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2011
2011

Auf den Punkt gebracht:

Meldungen

2011 Auf den Punkt gebracht: Meldungen
Vorwort Die Kranken- und Pflegekassen, die Rentenversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit benötigen zur

Vorwort

Die Kranken- und Pflegekassen, die Rentenversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit benötigen zur Erfüllung ihrer Aufgaben von allen Arbeitgebern Informationen über die bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmer. Deshalb müssen alle Arbeitgeber für die bei ihnen Beschäftigten Meldungen erstatten. Die Daten dieser Meldungen dienen auch dazu, die Ansprüche der Beschäftigten auf Leistungen gegenüber den zuständigen Versicherungsträgern sicherzustellen.

Grundlage für das Meldeverfahren in der Sozialversicherung sind die §§ 28a bis 28 c SGB IV, die Verordnung über die Erfassung und Übermittlung von Daten für die Träger der Sozialversicherung (Datenerfassungs- und -übermittlungsverordnung – DEÜV –) so­ wie die zu § 28b Abs. 2 SGB IV erlassenen Gemeinsamen Grund­ sätze der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung.

Diese Broschüre soll die entsprechenden Informationen vermit­ teln, um die Durchführung des Verfahrens sicherzustellen. Beson­ ders wichtige Hinweise sind im laufenden Text mit blauer Schrift gekennzeichnet und werden am Rand mit dem gleichen oder einem ähnlichen Begriff wiederholt. In der Broschüre „Prüfung von A – Z“ findet sich dieser herausgestellte Begriff in lexika­ lischer Abfolge wieder – ergänzt um prüfrelevante Hinweise.

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Meldungen 2011 · Vorwort

Inhaltsverzeichnis   Vorwort 2 1. Neues im Überblick 4 1.1 Ausdehnung des DBUV 4 1.2

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort

2

1.

Neues im Überblick

4

1.1

Ausdehnung des DBUV

4

1.2

Erweiterter Tätigkeitsschlüssel

5

1.3

Meldungen zur Betriebsdatenpflege

8

2.

Automatisiertes Meldeverfahren

8

2.1

Voraussetzungen

8

2.2

Datensätze und Datenbausteine

11

2.3

Stornierung von Meldungen

12

3.

Maschinelle Ausfüllhilfen

13

3.1

Ausfüllhilfe „sv.net“

13

4.

Datenannahmestellen

15

5.

Sozialversicherungsausweis

16

5.1

Antrag und Ausstellung

16

5.2

Form und Inhalt

17

5.3

Einsichtnahme

18

6.

Mitführungspflicht von Personaldokumenten in bestimmten Wirtschaftsbereichen und Abgabe von Sofortmeldungen

18

6.1

Baugewerbe

19

6.2

Schaustellergewerbe

21

6.3

Gebäudereinigungsgewerbe

21

6.4

Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen

21

6.5

Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe

21

6.6

Personenbeförderungsgewerbe

22

6.7

Unternehmen der Forstwirtschaft

22

6.8

Speditions-, Transport- und damit verbundenes Logistikgewerbe

22

6.9

Fleischwirtschaft

22

7.

Meldungen

22

7.1

Meldetatbestände

22

7.2

Inhalt der Meldungen

23

8.

Besonderheiten der Unfallversicherung – Datenbaustein „Unfallversicherung“ (DBUV)

34

8.1

Verwaltungsdaten im DBUV

34

8.2

Berechnungsdaten im DBUV

34

8.3

Meldegründe, Stornierungen Abweisungen von Meldungen

37

8.4

Meldepflichtiger Personenkreis

37

9.

Meldungen für geringfügig Beschäftigte

40

9.1

Meldeverfahren

40

9.2

Inhalt der Meldungen

41

10.

Haushaltsscheck

42

10.1

Form und Inhalt

43

10.2

Verfahren

44

11.

Meldungen in der Gleitzone

46

12.

Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

47

12.1

Anmeldungen

47

12.2

Abmeldungen

48

12.3

An-/Abmeldungen

49

12.4

Jahresmeldungen/-sonstige Entgeltmeldungen

49

12.5

Meldungen wegen Unterbrechung der Beschäftigung

50

12.6

Meldungen in Insolvenzfällen

51

12.7

Änderungsmeldungen

51

12.8

Sofortmeldung

51

12.9

Beispiele für Meldungen

52

Anhang: DEÜV (Auszug)

57

Impressum

63

3

Meldungen 2011 · Inhaltsverzeichnis

1. Neues im Überblick Im Jahr 2011 wird es wieder eine Reihe von Änderungen im

1. Neues im Überblick

Im Jahr 2011 wird es wieder eine Reihe von Änderungen im Mel­ deverfahren nach der DEÜV geben. Im Mittelpunkt dieser Ände­ rungen stehen die Erweiterung des Datenbausteins Unfallver­ sicherung (DBUV) um ein Feld „UV-Grund“ sowie die Einführung eines neuen neunstelligen Tätigkeitsschlüssels. Die Einführung eines neuen Tätigkeitsschlüssels wird es erforderlich machen, dass Arbeitgeber die Stammdaten ihrer Beschäftigten dahin­ gehend überprüfen, ob alle für die künftigen Meldungen erforder­ lichen Daten verfügbar sind.

1.1 Ausdehnung des DBUV

Mit dem Unfallversicherungsneuregelungsgesetz vom 30. Oktober 2008 wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2009 das Meldeverfahren nach der DEÜV um die Belange der Unfallversicherung erweitert. In der Praxis werden diese Erweiterungen im Datenbaustein DBUV umgesetzt. Er enthält dazu derzeit folgende Informationen:

Betriebsnummer des Unfallversicherungsträgers

UV-Mitgliedsnummer

UV-Arbeitsentgelt

Gefahrtarifstelle

Arbeitsstunden

Der DBUV hat sich in seiner bisherigen Form als unzureichend erwiesen, die Besonderheiten der Unfallversicherung abzubilden. Daher wird zum 1. Juni 2011 ein erweiterter DBUV eingeführt. Dies geht einher mit einer neuen Version 02 des Datensatzes Meldun­ gen (DSME). Der DBUV enthält künftig neben den bekannten Fel­ dern ein neues Feld „UV-Grund“. Das Feld hat folgende Bedeu­ tung:

Feldinhalt

Erläuterung

Grundstellung

ohne Besonderheiten

(Leerzeichen)

A07

Meldungen für Arbeitnehmer von UV-Trägern (bisher GTST 77777777)

A08

Beitragsbemessung bei landw. BG (bisher GTST 88888888)

A09

Beitragsbemessung nicht nach Arbeitsentgelt (bisher GTST 99999999)

4

Meldungen 2011 · Neues im Überblick

Feldinhalt Erläuterung B01 Entsparung von ausschließlich sv-pflichtigen Wert­ guthaben (Beitragspflicht in

Feldinhalt

Erläuterung

B01

Entsparung von ausschließlich sv-pflichtigen Wert­ guthaben (Beitragspflicht in der UV bereits in der Ansparphase)

B02

Keine UV-Pflicht wegen Auslandsbeschäftigung

B03

UV-Freiheit gemäß SGB VII

Bei UV-Grund A07, A08 und A09 ist die Angabe des UV-Trägers erforder­ lich, der MTNR entbehrlich.

Bei UV-Grund B01, B02 und B03 ist die Angabe des UV-Trägers und der MTNR erforderlich.

Der neue DBUV gilt ab 1. Juni 2011. Ab 1. August 2011 werden die Meldungen im alten Format (Version 01) abgewiesen. Meldungen, die in der Zeit vom 1. Juni 2011 bis 31. Juli 2011 noch in der Ver­ sion 01 abgegeben werden, werden von den Krankenkassen eigen­ ständig in die Version 02 konvertiert. Stornierungen von Meldun­ gen, die im alten Format abgegeben wurden, erfolgen im alten Format. Die Stornierungsmeldungen werden von den Kranken­ kassen als Annahmestellen für die Meldungen in das neue Format konvertiert.

1.2 Erweiterter Tätigkeitsschlüssel

Die Arbeitgeber haben nach § 28a Abs. 1 SGB IV für jeden ver­ sicherungspflichtigen Beschäftigten Meldungen zur Sozialver­ sicherung abzugeben. U. a. sind in den Meldungen auch Angaben über seine Tätigkeit nach dem Schlüsselverzeichnis der Bundes­ agentur für Arbeit zu machen. Die in Form von Schlüsselzahlen einzutragenden Angaben zur Tätigkeit umfassen die ausgeübte Tätigkeit, die Stellung im Beruf und die Ausbildung. Die BA nutzt diese Informationen, um ihren Auftrag zu erfüllen und eine Statis­ tik über sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu führen.

Mit Wirkung vom 1. Dezember 2011 wird der bisherige fünfstellige Tätigkeitsschlüssel durch einen neunstelligen ersetzt. Für die Änderung gibt es eine Reihe von Gründen:

5

Die ausgeübte Tätigkeit wird bisher nach der Klassifizierung der Berufe von 1988 verschlüsselt. Diese veraltete Klassifizie­ rung bildet die deutsche Berufslandschaft nicht mehr ausrei­ chend ab.

Die rentenrechtliche Trennung von Arbeitern und Angestellten wurde mit dem Jahresende 2004 aufgegeben. Arbeitgeber

Meldungen 2011 · Neues im Überblick

müssen seither in den Meldungen eine fiktive Angabe über diesen nicht mehr existierenden Status machen.

müssen seither in den Meldungen eine fiktive Angabe über diesen nicht mehr existierenden Status machen.

Es gibt neue Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse, die im bisherigen Tätigkeitsschlüssel nicht abgebildet werden kön­ nen und dadurch den Arbeitgebern zurzeit die Auswahl des zutreffenden Bildungsabschlusses erschweren.

Im bisherigen Tätigkeitsschlüssel gibt es Kombinationsmerk­ male, die für den meldenden Arbeitgeber schwer umsetzbar sind. Beispielsweise kann für Teilzeitbeschäftigte keine Angabe zur Stellung im Beruf gemacht werden.

Die derzeitige Arbeitszeituntergliederung für Teilzeitbe­ schäftigte kann entfallen, da die Arbeitszeit aus dem DBUV ableitbar ist.

Auszubildende werden im Meldeverfahren mittlerweile über einen Personengruppenschlüssel gekennzeichnet. Eine gesonderte Erfassung über den Tätigkeitsschlüssel kann entfallen.

Der neue Tätigkeitsschlüssel setzt sich aus fünf einzelnen Schlüs­ seln zusammen. Zwei dieser fünf Schlüssel können komplett elektronisch aus dem alten Tätigkeitsschlüssel generiert werden (schulische und berufliche Ausbildung).

Der neue Tätigkeitsschlüssel hat folgende Inhalte:

Stellen 1 bis 5

Ausgeübte Tätigkeit

 

Gültige Schlüssel nach der Klassifizierung der Berufe 2010 (KldB)

Stelle 6

Höchster allgemeinbildender Schulabschluss

1

= Ohne Schulabschluss

2

= Haupt-/Volksschulabschluss

3

= Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss

4

= Abitur / Fachabitur

9

= Abschluss unbekannt

Stelle 7

Höchster beruflicher Ausbildungsabschluss

1

= Ohne beruflichen Ausbildungsabschluss

2

= Abschluss einer anerkannten Berufsausbildung

3

= Berufsfachschulabschluss

4

= Meister-/Techniker- oder gleichwertiger Fachschul­ abschluss

5

= Bachelor

6

= Diplom/Magister/Master/Staatsexamen

7

= Promotion

9

= Abschluss unbekannt

6

Meldungen 2011 · Neues im Überblick

Stelle 8 Leiharbeitsverhältnis/Zeitarbeit/Arbeitnehmerüber­ lassung 1 = nein 2 = ja Stelle 9

Stelle 8

Leiharbeitsverhältnis/Zeitarbeit/Arbeitnehmerüber­

lassung

1 = nein

2 = ja

Stelle 9

Vertragsform (gestufte Abfrage)

1 = Vollzeit, unbefristet

2 = Teilzeit, unbefristet

3 = Vollzeit, befristet

4 = Teilzeit befristet

Der neue Schlüssel ist ab 1. Dezember 2011 für alle Meldungen verbindlich und im Meldeverfahren zur Sozialversicherung anzu­ wenden. Entgeltmeldungen, die ein ZEITRAUM-ENDE 1. Dezem­ ber 2011 und später enthalten, sowie Anmeldungen, die einen ZEITRAUM-BEGINN ab diesem Datum enthalten, sind mit dem neuen neunstelligen Tätigkeitsschlüssel zu übermitteln. Mel­ dungen, die ein ZEITRAUM-ENDE oder bei Anmeldungen einen ZEITRAUM-BEGINN vor dem 1. Dezember 2011 erhalten, sind noch mit dem aktuell gültigen fünfstelligen Schlüssel zu liefern. Dies gilt grundsätzlich unabhängig davon, wann die Meldung erstellt wurde. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, werden die Meldungen abgewiesen.

Bei Stornierungen in Abhängigkeit vom Meldezeitraum ist zu prü­ fen, ob der neue oder der alte Tätigkeitsschlüssel gilt. Dies bedeu­ tet, dass Stornierungen, die nach dem 1. Dezember 2011 erstellt werden, aber ein ZEITRAUM-ENDE (bei Anmeldungen ZEITRAUM­ BEGINN) vor diesem Datum enthalten, mit dem alten Tätigkeits­ schlüssel zu erstellen sind.

Die derzeit bestehenden Sonderschlüssel für Behinderte, Rehabi­ litanden, Pflegepersonen und Beschäftigte in Privathaushalten (Haushaltsscheckverfahren), Künstler und Publizisten, Bezieher von Vorruhestandsgeld, Personen in Altersteilzeitarbeit und Bezieher von Ausgleichsgeld nach dem FELEG werden nicht wei­ ter geführt. Der Tätigkeitsschlüssel ist bei diesem Personenkreis künftig auf „Grundstellung“ zu setzen.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet in ihrem Internet-Auftritt unter www.arbeitsagentur.de/unternehmen/schlüsselzahlen Hilfen zur Bestimmung des neuen Tätigkeitsschlüssels an. Ob und inwieweit einzelne Softwarehersteller Konvertierungsprogramme für ihre

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Meldungen 2011 · Neues im Überblick

jeweilige Software anbieten, sollte jeder Arbeitgeber mit seinem Dienstleister klären. 1.3 Meldungen zur

jeweilige Software anbieten, sollte jeder Arbeitgeber mit seinem Dienstleister klären.

