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Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

„Al„Al 'Aqidah“'Aqidah“ (Glaubenslehre)(Glaubenslehre)

I Einführung:

Die Definition von „'Aqidah“:

Linguistisch: etwas festes, verankertes

In der Islamwissenschaft ist es die „Glaubenslehre, die im Herzen des Muslims fest verankert ist“ → Diese Glaubenslehre ist eingeteilt in: Glaube an Allah, die Engel, die Bücher, die Propheten, den Tag der Auferstehung und die Vorbestimmung (das Gute und das Schlechte darin)

Im Allgemeinen befasst sich die 'Aqida mit der verborgenen Welt, die (mit dem bloßen Verstand) nicht erfassbar ist (Hinweis: Auch wenn man vom Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam), oder von Büchern spricht, die man sehen kann, sind diese in der Hinsicht verborgen, dass sie von Allah sind und Allah ist wiederum verborgen.)

Woher bekommen wir dieses Wissen?

Es gibt 2 Arten von Quellen:

Primärquellen: 1. Quran

2. Sunnah

3. Idschma'

Sekundärquellen: 1. Fitrah (Natürliche Veranlagung) → Beleg ist Hadith: „Jedes Kind wird gemäß der Fitrah geboren “ 2. Verstand / Ratio (Achtung: Sekundärquellen können nie eigenständig als Quelle verwendet werden, sondern werden lediglich dazu benutzt, um die Primärquellen zu verstehen!)

Nur mit den Sekundärquellen, kann man niemals die verborgene Welt erfassen → Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte z.B., dass Jibriel (aleyhi salam) 600 Flügel besitzt. Dies kann man nicht einfach herleiten, man benötigt die Primärquellen um dies zu erfahren.

Primärquellen:

1. Definition des Qurans:

Dies sind die Worte Allahs, die er dem Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam), über Jibriel (aleyhi wa sallam), offenbart hat. (Achtung: Der Quran ist kein Geschöpf, sondern die Worte Allahs und Allah ist nicht erschaffen, deswegen ist die Eigenschaft Allahs (hier: das Sprechen) auch nicht erschaffen.) Der Quran wurde mehrfach überliefert (Mutawaatir). Das heißt, dass der Quran, pro Generation, in einer so großen Anzahl überliefert wurde, dass eine gemeinsame Lüge schlicht unmöglich ist. Und seine Rezitation ist ein Gottesdienst ('Ibadah).

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2. Definition der Sunnah:

Es kommt drauf an, wer die Sunnah definiert!

Hadith - Wissenschaftler

Fiqh - Wissenschaftler

Usul - Al Fiqh Wissenschaftler

Für diesen ist die Sunnah die Aussagen, die Taten, die Bestätigungen, die Charaktereigenschaften und das Aussehen des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam).

Für diesen ist die Sunnah eine „freiwillige“ Tat.

Dieser interessiert sich lediglich für die Methoden, durch die ein Faqih die Urteile fällen kann. (z.B. Was sind die Quellen für ein Urteil?)

→ Für ihn ist z.B. nicht interessant, ob bei der Niederwerfung die Knie oder die Hände den Boden zuerst berühren. Sondern: Wann ist eine Aussage ein Befehl und wann ist diese Befehlsform verpflichtend und wann freiwillig?

Fiqh Gelehrte benutzen die Methoden / Quellen, die die Usul – Al Fiqh Gelehrte herausgefunden haben.

 

D.h. wichtig für ihn sind nur die Aussagen, Taten und Bestätigungen des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam), da nur diese einen Einfluss auf die Urteile besitzen.

→ Für die 'Aqidah (Glaubenslehre) benutzt man die Sunnah, nach der Definition von Usul – Al Fiqh.

Ahadith: Es gibt einfach überlieferte (Ahaad) und mehrfach überlieferte (Mutawaatir) Ahadith.

1.

Hadith Mutawaatir: Das heißt, dass die Überlieferung, pro Generation, in einer so großen Anzahl überliefert wurde, dass es unmöglich ist, zu lügen. (Diese sind immer Sahih (authentisch)).

2.

Hadith Ahaad: Hier gibt es 3 Arten: Sahih (stark / authentisch), Hasan (gut / die Authentizität ist weniger stark) und Da'if (schwach).

→ Als Quelle für die 'Aqidah werden Sahih und Hasan Ahadith benutzt!

3.

Definition des Idschma':

Dieser ist der Konsens aller Gelehrten. Man spricht von einem Idschma', wenn es keinen (anerkannten) Gelehrten in einer Generation gibt, der eine andere Meinung vertritt. Zum Beispiel gibt es bei den Sahaba (Gefährten) keinen Idschma', ob Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) bei der Nachtreise (Isra wal Mi'radsch) Allah (subhanahu wa ta'ala) gesehen hat, oder nicht.

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Der Beleg dafür, dass der Idschma' eine Primärquelle ist, ist der Hadith, indem der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Meine Ummah einigt sich nicht auf etwas falsches.“

Weshalb lernen wir die 'Aqidah?

→ Die 'Aqidah ist da, um dementsprechend zu handeln!

Die 'Aqidah beginnt im Herzen, wie ein Gefäß, das mit „Glauben“ gefüllt wird. Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte, dass es im Körper ein Organ gibt, wenn dieses gut ist, ist der ganze Körper gut, wenn dieses jedoch schlecht ist, ist der ganze Körper schlecht. Dies ist das Herz.

Somit hat das Herz, in der die 'Aqidah gefüllt ist, Einfluss auf den gesamten Körper und auf das Handeln des jeweiligen Menschen.

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Wer an Allah und den jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast ehren.“

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte auch:

„Wer an Allah und den jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen, oder schweigen.“

→ Das heißt: Benehmen, Handeln, Wortschatz etc. hat alles mit dem Iman (Glauben) bzw. mit der 'Aqida im Herzen zu tun.

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Der Glaube (Iman) zerreißt, wie ein Gewand zerreißt. So bittet Allah, dass Er den Glauben in eurem Herzen erneuert.“

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte auch:

„Derjenige der Zina (Unzucht) begeht, begeht dies nicht im Zustand des Glaubens.“

→ Das heißt: In der Situation, in der man sündigt, hat man sein Iman (Gewand)

„ausgezogen“. Dies ist der Grund, weshalb wir sündigen. Man vergisst und verdrängt in jenem Moment Allah, Der einen sieht, die Engel, die rechts und links sind etc.

Das Verständnis der Sahaba (Gefährten) in der 'Aqidah:

Beweise im Quran:

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt im Quran:

„Wenn sie an das gleiche glauben, woran ihr glaubt, dann sind sie somit rechtgeleitet. Wenn sie sich jedoch abkehren, dann befinden sie sich in Widerstreit. Aber gegen sie wird Allah dir genügen. Er ist der Allhörende und Allwissende.“ [Surah Al Baqarah (2) Vers 137]

Aber gegen sie wird Allah dir genügen. Er ist der Allhörende und Allwissende.“ [Surah Al Baqarah

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Mit „Ihr“ in diesem Vers, sind die Sahaba (Gefährten) gemeint, denn diese sind die Schüler des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) → Das heißt: Der wahre Weg, ist das Verständnis der Gefährten. Jeder, der eine Glaubenslehre vertritt, die die Glaubenslehre der Gefährten widerspricht, vertritt eine falsche Glaubenslehre.

Wir müssen den Quran und die Sunnah so verstehen, wie die Sahaba sie verstanden haben.

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt im Quran:

„Die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern und den Helfern und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind - Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“ [Surah At Taubah (9) Vers 100]

der großartige Erfolg.“ [Surah At Taubah (9) Vers 100] • Al Muhagirin (Die Auswanderer) sind diejenigen,

Al Muhagirin (Die Auswanderer) sind diejenigen, die mit dem Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) aus Mekka, nach Medina geflüchtet sind.

Al Ansar (Die Helfer), sind die Bewohner Medinas, die die Auswanderer empfangen haben → Das heißt: Sahaba sind entweder Auswanderer (Muhagirin) oder Helfer (Ansar)

Also:

Al Muhagirin (Die Auswanderer) + Al Ansar (Die Helfer) + „diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind“ = „Allah hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“

Beweise in der Sunnah:

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Die besten Menschen sind meine Generation, dann die, nach ihnen, dann die, nach ihnen.“ [Sahih Al Bukhary] → Hinweis: Diese ersten 3 Generation werden auch „As-Salaf-As-Salih“ genannt!

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte auch:

„Die Söhne Israels teilten sich in 72 Gruppen auf. Und meine Ummah (Gemeinschaft) wird sich in 73 Gruppen aufteilen, alle sind in der Höller, außer einer. Jemand fragte: 'Wer sind diese o Gesandter Allahs?' Er (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: 'Es sind diejenigen, die so sind wie ich und meine Gefährten.'“ [At Tirmidhi – Sahih nach Sheikh Al Albani (rahimahullah)]

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Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte auch:

„Haltet an meine Sunnah und an der Sunnah meiner besonnenen, rechtgeleiteten Kalifen nach mir. Beißt darauf mit euren Zähnen.“ [Ibn Abi Asim – Sahih nach Sheikh Al Albani (rahimahullah)]

Somit müssen wir den Quran und die Sunnah so verstehen, wie die Sahaba sie verstanden haben. Jeder Glaube, der dem Glauben der Sahaba widerspricht, ist ein falscher Glaube.

Deswegen nennen wir uns: „Ahlu – Sunnah Wal Jama'ah“

nennen wir uns: „Ahlu – Sunnah Wal Jama'ah“ Die Leute der Sunnah und der Gemeinschaft (Sahaba)

Die Leute der Sunnah und der Gemeinschaft (Sahaba)

II Die Säulen des Glaubens (Iman):

Umar ibn al-Khattab (radiallahu 'anh) berichtet:

Einst, als wir bei dem Gesandten Allahs (sallallahu aleyhi wa sallam) saßen, erschien plötzlich ein Mann, dessen Kleidung strahlend weiß und dessen Haar tief schwarz war, und der kein Anzeichen einer Reise an sich hatte, und den niemand von uns kannte. Er setzte sich neben den Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam), wobei seine Knie die des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) berührten. Die Hände auf seine Oberschenkel legend sagte er. "Oh Muhammad! Kläre mich auf, was wirklich Islam ist."

Der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: "Islam ist, dass du bezeugen sollst, dass es keinen Gott außer Allah allein gibt und dass Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sein Gesandter ist, und dass du das Gebet verrichtest, die Zakat zahlst, das Fasten während des Monats Ramadan beachtest und die Pilgerfahrt zum Hause Allahs durchfuhrst, wenn du dazu in der Lage bist."

Der Mann sagte: "Das ist richtig!" Und wir waren erstaunt, dass er ihn fragte und sogleich die Richtigkeit der Antwort bestätigte. Dann sagte er: "Erzähle mir vom Glauben!" Der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: "Du sollst glauben an Allah, an Seine

Engel, an Seine Bücher, an Seine Propheten, an den Jüngsten Tag, und du sollst glauben,

dass Er das Schicksal bestimmt, sei es gut oder schlecht." [

]

[Sahih Musim – Der Hadith geht noch weiter, jedoch ist der letzte Teil, der Teil, der für dieses Kapitel wichtig ist.]

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1) Der Glaube an Allah:

Der Glaube an Allah besteht aus 4 Aspekten, die vorhanden sein müssen, damit man von einem Glauben an Allah sprechen kann:

1. Der Glaube an die Existenz Allahs

2. Der Glaube an die Herrschaft Allahs (Ar-Rububiyah)

3. Der Glaube an die Namen und Eigenschaften Allahs (Al-Asma wa Sifat)

4. Der Glaube an das Recht der Anbetung Allahs (Al-Uluhiyah)

→ Der Glaube an Allah besteht darin, Allahs „Einzigkeit“ (At-Tauhid) zu bestätigen!

