich sein. Außerdem kostet der soziale Kontakt mit den Feriengästen zusätzlich Zeit. Jedoch spielt insbesondere bei einer Konzentration auf Events und Firmenveranstaltungen die repräsentative Wirkung der Gebäude ebenfalls eine große Rolle. Eine Konstellation. Rieth).B.146 Gutsanlagen und ihre Nutzung Die geografische Verteilung der Standorte mit Gemeinschaftsunterkünften zeigt einige kleinere Besonderheiten. Eine Vernachlässigung dieser Komponente kann zu einer sinkenden Auslastung führen.und Schlafräume sowie das Vorhandensein einer Küche oder zumindest einer Küchenzeile aus. zeigen jedoch eine gewisse Affinität zu Gewässern.und Schullandheime nicht immer in ausgesprochenen Tourismusgebieten anzutreffen. Insbesondere die Zimmer. jedoch häufiger ein See sein (z. die insbesondere in Mecklenburg- . wenn die Urlaubsmotive hauptsächlich auf die natürlichen und kulturellen Ressourcen des ländlichen Raumes ausgerichtet sind. die ohne Sanitäreinrichtungen ausgestattet sind. In Schleswig-Holstein ist aufgrund der Lage der meisten Gutshöfe im Osten des Landes keine großräumige Betrachtung möglich. Doppel oder Mehrbettzimmer mit oder ohne WC.B. Diese Beherbergungsform zeichnet sich durch ein oder mehrere Wohn. Die Feriengäste sind im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller geworden. Da bei einem Aufenthalt das Hauptaugenmerk auf das Reiten als Urlaubsaktivität gelegt wird. Groß Zecher. Groß Schwansee. dass die Gebäude und Anlagen der letzteren Höfe nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.) und die Zugänglichkeit der unmittelbaren Umgebung für Reiter und Pferd wichtig. Soweit möglich wandelt man sie in attraktivere Ferienwohnungen um.1. zumindest ein Frühstück anzubieten. in denen keine Speisen und Getränke abgegeben werden.

Die Analyse des Angebots (Tab.9 3. Die annähernd gleichen Größenverhältnisse der Anbieter in Schleswig-Holstein im Rahmen von Urlaub auf dem Lande ist in Anbetracht nur 23 ermittelter Standorte nicht überzubewerten.0 96 522* 19 637 15.0 16. Dazu zählen prinzipiell auch andere Beherbergungsformen in Gutsgebäuden. In diesen Fällen ist das notwendige Kapital für die Umnutzung zu einem professionellen Betrieb vorhanden. sondern dieser dient nur als Vehikel für den Konsum von beispielsweise WellnessAngeboten.4 100. 16) der Ländlichen Ferienhöfe wird erst durch einen Vergleich mit den Zahlen des Urlaub auf dem Bauernhof interessant.1 17.5 100. während die Anzahl der Ferienhäuser sehr klein ist.-Gebiet Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent 14.und Pensionsbetrieben vermietet. Hohendorf. Vorpommern häufig ist.0 55 44 20 119 46.9 100.0 65 53 24 142 13 86* 15 109 11. -wohnungen und -häusern der Gutshöfe im Rahmen von Urlaub auf dem Lande im Untersuchungsgebiet (* Anzahl ohne Ferienwohnungen der Anlagen Sonnenberg auf der Blomenburg.0 4. während Urlaub auf dem Bauernhof als Angebotsform in Schleswig-Holstein dominiert. sollte vom Gutshof-Tourismus gesprochen werden. Während die Vermietung von Ferienquartieren auf dem Bauernhof das Einkommen aus der Landwirtschaft ergänzt.4 75. Göhren-Lebbin und Neddesitz). Zudem werden in MecklenburgVorpommern eine Reihe von Ferienwohnungen im Rahmen von Hotel.5 81. Urlaub auf dem Lande Art der Beherbergung: Ferienzimmer Ferienwohnungen Ferienhäuser Gesamt Kapazitäten der Anbieter: 1-3 Einheiten je Anbieter 4-9 Einheiten je Anbieter 10 Einheiten je Anbieter Gesamt 10 9 4 23 43.-Holst. Die Vermietung von Ferienunterkünften in Gutsgebäuden lässt sich in dieses Raster einfügen.2 100.1 81.0 109 608* 34 751 Meckl. Dafür spricht generell das Auftreten mittlerer und größerer Kapazitäten. sind es beim Ferienhof Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung oder selbstständiger Tätigkeit. Allerdings hat sich bei den Hotels bereits eine Vermarktung über den Begriff Schlosshotel etabliert.0 100.8 100. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Druck zur Professionalität sehr groß.Gutsanlagen und ihre Nutzung Schl.2 37.3 16. Außerdem stehen in diesem Fall häufig nicht die Vorzüge des ländlichen Raumes im Vordergrund.8 37. Es befinden sich eine Reihe von Objekten im Eigentum vermögender westdeutscher Privatpersonen.0 45. 147 Unters. In der Regel sind die Grundvoraussetzungen der beiden Betriebsformen recht ähnlich. Möchte man beide Angebotsformen zusammenfassen. Allerdings sind einige wenige Betreiber von Ferienhöfen voll und ganz oder zu einem Großteil auf die Einkünfte aus dem Tourismus angewiesen.4 13.5 39. Der Anteil der Ferienzimmer an den gesamten Kapazitäten ist dort relativ groß.-Vorp. Nur neun Standorte . 16: Das ermittelte Angebot an Ferienzimmern.0 Tab.

Stubben KIEL Stöfs Apeldör Mönchneversdorf Friedrichshof Seedorf LÜBECK Prosnitz Philippshagen STRALSUND Krimvitz Dumsevitz Dettmannsdorf Henriettenhof Zicker Glewitz Karlshof Losentitz Tribohm Groß Behnkenhagen Kägsdorf Bastorf Beusloe Katzenow Hildebrandshagen Ziemitz Albertsdorf Blengow Bliesekow (Nordhof) Ehmkendorf Roggow Büttelkow Zweedorf ROSTOCK Dewichow GREIFSWALD Bandelstorf Duckwitz SchmadeWangern Groß Siemen beck Mellenthin Lühburg Madsow Klein Siemen Strietfeld Alt Jargenow Gerdshagen Goldbeck Poggelow Darbein Klein Nienhagen Thorstorf Groß Schorrentin Goldebee WISMAR Schmarsow Wüstenfelde Dargen Hof Lelkendorf Gremmelin Gültz Schulenbrook Nakenstorf Bugewitz Boitin Teschow Braunsberg Schmuggerow Lindenberg Koitendorf Borntin Pohnstorf Bellin Charlottenhorst Golchen Zülow Rothen Kaarz Neu Horst Gottesgabe Klein Borkow Upahl Blücherhof Schmiedenfelde SCHWERIN Bakendorf Settin Hohen Wangelin Finkenwerder Karow Werder Passow Weisin Barkow Louisenfeld Neu Gaarz Speck Klink Suckow Marienfelde Karchow Wrodow NEUBRANDENBURG Groß Luckow Carolinenhof Wendorf Dambeck Legende 1-3 Unterkunftseinheiten / Betreiber 4-9 Unterkunftseinheiten / Betreiber < 9 Unterkunftseinheiten / Betreiber Volzrade Flatow Granzin Feldberg Ludorf Henningsfelde Zielow Brückentin Solzow Krüseliner Mühle .Abb 26: Urlaub auf dem Lande im Rahmen des Gutshof-Tourismus Tinnum FLENSBURG Golsmaas Oehe Oster-Bunsbüll Karlsburg Lemkendorf Fahrenstedt Arlewatthof Wester-Bunsbüll Bohlendorf Katharinenhof Hoffnungsthal Borghorst Aschau Deichgrafenhof Ganschvitz Lüßvitz Groß Kordshagen Arbshagen Krönnevitz Barnkevitz Teschvitz Granitzhof Kapelle Reischvitz Ketelshagen Kl.

Ansonsten werden kleine Stallgebäude in Blücherhof und Lüßvitz sowie eine Feldsteinkate in Darbein als Ferienhäuser vermietet. Es scheint bei der Kaufentscheidung mehr das Immobilienobjekt. Die Standorte mit den größten Kapazitäten sind aber nicht ausschließlich diesen Gebieten zugeordnet. Katharinenhof. Unter Einbezug des Urlaub auf dem Bauernhof ist es nur ein Standort mehr. Im Eigentum des Landkreises befinden sich das Gärtnerhaus und das dazugehörige Nebengebäude in Tellow. Die gesamte Gutsanlage weist auf Initiative eines Vereins eine vielschichtige Nutzungsstruktur auf. In 73 Orten wird ausschließlich das Gutshaus für die Unterbringung von Urlaubsgästen genutzt. als die Lage im Vordergrund gestanden zu haben. lässt sich nicht erhärten. Dieses Faktum findet darin seine Begründung. In Anbetracht dieser Tatsache ist es noch erstaunlicher. Die Mecklenburgische Seenplatte und Rügen sind stark vertreten. Das Binnenland Vorpommerns hat trotz des Vorhandenseins vieler Gutsanlagen nur wenige Standorte aufzuweisen. dass sich die Standorte des Urlaub auf dem Lande daher auf ausgesprochene Tourismusgebiete zurückziehen könnten. Den Gästen stehen 270 Quadratmeter Wohnfläche und der 1. Es dominiert die Angebotsform Urlaub auf dem Bauernhof. In Bastorf gehören das Gutshaus. Eine in dieser Form in Mecklenburg-Vorpommern seltene Konstellation. Im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern ist in Schleswig-Holstein das Angebot des Urlaubs auf dem Lande im Zusammenhang mit Gutshöfen nur gering. sondern auch an den hohen Investitionskosten. In Krüseliner Mühle und Nakenstorf handelt es sich bei den Nebengebäuden um moderne Ferienhäuser. sie neben der eigenen Wohnnutzung auch noch für andere Zwecke zu nutzen. So ist in Aschau. Als ausgesprochener Ferienhof ist Groß Behnkenhagen zu bezeichnen. wie hoch der Anteil der Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern als Ort der Ferienunterkünfte ist. die vielleicht noch weitere Angebote dieser Art induzieren könnte. Dort sind im Gutshaus. Nakenstorf und Werder bei Waren handelt es sich um moderne Gebäude. der Scheune.oder Wirtschaftsgebäuden mit entsprechender touristischer Nutzung. da zusätzlich auch Nebengebäude als Ferienhaus genutzt werden oder diese Ferienzimmer oder Ferienwohnungen enthalten. Neun Standorte bestehen nur aus einem oder mehreren Neben. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Bedeutung des Gutshauses als Unterkunftsstätte überragend.beziehungsweise Wirtschaftsgebäude machen 31 Standorte aus. Nur in sieben Fällen befinden sich im Gutshaus und in Nebengebäuden Ferienquartiere.5 Hektar große Park zur Verfügung. zwei Scheunen und weitere zwei Nebengebäude zu einer Ferienanlage. Mönchneversdorf und Neu Horst die Hofanlage eigentumsrechtlich zersplittert. Ähnlich wird der Gutshof in Poggelow bewirtschaftet. Die Unterbringung der Gäste erfolgt in sieben Fällen ausschließlich in den Gutshäusern. Ähnliches geschieht in Granzin. Eine Marktnische. Auf sechs Standorten kann man von vollwertigen Ferienhöfen sprechen.Gutsanlagen und ihre Nutzung 149 konnten ermittelt werden. die durch ein und denselben Betreiber bewirtschaftet werden. die refinanziert werden müssen. Die Vermutung. 26). Ein oder mehrere Neben. In Krönnevitz bei Stralsund wird das gesamte Gutshaus als Ferienhaus angeboten. Hierbei spielen aufgesiedelte Gutshöfe eine erhebliche Rolle. In Krüseliner Mühle. Remise und einer Kate Ferienwohnungen eingebaut worden. . Das liegt nicht nur an der Größe der Objekte. In Finkenwerder und Tellow wurden Nebengebäude ausgebaut. In Darbein ist es das Gutshaus und eine Feldsteinkate. Die geografische Verteilung der Standorte in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich disperser als in Schleswig-Holstein dar (Abb. dass die Gutshäuser nach 1990 von den jetzigen Eigentümern bereits mit der festen Absicht angekauft worden waren.

Der Eigentümer des Gutshauses und einiger Nebengebäude bietet insgesamt neun Ferienwohnungen und drei Ferienhäuser an. So gibt es Fälle. wo das Gutshaus ein touristisches Angebot aufweist. Sein Nachbar.150 Gutsanlagen und ihre Nutzung Abb. vermietet drei Ferienwohnungen und neun moderne Ferienhäuser. Fast die Hälfte der schleswig-holsteinischen Anbieter hält bis zu drei Einheiten (Ferienzimmer. Ebenfalls ein großer Ferienhof ist Fahrenstedt bei Schleswig. aber vom landwirtschaftlichen Betrieb abgetrennt worden ist. Allerdings sind dieser Betriebsart. Insgesamt zehn Einheiten sind im Gutshaus und dem Torhaus untergebracht. Diese Form des Tourismus nennt man Urlaub auf dem Bauernhof. gibt es zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein keine gravierenden Unterschiede. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es sogar 20 Ferienhöfe mit zehn oder mehr Einheiten. Katharinenhof auf der Insel Fehmarn ist eigentumsrechtlich geteilt. Die meisten weist Oehe in Angeln auf. 27) sind insgesamt 18 Ferienwohnungen eingerichtet worden. Die großen Ferienhöfe erreichen mit bis zu 60 und in der Spitze sogar rund 100 Betten ansehnliche Kapazitäten. Mit 24 Ferienwohnungen und Appartments hat die Ferienanlage Gutshof Basthorst – ein ehemaliger Erbpachthof – die meisten Einheiten in Mecklenburg-Vorpommern. -wohnung oder -haus) vor. der ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude bewohnt. 27: In den ehemaligen Schweineställen des Gutes Oehe in Angeln wurden Ferienwohnungen eingerichtet (August 1999). die Landwirtschaftsflächen und Wirtschaftsgebäude verpachtet sind oder Landwirtschaft ohne Gewinnstreben in einem ganz geringen Umfang nur noch für die Feriengäste . die in Schleswig-Holstein vorherrschend ist. Über ein Drittel der Betreiber haben zwischen vier und neun Einheiten und etwa ein Fünftel können zehn Einheiten und mehr anbieten. Die Beherbergung von Feriengästen stellt für landwirtschaftliche Betriebe eine mögliche Einkommensquelle dar. gewisse Unschärfen eigen. Im Verwalterhaus und in zwei ehemaligen Schweineställen (Abb. Was die Angebotsstruktur im Rahmen von Urlaub auf dem Lande in Bezug auf die ermittelten Kapazitäten betrifft.

wird der gängigen Definition folgend nur Tourismus auf Gutshöfen im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Voll-. lohnt sich anscheinend das Schaffen von Zusatzeinrichtungen für die Feriengäste. was mit gewissen Unannehmlichkeiten für den Landwirt verbunden ist. . Obwohl die Struktur der ermittelten Kapazitäten als durchaus günstiger angesehen werden kann.) und in Wagrien (Gaarz: 23 Einh. Weitere Einrichtungen dieser Art gibt es in der Landschaft Angeln. In diesen Gebieten scheinen besonders günstige Bedingungen für diese Art der Umnutzung von Gutsgebäuden vorzuliegen. Denn bereits mit sechs Betten ist die Schwelle zur Gewerblichkeit überschritten. Im ehemaligen Kuhhaus sind Streicheltiere untergebracht. Einen Spielboden gibt es im Torhaus von Lindaukamp. Das gilt auch dann. Jedoch handelt es sich nicht um einen landwirtschaftlichen Betrieb. In Baggelan und Baustrup wurden Spielscheunen eingerichtet. So finden sich in Gaarz ein Luftgewehrstand und Gemeinschaftsraum und in Friedrichstal ein Kinderspielhaus in einem Speicher. Das ist fast die Regel.Gutsanlagen und ihre Nutzung 151 betrieben wird. Nur auf dem Gutshof Bastorf wurde in einer Reetdach-Scheune ein Kinderspielraum über zwei Etagen eingerichtet. Heuhotel) im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Betrieben sind selten. Meistens handelt es sich beim Urlaub auf dem Bauernhof um die Vermietung von Ferienzimmern. In Mecklenburg-Vorpommern sind es sogar nur sechs Betreiber.und Nebenerwerbsbetrieben als Urlaub auf dem Bauernhof bezeichnet. dass in Schleswig-Holstein einer kleinen leistungsfähigen Spitze viele kleine Anbieter gegenüberstehen. Zu. Pension. Um die Situation im Untersuchungsgebiet klar erfassen zu können. 28). Arbeitsintensivere Beherbergungsformen (z. Solche Gebäude konzentrieren sich unter anderem in Schleswig-Holstein in der Landschaft Wagrien auf engstem Raum. Es zeigt sich klar die Tendenz. 4). Gerade für Kinder stellen diese Einrichtungen gern genutzte Aufenthaltsbereiche dar. Die geografische Verteilung der Anbieter in Schleswig-Holstein unterstützt diese Annahme (Abb.). -wohnungen und -häusern. Diese Einrichtungen werden an jeweils anderer Stelle umfassend dargestellt. Ein Kinderspielhaus ist darüber hinaus in Dahmerhof und Seegalendorf vorhanden. sind solche fantasievollen Zusatzeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof nicht vorhanden. dass diese Potenziale auch bei gleichzeitiger Bewirtschaftung eines großen landwirtschaftlichen Betriebes genutzt werden können. Diese Nutzungen sind zwar extensiver Natur.B. Dort wurden selbst in die Hühnerhäuser im Garten hinter dem Herrenhaus Ferienwohnungen eingebaut. Die mit Abstand höchsten Konzentrationen an Standorten mit den größten ermittelten Kapazitäten im gesamten Untersuchungsgebiet finden sich im Küstenraum der Landschaften Schwansen (Hohenstein: 26 Einh. Die an Gütern reiche Landschaft Dänischer Wohld und das Gebiet um den Westensee fallen fast gänzlich aus. Die holsteinische Seenplatte ist nur mit wenigen Standorten geringer Kapazität vertreten. insbesondere bei schlechter Witterung. Insbesondere Gaarz ist ein gutes Beispiel. bewahren jedoch die Gebäude vor dem Leerstand. Insbesondere auf ungünstig empfundenen Standorten scheuen sich die Anbieter. Spielscheunen und ähnliche Räume heben die Aufenthaltsqualität der Urlauber und tragen dazu bei. Die vermeintlich unrentierlichen Gebäude können sich daher als ein Baustein im unternehmerischen Gesamtkonzept unter Umständen auch finanziell auszahlen. dass aus ihnen möglicherweise Stammgäste werden. In Schleswig-Holstein liegen nur 16 Anbieter unter der Gewerblichkeitsschwelle. Sind große Kapazitäten und für den landwirtschaftlichen Betrieb entbehrliche Gebäude vorhanden. Das gilt mit ein paar Einschränkungen auch für das Angelner Binnenland. mehr als drei Einheiten einzurichten. wenn das touristische Angebot sechs oder mehr Betten beziehungsweise vier oder mehr Zimmer ausmacht und in die Gewerblichkeit geraten ist (Kap.

Abb 28: Urlaub auf dem Bauernhof im Rahmen des Gutshof-Tourismus Nübelfeld Gintoft Bleicherfeld OesterOstenberg Börsby gaard Grünberg Nieby StennesLangballig Pommerby höh Niedamm Priesholz Baggelan Mariannenhof Kieholmhof Ruhkrog Ossenrüh Nübbelhof Moos Grödersby Hof Karlsburg Schwonendahl Sophienhof Ludwigsburg Osterhof Seegalendorf Flügge Karlsminde Hohenhain BollFriedrichstal Neuhof brügge SatjeChristianstal Staberhof witz Eichthal WeißenGodderstorf haus Sahna Waterneverstorf Wulfshof Nienthal Augustenhof CharlottenGaarz Rosenhof Gottesgabe hof Rosenfelde Dahmerhof Trenthorst Mühlenfeld Ingenhof Wintershof Kibitzhörn Neversfelde Klostersee Nienrade Brodau Mönchneversdorf Oevelgönne Altona Kattenhöhlen Gamal Augstfelde Glasau Travenort Garkau Brook Lischow FLENSBURG Westerholm Ahneby Neu Rehberg Baustrup Mohrkirchen Faulück Böelschubyhof Lücke Sterdebüllhof Güderott Lindaukamp Pageroe Bocksrüde Grumbyhof Mohrberg Winning Klein Brodersby Hoyerswort Neu Möhlhorst Hohenstein Marienthal Altenhof Wollin Kartzitz Boldevitz Sellin KIEL Swine STRALSUND Bothkamp Vierthof Hanerau Augustenhof Pettluis Waldhütten Nehmten Kiekbusch Kamp Neu Wendorf Quitzin ROSTOCK Rakow Nustrow Samow Hohen Luckow GREIFSWALD Netzeband LÜBECK Oberhof Dalwitz Walkendorf WISMAR Klein Görnow Schönfeld Niendorf am Schaalsee Seedorf Groß Zecher Pastin Rosenow Prebberede Klein Toitin Zinzow SCHWERIN Grambow Klein Pritz Charlottenhof Ulrichshusen Louisenfeld NEUBRANDENBURG Klein Gievitz Freidorf Zislow Groß Kelle Sabel Krumbeck Legende 1-3 Unterkunftseinheiten / Betreiber 4-9 Unterkunftseinheiten / Betreiber < 9 Unterkunftseinheiten / Betreiber .

Insgesamt zeigt die Verteilung der Standorte mit Urlaub auf dem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern. -haus) befinden sich in einem historischen Gebäude. Einheiten in modernen Gebäuden werden berücksichtigt. Eine sehr große Rolle spielen Gebäude. auch wenn die Flächen teilweise verpachtet sind. Es drängt sich der Eindruck auf. Die Gutshäuser in Dalwitz.oder Inspektorhäuser sowie der größeren Wirtschaftsgebäude (6) wie Scheunen oder Stallgebäude relativ groß. Von den 170 Gebäuden mit Ferienunterkünften sind 30 Prozent Gutshäuser (51). Hierbei ist der Anteil der Nebengebäude (8) wie Kavaliers.und Windkraftanlagen.oder Inspektorhäuser vertreten. die vor Ende des Zweiten Weltkrieges errichtet wurde. dass bei einer entsprechenden Positionierung auch der Aufbau weiterer Angebote im Binnenland von SchleswigHolstein möglich wäre. Ebenfalls sind mit einem Fünftel die Nebengebäude (34) wie Garten. -wohnung. Das Binnenland Vorpommerns nimmt allerdings kaum an der touristischen Entwicklung teil. Über die Hälfte der 45 Gebäude mit Ferienunterkünften sind dort Gutshäuser (23). . In SchleswigHolstein stellt sich die Situation erheblich anders dar. dass die relativ arbeitsextensiven Ferienwohnungen nur als Nebenbetrieb dienen. Samow und Walkendorf sind mit großen landwirtschaftlichen Betrieben von mehreren hundert Hektar verbunden. da von vornherein der touristischen Nutzung nur eine arrondierende Funktion zukommt. und in Lühburg hat sich ein Ingenieur für Abfallwirtschaft eingerichtet. Die Ferienquartiere sind primär zu dem Zweck eingerichtet worden. Der Anteil der modernen Gebäude ist in Mecklenburg-Vorpommern gering. Standorte mit größeren Kapazitäten finden sich aber auch in anderen Regionen. Gnoien und Teterow außerhalb eines ausgesprochenen Feriengebietes auf.5 Prozent des gesamten Gebäudebestandes aus. die Gutsgebäude zusätzlich zu ihrer eigentlichen Bestimmung als Wohnhaus sinnvoll auszulasten. Natürlich sind wieder die Mecklenburgische Seenplatte und Rügen überrepräsentiert. Unter diesen Bedingungen sind auch weniger geeignete Regionen tragfähig. Die Objekte vergrößern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Eigentümers. jedoch nur ein Viertel der 154 Anbieter in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht alle Einheiten (Ferienzimmer. was den Erhalt der historischen Bausubstanz zugute kommt. Nustrow. Als historische Bausubstanz wird jene bezeichnet. Der wünschenswerte Einbau von Ferienwohnungen lässt sich aus architektonischen Gründen nicht immer bewerkstelligen. In Duckwitz betreibt der Eigentümer die Herstellung und den Vertrieb von Solar. Diese 40 Gebäude machen immerhin 23. Die andere Hälfte verteilt sich auf die übrigen Gebäudetypen. Kleinere Wirtschaftsgebäude (3) wie Stellmachereien oder Landarbeiterhäuser (3) sind selten. Über 82 Prozent der ermittelten 123 Anbieter auf Gutshöfen sind mit einem landwirtschaftlichen Betrieb verbunden.Gutsanlagen und ihre Nutzung 153 Die geografische Verteilung der ermittelten Standorte mit Urlaub auf dem Bauernhof ist in Mecklenburg-Vorpommern disperser als in Schleswig-Holstein. Kleine (13) und größere (16) Wirtschaftsgebäude sowie Landarbeiterhäuser (16) spielen mit einem Anteil von jeweils unter zehn Prozent eine untergeordnete Rolle. Sie spielen in Klein Pritz und in Zislow eine Rolle. Der hohe Anteil der Ferienzimmer in Mecklenburg-Vorpommern wird durch die große Bedeutung des Gutshauses als Unterkunftsstätte induziert. die sich aus einer Zusammenschau mit Standorten im Rahmen von Urlaub auf dem Lande ergibt. wenn diese über den Eigentümer mit historischen Gebäuden verbunden sind. Jedoch fällt eine Konzentration im Dreieck der Städte Tessin. Urlaub auf dem Bauernhof ist in Schleswig-Holstein sehr verbreitet. die nach dem Zweiten Weltkrieg als Wohnhäuser oder Ferienunterkünfte gebaut worden sind. Prebberede. Diese Gebäudetypen sind bisher kaum in die Hand der landwirtschaftlichen Betriebe gelangt und werden zumeist für Wohnzwecke genutzt.

Unters.8 7.4 30.1 76.0 37. Während Mecklenburg-Vorpommern mehr als doppelt so viele Standorte mit Gutshöfen aufweist. so dass es sich um ein Ferienobjekt im Rahmen von Urlaub auf dem Lande handelt.6 100. Die geeigneten Gebäude befinden sich häufig im Besitz von Landwirten. Dort sind fast dreimal so viele Anbieter auf dem Markt aktiv wie in Mecklenburg-Vorpommern.9 100. dass potenzielle Ferienhäuser wie Landarbeiterkaten in Mecklenburg-Vorpommern andere Eigentümer haben und von diesen Personen auch bewohnt werden. In Schleswig-Holstein stellen immerhin zehn Prozent des Angebots Ferienhäuser dar.8 100. Zweitens sind die zu Schleswig-Holstein abweichenden Eigentumsverhältnisse zu berücksichtigen. 17: Das ermittelte Angebot an Ferienzimmern.1 13. so dass die Umnutzung zu Ferienhäusern natürlich erleichtert ist. Ferienhäuser sind im Angebot praktisch nicht vorhanden. . Allerdings gibt es in Mecklenburg-Vorpommern verhältnismäßig mehr Ferienzimmer als in Schleswig-Holstein. In Lüßvitz auf der Insel Rügen wird ein Stallgebäude eines ehemaligen Landarbeiterhauses als Ferienhaus angeboten. denn der Anteil der Anbieter mit zehn oder mehr Einheiten ist erheblich größer. Nur zwei Standorte konnten ermittelt werden. liegt jedoch kilometerweit entfernt. Meckl.0 22.154 Gutsanlagen und ihre Nutzung Schl. Auch sind die Agrarunternehmen ganz überwiegend nicht im Besitz von weiteren Wohngebäuden.7 33. Daher ist in Mecklenburg-Vorpommern das Angebot an Ferienhäusern im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof praktisch nicht existent. Es wäre jedoch falsch.0 56 185 2 243 13 14 8 35 23.0 111 528 49 688 73 45 18 136 16.0 53. -wohnungen und -häusern der Gutshöfe im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof im Untersuchungsgebiet. Ein Vergleich des Angebots in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Tab. der Hof Neuendorf bei Bergen. In Schleswig-Holstein haben die kleinen Anbieter mit weniger als vier Einheiten das größte Gewicht. Was die Angebotsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern betrifft. In Nustrow wird die ehemalige Orangerie und in Dalwitz ein Neubauernhaus als Ferienhaus vermietet.3 77.0 Urlaub auf dem Bauernhof Art der Beherbergung: Ferienzimmer Ferienwohnungen Ferienhäuser Gesamt Kapazitäten der Anbieter: 1-3 Einheiten je Anbieter 4-9 Einheiten je Anbieter ≥ 10 Einheiten je Anbieter Gesamt Tab.-Vorp.1 0. Landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten häufig mit modernen Wirtschaftsgebäuden.9 100.1 76.1 100. Der Großteil der Anbieter ist leistungsfähiger als in Schleswig-Holstein. Erstens spielt die touristische Ausrichtung der 35 ermittelten Höfe eine große Rolle.-Gebiet Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent 55 343 47 445 60 31 10 101 12. Das geringe Angebot ist darauf zurückzuführen. Diese strukturellen Unterschiede schlagen sich auch in der Angebotsstruktur nieder.7 9. zeigt sich ein ambivalentes Bild.1 10. 17) macht noch einmal die historisch bedingten Unterschiede in der Landwirtschaft deutlich. ist das Angebot im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof nur etwa halb so groß wie in Schleswig-Holstein.0 59.2 100.1 40. Der Betreiber. die es zu nutzen gilt.-Holst. diese Zahlen in Bezug auf den Modernisierungsgrad überzubewerten.

8 100. die dem Freizeitwohnen dienen.7 11.1 37.1 100. Der Anteil der Ferienzimmer ist höher und jener der Ferienhäuser kleiner.3 15. werden darüber hinaus zu bestimmten Zeiten an Feriengäste vermietet. Das liegt an der eigentumsrechtlichen Zersplitterung der Gutshöfe. Objekte. Dort sind leistungsfähigere Ferienbetriebe auf dem Markt.3 78. während in SchleswigHolstein einer kleinen leistungsfähigen Spitze viele kleine Anbieter gegenüberstehen.4 100.1 100. -wohnungen und -häusern im Rahmen des Urlaub auf dem Bauernhof und Urlaub auf dem Lande macht zusammengenommen im Wesentlichen den Gutshof-Tourismus im Untersuchungsgebiet aus.0 44.9 5. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Unterkünfte in der Regel nur wenige Jahre alt.0 220 1136* 83 1439 138 98 42 278 15. Ein Vergleich des Angebots lässt allerdings den Schluss zu. In Schleswig-Holstein hat das Angebot im Rahmen von Urlaub auf dem Lande allerdings eine weniger leistungsstarke Struktur als im Urlaub auf dem Bauernhof. Allerdings ist die sehr geringe Anzahl der Ferienhäuser in Mecklenburg-Vorpommern ein großes Defizit. denn in MecklenburgVorpommern haben die Ferienhöfe keinen Rückhalt im eigenen Landwirtschaftsbetrieb. Die Vermietung von Ferienzimmern.-Vorp. .-Gebiet Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent 68 429* 62 559 70 40 14 124 12.0 Gutshof-Tourismus Art der Beherbergung: Ferienzimmer Ferienwohnungen Ferienhäuser Gesamt Kapazitäten der Anbieter: 1-3 Einheiten je Anbieter 4-9 Einheiten je Anbieter ≥ 10 Einheiten je Anbieter Gesamt Tab. Hierin kommt wiederum der Zwang zur Professionalität zum Ausdruck.4 32. -wohnungen und -häusern der Gutshöfe im Rahmen des Gutshof-Tourismus im Untersuchungsgebiet (* Anzahl ohne Ferienwohnungen der Anlagen Sonnenberg auf der Blomenburg. Diese Objekte wurden unter bestimmten Bedingungen dem Gutshof-Tourismus zugeordnet.2 100.3 11.2 76.0 152 707* 21 880 68 58 28 154 17. 18). Es ist zu berücksichtigen.Gutsanlagen und ihre Nutzung 155 Schl. dass der Gutshof-Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern moderner strukturiert ist. Daher wird das Land auf Dauer mit einem strukturellen Rückstand in diesem Marktsegment des Gutshof-Tourismus leben müssen. da viele ehemalige Landarbeiterhäuser und ähnliche Gebäude zum Kauf angeboten werden oder bereits verkauft sind.3 2. Entsprechende Neubau-Investitionen in MecklenburgVorpommern erfolgen nur in Ausnahmefällen in einem betriebswirtschaftlichen Zusammenhang mit Gutsgebäuden. Göhren-Lebbin und Neddesitz). dass in Schleswig-Holstein viele Ferienhäuser in jüngerer Zeit errichtet worden sind.3 100. Aufgrund der bereits beschriebenen Eigentumsstruktur der Gutsanlagen wird es auch nur selten Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung geben. 18: Das ermittelte Angebot an Ferienzimmern.7 18.3 80.0 49.-Holst. Unters.6 35. Hohendorf. Mit Sicherheit wird die Nutzung der historischen Gutsgebäude als Ferienhäuser im Laufe der Zeit zunehmen. Meckl. Trotz der erheblich geringeren Anzahl der Gutsanlagen sind in Schleswig-Holstein insgesamt fast so viele Anbieter aktiv wie in Mecklenburg-Vorpommern (Tab.0 56.

Die Verteilung der Standorte in Schleswig-Holstein macht die Bedeutung von Gewässern als Kriterium bei der Anlage von Campingplätzen bewusst. Dort stehen bis zu vier Stellplätze für Camper zur Verfügung. Bis auf acht Ausnahmen liegen die Campingplätze an der Küste. gemietete oder gepachtete Häuser und Wohnungen oder eben um mobile Wohnformen handelt (RUPPERT/MAIER 1971). dass ein Gutsgebäude zu einem Kiosk oder Sanitärgebäude umgebaut worden wäre. ob es sich um eine ortsgebundene Wohnform wie eigene. zumeist an der Eckernförder oder Lübecker Bucht.und Freizeiteinrichtungen vorzuziehen. Die Eingriffe in die Landschaft sind allerdings reversibel. Große landwirtschaftliche Betriebe können leichter als andere Flächen für Nutzungsformen bereit halten. zum Wochenende und/oder im Urlaub aufsucht. Insbesondere Menschen in Ballungsräumen haben das Bedürfnis. die weit über eine Urlaubsperiode hinaus geht. Caravans und Booten sehr häufig vor. Hierbei gibt es im Wesentlichen zwei Betriebsformen: der Gutsbetrieb führt den Campingplatz selbst oder die Flächen sind zu diesem Zweck verkauft oder verpachtet. Die Campingplätze liegen fast ausnahmslos etwas abseits vom Gutshof. die relativ viel Platz beanspruchen. 29). Nur so ist die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und die Privatsphäre des Betreibers gesichert. Der Campingplatz Gronenberger Mühle liegt zumindest .1. Campingplätze stärken als zusätzliche Einkommensquelle den Gutsbetrieb und dienen damit indirekt dem Erhalt historischer Gebäude. in gewohnter Umgebung. die eine Person nur vorübergehend. Camping auf dem Gutshof gibt es in Schleswig-Holstein im 8000 Quadratmeter großen Park des Gutshauses Henriettenhof und auf der Hofanlage Hoffnungsthal bei Eckernförde. Die im Landesinneren gelegenen Standorte befinden sich fast ausnahmslos an einem Binnensee. Dabei ist es gleichgültig. Camping auf dem Gutshof gibt es häufiger. was aus ökologischer Sicht bedenklich ist. Freizeitwohnsitze sind weitere Domizile neben dem Hauptwohnsitz. Wichtig ist die auf Dauer angelegte Nutzung in dieser Weise.156 5. In Mecklenburg-Vorpommern spielen sie zwar eine sehr große Rolle. Das ist eine durch die Ereignisse der Bodenreform plausibel zu erklärende Tatsache. Wohnmobile oder Caravans für den vorübergehenden Aufenthalt vorhanden. Eine Umnutzung von historischer Bausubstanz für den Betrieb eines Campingplatzes konnte im Untersuchungsgebiet nicht ermittelt werden. aber im Grünen. Wohnwagen oder Wohnmobile können ebenso der Sphäre des Tourismus und der Freizeit zugerechnet werden. Campingplätze sind ambivalente Einrichtungen. Darüber hinaus gibt es Stellplätze im Park von Lischow und auf dem Hofgelände in Dalwitz und Neuenhagen. das heißt tageweise. jedoch steht nur einer in Verbindung mit einer Gutsanlage: der Campingplatz Zielow mit gerade einmal 30 Stellplätzen.3 Camping und Freizeitwohnsitze Gutsanlagen und ihre Nutzung Mobile Unterkunftsformen wie Zelte. die Freizeit zu verbringen. Dahingegen kommt die Einlagerung von Wohnwagen. Die Gutslandschaft vermag bei entsprechender Vermarktung diesem Wunsch ein reichhaltiges Angebot entgegenzustellen. Campingplätze sind im Zusammenhang mit Gutshöfen fast ausschließlich eine schleswig-holsteinische Erscheinung (Abb. Der Charakter der Gutslandschaft wird empfindlich gestört. Das Campen ist Freizeitkonsum. wenn der Aufenthalt den Charakter des Freizeitwohnens aufweist. Im ersten Fall ist eine Erfassung relativ einfach. Trotz relativ großer Flächenintensität benötigen sie als Organismus viel Platz. Trotzdem ist die Nutzung bestehender Bausubstanz dem Neubau von Fremdenverkehrs. Es ist kein Fall bekannt. Für ein großes Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist das eine recht magere Ausbeute. In Klein Pritz bei Sternberg sind Stromanschlüsse für Zelte. Sie drängen sich in die landschaftlich reizvollsten Gebiete. im zweiten Fall erheblich schwieriger.

29: Camping und Freizeitwohnsitze in der Gutslandschaft FLENSBURG Oehe Loitmark Hemmelmark Grönwohld Flügge Neu Bartelshagen Friederikenhof Bürau Seegalendorf Henriettenhof Schönweide Hasselburg Rosenfelde Dettmannsdorf Seekamp Godderstorf Sahna Kaltenhof Wulfshagen Charlottenhof Stöfs Nienthal Sehlendorf Damp Karlsminde Booknis Hohenstein Lehmberg Mildstedt (Hof Eddings) Möhlhorst Hoffnungstal Dummertevitz Barnkevitz Kummerow Obermützkow Dengelsberg KIEL STRALSUND Glowitz Schierensee Güsdorf Ascheberg Hof Einfeld Perdöl Perdöler Mühle Neuenrade Seedorf Muggesfelde Groß Behnkenhagen Brodau Rekentin Hoikenhagen Augstfelde Redderstorf Blengow Hof Sierksdorf Hohen Ruhleben GREIFSWALD Stawedder Neuenhagen WieschenSeekamp ROSTOCK Gronenberger Barendorf Hof Zarnekow Ranken.dorf Nustrow Wesselstorf Mühle dorf Damekow Alt Jargenow Horst Neu Strietfeld Travenort Ruppersdorf Owstin Bobbin Lischow Trotzenburg Jamitzow Ovendorfer Hof Walkendorf Verwalterhof Grevenstein Waschensee Fährdorf (Gut III) LÜBECK Thorstorf Darbein Klein Spotendorf Dalwitz Padelügge WISMAR Beckerwitz (Hof Bauer) Sprenz Wieschendorf (Hof I) Holm Nakenstorf Rondeshagen Bugewitz Drölitz Schulenbrook Groß Wüstenfelde Klein Weeden Langensee Schöninsel Görtzhausen Drewelow Groß Weeden Groß Labenz Tieplitz Bellin (Hof Schelling) Goldensee Charlottenhorst Windfang Rothen Rum Niendorf Heinrichshöh Kogel Borkow Wischershausen SCHWERIN Jülchendorf (Gut II) Klein Pritz Weisin Jellen Alt Falkenhagen Deven Pieverstorf Zielow Woldzegarten Solzow NEUBRANDENBURG Klepelshagen Helpt Dewitz Freienstein Groß Zecher Gudower Mühle Gudow Vietow Legende Campingplatz Karbow Camping auf dem Hof oder im Park Freizeitwohnsitz Unentgeltliche Beherbergung von Bekannten und Verwandten im Gästehaus bzw. der Gästewohnung .Abb.

Einen Freizeit. Im Pferdestall des Forsthofes Jellen hat sich der Förster von Sandhof seinen Freizeitwohnsitz eingerichtet.oder Zweitwohnsitz gibt es zum Beispiel in einem historischen Gästehaus des Rittergutes Buggenhagen in Jamitzow. die Vielzahl der Standorte mit Freizeitwohnsitzen von gewöhnlichen Mietwohnungen zu unterscheiden. Im Gegensatz zum Freizeitwohnen kann beim Zweitwohnsitz das Element der Arbeit hinzutreten oder sogar dominieren. Damit handelt es sich in der Regel um recht große Anlagen. Immerhin 50 Objekte werden dort so genutzt. Dort weilt ein Weidmann aus dem Rheinland mit befreundeten Jagdgenossen mehrere Wochen im Jahr und geht seinem Hobby nach. die ansehnlichen Gebäude zu unterhalten. -wohnungen oder -häusern lässt sich das Angebot der Campingplätze leichter quantifizieren und dem Freizeitbereich oder Tourismus zuordnen. besitzt aber noch einen weiteren Hof bei Lübeck. Einige haben große landwirtschaftliche Betriebe gekauft oder gepachtet und lassen sie durch einen Pächter oder Verwalter bewirtschaften.158 Gutsanlagen und ihre Nutzung an einem Teich. Im Gutshaus haben sich die Eigentümer Wohnungen für ihren Aufenthalt eingerichtet. Hoikenhagen). Ascheberg (45) und Hohenstein haben unter hundert Plätze. Ähnlich exakte quantitative Aussagen lassen sich bezüglich der Freizeitwohnsitze nicht machen. Von 18 der 23 gutseigenen selbst bewirtschafteten Campingplätze konnte die Kapazität ermittelt werden. Im Gutshaus von Nakenstorf lässt ein Berliner Professor und Architekt sogar ein Hotel betreiben. Einige Standorte machen sogar moderne Gebäude auf dem Gutshof aus (Dewitz. dem Kavaliershaus in Karbow bei Röbel. Sind die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt. Die Bandbreite der für diesen Zweck genutzten Nebengebäude reicht von der Schmiede in Helpt. Mit Sicherheit sind insbesondere in den Landarbeiterhäusern und umgebauten ehemaligen Wirtschaftsgebäuden eine Reihe von Freizeitwohnungen gar nicht erfasst oder ermittelt worden. Freizeitwohnsitze in Gutshäusern oder sogar die Nutzung von vollständigen Gutsanlagen für diesen Zweck sind in Mecklenburg-Vorpommern üblich (Abb. In erster Linie für eine gewisse Kontrollfunktion während der langen Abwesenheit des Eigentümers sind in zehn Gutshäusern aber auch einige Dauerwohnungen vermietet. Die Informationen bezüglich des Freizeitwohnens und der Zweitwohnsitze in den Gutshäusern stellt sich erheblich günstiger dar. Ansonsten liegt der Anteil der Dauerstellplätze im Durchschnitt bei fast 80 Prozent. Nur die Campingplätze in Seekamp in der Gemeinde Seedorf (67 Stellplätze). Selbst dort gibt es eine Badestelle. 29). Im Keller befindet sich ein Tonstudio. In zwölf Fällen wurden zusätzlich Ferienwohnungen oder -zimmer im Gutshaus geschaffen. Der Eigentümer lässt dort einen Erdbeerhof von einem Verwalter bewirtschaften. einem Wirtschaftsgebäude in Pieverstorf bei Neustrelitz und dem Verwalterhaus von Redderstorf. Eher den Charakter einer Zweitwohnung für Arbeitsaufenthalte hat das Gutshaus Heinrichshöh bei Friedland. Im Gegensatz zu dauervermieteten Ferienzimmern. Auch sind Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste vorhanden. . Vielfach handelt es sich um vermögende Privatleute. In der Praxis der Erhebung hat es sich als schwierig herausgestellt. Diese liegt im Durchschnitt bei rund 410 Stellplätzen. die es sich leisten können. Campingplätze sind daher ganz überwiegend Standorte des Freizeitwohnens und weniger des Urlaubs-Tourismus. Etwas eigentümlich ist die Situation in Hohen Wieschendorf. Hohenstein weist als kleinste ermittelte Anlage sogar nur 18 Dauerstellplätze für handverlesene Interessenten auf. finden zur besseren Refinanzierung aber auch Formen der speziellen Diversifikation Anwendung. Im ehemaligen Schweinestall hat er sich einen Zweitwohnsitz ausgebaut und pendelt nun zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hin und her.

der die meiste Zeit des Jahres in den USA lebt. In Mecklenburg-Vorpommern kommen die Eigentümer entsprechender Objekte aus ganz Deutschland.Gutsanlagen und ihre Nutzung 159 Neben einzelnen Privatpersonen als Eigentümer kommen eine Reihe weiterer Eigentumskonstruktionen vor. die sich bereits bei den bisher behandelten Nutzungsformen abgezeichnet haben. Vielmehr spielen für die Durchführung einer Umnutzung zum Freizeitwohnsitz die engeren örtlichen Verhältnisse und Rückübertragungsvorgänge an Alteigentümer (z. So lassen sich Kauf und Umbau finanziell leichter bewältigen. einem ehemaligen Meierhof von Waterneverstorf. Dummertevitz. die überwiegend nur am Wochenende und in den Ferien bewohnt sind. Das Gutshaus Padelügge dient unter anderem als Sommersitz des Vorstands der Parchamschen Stiftung. . Die Entfernung vom Hauptwohnsitz zum Freizeitoder Zweitwohnsitz und die Verkehrsgunst spielen also offensichtlich eine sehr große Rolle bei der Wahl des Standortes. Standorte in den Ortskernen sind tendenziell weniger für die Nutzung als Freizeitwohnsitz geeignet. der sich überwiegend in Asien aufhält. Erbengemeinschaften nutzen jeweils das Gutshaus des Hofes Marin (Gut II) in Jülchendorf und ein Wohnhaus in Loitmark (Kappeln) zum Freizeitwohnen. Süddeutschland (Baden-Württemberg. Vermarktungsstrategien sollten sich daher neben den zwei genannten Ballungsräumen vorzugsweise noch auf den Rhein-Ruhr-Raum konzentrieren.und nicht in Dorflage. Die Gutshäuser in Dorflage sind häufig mit dem Makel behaftet. Eine ähnliche Nutzung findet sich in den Gutshäusern Blengow bei Rerik und Damekow. Freizeit und Erholung werden im Wesentlichen mit einem Aufenthalt in relativer Ruhe und Abgeschiedenheit verbunden. In Rondeshagen hat ein Geschäftsmann sein Domizil.B. der das Gebäude und die Ländereien gehören. Die Verhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern lassen allerdings erkennen. Diese Bedingungen sind in der Tat – von den Mecklenburg-Vorpommern einmal abgesehen – für die Berliner und Hamburger am günstigsten. Fünf Objekte befinden sich im Eigentum von Hamburgern. dass bei einer entsprechenden Vermarktung ein gewisser Teil der zukünftig leer stehenden Gutshäuser in SchleswigHolstein der Nutzung als Freizeitwohnsitz zugeführt werden kann. Oftmals tun sich wie in Blengow. Spotendorf und Wischershausen zwei oder mehrere Personen zu Eigentümergemeinschaften zusammen. kein größeres Anwesen. dass sich der Gutspark im Eigentum der Gemeinde befindet und zumindest nicht exklusiv dem Besitzer des Gutshauses zur Verfügung steht. In Bezug auf die Lage der Standorte ergibt sich keine signifikante Häufung innerhalb von besonders reizvollen Regionen. sondern nur eine Wohnung zu erwerben. Das Gutshaus in Hemmelmark bei Eckernförde ist Wohnung eines Fotografen. Damekow. Bayern) und Mecklenburg-Vorpommern selbst. Aufgrund der Ortsnähe dürfte der Anteil der MecklenburgVorpommern allerdings größer sein. Jeweils vier Eigentümer kommen aus Nordrhein-Westfalen. Die Familie KörtingBeurmann ist im Besitz des Herrenhauses in Hasselburg bei Neustadt. Dalwitz) in Mecklenburg-Vorpommern eine größere Rolle. In Schleswig-Holstein dienen 14 Gutshäuser dem Freizeitwohnen oder als Zweitwohnsitz. Der gesamte Gutshof Muggesfelde bei Bad Segeberg dient einem vermögenden Unternehmer und seiner Familie am Wochenende und in den Ferien – inklusive Streicheltiere für die Kinder. Deven. Entsprechende Informationen konnten in Schleswig-Holstein nicht in Erfahrung gebracht werden. Dabei schrecken zersplitterte Eigentumsverhältnisse auf dem Gutshof oder gar im Gutshaus (Bobbin. Neun Gutsgebäude sind in der Hand von Berlinern. Barendorf-Hof. Jellen) und verfallene Wirtschaftsgebäude in unmittelbarer Nähe des Gutshauses die Interessierten nicht unbedingt ab. Die betreffenden Gutshöfe befinden sich jedoch überwiegend in Allein. In das Gutshaus Stöfs. wurden Eigentumswohnungen eingebaut. Außerdem besteht häufig der Wunsch.

Erst die Bevorzugung bestimmter Beherbergungsformen durch die Urlauber mit einer besonderen Affinität zu diesen Aktivitäten hat eine gewisse Relevanz. Katharinenthal. Hierbei spielt nicht nur das Holsteiner-Pferd eine große Rolle. die von Einstellern genutzt werden oder Pensionspferde beherbergen. Rantzau. In Schleswig-Holstein findet auf mindestens 34 Standorten eine intensivere Zucht statt. Bekannte Turniere finden in Altenhof und Breitenburg statt. Der Anteil der Hobby-Halter ist nur unwesentlich höher als in Schleswig-Holstein. die auch ein prägendes Element einer Urlaubsreise sein können. Die Holsteiner-Pferdezucht hat Weltgeltung. Aktivurlaube durch Tätigkeiten gekennzeichnet. So ist es zum Beispiel in Neuendorf bei Bergen auf Rügen geschehen.oder Freizeitaktivitäten. die für die Pferdezucht und -ausbildung genutzt werden. In Pageroe (Hof 6). Das sind 14 Prozent aller Standorte. Andererseits können in den Wirtschaftsgebäuden die nötigen Bearbeitungsmaschinen und sonstigen Räumlichkeiten für den Betrieb eines Golfplatzes untergebracht werden. Die Bedeutung des Pferdes als Wirtschaftsfaktor ist in Schleswig-Holstein offenkundig. Allein die Anzahl der Gutsgebäude. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 103 Standorte mit Pferdehaltung. Das Wandern und Fahrradfahren können alleine unternommen werden und gehören zu den häufigsten Urlaubs. Panker. Jedoch spielen Gutsgebäude bei der Ausübung dieser Tätigkeiten allenfalls eine marginale Rolle. Über die Meinung lässt sich natürlich streiten. Stubbe und Travenort stehen Pferde des Holsteiner Verbandes. In Neuenhagen wurde eine Hindernisstrecke für Gespannfahrer in den Gutspark integriert. Noch nach über 40 Jahren wird die Auflösung des schleswig-holsteinischen Landgestüts in Traventhal von vielen Reitern bedauert. Sehr beliebt sind Trakehner. Rethwisch und Schmoel gezüchtet werden.und Golfsport. Fast 30 Prozent der ermittelten Standorte mit Pferdehaltung lassen sich so charakterisieren. Im Zweifelsfall sind es sogar einige mehr. Daher sind bis auf wenige Ausnahmen. Die Gutshöfe sind traditionelle Zentren der Zucht und Haltung sowie des Pferdesports. Große Stallgebäude und Scheunen werden entkernt und als Reithalle genutzt. Kaum ein Mensch spielt stundenlang Tennis oder betreibt Mannschaftssportarten. Hinzu treten in beiden Bundesländern weitere Höfe.4 Reiten und Golf Gutsanlagen und ihre Nutzung Es gibt nur wenige Freizeitaktivitäten. Zumindest ist die Liebe vieler Menschen zum Pferd das Glück so mancher vormals gefährdeter Gutsanlagen oder Gutsgebäude. Das ist allein aus organisatorischen Gründen nur schwer möglich. Die Zucht von Arabern findet in Grabau und von Andalusiern in Haidehof statt. wo das völlig anders ist: der Reit. Groß Rolübbe. In Mecklenburg-Vorpommern sind die alljährlichen Hengstparaden des Landgestüts in Redefin ein besonderes Event. Gutshäuser und Nebengebäude sind als Clubhaus geeignet. Allerdings ist nicht jede denkbare Aktivität unter dem Aspekt der Umnutzung von Gutsgebäuden interessant.und Freizeitaktivitäten überhaupt. die zum Beispiel in Altenrade. Pettluis.160 5. wie Rafting. wo etwa die Hälfte einer alten Scheune freitragend umgebaut wurde. dass das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde läge.1. . Es gibt im Grunde nur zwei Urlaubs. Lauenburg) verfahren worden. was einem Anteil von gerade einmal vier Prozent aller Standorte entspricht. Ähnlich ist in Klein Weeden und Seedorf (Hrzgt. die auch alleine durchgeführt werden können. Die Wirtschaftsgebäude der Gutshöfe dienen als Stallungen für die Pferde und Ponys. ist sehr groß. denn die Haltung von ein paar Pferden als Hobby ist sehr häufig. da dann immer ausreichend Spielpartner vorhanden sein müssen. Der Trakehner-Verband hat nicht zufällig seinen Sitz in Neumünster. Immerhin 139 Gutshöfe in Schleswig-Holstein weisen eine mehr oder weniger intensive Pferdehaltung auf. Halloh.

Das unterstreicht den Befund. die keine Übernachtungskapazitäten aufweisen. die auf die intensive Verbindung eines Urlaubsaufenthaltes mit dem Reiten setzen. Jene Ferien. Mecklenburg-Vorpommern hat 17 Stätten mit einer intensiveren Zucht. 29 Standorte in Schleswig-Holstein und 21 in Mecklenburg-Vorpommern lassen sich so beschreiben. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 21 solcher Einrichtungen. die als Hobby selbst Pferde halten und Gastpferdeboxen in Verbindung mit Ferienwohnungen anbieten. Die Einordnung entsprechender Einrichtungen lässt sich an einer vorhandenen Beherbergungskapazität festmachen. bei denen das Reiten nur ein zusätzliches Angebot ist. Die Bedeutung der Freizeitreiterei hat in SchleswigHolstein also ein größeres Gewicht. Allerdings sind Beherbergungsbetriebe zu unterscheiden. Das ist in Dalwitz. Suckow am Plauer See.und Reiterhöfe. Einige Reiterhöfe haben selbst keine Unterkünfte. Tribohm und Vorder Bollhagen der Fall. Jungpferde werden in Schöninsel bei Güstrow aufgezogen. Neuendorf bei Bergen.und Reiterhöfe. Die Komponente der zusätzlichen Nachfrage durch Urlauber ist ein allgemein bedeutender Aspekt. Die ermittelten Bettenkapazitäten sind jedoch nur sehr klein. Die Haltung von Pferden und das Reiten können wie das bereits behandelte Campen eine Komponente des Tourismus und des Freizeitkonsums sein. In Lischow. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Potenzial der örtlichen Bevölkerung geringer. 25 Reiterhöfen ohne Übernachtungskapazitäten in Schleswig-Holstein stehen nur 15 in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber. Die Benachteiligung durch die oftmals zersplitterte Eigentumsstruktur der Gutshöfe wird kompensiert. Therapeutisches Reiten gibt es darüber hinaus in Kuhlen und Wittmoldt. Die schönen Friesen findet man in Seedorf (Hrzgt.oder Tourismusgebiete erkannt sind. wo das Reiten das wesentliche Element des Angebots ist. Tribbevitz und Wabel sind es Trakehner. werden vielfach Potenziale der ortsansässigen Bevölkerung ausschöpfen. der Kapazität und Rentabilität von Freizeiteinrichtungen. Eine Spezialisierung wie im Falle des in Konkurs gegangenen Kinder-Ponyhofes Badow . Das sind häufig Betreiber. Die jeweiligen Anteile werden sich nur selten quantifizieren lassen. die ohnehin bereits als ausgesprochene Erholungs. Pony-Zuchten gibt es in Testorf und Travenort. Darüber hinaus gibt es Beherbergungsbetriebe. Lauenburg). um zu wirtschaftlich tragfähigen Nutzungskonzeptionen zu kommen. Betrachtet man die Lage der Ferien. dass entsprechende Reitmöglichkeiten zumeist nur eine Ergänzung und Erweiterung des Angebots darstellen.und Reiterhöfe (Abb. da die Gäste nicht unbedingt auf dem Hof untergebracht sein müssen. Dort ist das Schleswiger Kaltblut zu Hause. werden jedoch auch Urlaubern ihre Dienstleistung anbieten. aber der Einfluss von Urlaubsgästen dürfte in der Regel nur gering sein. wurden bereits an anderer Stelle behandelt. In Schleswig-Holstein gibt es sieben Ferien. Er betrifft direkt die Frage des Standorts. Das liegt wahrscheinlich in der höheren Bevölkerungsdichte begründet. In Schleswig-Holstein gilt das nicht so ohne weiteres. sind Konzentrationen in jenen Gebieten von Mecklenburg-Vorpommern feststellbar. sondern kooperieren mit anderen Beherbergungsbetrieben auf dem Gutshof oder in unmittelbarer Nähe. was dann der Freizeitreiterei zuzuordnen wäre. Ludwigshof bei Torgelow. In Bömitz und Stolpe bei Anklam sind es sogar Hotels. Das Hotel im Gutshaus Vanselow bei Demmin bietet seinen Gästen sogar einen Gelände-Parcours und eine Trainingsanlage für Vielseitigkeitsprüfungen. Aber auch diese Fremdenverkehrseinrichtungen. In Ravensruh wird die Hippotherapie bei der Behandlung von Alkoholkranken eingesetzt. Eine Besonderheit ist die Haltung von Pferden für Therapiezwecke.Gutsanlagen und ihre Nutzung 161 Robuster geht es in Kamp zu. die über Gemeinschaftsunterkünfte verfügen. die Gastpferdeboxen vorhalten. 30). woraufhin sich die Reiterhöfe verstärkt um Feriengäste bemühen müssen. Reiterhöfe.

und Reiterhof Freidorf Krumbeck Ferienunterkunft mit Gastpferdeboxen/Pferdehaltung Gestüt. 8) FLENSBURG Twedt Pommerby (Dorfstr.Abb 30: Reiten und Golf in der Gutslandschaft Grünberg Lundsgaard Ostenberg Gintoft (Hof Otzen) Nieby (Dorfstr. 4) Sophienhof Ahneby (Iversen) Baggelan Obdrup Hof Berg Ruhkrog Wester-Bunsbüll Oster-Bunsbüll Moos Stenneshöh Osterhof Pageroe (6) Ludwigsburg Güderott Karlsminde Stubbe Hohenstein Winning Grönwohld Louisenlund Alt Bülk Hemmelmark Helmstorf Katharinenthal Marienthal Borghorst Uhlenhorst Altenhof Knoop Schmoel Neudorf Osterrade Hoyerswort Projensdorf Panker Dorotheental Seegalendorf Deichgrafenhof KIEL Bredeneek Neu Nordsee Gaarz Neuwühren WildenKletkamp Rosenhof (Gut II) horst Testorf Mühlenfeld Groß Apeldör Klein Nordsee Wintershof Stuthof Pohlsee Rolübbe Rethwisch Rantzau Vorder Bollhagen Havighorst Gamal Trenthorst Lensahner Hof Nathenkuhl Bliesdorf Vierthof Waldshagen Hohen Brodau Altenrade Nehmten Altona ROSTOCK Wieschendorf Beusloe Brook Augustenhof Schmadebeck Halloh Kamp Neuenhagen Kattenhöhlen Travenort Klein Nienhagen Wensin Pettluis Lischow Neu Ruppersdorf Friedrichshof Feldhusen Krumbeck Bissenmoor Traventhal Madsow Oberhof LÜBECK Neverstaven Breitenburg Osterholz Kaden Hellerholz Peiner Hof Wulfsmühle Ohe Haseldorf Weidenhof Branderhof Friedrichshulde Haidehof Waldhof Tangstedt Poggenpohl Grabau Klein Weeden Jersbek Lindenhof Grambek Sachsenwaldau Silk Seedorf Zecher Groß Hasental Friedrichsmoor Klein Godems Redefin Wabel Grambow Pastin Kaarz Klein Pritz Groß Voigtshagen Starrvitz Granskevitz Neddesitz (Driving Range) Klein Mohrdorf Tribbevitz Ummanz Hof Neuendorf Mulitz Kloster Wulfshagen Carlsruhe Groß Oldendorf Stubben STRALSUND TrinwillersObermützkow hagen Elmenhorst Tribohm Groß Behnkenhagen Leist (Hof II) Neu Wendorf Krimvitz Quitzin GREIFSWALD Nustrow Duckwitz Weidehof Zarrentin Groß Schönwalde (Hof I) Klein Zastrow Vargatz Bömitz WISMAR Schöninsel Rosenow Zülow Dalwitz Teschow Koitendorf Vanselow Stolpe Borntin Gültz Pinnow Zinzow Ludwigshof Mohrmannshof Schwinkendorf Neuensund NEUBRANDENBURG SCHWERIN Karow Charlottenhof Zislow Groß Suckow Kelle Göhren-Lebbin Borken Klein Gievitz Legende Golfplatz Reiterhof/Reitschule Ferien. Ausbildungsstall. Pferdezucht .