1.3 Meldungen zur Betriebsdatenpflege

Die Arbeitgeber sind nach § 5 Abs. 5 DEÜV verpflichtet, Änderun­ gen von Betriebsdaten dem Betriebsnummern-Service der Bun­ desagentur für Arbeit unverzüglich zu melden. Mit dem Datensatz Betriebsdatenpflege (DSBD) teilen die Arbeitgeber alle Änderun­ gen bezogen auf die Betriebsbezeichnung, Anschrift, Name des Ansprechpartners, Kommunikationsdaten des Ansprechpartners, Betriebsstilllegungen, Betriebsaufgaben und Änderung der Korre­ spondenzadresse (Datenbaustein „Abweichende Korrespondenz­ anschrift“ – DBKA) jeweils bezogen auf die Arbeitgeber-Betriebs­ nummer mit.

Eine gesonderte Meldung an den Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit erübrigt sich deshalb, weil der DSBD von der Einzugsstelle an die DSRV und von dort an den Betriebs- nummern-Service der Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet wird.

Meldungen im

automatisierten

Verfahren

2. Automatisiertes Meldeverfahren

2.1 Voraussetzungen

Die Abgabe von Meldungen erfolgt durch Datenübertragung oder mittels maschinell erstellter Ausfüllhilfen. Voraussetzung für die Erstattung der Meldungen im automatisierten Verfahren ist ins­ besondere, dass die Daten über die Beschäftigungszeiten und die Höhe der beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelte aus maschinell geführten Entgeltunterlagen stammen und die Arbeiten ord­ nungsgemäß durchgeführt werden. Die den Meldungen zugrunde liegenden Tatbestände müssen maschinell erkannt werden.

Für die Beurteilung einer ordnungsmäßigen Abwicklung der Ent­ geltabrechnung sind die Regelungen des Vierten Abschnitts der Beitragsverfahrensverordnung maßgebend. Für die Berechnung der Beiträge gilt der erste Abschnitt der Beitragsverfahrensver­ ordnung.

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Meldungen 2011 · Automatisiertes Meldeverfahren

Die Zulassung zur Erstattung von Meldungen und Beitragsnach­ weisen im automatisierten Verfahren ist an bestimmte

Die Zulassung zur Erstattung von Meldungen und Beitragsnach­ weisen im automatisierten Verfahren ist an bestimmte Vorausset­ zungen geknüpft. Diese sind in Gemeinsamen Grundsätzen der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung definiert.

Die Entgeltabrechnungsprogramme müssen im Wesentlichen fol­ gende Voraussetzungen erfüllen:

Die Stammdaten werden bei der Datenerfassung, spätestens vor jeder monatlichen Abrechnung, maschinell auf Zulässig­ keit, Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft.

Daten werden nur übermittelt, wenn dem Arbeitgeber die melderelevanten persönlichen Daten des Beschäftigten vor­ liegen.

Die Fehlzeiten/SV-Unterbrechungen werden maschinell ver­ waltet.

Die Sozialversicherungsbeiträge werden maschinell ermittelt.

Rückrechnungen und Beitragskorrekturen sind mindestens bis zum April des Vorjahres programmgesteuert möglich.

Nach Korrekturen von Arbeitsentgelten oder abrechnungsre­ levanten Stammdaten im Zeitrahmen der Rückrechnungstiefe und von März-Klausel-Fällen werden bereits abgerechnete Monate (auch Monate, in denen einmalig gezahltes Arbeits­ entgelt gewährt wurde) automatisch aufgerollt.

Alle melderelevanten Daten werden aus maschinell geführten Entgeltunterlagen entnommen.

Alle Meldetatbestände werden maschinell erkannt, alle Meldungen maschinell ausgelöst, vollständig erstattet und dokumentiert.

Vor Erstattung der Meldungen und Beitragsnachweise werden die darin enthaltenen Stamm- und Abrechnungsdaten maschinell auf Zulässigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft.

Bei Erstattung einer Entgeltmeldung werden gleichzeitig die Meldedaten der Unfallversicherung übermittelt.

Als fehlerhaft erkannte Meldedaten werden protokolliert und nicht übermittelt.

Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird im Rahmen einer Systemuntersuchung festgestellt. Dazu muss sich der Software- Ersteller an die Informationstechnische Servicestelle der Gesetz-

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Meldungen 2011 · Automatisiertes Meldeverfahren

lichen Krankenversicherung GmbH (ITSG), Postfach 500152, 63094 Rodgau, wenden. Die oben angegebenen Gemeinsamen

lichen Krankenversicherung GmbH (ITSG), Postfach 500152, 63094 Rodgau, wenden.

Die oben angegebenen Gemeinsamen Grundsätze beschreiben ein modulares Verfahren. Dabei werden zum einen Mindestanforde­ rungen an einen Entgeltabrechnungszeitraum definiert, diese sind immer zu erfüllen. Diesem Basismodul können zum anderen ver­ schiedene Module oder Qualitätsmerkmale beispielsweise für die Abrechnung von Altersteilzeit, Kurzarbeitergeld oder unständig Beschäftigten individuell hinzugefügt werden.

Das Basismodul besteht aus folgenden Grundkomponenten:

Maschinelle Beitragsberechnung für laufendes Arbeits­ entgelt,

maschinelle Beitragsberechnung für Einmalzahlungen ein­ schließlich der März-Klausel-Fälle,

Berücksichtigung von Vortragswerten für die Beitrags­ berechnung,

Gleitzonenregelung,

geringfügig Beschäftigte,

maschinelle Ermittlung der Sozialversicherungstage,

maschinelle Fehlzeitensteuerung,

maschinelle Rückrechnung mindestens bis zum April des Vorjahres,

maschinelle Aufrollung,

maschinelle Erstellung und Übermittlung der Meldungen und Beitragsnachweise,

Umlagenberechnung nach dem Aufwendungsausgleichs- gesetz (AAG),

maschinelle Berechnung der Insolvenzgeldumlage,

maschinelle Erstellung und Übertragung des elektronischen Entgeltnachweises.

Dem Basismodul können folgende Module oder Qualitätsmerk­ male individuell hinzugefügt werden:

Abrechnungsunabhängige Meldungen,

Sofortmeldungen

Abrechnung für behinderte Menschen in geschützten Einrich­ tungen,

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Meldungen 2011 · Automatisiertes Meldeverfahren

➔ Abrechnung für behinderte Menschen in Integrations­ projekten, ➔ Abrechnung für in der Seefahrt beschäftigte

Abrechnung für behinderte Menschen in Integrations­ projekten,

Abrechnung für in der Seefahrt beschäftigte Personen,

Altersteilzeit,

Beitragsberechnung für Zukunftssicherungsleistungen,

flexible Arbeitszeitmodelle,

Kurzarbeitergeld,

Saison-Kurzarbeitergeld,

Mehrfachabrechnungen innerhalb eines Abrechnungsmonats,

unständig Beschäftigte,

maschinelles Beitragserhebungs- und Meldeverfahren für berufsständische Versorgungseinrichtungen,

Entgeltbescheinigungen zur Berechnung von Sozialleistungen und Mitteilungen über Vorerkrankungen,

maschinelles Erstattungsverfahren nach dem Aufwendungs- ausgleichsgesetz,

maschinelle Erstellung und Übermittlung der Meldungen und Übertragung der Beitragsnachweise für Zahlstellen,

zusätzliche Qualitätsmerkmale zur Verfahrenssicherheit ent­ sprechend dem Pflichtenheft.

Wurde ein Programm erfolgreich untersucht, zertifiziert die ITSG das zugelassene Entgeltabrechnungsprogramm und vergibt eine Identifikationsnummer. Diese sendet der Arbeitgeber jedes Mal mit, wenn er Daten an die Krankenkasse überträgt.

Der Datenaustausch zwischen den Arbeitgebern und den Einzugs­ stellen – für Sofortmeldungen der DSRV – erfolgt einheitlich im eXTra Standard.

2.2 Datensätze und Datenbausteine

Für die Datenübermittlung zwischen Arbeitgebern und Einzugs­

stellen werden folgende Datensätze verwendet:

DSKO – Kommunikations-Datensatz

DSME – Datensatz Meldungen (Anmeldung, Abmeldung, Jah­ resmeldung, Unterbrechungsmeldung, Änderungsmeldung mit den dazugehörigen Datenbausteinen)

DSBD – Betriebsdatenpflege

DSBE – Datensatz Beitragserhebung berufsständische Ver­ sorgungseinrichtung

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Meldungen 2011 · Automatisiertes Meldeverfahren

Zur Identifikation der eingesetzten Software und zur Sicherstel­ lung eines maschinellen Fehlermanagementverfahrens

Zur Identifikation der eingesetzten Software und zur Sicherstel­ lung eines maschinellen Fehlermanagementverfahrens erstellt das vom Arbeitgeber eingesetzte systemgeprüfte Entgeltabrech­ nungsprogramm bzw. die systemgeprüfte Ausfüllhilfe je Daten­ lieferung an die Datenannahmestelle einen Kommunikations- Datensatz, der insbesondere die folgenden Daten enthält:

PROD-ID – Produkt-Identifikation des systemgeprüften Soft­ wareproduktes (Programmbezeichnung)

MOD-ID – Modifikations-Identifikation des geprüften Soft­ wareproduktes (Versionsnummer).

Der Datensatz DSME enthält die Daten zur Steuerung und Identifi­ kation der Datenbausteine (DB):

DBME – Meldesachverhalt

DBNA – Name

DBGB – Geburtsdaten

DBAN – Anschrift

DBEU – Europäische VSNR

DBUV – Datenbaustein Unfallversicherung

DBKS – Datenbaustein Knappschaft/See

DBSO – Datenbaustein Sofortmeldung.

Der Datensatz DSBE enthält Daten zur Beitragserhebung für eine berufsständische Versorgungseinrichtung sowie zur Steuerung und Identifikation der Datenbausteine:

-

DBMI – Datenbaustein Mitgliedsidentifikation

-

DBHB – Datenbaustein Höherversicherungsbeitrag

2.3

Stornierung von Meldungen

Anmeldungen, Abmeldungen, Jahresmeldungen, Unterbrechungs­ meldungen und sonstige Entgeltmeldungen sind zu stornieren, wenn sie nicht zu erstatten waren, bei einer unzuständigen Ein­ zugsstelle erstattet wurden oder unzutreffende Angaben enthiel­

ten.

Bei Stornierung einer bereits übermittelten Meldung ist der Datensatz DSME mit den ursprünglich übermittelten Daten zu

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Meldungen 2011 · Automatisiertes Meldeverfahren

übermitteln. Dabei sind im Datensatz DSME nur die Daten zur Steuerung im Feld „Zeitpunkt der

übermitteln. Dabei sind im Datensatz DSME nur die Daten zur Steuerung im Feld „Zeitpunkt der Erstellung des Datensatzes“ zu aktualisieren. Dem Datensatz DSME folgt der Datenbaustein DBME mit dem Kennzeichen „Stornierung einer bereits abgegebe­ nen Meldung“.

3. Maschinelle Ausfüllhilfen

Arbeitgeber, die kein systemgeprüftes Entgeltabrechnungspro­ gramm einsetzen, müssen die Meldungen zur Sozialversicherung mittels systemgeprüfter maschineller Ausfüllhilfen an die Daten­ annahmestellen übermitteln. Arbeitgeber, die systemgeprüfte Entgeltabrechnungsprogramme einsetzen, können für einzelne Meldungen auch systemgeprüfte Ausfüllhilfen nutzen. Eine maschinelle Zuführung von Meldedaten aus den Beständen der Arbeitgeber in die Ausfüllhilfen ist nicht zulässig. Nähere Aus­ künfte zu Ausfüllhilfen erteilen die Krankenkassen.

3.1 Ausfüllhilfe „sv.net“

Eine mögliche Ausfüllhilfe, die von den gesetzlichen Krankenkas­ sen kostenlos angeboten wird, ist die Ausfüllhilfe „sv.net“ . Damit werden Anwendungen zur einfachen und gesicherten Kommuni­

kation zwischen Arbeitgebern und den gesetzlichen Krankenkas­ sen über das Internet angeboten. Das Kürzel „sv.net“ steht hierbei für „Sozialversicherung im Internet“. Es bestehen folgende Alter­ nativen:

3.1.1 Internetanwendung „sv.net/online“

Unter der Internetadresse „ www.datenaustausch.de “ kann bei­ spielsweise kostenfrei auf das Produkt „sv.net/online“ zurück­ gegriffen werden, das online eine maschinelle Ausfüllhilfe für die Erstellung von Meldungen zur Sozialversicherung zur Verfügung stellt. Zur Nutzung benötigt der Arbeitgeber eine Betriebsnummer und einen aktuellen Internetbrowser. Mit der Internetanwendung können Meldungen zur Sozialversicherung und Beitragsnach­ weise durch Eingabe der Daten entsprechend der früheren Vor­ drucksystematik sicher erstellt und an die Krankenkassen über­ mittelt werden. Umfangreiche Plausibilitätsprüfungen werden bei Eingabe der Meldedaten durchgeführt.

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Meldungen 2011 · Maschinelle Ausfüllhilfen

3.1.2 PC-Anwendung „sv.net/classic“ Über die gesetzlichen Krankenkassen wird das Programm „sv.net/classic“ als

3.1.2 PC-Anwendung „sv.net/classic“

Über die gesetzlichen Krankenkassen wird das Programm „sv.net/classic“ als eigenständige PC-Anwendung zur lokalen Installation zum Download (www.datenaustausch.de ) angeboten, das über die Möglichkeiten von „sv.net/online“ hinaus einen erwei­ terten Funktionsumfang bietet. Bei dieser Variante können alle für die Meldungen zur Sozialversicherung sowie für die Erstellung von Beitragsnachweisen relevanten Adress- und Beschäftigungsdaten gespeichert und elektronisch verwaltet werden; die Daten werden jeweils automatisch in die zu fertigenden Meldungen übernom­ men. Die erstellten Meldungen werden in einem Postkorb zwi­ schengespeichert und später hieraus per E-Mail an die zuständige Krankenkasse übermittelt.

Insbesondere Inhabern kleiner und mittelständischer Betriebe, die häufig nicht über eigene Entgeltabrechnungsprogramme ver­ fügen und auch nicht zur maschinellen Datenübermittlung zuge­ lassen sind, kann mittels „sv.net/classic“ die Arbeit erleichtert werden. Die Anwendung ist jedoch kein Ersatz für klassische Ent­ geltabrechnungsprogramme, da weder Entgelte noch Sozialver­ sicherungs- und Steueranteile errechnet werden.

Die Anwendung sv-net/classic ermöglicht auch die Übermittlung von Meldungen nach dem ELENA-Verfahren.

Eingabe von Daten in den Meldungen zur Sozialversicherung Die Eingabe der Daten für die Meldungen zur Sozialversicherung über „sv.net/online“ und „sv.net/classic“ entspricht der Systema­ tik des früheren Meldebelegs.