Eine andere Aufteilung, wäre wie folgt:

1. Die Bestätigung der Einzigkeit Allahs in seiner Herrschaft (Ar-Rububiyah) → Zur Herrschaft gehört die Existenz Allahs

2. Die Bestätigung der Einzigkeit Allahs in seinen Namen und Eigenschaften (Al-Asma wa Sifat)

3. Die Bestätigung der Einzigkeit Allahs in seinem Recht der Anbetung (Al-Uluhiyah)

Eine andere Aufteilung, wäre wie folgt:

1. Die Handlungen und Taten Allahs (Ar-Rububiyah und Al-Asma wa Sifat)

2. Die Handlungen und Taten der Menschen, gegenüber Allah (Al-Uluhiyah)

a) Tauhid Ar-Rububiyah:

→ Ar-Rububiyah kommt vom Begriff „Ar-Rabb“ (der Herrscher, Schöpfer, Besitzer und Lenker aller Angelegenheiten)

Dies bestätigt Allah in seiner Herrschaft. Er ist der einzige, der die gesamte Herrschaft besitzt. Anders gesagt bestätigt dies Allah in seinen Handlungen und Taten.

Dazu gehört die Existenz Allahs:

Allah (subhanahu wa ta'ala) erwähnt im Quran 2 Theorien derjenigen, die nicht an Ihn glauben. Er (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„Oder sind sie etwa aus dem Nichts erschaffen worden, oder sind sie (gar) selbst die Schöpfer?„ [Surah At Tur (52) Vers 34 & 35]

die Schöpfer?„ [Surah At Tur (52) Vers 34 & 35] Das heißt, sie sind entweder selbst

Das heißt, sie sind entweder selbst die Schöpfer, was nicht möglich sein kann, denn etwas, was vorher nicht existiert hat, kann nichts erschaffen.

Oder, sie wurden aus dem „Nichts“ erschaffen, was auch nicht möglich sein kann, denn alles muss eine Ursache haben. (Siehe: Kausalitätsprinzip /Ursache – Wirkungsprinzip). Bsp.: A ist Ursache von B, dann ist B Ursache von C usw. Alles muss einen Anfang haben, sonst existiert keine „Ursachenkette“.

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Es gibt jedoch Atheisten, die sagen, dass der „Anfang“ der gesuchte „Zufall“ ist. → Jetzt stellt sich die Frage, was überhaupt „Zufall“ ist? Zufall erklärt lediglich wie etwas zustande gekommen ist, aber nie woher etwas kommt! Bsp.: Person A geht aus Sulzbach heraus und Person B aus Berlin. Beide treffen sich „zufällig“ in Frankfurt. Man weiß somit nur, dass sie sich getroffen haben, aber nicht woher beide kommen. Das gleiche gilt beim Urknall. Woher kommt dieser Urknall? Zufall erklärt nie wo sich der Anfang der „Ursachenkette“ befindet.

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt auch:

„Und auf der Erde gibt es Zeichen für die Überzeugten und (auch) in euch selbst. Seht ihr denn nicht?“ [Surah Ad Dariyat (51) Vers 20 & 21]

ihr denn nicht?“ [Surah Ad Dariyat (51) Vers 20 & 21] Allein, wenn man sich selbst

Allein, wenn man sich selbst anschaut, wie der Körper sich am Leben hält, wie die Zyklen im Körper, ohne es selbst zu wollen, arbeiten, ist es Beweis genug, dass es einen Schöpfer geben muss. Durch Zufall kann nur „Unordnung“ entstehen und der Körper ist voller Ordnung!

Achtung: Bloß an die Existenz Allahs zu glauben, macht einen nicht zu einem Gläubigen!

→ Iblis (Satan) wäre sonst auch ein Gläubiger, denn als er von Allah (subhanahu wa ta'ala) aufgefordert wurde, sich vor Adam (aleyhi salam) niederzuwerfen, Iblis sich geweigert hatte und Allah (subhanahu wa ta'ala) ihm versprochen hat, ihn auf Ewigkeit aus dem Paradies zu verbannen, sagte er, wie Allah (subhanahu wa ta'ala) im Quran sagt: „Er (Iblis) sagte: 'Bei Deiner Erhabenheit, ich will sie sicher alle in die Irre führen.'“ [Surah Sad (38) Vers 82)]

alle in die Irre führen.'“ [Surah Sad (38) Vers 82)] Iblis (Satan) schwört also bei Allah!

Iblis (Satan) schwört also bei Allah! Das heißt, er glaubt an Allah und glaubt an seine Existenz. Dies macht ihn aber lange nicht zu einem Gläubigen!

Was kann dazu führen, dass man nicht an die Einzigkeit Allahs in seiner Herrschaft glaubt?

Wenn jemand behauptet, dass Allah (subhanahu wa ta'ala) gar nicht existiert

Wenn jemand die Handlungen und Taten Allahs (subhanahu wa ta'ala) leugnet, oder Allah Handlungen und Taten zuschreibt, die Er sich selbst nicht zugeschrieben hat

Wenn jemand die Handlungen und Taten Allahs (subhanahu wa ta'ala) Allah und jemand anderem zuschreibt

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b) Tauhid Al-Asma wa Sifat:

Wie sollen wir die Namen und Eigenschaften Allahs verstehen? Es gibt 3 Regeln:

1) Woher entnehmen wir sie? → Aus Quran und Sunnah! Das heißt, wir nennen Allah nur so, wie Er Sich Selbst genannt hat. Hören wir einen Namen, oder eine Eigenschaft Allahs und finden ihn nicht im Quran und nicht in der Sunnah, dann ist dies kein Name und keine Eigenschaft Allahs.

So sagt Allah (subhanahu wa ta'ala):

„Und verfolge nicht das, wovon du kein Wissen hast. Gewiss, Gehör, Augenlicht und Herz, - all diese -, danach wird gefragt werden.“ [Surah Al Isra' (17) Vers 36]

wird gefragt werden.“ [Surah Al Isra' (17) Vers 36] 2) Die Eigenschaften Allahs ähneln den Eigenschaften

2) Die Eigenschaften Allahs ähneln den Eigenschaften der Menschen nicht!

So sagt Allah (subhanahu wa ta'ala):

„(Er ist) der Erschaffer der Himmel und der Erde. Er hat euch aus euch selbst Gattinnen gemacht, und auch aus dem Vieh Paare, wodurch Er euch vermehrt. Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.“ [Surah As-Sura (42) Vers 11]

Allhörende und Allsehende.“ [Surah As-Sura (42) Vers 11] Weiter sagt Allah (subhanahu wa ta'ala): „[ ]

Weiter sagt Allah (subhanahu wa ta'ala):

„[

]

und niemand ist Ihm jemals gleich. [

]“

[Surah Al Ikhlas (112) Vers 4]

sagt Allah (subhanahu wa ta'ala): „[ ] und niemand ist Ihm jemals gleich. [ ]“ [Surah

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3) Wir kennen die Art und Weise Seiner Eigenschaften nicht!

Imam Malik (rahimahullah) saß einmal mit seinen Schülern zusammen als eine Person zu ihm kam und ihn fragte: O Aba Abd Allah (Imam Malik)! Der Gnädige hat Istiwaa (Sich Erhoben) auf dem Thron vollbracht? Wie hat er denn Istiwaa gemacht? (wie sieht dieser Istiwaa aus). Auf dem Gesicht von Imam Malik sahen seine Schüler, dass diese Frage ihn geärgert hat und dass er anfing zu schwitzen. Imam Malik war für einen Moment still, dann antwortete er: „Das Istiwaa (Sich über den Thron Erhoben) ist bekannt. Das Glauben daran ist eine Pflicht und das Fragen danach ist Bid'a (eine Erneuerung). Und du bist ein Mubtadi' (Erneuerer)!“ Und die Person wurde aus der Moschee befördert.

Imam Al Auzaa'i (rahimahullah) sagte: „Der Konsens (Idschma') der Tabi'in (eine Generation nach den Sahaba), beruht au den Konsens der Sahaba, der wiederum auf Quran und Sunnah beruht. Diese sagten, dass sie glaubten, dass Allah über Seinem Thron ist und dass sie an das glauben, was im Quran und in der Sunnah über Seine Eigenschaften steht.'“

Abu Bakr As Siddiq (radiallahu 'anh) sagte, als Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) gestorben ist: „Wer Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) angebetet hat, so ist Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) gestorben. Und wer Allah (subhanahu wa ta'ala), über dem Himmel, angebetet hat, so ist Allah (all)lebendig.“

Abdullah Ibn Mas'ud (radiallahu 'anh): „Zwischen dem untersten Himmel und dem nächsten Himmel liegt eine Zeitspanne von 500 Jahren, und zwischen zwei Himmeln beträgt die Zeitspanne 500 Jahre, und zwischen dem siebten Himmel und dem Kursi (Thronschemel) ist eine Zeitspanne von 500 Jahren, und zwischen dem Kursi (Thronschemel) und dem Wasser liegt eine Zeitspanne von 500 Jahren, und der Thron ('Arsh) ist über dem Wasser, und Allah Der Allmächtige ist über dem Thron (fawqa Al-'Arsh).“

Az-Zuhri und Makhul (große Gelehrte der ersten Generation) wurden über die Namen und Eigenschaften Allahs gefragt und sie sagten: „Nehmt sie so, wie sie dastehen.“

Allah (subhanahu wat'ala) sagt: Er sagte: "O Iblis, was hat dich davon abgehalten, dich vor dem niederzuwerfen, was Ich mit Meinen Händen erschaffen habe? Verhältst du dich hochmütig, oder gehörst du etwa zu den Überheblichen?" [Surah Sad (38) Vers 75]

du etwa zu den Überheblichen?" [Surah Sad (38) Vers 75] → Wenn Allah (subhananhu wa ta'ala)

→ Wenn Allah (subhananhu wa ta'ala) sagt, dass Er Hände hat, dann nehmen wir es so, wie es da steht, ohne die Bedeutung zu ändern.

Ahmad berichtete, dass Umm Salama (radiallahu 'anh) berichtete:

"Der Gesandte Allahs (sallallahu aleyhi wa sallam) sprach oft folgendes Bittgebet:

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"O Allah, der du die Herzen wendest, festige mein Herz so, dass es bei Deiner Religion bleibt". [arab. Ya Muqallibalqulub Thabit Qalbi 'ala Deenik] Da fragte ich: "O Gesandter Allahs, können denn die Herzen gewendet werden?", worauf er sagte: "Ja! Das Herz eines jeden Menschen, den Allah geschaffen hat, hält Allah zwischen zweien Seiner Finger. Wenn Er will, führt Er das Herz auf den richtigen Weg und wenn Er will, lässt Er es abweichen. Drum bitten wir Allah, unseren Herrn, dass Er unsere Herzen nicht von Ihm sich abkehren lassen möge, nachdem Er uns rechtgeleitet hat. Und wir bitten Ihn, dass Er uns Barmherzigkeit von Ihm schenken möge; denn Er ist ja wahrlich der unablässig Gebende."

[Dies berichtete in einem etwas anderen Wortlaut auch Tirmidhi (2140). Albani erklärte den Hadith von Tirmidhi für Sahih.]