Die eigentliche Hofanlage mit weiterem Gutshaus liegt auf Ahrensburger Territorium. Beusloe (Kavaliershaus). jedoch ist diese Tendenz aufgrund der relativ geringen Anzahl der erkannten Reiterhöfe in Gutsgebäuden mit Vorsicht zu konstatieren. der für eine profitable Landwirtschaft ungeeignet ist. Waldshagen. Tangstedt) und Bissenmoor bei Bad Bramstedt. um das zusätzliche Potenzial der Urlauber auszuschöpfen oder die Anlagen befinden sich in relativer Nähe zu Großstädten oder in Ballungsräumen. Knoop und Projensdorf zu Kiel. Neueste Produkte des Golfbooms sind die Plätze in Wulfsmühle (Gem.und Freizeitfunktion sind so räumlich getrennt.und Fremdenverkehrsinfrastruktur. Beim Clubhaus handelt es sich um das neuere Gutshaus des Lindenhofes. In der Regel ist das Clubhaus im Gutshaus untergebracht. Entweder wird ein Golfplatz in einem ausgesprochenen Tourismusgebiet platziert. Uhlenhorst. Insbesondere MecklenburgVorpommern ist mit der ausgeprägten Großfelderwirtschaft und der dünnen Besiedelung wie geschaffen für den Reittourismus. In den achtziger Jahren wurden sieben und in den neunziger Jahren zehn Golfplätze im unmittelbaren Umfeld von Gutshöfen geschaffen. Wulfsmühle (Scheune). Deichgrafenhof (Haubargscheune). Größere Bedeutung erlangte im Entscheidungsprozess zum Bau der Golfplätze in Waldshagen und in Osterholz vielmehr die geringe Wertigkeit des Bodens. Jedoch sind diese Überlegungen nicht immer ausschlaggebend. Veteran unter den Golfplätzen im Zusammenhang mit Gutshöfen ist der Platz des Golfclubs Hamburg-Walddörfer e. Im Falle von Haseldorf. Die Reiterhöfe ohne Übernachtungsmöglichkeit weisen ein etwas disperseres Muster auf. 31). Louisenlund und Uhlenhorst befinden sich die neu erbauten Clubhäuser weit ab vom Hof irgendwo auf dem Gutsareal. . Breitenburg. Ein Teil der Wirtschaftsgebäude dient einem Golf-Shop und der Unterbringung der für die Pflege eines Golfplatz notwendigen Geräte und Materialien. die übrigens fast immer einen gastronomischen Betrieb beherbergen. da es sich ausnahmslos um Clubplätze handelt. der bereits 1960 öffnete. Öffentlich sind die Anlagen in Deichgrafenhof und Weidenhof. Weitere Clubgründungen folgten 1969 in Waldhof und 1971 in Altenhof. Das ist allerdings nicht die vorherrschende Erscheinungsform. In Bissenmoor stehen von den historischen Hofgebäuden allerdings nur noch zwei gemauerte Torpfosten. Im ersten Fall wird dem Anteil der Touristen und im zweiten Fall dem Anteil der Freizeitnutzer eine größere Bedeutung zukommen. Deichgrafenhof. Wensin). in Ammersbek. Golfplätze gehören daher mal mehr mal weniger zur Freizeit. Winning zu Schleswig. Waldshagen und Weidenhof können auch nicht organisierte Spieler nutzen.V. Groß Schönwalde zu Greifswald). Oldendorf zu Stralsund. Ausnahmen stellen ansonsten Hof Berg (Wirtschaftsgebäude). Der Golfplatz wurde 1990 auf dem eigentlichen Wirtschaftshof von Breitenburg eingerichtet. Nicht jedermann hat Zutritt zu den Golfplätzen. Alt Bülk. Havighorst (Kuhhaus) und Waldhof (Stallgebäude) dar. Die Wohnung des Eigentümers und die Tourismus.Gutsanlagen und ihre Nutzung 163 bei Gadebusch mit 120 Betten ist relativ selten.B. Deutlicher als die Standorte mit Reitmöglichkeiten zeigt die Lage der Golfplätze auf. Neudorf. Spielberechtigt sind daher nur Mitglieder und andere im Deutschen Golfverband organisierte Spieler. Besonders ideal ist die Konstellation in Osterholz (Abb. Die übrigen Wirtschaftsgebäude dienen der Bewirtschaftung der restlichen Ländereien. wie die erwartete Zusammensetzung der Besucher auf den zu wählenden Standort einwirkt und umgekehrt. Jersbek. Nicht immer nutzen die Golfanlagen den Gutshof mit seinem gefälligen Ambiente. Das ehemalige Verwalterhaus wurde zum Clubhaus mit Gastronomie umgebaut. Es gibt jedoch einige moderne Clubhäuser in unmittelbarer Nähe des Gutshofes (Apeldör. Zwar ist häufig eine gewisse Nähe zu größeren Städten bemerkbar (z. Die Kurzplätze in Apeldör. Neudorf.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Anzahl der Golfspieler nur gering. Neben einem 18-LochGolfplatz befindet sich dort noch ein öffentlicher Neun-Loch-Kurzplatz. Uhlenhorst. Weidenhof). Darüber hinaus befinden sich die beiden letztgenannten Standorte und Beusloe in ausgesprochenen Feriengebieten. Auf die verstärkte Ausrichtung auf Touristen weist das Vorhandensein von Ferienwohnungen in Altenhof und Beusloe hin. Auf der Anlage werden die German Open ausgetragen. 31: Das zum Clubhaus (re. die Standorte der Golfplätze an das Vorkommen der Touristen auszurichten. sind die fehlenden Spielbahnen im Bau oder zumindest geplant. Trotz des Einfließens vieler Faktoren lässt die Lage der Golfplätze eine gewisse Symmetrie erkennen. Altenhof und Neudorf scheinen sich mehr auf die Stadt Kiel auszurichten. Louisenlund. Es existieren bisher nur zwei Standorte in Verbindung mit einem Gutshof. Neudorf und Uhlenhorst hat Kaden bei Alveslohe 27 Spielbahnen. Ein 18-Loch-Platzes scheint absoluter Standard zu sein. was sicherlich einen besonderen Reiz ausmacht. 30). mit einem weniger imposanten Habitus. In Kaden werden die Gutsgebäude ausschließlich für den Golfsport verwendet. Es handelt sich um einen Golfplatz-Komplex mit drei PGA-Golfplätzen à 18 Spielbahnen und zwei Neun-Loch-Kurzplätzen in Göhren-Lebbin im Zusammenhang mit dem Ferienzentrum Land Fleesensee. was ein etwas rustikaleres Ambiente induziert.164 Gutsanlagen und ihre Nutzung Abb. Kaden und Altenhof sind die beiden einzigen Standorte in Schleswig-Holstein. Ansonsten handelt es sich bei den anderen Gutsanlagen um ehemalige Meierhöfe oder Dreiseithöfe. Neben den Anlagen in Breitenburg. wo eine Golfanlage unmittelbar auf einem adeligen Gutshof angesiedelt ist. Jedoch findet darüber hinaus eine landwirtschaftliche Nutzung statt. Die Golfanlagen im Zusammenhang mit den Gutshöfen Havighorst. Wo dies nicht der Fall ist (Deichgrafenhof. Allerdings ist der Gutshof erheblich größer als in Kaden. In Altenhof ist der Golfplatz in den Park integriert. Die beiden genannten . Jedoch sind auch eine Reihe weiterer Golfplätze problemlos von Hamburg aus zu erreichen.) für den Golfplatz umgebaute Verwalterhaus der Gutsanlage Osterholz bei Itzehoe (Juni 2000). Halbkreisförmig ordnen sich nördlich von Hamburg acht Standorte an (Abb. Altenhof und Kaden gehören zu den schönsten Anlagen in Deutschland. Daher ist es nur konsequent. Ein weiterer Standort mit Golfplatz ist in Teschow bei Teterow zu finden. Haseldorf.

können sich diesen Aufwand nur auf die Vermietung von Tagungsräumen spezialisierte Einrichtungen oder Betriebe mit einer großen Übernachtungskapazität leisten. 5. Im Untersuchungsgebiet besteht für kleinere Gruppen ein erheblich größeres Angebot. während ein Kursus eine regelmäßige Abfolge von Lehrveranstaltungen über einen längeren Zeitraum darstellt. Die rund 90 Hektar große Fläche des Golfplatzes und des dazu gehörigen Wohnparks in Hohen Wieschendorf bei Wismar wurde vom Alteigentümer des gleichnamigen Gutes zur Verfügung gestellt. um Informationen auszutauschen. Diese Treffen dauern oft nur wenige Stunden. selten bis zu mehrere Tage. Daher dienen viele Gutsgebäude diesem Zweck. In ihnen sind Hotels untergebracht. in denen es primär auf die Vervollkommnung der Fertigkeiten und des Wissens der teilnehmenden Personen ankommt. bestimmte Sachverhalte zu erörtern und Probleme zu lösen. Ein Seminar ist hierbei eine Veranstaltung über wenige Stunden oder Tage an einem Stück. Intimere Runden mit bis zu 40 Personen kommen auch mit weniger Tagungstechnik zurecht. besteht bei Tagungs.Gutsanlagen und ihre Nutzung 165 Standorte waren einstmals Lehngüter und weisen sehr imposante Herrenhäuser auf. Denn wo gefeiert werden kann. Tremsbüttel und der Wulfsdorfer Hof. Overhead-Projektor. Video-Beamer oder Großleinwand erforderlich. um das Wohlbefinden und damit die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer zu erhöhen. . wenn es auch auf die thematische Ausrichtung ankommt. Als Clubhäuser fungieren moderne Gebäude. Flip-Chart.2 %). Das für Tagungen offen stehende Landeskulturzentrum in Salzau hat mit 146 Betten die größte Übernachtungskapazität. Auch sonst gibt es keine Beispiele einer Umnutzung von historischer Bausubstanz für den Golfsport in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind der Kattendorfer Hof.5 Tagungen und Seminare sowie Kursusveranstaltungen Konferenzen oder auch Tagungen sind Zusammenkünfte von Menschen. Wie an anderen Orten auch. in besonders attraktiven Gegenden und Gebäuden verortet zu sein. Davon sind sieben spezialisierte Tagungseinrichtungen. Von diesen Standorten weisen elf größere Übernachtungskapazitäten auf (26. Insbesondere wenn es sich um Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern handelt. Kurse zur Vermittlung musischer Techniken und Fähigkeiten zeigen eine deutliche Affinität zu Gutsgebäuden. die den Charakter von Gemeinschaftsunterkünften aufweisen. Möhlhagen. Salzau. Insbesondere für kleinere Gruppen dürfte es noch einige Standorte mehr geben. sind prinzipiell auch Tagungen möglich. Noer. als die zu erörternde Sache an sich. Es stehen weniger die Teilnehmer an der Tagung im Vordergrund. Der Gutshof selbst hat mit der Anlage nichts zu tun. wo es primär auf das Erbringen von geistigen Leistungen ankommt. Kursusveranstaltungen weisen eine nicht so starke Korrelation auf. In SchleswigHolstein gibt es mindestens 42 Orte mit Tagungsräumen in Gutsgebäuden. Für den reibungslosen Ablauf ist abgesehen vom Vorhandensein eines ausreichend dimensionierten und bestuhlbaren Raumes oftmals der Einsatz von Tagungstechnik wie MikrofonLautsprecheranlage. Je nach Intention der Veranstaltung und Reichweite des Anlasses können die Teilnehmer nur aus der näheren Umgebung oder sogar aus dem Ausland anreisen. ein Gasthof (Schlossgaststätte Belau) und eine Pension (Oster-Bunsbüll) auf Tagungsgäste eingestellt. Fresenhagen. Das Raumordnungsverfahren für den Bau eines 18-Loch-Platzes ist im Gange. Das unterscheidet Tagungen von Seminaren und Kursusveranstaltungen.1.und Seminarstätten die Tendenz. Tagungen oder Konferenzen finden häufig in einer als angenehm empfundenen Umgebung statt. Teilnehmer an diesen Veranstaltungen können Ortsansässige und Touristen sein. In Schleswig-Holstein haben sich ebenfalls ein Hotel (Pfahlershof). Neu Horst. In Neddesitz auf der Insel Rügen – ein ehemaliges Gut der Herrschaft zu Putbus – gibt es nur eine Driving Range. Von den übrigen Objekten sind allerdings 26 Einrichtungen Selbstversorgerhäuser. Daher bestehen die Tagungsmöglichkeiten vornehmlich in besonderen Tagungseinrichtungen und vielen größeren Hotels.

Stift oder Wotersen sind entweder bewohnt oder sie dienen auch anderen Zwecken. Schloss Reinbek ist Veranstaltungs. der EU-Kommission. Dort sind aber auch Tagungen für bis zu 16 Personen möglich. Nur diese Bereiche sind zurzeit in Nutzung. In Bad Bramstedt ist ein Teil der Stadtverwaltung im ehemaligen Herrenhaus untergebracht. Der Großteil des modernen Gebäudeflügels und der historische Rantzaubau stehen leer.166 Gutsanlagen und ihre Nutzung Die Tagungsräume sind überwiegend in den Gutshäusern untergebracht. Dort wohnt die Eigentümerfamilie von Gerlach im Pächterhaus. sind mehr als drei Viertel davon Einrichtungen mit größerer Übernachtungskapazität (62 Standorte). Von den insgesamt 60 ermittelten Objekten sind nur neun Nebengebäude wie historische Wohnhäuser oder auch Neubauten. dem Auswärtigen Amt und der Landesregierung als Gästehaus zur Verfügung gestellt. Blumendorf. der ehemalige Kälberstall in Neu Horst. Borghorst oder Ludwigsburg um die traditionellen Repräsentationsräume. Zumeist ist der Tagungsbetrieb eine Option unter mehreren. Guckelsby. Im Herrenhaus Blumendorf finden Tagungen und Festveranstaltungen statt. Spezielle Häuser ganz überwiegend für den Tagungsbetrieb sind selten. ein modernes Gebäude in Neu Ruppersdorf und das Herrenhaus Kluvensiek sind ausschließlich für den Tagungsbetrieb reserviert. Überragend ist die Bedeutung der Hotels in Mecklenburg-Vorpommern. zwei historische Amtshäuser und zwei Landsitze mit Tagungsmöglichkeit. Darüber hinaus finden in dem ansonsten unbewohnten Gebäude Tagungen und Konferenzen statt. Nahezu jedes Hotel kann Tagungs- . Neben diesen 28 Standorten gibt es ein ehemaliges Verwalterhaus. Abgesehen davon. Kluvensiek und Trenthorst werden nur von den sie tragenden Organisationen für Tagungen und Konferenzen genutzt.-Stiftung befindliche Herrenhaus in Siggen wird gelegentlich dem Europarat. Glücksburg wird ganz überwiegend als Museum genutzt. fünf Schlösser. Nur ein historisches Wohnhaus in Kaden. Kaden ist Clubhaus und Salzau Landeskulturzentrum. Gemütlicher geht es in den Gemeinschaftsunterkünften im Verwalterhaus von Möhlhorst und in einem Stallgebäude in Neu Horst zu. Ludwigsburg. Beim Kieler Schloss handelt es sich im Wesentlichen um einen Neubau aus den sechziger Jahren mit Restaurant und Veranstaltungssaal. In Mecklenburg-Vorpommern bestehen Tagungsmöglichkeiten in Gutsgebäuden unter völlig anderen Vorzeichen. Auch einige Herrenhäuser sind unbewohnt. seit einiger Zeit anders. Meist handelt es sich bei diesen Räumlichkeiten wie in Ahrensburg.und Kulturzentrum. Die beiden letztgenannten Gebäude dienen als Veranstaltungszentren.S.7 Prozent der Objekte. Das Gutshaus des Kattendorfer Hofes dient vornehmlich Schulklassen als Unterkunft. Zusammen mit 13 Wirtschaftsgebäuden wie Speicher oder Scheunen sind das 36. 42 Standorte. also mehr als die Hälfte. Die Gutshäuser mit Tagungsräumen in Borghorst. Von den zwölf ermittelten Neben. Eine ähnliche Konstellation gibt es in Salzau. stehen im Zusammenhang mit einem Hotelbetrieb. Besonders ungewöhnlich ist ein umgebautes Jugendstil-Schwimmbad neben dem Plöner Schloss. Das ist in Tremsbüttel.V. Ähnlich ist die Situation in Hohenstein. Trenthorst dient einem Bundesforschungsinstitut für Konferenzen und Tagungen. Die vier Schlösser sind ebenso unbewohnt wie der ehemalige Stadthauptmannshof in Mölln und die Landdrostei in Pinneberg. dass es mit 81 Standorten mehr als doppelt so viele wie in Schleswig-Holstein gibt. die allerdings weniger für den Tagungsbetrieb als für Feriengäste gedacht sind. Noer. Die Familie von Jenisch bewohnt die ehemalige Orangerie. Die Herrenhäuser in Borstel.und Wirtschaftsgebäuden mit Tagungsmöglichkeit dienen neun auch für Veranstaltungen und Festlichkeiten. Fresenhagen und auf dem Wulfsdorfer Hof. Das kleine Jagdschlösschen Sielbeck bei Eutin wird neben Tagungen auch für Feierlichkeiten und Kulturveranstaltungen genutzt. Selbst die übrigen Einrichtungen halten häufig in einem kleineren Umfang Ferienzimmer vor oder bieten Ferienwohnungen oder -häuser an. Das sich im Eigentum der gemeinnützigen F. der größten erfassten reinen Tagungseinrichtung.

) Seminar. Kursusveranstaltungen und Vereinsräume in Gutsgebäuden Glücksburg FLENSBURG Putgarten Sünderuphof Fresenhagen Oster-Bunsbüll Guckelsby Ludwigsburg Borghorst Seekamp Wallnau Noer Knoop Hohenstein Stift Dargast Gottorf Möhlhorst Altenhof Hohenfelde Siggen Krummenhagen Glashagen Niental Weißenhaus Gaarz Klostersee Ribnitz Sielbeck Sierhagen Hasselburg Wensin Ketelshagen Parow Salzau Schädtbek Blomenburg Plön Ascheberg Büttelkow Vogelsang Hohen Luckow Garvensdorf Wahrstorf Karow Groß Potrems Zarfzow ROSTOCK Klein Nienhagen Doberan Borghorsterhütten Quarnbek Kluvensiek KIEL STRALSUND Prosnitz Emkendorf • Neuhof BehrenLübchin Poppendorf Ehmkendorf Groß Lüsewitz Gubkow Samow Duckwitz Boddin Dalwitz Wohrenstorf Tellow Gremmelin Temzin Lübzin Bellin Marienhof Kaarz Groß Breesen Schorrentin Bokelholm Groß Petershagen Zarrentin Mölschow GREIFSWALD Turow Loitz Griebenow Wrangelsburg Waschow Passow Klein Jasedow Schlatkow Pulow Maleksberg Ilow Kattendorfer Hof Bramstedt Fürstlicher Hof Pronstorf Stellshagen Neu Ruppersdorf LÜBECK Großenhof Trenthorst Gallentin Wiligrad Kaden Tremsbüttel Ahrensburg Neu Horst Schönfeld Grambow Mölln Groß Zecher Wulfsdorfer Hof Basthorst Bagatelle Borstel Blumendorf WISMAR Hohenbüssow Schmiedenfelde Grischow Wolde Rubenow Zinzow Glückstadt Pinneberg NEUBRANDENBURG Finkenwerder Settin Barkow Werder Vielist Neu Schönau Schwenzin Brietzig Alt Rehse Wendorf Walow Solzow Krüseliner Mühle Brückentin Dambeck Wrechen Burg Rothenklempenow SCHWERIN Glinderhof Reinbek Schwechow Redefin Wotersen Legende Heidhof Dömitz Tagungsmöglichkeit (kein Hotel o. 32: Tagungsmöglichkeiten.Abb.und Kursusveranstaltungen Vereinsräume . ä.

sondern auch die Weitergabe von Know-how durch qualifizierte Personen. Davon haben nur 13 eine nennenswerte Übernachtungskapazität. Es handelt sich um Produkte. Wahrstorf bei Rostock sowie Wolde bei Altentreptow. Das so genannte Gesundheitshotel im Gutshaus Stellshagen bietet Kurse im ökologischen Landbau an. Von den 91 ermittelten Gebäuden sind 69 Gutshäuser (75.und Tagungseinrichtung ist das Haus Kölpinsee der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt 31 Standorte. Zur letztgenannten Kategorie gehört ein Tagungssaal für 60 Personen im Turm der Festung Dömitz und Räume in den Gutshäusern Hohenbüssow. Diese Einrichtungen befinden sich alle im Privatbesitz. werden in diesen Fällen wohl überwiegend Touristen diese Angebote in Anspruch nehmen. Unterkünfte befinden sich in einer Pension in einem Nebengebäude. weil offenbar nur eine Kombination verschiedener Aktivitäten eine vernünftige Auslastung verspricht. Daher ist es nicht verwunderlich. Spezielle Tagungseinrichtungen in Gutsgebäuden mit dem Habitus einer Gemeinschaftsunterkunft gibt es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt an 17 Orten. die in der Lage sind. Denn nicht nur die Vermietung von Räumen und gegebenenfalls die Bewirtung der Teilnehmer gehören zum Leistungsumfang. Das geschieht zum Beispiel bei der Verkostung von edlen Weinen. Whiskey oder Zigarren. Auf dieser Linie bewegt sich auch die Nutzung des Herrenhauses Gremmelin.168 Gutsanlagen und ihre Nutzung gruppen in seinen Räumen unterbringen. Die Dominanz von Beherbergungsbetrieben mit Tagungsmöglichkeit ist sehr groß. Spezielle Tagungseinrichtungen mit einer nennenswerten Übernachtungskapazität sind auch in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten. Das Herrenhaus in Schwechow dient ausschließlich der Riha-Gruppe in Rinteln – einem Getränkehersteller – für Konferenzen und Geschäftsführertagungen. Eine reine Seminar. Neben. Diese Veranstaltungen müssen den Teilnehmern einen so großen intellektuellen oder emotionalen Gewinn versprechen. Das kann allerdings je nach Ausrichtung der Events oder Kurse und Intention der Anbieter durchaus anders sein. Es handelt sich überwiegend um ehemalige Stallgebäude.8 %). der Landsitz Prillwitz und das Verwalterhaus in Klink. Standorte mit Seminar. dass diese Kosten und Mühen auf sich nehmen. . Georgenkirche in Waren sind entweder abgerissen worden oder als solche kaum noch zu erkennen. Die Gebäude des ehemaligen Erbpachthofes Schwenzin der St. einem Doppelzimmer und einer Ferienwohnung für zwei Personen.und Wirtschaftsgebäude machen insgesamt nur einen Anteil von 20 Prozent aus. dass im Untersuchungsgebiet nur wenige Angebote in Gutsgebäuden existieren. Auch in Anbetracht dessen. Im Dachgeschoss wird gewohnt und im Erdgeschoss befindet sich eine Werbeagentur sowie eine Seminareinrichtung mit neun Einzelzimmern. Ähnlich ist die Nutzung des Gutshauses in Schorrentin strukturiert. Im Gutshaus Wrechen betreiben die Eheleute Petra und Eberhard Kube eine Schule für Pantomime. dass Unterkünfte vorhanden sind. Tagungsgäste zufrieden zu stellen. Trotzdem gibt es eine Reihe von spezialisierten Tagungseinrichtungen mit oder ohne nennenswerter Übernachtungskapazität. von denen sieben den Habitus einer Gemeinschaftsunterkunft aufweisen. Das Gebäude gehört fünf Hamburgern. Nur eine Scheune in Nakenstorf wird im Rahmen eines Hotelbetriebes auch für Tagungen genutzt. Hinzu treten das Schloss Neustadt (Neustadt-Glewe). In der Pension im Herrenhaus Zarrentin bei Grimmen sind Tagesseminare für bis zu 60 Personen möglich. Jogger und Geher statt. Nur drei Hotels organisieren Kurse für ihre Gäste. da es sich um eine wesentlich komplexere Angebotsform handelt. Hierbei ist durchaus die Erzeugung eines event-artigen Charakters möglich. die die Stellung eines Kulturgutes einnehmen. Noch überragender als in Schleswig-Holstein ist in Mecklenburg-Vorpommern die Rolle des Gutshauses als Ort der Tagungen. fünf Pensionen und mit Krüseliner Mühle eine Ferienanlage hinzu. Dort finden auch Kurse für Radfahrer.oder Kursusveranstaltungen in Gutsgebäuden sind naturgemäß seltener als Tagungseinrichtungen. Ketelshagen. Es treten mindestens zwei Gasthöfe.

Schmiedenfelde (Gutshäuser) und in Putgarten (Wirtschaftsgebäude). jedoch dominiert generell die musische Ausrichtung. sieben gehören Stiftungen oder Vereinen. im Herrenhaus Ascheberg werden Bibelseminare abgehalten und im Kutscherhaus von Groß Zecher können verschiedene Kunsthandwerkstechniken erlernt werden. Es handelt sich um den Hof Schädtbek. dass die genutzten Gebäude überwiegend den Gemeinden gehören. Ähnliches geschieht in Sünderuphof durch das Unternehmen N. Zwischen einer eher an Touristen oder der örtlichen Bevölkerung ausgerichteten Angebotskonzeption sind die beiden ermittelten Jagdschulen in einem historischen Wohnhaus in Grambow bei Schwerin und im Inspektorhaus in Karow bei Güstrow angesiedelt. Davon haben nur fünf nennenswerte Übernachtungskapazitäten. In einem historischen Gebäude des ehemaligen Adligen Klosters Ribnitz hat die Stadt Ribnitz-Damgarten die Volkshochschule untergebracht. In einem Stallgebäude in Neu Horst finden Kurse zu Yoga oder Ernährungsfragen im Rahmen des Angebotes der Volkshochschule im nahen Mölln statt. einem Brennpunkt des Tourismus auf der Insel Rügen. Dort finden Lehrveranstaltungen für Landwirte statt. . wo die zumeist kommunalen Angestellten den Umgang mit solchen Anlagen erlernen. In Maleksberg (Negernbötel) führt eine Tier-Therapeutin Seminare durch. Fürstlicher Hof (Neustadt in Holstein) und im Wasmer-Palais in Glückstadt untergebracht. Die anscheinend sehr beliebten Töpferkurse gibt es in Wiligrad (Schloss). Bad Doberan (Kornhaus). Darüber hinaus ist dort eine Yoga-Schule ansässig. Im Gebäude sind neben der Wohnung des Geschäftsführers Büros. Das Gebäude dient als Gemeindezentrum. Daher kommen die Teilnehmer solcher Lehrveranstaltungen aus nah und fern. Überhaupt spielt die öffentliche Hand bei den ermittelten Objekten mit Kursusveranstaltungen eine vergleichsweise große Rolle. Im Gutshaus des Wulfsdorfer Hofes werden Kursusveranstaltungen im Rahmen der Naturschutzarbeit des Vereins Jordsand e. angeboten. In einem Nebengebäude des Herrenhauses in Wrangelsburg wurde eine Papiermanufaktur eingerichtet. Agrar GmbH. ein Labor und Säle für Seminarveranstaltungen untergebracht. Kursusangebote gibt es ebenfalls in der ehemaligen Melkerschule von Schlatkow. einer Außenstelle der Bundesanstalt für Milchforschung.und Fortbildungsgesellschaft für Wirtschaft und Verwaltung mbH aus Schwerin unter anderem für die Carl-Duisberg-Gesellschaft Kurse durch. Nur acht Gebäude befinden sich im Privatbesitz. Gubkow. Die Einrichtungen selbst werden im Falle des Bürgerkommunikationszentrums im Kornhaus in Bad Doberan und im Gutshaus von Groß Petershagen durch Vereine getragen. Obwohl die letztgenannte Einrichtung keine Übernachtungsmöglichkeiten aufweist. vier einer Gemeinde und eines gehört der Bundesrepublik. in denen Kursusveranstaltungen durchgeführt werden.U.V. das Pflanzenkläranlagen vertreibt und baut.Gutsanlagen und ihre Nutzung 169 Die Bandbreite der angebotenen Kursusinhalte ist sehr groß. Das ist allein schon daran zu erkennen. Mölschow. Es sind ausnahmslos Gemeinschaftsunterkünfte. Die Vorbereitung auf die Jagdscheinprüfung ist in einem Kompaktlehrgang von zwei mal zwei Wochen Dauer und damit auch während des Urlaubs möglich. In Duckwitz ist im Gutshaus ein Unternehmen ansässig. In Schleswig-Holstein sind nur 19 Standorte mit Gutsgebäuden vorhanden. Workshops durchzuführen. Volkshochschulen selbst sind in den Gutshäusern Glinderhof (Glinde bei Hamburg). Im Gutshaus Fresenhagen haben Musikgruppen die Möglichkeit. Die Teilnehmer an der Jagdausbildung müssen nicht ihren Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben. Im Gutshaus Rubenow bei Anklam führt die Aus. Ansonsten sind Kursusangebote ohne Zusammenhang mit einem Beherbergungsbetrieb auf die örtliche Bevölkerung ausgerichtet und somit dem Freizeitkonsum zugehörig. ist sie vornehmlich auf Touristen ausgerichtet. Brückentin. Die Hofanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe vom Kap Arkona.

und Wirtschaftsgebäude mit einer entsprechenden Nutzung sind nur neun vorhanden (30 %).und Wirtschaftsgebäuden zurücktritt. Dieser Standort ist in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der Auffahrtscheune stark ausgebaut worden. In einigen Gutsgebäuden sind weitere Vereinsräume vorhanden. ist in Mecklenburg-Vorpommern die Bedeutung des Gutshauses als Ort für Seminare und Kursusveranstaltungen erheblich größer. Ein Nebengebäude gehört der Stadt und wird von einem Verein als Imker-Schule und für eine Imkerei-Ausstellung mit Lehr. Bis auf ganz wenige Ausnahmen eignen sich diese Aktivitäten allerdings nicht.170 Gutsanlagen und ihre Nutzung Im Herrenhaus Borghorsterhütten führt ein Unternehmen für Unternehmensberatung EDV-Schulungen und Seminare durch. Nur zwei Gutsgebäude befinden sich in Privatbesitz. Hinzu kommt ein Amtshaus. Solche Veranstaltungen sind finden auch in Seekamp bei Kiel statt. Es wurde vom ersten Vorsitzenden für einen symbolischen Preis von der Stadt gekauft und für mehrere Jahrzehnte an den Verein verpachtet. gibt es ebenfalls Vereinsräume wie im Kuhstall von Hohenfelde. Es handelt sich um das Gutshaus Bagatelle. In Schleswig-Holstein konnten nur vier Objekte ermittelt werden.und Schaugarten genutzt. Hinzu treten ein Schloss und zwei Verwalterhäuser. Ebenfalls haben Kurse und Seminare im Besucherzentrum des Naturbund Deutschland e. Während in Schleswig-Holstein der Anteil der Gutshäuser leicht gegenüber den Neben. Ein Stallgebäude in Passow bei Demmin dient einem Stockcar-Club als Domizil. können sie sogar in besondere Ferienformen wie dem Kreativurlaub münden.und Nutzungsstrukturen geschuldet. Der Pferdestall dient als Atelier und Seminargebäude. In Mecklenburg-Vorpommern spielen Vereinsräume in Gutsgebäuden ebenfalls kaum eine Rolle. Es gibt eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten. Dieser Umstand ist den unterschiedlichen Eigentums.V. Die meisten Objekte mit Vereinsräumen befinden sich im Eigentum der Kommunen. Spielen diese im Urlaub eine größere Rolle. Kurse im ökologischen Landbau können Interessierte in Klostersee besuchen. In einer kleinen Scheune in Niental bei Lütjenburg können Jugendliche das Holzschnitzen erlernen. Dort befindet sich eine Anlage für Sportschützen. Gutsgebäude in einer intensiveren Form zu nutzen. Das Bootshaus des Plöner Schlosses wird dem Plöner Ruderverein zur Nutzung überlassen. In der Gutsgärtnerei von Sierhagen bringt eine Diplom-Biologin den Teilnehmern in Seminaren und Kursen alles Wissenswerte rund um Pflanzen und den Garten nahe. die Feriengästen zum Zeitvertreib am Urlaubsort angeboten werden.und Sportverein sowie an eine Country-Tanzgruppe verpachtet worden. Dort sind von den insgesamt 30 Gebäuden 18 Gutshäuser (60 %). In Mecklenburg-Vorpommern ist vorzugsweise das Gutshaus Zentrum von wirtschaftlichen Aktivitäten. Im ehemaligen Korrigendenanstalts-Gebäude. Insgesamt konnten nur 14 Standorte ermittelt werden. (Nabu) in Wallnau einen ökologischen Hintergrund. das der Gemeinde Bokelholm gehört. Die Clubhäuser der Golfanlagen stellen hierbei die prominentesten Vertreter solcher Einrichtungen dar. Die in MecklenburgVorpommern sehr häufig vertretenen Kursusangebote mit einem musischen Inhalt sind in Schleswig-Holstein selten. nämlich sieben. Zwischen den beiden Bundesländern besteht noch ein weiterer Unterschied. Neben. In Lübzin ist ein Teil des Speichers an den Kultur. Im Keller des Herrenhauses Ludwigsburg gibt es unter anderem Gymnastik-Kurse. Der Freizeitkonsum spielt insgesamt in diesem Zusammenhang keine große Rolle. . Erst die Spezialisierung und damit die Organisation von Kursusveranstaltungen für Interessierte aus nah und fern sorgen für eine nennenswerte Auslastung. das vom Ahrensburger Bürgerverein für Zusammenkünfte und Veranstaltungen genutzt wird. sind Gutshäuser. Der überwiegende Teil dieser Gebäude. Diese Art der Nutzung geht allerdings fast ausschließlich auf die Aktivitäten der ortsansässigen Bevölkerung zurück.

Generell ist der Kunst. Theater) und die Interpretation von Dichtung und Musik sind immer ein zeitlich begrenztes Ereignis und nicht reproduzierbar – der Film einmal ausgenommen.B. Spyker. Restaurantbesuch. Nakenstorf. Die Hotels in Basthorst bei Schwerin. Die Anteile der Touristen und örtlichen Bevölkerung an den Besuchern hängen stark von der Frequentierung der jeweiligen Region durch Urlauber ab. Zumeist ist ein repräsentativer Saal vorhanden. Malerei.Gutsanlagen und ihre Nutzung 5. Tanz. Museen sind dauerhaft für jedermann zugänglich. Hierbei ist die Zugänglichkeit und ihre zeitliche Dimension im Grunde der Hauptaspekt bei der Beurteilung von Aktivitäten auf Gutsanlagen. Zeugnisse der bildenden Kunst (z. Nicht nur das Kulturereignis selbst. allerdings nur zu bestimmten Zeiten und insgesamt wenige Personen im Jahr. Kunstgewerbe. Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltungen erhöhen die Aufenthaltsqualität der Urlauber in den Feriengebieten. sondern durch eine Reihe von Sekundäreffekten wie der Kauf von Büchern und Andenken. Durch ihre Ausstattung und ihr Ambiente sind Schlosshotels sehr gut für die Ausrichtung kleinerer bis mittlerer Events geeignet.1. ist der Gast bei der Organisation und Abwicklung des Besuchs auf die Dienstleistungen anderer angewiesen. dauerhaften Einrichtungen wie Museen und Sammlungen präsentieren.6 Kulturveranstaltungen und Märkte 171 Die Kunst im eigentlichen Sinn umfasst Dichtung. Grafik. Produkte der ausübenden Kunst (z. Auch wenn die Gebäude zumindest zeitweise offen stehen. Ulrichshusen und Woldzegarten sind darüber hinaus Austragungsorte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Besucher. Burg Schlitz. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich daher eine Reihe von Hotels als Standorte von Kulturveranstaltungen profiliert. Das geschieht auch mit materiellen Kulturzeugnissen wie Kleidung. Ausgehend von diesem grundsätzlichen Unterschied sind Ausstellungen und Konzerte die beliebtesten kulturellen Anlaufpunkte. Diese spielt eine zentrale Rolle bei der touristischen Inwertsetzung der Gutshöfe. Als . Denn die Art der Einrichtungen und Veranstaltungen hat unmittelbaren Einfluss auf den Umfang der Zugänglichkeit. Besonders bei schlechter Witterung werden entsprechende Einrichtungen und Veranstaltungen gerne besucht.B. Groß Schwansee. Stolpe bei Anklam. Groß Plasten. Bildhauerei. von möglichst vielen dieser Sekundäreffekte zu profitieren und unter einem Dach zu bündeln. die Anreise in unterschiedlichen Beförderungsmitteln und nicht zuletzt die Übernachtung lösen eine Kaskade von wirtschaftlichen Aktivitäten aus. Schauspielkunst. Theater. Musik. Ein spontanes Aufsuchen von Gutshäusern in Privatbesitz ist in der Regel nicht möglich. Malerei. Bildhauerei) lassen sich aufbewahren und in speziellen. Gastronomische Einrichtungen gehören ohnehin zu einem Hotelbetrieb. können problemlos direkt am Ort des Geschehens übernachten. Nicht nur auf hohe Intensität ausgelegte Nutzungskonzepte sollten versuchen.und Kulturbereich ein meist unterschätzter Wirtschaftsfaktor. In Schleswig-Holstein gibt es hierfür kein Beispiel. die in Gutshäusern eingerichtet worden sind. Klink. Der Zugang ist zum Beispiel im Rahmen von Konzerten nur für wenige Stunden und einem ausgewählten Personenkreis gestattet oder während Märkten und Messen für einen etwas längeren Zeitraum einem beliebig großen Personenkreis. An mindestens 30 Stellen in Mecklenburg-Vorpommern werden Kulturveranstaltungen in Hotels und ähnlichen Einrichtungen mit einer größeren Beherbergungskapazität in Gutsgebäuden veranstaltet. Pantomime und Filmkunst. Kunstausstellungen können mehrere Wochen und Monate dauern und stehen allen Interessierten offen. Zeichnung. An Besichtigungen oder Führungen können zwar alle Interessierten teilnehmen. Werkzeug und anderen Gerätschaften des Menschen. Lebbin (Land Fleesensee). aber vor allem die Künstler.

Abb. 33: Kulturveranstaltungen und Märkte auf Gutshöfen Glücksburg FLENSBURG Fresenhagen Oestergaard Rundhof Putgarten Liddow Tribbevitz Damp Rothensande Spyker Ludwigsburg Gottorf Venz Hohenhain Dargast Hof Heisch Husum Ralswiek Anettenhöh Altenhof WeißenBorghorst haus Knoop Boldevitz Granitz Neudorf Salzau Hagen Ketelshagen Steinwehr Kremsdorf Niental Rendsburg Ueselitz KIEL STRALSUND Gelbensande Dobersdorf Putbus Görtz Helmstorf Bredeneek Wintershof Groß Schoritz Blomenburg Klostersee Endingen Emkendorf Lehmkuhlen Schierensee Ribnitz Ludwigsburg Neu Ravenhorst Sielbeck Plön Poppendorf Wahlstorf Cismar Sanitz Hof Eutin (Schloss) Vierthof Semlow Bordesholm Holthof Mölschow Neu Wendorf Hasselburg Groß Ascheberg Doberan Griebenow Weidehof Sierhagen Lüsewitz Eutin Bastorf Quitzin Stockseehof Ehmkendorf Marienhof (Bauhof) Wrangelsburg Hohen Hohen Luckow GREIFSWALD Kalkhorst Wieschedorf Groß ROSTOCK Teutendorf Viecheln Seedorf Neu Pudagla Waldhütten Bandelstorf Schwansee Karlsburg Rohlstorf Klein Nienhagen Maleksberg Alt Jargenow Wohrenstorf Vargatz Repnitz Samow Pulow Garvensdorf Pronstorf Schlatkow Waschow Karlshof Dalwitz Brook Bothmer Ilow Traventhal Morgenitz Boddin Bömitz Gützkow Dargun Zierow LÜBECK Bramstedt Groß Schwiesow Breitenburg Schorrentin Prebberede Stolpe Borstel Nakenstorf WISMAR Hohenbüssow Tellow Dönkendorf Treuholz Burg Klempenow Gülzow Ahrensboek Burg Schlitz Lüskow Hellerholz Schmiedenfelde Plüschow Glückstadt Blumendorf Tempzin Langensee Tieplitz Güstrow Vietgest Stegen Bellin Gützkow Barmstedt Zinzow Wiligrad Schmuggerow Lübzin Stavenhagen Rieth Kl. Breesen Kaarz Rothen Basthorst Dobbertin Schorssow Blücherhof Pinnow Ulrichshusen Wolde Bülow Goldberg Beseritz Salow Torgelow SCHWERIN Zarrentin Karow Plau Frauenmark Dammereez Redefin Glewe Ludwigslust Balow Glaisin Lübz Groß Gievitz GöhrenLebbin Wrodow NEUBRANDENBURG Gehren Klink Malchow Woldzegarten Kittendorf Neu Gaarz Groß Plasten Alt Rehse Penzlin Wendorf Belvedere Rothenklempenow Burg Stargard Bröllin Ballin Boek Ludorf Wrechen Neustrelitz Penkun Bollewick Wredenhagen Legende Dömitz Wesenberg Kulturveranstaltungen Märkte und Hoffeste . Grabow Klein Upahl Heinrichsruh Pinneberg Ahrensburg Ratzeburg Haseldorf Hamfelderhof Mölln Wulfsdorfer Hof Bagatelle Neu Horst Glinderhof Basthorst Wotersen Schönau Reinbek Schönwolde Grambow Gr.

Wredenhagen). Das verträgliche Maß der Nutzungsintensität hängt entscheidend von der Natur der Nutzung und der Art des zu verwendenden Objekts ab. Brook. Dort oder in der Nähe des Hofes gibt es für diesen Zweck in wenigen Fällen sogar eine Freilichtbühne (Bothmer. Nur wenige Standorte. Eutin. Hasselburg. Schierensee und dem Landeskulturzentrum Salzau keine Übernachtungskapazitäten auf. dass die Veranstaltungen nicht unbedingt in den Gebäuden selbst stattfinden müssen. Die Affinität zu Kunst und Kultur ist so groß.B. Schloss. Salzau. sind jedes Jahr im Festspielkalender zu finden. Im Wesentlichen nutzen diese Aufführungsstätten die Ausstrahlung von großartigen Ensembles (z. Konzerte oder Lesungen finden daher sogar in den Ruinen der Gutshäuser Endingen und Üselitz oder in einer Scheunen-Ruine in Tempzin statt. zeigen die üblichen Übernachtungen im Zusammenhang mit Musical-Besuchen. Was die Spielstätten betrifft. ist selbst aber keine Spielstätte. Gützkow.Gutsanlagen und ihre Nutzung 173 weitere überregionale Konzertreihe ähnlichen Zuschnitts gilt der Musiksommer Mecklenburg-Vorpommern. 33). Redefin. Tatsächlich sind alle Regionen des Landes berücksichtigt (Abb. denn die Festivals sind dezentral durchgeführte Konzertreihen in zumeist kunsthistorisch bedeutenden Gebäuden. Redefin. was zumindest in Schleswig-Holstein auf höchster politischer Ebene bereits auf Kritik gestoßen ist. Stallgebäuden (Altenhof. Haseldorf. Beide Ansätze sind im Untersuchungsgebiet vertreten. 34). Dalwitz. Eine sicherlich verträglichere Nutzung als der Einbau der Bühne für die Störtebeker Festspiele in den Park von Ralswiek auf der Insel Rügen (Abb. Festung Dömitz. Ulrichshusen. Poppendorf. Landschaft und Gebäude dienen als Kulisse. In Schleswig-Holstein verhindert die räumliche Konzentration der Gutslandschaft auf bestimmte Regionen diese Ausprägung. Woldzegarten). gehen sich die Organisatoren der beiden Festivals weitgehend aus dem Weg. wie Ulrichshusen. Semlow. Die . Schwerin. haben sich in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mehr oder weniger ungewöhnliche Aufführungsstätten in Scheunen (Emkendorf. Das bei entsprechender Vermarktung mehr möglich wäre. Aus der Idee. die Veranstaltungen sind von kurzer Dauer und haben keine weiteren baulichen Konsequenzen oder Gebäude und Anlagen werden überformt und/oder die Nutzung hat ständigen oder zumindest saisonalen Charakter. Die mit Gutsanlagen verbundenen Festspielstandorte in Schleswig-Holstein weisen im Gegensatz zu denen in Mecklenburg-Vorpommern bis auf Altenhof. Ralswiek. Stolpe bei Anklam) und einer Obsthalle (Stockseehof) entwickelt. Die Spielstätten wechseln relativ häufig. So dient der Park und die Ruine des Gutshauses Endingen in der Gemeinde Jakobsdorf der Naherholung und ist gelegentlich Schauplatz von Konzertveranstaltungen. Groß Gievitz. Aber selbst solche weit bekannten KulturEvents vermögen nur in einem begrenzten Umfang. Die Festivals in Mecklenburg-Vorpommern sind wie das Schleswig-Holstein Musik Festival künstlerische wie publizistische Großereignisse. Herrenhaus Bothmer.und Gutsanlagen sind aufgrund ihres bereits beschriebenen Ambientes prädestinierte Festspielstandorte. Schloss Schwerin) oder sind Heimstätte für Veranstaltungen mit großem Besucherandrang wie die Redefiner Hengstparade oder die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen. Reithallen (Bröllin. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich dieser Gedanke an der Verteilung der Festspielstandorte im Zusammenhang mit Schlössern und Gutsanlagen gut ablesen. Das Herrenhaus Wulfshagen dient dem Festival gelegentlich als Gästehaus. Dömitz. Besucher aus anderen Regionen anzulocken (HERMANN/NIESE/PESCHEL 1998). Gutsgebäude und Landschaft dienen entweder als Kulisse. Es wäre jedoch eine teilweise Neuausrichtung erforderlich. Häufiger aber erfolgen die Aufführungen auf dem Hofplatz oder im Park. Wotersen). Kulturlandschaft und Kunst miteinander zu verknüpfen.

174 Gutsanlagen und ihre Nutzung Abb. Die Sichtachse wird durch die Anlagen der Störtebeker-Festspiele beeinträchtigt (September 1999). Auch der Einbau von Konzertsälen in historische Wirtschaftsgebäude ist nicht unproblematisch.und Büroräume sowie eine Kartenvorverkaufsstelle.8 Prozent aller Anlagen. Das entspricht einem Anteil von 4. Das zu einem Konzertsaal umgebaute Kuhhaus in Altenhof bietet 870 Personen Platz. In ähnlicher Art verunstaltet eine Freilichtbühne den Schlosspark in Eutin. Dort beherbergt eine historische Scheune des in unmittelbarer Nähe liegenden Bauhofes einen Probenraum des Festpielorchesters. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 126 Standorte. Was die Eigentumsstruktur der Gutsgebäude betrifft.8 Prozent etwas höher. Die nächstgrößte Gruppe der Eigentümer – und damit stark überrepräsentiert – sind die Kommunen und Landkreise. wo in Gutsgebäuden und Parks Kulturveranstaltungen durchgeführt werden. Aufführungen finden während der gesamten Sommermonate über statt. Als Veranstaltungsstätte dominiert in beiden Bundesländern das Hauptgebäude der jeweiligen Anlagen. Die geringe Anzahl sollte nicht täuschen.5 %) etwas mehr als in Schleswig-Holstein (60 %). ihre repräsentati- . In Schleswig-Holstein ist dieser Anteil mit 5. denn es handelt sich fast ausnahmslos um die attraktivsten und kunsthistorisch bedeutsamsten Gebäude und Parks. weitaus mehr Besucher aufzunehmen. was einen gravierenden Eingriff in die innere Struktur der Gebäude darstellt. also in der Regel das Gutshaus. In Mecklenburg-Vorpommern (68. Die Neigung der Städte und Gemeinden ist unverkennbar. Vielfach müssen die Scheunen oder Stallgebäude freitragend umgebaut werden. Dort finden auf 55 Orten Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen statt. 34: Blick vom neuen Schloss in Ralswiek auf Park und Jasmunder Bodden. Sozial. In Schleswig-Holstein gehören über ein Fünftel und in Mecklenburg-Vorpommern sogar fast ein Drittel der ermittelten Gebäude und Anlagen diesen Körperschaften. dass Privatpersonen und Unternehmen in den beiden Bundesländern mit jeweils rund 50 Prozent zwar die größte Gruppe ausmachen. im Gegensatz zu Privatpersonen. Die Wirtschaftsgebäude sind allerdings in der Lage. ist es nicht verwunderlich. jedoch ihr Anteil stark unterrepräsentiert ist.

und das sehr häufig nur gegen Entgelt. die für Kulturveranstaltungen genutzt werden. Die öffentliche Hand hat hierbei viele Objekte. Eine Beeinträchtigung ist nur temporär zumutbar. keine große Rolle. Vereine und die Kirchen spielen in Mecklenburg-Vorpommern als Eigentümer von Gutsgebäuden und Parkanlagen. wenn es auch in den letzten Jahren zu Verkäufen gekommen ist. Dort hat die Laienspieltruppe Die Cumpaney ein Theater mit 73 Plätzen eingerichtet. . das zurzeit saniert wird. Allerdings arbeiten viele Städte und Gemeinden in MecklenburgVorpommern mit Vereinen zusammen.Gutsanlagen und ihre Nutzung 175 ven Gebäude für nicht rentierliche Aktivitäten im musischen Bereich zur Verfügung zu stellen. in Stiftungen eingebracht. Das ist einfach zu erklären: der Gutshof und vielmehr das Gutshaus gehören zur Privatsphäre des Eigentümers und seiner Familie. 35: Die Konzert-Scheune in Woldzegarten (September 1999). können keine Kulturveranstaltungen durchgeführt werden. die zumeist für die Organisation und Durchführung von Kulturveranstaltungen in den kommunalen Gutsgebäuden sorgen. Eine Ausnahme stellt der ehemalige Kälberstall des Gutshofes Neu Horst dar.4 Prozent ebenso außergewöhnlich wie der Anteil der Stiftungen. Schlösser und Amtshäuser befinden sich überwiegend in den Städten. wo ohnehin die meisten Einrichtungen der Kunst und Kultur zu finden sind. Unterbringungsmöglichkeiten befinden sich im benachbarten Gutshaus. Stiftungen. wie Ahrensburg oder Reinbek. Generell ist die Zugänglichkeit also nur im Rahmen bestimmter Events möglich. Selbst die kulturell sehr bedeutsamen Herrenhäuser werden ganz überwiegend bewohnt. Die Gebäude gehören traditionell der öffentlichen Hand. Insbesondere die Nutzung von Objekten in Privateigentum hat fast ausnahmslos sporadischen oder episodischen Charakter. Diese Events sind neben Kulturveranstaltungen vor allem Abb. Nur im erhaltenen Restflügel des Schlosses in der Stadt Lauenburg und im Plöner Schloss. Allein von den zehn Schlössern in Schleswig-Holstein – von denen sich nur das kleine Jagdschlösschen Sielbek bei Eutin nicht im urbanen Raum befindet – werden acht für Kulturveranstaltungen genutzt. In Schleswig-Holstein ist daher die Bedeutung des Landes als Eigentümer entsprechender Objekte mit 13. Regelmäßig finden eigene Aufführungen oder Gastspiele statt.

176 Gutsanlagen und ihre Nutzung Messen sowie Märkte in jeder Form und zu jedem erdenklichen Anlass. Die Gutshöfe dienen als Kulisse. Die Veranstalter solcher Märkte stehen mittlerweile in einem starken Wettbewerb untereinander.oder Kunsthandwerkermärkte. deren Durchführung viel Erfahrung erfordert. . dass es in Mecklenburg-Vorpommern mehr als doppelt so viele Standorte gibt. Es handelt sich zumeist um Themenveranstaltungen wie Bauern. die sich nicht aus dem üblichen Repertoire des Kalenders herleiten lassen. da sich die genutzten Gebäude und Anlagen häufig im Besitz der öffentlichen Hand befinden. In Schleswig-Holstein gibt es mindestens 46 und in Mecklenburg-Vorpommern 50 Standorte mit Märkten und Festen. Basthorst. Abb. allerdings beim Publikum mit einem nicht unerheblichen Werbeaufwand etabliert werden müssen. 36: Herbstmarkt im Kuhhaus des Gutes Ascheberg bei Plön (Oktober 2003). Es treten sich alljährlich wiederholende Veranstaltungen wie Oster. da es sich um Großveranstaltungen handelt. Sie werden nur selten von den Gutsverwaltungen selbst organisiert. In Eigenregie wird zum Beispiel die Messe Park & Garden in Stockseehof durch die eigens gegründete Park & Garden Organisations GbR veranstaltet. deren Anlässe nicht unbedingt begründet werden müssen. die zwar einem geringeren Konkurrenzdruck ausgesetzt sind. Mittelaltermärkte oder Kartoffelfeste. Auch diese Events können alljährlich stattfinden. die großen. Anders stellt sich die Situation von Märkten und Gutshoffesten dar.und Gartenmessen. Trotzdem sind diese Events am häufigsten anzutreffen.und Gemeindefesten ist besonders groß.und Weihnachtsmärkte oder Erntedankfeste auf. Meistens liegt die Organisation und Durchführung ausschließlich in der Hand von speziellen Event-Agenturen. Das geschieht bei den Verkaufsmessen in Altenhof. Die Veranstaltungen werden regelmäßig oder sporadisch auf den Hofplätzen und/oder in größeren Wirtschaftsgebäuden durchgeführt. Etwas Besonderes sind große Wohn. zumeist leerstehenden Wirtschaftsgebäude wie Scheunen oder Kuhhäuser bieten dem Markttreiben Schutz vor der Witterung. In Anbetracht der Tatsache. eine erstaunlich geringe Ausbeute. Der Anteil von Stadt.

Sehr großzügig ist die Zugänglichkeit in Friedrichstal (Quern) geregelt. wird die Zugänglichkeit ebenfalls großzügiger gehandhabt. In Samow und Üselitz wird bezeichnenderweise kein Eintritt verlangt. Dieses Problem tritt besonders stark in Schleswig-Holstein auf.7 Museen und Ausstellungen sowie Führungen Führungen und Besichtigungen sind insbesondere dann interessant.und Frühgeschichte aufgenommen.und Gartenmessen generell im hochpreisigen Bereich bewegt. Das der Stadt gehörende Gutshaus in Bad Bramstedt steht zweimal im Monat Interessierten offen.oder Burgtürme in Müggenburg bei Anklam. da hier viele Gutsanlagen landwirtschaftliche Betriebe aufnehmen.1. sind die Veranstalter insbesondere an Besucher mit einer hohen Kaufkraft interessiert. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zugängliche Schloss. Teilweise sind auch die Eintrittspreise mit bis zu zehn Euro pro Person für eine Verkaufsschau recht hoch. Die geringe Kaufkraft der Bevölkerung mag die nur drei ermittelten Standorte mit solchen Veranstaltungen in MecklenburgVorpommern erklären. Das Herrenhaus Anettenhöh bei Schleswig kann innen wie außen besichtigt werden. Die Einnahmen setzen sich bei in Eigenregie durchgeführten Veranstaltungen aus Parkgebühren. Die Besucherzahlen können bei mehrtägigen Veranstaltungen leicht in den fünfstelligen Bereich vordringen. Eintrittsgeldern. von der möglichen Verletzung der Privatsphäre der Bewohner ganz zu schweigen. Der Hofplatz ist oftmals öffentlicher Raum und die Parks gehören vielfach den Gemeinden. Befinden sich Gebäude außerhalb der Privatsphäre des Eigentümers.Gutsanlagen und ihre Nutzung 177 Borghorst und Emkendorf durch die Agentur Seasons Eventmanagement in Bad Schwartau. wenn die Herrenhäuser und Gutshöfe ansonsten nicht zugänglich sind. 5. Dann muss der Eigentümer mit Beeinträchtigungen seiner Privatsphäre rechnen. Dort ist ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. In so einem Fall sind natürlich Störungen durch unangemeldete Besucher nicht gerne gesehen. Sie hat das volle unternehmerische Risiko. So ist zum Beispiel der Aussichtsturm des ehemaligen Gutes Louisenberg öffentlich zugänglich. Weniger streng sind die Verhältnisse. wenn auf dem Gutshof Wohnungen oder Gewerberäume vermietet sind. Ähnlich verhält es sich beim Landeskulturzentrum Salzau. Ansonsten zahlt die organisierende Event-Agentur eine angemessene Gebühr für die Nutzung des Gutshofes. ist ein Zutrittsverbot durch die Eigentümer relativ leicht durchzusetzen. Besichtigungen sind in diesem Fall zumindest von außen möglich. Es hat das Landesamt für Vor. Rothenklempenow. Erlösen aus dem Verkauf eigener Produkte und Entgelten für Zusatzleistungen wie Führungen zusammen. In Mecklenburg-Vorpommern sieht die Situation günstiger aus. Allerdings befindet sich in dem von Privatleuten bewohnten ehemaligen Jagdschloss der Herzöge von Glücksburg ein Bauernhof-Café. Die Vermarktung ist daher vorzugsweise auf den Großraum Hamburg ausgerichtet. Die Saison erstreckt sich von Frühjahr bis Herbst mit einer Unterbrechung in der sommerlichen Ferienzeit. Die großzügigsten Besuchsregelungen bezüglich Besichtigungen von außen und insbesondere auch von innen findet man naturgemäß bei Objekten ohne Wohnnutzung vor. Da sich die Gutsanlagen in Schleswig-Holstein vielfach eigentumsrechtlich in einer Hand befinden. Der Turm des Gutes Panker auf dem Hessenstein kann nach dem Entrichten eines Entgelts am Drehkreuz bestiegen werden. Standmieten. Da sich das Angebot dieser Wohn. Ueckermünde und Wesenberg. In Schleswig-Holstein dienen nur ausgesprochen attraktive und weithin bekannte Gutshöfe als Standort. . Das Herrenhaus Hagen ist heute das Kultur-zentrum der Gemeinde Probsteierhagen und ebenfalls während der Öffnungszeiten innen zu besichtigen.