Nachfolgend ist die Eingabemaske bzw. die Ansicht der Meldung zur Sozialversicherung in „sv.net“ dargestellt. Hinsichtlich der möglichen Eingaben und Verschlüsselungen einschließlich Erläu­ terungen vgl. Abschnitt 7.

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Meldungen 2011 · Maschinelle Ausfüllhilfen

4. Datenannahmestellen Die Datenannahmestellen der Krankenkassen übernehmen die von den Arbeitgebern übermittelten
4. Datenannahmestellen Die Datenannahmestellen der Krankenkassen übernehmen die von den Arbeitgebern übermittelten

4.

Datenannahmestellen

Die Datenannahmestellen der Krankenkassen übernehmen die von den Arbeitgebern übermittelten Meldungen und leiten diese an die Krankenkassen weiter. Die Krankenkassen geben auf Anfrage Auskunft über die Namen und Adressen der zuständigen Datenannahmestellen.

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Meldungen 2011 · Datenannahmestellen

Annahmestelle für die Meldungen der geringfügig Beschäftigten ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Annahmestelle für die Meldungen der geringfügig Beschäftigten ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Minijob-Zentrale), 45115 Essen. Das gilt auch, wenn der Beschäf­ tigte auf die Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenver­ sicherung verzichtet. Die Minijob-Zentrale ist dann nicht mehr zuständig, wenn infolge der Zusammenrechnung mit anderen Beschäftigungen keine Versicherungsfreiheit wegen geringfügiger Entlohnung mehr besteht.

Annahmestelle für die Sofortmeldung ist die Datenstelle der Trä­ ger der Rentenversicherung (DSRV), Berner Straße 1, 97084 Würz­ burg.

Sozialversicherungs­

ausweis

5.

Sozialversicherungsausweis

Unverzichtbares Merkmal für das Meldeverfahren ist die Versiche­ rungsnummer. Sie ist dem Sozialversicherungsausweis (SV-Aus­ weis) zu entnehmen.

Sozialversicherungsausweis (SV-Aus­ weis) zu entnehmen. 5.1 Antrag und Ausstellung Jeder Arbeitnehmer – also auch

5.1 Antrag und Ausstellung

Jeder Arbeitnehmer – also auch jeder geringfügig Beschäftigte – erhält einen SV-Ausweis, der vom zuständigen Rentenversiche­ rungsträger ausgestellt wird. Dies geschieht grundsätzlich bei der Vergabe der Versicherungsnummer. Die erstmalige Ausstellung eines SV-Ausweises erfolgt auf Antrag des Arbeitnehmers; der Antrag ist an keine Form gebunden. Darüber hinaus wird ein neuer SV-Ausweis auf Antrag ausgestellt, wenn der bisherige SV-Ausweis zerstört, abhanden gekommen oder unbrauchbar geworden ist.

Zuständig für die Annahme der Anträge auf Ausstellung eines SV- Ausweises ist in der Regel die Krankenkasse, von der die Kran­ kenversicherung durchgeführt wird. Für Arbeitnehmer, die nicht

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Meldungen 2011 · Sozialversicherungsausweis

gesetzlich krankenversichert sind, nimmt eine Krankenkasse den Antrag entgegen, die im Fall einer Krankenversicherung

gesetzlich krankenversichert sind, nimmt eine Krankenkasse den Antrag entgegen, die im Fall einer Krankenversicherung kraft Gesetzes wählbar wäre.

Für die Antragstellung wird Handlungsfähigkeit im Sinne der Sozialversicherung vorausgesetzt – der Antragsteller muss also das 15. Lebensjahr vollendet haben. Ist der SV-Ausweis unbrauch­ bar geworden, so muss er an die zuständige Krankenkasse zurückgegeben werden. Zurückgegebene SV-Ausweise werden von den Krankenkassen vernichtet.

5.2 Form und Inhalt

Der SV-Ausweis hat in geklappter Form die Größe eines Personal­ ausweises; er ist maschinenlesbar. Die Gestaltung des SV-Aus­

weises legt die Deutsche Rentenversicherung Bund in Grund­ sätzen fest, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales genehmigt werden. Das derzeit gültige Muster ist auf Seite 16 abgedruckt.

5.2.1 Personenbezogene Daten

Als personenbezogene Daten des Arbeitnehmers enthält der SV- Ausweis ausschließlich

die Versicherungsnummer,

den Familiennamen, gegebenenfalls den Geburtsnamen,

den Vornamen.

Diese Daten reichen zum automatischen Abruf der Meldedaten und der Informationen über den Bezug von Leistungen nach dem SGB II und III sowie über erteilte Arbeitserlaubnisse aus. Zusätz­ liche personenbezogene Daten dürfen nicht in den SV-Ausweis aufgenommen werden.

5.2.2 Zusätzliche Angaben

Neben diesen personenbezogenen Daten enthält der SV-Ausweis zusätzliche, nicht personenbezogene Angaben. Es handelt sich um

den Aufdruck „Sozialversicherungsausweis“,

den Namen des ausstellenden Rentenversicherungsträgers,

das Ausstellungsdatum und eine fortlaufende Vordruck­ nummer.

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Meldungen 2011 · Sozialversicherungsausweis

Vorlagepflicht des Sozial­ versicherungsausweises 5.3 Einsichtnahme Der Arbeitgeber hat sich bei Beginn einer

Vorlagepflicht des Sozial­ versicherungsausweises

5.3 Einsichtnahme Der Arbeitgeber hat sich bei Beginn einer Beschäftigung den SV- Ausweis des Arbeitnehmers zur Einsichtnahme vorlegen zu las­ sen. Es empfiehlt sich, dass der Arbeitgeber die Einsichtnahme in den SV-Ausweis dokumentiert und einen Nachweis (Fotokopie) zu den Entgeltunterlagen nimmt.

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer können mit ihrem Arbeit­ geber die Aufbewahrung des SV-Ausweises für die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses durch den Arbeitgeber vereinbaren. Diese Regelung soll den Arbeitgeber vor Beitragsnachforderun­ gen schützen, die dadurch entstehen können, dass der geringfügig Beschäftigte weitere Beschäftigungen aufnimmt.

Der Arbeitnehmer hat seinen SV-Ausweis bei Beginn der Beschäf­ tigung dem Arbeitgeber vorzulegen, damit dieser seinen Pflichten nachkommen kann. Sofern der Arbeitnehmer dazu bei Beschäfti­ gungsbeginn nicht in der Lage ist, muss er die Vorlage des Aus­ weises unverzüglich nachholen.

6. Mitführungspflicht von Personaldoku­ menten in bestimmten Wirtschaftsbe­ reichen und Abgabe von Sofortmeldungen

In bestimmten Wirtschaftsbereichen muss der Personalausweis, der Pass, der Passersatz oder der Ausweisersatz mitgeführt wer­ den. Von der Mitführungspflicht werden alle Arbeitnehmer der betroffenen Unternehmen erfasst. Das bedeutet, dass alle Arbeit­ nehmer einschließlich der Auszubildenden dieser Unternehmen das Dokument bei der Ausübung ihrer Beschäftigung mitführen und auf Verlangen den in § 2 des Schwarzarbeitsbekämpfungsge­ setzes genannten Behörden (z. B. der Zollverwaltung) vorlegen müssen. Diese Pflicht besteht unabhängig davon, ob sie im Innen- oder Außendienst beschäftigt werden. Gleichzeitig mit der Mitfüh­ rungspflicht von Personaldokumenten gilt für die betroffenen Wirtschaftsbereiche eine Sofortmeldepflicht. Spätestens bei Beschäftigungsaufnahme hat der Arbeitgeber den Beschäftigten mittels des Datenbausteins DBSO bei der DSRV zu melden. Über die nachfolgenden Ausführungen hinaus sind Details zu den

18

Sofortmeldungen im Internet unter www.drv-bund.de [ ➔ Arbeit­ geber und Steuerberater ➔ Meldeverfahren nach der

Sofortmeldungen im Internet unter www.drv-bund.de [Arbeit­ geber und Steuerberater Meldeverfahren nach der DEÜV Sofortmeldung] zu finden. Dort werden auch Antworten zu Ausle­ gungsfragen gegeben, z. B. zu Mischbetrieben, Praktikanten, aus­ ländischen Beschäftigten.

Bei den in den nachfolgenden Abschnitten genannten Wirtschafts­ bereichen gelten die Mitführungspflicht und die Sofortmelde­ pflicht:

6.1 Baugewerbe Der Begriff des Baugewerbes ist umfassend zu verstehen und erfasst auch das Ausbau- und Baunebengewerbe sowie den Gar- ten- und Landschaftsbau. Betriebe des Baugewerbes sind solche, die folgende Arbeiten verrichten bzw. folgende Gewerbe und Handwerksbereiche, und zwar auch dann, wenn die Arbeiten an ortsfesten, auf Dauer eingerichteten Betriebsstätten erfolgen:

Abdichtungsarbeiten gegen Feuchtigkeit,

Aptierungs- und Drainierungsarbeiten,

Asbestsanierungsarbeiten an Bauwerken und Bauwerkteilen,

Aufstellen von Bauaufzügen,

Bautrocknungsarbeiten,

Bauten- und Eisenschutzgewerbe,

Beton- und Stahlbetonarbeiten,

Beton- und Terrazzowaren herstellendes Gewerbe,

Bohrarbeiten,

Brunnenbauarbeiten,

Chemische Bodenverfestigungen,

Dachdeckerhandwerk,

Dämm-(Isolier-)arbeiten,

Erdbewegungsarbeiten,

Estricharbeiten,

Fassadenbau- und Sandstrahlarbeiten, Fassadenreinigung,

Fertigbauarbeiten,

Feuerungs- und Ofenbauarbeiten,

Fliesen-, Platten-, Mosaik-, Ansetz- und Verlegearbeiten,

Fugarbeiten an Bauwerken,

Fußboden- und Parkettlegerei,

Gerüstbau (Holz und Stahlrohr),

Glaserhandwerk,

19

➔ Glasstahlbetonarbeiten sowie Vermauern und Verlegen von Glasbausteinen, ➔ Gleisbauarbeiten, ➔ Herstellen von

Glasstahlbetonarbeiten sowie Vermauern und Verlegen von Glasbausteinen,

Gleisbauarbeiten,

Herstellen von nicht lagerfähigen Baustoffen,

Hochbauarbeiten,

Holzschutzarbeiten an Bauteilen,

Installationsarbeiten,

Kanalbau-(Sielbau-)arbeiten,

Maler- und Lackiererhandwerk,

Maurerarbeiten,

Natur- und Kunststeinbe- und -verarbeitung,

Nassbaggerei,

Kachelofen- und Luftheizungsbau,

Rammarbeiten,

Rohrleitungsbau-, Rohrleitungstiefbau-, Kabelleitungs- Tiefbauarbeiten und Bodendurchpressungen,

Säurebauindustrie,

Schachtbau- und Tunnelbauarbeiten,

Schalungsarbeiten,

Schornsteinbauarbeiten, Schreinerarbeiten sowie Holz be­ und Holz verarbeitende Industrie einschließlich Holzfertig­ bauindustrie,

Spreng-, Abbruch- und Enttrümmerungsarbeiten,

Stahl-, Eisen-, Metall- und Leichtmetallbau sowie Fahr­ leitungs-, Freileitungs-, Ortsnetz- und Kabelbau,

Stahlbiege- und Stahlflechtarbeiten,

Stakerarbeiten,

Steinmetzarbeiten,

Straßenbau- und -walzarbeiten,

Stuck-, Putz-, Gips- und Rabitzarbeiten,

Terrazzoarbeiten,

Tiefbauarbeiten,

Trocken- und Montagebauarbeiten,

Verlegen von Bodenbelägen,

Vermieten von Baumaschinen,

Wärmedämmverbundsystemarbeiten,

Wasserwerksbauarbeiten, Wasserhaltungsarbeiten, Wasser­ bauarbeiten,

Zimmererarbeiten und Holzbauarbeiten, die im Rahmen des Zimmerergewerbes ausgeführt werden.

20

Betriebe des Baugewerbes sind ferner die Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, soweit sie auf dem

Betriebe des Baugewerbes sind ferner die Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, soweit sie auf dem Markt gewerblich eine der nachfolgend aufgeführten Arbeiten anbieten:

Erstellung von Garten-, Park- und Grünanlagen, Sport- und Spielplätzen sowie Friedhofsanlagen,

Erstellung der gesamten Außenanlagen im Wohnungsbau und bei öffentlichen Bauvorhaben,

Deich-, Hang-, Halden- und Böschungsverbau einschließlich Faschinenbau,

ingenieurbiologische Arbeiten aller Art,

Schutzpflanzungen aller Art,

Drainierungsarbeiten,

Meliorationsarbeiten,

Landgewinnungs- und Rekultivierungsarbeiten.

6.2

Schaustellergewerbe

Das Schaustellergewerbe umfasst die Schaustellung, die Schau- und Fahrgeschäfte sowie die Ausspielgeschäfte, die ihren Einsatz­ ort wechseln. Hierzu gehören unter anderem Schaubuden, Wan­

derbühnen, Zirkusse, Karussells, Losbuden, Schießbuden usw.

6.3 Gebäudereinigungsgewerbe

Das Gebäudereinigungsgewerbe umfasst Gebäude-, Fassaden-, Raum- und Inventarreinigung sowie Industriereinigung und alle sonstigen von diesem Gewerbe angebotenen Dienstleistungen.

6.4 Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen

und Ausstellungen beteiligen Zu den Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen, gehören in erster Linie solche Un­ ternehmen, die erwerbsmäßig Messestandbau betreiben. Erfasst werden außerdem die Betreiber von Messen und Ausstellungen, sofern sie sich erwerbsmäßig am Auf- und Abbau beteiligen.

6.5 Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe

Zum Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe gehören zum Bei­ spiel Hotels, Motels, Gasthöfe, Pensionen, Schlaf- und Speise­ wagenbetriebe, Gaststätten, Restaurants mit Bedienung oder Selbstbedienung sowie Autobahnraststätten.

21

6.6 Personenbeförderungsgewerbe Zum Personenbeförderungsgewerbe gehört unter anderem die Personenbeförderung in Bahn,

6.6 Personenbeförderungsgewerbe

Zum Personenbeförderungsgewerbe gehört unter anderem die Personenbeförderung in Bahn, Bus und Straßenbahn, Berg- und Seilbahn, Taxi und Mietwagen.

6.7 Unternehmen der Forstwirtschaft

Zu den gewerblichen Unternehmen der Forstwirtschaft gehören insbesondere die Einschlags- und Rückunternehmen.