Fehler, die man bei den Namen und Eigenschaften Allahs begehen kann:

1. „At-Taschbih“ oder „At-Tamthil = Man vergleicht Allah mit seiner Schöpfung.

2. „At-Ta'til“ = Man leugnet die Eigenschaften Allahs.

3. „A-Tafuidh“ = Etwas überlassen; d.h. Die Namen und Eigenschaften bestätigen, aber nicht zu wissen, was sie bedeuten.

4. „At-Ta´wil“ = Das falsche Interpretieren, oder die Änderung der Bedeutung.

[Achtung: „At-Ta´wil“ bedeutet auch Traumdeutung, die erlaubt ist. „At-Ta´wil“ ist auch ein

anderen Wort für „Tafsir“, d.h. Erläuterung des Quran oder Quranexegese.]

Wie kann es zu Unstimmigkeiten, in Bezug auf die Namen und Eigenschaften Allahs,

kommen?

Es ist zu erwähnen, dass es zur Zeit der Sahaba keine Probleme gab! → Das Hauptproblem: Man vergleicht die Eigenschaften Allahs mit den Eigenschaften der Menschen!

Bsp.: Die Füße eines Tieres, sind nicht die selben, wie die Füße eines Menschen.

Merke: Das der Begriff/Name der Eigenschaft identisch ist, bedeutet nicht zwingend, dass die Art und Weise gleich ist!

Wieso lernt man die Namen und Eigenschaften Allahs?

1. Damit man, wie Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam), über seinen Schöpfer – Allah

(subhanahu wa ta'ala) – spricht.

2. Damit man Allah lieben und fürchten kann, denn man kann Allah nur fürchten oder

lieben, wenn man Ihn kennt und „Wissen“ über Allah besitzt.

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt: „[

fürchten Allah. Wahrlich, Allah ist Erhaben, Allverzeihend.“ [Surah Fatir (35) Vers 28]

]

Wahrlich, nur die Wissenden unter Seinen Dienern

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Grundregeln über die Namen und Eigenschaften Allahs

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„Allahs sind die schönsten Namen; so ruft Ihn damit an und lasst diejenigen, die mit Seinen Namen abwegig umgehen. Ihnen wird das vergolten, was sie zu tun pflegten.“ [Surah Al A'raf (7) Vers 180]

sie zu tun pflegten.“ [Surah Al A'raf (7) Vers 180] → Was ist mit „anrufen“ gemeint?

→ Was ist mit „anrufen“ gemeint?

Ibn Al Qayim (rahimahullah) sagte, dass es 2 Arten der Du'a gibt:

1. Du'a´u Mas´alah = Allah um bestimmte Angelegenheiten bitten. z.B. Ya Rahim irhamni (Oh Gnädiger, Sei gnädig mit mir) oder Ya Razzaq urzuqni (Oh Versorger, versorge mich).

2. Du'a´u 'Ibaadah = Allah mit den Namen dienen. Das heißt man dient Allah, indem man weiß, dass Allah At-Tawaab (der Reue-annemende) ist und man ständig bereut. Die Namen werden Umgesetzt und es gibt eine Auswirkung auf das Leben. z.B. Allah ist der Allhörende (As-Sami'), so lügt man nicht.

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Allah (subhanahu wa ta'ala) hat 99 Namen, wer sie kennt, gelangt ins Paradies.“

→ Was ist mit „kennt“ gemeint?

1. Namen auswendig lernen.

2. Die Bedeutung dieser Namen kennen und verstehen.

3. Allah mit diesen Namen anbeten (anrufen) und diesen Namen umsetzen.

Hinweis: Allah hat mehr als 99 Namen, es gibt Namen, die wir kennen und Namen, die wir nicht kennen!

Manche Gelehrte haben 99 Namen gefunden, manche mehr und manche weniger. Die Quelle jedoch bleibt gleich: Quran und Sunnah. Die Art und Weise, wie die Namen herausgefunden werden, ist jedoch teilweise unterschiedlich.

z.B.: Manche Gelehrte sagen, dass die Namen und Eigenschaften Allahs nur aus Substantiven und Verben abgeleitet werden dürfen. Andere sagen jedoch, dass man diese auch aus Verben analysieren kann. Hier sind sich die Gelehrten beispielsweise uneinig.

Merke: Aus jedem Namen Allahs, kann man eine Eigenschaft ableiten, jedoch kann man nicht aus jeder Eigenschaft Allahs, einen Namen ableiten!

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Der Name „Allah“

→ „Allah“ ist ein Oberbegriff für alle anderen Namen Allahs!

Ibn Al Qayim (rahimahullah) sagte: „Alle Namen Allahs, sind Erläuterungen für den Namen „Allah“. So kann man sagen, dass der Allwissende eine Eigenschaft Allahs ist. Man kann aber nicht sagen, dass Allah eine Eigenschaft des Allwissenden ist.“

→ Möchte man also wissen, was „Allah“ bedeutet, muss man alle anderen Namen Allahs kennen.

Ibn Al Qayim (rahimahullah) sagte, dass der Name „Allah“ vom Begriff und Ausdruck „Al ilah“ abgeleitet wurde. Das „i“ von „Al ilah“ wurde also entfernt und es entstand der Begriff und Ausdruck „Allah“. „Al ilah“ bedeutet also: derjenige, der angebetet, dem gedient und dem verehrt wird. „Allah“ heißt also: Der angebetete, gediente und verehrte.

Angewendet auf die 3 Regeln des „Kennens“:

1. Allah (auswendiggelernt)

2. Allah bedeutet der angebetete, gediente und verehrte

3. Die Umsetzung des Namens „Allah“ führt zum Tauhid (Monotheismus), da man versteht,

dass man keinen anderen, außer Allah, anbeten, dienen und verehren darf.

Anwendung der 3 Regeln auf den Namen „Ar Rahman“:

1. Ar Rahman (auswendiggelernt)

2. Ar Rahman bedeutet der Gnädige, Barmherzige

3. Erste Auswirkung: Wir strengen uns an, zu bereuen, da wir auf Seine Gnade hoffen. Zweite Auswirkung: Wir selbst sollen gnädig mit den Menschen, Tieren, Pflanzen etc. sein, da Allah (subhanahu wa ta'ala) gnädig mit uns sein wird!

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Seid gnädig mit denjenigen, die auf der Erde sind, so ist derjenige gnädig mit euch, der über dem Himmel ist.“

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„Al„Al Fiqh“Fiqh“ („Rechtswissenschaft“)(„Rechtswissenschaft“)

Einführung:

Die Entstehung der 4 Rechtsschulen

→ Wie kann es sein, dass die Gelehrten unterschiedliche Ansichten haben?

Zur Zeit des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam):

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) hat nicht immer nur mit einem Gefährten gesprochen, sondern mit mehreren und verschiedenen. Manchmal gab es Unterrichte in der Moschee, bei denen ein Teil und nicht alle der Gefährten teilgenommen haben. Manchmal war er verreist und andere Leute haben seinen Aussagen mitbekommen und keiner der Gefährten. Hinweis: Jeder hat nur einen (Groß)-Teil mitbekommen, aber nie alles!

'Umar ibnul Khattab (radiallahu 'anh) sagte: „Ich habe mich mit einem anderen abgewechselt, damit wir abwechselnd die Unterrichte von Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) besuchen.“ Hat also 'Umar ibnul Khattab (radiallahu 'anh) den Unterricht besucht, hat er seinem Partner gesagt, was der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) ihnen beigebracht hat und umgekehrt.

Die Gefährten haben nie alle Aussagen, des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) direkt mitbekommen. Es gab Gefährten, die mehr mitbekommen haben und manche, die weniger mitbekommen haben.

Bsp.: Abu Huraira (radiallahu 'anh) hat sehr viele Ahadith mitbekommen, aber auch er selbst hat nicht alles mitbekommen, da er den Islam 4 Jahre vor dem Tod des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) angenommen hat.

Bsp.: Khalid ibnul Walid (radiallahu 'anh) war ein Krieger und war nicht ständig beim Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) um zu lernen, dementsprechend hat er weniger Ahadith mitbekommen.

Bsp: 'Aisha (radiallahu 'anh) lebte mit dem Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) zusammen, das heißt sie hat Ahadith mitbekommen, die kein anderer Gefährte mitbekommen konnte. Insbesondere Aussagen zum Eheleben.

→ Jeder Gefährte hat also einen bestimmten Teil der Aussagen des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) mitbekommen.

Nach dem Tod des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam):

→ Nach dem Tod des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) gab es 4 rechtgeleitet Kalifen: Abu Bakr As Siddiq, 'Umar ibnul Khattab, 'Uthman ibn 'Affan und 'Ali ibn Abi Talib (radiallahu 'anhum)

Das islamische Reich hat sich somit ausgebreitet und die Gefährten sind in verschiedene Länder gezogen um dort zum Beispiel zum Islam aufzurufen.

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Das heißt: Ein Teil der Aussagen des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) ist in Medina geblieben, ein anderer Teil ist in den anderen Ländern oder Gebieten des islamischen Reichs. Somit haben sich die Aussprüche des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) verteilt.

Hinweis: Somit musste ein Jemand, der das Wissen des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) lernen wollte, die Gefährten aufsuchen, denn das Wissen war verteilt!

Die Zeit der 4 Rechtsschulen:

a) Der erste Gelehrte der bekannten 4 Rechtsschulen war Imam Abu Hanifa aus dem Irak. D.h. Imam Abu Hanifa hatte anfangs nur die Ahadith von den Sabaha und Tabi'in, die in Irak waren, mitbekommen.

b) In der Zeit von Imam Abu Hanifa gab es einen anderen Gelehrten der zweiten Rechtsschule. Imam Malik aus Medina. D.h. Imam Malik hatte nur die Ahadith von den Sahaba und Tabi'in, die in Medina waren, mitbekommen.

c) Imam Schafi'i ist in Palästina geboren, war aber auch im Irak und in Ägypten. Als kleines Kind ging Imam Schafi'i nach Medina und wurde Schüler von Imam Malik. Imam Schafi'i hat dann den Al-Muwatta von Imam Malil (eine Hadithsammlung) als Kind auswendiggelernt und hat so die Ahadith, die in Medina waren auch mitbekommen. D.h. Imam Schafi'i hat die Ahadith von den Sahaba und Tabi'in, die in Medina, Irak, Ägypten und Palästina waren, mitbekommen.

d) Als Imam Schafi'i im Irak war, hatte er einen Schüler namens Ahmad ibn Hanbal. Dieser war der letzte der 4 bekannten Gelehrten der Rechtsschulen. Imam Ahmad ibn Hanbal ist sehr oft und sehr viel gereist. Er hat ebenfalls eine Hadithsammlung namens Musnad Al Imam Ahmad.

Imam Abu Hanifa ist beispielsweise einst nach Medina gereist, um die Ahadith vom Imam Malik zu lernen. Also hat Imam Abu Hanifa auch die Ahadith aus Medina mitbekommen.

Imam Malik beispielsweise ist nur in Medina geblieben. Nach Mekka ist er nur wegen der Hadsch (Pilgerfahrt) gereist. Also hat Imam Malik noch die Ahadith aus Mekka und aus Irak, da er ja Imam Abu Hanifa begegnet ist.

Achtung: Als einzelne Person kann man also nie alle Aussagen des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) kennen!

Das bedeutet also, dass es sein kann, dass ein Gelehrter einige Ahadith nicht mitbekommen hat und deswegen eine andere Meinung vertritt, die vielleicht falsch sein kann, wenn es tatsächlich einen Hadith gibt, der seiner Aussage widerspricht. Wenn man also weiß, dass ein authentischer Hadith einer Aussage eines Gelehrten widerspricht, darf man der Aussage des Gelehrten nicht folgen. Alle Gelehrte kennen den Quran, aber nicht alle Gelehrten kennen alle Ahadith!