In einem historischen Pferdestall in Alt Necheln ist sogar ein Biber-Museum vom Nabu eingerichtet worden.und Amtshäuser sowie Landsitze und sogar vollständige Hofanlagen im Rahmen von Führungen besichtigt werden können. Von den insgesamt 139 Gebäuden und Anlagen mit Museen. Ludwigshof bei Torgelow und Üselitz. Nicht zu vergessen sind die vielen privaten Galerien und Verkaufsausstellungen für Kunstobjekte. Ausstellungen und Galerien befinden sich 43 in Privatbesitz (30. wie zum Beispiel am Wochenende oder nach Absprache. Die Gruppen sollen zumeist eine Mindestgröße von rund 15 Personen haben. Ein Oldtimer-Museum wurde in einem historischen Speicher in Groß Raden eingerichtet. die ohnehin weitgehend öffentlich sind. Der Interessierte ist natürlich nicht verpflichtet. Besichtigungsregelungen sind im Lande allerdings nicht unbedingt erforderlich. Ebenfalls im Dachgeschoss eines alten Pferdestalls in Elmenhorst bei Grevesmühlen befindet sich eine Ausstellung mit Aquarellen und historischen landwirtschaftlichen Geräten. Die Räume wie die des Kloster-Galerie-Cafés im Priorat des adeligen Klosters in Uetersen werden von einer Stiftung vermietet. Im anderen Fall ist eine Öffnung nur zu bestimmten Zeiten möglich. dass in Schleswig-Holstein 33 Guts. In Drewelow ist im Dachgeschoss eines ehemaligen Schweinestalls ein privates Museum entstanden.9 %). ist in der Regel keine Besichtigungsmöglichkeit gegeben. Das Gutshaus in Gevezin beherbergt ein Indianermuseum. Kunstinstallationen befinden sich in den Parks von Görzhausen. da es viele Gebäude gibt. In einer alten Scheune in Rankendorf befindet sich eine private Oldtimer-Traktorensammlung. Noch strenger ist der Zugang zur berühmten Spinett. Allerdings sind die vielen privaten Einrichtungen oftmals nur sehr eingeschränkt geöffnet. Vielmehr handelt es sich fast ausnahmslos um Säle und Räume mit repräsentativen und musealen Charakter. Ist diese Konstellation nicht vorhanden oder sind die Gutshäuser dafür schlicht zu klein. In Schleswig-Holstein gibt es ebenfalls einige private Verkaufsausstellungen für Kunstobjekte. Bemerkenswert ist. In Mecklenburg-Vorpommern wurden nur 15 entsprechende Standorte ermittelt. Nur von außen sind zum Beispiel die Herrenhäuser in Pronstorf und Rosenkrantz zu bewundern. etwas zu erwerben. Im Privatbesitz befindet sich beispielsweise die Borneo-Ausstellung im Herrenhaus Wahlstorf. Die Ausstellungsräume – zumeist im Gutshaus – sind frei zugänglich. Der Eintrittspreis beträgt zwischen zwei und drei Euro pro Person. In Schleswig-Holstein gehören von den 56 ermittelten Objekten 36 nicht der öffentlichen Hand (64. die allerdings nur auf Anfrage besichtigt werden kann. Dazu gehören in diesem Zusammenhang insbesondere Gutsgebäude mit öffentlichen und privaten Museen und Ausstellungen.178 Gutsanlagen und ihre Nutzung Die Besichtigung von bewohnten Gutshäusern ist verständlicherweise ausschließlich nur nach vorheriger Anmeldung und nur für Gruppen möglich. Im . darunter vier Hotels. Vielfach bestehen diese Regelungen auch nur. weil die Inanspruchnahme von Zuschüssen aus Mitteln der Denkmalpflege mit der Auflage verbunden ist. Befinden sich die Ausstellungen innerhalb von Hotels oder anderen Beherbergungsbetrieben ist die Zugänglichkeit natürlich kein Problem. Ebenfalls in einer Scheune wurde ein Dorfmuseum mit historischen Landwirtschaftsgeräten in Rostocker Wulfshagen untergebracht.3 %). Mindestens 16 Standorte in Mecklenburg-Vorpommern lassen sich so charakterisieren. Das Angebot ist in Mecklenburg-Vorpommern sehr vielfältig. Die Besuchergruppen werden jedoch nicht durch die Privatgemächer des Hausherrn geführt. Den privaten Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern kommt ein erhebliches Gewicht zu. Die bekannteste Galerie befindet sich wohl im Torhaus des Gutes Panker.und Cembalo-Sammlung im Gutshaus Hasselburg geregelt. für eine angemessene Zugänglichkeit zu sorgen.

privates Museum. Galerie (dauerh.) Wesenberg Sonderausstellung (z. Führung (auf Anfrage zugänglich für Gruppen gegen Entgelt) .T. uneingeschr. temporär uneingeschränkt zugänglich) Dömitz Sammlung.Alt Rehse Frauenmark Burg Stargard felde Lübz Watzkendorf Hohenzieritz Woldzegarten Lichtenberg Bergfeld Boek Leizen Ludorf Tessenow Neustrelitz Lüttenhagen Wredenhagen Penkun Museum.Stellshagen dorf Bramstedt Borstel Neukloster Tremsbüttel Alt Necheln Hollenbek Ratzeburg Gadebusch Basthorst Plüschow Wiligrad Schlagsdorf Elmenhorst Bothmer Hohen Luckow Plön Rostocker Poppendorf Wulfshagen Groß Lüsewitz Sülze Panker/Hessenstein Weißenhaus Damp Ludwigsburg Hohenstein Seekamp Borghorst Hof Heisch Knoop Salzau Hagen Rastorf Tribkevitz Husum Gottorf Anettenhöh Fleckeby Altenhof Rosenkrantz Hoyerswort Putbus Granitz Schirnau KIEL STRALSUND Plüggentin Üselitz Groß Schoritz Glashagen Mölschow Neuendorf Lehmkuhlen Schierensee Emkendorf Wahlstorf Ascheberg Bordesholm ROSTOCK Louisenberg Pronstorf Rohlstorf Traventhal LÜBECK Itzehoe (Prinzesshof) Zarrentin Griebenow Weidehof Kirch Baggendorf Sanitz Hof GREIFSWALD Bandelstorf Pritzier Ehmkendorf Thelkow Wrangelsburg Groß Potrems Vargatz Repnitz Samow Karlsburg Prebberede Dargun Lüssow Bömitz Libnow Müggenburg Janow Hohenbüssow Burg Klempenow Gültz Barkow Schmiedenfelde Ulrichshusen Bredenfelde Morgenitz Breitenburg WISMAR Glückstadt Pinneberg Ahrensburg Bagatelle Basthorst Wulfsdorfer Hof Barmstedt Uetersen Tellow Schorrentin Gottin Todendorf Gülzow Güstrow Zierstorf Burg Groß Raden Vietgest Schlitz Klein Grabow Görzhausen Dobbertin Haseldorf Seedorf Groß Zecher SCHWERIN Wotersen Glinderhof Grambow Friedrichsruh Zarrentin Dümmer Reinbek Wittenburg Dammereez Redefin Quassel Lauenburg Friedrichsmoor Glewe Jasnitz Ludwigslust Glaisin LudwigsLüskow hof Drewelow Ueckermünde Zinzow Schwichtenberg Heinrichsruh Salow Kotelow Galenbeck Gehren Bülow Rothenklempenow Legende Gevezin NEUBRANDENBURG Neu Gaarz Alt Schwerin Rattey Panschenhagen Wrodow Malchow Penzlin Grambow Plau Kreckow Friedrichs. Kulturzentrum.Abb. zugängl. 15) Louisenlund Wallnau Katharinenhof Hohendorf Born Görtz Löbnitz Gelbensande Ribnitz Doberan Obermützkow Berthke Neu Ravenhorst Neudorf Farve Cismar Blomenburg Testorf Hasselburg Eutin Sierhagen Bastorf Seedorf Wensin Segeberg Kalkhorst Garvensdorf Ranken. Heimatstube (auf Anfrage zugänglich) Besichtigung (dauerhaft möglich). 37: Museen und Ausstellungen sowie Führungen in Gutsgebäuden Glücksburg Friedrichstal Oestergaard FLENSBURG Fresenhagen Putgarten Liddow Bönstrup (Dorfstr.

Fresenhagen sowie Glinde bei Hamburg. Ludwigslust und Schwerin. Das private Dorfmuseum in einem Pferdestall des Hofes Börnsen in Bönstrup (Dorfstraße 15) ist zwischen Mai und September täglich von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Ferienwohnungen im Gärtnerhaus und einem Nebengebäude. Grenzmuseum im Gutshaus in Schlagsdorf. BernsteinMuseum in einem Klostergebäude in Ribnitz-Damgarten. 37).180 Gutsanlagen und ihre Nutzung Archiv-Gebäude des Gutshofes Haseldorf und in einem Pferdestall in Traventhal sind ebenfalls private Museen eingerichtet worden. Die Museen in Ahrensburg. Vielfach haben die Gemeinden aber auch kleine Museen oder Heimatstuben zur Darstellung der örtlichen Historie in Gutsgebäuden eingerichtet. In der Saison ist das private Museum in Katharinenhof auf Fehmarn täglich zu besichtigen. In den Einrichtungen der öffentlichen Hand ist der Zugang besonders großzügig geregelt. . Die Museen im Herrenhaus (Schloss) Ahrensburg. es finden Führungen statt. An erster Stelle ist das Landesmuseum Schloss Gottorf zu nennen. Besonders bedeutsam ist in SchleswigHolstein die Rolle der Stiftungen und Vereine. im Reithaus und im bereits genannten Jugendstil-Schwimmbad der Schlossanlage Plön sowie im Bahnhofsgebäude von Friedrichsruh befinden sich im Eigentum von Stiftungen. Umfangreich ist die Sammlung an landwirtschaftlichen Geräten in Hohenstein. In diesem Fall können die Öffnungszeiten eingeschränkt sein. können aber als Aushängeschilder betrachtet werden. eine der bedeutendsten Einrichtungen ihrer Art in Nordeuropa. museal ausgestattete Neubauernhäuser sowie eine Jugendbegegnungsstätte und Technikausstellung komplettieren das Bild. jedoch sind diese in der Regel alles andere als intensiver Natur. Glücksburg und Eutin sind die einzigen. das Haffmuseum im Schloss Ueckermünde und ein Schulmuseum im Torhaus der Burg Wredenhagen. Das Gutshaus ist Museum.und Kulturbereich auf. Güstrow. jedoch wie die meisten anderen Einrichtungen dieser Art ohne öffentliche Zuwendungen nicht lebensfähig. Ein hohes Maß an Diversifikation ist erreicht. die ehemaligen Scheune dient als Veranstaltungssaal und eine Gaststätte befindet sich im ehemaligen Pferdestall. Die Räumlichkeiten in den Schlössern Husum und Reinbek sowie dem so genannten Herrenhaus in Ratzeburg dienen ebenfalls als Museum oder haben musealen Charakter. gibt es in der Gutskapelle von Prebberede und einem Wirtschaftsgebäude in Samow. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ähnliche Einrichtungen in den Schlössern Granitz. Diese Einrichtungen gehen auf private Initiative zurück. Museum für Magie und Hexenverfolgung in der Burg Penzlin. In der Scheune des ehemaligen Teichgutes Wallnau hat der Nabu ein Besucherzentrum eingerichtet. Besonders vielseitig ist das Angebot der öffentlichen Hand in MecklenburgVorpommern. die sich mit der Historie einzelner Gutshöfe beschäftigen. Viele Standorte weisen mehrere Nutzungsformen im Kunst. Betreuung und Öffnungszeiten entsprechen dem Standard von öffentlichen Einrichtungen dieser Art. Hinzu treten viele Einrichtungen der Städte und Gemeinden (Abb. Die Ausstellung im Gutshaus des Wulfsdorfer Hofes hat ebenfalls Naturschutzaspekte zum Inhalt. im Eutiner Schloss. Museen und Ausstellungsräume der öffentlichen Hand sind in Schleswig-Holstein zwar nicht so zahlreich. Dort findet sich zum Beispiel ein Salzmuseum im ehemaligen Amtshaus in Bad Sülze. So finden sich auf Gutshöfen neben der Möglichkeit von Führungen durch das Gutshaus oder über die Gutsanlage häufig auch private und öffentliche Museen. die mit ihren Exponaten auf die sie umgebende Gebäudehülle eingehen und sich mit der schleswig-holsteinischen Adelskultur auseinander setzen. wo fast die gesamte Gutsanlage in ein Konzept einbezogen ist. Besonders aktiv ist das Thünen-Museum in Tellow bei Teterow. Schloss Glücksburg und die Ausstellungsräume im Gutshaus Seekamp bei Kiel. Ausstellungen.

und Freizeiteinrichtungen selten. er ist selbst der Betreiber.Gutsanlagen und ihre Nutzung 5. wenn er selbst dort wohnt. Es sei denn. Das Restaurant auf dem Gutshof in Damp zum Beispiel befindet sich in der Scheune und wird vom örtlichen Ferienzentrum betrieben. Granitz (Jagdschloss). Dort sind Lokale in Gutshäusern jedoch oftmals Einrichtungen. Vielmehr noch als in Schleswig-Holstein sind entsprechende Nutzungen in Mecklenburg-Vorpommern häufig.1.und Speisewirtschaften. Gottorf und Reinbek haben selbstverständlich gastronomische Einrichtungen in ihren Mauern. In Schleswig-Holstein sind Lokale in Gutsgebäuden ohne eine direkte räumliche Verbindung mit anderen Fremdenverkehrs. deren gewerberechtliche Verhältnisse durch das Gaststättengesetz geregelt sind. wenn ohnehin im Gutshaus oder auf der Gutsanlage eine intensivere Nutzung vorliegt. Informationsstellen mit Gastronomie befinden sich im Gutshaus von Boek und Friedrichsfelde bei Waren. Insgesamt wurden 13 entsprechende Objekte ermittelt.und Antiquitäten-Geschäften in den Gutshäusern von Gnemern und Karow bei Lübz. Bezeichnend ist die Seltenheit der Standorte im dünn besiedelten Festlandsbereich Vorpommerns. Als einziger ermittelter Reiterhof hat der Brander Hof ein Restaurant auf seinem Gelände. Des Weiteren treten Lokale häufiger auf. Die museal genutzten Schlösser Eutin. im Herrenhaus Griebenow (Veranstaltungsort) und im Zusammenhang mit Möbel. Mit der besonderen Atmosphäre der Gutsgebäude hat die Nutzung dann nichts zu tun. sondern befinden sich in Symbiose mit anderen Einrichtungen. in Boostedt (Hof Holtorf) und Itzehoe (Amtshaus). Die Hälfte der Gebäude – meistens Gutshäuser – gehören einer Kommune. Weitere Gaststätten existieren darüber hinaus im Adligen Kloster Dobbertin (Betreuungseinrichtung). In Schleswig-Holstein stellt die häufigste Variante der Symbiose ein Golfplatz dar. Restaurants oder Bars. Eine lange Tradition hat die Gaststätte im historischen Krug des Gutshofes Rundhof in Angeln. Auf die hauptsächliche Frequentierung durch die ortsansässige Bevölkerung weist die disperse Verteilung der ermittelten Standorte hin (Abb.oder Nebengebäude. Die meisten dieser Anlagen haben ein Clubhaus mit Gastronomie. Für die übrigen Lokale ist fast ausschließlich die Produktpräsentation das Exerzierfeld der eigenen Bemühungen. Weitere zwölf Gaststätten sind nicht mit einem Beherbergungsbetrieb verbunden. . Für Speiselokale spielen beide Aktionsfelder eine herausragende Rolle. Im Rahmen der Produktpolitik wird um die Akzeptanz beim Kunden über die Beschaffenheit des Produkts und die Produktpräsentation gerungen. die bereits zu DDR-Zeiten bestanden. 38). Viele der übrigen Objekte wie die Gutshäuser in Alt Sührkow. Mölschow (Gutshaus). Gaststätten in Verbindung mit Museen oder anderen Kultureinrichtungen gibt es in Dömitz (Festung). Historische Gutsanlagen mit ihrer einzigartigen Atmosphäre können hierbei einen Wettbewerbsvorteil bedeuten. die von Urlaubern. Glücksburg. Neustrelitz (Orangerie). 28 Gaststätten stehen nicht im Zusammenhang mit einem Beherbergungsbetrieb oder einer anderen stark frequentierten Einrichtung. Gutshäuser mit Gaststätten gibt es nur im Herrenhaus Stockelsdorf. Zumeist handelt es sich bei den Objekten um Wirtschafts. Martensdorf bei Stralsund und Schwartow wurden vor nicht allzu langer Zeit verkauft. Kein Eigentümer wird ein Lokal in seinem Gutshaus dulden. Woosmer Hof). die sich sogar im südwestlichen Sandgebiet finden (Schwartow.8 Gastronomie und Festräume 181 Gaststätten – Beherbergungsbetriebe einmal ausgenommen – sind Schank. Lübz (Amtsturm). Die nächsthäufigste Verbindung ist jene zwischen Gastronomie und Kultureinrichtungen. Schwerin (Schloss) und Tellow (Pferdestall). Sie dienen der Bewirtung von Gästen mit Speisen und/oder Getränken. Ausflüglern oder der ortsansässigen Bevölkerung frequentiert werden. Solche Einrichtungen sind zum Beispiel Gastwirtschaften.

Schwartenbek Weißenhaus Harzhof Hoyerswort Putbus Parow Warleberg Panker Schirnau Deichgrafenhof Görtz STRALSUND Steinwehr Kluvensiek KIEL Dobersdorf Apeldör Farve Schlemmin Blomenburg Martensdorf Wahlstorf Helmstorf Testorf Gaarz Langendorf Ribnitz Sielbeck Havighorst Emkendorf Gelbensande Sierhagen Berthke Plön (Hof II) Semlow Hasselburg Poppendorf Quitzin Griebenow Neu Wendorf Mölschow Beusloe Eutin Evershagen Weidehof Häschendorf Sanitz Hof Hanerau Nehmten Marienhof Waschow Waldshagen Bastorf Bandelstorf Wangern Zarrentin Stockseehof Wintershagen Wohrenstorf Turow GREIFSWALD ROSTOCK Seedorf Boostedt Mariashagen Groß Schwansee Redewisch Wrangelsburg Altenhagen Viecheln Göldenitz Kamp Klein Jasedow Maleksberg Ilow Klein Nienhagen Brook Groß Potrems Samow Gützkow Pulow Stockelsdorf Hohen Luckow Wensin Bramstedt Lühburg Nustrow Friedrichshof Bömitz Pronstorf Mellenthin Itzehoe Goldebee Kalkhorst Vanselow Dalwitz Dargun Gnemern Neu Fresenburg LÜBECK Breitenburg Lütgenhof Neetzow Groß Schwiesow Kurzen Trechow Tellow Karlshof Tralau Waldhof Schwiessel WISMAR Schlatkow Krenzow Kämmerich Osterholz Pölitz Nakenstorf Alt Sommersdorf Blumendorf Klempenow Alt Sührkow Wedendorf Hasenwinkel Gültz Kaden Barmstedt Tremsbüttel Teschow Zinzow Stretense Bellin Gützkow Wiligrad Mühlenbrook Vietgest Schorssow Wulfsmühle Uetersen Tützpatz Beseritz Zülow Kleefeld Schönfeld Basedow Grischow Hof Hoisbüttel Burg Schlitz Salow Kaarz Peiner Hof Barkow Groß Zecher Groß Breesen Genzkow Ahrensburg Stavenhagen Kaeselow Torgelow Eichhorst Basthorst Pinneberg Sadelkow Klocksin Schwinkendorf Klein Pritz Dobbertin Grambeck Lindenhof NEUBRANDENBURG Schönwalde Marxhagen Basthorst RothenSCHWERIN Hetlinger Blücherhof Brander Finkenwerder klemBrdenfelde Lapitz Leezen Karow Schanze Neu Gaarz Neuenkirchen Hof penow Charlottenhof Haidehof Neuhof Gr. Dratow Krukow Werder Rattey Dümmer Schloss.Ä. Gasthof o.Frauenmark Passow Orangerie Möderitz Burg Stargard Leppin Friedrichsfelde Lübz Daschow Friedrichsmoor Neu Schloen Penzlin Watzkendorf Malchow Reinbeck Glinderhof Seedorf Sachsenwaldau Schönau Wotersen Schwartow Neustadt Burg Glewe Hof Kreien Bollewick Balow Woosmer Hof Solzow Gastronomie (kein Hotel.) Bauernhof-Café o.Abb. Wendfeld Alt Rehse Boek Rödlin Laeven Ludorf Neustrelitz Mirow Krüseliner Mühle Wesenberg Pomellen Krümmel Penkun Dömitz Festräume (keine Gaststätte) Ort für standesamtliche oder kirchliche Trauungen .Ä. 38: Gastronomie und Festräume in Gutsgebäuden Glücksburg Friedrichstal Fresenhagen Berg Oestergaard Rundhof FLENSBURG Legende Bocksrüde Stubbe Damp Bisdamitz Hohenstein Booknis Ludwigsburg Hohenhain Hohendorf Windeby Wallnau Stift Dargast Gottorf Groß Kordshagen Venz Hof Heisch Westerthal Borghorst Husum Granitz Altenhof Bollbrügge Knoop Boldevitz Wulfshgn.

die auf die Frequentierung von Kunden und Gästen angewiesen sind. Einerseits gehören Gaststätten allein definitorisch zu bestimmten Beherbergungsformen. Daher werden viele von ihnen während der Sommermonate improvisiert. So gehört ein gastronomisches Angebot neben der Beherbergung zu einer speziellen Form der Diversifikationsstrategie. Der Gasthof Ole Liese in Panker (Abb. 39: Das Restaurant Ole Liese auf dem Gutshof Panker (August 1999).Abb. Eine höhere Form der Direktvermarktung können Bauernhof-Cafés sein. Seedorf und der Grömitzer Hof fallen in dieser Hinsicht als einzige Hotelstandorte also aus. Auf dem Gelände des Hofes befindet sich ein Campingplatz. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt. Zudem gibt es Gaststätten in der Reha-Klinik Schönhagen und in der Perdöhler Mühle. Ein gastronomisches Angebot ist in dem Gebäude ebenso wie in Seedorf nicht vorhanden und es bildet mit dem Hotel auch keine organische Einheit. Das Hauptgebäude entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Gasthof in Seedorf nutzt das ehemalige Verwalterhaus als Bettenhaus und hat in einem Fachwerkgebäude Ferienwohnungen eingerichtet.Gutsanlagen und ihre Nutzung 183 Gastronomie-Einrichtungen mit Beherbergungskapazitäten wie Ferienzimmer. scher Anlaufpunkt angesiedelt hat.3 %). In ähnlicher Weise gilt das für alle Einrichtungen. Die Bauernhof-Cafés sind einer starken Saisonalität unterworfen. Weitere Gasthöfe befinden sich in Belau und Wotersen. -wohnungen oder sogar Campingplätze. Das geschieht in Stubbe oder Warleberg in Zelten oder anderen mobilen . 39) steht in Verbindung mit einer sehenswerten Gutsanlage auf der sich mit einer Galerie ein bedeutender touristi. wenn möglichst viele eigene Agrarprodukte. hat Schleswig-Holstein fünf Hotels und ein Hotel garni aufzuweisen. Verwendung finden. Von den 122 Gutsgebäuden mit einem gastronomischen Angebot gehören 56 zu einem Hotelbetrieb (46. Bei der Betrachtung aller Gutsgebäude mit Gaststätten in Schleswig-Holstein ist auffällig. Hinzu treten elf Gasthöfe und elf weitere Standorte mit Beherbergungskapazitäten. Im ehemaligen Gutshaus des Grömitzer Hofes befindet sich eine Dependance des in der Nähe liegenden Hotels. Die Bewirtung erfolgt im Rahmen landwirtschaftlicher Betriebe. wenn auch entsprechende Angebote in ländlicher Umgebung bereits als Bauernhof-Cafés bezeichnet werden. dass aufgrund der Heterogenität der festgestellten Diversifikationsstrategien die Lage der Standorte recht diffus ist. andererseits sorgt die Frequentierung durch die Gäste und Besucher der neben dem Lokal bestehenden Beherbergungskapazitäten für eine bessere Auslastung als wenn das Lokal nur von der ortsansässigen Bevölkerung. sind in Schleswig-Holstein selten und in Mecklenburg-Vorpommern erheblich häufiger vorzufinden.und Beerenfrüchte. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen sind Gaststätten oftmals mit einem Hotel verbunden und befinden sich dementsprechend überwiegend in den Tourismusgebieten. wie zum Beispiel zu einem Hotel. In Schleswig-Holstein gibt es 20 dieser Einrichtungen. Tagestouristen und Urlauber aufgesucht würde. insbesondere Obst.

sollen sie hier behandelt werden. Eine mehr oder weniger starke Konzentration auf diesen Betriebszweig mit einer entsprechenden Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion auf verträgliche Wirtschaftsweisen (Ackerbau) oder eine räumliche Trennung vom Wirtschaftshof werden dann unumgänglich. Soweit diese Gaststätten eine ausgesprochene Saisonalität oder einen geringen Professionalisierungsgrad aufweisen. Hetlinger Schanze.184 Gutsanlagen und ihre Nutzung Einrichtungen direkt in den Plantagen. Die Bestandsaufnahme (Abb. Optimal ist eine günstige Lage an viel befahrenen Straßen oder an einem Wander. In Stockseehof wird ein halboffenes Zelt auf dem Hof aufgeschlagen. Weitere 13 Cafés oder Restaurants haben nur in den Sommermonaten beziehungsweise am Wochenende geöffnet. Mecklenburg-Vorpommern weist kein einziges Café auf einem Gutshof im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Betrieb auf. fallen in diese Kategorie. Die Standorte liegen bis auf Hanerau alle in Erholungsgebieten. In Sierhagen wurde ein Café in das Palmenhaus der vom Gut verkauften historischen Gutsgärtnerei eingerichtet. Griebenow und Samow.oder Radweg. Sechs davon befinden sich in sehr attraktiven Gebäude-Ensembles. Die Rolle der Altgebäude ist beachtlich. An die Betreiberfamilie und insbesondere die Ehefrau des Betriebsleiters werden dann große Anforderungen gestellt. Nur in Neu Fresenburg ist das Café in einem modernen Glaspavillon untergebracht. die als Ausflugsziele dienen. Friedrichstal. Oestergaard. . Möglicherweise spielt daher die Anreise von Gruppen mit dem Bus eine größere Rolle. Die Kaffeestube in einer Kate (Dorfgemeinschaftshaus) in Alt Rehse ist auf die örtliche Bevölkerung ausgerichtet und das Restaurant in Bisdamitz auf Rügen befindet sich in einem ausgesprochenen Tourismusgebiet. Wirtschaftsgebäude wurden in vier Fällen umgenutzt. Darüber hinaus sind fast überall Außenplätze vorhanden. dass diesem Kriterium nur eine untergeordnete Bedeutung zukommt. Gnemern. Die Kapazitäten reichen von 20 Plätzen im Gutshaus von Windeby und Hetlinger Schanze bis zu 150 Plätzen in Weißenhaus. Diese Einrichtungen sind naturgemäß in den Wintermonaten geschlossen. Wie das Beispiel Horst zeigt (Abb. Es handelt sich um die Orangerie des Schweriner Schlosses. was ein bis zwei Busreisegruppen entspricht. das Schloss Friedrichsmoor. aber andere Gäste nicht abweisen. können Bauernhof-Cafés sehr intensive Formen annehmen und große Kapazitäten erreichen. 40). Dazu gehören die Cafés in den Gutshäusern in Schwiessel und Solzow. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern also mindestens 15 Gastronomie-Einrichtungen auf dem Niveau eines Bauernhof-Cafés. Das Bauernhof-Café im Gutshaus von Oestergaard ist nur noch für Gruppen nach vorheriger Anmeldung geöffnet. Zudem können Gäste am Wochenende in das Herrenhaus Fresenhagen einkehren. Das Bauernhof-Café in Horst wurde mittlerweile aus Altersgründen aufgegeben. In Görtz dient der ehemals als Jungviehstall genutzte Flügel des Torhauses diesem Zweck. Solche Standorte mit Bauernhof-Cafés gibt es in Bocksrüde. Einrichtungen wie Pensionen. Nur in Dalwitz hat in den Sommermonaten ein Restaurant im ehemaligen Pferdestall geöffnet. während die in Gebäuden untergebrachten Cafés stark eingeschränkte Öffnungszeiten aufweisen. Weißenhaus und Windeby. die Burgen Glewe und Klempenow und die Gutsanlagen in Basedow. Allerdings sind einige Gastronomie-Einrichtungen dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern ohne diese symbiotische Verbindung mit einem Agrarbetrieb vorhanden. in Friedrichshof (Dingen) und Groß Zecher ist es ein Pferdestall sowie in Hanerau die Scheune. 38) zeigt jedoch. das ökologisch produziertes Rindfleisch des örtlichen Gutsbetriebes zubereitet. Die größte Bedeutung kommt den Gutshäusern zu. Im Durchschnitt (n=11) können 61 Personen aufgenommen werden. die eigentlich nur Speisen und Getränke an Hausgäste abgeben. Diese dient wieder der Produktion und dem Verkauf von Zierpflanzen. weisen aber außer Görtz und Hanerau nicht unbedingt eine besondere Verkehrsgunst auf.

Im Gutshaus können Tagungen oder Feierlichkeiten mit bis zu 65 Personen durchgeführt werden. wird die Betreuung entweder durch den Mieter selbst. da die störenden Auswirkungen nur episodischen Charakter haben. Da im Objekt in der Regel keine Gastronomie für die Bewirtung der Gäste sorgen kann. Einige Gutshöfe haben sich besonders auf die Vermietung von Veranstaltungssälen spezialisiert und bieten Räumlichkeiten unterschiedlichster Größe und Charakteristik an. Häufig ist für diesen Zweck eine Küche im Gebäude vorhanden. In Görtz können zum Beispiel Interessierte in den Sommermonaten an einem rustikalen Wildschweinessen oder Gutsherrnfrühstück teilnehmen.und Familienfeiern.Gutsanlagen und ihre Nutzung 185 Abb. Das Viehhaus ist für Veranstaltungen bis zu 60 und die Forstscheune sogar für bis zu 200 Personen ausgelegt.oder Beherbergungsbetrieb. Besonders erwähnenswert ist der Gasthof in den Gebäuden des Forsthofes Glaisin. Das sind zumeist Beherbergungsbetriebe mit Gastronomie wie Hotels oder Gasthöfe. ein Catering-Unternehmen oder eine in der Nähe liegende Gaststätte besorgt.und Veranstaltungssälen stets in Verbindung mit einem Gastronomie. Solche Angebote sind in Schleswig-Holstein daher weit verbreitet. Diese Verwendung zuvor nicht genutzten Wirtschaftsgebäude wird vom Eigentümer eines Gutshofes eher akzeptiert. Diese Betriebe sind ohnehin auf die Ausrichtung von Betriebs. In Nakenstorf nutzt ein im Gutshaus befindlicher Hotelbetrieb die historische Scheune und . Zu bestimmten Anlässen werden themenbezogene Diners veranstaltet. Die Organisatoren müssen nicht unbedingt Gastronomiebetriebe oder die Vermieter der Festräume sein. Empfängen oder Tanzveranstaltungen eingestellt. Neben den Gaststätten tritt als erheblich arbeitsextensivere Nutzungform die Vermietung von Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern aller Art auf. In Mecklenburg-Vorpommern stehen ausgesprochene Spezialisten in Sachen Vermietung von Fest. In einigen Orten ist sogar die standesamtliche oder kirchliche Trauung und die anschließende Feier unter einem Dach oder in unmittelbarer Nähe möglich. Eine Zwischenstellung nimmt die Event-Gastronomie ein. 40: Der Park des Gutes Horst war während der Saison durch das Bauernhof-Café einer intensiven Nutzung unterworfen (Juni 2000).

werden in Mecklenburg-Vorpommern in einigen Fällen von den Kommunen für die örtliche Bevölkerung vorgehalten. Weitere Räumlichkeiten gibt es in den Schlössern in Eutin. Schafstall und das Kuhhaus zur Verfügung. Auf den Gutshöfen in Sierhagen sind es drei Stallgebäude und Scheunen und in Wotersen neben dem Gewölbekeller im Herrenhaus die Reithalle und die Haferscheune.und Festräumen gibt. Die kirchliche Heirat hat keine bürgerlich-rechtliche Wirkung und darf nur nach der standesamtlichen Trauung vorgenommen werden. Immerhin sieben sind im Eigentum einer Stiftung. Hierfür stehen der ehemalige Pferdestall. Die Bedeutung des Gutshauses als Domizil der Veranstaltungs.8 %). In Basthorst sind Veranstaltungen und Feierlichkeiten mit 50 bis 5000 Personen möglich. Amtshaus oder der Palas der Burg – die Veranstaltungs. In der Regel nimmt in Mecklenburg-Vorpommern das jeweilige Haupthaus der Anlage – also das Gutshaus.186 Gutsanlagen und ihre Nutzung das Bootshaus als Veranstaltungs. Dies ist Beleg der Tatsache.und Festräume auf. denn hinzu treten 68 Hotels. Die meisten Privateigentümer betreiben eine Pension oder Gemeinschaftsunterkunft und vermieten darüber hinaus Räumlichkeiten für Feiern. Besonderheiten in der geografischen Verteilung der Standorte gibt es nicht.und Festsäle. aber mit fast 50 Prozent immer noch sehr beachtlich. Nur zwei Objekte gehören einer Kommune und ein Gebäude dem Land. Emkendorf.und Festräume ist zwar geringer als in Mecklenburg-Vorpommern. Zu den 60 Standorten sind acht Hotels. In Schleswig-Holstein sind es erheblich weniger. in historischen Gebäuden. Immerhin 38 der 83 Gebäude mit Veranstaltungs. Die recht geringe Anzahl sollte nicht täuschen. Einen vielschichtigen Charakter kommt Trauungen zu. Über 65 Prozent der Gebäude gehören zu dieser Kategorie. Glücksburg und Reinbek sowie im Neubautrakt des Kieler Schlosses. Gasthöfe und Hotels garnis sowie 41 weitere Gastronomiebetriebe. Beispiele wie Poppendorf oder Schönfeld bei Gadebusch. die mehr als ein Gebäude mit Festräumen aufweisen. In Emkendorf können die Repräsentationsräume des Herrenhauses. Das macht summa summarum bis zu 80 Standorte mit der Möglichkeit. Es kann sogar in Schlössern gefeiert werden.und Festräumen befindet sich im Privateigentum oder im Eigentum einer Personengesellschaft. sind insgesamt selten. andererseits handelt es sich bei der Ehe um ein Rechtsinstitut.und Veranstaltungssäle. die ehemalige Scheune und das Kuhhaus genutzt werden.und Festräumen in Mecklenburg-Vorpommern sind im Eigentum der öffentlichen Hand (45. Palais. Gasthöfe und Hotels garnis sowie zwölf weitere Gastronomiebetriebe hinzuzuzählen. Räume für Veranstaltungen und Feierlichkeiten zur Verfügung zu stellen. an besonderen Plätzen und sogar auf Schiffen Außenstellen von Standesämtern einzurich- . das nur in Gegenwart eines Standesbeamten geschlossen werden kann. Der überwiegende Teil der Gutshäuser wird bewohnt. Die Eignung der Gebäude und die Aufgeschlossenheit der Eigentümer haben eine größere Bedeutung als Standortaspekte. Zu diesen Gutsbetrieben zählen Basthorst. Auf Schloss Gottorf steht für solche Anlässe der Hirschsaal zur Verfügung. Der überragende Anteil (88. in Gutsgebäuden oder ähnlichen Objekten Veranstaltungen oder Feierlichkeiten durchzuführen. Alles in allem gibt es in Mecklenburg-Vorpommern vermutlich bis zu 180 Standorte mit entsprechend genutzten Gebäuden. Fest. Schloss. In Rattey ist es das Kuhhaus und in Stolpe bei Anklam der Pferdestall.7 %) der Gebäude mit Veranstaltungs. Sierhagen und Wotersen. Auf 60 Standorte verteilen sich dort 71 Gebäude mit Festräumen. In der Feldsteinkapelle sind darüber hinaus kirchliche Trauungen möglich. die nicht in Verbindung mit einer Gaststätte stehen. die ganz überwiegend in der Lage sein sollten. In den letzten Jahren ist es Mode geworden. Die Objekte verteilen sich auf insgesamt 73 Standorte. dass es in Schleswig-Holstein ausgesprochene Spezialisten auf dem Gebiet der Vermietung von Veranstaltungs. Einerseits sind es feierliche Veranstaltungen. die für diesen Zweck eigens umgebaut worden sind.

In Sparow bei Malchow wurde sogar einer dem ehemaligen örtlichen Gutshof nachempfundenen Appartementanlage eine so genannte Gutskapelle hinzugefügt. die der Produktion von pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen dienen.7 %). Schlössern und auch Gutsgebäuden als Trauzimmer. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der kirchlichen Eheschließung in der Gutskapelle in Basthorst und der Schlosskapelle in Husum. Nur 24 Objekte befinden sich im Eigentum der öffentlichen Hand (40. Das ehemalige Adlige Kloster in Malchow ist mit der Klosterkirche und jenes in Ribnitz-Damgarten mit einem Wohnhaus vertreten. Emkendorf. Ludwigsburg und Tremsbüttel. So besteht ein Trauzimmer im Turm der Festung Dömitz. Ludwigsburg und das Gutshaus in Tremsbüttel gehören dazu. Die Rolle der Hauptgebäude der Anlagen ist überragend (82. dass 29 Einrichtungen über eine größere Beherbergungskapazität verfügen. Kluvensiek. In Mecklenburg-Vorpommern stehen mindestens 56 Gebäude für Heiratswillige bereit. in der historischen Scheune in Nakenstorf und in einem Nebengebäude des Amtshauses in Wesenberg durchgeführt.Gutsanlagen und ihre Nutzung 187 ten. Nur in zehn Fällen handelt es sich um Nebengebäude. Zumeist wird ein Repräsentationsraum im Herrenhaus genutzt. Standesamtliche Trauungen werden zudem in der Gutskapelle in Gutzkow bei Altentreptow. die allerdings in der Regel vom Brautpaar gesondert angemietet werden müssen. Kluvensiek.1 Tier. Entsprechende Standorte sind im Untersuchungsgebiet ungleich verteilt. ist die landwirtschaftliche Nutzung der .6 Prozent weitaus geringer ausfällt. Im Teepavillon der Schlossanlage Dargun hat die Stadt ein Trauzimmer eingerichtet.1 %). die Schlösser in Glücksburg und Reinbek. Die Bedeutung der Gebäude im Eigentum von Privatpersonen oder Kapitalgesellschaften ist in MecklenburgVorpommern erheblich größer als in Schleswig-Holstein. Nur die Herrenhäuser in Borghorst. Bezüglich der genannten Objekte ist das Eigentum von Privatpersonen und Kapitalgesellschaften klar in der Minderheit. Dort und in Glücksburg sind neben standesamtlichen auch kirchliche Trauungen möglich. Borghorst. das Jagdschloss Sielbeck bei Eutin. Emkendorf. Mindestens 670 Gutsanlagen weisen eine mehr oder weniger große Anzahl von Gebäuden auf. Hierin kommt auch zum Ausdruck. Größere Kapazitäten für Übernachtungsgäste hat nur Tremsbüttel zu bieten. Glinderhof.und Pflanzenproduktion Die Agrarproduktion hat auf den schleswig-holsteinischen Gutshöfen immer noch eine überragende Bedeutung. um den Brautpaaren ein möglichst stimmungsvolles Ambiente bei der Eheschließung zu ermöglichen. 5. in denen standesamtliche Trauungen vorgenommen werden können. Kirchliche Trauungen sind in der Kapelle oder Gutskirche in Burg Schlitz. In Schleswig-Holstein gibt es 13 Gebäude mit der Möglichkeit der standesamtlichen Trauung. In Schwerin und Putbus stehen für diesen Zweck die Orangerien der Schlossanlagen zur Verfügung. Die übrigen Gebäude sind im Eigentum der öffentlichen Hand oder von Stiftungen. Agrarwirtschaftliche Nutzung 5. das Prinzenhaus der Schlossanlage Plön und das Torhaus in Seedorf bei Bad Segeberg sowie die Stiftskapelle in Damp. Ludorf und Quitzin möglich. Allein 24 dieser Objekte sind Hotelbetriebe. Bramstedt. Mittlerweile fungieren im Untersuchungsgebiet eine Vielzahl von Räumlichkeiten in Burgen.2. Es handelt sich um die Gutshäuser in Ahrensburg. Das ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Das sind rund drei Viertel der ermittelten Standorte. Wenn auch der Anteil mit 13.2.

Gut. Produktionsausrichtung und mit Abstrichen auch die Bodennutzung ist in Schleswig-Holstein von Bedeutung. ob es sich um einen Vertreter der historischen Gutslandschaft (Adl. Meierhof: 325 Standorte) oder um einen architektonisch definierten Standort (Domäne. Das ist zum Beispiel in Borghorst. Allerdings sind Struktur und Qualität dieser Nutzung in den beiden Bundesländern sehr unterschiedlich. dass diese Betreibe eher zu den Gewinnern des landwirtschaftlichen Strukturwandels gehören. Diese scheint besonders groß. Dreiseithof: 223 Standorte) handelt. In Bezug auf die Betriebsgröße. Grabau.8 Hektar auf. Verpachtung oder Verkauf vom landwirtschaftlichen Betrieb getrennt. Den Vertretern der historischen Gutslandschaft kommt ein leicht höheres Gewicht zu. Quarnbek oder Toestorf geschehen. Verpachtung oder Verkauf. welchen historischen Kontext der jeweilige Hof hat. Prinzipiell sind die beschriebenen Maßnahmen reversibel. wenn die Gutshäuser verkauft werden. Mindestens 179 Standorte lassen sich so charakterisieren. In Schleswig-Holstein haben mindestens 92 Gutshöfe ihre Betriebsfläche verpachtet.und Forstfläche ohne Zupachtungen.188 Gutsanlagen und ihre Nutzung Gutsgebäude in Mecklenburg-Vorpommern nicht unbedeutend. Sinn dieser Maßnahme ist es. Immerhin 353 Standorte weisen entsprechend genutzte Gebäude auf. Immerhin 28 dieser Standorte haben nach dem Auslaufen der eigenen Agrarproduktion für die Wirtschaftsgebäude keine neue Nutzung finden können. Zurzeit sind in Schleswig-Holstein insgesamt 31 Gutshäuser durch Vermietung. Berücksichtigt wurde nur die eigene Landwirtschafts. Jedoch ist die Gefahr einer Diskontinuität unverkennbar. Aber immerhin 35 Gutshöfe in SchleswigHolstein weisen aufgrund von Aufsiedlungen in den zwanziger und dreißiger Jahren ebenfalls diesen Habitus auf. Bredeneek. die für diesen Zweck vermietet oder verpachtet sind. Das Pachtverhältnis wird aufgelöst. Der durchschnittliche Hof der ersten Gruppe weist eine Betriebsgröße von 361. In Mecklenburg-Vorpommern fallen – bei großzügiger Auslegung – 154 Standorte in diese Kategorie. Aber die Regel ist das nicht. Diese Gebäude stehen leer. Aufgrund der Bodenreform ist die Eigentumsstruktur der Gutshöfe in Mecklenburg-Vorpommern bis auf die ehemaligen Volkseigenen Güter häufig so sehr zersplittert. weil der Sohn den Hof übernimmt oder das zuvor vermietete Gutshaus wird wieder vom Eigentümer bewohnt. Oftmals sind es Wirtschaftsbauten der BvS oder des Landes. dass nur einzelne Gebäude einer Gutsanlage landwirtschaftlich genutzt werden. zehn sind oder waren Domänen. Pachtof: 39 Standorte. Stadtgut. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen sind zunächst nicht augenscheinlich. weil die Guts. An diesem Ablauf sind im Wesentlichen zwei Prozesse beteiligt. Die genannten Summen geben die tatsächlichen Anteile an den erfassten Standorten annähernd wider.und Wirtschaftsgebäude weiterhin genutzt werden. Das geschieht in großer Zahl auch bei anderen Typen von Gutsgebäuden. Als unbedenklicher ist das Vermieten oder Verpachten der Gutshäuser einzustufen. den Leerstand zu vermeiden. Ansonsten wird die schleswig-holsteinische Gutslandschaft von der Konstellation dominiert. Von diesen Betrieben sind 110 aus Adligen Gütern und Meierhöfen hervorgegangen. Allerdings ist es in Schleswig-Holstein in den letzten Jahrzehnten zu einer qualitativen Aushöhlung dieses Zustandes gekommen. Das lässt darauf schließen. Die . Es macht einen Unterschied. Stadtgüter oder Pachthöfe und 40 sind Dreiseithöfe. die nicht auf Anhieb zu erkennen sind: die Verpachtung der landwirtschaftlich genutzten Fläche und der Wirtschaftsgebäude sowie die Abtrennung der Gutshäuser vom Betrieb durch Vermietung. dass jeweils ein Landwirt den gesamten oder den größten Teil des Gutshofes in Besitz hat (587 Standorte). Insgesamt konnte von 160 Höfen die Betriebsgröße in Erfahrung gebracht werden. Unter Umständen könnte aber durch den Einstieg in den Ausstieg aus der Eigennutzung der Keim für einen späteren Leerstand gelegt werden.

Sechs Landwirte nutzen nur die Wirtschaftsgebäude und fünf die gesamte Hofanlage mit Gutshaus (Bussin. Bandelstorf. Wo das nicht geschehen ist. aber auch viele westdeutsche Unternehmer. der erste betreibt eine Schweinemastanlage und der andere bewirtschaftet die Ackerflächen. dass sich diese Höfe in neuen. Neu Jamel. In ungefähr der Hälfte der Fälle werden der Gutshof oder zumindest die Wirtschaftsgebäude von den Neueinrichtern mitgenutzt. Es wurde kürzlich von der TLG veräußert. die als Neueinrichter massiv in den Ankauf oder die Anpachtung von Landwirtschaftsflächen investiert haben (z. Alle diese Eigentümergruppen sind mehr oder weniger in den Besitz von historischen Gutsgebäuden gelangt. Überhaupt ist die Haltung von Rindvieh (Rindermast. wenn es sich auch vielfach um Pachtflächen handelt. Es handelt sich ausnahmslos um Resthöfe. Dass Neueinrichter in historischen Gutsgebäuden wirtschaften erscheint paradox. Sternfeld). müssen in Zukunft den historischen Wirtschafts- .G. Voigtsdorf bei Grimmen) oder wurden erst vor kurzem abgerissen (z. weil die Höfe ansonsten nach 1945 enteignet worden wären. Das sind hauptsächlich LPG-Nachfolgeunternehmen. Der 78 Hektar große Betrieb in Bussin hat sich zum Beispiel auf die Milchviehhaltung und den Futteranbau spezialisiert. Milchviehhaltung) die vornehmliche Betriebsausrichtung dieser Höfe. Hoffelde. In der Regel waren die potenziellen Pächter oder Käufer nur an der Landwirtschaftsfläche und weniger an den Gebäuden interessiert. Göhren). wenn es sich auch in der Regel nur um gepachtete oder eigene Wirtschaftsgebäude handelt. Bossee. Das hängt in erster Linie mit dem Verkauf oder der Verpachtung der ehemaligen Volkseigenen Güter zusammen. Eine andere Konstellation ist auch nicht möglich. Rixdorf und Sierhagen kommen einer Größe von 1000 Hektar nahe oder übertreffen sogar diesen Wert. So hat die Agrargenossenschaft Roggentin das Gutshaus in Blankenförde von der Gemeinde gekauft. Sie plant in dem nun leerstehenden denkmalgeschützten Wohnhaus des ehemaligen Freigutes ein Jagdzentrum einzurichten. Viele Gutshäuser der ehemaligen VEGs sind in das Eigentum von Gemeinden übergegangen (z.4 Hektar nur wenig kleiner. Dreveskirchen) oder wurden von der BVVG oder TLG an Privat verkauft (z.B.B. Die beiden Pächter der Landwirtschaftsfläche. Dalwitz.Gutsanlagen und ihre Nutzung 189 beschriebenen historischen Aufsiedlungswellen machen sich in diesem Wert bemerkbar. Velgast). Nur die Güter Altenhof. Ehemalige LPG-Bauern sind auf elf Standorten aktiv. denn er offenbart das Vorhandensein vieler Resthöfe. Dönkvitz. Brook). Über die Rolle der Alteigentümer wurde bereits an anderer Stelle berichtet. modernen Gebäuden einrichten. Koitenhagen 1996). Muschwitz. Allerdings ist die erstgenannte Konstellation gar nicht so selten. Man sollte annehmen. So ist es auch mit dem Gutshaus in Tützpatz geschehen.B.B. Ebenfalls eine Agrargenossenschaft – die Bellin e.2 Hektar. Cambs. Emkendorf. Den größten Anteil haben hierbei die LPGNachfolgegesellschaften. Die Dreiseithöfe sind mit ihren durchschnittlich 120. – verpachtet seit 1997 das Gutshaus Marienhof bei Güstrow an den Gutshaus Marienhof Lebensbaum e.B. Neuhof/Ueckermünde. Lammershagen.V. die während der Aufsiedlungen in den zwanziger und dreißiger Jahren entstanden sind und später in die LPGs eingebracht wurden. Die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird von Agrargesellschaften mit mehreren tausend Hektar Landwirtschaftsfläche dominiert. Allerdings befinden sich auch einige Gutshäuser in ihrem Besitz.B. Die vergleichsweise wenigen mittelständischen Betriebe werden hauptsächlich durch die übrigen Wiedereinrichter (LPG-Aussteiger) und die Masse der Neueinrichter gebildet. existieren die Gutshäuser mehr oder weniger lange nicht mehr (z. Der kirchennahe Verein betreibt dort eine Gemeinschaftsunterkunft für mit zu 60 Betten. Die zehn Höfe der zweiten Gruppe bringen es durchschnittlich auf 154. Kletkamp. Auch die wieder aufgebauten Gutsbetriebe der Alteigentümer erreichen durchaus schleswig-holsteinisches Niveau (z.

Neuhaus). Das geschieht unter anderem durch Kooperationen zwischen den Gutsbetrieben. um beim Verkauf den günstigsten Marktpreis abpassen zu können sowie eine Trocknung. Die Scheune nimmt ein Lager auf und im Stallgebäude sind die Erntehelfer untergebracht. Häufig kommt allerdings eine Mischform vor.und Erntemaschinen. Rothenstein und Uhlenhorst im Dänischen Wohld eine Betriebsgemeinschaft gegründet. Hackfrüchten wie Kartoffeln und Zuckerrüben. dass insbesondere in den siebziger und achtziger Jahren viele Wirtschaftsgebäude in Schleswig-Holstein abgerissen wurden (z. Das Unternehmen betreibt dort Erdbeeranbau im großen Stil. Ebenso der Mittelteil des Kuhhauses in Kniphagen. Futterbau-. So wurde auf den großen Gutsbetrieben seit den sechziger Jahren fast ausnahmslos die Milchviehhaltung abgeschafft. um die Qualität des Getreides zu verbessern. Jedoch kann man keinesfalls von einer Monokultur sprechen. Ware mit einem zu hohen Feuchtegehalt ist auf dem Markt nur mit einem Preisabschlag abzusetzen. Daher verwundert es nicht. Anders verhält es sich mit den notwendigen Maschinenhallen für die sehr großen und teuren Feldbearbeitungs. Die Tordurchfahrten sind vielfach zu klein und die Konstruktionen müssen freitragend umgebaut werden. weil die natürlichen Gegebenheiten auf den großen Landflächen es erfordern oder betriebswirtschaftliche Gründe dafür sprechen. Bodengüte) und den örtlichen Produktionsstrukturen beeinflusst. Die Kuhställe und Scheunen werden nicht mehr benötigt und stehen leer (z. die sich von denen im übrigen Land stark unterscheiden. Die Güter Rixdorf und Lammershagen bewirtschaften ihre Flächen zusammen als Agricola GbR.und Körnerhülsenfrüchten. Neueinrichter kommen auch aus dem Ausland. Der Betrieb Frucht + Obst GmbH aus den Niederlanden hat den Karolinenhof bei Züssow gekauft. was auch in großer Zahl geschehen ist (Abb. Ähnliches trifft auch auf Mecklenburg-Vorpommern zu. Im Gutshaus befinden sich die Geschäftsräume. Für diesen Zweck ist die Nutzung von Altgebäuden nur mit großem Aufwand möglich. Hüls). die Kapitalkosten zu minimieren. Marktfruchtbau Der Marktfruchtbau beschäftigt sich mit der Aussaat und Ernte von Getreide. Beide Einrichtungen können relativ problemlos auch in historische Gebäude eingebaut werden. dass es Bestrebungen gibt. Die Scheune auf dem Gut Johannisthal wurde in dieser Art als Maschinenhalle umgebaut. Es ist kein Zufall. Veredelungs. wenn die Nutzung auch aufgrund der Größe der Gebäude ganz überwiegend nur extensiver Natur sein kann. Ein besonders bemerkenswertes Beispiel hierfür stellt das Gut Gülzow dar. Marienthal. Es sind in der Gutslandschaft Strukturen entstanden. Der Marktfruchtbau ist aufgrund der teuren Maschinen sehr arbeitsextensiv. dafür allerdings auch recht kapitalintensiv. Notwendig sind ein Getreidelager. Man unterscheidet zwischen Marktfrucht-.und Dauerkulturbetrieben.190 Gutsanlagen und ihre Nutzung hof je zur Hälfte von der BVVG übernehmen. In einer großen modernen Halle werden die Früchte verarbeitet.B. Zum Beispiel haben die benachbarten Güter Altenhof. Freienberg. Diese Betriebe kommen mit einem Minimum an Arbeitskräften und Wirtschaftsgebäuden aus. Die Betriebsausrichtung wird maßgeblich von den natürlichen Bedingungen (Klima. 41). Die Betriebsausrichtung ist eben auch von den persönlichen Präferenzen des Betriebsleiters abhängig. Auch die 120 Hektar große Land- . Der typische Gutsbetrieb im östlichen Hügelland hat sich auf den reinen Marktfruchtbau spezialisiert. Häufig konnte allerdings eine neue Verwendung für diese Gebäude gefunden werden. Feldgemüse und Ölfrüchten. Allerdings ist es in den letzten Jahrzehnten im Zuge des Strukturwandels zu einer zunehmenden Spezialisierung der Höfe gekommen. Selbst viele Gutsbetriebe gehören zu diesem Typus.B.

von denen es im Zusammenhang mit Gutsanlagen in Schleswig-Holstein 15 und in MecklenburgVorpommern zehn Standorte gibt. Die Produkte wie Getreide oder Zuckerrüben eignen sich nicht für die Direktvermarktung und sind in erster Linie landwirtschaftliche Rohstoffe. Es ist nicht verwunderlich. dass die Anzahl der reinen Marktfruchtbau-Betriebe damit deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt.B. Viele dieser Höfe liegen außerhalb von Tourismusgebieten (z. In Schleswig-Holstein wurden 122 (M-V: 14) Ackerbaubetriebe ermittelt.Gutsanlagen und ihre Nutzung 191 Abb. Die Zahl der ehemaligen Adligen Güter unter diesen Betrieben ist besonders hoch. Bei anderen Anbauprodukten stellt sich die Situation günstiger dar. Die historischen Wirtschaftsgebäude werden offensichtlich für diesen Zweck nicht mehr gebraucht. Krummbeck. Insbesondere der Ackerbau ist für Kooperationen geeignet. Wittenberg). Zarnekow und Glewitz bei Grimmen haben für ihre Kooperation die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) gewählt. Der Landesdurchschnitt liegt bei 51 Prozent. Rothenstein). Das sind knapp ein Drittel der erfassten Betriebe (n=373). Kronshörn. Auch ist zu bedenken. . Ebenso die Güter Hohenstein und Hemmelmark oder Schönfeld und Damshagen sowie Boldevitz und Neuendorf in Mecklenburg-Vorpommern. Immerhin 76 (11) Marktfruchtbau-Betriebe kommen in Schleswig-Holstein – von der Vermietung von Wohnraum und der Bewirtschaftung von Forstflächen einmal abgesehen – ohne jeglichen Zuerwerb zum Beispiel im Bereich des Gewerbes oder Tourismus aus. Neu Bülk. dass der Anteil der so bewirtschaften Flächen noch weitaus höher ist. aber auch Standorte in der Nähe der Küste sind nicht selten (z. Einer Sonderform des Ackerbaus gehen die Saatgutbetriebe nach. wirtschaftsfläche des Hofes Hansen in Gintoft wird mit zwei weiteren Betrieben im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bewirtschaftet. 41: In der Scheune des Gutes Alt Bokhorst bei Neumünster wurde das Getreidelager untergebracht (Juni 2000). In MecklenburgVorpommern sind nur 13 Prozent (n=108) der erfassten Betriebe reine MarktfruchtbauBetriebe. weil es sich um eine relativ standardisierte Produktionsweise handelt.B.

5 Prozent. dass historische Wirtschaftsgebäude für den modernen Ackerbau kaum noch zu gebrauchen sind und – wenn überhaupt – nur noch als Stallungen genutzt werden. Wie stark der Einfluss der örtlichen Gegebenheiten ist. Diese Form der Haltung ist in einem Altgebäude nur schwer zu integrieren. Dort werden allerdings Schafe gehalten. Diese Zahl liegt weit unter dem Landesdurchschnitt von rund 70 Prozent. Die Bedeutung des Futteranbaus und der Grünlandwirtschaft in Form der Rindermast. In Mecklenburg-Vorpommern stellt sich das Verhältnis anders dar. Es sind Betriebe wie Manhagen. Die Anzahl der Betriebe auf der Geest ist überproportional groß. Die Rindermast und der damit verbundene Futteranbau und zu einem kleineren Teil auch Marktfruchtbau ist in Schleswig-Holstein auf 40 Gutshöfen die bestimmende Produktionsform.192 Futterbau und Grünlandwirtschaft Gutsanlagen und ihre Nutzung Der Anbau von Futterpflanzen und die Anlage von Wiesen und Weiden hat sich insbesondere auf weniger ertragsstarken Standorten ausgebildet. Rund 250 Rinder grasen auf den Weiden des Gutes. die aufgrund von Aufsiedlungen nun für einen rentablen Marktfruchtbau zu klein sind. Die Milch wird in der eigenen Käserei verarbeitet und zum Teil im Hofladen vertrieben. Auch eine Anzahl Kärntner Brillenschafe wird dort in modernen Wirtschaftsgebäuden gehalten. Das sind 54. . Hier dürfte noch die Anbindehaltung vorherrschen. Die Milchviehwirtschaft ist im Zusammenhang mit den großen Gutsbetrieben in SchleswigHolstein eine Seltenheit geworden. Die anderen der 66 in Schleswig-Holstein erfassten Standorte machen zu gleichen Teilen die ehemaligen Meierhöfe und Dreiseithöfe aus. Dort sind mindestens 59 Betriebe ausschließlich mit dem Futteranbau und der Grünlandwirtschaft befasst. Lehmkuhlen). Klixbüllhof. Das Gut Behl bei Plön hat eine rund 600 Köpfe zählende Rinderherde. Einige ehemalige VEGs sind in diesen Produktionszweig eingestiegen. Diese Produktionsausrichtungen sind stark vom örtlichen Naturraumpotenzial bestimmt. Die Weidenutzung ist zugunsten der Mähnutzung rückläufig. Krummendiek) und stellen nur noch Resthöfe dar. Milchvieh. Hier macht sich die Lage der meisten Gutshöfe im östlichen Hügelland und die Einstellung der arbeitsintensiven Milchviehwirtschaft in den letzten Jahrzehnten bemerkbar. Von den großen Gutsbetrieben (z. Emkendorf. Rögen) weist insbesondere Sierhagen eine große Mutterkuhherde auf. Koselau. Die Übrigen sind aufgesiedelt worden (Freudenholm. Groß Zecher. zeigt der Hof Klostersee in der Gemeinde Grömitz.oder Schafhaltung tritt in Schleswig-Holstein gegenüber dem Marktfruchtbau eindeutig zurück. weil das Gutsareal aus dem gleichnamigen. Dieses Verhältnis macht deutlich. In MecklenburgVorpommern sind es 26 Höfe. Nienrade oder Trenthorst (Gem. Die nach der Wende privatisierten Betriebe in Hohen Luckow und Wamckow weisen Herden von 1000 beziehungsweise 510 Milchkühen auf. In Roga bei Friedland wurde ebenfalls eine Käserei eingerichtet.B. Der Wert liegt damit über dem Landesdurchschnitt von 40 Prozent. Allerdings haben nur vier von ihnen größeren Landbesitz.6 Prozent der Standorte. 1860 bis 1864 eingedeichten und trocken gelegten See hervorgegangen ist und zu 40 Prozent aus Wiesen und Weiden besteht. Der Anteil der erfassten Betriebe mit diesen Produktionsrichtungen beträgt 28. Die Rindermast erfolgt heute in der Regel durch eine ganzjährige Stallhaltung auf Spaltenböden im Liegeboxenlaufstall. Bei ökologisch wirtschaftenden Betrieben (Trenthorst) sind allerdings andere Haltungsformen obligatorisch. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mindestens 30 Standorte mit Milchviehwirtschaft und drei mit Schafhaltung. Die Rindermast kommt auch auf Höfen im ostholsteinischen Jungmoränengebiet vor. Die durchweg kleineren Höfe bevorzugen hier die arbeitsintensivere Rindermast oder die Haltung von Milchkühen oder auch Schafen. Direkt an der Ostseeküste wird Milchviehhaltung betrieben. Mindestens acht ehemalige Adlige Güter sind in diesem Produktionszweig aktiv. Daher sind diese Betriebe eher in Niederungsbereichen oder auf der Geest zu finden. Das bekannteste Beispiel im Land zwischen den Meeren ist die Limousin-Rinderherde von Günther Fielmann auf Gut Schierensee.