6.8 Speditions-, Transport- und damit verbundenes Logistik­

gewerbe Zum Speditions-, Transport- und damit verbundenem Logistikge­ werbe gehören insbesondere Speditionen und Logistikunterneh­ men. Dazu gehören ferner alle Betriebe, die Ware zu Land, zu Wasser, auf der Schiene und in der Luft transportieren.

6.9 Fleischwirtschaft

Zur Fleischwirtschaft gehören insbesondere Schlachthöfe, fleisch­

verarbeitende Betriebe sowie der Großhandel mit Fleisch und Fleischwaren.

7.

Meldungen

7.1 Meldetatbestände

Die Arbeitgeber müssen für jeden in der Kranken-, Pflege-, Ren-

ten- oder Arbeitslosenversicherung kraft Gesetzes versicherten Beschäftigten und für jeden geringfügig Beschäftigten bei

Aufnahme, Beendigung, Unterbrechung und Änderung eines Beschäftigungsverhältnisses,

Änderungen im Versicherungsverhältnis,

der Änderung persönlicher Verhältnisse, und

nach Ablauf des Kalenderjahrs

Meldetatbestände

eine Meldung erstatten . Die verschiedenen Meldetatbestände sind in § 28a Abs. 1 und 2 SGB IV abschließend aufgeführt.

Jedem Meldetatbestand ist ein bestimmter Abgabegrund zuge­ ordnet. Die Abgabegründe in den Meldungen sind entsprechend dem jeweiligen Meldetatbestand laut Tabelle (siehe Abschnitt 7.2.1) zweistellig numerisch zu verschlüsseln.

22

Meldungen 2011 · Meldungen

Treffen für einen meldepflichtigen Sachverhalt innerhalb der Meldegruppe „Anmeldung“ (Schlüsselzahlen „10“ bis

Treffen für einen meldepflichtigen Sachverhalt innerhalb der Meldegruppe „Anmeldung“ (Schlüsselzahlen „10“ bis „13“) bzw. der Meldegruppe „Abmeldung“ (Schlüsselzahlen „30“ bis „36“) mehrere Abgabegründe zu, ist stets der Abgabegrund mit der niedrigeren Schlüsselzahl anzugeben (siehe Abschnitt 7.2.1).

Der Arbeitgeber hat dem Beschäftigten den Inhalt der Meldung schriftlich mitzuteilen. Soweit der Arbeitgeber eines Hausgewer­ betreibenden Arbeitgeberpflichten erfüllt, gilt der Hausgewerbe­ treibende als Beschäftigter.

7.2 Inhalt der Meldungen

Neben den persönlichen Daten des Versicherten, die aus amtli­ chen Unterlagen zu entnehmen und stets anzugeben sind, sind insbesondere die Versicherungsnummer und die Betriebsnummer wichtig. Diese werden für die maschinelle Zuordnung der Melde­ daten benötigt. Des Weiteren sind unter anderem die zutreffenden Schlüsselzahlen zum Abgabegrund, zur Personengruppe, zur Bei­ tragsgruppe und zur Art der Tätigkeit anzugeben.

7.2.1 Abgabegründe Bei An-, Ab- und Entgeltmeldungen ist der Abgabegrund, auf den der zu meldende Sachverhalt zutrifft, anzugeben.

 

Anmeldungen

10

Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung

11

Anmeldung wegen Krankenkassenwechsel

12

Anmeldung wegen Beitragsgruppenwechsel

13

Anmeldung wegen sonstiger Gründe/Änderungen im Beschäftigungsverhältnis

– Anmeldung nach unbezahltem Urlaub oder Streik von länger als einem Monat nach § 7 Abs. 3 Satz 1 SGB IV

– Anmeldung wegen Rechtskreiswechsel ohne Krankenkassen­ wechsel

– Anmeldung wegen Wechsel des Entgeltabrechnungssystems (optional)

– Anmeldung wegen Änderung des Personengruppenschlüssels ohne Beitragsgruppenwechsel

20

Sofortmeldung wegen Beginn der Beschäftigung

23

Meldungen 2011 · Meldungen

  Abmeldungen 30 Abmeldung wegen Ende der Beschäftigung 31 Abmeldung wegen Krankenkassenwechsel 32
 

Abmeldungen

30

Abmeldung wegen Ende der Beschäftigung

31

Abmeldung wegen Krankenkassenwechsel

32

Abmeldung wegen Beitragsgruppenwechsel

33

Abmeldung wegen sonstiger Gründe/Änderungen im Beschäftigungsverhältnis

34

Abmeldung wegen Ende einer sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigung nach einer Unterbrechung von länger als einem Monat

35

Abmeldung wegen Arbeitskampf von länger als einem Monat

36

Abmeldung wegen

– Wechsel des Entgeltabrechnungssystems (optional)

– Währungsumstellung während eines Kalenderjahres

40

Gleichzeitige An- und Abmeldung wegen Ende der Beschäftigung bzw. Über- oder Unterschreiten der für geringfügig Beschäftigte geltenden Entgeltgrenzen

49

Abmeldung wegen Tod

 

Jahres-/Unterbrechungsmeldungen/ sonstige Entgeltmeldungen

50

Jahresmeldung

51

Unterbrechungsmeldung wegen Bezug von bzw. Anspruch auf Entgeltersatzleistungen

52

Unterbrechungsmeldung wegen Elternzeit

53

Unterbrechungsmeldung wegen gesetzlicher Dienstpflicht

54

Meldung eines einmalig gezahlten Arbeitsentgelts (Sondermeldung)

55

Meldung von nicht vereinbarungsgemäß verwendetem Wertgut­ haben (Störfall)

56

Meldung der zusätzlichen beitragspflichtigen Einnahme bei Bezug von Entgeltersatzleistung während Altersteilzeitarbeit

57

Gesonderte Meldung nach § 194 Abs. 1 SGB VI

 

Änderungsmeldungen

60

Änderung des Namens 1

61

Änderung der Anschrift 1

62

Änderung des Aktenzeichens/der Personalnummer des Beschäftigten (optional)

63

Änderung der Staatsangehörigkeit 1

1 Separate Meldungen nicht erforderlich, Meldungen werden allerdings nicht abgewiesen.

24

Meldungen 2011 · Meldungen

  Meldungen in Insolvenzfällen 70 Jahresmeldung für freigestellte Arbeitnehmer 71 Meldung des
 

Meldungen in Insolvenzfällen

70

Jahresmeldung für freigestellte Arbeitnehmer

71

Meldung des Vortages der Insolvenz/der Freistellung

72

Entgeltmeldung zum rechtlichen Ende der Beschäftigung

7.2.2 Personengruppen Es ist der in der nachfolgenden Tabelle angegebene Personen­ gruppenschlüssel anzugeben, der auf die zu meldende Beschäfti­ gung zutrifft.

Grundsätzlich ist der Schlüssel „101“ (bzw. bei Meldungen für die ehemalige See-Krankenkasse – jetzt Knappschaft – der Schlüssel „140“) zu verwenden. Hat das Beschäftigungsverhältnis besondere Merkmale, gelten die Schlüssel „102“ ff. bzw. „141“ ff.

Sofern gleichzeitig mehrere besondere Merkmale auftreten und demzufolge mehrere Schlüssel möglich sind, ist derjenige mit der niedrigsten Schlüsselzahl zu verwenden. Die Schlüssel „109“ und „110“ haben jedoch immer Vorrang. Der Wechsel des Personen­ gruppenschlüssels ist ein meldepflichtiger Tatbestand.

Meldungen mit dem neuen Personengruppenschlüssel „190“ sind erst für Zeiträume seit 1. Januar 2010 möglich. Unter diese Perso­ nengruppe fallen beispielsweise Studenten in einem Zwischen­ praktikum und Werkstudenten, die von der Rentenversicherungs­ pflicht zugunsten einer berufsständischen Versorgung befreit sind. Beschäftigte, die bereits vor dem 1. Januar 2010 im Betrieb waren, sind zum 1. Januar 2010 mit dem Grund der Abgabe „10“ anzumelden. Die ursprünglich in Zusammenhang mit dem Perso­ nengruppenschlüssel „190“ vorgesehene Meldeverpflichtung von GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführern allein zur Unfallversiche­ rung wird nicht realisiert: Dieser Personenkreis ist – wie bisher – nur dann zu melden, wenn in der Kranken-, Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung Versicherungspflicht besteht.

25

Meldungen 2011 · Meldungen

Meldungen der Arbeitgeber   Schlüssel­ Personenkreis Beschreibung der Personengruppe zahl 101

Meldungen der Arbeitgeber

 

Schlüssel­

Personenkreis

Beschreibung der Personengruppe

zahl

101 Sozialver­

sicherungspflichtig

Beschäftigte, die kranken-, pflege-, renten- oder arbeitslosenversicherungspflichtig sind, sowie Beschäftigte, für die Beitragsanteile zur Renten- oder Arbeitslosenversicherung zu zahlen sind, sofern sie nicht den nachfolgenden Personen­ gruppen zugeordnet werden können.

Beschäftigte ohne

besondere Merk­

male

 

102 Auszubildende

Auszubildende sind Personen, die aufgrund eines Ausbildungsvertrags nach dem Berufsbildungsgesetz eine betriebliche Berufs­ ausbildung in einem anerkannten Ausbildungs­ beruf durchlaufen. Berufsausbildung ist die Ausbildung im Rahmen rechtsverbindlicher Ausbildungsrichtlinien für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Darüber hinaus ist Berufsausbildung auch die Ausbildung für einen Beruf, für den es zwar noch keine rechtsverbindlichen Ausbildungsrichtlinien gibt, die vorgesehene Ausbildung jedoch üblich und allgemein anerkannt ist. Sind für die Ausbildung Ausbildungsverträge ab­ geschlossen und von der zuständigen Stelle oder der Handwerkskammer in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse eingetragen worden, ist von einer Berufsausbildung auszugehen. Ist ein schriftlicher Ausbildungsvertrag nicht abge­ schlossen, kommt es auf die tatsächliche Ge­ staltung des Ausbildungsverhältnisses und die Umstände des Einzelfalls an. Unbeachtlich für die Annahme einer Berufs­ ausbildung ist, ob die Ausbildung abgeschlossen bzw. ein formeller Abschluss überhaupt vorge­ sehen ist. Rentenversicherungspflichtige Praktikanten sind mit der Schlüsselzahl „105“ zu melden.

103 Beschäftigte

in Altersteilzeit

Beschäftigter in Altersteilzeit ist, wer das 55. Le­ bensjahr vollendet hat, nach dem 14. 2. 1996 auf­ grund einer Vereinbarung mit seinem Arbeit­ geber, die sich zumindest auf die Zeit bis zu ei­ nem Anspruch auf Altersrente erstrecken muss, seine Arbeitszeit auf die Hälfte der bisherigen wöchentlichen Arbeitszeit vermindert hat, ver­ sicherungspflichtig im Sinne des SGB III ist (Altersteilzeitarbeit) und innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeitarbeit mindestens 1.080 Kalendertage in einer ver­ sicherungspflichtigen Beschäftigung nach dem SGB III gestanden bzw. Anspruch auf Arbeits­ losengeld/Arbeitslosengeld II gehabt hat oder versicherungspflichtig nach § 26 Abs. 2 SGB III war. Außerdem muss der Arbeitgeber das Arbeitsent­ gelt für die Altersteilzeitarbeit im vorgeschriebe­ nen Rahmen aufstocken und für den Arbeitneh­ mer zusätzlich Beiträge zur gesetzlichen Renten­ versicherung zahlen (§§ 2 und 3 AltTZG) 1 .

26

Meldungen 2011 · Meldungen

Meldungen der Arbeitgeber   Schlüssel­ Personenkreis Beschreibung der Personengruppe zahl 1

Meldungen der Arbeitgeber

 

Schlüssel­

Personenkreis

Beschreibung der Personengruppe

zahl

1 Bei Beginn der Altersteilzeitarbeit seit dem 1. Juli 2004 muss der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt für die Altersteilzeitarbeit um mindestens 20 % des Regelarbeitsentgelts aufstocken und für den Arbeitnehmer zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mindestens in Höhe des Beitrags zahlen, der sich aus 80 % des Regelarbeitsentgelts, begrenzt auf 90 % der Beitrags­ bemessungsgrenze, ergibt.

 

104 Hausgewerbe­

Hausgewerbetreibender ist, wer in eigener Arbeitsstätte im Auftrag und für Rechnung von Gewerbetreibenden, gemeinnützigen Unterneh­ men oder öffentlich-rechtlichen Körperschaften arbeitet, auch wenn er Roh- oder Hilfsstoffe selbst beschafft oder vorübergehend für eigene Rechnung tätig ist ([§ 12 Abs. 1 SGB IV).

treibende

105 Praktikanten

 

Praktikanten sind Personen, die eine in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschriebene berufspraktische Tätigkeit im Rahmen eines rentenversicherungspflichtigen Vor- oder Nach­ praktikums verrichten.

 

106 Werkstudenten

Werkstudenten sind Personen, die in der vorle­ sungsfreien Zeit und/oder der Vorlesungszeit eine Beschäftigung ausüben und darin in der Kran­ ken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ver­ sicherungsfrei, jedoch in der Rentenversicherung versicherungspflichtig sind.

107 Behinderte

Menschen

Körperlich, geistig oder seelisch behinderte Menschen, die in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen oder in nach § 143 SGB IX anerkannten Blindenwerkstätten tätig sind (§ 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a SGB VI, § 5 Abs. 1 Nr. 7 SGB V, § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 i. V. m. Satz 1 SGB XI), und körperlich, geistig oder seelisch behinderte Menschen, die in Anstalten, Heimen oder gleichartigen Einrichtungen tätig sind (§ 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b SGB VI, § 5 Abs. 1 Nr. 8 SGB V, § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 i. V. m. Satz 1 SGB XI).

in anerkannten

Werkstätten oder

gleichartigen

Einrichtungen

 

108 Bezieher von Vor­ ruhestandsgeld

Vorruhestandsgeldbezieher unterliegen dann der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungs­ pflicht, wenn nach dem übereinstimmenden Willen der Vertragspartner mit der Vorruhe­ standsvereinbarung das Ausscheiden des Arbeit­ nehmers aus dem Erwerbsleben erfolgt, d. h. die Parteien darüber einig sind, dass das bisherige Arbeitsverhältnis beendet und kein neues Arbeitsverhältnis (bei einem anderen Arbeit­ geber) aufgenommen wird. Im Übrigen wird für die Versicherungspflicht vorausgesetzt, dass das Vorruhestandsgeld bis zum frühestmöglichen Beginn der Altersrente oder ähnlicher Bezüge öffentlich-rechtlicher Art oder, wenn keine dieser Leistungen beansprucht werden kann, bis zum Ablauf des Kalendermonats gewährt wird, in dem der ausgeschiedene Arbeitnehmer das 65. Le­ bensjahr vollendet (§ 5 Abs. 3 SGB V, § 3 Satz 1 Nr. 4 SGB VI).

