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Gesundheit und Krankheit

Gesundheit und Krankheit Artikel 5, 21. Januar 2012 AJN/RFB Weshalb erleben wir so einen Gesundheits- und

Artikel 5, 21. Januar 2012 AJN/RFB

Weshalb erleben wir so einen Gesundheits- und Wellness-Boom in den letzten Jahren? Der Mensch ist noch gesund genug, dass er sein Ungleichgewicht spürt. Er sucht ein besseres Lebensgefühl, er sucht Freude, er sucht Gesellschaft, Gemeinschaft, er braucht Aufmerksamkeit und ihm werden diese Mög- lichkeiten als Produkt geboten. Es wird ihm suggeriert, dass das die Lösung für seinen Zustand ist, was natürlich ein bestimmtes Ungleichgewicht ausgleicht, indem es ein anderes Ungleichgewicht er- zeugt, das nach Erfüllung schreit. Er ist also auf der Jagd nach immer neuen Reizen. Seine Bemühun- gen gehen aus diesem Grund eher sehr in die Breite (Quantität) und nicht in die Tiefe (Qualität). Und leider wird seine Eigenwahrnehmung davon auch dominiert. Er sieht aus diesem Grund – ohne dass es ihm bewusst ist – in Gesundheit einen quantitativen Zustand und nicht einen qualitativen.

Noch nie war die Kluft so groß: Auf der einen Seite bewegen sich die Menschen schlecht und unnatür- lich, auf der anderen Seite sind die wissenschaftlichen Entwicklungen, Aufklärungen und Möglichkeiten fast grenzenlos. Es gilt heutzutage als normal, mit 30 Jahren – oder sogar früher – Rückenprobleme zu haben. Jeder Arzt, Orthopäde und Physiotherapeut bestätigt, dass ab dem 30. Lebensjahr der kör- perliche Verfall beginnt und laut Studien 40 % der 40 Jährigen Bandscheibenvorfälle haben. Das gilt als normal heutzutage. Obwohl die meisten Menschen heute keine körperlichen Lasten tragen müssen wie in vergangener Zeit haben sie aber die Beschwerden als täten sie es.

Das gleiche betrifft die heutige Ernährungssituation. Noch nie haben sich die Menschen so ungesund ernährt wie heute. Noch nie in der Geschichte hatten wir Menschen so unendlich viele Möglichkeiten und so eine große Auswahl an Nahrungsmitteln in den Supermärkten. Dennoch ist es für die meisten Menschen normal, ungesunde und unnatürliche Lebensmittel, die den Namen teilweise schon gar nicht mehr verdienen, zu konsumieren.

Im Bereich der Psyche ist es dasselbe. Viele Menschen haben in dieser Zeit keine wirklichen Probleme wie Krieg, Hungersnot oder Existenzängste. Zumindest nicht in unserem Land. Viele sind freier denn je zuvor. Viele Menschen können ihr Leben so führen, wie sie es möchten. Viele haben alles an Luxus, den man sich in andern Ländern teilweise nicht vorstellen kann, dennoch fühlen sich viele von diesen Menschen sinnentleert, unglücklich, haben ab 30 Jahren Burnout, Depressionen, Midlifecrisis und viele andere so genannte Zivilisationskrankheiten.

Was ist Gesundheit überhaupt?

Die Meinungen und Definitionen sind sehr unterschiedlich. Laut WHO ist Gesundheit

des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

“ein Zustand

Es ist schwierig Gesundheit zu beschreiben, ohne das genaue Gegenteil – das Wort Krankheit – zu benutzen. Oftmals kann man etwas nur erkennen, wahrnehmen und wertschätzen, wenn man den Gegenpol kennen gelernt hat, in diesem Fall Krankheit. Oder kann man wissen was Freude ist, ohne Trauer zu kennen? Gesundheit ist für uns eine Seite der Medaille. Es ist wie mit vielen Dingen im Leben. Man möchte nur das Positive anstreben. Man will gesund leben, um gesund zu sein. Und wenn eine Krankheit da ist, soll sie so schnell wie möglich wieder verschwinden und man geht zum Arzt, der dann schnellstmög- lich die Symptome unterdrückt. Wenn man traurig, wütend oder aggressiv ist, dann wird in unserer heutigen zivilisierten Gesellschaft nicht das Thema bearbeitet, sondern man tut genau das Gegenteil, man verdrängt dieses, indem man sich ablenkt. Genau diese Gefühlszustände könnten jedoch auch aufgrund der Situation angemessen sein und für eine entsprechende Verarbeitung und Verdauung der zugrunde liegenden Situation, und damit auch einer Gesunderhaltung des Menschen, absolut notwen- dig sein.