B. So ist die Nutzung eines modernen Schweinestalls der ehemaligen Domäne Adolfshof (Bad Malente) im August 2002 ausgelaufen. weil der Landwirt in der Nähe Bauplätze verkauft hat. Böelschubyhof. wobei ein Gefälle hin zum Mistgang angelegt werden muss. Es sind aber auch andere Haltungsmethoden möglich. wenn es nicht aufgrund von Brand. allerdings recht teuer. Kronsburg und Oestergaard in der Schweinemast aktiv. Das Erscheinungsbild historischer Gutsgebäude mit dieser Nutzung wird daher häufig von den Be. neue moderne Wirtschaftsgebäude zu errichten. Behlendorf Hof. der 1972 durch eine Windhose schwer beschädigt wurde. Etwas weniger als ein Drittel der 71 erfassten Gutshöfe mit dieser Betriebsausrichtung in Schleswig-Holstein befinden sich in diesen beiden Gebieten. hat sich der Einbau eines Tiefstreustalles in Altgebäude bewährt. Auf dem ehemaligen Kanzleigut Loithof in Angeln werden bis zu 2000 Tiere gemästet. wärmegedämmten Stall mit Zwangslüftung. Auch der Einbezug von Altgebäuden ist möglich. So hat sich in der Milchviehhaltung der Boxenlaufstall mittlerweile als Standard durchgesetzt. wenn der reine Ackerbau nicht genug abwirft. Lindaukamp) für die Schweinemast geeignet. Kleinere Konzentrationen von Betrieben mit Schweinemast sind in der Landschaft Angeln (12 Betriebe) und im Nordosten des Kreises Segeberg (9 Betriebe) zu beobachten. Godderstorf. . Wie bei der Rinderhaltung sind neben weiteren Stallgebäuden auch Kuhhäuser (z.Gutsanlagen und ihre Nutzung 193 Die Nutzung von historischen Wirtschaftsgebäuden zum Zwecke der Rinderhaltung ist relativ unproblematisch. Höltenklinken. Diese beiden Produktionsausrichtungen sind fast immer mit dem Ackerbau verbunden und treten vorzugsweise dann auf. Moderne Wirtschaftsgebäude für diese Haltungsform können darüber hinaus kostengünstig erstellt werden. Daher kann sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein völliger Neubau als günstiger erweisen. Höltenklinken. Diese Konstellation ist sehr häufig.oder Sturmschäden zu einer entstellenden Wiederherstellung der Gebäude gekommen ist. Veredelung Die Veredelungswirtschaft umfasst im Wesentlichen die Schweinemast und Geflügelhaltung. Der Vorteile sind eine artgerechtere Tierhaltung und verbesserte Arbeitsökonomie. Generell erfolgt die Haltung der Tiere vorzugsweise in Kleingruppen von bis zu 15 Schweinen auf Vollspaltenböden im geschlossenen. Grünhaus. Viele Kuhhäuser oder -ställe werden als solches in dieser Form genutzt. Die technologische Entwicklung in der Landwirtschaft verläuft rasant. Ein Betrieb mit dieser Produktionsweise ist das 560 Hektar große Stadtgut Lüssow der Hansestadt Stralsund: für rund 1000 Mastschweine wird Futteranbau betrieben. Der Landwirt muss als ökonomisch handelnder Unternehmer mit der Zeit gehen. Neben dem Tretmistsystem. Röhsminde) und Scheunen (z. Die Gebäude werden für das Unterstellen von Wohnwagen und Booten sowie für Veranstaltungen vermietet. wie Beispiele in Angeln zeigen (Böelschubyhof.und Entlüftungsanlagen auf dem Dach beeinträchtigt. Jedoch ist dieses Verfahren am strohintensivsten. Am äußeren Erscheinungsbild hat sich in der Regel kaum etwas verändert. Die vergleichsweise geringere Größe der Angelner Dreiseithöfe sowie der Resthöfe im Kreis Segeberg zwingt zum Einstieg in die arbeitsintensive Veredelung. In Mecklenburg-Vorpommern wurden nur sechs Betriebe mit Schweinemast erfasst. wenn die alten Gebäude nicht von vornherein aus wirtschaftlichen Erwägungen abgerissen werden. Ein Problem bei der Veredelungswirtschaft ist die Geruchsbelästigung. Lindaukamp). Von den ehemaligen Adligen Gütern sind Bockhorn.B. Das ist beim Kuhstall des Hofes Wolckenhaar in Holtorf bei Bargstedt der Fall. Feriengäste scheinen sich an der Nutzung nicht zu stören. Häufig wird nach solch katastrophalen Ereignissen die Gelegenheit genutzt. In Sierhagen stehen aus den bisher genannten Gründen trotz Bestehens eines sehr großen landwirtschaftlichen Betriebes mit Milchviehwirtschaft das Kuhhaus und die Scheune des alten Wirtschaftshofes weitgehend leer.

In Bundhorst dient ein Nebengebäude diesem Zweck. da diese ohne große Umbaumaßnahmen einer Nutzung zugeführt werden können. Der Befund macht noch einmal deutlich. dass abweichend von der amtlichen Statistik auch Gemischtbetriebe mit Schweine. Nienrade. Man unterscheidet den Hähnchenmast. In Schleswig-Holstein konnten drei Standorte mit Putenhaltung erfasst werden. Heute handelt es sich um einen Legehennenbetrieb mit rund 10 000 Hühnern. Altgebäude können durch Umbaumaßnahmen als Legehennenställe mit Auslauf genutzt werden. die sich primär der Schweinemast widmen. Die Mühle wurde bereits 1934 abgerissen.oder Geflügelhaltung eingeflossen sind. die in der Veredelung aktiv sind. Mecklenburg-Vorpommern weist zwei Standorte mit Putenhaltung auf. Petersruh und Warleberg statt. Auf Groß Rolübbe. Hähnchenmast findet in Schleswig-Holstein zum Beispiel in Deutsch-Nienhof. dass sich die Masse der Gutshöfe im östlichen Hügelland befindet. Die traditionelle Einheit der Hähnchenmast und Eierproduktion gibt es nur noch in der ökologischen Landwirtschaft. Insbesondere die mit einem geringen Aufwand verbundene Putenhaltung ist daher für Eigentümer von leerstehenden historischen Gutsgebäuden interessant. Diese Stallungen sind in der Regel Gebäude jüngeren Datums. Die Sortier. Das gilt auch für die Aufzucht von Puten. In Mecklenburg-Vorpommern wurden insgesamt 13 Veredelungsbetriebe erfasst. Für Masthähnchen ist die Bodenhaltung in Ställen mit oder ohne Zwangsbelüftung üblich. denn gute Rassen für die Mast sind schlechte Eierproduzenten und umgekehrt. Es ist das Dompachtgut der Kirchengemeinde zu Güstrow in Demen und das ehemalige Allodialgut Dersentin. wurde 1970 die Gutshof-Ei gegründet.1 Prozent der aufgenommenen Gutshöfe. Der Wohnplatz Warleberger Mühle ist der ehemalige Mühlenhof des früheren Adligen Gutes Warleberg. Dort besteht die größte Straußenfarm in Deutschland mit rund 250 Tieren. Kletkamp). Eine nennenswerte Gänsehaltung gibt es in Schleswig-Holstein wohl nur in Hohenhain und Wulksfelde mit jeweils rund 300 und in Mecklenburg-Vorpommern in Dalwitz mit rund 1000 Tieren. ergibt sich für Schleswig-Holstein ein beachtlicher Anteil von 23. Auch dieser Wert liegt über dem Landesdurchschnitt von drei Prozent. ein Unternehmen der Freiherr-von-Meerheimb-Firmengruppe. einem ehemaligen Meierhof von Kletkamp. Hauptgrund für diesen hohen Wert ist der Umstand. in Rastorf und Windeby sind es das Kuhhaus und die Scheune. Darüber hinaus werden die Gebäude für den Ackerbau nicht mehr benötigt und zum Teil über Vermietung oder Verpachtung der Veredelung zugeführt. wärmegedämmten Stallgebäuden mit Zwangslüftung.und Legehennenbetrieb. Noch etwas Besonders ist die Straußenzucht in Owstin bei Gützkow und in Swine auf der Insel Rügen. Es handelt sich um die ehemaligen Adligen Güter Bundhorst.194 Gutsanlagen und ihre Nutzung Bei der Haltung von Geflügel hat eindeutig die Hühnerhaltung das größte Gewicht. Die beiden mit Abstand größten erfassten Legehennenbetriebe in Schleswig-Holstein befinden sich in Warleberger Mühle bei Kiel und Groß Rolübbe (Gem. Zusammen mit den 70 (6) Höfen.und Verpackungsanlage ist in der ehemaligen Kornscheune untergebracht. Der Wert liegt weit über dem Landesdurchschnitt von rund vier Prozent. Die Nachfrage nach Eiern in Bodenhaltung hat in den letzten Jahren zugenommen. Rastorf und Windeby. Der Geschäftsführer bewohnt das Gut und betreibt in den historischen Wirtschaftsgebäuden eine Pferdezucht. Insgesamt wurden in Schleswig-Holstein 16 Standorte mit Geflügelhaltung erfasst. Die Haltung von Legehennen erfolgt in der Regel in stufenförmig angeordneten Käfigen wie bei Schweinen in geschlossenen. In Mecklenburg-Vorpommern sind es nur acht. Ähnliches gilt in der Milchviehwirtschaft und Rindermast. In dem ehemaligen Kuhstall und zwei modernen Stallgebäuden werden die Legehennen gehalten. was einem Anteil von zwölf Prozent entspricht. .

und Pferdehaltung widmet. Jahrhundert nicht mehr. wenn ein Schwerpunkt zu ermitteln war. Eier und Brathähnchen aus eigener Produktion angeboten. die die Anzahl der Höfe mit dieser Produktionsausrichtung stark beeinflussen.B. die Spezialisierung zu vermeiden. Die Wirtschaftsgebäude des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf wurden während des Zweiten Weltkrieges für das Kaiser-Wilhelm-Institut errichtet und haben mit dem dortigen Gutshof nichts zu tun. Der Kuhstall von 1846 wurde 1981 nach starker Beschädigung im Schneewinter 1978/79 . Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nutzt die Gutsanlagen Lindhof und Hohenschulen als Versuchsgüter. Drei Gutshöfe werden von Körperschaften des öffentlichen Rechts für Forschungszwecke landwirtschaftlich genutzt. Von den Letzteren weist Mecklenburg-Vorpommern nur einen Standort im Zusammenhang mit Gutsanlagen auf. Der Hof Heisch in Kiel-Schilksee hält neben Milchvieh auch 300 Legehennen.und Schweinemast wird auf dem Kolauerhof in der Gemeinde Grömitz betrieben. Neben den oben beschriebenen klassischen Gemischtbetrieben treten zwei Betriebsformen auf. Darüber hinaus werden 120 Sauen und 600 Mastschweine gehalten. Zunächst sind die Versuchsstationen von privatwirtschaftlichen Unternehmen zu nennen. konnten diese Höfe nicht berücksichtigt werden. Auf dem 100 Hektar großen Hof Gottesgabe gibt es diese Konstellation. Gelang dies nicht. Nur einige ältere Wohngebäude sind an Mitarbeiter der Versuchsanstalt vermietet. In Hohenschulen beschäftigt man sich auf insgesamt 207 Hektar mit dem konventionellen Ackerbau. Kremsdorf) sind nicht selten. Von den historischen Gebäuden des ehemaligen Adligen Gutes steht kaum noch etwas. Krumbek in der Gem. Auch der Kaiserhof bei Kellinghusen und der Meierhof in Ellerau halten Milchkühe und Schweine. Darüber hinaus sind viele Höfe durch natürliche Standortbedingungen zur Diversifikation gezwungen. In der Regel versprechen sich die Landwirte betriebswirtschaftliche Vorteile davon.Gutsanlagen und ihre Nutzung Gemischtbetriebe 195 Als Gemischtbetriebe bezeichnet man jene Betriebe. Bullen. Hierbei sind drei Gruppen von Trägern im Land aktiv. Diese Höfe wurden. Veredelung) tätig sind. die zugleich in mindestens zwei der zuvor genannten Produktionsausrichtungen (Marktfruchtbau. Ein Herrenhaus gibt es bereits seit dem 19. In Schleswig-Holstein gibt es neun relevante landwirtschaftliche Forschungsstandorte. Das ist wohl auch eine Maßnahme für die Touristen. die in der Landwirtschaft tätig sind. Im Gutshaus von 1802 ist die Verwaltung untergebracht.B. die die sechs Ferienwohnungen auslasten. Schashagen) sowie Marktfruchtbau und Veredelung (z. Futterbau und Veredelung kommt jedoch nicht mehr allzu häufig vor. Die Kombinationen von Marktfruchtbau und Futterbau (z. Daher ist der Anteil der Gemischtbetriebe im Zusammenhang mit Gutsanlagen nicht quantifizierbar. In Christinental hat die Urania Agrochem GmbH und in Siek die BASF jeweils eine Stelle eingerichtet. Das sind die landwirtschaftlichen Ökobetriebe und mit Abstrichen auch Forschungseinrichtungen. den betreffenden Betriebsausrichtungen zugeordnet. denn Futterkamp war seit 1735 mit Weißenhaus verbunden.und Versuchsanstalt eingerichtet. 35 Hektar sind für Parzellenversuche reserviert. Die Landwirtschaftskammer hat in Futterkamp eine Lehr. Folgerichtig werden im Hofladen Milch. die sich der Tier. wo Pflanzenschutzmittel erprobt und verkauft werden sowie eine Beratung der Kunden erfolgt. Es handelt sich um die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow bei Güstrow. Auf dem Gelände des Gutes Wulfshagen hat die Landwirtschaftskammer in unmittelbarer Nähe der Hofanlage für die Erforschung von Anbaumethoden eine Fläche gepachtet. Futterbau.

mit der Natur in Einklang zu wirtschaften. die nach den Regeln der EU-Norm wirtschafteten.6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) des Landes entspricht. Das Futter für die artgerecht gehaltenen Tiere wird in der Regel auf den eigenen Feldern naturnah erzeugt. Daher zeichnet sich diese landwirtschaftliche Wirtschaftsweise unter anderem durch die Koppelung der Tier. An letzter Stelle ist die Bundesverwaltung mit ihren Behörden zu nennen. Für diese Anbieter gelten die seit dem 1. Zusammen bestellten die Höfe rund 103 803 Hektar. Lindhof ist ein 123 Hektar großes Versuchsgut für den ökologischen Landbau. dass zum Beispiel der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln oder gentechnisch verändertem Saatgut unterbleibt. Meistens gehören die Höfe einem Anbauverband an. Labore sowie Wohnungen untergebracht. Die Verordnung legt Mindeststandards fest. Das sind zwölf Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe. Diese bewirtschaften mit etwa 22 877 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (2. In Trenthorst und Wulmenau hat eine Außenstelle des Bundesforschungsinstituts für Ökologischen Landbau (OEC) ihr Domizil. In Schleswig-Holstein existieren mindestens 30 und in Mecklenburg-Vorpommern 24 Höfe.2 % der LN) im Vergleich erheblich weniger als in Mecklenburg-Vorpommern (SÖL 2002). Auch sind . Es besteht ein Pferdestall aus den dreißiger Jahren. Die beiden seit 1555 zusammengehörenden ehemaligen Lübschen Güter wurden aufgesiedelt und die Resthöfe 1954 an die Max-Planck-Gesellschaft verkauft. In modernen Gebäuden erforscht man die Probleme der Milchviehhaltung und bildet Landwirte. Der Hofladen mit einem Sortiment an Bioprodukten ist in einem alten Speicher untergebracht. Schleswig-Holstein zählte im Jahr 2002 lediglich 397 Öko-Betriebe (2. Während der ökologische Landbau in Schleswig-Holstein mit seinen Kennziffern unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Allerdings haben Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern von diesem Trend nicht im gleichen Maße profitiert. Dieses Verhältnis spiegelt sich allerdings nicht in der Zahl der ermittelten Öko-Betriebe im Zusammenhang mit Gutsanlagen wider. Neben Ackerbau wird auch Viehwirtschaft (Limousin-Rinder) betrieben. Tierwirte und -pfleger aus.1 % aller Landwirtschaftsbetriebe). In Schädtbek hat die Bundesanstalt für Milchforschung in Kiel eine Außenstelle eingerichtet. Im Jahr 2002 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 605 Betriebe. Allerdings ist von der historischen Bausubstanz kaum noch etwas übrig. Auch eine Imkerei gibt es dort. Generell ist der Markt für ökologisch produzierte landwirtschaftliche Produkte in den letzten Jahren gewachsen. Das Gutshaus in Wulmenau wurde 1966 wegen Baufälligkeit abgerissen. was 7. Oberste Maxime des ökologischen Landbaus ist es. die von den ökologisch wirtschaftenden Betrieben zu erfüllen sind. Seit 1974 wird das Areal vom Staat angemietet und von der Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) genutzt. dass in Mecklenburg-Vorpommern nur noch selten historische Wirtschaftsgebäude im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Betrieb stehen. deren Vorgaben über die Bestimmungen der EU-Norm noch hinaus gehen. Die Wirtschaftshöfe beider Anlagen dienen der ökologischen Landwirtschaft für Forschungszwecke. nimmt Mecklenburg-Vorpommern eine Spitzenstellung ein. auf das Ausbringen von mineralischem Stickstoffdünger zu verzichten. der als Schleppergarage genutzt wird und eine alte Eichenallee. Der Hof hat 150 Legehennen und rund 50 Weidemastgänse. Das Vorhandensein von natürlichem Dünger ermöglicht es.und Pflanzenproduktion aus. Das Gutshaus in Trenthorst dient als Gästehaus des Instituts und für Tagungen und Konferenzen. Hier macht sich wieder der Umstand bemerkbar. Januar 1993 erlassenen Vorschriften der EU-Bio-Norm. auch sind dort Büros. Aus den besagten Gründen finden sich unter den ökologisch wirtschaftenden Höfen viele ausgesprochene Gemischtbetriebe. Das bedeutet.196 Gutsanlagen und ihre Nutzung abgerissen.

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starke Unterschiede in der Betriebsstruktur zwischen den beiden Bundesländern auffällig. Während sich in Schleswig-Holstein vornehmlich mittelgroße Höfe mit dem ökologischen Landbau befassen, wird in Mecklenburg-Vorpommern diese Wirtschaftsweise entweder im großen Stil oder auf kleinen bis kleinsten Flächen betrieben. Die Art der landwirtschaftlichen Produkte ist unmittelbar von der Größe der Betriebe abhängig. Die großen Gutsbetriebe wie Borken, Brook und Christinenfeld, Dalwitz, Prebberede oder Walkendorf sind vornehmlich im Anbau von Getreide und in der Rindermast aktiv. Die Klein- bis Kleinstbetriebe haben ganz andere Produkte für sich entdeckt. Das Unternehmen Essbare Landschaften zum Beispiel, das im Gutshaus von Boltenhagen bei Grimmen seinen Sitz hat, baut auf einer Fläche von 2,5 Hektar Kräuter an. Ähnliches unternimmt der Wirtschaftsbetrieb Pommerland eG des Vereins Mirabell e.V. in Papendorf. Beliebt ist auch die Erzeugung von Gemüse und die gartenbaumäßige Produktion von Blumen (Rederank), Zierpflanzen (Schwenzin) bis zu Weihnachtsbäumen (Rederank). Allerdings ist auch in Schleswig-Holstein der Feld- und Feingemüsebau von Bedeutung. Eine ökologisch arbeitende Gärtnerei gibt es in Rothenhausen und Stegen. Insgesamt ist die Produktpalette in Schleswig-Holstein reichhaltiger. Die Schweinemast (7 Standorte) sowie die Haltung von Schafen (3) und Geflügel (4) spielt in Mecklenburg-Vorpommern kaum eine Rolle. Die größte Diversifikation weisen die durch Hofgemeinschaften bewirtschafteten Betriebe auf. In Schleswig-Holstein ist der Hof Dannwisch ein Veteran unter den Hofgemeinschaften. Allerdings sind Gutshaus und Wirtschaftsgebäude 1978 beziehungsweise 1983 abgebrannt. Die rund 30 Personen große Gruppe beschäftigt sich neben der Integration von Seelenpflegebedürftigen seit 1957 mit dem ökologischen Landbau. Die Bewirtschaftung beinhaltet auf 65 Hektar den Anbau von Roggen, Gras und Klee, Feldund Feingemüse sowie die Milchviehwirtschaft und Schweinemast. Ein Hofladen und eine Hofbäckerei komplettieren das Angebot. Ganz ähnlich sieht es in Fredeburg, Klostersee, Löstrup oder Rothenhausen aus. Diese ausgefeilte Art der Bewirtschaftung im Rahmen einer Hofgemeinschaft gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nur in Groß Medewege. Sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden, eine Hofbrauerei mit Kneipenund Café-Bereich sowie Schulungs-, Seminar- und Veranstaltungsräume einzurichten, hätte in dem Stadtgut von Schwerin die Diversifizierung eine höhere Qualität erreicht als in ähnlichen Einrichtungen in Schleswig-Holstein. Gutsanlagen sind als Wohn- und Arbeitsort prädestiniert für Hofgemeinschaften, denn die Gebäude bieten den Mitgliedern ausreichend Platz für ihre Aktivitäten. Von den 30 Ökobetrieben in Schleswig-Holstein sind 25 in einem Anbauverband organisiert, in Mecklenburg-Vorpommern immerhin 16 von 24. Die Hofgemeinschaften haben sich hierbei fast ausschließlich Demeter angeschlossen. Nur die Pommerland e.G. in Papendorf hat sich für Gäa entschieden. Diese Auffälligkeit hängt mit der unterschiedlichen Ausrichtung der Anbauverbände zusammen. Demeter (1924 gegr.) steht für den biologisch-dynamischen Landbau im Sinne von Rudolf Steiner, Gäa (1989 gegr.) geht auf die oppositionelle Umweltbewegung der ehemaligen DDR zurück, Naturland wurde 1982 von zehn Landwirten, Wissenschaftlern sowie Verbrauchern gegründet und gilt als undogmatisch und praxisbezogen, Biopark (1991 gegr.) hat sich insbesondere auf Betriebe mit Rinderhaltung, Schweine- und Geflügelmast sowie Marktfruchtbau in Mecklenburg-Vorpommern spezialisiert und Bioland (1971 gegr.) beinhaltet die organisch-biologische Produktion nicht nur im klassischen Landbau, sondern auch in spezialisierten Gemüsebetrieben, Gärtnereien und Baumschulen. Die Bedeutung der jeweiligen Anbauverbände ist in den beiden Bundesländern von unter-

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schiedlichem Gewicht. Bioland ist zwar mit 13 beziehungsweise sieben Standorten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern der Anbauverband mit den meisten Mitgliedern im Zusammenhang mit Gutsgebäuden, allerdings kommt der mit fünf Standorten in Mecklenburg-Vorpommern Zweitplatzierte Verband Biopark in Schleswig-Holstein nicht vor. Dort nimmt Demeter mit acht Mitgliedsbetrieben den zweiten Platz ein. Dahinter folgt Naturland mit vier Mitgliedsbetrieben. In Mecklenburg ist Demeter mit drei Standorten die dritte Kraft. Es folgen Gäa und Naturland mit jeweils einem Standort. Großbetriebe mit Rinderhaltung neigen mehr Bioland und Biopark zu, während sich Gemischtbetriebe und insbesondere Hofgemeinschaften mit ihrem sehr ganzheitlichen Ansatz ganz überwiegend bei Demeter zu Hause fühlen. Die Anbauverbände sind nicht nur auf der Ebene der Agrarproduktion aktiv, sondern wirken auch bei der Verarbeitung und Vermarktung mit. In ihren Reihen finden sich Verarbeiter wie Bäcker oder Metzger und auch Großhändler. So bestand bis zum Jahr 2000 auf dem Gutshof Rosenkranz bei Kiel ein Distributionszentrum und Online-Shop für Naturprodukte, Bäckereibedarf und Getreiderohstoffe. Inzwischen sind diese Aktivitäten in das verkehrsgünstiger gelegene Neumünster verlegt worden. Auch der Hofladen des 260 Hektar großen Bioland-Betriebes wurde geschlossen. Die Direktvermarktung ist ansonsten ein wesentliches Element der ökologischen Landwirtschaft. Von den 30 erfassten Öko-Betrieben in Schleswig-Holstein haben 19 einen Hofladen oder sind anderweitig in der Direktvermarktung aktiv. In Mecklenburg-Vorpommern sind es nur sieben von 23 Höfen. Das liegt in der Struktur der Betriebe begründet. Das Gut Borken zum Beispiel wird wie eine amerikanische Ranch geführt. Rund 3000 Fleischrinder grasen auf einer Fläche von 2600 Hektar. Hinzu kommen 2000 Mutterkühe. Das Gut umfasst mit den Acker-, Wald- und sonstigen Flächen ein Areal von insgesamt 4200 Hektar. Höfe wie diese produzieren Fleisch und Ackerfrüchte vornehmlich für Großabnehmer. Damit ist ein altes von den Handelsketten gegen ÖkoProdukte ins Feld geführtes Argument entkräftet, dass der ökologische Landbau keine großen Mengen in gleichbleibender Qualität erzeugen könne. 5.2.2 Forstwirtschaft Schleswig-Holstein ist mit einem Anteil von neun Prozent an der Landfläche das waldärmste Bundesland in Deutschland. Trotzdem hat der Wald für viele Gutsbetriebe eine große, teilweise sogar überragende Bedeutung. Auch Mecklenburg-Vorpommern liegt mit einem Flächenanteil von immerhin 22 Prozent immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 30 Prozent. Der höhere Flächenanteil als in Schleswig-Holstein hat aber dazu geführt, dass auch erheblich mehr Forsthöfe vorhanden sind, die teilweise heute noch der Waldbewirtschaftung dienen. Das ist allerdings auch der schon immer hohen Quote von Wald in Staatshand geschuldet. Die Forstwirtschaft beschäftigt sich mit der Schaffung, Pflege und Nutzung des Waldes sowie mit der Vermarktung seiner Produkte. Die Organisation der Waldbewirtschaftung richtet sich an der Hierarchie der Eigentümer aus. Es gibt bundes- und landeseigenen Wald. Der Letztere wird durch die staatliche Forstverwaltung bewirtschaftet. Die Behörden – an der Spitze der zuständige Landesminister – nehmen darüber hinaus die Aufsicht über die anderen Waldflächen wahr. Mit dieser Aufgabe sind insbesondere die Forstämter betraut. Die konkrete Bewirtschaftung nehmen auf unterer Ebene die angegliederten Förstereien vor. Körperschaftswald, also in der Regel der Wald der Landkreise und Gemeinden, sowie der Privatwald werden von den Eigentümern selbst bewirtschaftet, wenn dieses nicht im

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Rahmen forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse geschieht. Bundeseigener Wald steht in Schleswig-Holstein nicht in Verbindung mit einer Gutsanlage. In MecklenburgVorpommern wird nur das Wohnhaus der ehemaligen Revierförsterei in Uhlenkrug von der TLG verwaltet. Beim landeseigenen Wald ist die Situation anders. Forstämter sind in SchleswigHolstein zwar nicht in Gutsgebäuden zu finden, allerdings war das ehemalige Forstamt Reinfeld jahrzehntelang im historischen Amtshaus von 1775 untergebracht. Die Behörde wurde aufgelöst und das Gebäude im Februar 2002 vom Land verkauft. Die zum Amtshaus gehörende Scheune ist bereits um 1970 abgerissen worden. Ähnlich erging es der ehemaligen Oberförsterei in Drage. Sie war im Inspektorhaus des adeligen Gutshofes eingerichtet worden. Auch dieses Gebäude wurde an Privat verkauft. Eine Försterei befindet sich noch immer im Gerichtsgebäude. Aus einem Mitte des 19. Jahrhunderts vom Hamburger Kaufmanns Christian Bock angelegten Hof ist die Försterei Christianslust bei Sankt Michaelisdonn hervorgegangen. Das Anwesen wurde 1882 vom Staat angekauft und aufgeforstet. Das rund 400 Hektar große Areal ist zu einem Naherholungsgebiet mit Parkplätzen, Wanderwegen, Waldandachtsplatz, Grillplatz und Hundefreilaufgatter ausgebaut worden. Es finden dort Führungen und Veranstaltungen wie Waldreiterspiele statt. Diese Aktivitäten zeigen die große Bedeutung des Waldes für Freizeitkonsum und Tourismus auf. In Mecklenburg-Vorpommern hat der Wald eine größere Bedeutung als in SchleswigHolstein. Es gibt dort erheblich mehr Forsthöfe, die den Habitus einer Gutsanlage aufweisen oder sogar aus einem Gutshof hervorgegangen sind. Die meisten Forsthöfe sind vom Staat als solches angelegt worden. Unter den Übrigen befindet sich das Jagdschloss Friedrichsmoor, das jahrzehntelang bis nach 1945 eine Oberförsterei beziehungsweise ein Forstamt beherbergt hat. Das ehemalige Forstamt in Neukloster ist wie jenes in Wesenberg in einem früheren Amtshaus eingerichtet worden. In einigen Fällen wie Goldenbaum, Schuenhagen, Seemühl, Turloff oder Zinow wurden Domänen in Forsthöfe umgewandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind einige Rittergüter und Meierhöfe wie Alt Panstorf, Augustenhof, Klein Tessin, Langhagen oder Rönkendorf als staatliche Forsthöfe verwendet worden. Andererseits wurden teilweise bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Förstereien auch wieder aufgelöst (z.B. Rothemühl 1939), die meisten jedoch erst nach 1990. Die Gebäude wurden dann vom Land fast ausnahmslos an Privat verkauft und dienen heute als Wohnhaus oder Freizeitwohnsitz. Die Beliebtheit dieser kleineren und häufig schön gelegenen Objekte wird darin deutlich, dass mit Augustenhof auf Rügen und Langhagen bei Neustrelitz nur zwei Wohnhäuser einer aufgelösten Försterei leer stehen. Es handelt sich in Langhagen um das Gutshaus eines ehemaligen Lehngutes. Insgesamt wurden in Mecklenburg-Vorpommern mindestens 32 staatliche Forsthöfe aufgelöst. Sieben Standorte sind von Kriegseinwirkungen (z.B. Scheide) oder Abriss (z.B. Alt Wiendorf, Glambeck bei Neustrelitz, Königlich Horst, Kronhorst, Straminke, Warsin) betroffen und nicht mehr vorhanden. Immerhin 27 Gutshöfe werden vom Land als Forstamt oder Revierförsterei genutzt. Hinzu tritt das Waldschulheim in Dümmer. Das Gutshaus des großherzoglichen Hausgutes in Raben Steinfeld, wo in der DDR-Zeit eine Forstfachschule untergebracht war, steht leer und soll seit langer Zeit verkauft werden. Nicht zu vergessen sind die Gebäude, die durch die Nationalparkämter genutzt oder mitgenutzt werden. Hohenzieritz ist Sitz der Verwaltung des Müritz-Nationalparks. Das Gutshaus Speck, in dem die Behörde von 1991 bis 1998 untergebracht war, steht zum Verkauf. In der Schmiede in Bergfeld sowie in den Gutshäusern in Boek und Friedrichsfelde befinden sich Informationsstellen des Nationalparkamtes.

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In Schleswig-Holstein kommt dem Körperschaftswald im Zusammenhang mit Gutsanlagen ein durchaus gleichwertiges Gewicht zum landeseigenen Wald zu. Es handelt sich im Wesentlichen um drei kommunale Gebietskörperschaften: die Freie und Hansestadt Hamburg mit ihren Forstflächen in Schleswig-Holstein, die Hansestadt Lübeck und der Kreis Herzogtum Lauenburg. Die Revierförsterei der Hamburger Waldungen in Rethfurt (Gem. Tangstedt) ist kürzlich aufgelöst worden. Das Gutshaus steht zurzeit leer. Ähnlich erging es der ehemaligen Revierförsterei Alt Lauerhof der Hansestadt Lübeck. Die Gebäude des früheren Stadtgutes sind verpachtet. Die Bewirtschaftung der Lübecker Waldungen nimmt nun die Revierförsterei Wesloe wahr. Der 100 Hektar große Wald der Westerauer Stiftung ist nicht mehr mit dem dortigen Gutshof verbunden. Der Waldbewirtschaftung dient die Revierförsterei Salem des Kreises Herzogtum Lauenburg. Der Hof war bis zu seiner Parzellierung 1747 ein herzogliches Vorwerk gewesen und ist seit 1799 Försterei. Dahingegen wurde Ende der sechziger Jahre die Revierförsterei Linau aufgelöst und in eine lauenburgische Kreisdomäne umgewandelt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es auf den ehemaligen Forsthöfen der Hansestadt Greifswald (Sanz, Steffenshagen) und der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald (Diedrichshagen, Grubenhagen, Hanshagen, Potthagen) keine waldwirtschaftlichen Aktivitäten mehr. Der Privatwald in Schleswig-Holstein wird stark durch den Einfluss der Gutsbetriebe bestimmt. Es gibt hierbei kaum einen Gutshof, der nicht eine mehr oder weniger große Forstfläche bewirtschaftet. Häufig hat der Wald geradezu eine überragende Bedeutung. Gutshöfe, die fast nur Waldfläche aufweisen, nennt man Forst- oder Waldgüter. Das sind zum Beispiel Bergholz, Grambek, Hartenholm, Waldhütten oder Halloh. Einige Adlige Güter besaßen Meierhöfe (Friedrichshof zu Panker), die eigentlich Forsthöfe waren oder es noch sind. Häufiger wurden die Waldungen allerdings durch einen Forstaufseher administriert, der in einem Forsthaus abseits des Hofes wohnte. Diese Gebäude können es häufig wegen ihrer Erscheinung ohne weiteres mit einem Inspektorhaus aufnehmen, sind aber aufgrund der fehlenden Wirtschaftsgebäude keine Gutshäuser. In den Forsthäusern von Gelting und Karlshof wohnt noch heute der gutseigene Förster. In Nehmten ist neben der Försterwohnung noch eine Ferienwohnung im Gebäude eingerichtet worden. Der durchschnittliche Anteil der Waldfläche am Gesamtareal der erfassten Gutsbetriebe (n=45) in Schleswig-Holstein beträgt 27 Prozent. Gutshöfe wie Nehmten, Dobersdorf, Noer, Bossee, Schierensee oder Drült sind im Besitz von überdurchschnittlich großen Waldflächen. Unterdurchschnittliche Werte weisen Gutsbetriebe in Schwansen (z.B. Olpenitz, Saxtorf), Angeln (z.B. Dollrott, Toestorf) und in der Nähe des Nord-OstseeKanals (z.B. Kluvensiek, Quarnbek) auf. Manchmal wurde der Forst durch Erbteilung abgetrennt, so dass ein Erbe für die Landwirtschaft und der andere für die Forstwirtschaft zuständig ist. Diese Lösung wurde zum Beispiel für die Breitenburger Waldungen gewählt, wobei der Forsteigentümer in Rosdorf bei Kellinghusen eine Holzgroßhandlung betreibt. Gutsbetriebe, die ihr Hauptaugenmerk auf die Forstwirtschaft legen, kommen fast gänzlich ohne Wirtschaftsgebäude aus. Allenfalls ist eine Maschinenhalle erforderlich. Entsprechende Höfe wie Dobersdorf, Drült oder Kühren haben folglich auch den Großteil ihrer historischen Wirtschaftsgebäude abgerissen. In Nehmten wird die Ackerfläche von Wahlstorf aus bewirtschaftet. Das Gutshaus und die Wirtschaftsgebäude mit den Wiesen und Weiden ist an ein Gestüt verpachtet. Der Eigentümer bewirtschaftet nur noch den Wald. In MecklenburgVorpommern ist neben einigen anderen insbesondere der Eigentümer des Gutshauses in Gäthkenhagen in der Forstwirtschaft aktiv.

Gutsanlagen und ihre Nutzung 5.2.3 Direktvermarktung

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Neben der Produktionsausrichtung ist die Einkommensstruktur ein wesentliches Kriterium bei der Charakterisierung von landwirtschaftlichen Betrieben. Man spricht von Haupterwerbsbetrieben, wenn mehr als die Hälfte des Familieneinkommens und der -arbeitskraft in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Bleiben Höfe unter diesen Wert, sind es Nebenerwerbsbetriebe. Die Höfe in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind in der Regel zu groß, um im Nebenerwerb geführt zu werden. Im Zusammenhang mit Gutsanlagen wurden in Schleswig-Holstein nur acht und in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur drei Hofstellen im Nebenerwerb ermittelt. Es handelt sich fast ausnahmslos um Höfe, die durch Aufsiedlungen entstanden sind. Die Haupterwerbsbetriebe gliedern sich darüber hinaus in Vollerwerbs- und Zuerwerbsbetriebe. Letztere beziehen ein nennenswertes Einkommen aus nichtlandwirtschaftlichen Aktivitäten. Diese Betriebsform ist sehr häufig, wenn sich auch der Anteil am Gesamteinkommen im Einzelfall nicht quantifizieren lässt. Nicht nur kleinere Höfe, auch die meisten Gutsbetriebe sind Zuerwerbsbetriebe. Das ist allein aus dem Grund gegeben, weil die vielen nicht mehr für die landwirtschaftliche Produktion benötigten Wirtschaftsgebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden müssen. Außerdem sind viele Eigentümer von Gutsbetrieben keine Landwirte. Sie gehen ihrem Beruf oder ihren Geschäften nach und lassen den Landwirtschaftsbetrieb durch einen Verwalter bewirtschaften. In Schleswig-Holstein sind das mindestens 26 und in Mecklenburg-Vorpommern 23 Betriebe im Zusammenhang mit Gutsanlagen. Die unter dem Begriff landwirtschaftliche Nebengewerbe zusammengefassten Aktivitäten können sehr vielfältig sein. Sie finden unter anderem im Rahmen der Direktvermarktung (z.B. Hofladen), Gastronomie (z.B. Bauernhof-Café), des Tourismus (z.B. Ferienwohnungen) und sonstigen Gewerbes statt. Wenn allerdings das Einkommen dieser Aktivitäten die Gewinne aus der landwirtschaftlichen Produktion übersteigt, müssen sie aus steuerlichen Gründen aus dem Landwirtschaftsbetrieb ausgegliedert werden (Kap. 4). Um das Einkommen zu verbessern, ist es für einen Landwirt nahe liegend, die Vermarktung der eigenen Produkte selbst in die Hand zu nehmen. Die Modalitäten dieses Unterfangens hängen einerseits vom Standort, andererseits von der Art der landwirtschaftlichen Produkte ab. Landwirtschaftliche Rohstoffe wie Getreide oder auch Milch sind für die Direktvermarktung weniger geeignet. Erst die Weiterverarbeitung vom gleichförmigen Rohstoff zu Produkten mit eigener Charakteristik ist für die Käufer interessant. Am häufigsten ist die Herstellung von Käse anzutreffen. In Behl, Dannwisch, Fredeburg, Kattendorfer Hof, Klostersee, Rothenhausen sowie Bisdamitz, Kraase und Roga gibt es Käsereien. Die Verarbeitung von Kuhmilch ist die Regel, allerdings haben sich Roga auf Schafs- und Kraase auf Ziegenkäse spezialisiert. Eine Meierei für Öko-Milch wurde auf dem Gutshof Marutendorf eingerichtet. Hierbei sind die hygienischen Auflagen wie auch beim Fleisch besonders streng. Schweine und Rinder werden daher fast ausschließlich nur in Hälften und Vierteln abgegeben. Mastgänse gibt es in Hohenhain ab Hof. Getreide wird in Klostersee, Wulksfelde und Groß Medewege zu Backwaren verarbeitet. In Löstrup ist eine hofeigene Bäckerei geplant. Zu Branntwein wird Getreide in den Brennereien von Krummesse und Schönau veredelt. Die Marken Krummesser Korn und Fürst Bismarck sind weithin bekannt. Es handelt sich allerdings um selbstständige Gewerbebetriebe. Auch eine Direktvermarktung findet nicht statt. In Augustenhof wird nur IndustrieAlkohol produziert. Eher exotische Aktivitäten sind eine Lohnmosterei in Charlottenhof (Wangels), Kartoffelveredelung in Stegen, Wollverarbeitung in Dishley bei Rostock und die Straußenfarmen in Owstin bei Gützkow und Swine. Dort ist der Hofladen im historischen Kuhstall eingerichtet worden. Ansonsten ist die Nutzung von historischer Bausubstanz für die beschriebenen Aktivitäten nicht problemlos. Es handelt sich bei den genannten Standorten fast ausnahmslos um moderne Gebäude.

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Viele Produkte wie Feld-, Fein- und Kohlgemüse, Obst, Beerenobst, Kartoffeln, Weihnachtsbäume und sogar Fische sind auch ohne eine intensivere Verarbeitung für die Direktvermarktung geeignet. Mit wenig Aufwand gelangt die Ware in die Hände der Kunden. Insbesondere bei Beerenobst ist das Selbstpflücken beliebt. Die Ware braucht nur noch abgewogen zu werden. Andererseits weisen diese Produkte eine ausgesprochene Saisonalität auf. Um eine kontinuierlichere Vermarktung zu erreichen, besteht die Möglichkeit, verschiedene Produkte anzubauen. Die produktspezifischen Erntezeiträume, zum Beispiel beginnend mit Spargel, über Erdbeeren, anderem Beerenobst, Steinobst, Obst bis zu Weihnachtsbäumen, lassen sich so über das Jahr verteilen. Diese Tendenz ist beim Stockseehof festzustellen. Bei größerer Spezialisierung besteht der Zwang, in kurzer Zeit möglichst große Mengen abzusetzen und in die Fläche zu gehen. Das geschieht über mobile Verkaufsstände. Warleberg hat während der Erdbeerzeit solche Verkaufsstände in Gettorf, Eckernförde und Kiel. Die Ernte der 100 Hektar großen Erdbeerkulturen des Purkshofes werden über 100 Verkaufsstände in und um Rostock abgesetzt. Zumeist lohnen sich aufgrund der Saisonalität keine festen Verkaufseinrichtungen. Der Verkauf findet zumeist improvisiert in den Plantagen statt. In einigen Fällen dient der Gutshof als Kulisse (z.B. Dobersdorf, Sierhagen, Stockseehof), Altbausubstanz wird – wenn überhaupt – aber nur für kurze Zeit für die Direktvermarktung eingesetzt. Eine Ausnahme stellt das Teichhaus in Helmstorf dar. Dort werden Fische der vom Gut verpachteten Forellenzucht abgegeben. Die Rolle der Direktvermarktung bei der Nutzung historischer Bausubstanz kann trotzdem als unbedeutend eingestuft werden. Aufgrund der geringen Anzahl und betriebswirtschaftlichen Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ist die Direktvermarktung dort nur wenig verbreitet. Es wurden nur 17 Standorte ermittelt, was einem Anteil von 15,7 Prozent der aufgenommenen Betriebe entspricht. Die in ökologischer Wirtschaftsweise geführten Höfe in Bisdamitz/Rügen, Groß Medewege und Krummenhagen verkaufen ihre Produkte jeweils in ihrem Hofladen. Auf den Gutsanlagen Buchar (Stadt Altentreptow), Hohen Wieschendorf und Purksdorf werden Erdbeeren angeboten. Nur Höfe mit einer Verarbeitungseinrichtung wie Bisdamitz, Dishley und Groß Medewege und Roga haben es zu einem Hofladen gebracht. Dort werden neben den eigenen Produkten auch Fremdprodukte zur Komplettierung des eigenen Sortiments vertrieben. Das Angebot in Groß Schwiesow beschränkt sich auf hausgemachte Fleisch- und Wurstwaren. Die anderen Höfe bevorzugen improvisierte Formen des Verkaufs. Gutsbetriebe mit einem größeren Waldanteil wie Grambow bei Schwerin, Kartzitz auf Rügen oder Schönfeld bei Gadebusch verkaufen insbesondere Weihnachtsbäume und Wildfleisch ab Hof. Die Direktvermarktung – das sagt die Bezeichnung bereits – ist auf den unmittelbaren Kontakt mit den Kunden ausgerichtet. Aus diesem Grunde sind bestimmte Tendenzen im Ansiedlungsverhalten dieser Einrichtungen zu vermuten. Der günstigste Standort für einen Direktvermarkter liegt im Umland von Großstädten, da die Hauptabnehmer zumeist im urbanen Raum wohnen und die entsprechenden Betriebe dann leichter erreichen können. Tatsächlich ist aber eine markante Hinwendung zum großstädtischen Abnehmer bei der Betrachtung der Standorte sowohl in MecklenburgVorpommern als auch in Schleswig-Holstein nicht erkennbar (Abb. 42). Mit 67 Anbietern ist eine wie auch immer geartete Form der Direktvermarktung auf Gutsanlagen in Schleswig-Holstein in absoluten Zahlen erheblich verbreiteter als in Mecklenburg-Vorpommern. Mit 18 Prozent der erfassten Betriebe sind es im Verhältnis aber auch nicht viel mehr als in Mecklenburg-Vorpommern. Die Verteilung der Stand-

Abb. 42: Direktvermarktung auf Gutshöfen Oestergaard Rabenholz FLENSBURG Löstrup Röhsminde Tollschlag Bisdamitz Stubbe Osterhof Fernwisch Altgalendorf Weißenhaus Eichthal Bollbrügge Ludwigsburg Hof Heisch Warleberg Bocksrüde Booknis Hohenhain Kubitzberg Lindhof Postkamp Friedrichshof Kartzitz Swine Kransdorf Hoyerswort Schirnau KIEL Steinwehr Görtz Klostersee Purkshof Henriettenhof Friedrichshof Mariashagen Dishley Glasau Klus Stockseehof Moltsfelde Kamp Samow Groß Schwiesow Hof Weide Kattendorfer Hof Grabau Rothenhausen Schönfeld Fredeburg Alt Horst Groß Medewege Grambow Wasserkrug Wulfsdorfer Hof Basedow Ulrichshusen Kraase Stegen Wulksfelde Hauberg Projensdorf Neudorf Dobersdorf Helmstorf Marutendorf Charlottenhof Kühren Lehmkuhlen Kletkamp Kremsdorf Bundhorst Behl Trenthorst Sierhagen STRALSUND Alt Bokhohorst ROSTOCK Waldhütten GREIFSWALD Gribbohm Owstin Welzin Krumbecker Hof Neu Hohen Wieschendorf Fresenburg LÜBECK Wesloe Falkenhusen WISMAR Dannwisch Buchar Roga Haseldorf SCHWERIN NEUBRANDENBURG Bergholz Schönau Legende Direktvermarktung .

wenn auch nur in wenigen Fällen (z.und Schweinefleisch (Bollbrügge. Jedoch gelingt diese Form der Positionierung nur. Neben der Lage in Tourismusgebieten ist auch die Nähe zur Großstadt mit ihren Konsumenten ein Kriterium. Stockseehof und Warleberg spezialisiert. die leicht an Selbstpflücker abgegeben werden können. Zur Produktpolitik im engeren Sinne gehört die Produktbeschaffenheit oder die Produkthülle. Kremsdorf. Charlottenhof/Wangels. Hoyerswort. Bundhorst. wenn der Aufenthalt der Kunden auf den Höfen der Direktvermarkter über die reine Grunddaseinsfunktion sich versorgen hinausgeht und freizeitrelevante Tätigkeiten wie das Selbstpflücken. Während der Obstbaumblüte und der Erntezeit sind diese Standorte Anziehungspunkte für Menschen aus nah und fern. Als Folge sind jedoch die höheren Investitionskosten. Nur wenige Agrarprodukte eignen sich ohne eine vorherige Behandlung für die Direktvermarktung. Das geschieht in der Regel auf zwei Aktionsfeldern.und Beerenfrüchten. Kletkamp. Für den Direktvermarkter gilt es. Darüber hinaus ist die Direktvermarktung im Dänischen Wohld vermehrt anzutreffen. Steinwehr. um die Angebotspalette zu erweitern. Sich mit der stofflichen Konsistenz der Ware vom Mitbewerber abzuheben. Rothenhausen. Fernwisch. die in Bezug auf die Anzahl sogar leicht die der Landschaft Schwansen übertrifft. Rothenhausen. Neu Fresenburg. Diese Verkaufseinrichtungen sind zum Teil in alter Bausubstanz untergebracht. Kubitzberg. Fredeburg. das Betrachten der Obstbaumblüte oder die Nutzung gastronomischer Angebote im Vordergrund stehen. Waldhütten). Helmstorf. Hierbei ist die Grenze zum Freizeitkonsum dann überschritten. Neudorf. dürfte aufgrund der großen Ähnlichkeit kaum gelingen.und Süßmosten an. Das erklärt die Dominanz von Obst.204 Gutsanlagen und ihre Nutzung orte lässt eine Konzentration in der holsteinischen Seenplatte erkennen. Die Warenpräsentation und Zusatzleistungen sind Komponenten der Produktpolitik im weiteren Sinne. Zu unterscheiden ist hierbei das Angebot von Rind. Sierhagen. Aufgrund der nicht vorhandenen Saisonalität des Produkts ist der Anteil der Standorte mit einem Hofladen groß. Die Kulisse der Gutsanlage mit ihrem besonderen Charme könnte zum »Unique Selling Proposition« (USP). dem einzigartigen Verkaufsvorteil werden (HOFMANN 1997: 98). Landwirtschaftliche Produkte sind in der Regel nicht für den Konsumenten verwertbar. Das ist besser über die Befriedigung der »sozialorientierten und der egozentrischen Bedürfnisse« (HOFMANN 1997: 94) der Konsumenten möglich. Nicht zu vergessen ist die Teichwirtschaft mit der Direktvermarktung von Karpfen oder auch Forellen (Alt Bokhorst. Stubbe. Das Angebot von Fleisch ist gar nicht so selten. diese Bedürfnisse des Konsumenten zu erkennen und im Rahmen der eigenen Produktpolitik zu befriedigen. Sierhagen). wie es beim Ab-Hof-Verkauf der Fall ist. Trenthorst) eine Verarbeitung auf dem Hof erfolgt. Hof Weide). Ansonsten ist die Produkteigenschaft in Bezug auf die Absatzwege von besonderer Bedeutung. Mariashagen. Die aufwendige Verarbeitung von Fleisch kommt daher erheblich seltener vor. Postkamp) und Wild (Bergholz. Haseldorf.B. zum Beispiel im Torhaus von Ludwigsburg. Auf dieses Metier haben sich insbesondere die Güter Mariashagen. . Warleberg und Weißenhaus).und Verarbeitung. Ludwigsburg. der größere Arbeitsaufwand und das Risiko bei der Herstellung zu berücksichtigen. Ludwigsburg. sondern bedürfen der Be. Tollschlag. wenn der Konsument mit der Gutsanlage direkt in Berührung kommt. Henriettenhof. Trenthorst. Booknis. Die meisten Direktvermarkter in Verbindung mit Gutsanlagen bieten Obst und Beerenobst an (Booknis. Kamp. Lehmkuhlen. Osterhof. Geflügel (Altgalendorf. Gär. Kattendorfer Hof. Darüber hinaus bietet sich aber auch die Herstellung von Konfitüren.

Große Veränderungen des Landschaftsbildes bringt seit einiger Zeit auch das Aufstellen von Windkraftanlagen mit sich. Betrachtet man die gesamte Hofstelle. Das ist zum Beispiel beim Wasserturm der Gutsanlage Karow bei Lübz geschehen. Es ist insbesondere in Schleswig-Holstein die Tendenz auszumachen. auf dem Gutshof nicht nur Aktivitäten eines. Je breiter die Aufstellung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Etwas mehr als 15 Prozent der Betriebe vermietet darüber hinaus in Nebengebäuden Wohnraum. Ein knappes Drittel der erfassten landwirtschaftlichen Betriebe vermietet Wohnraum. Hoheneichen. wird auch jenes von Gebäuden durch bestimmte Nutzungen mehr oder weniger stark verändert. wenn sich auch nur in 19 Fällen Mietwohnungen in einem vom Eigentümer selbst bewohnten Gutshaus befinden. Jedoch vergrößert sich die Problematik. die Nutzungen auf der Hofstelle vernünftig miteinander zu vereinbaren. kommt diese monostrukturelle Nutzung erheblich seltener vor. Die große Gutsanlage Wotersen im Kreis Herzogtum Lauenburg diente in den achtziger Jahren der Fernsehserie Das Erbe der Guldenburgs als Drehort. Die Vermietung als Location kommt relativ häufig vor. konjunkturelle Schwankungen zu überstehen. Johannesthal. Tourismus und Freizeitkonsum. Ehlerstorf und Krumbecker Hof bei Lübeck geschehen. Handel. Handwerk oder produzierendes Gewerbe anzusiedeln. Es besteht seit einigen Jahren für Besitzer von höheren Gebäuden die Möglichkeit. Niemark Schäferhof und Stenneshöh wurden Mülldeponien angelegt. Auf dem Gutsareal beziehungsweise ehemaligen Gutsgelände von Grambek. Hinzu treten jene Gebäude. Nicht nur Gebäude. Das ist beispielsweise in Neu Bülk. Allerdings handelt es sich auch nur um 14 Standorte. Eines der beiden Wirtschaftsgebäude beherbergt die Praxiskulisse. da die landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern nur selten in den Besitz von weiteren Wohngebäuden gelangt sind.4 Vermietung und Verpachtung 205 Mehrere ökonomische Standbeine helfen dem landwirtschaftlichen Betrieb. sondern mehrerer Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft. Dieser Anteil ist in Mecklenburg-Vorpommern größer. Das ist eine erheblich geringere Zahl als in Schleswig-Holstein. Das Auftreten weiterer Wohnformen ist dann allerdings an das Vorhandensein zusätzlicher Wohngebäude gebunden. Dienstleistungen. sondern auch Grundstücke lassen sich vermieten oder verpachten. Das ist insbesondere dann der Fall. die ohne eine weitere Nutzung als Ganzes vermietet oder verpachtet sind sowie als Dienstwohnung dienen. Der Einrichtung einer Deponie fielen die Gutshöfe Goldberg/Rügen. Bereits Mitte der siebziger Jahre wurde auf dem Gut Falkenberg bei Schleswig Fontanes Der Stechlin verfilmt. Rethwisch. wenn man die unvereinbaren Nutzungen räumlich separieren kann.2. desto mehr wird dieser Effekt zum Tragen kommen. das Gutshaus als Wohnhaus des Eigentümers von Fremdnutzung freizuhalten. In der Vor- . diese für die Installation von Sendeanlagen der Handy-Netzbetreiber zur Verfügung zu stellen. Genauso wie das Erscheinungsbild der Landschaft beeinträchtigt werden kann. Insbesondere das Verwalten von Mietwohnungen ist für die Gutsbetriebe nichts Besonderes. So ist der gesamte Gutshof Lindau bei Kappeln als Drehort für die Fernsehserie Der Landarzt vermietet. Die beste Lösung ist es. Gutsanlagen mit allgemeiner diversifikatorischer Ausrichtung sind in Schleswig-Holstein erheblich häufiger als in Mecklenburg-Vorpommern vorzufinden. Salzow und Stern bei Anklam zum Opfer. Oftmals ist die Beeinträchtigung der Gebäudegestalt jedoch gänzlich unerwünscht.7 %) in Mecklenburg-Vorpommern weisen eine reine Wohnnutzung auf. Die damit verbundenen Eingriffe in die Landschaft können gravierend sein. Sabitz (Vorwerk).Gutsanlagen und ihre Nutzung 5. Immerhin 456 (86 %) der Gutshäuser in Verbindung mit einem Landwirtschaftsbetrieb in Schleswig-Holstein und 74 (62. wenn es gelingt.

Restaurant und den Ferienwohnungen nur einen geringen Anteil an der gesamten Nutzungsstruktur. Hinzu treten mindestens 13 historische Wirtschaftsgebäude.und Landschaftsbau untergekommen. . In Mecklenburg-Vorpommern steht bekanntlich eine große Anzahl von Wirtschaftsgebäuden leer. Wohnwagen und Caravans im Winter. von den Besuchern dieser Einrichtungen zu profitieren.und Pachteinnahmen von der Diversifikation. Insgesamt wurden 25 Gebäude mit einer gewerblichen Nutzung als Lagerraum erfasst. Je nach Standorteigenschaften und Intention des Eigentümers kann die Natur der jeweiligen Nutzungskombinationen sehr unterschiedlich sein. Eine ausgesprochene Konzentration in Tourismusgebieten gibt es nicht. Die Verwendung dieser Objekte lässt sich unter dem Begriff der Unternutzung zusammenfassen. Panker. Neben der Ausrichtung von Empfängen und Hochzeiten finden auf dem Gutshof Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen des Schleswig-Holstein Musik Festivals statt. In Mecklenburg-Vorpommern war das Gutshaus Bellin bereits Schauplatz der ARD-Serie Polizeiruf 110. Nur geringe bis gar keine Umbauten erfordert die Nutzung von Wirtschaftsgebäuden als Lagerhallen. Besonderes Interesse finden darüber hinaus weitere auf dem Gutshof anzutreffende Aktivitäten. Konkret fällt darunter zum Beispiel die private Lagerung von Gerümpel. Einen Höhepunkt der allgemeinen Diversifikationsstrategie stellt Basthorst im Kreis Herzogtum Lauenburg dar. Die Soap wurde 2000 nach wenigen Folgen aus dem Programm genommen. sind in einem gutseigenen Unternehmen für Garten. Es gibt mindestens 38 Unterstellmöglichkeiten. Für die ZDF-Serie Der Fürst und das Mädchen wurde in jüngster Zeit das Glücksburger Schloss genutzt. Zumeist geht es bei der Vermietung und Verpachtung von Gutsgebäuden weniger glamourös zu. dass gewerbliche Aktivitäten außerhalb der Tourismusbranche von der Gutsverwaltung selbst unternommen werden. Stift (Altenholz) und Sierhagen sowie das Witwenpalais in Eutin für Film und Fernsehproduktionen zur Verfügung. Haseldorf. Zumeist sind die umgenutzten Gebäude an die entsprechenden Unternehmen vermietet oder verpachtet. Diese Variante. In Schleswig-Holstein stehen darüber hinaus die Gutshöfe Hasselburg. steht in Verbindung mit einem großen landwirtschaftlichen Gutsbetrieb. sind vergleichsweise seltene Erscheinungen. Auch das Herrenhaus Schlemmin bei Stralsund wird als Drehort genutzt. Für Friedrichsthal hat die Ansiedlung einer Bauschlosserei im ehemaligen Kutschpferdestall gegenüber vier Ferienwohnungen und einer Mietwohnung im Gutshaus und der ehemaligen Meierei bereits eine größere Bedeutung. In diesem Fall profitiert der Gutsbetrieb indirekt über die Miet. Besonders beliebt ist das Einlagern von Booten. Auf Beusloe hat das dort angesiedelte Antiquitäten-Geschäft im Vergleich zum Golfplatz. die von Gemeinden als Lagerraum und Werkstatt verwendet werden. Davon stehen 31 in Verbindung mit landwirtschaftlichen Betrieben. die in der Landwirtschaft nicht mehr benötigt werden. viele werden auch mehr schlecht als recht für private Zwecke als Lagerraum oder Nebengelass genutzt. Allerdings gehören diese Objekte in der Regel auch den Kommunen. In der FachwerkScheune von Beckerwitz (Hof III) bei Wismar können Wohnwagen untergestellt werden. ist offensichtlich. Das Bestreben. In den Wirtschaftsgebäuden sind mehrere Handwerksunternehmen untergebracht. Gutsarbeiter.206 Gutsanlagen und ihre Nutzung abendserie Schule am See war das Plöner Schloss als Kulisse zu sehen. außer dass diese Standorte ausnahmslos im östlichen Hügelland vorzufinden sind. nämlich Kleefeld. Nur ein Standort. wobei 24 Gebäude für diesen Zweck von Landwirtschaftsbetrieben verwendet werden. Es dürften wie auch in Schleswig-Holstein deutlich mehr Standorte sein. In Schleswig-Holstein wurden 57 solcher Gutsgebäude erfasst.

die sich in Gutsgebäuden eingerichtet haben. dass die Gutsanlagen in Schleswig-Holstein intensiver gewerblich genutzt werden (Tab. sind bereits in einem eigenen Kapitel dargestellt worden. Das sind zum Beispiel Tätigkeiten von wissenschaftlicher. sondern Tischlereien vor.3. welche Branchen sich vorzugsweise in Gutsgebäuden angesiedelt haben. Am häufigsten kommen nicht Bauunternehmen. Hier sind es 19 Betriebe. Insgesamt wurden 35 Unternehmen dieser Branche erfasst. Es ist insbesondere eine erheblich differenziertere Betrachtung des Dienstleistungssektors erforderlich. gefolgt von Dachdeckereien mit sechs und Zimmereien. in dem sie Kreativität und Wohlbefinden des Betriebsleiters und seiner Mitarbeiter beeinflussen. Industrie. durch den Einzug in historische Wirtschaftsgebäude für wenig Geld viel Nutzfläche zu erhalten.1 Handwerk und produzierendes Gewerbe 207 Das Gewerbe umfasst die Gesamtheit der nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten.3 Gewerbe und nichttouristische Dienstleistungen 5. Hauptaufgabe ist es festzustellen. Die gewerbliche Wirtschaft wird häufig in die Bereiche Bergbau. die normalerweise nicht dem Gewerbe zugeordnet werden. So wird seit 1982 die Remise von Nettelau an eine ökologisch geführte Tischlerei für gehobene Ansprüche vermietet. In Schleswig-Holstein spielen Unternehmen aus der Baubranche ebenfalls eine große Rolle bei der gewerblichen Nutzung von Gutsgebäuden. Der Erhalt dieser Gebäude ist dann aus fachlicher und organisatorischer Sicht erheblich erleichtert. Das Unternehmen scheint vom Erscheinungsbild seiner Behausung zu profitieren. die im weiteren Sinne durch Fremdenverkehr und Freizeitkonsum induziert werden. Eines dieser Unternehmen gehört zum Gutsbetrieb Basthorst. Eine Reihe von Gutshäusern gehören Bauunternehmern. gefolgt von drei Garten. Dieses Vorgehen ist nur bedingt auf die Nutzung der Gutshöfe übertragbar. Das dritte Unternehmen betreiben die Eigentümer von Dorotheental. zeigt sich allerdings. scheint es zumindest bezüglich der Tischlereien in Schleswig-Holstein eine gewisse Affinität gegenüber Gutsgebäuden zu geben. Abbruchfirmen sowie Fenster. Tischlereien. Die Zahlen in Mecklenburg-Vorpommern spiegeln nur im Bereich des Handwerks und produzierenden Gewerbes das Vorhandensein von etwas mehr als doppelt so vieler Anlagen als in Schleswig-Holstein wider. Dann ist zu prüfen.und Türenbau-Unternehmen mit jeweils drei Standorten. in dem sie dazu beitragen können. Das ehemalige Gut ist allerdings nur noch ein Resthof. die selbstständig ausgeübt werden. beratender und künstlerischer Natur. Natürlich gehört auch der Tourismus dazu. Es wurden fünf Betriebe ermittelt. Handwerk und Dienstleistungen aller Art untergliedert. das zweite zu Wotersen. Denn Gutsgebäude wirken einerseits nach innen. Dafür sind an dieser Stelle die öffentliche Verwaltung und höhere Dienstleistungen angesiedelt. andererseits nach außen. ob bei manchen Tätigkeiten eine Affinität gegenüber Gutsanlagen erkennbar ist. Hier zeigt sich die große Bedeutung des Baugewerbes und seiner Nebengewerke für das Wirtschaftsleben in Ostdeutschland. Wertschöpfungen. Den größten Anteil haben Bauunternehmen mit acht Standorten.und Landschaftsbau-Unternehmen. Dank des großen Bestandes an unterschiedlichen Gebäuden stellen Gutshöfe geeignete Standorte für eine Vielzahl von gewerblichen Nutzungen dar. Wenn man die große Zahl von Standorten mit öffentlicher Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern außer Acht lässt. Solche Dienstleistungen werden vornehmlich durch Freiberufler erbracht.Gutsanlagen und ihre Nutzung 5. Das sind über 40 Prozent aller ermittelten Handwerksunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Gegensatz zu den Handwerksbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern. Daher ist das landwirtschaftliche Nebengewerbe bereits im vorangegangenen Kapitel behandelt worden. deren Absicht es ist. ein bestimmtes Image des Unternehmens zu unterstreichen. . 19).