27

Meldungen 2011 · Meldungen

Meldungen der Arbeitgeber   Schlüssel­ Personenkreis Beschreibung der Personengruppe zahl  

Meldungen der Arbeitgeber

 

Schlüssel­

Personenkreis

Beschreibung der Personengruppe

zahl

 

109 Geringfügig ent­ lohnte Beschäf­ tigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäf­ tigung regelmäßig im Monat 400 EUR nicht über­ steigt.

 

110 Kurzfristig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung innerhalb eines Kalender­ jahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 400 EUR übersteigt (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV).

 

111 Personen in Ein­ richtungen der Jugendhilfe, Berufsbildungs­ werken oder ähnlichen Ein­ richtungen für behinderte Menschen

Personen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen (§ 1 Satz 1 Nr. 3 SGB VI, § 26 Abs. 1 Nr. 1 SGB III, § 5 Abs. 1 Nr. 5 SGB V, § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 i. V. m. Satz 1 SGB XI), und Personen, die in Berufsbildungswerken oder ähnlichen Einrich­ tungen für behinderte Menschen (§ 35 SGB IX) für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen (§ 1 Satz 1 Nr. 3 SGB VI, § 26 Abs. 1 Nr. 1 SGB III). Für Personen, die in Berufsbildungswerken oder ähnlichen Einrichtungen für behinderte Menschen (§ 35 SGB IX) für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen, besteht Kranken- und Pflegeversicherungspflicht nur, wenn die Befähi­ gung im Rahmen einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben durch einen Rehabilitationsträger im Sinne des § 6 Abs. 1 SGB IX erfolgt. In diesen Fällen ist der Personengruppenschlüssel „204“ zu verwenden. Bedient sich der Rehabilitations­ träger für die Durchführung der Leistung zur Teil­ habe am Arbeitsleben der Einrichtung (Berufs­ bildungswerk oder ähnliche Einrichtung für be­ hinderte Menschen), erfolgt die Meldung durch den Träger der Einrichtung mit Personen­ gruppenschlüssel „111“.

 

112 Mitarbeitende Familien­ angehörige in der Landwirtschaft

Mitarbeitende Familienangehörige in der Land­ wirtschaft sind Verwandte bis zum dritten Grad und Verschwägerte bis zum zweiten Grad sowie Pflegekinder eines landwirtschaftlichen Unter­ nehmers oder seines Ehegatten. Der in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehende Ehegatte eines landwirtschaftlichen Unterneh­ mers gilt als mitarbeitender Familienangehöriger (ohne Auszubildende).

 

113 Nebenerwerbs­

Nebenerwerbslandwirte sind Personen, die ein landwirtschaftliches Unternehmen bewirtschaf­ ten und daneben in einer abhängigen Dauer­ beschäftigung (nicht saisonal) außerhalb der Landwirtschaft stehen.

landwirte

28

Meldungen 2011 · Meldungen

Meldungen der Arbeitgeber   Schlüssel­ Personenkreis Beschreibung der Personengruppe zahl 114

Meldungen der Arbeitgeber

 

Schlüssel­

Personenkreis

Beschreibung der Personengruppe

zahl

114

Nebenerwerbs­

Es handelt sich um landwirtschaftliche Unter­ nehmer, die entsprechend ihrem Erscheinungs­ bild bei der LKK versichert sind und daneben eine befristete Beschäftigung ausüben, deren Dauer voraussichtlich 25 Wochen nicht überschreitet.

landwirte –

saisonal

beschäftigt

116

Ausgleichsgeld­

Es handelt sich um ehemalige landwirtschaft­ liche Arbeitnehmer und rentenversicherungs­ pflichtige mitarbeitende Familienangehörige in der Landwirtschaft.

empfänger nach

dem FELEG

118

Unständig

Unständig Beschäftigte sind Personen, die berufsmäßig unständigen Beschäftigungen nach­ gehen, in denen sie versicherungspflichtig sind. Unständig ist die Beschäftigung, die auf weniger als eine Woche entweder nach der Natur der Sache befristet zu sein pflegt oder im Voraus durch den Arbeitsvertrag befristet ist.

Beschäftigte

119

Versicherungsfreie

Es handelt sich um Personen, die eine Vollrente wegen Alters aus der gesetzlichen Rentenver­ sicherung oder eine entsprechende Versorgung von einer berufsständischen Versorgungseinrich­ tung oder eine Versorgung nach beamtenrecht­ lichen Vorschriften oder Grundsätzen wegen Er­ reichens einer Altersgrenze beziehen (§ 5 Abs. 4 Nr. 1 und 2 SGB VI).

Altersvollrentner

und Versorgungs­

bezieher wegen

Alters

127

Behinderte Menschen, die im Anschluss an eine Beschäftigung in einer anerkannten Werkstatt in einem Integrationsprojekt beschäftigt sind

Es handelt sich um körperlich, geistig oder see­ lisch behinderte Menschen, die im Anschluss an eine Beschäftigung in einer nach dem SGB IX an­ erkannten Werkstatt für behinderte Menschen (§ 1 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a SGB VI, § 5 Abs. 1

Nr. 7 SGB V, § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 i. V. m. Satz 1 SGB XI) in einem Integrationsprojekt tätig sind. Integrationsprojekte können sein (§ 132 Abs. 1 SGB IX):

 

– Integrationsunternehmen (rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen),

– Integrationsbetriebe (unternehmensinterne oder von öffentlichen Arbeitgebern geführte Betriebe),

– Integrationsabteilungen (Abteilungen zur Beschäftigung schwer­ behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt).

140

Seeleute

Seeleute sind Kapitäne und Besatzungsmitglie­ der von Seeschiffen sowie sonstige Arbeitneh­ mer, die an Bord von Seeschiffen während der Reise im Rahmen des Schiffsbetriebs beschäftigt sind, mit Ausnahme der Lotsen (§ 13 Abs. 1 und 2 SGB IV).

141

Auszubildende in

Vgl. Beschreibung zu Schlüssel „102“ und „140“.

der Seefahrt

142

Seeleute

Vgl. Beschreibung zu Schlüssel „103“ und „140“.

in Altersteilzeit

29

Meldungen 2011 · Meldungen

Beitragsgruppen Meldungen der Arbeitgeber   Schlüssel­ Personenkreis Beschreibung der Personengruppe

Beitragsgruppen

Meldungen der Arbeitgeber

 

Schlüssel­

Personenkreis

Beschreibung der Personengruppe

zahl

143

Seelotsen

Seelotsen sind rentenversicherungspflichtige Selbstständige, für die Meldungen nach § 28 a SGB IV zu erstatten sind (§ 191 SGB VI).

149

In der Seefahrt beschäftigte versi­ cherungsfreie Al­ tersvollrentner und Versorgungsbezie­ her wegen Alters

Vgl. Beschreibung zu Schlüssel „119“.

190

Beschäftigte, die

Es handelt sich um versicherte Beschäftigte nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII mit nur zur gesetzlichen Unfallversicherung beitragspflichtigem Entgelt.

ausschließlich in

der gesetzlichen

Unfallversicherung

 

versichert sind

7.2.3 Beitragsgruppen Die Beitragsgruppen sind in den Meldungen mit einem vierstelli­ gen numerischen Schlüssel zu verschlüsseln. Für jeden Beschäf­ tigten ist in der Reihenfolge Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung die für den jeweiligen Arbeitnehmer entspre­ chende Ziffer der nachfolgenden Tabelle (siehe Seite 32) anzuge­ ben. Die Beitragsgruppe „2“ zur Krankenversicherung (erhöhter Beitragssatz) ist nur noch für Meldezeiträume bis zum 31. Dezem­ ber 2008 zulässig. Im Zuge des einheitlichen Beitragssatzes zur Krankenversicherung zum 1. Januar 2009 ist der erhöhte Bei­ tragssatz zur Krankenversicherung abgeschafft worden. Die Angabe der Beitragsgruppe „9“ zur Krankenversicherung ist zwin­ gend, wenn der Arbeitgeber die Beiträge für freiwillig Krankenver­ sicherte abführt (Firmenzahlerverfahren). Für versicherungsfreie kurzfristig Beschäftigte lautet der Beitragsgruppenschlüssel

„0000“.

30

Meldungen 2011 · Meldungen

Beitragsgruppen   Kranken­ Renten­ Arbeitslosen­ Pflege­ versicherung versicherung

Beitragsgruppen

 

Kranken­

Renten­

Arbeitslosen­

Pflege­

versicherung

versicherung

versicherung

versicherung

Kein Beitrag = 0

Kein Beitrag = 0

Kein Beitrag = 0

Kein Beitrag = 0

Allgemeiner Beitrag = 1

Voller Beitrag zur Renten­ versicherung = 1

Voller Beitrag = 1

Voller Beitrag = 1

Erhöhter Beitrag = 2 (zulässig für Meldezeiträume bis 31. 12. 2008)

Voller Beitrag zur AnV = 2

1

Halber Beitrag = 2

Halber Beitrag = 2

Ermäßigter Beitrag = 3

Halber Beitrag zur Renten­ versicherung = 3

   

Beitrag zur landwirt­ schaftlichen KV = 4

Halber Beitrag zur AnV = 4

1

   

Arbeitgeber­ beitrag zur landwirt­ schaftlichen KV = 5

Pauschaler Bei­ trag zur Renten­ versicherung (Geringfügig Beschäftigte) = 5

   

Pauschaler Beitrag zur KV (Geringfügig Beschäftigte)

     

=

6

Freiwilliger Beitrag zur KV (Firmenzahler)

     

= 9

1 Nur noch für Meldezeiträume bis zum 31. Dezember 2004 gültig; für Beiträge „zur ArV“ gelten dann die Beitragsgruppen 1, 3 und 5.

7.2.4 Angaben zur Tätigkeit

7.2.4.1 Meldezeiträume bis 30. November 2011 Die Angaben über die ausgeübte Tätigkeit (Feld A) sind nach den Verhältnissen im Zeitpunkt der Abgabe der Meldung verschlüsselt anzugeben. Die Schlüsselzahlen sind dem amtlichen Schlüssel­ verzeichnis der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen.

Für bestimmte Personengruppen gelten von der Bundesagentur für Arbeit besonders vergebene Schlüsselzahlen:

31

Meldungen 2011 · Meldungen

„555“ = Behinderte Menschen „666“ = Rehabilitanden „995“ = Bezieher von Vorruhestandsgeld „997“ = Bezieher

„555“ = Behinderte Menschen „666“ = Rehabilitanden „995“ = Bezieher von Vorruhestandsgeld „997“ = Bezieher von Ausgleichsgeld für landwirtschaftliche Arbeitnehmer

Für die Stellung im Beruf und die Art der Ausbildung gelten nach dem Verzeichnis der Bundesagentur für Arbeit folgende Schlüs­ selzahlen:

Schlüsselzahlen

 

Feld B Stellung im Beruf

Erste

Schlüsselzahl

Auszubildende (Lehrling, Anlernling, Praktikant u. a.)

0

Arbeiter, die nicht Facharbeiter sind 1

1

Arbeiter, die als Facharbeiter tätig sind 1

2

Meister, Poliere (Arbeiter oder Angestellte)

3

Angestellte, soweit nicht zu „3“ gehörend 1

4

Heimarbeiter/Hausgewerbetreibende

7

Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer Wochen­ arbeitszeit von weniger als 18 Stunden

8

Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer Wochen­ arbeitszeit von 18 Stunden und mehr, aber nicht voll­ beschäftigt

9

Ausbildung

Zweite

Schlüsselzahl

Volksschule/Hauptschule, mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit abgeschlossener Berufsausbildung

1

2

Abitur (Hochschulreife allg. oder fachgebunden) ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit abgeschlossener Berufsausbildung

3

4

Abschluss einer höheren Fachschule oder Fachhoch­ schule

5

Hochschul-/Universitätsabschluss (einschl. des Ab­ schlusses an Akademien mit Hochschulcharakter)

6

Ausbildung unbekannt, Angabe nicht möglich

7

1

Nach dem Besprechungsergebnis der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung vom 7./8. November 2006 richtet sich die Zuordnung zum Personenkreis der Arbeiter oder Angestell­ ten nach dem Arbeitsrecht. Im Zweifelsfall werden überwiegend körperlich tätige Beschäftigte als Arbeiter und überwiegend geistig tätige Beschäftigte als Angestellte verschlüsselt. Lässt sich nicht eindeutig feststellen, ob die Beschäftigung überwiegend durch körperliche oder geistige Arbeit geprägt ist, wird auf den Willen der Vertragspartner abgestellt.

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Meldungen 2011 · Meldungen

7.2.4.2 Meldezeiträume ab 1. Dezember 2011 Die Angaben über die ausgeübte Tätigkeit sind nach den

7.2.4.2 Meldezeiträume ab 1. Dezember 2011 Die Angaben über die ausgeübte Tätigkeit sind nach den Verhält­ nissen im Zeitpunkt der Abgabe der Meldung verschlüsselt anzugeben. Die Schlüsselzahlen sind dem Schlüsselverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen.

Für besondere Personengruppen wie Rehabilitanden, Pflegeper­ sonen etc. gelten ab 1. Dezember 2011 keine gesonderten Schlüs­ selzahlen mehr. Der Tätigkeitsschlüssel enthält hier künftig die „Grundstellung“.

Der Tätigkeitsschlüssel hat folgende Inhalte:

Stellen 1 bis 5

Ausgeübte Tätigkeit

 

Gültige Schlüssel nach der Klassifizierung der Berufe 2010 (KldB)

Stelle 6

Höchster allgemeinbildender Schulabschluss

1 = Ohne Schulabschluss

2 = Haupt-/Volksschulabschluss

3 = Mittlere Reife oder gleichwertiger Abschluss

4 = Abitur / Fachabitur

9

= Abschluss unbekannt

Stelle 7

Höchster beruflicher Ausbildungsabschluss

1 = Ohne beruflichen Ausbildungsabschluss

2 = Abschluss einer anerkannten Berufsausbildung

3 = Berufsfachschulabschluss

4 = Meister-/Techniker- oder gleichwertiger Fachschul­ abschluss

5

= Bachelor

6 = Diplom/Magister/Master/Staatsexamen

7 = Promotion

9

= Abschluss unbekannt

Stelle 8

Leiharbeitsverhältnis/Zeitarbeit/Arbeitnehmerüber­

lassung

1 = nein

 

2 = ja

Stelle 9

Vertragsform (gestufte Abfrage)

1 = Vollzeit, unbefristet

2 = Teilzeit, unbefristet

3 = Vollzeit, befristet

4 = Teilzeit befristet

7.2.5 Stornierung einer bereits abgegebenen Meldung

Fehlerhaft abgegebene Meldungen sind zu stornieren und gegebe­ nenfalls in richtiger Form erneut zu erstatten. Wird eine Meldung storniert, so sind hier die ursprünglich gemeldeten Daten anzuge­ ben. Namensänderungen, Änderungen der Staatsangehörigkeit

sowie Anschriftenänderungen können nicht storniert werden.

