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Nr. 19 Magazin für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmen - Dezember 2012 Grafik: Gerd Altmann AllSilhouettes.com_/
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Nr. 19 Magazin für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmen - Dezember 2012 Grafik: Gerd Altmann AllSilhouettes.com_/

Magazin für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmen

Nr. 19 Magazin für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmen - Dezember 2012 Grafik: Gerd Altmann AllSilhouettes.com_/
Nr. 19 Magazin für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmen - Dezember 2012 Grafik: Gerd Altmann AllSilhouettes.com_/
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- Dezember 2012

Grafik: Gerd Altmann AllSilhouettes.com_/ pixelio.de

19 Magazin für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmen - Dezember 2012 Grafik: Gerd Altmann AllSilhouettes.com_/ pixelio.de

Editorial

von Heiko Reckert

Liebe Leser von Bäder Sport Gesundheit. 2013 geht unser Magazin schon ins fünfte Jahr seiner Existenz. Mehrmals haben wir das Layout und zum Teil auch die Rubriken unserer Publikation angepasst und verändert. Zuletzt haben wir zum Anfang des Jahres 2012 unser Layout modernisiert. Wie Sie unschwer erkennen, hat sich mit dieser Ausgabe erneut etwas verändert. Das Layout ist deutlich schlichter gewor- den und wir haben durchgehend auf ein zweisei- tiges Layout verzichtet. Überschriften und Fotos gehen jetzt also nicht mehr über die Seitengrenzen hinaus. Die Fotos werden ab sofort auch nicht mehr bis zum Anschnitt, also bis zum Rand der Seite, ge- hen. Die Seitenränder sind groß genug, damit auch ältere Drucker den gesamten Text zu Papier bringen können. Zudem ist der linke Rad der Seite nun so groß, dass man die einzelnen Seiten bequem ab- heften kann, ohne dabei Teile des Textes „wegzulo- chen“.

Dies alles soll die Lesbarkeit, insbesondere auf digi- talen Lesegeräten, aber auch im Ausdruck auf einem Drucker, erhöhen. Zudem ist es uns so möglich, das BSG-Magazin auch für andere Lesegeräte anzubie- ten. Ab sofort können Sie uns auch als EPUB-Datei auf ihren E-Book-Reader laden. Das EPUB-Format ist kompatibel zu den gängigsten E-Book-Readern. Aber auch auf dem Smartphone können Sie das BSG-Magazin lesen, wenn Ihr Gerät EPUB verarbei- ten kann.

Mit dem neuen Layout wollen wir also einen Schritt in die Zukunft machen. Dies heißt auch, dass wir das BSG-Magazin noch enger mit unsere Sozialen Netz- werken verknüpfen. Mehr dazu finden Sie auf der nächsten Seite.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören, wie Ihnen das neue BSG-Magazin gefällt und wie Sie uns am lie- besten lesen. Als Ausdruck, als PDF am Monitor, als EPUB auf dem E-Book-Reader oder vielleicht doch auf dem Smartphone?

als EPUB auf dem E-Book-Reader oder vielleicht doch auf dem Smartphone? Aktuell 3 Bäder - Sport

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als EPUB auf dem E-Book-Reader oder vielleicht doch auf dem Smartphone? Aktuell 3 Bäder - Sport

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Aktuell 4 geht ins Jahr 2013 2008 starteten wir, das BSG-Institut zur Aus- und Fortbildung von

geht ins Jahr 2013

2008 starteten wir, das BSG-Institut zur Aus- und Fortbildung von Bäderpersonal, unser eigenes PDF- Magazin. Dabei war es nicht unser Ziel, Eigenwer- bung zu betreiben, sondern wir wollten die Mitar- beiter an Bäderbetrieben über Themen informieren, die sich in anderen Magazinen für diesen Beruf nicht finden. Damals wie heute ist es nicht einfach, ein Magazin am Markt zu etablieren. Vor allem dann, wenn die

zige Möglichkeit sein, Informationen für Mitarbeiter an Bäderbetrieben bereitzustellen. Sie finden uns auf Facebook, auf Twitter, auf unserer Internetseite und natürlich im BSG Blog. Was bedeutet diese Entwicklung für das BSG-Maga- zin, so wie Sie es kennen? Viele von unsere Lesern lesen„Bäder-Sport-Gesund- heit“ am Monitor, einige drucken es sich aus und so mancher wird es sicherlich auf dem Tablett, oder

Leserschaft begrenzt ist. Die Kosten für einen Druck sind einfach zu hoch und das Magazin wäre ohne Werbung und einen hohen Abo-Preis nicht anzubie- ten. Also war schon 2008 klar, dass es das BSG-Ma- gazin auf absehbare Zeit nicht in gedruckter Form geben würde. Wir haben unser Magazin in PDF-Form per E-Mail, auf unserer Homepage und später auch über den Dienst Scribd.com angeboten. Scribd.com ist auch die einzige Möglichkeit, die älteren Ausgaben des Magazins noch als PDF abzurufen. Damals wünsch- ten sich viele das BSG-Magazin in einer gedruckten Fassung, was aus den oben beschriebenen Gründen nicht machbar war. Heute, fast fünf Jahre später, hat sich die Medien- landschaft in Deutschland tiefgreifend verändert. Insbesondere die jungen Menschen informieren sich über das Internet und über Social Networks und tauschen sich darüber aus. Auch das BSG-Institut und das Magazin Bäder-Sport-Gesundheit müssen sich diesem Trend anpassen.

Smartphone lesen. Bisher war es so, dass das zum Teil komplizierte Layout sich weder für den Aus- druck, noch für das Lesen auf Smartphones oder E-Book-Readern anbot. Diese Medien werden aber immer beliebter und dem werden wir Rechnung tra- gen. Das Layout von Bäder-Sport-Gesundheit wird ab sofort deutlich einfacher. Ab dieser Ausgabe gibt es auch eine EPUB-Version für die gängigen E-Book- Reader. Dies soll es unseren Lesern ermöglichen, das BSG- Magazin auf allen gängigen Lesegeräten nutzen zu können. Mit der aktuellen Ausgabe beginnen wir auch, ein- zelne Texte aus älteren Ausgaben nochmals zu ver- öffentlichen. Viele unserer aktuellen Leser kannten unser Magazin 2008 noch nicht. Das zeigen Anfra- gen an unser Institut, die sich nicht selten um The- men drehen, die bereits sehr ausführlich behandelt wurden. In unserer aktuellen Ausgabe schauen wir nochmals auf einen Beitrag aus dem Jahr 2008, der sich mit

2008

erschien die erste Ausgabe unseres Magazins.

den Rettungsgeräten in Hallenbädern beschäftigte.