In Basthorst wurde eine Tischlerei in der ehemaligen Stellmacherei. In Görtz existiert eine Pfeifenwerkstatt. Ansonsten ist die Struktur der übrigen Handwerksunternehmen in Schleswig-Holstein von heterogener Natur. Die Eigentümerin des Gutshauses Wulfshagen ist Innenarchitektin. Standorte 60 50 41 224 33 12 420 Gebäude 82 54 49 265 25 13 488 Handwerk und übriges produzierendes Gewerbe Transport. Großes Gewicht hat die Reparatur von Kraftfahrzeugen und Landmaschinen (11 Unternehmen). die Tankstellentechnik-Verwertung in Jessenitz und die Holzverarbeitung in Müggenburg wohl am bekanntesten. massive Wirtschaftsgebäude wie Speicher oder Stallgebäude genutzt. Banken und Versicherungen Freie Berufe und sonstige private Dienstleistungen Öffentliche Verwaltung und Dienstleistungen Gemischte gewerbliche Nutzung Sonstige Tab. eine Fagottwerkstatt in einem Wirtschaftsgebäude. In dem ehemaligen Pferdestall der Burg werden Reproduktionen von historischen Gewändern angefertigt. Die Gutsgebäude werden aufgrund anderer Vorteile genutzt. eine Schuhmacherei in der Kutschergarage sowie das Atelier einer Textildesignerin in der Schmiede untergebracht. Darüber hinaus sind vier Friseure. die eine ganz bewusste Ansiedlung von bestimmten Handwerksunternehmen auf einem Gutshof erkennen lassen. eine Fleischerei und ein Florist in historischen Gutsgebäuden zu Hause. Handel. In Schleswig-Holstein gibt es nur drei weitere Standorte. In Mecklenburg-Vorpommern sind ähnliche Zusammenhänge nur schwer zu erkennen. Die beiden Ausnahmen in Mecklenburg-Vorpommern sind die Kunstschmiede Döbler in Rothenmoor und die so genannte Burggewandschneiderei in Burg Stargard. und nicht. weil sie aufgrund der äußeren Erscheinung und Einbettung in eine repräsentative Hofanlage besonders geeignet erscheinen. eine Bäckerei. Für diesen Zweck werden einige größere. In einem Showroom im Keller werden mehrere Tausend Stoffmuster präsentiert. Einige wenige Unternehmen mit einem besonderen Angebot nehmen also durchaus das Ambiente des Gutshofes auf. Hierbei handelt es sich ausnahmslos um Gutshäuser oder Nebengebäude. Beim übrigen produzierenden Gewerbe sind der Landmaschinenbau in Blücherhof.208 Gutsanlagen und ihre Nutzung Schleswig-Holstein Art des Gewerbes Standorte 31 33 39 40 14 1 Gesamt 158 Gebäude 43 55 49 51 3 1 201 Mecklenburg-Vorp. Selbst Nutzungen wie dem Musikinstrumentebau in Klein Jasedow darf kaum eine Affinität zu Gutsgebäuden zugebilligt werden. . der Bau von Pflanzenkläranlagen in Duckwitz. 19: Standorte und Gebäude mit nichttouristischer gewerblicher Nutzung sowie privaten und öffentlichen Dienstleistungen.

Kunst und Antiquitäten sollen in einem angemessenen Rahmen präsentiert werden. landwirtschaftlichen Maschinen und Baumaschinen beschäftigen. Mit vier Standorten spielen auch jene Unternehmen eine Rolle.Gutsanlagen und ihre Nutzung 5. Der Verkauf von Antiquitäten steht mit insgesamt acht Standorten mit an der Spitze. Banken und Versicherungen 209 Die meisten Unternehmen. Im Inspektorhaus von Dewitz befindet sich der Sitz eines Fuhrunternehmens. die sich mit dem Verkauf von Kraftfahrzeugen.und drei Reitsportgeschäfte. Mit ebenfalls vier Standorten sind Kunsthandwerker. Handel oder den Banken oder Versicherungen gehören. Die im Gegensatz zu den Handwerksunternehmen erheblich größere Kundenfrequenz und das Angebot höherwertiger Waren scheinen der Wahl einer Gutsanlage als Standort Vorschub zu leisten. Beispiele für die Nutzung von Gutsgebäuden durch andere Unternehmen außerhalb des Einzelhandels sind in Schleswig-Holstein selten. Insbesondere der Verkauf von Antiquitäten ist in Schleswig-Holstein besonders häufig auf Gutshöfen zu finden. Im Gegensatz zu den Handwerksbetrieben zeigen hierbei die unterschiedlichsten Betriebe eine teilweise große Affinität zu Gutsgebäuden. Hinzu tritt in Klein Nienhagen ein kleines Geschäft mit Landhaus-Accessoires in der ehemaligen Remise. das Gewerbe und die Industrie widmet. Im Bereich des Transportgewerbes hat sich ein Fuhrunternehmen in einer Scheune des Gutshofes Struvenhütten niedergelassen. sind Einzelhandelsgeschäfte.3. Es handelt sich bei diesen Standorten um das Erbe der DDR-Zeit. Groß Sarau) als Sitz der Hauptverwaltung an ein Unternehmen vermietet. Insgesamt widmet man sich auf elf Standorten dieser Profession. die dem Transportgewerbe. Eine Verkaufsstelle für Mode und Kosmetik gibt es jeweils in Uhlenhorst und Weißenhaus. Die Häuser bieten häufig nicht nur Platz für die Werkstatt oder das Atelier. Sierksdorf). Für den Lebensmittel-Einzelhandel lässt sich keine besondere Affinität zu Gutsgebäuden konstatieren. Allerdings zeigen sich einige Unterschiede. Handel. Außerdem gibt es drei Möbelgeschäfte. die ausnahmslos in Gutshäusern untergebracht sind. das sich der Vermittlung von Versicherungsleistungen für Landwirtschaftsbetriebe. in der viele solcher Einrichtungen für die Versorgung der örtlichen Bevölkerung in Gutshäusern eingerichtet worden waren. Strukturelle Gründe für die Standortwahl der genannten Unternehmen sind nicht erkennbar. Einzelhandelsgeschäfte sind in unterschiedlichsten Gutsgebäuden angesiedelt. Ein Versicherungsbüro befindet sich darüber hinaus im Pferdestall des Hofes Altona (Gem. sondern auch für Präsentationsund Verkaufsräume.und Landmärkte vertreten. Künstler haben sich dort vielfach in Gutsgebäuden angesiedelt. Der Zusammenhang zwischen angebotener Ware und der sie umgebenden Gebäudehülle ist offensichtlich. Die Gutsgebäude dienen als Unique Selling Proposition in engen Nischenmärkten. Seit 1998 ist das Gutshaus in Tüschenbek (Gem. die sich mit dem Motto Wohnen und Arbeiten unter einem Dach beschreiben lässt. Mit größerem Abstand folgen jeweils sechs Golf-Shops und Galerien sowie fünf Möbel. . So finden sich in Mecklenburg-Vorpommern sieben Lebensmittel-Verkaufsstellen. Nach der Vereinigung wurden die meisten dieser Verkaufsstellen geschlossen. Sogar sehr große Gutshäuser wie Toestorf (Auktionshaus) oder Windeby (Möbelgeschäft) werden überwiegend für diese Zwecke genutzt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sieht es in dieser Hinsicht nicht viel anders aus. Die Verteilung der Einzelhandelsgeschäfte in Mecklenburg-Vorpommern lehnt sich an die Strukturen in Schleswig-Holstein an. Dort hat sich im Viehhaus auch eine Bank angesiedelt.2 Transport. In den Gutshäusern von Boldekow und Hohen Wangelin wurden eine Bank beziehungsweise Sparkasse eingerichtet. Ihre Existenz weist auf eine Erfolgsgeschichte zum Wohle der Gutsgebäude in MecklenburgVorpommern hin. Dort arbeiten zurzeit 25 Mitarbeiter. Mit insgesamt 22 Standorten weisen Galerien die mit Abstand größte Bedeutung auf.

sondern von Unternehmen geleistet werden. Die Tätigkeitsfelder der Freiberufler sind sehr vielschichtig. Generell lassen sich klare Präferenzen einzelner Gruppen von Freiberuflern in Bezug auf Gutsgebäude erkennen. 5. die unmittelbar von den herrschenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig sind. lassen sich häufig ebenfalls in dieses Raster einordnen. aber auch einige wenige gravierende Unterschiede. kulturell-informationsübermittelnden und rechts-. Die vier Bereiche sind in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung genannt. als ihr anhand des allgemeinen Vorkommens zukommen sollte.210 Gutsanlagen und ihre Nutzung Abb. im Pächterhaus in Schulenburg und im ehemaligen Jungviehstall von Stift. In Schleswig-Holstein praktizieren Ärzte im Gutshaus Hinschendorf.beziehungsweise Amtshaus und die zwei Tierärzte jeweils in einem Nebengebäude praktizieren. die nicht von Freiberuflern. zeigt in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern viele Gemeinsamkeiten. die auf Gutsanlagen angesiedelt sind. wobei die drei ermittelten Zahnärzte in einem Guts. Die Angehörigen dieser Berufsgruppe erbringen Dienstleistungen höherer Art für ihre Auftraggeber. Grob geordnet werden die Leistungen auf dem heilkundlich-sozialen. 43: Der ehemalige Rinderstall des Gutes Marienthal ist verpachtet und beherbergt ein Geschäft für Reitsportartikel und die Wohnung des Pächters (September 1999).3. steuerund wirtschaftsberatenden sowie technisch-naturwissenschaftlichen Sektor erbracht. handelt es sich in der Regel nicht um höhere Dienste. Gelingt dies nicht. Acht Gebäude werden von Ärzten genutzt. . Weitere drei Standorte haben mit medizinischen Dienstleistungen zu tun. Höhere Dienstleistungen. Hinzu treten eine Privatklinik für Dialysepatienten im Gutshaus von Golchen bei Sternberg und die Praxis eines Krankengymnasten in einem Wirtschaftsgebäude in Roggendorf.3 Freie Berufe und sonstige private Dienstleistungen Rund jeder fünfte Selbstständige in Deutschland ist ein Freiberufler. Insgesamt betrachtet weist die Anzahl der Freiberufler und Unternehmen im heilkundlich-sozialen Bereich eine geringere Bedeutung auf. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt elf Standorte dieser Art. Die Struktur der freiberuflichen Tätigkeiten. Unter anderem ist ein Institut für Tierversuche in Löhndorf zu nennen. Eine Tierärztin ist in Rosenhof zu Hause.

In Eschelsmark arbeitet ein Steuerberater in einem ehemaligen Stallspeicher. eine Unternehmensberatung mit integrierter Finanz.beziehungsweise Software-Unternehmen im Gutshaus von Tessenow bei Parchim zu finden. Darüber hinaus sind Rechtsanwaltskanzleien im Gutshaus von Kaeselow. Das ehemalige Amtshaus in Neumünster war für kurze Zeit an ein Software-Unternehmen vermietet. Ein Verlag und ein Unternehmen für Filmproduktionen haben sich im zweiten. ein Innenarchitekt. Gutsgebäude bieten auf sechs Standorten in Schleswig-Holstein Künstlern Platz zum Leben und Arbeiten. Steuer. Das Gutshaus wird vom Geschäftsführer bewohnt. Mecklenburg-Vorpommern weist nicht mehr Standorte dieser Ausprägung auf. die Gutsgebäude für ihre wirtschftlichen Zwecke nutzen. In Schleswig-Holstein sind sechs Angehörige klassischer Berufsgruppen wie Architekten. Lauenburg) angesiedelt. Werbeagenturen finden sich in den Gutshäusern von Heiligenstedten und Projensdorf sowie in einem Nebengebäude in Tremsbüttel. Bei großzügiger Auslegung haben sich fünf von ihnen in Schleswig-Holstein in Gutsgebäuden niedergelassen. sind auch einige Unternehmen wieder vom Markt verschwunden. Dort hat ebenfalls ein Verlag im Gutshaus des Stammhofes seine Räume. darunter drei Architekten. An zweiter Stellen stehen die Freiberufler und Unternehmen. In Schleswig-Holstein liegt die Anzahl der ermittelten 14 Standorte nur knapp vor denen der technisch-naturwissenschaftlich orientierten Anbieter. Die meisten Anbieter von höheren Dienstleistungen. Der ehemalige Pferdestall wurde einige Zeit von der Gemeinde als Sporthalle genutzt und dient mittlerweile als Fotoatelier des Künstlers. Bis auf ein Internet-Unternehmen in Neu Horst. In den Gutshäusern von Groß Lüsewitz und Wandashorst befinden sich Finanzdienstleistungs-Unternehmen.Gutsanlagen und ihre Nutzung 211 Noch geringer ist die Bedeutung der allgemein zweitgrößten Gruppe der Freiberufler: Rechts-. Bis auf das Stallgebäude in Neu Horst und einem . Hier spielen bereits künstlerische Aspekte eine gewisse Rolle. Ein Steuerberater hat sich im Gutshaus von Kalkhorst eingerichtet. Nach der Pleite steht das Gebäude zurzeit leer. Seit 1969 ist das Herrenhaus in Kastorf im Privatbesitz eines Fotografen. Zehn Standorte wurden erfasst. Ein Architekt hat sich in einem Stallspeicher und in Kreutzmannshagen sogar einer in einem alten Wasserturm eingerichtet. neuen Gutshaus von Seedorf (Hrzgt. Einen nahezu kometenhaften Aufstieg erlebten in den letzten Jahren Software. Die Büros sind zumeist in den Gutshäusern untergebracht. Bis auf die Architekturbüros im Viehhaus in Struvenhütten und Speicher in Windeby befinden sich alle Büroräume in Gutshäusern. bevorzugen die übrigen Unternehmen Gutshäuser als Domizil. Normalerweise stellen sie die kleinste Gruppe innerhalb der Freien Berufe dar. das sich in einem Stallgebäude eingerichtet hat. die sich mittlerweile auf vier Standorten in Gutsgebäuden angesiedelt haben. Eine viel größere Rolle spielen Personengruppen wie Architekten oder Ingenieure. Ein Unternehmen für Personalauswahl ist in einem Nebengebäude von Krumbek zu Hause. vier Ingenieure und zwei sonstige Planer. In Borghorsterhütten befindet sich eine PR-Agentur in einem Stallgebäude.und Lohnbuchhaltungs-Dienstleistung ist im Gutshaus von Karolinenhof zu finden. Der Anteil der im Medienbereich tätigen Freiberufler und Unternehmen ist relativ groß.und Internet-Unternehmen. Im Marstall des Plöner Schlosses ist ein Design-Studio für den Fahrzeugbau inklusive ModellWerkstatt eingezogen. In Mecklenburg-Vorpommern sind ein Internet.und Unternehmensberater. Da nach dem Boom Ende der neunziger Jahre eine Ernüchterung eingetreten ist. Ingenieure oder Sachverständige auf Gutshöfen ansässig. ehemaligen Amtshaus von Wolgast und Inspektorhaus von Zapel bei Hagenow zu finden. In Wolgast hat auch ein Immobilienmakler seine Arbeitsstätte. die auf dem technisch-naturwissenschaftlichen Gebiet tätig sind. In den beiden Toreingangshäusern von Breitenburg haben sich ein Finanzdienstleister und Immobilienmakler eingemietet. sind im kulturell-informationsübermittelnden Bereich tätig.

Hof I Mölschow Eutin WrangelsLöhndorf Roggentin Groß Lüsewitz Marxdorf Neu Gaarz Lerchenfeld Kreutzmannshagen Mühlenkamp burg Nehmten Neuendorf Beusloe Barkow Gersdorf ROSTOCK Altona Groß Klein Jasedow Katharinenhof Teschendorf GREIFSWALD Kiesow Hasselburg Breesen Seedorf Anna Luisenhof Heuerstubben Oertzenhof Pudagla Rosdorf Sanz. Hufe I Blücherhof Gottesgabe Gädebehn NEUBRANDENBURG Heinrichshof Panschenhagen Seedorf Hohen Wangelin Basthorst Neuhof Hochkamp Wrodow SCHWERIN Sophienhof Grabowhöfe Grambow Karow Marihn Regow Groß Welzin Cölpin Schönau Schwenzin Wotersen Settin Grambow Karolinenhof Dewitz Zahren Passow Hinschendorf Neu Rhäse Wodenhof Kogel Kowahl Kargow Frauenmark Burg Stargard Freidorf Lauenhagen Schossin Kratzeburg Klebe Wiebendorf Groß Schönfeld Weisdin Hof Kreien Wrechen Dambeck Schwechow Granzin Goldenitz Boek Usadel Möllenbeck Ludorf Marly Bollewick • Quassel Tessenow Marnitz Evchensruh Jessenitz Buschhof Transport. Hof E Neu Kayhof Neuenkirchen Blomenburg Annental Karlshof Boltenhagen Havighorst Groß Miltzow Benzer Hof Kloster Ribnitz Hinter Bollhagen FriedrichsSiek Steinfeld Glashagen MönchCismar Plön Niederhagen Neu Ravenhorst hagen Wolgast Diedrichshagen Nettelau Alt Mühlendorf neversdf.Abb 44: Gewerbe und nichttouristische Dienstleistungen in Gutsgebäuden Glücksburg Sünderuphof Boverstedt Langballig Gintoft Oestergaard Legende Handwerk und produzierendes Gewerbe FLENSBURG Rabenholz Rundhof Westerholm Wittkielhof Loitmark Putgarten Toestorf Krieseby Liddow Lindauhof Dorotheenthal Groß und Klein Eschelsmark Dargast Wulfshagen Kedingshagen Birkensee Bocksrüde Borghorsterhütten BuschenGroß Wallnau Alt Bülk Christianshöhe Kordshagen hagen Uhlenhorst GrönWindeby Teschvitz wohld Marienthal Friedrichsthal Stift Wandashorst Plüggentin Wulfshagenerhütten Projensdorf Bankendorf Lüßvitz Warleberg Knoop WeißenHarzhof Schwartenbek Panker haus Neu Königsförde Mulitz Swine Bürau Hof Körkwitz RosenKIEL Bredenmoor krantz STRALSUND Görtz Farve Putbus Schönhagen Hirschburg Quarnbek Helmstorf Langenhanshagen. Nienhgn.Groß Weeden Seekathen Golchen Görzhausen Pampow Dahlen Sternberg Neuvorwerk Barner Stück büttel Kuchelmiß Basedow Heinrichshöh Ohe Dorotheenhof Alt Necheln Kaeselow Lenzen Rothenmoor Schmiedenfelde Ahrensburg Bülow Kirch Grubenh. Banken und Versicherungen Dömitz Freiberufler und sonstige private Dienstleistungen Sonstiges Gewerbe oder nicht näher bestimmt . Lensahner Hof Purkshof Quitzin Levenhagen. Haseldorf Groß Medewege Dabel Kleefeld Lindenhof Faulenrost Cramon Neu Horst Ruest. Wotenick Repnitz Duckwitz Maleksberg Böken Bandelin Kessin Rederank Gribow Ovendorfer Hof Groß Nieköhr Lühburg Klein Julianka Garvensdorf Gnemern Kalkhorst Neuendorf Morgenitz Krumbecker Hof Vargatz Krakow Tessin Boddin Neu Farpen Struvenhütten Kletzin Gramkow Stockelsdorf Dalwitz Friedrichshof Papendorf Liepen Lüssow Libnow Schorrentin Heiligenstedten Breitenburg Luisenhof LÜBECK Karow Völschow WISMAR Kahlenberg Kussow Sukow Anklam. Hof Funk Alt Fresenburg Osterholz Schönfeld Teschow Gellendin Tressow Kaden Steinhagen Müggenburg Bülow Gremmelin Tüschenbek Klempenow Stretense Glasewitzer Schulenburg Drewelow Barmstedt Klein Roge Olgashof Sarnow Kastorf Burg Plüschow Gnevkow Groß Rünz Groß Beckershof Krummbek Thurow Niendorf Klein Grabow Rubenow Boldekow Neu Panstorf Lindenberg Köthel Groß Upahl Roggendorf Kirch Grambow Trems. Hof IV Beselin Bandelstorf Kl. Handel.

ist der große Anteil der Keramiker auffällig. Werbeagenturen oder Grafik-Büros gibt es im Gutshaus von Gremmelin und in einem Seitenflügel des 1945 abgebrannten Herrenhauses in Sophienhof bei Waren und in Klein Jasedow. In Bezug auf das Modell der zentralen Orte von WALTER CHRISTALLER (1933) handelt es sich um Dienstleistungen höherer Reichweite. dass das Ansiedlungsverhalten von Freiberuflern nicht allein .Gutsanlagen und ihre Nutzung 213 Nebengebäude in Rachut sind alle übrigen Gutsgebäude nur an die Künstler vermietet. Es werden dort Güter und Dienstleistungen im hohen Maße über den Eigenbedarf der Einwohner hinaus produziert.und Design-Werkstätten vor. Die ehemalige Amtsschreiberei ist von der Stiftung an eine Dichterin vermietet. Diese sind vornehmlich in zentralen Orten. Der Eigentümer des Forsthofes Regow hat im Gutshaus Räumlichkeiten für Dia-Vertonungen untergebracht. jeden Ort in Deutschland bequem mit dem eigenen Kraftfahrzeug zu erreichen und eine moderne Informations. Im ehemaligen Amtshaus in Cismar hat die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen vier Künstlerwohnungen für Stipendiaten des Landes eingerichtet. Die entsprechenden Räumlichkeiten sind allesamt als Ateliers oder Werkstätten vermietet. In fünf Gutshäusern leben und arbeiten Künstler mit dieser Ausrichtung und verkaufen auch dort ihre Werke. dass sich Freiberufler zum Teil in den strukturschwächsten Gebieten Deutschlands niedergelassen haben. einem ehemaligen Stadtgut der Stadt Friedland. allenfalls im semi-urbanen Raum befinden. Auch wenn sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten in den urbanen und ländlichen Räumen aufgrund der technologischen Entwicklung immer mehr angleichen. so ist dieses Verhalten bezüglich der Nutzung von Gutsgebäuden die Regel. Viele Kulturschaffende beschäftigen sich nicht nur mit einer Technik. in Lenzen und Liddow sogar um vollständige Anlagen. befindet sich im Keller ein Tonstudio. also insbesondere städtischen Siedlungen. In Görzhausen arbeitet zum Beispiel ein Maler und Bildhauer im ehemaligen Schafstall des 1801 angelegten Vorwerks von Burg Schlitz. Ist das Wohnen und Arbeiten von Freiberuflern unter einem Dach oder in räumlich unmittelbarer Nähe in städtischen Zentren nichts Ungewöhnliches. Das Dachgeschoss des Pferdestalls in Lindauhof wird von einem Künstler als Atelier genutzt. Seltener kommen Weberei-. Nur die zwei Toreingangshäuser in Putbus. gehört aber der Hansestadt Lübeck. die in Gutsgebäuden arbeiten und meistens auch wohnen. Hierin liegt wohl auch der Umstand begründet. die sich durch einen hohen Bedeutungsüberschuss auszeichnen. Ansonsten handelt es sich bei den Standorten bis auf drei Ausnahmen um Gutshäuser. Im Herrenhaus Stockelsdorf befindet sich eine Kunstwerkstatt. überrascht die Tatsache. Lithografie. Allerdings ist die Bedeutung der Medienbranche geringer als in Schleswig-Holstein. Die große Bedeutung des kulturell-informationsübermittelnden Bereiches in Mecklenburg-Vorpommern wird durch viele freischaffende Künstler oder Kunsthandwerker induziert.und Kommunikationstechnologie. Dieses Ansiedlungsverhalten wird insbesondere durch zwei Voraussetzungen induziert: eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur. Fakt ist. Im Gutshaus Heinrichshöh. Freiberufler erbringen höhere Dienstleistungen. Das Gutshaus Luisenhof wird von einer Bildhauerin bewohnt. die auch mittlerweile fast überall einsetzbar ist. Was die Ausrichtung der Künstler betrifft. zu finden. In Mecklenburg-Vorpommern kann den Freiberufler und Unternehmen des kulturell-informationsübermittelnden Bereiches in Bezug auf die Nutzung von Gutsgebäuden die dominierende Rolle zugebilligt werden. die meisten Schlösser und Amtshäuser einmal ausgenommen. Daher kann sich der Arbeitsplatz unter gewissen Voraussetzungen auch zu Hause befinden. die es ermöglicht. der Feldsteinspeicher in Lüssow bei Greifswald und das Gutshaus in Putgarten werden nicht von den Künstlern bewohnt. Insgesamt existieren 29 Standorte mit entsprechenden Anbietern im Lande. dass sich die Gutshöfe im ländlichen.

5. Für die Wahl der Gutsgebäude. Trotz alledem sind Freiberufler und sonstige Selbstständige bei der Standortwahl nicht von wirtschaftlichen Zwängen befreit.4 Öffentliche Dienstleistungen und Verwaltung Die Nutzung von Gutsgebäuden durch Bund. sind gänzlich an einen Standort außerhalb von Siedlungen gebunden. Der Wunsch nach Wohnen im Grünen dürfte unter den Freiberuflern nicht signifikant geringer sein als in anderen Bevölkerungsschichten. Das Erscheinungsbild der Gutshöfe scheinen viele Menschen offenbar mit bestimmten. Sie haben somit einen größeren Spielraum bei der Niederlassung. Werkstätten oder Ateliers vorhanden. wie zum Beispiel die Hundepension in Birkensee bei Eckernförde. sofern genügend geeignete Arbeitskräfte vorhanden sind. Freiberufler und Unternehmen. Es ist in der Regel genügend Platz für Büros. Außerdem ist zu berücksichtigen. Dazu . Das ist auch bei jenen Gebäuden nicht anders. Partyzelt-Vermietungen (Loitmark) oder Catering-Unternehmen (Schwartenbek) sind freier in der Standortwahl als zum Beispiel Tanzstudios (Ohe. Sie wissen den kulturellen Wert von Gutsgebäuden zu schätzen. Stadt Norderstedt) oder Fitness-Studios (Neuhof bei Hagenow). Gutshaus und Gutshof selbst sind ursprünglich aus dem Gedanken entstanden. sind bei der Nutzung von Gutsgebäuden durch Freiberufler ihrem Gewicht entsprechend unterrepräsentiert. Ganz abgesehen davon. Diese Einrichtungen können daher fast überall aufgebaut werden. Kurz gesagt. für sie positiv besetzten Werten zu verbinden. die einen relativ starken Publikumsverkehr haben. Diese Berufsgruppen müssen sich dort aufhalten. Das Erscheinungsbild der Gutsanlagen vermag offenbar viele Personen anzuregen und zu stimulieren sowie bei ihnen eine Identifikation mit Gebäuden und Landschaft auszulösen. insbesondere der Gutshäuser. wo ihre Klienten sie gut aufsuchen können. Anders sieht die Situation bei Architekten oder Ingenieuren aus. Veranstaltungsagenturen (Mühlenkamp). Bei diesen Berufsgruppen spielt Publikumsverkehr eine untergeordnete Rolle. Call-Center wie in Roggentin bei Rostock. was die ermittelten Daten eindeutig widerspiegeln. Kommunen. bringt die Frequentierung durch viele Menschen unweigerlich eine relativ starke Abnutzung mit sich. dass die Gebäude für diesen Zweck umgebaut werden mussten. müssen keinen persönlichen Kundenverkehr abwickeln und bedürfen nur des Anschlusses an das Telekommunikationsnetz. Vielmehr suchen diese Personen ihre Auftraggeber oder die Einsatzorte selbst auf. Freiberufler gehören in der Regel höheren Bildungsschichten an.214 Gutsanlagen und ihre Nutzung durch wirtschaftliche Erwägungen geleitet wird. 224 Standorte mit 265 Gebäuden stehen nur 40 Standorte mit 51 Gebäuden gegenüber. wie der Mensch im Sinne des Perzeptionsansatzes seine Umwelt wahrnimmt. die sich zum Beispiel ein kreatives und solides Image geben möchten. Standortfragen spielen auch dann eine untergeordnete Rolle. kommunale Eigenbetriebe oder Körperschaften des öffentlichen Rechts spielt in Mecklenburg-Vorpommern eine erheblich größere Rolle als in Schleswig-Holstein. Landkreise.3. die der öffentlichen Verwaltung dienen. Berufsgruppen wie Anwälte und Ärzte. Land. Manche Nutzungen. könnten sich daher zu Gutsgebäuden hingezogen fühlen. die Kombination vieler Nutzungen zu ermöglichen. wenn die Freiberufler oder Unternehmen ausgesprochene Nischen bedienen. Bewohner und Gäste fühlen sich innerhalb von Gutshöfen wohl. um die Funktionen Wohnen und Arbeiten zu verbinden. Ähnliche Überlegungen sind auch bezüglich sonstiger Dienstleistungen anzustellen. Nicht zu vergessen ist eine mögliche Außenwirkung. von der die wirtschaftlichen Aktivitäten der Freiberufler profitieren könnten. Sie bieten genügend Raum. Allerdings sagen diese Zahlen noch nichts über die Art und Intensität der öffentlichen Nutzung aus. gibt es aber auch praktische Gründe.

Darüber hinaus existiert im Herrenhaus Borstel ein Forschungsinstitut für experimentielle Biologie und Medizin des Landes SchleswigHolstein. Wie bereits erwähnt sind in Mecklenburg-Vorpommern sehr viele Gutsgebäude während der Bodenreform in die Rechtsträgerschaft und nach 1990 sukzessive in das Eigentum der Kommunen übergegangen. Gemeinde. Diese Objekte wurden bereits anderenorts beschrieben. Darüber hinaus findet in weiteren Gutsgebäuden eine Nutzung durch Bund und Land statt. der Wismarer Verkehrsbetriebe im Gutshaus des St. Finanzamt im historischen Amtshaus von Güstrow. Trauzimmer oder Räumlichkeiten für ABM-Kräfte. im Fürstlichen Hof in Neustadt i. Klosters). Rampe (Gem. Loitz (Amtshaus). Die meisten Objekte dieser Kategorie werden allerdings durch die Mitarbeiter von kommunalen Verwaltungsstellen genutzt. Ein Katasteramt befindet sich im historischen Regierungsrathaus von 1694/98 in Ratzeburg. Hinzu treten in Mecklenburg-Vorpommern das Amtsgericht im älteren Amtshaus von Grevesmühlen. Burg Stargard (Amtsschreiberhaus). Ribnitz-Damgarten (zwei Wohnhäuser des ehem. H.Gutsanlagen und ihre Nutzung 215 gehören auch Gebäude in Nutzung durch kommunale Eigenbetriebe mit oder ohne eigener Rechtspersönlichkeit. Dort hat auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises ihren Sitz.oder Stadtverwaltungen in historischen Gutsgebäuden befinden sich in Schleswig-Holstein im Bad Bramstedter Herrenhaus. Häufig stehen die Gebäude ansonsten leer. der Stadtwirtschaft Neubrandenburg in Eschenhof. die sich mit Fragen der Landwirtschaft beschäftigen. In Schleswig-Holstein befinden sich Dienststellen der Landkreise im historischen Amtshaus in Flensburg und im so genannten Landeshaus (Markt 10) in Ratzeburg. der Landtag im Schweriner Schloss. Heute werden 150 Guts. Darüber hinaus residiert der Landrat im älteren Amtshaus von 1750/60 in Bad Segeberg. Und im ehemaligen Landsitz Anettenhöh des Grafen von Brockdorff-Rantzau in Schleswig ist das Landesamt für Vor. Stavenhagen (Schloss) und Ueckermünde (Schloss). Die Intensität der Nutzung klafft allerdings weit auseinander. Diese sporadischen Nutzungen ha- . Im Nebengebäude des historischen Flensburger Amtshauses hat das Landgericht einige Räume. Im Amtshaus in Bargteheide befindet sich eine Polizeistation. Das Land Schleswig-Holstein hat seine Landespolizeischule in einem Gutshaus eingerichtet (Kiebitzhörn). In Mecklenburg-Vorpommern sind ebenfalls kommunale Eigenbetriebe in Gutshäusern untergekommen.und Frühgeschichte zu Hause. Amtsverwaltungen gibt es in den Gutshäusern von Borrentin. Eine ähnliche Einrichtung hat der Kreis Herzogtum Lauenburg in einer Scheune in Hollenbek eingerichtet. Malliß. des Landschaftspflegeverbandes in Dishley bei Rostock. Eine Kreisverwaltung ist im herzoglichen Sommerpalais in Bad Doberan untergebracht. und im Amtshaus in der Stadt Lauenburg sowie in Mecklenburg-Vorpommern in Franzburg. ein Bürgermeisterbüro.und 67 Nebengebäude von Gemeinden zumindest zum Teil für ihre Zwecke genutzt. Leezen bei Schwerin) und Züssow. Es handelt sich um die Verwaltungen einer kommunalen Entsorgungsgesellschaft in Briggow. des Zweckverbandes Radegast. das Arbeitsamt im dortigen Amtshaus und das Landesarchiv im Schloss Wiligrad. Körperschaften des öffentlichen Rechts und staatliche Stellen. Im Amtshaus von 1826 in Bad Segeberg ist das Amtsgericht untergebracht. Klink (Torwärterhaus). Jacobshofes und des Denkmalpflegehofes in Liepen. Hierbei werden historische Baustoffe aus Abrissgebäuden für die Wiederverwendung aufbereitet. 74 Gutshäuser und 17 Nebengebäude enthalten neben anderen Nutzungen nur einen Gemeindesaal. Grevesmühlen (jeweils Amtshaus). Im Gutshaus des Wulfsdorfer Hofes besteht seit 1981 das Haus der Natur mit einem Institut für Umweltschutzforschung (INUF) des Vereins Jordsand. der Sanierungsgesellschaft der Stadt Ribnitz-Damgarten (Wohnhaus des Klosters Ribnitz). Die Masse der staatlichen Behörden in Gutsgebäuden sind die Forstämter und Forschungseinrichtungen.

Insgesamt 21 Objekte in Mecklenburg-Vorpommern zeigen so eine Verwendung. Armenhaus in Seestermühe und im Korrigenden-Gebäude des ehemaligen Landesgutes (Provinzial-Korrigendenanstalt) Bokelholm. Löcknitz. Das Herrenhaus Hagen dient gelegentlich als Wahllokal. ein Veranstaltungssaal und ab und zu auch weitere kommunale Einrichtungen (z. Sarlhusen (Wirtschaftsgebäude) und Sünderuphof (Kuhhaus) der Freiwilligen Feuerwehr als Gerätehaus oder dem kommunalen Bauhof. Rethwisch (Gem.216 Gutsanlagen und ihre Nutzung ben keine gestalterische Intention. Die . Das letztgenannte Gebäude befindet sich allerdings im Eigentum der Evangelischen Kirche. Typisch ist das Gemeindezentrum mit Saal. und im Wasmer-Palais in Glückstadt eingerichtet worden und befinden sich im urbanen Raum. sondern geschehen aus Verlegenheit und können daher als atavistisch bezeichnet werden. Viele der übrigen Gebäude dienen als Gemeindelager. Jugendclub) zu finden. Räume der Freiwilligen Feuerwehr und des kommunalen Bauhofes sowie einige Vereinsräume. Jugendeinrichtung und Bürgermeisterzimmer im Gutshaus von Retschow. SeniorenClubs sind in Mecklenburg-Vorpommern seltener. Lehmkuhlen) und Neuhof (Stadt Reinfeld). Eine Volkshochschule existierte bis vor wenigen Jahren auch im Amtshaus in Neumünster. In Schleswig-Holstein werden Gutsgebäude im Eigentum der Gemeinden im Allgemeinen intensiv genutzt. Klink. In 55 Gutshäusern und zwölf Nebengebäuden bestehen Jugend-Clubs oder Kindergärten. Jugend-Clubs sind in der Regel keine Einrichtungen mit intensiver Betreuung. Pahlen (Pferdestall). ein Gemeindesaal. Kindergarten. In Schlatkow befinden sich die Einrichtungen im Wirtschaftshaus und der Melkerschule. Plau. In ihnen sind zumeist einige Gemeinderäume. Allerdings sind diese kommunalen Nutzungen nicht mit den Zuständen in MecklenburgVorpommern vergleichbar. Im Gutshaus von Groß Petershagen ist ein Frauenbildungszentrum untergebracht. Im Gutshaus Glinde bei Hamburg und im Glücksburger Schloss dient jeweils ein Raum als Trauzimmer des Standesamtes. Wesenberg) oder Tourist-Informationen (Dargun. Manchmal sind die beschriebenen Nutzungen in Gemeindezentren gebündelt. Kindergärten bestehen in den Gutshäusern Krempelsdorf (Hansestadt Lübeck). Im Gegensatz zu dem oftmals eher extensiven Gebrauch können öffentliche Nutzungen eine recht intensive Natur annehmen. In den Räumen dürfen sich die Kinder und Jugendlichen weitgehend selbstständig aufhalten. Museum (Glücksburg) oder Kulturzentrum (Hagen) genutzt werden. In Schleswig-Holstein gibt es solche Gemeindezentren nur im Gutshaus Glinde bei Hamburg. H. In dem großen Komplex befinden sich 15 Mietwohnungen. Eine weitere Begegnungsstätte befindet sich in der Gutskapelle von Prüzen. Ribnitz. Semlow. Es existieren solche Einrichtungen in einem Nebengebäude des Amtshauses auf der Burg Wesenberg und im Gutshaus von Wolde bei Altentreptow. Kindergarten. Nur die Gemeindezentren in Balow und Groß Molzahn sind in einem ehemaligen Stallgebäude untergebracht. Nebengebäude dienen in Bokelholm (Korrigenden-Gebäude). Die Gebäude befinden sich jedoch im Eigentum einer Stiftung. Wesenberg). In Schleswig-Holstein gibt es Schulen in der ehemaligen Hardesvogtei in Fleckeby sowie im Gutshaus von Johannisberg.B. So werden in Mecklenburg-Vorpommern 16 Gutshäuser und zwei Nebengebäude im Eigentum der Gemeinden als Schulgebäude verwendet. Weitere 16 Nebengebäude werden in Mecklenburg-Vorpommern von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr als Gerätehaus genutzt. da darüber hinaus die Gebäude intensiv als Begegnungszentrum (Glinde bei Hamburg). Volkshochschulen sind im Fürstlichen Hof in Neustadt i. Im Torhaus von Seedorf bei Bad Segeberg ist ebenfalls ein Trauzimmer des Standesamtes untergebracht. Weitere kommunale Einrichtungen mit größerem Publikumsverkehr sind Bibliotheken (Dargun. Stavenhagen. Loitz. Mirow. Diese Objekte gelangten in der Regel durch Aufsiedlungen in den zwanziger und dreißiger Jahren in den Besitz der Kommunen.

Das Gebäude steht zum Verkauf und ist ansonsten ungenutzt. In dem Gebäude sind Mietwohnungen. Im Grunde vollwertige Dienstleistungszentren gibt es in Alt Sommersdorf. die sich quasi von selbst ergeben haben. Gaststätte. Die Gutshäuser und Nebengebäude befinden sich häufig inmitten der Dörfer. Hierbei steht das Angebot an privaten Dienstleistungen. Das zweite Obergeschoss steht leer. eine Gaststätte und ein Fitness-Studio mit Sauna untergebracht. mehrere Verkaufseinrichtungen. wenn es sich auch vielfach um rudimentäre Einrichtungen aus der DDR-Zeit handelt. Im Obergeschoss sollen Vereinsräume entstehen. Ländliche Dienstleistungszentren können also auch in benachbarten Gebäuden ohne organisatorische Einheit entstehen. Seit 1999 besteht dort eine Informationsstelle des Müritz-Nationalparks mit Nationalpark-Ausstellung. Im Gutshaus von Boddin befindet sich ein Kindergarten. eine Fahrschule. . Die Ausstattung von ländlichen Dienstleistungszentren ähnelt der Nutzung von Gutshäusern während der DDR-Zeit. Allerdings sind Beispiele für den Ausbau solcher Einrichtungen in Gutsgebäuden zu einem ländlichen Dienstleistungszentrum im Sinne der schleswig-holsteinischen MarktTreff-Konzeption rar gesät. Wolde bei Altentreptow) oder eine große Zahl von Gaststätten und Verkaufsstellen. Kindertagesstätte und Jugendclub ist im Gutshaus von Boldekow eine Bank untergebracht. Jugendclub. in ihnen eine Verkaufsstelle sowie öffentliche und private Dienstleistungen vorzufinden. Diedrichshagen bei Rostock. Salow. Lapitz. allerdings unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Im benachbarten Fachwerk-Speicher von 1886 haben im Erdgeschoss die Gemeinde und die Freiwillige Feuerwehr ihre Räumlichkeiten eingerichtet. Die Nutzung des Gutshauses Friedrichsfelde bei Waren ist vornehmlich auf die Bedürfnisse von Touristen ausgerichtet. Neuhof bei Hagenow. Die Nutzung von 13 Gutshäusern zeigt Ansätze in Richtung auf ein ländliches Dienstleistungszentrum. zeigt beispielsweise Alt Sommersdorf: das Gutshaus steht zum Verkauf. Zumeist handelt es sich um Konstellationen. Semlow. Mycene-Ausstellung und eine Ausstellung über Johann-Heinrich Voß. Nur in Diedrichshagen und Groß Nieköhr ist allerdings eine Verkaufseinrichtung vorhanden. ein Kindergarten und Arztstützpunkt untergebracht. Viecheln und Vielist.Gutsanlagen und ihre Nutzung 217 Bemühungen sind unverkennbar. Gutshäuser wie Dahlen ließen sich mit Engagement zu ländlichen Dienstleistungszentren ausbauen. Im Gutshaus Dahlen sind ein Lebensmittelgeschäft und Jugendclub angesiedelt. Das Gutshaus von 1850 ist in Privatbesitz. Friseur und das Gemeindebüro. insbesondere durch ein Lebensmittelgeschäft oder auch Gastronomie und ein Direktvermarkter im Vordergrund. Raum für Seniorenarbeit. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Voraussetzungen für die Einrichtung von ländlichen Dienstleistungszentren in Gutsgebäuden günstig. Zusätzlich zu Dorfgemeinschaftseinrichtungen und Gemeinderäumen finden sich private Dienstleister wie Friseure (Neu Boltenhagen. Groß Nieköhr. Daher könnte für einige Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern das Motto Zurück in die Zukunft Erfolg versprechen. Die Nutzung der Gebäude in Boddin bei Teterow. Neben einer Beobachtungsstelle für Störche und einer Fahrradausleihstation gibt es dort auch eine Gaststätte. Noch in den neunziger Jahren waren dort Mietwohnungen. Die örtliche Bevölkerung ist mit dem Gedanken vertraut. Viele Gebäude gehören den Gemeinden. möglichst viele Nutzungen zu bündeln und einen Treffpunkt für die örtliche Bevölkerung in der Gemeinde zu schaffen. Neben der obligatorischen Treffpunkt-Funktion gibt es Gemeinderäume und jeweils eine Gaststätte. Boldekow und Friedrichsfelde bei Waren ist in dieser Hinsicht bereits einen Schritt weiter. Kulturraum. Neben Gemeindebüro. Interessant ist die Nutzung der Gutsanlage Neuhof bei Hagenow. während öffentliche Dienstleistungen und die Treffpunkt-Funktion durch Dorfgemeinschaftsräume oder Sozialeinrichtungen ergänzenden Charakter haben sollen. Dass der Nutzung keine Planung zugrunde liegt.

kommunalen. Da es sich bei den Gutshäusern um zum Teil sehr große Objekte handelt und eine Gutsanlage eine Vielzahl von Gebäuden umfassen kann. kommunalen. .4 Wohnen 5. Entwickelt aus den zuvor genannten Komponenten gibt es im Wesentlichen vier Wohnformen: Wohnen im eigenen Wohnraum (Eigenheim. Die Nutzung der übrigen 174 unbewohnten Objekte verteilt sich wie in Schleswig-Holstein auf den gewerblichen.5 %). Auch die Besitzverhältnisse spielen eine große Rolle. Immerhin werden 1550 der 2296 bestehenden Gutshäuser.und Mehrfamilienhäusern. da einige historische Gutsgebäude wie Landarbeiterhäuser nicht erfasst werden konnten. ob die Bewohner in ihren eigenen vier Wänden oder zur Miete wohnen. Von den heute bestehenden insgesamt 955 Standorten in Schleswig-Holstein weisen 903 eine wie auch immer geartete Wohnnutzung von Gebäuden auf. wenn auch der kommunalen und touristischen Nutzung ein größeres Gewicht zukommt. kulturellen oder touristischen Zwecken. sind häufig mehrere der genannten Wohnformen auf den Gutshöfen zugleich vorhanden.6 Prozent entspricht. In Schleswig-Holstein werden von 890 Gutshäusern und ähnlichen Objekten 783 bewohnt (88 %). Das Herrenhaus des ehemaligen Adligen Gutes wurde Anfang der achtziger Jahre abgerissen. Noch eindeutiger sieht das Verhältnis aus. Generell spricht man von Wohnnutzung. gemeinschaftliches Wohnen (Wohn. Amtshäuser und Schlösser bewohnt (67. unterscheidet man den Haupt. kulturellen oder touristischen Bereich.1 Formen der Wohnnutzung Gutsanlagen und ihre Nutzung Das Wohnen jedweder Form stellt mit Abstand die häufigste Nutzung der Gutsgebäude dar.4 %). Bei der Betrachtung der Gutshof-Standorte wächst der Anteil der Wohnnutzung wie in Schleswig-Holstein ebenfalls an. die für diese Funktion erbaut oder umgebaut worden sind. Eigentumswohnung). 20). Die Betrachtung der einzelnen Wohnformen offenbart deutliche Unterschiede in Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern (Tab. staatlichen. Es befinden sich keine weiteren Wohnhäuser auf dem Hof. Die Werte dürften sogar noch höher sein. wenn eine Unterkunft einer Person als Mittelpunkt seiner Lebensverhältnisse zum regelmäßigen Aufenthalt dient. Wohnen zur Miete (Mietwohnungen) und Wohnen in Betreuungseinrichtungen (Heime). Von den 2609 ermittelten Standorten weisen 1864 auch Gebäude mit Wohnnutzung auf (71. wobei dann das Freizeitwohnen ein großes Gewicht hat. In Mecklenburg-Vorpommern sieht die Situation etwas anders aus. wenn alle Standorte betrachtet werden. Fälle wie Büstorf sind sehr selten. was einem Anteil von 94. Allerdings ist Wohnen nicht gleich Wohnen. die nur für einen vorübergehenden Aufenthalt von mehreren Tagen bis Wochen gedacht sind und eine sehr hohe Betreuungsintensität aufweisen. Die großen Wirtschaftsgebäude sind an ein Saatgutunternehmen verpachtet.218 5. Der geringere Anteil als in Schleswig-Holstein erklärt sich durch die 572 leerstehenden Gebäude. Die übrigen Gebäude dienen ausschließlich gewerblichen.und den Nebenwohnsitz. Gewohnt wird in unterschiedlichen Gebäuden wie Ein. Von den 107 unbewohnten Häusern stehen 32 leer. Es ist von Bedeutung. da sich diese in den städtischen Zentren befinden und für eine kommunale oder kulturelle Nutzung prädestiniert sind. Im letztgenannten Fall sind die Übergänge zu Krankenhäusern und Therapie-Einrichtungen fließend.und Hofgemeinschaften).4. Gibt es mehrere Wohnsitze. Insbesondere der Anteil der Schlösser und Amtshäuser an den unbewohnten Objekten ist groß. staatlichen. Gemeinschaftswohnhäusern oder Heimen.

0 24 2 4 2 1 3.7 9.1 0 0 605 18 13 21 77.Gutsanlagen und ihre Nutzung Schleswig-Holstein Wohnform Eigentümer: Wohnnutzung Gemeinschaftliches Wohnen Wohnen mehrerer Eigentümer Wohnnutzung + Mietwohnungen Pächter: Wohnnutzung Gemeinschaftliches Wohnen Wohnnutzung + Mietwohnungen Als Ganzes vermietet Mietwohungen Mieter: Wohnnutzung Gemeinschaftliches Wohnen Dienstwohnung(en) Mietwohnungen Betreuungseinrichtung Sonstige Gesamt 8 0 20 18 42 5 783 1.3 0.4.6 0.8 Anzahl Prozent 219 Mecklenburg-Vorp. Das entspricht 77. 5.3 2.4 4. Die fast luxuriös anmutende Wohnsituation wird darüber hinaus durch den Befund gestützt.3 0. Nur 25 selbst bewohnte Gutshäuser weisen auch Mietwohnungen auf.1 0.1 0.2 Wohnen im eigenen Wohnraum Die Nutzung der Gutshäuser wird in Schleswig-Holstein durch das Wohnen im eigenen Wohnraum dominiert.1 9 1 2 0 0 0.4 0. Das Auftreten von geteiltem Eigentum.7 2.5 6.4 100. die den hohen Erhaltungsaufwand der Gutsgebäude refinanzieren könnte. Der hohe Wohnkomfort wird allerdings mit der Eliminierung einer geeigneten Einkommensquelle erkauft.3 0.1 1. Für den .1 1.3 Prozent der bewohnten Objekte.6 100.6 0.5 0. 605 Gutshäuser und ähnliche Objekte werden allein von der Eigentümerfamilie bewohnt.0 0 2. ist sehr selten. Die Gutshäuser gehören also überwiegend zur uneingeschränkten privaten Sphäre der Eigentümerfamilie.3 1.4 34. zum Beispiel durch den Umbau zum Zweifamilienhaus oder den Einbau von Eigentumswohnungen. Nur Dänisch Nienhof und Stöfs weisen Eigentumswohnungen auf.0 9 1 22 533 66 6 1550 0. die aber überwiegend in den Ferien und am Wochenende genutzt werden. 20: Anteile der Wohnformen in den Gutshäusern und ähnlichen Objekten im Untersuchungsgebiet.7 622 26 147 106 40.3 5.6 2. dass es – sei es zur besseren Refinanzierung oder Flächenausnutzung – kaum zum zusätzlichen Einbau von Mietwohnungen in Gutshäusern gekommen ist. Anzahl Prozent Tab.

die Gebäude werden von den jeweiligen Eigentümern aber selbst bewohnt (10. Die Verbundenheit kann zum Beispiel durch Gemeinsamkeiten in Arbeit. Beruf oder Religion induziert werden. Bei der Betrachtung der gesamten Gutsanlagen zeigt sich daher ein differenzierteres Bild. In Schleswig-Holstein werden 382 Standorte allein von einer Eigentümerfamilie bewohnt (40. Betrachtet man die gesamten Anlagen fällt die ausschließliche Wohnnutzung der Eigentümerfamilie mit 573 Standorten (30. weil das Gutshaus nicht mehr besteht (7.1 %). 147 selbst bewohnte Objekte fallen in diese Kategorie. In 64 Fällen werden nur noch die Nebengebäude für Wohnzwecke verwendet.3 %). Von den genannten 154 Standorten weisen darüber hinaus 33 eine weiter gehende eigentumsrechtliche Zersplitterung auf. wenn das Gutshaus selbst bewohnt wird. Sechs Standorte mit der genannten Konstellation konnten mit Sicherheit ermittelt werden. die wohl seit jeher keine weiteren Wohngebäude aufweisen.9 %). 285 Anlagen haben bewohnte Nebengebäude. Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern nur 15 Standorte. wobei weitere Nebengebäude sich jeweils in Privathand befinden und auch selbst bewohnt werden. Dieser Umstand macht deutlich. Nur 622 Gutshäuser und ähnliche Objekte werden ausschließlich für diesen Zweck genutzt. Offenbar stellt die Einrichtung von Mietwohnungen ein willkommenes Element zur Finanzierung der eigenen Wohnnutzung dar. aber kein Gutshaus mehr (15. Die Bedeutung des Wohnens im eigenen Wohnraum spielt – zumindest was die Gutshäuser betrifft – eine erheblich geringere Rolle. Immerhin 106 selbst bewohnte Gutsgebäude weisen auch Mietwohnungen auf. Das liegt daran. wo sich die Mietwohnungen im Gutshaus befinden. Das sind in der Regel kleinere Einzelhöfe (Meierhöfe. die sich entweder durch verwandtschaftliche Bande oder eine Übereinstimmung in wesentlichen Verhaltensweisen verbunden fühlen.3 Gemeinschaftliches Wohnen Gemeinschaftliches Wohnen umfasst Personengruppen. Allerdings sind in dieser Zahl auch jene 107 Anlagen eingeflossen. Auch der Einbau von Mietwohnungen ist in Mecklenburg-Vorpommern verbreiteter.3 %). dass die seit 1990 vielfach laufenden Bemühungen. 187 Standorte (10 %) haben ebenfalls mehrere Eigentümer. 92 Standorte weisen ein Gutshaus mit Mietwohnungen und Nebengebäude in anderer Hand auf. Es kann zu Überschneidungen kommen. 155 Standorte (8. denn die Gebäude einer Anlage haben häufig unterschiedliche Eigentümer.9 %). Dreiseithöfe). 5. dass in einigen Fällen die Nebengebäude nicht erfasst werden konnten.4. im Wesentlichen an der eigentumsrechtlichen Zersplitterung der Gutsanlagen in MecklenburgVorpommern nur wenig zu verändern vermochten. 98 Standorte in Schleswig-Holstein sind gänzlich zersplittert. die von den Eigentümern selbst bewohnt werden (4. jedoch keine Gebäude mit Mietwohnungen. wo der Eigentümer und Bewohner eines Gutshauses auch Besitzer von einem oder mehreren Nebengebäuden mit Mietwohnungen ist. Dahingegen hat geteiltes Eigentum eine größere Bedeutung als in Schleswig-Holstein.2 %).220 Gutsanlagen und ihre Nutzung Einbau von Mietwohnungen stehen allerdings vielfach im selben Eigentum befindliche Nebengebäude bereit. Aber immerhin 182 Anlagen in einer Hand haben ein selbst genutztes Gutshaus und Mietwohnungen im Gutshaus oder in den Nebengebäuden (20. ganze Anlagen in eine Hand zu bekommen. Insgesamt ist diese Wohnform quantitativ unbedeutend. Die übrigen Standorte weisen entweder keine Wohnnutzung auf oder verteilen sich auf andere Konstellationen. Die Bodenreform hat die Situation in Mecklenburg-Vorpommern erheblich komplizierter gemacht als in Schleswig-Holstein.3 %) weisen Mietwohnungen auf. Den größten Anteil nimmt das Zusammenleben von mehreren Generatio- .7 %) gegenüber der ermittelten Anzahl bei den Gutshäusern nur leicht ab.

die als adelige Damenstifte den Seniorinnen der schleswig-holsteinischen Ritterschaft Verwendung finden. Wildkuhl). Die Mitglieder bringen zumeist unterschiedliche Erfahrungen und Fähigkeiten ein. Die realen Zahlen dürften noch höher sein. In der Gemeinde Schellhorn lassen sich die möglichen Konstellationen gut beobachten. Eindeutig religiös geprägt ist die Nutzung des Herrenhauses Nütschau als ein Kloster des Benediktiner-Ordens. Dannwisch. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ebenfalls so ein Zentrum im Gutshaus von Neu Schönau. die weniger durch Familienbande als durch weltanschauliche Gemeinsamkeiten verbunden sind. Kransdorf. wenn der gesamte Gutshof betrachtet wird. Die jeweils ältere (Altenteil) oder jüngere Generation hat häufig ihr Domizil in einem Nebengebäude gefunden. die auf dem Land neue Formen des Zusammenlebens miteinander erproben möchten.B. Der Eigentümer und andere Personen des studentischalternativen Milieus leben auf dem Grundstück in einem Wohnwagen. Uetersen und das St. Das sind Zusammenschlüsse von Personen. Diese als Hofgemeinschaften bezeichneten Gruppen nennen sich auch Werk-. Ein eher beruflich induziertes gemeinschaftliches Wohnen stellt die Nutzung der Gutshöfe in Neu Ravenhorst und Rollenhagen dar. Preetz. die von Künstlern und Handwerkern in Neu Horst veranstaltet werden.Gutsanlagen und ihre Nutzung 221 nen einer Familie unter einem Dach ein. Löstrup.oder sogar Dorfgemeinschaften. Seewalde. ein Grafik-Studio und Internet-Unternehmen in Klein Jasedow. Das Gutshaus in Alt Ungnade bei Greifswald hat ein Student aus Berlin gekauft. Klostergut) wurde eigens um 1980 ein Wohnhaus als Altenteil neu erbaut. die mittelalterliche Märkte organisieren. In Schleswig-Holstein gibt es neun und in Mecklenburg-Vorpommern acht Hofgemeinschaften im Zusammenhang mit Gutsanlagen. Im Gutshaus des Hofes Schellhorn wohnen ebenfalls die Eltern. Das alte Gutshaus von 1795 wird vom Sohn mit seiner Ehefrau und deren Mutter bewohnt. Wollweberei in Klein Hundorf. den Bau von Musikinstrumenten. Gut) bewohnen die Eltern das jüngere Gutshaus. Adl. Das Wohnhaus des Landsitzes Neu Königsförde in der Gemeinde Krummwisch wird so genutzt. Die Unternehmungen beinhalten die Durchführung von Seminaren. Gruppen. Hof Weide. die so genannte Villa Ludwigshöhe. sondern dienen nur vorübergehend dem Aufenthalt der Gläubigen und Interessierten. . eine Holzwerkstatt für Kinderspielzeug in Wulfshagenerhütten. Im Gutshaus Krempelsdorf bei Lübeck hat eine Kirchengemeinde ihre Räume. Häufig ist die ökologische Landwirtschaft mit der Betreuung und Integration behinderter Menschen verbunden (z. Gutshäuser bieten offenbar ausreichend Platz für diese Wohnform. ein Unternehmen für Bausanierung in Olgashof oder eine Lithografie-Werkstatt in Papendorf. Färberei und Holzwerkstatt in Groß Medewege.-Johannis-Kloster in Schleswig. In Schleswig-Holstein werden 18 und Mecklenburg-Vorpommern 26 Gutshäuser und ähnliche Objekte dementsprechend verwendet. Dort haben sich jeweils Schaustellergruppen niedergelassen. Müssen. Schönböken wird als Zen-Zentrum genutzt. Das Gebäude ist zurzeit noch unbewohnbar und notdürftig gesichert. wenn das Gebäude zurzeit aufgrund von Sanierungsarbeiten leer steht. In Sophienhof (ehem. Lebens. Der Sohn hat sich mit seiner Familie in einem alten Landarbeiterhaus sein Domizil eingerichtet. In Scharstorf (ehem. was ihren Aktivitäten deutlich anzumerken ist. Es gibt noch weitere Gutshäuser mit einer religiös geprägten Nutzung. können entweder der alternativen Subkultur zugeordnet werden oder haben einen religiösen Hintergrund. Die gewerblichen Tätigkeitsfelder sind sehr vielfältig. Allerdings sind diese Objekte nicht bewohnt. Eine ähnliche Struktur hat die Nutzung der vier schleswig-holsteinischen Adligen Klöster Itzehoe. Der religiöse Hintergrund dieser Einrichtungen ist noch deutlich spürbar. In Schleswig-Holstein nimmt die Anzahl erheblich zu.

