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2000 COMMUNICATIONES ARCHJEOLOGICJE HUNGARIJE Istvan B6na EIN FRÜHAWARISCHES GRÄBERFELD IN DER UNIO-SANDGRUBE VON
2000 COMMUNICATIONES ARCHJEOLOGICJE HUNGARIJE Istvan B6na EIN FRÜHAWARISCHES GRÄBERFELD IN DER UNIO-SANDGRUBE VON
2000 COMMUNICATIONES ARCHJEOLOGICJE HUNGARIJE Istvan B6na EIN FRÜHAWARISCHES GRÄBERFELD IN DER UNIO-SANDGRUBE VON
2000
COMMUNICATIONES ARCHJEOLOGICJE HUNGARIJE
Istvan B6na
EIN FRÜHAWARISCHES GRÄBERFELD
IN DER UNIO-SANDGRUBE VON VARPALOTA
Pflügen ebenfalls auf Menschenknochen gestoßen sei
Am 11. Aprill933 machte man Professor Jenö Fal-
ler (den damaligen Inspektor der Kohlengrube von
Varpalota) darauf aufmerksam, daß südsüdwestlich
von der Stadt in der Westwand der Sandgrube der
Firma "Unio" eine Grabgrube zu sehen sei. Als be-
geisterter Amateurarchäologe fertigte er eine genaue
farbige Querschnittzeichnung des 260 cm tiefen Gra-
bes an, dann "grub" er den von der Seite her zugäng-
lichen Schädel, eine Lanzenspitze und einen eisernen
Schildbuckel (den Faller für einen Helm hielt, aber
genau abzeiclmete) aus dem Grab heraus, von dem nur
mehr das westliche Ende zu finden war. Seine Funde-
zusammen mit einer anderen ähnlichen Lanzenspitze,
die der auf dieses Grab aufmerksam machende Ar-
beiter nicht viel früher in der Sandgrube gemeinsam
mit Menschenknochen gefunden hatte - übergab er
am 13. April dem gebietsmäßig zuständigen Museum
von Veszprem, wo sie Direktor Gyula Rhe am 15. Mai
in sein Vormerktagebuch aufnahm (VVM 7611/1933).
Die der Sandförderung zum Opfer gefallenen beiden
langobardischen Kriegergräber X und A spielten - im
Gegensatz zur allgemeinen Archäologenmeinung -
keine Rolle bei der späteren Erforschung des dortigen
Langobardenfriedhofs: Gyula Rhe hielt die verro-
steten Eisengegenstände für nicht so bedeutsam und
vergaß sie derart, daß der Verfasser auf sie erst im
Herbst 1954 in Fallers Originalverpackung, unre-
stauriet1 im Kellerlager de s Museums stoßen sollte.
Gyula Rhe wurde auf den Fund01i erst aufmerk-
sam, als am 17. August Lajos Korompay, der Direktor
des Unio-Bergwerks und Gewerbegebietes, telefo-
nisch dem Museum von Veszpn!rn einen neuerlichen
und diesmal auffallend reichen Grabfund meldete. An
diesem Tag war ein Sandgrubenarbeiter auf ein Grab
mit selu schönen silbervergoldeten Fibeln und einem
"Eisenschwert" (= Webschwert) gestoßen- nach Rhes
Zählung "Grab I". Bei der anderntags, am 18. August,
durchgcfüht1en Ortsbesichtigung erwähnte der Be-
sitzer des westlich an die Grube anschließenden Ak-
kers, Endre Szab6 (der am Vortag zusammen mit dem
die Schmuckstücke findenden Arbeiter im Museum
gewesen war), daß er in den Tagen davor beim
(Grab 2). Am gleichen Tag -
gleichsam als Schluß-
wort -
meldete sich auch Faller von neuem, diesm
mit den Funden eines beim Sandabhub entzweige -
schnittenen Kriegergrab es. Neben dem Grab war es
ihm gelungen , eine eiserne Lanzenspitze und ei nen
zerbrochenen (seither zerfallenen) zweiten Schil -
buckel zu bergen (Grab 3) (Abb. I).
Daraufhin begann Rhe am Montag, dem 21. Au-
gust, in diesem Gebiet mit einer Fundrettungsgrabung.
Damaligern Brauch gemäß zog er Suchgräben in - -
Richtung. Am 22. August legte er im 10 m vom
westlichen Rand der Grube geöffneten, später rni:
Nr. 3 bezeichneten Suchgraben Grab 4-6 und darm am
23. August in der Verlängerung de sselbe n
Grabe "
Grab 7-8 frei. Am 24. August stieß er im näher an der
Sandgrube liegenden, von 0 her benachbarten Grabe::
4 auf Grab 9-11, am 25. August im erneut von 0 her
geöffneten Suchgraben zufällig auf Grab 12, und an:
26. August wurden in der Verlängerung des Grabens:;
bzw. im am Vortag von 0 her geöffneten Grabe n ~
und dem mit ihm parallel verlaufenden Graben 6
Grab 13- 19 gefunden.
ln der am 28. August begonnenen zweiten
Grabungswoche beteiligte sich der B ergingenieur
J6zsef Lengyel an der Arbeit, der von da an ein "P ri -
vattagebuch" von den Ausgrabungen führte. Er ve r-
fertigte ebenfalls einen zusammenfassenden Plan des
Gräberfeldes bzw. von den Freilegungen, der sich
von Grab 20 an durch gewisse kleine, aber bei
weitem nicht unwichtige Details vom später durch
Rhe zusammengestellten Grabungsplan unterscheidet
(Abb. 3). Das bei Lengye ls Erben in Varpalota em
1963 aufgetauchte Tagebuch hat deshalb entscheid-
ende Bedeutung, weil wir einzig aus ihm erfahren, daß
Rhe das letzte , das Kindergrab 35, schon am 9. Sep-
tember freigelegt hat und danach begann, das Geb ie
des Gräberfeldes einzugrenzen. Noch eine ganze Wo-
che lang, bis zum 15 . September, ließ er vom Gräber-
feld aus nach Osten und Norden Suchgräben ziehen,
ohne auf neue Gräber zu stoßen. Das Tagebuch bele gt
also, daß Gyula Rhe 1933 den Langobardenfriedhof
·-

·-

122

Meril.

bene kleine Studie stellt diese letzteren vor, vor allem die aus dem 4.-5. Jh. 19 5 I fanden sich bei der Aushebung des neuen Theißbettes am Rand ·des alten Flußufers in einer Grube Fragmente von Gefaßen aus dem 4.-5. Jh. (Abb. 3). Einige hundert Meter östlich von der Grube stießen die Arbeiter ebenfall s am Uferrand auf ein Grab, das sie - in der Hoffnung auf Fundstücke - zerstörten. Der Leiter der Fundrettung konnte nur noch die Reste des zerstörten Grabes untersuchen. Aufgrund dieser konnte das Grab in großen Zügen rekonstruiert werden. In der großen Grabgrube des in N-S-Richtung (m it dem Kopf nach Süden) liegen-

den Toten befand sich ein Balkenwerk, das über dem Verstorbenen angezündet wurde (Abb . 4). Dies belegen die Holzkohlenreste in der Graberde, die verbrannten Menschenknochen und auch die im Grab gefundenen durchgebrannten Metallgegenstände. Von den verstreuten Grabbeigaben konnten einige gesammelt und einige schon verschenkte wieder- beschafft werden (Abb. 5- 9). Es ist allerdings

möglich, · daß

einzelne von den Fundstücken ver-

loren gingen. Die sonderbare Bestattung und der Reichtum der Funde zeigen, daß in dem Grab aus dem 4.-5. Jh. eine vornehme Person beerdigt

wurde.

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Einfrühawarisches Gräberfeld in der Un io -Sandgrube von Varpalota 125 124 men durcl<l eine neue
Einfrühawarisches Gräberfeld in der Un io -Sandgrube von Varpalota
125
124
men durcl<l eine neue - zweifellos geistvolle und ein-
falls;·eiche - Forschungsgeschichte die einstige Fund-
rettung von Gyula Rhe zu "verschönen". Schon dt~
Bergung der Gräber 1-3, die im "Frühjahr"_1933 _bet
der Sandförderung gefunden wurden, schreibt er ihm
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KERT
zu
unmittelbar nach der Entdeckung von Fallcrs
G:
A". Seiner Ansicht nach ergriff R.he aufgrund .
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dieser
seiner eigenen Vorarbeiten die Imttattve z~
seiner methodischen Sommerausgrabung ("systemau_-
sche Grabung"). Martin rekonstruierte aus der Numet -
7'
ieruno der gefundenen Gräber und Gruben. 4- 5 m
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breiteb anfano lich in 0 15 m, später in W bereits 30 m
l ange : r ege l:;äßi g rechteckige Grabungsfelder , v~n
denen sich acht lückenlos einander an~eschlosse_~ hat-
ten (Felder a-i), quer zu den langobardtschen Grabem:
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NNO-SSW-Richtung. In diesen Feldern legte ~e
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sehr m ethodisc h die Gräber 4-35 frei , a 1 ~o sa _m
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fr ühmittelalterlic hen Bestattungen. Hmsi_chthch der
Grenzen der Grabung wurde in der westlichen Fach-
literatur Martin als einziger auf die Nachgrabung des
Verfassers von 1963 aufmerksam, deren Ergebntsse
1964 schon an mehreren Stellen auf Deutsch zu !esen
waren. Er als einziger akzeptierte also ,_ daß Rhe den
Langobardenfriedhof
vollständig
fretgelegt
hatte
(MARTIN 1976, 194- 197, Abb. 45). -
ständlich hätte Mmtin in allem recht, wenn auch Rhe
1963 und nicht 1933 gegraben hätte. Der Verf~sser
wußte aber von Rhes Schwiegersohn und semem
Nachfolger Laszl6 Nagy schon 1954, daß Rhe ~ben
doch mit den von Martin bezwetfelten Suchgraben
("nicht mittels Suchgräben" MARTIN_ 1976, 194)
gearbeitet hatte, und das Tagebuch von JozsefLeng~el
beginnt direkt damit: " 28 . Aug. ~933. Ma_n ~a~~
Suchgräben 40-50 cm tief, 1 m brelt, N-S-onentlert
- da gibt es nichts zu bestreiten!
Es wäre ein Irrtum zu glauben, daß den betagten
und kränklichen RM die Funde von Varpalota beson-
ders interessiert haben. Am 14. November nahm er sie
zwar in sein Vormerktagebuch auf(VVM 771911933:
Selbstver~
5
10
15m
Abb. 2 Varpalota-Unio-Sandgrube.
Di e Umgrenzungsgrab ung des Fund ortes 1963 . Ve nne ssung
vom Verfasser
go ld ener, silbern er, s ilbe rvergoldete r und bronzener ·
Schmuck, Eisengegenstände, Perlen und Knochen -
.also nicht nach Gräbern oder Perioden, sondern nach
Materialsorten), darin aber erschöpfte sich auch schon
seine Tätigke it. Er sorgte nur für die Reinigung des
Schmuckes, di e übrigen F und e, z. B. die für ihn unin-
teressanten verrosteten E isengegenstände und der
fragmentarische Teil der To ngefaße, warteten noch
Jahrze hnte später in der Ausgrabungsverpackung auf
ihre Entdeckung.
auch nach zweimaliger Publizierung des Gräberfeldes.
mit der für ihn charakteristischen, keinen Widerspruch
duldenden Überzeugungskraft behan1e. Seiner An -
sicht nach ist das Gräberfeld von Varpalota insgesam·
awarenzeitlich. Die hiesigen Awaren siedelten Germa-
nen -
Gepiden aus dem Theißgebiet - unter sich an.
Auf die sehenswürdigeren langobardischen und
awarischen Funde wurde als erster Nandor Fettich
aufmerksam, der aufgrund familiärer Beziehungen re-
gelmäßig nach Veszpn!m kam. Er hatte sofort seine
endgültige Lösung bereit, auf der er 30 Jahre später,
und diese Gepiden traten hier mit ihren westgermani-
schen (alamannischen) Verwandten in Ko ntakt (FET-
TICH 1964, 89- 90, 96- 97). L eider fiel es ihm nich
schwer, den vom Postmeister zum Archäologen avan-
cierten Rhe von seiner eigenen "wissenschaftlichen--
Wahrheit zu überzeugen, was dann bedaue rliche Fol-
gen hatte: Rhe b erichtigt den im Veszpremer Museum
a ls R ei nschrift neu gezeichneten "e nd g ülti gen --
Gräberfeldplan von Varpalota derart- oder läßt ihn
vo
ka
berichtigen - , daß von oben gesehen die " Gleichzei-
tigkeit" der germanischen und awarischen Gräber, das
da
ni<
n i.- 124 !. B6na 1' N FRIEDHOF R 2210 Weg 2226 --------- 1933 '•