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Meldungen 2011 · Meldungen

8. Besonderheiten der Unfallversicherung – Datenbaustein „Unfallversicherung“ (DBUV) Der DBUV ist in Verwaltungs-

8. Besonderheiten der Unfallversicherung – Datenbaustein „Unfallversicherung“ (DBUV)

Der DBUV ist in Verwaltungs- und Berechnungsdaten unterteilt. Die Verwaltungsdaten werden pro Meldung nur einmal angegeben, die Berechnungsdaten können hingegen mehrfach vorkommen.

8.1

Verwaltungsdaten im DBUV

8.1.1

Betriebsnummer des zuständigen UV-Trägers

Jeder UV-Träger hat grundsätzlich eine eigene Betriebsnummer, die der Arbeitgeber in der Meldung anzugeben hat. Die Betriebs­ nummer des zuständigen UV-Trägers steht im Zuständigkeitsbe­ scheid und jedem anderen Dokument des UV-Trägers.

8.1.2 UV-Mitgliedsnummer des Beschäftigungsbetriebs

Jeder Arbeitgeber besitzt für sein Unternehmen eine eigene Mit­ gliedsnummer beim UV-Träger. Die Mitgliedsnummer des Arbeit­

gebers beim zuständigen UV-Träger ist in jedem Bescheid des UV-Trägers zu finden.

8.2

Berechnungsdaten im DBUV

8.2.1

Gefahrtarifstelle

Die für den jeweiligen Arbeitgeber vom UV-Träger vorgegebenen Gefahrtarife und die dazugehörige Betriebsnummer stehen im Veranlagungsbescheid. Es sind in der Regel ein bis drei Gefahr­ tarifstellen, in sehr seltenen Fällen bis zu acht Gefahrtarifstellen. In der Meldung hat der Arbeitgeber die für den einzelnen Arbeit­ nehmer einschlägige Gefahrtarifstelle anzugeben.

Muss das Gesamtentgelt des Arbeitgebers aufgrund von Tätigkei­ ten, die mehreren unterschiedlichen Gefahrtarifstellen zuzuord­ nen sind, aufgeteilt werden, sind entsprechende Teilentgelte je Gefahrtarifstelle in einem eigenen Teil einzutragen. Je nach Gefahrtarif und Satzung der einzelnen UV-Träger ist eine Vielzahl unterschiedlicher Konstellationen möglich.

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Meldungen 2011 · Besonderheiten der Unfallversicherung

8.2.2 Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt in der Unfallversicherung Es ist das Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers für den

8.2.2 Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt in der

Unfallversicherung Es ist das Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers für den Meldezeitraum anzugeben, das beitragspflichtig in der Unfallversicherung ist.

8.2.3 Arbeitsstunden im DBUV

In den Entgeltmeldungen sind auch die geleisteten Arbeitsstun­ den des Arbeitnehmers anzugeben. Der Begriff „geleistete Arbeitsstunden“ ist aus § 165 Abs. 1 SGB VII übernommen und bezeichnet die bisher im Lohnnachweis an den UV-Träger anzuge­ benden Arbeitsstunden.

Die Ermittlung der geleisteten Arbeitsstunden und die Eingabe in den Entgeltmeldungen sollen möglichst zu keinem Mehraufwand bei den Arbeitgebern führen. Die Eingabe erfolgt nach folgenden Kriterien:

Sind die geleisteten Arbeitsstunden im Entgeltabrechnungs­ zeitraum „meldebereit“ vorhanden, werden sie in der Ent­ geltmeldung angegeben. Dies trifft beispielsweise bei Arbeit­ nehmern zu, deren Arbeitsentgelte nach Stundenlöhnen im Entgeltabrechnungsprogramm berechnet werden.

Erfolgt keine Erfassung der geleisteten Arbeitszeit im Entgelt­ abrechnungsprogramm, genügt die Angabe einer Sollarbeits­ zeit in der Meldung. Als Sollarbeitszeit wird die vertraglich vereinbarte oder tariflich geschuldete Arbeitszeit bezeichnet. Kann auch die Sollarbeitszeit nicht oder nur mit einem Mehr­ aufwand ermittelt und in der Meldung angegeben werden, ist es ausreichend, einen Vollarbeiterrichtwert oder bei entspre­ chender Teilzeitarbeit einen entsprechenden Prozentsatz des Vollarbeiterrichtwerts zugrunde zu legen. Der Vollarbeiter­ richtwert gibt die durchschnittliche Jahresstundenzahl eines Vollbeschäftigten an. Er wird unter Zuhilfenahme von Daten des Statistischen Bundesamtes und der Krankenkassen jähr­ lich neu ermittelt und den Abrechnungsstellen bis zum 30. Oktober eines Jahres mitgeteilt und in den Entgelt­ abrechnungsprogrammen hinterlegt.

Letztlich kann der Arbeitgeber statt des Vollarbeiterricht­ wertes auch eine gewissenhafte Schätzung der geleisteten Arbeitsstunden vornehmen.

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Meldungen 2011 · Besonderheiten der Unfallversicherung

Grundsätzlich werden Arbeitnehmer einer Gefahrtarifstelle zuge­ ordnet, so dass die geleisteten Gesamtarbeitsstunden

Grundsätzlich werden Arbeitnehmer einer Gefahrtarifstelle zuge­ ordnet, so dass die geleisteten Gesamtarbeitsstunden anzugeben sind. Ist im Einzelfall der Arbeitnehmer im Meldezeitraum in meh­ reren Gefahrtarifstellen einzustufen, sind die geleisteten Arbeits­ stunden auf die Gefahrtarifstellen aufzuteilen.

Seit dem 1. Januar 2010 werden Entgeltmeldungen grundsätzlich abgewiesen, wenn der DBUV keine Daten zu den geleisteten Arbeitsstunden enthält.

8.2.4 UV-Grund Das Feld UV-Grund bildet Besonderheiten der Unfallversicherung ab. Es handelt sich zum einen um Fallgestaltungen, in denen die Beiträge zur Unfallversicherung nicht nach dem Arbeitsentgelt bemessen werden; in diesen Fällen wird die Beitragsberechnung nicht von der Rentenversicherung geprüft (A07 bis A09). Zum anderen handelt es sich um Fälle, in denen keine Unfallversiche­ rungspflicht besteht (B02 und B03). Schließlich werden im Feld UV-Grund solche Fälle gekennzeichnet, in denen Meldungen nicht vom Arbeitgeber, sondern von anderen Stellen erstattet werden (C01 und C06).

Das Feld UV-Grund hat im Einzelnen folgende Inhalte:

Feldinhalt

Erläuterung

Grundstellung

ohne Besonderheiten

(Leerzeichen)

A07

Meldungen für Arbeitnehmer von UV-Trägern (bisher GTST 77777777)

A08

Beitragsbemessung bei landw. BG (bisher GTST 88888888)

A09

Beitragsbemessung nicht nach Arbeitsentgelt (bisher GTST 99999999)

B01

Entsparung von ausschließlich sv-pflichtigen Wert­ guthaben (Beitragspflicht in der UV bereits in der Ansparphase)

B02

Keine UV-Pflicht wegen Auslandsbeschäftigung

B03

UV-Freiheit gemäß SGB VII

Bei UV-Grund A07, A08 und A09 ist die Angabe des UV-Trägers erforder­ lich, der MTNR entbehrlich.

Bei UV-Grund B01, B02 und B03 ist die Angabe des UV-Trägers und der MTNR erforderlich.

Das Feld UV-Grund gilt ab 1. Juni 2011. Ab 1. August 2011 werden Meldungen im alten Format abgewiesen. Stornierungen von Mel-

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Meldungen 2011 · Besonderheiten der Unfallversicherung

dungen im alten Format erfolgen im alten Format. Insoweit wer­ den die Besonderheiten der UV

dungen im alten Format erfolgen im alten Format. Insoweit wer­ den die Besonderheiten der UV noch mit den unter Ziffern 8.4.3 und 8.4.4 beschriebenen Gefahrtarifstellen abgebildet.

8.3 Meldegründe, Stornierungen Abweisungen von

Meldungen Der Datenbaustein DBUV ist grundsätzlich bei jeder Entgeltmeldung mitzuliefern. Folgende Meldungen müssen einen DBUV enthalten:

Jahresmeldungen (Meldegrund 50)

Unterbrechungsmeldungen (Meldegründe 51 – 53)

Sonstige Entgeltmeldungen (Meldegründe 54, 55 und 57)

Abmeldungen (Meldegründe 30 – 49)

Meldungen in Insolvenzfällen bis zum Vortag des Insolvenz­ ereignisses (Meldegrund 71)

Fehlt der DBUV bei den genannten Meldegründen oder sind die Angaben im DBUV unvollständig, wird die gesamte Meldung von der Datenannahmestelle der Einzugsstelle als fehlerhaft abgewie­ sen. Gleiches gilt für die Stornierung von Meldungen. Auch bei einer stornierten und neu abzugebenden Meldung ist der DBUV vollumfänglich zu befüllen.

Bei Anmeldungen (Meldegründe 10 bis 13), bei Änderungsmel­ dungen (Meldegründe 60 bis 63) und bei Meldungen in Insolvenz­ fällen für freigestellte Arbeitnehmer (Meldegründe 70 und 72) ist kein DBUV erforderlich, ebenso bei Meldungen der zusätzlichen beitragspflichtigen Einnahmen bei Bezug von Entgeltersatzleis­ tungen während Altersteilzeitarbeit (Meldegrund 56).

8.4 Meldepflichtiger Personenkreis

Für die Beschäftigten sind die Angaben zur Unfallversicherung im DBUV erforderlich. Dies gilt sowohl für Auszubildende, Praktikan­ ten und Werkstudenten als auch für geringfügig und unständig Beschäftigte.

Personen, die in der Unfallversicherung versichert sind, in den übrigen Zweigen der Sozialversicherung aber nicht, sind allein wegen der Unfallversicherung zu melden. Dies sind folgende Per­ sonen, sofern sie wegen ihrer Mitgliedschaft in einer berufsständi­ schen Versorgung in der Rentenversicherung von der Versiche-

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Meldungen 2011 · Besonderheiten der Unfallversicherung

rungspflicht befreit sind: Studenten im Zwischenpraktikum, Stu­ denten im Zweitstudium, außerdem privat versicherte

rungspflicht befreit sind: Studenten im Zwischenpraktikum, Stu­ denten im Zweitstudium, außerdem privat versicherte Minijobber mit Verzicht auf die RV-Freiheit. Für nur UV-pflichtige Personen ist der Personengruppenschlüssel „190“ zu verwenden.

8.4.1 Kurzfristig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV

Beschäftigte, die eine kurzfristige Beschäftigung (Personengrup­ penschlüssel „110“) ausüben, unterliegen dem Unfallversiche­ rungsschutz, so dass aus dem erzielten Arbeitsentgelt die Unfall­ umlage zu zahlen ist. Für kurzfristig Beschäftigte sind daher seit 1. Januar 2009 neben der An- und Abmeldung auch Jahres- und Unterbrechungsmeldungen zu erstatten.

8.4.2 Beschäftigte in Privathaushalten

Für Beschäftigte in Privathaushalten, die von der Minijob-Zentrale

der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See im Rahmen des Haushaltsscheckverfahrens gemeldet werden (Per­ sonengruppenschlüssel „209“, „210“), ist kein DBUV erforderlich.

8.4.3 Mitarbeiter in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben

Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften berechnen die Unfallumlage nicht nach Entgelten oder Kopfpauschalen, sondern nach sonstigen Parametern, z. B. dem Hektarwert. Aus diesem Grund sind diese Betriebe hinsichtlich der Unfallversicherung von den Rentenversicherungsträgern nicht zu prüfen. Um diese Besonderheit im DEÜV-Meldeverfahren abzubilden, gilt bei Ent­ geltmeldungen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe die fiktive Gefahrtarifstelle „88888888“. Angaben zum unfallversicherungs­ pflichtigen Arbeitsentgelt und zu den Arbeitsstunden sind für die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften unerheblich, diese Felder bleiben daher leer. Diese Besonderheiten gelten unabhän­ gig davon, ob die Beschäftigten mitarbeitende Familienangehörige oder betriebsfremde Mitarbeiter sind. Ab 1. Juni 2011 ist das Feld UV-Grund mit A08 zu befüllen und das Feld Gefahrtarifstelle bleibt leer.

8.4.4 Meldungen von Arbeitgebern der öffentlichen Hand /

Unfallkasse Soweit Arbeitgeber bei Unfallkassen versichert sind, welche die Beiträge nicht nach Entgelten berechnen, sind die Beitrags­ zahlungen zur Unfallversicherung nicht von den Trägern der Ren-

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Meldungen 2011 · Besonderheiten der Unfallversicherung

tenversicherung zu prüfen. Um diese Besonderheit im DEÜV- Meldeverfahren abzubilden, ist bei diesen Entgeltmeldungen bis

tenversicherung zu prüfen. Um diese Besonderheit im DEÜV- Meldeverfahren abzubilden, ist bei diesen Entgeltmeldungen bis 31. Mai 2011 die fiktive Gefahrtarifstelle „99999999“ zu verwenden. Ab 1. Juni 2011 ist das Feld UV-Grund 09 zu befüllen und das Feld Gefahrtarifstelle bleibt leer.

8.4.5 Vorruhestandsgeldempfänger

Vorruhestandsgeldempfänger (Personengruppenschlüssel „108“) unterliegen keinem Unfallrisiko mehr. Meldungen für diesen Per­ sonenkreis enthalten daher den DBUV nicht.

8.4.6 Arbeitnehmer in Altersteilzeitarbeit und in anderen

flexiblen Arbeitszeitregelungen Im DEÜV-Meldeverfahren ist für Zeiten ab 1. Januar 2010 in der Arbeitsphase das gesamte Arbeitsentgelt zur Unfallversicherung zu melden – anders als zu den anderen Zweigen der Sozialver­ sicherung. Während der Arbeitsphase werden daher die Arbeits­ entgelte im Datenbaustein Meldesachverhalt (DBME) und im Datenbaustein Unfallversicherung (DBUV) grundsätzlich unter­ schiedlich hoch sein. Während der Freistellungsphase ist dann im Datenbaustein DBUV kein Entgelt zu melden. Das Feld UV-Grund hat ab 1. Juni 2011 den Inhalt B01.