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Ein anderer Grund für die unterschiedlichen Ansichten bei den Gelehrten ist auch, dass es sein kann, dass gleiche Ahadith unterschiedlich interpretiert oder verstanden werden!

Beispiel:

Einst kam Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) gerade zurück von einer Schlacht und befahl den Gefährten gleich zu dem Ort von Bani Quraidhah zu gehen, ein Stamm von Juden welche außerhalb von Medina lebten. (Die Absicht war sie zu belagern aufgrund des verletzten Abkommens, welche sie mit den Muslimen hatten.) Um die Wichtigkeit der Angelegenheit der Sahaba klar zu machen, sagte Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) zu ihnen: „Keiner von euch soll das Nachmittagsgebet ('Asr) verrichten bis ihr in Bani Quraidhah seid.“ Als die Sahaba auf der Reise waren, trat die Zeit vom Nachmittagsgebet ein. Einige Sahaba fühlten sich verpflichtet sofort das Nachmittagsgebet zu verrichten. Sie sahen den Befehl vom Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) als ein Zeichen für die Eile, damit sie zügig zu ihrem Ziel voranschreiten. Es hieß aber nicht, dass man das Gebet während der Reise nicht verrichten konnte. Somit verrichtete eine Gruppe ihr Gebet auf der Reise. Eine andere Gruppe der Gefährten sahen den Befehl wörtlich und haben das Gebet erst verrichtet, als sie in Bani Quraidhah ankamen. Als sie wieder beim Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) angekommen waren, haben sie ihn gefragt, wer nun recht hätte und er (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Beide.“ [Quelle: Sahih Al Bukhary]

→ Weil beide Gruppen sich angestrengt haben, die Aussage zu verstehen. Jedoch konnte man sie zweideutig verstehen. Nicht beide hatten „recht“, aber beide haben „richtig gehandelt“.

Regel: 1) Es gibt nur eine richtige Meinung. (Aber verschiedene Deutungen) 2) Wenn es 2 Meinungen gibt, darf man die andere nicht „anfeinden“, sondern man muss sie tolerieren.

Darf man einer Rechtsschule folgen? Ja, man darf einer Rechtsschule folgen, indem man den Fiqh von beispielsweise Imam Malik, oder Imam Abu Hanifa lernt. Vorausgesetzt man richtet sich nach den stärkeren Argumenten. D.h. Wenn ein authentischer Hadith der Aussage von Imam Malik oder von dem Gelehrten, von dem man das Wissen nimmt, widerspricht, darf man der Aussage nicht weiter folgen! → Dafür ist jedoch viel Wissen erforderlich.

Für uns: Der Muqallid (Nachahmer) einmal selbstständig entscheiden, welchem Gelehrten / Lehrer er folgt!

Das Aussuchen eines Gelehrten / Lehrers: 1. Es soll ein anerkannter Gelehrter sein

2. Er soll gottesfürchtig sein

3. Er soll Allah immer fürchten und nur die Wahrheit sagen, ohne sie (wegen etwas) zu verändern

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Die Definition von „Fiqh“:

Linguistisch: „Das Verständnis“

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„Ihn preisen die sieben Himmel und die Erde, und wer in ihnen ist. Es gibt nichts, was Ihn nicht lobpreist; ihr aber versteht (Tafqahuna) ihr Preisen nicht. Gewiss, Er ist Nachsichtig und Allvergebend.“ [Surah Al Isra´ (17) Vers 44]

und Allvergebend.“ [Surah Al Isra´ (17) Vers 44] → Alles auf der Welt lobpreist Allah (subhanahu

→ Alles auf der Welt lobpreist Allah (subhanahu wa ta'ala), außer die, die nicht an ihn glauben, doch wir verstehen deren Lobpreisung nicht.

Wissenschaftlich: Die Kenntnis über die praktischen, islamischen Urteile, gemäß ihrer ausführlichen Belege.

= Praktisch (Nicht theoretisch wie die 'Aqidah)

= Islamwissenschaftlich (Verneint alle anderen Wissenschaften)

= Ausführlich belegt (D.h. Keine allgemeinen Belege wie bei Usul – Al Fiqh)

Die islamischen Urteile:

1. Wajib / Fardh = Pflicht (Umsetzung wird belohnt, Unterlassung wird bestraft)

2. Haram = Verboten (Umsetzung wird bestraft, Unterlassung wird belohnt)

3. Mustahab = Wünschenswert (Umsetzung wird belohnt, Unterlassung wird nicht bestraft)

4. Makruh = Verpönt / Nicht-Wünschenswert (Umsetzung wird nicht bestraft, Unterlassung wird belohnt)

5. Mubah = Gleichgültigkeit (Umsetzung und Unterlassung wird weder belohnt, noch bestraft)

Hinweis: Man kann mit einer bestimmten Absicht, Taten, die Mubah (gleichgültig) sind, zu Taten machen, die belohnt werden!

Bsp.: Der Schlaf ist grundlegend kein Gottesdienst (also: Mubah) → Doch geht man mit der Absicht schlafen, sich zu stärken, um Allah (subhanahu wa ta'ala) anbeten zu können, wird man für das „Schlafen“ belohnt!

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Deswegen sagten einige der Salaf (frommen Vorfahren):

„Ich erwarte meinen Lohn für meinen Schlaf, wie ich meinen Lohn für mein Gebet erwarte.“

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Die Taten sind entsprechend der Absicht.“

Die Kapitel des Fiqh – Al 'Ibadat (Fiqh der gottesdienstlichen Handlungen):

1. Die Reinheit

2. Das Gebet

3. Die Geldabgabe (Zakah)

4. Das Fasten

5. Die Pilgerfahrt

Kapitel 1: Die Reinheit (Taharah)

Definition der Reinheit:

Linguistisch: „Die Sauberkeit“

Wissenschaftlich: Die Aufhebung des „Hadath“ (Zustand der Unreinheit) und die Beseitigung der „Najasah“ (Unreinheit).

Hadath: Ein Zustand des Körpers, der Gottesdienstliche Handlungen verhindert, bei denen die Reinheit vorausgesetzt wird (z.B. Das Gebet).

Allgemein zum Thema „Taharah“:

Arten des Wassers

Gebet). Allgemein zum Thema „Taharah“: Arten des Wassers Reinigendes Wasser (Ma´ Tahur) Unreines Wasser (Ma´ Najis)

Reinigendes Wasser (Ma´ Tahur)

Arten des Wassers Reinigendes Wasser (Ma´ Tahur) Unreines Wasser (Ma´ Najis) Mittel zur Aufhebung des Hadath

Unreines Wasser (Ma´ Najis)

Mittel zur Aufhebung des Hadath (Zustand der Unreinheit)

Wasser (Ma´ Najis) Mittel zur Aufhebung des Hadath (Zustand der Unreinheit) Wasser (Wudhu / Ghusl) Erde
Wasser (Ma´ Najis) Mittel zur Aufhebung des Hadath (Zustand der Unreinheit) Wasser (Wudhu / Ghusl) Erde

Wasser (Wudhu / Ghusl)

Erde

(Tayammum)

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Hadath (Zustand der Unreinheit)

Amen Dali – Sulzbach Hadath (Zustand der Unreinheit) Hadath Akbar (Großer Zustand der Unreinheit) → Ghusl
Amen Dali – Sulzbach Hadath (Zustand der Unreinheit) Hadath Akbar (Großer Zustand der Unreinheit) → Ghusl

Hadath Akbar (Großer Zustand der Unreinheit) → Ghusl / Tayammum

Hadath Asghar (Kleiner Zustand der Unreinheit) → Wudhu / Tayammum

Hinweis: Die Najasah (Unreinheit) ist etwas materielles bzw. etwas sichtbares. Der Hadath (Zustand der Unreinheit) ist etwas immaterielles bzw. unsichtbares.

Arten des Wassers:

Reinigendes Wasser (Ma´ Tahur)

→ Jedes Wasser, das vom Himmel fällt, oder aus der Erde entspringt.

Meerwasser

Quellwasser

Flüsse und Bäche

Regenwasser

Brunnenwasser

Eigenschaften des Wassers:

1. Farbe = Farblos

2. Geruch = Geruchlos

3. Geschmack = Geschmacklos

→ Reinigendes Wasser: Wasser in seiner ursprünglichen Form, ohne Veränderung seiner Eigenschaften!

Unreines Wasser (Ma´ Najis)

→ Wasser, das eines der 3 Eigenschaften (Farbe, Geruch und Geschmack) durch eine Unreinheit verändert hat, egal ob viel oder wenig.

Bsp.: Blut (Unreinheit!) fällt in ein Eimer Wasser, sodass sich die Farbe des Wassers verändert. Dieses Wasser ist nun unrein (Najis).

Achtung: Unreines Wasser kann weder zur Aufhebung des Hadath (Zustand der Unreinheit), noch zur Beseitigung der Najasah (Unreinheit) benutzt werden!

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Regel: Ändert sich das Wasser in einer seiner 3 Eigenschaften durch eine reine Substanz nur wenig, gilt die Flüssigkeit noch als Wasser und ist reinigend (Ma´ Tahur).

Ändert sich das Wasser in einer seiner 3 Eigenschaften durch eine reine Substanz viel, gilt die Flüssigkeit nicht als Wasser und ist nicht reinigend.

Bsp.: Wasser vermischt sich mit Milch (reine Flüssigkeit). Kann man die Flüssigkeit noch Wasser nennen, dann ist sie reinigend. Vermischt sich jedoch so viel Milch, sodass man nicht mehr von Wasser sprechen kann, dann ist diese nicht mehr reinigend.

Hinweis: Man muss zwischen „rein“ und „reinigend“ unterscheiden! „Rein“ = Eine reine Flüssigkeit, die nicht unbedingt reinigend ist (z.B. Saft, Milch). „Reinigend“ = Eine reine und reinigende Flüssigkeit (z.B. Wasser).

Gefäße, in denen sich das Wasser befindet:

→ Grundlegend sind alle Gefäße erlaubt, außer Gefäße, die aus Gold oder Silber hergestellt wurden, oder Gold oder Silber enthalten.

Ausnahme: Wenig Silber, das notwendigerweise benutzt werden muss (z.B. zur Reparatur)

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

Trinkt und esst nicht aus Gefäßen, die aus Gold oder Silber sind, denn diese sind für sie (Kuffar / Nicht – Muslime) im Diesseits und für euch (Muslime) im Diesseits.“

→ Das heißt: Man darf aus ihnen weder essen noch trinken, doch zur Benutzung des Wudhu beispielsweise ist es erlaubt! (Es gibt verschiedene Ansichten zu diesem Thema)

Ledergefäße:

1. Leder von Tieren, die (zum Essen) Halal sind und geschächtet wurden, kann man so benutzen, ohne sie zu reinigen (indem man sie gerbt).

2. Leder von Tieren, die (zum Essen) Halal sind, aber nicht geschächtet wurden, kann man nur benutzen, wenn sie gereinigt (gegerbt) wurden.

3. Leder von Tieren, die (zum Essen) Haram sind, kann man nie benutzen.

Hinweis: Wenn man nicht weiß, von welchem Tier das Leder abstammt, gilt die Regel, dass im Zweifelsfall alles rein ist, solange nicht bewiesen ist, dass es unrein ist.