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1' N FRIEDHOF R 2210 Weg 2226 --------- 1933 '• 'I' 1' i'i· · 1963
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1933
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1963
X
A.WAREN"'((RÄBER
i.J. 1952 \

Abb. 1 Varpalota. Die Lage der Unio-Sandgrube 1933 und 1963. Vermessung von Jenö Fallerund dem Verfasser

vollständig freigelegt hat - zu dem gleichen Ergebnis

kam \ 963 der Verfasser nach erneuter Grabung um

das ganze Gelände (BONA 1963, 121 ). - Ein anderes,

nic ht

hie rher

geh öriges

Problem

ist

das

der

ver-

schiedensten Siedlungsreste des 10.-1

an der Nordseite der Sandgrube (Abb. 1 und Abb. 2). Mehr als vier Jahrzehnte nach dem hier Geschilder- t en hat Professo r M ax Marti n den Versu ch unternom -

1. Jahrhunde rts

vier Jahrzehnte nach dem hier Geschilder- t en hat Professo r M ax Marti n den

J

Einfriihawarisches Griiberjdd in:!_:_r Unio-Sandgrube von Varpalota

127

"Bakony"-Museum außer den faktischen Funden und · dem Vormerktagebuch keine anderen Dokumente auffinder. Der Verfasser konnte nur die schon 19311 von Gyula Laszl6 verfertigten Kopien der Grabpläne und seine Detailzeichnungen von einigen Funden aus dem Jahre 19 51 für seine Bearbeitung verwenden. Von Gyula Rhe lagen nur eine kurze Beschreibung von Grab 1-25 - ebenfalls in einer Schreibmaschinen- kopie von Gyula Liszlo- und einige Gräberfotos vor. Als das Museum vor den topographischen Arbeiten von Vcszprem allgemein in Ordnung gebracht wurde,

fand sich

/961

die gesamte Originaldnkumentation

(das Lageprotokoll von Rhe, seine farbigen Grab- pläne, der Plan des Gräberfeldes und das

handgeschriebene Original des Berichtes über Grab

stieß der Museumsbeauftragte von

Värpalota Gyula Bartus auf Dokumente (Tagebuch, Plan und Fotos von J6zsef Lengyel), die bishei· un- bekatmt gewesen waren . Alle diese authentischen Dokumente erfordern auch eine spätere erneute Aufar- beitung der Langobardengräber im in Vorbereitung befindlichen Korpus der langobardischen Gräber- felder. Die detaillierte Aufarbcitung der Awarengräber habe ich im Vorwort meiner Arbeit von 1956 nicht nur versprochen, sondern auch mir selbst vorbehalten (BONA 1956, 184). Dies will ich im folgenden ein- lösen:

1-25 ), und 1963

Grab 2

T: 40-45 cm. Beim Pflügen gestörtes F.:rwachsenenskelett. Keine Nachricht von Beigaben.

Grab 4a

T: 80-90 cm. Mann . Das ohere von zwei Skeletten, die vom

Ausgräber irretuhrend als im gleichen Grab "aufeinander

bestattet" bestimmt wurden. Die Feldskizzen beweisen, daß über einem 250 cm langen und 100/ 130 cm breiten, fast 2m tiefen langobardischen Frauengrab diagonal, genau in W-O- Richtung orientiert, in einer von der Füllerde des lango- bardischen Grabes gut trennbaren kleinen Grabgrube mit humusgemischter AuiTLillung ein etwa 30jälu·iger kleinge- wachsener Mann beerdigt wurde (Abb . 4). Sein Skelett ist in der Mitte etwas in die darunterliegende weichere Erde eingesunken (Abb . 5). Deswegen war die größte Tiefe 98 cm, und das Skelett mochte etwas länger als die im Grah gemessenen 152 cm gewes en sein . Die außerhalb des rechten Beines und in der Graberde gefundenen großen Steine gehörten in Wirklichkeit zu dem unteren, langobard- ischen Grab, eine Steinreihe befand ·sich l\ber dem reichen Frauen9mb 5, eine Steinreihe fand sich im gestörten Grah 6, und eine Steinpackung hatte auch der Krieger von Grab i\ . - Ohne Beigaben.

Grab 9

T: 110 cm . Frau. In der 198 cm langen Lll1d 60 em breiten Grabgrube ein 145 cm langes Skelett mit gestreckten Armen (Abb. 6).

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Abb . 4 Varpalota-Unio-Sandgrube Grab 4a

Beigaben : 1- 2. silbernes Ohrringpaar mit großen Kugelan-

(Taf. ITI,

13- 14), 3 . lautenfönnige Eisenschnalle mit bronzenem Dorn

(Taf. JJI, 15), 4. Reste eines Eisenmessers (Taf. III , I6) =

hängcm, das bei der Aufnahme in Stücke fiel

BÖNA 1956, Taf. XXIX, 14-16.

Am Abend des 24 . August beendete Rhe die Freilegung von Grab 11 und zeichnete in sein Ski zzenbuch die Lage von

1) . Anderntags stieß er im von 0 her

gezogenen Suchgraben 5 auf die Fußenden der Langobar- dengräber 14-17 und das Kopfende vom Awarengrab 12. Auf letzteres Grab hätte er zwischen Grab 9 und 10 schon eher stoßen müssen, nur hatte er im den Humus bis zur Tiefe von 40- 50 cm gerade nur durchstoßenden Suchgraben das in seinem Fußteil ebenso tiefe Grab 12 nicht wahrge nom -

Grab 4- 11 ein (Abb. 7,

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T. B6na

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Abb. 3 Varpalota-Unio-Sandgrube. Die unter Mitwirkung von J6zsef Lengyel erstellte Planvariante, 1933
"awarisch-germanische Zusammen leben" selbstver-
Die awarischen Gräber
ständlich
erscheint.
Darauf
werde
ich
bei
der
Beschreibung der entsprechenden Awarengräber ver-
Als der Verfasser 1954/55 den Friedhof Varpalota-
weisen.
Unio-Sandgrube
aufarbeitete,
waren
im
damaligen

Ei~ji-iihawarisches qräherfeld in der Unio-Sandgrube von Varpalota

129

3 4 E (,) 0 Ui 0
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Abb. 6 Vtlrpalota-Unio-S andgrube

Grab 9

men.- Er hatte es nicht bemerkt, weil er die kräftigen Flecke

der bre ite n und tiefen Langobardengräber suchte, und ebenso wird es ihm mit Grab 13 und 20 ergehen. Bei der Reinausfiihrung dt:s Gräberfe ldplane s v~::rdoppe lte er, um die "G leichzeitigkeit" der Bestattungen zu beweisen, den

Abstand

zwischen

frei gelegte Grab 12 ein

(Abb. 7, 2).

ihnt:n bequem das am 25 . August

zwischen

Grab

10

und

9

und

fügte

das am 25 . August zwischen Grab 10 und 9 und fügte Ny 2 Abb .

Ny

das am 25 . August zwischen Grab 10 und 9 und fügte Ny 2 Abb .
das am 25 . August zwischen Grab 10 und 9 und fügte Ny 2 Abb .

2

Abb . 7 I: Planskizze von Gyula Rht! vom 24. August 1933 ; 2: dasselbe Detail auf dem "gereinigten, endgültigen" Friedhofsplan

Grah 12

T: 55 cm. Mann . In der 260 cm (und nicht 272 cm) langen und 70 cm (und nicht 55 cm) breiten Grabgrube lag das etw a 180 cm (und nicht 194 em) lange Skelett eines kräftigen

Mannes, dessen Knochen das Wurzelgeflecht so sehr durch- zogen und zerstört hatte, daß man keine zusammenhängen-

den Teile herausheben konnte (Abb. 8). Beigah en : /.Glasperl e (Taf. lll, 2), 2. ei sern e Lanzcnspitze,

L: 24 cm (Taf. II,

Langobardengrab 25 gezählt und deshalb dort mitgeteilt = BONA 1956, Taf. XXXIX, 3, Ja . die Knochenplatten des oberen Endes eines gesparmten Reflexbogens (Taf. 11, 4ab ) , 3b . seiner Griffplatten (Taf. TT, Sah) und Je. s<::ines unteren Endes (Taf. Il, 2ab), die Spannweite der Sehne zwischen dt;.n Halteöffnungen betrug im Grab gemessen 130 cm. Wahr- scheinlich der Ergänzung/Reparahlr der mittleren Platte diente eine kleine Ersatzplatte (Taf. II, 6). 4. Klc.:inbronze

Iab) - be im Fotografieren fal schlieh zum

-··-

128

I. B6na

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3

Abb. 5 Aus dem Skizzenbuch von Gyula RM 1933 I : Draufsicht und Querschnitt von Grab 4a (= !) ; 2: Verhältnisskizze von Grab 4a und 4b ; 3: Skizze der lan go bardischen Frauenbestattung 4b

· Einfriihawarisches Gräbe!feld in der Unio-Sand:;;rube von Varpalota

131

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Unio-Sand:;;rube von Varpalota 131 I 5 8-1 8 2 E u 0 l() 0 Abb. 9

Abb. 9 Varpa lom-Unio-Sandgrube, l-2, 4: Grab 24; 3: der Beckenteil von Grab 20

I_

130

1. Bona

I_ 130 1. Bona • 20 E u 0 I() 0 Abb. 8 Varpalota-Unio-Sandgrubc Grab 12

20

I_ 130 1. Bona • 20 E u 0 I() 0 Abb. 8 Varpalota-Unio-Sandgrubc Grab 12
I_ 130 1. Bona • 20 E u 0 I() 0 Abb. 8 Varpalota-Unio-Sandgrubc Grab 12

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Abb. 8 Varpalota-Unio-Sandgrubc Grab 12

~LOR!A ROM.~NORUM von Valentinian I. (364-375) als

Iotenobulus (Tat Ill, 3), 5. bronzene Glirte.lschnalle hinten unter dem Rückgrat mit genieteten Riemcnversrcifuncren (~af.III, 5-6), 6. ~childfönnigeBronzeschnall e des Kiichcr- gu~·tels, L : 5,3 cm, Lmd ein Lochschutz (Taf. 1, 1 2), 1. bemerncr Taschcnverschluß, L : 16,5 em (Tat. I, 7), 8. Rie-

menzunge des Gürtels (Taf. lll , 4) , 9.

rosetten des Köchergürtels (Taf I, 3), 15, 1 7. zwei Dron- zeschnallen der ;\ufuängcriemen de s Köchers, L : 3,9

cm

ge-

16 St. gepreßte Silber -

(Taf. I, 4·- 5) - sie wurden mit der Rückseite nach oben

funden, 16. hr~nzene Hauptriemenzunge des Köchergürtcls, L: 7,3 cm (TaL ITT, 6). Der Inhalt der Tasche, die unter dem Taschenverschluß 7 hing : 10. Ei senmes ser, L: 15,3 cm

(Taf. I, 16) - in der Tasche mit der Spitze nach oben gewen-

12 .

Wetzstem ( lat. I, 11 ) , I 3. fragm e nt einer eisernen M ess cr-

kliJ:ge (Ta f 1, 10). 14. Im Köcher: 4 St. Pfeilspitzen - 3 St.

klemere, L: fi-7 cm, und eine größere, mit dreikantiger Spitze, L : 9,8 cm (Taf. 1, 12 - 15) , 18-19. Eisenkette oder

Eisenblech , rostzerfressen (zerfall en), und Eisenklamm er (Taf. l, 17). 20. Silben·osette als Mützenschmuck (Taf. JII, l) -der nicht "zufällig" vom Köchergürtel abgerissen war, wie Rhe nachträglich annahm. Gyula Rhes nachträgliche Grab- beschreibung setzt die Rosette fälschlich an die Stelle der Perle 1, während er unter Nr. 3 (deren Platz mit der hiesigen

Nr. 20 identisch ist) eine niemals existiert habende Kno -

chenahle bcs(;hrieb - wa~ uit: Publikation so, falsch! ich, von

ihm übemommen hat = BONA 1956, 189, Taf. XXXI und

XXXTI, 15- 23.

det,

ll

und

Feuersteine (T,1f.