2008

war auch das Jahr, in dem eine damals noch re-

Viele der dort aufgeführten Geräte waren vor eini-

lativ kleiner Firma ihre Seite erstmals in Deutschland auf Deutsch angeboten hat. Heute kennt jeder diese Firma: Facebook. Auch unser Institut hat eine Face- bookseite und diese werden wir in Zukunft noch öf- ter in unsere Arbeit einbinden. Darum soll und wird dieses Magazin in Zukunft eine, aber nicht die ein-

gen Jahren in Bädern noch selten und vielerorts un- bekannt. Dies hat sich inzwischen geändert. Spine- board und Stifneck, AED-Gerät und Sauerstoff sind inzwischen keine unbekannte Begriffe mehr. Also, folgen Sie uns mit dem neuen BSG-Magazin ins Jahr 2013.

Neue Preise für GUV-Seminare des BSG-Instituts Erstmals seit Gründung unseres Instituts im Jahr 2006 werden

Neue Preise für GUV-Seminare des BSG-Instituts

Erstmals seit Gründung unseres Instituts im Jahr 2006 werden wir die Gebühren für unsere eintägi- gen Seminare nach GUV anheben. Ein Tagesseminar für bis zu 12 Personen können Sie künftig ab 800 Euro buchen. Wer noch in den Ge- nuss der alten Tarife kommen möchte, sollte jetzt handeln. Für fest eingeplante GUV-Seminare des Jahres 2013, die wir vor dem 31.12.2012 bestätigen, gelten noch die alten Preise.

Nach wie vor kommen wir zu unseren Kunden ins Bad. Das bietet verschiedene Vorteile:

weniger Reisekosten für Ihre Mitarbeiter

Zeit- und somit auch Lohnersparnis

vertraute Umgebung beim Lernen

optimale Berücksichtigung Ihrer lokalen Gege- benheiten und Anforderungen

Dabei lassen sich unsere Seminare flexibel nach in- dividueller Absprache gestalten. Sie denken über den Kauf eines Spineboards nach und möchten die Vorteile gerne vor dem Kauf praktisch ausprobie- ren? Kein Problem, wir führen Sie in den Umgang ein. Egal ob Stifneck, AED-Gerät oder Beatmungs- beutel und Sauerstoff. Wir bringen die Rettungsge- räte mit, mit denen Sie trainieren möchten.

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Wir bringen die Rettungsge- räte mit, mit denen Sie trainieren möchten. Aktuell 5 Bäder - Sport

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Magazin 6 Rettungshilfen im Bad, überflüssig oder Lebensretter? Der nachfolgende Text erschien in seiner Urfas- sung

Rettungshilfen im Bad, überflüssig oder Lebensretter?

Der nachfolgende Text erschien in seiner Urfas- sung bereits 2008 in unserem Magazin. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich aber die Ausstattung der Hallenbäder im Hinblick auf Rettungsgeräte vielerorts verbessert. Dennoch gibt es immer noch Bädebedienstete, die we- der von einem Stifneck, noch von einem Spine- board jemals gehört haben. Darum wollen wir in dieser Ausgabe nochmals auf die wichtigsten Rettungsgeräte eingehen und sie kurz vorstel- len.

Thomas A. ist vom 3-Meter-Brett gesprungen. Er hat einen besonders schwierigen Sprung versucht und ist dabei mit dem Nacken auf dem Brett auf- geschlagen. Nun liegt er im Wasser und kann Arme und Beine nicht mehr bewegen. Schwimmmeisterin Karina S. springt sofort hinterher, um Thomas A. zu retten. Sie bringt den Verunfallten an den Rand des Beckens. Doch was nun? Mit dem Verunfallsten im Wasser bleiben? Ihn an Land bringen? Wie kann man Thomas A. am besten helfen, ohne mögliche Wirbel- schädigungen hervorzurufen oder zu verstärken? In den meisten Bädern wäre dies keine Frage, denn es gibt keine weiteren Rettungsmittel. Doch was, wenn Stif- neck, Spine-Board oderVacuummatratze vorhanden sind?

Welche Rettungsgeräte machen im Bad Sinn?

Der erste Kontakt, den so mancher mit einem Rettungsmittel macht, passiert bei der Anfänge- schwimmausbildung, wenn der Ausbilder mit Hil- fe der Rettungsstange, deren Ring immer wenige Zentimeter vor dem Schwimmschüler schwebt, ein wenig Sicherheit beim Schwimmen im tiefen Be- cken zu vermitteln sucht. Tatsächlich wird die Stan- ge wohl häufiger für eben diesen Zweck eingesetzt, als für ihre eigentliche Bestimmung. Und dennoch gehört sie zur vorgeschriebenen Badaustattung. In der GUV-Richtlinie R 108 heißt es unter Punkt 4.2.7 Rettungsgeräte:

„An Schwimmer- und Springerbecken müssen ge- eignete Rettungsgeräte in ausreichender Zahl gut sichtbar und für jedermann zugänglich be- reitstehen. Rettungsgeräte sind z. B. − Rettungsstangen,

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− Rettungsringe mit Wurfleine,

− Rettungsbälle mit Wurfleine.

Zum Beispiel sind an einem 25 m-Becken 3 Rettungs- geräte als ausreichend anzusehen. Weitere Hinweise enthalten die KOK-Richtlinien.“

Diese Anforderungen sind im Prinzip auch in jedem Bad erfüllt. Anders verhält es sich dabei manchmal bei den Erste-Hilfe-Räumen. Hier ist die Lage und Einrichtung eher grenzwertig. Ab und an verstoßen Bäder durch veraltetes Sanitätsmaterial sogar ge- gen das Medizinproduktegesetz. Denn auch ein Ver- bandpäckchen, das einen Monat abgelaufen ist, ist nun mal abgelaufen und darf nicht mehr eingesetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob vielleicht der Bürokratiedschungel der Kommune zur verspäteten Lieferung führte.