Für Zeiten bis 31. Dezember 2009 stimmen Arbeitsentgelt zur Unfall­ versicherung und zu den übrigen Zweigen der Sozialversicherung grundsätzlich überein (Ausnahme: Altersteilzeit), da vor dem 1. Januar 2010 begonnene Vertragsverhältnisse in der Regel im Zuflussprinzip abgewickelt wurden. In diesen Fällen wird während der Freistellungsphase zunächst das Arbeitsentgelt gemeldet, für das aus der Arbeitsphase noch Sozialversicherungsbeiträge und Unfallumlage zu zahlen sind. Die Angaben im DBME und DBUV sind grundsätzlich gleich hoch (Ausnahme: Altersteilzeit). Sobald dieses Arbeitsentgelt „verbraucht“ ist, wird die Unfallumlage nicht mehr gezahlt und im Datenbaustein DBUV ist kein Entgelt mehr zu übermitteln. Das Feld UV-Grund hat den Inhalt B01.

8.4.7 Im Insolvenzverfahren freigestellte Arbeitnehmer

Im Insolvenzverfahren freigestellte Arbeitnehmer (Meldungen mit

den Meldegründen 70 und 72) unterliegen keinem Unfallrisiko mehr. Die Meldungen für diesen Personenkreis enthalten daher keinen DBUV.

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Meldungen 2011 · Besonderheiten der Unfallversicherung

Geringfügige Beschäftigung 8.4.8 Meldungen mit einem UV-Entgelt 0 EUR Sofern innerhalb eines Kalenderjahres aufgrund

Geringfügige

Beschäftigung

8.4.8 Meldungen mit einem UV-Entgelt 0 EUR

Sofern innerhalb eines Kalenderjahres aufgrund einer unterjähri­ gen Entgeltmeldung der Höchstjahresarbeitsverdienst bereits ausgeschöpft wurde, ist in der folgenden Meldung das UV-Entgelt

auf 0 EUR zu setzen.

9. Meldungen für geringfügig Beschäftigte

Arbeitgeber haben grundsätzlich jeden geringfügig Beschäftigten zu melden. Eine geringfügige Beschäftigung liegt nach § 8 Abs. 1 SGB IV vor, wenn

das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 400 EUR nicht übersteigt (geringfügig entlohnte Beschäftigte),

die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längs­ tens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist; es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausge­ übt wird und ihr Entgelt 400 EUR im Monat übersteigt (kurz­ fristig Beschäftigte).

Zur Durchführung des Meldeverfahrens und der Ausstellung des SV-Ausweises wird an jeden geringfügig Beschäftigten eine Ver­ sicherungsnummer vergeben.

Meldung für geringfügig Beschäftigte

9.1 Meldeverfahren Für geringfügig Beschäftigte (geringfügig entlohnte Beschäftigte und kurzfristig Beschäftigte) gelten grundsätzlich die gleichen Regelungen wie für versicherungspflichtig Beschäftigte.

Für kurzfristig Beschäftigte sind sämtliche Beitragsgruppen mit „0“ zu verschlüsseln, und als „Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt“ zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind sechs Nullen anzugeben. Im DBUV ist das zur Unfallversicherung beitragspflichtige Arbeitsentgelt anzugeben.

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Meldungen 2011 · Meldungen für geringfügig Beschäftigte

9.2 Inhalt der Meldungen 9.2.1 Grund der Abgabe Anzugeben sind die auch für versicherungspflichtig

9.2

Inhalt der Meldungen

9.2.1

Grund der Abgabe

Anzugeben sind die auch für versicherungspflichtig Beschäftigte gültigen Schlüssel, zum Beispiel „10“ (Anmeldung), „30“ (Abmel­

dung), „50“ (Jahresmeldung) oder „32“ (Abmeldung) bzw. „12“ (Anmeldung) im Fall eines Beitragsgruppenwechsels.

9.2.2 Personengruppen

Es gelten:

„109“ = Geringfügig entlohnte Beschäftigte (Pauschalbeiträge sind zu entrichten) „110“ = Kurzfristig Beschäftigte (Pauschalbeiträge sind nicht zu entrichten)

Der Schlüssel „109“ ist auch dann anzugeben, wenn der gering­ fügig entlohnte Beschäftigte auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichtet hat. Hingegen gilt grundsätzlich der Schlüssel „101“, wenn eine für sich gesehene geringfügig entlohnte Beschäftigung wegen der vorgeschriebenen Zusammenrechnung mit anderen Beschäftigungen versicherungspflichtig wird. Das Feld „Mehr­ fachbeschäftigung“ ist zu belegen.

9.2.3 Beitragsgruppen

Es sind für geringfügig entlohnte Beschäftigungen folgende Bei­ tragsgruppen anzugeben:

„6“ = Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung „5“ = Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung*

* Für Meldezeiträume bis 31. Dezember 2004:

„5“ = Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung der Arbeiter „6“ = Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung der Angestellten

Verzichtet der geringfügig entlohnte Beschäftigte auf die Renten­ versicherungsfreiheit, so gilt für die Rentenversicherung die übli­ che Beitragsgruppe:

„1“ = Rentenversicherung*

* Für Meldezeiträume bis 31. Dezember 2004:

„1“ = Rentenversicherung der Arbeiter „2“ = Rentenversicherung der Angestellten

Es verbleibt allerdings bei dem Personengruppenschlüssel „109“.

Für kurzfristig Beschäftigte lautet der Beitragsgruppenschlüssel stets „0000“.

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Meldungen 2011 · Meldungen für geringfügig Beschäftigte

Haushaltsscheck Beschäftigung im privaten Haushalt 10. Haushaltsscheck Der Arbeitgeber (Privathaushalt) erstattet der

Haushaltsscheck

Beschäftigung im privaten Haushalt

10. Haushaltsscheck

Der Arbeitgeber (Privathaushalt) erstattet der Minijob-Zentrale für einen in seinem Haushalt beschäftigten Arbeitnehmer eine verein­ fachte Meldung, den sogenannten Haushaltsscheck (Abbildung siehe Seite 45). Das Haushaltsscheckverfahren kann nur für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse in privaten Haushalten genutzt werden. Der Haushaltsscheck enthält gegenüber der Mel­ dung nach § 28a Abs. 3 SGB IV reduzierte Angaben. Er ist vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu unterschreiben. Die Anwendung des Haushaltsscheckverfahrens ist daran gebunden, dass der an den Arbeitnehmer ausgezahlte Geldbetrag zusammen mit den einbehaltenen Steuern 400 EUR im Monat nicht übersteigt und der Arbeitgeber der Minijob-Zentrale eine Ermächtigung zum Einzug der Gesamtsozialversicherungsbeiträge, der Umlagen zum Aus­ gleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und Mutter­ schaft, die Beiträge zur Unfallversicherung sowie gegebenenfalls zu zahlender einheitlicher Pauschsteuern erteilt.

Der Haushaltsscheck ist grundsätzlich bei jeder Entgeltzahlung auszufüllen.

Bei gleichbleibendem Arbeitsentgelt ist die Meldung nach Beginn und Ende der Beschäftigung und bei Änderungen des Arbeitsent­ gelts unverzüglich zu erstatten.

Bei monatlich schwankendem Arbeitsentgelt bietet die Minijob- Zentrale einen Halbjahresscheck an. Der Halbjahresscheck er­ gänzt den normalen Haushaltsscheck und wird von der Minijob- Zentrale automatisch den Haushalten zur Verfügung gestellt, die Arbeitnehmer mit schwankenden Arbeitsentgelten melden. Er stellt lediglich ein zusätzliches Angebot zum normalen Haushalts­ scheck dar, die Nutzung steht dem Arbeitgeber frei.

Vor Nutzung des Halbjahresschecks ist es allerdings erforderlich, dass der Arbeitgeber zunächst einen Haushaltsscheck mit schwankenden Bezügen (Angabe eines monatlich wechselnden Arbeitsentgelts unter Ziffer 12 des Haushaltsschecks) einreicht. Nach Verarbeitung dieses Haushaltsschecks innerhalb der Mini­ job-Zentrale werden dem Arbeitgeber dann automatisch mehrere Halbjahresschecks mit einem entsprechenden Merkblatt über­ sandt. In den maschinell vorgefertigten Schecks sind bereits

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Meldungen 2011 · Haushaltsscheck

➔ die Personalien und die Betriebsnummer des Arbeitgebers, ➔ die Personalien der Haushaltshilfe und deren

die Personalien und die Betriebsnummer des Arbeitgebers,

die Personalien der Haushaltshilfe und deren Versicherungs­ nummer sowie

je nach Sachlage die halbjährlichen Beschäftigungszeiträume

enthalten. Diese vorbereiteten Schecks sind nur noch um das ins­ gesamt erzielte Arbeitsentgelt für das jeweilige Kalenderhalbjahr sowie gegebenenfalls den Beschäftigungszeitraum zu ergänzen und rechtzeitig vor den Terminen für die Beitragsfälligkeit vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschrieben bei der Minijob- Zentrale einzureichen. Nach Eingang dieses Halbjahresschecks laufen bei der Minijob-Zentrale die gleichen Prozesse ab, wie sie für den Haushaltsscheck gelten.

10.1 Form und Inhalt

Der Haushaltsscheck besteht aus einem Deckblatt mit Erläute­ rungen für den Arbeitgeber, dem Belegsatz als Dreifachsatz und einer Einzugsermächtigung. Die Erstschrift des Belegsatzes ist der Minijob-Zentrale ausgefüllt und vom Arbeitgeber und Arbeit­ nehmer unterschrieben einzureichen. Die erste Durchschrift ist

für den Arbeitnehmer, die zweite mit Berechnungshinweisen für den Arbeitgeber bestimmt. Die Einzugsermächtigung ist bei der erstmaligen Verwendung des Haushaltsschecks sowie bei Ände­ rung der Bankverbindung zusätzlich vom Arbeitgeber auszufüllen und zu unterschreiben.

Der Haushaltsscheck enthält unter anderem:

Name, Anschrift, Betriebsnummer und Steuernummer des Arbeitgebers,

Familienname, Vorname, die Anschrift und die Versicherungs­ nummer des Beschäftigten; kann die Versicherungsnummer nicht angegeben werden, ist das Geburtsdatum, der Geburts­ name, das Geschlecht und der Geburtsort des Beschäftigten einzutragen,

die Angabe, ob der Beschäftigte im Zeitraum der Beschäfti­ gung bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist, und

bei einer Meldung anlässlich jeder Entgeltzahlung oder Teil­ zeiträumen den Zeitraum der Beschäftigung und das Arbeits­ entgelt für diesen Zeitraum,

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Meldungen 2011 · Haushaltsscheck

➔ bei einer Meldung zu Beginn der Beschäftigung deren Beginn und das monatliche Arbeitsentgelt, ➔

bei einer Meldung zu Beginn der Beschäftigung deren Beginn und das monatliche Arbeitsentgelt,

bei einer Meldung wegen Änderung des Arbeitsentgelts den neuen Betrag und den Zeitpunkt der Änderung,

bei einer Meldung am Ende der Beschäftigung den Zeitpunkt der Beendigung,

bei Erklärung des Verzichts auf die Rentenversicherungsfrei­ heit nach § 5 Abs. 2 Satz 2 SGB VI den Zeitpunkt des Verzichts,

die Angabe, ob eine Versicherung in der gesetzlichen Kran­ kenversicherung besteht,

die Ermächtigung zum Einzug der Beiträge und der einheit­ lichen Pauschsteuer.

Bei sich anschließender Meldung kann von der Angabe der Anschrift des Arbeitgebers und der Anschrift des Beschäftigten abgesehen werden.

10.2 Verfahren Die Minijob-Zentrale prüft nach Eingang des Haushaltsschecks, ob die Arbeitsentgeltgrenze für eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt eingehalten wird, berechnet die Pauschalbei­ träge zur Krankenversicherung (5 %) und zur Rentenversicherung (5 %), die Umlagen zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft, die Beiträge zur Unfallversiche­ rung (1,6 %) sowie gegebenenfalls die einheitliche Pauschsteuer (2 %), zieht den Gesamtbetrag mittels Lastschriftverfahren vom Arbeitgeber ein und leitet die Beiträge und die einheitliche Pauschsteuer an die zuständigen Stellen weiter. Der Haushalts­ scheck ist im Internet unter www.haushaltsscheck.de verfügbar.

Zum Jahresende und bei Ende der Beschäftigung erteilt die Mini­ job- Zentrale dem Arbeitgeber eine Bescheinigung über den Zeit­ raum, für den Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden, sowie über die Höhe der gezahlten Entgelte. Der Arbeit­ nehmer erhält eine Bescheinigung über die der Rentenversiche­ rung übermittelten Daten.

Als Arbeitsentgelt gilt der an den Arbeitnehmer ausgezahlte Geldbe­ trag, in den Fällen einer Individualbesteuerung zuzüglich der durch Abzug vom Arbeitslohn einbehaltenen Steuern (Lohnsteuer einschl. eventuell zu zahlender Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag).

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Meldungen 2011 · Haushaltsscheck

Der Arbeitgeber erteilt der Minijob- Zentrale eine Ermächtigung zum Einzug der Beiträge, der Umlagen zum

Der Arbeitgeber erteilt der Minijob- Zentrale eine Ermächtigung zum Einzug der Beiträge, der Umlagen zum Ausgleich der Arbeit­ geberaufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft, des Beitrags zur Unfallversicherung und gegebenenfalls der einheitlichen Pauschsteuer. Hierzu kann das im Internet bereitgestellte Formu­ lar verwendet werden. Die Einzugsermächtigung braucht nicht bei jeder Lohn- oder Gehaltszahlung, sondern nur bei der erstmaligen Verwendung des Haushaltsschecks oder bei Änderung der Bank­ verbindung erteilt zu werden.