T, 8-9ab) ,

F~~e~·stahl

Grab 15

T:

grube lag das Skelett eines 165 cm langen Mannes auf dem

Grab-

130

cm .

Mann.

In

der

210

x

90 cm

großen

Rücken.

Beigaben:

1. Eisenschnalle am Außenrand des rechten

Beckenknochen~ mit dem Dorn zum Körper hin (zerfallen ), 2. Eisenmesserfragmente innen am rechten Oberschenkel. 3- 4- 5. "Eisenblechfragmente, Bandteile mit Nietung" und a-b-c zu letzteren gehörige Eisenklanum:m '·~ BON;\ 1956 , Taf. XXXIX, 9- 1 1. Die Funde kamen laut Bemerkung auf dem Grabplan "bei Fettich" vor den übrigen Funden nach Budapest zum Restaurieren und Fotografieren, und von dort gelangten - vemmtlich, weil sie nicht zu retten waren -- nur die Eisenklammern nach Veszprcm zurück. Im mit der Hand

und Tinte ge.c;chricbenen Text Rhes beschreibt er die Num-

mern 3- 5 aLtf dem Grabp lan betont als Günelhesehläge :

"und zwar an der rechten Beckenseite drei Eisenbleche und Bandfragmente mit Nieten zur Befcstig.ung auf dem leder- nen Gürtelriemen, linksseitig drei F:isenhaken, rechtsseitig der Hüfte die große Gürtelschnalle". Das Grab reihte ich schon 1956, wenn auch mit Frage- zeichen versehen, unter die awarisch~n,was sich inzwischen bestätigt hat. Ähnliche Eisenkl ammern sind nällllich sehr viele aus frühawariscbcn Gräbern bekannt, wälu·end sie in den bis heute schon mehreren hundert Langobardengräbern unbekannt sind. Da dieses das tiefste Awarcngrab in Var- palota war, wurde es wahrscheinlich geplündert oder gestört.,

und von seinem Gürtelschmuck >Verden schon bei der Freilegung nur noch Bruchstücke oder Überbleibsel gefun-

den worden sein.

6'infriihawarisches Gräberfeld in c_l_er Unio-Sandwube von Vämalota

r

133

.

Beigabe: Eisenschnalle am oberen Rand des linken Beckens (zerfallen).

Grab 31

T: 45 cm

Ohne Beigaben oder diese nicht erhalten.

.

.Junger Mensch. Skelett beim Pflügen gestört .

Grab 32 T: 40 cm. Kinderskeletl. Beigaben: Auf dem rechten Becken Bronzeblech und Eisen-

fragment (beide nicht vorhanden).

Grab 35

T: 50 cm. Kind. In der 110 cm langen und 75 cm breiten · Grabgrube ein aur dem Rücken liegendes Skelett.

Über dem rechten Oberschenkel eine handge-

(am Henkel)

10,6 cm, (am Rand): 9,8 cm (Taf. VIII, 2) = BÖNA 1956,

Beigabe:

fnrmte , ockergelbe grobe Henkeltasse. H:

Taf. XLl, 5.

Die Gräber vom Jahre 1952

In den ersten Septembertagen 1952 sandte die Dokumenta- tionsabteilung des TJ NM den Pa1äolithforscher Mikl6s Gabori "in die Unio-Sandgrube in Varpalota, wo bei mehreren Gelegenheiten awarischc Funde zum Vorschein kamen". Der die Fundrettungs-Ortsbesichtigung unmit- telbar begründende awarische Grabfund war auf un- bekanntem Wege ins Museum von Veszpr6n gelangt, wo er erst zehn Jahre später inventarisiert wurde: VBM 63, 27fi, 1 - sein Bekanntwerden sollte die Authentisierungsaus- grabung des Verfassers von 1963 auslösen. Über die neuer- lichen, von M. Gabori freigelegten drei Gräber infom1iert

sein Bericht im

UNM A 863 -06-911953 A.

Grab 36

Seine Angaben sind unbekannt, vor Miklos Gaboris Tätigkeit gefundenes Grab: Bei Sandförderung zerwühlte Männerbestattung. Beigaben: Schildförmigc, gepreßl verzietie bronzene Gür- telbeschläge, ein ganzer und ein halber (Taf. Ul, 8-9). Gepreßte bronzene kleine Riemenzungen, eine ganze und zwei Fragmente, mit Bleieinlage (Taf. lTI , 7, 10- 11), Bron- zeklumpen (Taf. 111, 12).

Cirab 37

T: 80 cm. Zerwühltes Grab, darin Topfti'agmente.

Grab 38

T: 50 cm . Zerwühltes Grab, darin Steine und Skelettreste, auf einem Knochen grüne Patina.

Steine und Skelettreste, auf einem Knochen grüne Patina. Grab 39 T: 70 c m . Z

Grab 39

T: 70 cm. Zerstörtes Grab .

Abb . 10 V<\rpalnta-Unio -Sand grubc Grab 2)l

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132

1. B6na

Grab 20

T: 45 cm . Frau . Grabumriß und Skelett waren nicht ZLt ver- messen , der Ptlug halle das Grab cl'l'eicht und gestiirt, die

verschoben und be schädi gt. In

Rhcs mit der Hand geschriebenen Text wurde aufgeJ10m- mcn , daß " das B c: ckcn , d c r r e chte Arm und di e G e gend des

rechten Oberschenkels von irgendeiner Störung betroffen

waren", der wirkliche Grund st<md nur auf dem Grabplan :

Ske lett war mannur zutal li g gestoßen , und

"die Spitzhacke hatte die verzierte K.nochcnplatte und das

rechts unter der Hüfte au s seiner Stelle

herausgerissen" und von der Hüfte bis zum Oberschenkel auch anderswo gestört. Schon das ist eine nachträgliche Feststellung, denn die oben zitierte Garnitur von Knochen- platten und Bronzekettchen auf dem Grabplan des arn

Wurzeln hallen die Knochen

Auch auf" dieses

Bronzekettchen

30. August fn::igdegten Grabes 20 wird mit dem am 2. Sep- tember freigelegten Grab 24 verglichen, indem es heißt:

letzteres " ni cht von der link en, sondem von der rechten

Hälfte her" . Noch sc hlimm er ist, daß Rhe - offensicht lich von anderswoher suggerie1i! - aus dem aufgepflügten, mit der Spitzhacke zerstörten und dabei entdeck ten Grab 20 das awarische r e ndant des n och am 25 . August fi-e igelegten langobardischen Frauengrah es 13 machte. Auf sein em Plan wurden Grab 13 und 20 in gl e icher Größe und Richtung als wahres "Doppe lgrab" eingezeichnet - der meistzitierte "Beweis" fur die Gleichzeitigkeit beider Völker und ihres ge me insamen Gräberfeldes . Dabei wurde ganz Offensicht-

Frei legung des 100 cm ti efen

Frauengrabes mit Thüringer Zangenfibel das flach lieJ?ende

im !Iumus nicht hemerkt . Sicher ist bei

Grab 20 nur, daß es sich nicht aufGrab 13 erstreckte, aber in welcher Entfernung und Winkel es ilun nahekam, ist un-

es mit der Orientierung

der nahen awarischen Gräber 4a, 9 und 12 überein. Des weiteren ist sicher, daß die 100 cm tiefe und die 40/45 cm tiefe Frauenbestattung fast ein Jahrhtmdert auseinander liegen. Beigaben: Auf dem originalen Grabplan fehlt: silbernes OhtTingpaar mit großen Kugelanhängern (Taf. IV, 1- 2) - sie werden bei der Durchsuchung der Graberde gefunden wor- den sein . Erst nachträglich und sinngemäß zeichnet sie Gyula Laszl6 an beiden Seiten des Schädels auf seinem eigenen Skelettblatt ein, eine Nummer gab aber auch er ih- nen nicht. 1. Halskette aus 20 St. rot-gelb-blau-braun- schwarzen farbigen Augenpcrlt:n (Tar. JV, 3) und einer sc hwarzen Glasper le mit antiker Scha uspielermaske (Taf'. !V, tl ), 2 . glattes kleines Dlcikrcuz, Anhänger der Halskette (Taf. IV, 5). Aufden gestörten Teil konnten einige Stücke wieder zurückgelegt werden. Ihre ßesclu·eibung in der Nummernreihung auf dem Grabplan (Abb . 9, 3) : Ja. re chteckige verzierte Knochenplatten, ge nau aufeinander- gelegt (Taf. V, 2-3), 3h. Bronzekctte, am oberen Ende mit Eisenblech (Taf. V, 5), 4. quadratische gepreßte Gilnel- besch liige , mit Xförmigen Befestigungsbändern auf ihnm

Rückseiten, fixiert mittels dicker Bleiausfiillung, 3 St. mit

der verzierte n Vorderseite na ch oben, andere 3 St. mit

X-fländem nach oben am oberen Beckenrand gefunden (Taf IV, 9- 14). 5. Knochenpfeife, von den Knochenplatten a bwärts in Richtung der Beine (Taf. V, 7). Die Stellen der übrigen Beigaben waren nicht melu· fcststellbar, außer daß

li ch am 25. August bei der

awarische Grab

bekannt - wahrscheinli ch stimmte

den

Umgebung von Hüfte und Oberschenkel gehörten :

römische Bronzefibel (Taf. V, 8) - fragmentarisch, von der Erde aufge lesen; ll älfte einer bronzenen Pinzette (Taf V, 4)

- bereits entweder als Hauptriemenzunge oder als Anhän-

Bestimmung

vgl. Taf. VIII , 8 , das Exemplar von "Pesz e r-Adacs "; Bron 7. e-

bleche mit punziertem Rand (Taf. V, 11 - 12) ; 3 / 5-Fragment einer gepreßten Silberscheibe (Taf. IV, 6); aufnietbarer rechteckiger Bronzeschmuck mit gravierter Verzierung (Taf. I V, 8- Sa) ; eine halbe G l asper le (Taf. V, 6 ); wi n z i ge

Bronzeschnalle (Taf. V, I) , Fußfragment

(Taf. V, 9a - b) ; Stücke eines Eisemnessers

genes

Taf. XXXVI- XXXVII .

sie in die

gerschmuck verwendet,

zur

ursprünglichen

eines Glasbechers

(Taf. V, 10); gebo -

7)

-

BONA

1956 ,

Silberband mit Niet (Taf.

IV,

Grab 24

T: 120 cm. Frau. In der engen , 167 x 50 cm großen Grab- grube befand sich eine bedeutsame awarenzeitlichc Bestat-

tung,. die gut dokumentiert ist: unter Benutzung von Foto

und

Feldzeichnung

angefertigter

Grabplan

(Abb .

9 ,

1,

Abb. 9, 2 , 4) . Das 165 cmlange Skelett war g<:radezu in die kurze Grabgrube hineingepreßt. Beig ab en: 1-2. silbemes Ohrringpaar mit großen Kugelan- hiingern (Taf. VJ, 1- 2), 3. Halskette aus ursprüng li ch 36, heute 34 St. rot -weiß -blau-bratmen Augenperlen und ein er aufgezogenen Cypraea-Schnecke (Taf. VI, 3), 4- 5. größerer und kleinerer Eisenr ing (Taf. VJ , 8- 9) , 6. Bron7.elmöpfc al s Gürtelverzierung (Taf. VI , 5) mit zugehörigem Bronzc- blechfragment (Taf. VI, 7), 7. Eisenschnalle mit na(;h rechts - nach außen - wei sendem Dorn, letzterer zerfa llen (Taf VJ, 6) , 8- 11 . bronzene Taschenketten, eine dickere (Taf. VII , I). ein e dünnere (Taf. VTT, 2) in einem Bronzering endende, eine mit der Dicke zwischen illllen lie gende, in einem Eiseming endende (Taf. VII, 3) sowie 2 St. kleinere - vielleicht zusammengehörige - Bronzeketten (Tat VJJ, 4).

Über und unter den Ketten lag das rechteckige verzierte

Knochenplattenpaar

6-7).

brauch glatt abgewetzte Knochcnpfei[e, mit einem kleinen Bron ze bl ech an ihrem schma leren Ende, ei nst mit (größen- teils schon zerfa llen em) Blei befestigt (TaJ'. Vll , 5), un ter der Pfeife 15. ei n durchbohrter Bärenzahn (Taf. VII, 8). 16- 17. Tasche, die mit einer winzigen Bronzeschnalle (Taf. VII, 10) und einer auf dem dazugehörigen Riemen befindlichen, mit Blei a us gefü ll ten kleinen Riemenzun ge (Taf. VJJ, 11 )

geschlossen

mcsserfragment

Tasche. 19. Fragment einer verzierten Bronzescheibe in nen

am

XXXVIII.