Ziel der Rettungsgeräte und der Erste-Hilfe-Raum- Ausstattung soll es natürlich sein, im Falle eines Unfalls schnell und sachgerecht Hilfe leisten zu kön-

sein, im Falle eines Unfalls schnell und sachgerecht Hilfe leisten zu kön- Bäder - Sport -

nen. Doch welche Unfälle sind es überhaupt, die in Hallen- und Freibädern vorkommen? Verlässliche Zahlen hierzu ließen sich für diesen Beitrag nicht recherchieren. Rüdiger Steinmetz, Erster Vize-Präsi- dent der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V. stellte in einem Vortrag zur Verkehrssicherungs- pflicht in Bädern fest: „Wie groß ist die Gefährdung tatsächlich? Niemand weiß es wirklich genau, denn es fehlen verlässliche statistische Angaben oder em- pirische Untersuchungen über Unglücksfälle in Bä- dern. Wohl jeder Bäderträger erfasst die in seinem Bad ihm bekannt gewordenen Unfälle, anhängig, wie man so schön sagt, werden aber nur die we- nigsten. Die Justiz und die Polizei interessieren sich nur bei dem Verdacht einer strafbaren Handlung, Versicherer werden nur tätig, wenn von einem Ver- unfallten Schadenersatz geltend gemacht wird, und der Unfallversicherungsträger wird nur von den Un- fällen in Kenntnis gesetzt, die Gegenstand des Ver- sicherungsschutzes sind. Dies sind im Wesentlichen die Mitarbeiter, Schüler und Kindergartenkinder.“ Auf der Internetseite des Gemeindeunfallverbandes, wo es 2008, als die erste Version dieses Textes er- schien, auch weitere Auszüge aus dem Vortrag von Rüdiger Steinmetz zum Nachlesen gab, fand sich damals auch eine Liste mit den häufigsten Badun- fällen. Analysiert wurden 452 Schwimmbadunfälle. Demnach ist mit 31,5 % das Aus- und Abrutschen häufigste Unfallursache. An zweiter Stelle folgt der Zusammenprall mit anderen Badegästen (18,1 %). Bei 16,5 % der untersuchten Unfälle prallten Kinder bei Sprung- oder Tauchspielen auf dem Beckenrand oder Beckenboden auf. Schaut man auf die Haupt- diagnosen dieser Unfälle, dann sind Frakturen der Arme und Beine mit 16,4 % Spitzenreiter bei den Ver- letzungen. 14,6 % der Verunfallten hatten Kopfwun- den. Bei 4,5 % der Verunfallten lagen Verletzungen der Wirbelsäule vor. Obwohl es sich bei einem Groß- teil der Verletzungen um einfache Verrenkungen oder Prellungen handelte, lag bei zwei der Verun- fallten eine Wirbelsäulenfraktur bzw. eine Sternum- fraktur vor. Immerhin 1,1 % hatten eine Fraktur des Schädels.

2012konntenwirdiesenBeitragallerdingsnichtmehr

auf der Seite finden. Unsere Recherche ergab, dass die oben genannten Zahlen auch schon 15 Jahre alt sind. Sie stammen aus einer retrospektiven Studie, in der alle Kinder im Alter bis zu 16 Jahren erfasst wur- den, die zwischen Januar 1990 und Dezember 1997 an der Universitätsklinik für Kinderchirurgie Graz we-

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gen einer Schwimmbadverletzung behandelt wur- den. Letztlich handelt es sich dabei also um Daten aus Österreich. Nachzulesen sind diese und weitere statistische Zahlen unter der Adresse: http://link.

springer.com/article/10.1007%2Fs001120050435

Auch und vielleicht gerade weil Schädel- und Wir- belverletzungen nicht sehr häufig vorkommen sind viele Bäder hierfür nicht passend ausgerüstet. Die nach GUV vorgeschriebene Erste-Hilfe-Ausstattung hilft hier kaum. Doch welche Gerätschaften sollte man hier zum Einsatz bringen und macht es Sinn, für zwei unter 452 Verletzten ein Spineboard oder ein Stifneck vorzuhalten? Dies bleibt sicherlich jedem selbst überlassen und ist nicht selten abhängig von Gefährdungspotential durch die Ausstattung des Bades z.B. durch Rutschen. Doch um die richtigen Mittel für die jeweiligen Ge- fahren sicher auswählen zu können, gehört ein ge- wisses Grundwissen über diese Rettungsgeräte und weitere Rettungsmittel zum nötigen Rüstzeug. Nach wie vor gibt es viele Missverständnisse und Falschinformationen darüber, wer welches Rettungs- mittel einsetzen darf. So heißt es 2008 im damals aktuellen Buch: „GESUNDHEITSLEHRE, ERSTE-HILFE, SCHWIMM- UND RETTUNGSLEHRE FÜR FACHAN- GESTELLTE UND MEISTER FÜR BÄDERBETRIEBE“ aus dem Litho Verlag immer noch im Absatz über Be- atmungsbeutel: „Der Anschluss von Sauerstoff ist vorgesehen, muss aber von einem Arzt angeordnet werden.“ Das ist dahingehend falsch, als dass jeder Rettungsschwimmer mit einer Sanitätsausbildung der Stufe A diesen Sauerstoff geben darf. Mit ande- ren Worten: verfügt ein Fachangestellter über eine Sanitätsausbildung der Stufen A oder B, darf er Sau- erstoff verabreichen. Dennoch ist bei Bäderbedien- steten die Ansicht, dass der Laie von jeder Art der Sauerstoffgabe besser die Finger lassen sollte weit verbreitet. Mit möglicherweise durchaus negativen Auswirkungen für den Verunfallten. So gibt die aktuelle Ausbildungsvorschrift 2 A/B für das Sanitätswesen in der DLRG zu fast jedem„Notfall“ die Gabe von Sauerstoff mit mindestens 4 Liter pro Minute an. Insbesondere bei so genannter „ungenü- gender Atmung“, die z.B. nach einem Beinaheertrin- ken gegeben sein kann, empfiehlt die Ausbildungs- vorschrift 2 A: „Sauerstoffgabe nach Notwendigkeit und Zustand des Patienten (mindestens 4 l/min).“ Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich darf der normale Fachangestellte OHNE eine Einweisung

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Magazin 9 in medizinischen Sauerstoff oder einen Sanitätskurs keinen Sauerstoff geben. Die Einweisung ist aber schnell

in medizinischen Sauerstoff oder einen Sanitätskurs keinen Sauerstoff geben. Die Einweisung ist aber schnell gemacht und auch ein kompletter San-A Kurs dauert nur vier Doppelstunden länger als der normale EH-Kurs. Dass Sauerstoff bei Ertrinkungsunfällen lebensret- tend sein kann, hat schon vor Jahren der DLRG-Arzt Dr. med. Claus Martin Muth in einem seinerzeit im DLRG-Magazin„Wir Westfalen“ erschienenen Beitrag festgestellt. Im inzwischen mehrfach im Rahmen von Tauchveröffentlichungen erschienenen Artikel vertritt er die Meinung, dass im Falle von schweren Tauchunfällen und insbesondere beim Beinaheer- trinken die Sauerstoffgabe die „wichtigste und vor- dringlichste Erste-Hilfe-Aufgabe“ ist. Diese habe, so Muth weiter, ohne Verzögerung zu erfolgen. Eine Version des Beitrags lässt sich nach wie vor unter fol- gender Adresse abrufen: http://www.apnoetaucher.

de/medizin/pdf/sauerstoff01.pdf

Die weit verbreitete Unsicherheit im Bezug auf die Berechtigung zur Sauerstoffgabe wird nicht zuletzt

durch viele zum Teil fruchtlose Diskussionen in di- versen Foren verstärkt. Auf den Hinweis von Nutzer 1, der schreibt, dass Sauerstoff ein Medikament ist, antwortet Nutzer zwei mit der provozierenden Fra- ge, in welcher Apotheke man den denn bekomme und ob es den auch auf Rezept gäbe.

