Chiemgau-Impakt: Die archäologische Ausgrabung Chieming-Stöttham, die Geologie der Katastrophenschicht sowie Begleitumstände

Erschienen ist soeben ein Artikel, der sich mit dem geologischen Inventar der archäologischen Ausgrabung in Chieming-Stöttham aus dem Jahr 2007, mit den Impaktmerkmalen der Katastrophenschicht und den Beziehungen zum Chiemgau-Impakt beschäftigt. In dem Artikel wird dabei auch herausgestellt, wie sich die Betrachtungsweise der die Archäologie begleitenden geomorphologisch-bodenkundlichen Arbeiten(1) (durchgeführt im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege von Prof. J. Völkel vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der technischen Universität München) von der geologisch-mineralogisch-petrographischen Sichtweise der Impaktforschung grundlegend unterscheidet.

Titel: THE CHIEMGAU METEORITE IMPACT SIGNATURE OF THE STÖTTHAM ARCHAEOLOGICAL SITE (SOUTHEAST GERMANY) Autoren: K. Ernstson, C. Sideris, I. Liritzis, A. Neumair

Bibliographische Angaben:

Die Artikelzusammenfassung folgt hier:
Archaeological excavation at Chieming-Stöttham in the Chiemgau region of Southeast Germany revealed a diamictic (breccia) layer sandwiched between a Neolithic and a Roman occupation layer. This exotic layer bears evidence of its deposition in a catastrophic event that is attributed to the Chiemgau meteorite impact. In the extended crater strewn field produced by the impact, geological excavations have uncovered comparable horizons with an anomalous geological inventory intermixed with archaeological material. Evidences of extreme destruction, temperatures and pressures including impact shock effects suggest that the current views on its being an undisturbed colluvial depositional sequence as postulated by archaeologists and pedologists/geomorphologists is untenable. Deutsche Übersetzung. - Die archäologische Ausgrabung in Chieming-Stöttham in der Chiemgau-Region in Südostdeutschland legte eine diamiktitische (Brekzien-)Schicht frei, die sich eingeschaltet zwischen einer neolithischen und einer römischen Siedlungsschicht befand. Diese exotische Lage besitzt alle Merkmale einer Ablagerung in einem katastrophalen Ereignis, das dem Chiemgau-Meteoriteneinschlag zugeschrieben wird. In dem ausgedehnten Kraterstreufeld, das der Impakt erzeugte, haben geologische Schürfe vergleichbare Horizonte mit anomalem geologischen Inventar und eingearbeitetem archäologischen Material aufgedeckt. Anzeichen von extremen Zerstörungen, Temperaturen und Drücken einschließlich von Schock-Effekten belegen, dass die Ansicht einer ungestörten kolluvialen Ablagerungsfolge, wie sie von Archäologen und Bodenkundlern/Geomorphologen behauptet wird, unhaltbar ist.

(1)

Literatur:

Jörg Völkel, Andrew Murray, Matthias Leopold, and Kerstin Hürkamp: Colluvial filling of a glacial bypass channel near the Chiemsee (Stöttham) and its function as geoarchive. – Zeitschrift für Geomorphologie (Annals of Geomorphology), 56(3), 371-386, 2012.

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