12- 13

gena u aufeinander (Taf. VII ,

gesd1liffene,

im

Ge-

14 . Ursprü ngli ch

scchsseitig

und

geöffn et

(Taf.

werde n

kon nt e .

18.

Eisen ·

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der

1956, Taf.

VII, 9)

wahrschein li ch

BONA

lin ken Fußknöchel (TaC. VI, 4) =

Grab 27

T : 45 cm . Frau . Auf dem R ücken liegendes Skelett. O hn e

Beigaben.

Grab 28

T : 55

Grabgrube

liegend, linker Arm im lin ken Becke n, Schädelnach rechts gewendet (Abb. 10) _

langes Skelett auf dem Rücken

l angen und RO cm brc .i ten

cm . Mann . Jn

ein

der 235

cm

174 cm

Einji·ühawcirisches Gräberfeld in der Unio-Sandgrube von Varpalota

DER AWARE DES GRABES 122

135

Üher den Mützenschmuck (Tr-!f.' !Tl, 1)

Die Publikation von 1956 gab ohne Bemerkung d.ie Ansicht Gyula Rhes wider, der Silberschmuck ober-

halb des Schädels sei die zufalli g bei der Bestattung vom Köchergürtel .abgefa llene Rosette. Durch den Vergleich mit den Grabfunden von Szegvar und

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Taf I Varpalota-Unio-Sandgrubc (1933), Grab 12 , 2/3 Größe

134

134

1. Br5na

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Abb. I I Varpalota- Unio-Sandgrube, I933. Das

rekonstruierbare Verhältnis der langobardischen

und awarischen Gräberfeldteile

137
137
3a-b , II I.I II I I !I 1•1 'I I I I :I I
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Taf. II Varpalota-Unio -S andgrube (1933) , Grab 12, 2/3 Größe

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136

I. B6na

Kömye sowie aus der innerasiatischen Mongun-Tajga und mit mittelasiatischen Darstellungen gelang es wahrscheinlich zu machen , daß au<:h die:: Rost:llc:: von Varpalota der Schmuck einer Mütze oder eines Stirn- bandes war, was auch durch den unterdessen gefun-

bardiseher Gräberfelder- war es fast unmöglich, ihre Mischung in Museen (Ausstellungen) zu korrigieren. H~ule aber ist offensichtlich, daß die Lanze BÖNA 1956 , Taf. XXXIX, 3 keine langobardische und die ebendortige Lanze Taf. LIV, 3 keine awarische sein kann - infolgedessen müssen die beiden irgendwann vertauscht worden sein. 3 Die awm·ische Lanzc::nspitze von Varpa1ota gehört zu den "Natur-Speerspitzen", ist also kein Erzeugnis einer Waffenfabrik oder Waffenschmiede, sondern das

denen originalen Grabplan von Varpalota (Abb. 8, 20)

- Fällen die Zierrosetten der Mütze

gestützt wird

auch

darin,

daß

in

den

erwähhten

Gi.lrtels

und des

(Taf.

I,

3)

vom

gleichen Typ waren (BONA

1980,

36-39, Anm. 31, Abb. 3a).

Die P erle neben dem Kopf (Taf 111, 2)

eines Dorfschmiedes. Als solches ist sie aber das Werk eines oder mehrerer erfahrener Meister, von dem oder denen auch ein igc nahverw a11dte Arbeiten bekannt sind , vor allem aus Andocs-Ujhalast6 Grab 17

1973 , 134 , fig. 6 , 17 /40) und P6kaszepetk

(GARAM

Die 1- 3 Perlen um den Kopf der frühawarischen

Waffen und Prachtgürtel , nicht selten

auch zusammen mit dem Pferd bestattet wurden, kön- nen als Bestandteil des Pietätsaktes bei der Bestattung ins Grab gelangt sein. Unter den seit schon zwei Jahrzehnten bekannten Fällen befindet sich auch Grab 12 von Varpalota, mit Berufung auf den origi- nalen Grabplan (Abb. 8, 1) (BÖNA 197'1 , 27- 28,

Männer, die mit

Grab

Anm. 222). Die Reihe der mit 1-2 Perlen geehrten Krieger ist seither durch hervorragende neuerliche Parallelen gewachsen . Vor allem ist die Perle linkssei- tig des Schädels des Toten von Kecskemet-SaJiai üt zu

 

372 (SOS- SALAMON

1995, Taf. XXV,

1 =

Taf. LXXXI, 7) . Fernere Parallelen sind aus Cik6 Grab A (KOVRTG 1955 , Taf. TV, 8), Kömye Grab 43

(SALAMON-ERDELYT 1971 , 17, Taf. 5, 34 =

Taf.

XX, 7) und aus Streufunden von Linz-Z izlau zu er-

wähnen (LADENBAUER- OREL 1960, 60, Taf. 15,

FP 20a) -

sämtlich aus dem Raum Pannonien, was

vielleicht nicht zufällig ist. Aus Scheiterhaufenfunden und aus Reitc::rgräbem der awarischen Landnahmezeit

nennen (H. TOTH 1980, 135 , Abb. 4,1 und Abb.

8,3-

waren diese "pannonischen Erzeugnisse" noch nicht bekannt, die kaum vor 600 hergestellt wurden.

Beinerner Taschenv erschluß (Taf T, 7)

der Grabbeschreibung nach wurde sie ebenfalls in der Tasche gefunden, nur kann der winzige Gegenstand Nr. J auf dem Grabplan nicht das eine Sti.lck des

großen Ohrringpaars sein, vgl. c::bd. 141 ). Gute Bei-

Rhe und nach ihm die Forschung noch viele Jahre lang hielten ilm für einen Bestandteil des Bogenbchälters, und ersterer korrigierte seinen Platz auf der "berei- nigten" Grabzeichnung dementsprechend so, daß er quer auf die Knochenversteifungen am oberen Ende des Bogens zu liegen kam (BUNA 1956, Abb. 7), während er auf der originalen Feldzeichnung- zwar etwas schräg - über.den in der Tasche befindlichen

spiele

wurden

aus

Szeged-Fehcrt6

Gräberfeld

A

Grab 26, 41, 167 und 254 sowie dem ebendortigen

Gräberfeld B Grab 15 und 97 (MADARAS 1995, 65,

Taf. 4, 26/ 8, Taf. 7, 41/13 - 14 , Taf. 19, 167 / 5, Taf.

27,

254 /2, ebd. Taf. 3, 15 /2, während die Perle aus Grab

97 zerfallen ist), aus Varpalota-Gimnazium Grab 194 (ERDELYI- NEMETH 1969, 185), aus Halimba Grab

150

und 409 (TÖRÖK 1998, 32, Taf. 18,4 und 55,

Gegenständen lag (Abb. 8, 7) . Die hoch- und herunterzuziehenden Öffnungs- und Verschlußglieder der frühawaris<;hc::n Männertaschen4 faßte Elvira H. T6th mit Hilfe der Bronzeblechvari- ante aus dem Grab Kccskemet-Sallai utca zusammen, widerlegte die falschen Ansichten und füht1e mittels 16 gesammelten Beispielen die neue Definition ein (H. TÖTH 1980, 134, Abb. 23, 1 bzw. 144- 146, Anm. 17-3 1 und Abb . 27, H. TOTH 1981, 27-29, Abb. 24a-b); in ihrer Zusammenfassung fehlt al- lerdings unter den Knochen-Exemplaren - aus Vor-

Taf. 42 , 1) mitgeteilt. Aus der Durchsicht früherer Publikationen können noch Janoshida Grab 16, 26,

122

und 179 (ERDELYI 1958, 8, 10 , 25, 32 sowie

Taf. X, 7, Taf. XII, 8, Taf. XXVII, 8, Taf. XXXIII und

Taf. IX , 2), Aradac-Mecka Grab 8, 18 und lll (NAUY

1959,56-57,63, Taf. Il, 14-15, Taf. IV, lO,Taf. XXV,

11) sowie Cik6 Grab B (K lSS-

SOMOGYI 1984, 66 ,

Taf. 41, 16) erwähnt werden, durch die ohne Anspruch

auf Vollständigkeit die Zahl der gut dokumentierten Fälle auf das Doppelte angewachsen ist.

 

sicht? -

das vielleicht " langobardisch verdächtige"

Die Lanzenspitze (Taf Tl, 1a- b)

von Varpalota. Hinsichtlich der aus B ein

geschnitzten

I-leute wäre es ein schon unverzeihlicher Fehler, würde man die awar-ischen und langobardischen Lan- zen~pitzcn von Varpalota oder überhaupt aus Pan- nomen vet:auschen oder vermischen, 1954/56 jedoch -

vor Begmn der systematischen Ausgrabung lango-

Korek

Taschenverschlüsse

i.ibersah

sie

auch,

daß

J6zsef

 

im

Zusammenhang

mit

dem

Exemplar

des

Reitergrabes von H6dmezövasärhely-Szarazer-dülö die Knochen schon zusammenfassend behandelt, ja mehr noch, als Parallelen dazu "die an beiden Enden

Einfrühawcirisches Gräberfeld in der Unio-Sandgrube von Vc'upalota

139

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Ta[. Tl! Varpa1ota-Unio-Sand grubc (1933) 1- 6: Grab 12; 13- 16 : Grab 9 ; (19 52) , 7- 12: Grab 35, nat. Größe

und 63, Kajasz6 Grab 6 und Ha1irnba Grab 159).

Beim Grab 12 von V:irpalota isl ein noch häufigerer Fall zu beobachten, daß der Bogen am Einschnitt zur Fixierung der Sehne gebrochen ist und dadurch wieder

41

brauchbar gemacht wurde, daß einige Zentimeter tie- fer eine neue Kerbe zur Befestigung dt:r Sehne einge- schnitten wurde. Solche bereits einmal zerbrochenen und reparierten Bogen sind in erheblicher Zahl aus

136

I. B6na

Kömye sowie aus der innerasiatischen Mongun-Tajga und mit mittelasiatischen Darstellungen gelang es wahrscheinlich zu machen , daß au<:h die:: Rost:llc:: von Varpalota der Schmuck einer Mütze oder eines Stirn- bandes war, was auch durch den unterdessen gefun-

bardiseher Gräberfelder- war es fast unmöglich, ihre Mischung in Museen (Ausstellungen) zu korrigieren. H~ule aber ist offensichtlich, daß die Lanze BÖNA 1956 , Taf. XXXIX, 3 keine langobardische und die ebendortige Lanze Taf. LIV, 3 keine awarische sein kann - infolgedessen müssen die beiden irgendwann vertauscht worden sein. 3 Die awm·ische Lanzc::nspitze von Varpa1ota gehört zu den "Natur-Speerspitzen", ist also kein Erzeugnis einer Waffenfabrik oder Waffenschmiede, sondern das

denen originalen Grabplan von Varpalota (Abb. 8, 20)

- Fällen die Zierrosetten der Mütze

gestützt wird

auch

darin,

daß

in

den

erwähhten

Gi.lrtels

und des

(Taf.

I,

3)

vom

gleichen Typ waren (BONA

1980,

36-39, Anm. 31, Abb. 3a).

Die P erle neben dem Kopf (Taf 111, 2)

eines Dorfschmiedes. Als solches ist sie aber das Werk eines oder mehrerer erfahrener Meister, von dem oder denen auch ein igc nahverw a11dte Arbeiten bekannt sind , vor allem aus Andocs-Ujhalast6 Grab 17

1973 , 134 , fig. 6 , 17 /40) und P6kaszepetk

(GARAM

Die 1- 3 Perlen um den Kopf der frühawarischen

Waffen und Prachtgürtel , nicht selten

auch zusammen mit dem Pferd bestattet wurden, kön- nen als Bestandteil des Pietätsaktes bei der Bestattung ins Grab gelangt sein. Unter den seit schon zwei Jahrzehnten bekannten Fällen befindet sich auch Grab 12 von Varpalota, mit Berufung auf den origi- nalen Grabplan (Abb. 8, 1) (BÖNA 197'1 , 27- 28,

Männer, die mit

Grab

Anm. 222). Die Reihe der mit 1-2 Perlen geehrten Krieger ist seither durch hervorragende neuerliche Parallelen gewachsen . Vor allem ist die Perle linkssei- tig des Schädels des Toten von Kecskemet-SaJiai üt zu

 

372 (SOS- SALAMON

1995, Taf. XXV,

1 =

Taf. LXXXI, 7) . Fernere Parallelen sind aus Cik6 Grab A (KOVRTG 1955 , Taf. TV, 8), Kömye Grab 43

(SALAMON-ERDELYT 1971 , 17, Taf. 5, 34 =

Taf.