Dabei wird übersehen, dass Sauerstoff nicht gleich Sauerstoff ist. Natürlich ist nicht jede Art von Sau- erstoff „apothekenpflichtig“. Doch ist medizinischer Sauerstoff nun einmal anders zu behandeln als sol- cher, der an anderen Orten eingesetzt wird, auch wenn es sich chemisch natürlich um das gleiche Ele- ment handelt. Medizinischer Sauerstoff fällt unter das Medizinproduktegesetz, da es sich hierbei um ein Medizinprodukt handelt. Auch beim Inhalt des Erste-Hilfe-Koffers handelt es sich um Medizinpro- dukte, die unter dieses Gesetz fallen. Auch ihr Ein- satz ist zum Teil eingeschränkt. Einsetzen darf man nur das, was für den Zweck gedacht ist und einsatz- bereit ist. Ein Grund für die zum Teil große Verwirrung ist je-

doch auch nicht selten nur schwer zu verstehende Gesetzgebung beim Einsatz der Medizinprodukte. So darf die Seniorin Jutta F. zwar in einer deutschen Großstadt das AED-Gerät in der dortigen U-Bahn aus der Halterung reißen und es am Patienten zum Ein- satz bringen, obwohl sie nie in dieses eingewiesen wurde, der Mitarbeiter der U-Bahn Betriebe darf es ohne Einweisung hingegen nicht. Für Mitarbeiter in Bäderbetrieben sollte letztere Re- gelung jedoch in der Praxis eher in den Hintergrund treten, denn zu einer verantwortungsvollen Aus- übung des Berufes gehört nun einmal, die im Bad befindlichen Rettungsgeräte auch einsetzen zu kön- nen und so darf davon ausgegangen werden, dass Bäder mit entsprechender AED-Ausstattung ihr Per- sonal auch entsprechend geschult haben.

Doch welche Rettungsgeräte machen nun für ein Hallen- oder Freibad Sinn? Braucht jedes Bad einen immer noch relativ teuren AED? Muss das Bad ein Spineboard vorhalten und wie ist es mit Stifneck, Vacuummatratze, Sam-Splint-Schienen oder einer Absaugpumpe? Natürlich muss kein Bad diese Geräte vorhalten und ob sich ein AED lohnt hängt nicht zuletzt von der Zahl der Besucher ab. Orte großer Menschenan-

von der Zahl der Besucher ab. Orte großer Menschenan- Magazin 1 0 sammlungen, wie U-Bahnen, Fußballstadien,

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sammlungen, wie U-Bahnen, Fußballstadien, Veran- staltungshallen usw. werden nach und nach mit die- sen Geräten ausgestattet. Zudem sind AED Geräte in den vergangenen Jahren deutlich billiger gewor- den, was eine Anschaffung auch bei einem kleinen Etat durchaus möglich macht. Anders verhält es sich jedoch mit Stifnecks (Halsstüt- zen für Verletzungen der Nackenwirbel) oder dem bereits oben erwähnten Sauerstoff. Diese sind in Bä- dern nach wie vor nur selten zu finden. Von den 452 untersuchten Unfällen bezogen sich aber immerhin 39,1 % auf Verletzungen des Kopfes. Auch wenn es sich dabei vor allem um Kopfprellungen oder Ge- hirnerschütterungen handelte, kann abhängig vom Unfallhergang eine Verletzung der Nackenwirbel, z.B. durch Sprünge in zu flaches Wasser, nicht im- mer ausgeschlossen werden. Da eine Halsstütze nur etwa 20 Euro kostet und relativ einfach zu bedienen ist, sollte sie in keinem Bad fehlen. Die Frage, warum trotzdem in den meisten Bädern kein Stifneck vorhanden ist, lässt sich einfach damit beantworten, dass die Ausbildung an diesem Medi- zinprodukt nicht zur Standard EH-Schulung gehört und somit das Wissen um dessen Zweckmäßigkeit relativ gering ist. Dabei ist der Einsatz des Stifneck auch nicht kompli- zierter als z.B. das Anlegen eines Verbandes. In Anbetracht der Verletzungsmuster der oben be- schriebenen Unfälle und der relativ geringen An- schaffungskosten darf die „Halskrause“ durchaus als sinnvolle Anschaffung in ziemlich jedem Bad gelten. Was weitere Mittel zur „Immobilisation“ betrifft, z.B. Spineboard oder Combi Carrier so sind diese Geräte mit rund 270 Euro bzw. 599 Euro deutlich teurer und wohl nur bei besonderen Gefahrenpunkten im Bad und einer entsprechend großen Besucherzahl sinn- voll. Insbesondere Spineboards haben aber in den vergangenen Jahren den Weg in immer mehr Bäder gefunden. Bleibt letztendlich noch die Frage nach dem Einsatz von Sauerstoff in der Ersthilfe im Rahmen eines Er- trinkungsunfalls im Bad. Hier kann man, auch vor dem Hintergrund des oben beschriebenen Artikel von Dr. Muth, nur feststellen: Wenn nicht im Hallen- bad, wo sollte dann Sauerstoff im Rahmen einer Erst- hilfe zum Einsatz kommen.

Die Fotos in diesem Beitrag stammen vom Autor und wurden im Rahmen eines Lehrgangs im November 2012 gemacht.