Im weiteren Sinne können Betreuungseinrichtungen auch Lehrlingswohnheime oder Internate sein. die als Dienstwohnung von Forstbeamten. Das kann eine von mehreren Wohnungen in einem Gebäude sein oder ein Gebäude als Ganzes. Im Gegensatz dazu ist in Schleswig-Holstein die Anzahl der Gutshäuser. Im letztgenannten Bundesland reicht die Anzahl der Gutshäuser. BGB).4. Im Gutshaus von Strecknitz hat das Universitätsklinikum Lübeck ein medizinisches LaserZentrum eingerichtet.2 %). Der Charakter der Wohnnutzung ist dann natürlich gänzlich anders. Die Anzahl der Gutshäuser. aber immer noch im Besitz von Nebengebäuden sind.4. Das sind insbesondere Höfe mit Mietwohnungen in Landarbeiter-häusern und anderen Nebengebäuden. fast an die Zahl derer heran.5 %). sondern auch den Ertrag bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung zu gewähren (§ 581 BGB). Hierbei ist im Auge zu behalten. In Mecklenburg-Vorpommern bestehen drei Internate. Keine andere Nutzung wie das Wohnen zur Miete zeigt die anders geartete Nutzungsstruktur der Gutshäuser in Schleswig-Holstein und MecklenburgVorpommern so deutlich auf. wenn der Vermieter dem Mieter Wohnraum gegen Entgelt zum Gebrauch überlässt (§§ 535 ff. Im Unterschied zur Miete hat der Eigentümer dem Pächter nicht nur den Gebrauch. Hinzu treten 20 Gebäude. die als Dienstwohnung genutzt werden. Nur 41 Standorte haben ausschließlich Mietwohnungen in den Gutsgebäuden (4. geht die Bedeutung von Standorten mit Mietshäusern nur unwesentlich zurück.4 Prozent der bewohnten Gebäude. da es sich in der Regel um Privatschulen mit Unterkunft handelt. 5. Wird der gesamte Gebäudebestand der Anlagen betrachtet. Immerhin 492 Anlagen zeichnen sich durch das ausschließliche Vorhandensein von Mietwohnungen aus (26. Das entspricht einem Anteil von 34. die nur mit Mietwohnungen versehen sind.3 %). Der Unterschied zu Krankenhäusern liegt in der längeren Aufenthaltsdauer und geringeren Betreuungsintensität begründet. zwölf Standorte (M-V: 4) haben darüber hinaus Mietwohnungen auf dem Hof. davon ist ein Gutshaus verpachtet und Wohnraum weitervermietet. dass viele Gemeinden zwar Gutshäuser verkauft haben. geradezu lächerlich gering. Nur 19 Objekte mit dieser Verwendung wurden erfasst. die als Ganzes vermietet oder verpachtet sind. Es handelt sich um das private Internatsgymnasium im Herrenhaus in Torgelow am See bei Waren.4 %). Hierbei kann die besondere Ausstrahlung der Gebäude durchaus ein Gunstfaktor sein. 246 Standorte mit Mietwohnungen weisen noch anderen Wohnformen auf (13.4 Wohnen zur Miete Gutsanlagen und ihre Nutzung Wohnen zur Miete liegt dann vor. Insgesamt 533 Objekte werden so genutzt. in denen sich ausschließlich Mietwohnungen befinden. 18 (M-V: 7) bewohnt nur der Pächter mit seiner Familie. einem Internat des Jugendförderungswerkes in Greven bei Lübz und um . ist bedeutender. In Schleswig-Holstein sind 35 Anlagen zur Gänze verpachtet. Hinzu treten 22 Objekte.222 5. die ausschließlich vom Eigentümer bewohnt werden.und Schlossanlagen. 40 Objekte fallen in diese Kategorie. 203 Anlagen verbinden das Vorhandensein von Mietwohnungen mit anderen Wohnformen (22. Gutsverwaltern oder Hausmeistern bewohnt werden. Auf fünf verpachteten Höfen (M-V: 1) sind ausschließlich Mietwohnungen in den Gutsgebäuden vorhanden oder der Landwirtschaftsbetrieb wird durch einen Verwalter bewirtschaftet. Kliniken gibt es in den Gutshäusern von Bartmannshagen und Karlsburg sowie im Amtshaus von Crivitz. die in einem Wettbewerb zueinander stehen.5 Wohnen in Betreuungseinrichtungen Betreuungseinrichtungen beinhalten das dauerhaft angelegte Wohnen unter Aufsicht und Fürsorge in Gemeinschaftsunterkünften. Insbesondere Internate haben eine Affinität zu Guts.

Das staatliche Internat im Plöner Schloss wurde im Jahr 2001 aufgelöst. In dieser Hinsicht hat zum Beispiel das Gutshaus Bellin einen interessanten Werdegang aufzuweisen. Alte und Gebrechliche.0 Mecklenburg-Vorpommern Anzahl Prozent 3 5 10 15 3 16 14 66 4. Das entspricht einem Anteil von immerhin 5.0 Art der Einrichtung Internat/Wohnheim Sozialwohnheim Kinderheim Behindertenheim Alten. Nach 1945 wurde es Kinderheim.6 7. Das sind eine Betreuungseinrichtung für psychisch Kranke im Gartenhaus von Neu Königsförde. ein Altenheim im ehemaligen Kuhstall von Stift (Gem. In Schleswig-Holstein sind es 43 und in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 66 Objekte. Gravierende Abweichungen betreffen nur das Vorhandensein von Alten. danach Verwaltungs. Art und Anzahl der Einrichtungen sind in den beiden Bundesländern in ihrer Struktur relativ ähnlich.2 21. Im engeren Sinne sind Betreuungseinrichtungen aber vor allem Heime für die Unterbringung von Menschen in wirtschaftlicher Not oder mit Handicap. denn in MecklenburgVorpommern sind sehr viele Sozialeinrichtungen bereits im Verlauf der Bodenreform in Gutshäusern untergebracht worden. Andererseits sind nach 1990 eine Reihe von Betreuungseinrichtungen in Gutshäusern auch neu eröffnet worden. Das sind zum Beispiel Sozialschwache und Asylbewerber.4 100.8 4. Altenholz) und ein Pflegeheim im umgebauten Marstall von Griebenow.und Parteischule und ab 1979 Heim für SWAPO-Angehörige aus Angola.5 24. körperlich oder seelisch bedrohte oder geschädigte Kinder.3 Prozent der bewohnten Gebäude. Nach der Vereinigung und in den darauf folgenden Jahren wurden diese Heime allerdings vielfach aufgelöst.8 11.Gutsanlagen und ihre Nutzung 223 ein Lehrlingswohnheim in Wendhof. Die historischen Wirtschaftsgebäude dienen dem Schulbetrieb.2 22.oder Drogenabhängige. Sie sind fast ausnahmslos in Guts. Einrichtung Einr. Nach 1990 leergezogen wurde das Gebäude an die Hamburgerin Angelika Sloman verkauft und beherbergt heute Ferienwohnungen. Die Anzahl der Betreuungseinrichtungen in Gutsgebäuden ist im Untersuchungsgebiet erheblich.5 beziehungsweise 4. Behinderte. psychisch Kranke sowie Alkohol-. für Suchtkranke Summe Tab. Darüber hinaus sind drei Einrichtungen in Nebengebäuden vorhanden. Während die Schleswig-Holstein Anzahl Prozent 2 2 5 11 9 4 9 42 4. Medikamenten. 21: Art und Anzahl der Betreuungseinrichtungen in Gutsgebäuden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.2 100.6 15.7 4. In Schleswig-Holstein sind zwei private Internatsgymnasien beheimatet. Die größere Bedeutung dieser Nutzungsform in Schleswig-Holstein überrascht. .5 21.und Pflegeheim Psychiatr.und Pflegeheimen und psychiatrischen Einrichtungen.2 21.4 9. da sie den modernen Anforderungen nicht mehr entsprachen. Neben Rohlstorf ist Louisenlund an der Schlei überregional bekannt.9 26.oder Amtshäusern untergebracht. Das Gutshaus und das abseits gelegene Pächterhaus der so genannten Meierei (Bauhof) beherbergen die Unterkünfte.

Noch im Jahr 2000 sind das Heim im Gutshaus von Neu Krenzlin und im Jahr 2001 die Einrichtungen in Kronsburg und Alt Polchow geschlossen worden. Generell sprechen für die Einrichtung von Heimen in Gutshäusern die große Nutzfläche und die ländliche Abgeschiedenheit. Dafür wurden nach 1990 bis dahin unbekannte Einrichtungen aufgebaut. Da sich diese Objekte ohnehin im Eigentum des jeweiligen Landkreises befinden. In Kakernehl. Vor 1990 wurden zum Beispiel Einrichtungen im Schloss Mirow (1979) und im Herrenhaus in Kaarz (1988) geschlossen. Lindenberg. erschien diese Nutzung nahe liegend.und Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern hängt mit einer gewissen Dezimierung zusammen. . Bis Mitte der neunziger Jahre wurden mindestens weitere 14 Altenheime aufgelöst. Schönberg (Amtshaus) und Zemmin wurden Asylbewerberheime eingerichtet.224 Gutsanlagen und ihre Nutzung Ersteren in Schleswig-Holstein stärker vertreten sind. Zumindest die geringere Anzahl von Alten. kommen in Mecklenburg-Vorpommern psychiatrische Einrichtungen vergleichsweise häufiger vor.

So wichtig es sein mag. die Nutzung von Einzelgebäuden zu analysieren. Daher gehörten im begrenzten Maße auch Fragen zu den wesentlichen Daten der Gutsgeschichte dazu. heutigen Nutzung und des Bauzustandes jedes einzelnen Gebäudes des Gutshofes möglich sein. die Erfassung der baulichen Entwicklung der Gutsanlage inklusive der historischen Einbettung dieser Vorgänge. bedeutende Persönlichkeiten. Dabei standen insbesondere quantitative Fragestellungen im Vordergrund. Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 6. die sich aus der Betrachtung aller Standorte herleiten lassen. Für diesen Zweck sind die Gutshöfe aufgesucht und ein Großteil der Besitzer der Gutsgebäude persönlich befragt worden. Durch die Analyse der geografischen Verteilung lassen sich unter Umständen sogar geeignete Standorte für Neuansiedlungen erkennen. . Es wurde untersucht. Zunächst ging es darum. darf nicht in Vergessenheit geraten. Eine Gutsanlage hat einen teilweise jahrhundertelangen Entwicklungsprozess durchgemacht. Nutzungskonzepte zu erfassen. Dazu gehört die Ursachenforschung bezüglich der Gebäudeverluste seit dem Jahr 1900. Es ist aber nicht sicher. Mit diesem eher induktiven Ansatz ist es möglich. Kurz gesagt. dass sich historisch betrachtet – und vielfach auch noch heute – der Gutshof als Organismus durch das Zusammenspiel einer Vielzahl von Nutzungen und entsprechender Gebäudetypen auszeichnet. Nutzungskombinationen stellen ein probates Mittel dar. auf die besonderen Beweggründe der Eigentümer von Gutsanlagen während der Umsetzung von Umnutzungsmaßnahmen einzugehen. Das Eingehen auf die wenigen ungewöhnlichen Nutzungskonzepte ist mindestens ebenso interessant. Die Fragekomplexe der leitfadengestützten Interviews bauten hierbei aufeinander auf. um die grundlegenden Strukturen der Nutzung unter jeweils anderen Voraussetzungen herausarbeiten zu können. Aus diesem Grund wurden vier Gutshöfe im Untersuchungsgebiet ausgewählt. Allerdings nicht als Selbstzweck.1 Auswahlkriterien Bisher lag der Betrachtung der Nutzung von Gutsgebäuden eine sektorale Sichtweise zu Grunde. die bei einer Betrachtung von Gutsanlagen als Ensembles notwendig ist. sollte eine möglichst lückenlose Klärung der Nutzung der Einzelgebäude im gleichen Zeitraum im Mittelpunkt stehen. Die Beurteilung dieser möglicherweise innovativen Nutzungsideen ist aber nur mit Hilfe von allgemeinen Kriterien möglich. zu einer möglichst vollständigen Bestandsaufnahme zu kommen. Nach dieser Eruierung des Ist-Zustandes sollten Aussagen zu der Eigentumsstruktur.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 225 6. ist eine intensivere Betrachtung von ausgesuchten Gutsanlagen als Ganzes erforderlich. Zu diesen historischen Gegebenheiten zählen zum Beispiel besondere landwirtschaftliche Wirtschaftsweisen. ob die zurzeit erfolgreichen Projekte es auch in Zukunft sein werden. Die rein deduktive Methodik kann keine genügend integrative Gesamtschau der Nutzungsstruktur liefern. die mehrere Gebäude und Nutzungsarten miteinander verknüpfen. Ähnliches gilt für die Analyse der Nutzungsstruktur eines Gutshofes. Was die noch bestehenden Gebäude betrifft. Außerdem entsteht an dieser Stelle Raum. unterschiedliche Gebäudetypen im Rahmen eines Nutzungskonzeptes erhalten zu können. So sind Aussagen über die Häufigkeit der von den Eigentümern bisher präferierten Nutzungsalternativen möglich. Um diesem wesentlichen Charakteristikum des Untersuchungsgegenstandes gerecht werden zu können. die der Anlage ihren Stempel aufgedrückt haben oder Verkäufe von Gebäuden. welche Rolle zum Beispiel der Tourismus oder das Wohnen auf den Gutshöfen im Untersuchungsgebiet spielen. sondern nur soweit diese historischen Ereignisse Einfluss auf die heutige Situation des Gutshofes gehabt haben.

deren Eigentümer sich auch mit einer Zusammenarbeit einverstanden erklärten. Der dritte und letzte Fragenkomplex befasste sich mit Aspekten der technischen Abwicklung von Umnutzungsmaßnahmen. Er muss sich vor einer Umnutzung darüber klar werden. Handel oder Handwerk aufweisen. So sollten die Gutsanlagen einen möglichst großen Bestand an unterschiedlichen Gebäudetypen aufweisen. mit der Anzahl der Gebäude zunehmen. wurden bis auf den vielversprechendsten Standort seiner Art eliminiert. die qualitativen Dimensionen der Umnutzungsmaßnahmen zu erfassen. dass die Schwierigkeiten. Es erscheint nahe liegend anzunehmen. wo konzeptionelle Überlegungen die gesamte oder aber doch den wesentlichen Teil einer Gutsanlage berührten. Hierbei wurde auch ganz konkret nach den Grundlagen des jeweiligen Nutzungsund Erhaltungskonzeptes gefragt. Daher kann dieser der Verwendung seiner Gebäude nicht gleichgültig gegenüberstehen. dass es sich vorzugsweise um Anlagen von ehemaligen Adligen Gütern oder Rittergütern als Zentren von Gutsbezirken oder gar ganzer Gutskomplexe handeln musste. lieber die Gebäude verfallen oder abreißen zu lassen. während der Analyse zu einem möglichst großen Erkenntnisgewinn zu kommen. 45). Außerdem sollten die vier Gutshöfe möglichst für das Untersuchungsgebiet typische Erscheinungsformen aufnehmen. Auch diese Maßgabe hatte die Absicht. Im Extremfall kann am Ende so eines Entscheidungsprozesses sogar der Entschluss stehen.226 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Auf dieser Grundlage schlossen sich Fragen zur Charakterisierung der Eigentümer und ihrer Lebensumstände an. Idealtypischerweise sollten die auszuwählenden Gutshöfe daher neben der Wohnnutzung weitere Nutzungsarten wie Landwirtschaft. Blücherhof und Dalwitz in MecklenburgVorpommern heraus (Abb. Da nicht das mehr oder weniger zufällige Wirken von verschiedenen Eigentümern auf einem Gutshof untersucht werden sollte. ob die geplanten Maßnahmen seinen persönlichen Präferenzen entsprechen oder nicht. Ausbildung. Diese Maßnahme sollte ebenfalls eine Verdichtung beim Erkenntnisgewinn herbeiführen. dass in MecklenburgVorpommern die Erhaltungsproblematik erheblich größer ist als in Schleswig-Holstein. wurden Beispiele gewählt. Anlehnend an die ungleiche Verteilung der Standorte im Untersuchungsgebiet sollte ein Gutshof in Schleswig-Holstein und drei Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern ausgewählt werden. andererseits mögliche Strategien zu Tage treten lassen.oder Mietwohnungen? Die Antworten auf solche Fragen waren dabei behilflich. Wurden Fördermöglichkeiten genutzt? Gab es Schwierigkeiten mit Behörden? Wann lohnen sich Ferien. Kleinere Hofanlagen wie Meier. Die Erfassung der sozio-ökonomischen Basisdaten wie Alter. Ein weiteres Argument für diese Proportionierung besteht darin. Außerdem sollten die Höfe eine möglichst vielfältige Nutzungsstruktur aufweisen. Als Extrakt kristallisieren sich die Gutshöfe Hohenstein in Schleswig-Holstein sowie Klein Nienhagen. Damit ergab sich fast von selbst. Der Hof gehört zumindest zur erweiterten privaten Sphäre des Eigentümers und seiner Familie. Bei der Auswahl spielten mehrere Kriterien eine Rolle. die für ähnliche Eigentümerpersönlichkeiten ebenfalls geeignet sein könnten. . Unter Berücksichtigung all dieser Komponenten sind die erhobenen Daten nach geeigneten Standorten durchsucht worden. Kandidaten. Darüber hinaus mussten die zu wählenden Gutsanlagen mit einem bedeutenden Anteil in den Bereichen Freizeit und Tourismus genutzt werden. Beruf sowie der wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse sollte einerseits die innere Motivation vor und während der Umnutzungsmaßnahmen erhellen. Zu guter Letzt sollten die Eigentümer der ausgewählten Gutshöfe zumindest eines oder mehrere Gebäude unkonventionell nutzen. um die Möglichkeit der Nachahmung dieser unter Umständen innovativen Ideen sondieren zu können. Die vielen Probleme bei der Erhaltung von Gutsgebäuden konnten mit diesem Verfahren anhand von nur vier Standorten quasi gebündelt untersucht werden. die sich in ihrer Nutzungsstruktur zu ähnlich waren.oder Dreiseithöfe schieden damit von vornherein aus. für mehrere unterschiedliche Gebäude ein Nutzungskonzept zu entwickeln.

Hohenstein und Klein Nienhagen FLENSBURG Hohenstein KIEL STRALSUND ROSTOCK GREIFSWALD Klein Nienhagen Dalwitz LÜBECK WISMAR SCHWERIN Blücherhof NEUBRANDENBURG . Dalwitz.Abb. 45: Die Standorte Blücherhof.

Sozio-ökonomische Grundlagen Bis heute ist das Gut vornehmlich ein landwirtschaftlicher Großbetrieb geblieben. jedoch ein Lager. Gerste. Nach verschiedenen Besitzerwechseln kaufte 1854 der Hamburger Theodor Heinrich Milberg und seine Ehefrau Harriett – eine geborene Schröder – das Gut für 94 000 Reichstaler. Die Gegend wird von weiten Ackerflächen bestimmt. Hohenstein hat zusammen mit dem benachbarten Hemmelmark eine GbR gegründet und bewirtschaftet die gemeinsame Ackerfläche zusammen mit dem Partner. . Das Umsteuern erfolgte bereits unter der Ägide der Mutter. 29 Hektar Wiesen und Weiden und 18 Hektar Wald. Damals erwarben vermögende bürgerliche Reeder-. Zehn Jahre später wurde das Gut wieder veräußert. Noch bis 1984 bestand eine große Milchviehherde von rund 100 Milchkühen sowie etwa 120 Stück Nachzucht und Kälber. jedoch 1717 an seine Tochter verkauft. Teiche und Hoffläche. Kaufmanns. Auf die rund 430 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) entfallen 280 Hektar Ackerland. Die Hofgebäude wurden abgerissen und die Landfläche mit der von Hohenstein vereinigt. Zu Beginn des 20.und Obstgarten auf.und Bankiersfamilien aus Hamburg eine Reihe von Gütern in SchleswigHolstein. da die Landflächen der beiden Güter stark miteinander verzahnt waren. Der Hof wurde Anfang des 18. auf denen vorzugsweise Weizen. Die Böden haben sich aus Geschiebelehm und -mergel entwickelt und weisen Werte von über 50 Bodenpunkten auf. In den Jahren zuvor war es oftmals zu Unstimmigkeiten gekommen. Auf dem Gutshof gibt es keine Trocknung für das geerntete Getreide. Das Gut gehört nicht zu den prominenten Vertretern der Landschaft Schwansen. Damit waren die Geschicke von Hohenstein und Hemmelmark endgültig voneinander getrennt.2 Hohenstein – Vorgehen Schritt für Schritt Der Gutshof Hohenstein liegt sechs Kilometer nordöstlich von Eckernförde etwas abseits der Landstraße (L 26). Die Pflege der historischen Parkanlage konzentriert sich auf den Kernbereich. Jahrhunderts von Christian von Leuenburg als Meierhof des Adligen Gutes Hemmelmark errichtet. Insbesondere in den sechziger Jahren forstete man weniger ertragreiche Böden und teilweise den alten Nutz. Dementsprechend viele Mitarbeiter wurden beschäftigt. davon waren 382 Hektar Ackerland. 100 Hektar Wald. Bis 1912 verpachtete man den Landwirtschaftsbetrieb. Bogislav-Tessen von Gerlach. 1897 wurde der 136 Hektar große Meierhof Sophienruh vom Gut Mohrberg für 247 000 Reichsmark angekauft. In ihrer Zeit begann die Aufnahme von Urlaubsgästen in Ferienzimmern und der Einzug der Akademie der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft in das Herrenhaus.228 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 6. Der Eigentümer. Der Gutsbezirk Hohenstein umfasste danach bis zu seiner Auflösung in den zwanziger Jahren rund 450 Hektar. steuert den Betrieb und ist darüber hinaus als Verwaltungsjurist tätig. Der Landwirtschaftsbetrieb wird von einem Verwalter geführt.und Parkfläche sowie 50 Hektar Wiesen. Jahrhunderts befanden sich dort 14 Wohngebäude in denen 101 Einwohner lebten (OLDEKOP 1906). Bis dahin hatte sich ein großer Modernisierungsbedarf angestaut. Das mag daran liegen. Die flachkuppige Landschaft entstand während der Weichseleiszeit. Das Gutsareal befindet sich in der Gemeinde Barkelsby am Nordufer der Eckernförder Bucht und verfügt über einen eigenen Sandstrand. Bereits 1744 ging Hohenstein wieder an Hemmelmark. dass Hohenstein erst 1802 zum Adligen Gut erklärt wurde und nie ein besonders großes Areal einnahm. Das erfordert einen erheblichen Aufwand. Seit dieser Zeit ist Hohenstein im Familienbesitz. die von Eckernförde über Waabs nach Kappeln führt. Er übernahm 1980 den Hof von seiner Mutter. Hohenstein liegt auf dem nach Norden ansteigenden Gelände einer Endmoräne. Eine größere Rolle spielt des Weiteren die Forstwirtschaft. Raps und Zuckerrüben angebaut werden. Weiden.

Workshops und Feierlichkeiten. Für die technische Abwicklung. die sich auf 21 Gebäude verteilen.und Unterhaltungsaufwendungen nötig. Für Interessierte besteht zudem die Möglichkeit der Jagd. Die beiden letztgenannten Bereiche tragen erheblich zum Erhalt der Gutsgebäude bei. Bei größeren Veranstaltungen wie Familienfeiern werden zusätzlich mehrere Aushilfskräfte engagiert. Daher sind keine Organisations. Ebenfalls hat die Vermietung von Wohnraum ein großes Gewicht. der jährlich aktualisiert vom Verein Arbeitsgemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof in Schleswig-Holstein e. Nicht nur zweibeinige Touristen finden auf dem Hof Unterkunft. Die Bedeutung dieses Mediums nimmt merklich zu. zum Beispiel im Bonner Anzeiger oder in der Berliner Zeitung. . wobei die Auslastung der Ferienhäuser um die hundert Tage im Jahr schwankt. Insbesondere in dieser Zeit sind die Ferienhäuser und Appartements belegt.V. allerdings sind viele Ruheständler vertreten. Vier ehemaligen Mitarbeiter des Gutes zahlen mit rund 2. das im Herrenhaus eine Wohnung bezogen hat. Es handelt sich nicht nur um traditionelle Wohngebäude wie Katen. Hauptverbreitungsweg ist aber immer noch die Mund-zu-Mund-Propaganda der vielen Stammgäste. Die Struktur der Mieter ist nicht homogen. Der Eigentümer führt auf Anmeldung Führungen von Gruppen durch. Abseits vom Hof besteht am gutseigenen Strand ein kleiner Campingplatz mit 18 Plätzen. Die für die moderne Agrarproduktion ungeeigneten großen Wirtschaftsgebäude werden entweder im Winter zum Unterstellen von Booten. Die vierte Säule ist die Vermietung von Veranstaltungsräumen für Seminare. ist das Hausmeister-Ehepaar zuständig. wie zum Beispiel die Endreinigung. Damit hat die fünfte Säule der Nutzungskonzeption in Hohenstein eine extensive Natur. Eines der vier Kinder betreut und gestaltet die Homepage (www. wie er in Schleswig-Holstein üblich ist. Geworben wird vornehmlich durch einen Eintrag im Katalog Urlaub auf dem Bauernhof. Noch heute nehmen vielerorts in Schleswig-Holstein die Gutsbesitzer die historisch engen Bezüge und Verpflichtungen zur Kirche wahr. Wohnwagen und Caravans genutzt oder dienen zur Nutzholzlagerung. Die Kinder können Ponys reiten.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 229 Heute ruht das Nutzungskonzept für die Hohensteiner Gutsgebäude auf fünf Säulen. Ein Architektenehepaar ist dabei und einige Mitarbeiter des Ferienzentrums Damp 2000. Das sind selbst für ländliche Verhältnisse sehr geringe Mietpreise. Die Anlage Anne-Marie dient der Arrondierung des touristischen Angebots. So kann auch in Anbetracht der Bewirtschaftung der Landwirtschaft durch einen Verwalter von einem Familienbetrieb gesprochen werden. Außerdem gibt es eine hofeigene Minigolfanlage. Die wirtschaftliche Grundlage des Gutsbetriebes ist und bleibt die Landwirtschaft – in diesem Fall der Marktfruchtbau mit etwas Forstwirtschaft. Gelegentlich werden Anzeigen geschaltet. Seit 1999 ist der Gutsbetrieb auch im Internet vertreten und bietet dort vor allem seine Ferienunterkünfte an. Die durchschnittliche Miete beträgt rund fünf Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Sie ist Mitglied der nordelbischen Synode und in der örtlichen Kirchenleitung aktiv. Es handelt sich ausnahmslos um Dauerplätze.guthohenstein. Diese Einheiten werden das ganze Jahr über angeboten. Die dritte Säule des Gutsbetriebes stellt die Vermietung von Ferienzimmern und -wohnungen im Herrenhaus und einigen Nebengebäuden dar. herausgegeben wird. Seine Ehefrau kümmert sich um die Feriengäste. denn es sind Gastpferdeboxen vorhanden.80 Euro sogar noch weniger. Das Gut hat insgesamt 39 Mietwohnungen in Verwaltung. bleiben in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung allerdings weit hinter der Landwirtschaft und der Vermietung von Wohnraum zurück. Die Aufnahme der Feriengäste geschieht im Wesentlichen in der Saison von Mai bis September. sondern auch umgebaute ehemalige Wirtschaftsgebäude werden für Wohnzwecke vermietet. In den etwas kleineren Wirtschaftsgebäuden befindet sich eine Privatsammlung mit landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen.de) des Gutes im Internet.

Abb. 46: Der Gebäudebestand der Gutsanlage Hohenstein (1) Pächterhaus (14) (13) (1) (2) Kutschremise (11) (6) (3) Ackerpferdestall (1982 abgebrannt) (4) Holzscheune (5)Kuhhaus (8) Lager (7) (6) Kutschpferdestall mit Kutscherwohnung (8) (2) (5) (3) (9) (4) (16) (12) (10) (15) (7) Schleppergarage .

Hühnerhaus (li.) (11) Speicher (12) Schweinestall (9) Schafstall (10) Herrenhaus (Parkseite) .) (15) Dampf.(13) Stellmacherhaus (li.und Rauchhaus (re.bzw.) und Göpel-Anbau der (16) Meierei (re.) und (14) Wasch.

Neun Wohnhäuser – zumeist historische Landarbeiterkaten – liegen an der Straße von Eckernförde nach Kappeln (L 26) und damit nicht in der unmittelbaren Nähe des Gutshofes. Die Kutscherwohnung im Kutschpferdestall ist heute eine Mietwohnung. Das Pumpenhaus diente mit seinem zentralen Tiefbrunnen früher der Wasserversorgung und dem zuständigen Mitarbeiter als Wohnung. von denen 22 dauerhaft bewohnt sind. Der übrige Teil des Gebäudes dient wie auch der Schweinestall als Museum. An zentraler Stelle befindet sich das Herrenhaus. Es geht auf ein Anfang des 19. Seit Anfang der sechziger Jahre nutzte die Akademie der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft das Gebäude. geschieht das in diesem Gebäude. Der für eine große Gutsanlage typische Ehrenhof mit Kavaliershäusern fehlt. die Remise und den Resten des ehemaligen Pferdestalls abgeschlossen. Da das Herrenhaus nicht ständig bewohnt wurde. Ein kleinerer Teil des Hauses wurde darüber hinaus von ausgebombten Familienangehörigen bewohnt. Dann wurde das Gebäude gegen Ende des Krieges requiriert und zu einem Mütterentbindungs. Danach zog ein Altenheim des Johanniter-Ordens ein. Seit die Familie ständig in Hohenstein wohnt. Die westliche Seite des Hofplatzes wird durch den Kutschpferdestall. Das Gebäude wurde 1992 instand gesetzt und wird seither als Ferienhaus vermietet. Seit dem Umzug der Akademie nach Tannenfelde wurden sukzessive immer mehr Räume in Anlehnung an die Vornutzung als Appartements oder Ferienzimmer vermietet. Das Herrenhaus ist so gut wie nie dauerhaft von der Eigentümerfamilie bewohnt worden. Das Schnitterwohnhaus wurde 1997 saniert. Ein besonderes bauliches Entree zum Hof gibt es . Aus dieser Zeit stammt die Großküche im Souterrain. Es handelt sich um historische landwirtschaftliche Geräte. Beide großen Wirtschaftsgebäude dienen wie die Holzscheune und der größte Teil des alten Schafstalls heute der Unterbringung von Wohnwagen und Booten im Winter sowie von Kraftfahrzeugen. Maschinen und Fuhrwerke. Auch das Administratorhaus und ein Wohngebäude sowie das ehemalige Pumpenhaus am nordöstlichen Rand des Parks sind mit der Gutsanlage ebenfalls nicht unmittelbar räumlich verbunden.232 Gebäudebestand Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Der Kernbereich des heutigen Ortsteils Hohenstein besteht – von Schuppen.und -genesungsheim umfunktioniert. Auf insgesamt 45 Quadratmetern Wohnfläche befinden sich im Erdgeschoss ein Wohn-/Essbereich mit Einbauküche und Duschbad sowie im Obergeschoss zwei Schlafräume für je zwei Personen. sondern diente bis zum Zweiten Weltkrieg als standesgemäße Sommerresidenz. Im Gebäude befinden sich drei Mietwohnungen. Die Kutscherremise dient heute als Garage. die fast alle vom Gut Hohenstein selbst stammen. Der 1958 auf der Nordseite angefügte Gebäudetrakt ist vermietet. Garagen und anderen kleineren Nebenanlagen einmal abgesehen – aus 27 Gebäuden. Dort befindet sich eine Privatsammlung mit über tausend Exponaten. Damit diente bis in die siebziger Jahre das Herrenhaus als Bildungszentrum in Form einer Seminarunterkunft. Alle genannten Gebäude befinden sich im Eigentum des Gutsbetriebes. Ansonsten weist die Gutsanlage Hohenstein noch eine erfreulich vollständige Gebäudesubstanz auf. Jahrhunderts errichtetes klassizistisches Gebäude zurück. Das Pächterhaus von 1881 befindet sich an einer wenig exponierten Stelle an der westlichen Zufahrt zum Hof. das nach 1854 erweitert und im Geschmack der Zeit umgestaltet wurde. Allerdings werden auf Anfrage die Türen und Tore geöffnet. bedurfte es keiner Wohngebäude für die Dienerschaft. Flankiert wird das Herrenhaus rechts und links von Speicher und Kuhhaus. die vollständig unter Denkmalschutz steht. Die Ausstellung ist wie der gesamte Gutshof aber nicht öffentlich zugänglich. Der Ackerpferdestall (Abb. Die Zufahrt erfolgt seit jeher von Norden. Im Speicher ist eine große alte Dreschmaschine untergebracht. 46) brannte 1982 aufgrund der Fahrlässigkeit zweier Kinder ab.

Ein Schornstein wie in Neudorf bei Hohwacht existiert nicht mehr. Ein Göpel – auch Rosswerk genannt – ist ein von Zugtieren betätigter Antrieb für landwirtschaftliche Maschinen. Jahrhunderts erfolgt sein.und Rauchhaus wurde instand gesetzt. Dem Dampfhaus gegenüber auf der rechten Seite der östlichen Zufahrt steht das ehemalige Wasch. Eine Besonderheit stellt die Meierei mit Göpel-Anbau dar. Dort wurde der Dampf zum Erhitzen der Milch erzeugt. Diese Turmruine auf einer kleinen Anhöhe ist heute weitgehend zugewachsen. Diese Parkanlage wurde in der Mitte des 19. Die Gebäude sind über 125 Jahre alt und seit ungefähr 40 Jahren aus der Nutzung. Am architektonischen Habitus lässt sich erkennen. Noch heute befinden der Kutschpferdestall. dass er zumindest in seiner Grundsubstanz nicht gefährdet ist. . Das Wasch. Das nur 65 Quadratmeter Wohnfläche bietende Gebäude wurde zum Ferienhaus für vier bis sechs Personen umgestaltet. Eine größere kunsthistorische Bedeutung kommt dem Park zu. Jahrhunderts umgestaltet. Eine weitere Umgestaltung und Erweiterung nach Süden erfolgte 1883 wahrscheinlich durch den Hamburger Gartenarchitekten Friedrich Joachim Christian Jürgens (SCHUBERT 1996: 314).und Wirtschaftsgebäude erhalten. Möglicherweise stammen acht Linden von einem barocken Vorgänger (SCHUBERT 1996: 311). Erste durchgreifende Sanierungsmaßnahmen begannen bereits 1978 auf dem Hof. Nach der Modernisierung der Stellmacherei 1990 sah man zum ersten Mal von einer festen Vermietung als Wohnhaus ab. Das Gebäude mit 200 Quadratmeter Wohnfläche ist heute für Wohnzwecke vermietet. Er wohnt auch noch heute dort. dass die Anlage aus einem Meierhof hervorgegangen ist und erst spät zu den Adligen Gütern aufrückte. Allerdings sind bis auf den abgebrannten Ackerpferdestall alle Neben. die Kutschremise und der Schafstall allenfalls in einem mäßigen Zustand. So bezeichnet man ein mit Felsen drapiertes Areal. Eine Terrasse am Haus komplettiert die Ausstattung.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 233 nicht. Die Anlage eines größeren Landschaftsparks dürfte allerdings erst zu Beginn des 19. Es entstand ein Teepavillon. Bis 1928 wurden im Gebäude Hühner gehalten. Der Zentralbereich des Parks ist gepflegt. die nach einem Großbrand ab 1880 errichtet worden sind. Im Erdgeschoss wurden der Wohnbereich mit Küche und Duschbad untergebracht. dass sie als einsturzgefährdet galt. Es wird der Umbau zu einer Reithalle erwogen. Zwei Jahre später folgte man beim Umbau des etwas kleineren Pumpenhauses diesem Vorbild.und Erhaltungsmaßnahmen Die meisten Wirtschaftsgebäude wurden durch die veränderte Bewirtschaftung des Gutes im Laufe der Zeit nicht mehr benötigt. Ebenfalls als Ganzes vermietet ist das ehemalige Dampfhaus. Links daneben befindet sich das frühere Backhaus. in das später die Stellmacherei des Gutes eingerichtet wurde und das heute als Ferienhaus vermietet wird. Das hatte gravierende Auswirkungen auf den Zustand der meisten Gutsgebäude. Im Dachgeschoss befinden sich zwei Schlafräume. Die ursprünglich mit Reet gedeckte Meierei war schließlich so ruinös.und Rauchhaus. wobei als Interieur eine Schweizer Sennhütte und eine dem Mittelalter nachempfundene Turmruine entstand. Mühlen oder Pumpen. In diesem Fall wurden für den Molkereiprozess wichtige Maschinen wie die Milchschleuder zum Entrahmen der Milch angetrieben. der einen historischen Eiskeller als Fundament nutzt sowie eine Teichanlage und eine Rockery. das Reminszenzen an das Gebirge erwecken soll. wovon einer für vier Personen nutzbar ist. Umnutzungs. In unmittelbarer Nähe der Meierei steht das Dampfhaus. Heute sind die Anlagen südlich der Teichanlage aufgegeben und aufgeforstet. 1987 wurde das Gebäude für den damalige Verwalter als Wohnhaus ausgebaut. Der Schafstall ist so solide aus Feldsteinen gebaut.

Im Obergeschoss sind zwölf Einzel. Vier bis sechs Personen ermöglicht das Gartenappartement im Obergeschoss den Aufenthalt. Es ist für vier bis fünf Personen ausgelegt und verfügt über eine 30 und einen 25 Quadratmeter großes Zimmer.und Fernsehzimmer. ein Hartdach anzubringen.und Doppelzimmer unterschiedlicher Größe vorhanden. Die Ferienwohnung ist für zwei bis drei Personen ausgelegt. Insgesamt hat das Herrenhaus eine Kapazität von 28 Betten. Der Umbau wurde finanziell gefördert. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich das erheblich größere Parkappartement. Die Räume weisen zum Teil Dachschrägen auf und sind nur mit einem Waschbecken ausgestattet. Diese Zimmer genügen heute nicht mehr den Ansprüchen der Feriengäste. Das Gebäude wurde in den Jahren 1995 und 1996 entkernt und zehn Ein. Das Ferienzentrum Damp 2000 hat alle Wohnungen angemietet und bringt dort überwiegend eigene Mitarbeiter unter. andere dienen als Ferienzimmer. Das Eingangsportal wurde sogar erst in den dreißiger Jahren auf die Hofseite verlegt (SCHUBERT 1996). während es dem ehemals verpachteten Wirtschaftshof eine vergleichsweise wenig aufwendig gestaltete Fassade zuwendet. Ebenfalls im Jahr 1996 wurde die behutsame Renovierung des Herrenhauses in Angriff genommen. Die Arbeiten ließen die Strukturen des Gebäudes völlig unangetastet. Insgesamt bieten die Appartements räumlich betrachtet kein großzügiges Wohnerlebnis. Beim Umbau musste Rücksicht auf das überkommene Raumprogramm des Herrenhauses genommen werden. Da die Räumlichkeiten die Aufnahme einer größeren Personengruppe möglich machen. Das bedeutet eine gewisse finanzielle Entlastung. Sie werden daher ausschließlich im Rahmen von Veranstaltungen wie Feierlichkeiten. Das Landesamt für Denkmalpflege gewährte eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 25 000 Euro. Das vierte Appartement ist das 35 Quadratmeter große Seminarleiterzimmer. Die Meierei wurde statt mit Reet mit roten Tonpfannen gedeckt. Zusammen mit Zusatzbetten und den beiden Ferienhäusern können auf dem Gutshof bis zu 50 Personen untergebracht werden.bis Zwei-Zimmer-Appartements eingebaut. Das Turmappartement befindet sich im Erdgeschoss im Bereich des Turmes. Es befindet sich im Erdgeschoss auf der Hofseite des Herrenhauses. Die Räume bieten zwei Personen Platz und sind mit Antiquitäten eingerichtet. wurde die Ferienwohnung mit einem Duschbad und einer separaten Toilette ausgestattet. Der Eigentümer nahm des Weiteren einen zinsgünstigen Kredit der Investitionsbank Schleswig-Holstein von rund 50 000 Euro in Anspruch. Zunächst gelang es. Einige Räume werden zusammen als Appartements genutzt. Den Feriengästen stehen im Erdgeschoss das Kamin. Allerdings haben die drei beschriebenen Ferienwohnungen alle eine schöne Aussicht in den Park. Tagungen oder Seminaren vermietet. Allein die jährliche Sturm. Ein Reetdach ist in Erstellung und Unterhalt erheblich teurer als ein Hartdach.und Feuerversicherung der großen Reetdachfläche des Speichers kostet knapp 2000 Euro im Jahr. Die Bibliothek lässt Veranstaltungen mit . Hochzeitsgesellschaften oder Seminargruppen bis zu 60 Personen finden im Ahnensaal Platz. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde förderte den Einbau von denkmalgerechten Fenstern und die Eindeckung des Daches mit rund 15 000 Euro. was einerseits eine gute Sicht in den Park und andererseits eine gewissen Schutz vor unerwünschten Blicken ermöglicht. Die 65 Quadratmeter große Ferienwohnung verfügt über zwei Wohn-/Schlafräume und eine große Küche. Diese Finanzierungsquelle ist nach dem Erlass neuer Richtlinien mittlerweile weitgehend versiegt. Überhaupt ist das Herrenhaus traditionell auf den Park ausgerichtet. Duschen und Toiletten befinden sich auf dem Flur. Das Erdgeschoss ist als Halbparterre ausgebildet. der Gartensaal und eine überdachte Holzveranda zum Aufenthalt zur Verfügung.234 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Ein erheblich größeres Projekt stellte die Sanierung der Meierei dar. von der unteren Denkmalschutzbehörde die Erlaubnis erhalten.

Das Kaminzimmer und die Veranda ergänzen die Gesellschaftsräume. Die Familie von Gerlach stand bei ihren Erhaltungsbemühungen vor zwei großen Aufgaben. In diesem Fall besteht in der Regel eine emotionale Bindung des Eigentümers an die Gebäude. . Aufgrund der Tätigkeit als Verwaltungsjurist spielt das außerlandwirtschaftliche Einkommen des Eigentümers ebenfalls eine große Rolle. Auch die Mieteinkünfte lassen sich gut kalkulieren. Diese Regelung gilt auch dann. Ob sich der Ferien. Jahresfehlbeträge. einer vernünftigen Nutzung zugeführt werden. Eine steuerliche Problematik beim Fall in die Gewerblichkeit besteht darin. Januar 2000 – IV R 33/99). Bei der Neueindeckung des Daches mit Reet flossen finanzielle Zuwendungen der Denkmalpflege. Sechs bis acht Mal im Jahr wird der große Raum für diesen Zweck genutzt. Im Gartensaal darf getanzt werden. muss die Zukunft erweisen. da die Verluste bei der Einkommensteuer nicht steuermindernd geltend gemacht werden können (z. die in den Vorjahren entstanden und nicht gedeckt worden sind. Das heißt. Diese Kosten lassen sich mit dem Verlustvortrag auffangen. Ansonsten droht die Einstufung als Hobbybetrieb. Die momentane Auslastung der Ferienhäuser von um die hundert Tage im Jahr bewegt sich an der unteren Grenze des Erforderlichen. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 27.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 235 bis zu 40 Personen zu. Weitaus größere Gesellschaften von bis zu 300 Personen können im Obergeschoss des Speichers feiern.und Seminarbetrieb im Herrenhaus und in den Ferienhäusern rentierlich gestalten lässt. Der Lebensunterhalt der Familie wird im Wesentlichen durch Erträge aus der Landwirtschaft bestritten. dass mittelfristig der vom Gutsbetrieb abgetrennte Wirtschaftsbetrieb die Gewinnzone erreichen muss. der eher aus Privatinteresse und nicht aufgrund von Gewinnstreben existiert. die durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft und der damit einhergehende Neuausrichtung des Gutsbetriebes funktionslos geworden waren. das von der Familie nie dauerhaft bewohnt wurde. Das große Gebäude erfordert an sich bereits einen hohen Unterhaltungsaufwand. Einerseits musste das große Herrenhaus. Mehr ist vom Eigentümer allerdings auch nicht beabsichtigt. wenn alle Aufwendungen im Zusammenhang mit ungenutzten Gebäuden im Verbund mit dem Gutsbetrieb voll abzugsfähig gewesen wären. Die Einrichtung des privaten Museums ist gänzlich unrentierlich und kommt konzeptionell über die Aufbewahrung von kulturhistorisch interessanten Gegenständen nicht hinaus. Da es sich um einen Speicher und nicht um eine Scheune handelt. Körperschaft. Da eine Besichtigung nur auf Anfrage möglich ist. ist die große Dachfläche mit vielen Gauben gegliedert und der Dachbereich somit belichtet. Januar 2003 wird der Verlustvortrag allerdings nur noch auf die Hälfte des Gewinns beschränkt. der Verlust der Vorjahre kann mit dem Gewinn der Folgejahre bei der Einkommen-. Das Herrenhaus ist als ein eigenständiger Wirtschaftsbetrieb vom Gutsbetrieb abgetrennt.und Umbaumaßnahmen ausgegeben. Da diese touristischen Aktivitäten vornehmlich der Erhaltung der so genutzten Gebäude dienen und nicht primär dem Lebensunterhalt des Eigentümers. andererseits sind die vielen Wirtschaftsgebäude unterschiedlichster Art zu erhalten.B.und Verlustrechnung des Abrechnungsjahres übernommen werden. sind an die Rentierlichkeit niedrigere Maßstäbe als an übliche Anlageformen anzulegen. Die Bewahrung der Arbeitsgeräte als Zeugnis der früheren Bewirtschaftung vor der Motorisierung steht im Vordergrund. Die Nachzahlung von Steuern ist die Folge. Außerdem wurden bislang rund 350 000 Euro für Erhaltungs. Der Zugang erfolgt über eine Außentreppe am Westgiebel. kann von einer intensiveren Inwertsetzung zurzeit keine Rede sein.und Gewerbesteuer verrechnet werden. Seit dem 1. können in die Gewinn. Während dieser Anlässe leistet die Großküche im Souterrain wertvolle Dienste.

vier Hektar Wald sowie 4. Ab 1715 zogen immer wieder neue Besitzer auf dem Hof ein. Die Autobahnabfahrt Kröpelin-Kühlungsborn der Autobahn 20 ist nur rund zehn Kilometer entfernt. Der Gutshof liegt sechs Kilometer südlich von Kröpelin in der Gemeinde Altenhagen. zwölf Hektar Wiesen. Aufgrund der Fruchtbarkeit des schweren Lehmbodens bestand damals das Areal aus 208 Hektar Ackerland und Garten. Die begüterte Kaufmannsfamilie Schröder spielt in der zuvor beschriebenen Geschichte des Gutes Hohenstein bis heute eine erhebliche Rolle. In alter Zeit soll der Hof ein Lehngut der Familie von der Lühe gewesen sein. Ferdinand Graf von Polier wurde im August 1945 auf seinem Gut von den Russen verhaftet und Klein Nienhagen im Zuge der Bodenreform nur wenig später mit 30 Neubauern aufgesiedelt. sanieren und nutzen möchten. Ende des 19. Für ihn wurde 1910 das Gut Klein Nienhagen erworben.9 Hektar Unland. das sich heute wieder im Familienbesitz befindet. das fast bis in die heutige Zeit nachwirken sollte. also zum freien Eigentum des Grundherrn. sondern die gesamte Gutsanlage oder zumindest wesentliche Teile davon. Die Hofanlage ist nicht sonderlich groß und zeigt auch keinen umfangreichen Gebäudebestand. Die Zufahrt zum Gutshof führt über eine ein Kilometer lange schmale Straße. wenn auch Klein Nienhagen häufiger nur Teil eines Güterkomplexes gewesen ist. von Meerheimb. Er selbst geriet für drei Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft. das seine Wurzeln in Frankreich sowie in der Schweiz hat und 1828 in den österreichischen Grafenstand erhoben wurde. Klein Nienhagen war zwischenzeitlich zum Allodialgut. Die Umnutzungsvorhaben selbst wurden in Klein Nienhagen dann in einem beachtlichen Tempo durchgeführt. als der 1839 in Genf geborene Karl Wilhelm Maximilian Graf von Polier das Gut Altenhagen erwarb.oder Meierhof gehandelt hat. Das Herrenhaus macht aber deutlich. die den Eingang zum Gutshof markiert. Solche Investitionsvorhaben sind mit großen Unsicherheiten behaftet und kosten viel Zeit. Ferdinand Graf von Polier verstarb 1970 in Kiel. Danach folgt eine kurze Allee bestehend aus Rosskastanien. an deren Ende sich auf der Westseite sechs Gebäude wie auf einer Perlenschnur aufreihen. mit welchen Schwierigkeiten Investoren konfrontiert sind. ein Hektar Weiden. Die Poliers sind ein Adelsgeschlecht. Jahrhunderts war Carl von Pressentin Besitzer des nur 229. die Klein Nienhagen von Klein Mulsow aus verwalteten. Er war mit Marie Freiin von Meerheimb verheiratet. Ferdinand Graf von Polier war das einzige Kind aus zweiter Ehe. die er im Lager 7150 Grjasowez bei Wologda verbrachte.3 Klein Nienhagen – Konzentration auf die Vielfalt des Tourismus Am Beispiel Klein Nienhagen lässt sich exemplarisch darstellen. Ihm kauften seine Eltern 1901 das Gut Samow bei Gnoien. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Nur 69 Personen bewohnten in der Zeit Carl von Pressentins das Gut (RAABE 1894: 849). Die Familie machte sich 1882 in Mecklenburg sesshaft.9 Hektar großen Gutes. Aus der ersten Ehe ging der Sohn George Maximin (Max) Jacques Henri Graf von Polier hervor. 1986 seine Ehefrau Marie. Es ist das einzige der ehemaligen polierschen Begüterungen. Die Bedeutung blieb allerdings gering. Mit den von Oertzen. Er war mit Martha Schröder verheiratet. Martha Gräfin von Polier auf dem nahen Altenhagen kaufte das Gut für ihren Sohn. wenn sie nicht nur ein Gebäude erwerben. von Plessen und von Bülow waren einige der bekanntesten mecklenburgischen Adelsfamilien darunter. Im Jahr 1910 trat ein Ereignis ein. dass es sich nicht um einen ehemaligen Neben. geworden.236 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 6. Das Gutshaus ging in die Rechts- . Eine zersplitterte Eigentumsstruktur und ein schwebendes Verfahren durch vermeintliche Rückübertragungsansprüche verkomplizieren bereits den Erwerb der Gebäude und Grundstücke erheblich.

um die Spekulation zu verhindern. um Pferde unterbringen zu können. der nicht an Neubauern verteilt worden ist und sich im Besitz der öffentlichen Hand befindet. April 1998 wurde die Rückübertragung des Gutes Klein Nienhagen vom Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen Mecklenburg-Vorpommern abgelehnt. Das Ehepaar hatte sich entschlossen. wenn der Erbe auch selbst in der Landwirtschaft tätig war.und Reiterhof zu errichten. verunstaltende Bebauung aufweisen sollte. Tatsächlich war Maximilian Graf von Polier gebürtiger Schweizer. Ansonsten wurden die Grundstücke einer LPG zur Bewirtschaftung überlassen. Die Bereitschaft ist naturgemäß nur gering. was ihm automatisch zum Deutschen machte. Neben der BvS hatten zwei Privatpersonen und eine Erbengemeinschaft Eigentum an Gebäuden und Grundstücken. Dieses sieht vor. Mit dem Bescheid vom 6. September 1990 angemeldet hatte. Zwei entsprechende Regelungen aus dem Jahr 1975 und 1988 wurden noch im März 1990 außer Kraft gesetzt. 1991 sind nur noch fünf Wirtschafter im Ort ansässig gewesen. Das bedeutet ein großes Investitionshemmnis. Neubauernland konnte in der DDR nur vererbt werden. dass ihre Vorfahren zum Zeitpunkt der Enteignung Ausländer gewesen seien. Immobilien zu erwerben. Daneben besaß er noch die Schweizer Staatsangehörigkeit. Sein Sohn Ferdinand Graf von Polier hatte ebenfalls beide Staatsangehörigkeiten durch Abstammung.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 237 trägerschaft der Gemeinde Altenhagen über. Bei der Standortwahl gingen sie systematisch vor und erkundeten alle möglichen Orte zwischen Rostock und Wismar. Zeitweise lebten in dem Gebäude bis zu 16 Familien. Allerdings wurde ihm 1846 die württembergische und durch den Kauf von Altenhagen 1882 die mecklenburg-schwerinsche Staatsangehörigkeit verliehen. wo ein Rückübertragungsverfahren noch nicht abgeschlossen werden konnte. Die Grundstücke der übrigen 25 Neubauern waren in der Zwischenzeit auf die BvS übergegangen. Außerdem mussten Wirtschaftsgebäude sowie ausreichend Weideland vorhanden und zu erwerben sein. Allerdings ist nur jener Grundbesitz rückübertragungsfähig. Februar 1997 (Az. Betroffen waren die Herrenhäuser in Altenhagen und Klein Nienhagen. Über allem schwebten allerdings Rückübertragungsansprüche. Den größten Teil der eigentlichen Gutsanlage mit Herrenhaus und Park sowie dem Hofplatz besaß allerdings die Gemeinde. Bereits ein knappes halbes Jahr zuvor traten Bianca und Jan Heinrich Glöe in Klein Nienhagen auf. da deren Enteignung zwischen 1945 und 1949 von der Besatzungsmacht ausdrücklich verboten worden war. die eine Erbengemeinschaft derer von Polier bestehend aus sieben Personen noch zu Zeiten der DDR am 21. Bei Doppelstaatlern kam jedoch ein Verbot der Enteignung nicht zum Tragen. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Außerdem könnten Immobilien. dort ihren zukünftigen Lebensmittelpunkt zu schaffen und auf dem Gutshof einen Ferien. In Klein Nienhagen schien der geeignete Standort gefunden. Es ist den Alteigentümern auf Antrag möglich. den Verkauf von entsprechenden Flurstücken bis zum endgültigen Entscheid des Restitutionsverfahrens ruhen zu lassen. Es sollte ein Gutshof sein. unter das Sachenrechtsbereinigungsgesetz (SachenRBerG) fallen. allerdings gelangte die öffentliche Hand durch den Artikel 233 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 11-16 EGBGB) in den Besitz der Grundstücke. dass Alteigentümer nach erfolgter Rückgabe von den Erwerbern der weiterverkauften Gebäude und Grundstücke noch einmal den halben Verkehrswert verlangen dürfen. die nach 1990 von der öffentlichen Hand weiterveräußert worden sind. 800 Hektar Land und etwa 60 Grundstücke mit Einfamilienhäusern. Da allerdings das Rückübertragungsverfahren der Erbengemeinschaft derer von .: 7 C 50/95) haben Ausländer einen Rechtsanspruch auf Rückübertragung ihres Besitzes. Die Erbengemeinschaft argumentierte. der sich nicht in Ortslage befinden und keine unangepasste.

und Wirtschaftsgebäude (li.Abb. 47: Der Gebäudebestand der Gutsanlage Klein Nienhagen (1) Herrenhaus (re.) sowie (2) kombiniertes Wohn.) (3) Stallgebäude vor 1990 abgerissen (4) Moderne Reithalle (geplant) (5) Fundamente der Stellmacherei (4) (3) (6) (2) (1) (7) (5) (6) Stallspeicher (7) Remise .

Das Baujahr des Gebäudes ist nicht bekannt. Der 1913 errichtete Stallspeicher dominiert den gesamten Hof. Der Kaufpreis war mit knapp 100 000 Euro allerdings recht hoch. Auf dem Grundstück der 1840 erbauten Remise finden sich auch die überwucherten Grundmauern der ehemaligen Stellmacherei. . Der Kaufpreis belief sich auf etwas weniger als 50 000 Euro. Entworfen hat das Gebäude der bekannte Architekt Paul Korff. Der Zeitpunkt des Verlusts ist nicht bekannt. Das Gebäude wäre ansonsten zu groß und in der Unterhaltung zu teuer gewesen. Nach dem Abriss wurde das Gelände zur Freifläche.und Wirtschaftsgebäude erworben werden. Es wurde für etwas mehr als 140 000 Euro von der Gemeinde Altenhagen erworben. Auch dieser Bereich wurde zusammen mit dem Gutshaus von der Gemeinde veräußert. Für den Resthof war das Herrenhaus zu groß. Damit befinden sich bis auf den Besitz der Familie Reckziegel alle Gebäude und Grundstücke des Gutshofes in der Hand der Familie Glöe. die vor und nach dem Ersten Weltkrieg östlich der Elbe quasi in Serie errichtet wurden. Noch im Dezember 1997 vereinbarte die Familie Glöe mit der Gemeinde Altenhagen einen Mietvertrag. um die bereits getätigten Investitionen von etwa 160 000 Euro zu sichern. die ihren Anteil für Wohnzwecke und als Nebengelass nutzt. Auf dem Areal gegenüber dem großen Stallspeicher stand ein Stallgebäude. denn er ist mit einer Länge von 86 Metern und 16 Metern Breite ungewöhnlich groß. Der Kuhstall ist 120 Meter lang und bietet insgesamt 4000 Quadratmeter Nutzfläche. konnte auch der Kauf von Gebäuden und Grundstücken in öffentlicher Hand in Angriff genommen werden. Beim Kauf hatte das Gebäude noch die Form einer zum Park hin offenen Dreiflügelanlage. von der BvS über die BVVG etwas mehr als vier Fünftel des großen Stallspeichers und mehrere Hektar Weideland zu erwerben. um es unterhalten zu können. Als erstes gelang es. Er war einst für 150 Rinder und die Aufnahme der Gutspferde bestimmt. Die Eheleute Glöe entschlossen sich. Die Baugeschichte des Herrenhauses als ältestes Gebäude der Gutsanlage ist relativ kompliziert. Nur der Kernbau aus dem Jahr 1805 blieb stehen. Zunächst gelang es von der Erbengemeinschaft Böttcher im Spätsommer 1997 die Remise (Abb. musste man schrittweise vorgehen. die in den Park hineinragenden beiden Flügel abzureißen. 47) für etwas über 15 000 Euro und weitere Landflächen für rund 25 000 Euro zu erwerben. Das Herrenhaus ging im Spätherbst 1998 in das Eigentum der Familie Glöe über. Im Mai 1998 zog die Familie in das Herrenhaus ein. Der partielle Rückbau von Gebäuden ist nicht selten. der die Nutzung des Gutshauses über einen Zeitraum von zehn Jahren vorsah. bedeutete die Abrissgenehmigung durch die Denkmalpflegebehörde eine große Konzession an die Eigentümer.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 239 Polier noch nicht abgeschlossen war. um das Gutshaus wirtschaftlich besser nutzen zu können. Ein noch größeres Exemplar dieser Art steht in Düssin. Das Objekt gehört zu einer Reihe von sehr großen Stallgebäuden. Das ehemalige Adlige Gut ist 1956 aufgesiedelt worden. Die Flächen schließen sich zum Teil südlich am Stallspeicher an. Mietverhältnisse bleiben bei Eigentümerwechseln unberührt. Im Kaufpreis war auch der Erwerb von Park und Hofplatz enthalten. Ruhwinkel) aus dem Jahre 1895 in den fünfziger Jahren abgerissen. Zu diesem Zweck wurde dieser Teil des Gebäudes saniert und das Dach mit roten Dachziegeln eingedeckt. Etwa ein Fünftel des Stallspeichers verblieb im Eigentum der Familie Reckziegel. Das erste und zweiten Obergeschoss wurden für die Kornlagerung genutzt. Da die Hofanlage unter Denkmalschutz steht. So wurden zum Beispiel die Flügelanbauten des Herrenhauses Bockhorn (Gem. Der Park hat einige Exemplare der Kaukasischen Flügelnuss und eine alte Blutbuche aufzuweisen. Nachdem das Restitutionsverfahren endgültig abschlägig für die Erbengemeinschaft derer von Polier beschieden worden war. Bereits im Juli konnte das kombinierte Wohn.

der übrige Baukörper wurde abgerissen. mit der es ihm gelang. welches von den sechs Häusern im Norden dem Gutshof am nächsten ist. Darüber hinaus ist sie erste Vorsitzende des Kulturvereins Gut Klein Nienhagen e. Diese gehören dann einem anderen Eigentümer. Erker oder Außentreppen. Dieser rückseitige Anbau musste 1999 wie der gegenüber liegende erheblich ältere Trakt weichen. 1923 ließ Ferdinand Graf von Polier das Herrenhaus völlig umgestalten und erheblich erweitern.. Jan Heinrich Glöe ist aufgrund seiner Tätigkeit mit den unterschiedlichen Aspekten von Investitionen in Gebäude und Grundstücke vertraut. so dass die bereits beschriebene U-Form entstand. Sie engagiert sich in der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e. den Großteil des Gutshofes und größere Landflächen zusammenzukaufen. entstand 1870. So eine Situation ist fast immer durch die Bodenreform entstanden. Der Mitteltrakt ist allerdings herausgemessen und gehört der Gemeinde. sondern auch einzelner Objekte in Mecklenburg-Vorpommern. So stellt sich heute das Gutshaus als ein rechteckiger zweigeschossiger Ziegelputzbau mit Walmdach dar. wurde nachweislich vor 1945 errichtet. Ein anschauliches Beispiel für die eigentumsrechtliche Zersplitterung nicht nur von Gutsanlagen. Neben den beschriebenen Gebäuden gibt es im Ortsteil Klein Nienhagen nur sieben weitere Wohnhäuser mit den entsprechenden Nebenanlagen wie Garagen und Schuppen. Die hofseitige Fassade wird durch die beiden äußeren vorgezogenen Achsen und den ebenfalls nur flach ausgebildeten dreigeschossigen Mittelrisalit mit Staffelgiebel gegliedert. Es ist nach 1945 umgebaut worden und zeichnet sich durch ein Kuriosum aus. Grundstücksgrenzen gehen durch Räume oder winzige Anteile von Gebäuden wie Hausecken. Als Geschäftsführer einer Bauträgergesellschaft. der im Herrenhaus Konzerte oder Lesungen organisiert. um beiden Eheleuten ein bequemes Pendeln zu den Arbeitsstätten zu ermöglichen. Ein Wohnhaus steht südlich des Herrenhauses am Rande des Gutsparks. Der Verein wurde 1998 gegründet und hat zurzeit elf Mitglieder. Sozio-ökonomische Grundlagen Jan Heinrich Glöe – Jahrgang 1956 – stammt aus Treia bei Schleswig. Nur ein altes Landarbeiterhaus. . Seine Ehefrau Bianca Glöe arbeitet in Schwerin. Es ist heute ein Doppelhaus in dem zwei Familien wohnen. Der Trakt aus dem Jahr 1870 wurde um eine Etage aufgestockt und nach Osten ein zweistöckiger Anbau angefügt. Im Vordergrund stand allerdings die Erreichbarkeit für die Gäste. Er dürfte um 1820 entstanden sein. Ein Teil des alten Gebäudetrakts ist im heutigen Gebäude vorhanden. Dieser Flügel wandte sich nun den Hofgebäuden zu.V.240 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Der ehemalige Südflügel war der älteste Teil des Klein Nienhagener Herrenhauses. Das Ehepaar Glöe hat eine sechsjährige Tochter. Den Eingangsbereich nimmt ein dreiteiliger Giebelportikus ein. Aus diesem Umstand erklärt sich die Standortwahl zwischen Wismar und Rostock und die Nähe zur Autobahn 20.V. Die Geschäftsstelle des Unternehmens befindet sich mittlerweile in Klein Nienhagen. Bianca Glöe ist begeisterte Reitsportlerin. Das zeigt nicht nur die Akribie. Er ist erfahren in der Umsetzung von Bauprojekten. die in den Regionen Flensburg und Rostock aktiv ist. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein einstöckiger Gebäuderiegel nördlich an den alten Trakt angebaut. Sechs der Anwesen befinden sich auf der Westseite der Zufahrtstraße zum Gutshof. und ist dort stellvertretender Sportwart des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern sowie Vorsitzende des Bezirksverbandes Kreis Bad Doberan/Nordwestmecklenburg. Eigentumskonstellationen dieser Art verursachen oftmals große Probleme bei der Erhaltung oder dem Verkauf solcher Objekte. ging er bereits 1991 nach Mecklenburg-Vorpommern. der im Wesentlichen das Gutshaus ausmacht. Jener Teil.