XX, 7) und aus Streufunden von Linz-Z izlau zu er-

wähnen (LADENBAUER- OREL 1960, 60, Taf. 15,

FP 20a) -

sämtlich aus dem Raum Pannonien, was

vielleicht nicht zufällig ist. Aus Scheiterhaufenfunden und aus Reitc::rgräbem der awarischen Landnahmezeit

nennen (H. TOTH 1980, 135 , Abb. 4,1 und Abb.

8,3-

waren diese "pannonischen Erzeugnisse" noch nicht bekannt, die kaum vor 600 hergestellt wurden.

Beinerner Taschenv erschluß (Taf T, 7)

der Grabbeschreibung nach wurde sie ebenfalls in der Tasche gefunden, nur kann der winzige Gegenstand Nr. J auf dem Grabplan nicht das eine Sti.lck des

großen Ohrringpaars sein, vgl. c::bd. 141 ). Gute Bei-

Rhe und nach ihm die Forschung noch viele Jahre lang hielten ilm für einen Bestandteil des Bogenbchälters, und ersterer korrigierte seinen Platz auf der "berei- nigten" Grabzeichnung dementsprechend so, daß er quer auf die Knochenversteifungen am oberen Ende des Bogens zu liegen kam (BUNA 1956, Abb. 7), während er auf der originalen Feldzeichnung- zwar etwas schräg - über.den in der Tasche befindlichen

spiele

wurden

aus

Szeged-Fehcrt6

Gräberfeld

A

Grab 26, 41, 167 und 254 sowie dem ebendortigen

Gräberfeld B Grab 15 und 97 (MADARAS 1995, 65,

Taf. 4, 26/ 8, Taf. 7, 41/13 - 14 , Taf. 19, 167 / 5, Taf.

27,

254 /2, ebd. Taf. 3, 15 /2, während die Perle aus Grab

97 zerfallen ist), aus Varpalota-Gimnazium Grab 194 (ERDELYI- NEMETH 1969, 185), aus Halimba Grab

150

und 409 (TÖRÖK 1998, 32, Taf. 18,4 und 55,

Gegenständen lag (Abb. 8, 7) . Die hoch- und herunterzuziehenden Öffnungs- und Verschlußglieder der frühawaris<;hc::n Männertaschen4 faßte Elvira H. T6th mit Hilfe der Bronzeblechvari- ante aus dem Grab Kccskemet-Sallai utca zusammen, widerlegte die falschen Ansichten und füht1e mittels 16 gesammelten Beispielen die neue Definition ein (H. TÖTH 1980, 134, Abb. 23, 1 bzw. 144- 146, Anm. 17-3 1 und Abb . 27, H. TOTH 1981, 27-29, Abb. 24a-b); in ihrer Zusammenfassung fehlt al- lerdings unter den Knochen-Exemplaren - aus Vor-

Taf. 42 , 1) mitgeteilt. Aus der Durchsicht früherer Publikationen können noch Janoshida Grab 16, 26,

122

und 179 (ERDELYI 1958, 8, 10 , 25, 32 sowie

Taf. X, 7, Taf. XII, 8, Taf. XXVII, 8, Taf. XXXIII und

Taf. IX , 2), Aradac-Mecka Grab 8, 18 und lll (NAUY

1959,56-57,63, Taf. Il, 14-15, Taf. IV, lO,Taf. XXV,

11) sowie Cik6 Grab B (K lSS-

SOMOGYI 1984, 66 ,

Taf. 41, 16) erwähnt werden, durch die ohne Anspruch

auf Vollständigkeit die Zahl der gut dokumentierten Fälle auf das Doppelte angewachsen ist.

 

sicht? -

das vielleicht " langobardisch verdächtige"

Die Lanzenspitze (Taf Tl, 1a- b)

von Varpalota. Hinsichtlich der aus B ein

geschnitzten

I-leute wäre es ein schon unverzeihlicher Fehler, würde man die awar-ischen und langobardischen Lan- zen~pitzcn von Varpalota oder überhaupt aus Pan- nomen vet:auschen oder vermischen, 1954/56 jedoch -

vor Begmn der systematischen Ausgrabung lango-

Korek

Taschenverschlüsse

i.ibersah

sie

auch,

daß

J6zsef

 

im

Zusammenhang

mit

dem

Exemplar

des

Reitergrabes von H6dmezövasärhely-Szarazer-dülö die Knochen schon zusammenfassend behandelt, ja mehr noch, als Parallelen dazu "die an beiden Enden

.-

140

1. B6na

bekannt, z . B. Kzyl-kajnar-

töbe (MERSÖEV 1970, 88- 91, Abb. 6, Abb. 7, 9), Jakonur Kurgan 5 (HUDJAKOV 1981 , 115 , Abb. 3, 15-16). Bei den Awaren kommt es vor, daß beim Ein- reißen der oberen Kerbe zur Befestigung der Sehne sofort darunter eine neue eingeschnitten wurde, z. B. im Bogen aus dem Grab von Kiskörös-Rak6czi üt (LASZLÖ 1940, 149-150, Taf. XXIV, 3-4), aus dem Grab 111 von Csakben!ny (FETTICH 1965, 109,

Abb. 175) oder im Bogen aus dem Grab 1 von Tüske-

den eurasischen Steppen

1-2). Dies ist al-

lerdings selten, denn das obere Ende des Bogens brach am früheren Einschnitt normalerweise ab, und das dies verratende neue obere Ende läßt sich auch an dem reparierten Bogen gut beobachten, z. B. Györ-

Teglavetö Grab 752 und 757 (BÖRZSÖNYI 1908, 209-210, und Abb . 1- 2, FETTICI-1 1943 , 38, Taf. XXXV, 24-25), Alattyan Grab 115 (KOVRJG 1963, 18, Taf. XI, 3), Gater Grab 212 (KADA 1906, 214-216, Abb. 212 a3), Bagyog-Gyürhegy Grab 2 (LOVJ\S 1929, 253 , Abb. 122, 10), Szabadka

(B IB Ö-BIGE 1902 , 408-409 , Abb. 2-3), Szeged- Fe-

hert6 Gräberfeld B Grab 36 (MADARAS 199 5, Taf. 7, 1a-lb), Cs6ka Grab 59 (KOVRIG- KOREK 1960, 264, Taf. I00, 2) und zum Schluß zwei schöne Beispiele aus mittelawarischer Zeit: Keme- neshögycs z-Homokbanya Grab 4, in dem das mit der neuen BefestigungsöHi1Ung versehene Bogenende sogar noch vernietet worden war (ILON 1996, 87- 88,

Taf. 4, 4), und Tiszavasvari-Petöti utca Grab 36 (FAN- CSALSZKY 1999, 115-116, 125 , J\bb . 7:3 6, 4). Die einzige aus den Beispielen zu ziehende Lehre ist, daß sie die Entwicklung und ihren Auslöser ersichtlich machen, die bei den Knochenplatten der Bogenenden im Laufe des 7. Jahrhunde11s vor sich ging : Man mußte sie deshalb mit viel breiteren Enden versehen,

damit diese nicht sp ringen,

nicht reißen . Die Aufgabe,

die die Bogenleistung kaum berührt haben wird, hat man erfo lgreich gelöst - allerdings erst zwei bis drei

Generationen nach der Herstellung, Reparatur und Bestattung des Bogens von Varpalota.

vu.r (PEREMl

1994, 247, Abb . 3,

Personen - oder Eigentumszeichen (Tamga) am Bogen (Taf ll, 5a)

In frühawariseher Zeit ist der auf dem Bogengriff aus Grab 12 von Värpalota eingeritzte Stern die einzige sichere Tamga, denn es ist unsicher, wie die auf der Bogengriffplatte vor der Runeninschrift befindliche Abbildung aus Grab 60 von Környe zu deuten ist (SALAMON- ERDELYI 1971, Taf. 7, 25 = Taf. XXVIII, 2). Aus dem letzten Drittel des 7. Jahrhun- delis ist auf der Platte des Bogengriffes von Dunapen- te!e Grab 11 (10) ein Xfdrmiger Einschnitt sichtbar (MAROSI - FETTICll 19 36, Taf. V, 9)- auf dem Foto

gut lesbar die Inv.-Nr. 78 , 1908 , 266, was deshalb wichtig ist, weil die im UNM z ur Zeit dem Grab zugerechnete Knochenplatte sichtlich nicht mit der auf dem Foto von Fettich mitgeteilten identisch ist (GARAM 1994- 1995 , 145, Abb . 13 , 2). Das Z e ichen hat Ähnlichkeit mit den im folgenden zu nennenden :

Die

Bogenknochengarnitur aus

einem

Grab

von

Szeged-Fehert6

Gräberfeld

B

(von

irgendwo

nach

Grab

70 stammend) mit der Eimitzung

-7

auf der

oberen breiten und X auf der Griffplatte verlor ihre Grabnummer (MFM 53, 3, 9 unveröffentlicht). Schließlich sind die in jeder Hinsicht authentischen Begen-Knochenversteifungen von Kajaszo-Ujmaj or Grab 4 zu nennen (FÜLÖP 1980, 318, 325 , Abb. II = Taf. IV, 2 = Taf. XI, 2) , wo man auf die oberen Ränder beider das obere Ende des Bogens bedeckenden Plat- ten das Eigentumszeichen eingravierte. ln den späteren Epochen (im 10.- 11. Jahrhundeti) sind diese in Ungarn (Tzsak, Bekes-Povad) und im Osten (Tmu- tarakan, Sestovci) um nichts häuti ger, weshalb ihnen keine besondere Bedeutung zuzusprechen ist.

Das ., Umwenden" des Köchers von der rechten auf die linke Seite (Abb. 8)

Rhe hatte beobachtet, "daß die zwei kleinen Bron- zeschnallen des Köcherriemens mit dem Rücken nach oben gedreht sind, wenn wir sie herumdrehen, dann gerät der Köcher mit den Pfeilen auf die rechte Seite, wie er bei der Benutzung bei der rechten Hand sein

mußte ; nur so war es möglich, mit dem in der link en Hand gehaltenen Bogen rechtshändig den Pfeil abzu- schießen". Mit denen von Varpalota übereinstimmend oder

nahe gleichaltri ge

Köcher-Köc hergürtel finden sic h

nur selten im Grab an der Stelle, wo sie im Leb en getragen wurden, also von der rechten Hüfte abwät1s am rechten Bein. Hervorragende Beispiele in Ungarn sind dafür das Grab von Szegvar-Sapoldal (BÖNA 1979 ; Abh . 1), Gater Grab 212 (KADA 1906 ,

214-2 15) oder Mezöfalva-Yasutallomas Grab 260

Verfas-

sers)

74

(SZJKM,

unveröffentlicht, Ausgrabung

des

"in

der

Fremde"

Lin z-Zizlau

und

Grab

(LADENBAUER-OREL 1960, Grabplan aufTaf. !6 ,

Foto s

Köcher

wenigen Beispiele gelten aber eher als Ausnalm1en, ja mehr noch, es ist sogar eine Ausnahme, wenn der

Köcher überhaupt auf die rechte Seite des Körpers zu liegen kommt wie in Kömye Grab 17 und 149

(SALAMON-ER.DELYI 19 71, Taf. 35-36),

Grab 264 (MADARAS 1994, 119) und Szeged- Csengele Grab 1 (CSALLÄNY 1939, 129), oder auf den rechten Oberschenkel wi e in Martonvasar Grab 6 (ROSNER 1961, 172, Abb. 3). Viel häufiger ist, daß der vom Gürtel abgenommene oder auf dem gelösten

von

Grab

und

Taf.