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Foto: derateru_pixelio.de
Foto: derateru_pixelio.de

McKinsey-Studie: Deutsches Ausbildungssystem schneidet im internationalen Vergleich sehr gut ab

(ots) - Junge Menschen finden schneller gute Jobs - Berufsanfänger aber schlecht informiert - Über- alterte Berufsschulkollegien

Das Ausbildungssystem in Deutschland schneidet im internationalen Vergleich sehr gut ab: Weitaus mehr Berufsanfänger als in anderen Ländern finden vergleichsweise schnell einen Job. Fehlende finan- zielle Mittel sind seltener eine Hürde beim Anstre- ben eines weiterführenden Bildungsabschlusses. In kaum einem anderen Land ist die berufliche Aus-

bildung im Vergleich zu einer akademischen Lauf- bahn so hoch angesehen wie in Deutschland. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer internationa- len Studie von McKinsey & Company mit dem Titel "Education to Employment". Die Studie zeigt jedoch auch Schwächen des deutschen Systems auf: "Nir- gendwo sonst auf der Welt klaffen die Meinungen von Arbeitgebern und Bildungseinrichtungen über die Qualität von Absolventen so weit auseinander wie in Deutschland", sagt McKinsey-Bildungsexper- te Kai Holleben. Studenten und Auszubildende in

Deutschland starteten ihre Ausbildung zudem meist vergleichsweise wenig informiert. Auch die demo- grafische Entwicklung macht sich in Deutschland bereits jetzt bemerkbar: "Berufsschulkollegien sind massiv überaltert - jeder dritte Berufsschullehrer ist bereits über 50 Jahre alt", mahnt Holleben.

Für die Studie führte McKinsey in neun Ländern weltweit mehr als 8.000 Interviews zur Ausbildungs- marktsituation durch, neben Deutschland auch in den USA, Großbritannien, Brasilien, Indien, Saudi Arabien, Mexiko, Türkei und Marokko. In jedem Land wurden repräsentativ Stichproben von jungen Men- schen im Alter von 15 bis 29 Jahren, Arbeitgebern und Vertretern von Bildungseinrichtungen dazu be- fragt, wie sie die Vorbereitung auf das Berufsleben einschätzen, nach welchen Kriterien sie wichtige Entscheidungen am Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt treffen und wie sie Zukunfts- chancen sehen.

Der deutsche Arbeitsmarkt sieht für junge Men- schen im internationalen Vergleich sehr gut aus:

Die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen liegt bei unter 10% und damit um die Hälfte niedriger als im OECD-Schnitt von ca. 19%. "Als wesentlicher Erfolgs- faktor wird dabei von Experten stets das deutsche duale System der Berufsausbildung genannt, das die deutschen Berufsanfänger besser auf den Eintritt in die Arbeitswelt vorbereitet", beschreibt McKinsey- Berater Holleben die Situation. Die Studie belegt die Vorteile dieses Systems: Berufseinsteiger finden schneller als ihre Altersgenossen in allen anderen betrachteten Ländern eine dauerhafte Arbeit: 70% der befragten jungen Berufstätigen in Deutschland hatten spätestens drei Monate nach der Ausbildung einen Anstellungsvertrag in der Tasche. Diese Werte liegen deutlich über dem Mittelwert der analysier- ten Länder (54%).

Gebühren und Kosten für Berufsausbil- dung sind kein Hindernis

Im internationalen Vergleich spielen auch die Kos- ten einer Berufsausbildung eine weitaus geringere Rolle als in anderen Ländern. In Deutschland geben nur 17% der befragten Jugendlichen an, wegen feh-

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lender finanzieller Mittel keine weiterführenden Bil- dungsabschlüsse anzustreben. Im internationalen Durchschnitt beträgt dieser Wert 31%. Gründe für den guten Wert in Deutschland sind nach Ansicht von McKinsey-Berater Holleben die im Vergleich moderaten Studiengebühren und die Tatsache, dass Auszubildende eine Vergütung erhalten.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung "on the job" wird in allen Ländern als bessere Vorbereitung auf das Berufsleben gesehen als ein akademischer Abschluss (69% zu 31%). Zugleich wird aber das Hochschulstudium höher angesehen als eine be- rufliche Ausbildung (64% zu 36%). Auffallend dabei:

Deutschland ist das einzige Land, in dem sich die Anerkennung und Wertschätzung von Hochschul- abschlüssen (51% Präferenz) und beruflicher Ausbil- dung (49% Präferenz) etwa die Waage halten.

Trotz des relativ guten Abschneidens zeigt die Stu- die nach Ansicht von Holleben auch Schwächen

Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de
Foto: Benjamin Thorn / pixelio.de

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des deutschen Ausbildungssystems. "Die Frage, ob Berufsteinsteiger gut für den Einstieg in das Arbeits- leben vorbereitet sind, beantworten nur 43% der Arbeitgeber positiv." Dieser Wert liege im interna- tionalen Vergleich trotz intensiver Einbindung der Arbeitgeber in die berufliche Ausbildung nur im Mittelfeld. Saudi-Arabien (55%), Indien (51%), USA (50%) und die Türkei (49%) weisen höhere Werte auf.

Auch die Meinungen von Arbeitgebern und Bil- dungseinrichtungen über die Einsatz- bereitschaft von Absolventen klaffen in Deutschland weit auseinander. Während Arbeitgeber diese mit 43% skeptisch werten, sind die Bildungs- einrichtungen mit 83% Zustimmung deutlich optimistischer. "Diese Dis- krepanz in der Wahrnehmung gibt es überall auf der Welt, aber nirgends ist sie so groß wie in Deutschland", betont Holleben. Sein Fazit: "Der Austausch zwischen Arbeitgebern und Bildungs- einrichtungen, z.B. Berufsschulen, über die Anforderungen an Berufsan- fänger funktioniert nicht optimal." Als weiteres Manko stellt die Studie fest, dass Studenten und Auszubilden- de in Deutschland ihre Ausbildung mit

zu wenig Informationen starten. Nur 43% der befragten Jugendlichen gaben an, über die Konsequenzen der Wahl ihres Ausbildungsgangs zum Beispiel auf die Berufsaussichten oder das Ein- stiegsgehalt informiert zu sein, als sie sich entschie- den haben. Dieser Wert liegt unter dem Durchschnitt (45%), vor allem aber niedriger als in erfolgreichen Schwellenländern wie Brasilien (51%), Mexico (50%) oder Indien (50%).

Schwächen im Ausbildungssystem gezielt beseitigen

"Das deutsche Ausbildungssystem ist sehr gut. Wir müssen an den Schwächen aber gezielt arbeiten, um die Qualität zu erhalten und weiter auszubauen", sagt McKinsey-Berater Holleben. Die Qualität der beruflichen Ausbildung müsse verbessert werden, indem in die Einrichtungen und das Lehrpersonal an Berufsschulen wieder mehr investiert werde. Bereits

eine im Oktober veröffentlichte Studie von McKinsey über die Alterszusammensetzung der öffentlichen Beschäftigten zeigte, dass die Berufsschulkollegien massiv überaltert sind: 33% der Berufsschullehrer sind über 50 Jahre alt, nur 3% unter 30 Jahre.