Zurzeit beherbergt der Hof vier Einstellpferde im Rahmen der Pensionspferdehaltung. Fahr-. In Klein Nienhagen sind Reitferien für Kinder ab acht Jahren möglich. Koppelgang. von denen einige einen fast eventartigen Charakter aufweisen. Außerhalb der Reitstunden erhalten die Kinder eine ganztägige fachkundige Betreuung. Das Abenteuerwochenende beinhaltet zum Beispiel zwei Tage Halbpension. Für die Gäste stehen sechs hofeigene Pferde zur Verfügung.A.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 241 Die Nutzungskonzeption der Familie Glöe für den Gutshof Klein Nienhagen beinhaltet neben der eigenen Wohnnutzung und der Vermietung von Wohnraum vornehmlich eine Verwendung für touristische Zwecke. Neben der geplanten Reithalle mit einer Reitbahn in den üblichen Abmessungen von 20 mal 40 Meter sollen später zehn weitere Pferdeboxen und die dazugehörenden Räumlichkeiten wie Sattelkammer und Sozialräume entstehen. Die Kinder werden in dieser Zeit betreut. Etwas Besonderes sind Seminare des Dänen Bent Branderup. Pfingsten oder zur Rapsblüte komplettieren den Veranstaltungskalender. Die Reitanlage wird weniger durch örtliche Freizeitreiter genutzt. Was die Reitanlage besonders macht sind nicht die genannten Einrichtungen. Paddocks – das sind von der Box aus zugängliche eingezäunte Areale im Freien –. Der individuelle Unterricht erfolgt wahlweise auf Ponys. Geführte Wanderritte bis an die Ostsee sowie Ritte zu Ostern. Der Hof verfügt insgesamt über sieben Ferienwohnungen. Selbst für die Kleinsten ist gesorgt. Touristen mit oder ohne eigenem Pferd muss man allerdings etwas Besonderes bieten.M. Sie soll an jener Stelle stehen. sondern das Angebot an Seminaren. Er bringt den Seminarteilnehmern die Kunst der barocken Reitweise nahe.und Gnadenbrotplätze vorhanden. wo vor kurzem die Reste eines ehemaligen LPG-Stallgebäudes gestanden haben. Alle sonstigen Aktivitäten haben nur eine untergeordnete. Reiten.und Wanderritten. Große Pferdeboxen. eine Rallye oder sogar Ausflüge mit einem professionellen Märchenerzähler.und ErsteHilfe-Kurse sind nicht unbedingt spektakulär. arrondierende Funktion.-Kurse. Es sind auch Aufzucht.oder Großpferden. Kursen und geführten Aus.und Reiterhöfe vorweisen und gehören heute zum Standard. der als einer der besten Reitlehrer der Welt gilt. Die Fertigstellung einer Reithalle ist im Herbst 2004 geplant. Klein. Ein Babysitter wohnt im Ort und ist bei Bedarf kurzfristig zur Stelle. die sich auf . dass die Vermarktung der Ferienwohnungen über die Auslastung durch den Reitbetrieb hinaus gehend vornehmlich an den Bedürfnissen von Familien ausgerichtet ist. Die Sitzkorrektur durch Physiotherapie ist ebenfalls im Programm. eine Kutschfahrt. Zu bestimmten Terminen werden Zusatzleistungen gebündelt.E. die ebenfalls auf der Lehre von Tellington-Jones basieren. Roundpen und eine Reithalle können viele Ferien. Nachtwanderung und ein Lagerfeuer. So ist es nicht verwunderlich. Die Methode vermittelt besondere Techniken beim Berühren des Pferdes durch den Reiter sowie bestimmte Bodenübungen über Hindernisse. darunter drei Ponys. Huf. Hierbei stellen insbesondere drei Angebotsformen die wesentlichen Komponenten der Bewirtschaftung dar. Ein weiteres Charakteristikum des Angebots ist die Fokussierung auf jugendliche Reiter. Auf die jugendliche Zielgruppe sind auch einige besondere Erlebnisangebote zugeschnitten. Einrichtungen wie der Streichelzoo. Allerdings gibt es auch Kurse für Reitanfänger. Das zweite Element ist das Heuhotel mit 30 Plätzen im ersten Obergeschoss des Stallspeichers und – mit den beiden zuvor genannten Komponenten in Symbiose verbunden – der Reiterhof. Außerdem verfügen die Ferienwohnungen über eine Kleinkinderausstattung. Wiedereinsteiger und Kinder nach einer besonderen Reitlehre der Kanadierin Linda Tellington-Jones oder TT. Die erste Komponente ist die Vermietung von Ferienwohnungen. Während der Krabbelgruppenwoche können sich Eltern für zwei Nachmittage von ihrem Nachwuchs erholen. Kinderspielplatz mit einem großem Holz-Tipi oder eine Spielscheune unterstreichen das. Auf dem Hof steht eine Reitlehrerin mit Trainerlizenz zur Verfügung. ein Reitplatz. Andere Angebote enthalten einen Grillabend.

75 Euro zu haben. Daher gibt es mit der Reiterstube einen Raum zum Feiern in der Unterkunft und auf dem Hof einen Grill. Neben Frühstück ist auf Wunsch der Hausgäste auch Halbpension möglich. 48: Die Gäste des Heuhotels übernachten in mit Heu ausgelegten Kojen (Oktober 2001). Während der Saison kümmert sich eine angestellte Kraft um das Wohlergehen der Gäste. zum Beispiel im Rahmen von Klassenfahrten. kombinierte Wohn. Das Erbringen der Service-Leistungen erfordert Personal. als Zielgruppe im Auge. Günstiger ist eine Übernachtung im Heuhotel – dem dritten Standbein des touristischen Angebots.und Lagerfeuerplatz. Satelliten-Fernsehen und Stereo-Anlage mit CD-Player ausgestattet. Die Ferienwohnungen sind mit einer Einbauküche. Denn Ponyreiten.und Kremserfahrten stellen für diese Klientel eine Attraktion dar. Darüber hinaus werden zum Beispiel Fackelwanderungen. In den Räumlichkeiten feierten bereits einige Hochzeitsgesellschaften. Die Übernachtung im Heuhotel ist für Erwachsene für 9. Vereine oder Betriebsausflügler. . Die Familie Glöe organisiert für die Gäste auf Wunsch eine PostkutschenTour mit einem Vierspänner. Die Familie Glöe hat insbesondere Kindergruppen. Ausritte oder Kutsch. Dafür gibt es Sanitärräume mit separaten Duschen und eine Waschmaschine samt Trockenraum.20 Euro und für Kinder bis zwölf Jahre für 7. das Herrenhaus.und Wirtschaftsgebäude sowie den Stallspeicher verteilen. Zu besonderen Events und Seminaren arbeiten kurzzeitig weitere Personen auf Honorarbasis auf dem Hof. Im Jahr 2003 wurden rund 2600 Übernachtungen im Heuhotel gezählt. Im Gutshof-Tourismus bewegen sich diese Preise im Rahmen des Üblichen. Allerdings verbringt man die Nächte in mit Heu ausgelegten Kojen im eigenen Schlafsack. Zu diesen Anlässen steht der Eventcharakter im Vordergrund. Das Heuhotel ist für bis zu 30 Personen ausgelegt und richtet sich neben Familien und Reitern vornehmlich an Gruppen wie Schulklassen. Zwei Personen zahlen zusammen für eine Ferienwohnung 50 Euro.242 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Abb. Schnitzeljagden und Fahrradtouren organisiert. Wieder ergeben sich Synergien mit dem Reitbetrieb. Eine Ferienwohnung für vier Personen kostet bis zu 80 Euro am Tag.

und Reiterhofes stellen Familien mit Kindern und jugendliche Gäste im Alter von acht bis 15 Jahren dar. Allerdings sind bereits durchaus längere Aufenthalte im Heuhotel durch Familien beobachtet worden.V. Der neu eingerichtete Ferien. deren hauptsächliche Urlaubsaktivität nicht das Reiten ist.de) sind darüber hinaus über jeweils eine weitere Internet-Adresse abrufbar.de zu finden. Über eine reine Zusammenstellung der Heuhotels in Mecklenburg-Vorpommern geht diese Publikation allerdings nicht hinaus. Die Zahl der Anbieter in Mecklenburg-Vorpommern ist groß. Die zentrale Anlaufstelle für Informationen über Klein Nienhagen sind im Internet unter www. Die Ferienwohnungen im Stallspeicher sind vornehmlich für Reiter gedacht. Ein Reiturlaub dauert selten mehr als eine Woche. Wahlweise ist die Unterbringung im Heuhotel oder in einer Ferienwohnung im Stallspeicher möglich.und Wirtschaftsgebäude in Klein Nienhagen ziert sogar das Cover. Andererseits sind die . Für diesen Zeitraum ist auch ein relativ unbequemes Heuhotel ein akzeptables Quartier.gutshofurlaub. Aus diesem Grunde war insbesondere in der Anfangsphase eine intensive Vermarktung des neu geschaffenen Angebots notwendig.und Reiterhof in Klein Nienhagen hatte es zunächst schwer. Die Informationen auf den Seiten beschränken sich nicht nur auf die Präsentation der Urlaubsquartiere (Ferienwohnungen. da Deutschland vorzugsweise ein Ziel für Kurz. Alle drei Domain-Namen sind einerseits selbst erklärend. frequentieren die Ferienwohnungen für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. die Möglichkeit der Ausrichtung von Feierlichkeiten sowie das Café und der Gutsladen in der Remise gleichwertig neben dem erheblich bedeutsameren touristischen Angebot. Das fast 900 Seiten starke Werk stellt einen Querschnitt des Landurlaubs in Deutschland dar und sichert damit auch überregionale Resonanz. Ansonsten findet Klein Nienhagen in Zusammenstellungen wie der vom Tourismusverband MecklenburgVorpommern herausgegebenen sehr umfassenden Broschüre Schlösser. auch im Bereich des Gutshof-Tourismus. Heuhotel). die den Gutshof als Ganzes sowie das Angebot für die Reiter und das Heuhotel im Besonderen zum Inhalt haben. Seminare erstrecken sich ohnehin nur über wenige Tage. um was es geht.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 243 Die Hauptzielgruppe des Ferien. Des Weiteren gibt es an dieser Stelle einige Angaben zur Historie des Gutes. Der Hof in Klein Nienhagen musste sich hierbei gegen eine etablierte Konkurrenz durchsetzen.urlaub-im-heu. während die beiden Ferienwohnung im kombinierten Wohn. Daneben gibt es mehrere Hausprospekte. da ihm die seit Jahrzehnten treuen Stammgäste fehlten wie es sie auf den Höfen in Schleswig-Holstein gibt. Zusätzliche Informationen zum Reitangebot (www. Mittlerweile sind etwa 70 Prozent der Urlauber in Klein Nienhagen Stammgäste. Beide Publikationen werden von der Arbeitsgemeinschaft für Urlaub und Freizeit auf dem Lande Mecklenburg-Vorpommern e. Mehr als auf Kataloge und Broschüren setzt die Familie Glöe auf das Internet als Vermarktungsinstrument.de) und zum Heuhotel (www.reiturlaub-mv. Bei Vollverpflegung und Ganztagsbetreuung sind die Preisunterschiede nicht mehr so groß. Parks und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern Erwähnung.und Wirtschaftsgebäude ganz auf den Urlaub von Familien mit Kindern abgestimmt sind. Insbesondere Menschen. Seit 2001 gibt es einen Eintrag in dem vom Landschriften-Verlag in Bonn herausgegeben Katalog Raus aufs Land. So steht zumindest auf der Startseite der Reitstall. Die Präsenz in Katalogen und Broschüren ist erstaunlich gering. Das kommt allerdings nicht so häufig vor. sondern bieten auch eine Gesamtschau der gewerblichen Aktivitäten. Seit 2003 findet sich im Katalog Urlaub auf dem Lande ein Inserat.und nicht für Haupturlaubsreisen ist. Gerade Kinder sollten sich an der eher spartanischen Unterbringung nicht stören. wobei für den User sofort zu erkennen ist. in Dummerstorf herausgegeben. Das Heuhotel wird darüber hinaus im Faltblatt Schlafen im Heu genannt. Das kombinierte Wohn.

und Wirtschaftsgebäude (Oktober 2001).de genannt. hat einen weiteren angenehmen Nebeneffekt. sich dieser Mietverhältnisse auch mit unfeinen Methoden zu entledigen. Die alten Damen mussten wegen der anstehenden Sanierung des Gutshauses zwar ihre Wohnungen verlassen.und Umbaumaßnahmen setzten zunächst am kleinsten Objekt der Gutsanlage an: dem kombinierten Wohn. Im Erdgeschoss wohnen zwei Seniorinnen. bis sie auf die für sie interessanten Informationen stoßen. An erster Stelle dient das Gebäude als Wohnung der Eigentümerfamilie. den Reitstall und das Heuhotel eigenständig im Internet zu präsentieren. die ihrem Anliegen am ehesten entspricht. dass möglichst viele Internet-Nutzer auf die Seiten gelockt werden. Viele Internet-Nutzer gehen immer noch auf gut Glück eine Internet-Adresse ein. 49: Der Wohnbereich einer Ferienwohnung im kombinierten Wohn. Die unterschiedlichen Nutzergruppen wie Reiter. Für diesen Zweck steht mit dem Nordflügel fast die Hälfte der 600 Quadratmeter großen Nutzfläche zur Verfügung. insgesamt vier Wohnungen zu schaffen. den Gutshof als Ganzes. . Hinzu kommen 200 Quadratmeter im Dachgeschoss plus 100 im Keller. Im Erdgeschoss befinden sich die Arbeits. Das gesamte Abb. Das Gebäude hat immerhin 220 Quadratmeter Wohnfläche.und Pachtverhältnisse übernommen. Im Dachgeschoss sind zwei Ferienwohnungen entstanden (Abb. Reisegruppen oder Familien müssen sich nicht durch eine voluminöse Seite klicken.und Erhaltungsmaßnahmen Die Sanierungs. Noch mehr als das kombinierte Wohn.kuestenklick.und Schlafräume sowie das Kinderzimmer von der Familie Glöe genutzt. Die Strategie. Insbesondere die Bezeichnung Gutshofurlaub ist eine Subdomain erster Güte.de. Im Obergeschoss werden Wohn.244 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Domain-Namen so allgemein gehalten.ostseeservice.de oder www. wurden allerdings nur um wenige Meter verpflanzt. allerdings nur innerhalb einer Auflistung ohne jeden individuellen Charakter. Bei entsprechend günstiger Auslastung der gegenwärtigen Kapazitäten besteht irgendwann die Möglichkeit. Daneben ist Klein Nienhagen in einigen ServicePortalen wie www.pferdeservice. In diesem Falle wurde ein fairer Kompromiss zwischen den Interessen der Eigentümer und jenen der Mieter gefunden. www. Dieses Verhalten trägt dazu bei. Die Umbaupläne zum Gästehaus sahen vor.und Wirtschaftsgebäude. die beiden Mietwohnungen im Gästehaus ebenfalls in Ferienwohnungen umzuwandeln. Prinzipiell werden bei Immobilienkäufen die Miet. die mit ihren zwei Schlafzimmern jeweils bis zu vier Personen Platz bieten. dass solche Seiten von Suchmaschinen an vorderer Stelle aufgeführt werden. Es gibt aus den unterschiedlichsten Interessen immer wieder Bestrebungen der neuen Eigentümer.und Wirtschaftsgebäude hat das Herrenhaus eine multifunktionale Nutzung erhalten.und Wohnräume sowie die Küche. Umnutzungs. 49). die vorher im Gutshaus lebten.

Im Anteil der Familie Glöe befindet sich im Erdgeschoss der Pferdestall mit insgesamt 21 Pferdeboxen. Im Obergeschoss befindet sich eine große Ferienwohnung. Stände mit Kunsthandwerk und der Ausschank von Glühwein dürfen natürlich auch nicht fehlen. . Mieter und gegebenenfalls auch Feriengäste zusammen. Weitere separate Eingänge gibt es nicht. Allerdings werden etwas weniger als ein Fünftel von der Familie Reckziegel genutzt. Beide Einrichtungen dienen hauptsächlich der Arrondierung des touristischen Angebots und sind primär auf die Feriengäste ausgerichtet. jedem Doppelzimmer ein eigenes Bad zuzuordnen. Hof-Café und Laden sind nur am Wochenende und Feiertagen zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. Im ersten Obergeschoss wurde das Heuhotel mit den Sanitärräumen.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 245 Erdgeschoss im Südflügel wird als Wohnung vermietet.und Vereinsfeiern durchgeführt werden. Alle Bewohner des Gebäudes nutzen den Eingang auf der Hofseite. In der Eingangshalle treffen unweigerlich die Eigentümer. Die Reiterstube dient als Seminarraum und Schankstube für ungezwungene Runden. Die Westseite des Gebäudes war früher eine Wohnung gewesen. Ort des Weihnachtsmarktes ist ausschließlich die Remise. jedoch als letztes einer neuen Nutzung zugeführt worden. Das Leben der Eigentümer ist mit dem der anderen Hausgenossen verzahnt und daher die Privatsphäre relativ stark eingeschränkt. Dort findet während der Marktzeiten ein Tannenbaumverkauf statt. Hinter dem Gebäude gibt es zum Verweilen eine Terrasse mit Blick auf Obstgarten. dem Aufenthaltsbereich und der Event-Fläche untergebracht. Die Rundbogenfenster wurden nach alten Vorlagen rekonstruiert. Wie auch bereits das kombinierte Wohn.oder Gartenzimmer dient ab und zu den Feriengästen im Herrenhaus als Frühstücksraum. die Garage für Kutschen und Kraftfahrzeuge. denn die Familie Glöe verfolgt das Konzept des Offenen Hauses. 50) können Familien-. das Café für Feierlichkeiten zu nutzen. Das ist auch notwendig. Dieses Bad diente bis vor kurzem den genannten drei Doppelzimmern. Die Werbung erfolgt über Inserate in der Tagespresse und das Auslegen von Flyern. Sie dient nun als Ladenlokal »Entenstall«. Es entwickelt sich jedoch eine zunehmende Nachfrage. eine Werkstatt und Lagerräume. Die ehemalige Remise ist von der Familie Glöe 1997 als erstes angekauft. Das war im Sinne des Gastes keine optimale Lösung. die Sattelkammer. die sich vornehmlich an die Bevölkerung der näheren Umgebung richtet. Das Speise. Nach der zwischenzeitlichen Nutzung als Baulager richtete die Familie Glöe im Frühjahr 2003 dort in dem nach Osten gerichteten Teil ein Café ein. Streichelzoo und Pferdekoppel. Das mit Abstand größte Gebäude der Gutsanlage ist der Stallspeicher. Die mit einem Kamin ausgestattete kleine Eingangshalle wird darüber hinaus von kleineren Gesellschaften für Feierlichkeiten und Veranstaltungen genutzt. Der Einzugsbereich reicht allerdings bis Wismar.oder Gartenzimmer. Eine Mittlerfunktion zwischen den drei genannten Nutzungselementen übernehmen die kleine Eingangshalle und das Speise. denn anders lassen sich die rund 3000 Quadratmeter Nutzfläche gar nicht vernünftig bewirtschaften. ein Trockenraum.und Wirtschaftsgebäude und das Herrenhaus wird auch dieses Gebäude im starken Maße multifunktionell verwendet. Güstrow und Rostock. Von hier aus führt die relativ schmale Treppe in das Obergeschoss. Im Obergeschoss sind alle Räumlichkeiten über einen durch das ganze Gebäude führenden Mittelgang erschlossen. die durch die Zusammenlegung von drei Doppelzimmern entstanden ist. Aufgrund des Raumprogramms im Herrenhaus war es nicht möglich. In den großzügigen Räumen (Abb. Dieser Umstand wird in Kauf genommen. Vier Ferienwohnungen für zwei bis sechs Personen und die Reiterstube befinden sich im zweiten Obergeschoss. Ebenfalls ist der kleine Weihnachtsmarkt eine Veranstaltung. Zur Ferienwohnung gehört ein großes Bad mit Whirlpool. Betriebs. einem Geschäft für Wohn-Accessoires im Landhausstil. Allerdings hat man das Objekt bereits zu einem frühen Zeitpunkt vollkommen wieder instand gesetzt Das alte Hartdach wurde entfernt und das Gebäude erhielt ein Reetdach.

Dezember 1998 durchgeführt werden. Hierbei beliefen sich die Sonderabschreibungen auf 40 Prozent der Anschaffungs. Daneben wurde die lineare Abschrei- . Das erklärt die Eile. Die Förderung wurde über den Weg der steuerlichen Abschreibung vorgenommen und verminderten die Steuerlast des Investors je nach Art des Vorhabens im Rahmen bestimmter Höchstsätze. Diese Summe soll langfristig erst einmal getilgt werden.und Instandsetzungskosten.246 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Abb. Über die Ferienvermietung wird ein Teil der Mittel erwirtschaftet. Diese Förderungsmöglichkeit speziell für die fünf neuen Bundesländer und Berlin ist allerdings seit dem 31. an dem nachträgliche Herstellungsarbeiten oder andere Modernisierungsmaßnahmen nach Abschluss des notariellen Kaufvertrages oder gleichstehenden Rechtsakts durchgeführt wurden. Die Begünstigung in Klein Nienhagen erfolgte unter der in viertens dargelegten Maßgabe. Allerdings sind die Gebäude und Grundstücke mit einer Grundschuld von insgesamt fast 570 000 Euro belastet. drittens nachträgliche Herstellungsarbeiten und andere Modernisierungsmaßnahmen an einem Gebäude sowie viertens die Anschaffung eines Gebäudes. Durch das FöGbG wurden Gebäude-Investitionen sowohl im Betriebsals auch Privatvermögen gefördert. 50: Den Gästen des Heuhotels steht ein großzügiger Aufenthaltsraum zur Verfügung (Oktober 2001). um noch in den Genuss der günstigeren Ost-Sonderabschreibungen zu kommen. die im Fördergebietsgesetz (FöGbG) festgelegt sind. zweitens die Anschaffung eines Gebäudes. Dezember 1998 ausgelaufen und vom Investitionszulagengesetz (InvZulG) abgelöst worden. Die Investitionen mussten bis zum 31. Hilfreich bei der finanziellen Umsetzung der Investitionsmaßnahmen waren die Ost-Sonderabschreibungen. die in den ersten fünf Jahren frei verteilt werden konnten. die für den Kapitaldienst notwendig sind. mit der der Kauf der Gebäude und Grundstücke sowie die Baumaßnahmen durchgeführt worden sind. Die Umnutzungsmaßnahmen sind erst seit kurzer Zeit zum Abschluss gebracht worden. Begünstigt wurde erstens die Herstellung eines Gebäudes. Die durchschnittliche Auslastung der Ferienwohnungen und Doppelzimmer ist mit rund 150 Tagen im Jahr erfreulich gut.

25 Hektar des Areals waren Wiesen und 136 Hektar Weiden einschließlich eines Wildgatters. Das Allodialgut mit einer Größe von rund tausend Hektar kaufte 1789 Ludwig von Blücher auf Fincken und Gotthun und ließ als Mitgift für seine Tochter einen Hof errichten. . Nach dem Tod seines Vaters erwarb er von einem Teil seines Erbes für 990 000 Reichsmark das Gut Blücherhof und ließ es innerhalb weniger Jahre zu einem Sommersitz und Mustergut nach dem neuesten Stand der Technik umbauen. Bis 1900 war Karl Axel von Maltzahn Eigentümer des Gutes. Alle Abschreibungen nach dem Fördergebietsgesetz minderten sich durch öffentliche Zuwendungen um den Zuschussbetrag.4 Blücherhof – Potenziale optimal nutzen Blücherhof befindet sich etwa 15 Kilometer nordwestlich von Waren/Müritz und gehört zur Gemeinde Klocksin. Es wurde überwiegend Wintergetreide. Die förderfähigen Kosten bis zu fast 175 000 Euro konnten mit zehn Prozent jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben werden. Die Ursprünge des Gutes liegen ähnlich wie in Hohenstein nicht allzu weit zurück. Ihr Ehemann gab 1798 dem Gut in Andenken an ihren Vater den Namen Blücherhof. In diesem Jahr wurde sein Besitz zwangsversteigert und vom Hamburger Kaufmann Heinrich Wessel erworben. Blücherhof wurde zum Hauptsitz. Die Familie Glöe nutzte neben den Ost-Sonderabschreibungen in drei Fällen Dorferneuerungsmittel in Höhe von etwas mehr als 20 000 Euro je Sanierungsmaßnahme. Anfang des 19. die die Modernisierung und Instandsetzung von Mietwohnungen beinhalteten.und Modernisierungskosten an selbst genutzten Wohneigentum sah andere Regelungen vor. Jahrhundert untergegangen. Sommergerste. ist die Familie Glöe starken Belastungen ausgesetzt. Das Dorf Glans. Das betrifft die für eigene Wohnzwecke genutzten Räume im Herrenhaus. Das Nutzungskonzept ist folgerichtig konsequent auf eine große Professionalität ausgerichtet. Hafer. Kartoffeln und Rüben angebaut. Fließend Wasser und Elektrizität auch für die Landarbeiter machte Blücherhof zum modernsten Gut der damaligen Zeit in Mecklenburg. Noch 1789 war der Ort nur Ackerfläche. Die Ernte konnte mit einer Feldbahn auf den Hof transportiert werden. in Lütgendorf bestand nur noch ein Meierhof. Gartenund Wasserfläche (HUTTERER 1998). die wie keine zweite Blücherhof ihren Stempel aufdrücken sollte. Die übrigen 395 Hektar verteilten sich insbesondere auf den Wald sowie Siedlungs-. die in Russland durch Zuckerhandel zu großem Reichtum gekommen war. Jahrhunderts gab man die Gutsanlage Hof Lütgendorf auf. Auch wenn Arbeiten durch den Einsatz von Mitarbeiten erfolgen. Der große Landwirtschaftsbetrieb hatte insgesamt 946 Hektar. Danach kam es zu wiederholten Besitzerwechseln. ist wohl bereits im 17. Neben den finanziellen Aspekten sind auch die personenbezogenen Auswirkungen im Auge zu behalten. Nur vier Jahre später kaufte eine besondere Persönlichkeit das Gut. Die OstSonderabschreibungen von Instandsetzungs. 6. Davon entfielen nur 390 Hektar auf Ackerland. Diese Regelungen fanden auch bei Vorhaben Anwendung. wenn auch formal das Gut weiterbestand.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 247 bung von zwei Prozent gewährt. Die Feldmark kam 1676 durch Erbverpachtung an den rund einen Kilometer südlich gelegenen Hof Lütgendorf. Dort hielt Alexander Koenig Roth-.und Dybowskihirsche sowie Sikawild und Mufflons. das einstmals in der Nähe gestanden haben soll. Das Gut wurde von einem Verwalter bewirtschaftet. Dam. Die beschriebene Bewirtschaftung der Gutsanlage in Klein Nienhagen ist unter Berücksichtigung der erfolgten Investitionen nicht als Hobbybetrieb möglich. Der bekannte Bonner Zoologe und Privatgelehrte Alexander Koenig (1858-1940) entstammte einer ursprünglich deutschen Familie.

September 1948 der Parlamentarische Rat anlässlich seiner ersten Sitzung. Im Lichthof des Museums tagte am 1. Gebäudebestand Nur wenige Gebäude des ursprünglichen Hofes wie das Forsthaus. Das hatte erste einschneidende Auswirkungen auf die Hofgebäude zur Folge. Ganz ähnlich ist in Tellow verfahren worden. dass die einstige Pracht nur Patina angesetzt hat. wobei das Erdgeschoss des Vorgängerbaus (Abb. Bei näherer Betrachtung offenbart sich allerdings. Bereits vor dem Tod seiner Frau Margarethe hatte der Staat Interesse an Blücherhof bekundet. seine Frau drei Jahre später. Der Wasserturm des Ortes fiel Anfang der achtziger Jahre in sich zusammen. Sie wurden zumeist auf den Grundmauern der alten Hofgebäude errichtet. Auf dem ersten Blick scheint es so. Nur die beiden Enden blieben stehen und wurden zu Neubauernhäusern umgebaut. Die Angehörigen des Werkhofes erhielten . 51a) Verwendung fand. Das Wohn. 52). die dort ein Teil der Institutsverwaltung und ihrer Sammlungen unterbringen wollte. In der Stadt am Rhein hatte er ein privates Museum errichten lassen. Das letztere Gebäude steht zurzeit leer. Es firmierte fortan als Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Koenig – Reichsinstitut. wurde im Sommer 1950 ein Jugendwerkhof für vernachlässigte Jugendliche auf dem Gutshof eingerichtet. Die beiden Neubauernhäuser befinden sich jeweils in Privatbesitz und sind bewohnt. 1946 erfolgte die Enteignung und Aufsiedlung des Gutes mit rund 50 Neubauern. Die Sammlungen der KWG im Herrenhaus blieben unangetastet. Nachdem die Sammlungen der KWG und die Bibliothek des Deutschen Entomologischen Instituts Berlin-Dahlem bis 1949 wieder aus dem Herrenhaus ausgelagert worden waren. Um die Einquartierung von Flüchtlingen in das Herrenhaus zu verhindern. Koenig ließ auch ein neues Herrenhaus erbauen. Oft war er nur noch in den Wintermonaten in Bonn anwesend. die Stellmacherei von 1901 oder Schmiede von um 1900 wurden nach dem Kauf des Gutes von Alexander Koenig übernommen (ZERWER 1998a). Die Reste wurden wenig später beseitigt. Die Gutsgebäude in Blücherhof entstanden im Wesentlichen zwischen 1904 und 1908. Eine ganze Reihe von Bauwerken sind nach 1945 verschwunden. So entstand unter der Leitung des Architekten Gustav Holland eine nahezu geschlossene Anlage. der Umbau erwies sich allerdings als zu aufwendig. die KaiserWilhelm-Gesellschaft (KWG) und sogar die SS bemühten sich um das Gut. Für die Baumaterialgewinnung wurde der Mittelteil abgerissen. Anfang 1945 wurde Blücherhof von den sowjetischen Streitkräften überrollt und zum Armeegut erklärt. die in ihrer Baugestalt historisierende Anleihen insbesondere im Barock und Rokoko nimmt und heute als Denkmalbereich unter Schutz steht. das er 1929 dem Deutschen Reich stiftete.und Ackerpferdestall verloren. Die Reichsumsiedlungsgesellschaft. So ging im Zuge der Bodenreform das größte Gebäude des Gutes verloren: der Rinderstall (Abb. Bis auf den Schweinestall und die ehemalige Gärtnerei sind alle Gebäude eingetragene Baudenkmale. Bereits vorher ging neben den Feldscheunen abseits vom Hof auch das Stallgebäude zwischen dem Schweine. dass die letzten 50 Jahre tiefe Wunden in die Bausubstanz des Gutshofes gerissen haben. Er starb 1940. wurde ein Mietvertrag mit der KWG geschlossen.248 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Alexander König verbrachte mit zunehmendem Alter immer mehr Zeit auf seinem Gut. Das erlebte Alexander Koenig nicht mehr. Die folgende Darstellung der Entwicklung des Gebäudebestandes des Gutshofes bis zur politischen Wende 1990 beruht im Wesentlichen auf dem Erfahrungsschatz von HARALD MYSLIWCZYK.und Verwalterhaus vis-à-vis zum Pförtnerhaus existiert heute ebenfalls nicht mehr. Der Eigentümer plante dort ein Café einzurichten.

Rudimente dieses Komplexes sind erhalten. Der Abriss des zu diesem Zeitpunkt bereits ruinösen Palmenhauses erfolgte 1956. 51a: Herrenhaus vor 1904 (HUTTERER 1998: 5). Bei den Bauarbeiten ging darüber hinaus fast Abb.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 249 eine landwirtschaftliche Ausbildung. Maßst.und Schweinehaltung. Nach der Auflösung des Jugendwerkhofes 1961 wurde allerdings ein Heim für sozial auffällige Jungen im Herrenhaus und benachbarten Pförtnerhaus eingerichtet. 51b: Herrenhaus 1934 Torso eines Treibhauses. Das Herrenhaus war bis in die sechziger Jahre weitgehend unbeschadet geblieben. tung aus Marmor. Heute existieren nur noch wenige Reste der Grundmauern auf denen zum Teil Treibhäuser errichtet worden sind. Holzvertäfelungen und bemalten Stuckdecken (HUTTERER 1998: 4). 51b und c).und Grünland bewirtschaftet. Um die Wohnfläche zu vergrößern. Zu diesen Zweck nutzte man die Wirtschaftsgebäude für die Pferde. 51d: Grundriss (o. Insgesamt wurden 30 Hektar Acker. Daneben existiert der Abb. Ein Flachbau aus der DDRZeit wird als Ferienhaus vermietet.Abb. allerdings in einem ruinösen Zustand.und rechtsseitige Terrasse entsprechend aufgestockt. Das Gebäude hatte 20 Zimmer und verfügte über eine wertvolle Innenausstat. (ZERWER 1998b: 22). wurde das Mansard-Dach beseitigt und die Mauern des Erdgeschosses erhöht und die links. Das brachte für das Herrenhaus zwischen 1963 bis 1965 einschneidende Veränderungen mit sich (Abb.) des Gutshauses (Archiv MUSEUM KOENIG). die gesamte Bauzier der Fassade verlo- . Es wurden seit langer Zeit keine Kübelpflanzen im Winter mehr untergestellt Abb. und der Gartenbaubetrieb hatte für das Gebäude keine Verwendung. Hierfür gibt es ein Gebäude für die Heulagerung. Die Gutsgärtnerei diente der Gemüseproduktion. Der Eigentümer hält Schafe auf dem Areal. 51c: Herrenhaus (Mai 2001). Der auf vier Säulen ruhende Balkonvorbau des parkseitigen Mittelrisalits wurde geschlossen und dient als zusätzlicher Raum.

(5) Neubauernhaus (hi.Abb. li.) . 52: Der Gebäudebestand der Gutsanlage Blücherhof (2) Hofteich im Park (1) Eiskeller (Wildkammer) (20) (21) (22) (17) (1) (8) (19) (9) (6) (2) (10) (13) (3) (4) (11) (12) (16) (14) (5) (15) (18) (7) (3) Wohnhaus (4) Schmiede.

) und (22) Marstall (re. Stallgebäude (16) Ehem. (20) Herrenhaus (hi. Rinderstall (6) Ackerpferdestall (7) Neubauernhaus (Teil d.(19) Spritzenhaus. li. Palmenhaus (11) Landarbeiterhaus und Stall (12) Forsthaus (18) Wirtschaftshaus (Wohnhaus) (13) Stellmacherei (14) Schweinestall (15) Ehem.) (17) Speicher (8) Garage (9) Ehem. Wohnhaus (10) Ehem.) (21) Pförtnerhaus (li. Rinderstalls) .

.und Jugendhilfe gGmbH einen Erbbaupachtvertrag mit dem Landkreis über 66 Jahre ab. In der Freizeit standen Tagesräume. Darüber hinaus entstanden beträchtliche Fahrtkosten. die in einer Art Trainingsphase zum Beispiel selbst einkauften oder Wäsche wuschen. Gegenstand des Vertrages war die Nutzung des Herren. Darüber hinaus gab es in dem Gebäude einen Bereich für junge Mütter oder Väter mit einem Baby. Die betroffenen Jugendlichen können sich zum Teil ihre Betreuungseinrichtung selbst aussuchen. Der übrige Teil des rund 7. Diese liegen zehn bis 20 Kilometer von Blücherhof entfernt. Die Einrichtung hatte 34 Plätze für verhaltensauffällige oder gestörte Kinder und Jugendliche jeden Alters. Weniger mit der Bausubstanz als mit dem Heimkonzept hatte der Mangel zu tun. Nur der ohnehin zweigeschossige Mittelrisalit der Hoffassade blieb von diesen Veränderungen verschont. Diese kamen zumeist aus der weiteren Umgebung. da die Heimbewohner zu den Schulen gebracht werden mussten. Dort wohnten bereits selbstständigere Jugendliche. Es erhielt zum Beispiel eine neue Heizungsanlage. Im Inneren lassen insbesondere das Treppenhaus und die Eingangshalle die einstige Pracht erahnen. Ländliche Standorte werden hierbei selten präferiert. Abseits vom Hof existiert ein saniertes Bootshaus. so dass das Ruderboot von den Heimbewohnern kaum genutzt wurde. Die Räumlichkeiten selbst waren für die Einrichtung eines Jugendheims relativ gut geeignet. Das Herrenhaus. Die Jugendlichen lebten in der Regel in Einzelzimmern. Außerdem wird mittlerweile ein städtischer Sozialbezugsraum in der Betreuung Jugendlicher bevorzugt. dass die Belegung der Einrichtung in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen ist. da die Räume schon immer über einen Korridor erschlossen werden. Aufgrund der genannten Probleme hat der ASB die Einrichtung am 1. Das hat dazu geführt. da sich die meisten Bewohner später in so einem Umfeld zurechtfinden müssen. Januar 2004 geschlossen.252 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen ren.und Pförtnerhauses. und lebten in drei Wohngruppen mit jeweils acht bis neun Personen im Herrenhaus und einer Außenwohngruppe im Pförtnerhaus. Dort hängt ein neobarocker Deckenleuchter. Das Jugendheim überlebte 1990 auch die politische Wende. ein Sportraum und ein Billardzimmer zur Verfügung. Der Trend in der Kinder. Es musste zum Beispiel eine Badeaufsicht präsent sein. dass Jugendliche mit leichten Behinderungen und sozial Auffällige zusammen betreut wurden. Die Benutzung war allerdings mit großen rechtlichen Problemen behaftet. Mitte der neunziger Jahre schloss eine vom ASB eigens gegründete Kinder. einige auch aus Berlin. Die Grundstrukturen des Gebäudes sind unverändert. Problematisch war allerdings der Einbau von Sanitärräumen. Zwölf Erzieher und sechs Mitarbeiter mit technischen Aufgaben kümmerten sich um die Heim-bewohner. Neun Mitarbeitern wurde gekündigt. Neben den Jugendlichen bewohnte nur der Heimleiter Harald Mysliwzcyk das Herrenhaus. Die Zukunft des Herrenund Pförtnerhauses ist ungewiss. Das führte zu latenten Konflikten. Nur die ehemalige Gärtnerei war von dieser Maßnahme ausgenommen. ebenso sind die meisten Türen im Original vorhanden. die Zimmer wurden allerdings partiell verkleinert.und Jugendhilfe geht zu dezentralen Einrichtungen mit einem familiären Umfeld.3 Hektar großen Parks blieb in der Obhut des Landkreises. wenn sie auch insbesondere unter dem Aspekt Defizite aufwiesen. Eiskellers und von etwa einem Hektar Parkfläche. Bereits 1993 wurde vom Landkreis mit dem Arbeitersamariterbund (ASB) ein Betreibervertrag abgeschlossen und das Heim für rund 600 000 Euro saniert. Darüber hinaus gibt es ein Bad aus Marmor. Im Erdgeschoss ist der Stuck nahezu vollständig erhalten. Pförtnerhaus und der Park wurden 1992 eigentumsrechtlich dem Landkreis zugeordnet. mehr Gruppenaktivität zu induzieren.

Während der Zeit als Außenstandort der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) in Rostock im Jahr 2003 schwoll die Zahl der Parkbesucher sogar auf rund 15 000 an. die später in eine Ferienwohnung umgewandelt wurde. So bestand genügend Raum. da Koenig auch nach der Umgestaltung des Parks bis 1906 immer wieder neue Gehölze einfügte (HUTTERER 1998: 14). Darüber hinaus war die Gartenanlage von Einschlag und Wildbesamung betroffen und drohte zu verwildern. Dieser Schwund ist auf die natürliche Alterung und die mangelnde Pflege insbesondere zwischen 1941 und 1970 zurückzuführen. Die Urlaubsunterkunft ist für maximal vier Personen ausgelegt. 1967 wurde der Park schließlich unter Schutz gestellt. Alexander Koenig war nicht nur ein weithin bekannter Zoologe. Er bewohnt mit seiner Ehefrau seit 1994 eine Hälfte des ehemaligen Forsthauses. In Schleswig-Holstein ist der Gutspark in Lehmkuhlen bei Preetz ähnlich artenreich. Hierbei geriet er häufiger mit seinem Berater Gustav Kuphaldt aneinander. Demnach finden sich auf rund 7. die er in seinem Park in Blücherhof kultivierte.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 253 Nordwestlich des Herrenhauses schließt sich der Park an. Der ehemalige Heimerzieher Norbert Schipke kam 1990 aus dem brandenburgischen Finsterwalde nach Blücherhof. die zu den wertvollsten in Norddeutschland zählt. Für die unmittelbare Umgebung des Herrenhauses brachte jedoch die Nutzung durch die Kinder und Jugendlichen des Heimes die größten Veränderungen mit sich. Die einstige Pracht hat stark gelitten. Schipke nennt insbesondere Schleswig-Holstein. während der Sanierung eine Mietwohnung einzubauen. Allerdings sind seit der Anlage etwa ein Viertel der Arten verloren gegangen. Alle Facetten des Blücherhofer Parks wurden in den Jahren 1997 und 1998 von HEIKO ZERWER im Rahmen seiner Diplomarbeit erfasst. ohne dass sich an der Situation zunächst etwas verändert hätte. Ein Nebengebäude wurde 2001 zu einem Ferienhaus umge- . Der Heimatforscher Norbert Schipke bietet Parkführungen an. Das Gebäude. Erst 1971 verbesserte sich die Lage.und 48 Nadelholzarten. Aus seinen vielen Expeditionen brachte er viele fremdländische Pflanzen mit. Niedersachsen und den Köln-Bonner Raum als Quellgebiete dieser Personen. Das ehemalige Palmenhaus diente zur Überwinterung von empfindlichen tropischen Pflanzen.bis dreitausend Personen im Jahr. Etwa 3700 Besucher nahmen an einer Führung teil. Aufgrund der geringen Wohnfläche sind im Wohnraum ein Doppelstockbett und die Pantry-Küche untergebracht.3 Hektar Fläche 75 Laub. jedoch für die Bevölkerung nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Sonnentempel oder das Wasservogelgehege gingen verloren. Durch die eingestellte Bewässerung kam es zu massiven Trockenschäden an jenen Koniferen. wobei zwei Drittel der Teilnehmer nicht aus der näheren Umgebung gekommen sein sollen. die ohne eine geschickt durchgeführte Bewässerung in Deutschland nicht kultiviert werden können. Die Gartenterrasse verschwand und der heute wieder funktionierende Springbrunnen wurde zugeschüttet. dient heute als Fledermaus-Quartier. Die touristische Bedeutung des Geländes ist auch aufgrund der Wiederherstellungsbemühungen nicht unbedeutend. Seit 1992 ist der Landkreis für die Erhaltung und Pflege zuständig. Auf dem großen Rasenplatz entstand ein Spielgelände. Es ist ein großes Gebäude. von denen rund 400 an einer Führung teilnehmen. Ein Parkaktiv und die Arbeitsgruppe Botanik des Kulturbundes der DDR führten in der Folgezeit zumeist ehrenamtlich die notwendigsten Pflegemaßnahmen durch. Er schätzt die Anzahl der Parkbesucher auf etwa zwei. Die Maßnahme verschlang über 28 000 Euro. So konnte 1997 die Sanierung des Eiskellers abgeschlossen werden. So entstand eine dendrologisch ungemein wertvolle Gehölzsammlung. 36 Quadratmeter verteilen sich auf zwei Räume. das eigentlich eine Wildkammer ist. Das Interieur wie Teehaus. sondern auch ein leidenschaftlicher Sammler. Allerdings verfügt die Wohnung über ein Duschbad mit Sauna.

In dem eingeschossigen Gebäude aus Feld. In Richtung der ehemaligen Gutsgärtnerei steht auf der südlichen Seite des Weges ein Landarbeiterhaus mit Stall (Abb. Unter dem Dach wurden zwei weitere Schlafräume eingerichtet. Andererseits hat die Familie Schipke mit www. Sie möchte das Objekt veräußern. Der Gutshof wird durch eine Reihe weiterer historischer Wohngebäude ergänzt. weil die Ferienwohnung im Forsthaus ursprünglich als Mietwohnung vermietet wurde. Speicher. Geworben wird unter anderem über die Agentur Zugvogel-Reisen in Neubrandenburg. Der Wirtschaftshof wird von Herrenhaus und Park durch eine Parkmauer und ein prächtiges schmiedeeisernes Tor getrennt. Dieses Gebäude ist heute ebenfalls ein Zweifamilienhaus. die nach 1945 errichtet worden sind. Für einen rentablen Betrieb ist das gerade ausreichend. Die Pferdeschwemme neben dem Spritzenhaus wurde in den sechziger Jahren zugeschüttet. Die Auslastung der beiden Unterkünfte erreichte 2003 erstmals über hundert Tage im Jahr. Das Ferienhaus ist für sechs Personen ausgelegt. Den größten Anteil daran hatten über 20 000 Euro als Zuschuss aus Mitteln der Dorferneuerung. Weitere Wohngebäude. das in Bad Godesberg bei Bonn gefertigt worden ist. Die Förderung in dieser Höhe war allerdings nur möglich. Das Erdgeschoss nutzte das VEG als Rinder-Rekonvaleszenzstall. Der Mecklenburg-Vorpommern-Spezialist gibt jährlich einen Katalog mit Ferienhäusern und -wohnungen heraus. Die meisten Urlaubsgäste kommen aber aufgrund von Mund-zu-Mund-Propaganda. Hinter dem Ackerpferdestall steht der Schweinestall.und Schweinestall wurden nach der Auflösung des Jugendwerkhofes 1961 zunächst nur von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Klocksin und später zusätzlich als Außenstelle des Volkseigenen Gutes (VEG) Hohen Wangelin genutzt.bluecherhof. Das zweigeschossige Gebäude aus massivem. Die großen Wirtschaftsgebäude wie der Marstall.de im Internet eine eigene Homepage. In der Landwirtschaft der DDR waren Pflanzen. Die Südseite des Hofplatzes wird durch den großen Ackerpferdestall beherrscht. Allerdings konnte das gesamte Investitionsvolumen durch die geschickte Ausnutzung von Fördermöglichkeiten drastisch reduziert werden. das Duschbad. Die Kooperation der beiden Betriebe wurde auf vertraglicher Basis abgewickelt.und Backstein befinden sich drei Mietwohnungen. der zweite war mit Rindermast im großen Stil auf dem Hofgelände beschäftigt. Ackerpferde.und Tierproduktion organisatorisch getrennt. Im Erdgeschoss befinden sich der Wohnraum. im Obergeschoss wurde Heu und Stroh gelagert. Auf der östlichen Seite der Straße Klocksin-Lütgendorf befindet sich ein Wohnhaus aus dem Jahr 1902. Weitere 7650 Euro wurden Schipke auf Basis der Modernisierungsrichtlinie (ModRL) des Landes gewährt. Die letzten drei Achsen auf der Nordwestseite nahmen Wohnungen auf. Der Hofplatz mit dem Spritzenhaus befand sich ebenfalls im Eigentum der Gemeinde. Blücherhof liegt im Gebiet mit der höchsten Förderquote. 52). halten Abstand zum historischen Gutsensemble. die explizit die beiden Ferienunterkünfte vorstellt. teilweise verputztem Feldstein hat 14 Achsen. Darüber hinaus war eine Reduzierung der Einkommensteuer über die inzwischen ausgelaufenen Ost-Sonderabschreibungen möglich. Ein Betrieb war für den Getreideanbau zuständig. Der Gemeinde gehörte bis in die neunziger Jahre auch das Wirtschaftshaus auf der nördlichen Seite der Zufahrt zum Wirtschaftshof. Für die Anschaffung der Sauna erhielt Schipke einen 50-prozentigen Zuschuss von fast 1800 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GA-Mittel). Dieses sehr große Gebäude aus verputztem Backstein auf einem Feldsteinsockel hat 18 Achsen und diente früher den Angestellten des Gutes als Wohnhaus. ein Schlafraum und die Küche. Die ehemalige Schnitterkaserne hinter der Schmiede auf der nördlichen Seite des Weges gehört der Gemeinde Klocksin.254 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen baut. Das Gebäude ist seit .

Sanddorn. Schweinestall. Speicher und die Stellmacherei in das Eigentum der Treuhandanstalt über. Das viergeschossige Backsteingebäude auf einem Feldsteinfundament wurde möglicherweise in den zwanziger Jahren nachträglich in das GutshofEnsemble eingefügt. Das Haus war jahrzehntelang geteilt. Bis zur Übernahme durch die Kranemann GmbH wurden neun Mietwohnungen von der Gemeinde vermietet. Aufgrund der Vielgestaltigkeit der Gebäude war von Anfang an klar. Dort machte er sich selbstständig und begann mit der Konstruktion von Gartenbaumaschinen. Speicher. Etwas abseits vom Hofplatz gegenüber der ehemaligen Schnitterkaserne befindet sich die Stellmacherei. Um eventuelle Konflikte mit Nachbarn vorzubeugen. Italien oder die Niederlande. Das eingeschossige Gebäude aus massivem Backstein wurde 1901 erbaut. vielmehr werden die Konstruktionen auf den Kunden zugeschnitten. Dort wurden im ehemaligen Wohntrakt die Büros eingerichtet.und Feldstein ging das VEG rabiat um. Da auch der Wirtschaftshof Ensemble-Schutz genießt. Unter diesen Umständen war der Kaufpreis der Grundstücke von drei bis vier Euro je Quadratmeter recht hoch. Mit dem elfachsigen Bau aus Back. Entwicklung. darf nur unter bestimmten Auflagen neu gebaut werden. Der Marstall steht dem Ackerpferdestall auf der anderen Hofseite gegenüber. dass diese nicht ausschließlich durch den Gewerbebetrieb genutzt werden konnten.oder Hanf-Erntemaschinen in das gesamte europäische Ausland wie Österreich.und Nachtstunden auftreten. dann stand dieser Trakt lange leer. Als problematisch erwies sich der Erhalt der Mietwohnungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Flüchtlinge eine Unterkunft. wurde in den Jahren 1995 und 1996 fast der gesamte Wirtschaftshof käuflich erworben. Neben dem Marstall steht der Speicher. Der Bau von Gartenbaumaschinen ist wie andere Gewerbe auch mit Störungen für die Umgebung verbunden. Mit der politischen Wende 1989/90 gingen der Ackerpferdestall. . Im ehemaligen Stallteil entstanden die Werkstätten. Eine Hälfte nutzte die LPG Klocksin als Tischlerei. Schweinestall. die Stellmacherei und das Wirtschaftshaus. Die Räume wurden allerdings bald zu klein. wurde kurzerhand eine Öffnung in den zweiten Stock des Mittelrisalits gebrochen. Insbesondere das Wirtschaftshaus war von Beginn an ein Wohnhaus gewesen. Insbesondere Lärm kann bei Auftragsspitzen bis in die späten Abend. Bereits 1994 verlagerte er den Sitz seiner Firma Kranemann Gartenbaumaschinen GmbH in den Ackerpferdestall. Marstall. Kranemann war bis zur Wende Chefkonstrukteur des Kombinats Gartenbautechnik in Berlin gewesen. Die Gebäude wurden für die landwirtschaftliche Produktion nicht mehr benötigt. 1970 wurden diese Räume zu einer Turnhalle mit 170 Quadratmeter Fläche zusammengelegt. 1990 zog er in sein Ferienhaus um. Das erfordert von den rund 20 Mitarbeitern große Einsatzbereitschaft und viel Können. dass der Betrieb nicht irgendwann durch Auflagen und fehlende Erweiterungsflächen in seiner Entwicklung gehemmt wird. Seine Chicorée-Verpackungsmaschinen entwickelten sich zum Verkaufsschlager. Sozio-ökonomische Grundlagen Mitte der neunziger Jahre begann der Unternehmer Hans-Helmut Kranemann in Blücherhof nach und nach von der Treuhandanstalt und der Gemeinde den Wirtschaftshof aufzukaufen. In der anderen Hälfte richtete das Kinderheim zwei Klassenzimmer ein. Es handelt sich nicht um einen Fließbandbetrieb. Das Gebäude diente als Futterlager. Heute exportiert das Unternehmen zum Beispiel seine Kopfkohl-. Neben dem Ackerpferdestall erwarb die Kranemann GmbH den Marstall. Es diente zuvor der Rinderhaltung. die ehemalige Dorfschule im nahen Lütgendorf. Das VEG nutzte den Speicher als Lagergebäude. Um das Einbringen des Futters zu erleichtern. Fertigung und Vertrieb sind in Blücherhof konzentriert.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 255 Mitte der achtziger Jahre ungenutzt und befindet sich in einem schlechten Zustand. Somit ist sichergestellt.

die im Rahmen des Projekts Handwerker im europäischen Haus in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk nach Blücherhof kommen. das auf der anderen Straßenseite dem Pförtnerhaus gegenüber steht.256 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen In der Region gibt es ein Überangebot an Wohnraum. ist gescheitert. So stellte das Landesamt für Denkmalpflege insgesamt fast 70 000 Euro zur Verfügung. Das Obergeschoss wird Seminargruppen von Universitäten oder Design-Schulen ab und zu als Atelier zur Verfügung gestellt. Der Wohntrakt wurde vom Unternehmen nicht benötigt und an ein befreundetes Ehepaar von Hans-Helmut Kranemann verkauft. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich der Streichelzoo des Kinderheims mit Kaninchen. Ausgehend von dieser Keimzelle wurden und werden die übrigen später zugekauften Gutsgebäude mit Leben erfüllt. Dort sind mit Entwicklung. Zweites touristisches Standbein ist der Bustourismus. Mit dem Park als Anziehungspunkt werden Kaffeenachmittage für Gruppen organisiert. Eine gewisse Auslastung der Ferienwohnungen durch die eigenen Mitarbeiter ist daher gewährleistet. Er soll – wie bereits in der Stellmacherei geschehen – mittelfristig zu einem Werkstattgebäude umgebaut werden. Der übrige Teil des Gebäudes steht leer. Die Sanierung wurde durch die öffentliche Hand unterstützt. der aufgrund der Schließung der Einrichtung aufgelöst wurde. Zwei davon werden als Ferienwohnungen vermietet. Zwischen den drei Nutzungselementen haben sich Synergien entwickelt. Das Land hatte allerdings kein Interesse am Konzept und hielt sich mit einer Förderung zurück. Das Objekt aus den fünfziger Jahren wurde saniert und verfügt über sechs Wohneinheiten. der Vermietung von Ferienwohnungen sowie der Vermietung von Veranstaltungsräumen. Einige seiner Werke sind im Saal des Wirtschaftshauses zu sehen. Vertrieb und Werkstatt alle wesentlichen Funktionen des Unternehmens konzentriert. Personen mit innovativen Ideen sollten in einer Art Gründungszentrum beraten und betreut werden. weitere Elemente in das Nutzungskonzept einfließen zu lassen. Hans-Helmut Kranemann wollte zum Beispiel seine persönlichen Erfahrungen in einer Erfinderwerkstatt einbringen. die vornehmlich mit dem Bus unterwegs sind. Im Mittelteil werden die neu gebauten Gartenbaumaschinen getestet. Die Stiftung Denkmalschutz förderte das Projekt mit fast 40 000 Euro. . über das EU-Förderprogramm LEADER+ an Fördermittel in Höhe von 70 000 Euro zu gelangen. Planungen. Es wird erwogen. Meerschweinchen und Hühnern. Darüber hinaus flossen Mittel aus der Dorferneuerung. werden nicht weiter verfolgt. Die Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte – Müritz gab anderen Projekten den Vorzug. Diese Erfahrung musste man nach dem Kauf eines Wohngebäudes (Parkstraße 11) machen. Der Plan zur Einrichtung einer Galerie Die Truhe mit Gemälden und Drucken des Malers und Grafikers Sieghart Dittner wurde fallen gelassen. So wartet der ehemalige Schweinestall noch auf eine tragfähige Nutzung. Auch ein zweiter Anlauf. Das große Gebäude befand sich in einem ruinösen Zustand. Besonders aufwendig war die Sanierung des Marstalls. da das unternehmerische Einzelinteresse zu groß erschien. Die neu eingerichteten Ferienwohnungen dienen nämlich außerhalb der Saison Praktikanten der Kranemann GmbH als Unterkunft. Umnutzungs. Das Niveau der Mieten ist nur gering. Die Firma geht dabei sukzessive vor. im Keller ein Café einzurichten. Die Feriengäste hatten zuvor den Streichelzoo mitgenutzt.und Erhaltungsmaßnahmen Der ehemalige Ackerpferdestall ist seit 1994 Firmensitz der Kranemann Gartenbaumaschinen GmbH. Das Nutzungskonzept der Firma Kranemann für den Wirtschaftshof ruht im Wesentlichen auf drei Säulen: der Entwicklung und dem Bau von Gartenbaumaschinen.