21 ,

3-4) . Die se

Jas zapati

I

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----------------------------------------------- ,in Einji·iihawarisches Gräberfeld .:: in der Unio -Sandgrube ::: von
-----------------------------------------------
,in
Einji·iihawarisches Gräberfeld .:: in der Unio -Sandgrube ::: von Varpalotcz
141
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1
2
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7
5
8
Ba
9-
u.
Taf TV Varpalota-lJnio - Sandgrube (1933), 1- 14: Grab 20 , nat. Größe; 8a: 2: 1 Vergr.
Köchergü1tel befindliche Köcher parallel mit dem an
die rechte Körperseite gelegten gespannten Bogen
außen neben den linken Oberschenkel oder auf die
linke Körperseite ge legt wurde, wie im vorbildlich
dokumentierten Grab I von Tarnamera-Urak dülöje
(SZABO 1965 , Abb. 3, 1, Grabp lan, und Fotos Taf. J,

-

t Bona

- t Bona r .I l ------ 142~------------------------~~~----------------------- 140 1-2), in Jaszapati-Nagyallas Grab 110

r

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l

------

142~------------------------~~~-----------------------

140

1-2), in Jaszapati-Nagyallas Grab 110 (MAD~~S

1994 , 119), Mor-Akaszt6domb Grab 21 (TOROK

1954 , Abb . 2) und Zillingtal Crrab D 14 (DAIM 1998,

in

M6r-Akaszt6domb Grab 25 (TÖRÖK 1954, Abb. 3) oder Ilalimba Grab 85 (TÖRÖK 1998, 25, Taf. 10) zu sehen ist; aber sogar auf den rechten Oberkörper konnte der Köcher gelegt werden, wie in Jaszapati- Nagyallas Grab 68 und 265 (MADARAS 1994, 122). Im Bogenschützengrab 78 von Környe, dessen Köchergürtel mit dem von Varpalota Mätmergrab 12

übereinstimmt - hier wie dort ist der KöchergOrtel mit

den cur

töbe (!\

Jak o ncl.

15-16)

99,

Taf.

4) ,

oder

gc: nau

in

die

Körpcrmitte, wie

reißen

sof01t

im Bo

(LAS2

Grab

Abb. l

var (P

krdin

Rosetten verziert - la g der Köcher vom Schädel

und der linken Schulter aus links oben, offensichtlich

ebenso auf dem Deckel des Brettersarges wie der gespannte Bogen auf der rt!chten Seite des

Sargdeckels

Die aufgezählten, im großen und ganzen gleichal- trigen Fälle unterstützen den Einfall des "Umwenden"

16

am

dies v

fr

repari

Tegla

209-:

Taf.

1963 des Köchers nicht. In Ya.rpalota hat man ganz sicher

214- den Köchergürtel ahgenommen - genauer: gar nicht

(LO'

(BIE

hert<

(SALAMON-ERDELYl 1971 , Taf. 35).

umgeschnallt! - und wie in den übrigen "unre-

gelmäßigen" Fällen den Köcher so und dahin gelegt,

wo im Grab (im Sarg , vgl. in unserem Grab die am

linken Bein gefundene Eisenldammer! == Abb. 8, 19)

Platiwar.5

7,

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264,

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DERMANN DES GRABES 36

Die Riem enz ungen (Taf Tll, 7, 10 - 11)

Schon bei der ersten, flüchtigen Untersuchung war zu sehen, daß sie keine Bestandteile einer frühen Gürtel- garnitur üblicher Verzierung sind, mit den großen Preßmodelfunden waren sie nicht verwandt. Schon als ich mich mit dem Problem unserer unveröffentlichten Riemenzungen erstmals im Zusammei1hang mit den gepreßten Güt1el- und Zaumriemenbeschlägen von Szegvar-Sapoldal beschäftigen mußte, stellte sich heraus, daß sie weder mit dem Artand-Környe-Typ noch mit dem Szegvar-Typ identisch sind. Letzterer konnte - heute hat es schon den Anschein, nicht ganz berechtigt - in Verwandtschaft mit der Riemenzunge von Varpalota Grab 36 gebracht werden, die von Var- palota schien eine "Gcmeinvolk"-Variante der Szegvarer zu sein. Damals versuchte ich, den Typ durch die von einem Solidus von Mauri ei us Tiberius begleitete Gürtelgarnitur von Nyiregyhaza-Kert-

gazdasag zu datieren, den ebenfalls mit t:inem

Mauricius-Goldstück gefundenen von Szegvar ans Ende des 6. Jahrhunde1is, aber das Grab von Nyiregy- lu1za datierte ich schon damals in die ersten Jahrzehnte des 7. Jahrhunderts (BÖNA 1980 , 65) und später aufgrund der Zustandsuntersuchung der Münze in die

620er Jahre (BÖNA 1986, 78). Die damalige Unter- suchung lnterpretiette aber den Verwandtschaftskreis der besagten Riemenzungen zu weit, aus dem der heute schon sicher frühere Szegvar-Typ herausgenom- men werden muß bzw. bloß als m öglicher Vorgänger in Betracht kommen kann . ln Wirklichkeit gibt es nur zwei wabre Verwandte der Riemenzungen von Varpalota. Einer ist die Gütiel- garnitur aus Reitergrab 3 von Nyiregyhaza-Kert- gazdasag, die inzwischen auch auf neuen guten Zeich- nungen zu studieren ist (GARA M 1992, 140, 154, Taf. 26). Dies ist die entferntere Parallele, und auch wenn die Rekonstruktion de s oberen Randes der Rie- menzungen von Nyiregyhaza umstritten sein sollte (vgl. CSALLANY 1958 , 49-50, 73, Taf. VII,3 , 12 , 19 sowie GARAM 1992, Taf. 26, 13-14), ist jedenfalls unbestritten, daß die waagerechte schraffierte Ausfül- lung des mittleren-inneren Feldes erheblich breiter ist als bei denen von Varpalota- sie könnenfolglich nicht

vom gleichen Preßmodel stammen! Infolgedessen da-

tieli die Mauricius-Münze von Nyfregyhaza nicht not- wendigerweise den Gü1tel von Varpalota. Demgegenüber wurden die geprcßten Riemenzun- gen mit Bleieinlage der anderen guten Parallele, Kiszombor Gräberfeld 0 Grab 7, aller Wahrs c hein-

lichkeit

nach

mit

demselben

oder

einem

nahver-

wandten

Preßmodel herge ste llt (Taf. VIII, 8 - 11 ), 6 s ie

sind in den Maßen und im Muster id entisch (CSALL.ANY 1939, 126 , Abb. 4, 2-5). Übertragen wird unser Riemenzungentyp durch den Fokas-Soli-

dus von Kiszombor Gräberfeld 0 Grab 2 (ebd., 125, Taf. III, I) auf des Ende des ersten .Jahrzehnts de s 7. Jahrhunderts datiert. Da die Zeitbestimmungen der 603-607 geprägten Fokas-Goldmünzen übereinstim- men (SOMOGYI 1997, 53, Nr. 36), sind die post quem Daten auch für das Alter des kleinen Familien- fi·iedhofes mit einigen Gräbern richtungsweisend .

Bron ze preßmodel der Riemenzun-

gen Kiszombor 0 7 - Varpalota 36 oder ilu·e r nahen Verwandten ist aus dem Randgebiet des frühawari- schen Siedlungsgebietes, irgendwo im Leitha-Gebict, bekannt, und zwar ist es ein vielbenutztes , starke Ab- nutzungsspuren aufweisendes Preßmodel (WINTER 1997 , 174 , Nr. 48 /3, Taf. 50, 48 /3, Taf. <55, 48 /3 , in

doppelter Vergrößerung Taf. 67). Der Veröffentlicher erkannte genau den Verwandtschaftskreis (Kiszombor

0 7 und Nyiregyhaza-Ke1tgazdasäg 3) und auch seine Zeit um 600 (ebd., 23)- mit dem unveröffentlichten Grab 36 von Varpalota konnte er natürlich ni cht rechnen.

Das gegossene

Der Gürtelschmuck (raf 1!1. 8-9)

Für die Verzierung der spitz schildf'önnigen Güi1el-

beschläge gelang es -

auch unter Berücksichtigung

j

j

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'I

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Güi1el- beschläge gelang es - auch unter Berücksichtigung j j j 'I I der unveröffe Csakbereny,
Güi1el- beschläge gelang es - auch unter Berücksichtigung j j j 'I I der unveröffe Csakbereny,

der unveröffe

Csakbereny,

Rozsamajor t:

'I I· II, Einfriihawarisches Gräberfeld in der Unio-Sandgrub e von Vrirpalota 143 ·- -- ---
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Ta f. V V:irpalota-Unio-Sandgrube (1933), Grab 20, nat. Größe
gu te
Parallelen zu entdecken. Der nächste Verwandte
der unveröffentlichten 3250 Grabfund e von Zamardi,
aus der Nachbarschaft stammt aus Jutas Mäm1er-
Csakbereny,
Me z öfalva -Vasutallomas,
Räcalmas-
grab 167 (lurE- FETTICH 1931, 33, Taf. JX, 19- 20,
R6zsamajor und Elöszallas-Örcghegy! - bisher nicht,
I
144 l. B6na j i FETTICH 1%4, 87, Abb . 18, 4), aber sichtli~h au~--=~en

144

l. B6na

j

i

FETTICH 1%4, 87, Abb . 18, 4), aber sichtli~h au~--=~en Fibeltype~ Pannoniens um so nützlicher ~rgän~

späterer Zeit, aus dem mittleren Drittel des 7. Jahrhun-

zen würde.

1

derts.

1

 

Das Bleikreuz (Taf IV, 5)

t

DIE FUNDE DER FRAUENGRÄBER

Di e Aug e nperl e n (Taf lf~ 3 , Taf VI, 3 ) Die Halsketten aus Grab 20 und 24 sind im großen und ganzen aus identischen Perlentypen zusam- mengesetzt, die aus Grab 20 aus 8- 16 und die aus Grab 24 aus '8-20 Varianten (PASZTOR 1995, 90 , Tar. I; PASZTOR 1996, 38-42 , Taf. 2- 5) - ihre Gleichzeitigkeit ist offensichtlich. Anders als bei den Perlen aus dem Honeum-Friedhof von Fenekpuszta ist die Einordnung von Grab 20 aus Varpalota "unter unsere frühesten awari schen Denkmäle r" nicht be- gründet, wohin es ganz sicher nur wegen seiner "sug-

Fokas und Hcraclius an datie11 (SOS

Abb. 7; NAGY 1998 , 148, Taf.

gilt auch für die Augenperlen von Varpalota die auf

1961,38, 49 ,

170) . - Ganz sicher

den byzantinischen Goldmünzen basierende Chro- nologie (vgl. noch hierzu die Augenperlen von Szentendre Grab 3 mit dem Solidus von Fokas,

BÖNA 1982- 83, 103, Abb. 7.3 und 4, GARAM 1992,

141, Taf. 29) bzw. die Zeitgrenzen 600- 630 der ähnlichen Augenperlt:n der frtinkischen Gräber

(PASZTOR 1995 , 74 aufgrund der .Forschungen von

U. Koch) . Aus chronologischer Sicht gleichgü lti g ist

die schwarze antike Maskenperle (Taf. IV, 4), wie sie die Halskette von Grab 20 enthält (HAEVERNICK 1974, 106, Abb. 2, 1 und 6), die in allen Provinzen des

Römischen Reiches und somit natürlich auch in Pan-

nonien von der Erde aufzulesen war. Und dabei han-

auch

das Fußfragment einer römischen Glastasse und eine halbe römische Glasperle, ganz zu schweigen von der

ebenfalls vom Boden aufge lesenen, zerbrochenen römischen BronzefibeL Heutzutage könnte man näm- lich schon einen Katalog in kleinerer Buchstärke von römischen Bronzefibeln aus langobardischen und awarischen Gräbern Pannoniens zusammenstellen (WERNER 1962, 27, Ann1. 3 kannte aus Pannonien

delt es sich nicht nur um sie , denn in Grab 20 lag

nur

ein einziges = 1 St.!, das aus Zavod), was aus der Sicht der Völkerwanderungszeit nicht sehr aus- sagekräftig wäre, aber unsere Kenntnisse der römi-

Der Anhängerschmuck der Halskette aus Grab 20 istj ein mit Hilfe eines Loches an seinem oberen Balken aufgehängtes glattes kleines Bleilueuz. ln seiner Artl (d. h., wenn wir die goldenen, silbernen und bron.i zenen Kreuze aus Awarengräbem nicht bcrück. 1 \ sichtigen) war dies das erste veröffentlichte Exemplar, dessen wenig geglückte Zeichnung auch in die Topog- raphie vom Kreis Veszprem aufgenommen wurde 1