Gesundheit bedeutet auch, dass das Immun-Abwehrsystem des Menschen mit „Krankheiten“ jeder Art (biologisch, psychisch,

Gesundheit bedeutet auch, dass das Immun-Abwehrsystem des Menschen mit „Krankheiten“ jeder Art (biologisch, psychisch, sozial) fertig wird. Das heißt, dass er in der Lage ist, aus jedem Ungleichge- wicht wieder in den Zustand einer dynamischen Balance zurückzufinden.

Immer wenn etwas im Bewusstsein (Unterbewusstsein) nicht heil, also ganz ist, und nicht erkannt wird, da es uns ja unbewusst ist, wird es sich auf körperlicher Ebene als Krankheit symptomatisieren. Wer das dann nicht erkennt, und die Krankheit nur weghaben will, etwas wegschneiden lässt, eine Creme raufschmiert und nur die Oberfläche behandelt, der wird das Problem nicht ursächlich lösen. Dieses Thema wird ihm dann – möglicherweise auch woanders – immer wieder präsentiert.

Bei vielen „Krankheiten“, aber auch bei „Schicksalsschlägen“ und „Unfällen“ kann man sich immer folgende Fragen stellen:

1. Wann tritt es auf?

Also zeitlich, vor oder nach welchen Ereignissen. Vor allem bei Dingen die spontan auftreten, wie z. B.: Hexenschuss oder heftige Zahnschmerzen. Da sind der Zeitpunkt und die unmittel- bar bevorstehenden Geschehnisse sehr genau zu untersuchen.

2. Wo tritt es auf?

Welcher Bereich, welches Körperteil? Welche Botschaft wird schon durch die Sprache gesen- det? Z. B. Rückenprobleme / Wirbelsäule: Rückgrat, Aufrichtigkeit, innerer Halt usw. Oder bei Erkältungen: „Man hat die Nase voll“, „Man hat so einen Hals“, „Ich huste dir was“ usw.

3. Wozu zwingt es mich?

Z. B. Mich mit mir selbst auseinander zusetzen, eine Pause einzulegen usw.

4. Wovon hält es mich ab?

Z. B. zur Arbeit zu gehen. Wenn man täglich unlustig zur Arbeit geht und sich selbst sugge- riert, dass man keinen Bock hat und die Arbeit nicht wertschätzt, dann darf man sich nicht wundern, wenn man dann endlich eine Krankheit vom Universum geschenkt bekommt, die ei- nem eine Zwangspause einlegen lässt.

Alleine dieses kann schon oft sehr aufschlussreich sein.

Unser Körper ist nicht unser Feind, sondern unser Freund – auch wenn er erkrankt. Denn unser Kör- per sind auch wir. Er zeigt uns auf, wo etwas nicht mehr in Ordnung ist. Es ist äußerst wichtig, die Signale des Körpers rechtzeitig wahrzunehmen und die Botschaften zu entschlüsseln. Falsch ist es, die Verantwortung abzuschieben, in die Opferhaltung zu gehen und zum Arzt zu laufen mit der Einstel- lung: „Machen sie mich wieder gesund“. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht mehr zum Arzt ge- hen soll und alles alleine heilen kann. Aber man sollte sich schon über Ursache und Wirkung bewusst sein und nicht einfach zu einem Arzt gehen und die Symptome alleine behandeln lassen und die Ursa- che ignorieren.

Was kann nun zur Gesundheit führen?