Entscheidend sei zudem, dass die Bildungseinrich- tungen das Anspruchsniveau der Arbeitgeber bes- ser verstünden. Das funktioniere nur im direkten und gezielten Dialog. Das duale System und die

Foto: Dieter Schütz_pixelio.de
Foto: Dieter Schütz_pixelio.de

zunehmende Zahl betrieblicher Pflichtpraktika in Studiengängen auf Grund des Bologna-Prozesses sollten dafür eine gute Plattform bilden. Schließlich müsse die Transparenz bei Entscheidungen der Wahl des Studien- bzw. Ausbildungsganges verbessert werden, so Holleben weiter.

Für die Studie hat McKinsey auch eine Vielzahl von internationalen Einrichtungen, Maßnahmen und Institutionen untersucht mit Fokus auf deren Erfolg für den jeweiligen nationalen Ausbildungsmarkt. Als einziges Erfolgsbeispiel in Deutschland nennt die Studie die Bundesagentur für Arbeit und ihren regi- onalen Arbeitsmarktmonitor, der die Konsequenzen beruflicher Entscheidungen vorbildlich aufzeige.

Die vollständige Studie finden Sie zum Download auf: http://mckinseyonsociety.com/education-to- employment/report/

Unzufriedenheit tut weh

Auf zu wenig Erfüllung im Beruf reagieren viele mit Kopfschmerzen

(ots) - Wer im Beruf nur einen geringen Entschei- dungsspielraum hat, bei dem ist die Gefahr für Kopfschmerzen besonders hoch. Das berichtet die "Apotheken-Umschau" unter Berufung auf eine Ver- öffentlichung norwegischer Forscher. Studienteil- nehmer, die zu Beginn der Untersuchung über Un- zufriedenheit und mangelnde Selbstbestimmung klagten, litten in den folgenden zwei Jahren häufi- ger unter schweren Kopfschmerzen als zufriedene Berufstätige.

Zuckermessen ohne Stechen

Ein neuer Biosensor macht es möglich

(ots) - Es ist der Traum vieler Diabetiker: Seinen Zu- cker messen ohne sich stechen zu müssen. Wie das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" berichtet, haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für mikro- elektronische Schaltungen und Systeme in Duisburg einen winzigen Sensor entwickelt, der den Glukose- spiegel in Tränenflüssigkeit oder Schweiß misst und das Ergebnis an einen Sensor funkt. Wann der Bio- sensor marktreif ist, steht noch nicht fest.

Medizin: Gut gepolstert

(ots) - Dicke Menschen erkranken zwar häufiger als dünne - aber in der Regel nicht so heftig wie dünne. Diese überraschende Er- kenntnis, von der das Magazin GEO in seiner Dezember-Ausgabe berichtet, fußt auf inzwischen unabweisbaren Daten. Das soge- nannte "Obesity Paradox", vom Kardiologen Carl Levie John am Ochsner Heart and Vascular Institute in New Orleans entdeckt, hat mittlerweile weitere Bestätigung gefunden. Eine Studie an 11.000 Kanadiern im Jahr 2007 ergab sogar, dass Übergewichtige an keiner einzigen Krankheit häufiger sterben als Normalgewichtige. Und an ausgewiesenen Fettleibigkeitserkrankungen wie Herzleiden, Nierenproblemen und Diabetes sterben besser gepolsterte Men- schen sogar seltener als jene, die dasselbe Leiden aufweisen, aber laut Body-Mass-Index normalgewichtig sind. Während Speck also durchaus das Risiko für chronische Erkrankungen birgt, ist er offen- bar zugleich auch ein Schutzschild vor Schlimmerem.

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Foto: Thorsten Freyer_pixelio.de
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Im Notfall "falsch verbunden"

Umfrage: Große Mehrheit kennt die richtigen Notfallnummern für medizinische Ernstfälle

(ots) - Was tun, wenn der Nachbar im Hausflur be- wusstlos zusammenbricht oder sich das Kind beim Sturz vom Fahrrad eine schwere Kopfverletzung zugezogen hat? Für die meisten Bürger ist klar: Sie greifen geistesgegenwärtig zum Hörer und wählen den Notruf. Einer repräsentativen Umfrage im Auf- trag des Gesundheitsmagazins "Apotheken Um- schau" zufolge haben zwei Drittel der Bevölkerung die EU-weite Notrufnummer "112" parat (66,3 %). Jeder Fünfte (18,9 %) würde im Ernstfall spontan die "110" und damit die Notrufnummer der Polizei wäh- len - auch kein Problem, hier wird man umgehend zum Notruf weitergeleitet. Jeweils knapp vier Pro- zent der Befragten nennen allerdings auch die nicht mehr aktuelle "19222" (3,4 %), die nur als Zentralruf für reine Krankenbeförderungen fungiert, oder die neu eingeführte zentrale Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereini- gungen "116117" (3,7 %) als ersten Ansprechpartner. Jeder 17. (5,8 %) gibt offen zu, keine Ahnung zu ha- ben, welche Nummer im Notfall zu wählen.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesund- heitsmagazins "Apotheken Umschau", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.019 Frauen und Männern ab 14 Jahren.

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NIVEA-Preis für Lebensretter 2012 in Hamburg verliehen

Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer betont in ihrer Laudatio Bedeutung von Zivilcourage und bürgerschaftlichem Engagement

von Zivilcourage und bürgerschaftlichem Engagement Die NIVEA-Preisträger 2012 mit den Ehrenden: v.l.n.r.

Die NIVEA-Preisträger 2012 mit den Ehrenden: v.l.n.r. Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Preisträger Ludwig Schreml, Uwe Finnern General Manager Deutschland/Schweiz Beiersdorf AG, Preisträgerin Katja Amberger, Jochen Stürz, Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Landau, Dr. Klaus Wilkens, DLRG-Präsident. Foto: "obs/DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft"

Bad Nenndorf / Hamburg (ots) - Oft sind es Sekun- den, die über Leben und Tod entscheiden. Katja Am- berger und Ludwig Schreml haben in den entschei- denden Momenten nicht gezögert, sondern schnell gehandelt, um das Leben anderer Menschen zu retten. Die DLRG Ortsgruppe Landau zeichnet sich durch vorbildliches Handeln und überdurchschnitt- lichen Einsatz in der Schwimm- und Rettungsbil- dung aus. Dafür erhielten sie am Abend des 16. Oktober den renommierten NIVEA-Preis für Lebens-

retter. Mit dieser Auszeichnung würdigen die Deut- sche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Beiersdorf AG Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement, sei es in Form lebensrettender Sofort- hilfe oder als langfristiger kontinuierlicher Dienst an der Gemeinschaft. Der mit insgesamt 6.000 Euro do- tierte Preis wurde in diesem Jahr zum 24. Mal verlie- hen. Zur feierlichen Preisverleihung kamen rund 200 geladene Gäste aus Politik, Verbänden, Stiftungen, gesellschaftlichen Initiativen, Sport- und Kulturein-