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Das Benehmen am „Abort“:

1. Man betritt das WC mit dem linken Fuß 2. Bevor man reingeht, spricht man
1.
Man betritt das WC mit dem linken Fuß
2.
Bevor man reingeht, spricht man folgende Du'a:
3.
Man tritt mit dem rechten Fuß aus dem WC aus
4.
Wenn man aus dem WC austritt, spricht man folgende Du'a:
Wenn man aus dem WC austritt, spricht man folgende Du'a: Wieso sagt man „Ghufranak“ (Vergib mir),

Wieso sagt man „Ghufranak“ (Vergib mir), wenn man aus dem WC austritt?

Wenn der Muslim seine Notdurft verrichtet und diese „Last“ von sich nimmt und Erleichterung verspürt, erinnert er sich beim rausgehen aus dem WC an seine Sünden, die er noch als „Last“ trägt und sehnt sich nach einer Erleichterung / Entlastung seiner Sünden und deswegen bittet der Muslim um Vergebung.

5. Man bedeckt sind (z.B. im Freien), wenn man die Notdurft verrichtet und man entfernt sich von den Menschen. → An folgenden Orten ist das verrichten der Notdurft untersagt:

– Auf einem Weg, der von Menschen benutzt wird

– An Orten, an denen sich Menschen befinden

– An Bäumen, deren Frucht man benutzt (z.B. zum Essen)

– In Gruben, da diese einer der Wohnstätte der Jinn sind.

6. Man wendet sich weder mit dem Gesicht, noch mit dem Rücken richtung Qibla, sondern mit der Seite. (Einige Gelehrte sagen, dass dies in einer „Wohnung“ nicht wichtig ist, sondern nur, wenn man im Freien ist.)

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Der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam)ging eines Tages an 2 Gräbern vorbei. Er (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „In beiden Gräbern liegen Menschen, die gerade bestraft werden. Und sie werden nicht wegen einer schwierigen Angelegenheit bestraft. (D.h. Nicht, dass es eine kleine Sünde wäre, sondern weil diese Angelegenheiten leicht vermieden werden könnte). Der eine hat sich nach dem Toilettengang nicht gereinigt und der andere hat gelästert. [Quelle: Sahih Al Bukhary & Sahih Muslim]

8. Das Beseitigen der Unreinheit:

1. Istidschmar = Das Reinigen mit „Steinen“ (heute z.B. mit Toilettenpapier). Mindestens 3x mit Toilettenpapier. Ist die Unreinheit nicht beseitigt, muss man dies so lange tun, bis keine Unreinheit mehr da ist. (Sunnah ist es, ungerade Zahlen zu benutzen: 3x, 5x, 7x etc.) Danach sollte man sich mit Wasser reinigen, ist dies nicht möglich, reicht dies auch aus. 2. Istindscha´ = Das Reinigen mit Wasser, bis die Unreinheit entfernt ist.

Achtung: Das Anfassen des Geschlechtteils und das Entfernen der Unreinheiten, darf nur mit der linken Hand getätigt werden!

Die Unreinheit (Najasah):

→ Man unterscheidet 3 Arten

Najasah Murallathah (Starke Unreinheit) → Bestimmte Reinigung

Najasah Mutawassitah (Mittlere Unreinheit) → Mit Wasser reinigen

Najasah Mukhaffafah (Schwache Unreinheit) → Nur mir Wasser „bespritzen“

Der Hund und das Schwein (diese werden nie rein)

Kommt der Hund (nur der Hund) mit Speichel an ein Gefäß oder an ein Kleidungsstück, muss man diese Unreinheit entfernen, indem man das Gefäß oder das Kleidungsstück 7x wäscht. 1x mit Erde und 6x mit Wasser.

Urin und Kot eines Menschen

Al Madhiu (Lustflüssigkeit bei Mann und Frau)

Urin eines männlichen Säuglings, dessen Nahrung ausschließlich aus Milch besteht

Blut (außer, wenn es wenig ist)

Kadaver (außer Meerestiere)

Urin und Kot der Tiere, die (zum Essen) Haram sind. Von Tieren, die (zum Essen) Halal sind, sind keine Unreinheit

Al Maniu (Samenflüssigkeit) ist rein, denn 'Aisha (radiallahu 'anh) sagte, dass der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam), wenn die Samenflüssigkeit noch feucht war, mit Wasser entfernt hat und wenn sie

 

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an einem Kleidungsstück „getrocknet“ war, diese nur „weggekratzt“ hat.

Al Wadiu (Krankheitsbedingte Flüssigkeit, die aus dem Glied austritt)

Al Wudhu (Die rituelle Gebetswaschung)

1.

Die Absicht fassen, den kleineren Zustand der Unreinheit aufzuheben. Achtung: Ohne die Absicht auszusprechen! Der Ort der Absicht ist das Herz!

2.

Das Sagen von „Bismillah“ (Im Namen Allahs).

3.

Die linke und rechte Hand bis zum Handgelenk waschen (3x). Achtung: Dabei darf man nicht vergessen zwischen den Fingern zu waschen!

4.

Mit der rechten Hand den Mund mit Wasser spülen, arab. Madhmadha (3x).

5.

Das Einführen von Wasser in die Nase mit der rechten Hand, arab. Istinschaq und das „herauspressen“ des Wassers mit der linken Hand, arab. Istinthar (3x).

6.

Das Gesicht (da, wo normalerweise die Haare wachsen, bis unter das Kinn und von einem Ohr zum anderen) waschen (3x). Hinweis: Bei dem Mann ist es Sunnah, dass er (wenn der Bart dich ist) mit den nassen Fingern in den Bart hineingeht, um auch die Stellen unter dem Bart zu benässen.

7.

Den rechten und den linken Arm Waschen und dabei von den Fingerspitzen bis zu dem Ellenbogen (3x).

8.

Den Kopf mit feuchten Händen von vorne nach hinten streichen und zurück (1x).

9.

Die Ohren mit den feuchten Händen reinigen (1x).

10.

Die Füße mit Wasser waschen. Von den Zehen (und auch zwischen drin) bis zu den Knöchel. Achtung: Die Fersen dürfen nicht vergessen werden! 'Abdullah Ibn 'Amr (radiallahu 'anh) berichtete: „Der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) blieb einmal auf einer Reise, die wir unternommen hatten, hinter uns zurück. Er holte uns ein, als wir gerade den Wudhu für ein Gebet vornahmen, welches schon überfällig war. Wir fuhren deshalb (in Eile) mit den Händen über unsere Füße, da wandte sich der Prophet mit lauter Stimme uns zu und sagte:

„Wehe den Fersen, wenn sie im Feuer brennen.“ Und er wiederholte es zwei - oder dreimal.“ [Quelle: Sahih Al Bukhary] (Für Du'a nach dem Wudhu siehe: Hisnul Muslim)

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Regel:

Alle Körperteile müssen 1-3x gewaschen werden

Die Reihenfolge muss eingehalten werden

Zwischen der Reinigung eines Körperteils und der Reinigung des nächsten Körperteils, darf nicht so viel Zeit vergehen, dass das vorherige Körperteil trocknet.

Streichen über (Leder)Socken (Mash 'alal Khuffain)

→ Es müssen Socken / Schuhe sein, die den Fußbereich bedecken, den man waschen müsste. (Also bis zu den Knöchel)

1. Die Socken / Schuhe müssen nach einem vollständigen Wudhu angezogen werden

2. Wenn man nicht auf Reise ist, hat man 24h Zeit über die Socken / Schuhe zu streichen. Ist man auf Reise erhöht sich die Zeit auf 72h.

3. Die Frist der Zeit fängt ab dem ersten Streichen über die Socken / Schuhe, nach Ungültigkeit des Wudhu, an.

4. Man streicht mit beiden Handflächen, die benässt worden sind, über die Oberseite beider Füße.

Hinweis: Hat man ein Verband, einen Gips oder ähnliches, was man nicht entfernen kann, darf man über die Komplette Fläche streichen. Der Mann darf über eine 'Imamah (Turban) und die Frau darf über ihr Hijab streichen.

Was macht den Wudhu (Die rituelle Gebetswaschung) ungültig?

1.

Alles, was aus dem Genitalbereich austritt bzw. alle Exkremente.

2.

Wenn viel Blut aus dem Körper austritt.

3.

Wenn man nicht bei Verstand ist (Schlaf, Trunkenheit, Narkose etc.).

4.

Das Verzehren von Kamelfleisch (nur Kamelfleisch, laut Hadith).

5.

Eine Frau (oder umgekehrt) mit Begierden / Lust anfassen und das direkte Anfassen des Genitalbereichs.

6.

Einen verstorbenen zu waschen.

7.

Austritt aus dem Islam.

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Was setzt den Ghusl (Ganzkörperwaschung) voraus?

1.

Janabah (Großer Zustand der Unreinheit) entsteht durch den Austritt von Samenflüssigkeit und durch den Geschlechtsverkehr (auch ohne Austritt von Samenflüssigkeit).

2.

Bei Frauen: Austritt von Blut bei der Periode und beim Wochenfluss (nach der Geburt).

3.

Wenn man stirbt, muss man gewaschen werden. Achtung: Außer der Shahid (Märtyrer). Er wird so begraben, wie er gestorben ist.

4.

Wenn jemand zum Islam konvertiert.

Der Ghusl (Ganzkörperwaschung)

1. Den Genitalbereich mit der linken Hand waschen (vorne und hinten)

2. Al Wudhu machen (entweder mit dem Waschen der Füße, oder ohne)

3. Seine Haare 3x mit Wasser waschen

4. Rechte Körperhälfte (vorne und hinten) mit Wasser waschen

5. Linke Körperhälfte (vorne und hinten) mit Wasser waschen

6. Füße 3x Waschen (wenn man beim Wudhu die Füße weggelassen hat)

Hinweis:

Die oben genannten 6 Punkte sind die Sunnah des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam). Man kann auch Ghusl machen, indem man seinen ganzen Körper mit Wasser wäscht und die Absicht hat den großen Zustand der Unreinheit aufzuheben, ohne die Reihenfolge beachten zu müssen. Dies würde ausreichen, ist aber nicht die Sunnah.

Wie verhält man sich, wenn man sich nicht mit Wasser waschen kann?

→ Man hat entweder kein Wasser, oder man hat Wasser, aber kann es nicht benutzen (z.B. aus gesundheitlichen Gründen).

Befindet man sich in solch einer Situation, vollzieht man den Tayammum (Ersatzwaschung mit Erde).

1. Die Absicht fassen, entweder anstelle des Wudhu oder anstelle des Ghusl

2. Man sagt „Bismillah“ (Im Namen Allahs)

3. Man „schlägt“ mit beiden Handflächen 1x auf Erde

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5. Mit der linken Hand streicht man dann 1x auf den Handrücken der rechten Hand

6. Mit der rechten Hand streicht man danach 1x auf den Handrücken der linken Hand

Achtung: Kann man aus „irgendwelchen Gründen“ weder Ghusl, noch Wudhu, noch Tayammum machen, betet man so, wie man ist. Das Gebet bleibt unter allen Umständen.

Was darf man ohne Wudhu nicht machen?

1. Man darf nicht beten

2. Man darf die Ka'ba bei der Hadsch nicht umrunden

3. Man darf den Mushaf / Quran nicht anfassen (bei einigen Gelehrten)

Was darf man ohne Ghusl nicht machen?