1

1

(MRT 2, 1969, Taf. 22, 32).7 1964 wurde auch das als

frühestes ausgegrabene Bleikreuz - mit Berufung auf 1 Varpalota Grab 20 - aus dem reichen Frauengrab 116 von Jutas veröffent li cht, das unter anderem mit einem silbernen Ohrringpaar mit großen Kugelanhängern als j Anhänger einer Halskette aus farbigen Augenperlen I gefunden wurde. Die "originale" Publikation (RHE-

f<ETTICH

1931, 25 , Taf. III) erwähnt das in dem

damaligen "vornehmen" Band der Mitteilung als 1 unwert erachtete kleine Bleikreuz nur, das erst die "er- gänzende" Publikation nach rund einem Dritteljahr- hundert veröffentlichte (FETTICH 1964, 90-96, Abb. 11, 1) - auch dann nur, weil man es für die "Theorie" notwendig brauchte Ein Jahr vorher veröffentlichte Ilona Kovrig aus Alattyan Frauengrab A 14 zwei solche gemeinsam ge- fundenen, sehr einfachen kleinen Bleikreuze, die ebenfalls aus e in er Bestattung mit silbernen Ohrringen mit großen Kugelanhängern und bronzener Taschen- kette stammten (KOVRlG 1963 , II, Taf. 1, 38- 39 = Taf. LXII , 3.-IJ ). Kovrig berief sich auf die Parallelen von Varpalota Grab 20 und Juras Grab 116 (cbd., 113). Gleichzeitig damit veröffentlichte Nandor Fet-

tich in seiner Studie über die Bleigüsse auf seiner eigenen Zeichnung von neuem die Bleikreuze aus Alattyan Grab 14 und Varpalota Grab 20 (FETTICH

Abb . 6, 11 und 13, Abb . 7, 10) - mit ih-

nen wollte er gleichfalls seine Gepiden-Theorie unter-

stützen. Grab 116 von Jutas wird durch einen durch Fokas

weiter ab-

genutzten Follis (BONA 1982- 1983, 133, Arun. 44,

nach dem

ersten

die

SOMOGYI 1997, 48-49 , Nr. 33) in die Zeit

überprägten

1963, 77, 80,

und

des

in, awarischen

Händen

7.

gleiche Zt:it wie die

Grab 116, die durch ihre Verwandten Varangevtlle

Grab 7 und Beaunc Grab 347 datiexi wird (SALIN

33-34, GAlLLAR DE

SEMAINVILLE 1995, 149, Abb. 11).

neuerliche

Peter-

reve/ Backo Petrovo Sclo Frauengrab 17, aufgehängt

Bleikreuze

Drittel

Jahrhunderts

frHnkische

datiert -

in

Bronzeschnalle ~us

1949,

In

183-184,

den

Abb.

vergangencn

unseres

Typs

Jahren

wurden

veröffentlicht,

aus

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2(

T gerierten" direkten langobardischen Verbindung

1

bernen Ohrringen von gleicher Größe und Typ von

c Csepel-Haros Grab 8. Bei letzterer sollte die

"früheste" Datierung der Augenperlen eine gepreßte

~ Riemenzunge mit Ornament im Stil TI belegen (PASZTOR 1995 , 73 - 74) . Dabei hatte die Gräber von Haros ihre Ausgräberin - richtig - von der Zeit des

(

2

gelangte, und zwar gemeinsam mit der Frau mit sil-

an einer

Ohrringe

verziex1e1

- von der Zeit des ( 2 gelangte, und zwar gemeinsam mit der Frau mit sil-

(BRUKI'

J I 1er ergän~ , I ab 20 istl I 1 Balkenl ~iner Artl 1rl

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Einfriihawarisches -- . G ra ··b er;e · ,r; ld . ·

zn der Unio-Sandgrube von Vcirpalota

145

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Taf VI Varpalota-Unio-Sandgrube (1933) , Grab 24, nat. Größe

ged-Fehert6 Gräberfeld A Mädchengrab 260 , in dem es ebenfalls der Anhänger an einer Augenperlenkette

war (MADARAS 1995,41, Taf. 28/260, l). Dagegen ist nicht sicher, ob in unsere Gruppe ein aufhängbares

an e~ner Halskette aus Augenperlen zusammen mit

Ohrr.mgen

verzierten

mit

großen

Kugelanhängern

und

mit

Knochenplatten

vom

"Varpalota-Typ"

(BRUKNER 1968, 171- 172, Taf. LJX, 7), und Sze-

Kugelanhängern und mit Knochenplatten vom "Varpalota-Typ" (BRUKNER 1968, 171- 172, Taf. LJX, 7), und Sze-

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kleines Bleikreuz ähnlicher Größe gerechnet werden hört eine mit Blei ausgefüllte kleine gepi·eßte Blech.~~·--

kann , das sich, an einer verrosteten Eisenkette haftend fibel , versehen mit im Blei befestigten Feder unct' t !,.~

in Kömye im Grab I 06 unter dem rechten Becken

fand, einer Bestattung unsicheren Geschlechts und Ro?.eti _Müller. her:orragend beobachtete , daß sie •.•ur. ,.

Zeit (SALAMON- ERDELYI 1971, 24 , Taf. 19, 10 =

Taf. VII,

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Nadel, aus Grab 79 , von der der sie publizierende! 1 .\

sprungheb vtelletcht als Gürtelbeschlag gedtent hatte'', Tatsächlich entspricht die gepreßte Band-~ vcrzierung selbst in ihren Maßen gcnau den Bändern I der Gürtelbeschläge von Varpalota, und bloß die von ; den Bändern umgebenen inneren Fe lder und die ge - ;

gliedc 1ien Ränder unterscheiden sich . Sie konnten fol-

glich nicht mit demselben Preßmodel hergestellt wor- '

den sein. Da die Fibel von Fenekpuszta zusammen mit '

Augenperlen Lmd einem eisernen Armring gefunden j wurde, kann die Publikation sie nur intümlich bei den I Männcrgräbern erwähnen. Der Friedhof außerhalb der Südmauer der spätrömischen Festung mag vom Ende I

l

Gürtelbeschlag

war aber offensichtlich eine Beigabe von späten, ins 7. Jahrhundert gehörenden Bestattungen (MÜLLER 1999, 162, 166-167, Abb. 7. 79 , 2). Bei der Gyönker Parallele ist auffallig, daß der mit Beschlägen verzic1ie Gürtel nicht auf der Hüfte, son- dern um die Füße herum gefunden wurde, also dem Lebenden als Anhängsel diente. In Zamardi-Reti- földek sind in den 19 80er und 1990er Jahren viele gut dokumentierte ähnliche Fälle vorgekommen: Die mit

quadratischen Beschlägen verzierten, manchmal mit X-Bändern befestigten Frauen-"Prachtgürtcl" hingen hier aufdie gleiche Weise herab. (z. B . Grab 91,450, 621, 809, 1140, 1321 usw., Dokumentation von Edith Bardos), und dies hat die Fundumstände der bei

umgestaltete gepreßte

där zur Fibel

früheren Ausgrabungen gefundenen ähnlichen "Gür- tel" fraglich werden lassen . Gleichzeitig mit der Aus- gra bung in Zamardi fand und dokumentierte Attila Kiss im Kölkeder Gräberfeld A ähnlichen Frauen-An-

164 und 276 (K.lSS

1996, 53, 55, 80, Taf. 42-43, Taf 61), und in der zweiten Hälfte d t: r~elb en Fo r schungsperiode le gten Tivadar Vida und Adrien Pasztor ähnliche authenti- sche Anhänger-Gürtel in Budakalisz-Dunapaii Grab 810, 874, 960, 1148 frei (YTDA 1996, l 08, Abb . 1-3). Infolgedessen sind gewisse Zweifel an der Authen- tizität von Yarpalota Grab 20 entstanden, nur wurde nach Zeugnis des Lcngyel-Tagebuches das Grab unter

1933 frei -

gelegt. Man muß also akzeptieren, daß der schnal len-

Kontrolle von Gyula Rh6 am 30. August

hängerschmuck in Grab 151 ,

und riemenzungenlose Gü1tel samt Verzierungen in Yarpalota um die I-lüfte gefunden wurde (Abb. 9, 2). Die Glaubwürdigkeit der Freilegung von Varpalota wird auch durch drei frühere Ausgrabungen gestützt. In Gater Grab 186 befanden sich die mit Yarpalota

Grab 20 auch in der Verzierung verwandten quadrati-

sehe

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VTDA 1998, /\bb . I, 6), die wahrschein-

zerwühlt und ausgeraubt wurde. Nach Form und

vom Typ Jutas- Yarpalota-

Größe steht es dem byzantinischen Silberkreuz mit In- schrift von Balatonfüzfö (MRT 2, 1963, 48, Abb. 8)

näher als den Bleikreuzen

Alattyan. Obwohl -wie gesehen - die am Hals getragenen

kleinen Bleikreuze heute nicht mehr zu den sehr kleinen Körbchenohrringen, einer Halskette aus !

seltenen frühawarischen Funden gehören, schadet es bei ihrem verstreuten Vorkummen dennoch nicht, "aus dem awarenze itlichen Christentum" und mehr noch aus seinem etlmischen Hintergrund keine weitgehen-

den Schlüsse zu ziehen. des 6. Jahrhunderts an genutzt worden sein, der sekun- \

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Der Prachtgürtel des Grabes 20 (Ta{' IV. 9- 14)

Es ist nicht sicher, daß die

Gürtelbeschläge so re-

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gelmäßig quadratisch waren, wie unserem Zeichner

21 die Fragmente zu rekonstruieren gelang, die Xför-

(l. migen Befestigungsbänder gestatten, ja stützen sogar

(t eine schwach rechteckige Form der Beschläge. Dies

muß betont werden, da die einzigen guten Parallelen

unserer Beschläge aus Eszck (Osijek, Essegg), die man um 1900 angeblich in einem einzelnen Reitergrab fand, etwas rechteckig sind (VINSKI 1958, 16 , 50, Taf. XJT). Der Veröffentlicher des Eszeker Gürtel- schmuckes und der hinzugehörigen Riemenzunge reihte sie iJTtümlich bei Funden ein, die mit Ornamen- tik des germanischen Stils 11 verziert waren, auch dort handelt es sich um einfache Bandornamente wie auf den Gütielbeschlägen von Varpalota. Der formal und technisch nächste Verwandte des Gürtelschmuckes von Yarpalota ist die Gürtelgarnitur von Gyönk Frauengrab 111, die aus 8 St. quadratischen gcpreßten Beschlägen besteht, deren Rahmung ebenfalls ähnlich ist und die auch mit in einem Bleibett befestigten Xförmigen Bändern auf dem Riemen angebracht wer- den konnten. Die Dekors von Virpalota und Gyönk unterscheiden sich insofern voneinander, als an Jetzteren noch die Herkunft zu erketmen ist: der gezähnte Tierstil (Tierköpfe und tierische Körpc11eile

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allerdings nicht mehr), sie also theoretisch früher als die von Virpalota oder Eszek sind (ROSNER 1972,

12 8-129, Taf. III, 8- 15) .