Also sich absolut gesund ernähren, gesund bewegen, gesund leben, auf alles achten und dann hoffen und denken, dass man nie krank wird - und das soll dann ein gesunder Zustand sein? Alles was für den Menschen dann eine Herausforderung und eine Schwierigkeit bedeutet – d. h. sein momentanes Wohlbefinden stört – wäre mit dieser Denkweise mit Krankheit in irgendeiner Form gleichzusetzen. Nein, wir denken, dass man Gesundheit nicht direkt ansteuern kann. Nehmen wir zur Veranschauli- chung das Yin und Yang Symbol, welches auf dem Gesetz der Polarität und zyklischen Spiralkreisläu- fen beruht. Treibt man etwas extrem in die eine Richtig (z. B.: Gesundheit) gibt es einen Punkt, an dem es nicht weiter geht und es kippt in das genaue Gegenteil (Krankheit). Wahrscheinlich trifft es diesen Menschen noch schlimmer als einen Menschen, der kein Gesundheitsfanatiker war.

Nehmen wir als Beispiel Wing Tsun: Mit den Wing Tsun Prinzipen begegnen wir einer Kraft

Nehmen wir als Beispiel Wing Tsun: Mit den Wing Tsun Prinzipen begegnen wir einer Kraft (die wir in dem Fall auch als Energielieferanten betrachten) mit absolutem Aufnehmen, welches am extremsten Punkt des Prozesses in einer Wirkungsumkehr (Welle) mündet. Man kann das noch in zwei Bildern „nett“ oder „grob“ ausdrücken:

1. Wir verschmelzen mit der Störkraft / den Energielieferanten zu einer Einheit.

2. Wir verleiben uns etwas, das uns begegnet ein und assimilieren die brauchbaren Bestandteile.

Eine Krankheit ist etwas, das uns begegnet, das uns auf irgendeiner Ebene – ob materiell, psychisch oder sozial – kontaktiert, in unsere Sphäre eindringt und damit vor neuen Schwierigkeiten und Her- ausforderungen stellt. Sie gibt uns daher die Möglichkeit uns zu verändern und zu wachsen, wenn wir bereit sind, uns auf diesen Prozess einzulassen. Eine Krankheit kann uns natürlich auch töten, wie ein Gegner auf der Straße, wenn wir nicht in der Lage sind, eine der Situation angemessene Lösung zu schöpfen.

Für uns gibt es nicht die eine Gesundheit, sondern Gesundheit ist die Wechselwirkung vieler Elemente, die zu einem Prozess führen, den wir als gesunden Zustand bezeichnen. Das heißt, dem Leben wieder natürlich und spontan zu begegnen und sich aus allen Konditionierungen, die uns in fremde Ideen sperren, zu befreien.

Um „besseres Wing Tsun“ zu betreiben kämpfen wir nicht ununterbrochen, sondern wir entwickeln und verbessern verschiedenste Fähigkeiten, die wir auch in allen anderen Situationen des Lebens be- nötigen und führen sie in einer Kampfsituation wieder zusammen. Solche Fähigkeiten sind z. B.:

Aufmerksamkeit

Lockerheit

Balance

Timing

Sensitivität

Ganzkörperbewegung

Wille

und noch ein paar mehr

Ähnlich kann verfahren werden, wenn man von Gesundheit redet. All die oben genannten Fähigkeiten

sollten auch für die eigene Gesundheit entwickelt und harmonisiert werden. Mit dieser Herangehens- weise kann man sich dann mit folgenden Bereichen beschäftigen:

Bewegung

Ernährung

Entspannung

Atmung.

Gesundheit ist die Ausbalancierung aller Umstände, denen man momentan unterworfen ist und gleich- zeitig ist Balance der Prozess, mit dem man eine gewisse Ausrichtung erzeugt. Diese Ausrichtung sind die Bezugspunkte / Koordinaten, die es uns ermöglichen, uns in einer bestimmten Richtung weiter zu entwickeln. Wichtig ist es, alle Bereiche des Menschseins (Bewegungszentrum, Denkzentrum, Gefühlszentrum) gleichmäßig zu entwickeln und zu harmonisieren, damit der Mensch wieder sich selbst wahrnimmt und spürt, was er gerade braucht oder was ihn gerade behindert. Denn wie schon weiter oben geschrie- ben, bin ich ja auch mein Körper. Und der, der ihm „am nächsten ist“ und der alle Informationen über den momentanen Zustand in sich trägt bin ich selber. Ich muss aber auch wieder in der Lage sein, auf die Sprache meines Körpers zu hören.

AJN + RFB

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selber. Ich muss aber auch wieder in der Lage sein, auf die Sprache meines Körpers zu