→ Alle Dinge, die man ohne Wudhu nicht machen darf und zusätzlich:

1. Darf man kein Quran lesen (bei einigen Gelehrten)

2. Darf man nicht in der Moschee verweilen (dafür ist mindestens Wudhu notwendig, auch wenn man keinen Ghusl hat)

Was darf eine Frau, die eine Periode hat, nicht machen?

1. Sie darf weder beten, noch fasten

2. Sie darf kein Geschlechtsverkehr haben

3. Es ist für den Ehemann Haram, sich von ihr zu scheiden

Die Blutarten der Frau

Es gibt 3 Blutarten:

1. Al Haidh = Die Periode / Menstruation

2. Al Istihadhah = Eine Blutart der Frau, die krankheitsbedingt ist

3. An Nifaas = Der Wochenfluss / Das Wochenbett (nach der Geburt)

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Al Haidh (Die Periode / Menstruation)

→ Es ist ein Zeichen für die Pubertät der Frau

Merkmale: Bestimmte (dunkle) Farbe und ein etwas unangenehmer Geruch des Blutes. Somit kann die Frau unterscheiden, welche Blutart dies ist.

Der Unterschied zwischen Al Haidh und Al Istihadhah ist, dass sie beim Al Haidh weder Geschlechtsverkehr, noch beten, noch fasten darf. Beim Al Istihadhah schon.

Wenn eine Frau zwischen Al Haidh und Al Istihadhah unterscheiden kann, dann muss sie sich solange vom Gebet, Fasten und vom Geschlechtsverkehr fernhalten, bis sie erkennt, dass es das Blut der Menstruation ist. (Durch Farbe und Geruch)

Regel:

Solange die Eigenschaft des Blutes die Eigenschaft der Menstruation besitzt, ist es die Periode, egal wie lange diese Blutung andauert. Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte jedoch, dass es normalerweise zwischen 6 und 7 Tage andauert.

Was macht eine Frau, wenn sie das Blut nicht unterscheiden kann?

1. Sie fragt eine Person des Vertrauens, so wie die Gefährtinnen 'Aisha (radiallahu 'anh) gefragt haben.

2. Hat sie keine Möglichkeit zu fragen, folgt sie ihrer „normalen“ Periodenanzahl, dauert die Blutung dann länger an, als ihre „normale“ Periodenanzahl, ist es Al Istihadhah.

3. Hat sie auch keine bestimme Periodenanzahl, dann sollte sie, die der Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte, die Tage abwarten, die bei der Frau am verbreitetsten sind und das sind 6 bis 7 Tage.

Achtung: Alles, was die „normale“ Zeit der Periode überschreitet, ist Al Istihadhah. Und bei Istihadhah muss die Frau normal beten, jedoch muss sie zu jeder Gebetszeit neu Wudhu machen. (D.h. Sie muss beispielsweise zum Dhuhr Wudhu machen und kann dann so viel beten, wie sie möchte, muss aber dann zum 'Asr wieder Wudhu machen.)

Sutrah bzw. Kudrah → Dies ist eine Ausscheidung bei der Frau, die kein Blut ist und eine rostähnliche Farbe besitzt.

Tritt diese Ausscheidung vor dem Al Haidh aus, ist es das sogenannte Sutrah bzw. Kudrah. Man entfernt diese Unreinheit, reinigt sich selbst und kann dann beten.

Tritt diese Ausscheidung während dem Al Haidh aus, ist es immer noch Al Haidh.

Tritt diese Ausscheidung nach dem Al Haidh aus, ist es Al Istihadhah.

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An Nifaas Der Wochenfluss / Das Wochenbett (nach der Geburt)

→ Die Höchstdauer von An Nifaas ist bei den Gelehrten unterschiedlich. Eine Meinung besagt maximal 40 Tage und eine andere 60 Tage.

Ist die Blutung länger als 40 bis 60 Tage, ist es nicht mehr An Nifaas, sondern Al Istihadhah. D.h. Sie muss und kann wieder beten, fasten etc. aber sie muss zu jeder Gebetszeit den Wudhu erneuern.

Hinweis:

Wichtig für die Frau ist nun zu wissen, dass, wenn sie z.B. fastet und vor dem Maghrib (Abendgebet) ihre Periode bekommt, sie diesen Tag nachfasten muss.

Endet ihre Periode z.B. 1h vor dem Maghrib (Abendgebet), muss sie 'Asr (Nachmittagsgebet) und Dhuhr (Mittagsgebet) nachbeten, da sie in der Zeit der „Nachholzeit des Dhuhr“ wieder rein wurde. (Für mehr Information zu den Gebtszeiten, sieh nächstes Kapitel).

Kapitel 2: Das Gebet (Salah)

Die Voraussetzung des Gebets:

1. Die Reinheit (siehe Kapitel 1)

2. Das Eintreten der Gebetszeit

3. Die Bedeckung der 'Aurah (Schambereiche)

4. Das Stehen Richtung Qibla (Richtung Ka'bah)

5. Der erste und zweite Gebetsruf (Al Adhan und Al Iqamah)

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Die Nachholzeit ist im Grunde nur für die Periode der Frau wichtig, wann sie welches Gebet nachholen muss, wenn sie wieder rein wird

Hat jemand ein Gebet „verschlafen“ muss man sofort, wenn man aufwacht, oder man sich daran erinnert hat, alle verpassten Gebete in der richtigen Reihenfolge „nachbeten“

Zeiten, an denen das freiwillige Gebete, die keinen Grund haben, verboten sind:

1. Ab dem Fajr (Morgengebet), bis zum Morgengebet

2. Ab dem Sonnenaufgang, bis ca. 10 – 15 min. nach dem Sonnenaufgang

3. Ab ca. 20 min. vor dem Dhuhr (Mittagsgebet), bis zum Dhuhr (Mittagsgebet)

4. Ab dem 'Asr (Nachmittagsgebet), bis zum Maghrib (Abendgebet)

3. Die Bedeckung der 'Aurah (Schambereiche)

Im Gebet:

Frau: Gesamter Körper, außer Gesicht und Hände. Achtung: Auch die Füße müssen bedeckt werden!

Mann: Alles vom Bauchnabel bis einschließlich den Knien. Bei einigen Gelehrten auch die Schultern. Achtung: Bei der Niederwerfung wird oft ein Teil der 'Aurah (Unterseite des Rückens) aufgedeckt, wenn das Oberteil nicht lang genug ist. Ist die 'Aurah zu sehen, wird das Gebet ungültig!

Außerhalb des Gebets:

Frau: Man unterscheidet die 'Aurah bei Anwesenheit eines Nicht-Mahrams oder eines Mahrams bzw. einer Frau.

Hinweis:

Ein Mahram (Plural: Mahaarim) ist für die Frau alle männlichen, die sie nie heiraten darf. Diese sind der Vater, Bruder, Sohn, Großvater, Enkelkinder, Onkel (väterlicher und mütterlicherseits), Neffe, Neffe brüderlicherseits und der Ehemann.

Die Frau vor Nicht-Mahaarim:

1. Meinung der Gelehrten ist, dass sie sich so kleiden muss wie im Gebet. 2. Meinung der Gelehrten ist, dass sie sich komplett bedecken muss (Niqab).

Es gibt einen Konsens (Idschma') der Gelehrten, dass in der Zeit der Fitnah (Versuchung), der Niqab zu einer Pflicht wird. Die Meinungsverschiedenheit, ob der Niqab nun Pflicht sei oder nicht, gibt es nur, wenn man in keiner Zeit der Fitnah lebt (d.h. Alle verhalten sich islamisch, alle senken die Blicke usw.).

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Die Frau vor Mahaarim und vor Frauen:

Der Komplette Körper muss bedeckt sein, außer der Kopf, der Hals, die Arme (doch die Schultern müssen bedeckt werden), und alles bis unter die Knie, dürfen sichtbar sein.

4. Die Gebetsrichtung (Qiblah)

1. Die Gebetsrichtung im Haram (Moschee in Mekka): Da muss man genau mit dem Körper vor der Ka'bah stehen.

2. Die Gebetsrichtung außerhalb des Haram (Moschee in Mekka): Da sollte man nur versuchen die „Richtung“ zur Ka'bah zu treffen in einem Winkel von ca. +/- 45 Grad.

3. Weiß man überhaupt nicht, wo die Qiblah ist, muss man sich anstrengen, die Qiblah herauszufinden.

4. Bringt die Anstrengung auch nichts, betet man in irgendwelche Richtung. Findet man während des Gebets die Qiblah, indem jemand während des Gebets einen darauf aufmerksam macht, kann man sich während des Gebets drehen und das Gebet ist gültig. (Erfährt man erst nach dem Gebet die Qiblah, braucht man das Gebet nicht zu wiederholen.)

5. Der erste und zweite Gebetsruf (Al Adhan und Al Iqamah)

Al Adhan:

→ Dies bedeutet, dass man den Leuten „berichtet“, dass die Gebetszeit eingetroffen ist.

Die Geschichte des Adhan war, dass die Sahabah (Gefährten) wollten, dass zum Gebet aufgerufen werden sollte, um zu wissen, wann die Gebetszeit eingetroffen ist. Manche haben eine Glocke, wie bei den Christen, vorgeschlagen, doch 'Umar ibnul Khattab (radiallahu 'anh) hatte einst einen Traum und hat vom Al Adhan geträumt. Diesen Traum hat er dem Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) erzählt und dieser wurde dann zum Gebetsruf.

1. Allahu Akbar (entweder 2x oder 4x, beides ist Sunnah) → Allah ist größer

2. Aschhadu an la ilaha illa Allah (2x) → Ich bezeuge, dass es keinen anbetungswürdigen Gott gibt, außer Allah

3. Aschhadu anna Muhammadan rasullah (2x) → Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allah ist

4. Haya 'ala Salah (2x) → Kommt zum Gebet

5. Haya 'alal Falah (2x) → Kommt zum Erfolg

6. Assalatu khairun minannaum (2x) → Das Gebet ist besser als der Schlaf (nur beim Fajr)

7. Allahu Akbar (2x) → Allah ist größer

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Al Iqamah:

→ Zum eröffnen des Gebets. Hier gibt es 2 Arten, die Sunnah sind, entweder die Anzahl wie beim Adhan (+ 2x Qadqamati Salah), oder die Anzahl halbieren.

1. Allahu Akbar (entweder 2x oder 4x) → Allah ist größer

2. Aschhadu an la ilaha illa Allah (1x oder 2x) → Ich bezeuge, dass es keinen anbetunswürdigen Gott gibt, außer Allah

3. Aschhadu anna Muhammadan rasullah (1x oder 2x) → Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allah ist

4. Haya 'ala Salah (1x oder 2x) → Kommt zum Gebet

5. Haya 'alal Falah (1x oder 2x) → Kommt zum Erfolg

6. Qadqamati Salah (2x) → Das Gebet ist eingetreten

7. Allahu Akbar (2x) → Allah ist größer

8. La ilaha illa Allah (1x) → Es gibt keinen anbetungswürdigen Gott, außer Allah

Die Fehler während dem Adhan:

– Der Adhan unterliegt den selben Rezitationsregeln wie beim Quranlesen z.B. statt „ Aschhadu an la ilaha illa Allah“, „Aschhadu alla ilaha illa Allah“.

– Der Adhan sollte schön gemacht werden (ohne zu übertreiben)

– Aaaallahu Akbar (das „a“ am Anfang langziehen), dies ist im Arabischen ein Fragesatz. D.h. man sagt nicht mehr „Allah ist größer“, sondern „Ist Allah größer?“.

– Allahu Akbaaaar (das „a“ am Ende langziehen), diese sind im arabischen „Trommeln“. D.h. man sagt nicht mehr „Allah ist größer“, sondern „Allah ist eine Trommel“.