Die einzige gute Parallele unserer Gürtelbeschläge, wahrscheinlich ihr Wcrkstattbruder, ist nach vier Jahr%:ehnten vergeblicher Suche "natürlich" nach Ab- sch luß des Manuskripts und sogar seiner Übersetzung ins Deutsche zugänglich geworden. Noch zur Aus- grabung von Karoly Sagi in Fenckpuszta von 1966 ge-

seiner Übersetzung ins Deutsche zugänglich geworden. Noch zur Aus- grabung von Karoly Sagi in Fenckpuszta von
Ein fdi hawa ri sc hes Gräb e rfe ld in_ d e r Uni
Ein fdi hawa ri sc hes Gräb e rfe ld in_ d e r Uni o-Sandg rub e von Vcirpal ota
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Taf. VII Varpalota-U nio-Sand grube (1933), Grab 24 , nat. Größe
sehen
Besch läge
" im rechten Becken und
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lagen die Gürtelbeschläge- offensichtlich des Gürtels
wegen intümlich für die Beigabe einer Männerhcstat-
Hüfte" (KADA 1906 , 154 , Abb. 1), in Cikö Grab 442
tung gehalten -
"am Becken" (KOVRIG
1963,
10 ,
"in der Bauchgegend" der Beerd igten (WOSINSKY
Taf. I, 1- 5 = Taf. LV, 1- 5). A lso mochte es anschei-
1896 , 954, Taf. 226,
1- 2, 5), und i n Alattyan Grab 1

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15- In Grab 20 fand sich ein 3/5-Fragment einer gepreßt

verzierten Scheibe (Taf. IV, 6) und Bronzebandfrag-

mente mit punziertem Rand (Taf. V, 11 - 12) zwischen

Becken und Knien bzw. Oberschenkeln und in Grab 24 das Fragment einer ähnlichen kleinen gepreßten Scheibe (Taf. VI, 4), und zwar an der Innenseite des linken Knöchels - ihr Fundort gab anfangs keine Aufklärung über ihre Bestimmung, ebensowenig wie die wenigen veröffentlichten Parallelen. In Csepei- Haros Grab 7 fand man zwischen den Füßen ein klei- nes ü·agmentarisches Pendant der Scheibe aus Grab 20, das die Veröffentlicherin - teils wegen seiner Fundstelle - für das Fragment einer Männer-Riemen- zungc hielt. Dabei berief sie sich noch auf die Paral- lele von Varpalota, ja sie hätte sich sogar doppelt darauf berufen können , da es auch im Grab von Haros bronzene Bänder gab (SOS 1961 , 38, 48, Abb . 10, 6-7 und 9). Die ersten unversehrten Parallelen unserer Scheibenverzierungen zeichnete Nandor Fettich aus Grab 284 und 397 des Gräberfeldes von Csakbereny ab (aus letzterem auch das Bronzeband mit pun- ziertem Rand) und veröfTentlichte sie als awaren- zeitliche "gepidische" Funde; von ihrer Bestimmung warkeineRede(FETTICH 1965 , 108- JO'J,Abb.169, 12, Abb. 174, 3 und 9). Das Rätsel der Scheiben und · Bänder löste schon der - ohne Begleitangabe - 1969 vorgestellte Fund aus einem frühawarischen Grab von Balatonfüzfö, der klar verriet, daß die Scheiben und Bänder auf geschnitztem Holz befestigt waren (MRT 2, 1969, 48, Taf. 22 , 11-lla) . Von letzterem ausgehend, durfte ich durch Gyula U .szl6s Freundlichkeit die Scheiben und Bronzebän- der von Csakbereny aus Grab 262, 284, 285, 349 und 397 untersuchen. Diese waren damals (in den 1970cr Jahren) teils noch auf Holzreste genagelt, genauer: die Bronzepatina hatte die Holzstücke unter der Bronze bewahrt. Im 1987 freigelegten Grab 621 von Zamardi- Retiföldek bot mir - als dem Mitausgräber - der am linken Knöchel des Skelettes mit Holzüberresten zusammen gefundene Tiegel mit Silberbändem die Gelegenheit, in einer gesonderten Studie oder als augenf:illigstes Ergebnis vor! iegender Studie die sehenswerte Rekonstruktion der Tiegel vom Typ Var- palota-Csakbereny-Füzfö zu gestalten. (Ein ähnliches Tiegel aus Grab 1321 von Zamardi ist noch nicht

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restauriert.) Es war mir eine echte Freude, als ich erfuhr, daß in den darauf folgenden Jahren 1988- 1991 mein Schüler Tivadar Vida in Budakalasz-Dunapart in den Gräbern 397, 458, 770 und 874 eine wahre Serie von

Tiegeltypen u~ter. authentischen Umständen beo- J bachten und mtt Hllfe der Hol züben·este rekonstruie- .:. ren.konnte (VIDA 1995, 239 -2 44, Abb . 14-18). Um j

Parallelen wandte er sich

Liszl6s ·- selbstverständlich auch dorthin, wo das ' meiste zu erwarten war, er veröffentlicht den Gräber- f komplex 262, 284, 285, 349 und 397 von Csakbereny- :

Orondpuszta vollständig (ebd., 245 - 246, Abb. 19-21), und seine Mittei!ung ~ann ich nur im Falle des letzten j Grabes durch d1e setther zerfallene oder unauffind-

bare Holzgrundlage ergänzen (Taf. IX) . In natürlicher

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Größe

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Hälfte

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Abb . 22).

Zur

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die

Zusammenfass ung

Kapseln möchte ich nur hinzufügen , daß man für ihre ' relative Häufigkeit im Kreis der frühen Awaren Pan- ~ noniens eher eine religiöse als eine ethnische Er- J klärung suchen sollte. In dieser Hinsicht ist das Blei- t

kreuz der Frau aus Grab 20 von Va.rpalota tatsächlich \

bemcrkenswe1i, aber ebenfalls das kleine byzantini-

sehe Kreuz unter den funden von Balatonfüzfö und l sogar auch die Kreuzverzierung der Bronzebleche des Tiegels aus Grab 397 von Budakalasz.

Mit Knochenplatten be z o g en e Schacht e ln (Taf

Taf VII, 6- 7)

stimmung haben weder Rhe noch Laszl6

V, 2 - .J ,

Zwar wurden die von Varpalota nicht als erste ausge- graben, wohl aber als erste veröffentlicht = BÖNA

1956, Taf. XXXVI, 3- 4, Taf. XXXVJII, 3--4 . Ihre Be-

noch der

Verfasser untersucht. J. Werner verband sie mit den Knochenpfeifen und hielt sie für ein "Musikinstru- ment", für an "Castagnctten" erinnernde klappernde Platten (WERNER 1962, 28), und veniet damit, daß er sie nie in Händen hatte, da man mit diesen dünnen, zerbrechlichen Plättchen keinerlei Länn machen konnte. Seine Ansicht übernahm als einzige A.gnes Salamon ft.ir das Knochenplattenpaar aus Grab 298 von Szeged-Kundomb (SALAMON- SEBESTYEN 1995, 61 und Anm. 62). Unterdessen erlitten die Plat- ten aus Grab 20 von Varpalota einen Museumsunfall, von der einen brach ein Stück ab, das in der Restaura- torenwerkstatt des Museums ärgerlich falsch wieder angeklebt und so in einerneuen Zeiclmung veröffen-

tlicht wurde (MRT 2, 1969, Taf. 23, 2). Um den Irrtum ein tlir allemal auszuschalten (was nicht leicht ist!), stelle ich dar, daß die beiden Platten ursprünglich eine

die man olme

Berücksichtigung des die Oberfläche bedeckenden eingravierten Dekors (der Logik der Verzierung) genau in zwei Teile schnitt (Taf. VIIJ, 1). Die folgenden veröffentlichten Exemplare (es ist wichtig, die flachen Platten von den ähnlich großen

einzige lange Knochenplatte waren,

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Irrtum t ist!), h eine ohne enden :rung) :es ist :roßen 1 149 Taf. VIIJ Varpalota-Unio-San

149

Taf. VIIJ Varpalota-Unio-San dgrube (1933), 1: Grab 20; 2: Grab 35; 3 : Kerepes Grab D ; 4: M6r-Akaszt6domb Grab 2 1:

5: ßocsa, Fürstengrab; 6: Racalmas-R6zsamajor Grab 130 ; 7: Vä.rpalota-U nio-Sandgrube Grab 12; 8- 11 : Kiszombor 0 Grab 2;

12: Pesze r-Adacs (heute Kunpcsz e r)

MNM 1211 894 , 4 ; 2: 1/2 Größe, die übr igen

nat. Größe

Kiszombor 0 Grab 2; 12: Pesze r-Adacs (heute Kunpcsz e r) MNM 1211 894 , 4

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scheiden, die unten eine spitz herausragende, für

gelochte Konstruktion haben; ein solcher fin-

det sich zusammen mit den hier behandelten Platten

im unten zu nennenen Grab 50 aus dem Gräberfeld A

von Szeged-FeherL6!), aus Alatty:in Frauengrab 41 ein

punktkreisverziertes Fragment außerhalb des rechten

Oberschenkels, und eine unversehrte punktkreisver-

LI zierte Platte als Streufund (KOVRIG 1963, 13, Taf.

lll, 3 und Taf. LXXIII, 7), klärten die Frage auch

nicht, ihre Bestimmung nennt Ilona Kovrig unbekannt

(ebd., 119). Dasselbe gilt für Varpalota-Gimnazium

Grab 134, in dem zusammen mit einem Knochen- mundstück und einem Knochen -Nadelbehälter (des

weiteren angeblich mit einer Pferdebestattung?) eine geometrisch verzic1tc Doppelplatte (ERDELYI-

NEMETH 1969, 180 , Taf.

V, 11 - 12) gefunden wurde

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24. Oktober 19?,9).

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stammte.n, vom oberen Ende der rechten oder linken I ( l! nterarmknochen (also am Ellbogen), 7.WisL:hen dem~ .

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schließlich vom oberen Drittel des rechLen Ober- 1 Schenkelknochens. Berestigt waren sie mittels Lei- mung, bei der Freilegung lagen sie - ebenso wie in Varpalota - alle genau aufeinander, hatten also mit . großer Wahrscheinlichkeit den "Deckel" von mit Kno- chenplatten verzierten "Taschen bedeckt", wie sie reiche Frauen besaßen .

lmken Unterarm und dem linken

reiche Frauen besaßen . lmken Unterarm und dem linken Die endgültige Publikation wiederholt dieselben Angaben

Die endgültige Publikation wiederholt dieselben

Angaben bzw. erweitert sie um die Knochenplatten von Szeged-Fehett6 Gräberfeld A Grab 17, 50 , 136, 215 und270 (MADARAS 1995,70-71, Taf. 3, 1a- lb, Taf. 9, Ja- lb , Taf. 18, la-lb, Taf. 23, 3, Taf. 29, 1a- lb sowie Taf. Xll,l-3- letztere irti.imliche Grab- nummer-, die Knochenplatten von Grab 17, SO und 136 sind auf dem oben genannten Originalfoto von Madaras zu sehen). Aus dem Pendant der Knochen-

platte von Jaszapati-Nagyallas

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schenbeschlag betrachtet werden konnte) und auch be- merkt hätte, daß sein Fund nicht mit dem Ornament

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von Bronzegegenständen verwandt ist, sondern mit

iJ einer ganzen Reihe von publizierten ähnlichen Kno-

chenplatten (TÖRÖK 1973, 116, 126. Abb. 6). Auch Selbstkritik ist berechtigt: Es hätte sich geziemt, die Beschreibung des Frauengrabes D von Kerepes zu le-

sen, aus der hervorgegangen wäre, daß in der Biegung

des linken Ellbogens ein mit Ausnahme der beiden

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"hohe" Knochenplatte als üblicher, verzierter Ta-

Gegenstandes begnügt (aufgrund dessen nämlich die

Veröffentlicher nicht mit dem Poto einer Seite des

geklärt werden können, wenn sich der Ausgräber und

Bestimmung der Knochenplättchen sogar endgültig

Grabzeichnung auf S. 68). Im Jahr darauf hätte die

nen Tasche" beschrieb (KOV/\CEVTC 1972 , 67-7 1,

als Verzierungen einer "kleinen Schachtel" oder "klei-

Becken und den rechten Armknochen zum Vorschein kam, und dessen Veröffentlicher die Knochenplatten

~hnlicher Fundkomplex zwischen dem rechten

Selo "Cik" ab, in dem ein Grab 20 von Varpalota

reiche Frauengrab 77 von Peterreve/ Backo Petrovo

- von ihrem Platz im Grab und ihrer Bestimmung war keine Rede. Den Lösungsweg kürzte in großem Maße das

Grab 211 (MA DA RAS

1994, Taf. XXXII, 2 = Taf. LXVll, 1- 2) wird zwar vorübergehend eine kleine Schachtel, aber auch weit-

erhin im Rahmen der "Geldbeutel-Versteifung" von Szeged-Fehert6 (ebd., 141). Danach war nur noch über das Knochenplattenpaar mit Punktkreisverzie- rung auf der linken Brust neben dem linken Arm von Szeged-Kundomb Grab 298 (SALAMON- SEBES- TYEN 1995, 38, Taf. 37, 4) eine anachronistische (postume) Ansicht zu lesen (ebd. 61, Anm. 62). Was man in diesen kleinen Schachteln aufbewahrt hat, wissen wir immer noch nicht, eindeutig ist heute aber aufgrund des Exemplars von Kerepes Grab D bereits , daß es auf Holz aufgeleimte, mit Holz- bestandteilen kombinie1te Zierschachteln waren, und wir werden mit der Annahme nicht sehr fehlgehen , daß es sich um irgendeine Salbe oder ein .Pulver für die Toilette handelte.

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