Erstellt von Haufe Mediengruppe, Hindenburgstraße 64, 79102 Freiburg
Erstellt von Haufe Mediengruppe, Hindenburgstraße 64, 79102 Freiburg

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Meldungen 2011 · Haushaltsscheck

Gleitzone 11. Meldungen in der Gleitzone Eine Gleitzone liegt nach § 20 Abs. 2 SGB

Gleitzone

11. Meldungen in der Gleitzone

Eine Gleitzone liegt nach § 20 Abs. 2 SGB IV bei einem Beschäfti­ gungsverhältnis vor, wenn das daraus erzielte Arbeitsentgelt von 400,01 EUR bis 800,00 EUR im Monat beträgt und die Grenze von 800,00 EUR im Monat regelmäßig nicht überschreitet; bei mehre­ ren Beschäftigungsverhältnissen ist das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt maßgebend. Arbeitsentgelte innerhalb der Gleit­ zone werden zum Zwecke der Berechnung des Arbeitnehmerbei­ tragsanteils nach einer im Gesetz festgelegten Formel vermindert. Im Jahr 2011 lautet die Formel vereinfacht wie folgt:

1,2565 × Arbeitsentgelt – 205,20

In § 28a Abs. 1 und 2 SGB IV sind alle Meldetatbestände ab­ schließend aufgeführt; ein Meldetatbestand für den Eintritt in eine oder den Austritt aus einer Beschäftigung der Gleitzone wurde nicht aufgenommen. Bei einem Eintritt oder Austritt einer Beschäftigung in oder aus der Gleitzone sind demnach keine Mel­ dungen durch den Arbeitgeber abzugeben.

Bei Beschäftigungen in der Gleitzone ist die Meldung mit einem Merkmal zu versehen, sofern ein Arbeitsentgelt (Jahresmeldung, Abmeldung, Unterbrechungsmeldung) gemeldet wird.

Das Kennzeichen besteht in drei Ausprägungen:

0 = Kein Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone bzw. Verzicht auf die Anwendung der Gleitzonenregelung in der gesetzlichen Rentenversicherung

1 = Gleitzone; tatsächliche Arbeitsentgelte betragen in allen Entgeltabrechnungszeiträumen von 400,01 EUR bis 800,00 EUR

2 = Gleitzone; die Meldung umfasst sowohl Entgeltabrechnungs­ zeiträume mit tatsächlichen Arbeitsentgelten von 400,01 EUR bis 800,00 EUR als auch solche mit Arbeitsentgelten unter 400,01 EUR oder über 800,00 EUR.

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Meldungen 2011 · Meldungen in der Gleitzone

Bei Angabe der Kennziffern „1“ oder „2“ ist in die Meldungen als beitragspflichtiges Bruttoarbeitsentgelt die

Bei Angabe der Kennziffern „1“ oder „2“ ist in die Meldungen als beitragspflichtiges Bruttoarbeitsentgelt die reduzierte beitrags­ pflichtige Einnahme einzutragen.

Beispiel

In den Monaten Januar bis Oktober und Dezember erzielte ein Arbeit­ nehmer ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 700,00 EUR, im Monat November erzielte er ein Arbeitsentgelt in Höhe von 900,00 EUR. Nach Anwendung der oben angeführten Formel ergibt sich in den Monaten Januar bis Oktober und Dezember jeweils ein beitragspflichtiges Arbeits­ entgelt in Höhe von 674,35 EUR. In der Meldung für den Zeitraum vom 1. 1. bis 31. 12. ist ein Arbeitsentgelt in Höhe von 8317,85 EUR (11 × 674,35 EUR, 1 × 900,00 EUR) zu bescheinigen; die Meldung ist als Gleitzonenfall mit dem Kennzeichen „2“ zu versehen.

12. Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

Die Fristen für die Meldungen entsprechen den Erfordernissen des automatisierten Meldeverfahrens. Dies bedeutet im Wesent­ lichen, dass sich der Zeitpunkt, wann eine Meldung abgegeben werden muss, an dem Zeitpunkt der Entgeltabrechnung orientiert.

12.1 Anmeldungen

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Beginn einer Beschäftigung

Anmeldung

10

Erste Abrechnung, spätestens 6 Wo­ chen nach Beginn

Wechsel der Krankenkasse bei fortbestehendem Be­ schäftigungsverhältnis

Anmeldung

11

Erste Abrechnung, spätestens 6 Wo­ chen nach Melde­ sachverhalt

Wechsel der Beitragsgrup­ pe bei fortbestehendem Be­ schäftigungsverhältnis

Anmeldung

12

Erste Abrechnung, spätestens 6 Wo­ chen nach Melde­ sachverhalt

Sonstige Gründe/Änderung im Beschäftigungsverhält­ nis/Wechsel eines Wertgut­ habens

Anmeldung

13

Erste Abrechnung, spätestens 6 Wo­ chen nach Melde­ sachverhalt

47 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

12.2 Abmeldungen Meldesachverhalt Art der Abgabe­ Frist Meldung grund Ende der Beschäftigung,

12.2 Abmeldungen

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Ende der Beschäftigung, auch wenn das Arbeitsver­ hältnis fortbesteht

Abmeldung

30

Nächste Abrech­ nung, spätestens

6

Wochen nach Ende

Wechsel der Krankenkasse bei fortbestehendem Be­ schäftigungsverhältnis

Abmeldung

31

Nächste Abrech­

(zur bisheri­

nung, spätestens

gen Kranken­

6

Wochen nach

 

kasse)

Wechsel

Wechsel der Beitrags­ gruppe bei fortbestehen­ dem Beschäftigungsver­ hältnis

Abmeldung

32

Nächste Abrech­

nung, spätestens

6

Wochen nach

Wechsel

Sonstige Gründe

Abmeldung

33

Nächste Abrech­

nung, spätestens

6

Wochen nach

Meldetatbestand

Wechsel von einem Wert­ guthaben, das im Beitritts­ gebiet und einem Wertgut­ haben, das im Bundes– gebiet erzielt wurde

Abmeldung

33

Nächste Abrech­

nung, spätestens

6

Wochen nach

Wechsel

Unterbrechung der Be­ schäftigung ohne Fort­ zahlung des Arbeitsentgelts von mehr als einem Monat; z. B. wegen unbezahltem Urlaub (§ 7 Absatz 3 Satz 1 SGB IV)

Abmeldung

34

Innerhalb von

6

Wochen nach Ende

der Beschäftigung

Unterbrechung der Be­ schäftigung ohne Fort­ zahlung des Arbeitsentgelts wegen rechtmäßigem Arbeitskampf von mehr als einem Monat (§ 7 Absatz 3 Satz 1 SGB IV/§ 192 Absatz 1 Nr. 1 SGB V)

Abmeldung

35

Innerhalb von

6

Wochen nach Ende

der Beschäftigung

Ende der Beschäftigung wegen Tod

Abmeldung

49

Nächste Abrech­ nung spätestens

6

Wochen nach Ende

48 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

12.3 An-/Abmeldungen Meldesachverhalt Art der Abgabe­ Frist Meldung grund Beginn und Ende

12.3

An-/Abmeldungen

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Beginn und Ende einer Beschäftigung

An-/Abmel­

40

Nächste Abrech­ nung, spätestens

dung

 

6

Wochen nach Ende

12.4

Jahresmeldungen/sonstige Entgeltmeldungen

 

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Beschäftigungszeit und Arbeitsentgelt im voran­ gegangenen Kalenderjahr

Jahres­

50

Nächste Abrech­ nung, spätestens 15. 4. des Folge­ jahres

meldung

Einmalig gezahltes Arbeits­ entgelt als Sondermeldung (z. B. in beitragsfreien Zeiten)

Sonder­

54

Nächste Abrech­

meldung

nung, spätestens

6

Wochen nach

Zahlung

Meldung von Arbeitsentgelt in Störfällen

Sonder­

55

Nächste Abrech­

meldung

nung, spätestens

 

6

Wochen nach

Zahlung

Meldung der zusätzlichen beitragspflichtigen Ein­ nahme bei Zahlung von Entgeltersatzleistungen während Altersteilzeitarbeit

Sonder­

56

Nächste Abrech­

meldung

nung, spätestens

6

Wochen nach

Zahlung

Gesonderte Meldung nach § 194 Abs. 1 SGB VI

Sonder­

57

Nächste Abrech­

meldung

nung

49 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

12.5 Meldungen wegen Unterbrechung der Beschäftigung Meldesachverhalt Art der Abgabe­ Frist Meldung

12.5 Meldungen wegen Unterbrechung der Beschäftigung

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Unterbrechung der Be­ schäftigung ohne Fortzah­ lung des Arbeitsentgelts von weniger als einem Monat (z. B. unbezahlter Urlaub, Krankengeldbezug)

Keine

   

Meldung

Unterbrechung der Be­ schäftigung ohne Fortzah­ lung des Arbeitsentgelts für mindestens einen Kalen­ dermonat, ohne dass die Mitgliedschaft in der Kran­ ken-/ Pflegeversicherung davon berührt wird (z. B. Krankengeldbezug)

Unter­

51

Innerhalb von

brechungs­

2

Wochen nach

meldung

Ablauf des ersten vollen Kalender­ monats der Unter­ brechung

Unterbrechung der Be­ schäftigung wegen Eltern­ zeit

Unter­

52

Innerhalb von

brechungs­

2

Wochen nach

meldung

Ablauf des ersten vollen Kalender­ monats der Unter­

 

brechung

Unterbrechung der Be­ schäftigung wegen Ableis­ tung gesetzlicher Dienst­ pflicht von mehr als einem Kalendermonat

Unter­

53

Innerhalb von

brechungs­

2

Wochen nach

meldung

Ablauf des ersten vollen Kalender­ monats der Unter­ brechung

Ende des Arbeitsverhältnis­ ses während einer gemel­ deten Unterbrechung

Abmeldung

30

Nächste Abrech­

nung, spätestens

6

Wochen nach Ende

50 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

12.6 Meldungen in Insolvenzfällen   Meldesachverhalt Art der Abgabe­ Frist Meldung grund

12.6

Meldungen in Insolvenzfällen

 

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Freistellung von der Be­ schäftigung bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder Nichteröffnung man­ gels Masse

Abmeldung

71

Nächste Abrech­ nung, spätestens

6

Wochen nach Ende

Rechtmäßige Beendigung der Beschäftigung während des Insolvenzverfahrens bei freigestellten Arbeitneh­ mern

Abmeldung

72

Nächste Abrech­ nung, spätestens

6

Wochen nach Ende

Entgeltmeldung eines frei­ gestellten Arbeitnehmers während des Insolvenzver­ fahrens

Jahres­

70

Nächste Abrech­ nung, spätestens 15. 4. des Folge­ jahres

meldung

12.7

Änderungsmeldungen

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Änderung des Namens eines Beschäftigten

Namens­

60 1

Nächste Abrech­

änderung

nung, spätestens

 

6

Wochen nach

Änderung

Änderung der Anschrift eines Beschäftigten

Anschriften­

61 1

Nächste Abrech­

änderung

nung, spätestens

 

6

Wochen nach

Änderung

Änderung des Aktenzei­ chens/der Personalnum­ mer eines Beschäftigten

Änderungs­

 

62 Nächste Abrech­

meldung

nung, spätestens

6

Wochen nach

 

Änderung

Änderung der Staats­ angehörigkeit

Änderungs­

63 1

Nächste Abrech­

meldung

nung, spätestens

 

6

Wochen nach

Änderung

1 Separate Meldung nicht erforderlich, Meldung wird allerdings auch nicht abgewiesen.

12.8

Sofortmeldung

Meldesachverhalt

Art der

Abgabe­

Frist

Meldung

grund

Beginn einer Beschäftigung

Sofort­

20

Spätestens am Tag der Beschäftigungs­ aufnahme

meldung

51 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

12.9 Beispiele für Meldungen Beispiel 1 Anmeldung Ein Beschäftigter beginnt am 3. 1. 2011 eine

12.9 Beispiele für Meldungen

Beispiel 1 Anmeldung Ein Beschäftigter beginnt am 3. 1. 2011 eine versicherungspflichtige Beschäftigung. Die
Beispiel 1
Anmeldung
Ein Beschäftigter beginnt am 3. 1. 2011 eine versicherungspflichtige
Beschäftigung.
Die Anmeldung wegen Beginn der Beschäftigung muss bis spätestens
14. 2. 2011 (6 Wochen) erstattet werden.
Beispiel 2
Abmeldung
Das am 3. 1. 2011 begonnene Beschäftigungsverhältnis wird gekündigt
und zum 31. 3. 2011 aufgelöst. Das UV-Entgelt wird nach Köpfen berech­
net.
Insgesamt hat der Beschäftigte ein Arbeitsentgelt in Höhe von 6.000 EUR
erhalten.
Die Abmeldung wegen Ende der Beschäftigung muss bis spätestens
12. 5. 2011 (6 Wochen) erstattet werden.

52 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

Beispiel 3 Jahresmeldung Ein Beschäftigter ist seit dem 1. 1. 2010 ununterbrochen beschäftigt. Für die
Beispiel 3 Jahresmeldung Ein Beschäftigter ist seit dem 1. 1. 2010 ununterbrochen beschäftigt. Für die
Beispiel 3
Jahresmeldung
Ein Beschäftigter ist seit dem 1. 1. 2010 ununterbrochen beschäftigt.
Für die Zeit bis zum 31. 12. 2010 waren keine sonstigen Meldetatbestände
eingetreten; das Entgelt beträgt 40.000 EUR. Bis 31. 8. 2010 war der Arbeit­
nehmer im Straßenbau tätig, dann wechselte er ins Büro.
Die Jahresmeldung muss bis spätestens 15. 4. 2011 erstattet werden.

53 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

Beispiel 4 Sonstige Entgeltmeldung Ein Beschäftigter wird ab 1. 8. 2011 Altersvollrente erhalten; er bittet
Beispiel 4 Sonstige Entgeltmeldung Ein Beschäftigter wird ab 1. 8. 2011 Altersvollrente erhalten; er bittet
Beispiel 4
Sonstige Entgeltmeldung
Ein Beschäftigter wird ab 1. 8. 2011 Altersvollrente erhalten; er bittet um
Erstellung einer Gesonderten Meldung nach § 194 Abs. 1 SGB VI. Er erzielt
ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 3.000 EUR und ist als Bürokraft
im Baubetrieb tätig.
Die Gesonderte Meldung enthält Arbeitsentgelt bis einschließlich dem
4. Monat vor Rentenbeginn, umfasst also den Zeitraum vom 1. 1. bis
30. 4. 2011.
Die Meldung ist nach der Abrechnung für den Monat April 2011 zu er­
statten.

54 Meldungen 2011 · Meldesachverhalte, Abgabegründe, Meldefristen

Beispiel 5 Unterbrechungsmeldung Ein Beschäftigter ist seit 1. 1. 2011 ununterbrochen rentenversicherungs­ pflichtig,
Beispiel 5 Unterbrechungsmeldung Ein Beschäftigter ist seit 1. 1. 2011 ununterbrochen rentenversicherungs­ pflichtig,
Beispiel 5
Unterbrechungsmeldung
Ein Beschäftigter ist seit 1. 1. 2011 ununterbrochen rentenversicherungs­
pflichtig, jedoch arbeitslosenversicherungsfrei beschäftigt. Ab 10. 1. 2011