– Statt „Allahu Akbar“ sagt man „Allahuakbar“ (ein „wa“ (und) zwischen Allah und Akbar). D.h. man sagt nicht mehr „Allah ist größer“, sondern „Allah und Akbar“.

– Aussprache von bestimmten Buchstaben wie „ha“ werden nicht richtig ausgesprochen

Hinweis:

Wenn man den Adhan als Zuhörer wiederholt und danach für Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) Al Wasilah bittet (d.h. Eine bestimmte Du'a nach dem Adhan sagt), für den wird Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) am Tag der Auferstehung Fürsprache einlegen. Alles, was der Muadhin (der, der den Adhan ruft) wird wiederholt, außer bei Haya 'ala Salah und bei Hayah 'alal Falah. Da sagt man als Zuhörer „La haula wa la Quatta illa bilah“ (Keine Macht noch Kraft außer bei Allah).

Man sagt dies, um sich zu vergegenwärtigen, dass nur Allah einem die Kraft gibt zu beten und dass nur Allah einen rechtgeleitet hat. So kann man nicht prahlerisch sein.

Nach dem Adhan:

1) Man wünscht dem Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam) Segen, wie beim Taschahud:

Allahumma sallai 'ala muhammad wa 'ala ali muhammad, kama salaita 'ala ibrahim wa 'ala ali ibrahim innaka hamidun madschid. Allahumma baraik 'ala muhammad wa 'ala ali muhammad, kama salaita 'ala ibrahim wa 'ala ali ibrahim fil'alamin innaka hamidun madschid.

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

2) Man spricht folgende Du'a:

Amen Dali – Sulzbach 2) Man spricht folgende Du'a: 3) Danach spricht man folgende Du'a: raDîtu
Amen Dali – Sulzbach 2) Man spricht folgende Du'a: 3) Danach spricht man folgende Du'a: raDîtu

3) Danach spricht man folgende Du'a:

folgende Du'a: 3) Danach spricht man folgende Du'a: raDîtu billâhi rabban wa bimuHammadin rasûlan wa

raDîtu billâhi rabban wa bimuHammadin rasûlan wa bil-'islâmi dînâ

Ich bin zufrieden mit Allâh als Herrn und Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) als Gesandten und Islam als Religion.

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

„At„At Tazkiyah“Tazkiyah“ (Läuterung(Läuterung derder Seele)Seele)

I Einführung:

Tazkiyah: Befasst sich im Grunde mit der Frage, wie man zur Zufriedenheit Allahs gelangt bzw. wie man zu einer Nafs (Seele) gelangt die zufrieden mit Allah ist und Allah zufrieden mit ihr ist.

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt (dass Ibrahim bittet):

„[

verliest und sie das Buch und die Weisheit lehrt und sie läutert. Du bist ja der Allmächtige und Allweise.“

[Surah Al Baqarah (2) Vers 129]

]

Unser Herr, schicke zu ihnen einen Gesandten von ihnen, der ihnen Deine Worte

zu ihnen einen Gesandten von ihnen, der ihnen Deine Worte Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt (indem

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt (indem Er antwortet):

„Er ist es, Der unter den Schriftunkundigen einen Gesandten von ihnen hat erstehen lassen, der ihnen Seine Zeichen verliest, sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich ja zuvor in deutlichem Irrtum befanden […].“ [Surah Al Furqan (62) Vers 2]

Irrtum befanden […].“ [Surah Al Furqan (62) Vers 2] → Allah (subhanahu wa ta'ala) hat die

→ Allah (subhanahu wa ta'ala) hat die Reihenfolge bei der Antwort geändert und hat das „Läutern“ an zweiter Stelle erwähnt. D.h.: Das zeigt, dass Tazkiyah eine entscheidende Rolle spielt

Linguistisch: Tazkiyah kommt von Wort „Zakah“, was vermehren bedeutet.

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Kein Vermögen / Besitz verringert sich durch die Sadaqah (hier: Spende).“

Wissenschaftlich: Tazkiyah bedeutet die Reinigung der Nafs (Seele)

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„[

sein wird ja, wer sie verkümmern lässt [

]

Wohl ergehen wird es ja jemandem, der sie (hier: die Seele) läutert, und enttäuscht

]“

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach Das heißt: Tazkiyah (Läuterung) ≠ Dadsiyah (Vernachlässigung) → Man

Das heißt: Tazkiyah (Läuterung) ≠ Dadsiyah (Vernachlässigung) → Man muss die Nafs (Seele) so reinigen, läutern bzw. erziehen, dass sie jemanden zu Allah antreibt.

3 Arten der Nafs (Seele):

1. Erste Stufe (Grundeinstellung): „Al Ammaarah“

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„[

[Surah Yusuf (12) Vers 53]

]

Die Seele gebietet fürwahr mit Nachdruck (stets) das Böse […]“

gebietet fürwahr mit Nachdruck (stets) das Böse […]“ 2. Zweite Stufe: „Al Lauaamah“ Allah (subahanahu wa

2. Zweite Stufe: „Al Lauaamah“ Allah (subahanahu wa ta'ala) sagte:

„[

[Surah Al Qiyamah (75) Vers 2]

]

Nein! Ich schwöre bei der Seele, die sich selbst tadelt.“

Nein! Ich schwöre bei der Seele, die sich selbst tadelt.“ 3. Dritte Stufe: „Al Mutma innah“

3. Dritte Stufe: „Al Mutma innah“ Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„[

mit Wohlgefallen zurück. Tritt ein unter Meine Diener, und tritt ein in Meinen

(Paradies)garten.“ [Surah Al Fajr (89) Vers 72 – Ende]

]

O du Seele, die du Ruhe gefunden hast, kehre zu deinem Herrn zufrieden und

du Ruhe gefunden hast, kehre zu deinem Herrn zufrieden und Hinweis: Somit gelangt ins Paradies nur

Hinweis:

Somit gelangt ins Paradies nur eine Nafs „Al Mutma innah“. Diese Seele wurde erst ruhig, als diese zufrieden war mit Allah und Allah war dann zufrieden mit ihr!

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Den Geschmack / Die Süße des Glaubens findet nur jeder, der zufrieden ist, mit Allah als Herrn, mit dem Islam als Religion und mit Muhammad als Prophet.“

→ Der Weg der Tazkiyah geht durch mehr Zufriedenheit mit Allah (subhanahu wa ta'ala)!

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte: „Wer immer die (folgenden) drei Eigenschaften besitzt, findet die Freude am Glauben:

Wenn seine Liebe zu Allah und Seinem Gesandten stärker ist als seine Liebe zu allem anderen,

wenn seine Liebe zu einem Menschen nur Allah gewidmet ist,

und wenn er den Rückfall zum Unglauben (Kufr) genauso verabscheut, wie er es verabscheut, ins Feuer geworfen zu werden.“

[Quelle: Sahih Al Bukhary]

Erreicht man diese „Stufe“, sehnt man sich nach dem Gottesdiensten, deswegen sagte einst Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) zu Bilal (radiallahu 'anh), als die Gebetszeit eingetroffen ist: „(Rufe den Adhan) und lass uns Ruhe finden im Gebet.“

Das Herz (Al Qalb)

→ Der „Motor“ des Körpers und des Menschen

Muhammad (sallallahu alayhi wa sallam) sagte:

„Wahrlich, es gibt im Menschenkörper ein kleines Stück Fleisch, wenn dieses gut ist, so ist der ganze Körper gut ist es aber verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Wahrlich, das ist das Herz!" [Quelle: Sahih Al Bukhary]

Die Gelehrten sagen: „Das Herz ist der König des Körpers und die Körperteile sind seine Untertanen.“

Allah erwähnt das Herz im Quran mit 4 Worten:

→ Die Gelehrten sagen, dass das Herz aus 4 Teilen besteht

1. As Sadr (Die Brust)

2. Al Qalb (Das Herz)

3. Al Fuad (Das Innere)

4. Al Lub (Der Kern)

Die Taten, ob gut oder schlecht „dringen“ in dieser Reihenfolge in den Kern!

Der Sheytan (Satan) hat 2 Waffen:

1. Shubuhaat (Scheinargumente) → Besiegt man mit 'Ilm (Wissen)

2. Shahawaat (Begierde / Gelüste) → Besiegt man mit 'Ibadaat (Gottesdienste)

Hinweis: Am effektivsten ist es bei den Shahawaat, die selben „Sinne“, mit denen der Sheytan möchte, dass man sündigt, die 'Ibadaat zu vollziehen.

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Bsp.: Möchte er, dass du Musik hörst, dann höre Quran. Möchte er, dass du lügst, dann sprich Gutes oder lies Quran.

Das heißt: Die Taten müssen erst durch das Herz, um die 'Ibadaat genießen zu können!

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„[

heilem Herzen kommt." [Surah Su'ara (26) Vers 88 & 89]

]

an dem Tag, da weder Besitz noch Söhne (jemandem) nützen, außer, wer zu Allah mit

noch Söhne (jemandem) nützen, außer, wer zu Allah mit → Die Nafs (Seele) ist wie ein

→ Die Nafs (Seele) ist wie ein Kind, lässt man sie, wird sie verwöhnt, erzieht man sie, wird sie entwöhnt.

Bsp.:

Ein Kind besitzt einen roten Stift. Nimmt man dem Kind diesen roten Stift aus der Hand, weint es, bis es genau diesen selben roten Stift wieder in der Hand hat. Lässt man das Kind eine lange Zeit weinen und gibt ihm zum Schluss doch den roten Stift und gibt nach, wird das Kind beim nächsten mal genauso handeln (lange weinen = Stift zurück). Erzieht man das Kind richtig und bleibt strickt! Wird es nicht nochmal weinen, da es nach einer gewissen Zeit merken wird, dass das Weinen keine Auswirkung auf dich hat.

Die Seele ist genauso wie das Kind. Sie will eine bestimmte Sünde von dir (z.B. dieses eine Lied, oder diese Art von Alkohol). Gibt man der Seele dann das, wonach sie (übles) verlangt, weiß sie (wie das Kind), dass sie genau das bekommt, was sie möchte, wenn sie nur lang genug „schreit“. Erzieht man die Nafs jedoch richtig und bleibt strickt und blockiert ab, hört die Nafs nach einer gewissen Zeit ebenfalls auf zum schlechten aufzurufen.

Ein Gelehrter sagte: „Ich habe mich 1 Jahr lang angestrengt (gequält), das Qiyam al Lail (Das Gebet in der Nacht) zu beten. Dann habe ich das Qiyam al Lail 20 Jahre lang genossen.“

Ibnul Qayim al Jauziyah (rahimahullah) sagte:

„Der Weg zu Allah braucht 2 Wege. Die Kraft des Wissens und die Kraft des Handelns.“

→ Dem Sheytan (Satan) jedoch ist es gleichgültig, welche Sünde du begehst, Hauptsache du begehst ein. Der Nafs (Seele) jedoch ist es nicht egal, sie will eine bestimmte!

Im Quran wird bei dem Sheytan „waswas“ benutzt, er flüstert dir Sünden ein. Bei der Nafs jedoch wird „taswil“ benutzt, sie verlangt eine bestimmte Sünde.

Al Ihsan:

→ Es gibt 3 Stufen in der Religion. Islam, Iman und Ihsan. Islam (siehe: Fiqh), Iman (siehe: 'Aqida) und Ihsan bedeutet, Allah so zu dienen, als sähe man Allah, auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich. Man fühlt sich also stets von Allah beobachtet!