Gutshöfe oder Herrenhäuser wie Burg Schlitz. In Kooperation mit anderen Anbietern können bis zu 45 Gäste in Blücherhof beherbergt werden. Das gesamte Jahr über finden alle vier Wochen Kulturveranstaltungen im Saal statt. dessen Geschäftsführer Norbert Schipke ist. 54 oder 64 Quadratmeter Wohnfläche vorhanden.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 257 Der neue Glanz des Marstalls kontrastiert mit der Hinlänglichkeit des benachbarten Speichers. Diese Standorte stellen allerdings keine direkte Konkurrenz der kulturellen Aktivitäten in Blücherhof dar. Für weitere zwei Personen ist zur Not eine Aufbettung möglich. Kleinere Gesellschaften kommen auch in der Kaffee-Stube unter. . Neu Gaarz oder Ulrichshusen mit einem großen Kulturangebot sind nicht weit entfernt. zwei Schlafräume. Mittelfristig sollen zusammen mit dem benachbarten Speicher einmal insgesamt 40 Unterkünfte für Feriengäste bereitstehen. Dieser ist zwar solide gebaut. In nächster Zeit ist auch die Wiederherstellung der ehemaligen Pferdeschwemme auf dem Hofplatz vorgesehen. Er wird für Veranstaltungen und Feierlichkeiten vermietet. dient aber zurzeit nur der Lagerung von Holz und anderer Materialien. Die Herberge Blücherhof hat eine Kapazität von 20 Betten.und Kulturverein Blücherhofer Truhe organisiert werden. Zwei.und Dreiraumwohnungen mit 33. Kristallisationspunkt des touristischen Angebots in Blücherhof ist zweifellos das Wirtschaftshaus. Zwei Personen müssen dann jedoch im Wohnzimmer übernachten. Es diente zur Lagerung von Brandbekämpfungsgeräten. Duschbad und WC. Heute beherbergt es ein Hof-Café. Es stellt insbesondere einen Anlaufpunkt für Bustouristen dar. Die Kulturveranstaltungen wie plattdeutsche Liederabende finden unter dem Motto Mecklenburger Freundlichkeiten statt und haben die Pflege von Tradition und Brauchtum als übergeordnetes Thema. das in der Saison zwischen Donnerstag und Sonntag seine Pforten öffnet. Die größten Ferienwohnungen verfügen über ein Wohnzimmer. Schlaf und Kochgelegenheit befinden sich integriert im Wohnraum. eine Sauna sowie ein Spielzimmer für die Kinder zur Verfügung. Nach der durch GA-Mittel geförderten Sanierung befinden sich in diesem Gebäude acht Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe und ein Veranstaltungssaal. Sie sind für vier Personen ausgelegt. Küche. Ansonsten bieten Caterer in der Umgebung ihre Dienstleistung an. Damit ist die Aufnahme von kleinen bis mittleren Gruppen möglich. Die kleinsten Ferienwohnungen bieten zwei Personen Platz. weil dort die Eintrittspreise um ein Vielfaches höher sind. Daneben werden Veranstaltungspläne und Informationen zu den einzelnen Events über Flyer verbreitet. Dann wäre auch die Unterbringung von größeren Gruppen möglich.und Tischtennisraum. Ebenfalls vier Personen können die Zweiraumwohnungen aufnehmen. Die Protagonisten kommen aus der regionalen Kunstund Kulturszene. Der Veranstaltungssaal fasst bis zu 60 Personen. Der Verein. Im Dachgeschoss befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg ein Taubenschlag. Hier sollen einmal Ferienunterkünfte und Räumlichkeiten zum Spielen für die jüngeren Gäste entstehen. hat neben der Organisation von Konzerten und Lesungen des Weiteren die Unterstützung von denkmalgerechten Maßnahmen zur Erhaltung der Hofanlage in Blücherhof zum Ziel. Es sind Ein-. Große Festgesellschaften können eine große Küche im Gebäude zum Selbstkochen nutzen. Es wurde grundlegend saniert und erhielt sein ursprüngliches Kuppeldach zurück. die von dem im Januar 2000 eigens gegründeten Kunst. Die Werbung für die Veranstaltungen findet im Wesentlichen über die örtliche Tagespresse und Wochenblätter statt. Den Feriengästen stehen im Gebäude ein Billard. Im Dachgeschoss ist eine ständige Ausstellung zur Geschichte Blücherhofs eingerichtet worden. Der Eintritt beträgt in der Regel sieben Euro. Ein freundlicheres Bild bietet seit 2001 das Wahrzeichen von Blücherhof: das kleine Spritzenhaus.

bei den Feriengästen an den Mann oder die Frau zu bringen.258 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Für die Vermarktung der Ferienwohnungen stehen ebenfalls zwei Typen von Flyern bereit.de. führt das zu Fehlsteuerungen und Mitnahmeeffekten. die ohne das Engagement dieser Personen verloren gegangen wären. Die Nutzung des Wirtschaftshofes in Blücherhof besticht insbesondere durch die Tatsache. aus dem jeder auch materielle Vorteile zu ziehen versucht. Marstall. Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Seite www. Der ehemalige Schweinestall harrt jedoch noch einer Revitalisierung. Das sind Herrenhaus. Park. So wurden Kulturgüter erhalten oder wiederhergestellt. um Fördertöpfe anzuzapfen. Dieser wiederum gibt dem anderen die Möglichkeit.herberge-bluecherhof. Die Pflege das Parks oder die Sanierung der Parkmauer durch den Landkreis erfolgte selbstverständlich durch ABM-Kräfte. Die maßgeblichen Akteure in Blücherhof bilden ein soziales Netzwerk. Speicher. dass zurzeit mit dem Ackerpferdestall. Negativ ist die Fokussierung auf staatliche Zuwendungen bezüglich fast aller Vorhaben und investiven Maßnahmen anzumerken. Die Fördermöglichkeiten in Ostdeutschland waren und sind günstiger als im alten Bundesgebiet. Marstall und dem Wirtschaftshaus drei sehr große Gutsgebäude in einem Konzept integriert werden konnten. Allerdings treffen mehrere glückliche Umstände zusammen. Man hilft und unterstützt sich – auch aufgrund eines gesunden Eigennutzes. So sind die Zwischendecken der Gebäude teilweise aus Stahlbeton und damit sehr robust und dauerhaft. die Blücherhof zu etwas Besonderem machen. die die Attraktivität des Gutshofes für Besucher steigern. sondern aufgrund einer persönlichen Affinität für den Standort Blücherhof entschieden hat. Hinzu musste allerdings das Wirken einer Unternehmerpersönlichkeit wie Hans-Helmut Kranemann treten. Wenn allerdings Vorhaben quasi als Selbstzweck verfolgt werden.V. Selbst die Betreuung des nun aufgelösten Streichelzoos hatte eine ABM-Kraft übernommen. Blücherhof ist ein anschauliches Beispiel für einen gelungenen Kooperationsansatz. wie zum Beispiel Parkführungen. Der erste ist allgemein gefasst und stellt den gesamten Gutshof vor. Einige ehemalige Mitarbeiter des Kinderheims wie Norbert Schipke sind sogar in Blücherhof heimisch geworden und entfalten eine Vielzahl von Aktivitäten. Die Bewerbung der Ferienwohnungen erfolgt hauptsächlich durch einen Eintrag im Katalog Urlaub auf dem Lande der Arbeitsgemeinschaft für Urlaub und Freizeit auf dem Lande Mecklenburg-Vorpommern e. damit war das Projekt gescheitert. Die tragfähige Nutzung von großen Stallgebäuden und Scheunen ist in der Regel mit großen Schwierigkeiten verbunden. dass durch die Anwesenheit der Erzieher des Kinderheims und seines Leiters Harald Mysliwzcyk ein gebildeter Personenkreis über Jahrzehnte einen segensreichen Einfluss auf den Ort nehmen konnte. Grundsätzlich bedürfen tragfähige Projekte keiner Zuwendungen durch die öffentliche Hand. Der eine organisiert in einem Verein Kulturveranstaltungen und lastet damit den Saal des anderen aus. Die Förderung des Einbaus einer Sauna durch GA-Mittel ist ebenfalls kritisch zu hinterfragen. Eine wie auch immer geartete Förderung erfolgte nicht. der sich nicht aufgrund von betriebswirtschaftlichen Erwägungen. sein Dienstleistungsangebot. Wirtschaftshaus. Daher ist das Konzept auch nicht ohne weiteres übertragbar. Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist der Umstand. Eine Umnutzung zu gewerblichen Zwecken wie der Bau von Gartenbaumaschinen fand daher günstige Voraussetzungen. Dieser Umstand ist aufgrund des immer noch zu bemerkenden Entwicklungsrückstandes in Ostdeutschland auch berechtigt. Ackerpferdestall und die Aktivitäten des Kunstund Kulturvereins Blücherhofer Truhe. Die geplante Erfinderwerkstatt in Blücherhof stellt so ein Vorhaben dar. Ein weiterer Flyer geht explizit auf das Angebot der Herberge Blücherhof ein. Erstens ist die Bausubstanz noch nicht so alt und zu Beginn des vorigen Jahrhunderts nach den neuesten Erkenntnissen errichtet worden. .

5 Dalwitz – Persönliche Präferenzen zum Kapital gemacht 259 Das Gut Dalwitz liegt zwischen den Städten Laage und Gnoien in der Gemeinde Walkendorf. Der Wiederaufbau auf den alten Fundamenten dürfte um 1650 erfolgt sein (POCHER 1995: 37). Bis 1945 hatte das Lehngut eine Größe von 718.2 Hektar Unland (RAABE 1894: 877). Joachim Otto hat 1726 das Torhaus nach Entwürfen des dort allseits geachteten Baumeisters Rudolf Matthias Dallin erbauen lassen.2 Hektar. Ein aus dem Mittelalter stammendes festes Haus wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Es entstanden auf dem Gutshof einige Neubauernstellen. In diese Zeit fiel auch die Schaffung der barocken Parkanlage. der Bruder von Joachim Otto. Unter dem jetzigen Herrenhaus haben sich allerdings ein Kreuzgratgewölbe und zwei Tunnelgänge eines mittelalterlichen Vorgängerbaus erhalten. Der Bereich des Herrenhauses geht wahrscheinlich auf eine wendische Burg zurück und war jahrhundertelang befestigt. Nach 1990 ging das Herrenhaus in das Eigentum der Gemeinde über. Dalwitz war als eines ihrer Hauptgüter von 1379 bis 1945 im Besitz der Familie von Bassewitz. Zur Blüte gelangte das Gut Anfang des 18. Es entstanden dort nach dem Krieg vier Mietwohnungen sowie ein Konsum und Kindergarten. Die großen Wirtschaftsgebäude wurden weitgehend von dem VEG in Walkendorf bewirtschaftet. Klein Nienhagen und Blücherhof ist Dalwitz also sehr alt. 1727 erlangte Henning Friedrich von Bassewitz. die von einem Wassergraben umschlossenen werden. Der Rest bestand aus 153 Hektar Wiesen und Weiden.und Gartenland. wie zum Beispiel in der ehemaligen Stellmacherei oder zwischen dem ehemaligen Pferdestall und Kuhstall (Abb. Jahrhunderts unter Joachim Otto von Bassewitz. Das im barocken schwedischen Landhausstil erbaute Herrenhaus entstand einige Jahre früher. das in Erinnerung an einem früheren Besitzer im Auftrag von Sabina von Bassewitz errichtet wurde. Wie so viele Gutshäuser in Mecklenburg wurde das Gebäude 1855 im Stile der Tudorgotik umgestaltet und erweitert. Henning Friedrich gehörte das benachbarte Gut Prebberede. Heute finden sich in dem 1. Wie die anderen Güter auch wurde Dalwitz 1945 während der Bodenreform aufgesiedelt. . Zum Zwecke der Baumaterialbeschaffung wurde die Reithalle abgerissen. Das Herrenhaus blieb fast ständig bewohnt. Der Ort.4 Hektar großen Garten Reste eines Denkmals. Er war Schlosshauptmann in Kiel und verfügte somit über beste Verbindungen nach Holstein. wurde bereits 1235 erstmals erwähnt. den Grafentitel. Erste Abbildungen der Hofanlage aus der schwedischen Zeit zeigen auf der Burginsel zwei sich gegenüberstehende gleich große Wohnhäuser. Zusammen mit Dalwitz und weiteren Begüterungen entstand ein großer Güterkomplex im bassewitzschen Familienbesitz. damals noch Klein Dalwitz genannt. Auf dem Hof sind Milchkühe gehalten worden. die nach Süden hin vor der heutigen Brücke von einem Torhaus beschützt werden.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 6. Noch heute sind zum Teil mit Linden bewachsene Wallanlagen zu sehen. Von diesen Gebäuden steht heute nichts mehr. die Wirtschaftsgebäude kamen an die Treuhand. wobei der neu erbaute Trakt mit seinem schmalen Giebel und einem zierlichen Erker einen bis dahin nicht vorhandenen Abschluss des Wirtschaftshofes herstellt. Der Verfall schien bereits programmiert. Die Wirtschaftsbauten hatten sich zuvor immer seitlich vom Gutshaus befunden. Das Herrenhaus ging in die Rechtsträgerschaft der Gemeinde über. Diese Gebäude sind auch heute noch jeweils im Privateigentum und bewohnt. Im Gegensatz zu den drei zuvor genannten Gutshöfen Hohenstein. Mit 532 Hektar entfiel der größte Teil auf Acker. 53). 48 Hektar Wald sowie 15. Es erhielt durch einen Flügelanbau eine L-Form. Das Bauerndorf Groß Dalwitz ist untergegangen. als 1991 ein Enkel des letzten Eigentümers im wahrsten Sinne des Wortes an den Pforten des Anwesens rüttelte.

Schnitterkaserne (10) Neubauernhaus (11) Ehem. 53: Der Gebäudebestand der Gutsanlage Dalwitz (1) Herrenhaus (2) Pferdestall mit Wohnhausanbau (1) (11) (2) (3) Remise (re.) (5) Ehem. Melkstand (7) Stellmacherei (8) Moderne Reithalle (9) Ehem.). Reithalle (6) Ehem. Schweinestall (5) 17 (10) 16 (15) (8) (9) (3) (4) (12) (6) (7) (13) (14) (12) Kuhstall (13) Torhaus . (4) Einfamilienhaus (li.260 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Abb.

Er ist Mitglied des Vorstandes. Jahrgang 1953. Das Gebäude war bereits fast leergezogen und in einem schlechten Zustand. 1030 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zu pachten oder im sehr begrenzten Umfang auch anzukaufen. Zunächst mehr getrieben durch die äußeren Umstände als aus Überzeugung setzte Graf von Bassewitz auf den ökologischen Landbau. Hinzu kommen 280 Hektar Ackerland und 50 Hektar Wald. Heinrich Graf von Bassewitz. Den größten Teil machen 700 Hektar Grünland aus. Dort beriet er Rinderhalter in Savannen-Gebieten und leitete später ein Betrieb mit 10 000 Rindern. Als nächste Station folgte Uruguay. Bei bis zu 45 Bodenpunkten des Grünlandes und bei 20 bis 40 Bodenpunkten des Ackerlandes war an eine konventionelle Landwirtschaft in dieser marktfernen Region nicht zu denken. Aus Uruguay brachte er seine Frau Lucy mit. Teilweise waren Zwischendecken herabgestürzt. an Grund und Boden für einen landwirtschaftlichen Betrieb heranzukommen.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Sozio-ökonomische Grundlagen 261 (17) Verwalterhaus (16) Maschinenhalle (15) Weizenscheune Dr. um später als Entwicklungshelfer an der Elfenbeinküste zu arbeiten. wo Graf von Bassewitz im Auftrag der dortigen Regierung mehrere Landwirtschaftsprojekte betreute. 1995 gründete Graf von Bassewitz zusammen mit drei weiteren ökologisch wirtschaftenden Landwirten die Biopark Markt GmbH. Haupt- (14) Kulturhaus . agr. Bereits seit 1992 gehört sein Betrieb dem Anbauverband Biopark an. Bis 1999 gelang es. die den überregionalen Vertrieb übernimmt. Die nächste große Herausforderung war es. 1992 kaufte Graf von Bassewitz das Herrenhaus für zehn Mark von der Gemeinde. ist ein Weltreisender in Sachen Landwirtschaft. Angeregt von einem Artikel in einer Zeitung zog es ihn nach dem Fall der Mauer aus Neugier an die Stätte seiner Vorfahren. Die Konkurrenz war groß und so konzentrierte er sich auf Grünland und sandige Ackerflächen. Nach seinem Landwirtschaftsstudium ging er zunächst nach Südafrika und Namibia.

Darüber hinaus bekam er im Jahr 2001 die Johann-Heinrich-von-Thünen-Medaille der AlfredTöpfer-Stiftung zuerkannt. Die Zielgruppe sind Familien mit Kindern und ältere Paare. Insgesamt stehen auf dem Hof 45 Betten für die Feriengäste zur Verfügung. Die Aktivitäten des Landwirtschaftsbetriebes runden ein Gemüsegarten und die Mast von rund 1000 Weihnachtsgänsen ab.262 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen sächlich wird in Dalwitz der Acker mit Winter. Das Fleisch nimmt entweder ein Babynahrungsproduzent ab oder wird über die Biopark Markt GmbH vermarktet. Klee und Grassamen (40 ha) sowie Winterraps in den Fruchtfolgen zu finden. Die Färsen. werden mit Aberdeen Angus verpaart. Reiten und Tennis als Urlaubsaktivitäten ausgeübt werden. 300 Mastochsen und -färsen sowie zwölf Zuchtbullen und eine entsprechende Anzahl Mastkälber. kleinere Wellness-Angebote und Kinderbetreuung möglich. Auf den besonders leichten Sandböden werden an Stelle von Winterweizen und Kartoffeln Hafer und Zwiebeln (10 ha) angebaut. Jeweils im Herbst führt der Kölner Künstler Per Graf von Spee einen einwöchigen Malkurs durch. Daneben sind Futtererbsen. Außerdem gibt es Stellplätze für Wohnmobile auf dem Gutshof. Sehr erfolgreich ist die Kartoffelproduktion (30 ha). Urlaub auf dem Lande der Arbeitsgemeinschaft für Urlaub und Freizeit auf dem Lande in Dummerstorf und den Katalog des Tourismusverbandes Mecklenburgische Schweiz. Graf von Bassewitz arbeitet mit der Kranemann Gartenbaumaschinen GmbH in Blücherhof bei der Entwicklung einer Hackmaschine zusammen. Daher kommen für das touristische Angebot insbesondere einkommensstarke Gäste in Frage. Das Atelier wird in dieser Zeit im ehemaligen Pferde- . Etwa die Hälfte der Erzeugnisse geht nach Großbritannien. Graf von Bassewitz erhielt aufgrund der besonders artgerechten Rinderhaltung und der Revitalisierung des Gutshofes im Jahr 1999 mit dem Agrar-Kultur-Preis der SchweißfurthStiftung die höchstdotierte Auszeichnung für ökologischen Landbau in Deutschland. Es gibt auf dem Hof einen Kinderspielplatz. Das Marketing erfolgt im Wesentlichen über Kataloge wie Raus aufs Land der Zentrale für Landurlaub. Ziege und Pony. die speziell auf die Bedürfnisse des ökologischen Landbaus zugeschnitten ist.und Malkursen teilnehmen. Weitere Informationen gibt es auf der Internet-Homepage www. Italien und in die Niederlande. Das Bewirtschaftungskonzept ruht jedoch nicht nur auf einem Standbein. Die mit dem DLG-Gütezeichen für Ferien auf dem Bauernhof ausgestatteten Vier-Sterne-Wohnungen sind mit 57 Euro je Tag für eine Ferienwohnung für zwei Personen und 95 Euro je Tag für eine Ferienwohnung für sechs Personen recht teuer. 50 Zuchtfärsen. Seit 1992 wurden die Ferienunterkünfte ausgebaut und die Einheiten bis 1997 im Wesentlichen fertig gestellt.de. Nach Vereinbarung sind Aerobic. Das gewährleistet eine natürliche und preiswerte Düngung der Ackerflächen. In Dalwitz können die Jagd. Der Landwirtschaftsbetrieb hat vier Schlepper und alle Geräte. Die größte Rolle spielen allerdings die rund 1000 Rinder. eine Kreuzung aus Hereford und Pinzgauer. Gemüsegarten und kleinen Streichelzoo mit Schwein. Einschließlich des Betriebsleiters und eines Verwalters sind insgesamt sieben Mitarbeiter für die Bestellung der Äcker und die Viehhaltung zuständig. Die Herde besteht aus 450 Mutterkühen. Inserate werden darüber hinaus in der Zeitschrift Pferd und Reiter geschaltet.gutdalwitz. Musisch interessierte Gäste können an Töpfer. was einen robusten Schlag ergibt.und Sommergetreide bestellt (200 ha). Nur wenige Ochsen stehen jeweils zur Endmast im historischen Kuhstall. die im Sommer auf der Weide und im Winter auf dem Acker gehalten werden. Auch mehrere Fernsehbeiträge auf dem Kanal N3 berichten über das Gut Dalwitz. Lucy Gräfin von Bassewitz ist zusammen mit einer Mitarbeiterin für die Vermietung der Ferienwohnungen und Doppelzimmer im Herrenhaus und Verwalterhaus sowie eines Ferienhauses zuständig. die für die Pflegearbeiten notwendig sind.

weil Dalwitz innerhalb des touristisch wenig bedeutsamen Gürtels liegt.und Voltigier-Lehrgänge. Aber es sind auch ganz normale Aktivitäten wie Reit-. Zu diesem Zweck werden Veranstalter in Hamburg und Berlin angesprochen. Rund 40 Hektar an Wiesen und Weiden stehen dem Reitstall zur Verfügung. Master ist Gabriel Rodenberg. Eine wichtige Ergänzung des touristischen Angebots und ein weiterer Kooperationspartner ergab sich eher zufällig. Zusätzliche Pferdeboxen befinden sich in einem Laufstall und in der 1999 östlich der Weizenscheune für 230 000 Euro erbauten Reithalle. in Dalwitz einen Reiterhof mit Pferdepension in Verbindung mit den Ferienquartieren einzurichten. Graf von Bassewitz hatte Anfang der neunziger Jahre Criollos aus Südamerika eingeführt. Trailritte auf etwa 200 Kilometer Reitwegen und Fuchsjagden möglich. Das sind robuste Pferde. Seit 1999 betreibt Rodenberg seinen Reitstall La Primera im Haupterwerb. Davon erfuhr Gabriel Rodenberg. vielgestaltigen touristischen Infrastruktur möglich. Haflinger. der die mecklenburg-vorpommersche Küstenregion von der Seenplatte im Binnenland trennt. Das Torhaus. Sie betreiben das Restaurant La Remise. sondern vermeidet auch eine unnötige Konkurrenz. Die Gewinnschwelle. die ohnehin von Zeit zu Zeit umgetrieben werden müssen. Kutschund Kremserfahrten. Unter diesen Umständen sind besondere Strategien gefragt. das regionale und französische Küche anbietet und dabei Bio-Produkte des Hofes verarbeitet. Die Gäste können ihr eigenes Pferd mitbringen. Die Gaststätte wird folgerichtig vornehmlich von Touristen frequentiert. der damals noch ein HobbyPferdezüchter war. Er entwickelte den Plan. Davor wurde ein Dressurplatz angelegt. Seit 2000 nutzen zwei französische Köche in den Sommermonaten den ehemaligen Pferdestall. Ein zentrales Element des touristischen Betriebskonzepts ist die wirtschaftliche Kooperation mit verschiedenen Partnern. das jahrelang als Stall genutzt worden war. Dalwitz zählt gerade einmal 150 Bewohner. Die Teilnehmerzahl beträgt maximal 15 Personen. Ein passendes Gebäude als Domizil war schnell gefunden. Das Restaurant hat zwischen Mitte Mai und Ende Oktober werktags ab 18 Uhr und am Wochenende ab zwölf Uhr geöffnet. Außerdem ist durch ein gemeinschaftliches Vorgehen erst der Aufbau einer tragfähigen. dass die Ferienunterkünfte an durchschnittlich 180 Tagen im Jahr belegt sind. Dalwitz ist Standort der Mecklenburger Meute bestehend aus sechs Koppel à zwölf Foxhounds. stand leer. Die Kooperation umfasst nicht nur Partnerbetriebe auf dem Gutshof selbst. Im Idealfall ergänzen sich die Angebote. Norweger. die bei 150 Tagen im Jahr erreicht ist. . Das ist umso erstaunlicher. die dort insbesondere beim Hüten von Rindern eingesetzt werden. Der ehemalige Pferdestall bietet bis zu 100 Gästen auf rustikalen Sitzgelegenheiten Platz. Fahr. Für eine bessere Auslastung soll die Intensivierung des Bustourismus sorgen. Dieses und die zuvor genannten Angebote sorgen dafür. Von den mittlerweile 80 Pferden sind ein Drittel eigene unterschiedlicher Rassen wie Criollos. Die Gegend gehört mit durchschnittlich 35 Einwohnern auf einen Quadratkilometer zu den am dünnsten besiedelten Regionen in Deutschland. Das schont nicht nur die knappen finanziellen Ressourcen. um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Es ist unter dem Motto Agrar–Kultour–Restaurant an eine Zusammenarbeit mit dem Thünen-Museum in Tellow gedacht. wird somit weit überschritten. Die größte Attraktion ist der echte Viehtrieb mit Rindern des Gutes. Westernreiten.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 263 stall eingerichtet. Ein Drittel der Pferde gehört Einstellern und ein weiteres Drittel bildet die Criollo-Zucht des Grafen. Jüngstes Produkt dieser Strategie ist Teil des dritten Standbeins des Gutes Dalwitz: die Verpachtung von Gutsgebäuden. Die Westseite des Torhauses ist für diesen Zweck von Graf von Bassewitz gepachtet und beherbergt 16 Pferdeboxen. so dass es zu einem Mehrwert für alle Beteiligten kommt. sondern weitere Anbieter in der Region sind in das Netzwerk eingebunden. Ponys und Mecklenburger Warmblut.

Für diesen Zweck wurde eigens ein Tennis-Club gegründet. Strietfeld und Walkendorf nennt sich Mecklenburger Gutshöfe. Dort können fremde Gäste auch das Solarium und die Sauna nutzen. dieses zu tun.264 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Der Kooperationsgedanke erschöpft sich allerdings nicht nur im Bündeln touristischer Angebotsformen auf dem Gutshof selbst. Darüber hinaus beschäftigen sich die Mitarbeiter des Unternehmens mit dem Abriss. Die Speisekarte des Restaurants La Remise liegt zum Beispiel auch in den anderen Orten aus. Das vierte Standbein des Dalwitzer Gutsbetriebes ist ein landwirtschaftliches und gewerbliches Dienstleistungsunternehmen. Auf die eine oder andere Weise können die Partner auch von den Urlaubsgästen der anderen profitieren. 1963 wurde das letzte Teilstück stillgelegt und die Anlagen vollständig abgebaut. Zum Teil ist der Bahndamm für Wanderer. So ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Eine weitere Option für die Mecklenburger Gutshöfe stellt die Trasse einer Schmalspurbahn dar. Der Bau des Tennisplatzes in Dalwitz wurde von allen acht Partnern zusammen finanziert. Davon entfiel die Hälfte auf die Rinderzucht. In der Region haben sich insgesamt acht Eigentümer von Gutsgebäuden zusammengeschlossen. Der Eigentümer von Samow. dass die Urlauber nicht in eine völlig andere Ferienregion abwandern. Entkernen und Entrümpeln von Gebäuden sowie mit der Reinigung von Teichen und Gräben und dem Bau von Drainagen. Diese führte von Tessin nach Stierow und verband ab 1896 die genannten Güter miteinander. Insgesamt hängen 25 bis 26 Arbeitsplätze am Gut Dalwitz. Getreide und Stroh sowie von Kunstdünger. Landschafts. Aber auch außerhalb des touristischen Bereichs gibt es zwischen den Kooperationspartnern viele Berührungspunkte. Ansonsten verfügt die Gruppe über fast 180 Gästebetten. Graf Marc von Polier. Samow. je nach Saison. Nur etwa fünf Prozent steuerte die Vermietung der Ferienquartiere am Gesamterlös bei. Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Buchführung der vier Betriebszweige. In Walkendorf steht der Badesee offen. In Prebberede und Samow finden Konzerte statt. Weidetränken. die Verpachtungen an den Reitstall und das Restaurant sowie das Zaunbau-Unternehmen für die Entwicklung des Ortes auch sind. Kopfsteinpflaster-.und Gartenbau eingesetzt. Die beiden übrigen Betriebszweige erwirtschafteten keinen oder nur einen unwesentlichen Gewinn. Diese Defizite können dann durch die gegenseitige Hilfe kompensiert werden. Sie diente vornehmlich dem Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Rüben. Die Landwirtschaftsflächen des Eigentümers von Prebberede werden zum Beispiel von Dalwitz aus bewirtschaftet. da sie ähnliche Probleme haben. Die Ranching Consult GmbH wurde 1993 gegründet und beschäftigt sich primär mit dem Bau von Zäunen jeder Art. Es handelt sich um ein soziales Netzwerk ohne eine institutionalisierte Form. Die Aktivitäten sind als Arrondierung gedacht . 95 Prozent des Betriebsergebnisses von 150 000 Euro im Jahr 2002 wurden durch die Landwirtschaft erzielt. wird den Interessierten die Ferienwohnungen der Partner ans Herz gelegt. Prebberede. Insbesondere in der Anlaufphase ist eine solche Art der Kooperation zwischen touristischen Dienstleistern sinnvoll.4 Millionen Euro erwirtschaften konnten. die auch touristische Leistungen anbieten oder planen. Die Besitzer der Gutshäuser in der Region kennen sich. Beachvolleyball kann in Strietfeld gespielt werden. Stechow. Die Kooperationspartner in Belitz und Stechow weisen noch keine Urlaubsquartiere auf. Die Gruppe bestehend aus Eigentümern von Gutsgebäuden in Belitz. Eine Reihe von Mitarbeitern werden im Terrassen-. So wichtig die Vermietung von Ferienwohnungen. Mulcher oder Schneidewerke für den ökologischen Landbau und die extensive Weidewirtschaft. wenn das eigene Angebot noch Lücken aufweist. Wenn die Unterkünfte des einen vollständig belegt sind. Das geschieht auch mit anderen Freizeitmöglichkeiten. Dalwitz. Mit diesem Angebot werben natürlich alle Kooperationspartner. Lühburg. Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist der Vertrieb von Maschinen und Gerätschaften wie Fangstände. Reiter und Fahrradfahrer hergerichtet worden. die 2002 zusammen einen Umsatz von 1. und Graf von Bassewitz sind freundschaftlich verbunden. Die Fäden laufen in der Gutsverwaltung zusammen.

die andere Hälfte wurde durch zinsgünstige Kredite des Landes und ein Darlehen von Mitgliedern der Familie finanziert. Graf von Bassewitz strebt an. Diese Absicht konnte beim östlich vom Verwalterhaus gelegenen Neubauernhaus bereits in die Tat umgesetzt werden.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 265 und möglicherweise mittelfristig geeignet. Im Gebäude befindet sich eine Werkstatt und es werden Maschinen und Materialien für die Unternehmens-Aktivitäten gelagert. Weiterhin muss auf eine gesunde Liquiditätsbasis geachtet werden. Das waren mehrere Garagen an der Zufahrt zum Herrenhaus und der ehemalige Melkstand-Anbau am historischen Kuhstall. ob Graf von Bassewitz sich beim Erwerb der nötigen Flächen durchsetzen kann. Das nun Haus Mai genannte Gebäude bietet mit seinen 110 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen Platz für bis zu sechs Gäste. Bisher wurden über 1.und Erhaltungsmaßnahmen In Dalwitz kreuzen sich die Landstraßen von Walkendorf nach Prebberede und Laage nach Gnoien. Dort steht ein nach 1945 errichtetes Neubauernhaus. Als Relikt der Bodenreform hat sich ein Grundstück auf der Westseite erhalten. eventuelle Rückschläge in der Landwirtschaft zum Teil aufzufangen. Das wäre auch in Dalwitz möglich. wurde das Gebäude mit der Anlage eines Grünzuges zum Hofplatz hin abgeschirmt. Für diese maroden Bauwerke gab es keine Verwendung mehr. Neun davon sind im Eigentum des Grafen. Die Zufahrt zum Gutshof erfolgt seit jeher von Süden und ist ebenfalls von Landarbeiterhäusern eingefasst. Insbesondere die letztere Straße säumen viele Landarbeiterhäuser. denn es dient als Stützpunkt für das gewerbliche Dienstleistungsunternehmen. Die Gebäude weisen zumeist den Habitus eines Zweifamilienhauses auf. denn mittlerweile ist der Gutshof von Westen und Osten durch Zuwegungen erschlossen. Hinter dem Neubauernhaus befindet sich ein weiteres Nebengebäude aus Holz. Dann entscheidet sich. Es kommt in Schleswig-Holstein häufiger vor. Das unansehnliche Gebäude konnte aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht geschleift werden. die ebenfalls nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Neubauernhaus umgebaut worden ist. Umnutzungs. Heute dient es nach seiner Sanierung als eines der wenigen in Mecklenburg-Vorpommern ermittelten Ferienhäuser im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof. da erstens kein breiter Hofplatz vorhanden ist und nach der Umgestaltung des Hofes in der Formensprache der Tudorgotik 1855 die barocke Anordnung der Gebäude – ausgerichtet auf das Herrenhaus oder in diesem Fall die Burginsel – gelockert wurde (Abb. dass aufgrund der geringen Breite die Durchfahrt gesperrt ist. die in der Bodenreform abgetrennten Parzellen zuzukaufen. Zum eigentlichen Gutshof gehören heute 13 Gebäude. Ansonsten wurden die Gebäude aus der DDR-Zeit soweit möglich entfernt. denn in Zukunft stehen der gepachtete Grund und Boden zum Verkauf. Die Durchfahrt des Torhauses wird noch immer benutzt. . 53). Die zweite Enklave im bassewitzschen Besitz stellt die ehemalige Stellmacherei dar. Es wurde bis 2002 an einen Mitarbeiter des Gutes vermietet. Der wirtschaftliche Erfolg des Gutes ist auch über zehn Jahre nach seiner Gründung nicht gesichert. Die ehemalige Remise – ein einstöckiges Gebäude mit quadratischem Grundriss – dient seinem Eigentümer als Stall und Nebengelass. Weichen musste auch ein Verbindungstrakt zwischen dem Verwalterhaus und dem alten Fruchtboden und der Molkerei. befinden sich jeweils in Privatbesitz und sind bewohnt. Die Gutsanlage selbst macht einen eher unharmonischen Eindruck. Die Maschinenhalle wurde in der DDR-Zeit auf den Fundamenten des ehemaligen Schafstalls erbaut. Außerdem hätten sie die geplante Vermietung der Ferienwohnungen im Verwalterhaus gestört.5 Millionen Euro in den Betrieb investiert. Die beiden letztgenannten Gebäude und ein benachbarter Schweinestall wurden bis 1993 entfernt. Rund die Hälfte davon brachte Graf von Bassewitz selbst auf. Da sich die Maschinenhalle inmitten des empfindlichen Kernbereichs des Gutshofes befindet. Wegen Baufälligkeit musste auch die Schnitterkaserne abgerissen werden.

terhof La Primera. Insbesondere der Anbau von Getreide spielt eine große Rolle. Alternativ gibt es Überlegungen. das Obergeschoss als Bergeraum. Trocknung und das Getreidelager sind in der Weizenscheune untergebracht. . Der kaum vorstehende Mittelrisalit weist drei Stockwerke auf. Zurzeit dient der Westflügel dem ReiAbb. so dass es in seiner Substanz gesichert ist. Zum wuchtigen Gebäude mag der zierliche Dachreiter des Mittelrisalits nicht so recht passen. Allerdings wurde das Dach mit Zinkblech neu gedeckt. Der zweistöckige Ost. Die Planungen. Wissen (Niederrhein). Die Geschäftsidee konnte sich auf dem Markt allerdings nicht durchsetzen. Im Mittelrisalit sollen zu sehen (Mai 2001). Bis auf die genannten Gebäude werden für die landwirtschaftliche Produktion keine weiteren Baulichkeiten benötigt. Die Haltung von Mastrindern wird durch den Ackerbau ergänzt. Genauso wie in der konventionellen Landwirtschaft werden in der ökologisch orientierten extensiven Rinderhaltung nur sehr wenige Wirtschaftsgebäude benötigt. Das Kulturhaus wird gelegentlich als Atelier für Malkurse und Veranstaltungen wie Messen und Symposien zum ökologischen Landbau und zur Grünlandbewirtschaftung genutzt. Das einstöckige Gebäude auf hohem Kellergeschoss steht zurzeit leer. Fünf Güter – neben Dalwitz auch Wendlinghausen (Westfalen). Für die Endmast wird der historische Kuhstall genutzt. Der Aufbau eines Hofladens konventioneller Art lohnt sich in Dalwitz nicht. um ein hochpreisiges Lebensmittelsortiment zum größten Teil aus der eigenen landwirtschaftlichen Produktion unter anderem in Bäckereien. Auch dieses Gebäude ist zu Zeiten der DDR stark entstellt worden. Der Zustand ist mäßig. Die Reinigung. im Gebäude ein Zentrallager für Lebensmittel mit dem Markenzeichen SchlossGut einzurichten. Der Mittelbau Im Hintergrund ist der Depot-Schrank mit und der Ostflügel stehen weitdem Sortiment der Marke SchlossGut gehend leer. da in der dünn besiedelten Region nicht genügend Konsumenten mit hohem Einkommen vorhanden sind und viele Bewohner selbst über einen Nutzgarten verfügen. die auch dem gutseigenen landwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen Ranch Consult GmbH als Stützpunkt dient. Ansonsten stehen die Rinder das ganze Jahr über im Freien. Der große Saal diente Veranstaltungen und Festen. Habitzheim (Hessen) und Frankenberg (Steigerwald) – hatten sich zusammengeschlossen. einen Onlineshop einzurichten. dass solche Maßnahmen nicht notwendig sind. 54: Gastraum des Restaurants La Remise.und Westflügel dienten im Erdgeschoss als Stallgebäude. Das sehr große Torhaus wird folgerichtig nicht einmal zur Hälfte genutzt. Die notwendigen landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen werden in der Maschinenhalle untergestellt.266 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Das ehemalige Kulturhaus östlich des Torhauses liegt so weit abseits vom Hofplatz. wurden nicht weiter verfolgt. Bis vor wenigen Jahren war dort der Jugend-Club der Gemeinde untergebracht. Feinkostgeschäften und Hotels in einem eigens entwickelten Depot-Schrank zu vermarkten.

Die andere Hälfte dient seit jeher als Scheune. Der Pferdestall stammt wie fast alle übrigen Gebäude aus der Mitte des 19. Im Ostflügel finden Dorffeste und Weihnachtsmärkte statt. Abb. Dort haben Dr. Zwei der Urlaubsquartiere haben einen separaten Eingang. Eine eilige Umnutzung ist aus Sicht der Bauerhaltung daher nicht erforderlich. so dass der Grundriss eine LForm annahm. 54). (Mai 2001). denn die Raumhöhen des ersten und zweiten Obergeschosses sind erheblich geringer als in den Flügelbauten. Sie wurden im Rahmen des Wettbewerbs Ferienhof des Jahres 2001 der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) prämiert und vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern mit vier Sternen versehen. Jahrhunderts wurde später ein einstöckiger Ostflügel angefügt. 55: Wohnbereich einer Ferienwohnung Das Verwalterhaus stellt das Rückgrat des für vier Personen im Verwalterhaus touristischen Angebots in Dalwitz dar. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes befindet sich auf der zum Hof zugewandten Seite in zwei großzügigen Räumen die Gutsverwaltung. aber nicht besonders großzügig. An das zweistöckige Hauptgebäude aus der Mitte des 19. Die Wohnfläche reicht dann bis zu 76 Quadratmeter einer Fünf-Personen-Wohnung. Jahrhunderts. Das Restaurant ist Anlaufpunkt für Touristen. ohne die Gestalt des Gebäudes zu sehr zu verändern. . Das Gebäude ist wie alle im Eigentum des Grafen neu mit Zinkblech gedeckt. Dieser Gebäudeabschnitt ist heute ein Lagerraum. Den übrigen umbauten Raum nehmen seit 1997 fünf Ferienwohnungen ein. Die Baugeschichte dieses Gebäudekomplexes ist kompliziert. Die Größe der Ferienwohnung für zwei Personen beträgt 50 Quadratmeter. Ursprünglich war der Pferdestall mit der Remise durch einen Gebäudetrakt verbunden. Den angebauten Wohntrakt bewohnen im Sommerhalbjahr zwei französische Köche. Dafür entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Südseite ein Wohnhausanbau. insbesondere für jene auf dem Gutshof selbst. Graf von Bassewitz und zwei Angestellte ihre Wirkungsstätten. die den Gebäudekomplex gepachtet haben. Dieser wurde zu Beginn der neunziger Jahre entfernt. Der Bau wurde früher nicht nur als Wohnung des Gutsinspektors oder -verwalters genutzt. Für die Agrarproduktion wird der ehemalige Pferdestall ebenfalls nicht mehr benötigt. Die Wohnungen sind zweckmäßig eingerichtet und weisen zum Teil Reminiszenzen an die afrikanische Zeit des Eigentümers auf. Der Einbau von Ferienwohnungen wäre daher möglich. Alles in allem eine eher sporadische Nutzung. Im Westen war eine Reithalle angebaut. Heute wird der hohe Raum des Pferdestalls fast zur Hälfte als Gastraum des Restaurants genutzt (Abb. Auch lassen bereits wohl proportionierte Fenster in diesen Etagen eine gute Belichtung zu.Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen 267 mittelfristig Ferienwohnungen eingerichtet werden. Damit ist die Platzausstattung ausreichend dimensioniert. Die überwiegende Zahl der Feriengäste ist im Verwalterhaus untergebracht. die im Zuge der Bodenreform abgerissen worden ist. Im Gebäude ist eine Ferienwohnung für zwei Personen und jeweils zwei Ferienwohnungen für vier beziehungsweise fünf Personen vorhanden. sondern diente auch als Schnitterkaserne.

Die größte Ferienwohnung dient der Familie von Hülst darüber hinaus als Freizeitwohnsitz. Viktoria und Katharina. handelt es sich beim Beherbergungsbetrieb im Herrenhaus um ein Gästeheim. Graf von Bassewitz und von zwei seiner Vettern von der Gemeinde erworben. wurde neben der eigenen Wohnnutzung insbesondere der Einbau von Ferienwohnungen und Doppelzimmern präferiert. zeigt sich bei diesem Nutzungskonzept wieder die Tendenz zum Prinzip des Offenen Hauses. Im Rahmen von einwöchigen Malkursen ist sogar Vollpension möglich. Im Kellergewölbe wurde für die Urlaubsgäste eine Sauna installiert. Ohne die Unterstützung der Verwandtschaft und von Seiten der Gemeinde. Ab einer gewissen Gebäudegröße können nur noch sehr vermögende Eigentümer ihre Privatsphäre vollständig wahren.268 Umnutzungsmaßnahmen auf ausgewählten Gutshöfen Eine nicht weniger große Beherbergungskapazität weist das Herrenhaus auf. Im zweistöckigen Westflügel aus dem Jahr 1855 des anderen Verwandten sind drei Ferienwohnungen eingerichtet worden. Um das große Herrenhaus zu nutzen. Wenn auch die Wohnungen im Westflügel jeweils eigene Eingänge haben. entweder die Privatsphäre einzuschränken und neben der eigenen Wohnnutzung andere Nutzungen zu dulden oder ganz auf den Einzug in solche Objekte zu verzichten und wenn möglich in kleinere Gebäude auf dem Gutshof auszuweichen. Die technische Abwicklung der Vermietung dieser Ferienwohnungen übernimmt ebenfalls Lucy Gräfin von Bassewitz mit einer Mitarbeiterin. Juliana. Im Herrenhaus besteht ein separater Frühstücksraum. Die Ferienwohnungen sind für bis zu fünf Personen ausgelegt. Nimmt man die offizielle Definition als Maßstab. Die Vermieterin der 75 bis 153 Quadratmeter großen Wohnungen ist Marie-Agnes von Hülst aus Berlin. wäre das Vorhaben kaum durchführbar gewesen. Die Doppelzimmer heißen Wilhelmina. Das Bewohnen von hochherrschaftlichen Häusern setzt daher vielfach die Bereitschaft zur Dienstleistung voraus. Seit 1993 wird das Gutshaus vom Grafen bewohnt. dass das niederländische Königshaus mit der Familie von Bassewitz befreundet ist und bereits einige Male seinen Urlaub in Dalwitz verbracht hat. . Allen anderen stellt sich die Frage. Die Sanierung war aufgrund der schlechten Bausubstanz und der schieren Größe mit großen Schwierigkeiten verbunden. Das Gebäude wurde 1992 von Dr. Der neugotische Ostflügel des einen Vetters ist angemietet. Ohnehin mit Frühstück werden die vier Doppelzimmer im Herrenhaus vermietet. die bei der Drainage mit ABM-Kräften half. Die Namensgebung nimmt Bezug auf die Tatsache. Auf Wunsch können die Gäste ein Frühstück erhalten.

Die werbliche Aufbereitung macht diese Attraktionen für den interessierten Touristen nicht nur besser zugänglich. Ansonsten muss im Gutshof-Tourismus auf einen hohen Standard geachtet werden. Dies könnte über eine besondere Thematisierung geschehen.Konzeptionelle Überlegungen zu Umnutzungsmaßnahmen 269 7. Außerdem ist der Gutshof-Tourismus keine homogene Angebotsform. die allerdings Aspekte der Gutslandschaft aufnehmen sollte. Das wird durch das Auftreten zu unterschiedlicher Akteure . Als Grundlage ist eine systematische Erfassung und das Bündeln bereits bestehender touristischer Angebote in der Gutslandschaft notwendig. dass die touristischen Dienstleistungen in oder in der unmittelbaren Nähe von Gutsgebäuden erbracht werden. da das Land in Deutschland die meisten dieser Objekte aufzuweisen hat. Allerdings hat die Analyse der Nutzungsstruktur der Gutshöfe im Untersuchungsgebiet gezeigt. Die touristische Vermarktung der Gutslandschaft ist von übergeordneten Faktoren abhängig. Im Einzelfall erfordern die örtlichen Gegebenheiten wie Standort. sondern ermöglicht erst die Wahrnehmung dieser Angebote. Hierbei sind Kooperationen zwischen den einzelnen Leistungsanbietern unabdingbar. deren Erfordernisse wie bereits erwähnt sehr individuell betrachtet werden sollten. Was die Produkt. Zunächst müssen die Gutsgebäude und Anlagen für die touristische Inwertsetzung prinzipiell in einem ansehnlichen Zustand sein. In Anbetracht der leeren Kassen der öffentlichen Hand scheint die touristische Inwertsetzung ein probates Mittel zu sein. die in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern teilweise sehr unterschiedlich sind. Zweitens sollten Nutzungskonzepte möglichst viele Elemente der touristischen Wertschöpfungskette abdecken. Das gelingt zum Beispiel den großen Ferienzentren am besten. Das korrespondiert mit einer weiteren Vorderung: Dem interessierten Tourist muss es so einfach wie möglich gemacht werden. Es sind unter Umständen Ausnahmen möglich und in sehr wenigen Fällen sogar erforderlich (Nutzung von Ruinen). Eigentumsform.1 Touristische Vermarktung der Gutslandschaft Primäres Ziel dieser Untersuchung ist es. einheitlichen Marketingstrategie intensivieren zu können. Möglichkeiten zum Erhalt der Gutslandschaft mit ihren Gebäuden und Anlagen aufzuzeigen. Drittens sollten sich die im Gutshof-Tourismus tätigen Betriebe ein individuelles Profil geben. Daher sollte eine touristische Vermarktungsstrategie für die Gutslandschaft vornehmlich die Bedeutung der Güter als Standorte des Kulturgenusses herausstellen. Gebäudegestalt und -konstruktion ganz individuelle Lösungen. In Mecklenburg-Vorpommern bestünde die Möglichkeit. um die nötigen finanziellen Mittel für diesen Zweck freizusetzen. Daran anschließend ist an eine Initiierung neuer Produkte im Rahmen des Gutshof-Tourismus zu denken. Aktivitäten im Rahmen der Landwirtschaft oder nichttouristisches Gewerbe in vielerlei Hinsicht große Vorteile verspricht. den Gutshof-Tourismus mit einer einzigen. Primärnutzung. Konzeptionelle Überlegungen zu Umnutzungsmaßnahmen 7. Hierbei sollte die Vermarktung Länder übergreifend erfolgen. dass insbesondere bei umfangreichen Anlagen und großen Objekten der Einbezug weiterer Nutzungsalternativen wie Wohnen. Dies kann zum Beispiel über die Initiierung von geeigneten Pauschalangeboten erfolgen. Als thematische Klammer dient lediglich das Merkmal. gibt es einige grundsätzliche Überlegungen zu berücksichtigen. Produkte im Gutshof-Tourismus wahrzunehmen. Daher ist es illusionär zu glauben. Davon würde indirekt durch eine Art Aufwertungseffekt das Tourismusmarketing Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt profitieren. die Schlösser und Herrenhäuser als Alleinstellungsmerkmal zu positionieren.und Angebotsgestaltung betrifft.

Kulturveranstaltungen und Märkte aufsuchen oder in Gutsgebäuden feiern. aber auch die Backsteinarchitektur als besondere Aktivposten im Bereich des Kulturtourismus ein. Bei der Positionierung Mecklenburg-Vorpommerns im Deutschland-Tourismus spielen Schlösser und Herrenhäuser eine ganz erhebliche Rolle. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Marketing von Urlaubsangeboten in Gutshäusern weiter entwickelt als in Schleswig-Holstein. Jede der genannten Zielgruppen bedürfen spezieller Maßnahmen der Produkt. In wenigen Einzelfällen haben sich allerdings im Tagestourismus individuellere Angebotsformen im Zusammenhang mit Gutshöfen etablieren können. Darüber hinaus sind diese . Tagungstouristen und Tagestouristen. Allerdings handelt es sich um sehr anspruchsvolle Gäste. hat allerdings unter der aktuellen wirtschaftlichen Stagnation zu leiden. die verwöhnt werden wollen. Die Menschen wollen sich in der Gutslandschaft auf vielerlei Weise erholen. Das erfordert eine sehr komplexe Angebotsgestaltung. Ein hoher Standard der Unterkünfte und die Kombination mit kulturellen und eher elitären Angeboten wie Reiten und Golf könnte auch für eine inhaltliche Profilierung sorgen. in den Parks flanieren. und das Marktsegment stagniert seit einiger Zeit. Diese Klientel ist in zweifacher Hinsicht interessant. Daher ist diese Personengruppe in den Schlosshotels gut aufgehoben. Ausgesprochene Kulturtouristen gibt es vergleichsweise wenige.270 Konzeptionelle Überlegungen zu Umnutzungsmaßnahmen erschwert. Die Gutsanlagen sind als Stein gewordene Fixpunkte der Gutslandschaft hervorragend geeignet. Der Tourismusverband Schleswig-Holstein hat bisher nur ein Marketingkonzept für sechs landesherrlichen Schlösser entwickelt. Einzelbetriebliche Nutzungskonzeptionen benötigen daher einer Schwerpunktsetzung. das offensichtliche Interesse der Urlauber an der Kultur und Geschichte der Urlaubsregion zu befriedigen. da sich die jeweiligen Bedürfnisse der Zielgruppen nur schwer miteinander vereinbaren lassen. Die sechs Gebäude konnten unter kundiger Führung innerhalb von vier Tagen im Rahmen einer Gruppenreise mit dem Bus besucht werden. kulturinteressierte Urlauber. Der Tagungstourismus konnte in jüngster Zeit stark an Bedeutung gewinnen. Die Herrenhaus-Tour des Busunternehmens Autokraft kann zum Beispiel als so ein Produkt gelten. Eine zielgerichtete Vermarktung findet in Schleswig-Holstein nicht statt. Nur diese Einrichtungen scheinen in der Lage.und Angebotsgestaltung. Die Präsentation der Urlaubsquartiere auf den Gutshöfen lässt ganz überwiegend eine Abgrenzung zu den üblichen Bauernhöfen nicht erkennen. Zu guter Letzt stellen die Bedürfnisse der Bevölkerung im Nahbereich der Gutshöfe ein großes Potenzial dar. Die Inwertsetzung der Gutslandschaft in den Bereichen Tourismus und Freizeit wird in Schleswig-Holstein von der Angebotsform Urlaub auf dem Bauernhof dominiert. Erstens sollte diese Personengruppe ein besonderes Interesse an Ferienquartieren in Gutsgebäuden zeigen. was die Angebote gegenüber denen anderer Anbieter austauschbar macht. Und zweitens werden diese Urlauber bevorzugt Veranstaltungen auf Gutshöfen während ihres Urlaubsaufenthalts besuchen oder spezielle Angebote wie organisierte Besichtigungstouren wahrnehmen. In Frage kommen im Wesentlichen Kulturtouristen. Der Tourismusverband setzt Gutshäuser. Das größte Marktpotenzial für den Gutshof-Tourismus stellen die Urlauber mit kulturellem Interesse dar. Dieses Missverhältnis findet in der Heterogenität der möglichen Zielgruppen innerhalb des Gutshof-Tourismus seine Entsprechung. Eine Bewerbung über den Begriff Urlaub auf dem Gutshof könnte Abhilfe schaffen. Dieses Angebot wurde jedoch nicht angenommen. die hohen Erwartungen zu erfüllen. Die Wirklichkeit ist von dem skizzierten Idealbild allerdings weit entfernt. Gutshöfe können darüber hinaus aufgrund ihres Ambientes Ansatzpunkte für den Tagungstourismus oder die Durchführung von Firmenveranstaltungen und Produktpräsentationen sein.

Des Weiteren sind die Gutsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der Bodenreform nach 1945 oftmals erheblich verbaut und haben einen wesentlichen Teil ihres ästhetischen Reizes eingebüßt. Noch ausbaufähig ist die Vermarktung von Gutsgebäuden mit Ferienwohnungen. Kaum ein Prospektmaterial. Diese sind jedoch an festgelegte Strecken gebunden. wobei die Route selbst von den Urlaubern zusammengestellt werden kann. Mit der Entstehung der Güter etablierten sich landwirtschaftliche Großbetriebe. Schwerin Plus wählt allerdings bevorzugt Standorte mit einer größeren Kapazität und mit einem ästhetisch anspruchsvollen Baucharakter aus. Diese Konstellation ist in Schleswig-Holstein seltener. Trotzdem kann aus dieser eigentlich verfahrenen Situation ein Wettbewerbsvorteil erwachsen. Dieser Umstand hat weit zurückreichende Gründe. Schwerin Plus hat nur sieben Angebote im Programm. so dass noch von einem Einzelhof gesprochen wird. Historische Wohngebäude wie Landarbeiterkaten säumen die Zufahrtsstraßen oder umschließen die Hofanlage soweit. Die Eigentumsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern ist dafür ursächlich. So entstand die InternetSeite www.V. Allein die Schwerin Plus – Touristik-Service GmbH vermarktet 42 Hotels. dass es in Mecklenburg-Vorpommern nur wenig Ferienwohnungen in Gutsgebäuden gäbe.gutsdorf. Pensionen und Standorte mit Ferienwohnungen in Gutshäusern.Konzeptionelle Überlegungen zu Umnutzungsmaßnahmen 271 Gebäude willkommene Image-Träger. Dieses Vorhaben wird seit Anfang 2003 von der Europäischen Union im Rahmen des Programms LEADER+ gefördert. die sich zu einem Nukleus in Richtung auf die spezielle Vermarktung von Ferienquartieren im Rahmen des Gutshof-Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus entwickeln könnte. nehmen ihre Chancen nicht wahr. Erste Schritte wurden bereits zurückgelegt. Dort und auf den aufgesiedelten Gütern brachte später die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR Großbetriebe hervor. Die Spezialisierung auf einzelne Nachfragesegmente ist weit fortgeschritten. Das Vorhandensein von Landarbeiterkaten hält sich in der Regel in Grenzen. des Wirtschaftshauses und Parks in Ludorf verdient gemacht. gegründet. Nur selten sind Gutsanlagen mit landwirtschaftlichen Betrieben verbunden. Die Vereinsmitglieder haben sich seitdem insbesondere um die Erhaltung und Pflege der Kirche. Eine Aufstellung der in den Gutsdörfern ansässigen Gastgeber soll folgen.com. . Manfred Achtenhagen – wurde ein Projekt ins Leben gerufen. Eine bäuerliche Struktur konnte sich allenfalls in den domanialen Gebieten entfalten. Das kann nicht darin begründet sein. das zunächst die regionale touristische Vermarktung der Gutsdörfer zum Ziel hat. Darüber hinaus zeichnen sich viele Gutsanlagen durch die Einbettung in eine Ortslage aus. Daher spielt die Vermarktung über das Segment Urlaub auf dem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern keine große Rolle. Auf dieser Ebene bewegt sich zurzeit noch eine Initiative. Februar 2000 wurde in Ludorf der Verein Historisches Gutsensemble Ludorf e. Darüber hinaus sind Schlösserreisen mit dem Fahrrad möglich. Am 25. denn Regionen wie Brandenburg. Niedersachsen. Eine spezifische Vermarktung des touristischen Angebots im Zusammenhang mit Gutshöfen findet nicht statt oder bleibt oftmals in einem zu engen regionalen Bezugsrahmen stecken. dass so eine Siedlungsform als Gutsdorf bezeichnet werden kann. die über einen nennenswerten Anteil an der Gutslandschaft verfügen. wie es sie bis dahin nicht gegeben hatte. dass Aktivitäten im Tourismus ganz überwiegend gewerblich und damit auch professionell ausgeübt werden. in der die Ziele des Vereins vorgestellt und die Gutsdörfer in der Müritz-Region und Mecklenburgischen Schweiz präsentiert werden. das nicht entsprechende Abbildungen und Angebote enthält. Das gesamte Land lässt sich per Reise von Schlosshotel zu Schlosshotel erkunden. Sachsen-Anhalt und auch SchleswigHolstein. Auf Initiative der zurzeit 18 Mitglieder – insbesondere des Eigentümers des Ludorfer Herrenhauses.

gutsdorf. Das Label Urlaub auf dem Gutshof könnte Abhilfe schaffen. wenn auch unter Verzicht auf den wenig geeigneten Begriff Gutsdorf. das bisher kaum bei der Vermarktung eingesetzt wurde. Zu diesem Zweck wurde ein vollständiges Corporate Design mit Label.com). dass der Begriff Urlaub im Gutsdorf auch in Bezug auf die Sicherung eines einheitlich hohen Qualitätsstandards schnell an seine Grenzen stößt. lässt sich vermuten. Zweifelhaft ist jedoch. Pensionen und Ferienwohnungen ist über das Label Urlaub im Gutsdorf geplant. Allerdings lassen sich einige Hotels und Formen von Gemeinschaftsunterkünften nicht über das Label Urlaub auf dem Gutshof vermarkten.und Farbgestaltung entwickelt (Abb. Dort gibt es insgesamt 256 Standorte mit geeigneten Unterkünften. wenn die Ferienunterkünfte auch in historischen Gutsgebäuden untergebracht sind oder sich zumindest in unmittelbarer Nähe zum Gutshaus befinden. die ebenfalls einen Anteil an der Gutslandschaft aufweisen. Dort sind bereits eine Reihe von Anlagen für den Tourismus erschlossen. dass er nicht wie die Bezeichnung Gutshof selbsterklärend Abb. Allerdings nur. Vielmehr ist an eine Kooperation mit jenen Bundesländern zu denken. ob der eher akademische Begriff Gutsdorf zu einer Marke aufgebaut werden kann. stellt doch die bauliche Besonderheit des Gutshofes ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal dar. müsste allerdings durch Befragungen eingehend untersucht werden. Anbieter im Rahmen von Urlaub auf dem Lande könnten profitieren. Der Nachteil des Begriffs ist allerdings. Wenn sich auch die Urlaubsinhalte zum klassischen Urlaub auf dem Bauernhof nicht sonderlich unterscheiden. Logo sowie festgelegter Text. Weitere Projekte dieser Art sind in Planung. sondern den Touristen erst nahe (www. allein 85 davon mit touristisch genutzten Gutshäusern.272 Konzeptionelle Überlegungen zu Umnutzungsmaßnahmen Die Vermarktung der Hotels. Das Gutsdorf ist eine ostelbische Besonderheit und stellt eine Art USP dar. Dass die Bezeichnung Gutshof bereits innerhalb der potenziellen Zielgruppe – insbesondere Paare ab 40 Jahre mit überdurchschnittlichem Einkommen – mit positiven Assoziationen besetzt ist. Die notwendige Anzahl von Anbietern und entsprechende Kapazitäten sind in MecklenburgVorpommern vorhanden. gebracht werden muss. Unter Beachtung der genannten Kriterien tun sich bei einer Vermarktung von Ferienunterkünften unter dem Label Urlaub auf dem Gutshof ungeahnte Perspektiven auf. dass er auf Anbieter im Segment des Urlaubs auf dem Bauernhof und im Bereich Urlaub auf dem Lande anwendbar ist. . Dieses Vorgehen löst mehrere Probleme. 56). Aufgrund der starken Verbauung der Gutshöfe in Ostdeutschland ist diese Einschränkung notwendig. Im Zuge der Osterweiterung der EU ist sogar der Einbezug von Gutshöfen in Polen und im Baltikum möglich. Zunächst ist an eine Ausweitung des vom Vereins Historisches Gutsensemble Ludorf erdachten Modells zu denken. Allein in Schleswig-Holstein kämen 166 Standorte mit einem touristischen Angebot hinzu. Dieser Umstand macht deutlich. 56: Das Logo Gutsdorf-Urlaub ist. Gutshof ist als Begriff so dehnbar. Bisher vermarkten sich die Gutshöfe in Schleswig-Holstein im Rahmen des Urlaubs auf dem Bauernhof und können sich daher nur wenig aus der Masse der Anbieter herausheben. Davon allein 193 Gutshäuser mit einem wie auch immer gearteten touristischen Angebot.

Ein Standort kommt auf etwa vier Quadratkilometer. Adlige Güter gab es auf der Insel Pöe