richtungen ins Auditorium des Forschungszentrums der Beiersdorf AG in Hamburg. "Der Preis ist einzigartig in Deutschland", betonte Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Schirmherrin des Preises, in ihrer Laudatio. "Er steht für Selbstlosig- keit und für einen außergewöhnlichen Rettungsein- satz, für Zivilcourage und bürgerschaftliches Enga- gement." Uwe Finnern, Beiersdorf-Geschäftsführer Deutschland, der gemeinsam mit der Staatsministe- rin und dem DLRG Präsidenten Dr. Klaus Wilkens die Preise übergab, ist überzeugt, "dass die Bedeutung sozialer Verantwortung von Unternehmen weiter wächst. Wir sind stolz darauf, seit fast 60 Jahren Part- ner der DLRG zu sein." Eine Partnerschaft zwischen einer Non-Profit-Organisation und einem Unterneh- men, die seit Jahrzehnten von Mitarbeitern und Eh- renamtlichen gleichermaßen mit Begeisterung und Leidenschaft gelebt wird.

Die Preisträger

NIVEA-Preis für Lebensretter 2012 in der Kategorie "Soforthilfe" für DLRG Mitglieder:

Katja Amberger aus Ziegra bei Waldheim, 22 Jahre

NIVEA-Preis für Lebensretter 2012 in der Kategorie "Soforthilfe":

Ludwig Schreml aus Pleystein, 48 Jahre

NIVEA-Preis für Lebensretter 2012 in der Kategorie "Langfristiges Engagement":

DLRG Ortsgruppe Landau e.V.

Katja Amberger aus Ziegra bei Waldheim (Sach- sen) hat am 30. Mai eine 69-jährige Frau aus dem Kriebsteinsee (Sachsen) vor dem Ertrinken gerettet. Die Frau war bei einer Wanderung mit einer Freun- din auf einem Spazierweg oberhalb des Stausees ausgerutscht und einen Abhang acht Meter in die Tiefe und anschließend in das kalte Wasser des Sees gestürzt. Als die Freundin erkannte, dass die Verun- glückte sich nicht selber retten konnte, rief sie um Hilfe. Die 22-jährige Amberger, selber ehemalige Rettungsschwimmerin, erkannte die Situation sofort und begab sich ins Wasser, schwamm zu der Frau hin und nahm sie in den Schleppgriff und zog sie zum rettenden Steg.

Verbände

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Ludwig Schreml aus Pleystein (Rheinland-Pfalz) hörte am 1. Mai während eines Motorradausfluges in Garching an der Alz verzweifelte Hilfeschreie vom Fluss. Zwei Jugendliche im Alter von 13 und 16 Jah- ren waren beim Versuch, den Fluss am Stauwehr zu überqueren, von der durch Hochwasser verstärkten Strömung in das Tosbecken am Fuße des Wehres gerissen worden. Der Unternehmer erkannte die Le- bensgefahr, in der sich die beiden befanden und zö- gerte nicht lange, um ihnen zu helfen. Als Kajakfah- rer und Hersteller von Zubehör für Wasserkraftwerke kannte der 48-Jährige die Tücken der Wasserwalzen an Stauwehren. Schreml begab sich in den Fluss und arbeitete sich zu der 13-Jährigen vor, die bereits mit ihren Kräften am Ende war. Die Strömung zog sie immer wieder unter die Oberfläche. Als Schreml das bereits bewusstlose Mädchen erreichte, zog er sie am Arm aus der tosenden Wasserwalze heraus und kämpfte sich mit ihr - selbst bereits völlig erschöpft - durch das Wasser zu einer sicheren Stelle vor und wartete dort auf die Feuerwehr. Der 16-jährige Freund konnte sich in der Zwischenzeit glücklicher- weise selber retten.

Die DLRG-Ortsgruppe Landau (Rheinland-Pfalz) er- hält in diesem Jahr den Förderpreis in der Kategorie "Langfristiges Engagement" für vorbildliches Han- deln. Die Jury zeigte sich überzeugt vom überdurch- schnittlichen Einsatz der Gruppe in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung. Rund 3.600 Stunden im Jahr verbringen die DLRG-Schwimm- und Rettungsschwimmausbilder am Rande des Sport- und Lehrschwimmbeckens im Landauer Frei- zeitbad, um jedes Jahr bis zu 250 neue Rettungs- schwimmer auszubilden. In enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Universität Koblenz-Landau, etli- chen lokalen REHA-Instituten sowie zahlreichen Kin- dergärten sorgen die ehrenamtlich Engagierten für mehr Sicherheit am und im Wasser. Außerdem setzt die rund 600 Mitglieder umfassende Ortsgruppe im Bereich Kleinkinderschwimmen mit jährlich mehr als 100 erfolgreichen Seepferdchen-Abzeichen Maß- stäbe. Darüber hinaus übernehmen die Rettungs- schwimmer vor allem in den Sommermonaten den Wachdienst an den Stränden der Nordseeküste.

Verbände

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3. Symposium Schwimmen der DLRG Schwimmen besser als jede Pille

(ots) - Bäderschließungen sowie der Umbau zu Spaßbädern führen zu dramatisch abnehmender Schwimmfähigkeit der Kinder. Etwa die Hälfte der Jungen und Mädchen sind am Ende der Grundschul- zeit keine sicheren Schwimmer mehr. "Wir brauchen genügend Wasserzeiten und Wasserflächen", heißt es in der Abschlusserklärung des 3. Symposiums Schwimmen, das die Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft (DLRG) vom 18.-20. Oktober in Bad Nenndorf veranstaltet hat. Eine Forderung, die an- gesichts der massiven Bäderschließungen in den letzten zehn Jahren keine leicht zu erfüllende Auf- gabe ist.

Wilkens, folgendes Fazit: Schwimmen ist eine gesun- de Sportart, die lebenslang betrieben werden kann und nicht nur Kindern von Eltern mit einem hohen Einkommen offen stehen darf. Um dies den Kindern zu vermitteln, brauchen wir Bäder und Ausbildung. Hier ist die Politik gefordert, ihre Bäderpolitik wieder so auszurichten, dass genügend Wasserflächen und qualifizierte Lehrer zur Verfügung stehen. Darüber hinaus empfiehlt die DLRG eine familiäre Schwimm- förderung für sozial schwache Familien. Die DLRG bietet an, Schwimmausbildung im vorschulischen und schulischen Bereich zu qualifizieren.

http://www.dlrg.de/newsdlrgde/meldung-im-de-

tail/artikel/47442.html

Nach Meinung von über 300 Wissenschaftlern und Experten muss der Schwimmunterricht wieder grö- ßeres Gewicht erhalten. Kinder sollten schon im Vorschulalter mit der Schwimmausbildung begin- nen und jede Schule muss quali- fizierten Schwimmunterricht an- bieten können. Nicht nur in der Grundschule, sondern auch im Sekundarbereich müssten ent- sprechende Stunden geplant wer- den. Gut ausgebildete Lehrer sind hierfür unverzichtbar.