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Ibnul Qayim al Jauziyah (rahimahullah) sagte: „Ihsan bezieht alle Taten des Herzens mit ein.“ D.h. Alle Stationen zu Allah sind Bestandteil des Herzens.

1. Station des Herzens zu Allah „Al Yaqadhah“ (Die Wachsamkeit)

Abu Isma'il al Haraui (rahimahullah) definiert die Wachsamkeit die folgt:

„Die Wachsamkeit ist die Unruhe des Herzens, durch den Schreck des Erwachens, aus dem Schlaf der Achtlosigkeit.“

→ Ibnul Qayim al Jauziyah (rahimahullah) erläutert:

Das Herz des Menschen ist ein einem Schlaf, in einer Achtlosigkeit, es schläft, doch die Augen sind offen. Das Herz erkennt die „wahre“ Welt (Al Akhirah) nicht mehr. Doch dann hört das Herz den Rufer des Erfolgs und wacht aus dieser Achtlosigkeit, schreckhaft auf.

Wie wacht das Herz auf?

→ Durch das Vergleichen der Gaben / Gunsterweisungen Allahs (subhanahu wa ta'ala), mit den Verbrechen (Sünden) des Menschen. Dieser Vergleich führt zu einer Unruhe im Herzen, durch den Schreck des Erwachens, aus dem Schlaf der Achtlosigkeit.

Dieser Vergleich wird auch in dem „Majestät der Bittgebete“ (Sayidul istirghfar) erwähnt:

der Bittgebete“ (Sayidul istirghfar) erwähnt: → In diesem Bittgebet werden die Gaben, die der Mensch von
der Bittgebete“ (Sayidul istirghfar) erwähnt: → In diesem Bittgebet werden die Gaben, die der Mensch von

→ In diesem Bittgebet werden die Gaben, die der Mensch von Allah (subhanahu wa ta'ala) bekomme hat und die Sünden des Menschen verdeutlicht. Man erkennt die Gaben Allahs (subhanahu wa ta'ala) an und sieht die eigenen Verbrechen (Sünden) ein. Dieses „Einsehen“ ist notwendig, um Demut (Khushu') und Scham (Haya) gegenüber Allah (subhanahu wa ta'ala) zu entwickeln.

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Ibnul Qayim al Jauziyah (rahimahullah) sagte hier weiter, dass das Herz dabei die Anzahl der Gaben nicht erkennen kann und die Art der Gaben nicht erfassen kann!

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„ […] Und wenn ihr die Gunst Allahs aufzählen wolltet, könntet ihr sie nicht erfassen. Allah ist wahrlich Allvergebend und Barmherzig.“ [Surah An Nahl (16) Vers 18]

Allvergebend und Barmherzig.“ [Surah An Nahl (16) Vers 18] Allah sagt hier, dass, wenn wir die

Allah sagt hier, dass, wenn wir die Gunst (Singular) Allahs aufzählen würden, würden wir sie (plural) nicht erfassen können! D.h. In einer Gabe, sind viele Gaben!

Auch wenn man eine Gabe erkannt hat, kann nicht alle anderen Gaben, die in dieser Gabe vorhanden sind, erkennen. Das Auge ist z.B. eine riesige Gabe Allahs (subhanahu wa ta'ala), doch die Gaben in der Gabe, sind beispielsweise, dass wir nicht nur weit sehen können, sondern auch nah. Dass wir Farben sehen können, zwischen hell und dunkel unterscheiden können, nicht nur gerade aus sehen können, sondern einen „Blickwinkel“ besitzen usw.

Sogar, wenn wir mit den Gaben Allahs (ungerechter weise, wie der schwache Mensch doch ist) sündigen, ist Allah barmherzig mit uns, denn wer wurde bisher blind, weil er eine Sünden mit den Augen begangen hat? Die Gnade Allahs hierbei ist, dass Er uns nicht sofort bestraft, sonder uns Zeit gibt zu bereuen (subhanahu wa ta'ala)!

Wie kann man sich die Gaben bewusst machen?

→ Man stellt sich vor, wie es ist, wenn man die Gabe nicht mehr besitzt. Erst dann erkennt man die Wichtigkeit dieser Gabe!

Die größte Gabe Allahs (subhanahu wa ta'ala) ist der Islam / die Rechtleitung, denn ohne die Rechtleitung wäre man für immer in der Hölle!

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„Sag: (Alles) Lob gehört Allah, und Friede sei auf Seinen Dienern, die Er Sich auserwählt

hat! [

]“

sei auf Seinen Dienern, die Er Sich auserwählt hat! [ ]“ [Surah An Naml 27 Vers

[Surah An Naml 27 Vers 59]

Und wir, als „auserwählte“ Diener, sündigen permanent. Wie undankbar wir doch sind!

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

2. Station des Herzens zu Allah „Al Muhaasabah“ (Die Selbstabrechnung)

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„O die ihr glaubt, fürchtet Allah. Und eine jede Seele schauen, was sie für morgen (hier: Al Akhirah) vorausschickt. Und fürchtet Allah; gewiss, Allah ist Kundig dessen, was ihr tut.“ [Surah Al Hashr (59) Vers 18]

Kundig dessen, was ihr tut.“ [Surah Al Hashr (59) Vers 18] → Sobald jemand stirbt, ist

→ Sobald jemand stirbt, ist seine Stunde gekommen und er kann nichts mehr „für morgen“ vorausschicken!

'Umar ibnul Khattab (radiallahu 'anh) sagte:

„Rechnet mit euch selbst ab, bevor mit euch abgerechnet wird. Und wiegt euch selbst, bevor ihr gewogen werdet!“ [Der Isnad (Überlieferungskette) ist nicht 100% authentisch, aber er widerspricht nicht dem Quran und der Sunnah]

Die Selbstabrechnung (Al Muhaasabah) führt dazu, dass der Mensch sich selbst nicht mehr lobt und nicht gut von sich selbst denkt, denn eines der schlimmsten Sünden ist die „Selbstlobung“ bzw. der Stolz.

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„[

fürchten.“ [Surah An Najm (53) Vers 32]

]

Darum erklärt euch nicht selber als rein. Er kennt diejenigen am besten, die (Ihn)

selber als rein. Er kennt diejenigen am besten, die (Ihn) Hasan al Basri (rahimahullah) sagte: „Wenn

Hasan al Basri (rahimahullah) sagte:

„Wenn du aus deinem Haus raus gehst, dann denke, dass jeder, dem du begegnest, besser ist, als du!“

→ Man sollte immer schlecht von sich selbst denken und gut über andere!

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Die Selbstabrechnung bei guten und schlechten Taten

Vor einer guten Tat

Während einer guten Tat

Nach einer guten Tat

Zwei Fragestellungen, bevor man eine gute Tat begeht:

Eine Fragestellung, während man die gute Tat begeht:

Zwei Auswirkungen, nach der guten Tat:

1.

Ist diese gute Tat für Allah?

1. Ist der Ikhlas (Aufrichtigkeit) noch da?

1.

Allah bitten, diese gute Tat

(Ikhlas / Aufrichtigkeit)

anzunehmen.

2.

Wie begehe ich diese gute

 

2.

Dass man nie glaubt,

Tat?

dass man dadurch einer der Gaben Allahs „getilgt“ hat.

Vor einer guten Tat:

1. Die Aufrichtigkeit besteht darin, die Tat nur für Allah zu machen, um Allah näher zu

kommen.

2. Beim Begehen der guten Tat, muss man auf die Befolgung des Propheten achten.

Voraussetzungen des Befolgens des Propheten (sallallahu aleyhi wa sallam):

1. Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) muss die Tat begangen haben, d.h. Keine neue Tat erfinden.

2. Ist die Anzahl einer 'Ibaadah festgelegt, darf sie nicht geändert werden. Ist die Anzahl nicht festgelegt, darf keine Anzahl erfunden und festgelegt werden.

3. Ist eine Zeit festgelegt, darf sie nicht geändert werden. Ist keine Zeit festgelegt, darf keine neue Zeit erfunden und festgelegt werden.

4. Ist ein Ort festgelegt, darf er nicht geändert werden. Ist kein Ort festgelegt, darf kein neuer Ort erfunden und festgelegt werden.

5. Ist eine Reihenfolge festgelegt, darf sie nicht geändert werden. Ist keine Reihenfolge festgelegt, darf keine neue Reihenfolge erfunden und festgelegt werden.

Während einer guten Tat:

Man muss die Aufrichtigkeit beibehalten und man darf nie denken, dass man stets aufrichtig ist.

Die Gelehrten sagen: „Wer glaubt und denkt er wäre aufrichtig, der benötigt Aufrichtigkeit.“

Nach einer guten Tat:

Man darf nie denken, dass die gute Tat von Allah angenommen wurde.

Einer der Salaf (frommen Vorfahren) sagte: „Wenn ich wüsste, dass Allah nur ein Gebet von mir angenommen hätte, wäre ich glücklich / sicher.“

Jahresseminar von Sheikh Amen Dali – Sulzbach

Abu Bakr As Siddiq (radiallahu 'anh) sagte: „Wenn mein rechter Fuß im Paradies wäre und mein linker außerhalb, dann wäre ich mir immer noch nicht sicher (ob ich ins Paradies komme).“ [Der Isnad (Überlieferungskette) ist nicht 100% authentisch, aber er widerspricht nicht dem Quran und der Sunnah]

Ibn Taymiyah (rahimahullah) sagte: „Vielleicht bringt eine Sünde einen Menschen ins Paradies und vielleicht bringt eine gute Tat einen Menschen in die Hölle.“

→ Durch die gute Tat kann Hochmut entstehen und man fühlt sich „sicher“

→ Durch die Sünde kann reue entstehen, man fühlt sich unsicher und verrichtet mehr Gottesdienste.

Vor einer schlechten Tat

Während einer schlechten Tat

Nach einer schlechten Tat

Eine Fragestellung, bevor man eine schlechte Tat begeht:

Eine Bemerkung, während man die schlechte Tat begeht:

Eine Auswirkung, nach der schlechten Tat:

1. Welche Folgen hat diese Tat?

1. Zu bemerken, dass man gerade sündigt!

1. Reue und und Rückkehr zu Allah.

Vor einer schlechten Tat:

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Derjenige, der Zina (Unzucht) begeht, begeht dies nicht im Zustand des Glaubens. Und Derjenige, der Alkohol trinkt, trinkt nicht im Zustand des Glaubens.“

→ D.h. Während man sündigt, hat man einen sehr sehr schwachen Iman (Glauben). In diesem Moment vergisst man Allah. Lösung: Allah stets erwähnen!

Muhammad (sallallahu aleyhi wa sallam) sagte:

„Erwähnt stets den Zerstörer der Gelüste (hier: der Tod).“

Während einer schlechten Tat:

Ibnul Qayim al Jauziyah (rahimahullah) sagte:

„Eines der besonderen Punkte der Selbstabrechnung ist, die Erkenntnis, dass Allah die Sünde zugelassen hat, denn Er hätte einen auch davor bewahren können!“

Allah (subhanahu wa ta'ala) sagt:

„[

[Surah At Taubah (9) Vers 67]

]

Sie haben Allah vergessen, und so hat Er sie vergessen. [

]“

haben Allah vergessen, und so hat Er sie vergessen. [ ]“ Nach einer schlechten Tat: Das

Nach einer schlechten Tat:

Das Gefühl empfinden, dass es einem leid tut. Bereuen und zu Allah zurückkehren.

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Angaben, wie Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Inhalt, ohne Gewähr! ;)