In seiner Zusammenfassung sagte Helmut Stöhr, Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG, dass wir insgesamt das Schwimmen besser vermarkten müssen. Schwimmen habe Zukunft und sei bei Men- schen aller Altersklassen beliebt. Der Breitensport Schwimmen för- dere die Gesundheit und senke das Risiko, an "Zivilisationskrank- heiten" zu erkranken. "Schwim- men ist besser als jede Pille aus der Apotheke und hat auch keine Nebenwirkungen", so Stöhr.

Für den Symposiumsveranstalter DLRG zog ihr Präsident, Dr. Klaus

so Stöhr. Für den Symposiumsveranstalter DLRG zog ihr Präsident, Dr. Klaus Bäder - Sport - Gesundheit

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Organspende: Ja, nein, vielleicht Facebook führt neue Funktion zur Willensäußerung über Organspende ein

(ots) - Pünktlich zum Inkrafttreten der Entschei- dungslösung ab 1. November können die Menschen auf Facebook nun auch in Deutschland ihre Ent- scheidung zur Organspende in ihrer Chronik eintra- gen und dies ihren Freunden mitteilen. In den USA und Kanada wurde diese Kommunikationsfunktion bereits im Mai eingeführt und hat dort zu einem merklichen Anstieg der Spendebereitschaft geführt. Sie soll nun auch auf weitere Länder ausgeweitet werden. Die neue Funktion hat zum Ziel, mehr Men- schen auf das Thema aufmerksam zu machen und sie zu motivieren, sich auch mit Freunden und Fami- lie auszutauschen.

Die neue Facebook-Funktion unterstützt damit die Entscheidungslösung, bei der es darum geht, dass sich jeder zumindest einmal im Leben mit dem The-

ma beschäftigt und eine Entscheidung trifft. "Die Funktion zur Willensäußerung auf Facebook kann für viele Menschen ein zusätzlicher Anstoß sein, über Organspende nachzudenken", betont der SPD-Frak- tionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier. "Informie- ren - überlegen - entscheiden: Darauf kommt es an. Denn die Entscheidung zur Organspende gehört ins Leben und sollte nicht nach dem Tod den Angehö- rigen aufgebürdet werden", so Steinmeier. Und die- se Entscheidung kann für die 12.000 Patienten auf der Warteliste überlebenswichtig sein, denn jeden Tag sterben im Durchschnitt drei Menschen, denen nicht rechtzeitig mit einer Organspende geholfen werden konnte.

Auch Prof. Dr. Günter Kirste, Vorstand der FÜRS LE- BEN-Stiftung, sieht die Einführung der Funktion als

Foto: Thorben Wengert_pixelio.de
Foto: Thorben Wengert_pixelio.de

Chance: "Rund 80 Prozent der Deutschen haben keinen Organspendeausweis und sind noch unent- schieden. Alle Anstöße können helfen, dass sich das ändert", erklärt er. "Die Äußerung auf Facebook soll den Organspendeausweis nicht ersetzen. Sie könnte für die Familie im Falle des Falles aber eine Entschei- dungshilfe sein, falls der Verstorbene sich zu Lebzei- ten nicht geäußert hat", fügt Kirste hinzu. Gerade in der aktuellen Situation, in der die Verunsicherung der Menschen durch die Manipulationsvorwürfe an einzelnen Transplantationszentren groß sei, solle man sich trotzdem möglichst vorurteilsfrei über Or- ganspende informieren und eine Entscheidung tref- fen.

"Wir freuen uns, diese neue Kommunikationsfunkti- on jetzt auch den Menschen in Deutschland zu er- möglichen. Durch unsere Reichweite möchten wir unseren Teil dazu beitragen, dieses so wichtige The- ma immer wieder in Erinnerung zu bringen und die Menschen auf Facebook davon überzeugen, dass es notwendig ist, sich über Organspenden Gedanken zu machen. Diskussionen anzustoßen, den Men- schen die Möglichkeit zu geben, Ideen und Gedan- ken zu teilen, ist Teil des Leitbildes von Facebook.

Blutgruppe 0 besser fürs Herz?

US-Studie findet Zusammenhang von Blutgruppe und Herzinfarktrisiko

(ots) - Menschen mit der Blutgruppe AB haben ein deutlich höheres Infarktrisiko als jene mit der Blutgruppe 0. Bei den Blutgruppen A und B sei das Risiko auch erhöht, aber weniger stark, berichtet das Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" unter Berufung auf eine US-Studie. Dr. Norbert Smetak vom Berufsverband Nieder- gelassenener Kardiologen nimmt das Ergebnis zum Anlass, Menschen mit erhöhtem Risiko für Herzprobleme zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren.

Alles über Herzinfarkt und Diabetes finden Sie unter www.diabetes-ratgeber.net/Herzinfarkt

Sanitätswesen

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Wir freuen uns sehr, dass die FÜRS LEBEN-Stiftung unser Partner bei diesem wichtigem Thema ist und wir gemeinsam die Möglichkeiten von Social Media für die gute Sache nutzen können", erklärt Dr. Gun- nar Bender, Director Public Policy von Facebook in Deutschland.

Anders als zum Beispiel in den USA gibt es in Deutsch- land keine Registrierung von Organspendern. Der Eintrag auf Facebook bedeutet deshalb auch keinen offiziellen Eintrag in eine Kartei. Es empfiehlt sich darum, zusätzlich zu einer Angabe des Organspen- destatus auf Facebook, einen Organspendeausweis auszufüllen und mit seiner Familie über die Entschei- dung zu sprechen. Es ist freiwillig, ob man sich auf Facebook zur Organspende äußern will. Ob die Wil- lensbekundung für alle Facebook-Freunde sichtbar ist oder nicht, hängt von den Kontoeinstellungen ab und kann frei gewählt werden. Informationen zur Organspende gibt es unter www. fuers-leben.de und auf www.facebook.com/Fuers- LebenFuerOrganspende

Informationen zur neuen Facebook-Funktion gibt es unter http://ots.de/0PBWY

neuen Facebook-Funktion gibt es unter http://ots.de/0PBWY Blutgruppenverträglichkeit - Grafik: Wikipedia Bäder -

Blutgruppenverträglichkeit - Grafik: Wikipedia

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